Ur. m AdomitmtM«•ffbhtpnjtn; «donnemtni»-Prel» pränumerando: vterleljährl. SL0 Ml.,«onatl. 1,10 Mk., rvöchenllich LS Pfg. frei tn» Hau». Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonniag». Rümmer mU illustrierter Sonntag»- Beilage„Tie Neu« Welt" 10 Pfg. Post- «bonnement: SLV Mar! pro Quartal. Eingetragen tn der Post- Zeitung»- Pretjliste für lSSS unter»r. 7ö»i>. Unter Kreuzband(ät Deutschland und cesterreich- Ungarn L Mar!, für da» übrige Ausland S Marl pro Monat. Erscheint täglich«uHer Montag«. Vevlinev Volksblatt. 16. Jahrg. ' Die Inftrtions-Grbülsr betrügt für die sechsgefpaltens Kolonsl- zeile oder deren Raum«c» Pfg., sür politische und gewertschastltche Vereins- und Versammlung»-Anzeigen 20 Pfg. „Kleine Knseigeu" jedes Wort Q Pfg. (nur da» erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bi» 4 Uhr nachmittag» in derExpsdition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bi» 7 Uhr abend», an Sonn- und Festtagen bt»s Uhr vormittag» geöfsnet. Fernsprecher: Nmt l, Nr. ISOB, Telegramm-Adresse: „Sorlaldemostrat Berlin» Ceutvalorgan der socialdemokratifthen Partei Deutfthlmrds. Redaktion: SM. 19, Venth-Stratze 2. Sonntag, den 60. Juli 1809. Expedition: S'VV'. 19, Benlh-Slrafze 3. Abonnemeuts-Einladung. Mit dein 1. August eröffnen wir ein neues Abonnement auf den mit seinem wöchentlich fünfmnl erscheinenden Nttterhaltungsblatt und der Sonntags-Beilage „Die Nene ZVelt". Neu hinzlltroteude Abonnenten erhalten den lausenden Roman im IlnterhaltungSblatt nachgeliefert. Für Berlin nehmen sämtliche Z ei t u n g s s p e d i t eu r e, sowie unsere Expedition, Bcuthstr. 3, Bestcllnngen entgegen zuni ni o n a t l i ch c n Preise von R Mark 10 Pfennig frei ins Hans. Für austerhalb nehmen s ä m t l i ch e P o st a n st a l t e n Abonne- menls zum Preise von 2 Mark 20 Pfennig für die Monate Auguft und September entgegen, l Eingetragen ist der„Vorlvärts" in der Post-Zeitttiigö- liste für 18SS unter Nummer 7820). Die Redaktion des„Vorwärts". � Die Genossenschaften. Die deutschen Genossenschaften werden dieser Tage aber- mals ihren JahreSkongreß abhalten. Besondere Umstände, vor allem die Enthüllring des Denkmals für Schulze-Delitzsch, werden die öffentliche Aufmerksamkeit mehr wie fönst ans diese einst vielbesehdeten und atidererfritS übermäßig gepriesenen Organisationen lenken, die alsdann im Laufe der Jahrzehnte sich ihre feste und geachtete Stellung im deutschen Wirtschafts- leben errungen haben. Aber welche Aenderungen haben sich seit ihrem ersten Auf tauchen und Umsichgreifen in unseren allgemeinen socialen Zuständen vollzogen l Welche inneren Umwandlungen haben diese Organisationen infolge dessen selber erfahren! Die Genossenschaftsidee nimmt im Anfang unseres Jahrhunderts ihren Ausgangspunkt von England, dem einzigen Lande, das damals bereits eine hervorragende, in gewissem Sinne vorherrschende Großindustrie besaß, und das in gleichem Schritte mit dieser Großindustrie sein von re- volutionären Enipfindungen durchzucktes, verelendetes und er- bittertes Proletariat gefahrdrohend wachsen sah. In den unbeholfenen praktischen Gehversuchen und phantastischen Träumereien dieser ersten umfassenden Arbeiterbewegung spielt der Genossenschastsgedanke eine große Rolle, vor allem seit Robert Owen mit seiner Genialität und Schaffenskraft für Koope- rativgründungen eintrat. Die versklavten, willenlos vom Räderwerk der kapitalistischen Wirtschaftsweise herumgeworfenen Arbeiter sollten auf eigene Füße gestellt, ihre eigenen Herren werden und selbständig die gesellschaftliche Güterverteilung und-Erzeugung beherrschen. Meist fingen diese Reformversuche beim Kramladen an, aber die Ueberschüsse der Arbeiter-Konsumvereine sollten Erziehungszwecken dienen, um das geistige und sittliche Niveau der niedergedrückten Massen zu heben— der Gründung großer produktiver Unternehmungen, um das ganze Land allmählich mit einem Netze von„Gemein- Wesen" zu überspannen, die in vollster genossenschaftlicher Gleichheit und in freiester demokratischer Selbstregierung auch ihre eigenen Bedarfsartikel selber herstellen, Farmen anlegen, Fabriken errichten und Wohnhäuser bauen sollten. Der Genossenschaftsladen war hier nur als Keimzelle zu einer allumfassenden kommunistischen Gesellschaftsreform ge- dacht. Der Plan zerfloß, wie man sieht, schließlich in den Nebeln und Wolken der reinen Utopisterei, aber er wurzelte andererseits in einem realen Boden, der in England schon damals, auf dem Kontinent erst viel später vor- banden war: in der Erkenntnis, welche ungeheure Wohlstandssteigerung der industrielle Großbetrieb ermöglicht, und in dem Bemühen, die Arbeiter dieser Vorteile auch wirklich teilhaftig werden zu lassen. Das wirtschaftlich verkümmerte, durch sein kleinstaatliches Elend auch politisch abgestumpfte Deutschland war für diese Genossenschaftsbewegung in den dreißiger und vierziger Jahren in keiner Weise reif. Viel eher schon für die fran- zösischen Associationsidcen, die in der Thai auch ein lebhaftes litterarisches Echo bei uns fanden, besonders in den unruhig gährenden vierziger Jahren. In Frankreich ist es vor allem das Kleingewerbe, das Kleinbürgertum, das mit Hilfe der Genossenschaft seine Konkurrenzfähigkeit zu erhalten und zu erhöhen und seine Lebenshaltung zu verbessern sticht. Mochten die französischen Utopisten weit über diese kleinbürgerlich engen Anschauungen hinausgehen, für die französische Associationspraxis hießen die Ziele in erster Linie: billiger oder ganz unentgeltlicher Kredit zum leichteren Selb- ständigwerdcn oder zur Erweiterung der alten Werkstätte. — gcineinsame Verkaufsstätten, wo der kleine Laden versagt— Produktivassociationen, wenn.der einzelne Handwerker nicht allein die Selbständigkeit erringen und nicht dauernd für sich bleiben kann. Wenn diese Strömung zunächst nur in einzelnen Unter- stütznngskassen. Spar-.und Einkaufsvereinen, in ein paar dürstigen Produktivassociationen sich nach Deutschland hinüber verpflanzte, breite Schichten jedoch noch nicht ergriff, so lag das wesentlich daran, daß die deutsche Handwerkerklasse, die Masse der städtischen und gewerblichen Bevölkerung des damaligen Deutschland, selbst die Grundlage jeder lebhafteren Associationsausbreitung— die freie wirtschaftliche Bewegung und Selbstbestimmung— vielfach erst', noch zu erkämpfen oder deren schtvache Anfänge gegen die zünftlerisch-polizeiliche Reaktion zu verteidigen hatte. Erst mit den fünfziger Jahren setzt hier der Umschwung ein. Das Handwerkertum fängt an, sich fortschrittlich zu regen: es strebt inimer energischer aus seiner Rückständigkeit heraus. Das rascher pulsierende Wirtschaftsleben stellt ganz andere, immer neue Anforderungen an den Geschäftsbetrieb. Der Druck des Großkapitals ist in den meisten Erwcrbszweigen noch nicht so groß, daß das Vertrauen auf die Selbsthilfe so bald erlöschen könnte. Ueberall gründet man Vorschußvereine, Gewerbe- und Volksbanken. Man kauft gemeinsam Rohstoffe ein. Allgcineine Bildungs- und Handweikervereine schließen sich an diese Organisationen in enger Verbindung an. Wie gewöhnlich, wird auch hier eine Politische Partei zum Mittel punkte und zur Vorkämpfcrin dieser wirtschaftlichen Hebungs- versuche. Der Haß dieser Handwerker gegen die alten Hemmnisse der freien Selbstbestimmung, i h r Glaube au das Fortschreiten durch die freie Selbsthilfe findet in der Fortschrittspartei die entsprechendste Verkörperung, und hier wiederunl vor allem in Schulze-Delitzsch, dem demokratischen Kleinbürger, der von Jugend auf die kleinliche Tyrannei des alten morschen Polizeistaates mit eigenen Augen gesehen und bitter am eigenen Leibe verspürt hatte, und der sich mit einer seltenen Unermüdlichkeit und praktischen Um- sicht in den Dienst diestr kleinbürgerlichen Reformbewegung stellte. Freilich weckte die Verquickung von politischer Partei und wirtschaftlicher Organisation auch eine starke Gegnerschaft. Die Konservativen und die Regierungen wurden so zuweilen, besonders in der Konfliktszeit, in eine j erbittert feindselige Stellung gegen die Genossenschaften gedrängt, mit denen sie sich heute längst ausgesöhnt haben, die sie sogar in den ihnen zugänglichen Kreisen— in erster Linie: der Landwirtschaft— heute eifrig mit ausbauen helfen. In dein gleichen Augenblick begannen noch dazu die leidenschaftlichen Bemühungen L a s s a l l e s, die Arbeiter von der bürgerlichen Linken abzutrennen; auch hier erschienen die Genossenschaften ein wichtiges Bindeglied. Der ganze Sturm der damaligen Kämpfe wandte sich so zeitweilig der Genossciischaftöfrage zu. Man focht Gegensätze viel weiter gehender Art in dem Streit um die„Schulzc-Delitzschen Grundsätze" aus. Heute ist dieser Streit längst entschieden. Auch die Ge nossenschaften beanspruchen nicht mehr, die sociale Frage lösen zu wollen; sie haben sich ihren Wirkungskreis geschaffen, über den sie selber nicht mehr hinausstreben. Sind es nüb unter und häufig ganz überwiegend recht gesättigte Existenzen, die gegenwärtig die Genossenschaftsform auf gewerblichem Gebiete ausnutzen, so zeigt tviederum seit Jahren die L an d Wirtschaft eine ähnlich rasche, ja eine noch viel raschere Entfaltung genossenschaftlicher Bildungen aller Art, wie vor einigen Jahrzehnten das Handwerk. Vor allem haben jedoch auch zahlreiche Arbeiter in den Konsumvereinen einen Stützpunkt für ihr Ringen um eine höhere Lebenshaltung ge funden, besonders in Sachsen, dessen meiste und größte Konsum vereine in die Hände der Arbeiter gelangt sind. Dieselben Arbeiter, die früher häufig die bitterste Kritik an den Genossen- schaften übten, kämpfen heute für die freie Fortentwickelung des Genossenschaftswesens, dessen, wenn auch beschränkte Be- deutung sie anerkennen, während dieselben Kleinbürger, die früher einem Schulze-Delitzsch zujubelten, heute die ihnen gefährlich scheinenden Konsumgenossenschaften der Arbeiter recht häufig strangulieren möchten. Auch im Genossenschaftswesen spiegelt sich so der niächtige Aufschwung der deutschen Arbeiterklasse und der Niedergang der anderen Gesellschaftsschichten eindrucksvoll wieder. Die Südafrika-Politik in den englischen Parlamenten. In dem weitaus gröheren Teil unserer Auflage konnten wir schon den Anfang der wichtigen Debatte veröffentlichen, die gestern im Oberhau« sowohl als im Unterhaus über Transvaal und die ganze englische Politik betreffend Südafrika stattgefuiiden hat. Die Debatten pflegen im englischen Parlament bis spät in die Rächt hinein zu dauern und erst nach Mitter- nacht gingen die ersten Telegramme uns zu. Wir können die- selben nicht ihrem Wortlaute nach abdrucken, wir können sie aber um so leichter resümieren, als von späteren Rednern das zu Anfang Gesagte wiederholt wurde. Die Hauptoppositionsrede im Uiiterhaus wurde von dem jetzigen Führer der liberalen Partei: Campbell- Banner niann gehalten, und der Rede des Führers der Opposttion im Oberhaus. Lord Kimberlay. die in unserem heuNge» Telegramm wiedergegeben ist, bewegt stch wesentlich in der gleichen Richtung. Der Kolonialminister Chamberlain, der sich übrigens eines ruhigen Tones befleißigte, führte aus. England sei e« jemer Stellung in Südafrila schuldig, für die Rechte der englischen Staat«- bürger in Transvaal einzutreten und auf«ine Erledigung die> er Frage zu dringen, weil sonst ein Rassen krieg— zwnchen Engländern und Holländern— entzündet werde. Herr Chamberlain dreht hier den Sachverhalt um. Gerade e r ist es, der die Rassenstage aufgeworfen, und die Gefahr eine? Rassenkriegs für Südafrika heraufbeschworen hat. Gegen Schluß seiner Rede, den wir gestern noch nicht mitteilen konnten, wandte sich Chamberlain zu den Lobpreisungen Campbell-Banner- nianns auf Schreiner und Hofmehr und sagte:„Es muß daran er« innert werden, daß diese beiden Krügers frühere, gänzlich un- zulängliche Vorschläge für vollkommen zufrieden» st eilend erklärten. Was die letzten Wahlrechts« Vorschläge Krügers betrifft, so bcdaure ich, daß Krüger uns keine Mitteilung von den Vorschlägen machte, die er dcni Volksraad unterbreiten wollte. Eine gemeinsame Prüfung müßte mit den Borschlägen vorgenommen werden, um zu sehen, inwieweit sie der fremden Bevölkerung angemessene und wesentliche Vertretung geben werden, was allein als Grundlage für ein befriedigendes Abkommen angesehen werden kann. Wen»die Prüfung angenommen und d u r ch g e f ü h r t s e i n wird. dann werden die Sachverständigen in der Lage sein, ihren Re» gierungeii Berichte abzustatten. Wir hoffen, daß es m ö g � l i ch sein wird, zu einem Einvernehmen zu gelangen; in jedem Falle werden tvir auf eine ii otlv endige Gesetzesänderung zu dringen haben. Bisher haben wir nicht gedroht und kein Ulti« m a t ii m erlassen. Wir wollen nicht angetrieben werden. W i r müsse» unsere Zeit und unsere Wege ivählen. um die Politik zur Geltung zu bringen; inzwischen sind wir bestrebt, einen moralischen Druck auszuüben. Wir sind zu dem Schlüsse ge« kommen, daß die Beschiverden der Uitlanders begründet sind und daß die durch sie bedingte Lage das Neichsinteresse berühre. Wir haben die Sache aufgenommen und sind ver» pflichtet, sie durchzubringen.(Beifall bei den Ministeriellen.) Wir werden nicht ruhen, bis wir zu einem unserer Meinung nach befriedigenden Schlüsse gelangt sind. Chamberlain schloß sodann: Es kann nicht gesagt werden, daß ich oder meine Kollegen bestrebt seien, die Dinge zu einem übereilten Schluß zu treibe». Nicht einer träumt von der Erwerbilitg d c S Landes, das wir a u S freiem Willen abgetreten haben. Unser Interesse ist eS, die Freiheit und die Wohlfahrt Transvaals anstecht zu erhalten. Die Bedingung für unser Siichteingrei�en ist, daß die Regierung von Transvaal im Prineip darauf eingeht, die Gleichstellung der beiden weißen Rassen� zu fördern, tvaS ja die Konvention erstrebte. Immerhin ist die Lage Besorgnis erregend. Ich sehe jedoch hoffnungsvoll in die Zu- kunft, ivcil ich glaube, Krüger ist zu dein Schluß gekommen, daß die britische Regierung es ernst meint und daß sie das Land hinter sich hat.(Lebhafter Beifall.) Ich glaube, wir werden ihn überzeugen können, daß wir ihn oder das Land nicht schädigen wollen, sondcrit ihm eher helfen wollen, seine Stellung zu behaupten, indem wir allen Bewohnern Gerechtigkeit verschaffen.(Beifall.) An die Reden Campbell-Bannermanns und Chamberlains schloß sich eine längere Debatte, in welcher die Redner im allgemeinen den Standpunkt ihrer Parteien zum Ausdruck brachten. Indessen traten die Unionisten Courtiiey und Conimodore Bethel für die Ansichten Bnnncnnaiiiis ein, ivährcnd die Liberalen Mendl und Ellis Griffith Aiejcnigen des Ministers unterstützten. Hierauf wurde der Kolonial- etat einstimmig allgenommen. Tie Debatte im Oberhaus wurde durch den chanvinistischen Lord Camperdoivn eröffnet, der mit den üblichen Jingophrasen um sich warf. Jni weiteren Verlaufe der Debatte schließt sich Lord Kimberley den Ausführungen Campbell-Bannermanns im Unterhaus an, daß nichts vorhanden wäre, ivelches einen Krieg oder Vorbereitungen zum Kriege rechtfertigen könnte. Es gebe steilich nicht nur in Süd- afrita, sondern auch in England eine Partei, welche den Anschein er- wecken möchte, daß man zu einer Krifis gelangt sei, wo Krieg-sdrohnngen notwendig seien. Er protestiere dagegen, daß die von Gonveineur Milner als angemessener Weg bezeubnete Linie festen und frennd- schafttichen Druckes die rechte sei.- Die Regierung sollte vielmehr nur insofern eine» Dmck ausüben, als dieser geeignet sei. klar er- kennen zu lasten, daß England die Sache ernst nehme. Er glaube und hoffe, daß dies zu einer friedlichen Beilegung führen werde. (Beifall.) Lord Salißbury entgegnete, Äimberleys riitcrlicher Versuch, Krügers Haltung zu verteidigen, sei ein Beweis großer Liebeiiswürdigleit und zeige große Bereitwilligkeit, für eine verlorene Hoffnung einzutreten. Das Protokoll über die Unterredung zwischen Sir Evelyn Wood und dem Präsidenten Krüger, in welcher über die Konvention von 1881 verhandelt wurde, sei thatsächlich eine voll- ständige Verurteilung von Krügers Vorgehen. Das Protokoll be« stimme so klar als möglich, daß eine Aera stvmdschastliScn Zu« sammeMvirkcns eingeleitet werden solle, in ivelcher beide Raffen unter der Führung beider Regierungen die möglichste Gleich- berechtignng haben' sollten. Präsident Krüger habe aber in der ganzen Zeit seit 1881 eine gerade entgegengesetzte Richtung cinge- schlagen. Sein einziges Bestreben sei darauf.gerichtet gewesen, die englische Regierung und die Regierung der Republik zu eilt- zweien und beide Nationen in zwei verschiedene Lager zu spalten. in dem er den Holländern ein Uebergelvicht gegeben habe, zu dem ihnen ihre Zahl keine Berechtigung gebe, und indem er die Engländer beinahe in die Loge von Besiegten, sicherlich aber doch ii, die Lage einer unterivorfencn Rasse gebracht habe. Er ivolle Krüger nicht allen Tadel auserlegen wegen jener Art Panik, welche ch» und seine Ratgeber bei dem Einbrüche der Goldgräber 18bti be- fallen zu haben scheine. Sie niüchten vielleicht die Be- ftirchtung gehabt haben, daß die Goldgräber im stände seien, sich vollständig der Regierung zu bemächtigen und daß dann die Holländer genau dieiclben Nachteile zu tragen haben würden, denen jetzt die Engländer ausgesetzt seien. Aber er tadle Krüger deslvcgcn, weil er. als die Schwierigkeiten entstanden, anstatt sich seiner Ber- pflichtungen und der Anertennung der Stellung Englands in diesen Konventionen zu erinnern, selbst eine rein oppositionelle Haltung an« genommen und sich niemals an die englische Regierung geivandt habe, um sich mit ihr darüber zu beraten, ivie man mit einer solchen Er- scheinung, wie mit dem Einfall der Goldgräber, feriig werden könne. Die Konventionen von 1831 und 1884 seien doch keine Gesetze, wie die der Perser und Med«-. Er stimme mit Selborne darin„berein, daß von dem Augenblicke an, wo die Konventionen angenoulmeii neu, keiner englychen Bet.örde irgend welche Schritte gegen die- selben wnnschcnswert erschienen seien, so lange sie beobachtet seien. flcflciiluärtigc Politik Englands ist," schlos; Ncdner,„von Sek-«der Witwen auf Zuschußgewahrung an die Polizeiverwaltnng oder dorne so deutlich dargelegt, das; ich nichts darüber zu Iviedcrdolcn brauche. Ich stimme Selbornes Erklärung zu, daß, nachdem wir die Hand einmal an den Pflug gelegt haben, wir nicht beabsichtigen, sie wieder fortzunehmen!"(Beifall.) Der Gegenstand ivurde hieran' verlassen. Das Bemerkenswerte in dieser Debatte ist die Haltung Lord Salisburhs. Der Borwurf der Schwäche ist ihm so oft gemacht worden, dasi er das Bedürfnis empfunden zu haben scheint, sich einmal stark zu zeigen. Dem kleinen Transvaal gegenüber ist das ja nicht gefährlich. Allein, wenn man die Rede genauer betrachtet, so sind die Worte mehr laut als drohend. Es handelt sich offenbar um eine rhetorische S ch a u st e l l u n g. Dieser Eindruck wird bestärkt durch die Rede Chamberlpins, welche in einem Wust von mehr oder weniger allgemeinen Redensarten die überaus gemäßigte Forderung enthält:„die Regierung von Transvaal solle im Grundsatz darauf ein g eh en, die Gleich stellung der beiden Rassen zu förder n." Man betrachte die Worte genau. Sie stoßen nur eine offene Thüre ein, denn den Grundsatz der Gleichberechtigung der weißen Rassen hat die Regierung des Transvaal läng st anerkannt. Und diese Gleichstellung zu fördern, ist ja Zweck des neuen Wahlgesetzes von Transvaal. Es sieht das etwas komödienhaft aus, gerade wie die pathetische Berufung auf das Land komödienhaft ist. Die englischen Morgenblätter scheinen der gleichen Meinung zu fem, wie folgendes Telegramm aus London zeigt .»Die Morgenblätter sprechen die Hoffnung auS, die in den gestrigen Parlamentsberatungcn hervorgehobene große Ueberein stimmung m den Ansichten der Konservativen und Liberalen werde sehr zu einer friedlichen Regelung der Transvaalfrage beitragen, falls der in den Parlamentsberatungen bekundete Wunsch, Krieg zu vermeiden, die Burghers dazu bringe, mit der Erörterung halber Maßregeln aufzuhören." Wenn die englischen Blätter recht haben— und dies hat alles sur sich— so hat die große englische Parlamentsdebatte nur einen Druck auf den„Bolksraad" der Boers zum Zweck gehabt. Die Boeren sind aber Leute mit starken Nerven.— Volikifche Mebevfiltzk. Berlin, den 29. Jnli Renten für die Kriegsiuvaliden. Wie dielfache Zuschriften an uns beweisen, ist man in Kreisen der Kriegsteilnehmer der Ansicht, durch ein neues Gesetz sei für die Militärinvaliden eine höhere Rente bewilligt. Dem ist aber mcht so. Der Sachverhalt ist vielmehr folgender: Zu den Pesitionen, die am regelmäßigsten beim Reichstag ein- gehen, gehören die der Kriegsinvaliden. Dem Drängen aller Parteien wurde im Jahre 18S3 soweit nachgegeben. daß die 5iriegszulage von monatlich 6 Mark auf S Mark, also pro Tag um knapp 10 Pf. erhöht wurde. Biele tausende bedürftiger Invaliden petitionierten denn Reichstag um Besserung ihrer Lage. Ihren Petitionen trat der Reichstag bei. Die Regierungen stellten sich jedoch auf den Standpunkt, daß an eine allgemeine Erhöhung der unzureichenden Scktze nicht zu denken sei. Noch schlimmer als die eigentlichen In- vauden waren viele tausende von ehemaligen Soldaten daran, die zwar unverletzt aus den Feldzügen heim gekehrt, aber infolge_ der erlittenen Strapazen vorzeitig stech und erwerbsunfähig geworden waren. Ihre Bitten um Fürsorge hatte der Reichstag wiederholt für berechtigt erklärt. Nicht so die Regieningen. Im sogenannten Jubiläumsjahre 1895 konnte nicht mehr gut über diese Anträge hinweggegangen werben. Selbst die Regierung, die für neue Rüstungen, Schiffe u. dgl. hunderte Hon Millionen fordert, mußte anerkennen, daß wenigstens im Fall� und� für die Dauer der Bedüfti gleit den ehemaligen Kriegsteilnehmern Beihilfen gewährt werden sollten. Durch Gesetz vom 22. Mai 1893 wurden deshalb Beihilfen für solche vorgeschlagen, die an einem der Kriege ehrenvoll teilgenommen und sich wegen dauernder gänzlicher Erwerbsunfähigkeit in unterstützungs- bedürftiger Lage befinden. Ausgeschlossen von dem Empfang solcher Bechilfen sind nach dem Gesetz Personen, welche aus Rcichsmitteln gesetzliche Jnvalidenpensionen oder entsprechende sonstige Zuwendungen erhalten, ferner solche, welche nach ihrer Lebensführung der be'ab- stchtigten Fürsorge als unwürdig anzusehen sind und endlich Personen, welche nicht Deutsche sind. Dasselbe Gesetz läßt auch vom 1. April 1899 ab die Zu- Wendung von Zuschüffen an Witwen und Kinder der im Kriege gefallenen oder infolge des Krieges gestorbenen Militär- Personen zu. sofern und so lange der Fall eines„Bedürfnisses" vor- liegt. Der Höchstbetrag dieses jährlichen Zuschusses beträgt 1L0M. Die nach den Bestimmungen des Militär-Pensionsgesctzes vom 21. Juni 1871 den Hinterbliebenen zu zahlenden gesetzlichen Bezüge, zu denen jetzt der Zuschuß in Höhe bis 120 M. tritt, beträgt: 1. für die Angehörigen von> Offizieren: für die Witwen der! Generale 1500. der Stabsoffiziere 1200 M.. der übrigen Offiziere 900 M.. für jedes Kind eines Offiziers bis zum vollendeten 17 Lebensjahre 150 M.. für Doppclwaisen 225 M.. 2. für die Angehörigen von Nicht-Offizieren: für die Witwen der teldwebel 324, der Unteroffiziere 252, der Gemeinen 180 M., jedes i n d eines Angehörigen der Nicht-Offiziers-Klaffe bis zum voll- endeten 15. Lebensjahre 120. Doppelwaisen 180 Mark. Nach der im„Reichs-Anzeiger" vom Freitag den 28. Juli ver- offentlichten Bekanntmachung de? Kriegministers sind die Anträge an das Landrats«, Bezirks- oder Kreisamt ihres Wohnorts zu richten Von diesen Behörden sind die Anträge in Bezug ans die Prüfung der Unterstützungsbedürftigkeit zu begründen und an die General kompiandos zu senden. Auch früher bereits wegen Mangel an Mitteln abgelehnte An- träge von Kriegsiuvaliden und Witwen der Hinterbliebenen können, da jetzt Mittel bewilligt sind, von neuem gestellt werden. Dies Gesetz hat zwei erhebliche Fehler, auf deren Abstellung die socialdemokratischcn Abgeordneten im Jahre 1895 vergeblich drangen. Der eine dieser Fehler' besteht in der almosenartigen Niedrigkeit der Beihilfen. Die Beihilfe beträgt nämlich nur 120 Mark jährlich. Die Socialdemokraten hoben zur Begründung ihres Antrags, den Sold auf 860 Mark jährlich zu erhöhen, hervor, daß für einen völlig erwerbsunfähigen Menschen doch wohl eine Mark da?" mindeste sei, dessen er zur Lebensfristung benötige. Ihnen traten die Konservativen unter Führung des Abg. v. Leipziger, das Centruni unter Fühnrng des Abg. Dr. Bachem, die Stumm- Krupp-Partei durch den Abg. v. Kardörff, die antisemitische durch den Abg. Dr. Förster, die Regierungen durch den Staatssekretär Grafen v. Posadowsly lebhaft entgegen. Den vollen Beifall der Konservativen errang die Ausführung des Grafen Posadoivsky, daß mit 120 Mark jährlich vo l lk omni en arbeitsunfähi Kriegsteilnehmer„auf dem Lande ein wenn auchfe bescheidenes, sehr dürftiges, doch von der öff e n lichen Wohlthätigieit unabhängiges Leben führen könnten. Es blieb bei den 120 Mark. Und auch eine in diesem Jahre socialdemokratischerseits gegebene Anregung, diesen Betrag zu erhöhen, wurde von den in patriotischen Rodomontaden so gern sich ergehenden„Ordnungsparteien" abgelehnt. Dieselben Parteien hatten einige Jahre zuvor das Einkommen des Reichskanzlers auf 100 000 M. jährlich festgesetzt, das der Staatssekretäre von 24 auf 30000 M. erhöht und sind bereit, den Haushalt einer Familie durch indirekte Steuer» mit 120 M. jährlich zu belasten— schon jetzt beträgt be kanntlich die infolge der Zölle herbeigeführte Belastung des Haus Halts einer Familie, die aus 5 Köpfen besteht, 81,75 M. Eine Er höhung des Beitrags findet also auch in der Zukunft dank der Haltung der Orinungsparteien und der Regierungen nicht statt. Ein zweiter erheblicher Fehler des Gesetzes vom 22. Mai 1895 bestand darin, daß durch dies Gesetz zu wenig Mittel bereit gestellt ivaren, um auch nur die Beihilfe von 120 M. jährlich allen b e dürftigen Kriegsteilnehmern zuwenden zu können. Die Abhilfe dieses Fehlers wurde in diesem Jahre einstimmig vom Reichstag verlangt. Die Regierung kam diesem Berlangcn durch Vorlegung eines Gesetzentwurfs entgegen, der eine— allerdings wohl abermals nicht ausreichende— Erhöhung der Mittel für Be- schaffung von Beihilfen Vorsicht. Dieser Entwurf ist am 1. Juli d. I. Gesetz geworden und am 10. Juli publiziert. Tie Friedenskonferenz hat ausgelitten. Ihre letzte Handlung war ein NichtHandeln. Sie vermochte das Protokoll dessen, was sie nicht gethan hat, nicht zu formulieren und über läßt es den Regierungen und der Nachwelt, ihre Nichtthaten zu verzeichnen. Nun— das jammervolle Ende ist würdig des jammervollen Lebens, das ein jammervolles Siechtum war und nicht einmal gesunden Spott aufkommen ließ. Wie es Dinge giebt, die unter der Kritik, so giebt es auch Dinge, die unter dem Spott find. Das richtigste Urteil hat Oberst K ü n z l i gefällt, dessen Urteil aber so wahr ist, daß die eidgenössische Regierung Hintennach es hat ableugnen lassen. Er habe, wird uns ver ächert, amtlich durchaus korrekt sich verhalten. Das heißt amtlich die Wahrheit nicht gesagt. Dafür hat er sie ) r i v a t i m desto deutlicher gesagt: Der größte und dümmste Schwindel des Jahrhunderts!— Deutsches Weich. Der Tyrtäus der ungarischen Revolution. Zu Petöfis 50. Todestag(31. Juli 1849). Im zweiten messenischen Kriege erbaten sich die Spartaner, wie die Sage meldet, einen Heerführer von den Athenern. Diese sandten ihnen den lahmen und für nicht eben geistreich geltenden Schulmeister Tyrtäus. der aber durch die Gewalt seiner Kriegs- gesänge und Marschlieder die Spartaner zu solchem Heldenmut ent- fachte, daß sie den Sieg stets an ihre Feldzeichen fesselten. Die Ucberreste der Lieder des Tyrtäus widerlegen die Sage in mehreren Stücken: sie stellen die geistige Bedeutung des Mannes and seine Abkunft von dorischem Stamm fest. Geschichtlich bleibt ihm der Ruhm durch seine Lieder zu den Siegen der Spartaner über die Messenier ganz bedeutend beigetragen zu haben. Seitdem ist des Tyrtäus' Name sprichwörtlich geworden für kriegerischen Gesang and Musik. Der ungarische Tyrtäus war Alexander Petöfi, der vor einem Halben Jahrhundert seine Leier zur Sturmglocke der Erhebung machte. Meine Laute tönt, die Memmen all erbleichen: Revolution, das ist mein Sturmeszeichen I Am 17. März 1848 schrieb Petöfi über die Ereignisse der vorher« gehenden Tage:„Am 14. März hielt der Oppositionsklub eine Ver- fgmmlung, welche nach altem Gebrauch ergebnislos auseinander- ging... Ich war in der Versammlung nicht zugegen. An jenem Abend referierte Jokai über das Ergebnis oder besser gesagt die Ergebnislosigkeit mit großer Erbitterimg und vollständiger Nieder- geschlagenheit. Als ich's hörte, wurde auch ich erbittert, aber ver- sagte nicht. „Einen großen Teil der Nacht verbrachte ich wachend mit meiner Frau, meiner tapferen, begeisternden, angebeteten Frau, die immer aufmunternd vor meinen Gedanken und Plänen steht, wie vor der Armee die hochgeschwungene Fahne. Wir berieten uns, was zu hun sei. Denn so viel stand bei uns fest: wir müssen handeln, md zwar schon morgen I Vielleicht dürfte es übermorgen schon zu spät sein._ t „Logisch ist der erste Schritt der Revolution und ihre Haupt- mfgabe, die Press» ftei zu machen.». das wollen wir thun l Da» Von de« Zuchthaus-Schreibern.„Wenn wir in all dem blutbesudelten Geschrei der Revolutionäre, üi der sinnlosen Mord- that verblendeten Anarchisten und in dem internationalen Zusammen 'chluß vaterlandsloscr Subjekte doch noch nach einem traurigen Rest menschenwürdigen Antriebes zu ihrem Gebühren suchen wollen" 'o hebt ein neues gelbes Heft zur Zuchthausvorlage an, das den Titel führt:„Die persönliche Freiheit des Individuums und der Arbeiterschutz-Borlage. Eine Zeitbetrachtung von C. Albrecht"— ein Deckname, hinter dem sich ungefähr der berühmte Korb macher Fischer nebst seinem augenblicklichen Redacteur verbergen könnte. Auf die Sudelei ernsthaft einzugeben, verlohnt sich nicht. Die lersönliche Freiheit des Individuums loll natürlich nur insofern ge 'chützt werden, als das Individuum ein Streikbrecher ist. Die persönliche Freiheit der um die Erhöhung und Veredlung des Gemeinschaftslebens kämpfenden Männer und Klassen sollen dagegen im— Zuchthaus geschützt werden. Die Zuchthausvorlage ist ihre Anwälte wert; wenn aber diese Verteidiger unseres Polizei- und Militärstaats gar von persönlicher Freiheit anfangen zu reden, dann wird die Komik— paralytisch.— Dem Koalitionsrecht der Arbeiter gilt die«iftigste Fürsorge deutscher Behörden. Natürlich nicht der Erhaltung und Förde- ung des Koalitionsrechts, sondeni seiner Einengung und Verkümmerung. Da man auch nicht mittels ZuchthanSgesetzeS den Arbeitcrkampf völlig ersticken kann, so benutzt man jede f o r- überlasse ich dem Himmel und denjenigen, welche bestimmt sind, das übrige Begonnene fortzusetzen; ich habe nur den Beruf, den ersten Anstoß zu geben. Morgen müssen wir die Preßfteiheit erringen I Und wenn sie schießen? Wie Gott will! Wer kann einen schöneren Tod erwarten." Und so geschah's. Bulyolvsky und Jokai setzten eine Proklamation auf und die zwölf Artikel, welche von einem Ausschuß, auch Petöfi darunter, gezeichnet waren. Zur Universität gings, die Proklamation wird verlesen, Petöfi deklamiert sein Lied: „Auf fürs Vaterland, ihr Brüder," die Marseillais« der ungarischen Revolution. . Petöfi fährt fort in seiner Schilderung: „Jetzt gehen wir zu einem Censor' und lassen ihn die Pro- klamatiou und die Nationalhymne unterschreiben!" rief einer. „Wir gehen zu keinem Censor." erwiderte ich,„ich kenne kemen Censor mehr!"— Die beiden ersten censurfreien Drucksachen wurden zu Tausenden verbreitet und wirken wie Pulver und Schießbaumwolle. Zehn- tausend Menschen strömen zusammen nach dem Rathause zu Pest. Nach kurzer Verhandlung unterschreibt der Bürgermeister im Namen der Bürgerschaft die zwölf Artikel. Dann geht's nach Ofen zwanzig- tausend Mark stark. „Seine Excellenz der Herr Statthalter geruhte blaß zu werden und zu zittern und nach einer Beratung von fünf Minuten willigte er in alles ein. Das Militär erhielt den Befehl, sich passiv zu ver- halten, die Eensur wurde aufgehoben, der Kerker von TanefieS (der wegen Preßsündcn brummte) öffnete sich..... „Das war der 15. März. Seine Erfolge sind derartig, daß dieser Tag stets denkwürdig in der ungarischen Geschichte sein wird." In der Nacht des 15. März selbst schrieb Petöfi in seine Tagebuchblätter:„Heute wurde die ungarische Freiheit geboren, denn heute fiel die Fessel von der Presse... Oder giebt es einen Einfältigen, der glauben möchte, daß irgend eine Nation ohne eine freie Presse ftei genannt werden könnte? Heil dir an deinem Geburtstage, ungarische Freiheit... lebe lange auf Erden, lebe solange, als eS einen Ungar giebt... Und sollte dich der Tod früher ereilen, reiße mit dir ins Grab das ganze Voll, denn es ist eine Schande ohne dich zu leben, und Ruhm, mit dir zu sterben!... „Es ist späte Nacht. Gute Nacht, schöner Säugling I Du bist schöner al» alle deine«eschwister in anderen Ländern, denn du hast melle Handhabe, um die behördliche Gegnerschaft gegen den fteien Gebrauch der Arbeiterrechte zu beweisen. Wir berichteten gestern bereits von dem Verfahren der D r e S» d e n e r Polizeidirektio» gegen den dänischen Abgeordneten Olsen, dem sofortige Ausweisung aus dem sächsischen Staatsgebiete angedroht wurde, Ivenn er in einer Arbeiter- Versammlung über den Kampf der dänischen Arbeiterklasse sprechen oder auch nur sich in der Bersamm- lung', erblicken lassen würde. Die Dresdener Behörde hat das formelle Recht, jeden Ausländer, der sich nach ihrer Meinung„lästig macht", ohne weiteres auszuweisen. Doch ist selbstverständlich dieses Ausweisungsrecht an sachliche und unparteiische Gründe gebunden. Hier nun sehen wir, daß die Behörde das ihr zustehende Recht gebraucht, indem fie das Eintreten deutscher Arbeiter für ihre vom brutalsten Unternehmerübermut be- drückten dänischen Kameraden als etwas ungehöriges ansieht. Sie beweist damit aufs deutlichste ihre Feindschaft gegen das Koalitions- recht der Arbeiter. Sie beweist aber ferner die dringende Notwendigkeit, daß den Polizeiorganen d a S Recht, Ausländer nach ihren arbeiterfeindlichen Anschauungen ungastlich zu behandeln und zugleich damit die deutsche Arbeiter- klasse zu beleidigen, aberkannt wird. Auch im benachbarten Bayern ahmen die liberalen Be- Hörden die sächsische Feindschaft gegen da? Koalitionsrecht eifrig nach. In Nürnberg wurde eine Versammlung mit der Tages- ordnung„Die Aussperrung der Arbeiter in Dänemark" verboten; sie war als gewerlschaftliche nicht angemeldet worden, wurde aber von der Polizei als politische Versammlung angesehen, weil in einem Artikel der„Metallarbeiter-Zeitung" über die dänische Aus- sperrung von— Klassenkampf und dergleichen die Rede gewesen sei. Eas Koalitionsrecht der deutschen Arbeiter befindet sich, wie man sieht, in guten Händen.— Eine Kundgebung z« Gunsten der Zuchthausvorlage hat der Bund deutscher Baugewerks- Innungen, an dessen Spitze der Lnndtags-Abgeordnete Baumeister F e li s ch-Berlin steht, zu veranstalten beschlossen. Der gcschäftsführende Ausschuß des Bundes richtet an die Vorstände der Bezirksverbände sowie der Verbandsinnungen die Aufforderung, zu diesem BeHufe Versamm- lungen einzuberufen und Resolutionen zu Gunsten des Gesetzentwurfs zum Schutze der Arbeitswilligen zu fassen und sie dem Reichstag, dem Bundesrat und deni Reichsamt des Innern zu übernntteln. Die Arbeitgeberverbände für das Baugewerbe, welche bekanntlicki auch außerhalb der Innung stehende Unternehmer umfassen, schließen sich diesem Borgehen an. Die Herren Baumeister haben alle Veranlassung, sich erst ein- mal darum zu kümmern, daß sie nicht durch Beibehaltung der völlig nngcuügcnden Schutzmittel gegen Ban-Unfälle zahllose Menschen- leben gefährden und töten.— Zum FakiiltiitSspruch im Falle ArouS ziehen einige Scharf- machcrblätter aus dem Umstände, daß die Beratung 21/» Stunden gedauert hat, den Schluß, daß eine starke Minorität vorhanden ge- ivescn sein muß. Dieser Schluß scheint uns vollständig hinfällig, und mindestens ebenso gerechtfertigt ist der andere, daß der Spruch mit Stimmcneinheit erfolgt ist. Die lange Zeit der Beratung würde sich vollkomnien daraus erklären, daß eine Fassung gesucht werden mußte, der alle zustimmen konnten. Schon bei einer fünf- oder zehngliedrigen Kommission ergeben sich oft lange Beratungen über Fragen rein redaktioneller Natur: wie viel mehr, wenn 40 Professoren in einer principiell»vichtigen Frage die Entscheidung in angemessener Form zu Papier bringen wollen. Freilich können wir, da die Be- ratung geheim war. Hierüber nichts wissen; aber bis uns authentisch Beweis dafür geführt ist, tverden wir keinen der Professoren der Philosophischen Fakultät einer solchen geiftesniedrigen Gesinnung für fähig halten, wie die Scharfmacher fie sogar einrr starken Minorität andichten wollen. Wir nehmen vielmehr zur Ehre der Professoren an. daß sie ciiistimnng freigesprochen haben.— Offiziöses aus der„Geisteöfreiheit". Von Seiten der Offiziösen richtet man sich bereits darauf ein, das zu erwartende verurteilende Erkenntnis des StaatsministeriumS gegen Arons zu verteidigen und gleichzeitig den für die gebildete Welt einzig und allein maßgebenden Wahrspruch der Fakultät anzuerkennen. Der Versuch tvird in einem langen Leitartikel deS Hamburgijchen Korrespondenten gemacht. lim den Eiertanz der Offiziösen effecwoll zu beleuchten, drucken wir einfach die letzten Sätze jenes Artikels ab: .„Mit der öffentlichen agitatorischen Thätigkeit aber, mag sie auch in verhältnismäßig anständigen Formen erfolgen, wie dies bei Dr. AronS sin ganzen der Fall iu fein scheint, ist daS eine andere Sache. Seine Bernfsehre als Gelehrter braucht er dadurch nickt verletzt zu haben, aber er kann der Regierung als Mitglied de« Lehrkörpers einer staatlichen Lehranstalt wohl unerträglich vorkommen. Darum ist unseres ErachtenS die Frage einfach die: Hat Dr. Arons seit dem Erlaß des Privatdocentengesetzes seine Zu- geHörigkeit zur Socialdemokratie öffentlich und agitatorisch dokumentiert? Läßt sich das nachweisen, so kann die Fakultät von ihrem Standpunkt ans trotzdem zu einem freisprechenden Urteil kommen, denn sie beurteilt den Fall unter ihren eigenen Gesichts- punkten und mag mißerdem ihre Gründe haben, der Regierung die dick nicht in Blut gebadet wie jene: dich haben reine Freudenthräneu ,enctzt. Und die Kissen deiner Wiege bestehen nicht auS kalten larren Leichnamen, sondern auS glühenden, klopfenden Herzen. Gute Nacht."---- Der Mann, der solche Prosa geschrieben hat, war gewiß und wahrhastig ein Dichter! » Und ein Mann, ein Ehrenmann. ein treuer Sohn des Volke?, ein treuer Soldat im Dienste der Weltfteiheit I Er erfüllte da» Gebot, das er selbst aufgestellt hat: Bist Du ein Mann, sei's wahrhaft! Gieb Deine Freiheit nicht. Und wenn man Dir die Schätze Der Welt dafür verspricht. Wer sie um Geld zu Markte trägt, Fort mit dem Schufte, fort! „Die Freiheit und der Bettelstab I" Das sei Dein LosunaSwort. Stand ihm, dem selbstbewußten, stolzen, höchst empfindlichen Dichter, doch selbst sein Dichterruhm nicht so hoch, als die Anerkennung seiner Charakterfestigkeit und selsenfesten Treue. Auch für diesen Punkt findet sich unter seinen Aphorismen und Maximen ein treffendes Wort der Selbstkritik, das wert ist, hergesetzt zu werden: „Es mag glänzendere, großartigere Leiern und Federn geben. als die meimgen sind, aber makellosere giebt eS gewiß nicht, denn niemals habe ich auch nur eine Saite meiner Leier, auch nur einen ug meiner Feder verkaust, ich sang und schrieb, wozu mich der iott meiner Seele trieb, der Gott meiner Seele aber ist die— Freiheit. Die Nachwelt mag von mir sagen, daß ich ein schlechter Dichter gewesen, aber fie wird auch sagen, daß ich streng fittlich gewesen bm." Geradezu unsittlich erschien es ihm, als Freunde und Kampf- genossen von ihm zu paktieren und zu kompromittieren begannen. Nicht müde ward er, mit den glühendsten Wotten zu warnen davor, daß man sich mit der h a I b e n Revolution begnüge. Wohl kmiden trügende Propheten Dem Volk in ihrer Schlauheit an, Es sei nun Zeit zum Hüttenbauen, Man sei ja schon in Kanaan; Mitwirkung auf diesem Gebiete so lange als möglich zu versagen. Das Staatsministermm aber wird anderer Ansicht sein und mutz es logischerweise sein."— Herr Bucck, der bezahlte Agitator. Herr v. H e h l hatte gelegentlich Herrn Bueck, den bekannten Generalsekretär des Centraiverbandes der deutschen Industriellen, einen„bezahlten Angestellten" genannt. Demgegenüber sagt Herr Bueck: „Wer diese Hilfsarbeit zu seiner Lebensausgabe macht, hat ein Anrecht aus Gegenleistung für seine Arbeit,'gleichviel ob er sie dem Staate oder einer privaten Interessengemeinschaft leistet, und ich meine, diese Arbeit ist ebenso ehrenwert wie jede andere. Da- durch, datz der Freiherr v. Hehl meine Kollegen und mich aus- drücklich als„bezahlte Angestellte" bezeichnet, will er uns unver- kcnnbar in der öffentlichen Meinung herabsetzen! das scheint mir nicht der Ausflutz adliger Gesinnung zu sein, wie sie einem Frei- Herrn wohl anstände." Diese u n a d l i g e Gesinnung bewähren aber die Buecks, das Unternehmertum und seine Pretzsöldlinge täglich in den schnödesten Formen gegen die„Agitatoren" der Ecwcrkschäften, deren Bezahlung freilich so ist, datz e i n Bueck es mit manchem Dutzend von ihnen aufnimmt. Sächsisch« Findigkeit. Es hat lange gedauert, so lesen wir m der„Sächs. Arbeiter-Zeitung", che die Chemnitzer Staats- anwaltschaft einen gangbaren Weg fand, um den in München cr'chcineuden„Süddeutschen Po still on" resp. dessen Re- dacteur und Verleger wegen Beleidigung des Dresdner Schwurgerichts vor ein sächsisches' Gericht zu citieren, denn beide waren bayrische Staatsangehörige und gehörten als solche nach bayrischem Recht vor das Mmichetier Schwürgericht. Und die bayrischen Rescrvatrechte kann auch ein sächsischer Staatsanwalt nicht ohne weiteres ignorieren. Aber die sächsischen Staatsanwälte haben durch den glorreichen Feldzug gegen den„SimplicisfimuS" gelernt. Tort zog man die in Leipzig wohnenden Drucker mit zur Ver- antwortung, um die Zuständigkeit eines sächsischen Gerichts zu bc- gründen— beim„Süddeutschen Poslillon" aber, wo Redacteur, Drucker und Verleger Bayern sind, hat man nunmehr noch den in Chemnitz wohnenden Buchhändler Genossen Langer und einen Kolporteur, die den„Postillon" vertrieben haben, mit auf die Anklagebank gesetzt, so datz man nun das Blatt in Sachsen ver- urteilen zu können glaubt.— lieber weitere Verhaftungen in Augsburg wird der „Münchener Post" von dort mitgeteilt: Am Donnerstag wurden hier vier weitere Verhaftungen aus Anlaß der vorwöchigen Tumulte vorgenommen. Heute wurde auch der Verkäufer des Konsumvereins der Wcrtachvorstadt, Genosse Marth, verhaftet. Genosse Marth, ei» ruhiger besonnener Mann, hat sicher nichts mit den Excessen zu thnn. Dagegen hat er sich beim Bezirksaintmann über das un- erhörte Vorgehen der Polizei gegen völlig hannlose und unbeteiligte Leute beschwert. Und da die Polizei jetzt ohne Wahl alle einsteckt. die ihr gerade über den Weg laufen, fiel auch Genosse Marth mit so und so vielen anderen der Verhaftungswut zum Opfer. Es scheint demnach, datz die Polizei glaubt, den einen Mißgriff durch andere noch größere wettmachen zu müssen. Herr Dasbach läßt mir in der„Märkischen Volkszeitung" sagen, daß nicht er die geschmackvolle Notiz geschrieben, die ich in der vorgestrigen Nummer des„Vorwärts" abgefertigt habe. Das ist mir lieb für Herrn Dasbach; ander Verwechslung war er aber selbst schuld, denn auf dem Kreuzband um das mir übersandte Zeitriugsblatt mit dem Artikel stand sein Name, und einen: Reichstags- Abgeordneten, namentlich mit der Vergangenheit des Herrn Dasbach durfte ich doch wohl die Urheberschaft eines solchen Artikels zutrauen. Also nichts für ungut. Bedanken muß ich mich für die Bestätigung und Ergänzung meiner Angabe. Nicht blotz haben katholische Parteiführer socialdemokratische Unterstiitzung bei Stichwahlen erbeten und die Bedingungen, nuter denen sie gewährt ward, angenommen, wie M o u f a n g und so weiter, sondern auch bei Stichwahlen die katholischen Wähler aufgefordert, für Socialdemokratcn zu stimmen, wie Wasser- b» r g und so weiter. Woraus erhellt, was ich beweisen wollte, daß unsere Macht und Bündnisfähigkeit von leitenden Ceutrums- mämrern öffentlich anerkannt war, lang ehe jemand an den bayrischen „Kuhhandel" dachte.— Sonst habe ich über diesen nichts mehr zu sagen. Wen» meiner Kritik von interessierter Seite der Vorwurf der„ U e b e r Weisheit" gemacht wurde, so bin ich leider nicht in der Lage, ihn zurückzugeben. Und was den Versuch des Münchener Partei-Organs angeht, zu beweisen, daß die soeialistische Fraktion im vorigen' Landtag nicht das Zünglein der Wage gewesen sei, so ist' er viel zu künstlich, um gewichtig zu erscheinen. Das Argument trifft außer- dem nicht sowohl mich, als bayrische Landtags-Abgcorduete, die wieder- holt das gesagt haben, was ich ihnen nur nachsagte. Außerdem wird durch die gegebenen Ziffern der Hauptpunkt positiv bekräftigt: näm- lich daß die Stellung des Centrums im vorigen Landtag lauge nicht so stark war wie in dem neuen. Was der Verfasser der„Augenblicks-Kartelle gegen mich be- merkt, ist in der Notiz gegen Dasbach schön erledigt. Und nun mögen die bayrischen Landtagswahlen bis auf weiteres ruhen— wenigstens für mich. An Gelegenheit, über Kompromisse und Verwandtes zu schreiben und die Büudnisftage principiell zu behandeln, fehlt es ja nicht. 2«. Juli 1899. W. L i e b k n e ch t. Doch was sie sagen, ist erlogen, Durchs Los des Volkes widerlegt, .DaS in der Sonneuglut sein Schicksal Verdurstend und verhungernd trägt. Wenn bald das Glück mit seinen Gaben Auch des Geringsten nicht vergißt, Wenn bald das Recht mit gleicher Wage Dem Reichen und dem Annen, mitzft Wenn durch die Fenster aller Hütten Erkenntnis strahlt wie Sonnenschein: Nur dann vcnnöchten wir zu sorgen: Das Ziel ist da, jetzt haltet eint Bis dahin giebt es keine Ruhe, Bis dahin ist das Kämpfen Pflicht. Das Leben freilich es belohnet Vielleicht des Dampfes Mühe nicht? Dafür drückt uns der Tod die Augen Dereinst mit weichem Kusse zu Und senket uns an Blumeuschnüren, Auf seidnem Pfühl in Grabesruh. •• Die Republik, der echte und"gerechte Volks- un!> Freistaat war �ctöfis Ideal und Wunsch für Ungarn. Vom Volke sollte sie ge- schaffen»verde», nicht von einzelnen„großen Männern". Auch das, Ivos man nur in Ungarn erreichte, ließ er nicht gelten als das Werk einzelner: „Mögen unsere Minister noch so große Männer sein— wrd ich erkenne ihr Genie gern an— so kann ich mich doch nicht damit einverstanden erklären, daß sie allein,»vie es ihre übereifrigen Freunde verkünden, das Vaterland gerettet haben sollte». Es wäre übercms traurig,»venu Leben und Tod einer Nation von acht Mämiern abhinge I Aber selbst»venu dem so wäre, dürste man es nicht anssprcchcu, denn wenn dieser Glaube sich verbreitet und Wurzel faßt, würde er der Nation zum Verderben gereichen. Mein Glaube ist ein anderer; ich bekenne,»vas die große Revolution ver- kündete:„Im Staate giebt es nützliche Menschen, aber keine not- Ivendigen." Jedes Zeitalter schafft seine Menschen, und desto niehr, je mehr es deren braucht." Darob kam es zu»nanchem Zwist zwischen Vetöst und den Führern der Beiveguug, die vor deffen„Republik um jeden Ausland. Paris, 28. Juli.(Eig. Bericht.) Ein Börsenstreich ist gestern airläßlich der M a ß r e g e l u n g d e s G c n e r a l s d e N v g r i e r zur Ausführung gelangt. Die französische 3 proz. Staatsrente ist um 79 Ccirtimcs hcrabgeschnellt und schloß ab init 39 Ccntinreö unter Pari(99.79). Der gairz außergeivöhnliche Kurssturz ist zlvar durch die allgemeine Lage des Geldmarktes begünstigt »vorden. In den letzten sechs' Wochen ist die Reifte über- Haupt um etiva zwei Franks zurückgegangen, infolge deö großen Kapitalbedürfuiffes der Industrie, die natürlich eine viel verlockendere Kapitalanlage bildet als die mit bloß 3 Prozerrt verzinste Staatsrente. Aber der Börsenstreich der Baissicrs erscheint als eine politische Kundgebung der klerikalen Hochfinanz gegen die„Verfolgung der Armee" durch das republikanische Ministerium. Die Baissicrs be- nutzten uumittbar falsche Gerüchte über den demonstrativen Rücktritt des Mccpräsidentcn des oberen Kricgsrates, General Jamont, uird des Mitgliedes desselben Rates,' General Mervs. Uird zwar wurde» sie dabei durch die Unterlasirrng der privile- gierten Maller- Körperschaft gefördert, die es absichtlich vermieden hat, die falschen Gerüchte durch eine Anfrage bei der Regierung sofort unschädlich zu mache»:. Die General- stabS- Presse jubelt natürlich über den Börsenstreich, der be- »veisen soll, daß die Masse der kleinen Rentiers, der„kleinen Sparer" durch die Maßregelung des Generals de Negricr aufs höchste be- unruhigt sei. Die Wahrheit ist, daß die Börsenpanik das Werk der Finanzagenten der steinreichen Kongregationen(Mönchsorden) ist. Der Weihtvedel demonstriert zu Gunsten des Säbels.— Paris, 29. Juli. Der„Figaro" behauptet, die von der Re- gierung eingeleitete Untersuchung wegen des Börsenmanövers am vergaugeucn. Donnerstag habe ergeben, daß ein Mitglied der Polizeip'räsektur,»velches in der Börse Dienst hatte, Mittirheber der falschen Gerüchte gelvesen sei. Die Absetzung dieses Beamten sei bereits angeordnet. Paty de Clain wurde gestern abend auf Anordnung des Arztes aus dem Gefängnis nach den: Militärspital gebracht. Es erschemt somit fraglich, ob er als Zeuge vor dem Kriegsgericht in Rennes erscheinen»vird. LineSuay de Beanrepaire veröffentlicht im„Echo de Paris" seine„Unterstichung". Die Ergebnisse dieser Untersuchung sind in fünf Abschnitte eingeteilt: In: ersten derselben, in welchem der »vahre Charakter der Campagne besprochen ist, giebt Beanrepaire air, sieben Zeugen hätten ausgesagt, der Zivcck der Campagne sei nicht der Bcivcis für die Unschuld des DreyfuS, sondern der Sieg einer Sekte. In» ziveiten Abschnitt beschäftigt sich die Unter- suchnng mit den Jntrigucn,»vclche angestellt»vorden seien, mn einen Venirteiltcn zu rehabilitieren, von dem»nan wisse, datz er schuldig sei. Der dritte Teil handelt von dem Vorleben des Dreyfus i der vierte von den übertriebenen Anstrengungen zur Ver- teidigung des Dreyfus. Im fünften Abschnitte endlich sind Anklagen und Vermntungen»viedergegebcn, die sich auf den angeblichen Verrat des Dreyfus beziehen. Bei jeder dieser Gruppen führt Beaurepaire eine Anzahl Thatsachen an, zu denen eine Anzahl Zeugen ausgesagt hätten. Die Zeugen»vill Beaurepaire nicht nenne», ihre Namen habe er aber,»vie er angicbt, hochstehenden Persönlichkeiten anvertraut. Diese will er aber auch nicht nennen. Das Ganze ist eine Lächerlichkeit, die airs Idiotische streift. Rußland. Rußland, Serbien uird Oestreich. Aus Petersburg wird der„Intern. Korresp." geschrieben: Die Sprache der»naß- gebenden Zcituirgen gegenüber der serbischen Regierung»vird immer gereizter, und merkwürdigcriveise bringt man immer deutlichere Angriffe gegen O e st r e i ch in die Besprechung. So schreibt der„Swjct": Wir fühlen'nicht den Beruf, die duukclen' Gänge der Attcntatsgcschichte und des Belgrader Stand- gerichtcs aufzuklären; aber»vir sind genötigt, die nebenhergehenden politischen Begleitumstände scharf im Auge zu behalten. Wir»vissen, daß Milau sich dcir Anschein giebt, als �sei er ein gehorsamer Be- folger der Ratschläge, die ihm aus Wien zugehe»». Ann aber giebt es dort Leute, welche die einzige Lösung der schlvcrcn iunererr Knsis Lestrcichs in der Ablenkung nach Außen, d. h. in einer sogenannten aktiven B a l k a»» p o I i t i k erblicken. Da es' nun. fenicrhin augenscheinlich ist, daß die jetzige VcrfolgungSpolitik der Belgrader Machthaber zun: Ausbruche einer Revolution in Serbien führen»vird, so ist es nicht ausgeschlossen, daß manche Leute darin den Beginn eines allgemeinen Brandes auf der BalkanhaldUtscl erhoffen könnten. Jedenfalls»väre es sehr»vert- voll, wenn, mau das vom Grasen Golnchoivski so oft verkündete Einvernchnicu zivischen Siußland und Oestreich in allen Balkanfragen nicht nur durch Wone, sondern auch durch Thaten zn erkennen geben würde.— Russische Keiftessreiheit. Auf Befehl deS Ministers der Volks- aufklärung»virrde die j u r i st i s ch e Gesellschaft in Moskau, ei» bekannter Verein hervorragender russischer Juristen und Gelehrten ln. a. zahlreiche UiiivcrsitätSprofessorcn) geschlossen,»veil die Gesellschaft einer halbofsiziöscn Erklärung der Moskauer„Wjedomosti" zufolge, eine schädliche Nicht u n g verfolgt habe, die anläßlich ihrer Beteiligung an der P n s ch k i n f e i e r im vorigen Monat klar zuin Ausdruck gelangt sei. In einer voin Vorsitzenden der Gesell- schaft Prof. Muranzciu bei dieser Gclegeitheit verlesenen Adresse sei »Snilkch der Sieg, den hervorragende russische Persönlichkeiten über die Machenschaften»ind die Bevornuindung der Tyrannei und der Preis" offenbar nichts wissen wollten. Auch die Volksgunst crtvreS sich gegen ihn»vctterwendisch. Am 28. April schrieb Pctöfi in sein Tagebuch:„Im allgciueincn beschäftigen sich jetzt gc- »visse Verlcuinder sehr viel mit mir. Die einen verbreiten die Mär, ich»väre Ivahnsiimig geworden, die anderen, daß man mich verhaften »vollte, doch sei ich entflohen. Nicht»vahr, ihr hättet es gen», wenn den» so wäre? Ans dem Berrücktwerden»vird nichts, das kann ich auch versichern. Das könnte nur in dem Fall eintreffen, ivenn die ganze Welt ehrlich»vürde, dann Hütte ich niemand zu bekämpfen— und ich muß i»unter, bis zu meinenr Tode, Kampf und Krieg haben, und ich befehde nur die Schurken. „Was den ziveiten Punkt betrifft, so können wohl solche trüb- selige Zeiten kommen, daß man mich einsperrt, aber ihr werdet es nie höreir, daß ich entflohen sei, selbst wenn ein seit einem Jahre errichtetes Schafott mir zuwinkte.' zu ent- fliehen. Ich fürchte mich nur vor einem, nicht vor dem Kerker, vor dem Tod, vor meinein Mrit.... das ist's, was ich nicht zu verletzen wagte, dem ich blindlings gehorche— dieser ruft nie:„zurück", sondern stets:„Vorlvärts"." So ist's beivandt mit Petöfis„Verrücktheit" I Der iuteressante Lombroso sperrt ja auch ihn mit in sein Irrenhaus der Genies, in welchem freilich auch Luther und mancher andere angeblich sitzen sollen! Ge>viß kommen einem solchen Menschen, der seinen Busen in faustischem Drang„keinen Schmerzen verschließen", sondern alles, waS der ganzen Menschheit zugeteilt ist„in Freud und Leid", mit erfahren, genießen und leiden, der„ihr Wohl und Weh auf seinen Busen häufen" und so„sein eigen Selbst zu ihrem Selbst cnveitern" will,— wohl mögen einen: solchen Manne Momente, ja Stunden der Ueberreizung und Abspai»nung kommen I Und Lessings alter Galotti hat ja auch recht:„Wer über gewissen Dingen den Ver- stand nicht verliert(natürlich nur für Augenblicke die Zügel verliert) hat keinen zu verlieren l" Den Sicherheitskommissären und Sachgängern mag Petöfis Sttirm und Drang freilich oft unverständlich und»mbequem gewesen sei»:. Was Wunder, daß es in ihm kochte I Während die Führer »nit Habsburg handelten und feilschte»:, hatte er nicht nur d:e Re- publik nicht aufgegeben, sonder»: träumte bereits von einer„Schlacht ain Birkenbaum",' in der die W e l t f r e i h e i t gewonnen»Verden sollte, einer Schlacht, in der er siegend zu fallen sich als schönstes TodesloS wünschte I Routine wiederholt davongetrage»:, verherrlicht worden. Selbst einem verdienten und hervorragenden Gelehrten ist in Rußland ein noch so harinloses offenes Wort nicht gestattet I Asien. Goldwährung in Jildien. Aus London wird berichtet: Der Staatssekretär für Indien Lord Hamilton hat den Vicekönig von Indien benachrichtigt, daß die Regierung sich entschieden habe, nach den im indischen Geldberichte empfohlenen Grundsätzen zu handeln, sie habe deshalb beschlossen, die Schließung der Münzen aufrechtzuerhalten, und ordne Schritte an, datz der Sovereign zum gesetzlichen Zahlungsmittel geinacht und der Wechselcours auf 15 Ru- pien festgesetzt werde. Pavfei-Jtadjuidjfun# Polizeiliches, Gerichtliches usw. — Nachwehen von der Maifeier. Die Geiwssen Schmidt U!»d Hauff in Landsberg»varen gelegeittlich der Maifeier der Aufforderung der Beainte»:, den Wald zu verlassen, nicht nach- gekominen und hatten sich, als sie gewaltsam entfernt werden sollten. an den Bäumen festgehalten. Sie hatten sich deshalb am Montag vor der Ferien- Strafkammer wegen Widerstandes und Uebertretung des Feld- und Waldgcsetzes zu veraittworte»:. Der Staatsanwalt beantragte 3 Monate für den Widerstand und 19 M. für die Ueber- trctung,' indem er ausführte, daß derartige Ausschreitungen einzelner sich leicht auf die ganze Volksmenge übertragen und Land- sriedensbruch, ja sogar Aufruhr im Gefolge haben könnten. Der Verteidiger beantragte das niedrigste Strafmatz von 1 M., indem er unter Bciveis stellte', daß das Vorgehen der Beamten(eines Försters, eines Gendarnien und eines Polizeibeamten), namentlich am Abend, als die Ausflügler auf dem Bahnhof zu Loppolv auf den Zug »varteten, auch von Angehörigen anderer Parteien mißfällig bemerkt »vorden sei und berief sich hierbei auf das Zeugnis eines höheren Landsberger Gerichtsbeamten, der zufällig Augenzeuge jener Vor- gänge gewesen ist. Der Gerichtshof»var der Ansicht, daß es soivohl für die überlvachenden Beamten, die lediglich ihre Pflicht erfüllte»:, als auch für die Ausflügler, denen Ausnahinebeschränknngen auf- erlegt würden, schwierig sei, die Grenze innezuhalten. In Berück- sichtigung dieses Umstandes lautete das Urteil»vegen des Wider- standes auf je— eine Woche Gefängnis und wegen der Ueberttetung auf je 19 M. Geldstrafe bezlv. 2 Tage Haft. — Genosse Schulz, Redacteur der„Thüringer Tribüne" in Erfurt, der gcgenlvärtig eine neunmonatliche Gefängnisstrafe verbüßt, hat Ordre zu einer achtivöchentlichen militärischen Uebung erhalten. Bis jetzt ist aber die Entscheidung, ob Staatsanwalt oder Militärbehörde den Vorrang hat, noch nicht gefallen und ist es des- halb fraglich, ob die Strafzeit durch die Uebung unterbrochen wird. Es erscheint übrigens fraglich, ob Schulz die Uitterbrechung der Strafhaft hcrbeiivünscht, mutzte er doch in diesem Falle die Zeit ebei: nachbrummen._ Geivevkfchttftliches. Berlin und Umgegend. Zur Lohnbewegung der Steinarbeiter Berlins u»ld Bnnzlans. In de»» letzten Tagen veröffentlichen die Berliner S t e i n in e tz- I n n u n g s m e i st e r in bürgerlichen Zeitungen eine Erklärung,»vorin sie die Steininetzen von Berlin sowie die Steinnrctzen' und Steinbrecher von Bunzlau und Umgegend beschuldigen, den Streik frivoler Weise voin Zaune gebrochen und die bestehenden Vereinbarungen des Tarifs nicht gehalten zu haben. Hierzu ist zn beincrken, daß die in Bunzlau und Umgegend im allgemeinen, sotvie in Berlin in der Hauptsache in Frage komnicndcn Meister ein und dieselben sind. In Bunzlau und Umgegend besteht ein von beiden Seiten anerkannter Tarif, bis 1. März 1999 gültig. Die Meister versuchten, diesen Tarif in verschiedenen Punkten zu durchbrechen. Eine Einigung über die strittigen Punkte, von den Steinmetzen angebahnt, scheiterte an dem hartnäckigen Verhalten der Meister und»vnrde, da die Steinmetzen sich ihr Recht,»velches sie schwarz auf»veitz haben, nicht uchinen ließen, am 13. Juli die Arbeit iin Bunzlauer Distrikt niedergelegt. Da nun für die Berliner Steinmetzen dieselben Meister in Frage kommen, erklärten die Steinmetzen es als Ehrenpflicht, sich mit ihren Kollegen in Bunzlau solidarisch zu erklären und»vurde in Berlin am 24. d. M. die Arbeit niedergelegt. Den Steinmetzen Berlins kann Wortbruch erst recht nicht vorgeworfen werde»:, denn hier liegen die Dinge so: Hier trat der Tarif laut Unterschrift am 1. März 1896 in Kraft und sollte von da 2 Jahre, bis Ende Februar 1998 Gültigkeit haben. Die 1893 geführten Tarifverhandlungen haben zu keinem end- gültigen Resultat geführt, vielmehr unsere Forderungen, all- gemeiner Tagelohn, Mindcstlohn 79 Pfennig pro Stunde, ächtstiindige Arbeitszeit wurden zurückgewiesen mit der Be- gründung, die Zeiten wären zu schlecht. Auch kann von Tarif« brrich nicht die Rede sein, da die Innung, Ivelche den Tarif unter- schrieben hat, sich im Oktober 1897 auflöste� und mit der jetzt neu- gebildeten Innung überhaupt noch keinerlei schriftliche Abmachungen getroffen sind. Infolgedessen haben die Steinmetzen Berlins die im Frühjahr 1898 zurückgestellte Forderung von Neue»» aufgestellt, selbige»vnrde von den Meistern rundweg abgelehnt mit der Erklärung, im Januar 1999 mit uns darüber verhandeln zu»vollen, also zu einer Zeit, wo Das eine ward ihm zu teil, daß er seine Freiheits«, Volks- und Vaterlandsliebe mit dem Tod besiegeln durfte;— aber nicht beim Sieg der Revolution, sondern bei ihrer Erdrosselung durch Habsburg. Raizen und Kroaten im trauten Verein mit den zu Hilfe gerufenen Kosaken deS Moskowiters. Lange Zeit»var man ungelviß über Petöfis letztes Ende. Noch vor 15 Jahren etlva lief das schreckenerregende Gerücht um, er sterbe langsam in Rußlands Verbrecher-Bergwerken hin. Glücklicherweise stellle sich heraus, daß dainals nur ein schnorrender Lump mit der Lüge, Petöfi gesehen zu haben in Kara oder an einem ähnlichen Ort. wo der„weiße Zar" die Freunde der Weltfreiheit aufzuheben liebt, bessere Bettelgeschäste zu machen gedachte und auch machte. Ein Stein fiel den Freunden des Dichters und der Weltfreiheit voin Herzen, als das Schreckliche als nnlvahr erkannt»vurde. Lange»var man in Ungelvitzheit. Man»vutzte bloß, daß er in der Schlacht bei Schäßburg am 31. Juli 1849 mitfocht, und iiach ihr nicht mehr gesehen»vurde. Jede Spur fehlt seitdem. aber sorgfältige Feststellungen lassen es außer Z>veifel, daß er in jener, für die Ungarn verderblichen Schlacht den Tot gefilnden hat, und, unerkannt, mit den anderen Toten im Massengrab be- graben ivard. Es»var ihm also vergönnt, für die Freiheit seines Landes und, seinem Sinne und Willen nach, auch für die Weltfreiheit zu fallen. ein jugendlicher Achilles der Revolution, im Alter von 26 Jahren! » �« Er lebte, dichtete, känipste und starb nicht vergebens. In der Zeit unserer schäbigen und brutalen Reaktion sind ui!s Heutigen seine Lieder tröstender Balsam I Und heute wieder flattert allerlvärts in Nord und Süd, in Ost und West, das Banner der Weltfreiheit,— auch in Petöfis eigenem Vaterlande I Und er selbst ist der Unsterblichen einer, deren Bild aufgestellt ist in der Walhalla, welche die freiheitsdürsttgen Proletarier aller Länder den edlen Vorkämpfern für die Weltfreiheit in ihren Herzen eröffnet haben! » Ich schließe mit einer Maxime Petöfis, die mir so recht auf den Socialismus zu passen scheint: „Wird irgend ein Gedanke europäisch-volkstümlich, so kann man eher die Welt vernichten, als au» ihr jenen Gedanken ausrotten." Kpcrwev». durch Witterungsverhnltiiisse die Arbeiten sozusagen ruhen. Darauf tonnten sich die Arbeiter natürlich nicht einlassen und traten deshalb in den Ausstand. Die Berliner Konditorgehilfei« stehen seit einigen Wochen in einer lebhaften Bewegung zur Errichtung eines eigenen Stellennachweis es. Das Agenturunwescn hat so bedrohliche Dimensionen angenommen, und die Arbeitsnachweise der organi- sierten Arbeitgeber sind so belanglos, dag endlich einmal, wenigstens in dieser Frage, die Gehilfenschaft resp. die bestehenden Vereine, eine Einigung eingegangen sind und im vorigen Monat in stark besuchter Versammlung die Errichtung eines eigenen Nachweises beschloß. Die Antworten der Arbeitgeber auf eine diesbezügliche Eingabe lagen in einer am 27. d. M. abgehaltenen Versammlung vor. Wie von der Einsicht dieser Herren nicht anders zu erwarten, verhielten sich der Verband der selbständigen Konditoren und die beiden Bäckcrinnnngen ablehnend— nur zwei Arbeitgeber unter tausend hatten zustimmend geantwortet. Die Versammlung, welche gut besucht und ent- schlössen war, trotzdem ihr Vorhaben ausznfiihre». nahm folgende Ncsolution an: Die am 27. Juli 1899 in der Ressource tagende Konditoren- Versammlung ninnnt von dem ablehnenden Beschlüsse der Arbeitgeber- schaft betresss Errichtung eines Arbeitsnachweises Kenntnis und bedauert, daß selbst eine so bescheidene und notlvcndiqc Forderung keinerlei Entgegenkomincn findet. Die Gehilfenschaft ersieht daraus, dag sie zu derartigen Verbesserungen ihrer Arbeits- Angelegenheiten auf keinerlei� Mitwirkung der Arbeitgcbcrschaft rechnen kann und schon ans diesem Grunde auf die Einigkeit in ihren eigenen Reihen angewiesen ist. Die Versammlung h..ll den Beschluß aufrecht. daß ein eigener Arbeitsnachlveis bestehe und macht es jedem Kollegen zur Pflicht, mit allen Kräften zur schiicllsten Verlvirklichung des Unternehmens beizutragen, und beauftragt die Kommission, spätestens nach vier Wochen Bericht über ihre weitere Thätigkeit zu erstatten.° Schließlich wurde ein Regulativ für das zu errichtende Burcan angenommen. Bon, Nixdorfer Ge......'schaftskarteN sind«Ts 2. Rate 50 M. nach �mieuiavt gcimtbt, dannitcr vom Verband der Textilarbeiter Deiitschlaiids, \ ,;!„e Rwdorr, 15 M Vom Verband der Ziiiiincrcr Deiitschlands, .. ab. ilclle Rixdort, 10 M. Vom Verband der Bäcker Deutschlands, Zahlstelle o«!,'.'..SM. Weitere Beiträge niiiiiiit entgegen A. Nierich, Steimiietz- strage 00, H. II. Deutsches Reich. � Rchtnng, Lithographen nnd Steindruckcr! Vor Znzug nach ,crankreich muß geivarnt werden. In Paris sowohl wie in den Provinzen drohen größere Streiks auszubrechen. Die Ursache hierzu tU die Einführung des neuen Unfallversicherungs- Gesetzes für die Arbeiter. Die Bersichcrr..igskosten sollen von den Prinzipalen bezahlt werden, was diese nicht wollen. Die Prinzipale wollen die Ver- sichcrnngskosten auf die Arbeiter abwälzen. indem sie den Tagelohn ■ Unsere französischen Kollegen haben sich entschieden gegen jede Vertchlechtcrmig ausgesprochen. Der Vcrtranensinann. Arbeitcrsckretariat. Eine zu Fellhanimer sSchlesien) tageiide GcivcrkschaftS-Kartellsitzung beschloß, vom 1. Oktober ab ein ����lekretariat zu errichten und Herr» E. Kirchberg das Amt als Arbeiterickrctär zu übertragen. 0« mWe« ��buischc Miene machen und?lnsspnlkcn kostet . P»arr, wenn es während eines Streiks von einem Streikenden geschieht nnd ein auf der anderen Seite der Straße vor einem Bau stehender Bautechnikcr sich dadurch beleidigt fühlt! Der Maurer Wulff in Lehe wurde von deni dortigen Schöffengericht wegen Begehung des genannten angeblichen Delikts zu obiger Strafe ver- obgleich es an jedem objektiven Beweise dafür fehlte, daß Wulff den Zeugen, den Bantcchnikcr, beleidigt hat.— Braucht mau ncucö Material zur Znchthnnöporlage? In Halle sind, wie schon gcnieldet, seil Wochen die Maurer ans- ständig. Vor wenigen Tagen bemerkten mehrere Streikende zwei Polizisten in Maurcrkleidung. Die Verkleidung ivnr ziemlich geschickt nachgemacht, sogar die Kalkspritzcr fehlten nicht, und in der Seiten- laiche des Rockes steckte das eingeschlagene Frühstück; der eine trug ein Päckchen unter dem Arm. DiePolizisteu flanierten in den Morgenstunden m den Straßen umher und stellten sich in der Nähe der Neubauten auf. Zu lvelchem Zweck wohl? Die Kommission der Maurer eilte zum Polizei-Inspektor und beschwerte sich über diese Spitzelei. Dieser hat die Sache untersucht und den einen der Polizisten auch ausfindig gemacht. . Was hatten die Polizisten— Ivir Ivicderholen die Frage— in dieier Verkleidung zn schaffen. Wollten sie von den Streikposten angesprochen sein und Material für die Zuchthausvorlage er- Der Jenaer Zimmcrerstreik, der bereits acht Wochen dauert, droht zu einem allgemeinen Ausstand aller Bauhandwerker sich aus- zuwachsen. Die Maurer haben beschlossen, keinerlei Zimmcrcrarbeit von Streikbrechern zu verinanern, mit Streikbrechern überhaupt nicht zusammen zu arbeiten. Aehnlich wollen die übrigen Bauarbeiter vorgehen. Wegen Streikbergehcn wurde vom Landgericht in Dresden der Maurer Gruner zn 1l1 Wochen Gefängnis verurteilt. G. beteiligte sich in Dresden am Manrcrstrcik und war vom Streik- konntee mit der Kontrolle von Bauten beauftragt. Er kam auf einen Bau, an welchem am Eingang ein Schild augebracht ivar mit der Aufschrift, daß Unbefugten der Eintritt verboten ist. Gruner sah das Schild nicht nnd ging hinein,. wurde aber vom Polier sofort in barschem Tone tveggcwicsen. Als er nicht sofort ging, wurde er vom Polier und einem Maurer hinausgeworfen. Auf der Straße schimpfte G. in der Erregung auf den Polier. Wegen dieses Vorganges wurde G. nun wegen Hausfriedensbruch und Beleidigung zu der genannten hohen Strafe verurteilt, trotzdem er bis jetzt völlig un- bescholtcn war. Das ist schon das dritte gerichtliche Opfer des Dres- dener Maurerstreiks. Der gegenwärtige Stand dcS Leipziger Formerstreiks. Die Zahl der noch am Orte befindlichen Streikenden ist von 539 auf 450 zurückgegangen; 80 Ausständige sind abgereist. Als Arbeitswillige haben sich vier Mann gefunden. Wegen Streikpostcnstehens sind eine Anzahl Former vor die Staatsanwaltschaft geladen ivorden, obwohl kürzlich das Gericht in dem ersten Beckerschen Falle erkannte, daß das Passieren der Straße in der Nähe der Fabrik allein noch keine Verletzung der amtshauptmamischastlichen Verordnung sei. Der Mangel an Guß macht sich in den Fabriken je länger je mehr geltend. Einige Fabriken haben den Betrieb so gut ivie ganz eingestellt, andere haben die Arbeitszeit ganz bedeutend einschränken müssen. Der von auswärts kommende Guß ist fast mir solcher, der auch in ruhigen Zeiten in auswärtigen Gießereien hergestellt wurde. Immerhin läßt sich das Ende des Streiks noch niebt absehen, die Ausständigen müssen aushalten, bis daß der Starrsinn der Unternehmer gebrochen wird. In den meisten auswärtigen Betrieben werden die Leipziger Modelle zurückgewiesen. In Krimmitschau waren die Former der Gießerei von Richard Franz ausgesperrt. Die Sperre ist aber bald wieder aufgehoben ivorden. Die Finna verpflichtete sich, vor Beendigung des Leipziger Formerstreiks keine Arbeit aus dem Streikgebiet mächen zu lasten, sowie sämtliche Arbeiter wieder einzustellen. Die Arbeit ist daher wieder aufgenommen worden. Stuttgart, 29. Juli. lPrivat-Depesche des„Vorwärts".) Der Streik der Möbelarbeiter ist siegreich beendet; in der Hauötischlerei von Schuhmacher dauert der Streik fort. Ausland. Der dritte filmische Arbeiterkougrcst findet zur Zeit in Abo sti Finnland statt. H j a l in a r Branting ist als Vertreter Sch'.vcdeus anwesend. Merkwürdigerweise hat man sogar seine feier- lichc Begrüßung zugelassen, obwohl seiner Zeit z. B. General Booth Finnlands Grenzen nicht überschreiten durfte. Es passierte Branting sogar, daß Polizisten vor ihm Honncur machten! Der Kongreß soll über die Bildung einer politischen Arbeiterpartei beschließen. Außerdem aber noch etwa 50 Fragen behandelt werden, darmstcrdie„Stimmrechtsfrage, Normalarbeitstag, Löhne im Staats- und Kommunaldienst. Bildung einer Streikkasse, Organisation der arbeitenden Frauen, Arbciterwohnungsfrage, kom- nuinale Stimmrechtsfrage, Organisicrnng der kleinen Gewerbe- treibenden. Regelung der Arbeitszeit der Landarbeiter." Die Bc- ratungen beginne» morgen.___ Ans dvv �retuenbewegttttg« Arbeiterin»«» Berlins, wahret Eure Rechte. Die Besiimimmgen der Gewerbe-Ordnung zum Schutze der Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeiter, betreffend: Dauer der Arbeitszeit, Kündigung und Entlassung, Ans- st e ll un g von Z eu gniss en, S t ras g e ld e r, H y g i en ische und Schutz in aßregeln, ungesunde Arbeitsräume, Ankleide- und Waschvorrichtungen und getrennte Aborte werd-n vielfach seitens der Untenrehmer nicht b e- a eli t c t und die Rechte der Arbeiterinnen gekürzr. Nachstehende Personen sind bereit, wahrheitsgetreue Besch>v erden unentgeltlich entgegen zu nehmen und sie den zuständigen Behörden, den Fobrikinspektoren zu übermitteln. Da die Namen der Beschwerdeführer den Behörden nicht genannt, sondern streng geheim gehalten werden, so erwächst den sich beschwerenden Arbeiterinnen weder Unannchn-stch keit»och irgend welcher Nachteil. Frl. Baader, Stransbergerstr. 28, v. IV. Frau Bauschke, Rostockerstr. 47, Stfl. II. Frl. Haase, Alexandersir. 15, vorn IV. Frau Jung, Gräfcstr. 6, 2. Hof I. Frau Lutz, Puttkamerstr. 7, Keller. Jeden Mittwochabend 7—9 Uhr. Frau M e s ch, Lychenerstr. 3, linker Ausg., IV. Frau T i e tz. rechts. Frau Schneider, Mariannen-Ufer 7. Hof III. ?öchstesir. 29, I. Zeden Mittwoch Blunienstr. 03, I Frau Sprung abend 7-9 Uhr. R n d. M i l l a r g, Gewerkschastsburcan, Annenstr. 16, I. Alle Wochentage von 9—1 nnd 6—8 Uhr. „Häklcriuueu werden gesucht", liest man jetzt auffallend oft in den Arbeits», ärkten, so oft, daß es scheint, als sei dieser Beruf noch nicht„überfüllt". Thatsachlich drängen sich auch wenig Frauen nach der industriellen Häkelei, obgleich die Arbeit wohl jedem weib- lichcn Wesen geläufig ist. Der Grund dafür, liegt in der geradezu skandalösen Bezahlung der Häkelarbeit. Der Verdienst rechnet nur nach Pfennigen und selbst bei angestrengtester Arbeit kann man höchstens auf 20 bis 30 Pf. pro Tag kommen. In einer hiesigen Fabrik, die derartige Sachen vergiebt, wurden einer Arbeiterin kleine Probcsternchen für zusammengesetzte Decken übergeben. Für das Gros, also für 144 Stück der ca. 5 Centimeter im Durchmesser haltenden Sternchen bot man der betreffenden-- eine Mark. Mehr wie zwei Dutzend bringt man von den Dingern am Tage kaum fertig, muß auch hieran noch von früh bis spät „kuiebeln", da feines Garn zur Verlvendung kommt nnd hat also so den immensen Verdienst von 10 Pfennigen pro Tag. Die anderen Muster werden nicht besser bezahlt. Die Häkelei, soweit sich Arbeiterinnen dafiir finden, wird fast durch' iveg von—„Damen"— fertiggestellt. Offiziers- und Beamte»' stauen, überhaupt Frauen, die auf Geldverdienst sehen müssen, das aber nicht öffentlich lhun wollen, verderben sich Hände und Augen daran. Auch viele Kinder sind in dieser famosen Branche thätig. Der vernünftige Mensch weiß eigentlich nicht, was er mehr be- wundern soll, die Unverschämtheit der Arbeitgeber, die ihren Leuten 'olche Preise zu bieten wagen, oder die himmlische Geduld der Arbeiterinnen, die sich in dieser Weise ausbeuten lassen. Der nächste Ausflug des Frauen- uud Mädchen-BilduugS- Vereins RixdorfS findet am Sonntag, den 13. August, nach Schmargendorf, Sanssouci, statt. Abfahrt punkt 12 Uhr Bahnhof Hermannstraße. Der Vor st and. Der erste socialistische Franenkongrest i» Belgien wurde diese Woche in Charleroi abgehalten. Der Kongreß war sehr zahlreich besucht. Nach langen, inlerenanten Debatten über die Lage der Arbeiterinnen nnd der Frauen überhaupt wurden nachstehende Forderungen aufgestellt: 1. Verleihung des aktiven und passiven Wahlrechts an die Arbeiterinnen bei den Wahlen in die In- dustrie- nnd Arbcitsräte und in die gewerblichen Schiedsgerichte. 2. Ernennung von weiblichen Gewerbe- Jnspettoren, denen die Jnspeltion von Werkstätten, in denen nur Arbeiterinnen beschäftigt ind, ausschließlich vorbehält» sein soll. lGegenwärtig giebt es m Belgien nur eine Gewerbc-Jnspcktorin.) Weiter wurde nach kurzer Debatte beschlossen, daß bei Lohnlämpfen stets der Grundsatz gelten solle: Für gleiche Arbeit gleichen Lohn. Außerden wurden zahlreiche Fragen der Organisation, Agitation zc. diskutiert. Ans der Pariser Bevölkerungsstatistik. Mehr als ein Viertel der über zwanzig Jahre alten Bevölkerung von Paris ist unver- beiratct. Man heiratet meist in reiferen Jahren und die Anzahl der Scheidungen in Paris ist, verglichen mit denen der übrigen Bezirke Frankreichs, viermal so groß! Die GcburtSziffern sind besonders niedrige: im vornehmsten Viertel von Paris kommen 13 Geburten ans 1000 Einwohner, während im ärmsten 31 aus 1000 gezählt werden._ Mttkevprhnrov-Vevbiinde. Entbchrungslöhnc. Aus Bochum wird unterm 29. Juli berichtet: In der heutigen Verwaltmigsratssitzmig des„ B 0 ch u n, e r Verein für Bergbau nnd GußstahIfabrikation" wurde die Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr auf 10Pz Pr 0 z. festgesetzt. Der Bnittoüberschuß beträgt 0>/st Millionen Mark. Zn Abschreibungen werden 2 Mi l l i 0 n en. zur Zuwendung an die Baarestiftuiig und die PensionSkasse 300 000 Marl vorgeschlagen.— Die Aktiengesellschaft der Porzellänfabrik K ö n i g s z e l t(vormals Rappsilber) giebt im laufenden Etatsjahr ihren Aktionären eine Uprozentige Dividende. VevfsnnInlnttlgen. Der Centralverband der Zimmerer, Filiale Berlin, hielt am Sonntag in den Arnnnhallen seine Generalversammlung ab. Die Merteljahrs-Abrechnung ergab für den öffentlichen Fonds eine Einnahme von 4131,05 M., dazu der Bestand vom letzten Quartal in Höhe von 7120,38 M., und eine Ausgabe von 1989 M., wonach ein Bestand von 9208,43 M. verbleibt. Die Lokalkasse hat inll. des Bestandes. von 1107,82 M. eine Einnahme von 5200,97 M. und eine Aus- gäbe von 3557.31 M. zu verzeichnen. Bleibt ein Bestand von 1703,00 M. Nach dem Bericht der Revisoren, die die Abrechnung in peinlichster Ordnung besunden, legte der Kassierer Ricke rt sein Amt wegen Ucbcr- lastung nieder. Zur Neuwahl plaidierten Gruse und andere dafür, diese Kassengeschäfte mit ins Bureau zu verlegen, und K n ü p s e r als zweite Person ständig ins Bureau zu delegieren, da vom Bureau ans auch die Agitation zn betreiben ist. Es wird in diesem Sinne beschlosscii. Ku b e giebt alsdann einen kurzen Situationsbcricht über den Stand der Unterhandlungen mit den Unternehmer». Wie bekannt, wollen dieselben nicht vor dem Gewerbe- gericht, sondern direkt unterhandeln. Bis jetzt ist e« noch nicht dazu gekommen, mit der Kommission der Unternehmer zu verhandeln, angeblich weil diese mit Arbeiten, hauptsächlich durch die Kommission der Maurer veranlaßt, augenblicklich überbürdet ist. Es ist uns jedoch aufgegeben worden, eine aus 9 Personen bestchende Kommission zu stellen.'Mit den Lokalisten ist man dahingehend einig geworden, daß der Mitgliederzahl entsprechend, jene vier und die Centralisten fünf Personen wählen, dann aber umgekehrt von der einen Seite fünf, von der anderen vier Ersatzmänner gestellt werden. Die Wer- sannnlung erklärt sich hiermit einverstanden und werden zu der schon aus drei Personen bestehanden Kommission, gebildet durch K u b e, Knü pfe r und Freitag, noch Ricke rt und Schröder hinzugewählt und Tappert, Weiß, Fischer und S t e m k 0- w i tz als Ersatzmänner aufgestellt. Nachdem mehrere kleinere be- rufliche Angelegenheiten geordnet, schließt der Vorsitzende mir einem Hoch ans den Centraiverband der Zimmerer Deutschlands die Ver- sammlnng. In der Mitgliederbersauunlung des Verbandes der Tapezierer, Filiale„Süd", sprach Paul Jahn über das Thema „Stirner: Ter Einzige und sein Eigentum". Die Anwesenden folgten dein Vortrage mit großem Interesse. Nach kurzer Diskussion be- richtete L. Schmidt über die auf einem Neubau in Wilmersdorf entstandenen Differenzen. Das Vorgehen der in Frage stehenden Kollegen sei insofern zu verurteilen, als diese sich nicht veranlaßt sahen, der Agitationsiommission von ihren miserablen Akkordpreisen, sowie ihrem Vorgehen, das schließlich mit einer Arbeitseinstellung endete, Mitteilung zu machen, und so ein planmäßiges Vorgehen gegen de» Unternehmer selbst v-rcitcltcn. Von allen weiteren Rednern wurde die Interesselosigkeit der Bcrufsangchvrigcn verurteilt. Obgleich die sociale Lage der Tapezierer eine äußerst mißliche sei, könnten viele von ihnen' den Künstlerdünkel doch nicht aufgeben. Holzmann forderte die Anwesenden auf, die Ausgesperrten in Dänemark durch materielle Opfer zu unterstützen, damit eine eventl. Niederlage der Ausgesperrten unmöglich werde, eine solche würde auch die Unter- nehmer in anderen Ländern zu brutaler Willkür gegen die Arbeiter anreizen. Die TaP'"'"rcr(Nord) hielten in voriger Woche ihre Quartals- Versammlung av. Nach einem Vortrag Sasseubachs über den Gcwcrkschastskongretz gab der Vorsitzende seinen Bericht. Es fanden im letzten Quartal fünf Mitglieder- und eine kombinierte Ver- sammlnng statt. Die Mitgliederzahl betrug in den Versammlungen durchschnittlich 51 Personen. Die Entnahme von Büchern � der Bibliothek betrug 75 Bände. Darauf gab der Kassierer den Kassenbericht. Demnach waren Eiimahmen vorn Quartal 355,40 M., ab die Hälfte nach Hamburg— 177,70 M. Ausgaben 118,30 M. Es bleibt ein Bestand von 335,08 M. vorn vorigen Quartal. Einnahme vom Arbeitsnachweis 7,50 M. Die ortliche Einnahme 177.70 M. Summa 520,83 M.. ab die Ausgaben 118.30 M.. 402.58 M. ab 3 Proz. Manko des Kassierers— 5,33 M. bleibt Bestand 397,25 M. Deni Kassierer wird Dccharge erteilt. Unter Verschiedenem icilt P ö n n i ck e mit, daß es Pflicht eines jeden Kollegen wäre, zwei Streikmarken a 30 Pf. zu kleben. Fncdrichöfelde. Uebc? da» Ergebnis des Tuberkulose- Kongresses referierte am 20. Juli im hiesigen socialdemokratischen Wahlverein Dr. Wetzl. Auf die Verhandlungen dieses Kongresses näher eingehend, zeigte Redner an der Hand eines reichen Materials, daß vorzugsweise in den unteren Volksschichten die Lungcnschwind- sucht grassiert, und diese Krankheitserscheinung daher mit Recht als„Proletarierkrankheit" bezeichnet»verde. Die über- »näßige Ausbeutung der arbeitenden Klassen, noch dazu in Ärbeitsränmcn, in denen oft jede Fürsorge auf hygicni- schcm Gebiete fehlt; die mangelhafte Ernährungslveise sowie die primitiven Wohnverhältnisse der unteren Stände lassen dies Elend begreiflich cricheinen. Durch Hebung der socialen Lage der Arbeiter, ferner durch strenge Untersuchung der Lebens- wie Ge- branchsmittel, könne dieser mörderischen Krankheit»venigstens zum Teil Einhalt gethan werden. Der Mangel an Lungen- Heilstätten mache sich bedenklich fühlbar; es sei nichts Seltenes, daß Aufnahme« suchende 18—20 Wochen»varten müssen, ehe sie in einer Heilstätte Ulster- schlupf finden nnd dann die Anstalt vorzeitig verlassen müssen. Es sei festgestellt, daß durch diesen Uebelstand rund 40 Proz. der Kranken die Heilanstalt am Grabowsee aufgeben, ohne auch nur einiger- maßen hergestellt zu sein. Auf diesem Gebiete bleibt somit noch viel zu thun übrig; anstatt ungeheure Summen für den Militarismus zu verwenden, sollte man für arnre Lungenkranke, deren es in Berlin allein annähernd 50 000 giebt, Heilstätten errichten. Redner verurteilt ferner das Verhalten der Arbeitervertreter anläßlich des Tuberkulose- Kongresses aufs schärfste und meint, diese hätten besser gethan, den Mund an der richtigen� Stelle anfzuthnn, als in Frack und weißer Binde zum.Kuchenessen" inS Reichskanzler-Palais zu gehen. Der Vortrag ivurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen. In der Diskussion, die sich recht umfangreich gestaltete, tritisierten zwei Redner in scharfer Weise die Verhältnisse am Grabowsee. Nach Erledigung einiger Vereinsangelcgenheiten machte der Vorsitzende noch auf die bekannten Vorgänge in der Pichelsdorfer Brauerei aufmerksam. Köpenick. Am Montag, den 24. d. M. tagte hier im Lokale von Scheer eine öffentliche VoUsversammlung als Einleitung der Agitation für die künftigen Stadtverordneten-Wahlen. Der Referent Genosse Wagner fand für seinen Vortrag über:„Das elendeste aller Wahlsysteme" reichen Beifall. In der Diskusston wurde be« sonders die Handhabung des Schul-, Steuer- und Armenwesens vom Genossen Richer kritisiert. Ein anderer Redner kennzeichnete das Verhalten des„Köpenicker Dampfboots" bei den letzten Stadt» verordneten-Wahlen und die Vorkommnisse bei derselben. Uehke Msthvichken und Depeschen« Kiel, 29. Juli.(W.T.B.) Die Leichen der drei ertrunkenen Matrosen wurden geborgen und nach dem Friedrichsorter Lazarelh geschafft. Frankfurt a. M.. 29. Juli.(B. H.) Die„Frankfutter Ztg." meldet aus dem Haag: Die Friedenskonferenz ist h e n t e n a ch« mittag geschlossen worden. Kurz vor 3 Uhr erschien Präsident v. Staat auf seinem Platz und ergriff das Wort. Seine Rede klang zuerst wie ein Murmeln und wurde dann deutlicher, ohne jedoch ini einzelnen auf der Höhe verständlich zn sein. Es handelte sich anscheinend um eine Aufzählung des von der Konferenz Geleisteten. In der Mitte und_ am Schlufie wurde dem Redner lebhafter Beifall zu teil. Dann sprach Graf Mmislcr als Senior der Versammlung den beiden Präsidenten den Dank der Versammlung ans nnd dankte Namen» derselben auch der holländischen Negierung für die gewährte Gastlichkeit. Die hierauf folgende Rede vom Minister Bcanfott llang in dem Satz aus, da? die Konferenz einen Anfang, aber kein Ende bedeute. Kurz nach V24 Uhr erklärte der Präsident die Friedenskonferenz für geschlosten, Ivorauf die Dclegietten sich zu ihren aus dem Hofe bereitstehenden Wagen begaben. ' Frankfurt a./M.W�>MWW>>WMW>>>WWWW>vcr«>. lief. Nachdem der Vorsitzende die Versammlung geschloffen'hatte, cutferiiten sich die Abgeordneten der Polizei und eine größere Au- zahl der Teilnehmer. Als sich dann jedoch der eine Be- amte nochmals nach dem Saal begab, hörte er, wie ein gewisser Noezka den noch Anwesenden nahelegte, auch ja bei der bevorstehenden Laudtagswahl auf dem Posten sein, da jede Stimme gebraucht würde. R. erhielt demnächst eine Anklage, weil er als Redner i» einer polizeilich nicht angemeldeten öffentlichen Versammlung aufgetreten sei. in der öffeu'rliche Angelegenheiten erörtert werden sollten. Hierdurch sollte R. den 8 12 des Vercinsgcsetzes verlebt haben. Der Angeklagte machte dagegen geltend, daß er jene Aufforderung zur Wahlbeteiligung nur an wenige Personen, die gerade vor ihm standen, ge richtet habe. Das Schöffengericht sprach ihn denn auch ftei, das Landgericht verurteilte ihn aber dann zu einer Geldstrafe von 60 M.. indem es betonte, daß es sich hier um eine neue Ver- sammlung handele, die nach dem Schluß der vorher stattgehabten. ordnungsmäßig angemeldeten Versammlung begonnen habe. Viele Versammlungsbesucher wären zwar nicht niehr da gewesen, indessen habe es sich auch nicht um eine allzu klein bemessene Menschen- fKnftskaiiiiuer— Noiierimgsstelle— und umgerechnet vom Polizelprästdiuw für den Doppel-Cemiier. t) Lleiiihaiidelspreiie. Produkten markt vom 29. Juli. Da daS die Ernte- Arbeite» begünstigende trockene Weiter einem anscheinend dauernden Regen gewichen ist, uud überdies auö dem Julande nicht befriedigende Meldungen über dt» Roggendnilchrefultaie vorliegen, so nahm Wetteide am heutigen Frühmarkt einen Anlauf zu einer kräftigen Erholung. Weizen und Roggen wurden bis 2 M. bester bezahlt, wobei auch die gestrigen Schlustmeidungen aus New Nork und Chicago in Bettacht kamen. Hafer zog 1>/z M. an. Rüböl lag still, ft» Preise unverändert. Am Spirituömartt war Locoware auf starkes Angebot um 0,10 M. gedrückt, während Termine fest lagt». 43 000 Liter 70er wurden mit 42,90 gehandelt. Kartoffelfabrikate. Feuchte Kartoffelstärke per 100»g. brutt» inkl. Sack— ,— M Prima trockene Kattoffelftärke per 100 Lg. brutto inkl. Sack und Mehl 19,40 M. Supra trockene Lartoffelstärte per 100 Kg. -,— SR, Kartoffelmehl per 100«g. brutto— M. Prima Kartoffelmehl per 100 Lg. 19,40 M. Eicrbericht. Normale Eier je nach Qualität 2,45-2,9» SR. pt» Schock. Aussortierte kleine Ware je nach Qualität von 2,10-2,15 M. pe» Schock,«alieier je nach Qualität von— ,— M. per Schock. Tendenz: still. Städtischer Schlachtviehmarkt. Es standen zum Berkauf: 3144 Rinder, 1375 Kälber, 16 271 Schafe. 7151 Schweine. Bezahlt für 100 Pfund Schlachtgewicht: Rinder: Ochsen:«.) vollflestchige, ausgemästete, hocksten Schlachtwertes, höchstens 7 Jahre alt 62—67, b) junge fleischige, nicht aus» gemästete und alter« ausgemästete 57—62, c) mäbig genährte junge und gut genährte ältere 53—56, ,1) gering genährte jeden AlttrS 48— S2.-» Bullen: a) vollfleischige höchsten SchlachtwerteS 58—63, b) mäßig genährt» jüngere und gut genährte ältere 54— 57, c) gering genährte 48— 52.— Färse» uud Lühe: a) vollfleijchiae ausgemästete Färsen höchsten SchlachtwerteS—, b) vollflcischlge ausgemästete Luhe höchsten SchlachtwerteS bis zu 7 Jahre» 55-56, c) ältere ausgemästete Kühe und weniger gut entwickelte jünger« Kühe und Fürten 52-53, dl mäßtg genährte Kühe und Färsen 48-52, e) gering genährte Kühe und Färscil 45-47.- Kälber: a) fernste Mast-(Bollmilch- maft) und beste Saugkälber 68—71, b) mittlere Mast- und gute Saugkälber 62— 66, c) geringe Saugkälber 57-61, d) ältere, gering genährte(Fresser) 45—50.— Schafe: a) Mastlömnier und jüngere Masthammel 63— 65, b) ältere Masthammel 58- 62, e) mäßig genährte Hammel uud Schafe(Merz- schase 50—55, d) Holflein« Niedecungsichafe(Lebendgewicht)—.— Schweine: a) vollfleischige, der feineren Raffen uud deren Kreuzungen, im Alter bis zu 1'/« Jahren 48, b) Käs« c) fleischige 46-47, d) gering entwickelte 44—45, e) Sauen 40—42.— Verlauf und Tendenz: Das Rindergeschäst wickelte stch ziemlich glatt ab, es wird ziemlich ausverkauft. Der Kälberhändel gestaltete stch ruhig. Be» den Schaseu wurde Schlacht- wäre gcräuuit, Mag«vieb hinterläßt voraussichtlich auch keinen Neberstand. Der Schweineuiartt verlief ruhig und wird voraussichtlich gnäumt. Schwere und fette Ware erzielte nicht die höchsten Preise. Weiter-Prognose für Sonntag, den SO. Juli 1899. .,. Ein wenig wärmer, zeitweise aufklarend, vorwiegend noch trüb« mit leichten Regeusalleu und mäßige» westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. menge sameu gehandelt, die hier noch örtlich zu dem gemein- Zweck vereinigt gewesen sei, die polnischen Be- sirebungen zu fördern. Uud die Aufforderung zur Wahlbeteiligung sei eine Erörterung öffentlicher Angelegenheiten. Ferner sei anzu- nehmen, daß die Absicht, solche Angelegenheiten zu erörtern, von vornherein bestanden habe. Das Kammergericht verwarf die gegen dieses Urteil eingelegte Revision als unbegründet und führte aus. daß der Vorderrrchter den Begriff der Versammlung nicht verkannt habe und daß auch die§§ 1 und 12 des BereinS- gesetzes richtig angewendet worden seien. TaS Reichsgericht hat die Revision des Grafen KlauS von! und zu E g I o f s st e i n gegen das Erkenntnis des Landgerichts I Berlin I vom 17. April d. I., daS ihn wegen Betrüge« zu neun Monaten Gefängnis verurteilte, teilweise aufgehoben. I tveil der Thatbestand in einem Betrugsfalle_ nicht festgestellt sei. Ein Freispruch erfolgte nicht, weil möglicherweise Beihilfe zur Unter- schlagung angenommen werden könne. In diesem Umfange wurde! die Sache an die Instanz zurückverwiesen. Im übrigen wurde die! Revision des Angeklagten und der Mitangeklagten Schachtel und Dietel verworfen. Da�oa-�uaelxe. Am 26. Juli starb nach langem Leiden unser Kollege Fritz Schirmer. Die Beerdigung findet Sonntag, den 30. Juli, nachmittags 4 Uhr, von der Eharits aus statt._ 2240LI Verband der Buchbinder ze. Den Mitgliedern hiermit zur Nach- rühr, daß unser Kollege, der Prester Kurl Dnnker am Freitagabend verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Diens- tagnachmittag 2 Uhr vom städtisch«» Krankenhause in Moabit aus statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet 24/20 Die Ortsverwaltung. DnnIcUsgu.ig. yüt all« Zeichen der Liebe und Teilnahme, sowie für die zahlreichen Kranzspenden, welche mir beim Tode und der Beerdigung meines geliebten Mannes zugegangen sind, danke ich hiermit von Herzen. lS98b Erneftine Hinze, geb. kochinski. Danksagung. Für die zahlreichen Beweise auf- richtiger Teilnahme und die reichen Kranzspenden bei der Beeidigung meines unvergeßlichen Mannes uud unseres lieben Vaters, des Gürtler? Oaliai» Winter sagen wir den Kollegen und Kolleginnen der Finna I. Hirschhorn und dem deutschen Metallarietterverband unser» wärmsten Dank. 161öb Franziska Winter nebst Kind« O$«ImRis OüitRiahn-Park. K O Montag, den 31. Juli, nachmittags 4 Uhr: Grosses Kinder-Fest, arrangiert von den Parteigenossen des 4. Wahlkreises(Ost). Grosses Konzert und Speclalitttten-Vorstellnng-. Kinderbelnstignngcn aller Art. Jedes Kind erhält am Eingang eine Stooklateme nebst ein Biilet zur Schaukel gratis. Die Kaffeeküche Vit für die geehrten Damen von 3 Uhr ab geöffnet.'WQ SV Nachher; T A X Z. 215/10 Eintritt 20 Pf. Kinder frei._ Pas Komitee. Achtung! MAURER. Achtung! littiMi kn z. iagujt, otwite 8 W, in Kellers Feslsälen,«Wfnftnilf 29: Orosse Versammlung1 der Mitglieder der Zahlftelltit Berlitts ttnh kt Umegenh iies CeMl-MMS dtttWer Maurer. Tnges-Ordnung: 1. Vortrag des Genossen A. HolTmann über: w3l«f was wir stolz stird.* 2. Die Anssverrung in Däiieiuark. 3. Abrechnung vom Streik und Rechnungslegung des Kassierers vom zweiten Quartal. 4. Gewerkschaftliches. 137/i _ Guten Besuch erwartet_ Die Verbandsleitnng. Deutscher Holzarbeiter-Verband. Achtung. Bautischler! Mittwoch, den 2. August er., abends 8v« Uhr, bei Cohn, Beuthstraße 20/22; Utttmensulänuer-Vtrsamultullg. Kollege» der Baubranche, sorget dafür, daß jede Werk- statt vertreten ist. Gleichzeitig werden die Vertrauensmänner ersucht, in Gemeinschaft mit ihren Wcrkstatt-Kollegen die bis- her in ihrer Werkstatt gezahlten Preise zusammenzustellen und die nach ihrer Ansicht zu fordernden erhöhten Preise da- neben zn sehen. Diese Tarife find zu der Mittwoch-Bersamm- lung mitzubringen. Osten n. Nordosten. Bezirks- Vertrauensmänner- Versammlung bei Hann, Ttrausbergerstrahe Nr. 3. Tages-Ordnung; 1. Bericht der Obmänner. 2. Werkstatt- Angelegenheiten. 3. Verschiedeues. iW Jede Werkstatt des Bezirks muß vertteten sein.-MG Branche der Musikinstrumenten Arbeiter. NM" Mittwoch, den S. Zlugust. abends SV- Uhr,-MW bei Znbell, Liudenstraste 106. TageS-Orduung: 1. Vortrag. 2. Branchen-Angelegenhelten und Verschiedenes. Kollege«. eS ist Eure Pflicht, dasj jede Werkstatt vertreten ist. DM" Die Versammlung wird pünktlich eröffnet.-MW UK/3s_______ Die Ortsvcrwaltung. Achtung. MMWutr! Montag, de« 31. Juli er., abend? Hl/t Uhr. in„Rehlltz Fest- ■Kien", Jnvalidenstr. 84(nahe dem Lehrter Bahnhof): OoßtoiltllCllS Stembildhaner- Versammlung. Tages-Ordnung: Stellungnahme zum Steinarbeiterstreik. Verschiedenes. s20/17 Um zahlreiches Erscheinen bittet Pei» Vertranewsmawn. ! Putzer. Achtung! Dienstag, den 1. August, abends«>/- Uhr, in Oobn» Fest- stllen. Beuthftrafte 20: 133/20 Große öffentliche Versammlung der Putzer Kerlin» und Umgegend. Tages-Ordnung: 1. Resultat von den Verhandlungen mit den Arbeitgebern über unsere eingereichten Forderungen. 2. Halbjähriger SltuationS- und Kassenbericht. Tie Kollegen werden ersucht, zu dieser Beriammlung recht zahlreich zu erscheinen._ Pletjohnkomiulsslon. Mtm«! Stuccateure. amtmig! Montag, den 31. Jnli, abends 8 Uhr: (ft essen kl. Veesevmtnluztg bei Buske, Grenadierstraste 33. Tages-Ordnung: 1. Bericht deS Vertrauensmannes und der Revisoren. 2. Neuwahl des Vertrauensmannes, der Revisoren und der Lohnkommissio». 3. Verschiedenes. 173/18 Zahlreichen Besuch erwartet Der Vertrauensmann. AJltiiiKi! Tapezierer. »tag, den 1. August er., abends Vi» Uhr: Achtmig! Dienstag............................ Kombinierte Versammlung der Filialen Berlins Nttd der Charlotteuburgs In„Colins Fcstsälen'% Beuthitrasse 20/21, I Tr. ._.... Tages- Ordnung: I. Bericht der Agitationstommission. 2. Bericht der Arbeitsnachweis- kommnsion. 3. Verschiedenes. sl77/20 Kollegen! Da äußerst wichtige Anträge vorliegen, agitiert in den Werk- siätten für recht zahlreichen und pünktlichen Besuch der Versammlung._ Achtung, Fliesenleger! Dienstag, deu 1. August 189». abendS 8-/- Uhr. im Engllachen Garten, Alepa, iderftr. 37«: Oeflfentliche Versauimlnng. TageS-Ordnung: 1. Abrechnung des Vertrauensmannes vom ersten Halbjahr. 2. Bericht des Delegierten zur Gewerkschaftskommission. 3. Diskussion u. Verschiedenes Bitte die Sollegen, recht zahlreich zu erscheinen. bS/7 ._ Der Vertranensmann. Graveure und Ciseleure! Dienstag, den 1. August, abends 8V2 Uhr findet im„Dresdner(Karten" Dresdenerstr. 45, eine kMl-Versammlung statt. Tages-Ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag des Herrn Dr. Friedeberg über„Lungenheilstätten". 3. Verschiedenes. Ilm zahlreichen Besuch bittet 74/14 Der Vorstand. Alt-Moabit 80-81. SV Täglich:-MS Konzert u. Specialitäten- Vorstellung. 15816 Entree 15 Ps., wofür ein Glas Bier verabreicht wird. Hcluiuth Peters. . Freunden und Bekannten l mein Weiß- u. Bayrisch Bierlokal. Relnbol«! 8treit, Kirchstr. 22, fnih.Naminiistr. 80. 3256�* Kinderwagen, 0, 8,Gummiräd.l2M., vernickelt 1 5»eoD!k. Kinderbettstell, von 8 Ml., Kinderklapp- stühle, Sport- und Puppenwagen, btll. Preise, nur* Prinzcustr. 55, Ecke Dresdenerstr. Gast. Clake. 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Verschiedenes.— Aufnahme neuer Mitglieder. 71/5 Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Dl« OrtsTerwaltnng, Ciuarrenfabrik- Lauer J. Sohn, Feudenheim(Baden) _ Berti», Neue Köuigstr. 55/5«, Telephon. 8. Hand, General- Vertreter Süddeutscher(kigarren- sabriken, richtet in Berlin».Umgegend Eigarrengeschäste pens. Beamten, auch Kommissionslager, ein. Schon be- stehenden Eigarrenhändlent liefere ich erstklassige Fabrikate zu eoulanten Zahlungsbedingungen: nachweislich circa 200 Berliner Ctgarrengeschnftei von mir eingeführt. 2107L« Fabrik> Lager Kinderwagen und Kindermllbel Sportwagen. Billigst» preise, da kein Laden- geschäft.' A.v. Langhelm 0ranlen(tr.64,$f. Centraiverein deutscher Böttcher Filiale Berlin. Montag, den 31. Juli 1899, abends 8� Uhr, bei Wilke, Andrea sstr. 26: Vereins- Versamm lung. TageL-Ordnu n g: 1. Abrechnung vom 2. Quartal. 2. Der Boykott über die Brauerei Pichelsdorf und die damit verbundene Lohnreduzierung sowie Ver- längeruug der Arbeitszeit der Böttcher. 3. Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, in dieser wichtigen Beriammlung zu erscheinen. Der 1. Bevollmächtigte: ludvlg Klapschus. Achtung! Kistenmacher. Achtung! Montag, den 31. Juli 1800, abends 8V2 Uhr, in den Armli»- hallen, Äommandanienstrafte SO: NZenerFl-Detsktttttttlung. Tages-Ordnung: 1. Abrechnung voni letzten Quartal. 2. Neuwahl der Lohn- und Agitationskoniinissiou. 3. Ist es möglich, einen einheitlichen Tarif zu schaffen? 4. Vereinsangelegenheiten.__ 95/4 mtgliedsbach le ist notwendig. legitimiert. Das Erschei Der Vorstand. einen sämt- Bautischler Charlotteuburgs. Montag, den 31. Juli, abends 8V2 Uhr: ©eflcttli. Vertsmtnlttng bei Lieder, Bismarctstrafte Nr. 74. Tages-Ordnung: 1. Die nächsten Aufgaben der Bautischler. 2. Diskussion. 3. Berschiedenes.' sl08/2 Zahlreichen Besuch epwartet_ Der Einberafer._ Welt-Etablissement Schloss Weissensee. Sonntag, den 30. Jnli 1899: Gl*. Elite-Konzert, Direktion; Rndolf Tietz. Im bal champetre: Großer Fotstbsll. Zm See-Theater: Ersthtassige Specialttliten. Bei eintretender Dunkelheit aus dem See: Großes römisches Brillant- Feuerwerk des Pyrotechnikers Albers. Volts- und Kinderdeluftigungcn, Dampfer- und Bootfahrten. Die grofte Kasfeekuche ist von S Uhr au geöffnet.-MK Anfang 4 Uhr. Badolk Seheah. Telephon 95. Anfang 4 Uhr. Vereinen und Gesellschaften empfehle mein Etablissement zu Sommer- festen und Ausflügen unter koulantesten Bedingungen. 1552b Passe-partouts haben Gültigkeit. Central-Verband der Zimmerer Deutschlands.(Zahlstelle Berlin.) Sonnabend, den 12. August 1899: 16. Slstungs-Fest in t-ouns Kellers Festsälen, Koppenstr. 29 Konzert, Theater, Gesang, unter Mitwirkung der Theater-Gesellschaft Str-elevlen und des Gesangvereins„Froh Hoffnung".[255/1 Die Musik wird von dem„Aieaea Berliner Konzert- Orchester" unter Leitung des Dirigenten Herrn Tietz ausgeführt. Um 1 Uhr: Kasseepanse. Während derselben: Festrede. Während des Konzers im oberen Saale: Tanz. Nach dem t n �...» a*skaa ne.r. B» z�aa Herren, die daran teil Konzert:■*- M'HZJAl. IlHiBCJltJIl. nehmen, zahlen 30 Pf Anfang 8 Uhr. Garderobe 15 Pf. Entree 30 Pf. Billets sind in allen Bezirks-Zahlstellen, bei folgenden Komiteemit gliedern: Rich. Schröder, Tilsiterstr. 78; Karl Schütz. Forsterstr. 44; August Wirth, Zossenerstr. 43; F. Schulz, Gleditschstr. 28; Emil Reimann, Stephan- straße 3»; Hermann Sopard, Kleine Hamburgerstr. 10/11; Gustav Baumgart, Burgsdorfstr. 6; Alb. Flügge, Schliemannstr. 40; Wilh. Lenz, Georgenkirchi straße 50; Alb. Wrubbel, Strahmannstr. 18- Fr. Olrich, Gräfestr. 78 Max Züleke, Weidenweg 71, und ii» Bureau, Stralauerstr. 48, zu haben. Centralverband der Maurer Deutschlands ZaWelle I(Patzer). Unser diesjähriges Stiftungs-Fest findet statt am Sonnabend, deu 5. August er., Am Köuigs-Thor. Da von feiten des BergnügungstomiteeS a l l c S aufgeboten, so daß ein jeder Besucher von dem Arrangement befriedigt sein wird, ersuchen wir um zahlreichen Besuch aller Kollegen und Freunde.[134/15 NB. Das Bureau Rosenthalerstr. 57 wird an diesem Tage um 0 Uhr geschlossen. I. A.: Die«rtiiehe Yerwaitnng. Jägerhaus Schönhauser Allee No. 103. Neu reuoo. Garte»(0000 Personen fastend) mit neugebautcr Bühne für Vereine. Großer Tanzsaal. 201 IL* GrOMMte VolkMbelaatigungen in ganz Berlin. Kaffeeküche von 2 Uhr au geöffnet._ Achtung! Pankow. Achtung! Gasthof zum Nordstern, Vollankstrasse No. 113. Haltestelle der elektrischen Bahn. 2205L' Jeden Sonntag: Groxtier Ball, starkes Orchester. Schattiger Garten. 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Wer unser politisch-litteransches Leben kennt, für den stand es. als vor ungefähr Jahresfrist Bernstein seine Kritik der Marxichen Entwickelungstheorie in der„Neuen Zeit" begann, sofort fest, daß diese Artikel den Gegnern einen willkommenen Anlaß bieten wurden, ihre alten Argumentationen gegen den Marxismus wieder hervorziyuchen und sie. um die bei Bernstein gefundenen Deduktionen veimehrt, von neuem auf den Büchennarkt zu werfen. Daran hat Qlu�.wcht gefehlt. C'tf'ch nach dem Erscheinen der Bern- stcinschen Aufsätze brach in der gegnerischen Presse die Verkündigung des nahenden Endes des Marxismus los. und seit dieser ersten Artikelserie die bekannte Schrift Bernsteins über die„Voraus- sctziuigcn des Socialisnius" und Kautskys Antikritik gefolgt ist. will der mit dem ganzen Aufgebot deutscher Gelehrtengründlichkeit ae fiihrte Nachweis, daß eigentlich die Nmrxsche Lehre nur noch ein Scheludaiein führe, gar kein Ende nehmen. Zu den bürgerlichen Autoren, die sich gleich von Anfang an mit Eiser auf die Ausnutzung der durch Bernsteins Kritik gebotenen Ge- Icgcnheit geworfen haben, gehören die Verfasser der oben genannten . Prostssor Masarhk hat schon im vorigen Jahr eine Abhandlung über die Krise im Marxismus geschrieben, in der er neben Benistein specicll meine Wenigkeit als Zeugen dafür auf marschieren läßt, daß der Maxismus sich überlebt habe, und Herr Weisengrun hat das selige Ende des Marxismus in der Harden- .Zukunft" bewiesen. Nun sind beide mit weiteren Streit schnften herausgerückt. Herr Masarhk sogar gleich mit einem Band von 600 Seiten Groß-Oktav. Und leider sollen auch diese Leistungen nicht die letzten sein. Weiscngrun verspricht, deninnchst noch eine größere Schrift folgen zu lassen, und Masarhk, der immer gleich ins Große geht, will gar, wenn er„den Mut dazu findet" dem vorliegenden Buch noch zwei weitere nachsenden. Weiscngrün behandelt in der vorliegenden Broschüre nicht den ganzen Marxismus; er schränkt seine Darlegung auf die von Marx behaupteten„immanenten Entwicklungsgesetze der kapitalistischen Gesellschaftsordnung" ein. Dieser Teil sei zugleich der wichtigste am Marxismus, denn dieser bestände eigentlich aus einer Synthese von Revolution und Evolution. Nach Weisengrün setzt sich dieser auf die Entwickeluna der heutigen kapitalistischen Gesellschaft bezüg nche Teil der Marxschen Lehre aus vier STheorien zusammen: der Theorie von der Betriebskonzentration, von der zunehmenden Anarchie der kapitallstychen Produktionsweise, von der Konzentration lAccumulation) des Kapitals und ans der Katastrophentheorie. Eine gewisse Konzentration der Betriebe giebt der Verfasser zu, wenn auch nur für die Industrie, nicht für die Landwirtschaft? dagegen wäre me Lehre von der Konzentration des Kapitals und von der zunehmenden Produktionsanarchie gänzlich falsch, wie unsere Entwicklung bewiese.„Wo sind die Thatsachcn", ftagt er S. 21,„welche für eine einseitige Weitcrgcstaliung der Dinge nn Sinne der Expropriation der Expropriateure sprechen würden? Im Gegenteil, wir sehen überall deutliche Anzeichen und Symptome für ein Festhalten, Festsetzen, für absehbare Zeit Befestigen aller seiner Positionen durch den modernen Kapitalismus." Zum Beweise hierfür verweist Weisengrün auf die Entstehung neuer Absatz- markte, die Ausdehnung der Kolonialpolitik und des Imperialismus, die Organisation der Produktion durch Kartelle und Trusts. Vornehmlich die letzteren sind berufen, den von Marx angenommenen gnarchischcn Tendenzen der kapitalistischen Produktion zu wehren, „Sie bilden die neue Gesetzgebung, die sich die vernünftigen, sich ans sich selbst besinnenden Kapitalisten zu geben beginnen". _ Die Broschüre ist eine jener Eintagsschriften, die lediglich mit wissenschaftlich unzulässigen Verallgemeinerungen der wirtschaftlichen Erscheinungen der letzten Jahre operiert. Dagegen ist Masarhks Buch ein echt professoral-ft'efgründigcs C'n Gemengsei aller möglichen philosophischen Lehren und Iritischen Ansatz?! In dem Bestreben, gleich ganze Arbeit zu vcr- richten, unterscheidet er nicht erst zwischen Wesentlichem und Bei- läufigem, zwischen den zur Marxschen Entwickelungslehre gehörenden Grundauffassungcn und gelegentlichen polemischen Äeußerungen. Die Marxsche Werttheorie, wie Engels' Witz über die Langweiligkeit der kleinbürgerlichen protestantischen Ehen, Marx' Ausspruch über Calvin, wie Engels' Ansichten über die Blutvcrwandtschafs- Familie und das irokcsische Matriarchat: alles wird als zum Marxismus gehörend betrachtet, sorgfältig unter ein philosophisches Stich- wort der Kollektion eingereiht und dann schulgerccht kritisiert, wobei eS Herrn Masarhk keineslvegs daranf an- kommt, die Begriffe auseinanderzuhalten. Die Hauptsache ist nur, daß jedes in eine Rubrik kommt, Ist scharfe Erfassung der Grundgedanken einer Lehre, Scheidung des Zufälligen von Principiellen, das erste Erfordernis einer wissenschaftlichen Kritik, dann gebürt Masarhk die Note 5. Thatsächlich ist denn auch meist das, was unser verehrter Kritiker als Marxsche Auffassung präsentiert gar nicht die Marx-Engelssche Theorie, sonderii irgend ein aus Marx herausgezogenes, von Masarhk unter dem Einfluß seiner Jdeend'cstillation verändertes Ge- dauken-Prnparat.-_ Gerade dieses bunte Durcheinandcrmischen aller möglichen philosophischen Anschauungen scheint jedoch, nach den Rezensionen einiger bürgerlichen Blätter zu urteilen, Herrn Masarhk de» Ruf eines besonders geschulten philosophischen Kopfes verschaffen zu sollen. Je weniger mancher von dem wissenschaftlichen Apparat versteht, mit dem gearbeitet wird, je höher steigt sein Respekt. Damit soll nicht gesagt sein, daß Masarhk leichthin urteilt? er hat ganz zweifellos zn seinem Werk außergewöhnlich umfassende Studien ge- macht, und die vielen Litteraturnachlveise, die er beibringt, sind viel- leicht das wertvollste an seinem Buch; aber ebenso sicher ist, daß er nirgends tiefer in die von ihm kritisierten Theorien ein- gedrungen ist, sich gewissermaßen in sie hineinzudenken versucht hat, Er urteilt nieist nach äußeren Kennzeichen, fast möchte ich sagen: Signalements. Eingehend das hier Gesagte nachzuweisen ist in Anbetracht des Charakters des Masarykschen Buches nicht möglich, denn um gründ- lich zu widerlegen, was Masarhk auf einer Seite behauptet, würden oft zehn Seiten nicht ausreichen. Denn mit einer bloßen Wendung gegen seine Ausführungen kommt man selten aus. Oft müßte erst auf die Grundlagen seiner Kritik zurückgegangen und nachgewiesen werden, daß in der Auffassung, die er Marx oder Engels unter- schiebt, Falsches mit Richtigem vermengt ist. Sodann aber läßt Masarhk sich selten aus eine wirkliche Widerlegung ein, meist beschränkt er sich darauf zu behaupten, eine gründliche Betrachtung oder die Thatsachcn der Geschichte zeigten,'daß Marx' Auffassung falsch sei: eine Methode, die wissenschaftlich gänzlich wertlos ist, denn damit, daß Herr Masarhk etwas als durch die Geschichte be- wiesen ansieht, ist es nicht schon auch für andere bewiesen. Es kann sich deshalb im nachstehenden nur um eine kurze Inhaltsangabe und um einige Beispiele aus der Darstellung handeln, Masarhks Werk zerfällt außer dem Einleitnngs- und dem Schluß- in vier Teile, Der erste Teil behandelt. d e n h i st o r i s ch e n kapitel in.„ Materialismus", der zweite liche Organisation der J c) e n und Wirtschaft- iesellschaft", der dritte „die ideologischen Systeme"(d, h. die Auffassung des Marxismus vorn Staat und Recht, seine Stellung zu den modernen Nationalitätsbestrebungen, zur sogen, ethischen Frage usw.), der vierte„die marxistische praktische Kritik". Den ersten Teil leitet Masarhk mit einer Darstellung der„Wissenschaft- lichen und philosophischen EntWickelung" von Marx ein. Wie üblich, geht auch Masarhk in seiner Darstellung des Bildungsganges vom Hegclismus aus und zeigt dann die Fortsetzung und zugleich Ucber- Windung der Hegelschen Philosophie durch den Feuerbachschen Materialismus, der nächst dem Hegelisnms auf Marx am stärksten eingewirkt habe. Außerdem wird der Einfluß von Auguste Comte's Positivismus auf Marx' Theorien nach- zuweisen versucht. Diese Einflüsse und noch manche andere sonst lollen gewiß nicht bestritten werden, obgleich meiner Ansicht nach das positivistische Element weit mehr durch den Saint-Simonismus als dirett durch Comte in die Marxsche Geschichtsbettachtung ein- gedrungen ist; etwas ganz anderes ist es aber, wenn Masarhk daraus einfach folgert; der Marxsche„Historismus" sei gewissermaßen nur eine philosophische Fortbildung der Hegelscheu Geschichts- Philosophie, eine aus dieser durch philosophische Deduktionen ge- wonnene Konstrilktion. Das ist nichts weiter als eine bloße Behauptung, die mit dem Entwickelungsgang von Marx völlig in Widerspruch steht, und für die der Verfasser denn auch keine andere Begründung beizubringe» vermag, als daß Marx häufig Hegels Methode angewendet und immer von dessen Philosaphie eine hohe Meinung gehabt habe. Selbst an- genommen, dies sei richtig, so folgt doch daraus, daß jemandem die Philosophie eines anderen als historisch bedeutend gilt, doch noch nicht, daß nun seine eigene Auffassungen deduktiv aus dieser ab- geleitet sind. Thatsächlich ist der Entwicklungsgang, wie ich schon in der„Neuen Zeit" 1895/96 II, S. 410 und 1897/98 II, S, 258 darzu- legen versucht habe, folgender: Marx ist Hegelianer, durch die Feuerbachsche Philosophie wird er über Hegel hinausgeführt, auch über die Hegeische Begriffsdialettik, wie er es denn auch in seiner „Heiligen Familie"(S. 139) Feucrbach als besondere Leistung anrechnet, daß er die Dialektik der Begriffe vernichtet hat. Nachdem dann aber Marx durch seine geschichtlichen Studien die Dialektik in der geschichtlichen Bewegung wiedergefunden hat, knüpft er in der theoretischen Formulierung seiner EntwicklungS- lehre wieder an Hegel an. Dieselbe Ansicht hat auch P. v, Struve t.Neue Zeit" 1895/96, II, S. 71) ausgesprochen. Diese Ansichten sind Masarhk nicht unbekannt geblieben, und da er sie nicht ignorieren kann, wendet' er sich Seite 42 gegen sie mit folgenden Worten:„Struve meint. Marx sei' zn tegel erst in den späteren Schriften(«Zur Kritik" 1859,„Das apital"1867) zurückgekehrt; Cunow sagt, Marx' Anschluß an Hegel datiere erst aus dem Anfang der ftinfziger Jahre, in den älteren Publikationen wäre dies nicht der Fall. Ich sehe Hegels Einflüsse auf Marx in allen Perioden und von allem Anfang an... Gegen CunowS Meinung sprechen die Aufsätze in den deutsch-französischen Jahrbüchern(1344): in Hegels Rechts- und Staatsphilosophie sieht Marx die einzige deutsche Geschichte, die aus der Höhe der modernen Zeit steht." Das soll eine Widerlegung sein. In Wirklichkeit trifft sie nnsere gegenteilige Ansicht gar nicht. Wir sagen: die Marxsche Geschichts- thcorie ist nicht deduktiv aus der Hegelschen Geschichtsphilosophie ab- geleitet, sondern durch historische Studien gewonnen und dann erst mit der Hegelschen Dialektik verknüpft. Masarhk behauptet, das sei nicht richtig. Hegel habe immer einen Einfluß auf Marx behalten, wie dieser sich denn ja auch günstig über die Hegelsche Rechts- und Staatsphilosophie ausgesprochen habe. Inwiefern schließt denn dies letztere die von Struve und mir vertretene Ansicht aus? Die Frage erscheint, wenn man den neueren Professorenkampf um die Richtigkeit der materialistischen Geschichtsauffassung nicht kennt, ziemlich nebensächlich. In Wirklichkeit ist sie von größter Bt deutung; denn ans der Ableittma der materialistischen Geschichts- theorie aus dem Hegelismus wird einerseits einfach gefolgert, der historische Materialismus sei eine bloße philosophische Konstruktion, andererseits die Hegelsche Begriffsdialektik sei mit der Marx'schcn Entwicklungsdialektik identisch; ein Beweis gegen crstcre vernichte also auch die letztere. Aber bei Marx und Engels handelt es sich absolut nicht um die Bewegung der Begriffe; ihre Geschichtsdialektik ist die einfache Anerkennung der Thatsache, daß die sociale Entwicklung sich in Gegensätzen vollzieht. Doch Masarhk bleibt hierbei nicht stehen; er geht gleich noch ein Stück Weges weiter. Indem er ohne weiteres den Begriff des Gegensatzes mit dem der Katastrophe identifiziert, unterschiebt er Marx die Ansicht, alle geschichtliche Entwicklung gehe in jähen Katastrophen vor sich. So heißt es z. B. Seite 209:„Die Marxsche Negation der Negation setzt in der Geschichte jähe Uebergänge von Gegensätzen zu Gegensätzen voraus, große Katastrophen etwa nach dem Muster der älteren geologischen Ansichten." Die Frage, inwiefern aus der Ansicht, die historische Be wegung vollziehe sich in Gegensätzen, schon ohne weiteres 'olgt, sie vollziehe sich in„großen Katastrophen", läßt Masarhk uneröttert, ebenso auch, ob vielleicht die Formel: Thesis— Anti- thesis— Synthesis irgend etwas über die Zähigkeit oder Gewaltsam- kcit der Uebergänge besagt. Von müßigen Untersuchungen ist er kein Freund, er setzt einfach voraus, was' bewiesen werden soll und rigt dann mit wcishcitsvollcm Ernste auf nächster Seite hinzu:„Es giebt in der Geschichte wohl Katastrophen, aber sie entbehren jener epochalen und allgemeinen Bedeutung, die ihnen Marx zuschreibt, davon abgesehen, daß es nicht' nur ivirtschaftliche Kala- tpophen giebt. Wir erfassen heute die Fülle der gesellschaftlichen Entwickelung richtiger, wenn ivir uns unzählige, infinitesimale Uebergänge vorstellen, durch welche sich die Entwicklung und eventuell der Fortschritt bewerkstelligt." Bei derartigen begrifflichen Verwechselungen ist eS selbstver- ständlich, daß Masarhk in seiner Analyse des historischen Matenalis- mus überall Widersprüche entdeckt, die für den, der Marx' einzelne Äeußerungen aus seiner Gesamtauffassung heraus zu begreifen sucht, gar nicht vorhanden sein können. So findet er z. B.. daß die Er- klärung, die Marx in dem Vorwort seiner Schrift„Zur Krittk der politischen Oekonomie" von seiner Geschichtsauffassnug giebt, im Widerspruch zu Stellen im„Achtzehnten Brumaire",„Kommu- nistischen Manifest" und im„Kapital" steht, denn das eine Mal spreche Marx von„Produktionsverhältnissen", das andere Mal von„Existenz- Verhältnissen".„socialen Existenzbedingungen".„Eigentumsverhältnissen" usw. Masarhk hat nuscheinend gar nicht begriffen, in welchem Sinne Marx den Ausdruck„Produkttonsverhältnisse" gebraucht, obgleich er in der erwähnten Erklärung des Vorworts zur„Kritik der politischen Oekonomie" sich leicht darüber hätte unterrichten können, daß Marx unter diesem Terminus nicht nur die technologischen, sondern die Gesamtheit aller wirtschaftlichen Verhältnisse zusammenfaßt, welche die Menschen„in der gesellschaftlichen Produktion ihres Lebens" ein- gehen. Was aber sind diese Verhältnisse, unter welchen die Menschen ihren Lebensunterhalt gewinnen, ihre Existenz fristen, anders als ihre „Existeuzverhältnisse"; und was ist die Eigentumsordnung anderes als eine bestimmte Seite dieser Verhältnisse, ihr„juristischer Ausdruck". wie Marx an anderer Stelle sagt. Ebensowenig liegt darin, wie Masarhk meint, eine„Erschleichmig", wenn Marx das eine Mal kurzweg vom„Sein" und„Bewußtsein" der Menschen, das andere Mal von ihrem„gesellschaftlichen Sein" spricht. Für Marx handelt eS sich überhaupt nicht um das Einzelbewußtsein. Er faßt das „Bewußtsein" stets als ein durch das„gesellschaftliche Sein"(das sociale Leben) bestiminteS Kollektiv-Belvlißtstin auf, das individuelle Bewußtsein gilt ihm gewissermaßen nur als Niederschlag deS kollektiven Bewußtseins. Besonders verhängnisvoll ist für Masarhk geworden, daß er nicht die Marxsche Auffassung der Kausalbeziehungen der Prodnktions- Verhältnisse zur„Ideologie" zu begreifen vermocht hat.„Bald ist die Ideologie," sagt er Seite 99,„nur ein Reflex, das mdividuelle Bewußtsein sogar nur eine Illusion, bald ivird der Ideologie eine größere oder geringere Wirksamkeit zucrteilt. Schon im ersten Bande des„Kapitals" lesen wir vom Zweck, der als Gesetz unseren Willen bestimmt; wir vernehmen, daß wir, indem wir die Natur verändern, uns verändern, und daß die Technologie den unmittelbaren Pro« duttionsprozeß des Lebens(eine absonderliche Ausdrucksweise) ent- hülle; in diesem Zusammenhange wird dann ganz ausdrücklich gesagt, daß die geistigen Vorstellungen den gesellschaftlichen Lebens- Verhältnissen entquellen, also nicht den nur wirtschaftlichen Produkttons- Verhältnissen"..... ,V1,. Das ist in der That eine seltsyme Konfusion, aber nicht bei Marx, sondem bei Masarhk, der überall seine eigenen unklaren Vor- stellungen unterschiebt. Marx' resp. Engels' Gedankengang ist völlig klar: Alle geschichtlichen Vorgänge werde» nicht durch irgend welche geheimnisvollen m anischen Eiiilvirkungen der Produktions- Verhältnisse ans die geschichtliche Bewegung, sondern durch die Aktion der Menschen selbst bewirkt, oder wie Engels sich ausdrückt:„Die Menschen machen ihre Geschichte selbst." Dies geschieht, indem fte ihre verschiedenen Zwecke, Absichten usw. zur Geltung zu bringen suchen. Diesen Zwecken aber liegen Vorstellungen, Jdeengange, Moralanschauungen oder, wie Marx oft mit einem zusammen- fassenden Ausdruck sagt,„Ideologien" zu Grunde. Solche Ideologien sind nichts Zufälliges, nicht aus sich selbst entstandenes Primares; sie werden durch die socialen Lebeiisverhältnisse bestimmt, die ihrer- seits ivieder abhängig von der Art und Weise sind, wie die Gejell- schaft, und die einzelnen in ihr, ihren Unterhalt gewinnen.. Für den, der diese Auffassung begriffen hat, sind die verschiedenen Einivändc und Bedenken, die Masarhks— Gemüt beschweren, völlig hinfällig. Warum sollte denn Marx nicht in verschiedenen Schriften bei der Behandlung verschiedener Themata bald von dem Einfluß der Ideologie, derreligiösenoder politischen Anschauungen, bald von dem der Staats- und Familienformen auf die geschichtliche Entwicklung sprechen? Nichts ist einfältiger, als anzunehmen, der Marxismus leugne die Wirkung irgend welcher Rechts-, Moral-, Religionsanschauungen uslv.; nur sind nach seiner Lehre alle diese Ideologien in letzter Instanz wieder kausal durch die Gesamtheit der Wirtschaftsverhältnisse be- stimmt; sie gelten also nur als Kausalzwischenglieder in der Wirkungsweise der letzteren. Indem Masarhk sich einen mechanischen Zusammenhang zwischen den Produktionsverhältnissen und der Geschichtsbewegung konstruiert, ist es denn auch nur natürlich, wenn er S. 117 Marx die Meinung unterschiebt, der Mensch sei eine nichtfühlende, willenlose Maschine, wenigstens habe Gefühls und Wollen keine Bedeutung, oder ivenn er S. 124 die Unrichttgkeit der materialistischen Geschichtstheorie dadurch zu erweisen meint, daß er hervorhebt, die deutschen Verhältnisse hätten neben einem Marx und Engels doch auch einen Lassalle hervorgebracht. Geradezu komisch aber wird Herr Masarhk, wenn er S. 144 die Marxisten mit gehobenem Pathos auffordert, doch den Glaubenseifer eines Huß oder die Glaubenskraft eines Luther ökonomisch zu erklären. Herr Masarhk zeigt damit nur. wie er noch nicht mal begriffen hat, daß eint Theorie' zur Erklärung geschichtlicher Vorgänge doch keine Theorie zur Erklärung individueller Eigenschaften ist. Soll die Aufforderung einen Sinn haben, muß er nach den ökonomischen Ursachen der hussitischen resp. lutherischen Bewegung und ihrer Tendenzen fragen. Uno da eine falsche Grundauffassung unumgänglich andere nach sich zieht, so ist selbstverständlich, daß Masarhk auch die Marxsche Theorie vom Klassenkampf nicht verstanden hat. Für den Marxisten ist der Klassenkampf etwas historisch Bedingtes, ein Glied in der Reihe der Äausalwirkungen der ökonomischen Verhältnisse. Nicht nur vcrändent sich mit der ökonomischen Struktur die Klassen- unterschiede, sondern zugleich auch die Formen und Tendenzen der Klassenkämpfe(Klnsscnbestrebuiigen). Das ist Herrn Masarhk unklar geblieben. Da nämlich Engels in seiner Schrift über Feucrbach, Seite 53. sagt, daß hinter den in der Geschichte als„ideelle Triebkräfte" hervortretenden Zwecken und Anschauungen wieder andere Triebkräfte ständen, d. h. der Wider- streit zwischen den Klassen und ihren verschiedenen Interessen, so folgert Masarhk, daß der Klassenkampf ein den ökonomischen Wer- Hältnissen gleichwertiges bestimmendes Moment in der materialistischen Geschichtsthcorie ist. Und nun bemüht er sich(Seite 181) außer diefen noch allerlei andere Triebkräfte zusammenzutragen, von denen Marx oder Engels irgendwo sprechen, zum Beispiel Boden. Rasscneigcnbciten, sociale Formationen, Uebervölkerung, Staatsform, Sittlichkeit, Religion-c. Selbstverständlich ein schnurriger Herinas- salat, aus dem dann auf nächster Seite mit beivußter Ueberlegenheit Herr Masarhk das Facit zieht, der historische Materialismus sei, da er ja alles bunt zusammenrcihe, ganz unbestimmt und löse sich selbst ans. In facto sind es nur die aufgelösten Begriffe des verehrten Herrn Kritikus, die das Malheur angerichtet haben. Der ganze Mischmasch wäre nicht entstanden, wenn er zu begreifen vermocht hätte, daß nach Marx' Auffassuug diese verschiedenen sogenannten Triebkräfte nicht den Produktionsverhältnissen koordiniert, sondern kausal subordiniert sind. Aber noch aus einem andern Grunde sei, meint Masarhk, die marxistische Ansicht über die Bedeutung des Klassenkampfs in der modernen Geschichte falsch, nämlich weil es gar keine in sich abgeschlossenen Klassen gäbe; denn Karl Bücher hätte gezeigt, daß es etwa 10000 verschiedene Beschäftigungen gäbe, die in sehr komplizierten Beziehungen zu einander ständen(S. 172). DaS hätten den» auch einige Marxisten selbst eingesehen. Kantsky beispielsweise unterscheide in seiner Schrift über„die Klassengegensätze von 1789" eine Reihe ganz verschiedener Klassen. Verwunderlich sei nur, daß Kautsky unter solchen Umständen noch immerMarxist sei.„Kann Kantsky, fragt unser verehrter Autor, von diesem Gesichtspunkt aus die Engelssche Geichichtserklärung annehmen und wie? Ich habe bei Kautsky eine genauere Antwort auf diesem Frage nirgends finden können," Derartige kritische Begründungen bietet Masarhk in jedem Kapitel dutzendweise; sie alle zu erwähnen, würde über den Rahmen der vorliegenden Besprechung hinausgehen; nur auf einen Fehler möchte ich nochmals hinweisen, der sich durch das ganze Buch zieht, vornehmlich aber in den Abschnitten über die Entstehung der Civilisation und die Entwickelung der Familie hervortritt, daS ist die absolute Unterscheidungslosigkcit, mit der Masarhk alle beliebigen Auslassungen von Marx und Engels als zum Marxismus gehörig betrachtet. Man sollte denken, zum Marxismus gehörten nur die. theoretischen Grundsätze ihrer Enttvicklungslehre. Herr Masarhk jedoch zählt auch Engels' Ansichten über die Gruppenehe. da« irokesische Matriarchat, die Wanderungen der deutschen Stämme, das Eheleben in Frankreich usw. dazu. Dadurch ist es natürlich leicht, überall Gegensätze zwischen Marx, Engels und den heutigen Marxisten herauszufinden. Immerhin ist solche Nichtunterscheidung zwischen Erkenntnissätzen und gelegentlichen Aussprüchen wenigstens noch begreiflich; geradezu unverständlich aber sind die Interpretationen, die Mafaryk einigen der von Engels über die Familienentwicklung geäußerten Ansichten giebt. So schließt er z. B. aus Engels' Aus- �ührungen über die irokesische Familie allen Ernstes, Engels ordere das Matriarchat.(S. 342.).. Daß Masarhk danach nur zu einem völlig� abfälligen Urteil über Marx gelangen kann, ist selbstredend. Er faßt es Seite 513 in folgende Sätze zustimmen:„Marx mangelt cS an philosophischer Kraft. Seine Ziele sind vielfach richtig; er erkennt auch die Fehler der bisherigen Stzstemc. aber selbst ist er nicht im stände, das Neue zu fornmlieren. So erklärt sich sein Zurückgehen auf alte Lehren u n d S y st e m e. So verfällt er vorerst in den längst überwundenen Materialismus und Primitivismus: er vermag Hegel nicht zu über- winden, bleibt au der Oberflächlichkeit des Positivismus haften und greift schließlich auf die Romantik Nousseaus zurück. So wie er auch A. Sinith und Ricardo nicht weiterbilden, nnr einseitig anszulegen vermag. In allem, als System und M eth o d e.' st eilt sich' der Marxismus als EklekticisnruS und Dilettantismus dar." Dies Masaryks Untersuchungsergcbnis. Umsomehr fällt es auf, daß Bernstein in der Wiener„Zeit"'Masaryks Buch als ein Werk be- zeichnet, das„in der Marx-Literatur einen Platz mit an erster Stelle beanspruchen darf". Man wird vielleicht geneigt sein, dies dadurch zu erklären, daß Bernstein manche der von ihm geäußerten Ansichten in Masaryks Buch wiederfindet. Die eigentliche Ursache scheint mir jedoch darin zu liegen, daß Masaryks Werk sehr viele der methodologischen Fehler aufweist, die auch in Bernsteins bekannter Schrift über die„Voraussetzungen des SocialiSmus" zu sinden sind, nur daß Masaryk in allem noch weit lässiger verfährt als Bernstein, und daß er es überdies liebt, auf ganz oberflächliche Aehnlichkciten hin Anschauungen unter philosophische Rubriken zu gruppieren, unter die sie absolut nicht gehören. DaS hat Bernsteins kritischen Blick entschieden von vornherein getrübt. Man braucht nnr irgend einen beliebigen Abschnitt aus Masaryks und Bernsteins Buch auf seine Methode zu prüfen, um diese Aehnlichkeit zu erkennen. Nehmen wir z. B. Bernsteins Ausführungen über die materialistische Geschichtsauffassung.(S. 4—14.) Wie Masaryk stellt auch Bernstein verschiedene Aussprüche von Marx und Engels zusammen: untersucht nun aber nicht, von der Marxschen Grundauffassung ausgehend, ob und inwieweit die in diesen Auslassungen enthaltenen verschiedenen Definitionen nur ver- schiedene Seiten resp. verschiedene Elemente einer und derselben Auffassung hervorheben, noch ob zwischen ihnen von gewissen Gesichtspunkten aus eine Vermittlung besteht oder hergestellt werden könnte. Er schließt vielmehr aus der äußern Ver- schiedenheit der betreffenden Erklärungen ohne weiteres auf vor- handene Unklarheiten und ein Nichtgenügen des ökonomischen Faktors und fügt nun seinerseits, ohne das Nichtgenügen nach irgend einer Richtung hin zu beweisen, einfach auf Seite 7 als weitere Faktoren die Rechts- und Moralbegriffe, geschichtlichen und religiösen Tradi- tionen, Natureinflüsse und geistigen Anlagen des Menschen hinzu. begleitet von der ebenso beweislos anfgestellten Behauptung, wer heute die materialistische Geschichtstheorie anwende, sei verpflichtet, sie in ihrer ausgebildetsten Gestalt, d. h. in der von Bernstein an- gedeuteten Form, anzuwenden. DaS scheint Bernstein zu genügen. In Wirklichkeit hat er einfach alles vorweg genommen, was zu untersuchen und zu beweise» war. Aber selbst angenommen, er wäre zu seinem Resultat durch eine gründliche Untersuchung gelangt, so würde doch dieses Resultat in der Form, in der es vorliegt, gänzlich wertlos sein, denn in seiner unvermittelten Zusammenstellung von den verschiedenartigsten Gesellschafts- und Natureinflüssen läuft es einfach auf den Satz hinaus: Die gesellschaftliche Entwickeluug ist abhängig von den gegebenen gesellschaftlichen und natürlichen Entivickelungs- bcdingungcn: ein Gemeinplatz, der gar keine Geschichtserklärung bietet. Soll diese unvermittelte Zusammcnreihung von gesellschaft- lichcn und natürlichen Faktoren überhaupt irgend welchen Wert haben, so muß zum wenigsten bestimmt werden, wie die Faktoren wirken und in wieweit sie von einander abhängig sind resp. wie sie sich in ihren Wirkungen zu einander verhalten. Sicherlich bedarf der Marxismus der wissenschaftlichen Kritik und Ergänzung. Kein Marxist wird leugnen, daß die Marxsche E»t- wicklungslehre unausgebaute und unvernrittelte Elemente enthält, deren Weiterführung und Zusammeufügung notwendig ist. Nicht das ist also an Bernsteins und noch viel weniger an Masaryks Schrift zu tadeln, daß sie den Marxismus kritisieren, sondern daß dies in einer methodologische» Form geschieht, die in ihrer Miß- achtimg scharfer begrifflicher Scheidungen notwendig zur Verflachuug führen muß. H. C. Vorsaurmlttngvn. lj)ic Zalilfielle Berlin des Deutsche» Holzarbeiter- Der- vaudcs hielt am Mitwoch bei Keller eine Generalversammlung ab, zu der sich etwa 800 Mitglieder eingefunden hatten. M i e k e er- stattete zunächst den Kassenbericht für das zweite Quartal dieses Jahres. Die Einnahmen für die H a u p t k a s s e betrugen 21 832,34 M.. die Artsgaben aus derselben Kasse 21 620,83 M. Die L o k a l- lasse rechnete mit einer Einnahme von 58 243,20 M., wovon indessen 42 403,56 M. als Bestand aus dem voraufgegangenen Quartal übernommen worden sind. Unter den Einzel- einnahmen befindet sich der Erlös aus 11034 Streikmarken a 5V Pf. mit 6517 M. und der aus 22 545 Streikmarken a 10 Pf. mit 2254,50 M. Ausgegeben wurden insgesamt 26 302,55 M. Davon entfallen auf die Verwaltung einschließlch der erheblichen sachlichen Unkosten 2165,05 M. und auf die Agitation 1128,45 M. während an Unterstützungen für Streikende und Ausgesperrte (1. Mai) allein 20 430.20 M. ausgegeben lvurden. Zur An- schaffung neuer Werke für die Bibliothek wurden im II. Quartal 734,25 M. verwendet. Der Bestand für das nächste Quartal beträgt 31 040,65 M.— Die Unterstützungskasse schloß bei einer Einnahme von 472,60 M. und bei einer Ausgabe von 660 M. mit einer Mehrausgabe von 187,31 M. ab.— Nach- dem die Revisoren die Richtigkeit der Abrechnung bestätigt hatten, wurde dem Kassierer für die Lokalkasse Decharge er- teilt. Der erste Bevollmächtigte Glocke berichtete dann kurz über die Thätigkeit des Vorstandes, worauf die Bezirksleiter ihre Thätigkeitsberichte abgaben. In den einzelnen Stadt- und Vorortsbczirken haben die üblichen Bezirks- Versammlungen stattgefunden, deren Besuch zum Teil zu wünschen übrig ließ.— Namens der Kontrollkommission teilte Maß über die im verflossenen Vierteljahr einberufene Werkstattsitzungen folgendes mit: In sämtlichen Bezirken fanden insgesamt 150 Werkstatt- sitzungen und 23 geschäftliche Sitzungen statt. Eingeladen wurden 437 Werkstätten, davon erschienen 205. In diesen waren 3102 Kol- legen beschäftigt, von denen 1764 erschienen waren. Von den beschäftigten waren 1028 organisiert, von den erschienenen 1828. Die Einladungen erfolgten aus verschiedenen Gründen. Zum Teil handelte es sich um die Feststellung von Tarifen, die den Meisten: vorgelegt werden sollten. Zun: Teil boten den Anlaß, Differenzen mit den Arbeitgebern und die Absicht, für den Verband zu agitieren, sowie die Aufmerksamkeit der Kollegen auf das Vertrauensmänner- System zu lenken. Außerdem wurden von den Kommissionen der verschiedenen Branchen zu Werkstattsitzungen 151 Merk- statten eingeladen, wovon 73 erschienen. In diesen waren '734 Kollegen beschäftigt, von denen 201 an den Sitzungen teilnahmen. Organisiert waren von den Beschäftigten 165, von den Erschienenen KP. Grund der Einladungen: Maßregelung, Ueberstuudcnarbeit: Agitation ze.— lieber die Wirksamkeit des Arbeitsnachweises derichtete ebenfalls Maß. Von 716 Unternehmern wurde im II. Quartal 861 Mal nachgefragt, worauf vom Nachweis-Bcrwalter 684 Adressen an Stellenlose ausgegeben wurden. 602 Kollegen nahmen die so gebotene Arbeitsgelegenheit an. Bei der Vermittlung waren die verschiedensten Branchen beteiligt. Für die Herstellung von Kasteumöbeln wurden am meisten, nämlich 146, engagiert. Dann folgen die Drechsler mit 116. In dieser Branche waren jedoch die vermittelten Arbeitsverhältnisse meist nur von kurzer Dauer, da in der Drechslerei wegen der rückständigen Produktionsweise und der damit verbundenen Mißstände ein häufiger Wechsel der Arbeitskräfte vor sich geht. Im Anschluß an diese Berichterstattung wurde der letzte Punkt der Tagesordnung: Der Streik bei Trebs, Fruchtstraßc 37, vorweg verhandelt. Maß führte dazu aus: Die Gehilfen des Herrn Trebs wären feiner Zeit zusammengetreten, um eine Er- höhung von Accordprcisen zu forden:, die niedriger wären, wie in einer Anzahl gleichartiger Werkstätten. Besonders handelte es sich um Buffetts. Nachdem Trebs sämtliche Forderungen als an- geblich ungerecht abgelehnt hatte, sei die aus Mitglieder-:: der Freien Vereinigung der Meister und aus solchen des Holzarbeiter- Verbandes bestehende Einigungskommission zusammen getreten und habe sich mit der Angelegenheit befaßt. Die Verhandlungen seien jedoch in zwei Sitzungen resultatlos verlaufen, da Trebs nicht genügend entgegenkommen wollte. Trebs habe sich so benommen, daß der Leiter der Verhandlung wiederholt ein besseres Verhalten habe fordern müssen. Nach dem Schluß der letzten Sitzung habeTrebsihn, denRedner, über den Tisch tveg ins Gesicht ge- schlagen, daß gleich das Blut gespritzt sei. Die Verwaltung habe nun beschlossen, mit Trebs durch die Bevoll' mächtigten nur dann zu verhandeln, wenn er sich bei der Vev' waltung melde. Das sei noch nicht geschehen. Die Werkstatt stehe seit dem 13. Juli völlig leer.— Marienfeld schildert das Auftreten des Herrn Trebs. Der Mann habe Maß in jener Sitzung vorgeworfen, er zettele Streiks nur des halb an, weil er nichts zu essen hätte, wenn nicht recht viel Streikgroschen ein kämen. sBewegung.) Maß Jiabe darauf ganz ruhig entgegnet, daß ihn Trebs nicht beleidigen önne, da er zu dumm sei. Auf eine weitere Anrempclung habe Matz d:cs wiederholt, was Trebs mit der angeführten Roheit beantwortet habe. Selbst einzelne M e i st e r hätten diese Hcldenthat auf das schärfste gerügt und der Vor st and der Freien Ver- e ini g un g der Ti s ch l e rn: e i st e r h n b e gl eich an: nächsten Tage dem Genossen Maß erklärt, daß die Vereinigung mit Herrn Trebs nach diesem Vorgange absolut nichts mehr zu t h u n haben wollte.— Aus der Bibliothek sind nach dem von Matz gegebenen Bericht im letzten Vierteljahr 408 Bände ent- liehen worden. Zu den Sammlungen für die Streikkasse nahm Glocke das Wort, indem er betonte, daß die Maiaussperrung den Beschluß der Ccntral-Vcrtraucnsmänner-Vcrsammlung. 60 Pfg.- Marken auszugeben, notwendig gemacht habe. Am besten spreche hierfür, daß aus der Lokalkasje für Streikunterstützung und Unter- stützuug Gemaßregclter 20 430 M. ausgegeben worden seien, wozu noch eine aus der Hauptkasse gezahlte Streikunterstützung von 0500 M. komme. Bei einer derartigen Ausgabe hätten die Vertrauensmänner auch für außerordenrliche Einnahmen sorgen müssen. Es sei deshalb auch die Verpflichrung jedes einzelnen Mitgliedes zur Zahlung der Zehnpfenuig- Beiträge ausgesprochen worden. Die Beiträge müßten nun aber auch regelmäßig bezahlt und die Vertrauensmänner in den Werkstätten von den Kollegen genügend unterstützt werden. Des Verbandes, der jetzt in Berlin 0100 Mitglieder habe, harrten noch manche Kämpfe. Solche wären möglicherweise mit der zulünftigen Zlvangsinuung auszufechtcn.— In der folgenden Diskussion sprach ein Mitglied der Central-Bertrauens- mäuner-Versammlung das Recht ab, selbständig Srreikmarlei: für 50 Pf. auszugeben. Seine engeren Kollegen hätten deshalb keine solche Marken gekauft. Glocke und andere Redner betonten demgegenüber. daß die Vertrauensversammlung sehr wohl zu jenem Beschlüsse befugt gewesen sei. Der Beschluß hätte respektiert werden müssen. Die General- Versammlung erklärte sich dann einstimmig einverstanden mit den Beschlüssen der Central-Bertrauens- männer-Versammlung bezüglich des 1. Mai und der Markensammlung. Die Ergänzungstvahlen für die Verwaltung ergaben als zweiten Bevollmächtigten'Marienfeld, als zweiten Schriftführer Klingner und als Ersatzmänner Tabert, Dieck und Köppen. Zum Revisor wurde Haseloff und in den Gauvorstand Beck getvählt. Den Bericht des Gauvorstandes gab S t n s ch e. CS wurden im verflossenen Halbjahr 54 AgitationSversammlungen abgehalten. In mehreren Orten des Gaues kam es zur Arbeits- nicderlegung. Der Gauvorstand hat statistische Erhebungen über die Arbeitszeit veranstaltet. Bei einer Einnahme von 1114,26 M. und einer Ausgabe von 800,35 M, verblieb ein Bestand von 223,01 M. Zum Schluß wurde noch bekannt gegeben, daß Arbeiten aus Stuttgart sStreikarbeit) in Berlin verfertigt werden sollen. Werkstätten. wo solche Arbeit scstgcslcllt wird, sind sofort dein Arbeitsnachweis anzuzeigen. Charlottcnburg. Die hiesige Zahlstelle des Verbandes der Maurer Deutschlands hielt an: Dienstag, den 25. d. M., eine außerordentliche Mitgliederversammlung ab. Fa b er hielt einen Vortrag über Unternehmer- und Arbeiter-Organisationen, wofür ihm reicher Beifall zuteil ward. Hierauf teilte Schulze mit, daß von einer Verschmelzung der Zahlstelle Charlottcnburg mit Berlin vorlänsig Abstand genommen sei. Bei der etwas erregten Debatte Über die Beitragsfrage verfiel die Versannnluug der Auflösung. Arveiter- Bildnngöschule. Annenstr. IS. Hof 1 Tr Montag- Nationalökonomie(ArbeiterschnlpEesetzgebuug und Arbeiter-Ver- flcherunz in den europäischen Ländern): Vortragender: Schriftsteller Paul Hirsch. Beginn 0 Uhr. Die B i b l i o t h e k ist von 8-9 Uhr nnd:n der Pause geöffnet. Zahlstellen: Gottft. Schulz, Admiralstr. 40a; Re ul, Barnimstr. 42; Schiller. Nofenthalcrstr. 57; Alcinerl, Müllerstr. m. Vorsitzender Hermann Lamme, 3. 59, Haseuhaide 72. Arbeiter-Sängerbnud Berlin? und der llmgcgeud. 1. Vorsitzender: Ad. Ncumann, Bruimenstr. 150. Alle Acnderungen im Vereiuskalender sind zu richten an Friedrich Kortum, Lausitzerstrasie 33. Montag, abends 0— 1t Uhr, UebungSfuinde und Aufnahme neuer Mitglieder.—„Zukunft 1", Steglitz, Ahornftr. 10.-„Harmonie", R-staur. Feind,«eiuftratze N. —„Tonblüte", Grolmifch, Oppelnerstraße 19.—„ Liedessreihelt II", Strausberg. Magnus, Wilhclmstrane.—„Frcya II"(gemischter Chor), Rusch, Fichleftr. 19.-„Solidarität", Leonhnrdt, Beuthstr. 10.-„Berliner Damen- chor Harmonie", Rosin, Schönholzerstr. 42.—„Vorwärts III", Lichtenberg: Friedrichöfelde. Schulz, Priuzcn-Allee S.—„Concordla", Restaurant Will:- bald-Aleriostr. w.-„Alpenblume", Neu-Weißenfee, Sturm, Lothrinycnstr. 33. -„Rote Rose", Prin-en-ANce 44.-„Liedeslnst III", Altglienicke, Saß, Grünanerstr. Iva.—„Vorwärts IX" Charlottenburg, Beter, Wallftr. 94.— „Senefelder I", Schiller, Rolenthalerstr. 57. Arbeiter-Raucherbund Berlins und der Umgegend. Aenderiingen im Vereiuskalender sind zu richten an Eugen Raschke, Rixdorf, Mahlower- straße 1, 4 Treppen.- Sonntag:„Wally", Schütte, Bielenthalerstr. 10 (vorm. 10 Uhr).- Montag, abds. von 9-11 Uhr: Klub-Abend und Auf- nähme neuer Mitglieder:„Mexikaner", H. Vaatz. Cotheninsstr. 3.— ..Abguß II", Schulz, Höchstcstr. 33.-„Freundschaft Vorwärts", Kartze, Dnnckcrstr. 2.—„Fidele Aolonisten", Klinge, Koloniestr. 137.—„Blaue Schleife", Boden, Oppelnerstr. 13.-„Grüne Linde", Kaseda, Dronkheimerstr. la. Gesang-, Turn- nnd gesellige Vereine. Sonntag. Theaterverein „Crescendo", Liniensir. 73.— Dramatischer Klub„Liebesglück", Cremmener- straße 1.— Vergnügungsv.„Jngwelde", Schulz, Dunckerstr. 90.— Theatern. ..Vorwärts", Jonas, Gr. Frankfurtersw. 42.- Theaterv...Schiller", Garbriel, Wildenmpftp. 5.- Geselliger Klub„Neptun", Nvbsir. 3.- Thcatervercii: „Amorella", Britzersir. 1V.- Pr.-Theater- u. Sp.-Ver...Alp-urose", Wc:ß. Juvalidenstraße 14k.- Montag: Theaterv.„Weiße Rose", Reicheuberger- straße 19.— Vergnügungsv.„Bavaria", Schulz, Dunckerstr. 90.— Rauchkl. „Portoriko", Bülomstr. 4ö.- Gesangv.„Mämiettlang", Pluzer, Schützen- straße 18/19. Lese- nnd Diskutirklubs.„Polnisch. DisstlttrN.„JaroSlaw Dom- vrotoSky in Nitdorf", Preßler, Ziethenstr. 69. tagt jeden Sonntag nach dem 15., nach»:. 5 Uhr.— Montag:„Leopold Jalobq", Zipple, Martuöstr. 14 (Eingang Grüner Weg), jeden Montag nach dem 1, u. 15. im Monat.— „Nordkante", Bolz, Wiesenstr. 27. Arbeiter- Turnerbund. Sonntag: Tumv.„Fichte", Lichtenberg, Asche, Weißensecer Weg; jeden Sonntag von 3 Uhr an volköthümliches Turnen.— Montag: Turnv.„Fichte", Berlin, abends von 8— 10 Uhr, 7. Männer-Abth., Reichenberaerstr. 131; 2. Dan:en-Abth, Ackerstr. 67.; 7. Lehrlinas-Abth., Wasserthorstr. 31. Arbeitcr-Ttenographenveretn„Stolze".(EiniguvgSsystem). Mo»- tag: Bezirk„Norden", bei Franz Gleinert, Müllerstr. 7a, abends 8»/, Uhr. Samariter-KnrsnS für Arbeiter und Arbeiterinneu. Morgen Montag, abendö 9 Uhr, in der Filiale Brunnenstr. 150: Vortrag über: „Vergiftungen, Erstickungen, verschiedene Fonnen der Bewußtlosigkeit." Nach- her praknfche Uebungcn. Heute nachm. 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Martha, oder: Der Markt zu Richmond. Ansang 7Vj Uhr. Montag: Die Jüdin. Central. Hamburger Dienstmädchen. De Wedd. Badders Ebenbild. Anfang 3 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Friedrich> Wilhelmstädtisches. Charleys Tante. Anfang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Der Hüttenbesitzer. Montag: Charleys Tante. Alcxanderplah. Nana. Anfang 8 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Ostend. Maria Stuart. Ans. 7r/z Uhr. Montag: Adricnne Lecouvrenr. Mctropol. Berlin lacht I Anfang 8 Uhr Montag: Dieselbe Vorstellung. Bclle-Nlliaiice. Specialitäteu-Bor stclluug. Aitsang 8 Uhr. Apollo. Frau Luna. Specialitäten- Vorstellung. Anfang 8 Uhr. Sicichshallen. Stettiner Sänger. Ansang 7 Uhr. Passage. Panoplikum. Speciali- lälcn-BvrstcNnng. Urania. Jnvalidenftr. 67/09. Täglich abends von 6—10 Uhr: Sternwarte. Wlltt'ÄMter (Svallner- Theaters. Blorwtt«»Op«r. Sonntag, abends 7V, Uhrt Gastspiel Heinrich BOtel; Hartha, oder: Der Markt zu Bichmond. Montag, abends 7'/» Uhr: Gapspiel Hlineon I.iiK'ii'ti: Die Jttdln. Dienstag, abends 7»/, Uhr: lelnrlch Botel. Der PoBtlllon von Lonjnmeau. Mittwoch, abends 7Vi Uhr: Gastspiel Simeon l,iigartl: Hargarcte(Faaut). Lsteilü-Carl Weiß-Theater. Gr. Frankfnrterstrafte 1»». Gastspiel der kaiferl. russische» Hof- schauspielerin lllleadetli Oorw». Zum letztenmale: Maria Stuart. Trauerspiel in 6 Akt. von Fr v. Schiller. Maria Stuart: Elisabeth Gorewa. JMr Anfang 7»/, Uhr.-WW Montag bis Donnerstag: Adrtenne Lecouvrenr, Drama in b Akten von Scrtb« und Legouvä, deutsch von O. Randolf, mit Elisabeth Gorewa als Gast.— Sonnabend, zum ersten- mal: Die Kubanerin, AuSstaUungs- Schauspiel in 7 Bildern v. Okonkowsky. Heute tm Garten: Specialitäten- u. Theater-Vorstellung. 27 Nummern. Mennert Stange. Nor- inann und Buchwald. Chansonnetten. Lebende Photographien jc. Ans. 4 Uhr. Montag: Gr. VolkS- und Kinder- Vorstellung. Zum vergnügten Storch. Anfang 5 Uhr._ Ernten l(L hentvv Vorletztes Gastspiel der llamburgor. Anfang 8 Uhr. De Wedd. Badders Ebenbild. Morgen letztes Gastspiel! Dieselbe Vorstellung. Dienstag: Berliner Lustspiel- Ensemble(Frl.»111/ Krause, Herr Otto Pahlau, Herr Nick. Ewald a. G). „Der Hetratsmartt�. w-chwank in 3 Alte» von P. Alexander Metropol Behrenst Theater. Behrenstr. 53 54. Direktion: Richard Schalt». CirOuater(Siilison-Erfoljc!!! &1/, Uhr: 0V, Uhr: Berlin lacht! Frank- Bonhalr- Trappe. Werner Amoros Pantomime. H C'hanipioiiH, sowie die übrigen Kunstattractlonen. AnTanK 8 Uhr. Victoria-Brauerei Liihowstraste 111/112. Im Biaturcartcn oder Saal: Täglich Hnmoristisrhe Soiree der Worltlieulsedeii 8iinger (ssübrmann,< «orst, lValde). P] Ans. Sonntags präc. 7, Wochen- tagS 8 Uhr. Entree Sv Pf. Vvrverk. 10 Ps. FamilienbilletS 3- 1 M. Sonntag und Donnerstag nach der Borslelliing: Taa»kriln»chen. Mm Aquarium Unter den lilnden 68a, Eingang Schadowstr. 14. Heute Sonntag Eintrittspreis mr 25 pf-"TU Keichhaltigste Sammlung der Welt an lebenden Seetieren, _ Eeptilien etc. Passage-Panopticum 9 Uhr früh bis 10 Uhr abends. 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Die Lifte der stimm- berechtigte» Bürger liegt in der Zeit vom 13.-30. Juli d. I., täglich von S— 3 Uhr im städtischen Wahlburea», Poststr. 16, I Tr., zu jedermanns Einsicht aus. Wahlberechtigt ist nach§ 5 der Städte= Ordnung jeder selbständige Einwohner, der Preuße»ud 24 Jahre alt ist, seit einem Jahre in Berlin wohnt und seit einem Jahre keine Armcnnntcrstiivung ans öffentlichen Mitteln erhalten hat, soivic mindestens zur zweiten Stcuerstufe(666 biS 900 M Einkommen) eingeschätzt ist, und sofern er in die Wählerliste eingetragen ist. Chambregarnisten sind selbständig und daher wahlberechtigt. Einwendungen gege» die Richtigkeit der Listen können nur während der Zeit des Auslicgens schriftlich beim Magistrat erhoben werden. Heber die Berechtigung der gegen die Richtigkeit der Liste» erhobenen Einsprüche entscheidet die Stadtverordneten-Bersammlung. Um nicht seines Wahlrechts verlustig zu gehen, ist es Pflicht jedes Bürgers, sich davon zu überzeugen, daß sein Name in die Wählerliste eingetragen ist. Wer die Einsichtnahme jetzt versäumt, kann sehr leicht am Tage der Wahl rechtlos dastehen und zum Siege des Gegners indirekt mit beitragen. Wir mahnen daher dringend zur genauesten Kontrolle der Wählerlisten. Bei der Ausübung der Kontrolle wird es sich empfehlen, die letzte Steuerquittung mitzunehmen, um, sollte die Eintragung der- säumt sein, sofort die Nachtragung in die Liste beantragen zu können. Möge niemand dersäumcu, dieser Pflicht nachzukommen, damit er im stände ist, sein Wahlrecht auszuüben. In den Wählerlisten sind vielfach Personen, die keinen eigenen Hausstand führen(Chambregarnisten. Schlafburschen usw.) nicht eingetragen. Es ist in allen solchen Fällen den Betreffenden nur zu rate», hiergegen schriftlich Beschwerde einzulegen und die Nach- traguug z« verlangen, damit der Stadtverordneten-Bersammlung Gelegenheit gegeben wird, eine Entscheidung zu treffen. Um denjenigen Wählem, die keine genügende Zeit zur Einsicht- nähme in die Wählerlisten übrig haben, die Sache zu erleichtern, haben sich untenstehende Parteigenossen bereit erklärt, Meldungen entgegenzunehmen, um dann für diese die Einsicht in die Wähler- listeu zu besorgen. Wir bitten, diesen Genossen die Legitimation (Steuerzettel, Mietskontrakt) auszuhändigen, dieselbe wird prompt und gewissenhaft wieder abgeliefert. Die socialdem akratischen Vertrauensleute. l. RcichStagS-WahlkreiS. t. Kommunal-Wahlbezirk, Stadtbezirke 1—10. Mörschel, Jüdenstr. 35. Gärtner, Molkenstr. 12. Rehen, Neue Friedrichstr. 1. D i e s e l e r, Stralauerstr. 16. Sommer, Grünstr. 21. Preutz, Neue Friedrichstr. 20. K. Lankow, I. Saß. Fr. Zubeil, K. L ü d k e. A. Quandt, kl. RcichStagö-WahlkreiS. Schuhmacher, Restaurateur, Königgrätzerstr. 86, pari. Markgrafenstr. 102. Lindenstr. 106. Zossenerstr. 10. Belle-Alliancestr. 74. Schröder, Cigarrengesch., Kreuzbergstr. 16. Wichert, Restaurateur, Großbeerenstr. 54. Fiebelkow,„ Marsch,. Zerbe. H. Werner,, Schulz,. Dorkstr. 30. Steinmetzstr. 5. Lützowstr. 7. Bülowstr. 59. Prinz Albrechtstr. 8. ni. Reichstags- Wahlkreis. 16. Wahlbezirk. Lindemann, Moritzstr. 9. G ö t t e, Restaurateur, Brandenburgstr. 18. Flick,« Simeonstr. 23. Li er., Alte Jakobstr. 119. 19. W a h l b e z i r k. M c s ch a, Cigarrenhaudl.. Adalbertstr. 24(Ecke Engel-Ufer). Humbser, Restaur., Köpiiickerstr. 73. Richter,, Franzstr. 1(Ecke Schmidstraße). Lenz,. Alte Jakobstr. 69. I?. ReichStagS-WahlkreiS. 0. 20. Kommunal-Wahlbezirk. Tab Bert, Gastwirt, Grüner Weg 14. G o r n,„ Markusstr. 23. E. Köpnick,„ Schilliugstr. 30a. C h r. Schultz, Cigarrengeschäft, Blumenstr. 14. F. M e r k o w s k y, Gastwirt, Walluertheaterstr. 20. 21. Kommunal-Wahlbezirk. F. Wille, Gastwirt, Andreasstr. 26. B u t s ch k e.- Krautstr. 36. Richter, Cigarrengeschäft. Stralauer Platz 15a. N e ii m a rni, Gastwirt, Mühlenstr. 49a. Martins,, Laugestr. 90. 26. Kommunal-Wahlbezirk. Otto Franke, Gastlvirt, Pallisadenstr. 9. W i e d e m a n n,„ Friedenstr. 67. Mühle, Gastwirt, Koppenstr. 41. T h i e l k e.. Pallisadenstr. 52, Ecke Friedcnstraßc. Jonas., Elbingerstr. 9. Badtg e.„ Tilsiterstr, 48. Wendtland, Cigarrengeschäft, Marienburgerstr. 32. 27. Kommunal-Wahlbezirk. K a r l S p ä t h, Gastlvirt. Georgenfirchstr. 65. Steuer,„ Weinstr. 22. Schulz.. Höchstestr. 30. H a f e I o f f,. Landsbergerstr. 8. W i Ich. Späth.„ Weinstr. 28. R e ul, Cigarrengeschäft, Barnimstr. 42. Eichhorn, Gastlvirt, Greifswalderstr. 3. W i I l n e r,, Winsstr. 59. B ergau, Christburgerstr. 24. IV. ReichStags-WahlkreiS. S.-O. 15. Kommunal-Wahlbezirk, umfassend die Stadt- bezirke 109—113. Im Stadtbezirk 109: Karl B ä ß le r, Restaur., Lübbenerstr. 1. „„ 110 u. III: Fritz G o l z, Rest., Grünauerstr. 3. „„ 112a u. 112b: Karl Kubisch, Rest., Forsterstr. 17. „, 113: Anton Seidler, Rest., Ratiborstr. 16. V. ReichStags-WahlkreiS. 30. Kommunal-Wahlbezirk. Mercker, Bergstr. 10. Hoppe, Ackerstr. 145. W i t t s ch o w. Kleine Hamburgerstr. 26/27, Gründer, Johannisstr. 9. Brinkmann, Große Hamburgerstr. 9. I ä ck e l, Monbijou-Platz 10. 27.' Kommunal-Wahlbezirk. Will n er, Winsstr. 59. B e r g a u, Christburgerstr. 24. Eichhorn, Greifswalderstr. 3. Wilhelm Späth, Weinstr. 23. Jakob Reul, Barnimstr. 42. VI. K a r l B a ch st e i Döring, Max Faber, A. F a b r a, Karl Fischer, Otto Fischer, Jllhardt, Lorenz, May. Petri, Johann Pfar R e n f e r, R o w e, Schreiber, Mendt, Reichstags-Wahlkreis. Moabit: n, Restaurateur, Salzwedelerstr. 16. „ Thurmstr. 72. » Stephanstr. 11. Waldstr. 57. „ Bensselstr. 9. „ Beusselstr. 66. „ Stromstr. 46. „ Sickingenstr. 43. „ Rostockerstr. 12. „ Emdenerstr. 2. Putlitzstr. 10. Beusselstr. 23. Beusselstr. 62. , Huttenstr. 7. „ Rostockerstr. 29. Wedding und Oranienburger Vorstadt: Fr. Bergmann, Restaurateur, Pasewalkerstr. 3. > ä r s ch, W. B rö s i cke, Ad. D o b a t, Aug. D o y e, F. G l e i n e r t, Franz Gleinert, Benih, R a a b e, Heryi. Kralvczack, S ch u l tz e, Alb. Seidel, Herm. T a u s ch e I, Dronthcimerstr. Ib. Tegelerstr. 26. Sellerstr. 3. Müllerstr. 32 a. Müllerstr. 7 a. Schulstr. 29. Colbergerstr. 23. Müllerstr. 159 a. Gerichtstr. 80. Gerichtstr. 19. Wiesenstr. 29. Rosenthaler Vorstadt und Gesundbrunnen: Karl Bloßfeld, Schlächterladen, Hnsfitenstr. 21. Otto Brückner, Gartenstr. 63. F i ck i n g e r, Usedomstr. 22. Karl Helbig, Barbier, Usedomstr. 9. Otto I a n i s ch(früher Kerber), Brunnenstr. 74. � Lorenz, Voltastr. 43, im Laden. Fritz L i e tz k e, Brunnenstr. 86, im Laden. Gustav Pape. Barbier, Gerichtstr. 80, im Keller. Bernhard Steinhauser, Grenzstr. 4, pt. Karl Walter, Cigarrengeschäft, Hussitenstr. 35. Schönhauser Vorstadt: Fellechner, Weitzenburgerstr. 29, im Laden. G r o b l e r, Restaurateur, Franseckistr. 12. G u b i n,» Prenzlauer Allee 232. Kiesel,„ Weißenburgerstr. 53. - Lamprecht,„ Wörtherstr. 39. P i n n e r, Cigarrengeschäft, Tresckowstr. 36. E ni i l Schmidt, Restaurateur, Tresckowstr. 22. S i e b e r t,. Wörtherstr. 15. Wir bitten unsere Parteigenoffrn diese Bekanntmachung aufzuheben. StvAßenvevzeichnis der Sntdtverordncte»- Wahlbezirke der dritte» Abteilung, i» welche« eineNachwahl zu erfolgen hat. 1. Wahlbezirk, umfassend die Stadtbezirke 1—10. 1. Bischofstr. 2—27, Burgsir. 1-7, Heilgcqciststr 23-25, Hoher Stein- wea Jiidensir. 1-11 u. 55-69, Königstr. 1-25 u. 41-69, Martenkirchhof 5-11, Molkenstr. 8 u. 9, Nikolaikirchgasse 1-4, Nikolaikirchhof 1-3 und ] 0— 14, Poststr. 1-15 u. 21-31, Kleine Poststr. 1-7 u. 9-13, Probststraße, NathauSstraste, SieSerstr. 3-18, Spandaucrstr. 18-38 u. 47-63». 2. Eicrgaste, Großer Jiidenhof, Jüdenstr. 12-54, Am Kröges, Molken- markt, Molkenstrnstc aus'chl. 8 u. 9, Nikolaikirchgasse 5-8, Nikolaikirchhof 4 bis 11, Parochialstraßc, Poststr. 16-20», Spandaucrstr. 39-46, Stralauer- straße 16—46. 3. Alcranderstr. 18, Neue Friedrichstr. 1-20 und 83-109, Grunerstraße von der Stadlbahn bis zur Neuen Friedrichstraßc, Älosterstraßc 30- 78, Königstr. 26», Siebcrstr. 1 n. 2, An der Stralauerbrücke,«stralauerstr. 1 bis 1- u. 47-58, Kleine Stralauersiraße, Waisenstraßk. 4. Bischofstr. 1 u. 28, Neue Friedrichstr. 21-42 u. 64-82, Gvntard- straße, Kaiser Wilhclmstr. 10-15 u. 22-32, Kalandsgaffe, Klostcrstr. 1-2, 4-29 u. 79-101, Königskolonnaden, Königstr. 26 u. 27-40, Marien- kirchhof 12-23, Neue Gaste, Panoramastraße, Rochstr. 7-14. Schuiale Gasse 3-5, Spandauerbrücke 1-3 u. 10-16, Stadtbahn- Bahnhof „Alexanderplatz". 5. Burgstr. 8-31, Neue Friedrichstr. 43-63, Hinter der Gamison- kirche, Hcidereutergaste, Heiligegeistgasse, Heiligegeiststraße ausschl. 23— 25, Kaiser Wilhelmstr. 1-9 u. 33-49, Klosrerstt. 3, Manenkirchhof 1--4, Neuer Markt. Kleine Poststr. 8, Kleine Präsidentenstr. 6 u. 7, Nene Promenade 9 n. 10, Noscnstraßc, Schmale Gaste 1—2 u. 6—8, Spandauerstr. 1—17 u. 64 bis 81, Stadtbahn-Bahnhof„Börse", St. Wolfgangstrabe. O. Breitestrahe, Briiderstraße, Cantianplatz, Fricdrichsgracht 51—62, Gertraudtenstr. 1, Kleine Gertraudtenstr. 2, Am Lustgarten, Am Miihlen- graben, Neuniaimsgasse, Museumstratze, Kleine Mnseunistraße, Pctrtplatz, Scharrenstraße, An der Schleuse, Das königl. Schloß, Schloßfreiheit, Schloß- platz, Spreestraße, An der Stcchbahn._,... 7. Fischerbrücke, Fischerstraße, FriedrichZgracht 1-16, KSll, nscher Fisch- markt, Köllnischestraße, Mühlendamm einschl. Schleufengebaude u. Mühlen- weg, Schomsteinfcgergasse 1-3 u. 5-8. L 8. Friedrichsgracht 17-50, Gertraudtenstr. 2-27, Kleine Gertraudten- straße 1 u. 3-5, Grünstraße, Pettistraße, Rittergasse, Roßstraße, Schornstein- fegergaffe 4. 0. Kleine Jägerstraße ausschl. 1, Kreuzstraße, Knrflr. 14-26 u. 30-40 Kleine Kurstr. 1-8, 10-12 u. 18, Alte Leipzigerstraße, Niederwallstr. 5-23 u. 26-38. Oderwasserstt. 10-14, Rauleshof. 10. Adlerstraße, Falkoniergasse, Am Festungsgraben, Französische» straße 33b— 33s, Hinter dem Gießhause, Hansvoigtei-Platz, Holzgartenstraße, Jägerstr. 32— 44, Kleine Jägerstr. 1, Jerusalemerstr. 23—24, Gasse hinter dem Kommandanwrgebäude, Kurstr. 1—13 u. 41—51, Mohrenstr. 37» bis 40, Mollersgasse, Nicderlagstraßc, Niederwallstr. 1—4 u. 39, Oberwallstraße, Prinzengasse, Schinkel-Platz, Unterwasserstraße, Werderscher Markt, Wcrdersche Rosenstraße, Werderstraße, Am Zenghause, Hinter dem Zeughause, Platz am Zenghause. 3. Wahlbezirk, umfassend die Stadtbezirke 21—23, 25—30. 81. Anhaltstraße, Kochstr. 75, Königgrätzerstr. 118—125, Prinz Albrechtz straße, Wilhelmstr. 28-42, 43-56 u. 82-115. 88. Friedrichstr. 44— 55 u. 200—208, Kransenstr. 1, Mauerstr. 1—7 u. 73—95, Schützcnstr. 1—6 u. 70—79, Wilhelmstr. 42», Zimmerstr. 1—24 U. 78-100. 83. Charlottcnstr. 13-22 u. 73-82, Markgrafenstr. 21-30 u. 66-78 Schützenstr. 6»— 24 u. 52—69, Zimmerstr. 25—41 n. 55—77. 25. Jerusalemerstr. 59-66, Junkerstr. 2-21, Kochstr. 22-39 u. 43-58, Lindenstr. 20—37 u. 69— 88, Markgrafenstr. 17—20 u. 79—84, Oranienstr. 99, Ritterstr. 60, 86. Charlottenstr. 2-5, 8-12 u. 83-98, Friedrichstr. 30-43 u. 209 bis 223, Kochstrahe 1—21 u. 59—74, Puttkamerstr. 2-22. 87. Besselstraße, Charlottenstr. 1, 6—7 u. 99, Encke-Platz, Friedrich- straße 18—29 und 224—234, Hollmannstr. 19, Junkerstr. 1, Lindenstr. 13—19 u. 89—98, Markgrafenstr. 1—16 u. 85—107. 38. Belle-Alliance-Platz, Friedrichstr. 1—17 u. 235—251, Gitschiner- straße 109—113, Königgrätzerstr. 71—74, Lindenstr. 1—12 u. 99—116, Neuem burgerstraße 1 u. 42, Wilhelmstr. 1 u. 148. 8». Puttkamerstr. 1 u. 23, Wilhelmstr. la-27 u. 116-147. 30. Hedemannstraße, Königgrätzerstr. 75—117. 6. Wahlbezirk, umfassend die Stadtbezirke 40—42, 60—53, 56. 40. Flottwellstr. 1—8, Karlsbad ausschl. 1, Kürnerstr. 1 u. 26, Lützowstr. 1-23 u. 92-113, Potsdamerstr. 121, 121»-121st u. 123b, Schönebergcr User 5—25. 41. Demiewitzstr. 1, Flottwellstr. 9—18, Körnerstr. 2—25, Steglitzer- straße 1—24 u. 64—94. 48. Blumenthalstr. 20, Demiewitzstr. 2—9 u. 33—38, Kurfs» rsteustr. 1 bis 28 u. 153—173». 50. Bernburgerstr. 18, Eichhomstr. 6 u. 7, Hafen-Platz 10, Königgrätzerstr. 13—17, Königin Augustastr. 1—5, Köthenerstraße, Linfftr. 1—45, Potsdamer Plötz 3—6. 51. Aökaiiischer Platz 1—4, Bernvurgcrstraße ausschl. 18, Dessaucr- straße, Hafen-Platz ausschl. 10, Königgrätzerstr. 18— 35, Schönebergerstr. 1— 13. 58. Askanischer Platz 5—7, Bahnhofstraße, Großbeerenstr. 1, Hallesche- straße 1—15, Hallesches Ufer 32 vis Ende, Kleinbeercnslr. 12 u. 13, König- grätzerstr. 36—52, Möckernstr. 1—25 u. 124—147, Schönebergerstr. 20— 34. "53. Großbeerenstr. 2—9 u. 86—96, Halleschestr. 16—28, Hallesches Ufer 1—31, Klcinbcerenstraße ausschl. 12 u. 13, Königgrätzerstr. 53—70. 56». Hornstr. 14, Litckenwalderstraße, Möckernstr. 26—50«. 93—123, Schür bergerstr. 14—19, Schönebcrger Ufer 1—4, Tcltowerstr. 38, Teutpcl- hoscr User 25—37, Trebbinersiraße, Wartenburgstr. 15 u. 15». 561». Baiitzencrstrabc, Großgörschenstr. 21—29, Katzlerstraße, Bork- straße 35—42 u. 49—57. 7. Wahlbezirk, umfassend die Stadtbezirke 54, 55, 57—63. 54. Nordseite der Baruthcrstraße, Belle-Alliancestr. 1—12 u. 91—107, Blücher-Plotz 1—2 n. Hallesche Kirchhöfe, Lankwitzstraße, Teltowcrstr. 1—11 u. 63—65, Tempelhoscr Ufer 1—6», 55. Großbeerenstr. 10—18 u. 77—85, Tcltowerstr. 12—37 u. 39—62, Tempelhoscr Ufer 7—24. 57. Großbeerenstr. 19—27» u. 63— 76, Wartenburgstr. 1—14 u. 16—29. 58. Hornstraße ausschl. 14, Wartenbnrg-Platz, Aorkstr. 1—14 u. 80 bis 90. 59. Belle-Alliancestr. 13—26, Großbeerenstr. 28—41 u. 43—62, Hagel- bergerstr. 1—16 u. 41—57, Uorkstr. 79. 60. Hagclbcrgerstr. 17—40, Möckemstr. 51—92, Uorkstr. 15—24 und 65—78. 61. Kotzbachstraßc, Kreuzbergstr. 26—59 sowie die Verlängerung bis zur Straße C., Möckernstraße von Kreuzbergstraße bis zur Weichbildgrenze(West- scite), Platz L., Straße Ö., Straße v(Abth. HI.) von Möckernstraße westlich, Uorkstr. 25—34 und 58—64. 68. Belle-Alliancestr. 27—52, Großbeerenstr. 42, Kreuzbergstr. 1—25, 60— 78 und Victoriapark. Lichterfelderstraße, Möckernstraße von Kreuzbergstraße bis zur Wcichbildgrcnzc kOstseite), Kleine Parkstraße, Straße D (Abth. III.) von Möckernstraße östlich, WiihelmShühe. 63. Belle- Alliancestr. 53—90, Fidicinstr, 1 und 45, Gneisenailstr. 1, Am Tempelhoferberg(Westseite). 15. Wahlbezirk, umfassend die Stadtbezirke 109—113. 169. Görlitzerstr. 62—72, Liibbencrstraße, Skalitzerstr. 47—62, Wrangel- straße 39. 116. Gloganerstr. 1 imd 34, Görlitzerstr. 1—28, Görlitzer Ufer 17 bis 20. Liegnitzerstr. 43, Ratiborstr. 1 u. 21, Skalitzerstr. 46b, Spreewald- platz, Wendenstraße, Wienerstr. 16—21, 24—33, 33k— 39 u. 41—62. Zu diesem Bezirk gehört das Görlitzer Eisettdahn-Enipfaiigsgebäude und der Görlitzcr Bahnhof. 111. Grüna iierstraße, Kottbuser Ufer 21—23, Rcichenbergerstr. 55 bis 63» ii. 127-136, Wienerstr. 22 und 23. 118». Forsterstr. 1—10» u. 47—58, Liegnitzerstr. 12, Reichenverger- straße 111—126, Wienerstr. 33». 118b. Forsterstr. 11—46, Kottbuser Ufer 12—20, Liegnitzerstr. 13 u. 14, Reichenberzerstr. 64—70. 113». Kottbuser Ufer 5—11, Liegnitzerstr. 1—11 u. 15—42, Reichen- bergerstr. 77—85 ii. 105—110, Wienerstr. 40. 113b. Gloganerstr. 2—33, Görlitzcr Ufer 21—28, Kottbuser Ufer 1—4», Ratiborstr. 2—20, Rcichenbergerstr. 86—104. 16. Wahlbezirk, umfassend die Stadtbezirke 114—121. 114. Fürsteusir. 1 U. 24, Gitschinerstr. 32—70, Luisen-Ufer 47—57, Prinzcnstr. 1—5, Wasscrthorstr. 1—16 it. 58—70. 115. Brandenburgstr. 1—2 u. 82, Gitschinerstr. 19—31 it. 71-.85, Moritzstr. 1-11 u. 14-24, Prinzcnstr. 6-16 u. 103-119, Sedan-Ufer von Bärwnldbrücke bis zur Engl. Gasanstalt einschl., Wasscrthorstr. 17 u. 56—57. 116. Brandenburgstr. 3—17 u. 64—81, Moritzstr. 12—13, Wasserthor- straße 18—55. 117. Alcxandrinenstr. 1—13 u. 117»— 128, Gitschinerstr. 1—18 u. 86 bis 103, Neuenburgerstr. 20»— 21, Sedan-Ufer von der Englischen Gas- anstatt bis zur Gitschinerstraßc. 118. Hollmannstr. 13-18 u. 20-28, Alte Jakovstt. l-lo, 137-147 U. 166—175, Neuenburgerstr. la— 20 u. 22—41. 119. Alexandrinenstr. 14—18» n. 113—117, Hollmannstt. 1—12 u. 29 biS 43. Simeonstr. 1—14 u. 18—32. 180. Keilnerstraße, Alte Jakobstr. 2-26 u. 118-136, Ritterstr. 52-59 u. 61—69, Simeonstr. 15—17. 181. Alexandrinenstr. 19—37» u. 92—112, Mothicustr. 10 u, 11, Ritter- straße 37-51 u. 70-84. 19. Wahlbezirk, umfassend die Stadtbezirke 136—142. 136. Nene Jakobstr. 1—14 und 17—28, Jnselstr. 13 und 13», Neander- straße 2—16 und 19—37, Schäferstr. 2—14, Schmidstr. IIb— 36. 137. Franzstr. 1—19, Josefstt. 1—15, Michaelkirchplatz 17—24, Schmid- straße 1—11» und 36»— 46. 138. Adalbertstr. 24-34 und 57-66, Engel-Ufer 6b-21, Melchiorstrabe 1—46, Michaclkirch-Platz 1—12. 139. Adalbertstr. 35—56, Engel-Ufer 1—6», Köpenickerstr. 30—44 und 129-142. 140. Köpenickerstr. 45-59 u. 119-128, Michaelkirch- Platz 13-16, Michaelkirchstraße, Wustcrhausenerstt. 13 u. 14. 444. Köpenickerstr. 60—75 u. 105—118, Ohmstraße, Rungestr. 12—27, Wustcrhauscnerstr. 1—12 u. 15—21. 148. Brückcnstr. 1-16, Jnselstr. 1-lb u. 10-12, Am Köllnischen Park, Köpenickerstr. 76—104, Neanderstr. 1 u. 38, Rungestr. 3— 11» u. 27» bis 37, Wasscrgasse. 20. Wahlbezirk, umfassend die Stadtbezirke 146—148, 160, 161, 201. 145. Alexaudcrstr. 8—17 u. 20»— 36», Blumenstr. 1 u. 84, Holzmarkt- traße 73, Kaiserstr. 26, Magazinstr. 12 u. 12», Schicklerstraßc, Straße An >cr Stadtbahn 1—15, sowie die Stadtbahnbogen Nr. 73—92. 146. Blankenielderstr. 1 u. 15, Blumenstt. 75, Gr. Franksurterstr. 70, Kleine Frankfurterstr. 1—9 u. 20—25, Kaiserstr. 1—24 u. 27—48, Magazin- straße 1—11 u. 13—19, Schillingstraße. 147. Blumenstr. 2-2», 59-74 u. 76-83, Grüner Weg 1-13» u. 114 bis 125, Jfflandstr. 1— 11, Markusstr. 45—46, Marstliusstr. 9—15, Walluertheaterstr. 13—34. 148. Alexanderstr. 19 u. 20, Holzmarktstr. 1—18, 52—55 it. 68—72, A» der Jannowitzbrückc, Markusstr. 54, An der Michaelbrücke(Westseite), Raupachstraße, Wallnertheaterstr. 1—12 u. 35—45, Stadtbahn-Bahnhos Jannowitzdrücke". 150. Grüner Weg 14-22 u. 102-113, Krcmtstr, 11-13 u. 16— 16 a, Mnrkusstr. 1—14 u. 47—53, Kleine Markilöstraße. 151. fBlumeuflt. 27—34 u. 51a— 58, Shoutfir. la— 10, 47—52 u. B4a bis 55a. Mnrkusstr. 15—28 u. 31—44. 201. aiffßnicrplmj, Alcxanderstr. 1—7, 37—52 u. 69—71, Georgen: kirchplntz 33—34, Grunerstraüe von Aleronberplatz bis zur Stadtbabn, Kaiserslr. 25— 25a, Arn Kbuigsgraben 1 n. 20—22, Neue Künigstr. 44—49, Änrzcstr. 1—19, Landsbergerstr. 60— 67, Prenzlaucrstr. 32 u. Z2a, Alte Schützensir. 8—16, An der Stadtbahn 16—22, Stadtbahnbogen 93—117. 21. Wahlbezirk, umfassend die Stadtbezirke 149, 162—166. IIS. AndreaSstr. 68, Holzinarktstr. 19—24 u. 43—51, Krautstr. 23—29 u. 30a— 34a, Langest!. 1-27 u. 82—110, An der Michaclbrllcke(Osiseitc). 162. Aiidreasstr. 29—44 u. 47—59, Blumenstr. 34a— 41 u. 43--51, Grüner Weg 89—90, Krautstr. 53—54. 163. Andreasplatz, Andreasstr. 60, Kleine Andreasstrahe, Grüner Weg 23-31 u. 91-101, Krautstr. 13-15a, 17-22 n. 35-46. 164. AndreaSstr. 14-28 u. 61-67, Grüner Weg 32—44 u. 75-88, Langestr. 29—35 u. 74—81. 163. Andreasstr. 1-13 n. 69-79, Breslauerstr. 1-14 u. 18-33, Holzinarktstr. 25—42, Krautstr. SO, Langestr. 28, An der Schillingbrücke(West- liche Seite), Stralauer Platz 24 u. 28. 166. Breslauerstr. 15-16, Am Schlesischen Bahnhof, Fruchtstr. 1-3 u. 83—86, Koppcnstr. 1— 3a u. 96—101, Mühlenstrahe auSlchl. 1, RuminelS- burgcr Platz, An der Schillingbrücke(ostliche Seite), Stralauer Platz 1—23 u. 29—35. LS. Wahlbezirk, umfassend die Stadtbezirke 157, 160, 189—193. 157. Fried eustr. 36—44 u. 96—103, Landsberger Platz, Strtusberger- praste 1—8 n. 36—52. 160. Diestelmeyei-strahe, Fricdenstr. 50—73 u. 83—88, Koppcnstr. 41 vis 49, Lüwestr. 16—17, Pallisadcnstr. 39—50 n. 53—65, Pufcndorfstrahe, Ztichthofcnstrahe, ausschliestlich der Eckgrimdstückc an der Tilsiterstrafzc, Eck- grundstrückc der Strasse 47 a und der Nichthofcnstraste. 189. Bardelcbenstraste, Eckgrundstllcke der Eckert- u. Forndorferstrasze, Eckgrundstücke der Cbclingstraste u. Pctersburgerstrahr, Elbingcrsiraße, süd- liche Seite, von Straße 25(Verlorener Weg) bis Landsberger Allee, Am Jriedrichshain 1—39, der Fricdrichshain, Eckgnmdstücke der Hcidcnscldstraße n. PeterSburgerstrahe, Kochhannflrahe von Tilflterstraste bis Petersburger- strahe, Landsberger Allee 1—41 n. 138—100, Langenbeckstrahe, Eckgrundstücke der Matternstrahe u. Pctersburgerstrnste, Matthiasstrahe, Petersburger Platz, Petersburgerstr. 19—72, Pintschstrahc, Wilhelm Stolzestrabe, Eckgruudstückc der Richthofcnstrahe u. Tilsiterstrahe, Straße 1 von Strohe 2 bis Straße Am Friedrichshain, Straße 25(Verlorener Weg) von Straße 2 bis Eibingerstrahe,(sümtlich Abt. XIIIH, Strahmannstrahc von Tilsitcr- bis Petcrsburgerstraße, Tilsiterstr. 19—76, Virchoivstrahe, Werncuchcucrstrahe, Zorndorfcrstr. 15—24, 39a u. 42—49. ISO. EotHeniusstraße, Ebclingstraße, anSschliehlich der Eckgrundstücke an der Petersbnrgerstrahe, Elbingerstrahe, nördliche Seite von Strohe 25 (Berloreuer Weg) bis Landsberger Allee, Hcidenfeldstrahe, aiiöschliehltch der Eckgrundstücke an der Petersburgerstrahe, Kochbannstrahe von Petersburger- strahe bis Straße 48, Landsberger Allee 42 bis üstlicb zur Ringbahn und von derselben westlich bis 137, Mattenistraße, ausschließlich der Eckgrund- stücke an der Petersburgerstrahe, Olivaerstrahe, Platz X, Strahe LI von der Elbingerstraße bis Straße 28, Straßen 21 a, 28, 28 a, Straßen 16 u. 25 (Verlorener Weg) von Elbingerstrahe bis Ringbahn(Abt. XIJI1), Straße 48 (Abt. XIII2), Straß niannstrahe von Petersburgerstraße bis Straße 48 Thornerstraße, Zorndorfcrstr. 25—39 und 40—41. 191. Landsberger Allee von der Ringbahn bis zur Weichbildgrenze, Platz X, Straße 15 von Straße 25(Verlorener Weg) bis zur südöstlichen Weichbildgrenze, Straße 16 von der Ringbahn bis Straße 15, Straßen 17, 18, Straße 21 von Straße 27 bis Straße 15, Straßen 22, 23, 24, 24a, 26, 27(Abt. XIIIH, Straße 51(Abt. XIII2), Thärstraßc nördlich von der Ring- bahn, Verlorener Weg von der Ringbahn bis zur Weichbildgrenze. 19S. Greifswalderstr. 80a-1lll, Platz 0(Abt. XIII1), Platz F (Abt. XII), Straße 10, Straße 11 von der Ringbahn bis Straße 15, Straßen 12, 13 n. 14, Straße 15 von(tzretfSwalderstraße bis zum Vor- lorenen Weg,(Straße 25), Straße 38(Abt. XIII1), Straßen 19 u. 20 von Prenzlauer Allee bis Greifswalderstrahe, Straßen 22, 23 u. 32(Abt. XII). 193. Christbnrgcrstr. 4—53. Danzigerslr. 32—65, Dicsterwegstraße, Elbingerstrahe von Greisswalderstr. bis Straße 25(Verlorener Weg), Fröbelstr., Greifswalderstr. 33—80 u. 162—205, Marienburgerstr. 2—48, Platz(4, Stargarderstr. 40—49, Platz A, Straße 1 von Straße 2 bis Straße 4, Straßen 2, 3, 4, 5, 7, 8 u. 9, Straße 11 von Straße 9 bis Ringbahn (Abt. XIII1), Winsstraße von Marieuburgcrstraße bis Stargarderstraße. 27. Wahlbezirk, umfassend die Stadtbezirke 184—188, 194, 195. 184. Barnimstr. 1 u. 50, Höchstestr. 25-26, Landsbergerstr. 7—19 und 101— 116a. Lichtenbergersir. 1-9 u. 12-22. 185. Frledensti. 21-35, Höchstestr. 17-24 a. 27-39, Landsbergerstr. 1 bis 6 u. 117— 120a, Ltchtenbcrgerstr. 23. 186. Barnimstr. 2-9 u. 43-49, Büschingstraße ausschl. 17, Frieden- straße 20 u. 20a, Höchstestr. 16, 40, 40a u. 41. 187. Barnimstr. 10, 41a u. 42, Fricdenstr. 14—19, Höchstestr. 9—15 u. 42-46, Weinstr. 1-19 und 22-32. 188. Barnimstr. 11—25 u. 29—41, Flicdcrstr. 1 u. 17, Frieden- straße 9—13. Georgenkirchstr. 1—9 u. 59—70, Höchstestr. 1—8 u. 47—51. 494. Am Friedrichshain 40, Greifswalderstr. 1—32 it 206—234, Heinersdorferftr. 3-31, Jmmanuellirchstraße, Winsstraße von Heinersdorfer- bis Marieuburgcrstraße. 495. Barnimstr. 26—28, an der BartholomäuSkirche. Fricdenstr. 1—8, Gollnowstr. 1 u. 43, Neue Königstr. 1— 19o u. 76-95. Meyerbeerstr. 1—4 und 14. 30. Wahlbezirk, umfassend die Stadtbezirke 210—215, 255, 256. JJIO. Gipsstr. 13, Hackescher Markt 1—5, Monbijou- Platz 12, Große Präsidentenstraße, Kl. Prastdentenstr. 1—5, Neue Promenade 1—8, Rosen- thalerstr. 25—53, Neue Schonhanserstr. 2—20, Sophienstr. 11, Epandauer Brücke 4—9, An der Stadtbahn 41—51, Stadtbahnbogen Nr. 132—147, Mcinmcistcrstr. 1 u. 2a, Am Zwinigraben. LH. Artillericstr. 19—21, Gr. Hamburgerstr. 12—33, Krausnickstraße, Monbijou-Platz 1—11, Oranicnburgerstr. 1—33 u. 70—92, Ueberfahrtsgasse, Ziegeistr. 14—23. 212. Augnststr. 28, 29 u. 32 a, GypSstr. 1-17 a, 19-23 a u. 27-32, Gr. Hainburgcrstr. 1—11 u. 34—41, Sophienstr. 1—10 u. 12—35. 213. Ackerst!. 1 it. la, Augnststr. 30—40 ausschl. 32a u. 46—53, Kleine Augnststr. 8— 14a, Elsasserstr. 82—97, Gypsstr. 23b— 26 u. 33, Joachimstraße, Linienstr. 76—89 u. 195—202. 214. Ackerstr. 172—174, Auguslstr. 26—27 u. 54— 64a, Kleine Auguststraße 1— 7a, Elsasserstr. 68—31, Kl. Hamburgerstraße, Koppen-Platz, Linien- straße 93-106 u. 160-194. 215. Artillericstr. 4— 12 u. 22— 34, Augnststr. 3— 25 u. 65— 88, Oranien- burgerstr. 34— 39 u. 64—69. 255. Ackerstr. 2-26, II. 144-171, Elsasierstr. 11. Jnvalidenstr. 158. 256. Bergstr. 1-29 u. 65-80, Elsasserstr. 12-15. 36. Wahlbezirk, umfassend die Stadtbez. 237—241, 243, 244. 237. Bclfortcrstr. 3—26, Colinarcrstr. 1 u. 4—5, Heinersdorfcrstr. 1—2 u. 32, Mülhausenerstraße, Prenzlauer Allee 17—32 u. 226—238. 338. Bclstirtcrstr. 8, Colmarerstr. 2—3 u. 6—9, Diedenhofcnerstr. 1— IIa, Prenzlauer Allee 224 u. 225, Rylesir. 1 u. 59, Straßburgerstr. 24—35, Tres- ckowstr. 21-38. 239. Belforterstr. 1—7 u. 27—30, Dicdcnhofenerstr. 12, TreSckow- straße 10—20, Welhenburgcrstr. 8—24 u. 63—84. 240. Marienburgerstr. 1, Prenzlauer Allee 33—40 u. 215—223, Ryke- straße 2—11 u. 49—58, Wortherstr. 14—24 u. 26—32. 241. Hoümeisterstr. 1 u. 32, Tresckowstr. 16—18 u. 39—40, Weißeu- burgerstr. 25—31 u. 62. Wörther Platz, Wörth erstr..2—13 u. 33—49. 243. Chorinerstr. 21 u. 22—64, Danzigerslr. 1, EberSwalderstr. 24, Franfcckistr. 1—8 u. 55, Kastanien-Allee 1 u. 93—104, Odcrbergerstr. 1—7 u. 61— 6L, Schönhauser Allee 19—45 u. 145— 172a, Tresckowstr. 2—6, Wörther- straße 1 u. 50. 244. Kastanien-Allee 2—35 u. 71—92. Odcrbergerstr. 8 u. 50—60. 38. Wahlbezirk, umfassend die Stadtbezirke 260—264, 277. 260. Hussitcnstr. 13 u. 14, Jaömunderstr. 1 u. 22, Stralsundcr- straße 14—59, Strelitzcrstr. 37—38, Eckgrundstücke der Wattstraße und Stral- simderstraße. 261 Bmnnenstr. 66—122, Grenzstrabe von Wicsensttaße bis Brunnen- straße, Gustav Mcyer-Allee, der Humboldthain, Jasmunderstr. 5 u. 6, Lortzingstr. 1 u. 43, Ramlerstr. 1 u. 38, Rügcncrstr. 1 u. 27 uscdoinstr. 1 bis 13 a u. 23—35, Doltastrahe von Jasmundcrst taste bis Bninncnstraße, Wattstraße ausschließlich der Eckgrundstücke mit der Stralsunderstrahc. 2616. Hussitenstr. 15—33, Jasmunderstr. 2—4 u..7— 21, Usedom- straße 14—22, Bollastraße von JaSmundersttaßc bis Hussitenstraße. 262. Grcnzstr. 7—10, Hussitenstraße von Scheringstraße bis Grenz- straße, Scheringstr. 2—11 n. 13—28. 263. Ackerstr. 77—116, Gartcn-Platz, Gattenstr. 59—78«. 94—95, HcrniSdorferstr. 12, Scheringstr. 1. 264. Ackerstr. 71—76, Fcldstr. 10—17, HermSdorferstr. 1—11, Hussiten- straße 34—63, Scheringstr. 12. 277. Gartcnstr. 79—93, Gerichtstt. 1— 9 a u. 79—86, Grcnzstr. 1—6 u. 11—21, Licscnstr. 6—15. 49. Wahlbezirk, umfassend die Stadtbezirke 273, 275, 276, 278. 305. 306. 273. Hessischestraße, Jnvalidenstr. 38— 49 u. 84—110, Kielerstr. 5, Platz am Neuen Thor, Schamhorststr. 1—10 u, 32—41, Augusta-Hospital und Jnvalidenhans. 275. Boyenstr. 1—45, Kielerstr. 1—4 u. 6—24, Scharnhorftstr. 11—31. 276. Boycnstr. 46, Ehauffeestr. 57—81, Neue Hochstr. 1—10 u. 25 bis 56, Liescnstr. 1— 5a u. 16—20, Schulzendorferstr. 9—19. 278. Dalldorfcrstr. 1-8 u. 38-41, Gerichtstr. 10-16 u. 71-73, Hoch- straße 47—49, Neue Hochstr. 11—34. 305. Fcimstr. 4»-(U, MülleZtr. 169-185, Am Nordhofen 1-8, Nord- Ufer von der Ringbahn bis zum Nordhafcn, Scllerstraße, Tcgelcrstr. 1—7 U. 55—56. 306. Dallborlerstraße von der Panke bis�cinickendorfcrstraße, Fenn- straße 1—4, Gerichtstr. 58, ÄMikclstraße. von Schulzcndorfer- bis Ravens- straße, Lindowcrsiraße, Müllcrstr. 1—4 u. 6—11, Ziettelbeckplatz, Siavene- straße, Rcinickendorscrstr. 1—8 u. 62—70, Schulzendorferstr. 1—8 u. 20—27, Wcddingplatz. 43. Wahlbezirk, umfassend die Stadtbezirke 290—292. 290. Bcufsclstr. 1—14, GotzkowSlystraße, Jogowstraße von Alt-Moabit biS Lcvctzowstraße, Alt-Moabit 35—79, Ottostr. 4—19, Turinstr. 61 u. 66, Zwiiiglistraße. 291a. Berlichingenstraße von Huttenstraße VIS Wittstockerstraße, Hutten- straße ausschl. Nr. 1. Rostockcrstr. 1—20 u. 39—56. 2916. Berlichingenstraße von Wittstockerstraße bis Sickingenstraße, Rostockcrstr. 21—38, Sickingenstraße, Straße 29(Abt. VI), Wittstocker- stttaße 2—26. 292». Beusselstr. 15—33«. 55a— 76, Huttenstr. I, Turmstr. 55—60 u. 62-65, Waldeiisrcrstr. 21-24, Waldstr. 1-15 u. 42-60. 2921». Beusselstr. 34—55, Siemensstr. 1—10 u. 43—50, Waldstr. 16 bis— 41, Wiclefstt. 27-28, Wittstockcrstr. 1 u. 27. 44. Wahlbezirk, umfassend die Stadtbezirke 293—298. 2S3. Birkenstt. 31—49, Brcdowstt. 14— 35, Brem erstr. 20—57, Emdenerstr. 16—38, Quitzowstr. 79—108, Siemensstr. 11—42, Straße 4a (Abt. VIII), Unionplatz, Wiclcfstr. 1—26 und 29—54, Wilhelmshaoencr- straße 17-46. 294. Emdenerstr. 1—14 und 39—54, Ottostr. 1—3 und 20, Turmstraße 36—54 und 67—85, Waldenserstr. 2—20 und 25—42. 295. Arminiusplatz. Sttaße Am Arminiusplatz, Bredowstr. 1—13 und 36—50, Brcmcrstr. 1—19 und 58—76, Bugenhageustraße, Jonasstraße, Tnrinstt. 28—35, Waldcnserstt. 1 und 43, Wilhelinshavenerstr. 1—16 und Sttomstr. 17—33 u. 35—48. 298. Birkenste. 17—30 u. 50—59, Havelbergerstr. 1—9 u. 30—40, Lübcckerstr. 25 u. 26, Perlebergcrstr. 32. Putlitzstraße, Quitzowstr. 109 u. 115, Salzwedelerstraße, Stendalcrstr. 11, Stephanür. 27—45, Stephan-Platz, Sttomstr. 33a u. 34. 43. Wahlbezirk, umfassend die Stadtbezirke 299— 301. 303, 304. 299. Havelbergerstr. 10—29, Pcrlebcrgcrstr. 51, Quitzowslraße 33—78, 110—114 ii. 116—128, Rathenowerstr. 28—49, Stcphanstr. 16—26 ii.46— 55, Stendalcrstr. 1—10 u. 12—23. 300. Perlcbergcrstr. 20—31 u. 43—50, Rathenowerstr. 50-63, Steil- dalerstr. 24, Straße 22a(Verl. Kruppstr.), Wilsnackerstr. 29—45. 301. Bandelstr. 12—31, Birkenstr. 1—16 u. 62—78, Perlcbergerstr. 42, Rathenowerstr. 64—68, Wilsnackerstr. 18—28 u. 46— 56. 303. Feldzeugmeisterstraße, Jnvalidenstr. 55a-56, Kruppstraße. Lehrterstr. 47— 58, Alnnoabit 10a u. 10b, Perlcbcrgerftr. 1-19 u. 52-60 Qtlitzowstr. 1-32 u. 129-140, Rathenowerstr. 1-49, Seydlitzsttaße. Stephan- straßc 1—15 und 56—67. 304. Haidestraße, Jnvalidenstr. 50-55, Lehrterstr. 1-46, Perlebcraer- straße 61-63, Straße 30(Abth. VIII), Süd-Ufer, Torfflr. 7-14 u. 32-35. 46. Wahlbezirk, umfasscud die Stadtbezirke 307, 308, 3lS bis 318. 307. Westliche Seite der Adolfstraße von der Gerichtstraße bis Plantngenstraßc, Antonflr. 1-9 und 42-49, Courbisre-Platz, Am Eaurbieie- Platz, Gerichtstr. 37—57, Müllcrstr. 12— 25a, Plantagcnstr. 24—37, Ruheplatz- straße. 308. Burgsdorsstraße, Lynarstraße, Müllerstt. 152—168, Nord-User von der Ringbahn biS zur Torfstraße, Sparr-Platz, Sparrstraße, Sprenge'- straße, Straßen 16 u. 17 von Triftstrahe bis Straße 13(Abt. X1), Tege>er- straße 8—54, Torfstr. 15— 17b, Triftstraße von Torf- bis Müllersiraße, Wiltdcnowstraße. 313. KoslineiPr. 10 ft. 11, Rcmickendorferstr. 20—29 u. 42—52, Schulstraße 40, Wicsenstr. 28—43. 316. Adolsstr. 10— 27a, Antonstr. 10—41, Mapstr. 1—12 u. 15—22 Plantagenstr. 9—23, Straße 64(Abt. X1). Prinz Engeiisiraße. 817. Adolsstr. 1—9, Gerickitstr. 29—36, Pankstt. 55 u. 56, Pasewalker- straße, Plantagenstt. 1-8 u. 38-44, Reinickendorfcrstr. 8a-19 n. 53-61 Wcbdingstr. 3-6. 318. KüSlinerstr. 1—9 u. 12—24, Gerichtstr. 17— L8 u. 60—70, Knnkcl- straße von Navciiesttaße bis Gcrichtsttaße, Paiilstr. 1— 6u. 48— 54, Wcddina- straße 1-2 u. 7—9. 47. Wahlbezirk, umfassend die Stadtbezirke 309—314, 325, 326. 309. Buchstraße, Föhrcrstraße, Nord-User von Sccstraßc bis Torf- straße, Seestraßc von Nord-Ufer bis Weichbildgrenze dem Nazarelh-Kirchhof gegenüber, Plätze A2 u. A° Sttaßcn 10a, I2b, Iba, 88, 88a, 88b u. 88c Straße 18a, Bon Straße 88o bis Straße 88, Straße 19a von Nord-Ufer bis Sttaße 88(sämtlich Abt. X1), Shlterstraße, Torsstr. 18—31, Tristkrabe von Torsstrabe bis Nord-Ufer. 310. Müllcrstr. 2g-41a u. 137-151, Nazarethklrchstraße, Platz V. Schulstr. 1—13 u. 119—127, Straßen 13, 14 u. 15; Sttaßcn 16 u. 17 von Straße 13 bis Seestraße, Sttahen 18a u. ISa von Straße 88 bis Müllerstraß» Straße 42(Abth. X1) von Turinerstraße bis Müllersttaße, Turinerstraße' Utrecbterstraße. 311. BarfuSstraße, HennigSdorferstraße von Seestroße bis zur Feldmark Reinickendorf einschl. Nr. 23, Müllerstt. 42-58 u. 116-136, Plätze E F u. G. Seestraßc von Reinickendorferstrahe bis zur Weichbildgrenze an der Jiingfcrnhctde, Straßen 20a, 26a u. 27a von Seestraßc bis Straße 23a Sttaßcm�a. 24a, 23a, 28a, 31, 32, 33, 35. 36, 37, 38, 40 und 41 312. Müllcrstr. 59—115, Platz N, Ofenerstraße, Schöningstraße Platz Z, Straße 20a von Sttaße 28a bis Müllersttaße, Straßen 21a, 22a 29, 30, 40a u. 86, Straße 26a von Straße 28a bis Feldmark Reinickendorf' Straße 27a von Sttaße 28a bis Straße 20a(Abt. X1). 313. Christianiastraße von Reinickendorfer- bis Schwedenstrabe Eyerziersttoße von Schulstraße Bis Seestraße einschl. Nr. 12 u. 13, Reinicken- dorserstr. 30— 37b u. 39—41, Schulstr. 40a— 102, Straße 67(Abt. X2) 311». Heimigsdorferstraße von Max- bis Seestraße(ausschl. Nr. 23) Liebenwalderstraße(ausschl. Nr. 1), Oudenarderstraßc. 3141». Hochstädtcrstraße. Lcopold-Platz, Liebenwalderstr. 1, Malplaauet- straße, Maxstr. 13 u. 14, Retnickendorferstr. 38, Schulstr. 14—39 u. 103—118 Sttaße 42(Abt. X1) von Turinrr- bis Malplaqnetstraße. 325. Erezierstraße von Uferstraße bis Schulsttaße ausschl. 12 u. 13 Schwcdenstr. 19, Straßen 60 und 64(Abt X2), Uferstraße. 3L6». Colonicstr. 15—142, Soldinerstr. 35—76, Stockholmerstraße von Christianiastraße bis Weichbildgrenze, Zechlinerüraße. 3261». Eolomeftr. 1—14 u. 143—151, Christianiastraße von Schweden- straße bis zur Panke, Drontheimerstraße, Schwedcnstr. 1-18(5. Höchster Preis. Goldene Medaille Höchster Preis. Goldene Medaille Carl Zobel Berlin SO., Köpniekerstr. 12i, 5 Ecke Michaelkirch-Strasse. Herren- nnd KnaR>en-Ci