te men ito cht im on, oll 113 10at der che die ent m Enn cr ich. en mits 7. er i. a= gd Die Die nig t.) bte lc. до ( 3. ſe" Don to. be dn ገበ ። am to" Bes n" b= ch. ner cr rl ich 111, Der gis Den em ten CO 30= cig. bei Der of Für id: ete ris Das 20. die en, ten e= fe. and hr au rinit Fen al10= EV Sozialdemokrat Sentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik / Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh Einzelpreis 75 Seller Rebattion u. Verwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Giegfried Taub- Verantwortlicher Rebatteur: Rarl Kern, Prag 18. Jahrgang Eine Woche der Siege Spanische Republikaner sichern Ihre Eroberungen Barcelona.( Ag. Efp.) In knapp fechs Engen hatte die am 25. Juli eröffnete strategische Offensive der Republikaner im Ebrobogen ihr primäres Ziel erreicht: die Ausfüllung des rund 700 Quadratkilometer großen Sektors, der im Norden, Osten und Süden vom Ebro umschloffen wird und dessen westliche, offene Seite in annähernd gerader Linie von Cherta im Süden auf Fayon im Norden verläuft. Die zweite Woche der großen Operation diente im wesentlichen der Sicherung, Säuberung und militärischen Nutzbarmachung des weiten eroberten Gebietes. Es kam vor allem darauf an, dem Gegner einen Raum zu versperren, den er als Basis für einen späteren Ausfall in der Richtung auf Tarragona vorgesehen und vorbereitet hatte. Während in der ersten Phase der Ebro- Offenſive jeder feindliche Widerstand glatt überrannt werden konnte, gela:: g es den Rebellen in der zweiten Woche, allerdings um den Preis der totalen Einstellung ihrer Operationen von Teruel, in der Richtung auf Sagunto, die Verteidigung an zwei Bunkten neu zu organisieren: bei Gandesa im mittleren Abschnitt und bei Pobla- Fayon auf dem äußerst nördlichen Flügel. Sonntag, 7. August 1938 Ein deutscher Militärflieger über tschechoslowakischem Gebiet Vom 20. Mai bis 6. August 74 Flüge über unsere Grenze! Prag.( Amtlich.) Heute Samsta g.] Eger eine Gruppe von drei Militärflug den 6. Auguft früh, überflog ein reichsbeut zeugen, deren eines das Zeichen D- OEX) trug: fches Flugzeug aus der Richtung von der 6. am 8. Juni überflog die mährische Grenze längs Gemeinde Branik in Preußisch- Schlesien die tscheder Thaya ein einmotoriger Zweideder: 7. am 9. Juni flog im Raume von Eger der einmotorige choslowakische Staatsgrenze. Das reichsdeutsche Zweideder D- ERS": 8. am 20. Juni landete Flugzeug überflog die Gemeinde Skro chow it in Bilfen das reichsdentidie Flugzeua D- JOS: auf tschechoslowakischem Gebiet und setzte den Flug 9. am gleichen Tage überflog ein reichsdeutsches entlang der Linie Troppau Flugzeug. dessen Balkenkreuz genau beobachtet werIä gerndorf nach Braunsdorf im Bezirk den konnte, Neumarfi: 10. am 23. Juni flog über Jägerndorf fort. Ueber Braunsdorf zog das Flug Lobendau bei Rumbura das reichsdeutiche Flugzeug zeug einen Kreis und flog dann ins innere D- AFOL: 11. am 28. Juni flog über Georgswalde der einmotorige Riveideder D- EXUM; 12, am 27. Gebiet der Tschech of lowakei. Juni I andete auf dem Kluavlab in Plan das Ungefähr nach zwei Stunden kehrte das reichsdeutsche Flugzeug D- ENG: 13. am 29. Juni Flugzeug auf dem gleichen Wege in Richtung auf überflog ein reichsdeutsches Flugzeug, dessen militäs die Gemeinde Branit nach Preußisch- Schlesien rische Zugehörigeit nach dem gut sichtbaren Balfenzurück. Die reichsdeutsche Nationalität des Flug- freuz feitgestellt wurde. Roßhaupt: 14. am gleichen zeuges wurde von der militärischen Luftpatrouille Tage wurde über Lobendau bei Rumburg ein dreimotoriger Tiefdeder wiederum mit dem militärischen und der Finanzwache in Strochowitz festgestellt. Balfenkreuz beobachtet; 15. am 1. Juli flog über Asch ein deutscher einmotoriger Tiefdeder militärischer Zugehörigkeit; 16. am 11. Juli wurde über unserem Gebiet ein reichsdeutscher Tiefdeder grüner arbe mit der militärischen Bezeichnung 83 vor dem Balkenkreuz festgestellt: 17. am 12. Juli überflog unser Gebiet ein Militärflugzeug mit dem Zeichen D- EONI und landete auf dem Militärflugplatz in Kuttenberg; 18. am 18. Juli wurde über Lobendau bei Rumburg ein schwerer dreimotoriger Tiefdeder grauer Farbe wiederum mit dem militärischen Abzeichen gesichtet; 19. am gleichen Tage flogen über tschechoslowakisches Sebiet im Staune von Beißaffer in Schlesien let Glaals- Militärflugzeuge. Es waren dies Meter über dem Boden flogen; 20. am 19. Juli flos einmotorige Tiefdecker grüngrauer Farbe, die nur 50 gen wiederum drei deutsche Militärflug zeuge über tschechoslowakisches Gebiet. Es waren dies graue zweimotorige Eindeder, die 100 Meter über dem Boden flogen. Brag. In einer Meldung des tschechoslowa tischen Pressebureaus heißt es: Die ausländische Propaganda benüßt das Ueberfliegen des Glazer Die feit acht Tagen im Stampfgebiet herr- Gebietes durch drei tschechoslowakische Flugzeuge schende tropische Hitze verbot Infanterieaktionen zu scharfen Angriffen gegen den tschechoslowali großen Stils. Das republikanische Oberkommando ichen Staat, seine Regierung und insbesondere die konnte diese durch Naturgewalt diftierte Zurück Armee. Sie beschuldigt die Tschechoslowakei einer haltung umso leichter hinnnehmen, als der Feind unverantwortlichen Kriegsheße und bezeichnet die bei Gandesa seit langem blockiert ist und nicht tschechoslowakischen Flieger als Halbidioten. Das mehr über gangbare Rüdverbindungswege ver- Tich. P. B. bemerkt dazu, daß in der Zeit vom just feu Worden bei Bobla- Yahun haben bie Ne 20. Mai bis zum 6. Auguſt gerteidigunge bon leverfliegung tidied of tomatidint& Walle fſtellen eingenommen, sondern fie besitzen dort auch gebietes durch reichsdeutſche Flugzeuge feſtgeſtellt eine hervorragende Basis für neue Offensiv- wurden, wobei die Flugzeuge in 71 Fällen aus operationen. Deutschland famen und wieder nach Deutschland Das gesamte Gebiet des Ebrobogens ist in zurückkehrten, während in den drei verbleibenden der Zwischenzeit in Würdigung seiner elementaren Fällen die Flieger sogar auf unserem Staatsstrategischen Bedeutung folide befestigt gebiet Tandeten. Nominativ werden 20 Fälle von worden. So hat die vorderste Kampflinie der Re- Verickungen der tschechoslowakischen Grenze durch publikaner mühelos dem konzentrierten Geschütz- reichsdeutsche Militärflugzeuge in der angegebe- flowafisches Gebiet unerlaubterweise noch 54 reichs feuer und den massiven Flugangriffen des Geg- nen zeitlichen Reihenfolge angeführt. ners standgehalten. Auf der knapp 40 Kilometer publifiruppen breiten Front find 220 bis 250 Feldgefchüße und mehrere hundert schwere Bomber des Feindes zu fammengezogen. Zur Unterstützung und Tiefenficherung der Front wurde in intensiver Arbeit ein weitverzweigtes und bis zum Ebro gestaffeltes Verteidigungssystem geschaffen, in dem jeder Verfuch einer Gegenoffensive fich unbedingt totlaufen würde. Der Nachschub an Truppen, Artillerie, Munition und Verpflegung funktioniert reibungslos, bie inzwischen solide ausgebauten und gesicherten Ebrobrücken genügen bei weitem den Erforderniffen. Durch den großen republikanischen Sieg im Ebrobogen wurde der Feind gezwungen, seine an der Levantefront auf Segorbe- Sagunto gerichtete Operation stillzulegen. An geeigneter Stelle dieses Abschnittes ergriffen die Republikaner in Vorausficht dieser Verhältnisse die Initiative und warfen die Rebellen und Italiener vor Viver an der Straße Teruel- Sagunto und südlich von ihr am Salado- Massiv unter schweren Verlusten weit zurüd. Außer dieser 20 Ueberfliegungen, deren reichs deutscher Ursprung unstreitig ist, überflogen tschecho= chp deutsche Flugzeuge, deren Erkennungszeichen nicht sicher festgestellt werden konnten. Wir machen aufmertiam, daß nicht einer diefer 54 Fälle und sogar nicht einmal eine der zwanzig unerlaubten Ueberfliegungen durch unzweifelhaft deutsche Flugzeuge von der tschechoslowakischen Presse in solcher Weise ausgenügt wurde, wie in diesen Tagen der reichs deutsche Rundfunk und die Preise den tschechoslowaki schen Staat angriffen. 1. Am 20. Mai flog über dem Friedländer Ausläufer ein zweimotoriger Eindeder grüner Farbe mit dem reichsdeutſchen Immatrifulationszeichen D ADAF. 2. Am gleichen Tage überflog den Friedländer Ausläufer ein Flugzeug mit dem Reichen ..25 Balfenkreuz 11." Ein schwarzes Balkenkreuz befand sich am Rumpf der deutschen Militärflugzeuge im weißen Feld, während ein Hakenkreuz am Schwanz des Flugzeuges feftaeitellt wurde. Das Es muß bemerkt werden, daß die reichsdeutschen Flugzeug gehört zur I. Staffel des Bombardierungs- Behörden unseren Behörden bisher weder die Num regiments 152; 3. am gleichen Tage wurde über mern, noch wenigstens die Kennzeichen der Flugzeuge dem Friedländer Ausläufer eine dreigliedrige bekanntgegeben haben, die nach der Behauptung Staffel reichsdeutscher Militärflugzeuge feit reichsdeutscher Nachrichtenquellen bei fiarem Wettet gestellt: 4. am 28. Mai floa über Aich ein reichs- eine ganze halbe Stunde lang und oft nur in einer deutsches Militärflugzeug mit dem Zeichen..21 Bal- Söhe von 100 Metern über dem Gebiet von Glatz fenfreu; 31"; 5. am 31. Mai flog im Raume von flogen. Beide Regierungen verständigungsbereit Ostasien- Zwischenfall vor diplomatischer Erledigung teidigungslinie bei Echatsoaping erfolgte. Der Angriff wurde abgeschlagen. Um 14.30 Uhr bombarbierten drei Soviet- Flugzeuge die japanischen Bositionen bei den Dörfern Sozan und Koje. Als ein Scwjetflugzeug von der japanischen Fliegerabwehr abgeschossen wurde, entfernten sich die beiden andern Flugzeuge. Mit Beginn der vergangenen Woche setzte im Abschnitt des oberen Guadalaviarfluffes, etwa Aus Moskau und Tokio wird bestätigt, daß näherte sich unterdessen bis auf 200 Meter, worauf 50 Kilameter westlich von Teruel, eine groß- beide Regierungen den Konflikt am Shafan- See um 8.30 Uhr ein Angriff auf die japanische Verangelegte Operation der Republikaner ein. In lokaliseren wollen: schwerem Kampf auf einem ebenso schwierigen wie militärisch wichtigen Boden wurde der Feind ver- Totio. Der japanische Außenminister hat dem nichtend geschlagen. Die republikanischen Truppen für die weiteren Verhandlungen mit der Sowjetapanischen Botschafter Schigenitsu neue Instruktionen haben am Donnerstag die Höhenstellungen überregierung übermittelt. Man sieht hierin ein weiteres schritten und operieren nunmehr auf langfam Seichen der Verbesserung der Situation. Die Beiabfallendem Gelände in der Nichtung auf Albar- tungsnachrichten über die Grenzzwischenfälle befin den sich nur mehr auf der zweiten Seite der Blätter. racin. Moskau. Siesige Beobachter nehmen an, daß Bomben auf britisches Konsulat die Sowjetregierung, die den lebhaften Wunsch heat, Alicante.( Havas.) Samstag um 11.30 einen Krieg zu vermeiden, bereit sei, jeden vernünftigen Vorschlag nach einer vorläufigen Zurückziehung Uhr vormittags unternahmen sechs Francoflug der japanischen Truppen in Erwägung zu ziehen. zeuge einen Bombardierungsanflug auf Alicante. m ganzen Lande gibt es zwar noch immer Anzeichen Der Angriff erfolgte auf das Stadtviertel Bella- einer Erbitterung, doch enthalten sich die Blätter bista, wo 70 Bomben großen Kalibers niever- forgfältig fämtlicher Stommentare. fielen. Eine Bombe im Gewicht von 250 Silv fiel Nach einer offiziellen Meldung, die das Kriegsministerium erhielt, überschritt eine Gruppe sowjetrussischer Soldaten die Grenze und begann bei dem mandichurischen Dorf Mantjenschan etiva 20 m. füdlich von Suifenban Schüßengräben auszuheben. Frankreich sichert sich Tokio. Wie die Agentur Domei meldet, solAlle Meldungen über neue Kampfhandlungen Ten Freitag bei den Paracel- Inseln sieben franauf das britische Konfulat, wo riesige Schäden stammen aus Tokio: zöfifche Unterfeeboote aufgetaucht sein. Außerdem verursacht wurden. Der britische Konful wurde Das japanische Kriegsministerium teilt mit, sollen in die Befestigungen an der Atvangtschauvon einem Splitter getroffen und schwer verfekt. daß die Sowjetartillerie Samstag ab 6.30 Uhr früh Bei dem Anflug wurden eine Person getötet und ihr Feuer auf die japanischen Positionen an der Bucht mit mehreren neuen Geſchüßen von den Storeagrenze fonzentrierte. Die Sowjetinfanterie Franzosen bestückt worden sein. elf verletzt. Aus dem Inhalt: ,, Tag der Freiheit" in Aussig Freigewerkschaftlicher Erfolg in der Mühlig- Union Die Folgen der SdP- Politik für unsere Wirtschaft Der schwarze Tag" an der Westfront vor zwanzig Jahren Nr. 184 Die Flüchtlingsfrage Nur Nationalsozialisten fönnen, wenn sie von der Heimatlosigkeit der aus Großdeutschland Geflohenen, von noch Schrecklicherem: von der ihnen drohenden Gefahr, an die Grenze abge schoben und in das Land, das sie vertrieb, zurüd geschickt zu werden, in den Tageszeitungen lesen - wenn sie von diesen Tragödien überhaupt erfahren, wenn nicht ihre Blätter es vorziehen, darüber zu schweigen, geringschäßig, überheblich bemerken:" Sind ja ch nur Juden!". In den großen zivilisierten Nationen hat die Behand lung der Sozialisten, der christlichen Oppositio nellen, deren Opposition einzig und allein in der Treue zu ihrer religiösen Ueberzeugung besteht, die Behandlung der Juden, denen alle Existenzmöglichkeiten genommen werden und die man nur aus dem Lande läßt, wenn sie ihren ganzen Bejiz zurückläſſen, ungeheuere ſittliche Entrüstung erweckt. Der Nationalsozialismus hat sehr vieles getan, um das Ansehen des deutschen Voltes in der Welt herabzumindern, durch nichts aber hat er, vor allem in Nordamerika, eine solche allgemeine Stimmung des Abscheus ers zeugt, wie durch die rohe, brutale, dabei aber auch tüdische und räuberische Verfolgung der Juden. Jene deutschfeindliche Stimmung, die während des Weltkrieges erst die deutschen diplomatischen und militärischen Dummheiten, Mißgriffe, Ueberheblichkeiten erzeugten, ist heute nicht erst wieder im Werden, sondern schon lebendig und sie ist in stetem Wachsen. Aber Amerika hat sich nicht begnügt mit der moralischen Verurteilung der Verfolgungen. Ameritas Präsident hat die Initiative zur internationalen Lösung des Flüchtlingsproblems erist nicht möglich, denn es handelt sich keineswegs griffen. Eine andere als internationale Lösung nur um die Unterbringung derer, die dem Drit ten Reich bereits entflohen find, sondern um die Befürsorgung noch hunderttausender, die es in den nächsten Jahren werden verlassen müssen. Der amerikanische Delegierte Myron Toylor erlatte may be the beragten, nur bis zum Eintreffen des zum Vorsißenden gewählten amerilanischen Juristen Rubbe vertagten Londoner Beratung der internationalen Flüchtlingskommifsion, man müſſe mit einer Gesamtzahl von sechshunderttausend Flüchtlingen im Laufe der näch sten fünf Jahre rechnen. Es handelt sich darum, Aufenthaltsländer für sie zu finden, aber auch darum, die Frage der Lebensfristung der zur Auswanderung Gezwungenen zu lösen. Denn die übergroße Mehrzahl wandert völlig mittellos aus. In den ersten Jahren der nationalsozialis stischen Diftatur war es noch eher möglich, wenig ftens einen Bruchteil des Besizes zu retten. Jetzt müſſen die Flüchtlinge mit leeren Händen das Land verlassen, in dem ihre Ahnen seit Jahr hunderten beheimatet waren. Die wirtschaftliche Entrechtung der Juden kommt einer völligen Vermögensfonfistation gleich. Wie aber sollen sie, wenn sie ein Land finden, das bereit ist, sie aufzunehmen, ihr Leben fristen, so lange wenig stens, bis sie sich eine neue Existenz schaffen fonnten? In nicht wenigen Ländern ist das bekanntlich überhaupt völlig unmöglich, in jenen Ländern, die zwar ein Asyl, aber keine Aufent haltserlaubnis gewähren. Die Internationale Flüchtlingskommission will nun mit Deutschland verhandeln, um zu erreichen, daß die Auswan dernden wenigstens einen Teil ihres Vermögens mitnehmen dürfen. Die Aussichten, eine Zusage des Dritten Reiches oder gar das Einhalten einer etwaigen Zusage zu erreichen, müssen freilich sehr skeptisch beurteilt werden. Berechtigt ist das Verlangen gewiß. Denn auch wenn als ganz gewiß angenommen werden kann, daß sich später den Gastländern ihre Menschlichkeit lohnen wird, weil die Emigranten ja ihr Wissen und Können und ihre Erfahrungen mitbringen, so erwachsen doch zunächst aus der Aufnahme der Vertriebenen gewaltige Auslagen: Reisekosten und Kosten der Unterbringung und Ernährung. Begreiflich, daß jene Staaten, die bereit sind, Flüchtlinge aufzunehmen, von denen, die vertreiben, fordern, daß sie nicht enteignete, zu Bettlern gemachte Menschen der Menschlichfeit anderer überantworten. Aber mit jener Un bekümmertheit um alle in der zibilisierten Welt geltenden Rechtsbegriffe, die sich in dem brus talen Saß äußert:" Recht ist, was dem deutschen Volke nüßt", will der Nationalsozialismus gleichzeitig die verhaßten Juden loswerden und Seite 2 ihr Geld behalten. Denn: das Geld nüßt zweifellos. Auf die Dauer freilich nüßt die Judenaustreibung und die Verjagung politisch Mißliebiger dem deutschen Volfe nicht! Nicht nur die mora lische Schädigung wird ungeheuer sein, so groß, Sonntag, 7. August 1938 Das politische Wochenende Günstiger Eindruck in Paris Die Vorsprache der deutschen Sozialdemokraten bei Lord Runciman Nr. 184 Vor zwanzig Jahren sanie, Schaden Paris. An franzöfifchen politischen Stel- auch der jetzt in Prag weilende Berliner Gesandte Péronne, an jenem Frontabschnitt also, an dem die trächtlich sein, nicht minder jener, den die Wis- len und in der Presse hat der Umstand einen sehr senschaft und damit Chemie und Technik er guten Eindruck und Kommentare hervorgerufen, leiden werden. Und so gesehen wird zuletzt doch daß Lord Runciman auch den Vorsitzenden und der Nußen, der den Gastländern aus der Auf- eine Delegation der Deutschen sozialdemokratischen nahme der Flüchtlinge erwächst, größer, weit Arbeiterpartei empfangen hat und daß er auch größer sein als die finanzielle Belastung im das Memorandum in Erwägung ziehen wird, welAugenblicke. Darauf hat besonders Sir John ches die Ansichten dieses Bestandteiles der deutschen Simpson auf der Londoner Tagung verwiesen. der Winderheit schildert und welches die deutsche Sv. Teplitzstratie aus den Bezirken deutsche Front zum Beginn des Rückzuges gezwungen Nr. Kon D Nagi- B veridjid Kontra Graz Ich v beitspl gefund daß be des Ar hängt erjezt 2 arbeite ihrem dingun gegeben fchäftig gung: Tidhleit 57 f 3 nach feine 9 bis air Reich deutschen Partei heute nachmittag weitere Infor- Der schwarze Tag" an der Westfront mationsgespräche mit den Mitgliedern des Stabes Am 8. August 1918 burchbrachen franzöfifche ord Runcimans aufgenommen. und englische Tanks die deutsche Westfront avischen An dem Essen nahm nach Blättermeldungen den Flüssen Ancre und Abre in der Gegend von Vereinigten Staaten Wilson teil. von Ludendorff mit Aussicht auf den ,, Endsieg" bes gonnene große Offensive des Jahres 1918 im Märs Einladung nach Nordböhmen zuerst eingesetzt hatte. Nach dem Rückschlag an der. Tschechischer Wunsch an Runciman Marne zwischen Soissons und Reims am 19. Juli, Brig. Gegen 400 Delegierte der tschechoslo- der die deutsche Offensive zum Stillstand und die ivalischen Bilin, Brüg und Komotan hatte, war der Durchbruch vom 8. Auguſt der zweis Das Flüchtlingsproblem ist ein Weltpro- sialdemokratie Lord Runciman zu Beginn der hörten hier einen Bericht des Abg. Sladký an und te und diesmal noch erfolgreicheretog beschlossen einmütig, der Regierung ihr Vertrauen der Gegen offensive des Marschalls blem. Zu der weit in das zweite Hunderttausend nächsten Woche überreichen wird. zu bekunden, treu hinter unserer Armee zu stehen och, des Oberbefehlhabers der vereinigten Ententes reichende Zahl der bereits Geflüchteten müssen Ebenso werden die übereinstimmenden Nachdie ſechshunderttauſend gezählt werden, die noch richten über das vertiefte Interesse, welches Lord und zu allen Opfern für den Staat bereit zu sein. Truppen. Auch Ludendorff mußte nach dem Durch Sie sprachen den Wunsch aus, daß Lord Runci- bruch vom 8. August zugeben, daß die deutschen werden auswandern müssen. Achthunderttausend, Runciman und seine Delegation wirtschaftvielleicht eine Million Menschen aus ihrer Hei- lichen Fragen in der Tschechoslowakei widmen. man dieses Gebiet besuchen und sich von der voli- Truppen nicht mehr in der Lage seien,„, dem Feind mat vertrieben eine erschütternde Völker- günſtig kommentiert. An zahlreichen französischen tischen und wirtſchaftlichen Unterdrückung des ihren Willen aufzuzwingen", auch er mußte eingewanderung! Sie nicht zu einer Wanderung in Stellen ist man nämlich überzeugt, daß die poli- tschechischen Elementes und der demokratischen stehen, daß nun feine Aussicht mehr auf einen Endallertiefftes Elend, in die Verzweiflung und in tische Unzufriedenheit der ſudetendeutschen Be- Deutschen durch die Angehörigen der Henleinpar- sieg sei, und er forderte nun, daß die bis dahin von den Selbstmord werden zu lassen, ist Pflicht aller, völkerung dem fritischen Stand und der langandie etwas tun können, um zu helfen, vor allem dauernden Arbeitslosigkeit der Bevölkerung der der führenden Politiker, der Staatsmänner der industriellen Teile dieses Gebietes entspringt und im Internationalen Flüchtlingskomitee vertre- von ihnen genährt wird. Alle praktischen Regeluntenen Staaten. Eilige Arbeit tut not! Man be- gen, dieser Not abzuhelfen und die Bemühungen, denke, daß manche Länder, die als Nachbarn der neue ständige Absatzgebiete für die tschechoslowa Vertreiber nächste Zufluchtsstätte der Flüchtlinge liſchen Induſtrieprodukte zu finden, werden in sind, Angst vor einer Ueberschwemmung mit Paris mit teilnehmendem Interesse verfolgt. Flüchtlingen haben, daß in nicht wenigen Fällen Einige Pariser Blätter werfen heute die die Armen, die sich bereits gerettet wähnten, Frage auf, wo sich Konrad Henlein befindet, des= wieder an die Grenze abgeschoben werden. Es fen Abwesenheit sowohl bei der Ankunft Lord Run gilt, ihnen Aufenthalt für e bestimmte Zeit cimans, als auch bei den ersten Unterredungen zu sichern, gleichzeitig aber auch alle Vorberei- der Vertreter der Sudetendeutschen Partei mit tungen zu treffen, damit sie innerhalb dieser dem britischen Staatsmann allgemeine Aufmerk Uebergangszeit einen Daueraufenthalt in einem samfeit erwedt hat. anderen Lande zugewiesen bekommen. Lord Runcimans Wochenende Von der Tschechoslowakei wird und kann, aus mancherlei Gründen, gewiß niemand ver- Das Sekretariat der Mission Lord Runcilangen, daß sie den Hauptstrom der Flüchtlinge mans hat am 6. August folgendes Kommuniqué aufnehme, daß sie einer unbegrenzten Zahl auf ausgegeben: unbegrenzte Zeit Unterkunft gewähre. Wohl aber Lord Runciman mit Gemahlin speiste heute darf man verlangen, daß alle, die hier Rettung mittag in Begleitung Mr. Petos und dessen Gesuchten, auch gerettet werden, daß niemand von mahlin auf der britischen Gesandtschaft. Nachmitfaltherzigen Bureaukraten wieder über die tags reiste Lord Runciman mit Gemahlin zu Grenze zurückgejagd wird, daß jedem Flüchtling einem Privatbesuch zu dem Großgrundbesiper Aufenthalt für eine gewisse Zeit gewährt wird. Sinstý auf Schloß Zdár. Er wird Sonntag nach daß die Republik Gastfreundschaft gewährt bis Prag zurückkehren. Wie bereits vereinbart war, zur endgültigen Auswanderung. haben die Mitglieder der Delegation der SudetenDie Republik handelt, wenn sie die Flüchtlingsfrage so behandelt, nicht nur menschlich. Sie bestätigt auch ihren demokratischen Charakter. Und damit schafft sie sich in einer Zeit, in der sie die Sympathien der Welt gerade deswegen ge= winnt, weil sie eine demokratische Bastion in Mitteleuropa ist, ein gewaltiges Mehr an Sympathien. London.„ Times" diplomatischer Korrespondent berichtet, daß, obzwar der InterventionsFlüchtlingsausschuß feine weiteren Tagungen mehr in London abhält, das Flüchtlingsproblem weiter studiert wird. Zwischen den Delegationen und Repräsentanten der Nachbarländer Deutschlands be steht weiterhin Stontatt und es werden die Nach richten über Schwierigkeiten und Erfahrungen gegen feitig ausgetauscht. Berlin. Wie das DNB mitteilt, wird der italienische Luftmarschall und Generalgouverneur von Libyen, Italo Balbo, in Berlin am 9. August cintreffen.! 39 Zwischen Mann und Kind Roman von Lili Körber Die Lage In Nordchina Prag. Die chinesische Gesandtschaft in Prag stelt den Blättern folgenden Bericht zur Verfügung: In den letzten Tagen kam es südlich von Aiutiang zu heftigen Kämpfen. Die chinesischen Truppen gingen bis zum Kuling- Gebirge zurüd, wo sie starke Stellungen erbauten. Im Flurgebiet des Jangtse, zwischen den Städten Hufau und Bengtse hatten die Gegenangriffe der chenisischen Truppen Erfolg. Es gelang ihnen hier, fünf Feſtungen zurückzuerobern. Die chinesischen Flieger Kreuzer und drei Kanonenboote. versentten auf dem Jangtse einen japanischen Die chinesische Generaloffensive in Nordhonan wurde im Abschnitt von Kaifeng- Langfeng erfolgreich fortgesetzt. Japanische Kriegsschiffe unternahmen pestern erneut einen Angriff auf die südchinesische Insel Hainan, wo sie versuchten, an deren Südlüfte im Hafen von Lingshui Truppen zu landen. Die tei überzeugen möge. Für die Staatsverteidigung! Der Jukis läumsfonds für die Staatsverteidigung erreichte ihm immer wieder geschmähten Politiker in der Reichsregierung eine diplomatische ,, Friedensoffensive" beginnen sollten. Wie sich Ludendorff die Friedensgemäß dem Bericht des Arbeitsausschusses am offensive, die in diesem Zeitpunkt des sichtbar gewor Freitag, den 5. August, den Stand von 426 Mill. benen Zusammenbruch der deutschen Front ſchon zu 198.197 Kč. Gegenüber dem Vortage, an wel- pät gekommen wäre, eigentlich vorstellte, war nicht chem 424,231.915 Kč eingezahlt waren, find lar. Er und Hindenburg gaben im Kronrat, der in 1,9161.282 Kč hinzugekommen. Hlinka geht vor das Haager Schiedsgericht? Spaa abgehalten wurde, nicht einmal ihre Zustim mung dazu, daß Deutschland sich zweds Erlangung des Friedens zum Verzicht auf Belgien und die be setzten Teile Frankreichs bereit erklärte! Ludendorff hat später in seinen Striegserin Führende Kreise der Slowakischen Volkspar- nerungen" den 8. August 1918 den ,, fchwarzen Tag tei sind der Ansicht, daß es sich bei der sogenann in der Geschichte der deutschen Armee" genannt und ten Pittsburger Deklaration um einen Vertrag berichtet, daß damals aus verschiedenen Truppenteizwischen Tschechen und Slowaken handelt, der von len der Ruf Streifbrecher" ertönte, als einige dem internationalen Schiedsgericht im Haag ein deutsche Divisionen sich dem Feinde, der die Front geklagt werden kann. Die radikalen Elemente um durchstoßen hatte, entgegenwerfen wollten. Dieſe linfa find entschloffen, diese Klage einzubringen. Episode sowie die Behauptung, daß bei dem Miglin Der Führer der slowakischen Delegation aus Ame- gen des deutschen Angriffs am 15. Juli, dem dann ita, Dr. Sletto, kehrt jetzt in die Vereinigten der Gegenangriff der Ententetruppen bei Reims Staaten zurück, um dort die zur Einbringung der folgte, der Verrat von Ueberläufern eine Rolle ge Stlage notwendigen Beträge aufzubringen. Die spielt hätte, war die Grundlage der bekannten Dolch Slowakische Volkspartei errichtet ebenfalls unifor- stoß- Legende. Aber welcher Mangel an Psychologie, mierte Parteiordnertruppen unter dem Namen ja an Menschlichkeit gehört dazu, die Kriegsmüdigkeit linfagarde". Die erste Ortsgruppe dieser Gar- und die Verzweiflung, die im Sommer 1918 die den, die der verbotenen„ Rodobrana" nachgebildet deutschen Truppen ergriffen hatte, als heimtüdiſchen find, wurde bereits in Tyrnau gegründet.( DND) Verrat hinzustellen! Vier Jahr lang hatte die deut sche Armee und das deutsche Volt furchtbare Opfer gebracht und Entbehrungen aller Art erduldet und war mit seinen ,, Striegherren" durch dick und dünn ge gangen. Im Sommer 1918 aber, als auch die große, im Frühjahre begonnene Offensive an der Westfront an allen Punkten gescheitert war, sahen die Soldaten die Aussichtslofiteit gerblendung fie noch nicht aus chinesischen Küstenbatterien trieben sie jedoch mit heftigem Feuer zurüd. Aus Peiping ist die Nachricht eingelaufen, daß Sonntag die mandschurischen Truppen meuterten, welche die Eiſenbahnlinie Beiping Dichehol bewachten. Zwei gegen die Meuterer ent sendte Flugzeuge wurden abgeschossen. Armee und Aerzte Ludendorff auch geben wollte. Die Soldaten sahen, daß sie für eine hoffnungslose Sache weiterlämpfen, bluten und hun gern sollten. Aus dieser Stimmung ließen sich Er. scheinungen wie die, welche am 8. August bemerkt London. Nach dem„ Daily Expreß" hat der worden sein sollen, sehr wohl erklären. Da der Sieg Erlaß Hitlers, durch welchen den jüdischen Aerz- nicht mehr möglich war, gab es nur noch ein ten die Ausübung der Praris untersagt wird, in Biel: den Frieden den Frieden, noch bevor ein Armeetreisen Unwillen hervorgerufen. Die milis fünfter Kriegswinter über das deutsche Volt herein tarischen Sachverständigen berufen sich darauf, brach. Wenn Ludendorff und die Oberste Heeres. daß es im Heer für den Fall eines Krieges nicht leitung das nicht verstanden, dann zeigt das nur, genug Aerzte um 40 Prozent weniger als daß sie dem Irrtum so vieler Diktatoren verfallen notwendig gäbe. Aehnlich verhält es sich mit| waren, die vergessen, daß die ihrer Gewalt Unter dem Verbot für römisch- katholische Nonnen, als worfenen Menschen sind, auch wenn man sic Pflegeſchwestern tätig zu sein. Dadurch wurden dazu gebracht hat, jahrelang Unmenschliches zu tun 38.000 Schwestern ausgeschaltet. und zu erdulden. recht provinglerisch. Gewiß, das war sie, deswegen| tor da gesagt? Stanzi griff mit beiden Händen zu. konnte sie ihre Kinder nicht recht erziehen und ,, Also Sie glauben, Herr Doktor, daß mit hatte teine Verehrer wie die anderen Frauen. einem anderen Manne..." Und deswegen war auch Gustav antelephoniert Ja, möglicherweise. Bestimmtes fann man worden... Hier angelangt, in tiefester Berfnir- natürlich nicht sagen..." schung, sah sie Dr. Geßler wieder an der Tür des Ordinationszimmers auftauchen: Frau?" Darf ich einen Augenblid bitten, gnädige Martha erhob sich hastig, ach, zu hastig, so springt ein Schultind auf, wenn der Lehrer ruft, achte sie, vor Verlegenheit konnte sie ihre Tasche nicht finden, sie hatte ihre Sicherheit erlen wie immer in Stanzis Nähe, die graue Haustage. Als sie Stanzi beim Schreibtisch auf dem Ledersessel sizen sah, ein Bein über das andere, den hübschen Fuß im Eidechsenschuh wippend, das aparte Hütchen auf dem blonden. lockigen Hear, die Lippen zu einem foletten Lächeln geträufelt -da gab sie sich auf, am liebsten wäre sie wegGelaufen, hätte die beiden allein gelassen.. Dr. Geßler, verschönt, verjüngt und entrückt durch den weißen Aerztemantel, öffnete die Tür zum Ordinationszimmer; als er Martha sah, nahm sein Gesicht den Ausdruck freudiger Ueberraschung an, trotz der gebotenen Sachlichkeit die den Arzt selbst gute Bekannte im Wartezimmer übersehen oder mit einem flüchtigen Niden abtun läßt, die herzliche Begrüßung beginnt hinter den großen Flügeltüren. Hier im Warteraum sind alle gleich vor dem Allermächtigsten, die Guten und Bösen, die wirklich Kranten und die nur Liebesbedürftigen, und, was Geßler nicht jeder nachmacht, die von der Krankenkassa und die zahlenden Patienten. Und dann verschlingt das Ordinations- des zimmer die Nächste, die man für jung hielte, wenn sie nicht einen blassen Backfisch an ihrer Seite hätte. Und die Schwestern vertiefen sich wieder in ein nicht nehmen..." Modeblatt vom Jahre 1928... Den legten Satz überhörte Stanzi. ,, Nun hat sie einen Scheidungsgrund, armer James!" dachte Martha bekümmert. Sie gab sich einen Anlauf, fragte schüchtern, stockend ach, sie wußte, daß ihr Stanzi das nicht verzeihen würde, und es war ihr auch Geßler gegenüber peinlich, solche Dinge zu erwähnen: ,, Herr Doktor, glauben Sie nicht, daß.. wenn... wenn... wenn man sich gewöhnt hat, teine Kinder zu bekommen, daß es nicht mehr geht... nach so langen Jahren", fügte sie brzu foß des wütenden Blides der Schwester. Doktor Geßler verstand sie. Ich vin überhaupt nicht dafür, daß eine Frau ein ..Ja, das ist leicht möglich, gnädige Frau... Kind das erste Kind", verbesserte er sich... befemmt, wenn sie über dreißig ist..." Martha protestieren, aber Stangt ließ sie nicht ausreden.) Vielleicht hast du ihn sogar anges rufen und ihm gesagt..." ..Stanzi, das ist zu viel! Seit wann intri giere ich! Ünd was für Interesse hätte ich denn...?" ,, Was weiß ich, vielleicht hat dir James ges schrieben, und da willst du, moralische Tante, uns Zusammenflicken? Seid ihr denn auseinander?" ,, Aber ich sage dir, dir und ihm und diesem Doktor, der um die Kinder wirbt und die Mama meint, allen sage ich: von dem Willh werdet ihr mich nicht trennen, er ist der erste Mann, der aus erste, der in mir die Gefährtin sieht und nicht ein mir einen brauchbaren Menschen gemacht hat, der Spielzeug, der erste überhaupt, vor ihm war ich cine Jungfrau..." Nun gut, Stanzi, reg' dich nicht auf..." mir alle viel zu gleichgültig. Ich gehe zu einem Jch rege mich gar nicht auf, dazu seid ihr Professor, aber ohne dich, da kannst du sicher sein. Na, was machen die Buben, gnädige Frau? Ich weiß, daß du mir keine Stinder gönnst, herrsch Der Franzl ist sicher böse auf mich, weil ich mich Martha mußte das Lachen verbeißen. Albert füchtig wie du bist, jawohl, herrschsüchtig, schon Federmessers wegen nicht gemeldet habe..." war nicht galant, sie freute sich darüber. Stanzi als Mädchen habe ich darunter gelitten, daß du Martha strahlte. Stanzi war versunken. hatte die Lippen zufammengefniffen, die Braten immer die erste sein wolltest, niemals hätte ich Aber Herr Doktor, so ernst müssen Sie das zusammengezogen, der Fuß im zierlichen braunen Names geheiratet, hätte ich nicht deinem Joch Schuh hüpfte nervös... Martha tam fie plößlich entflieben wollen..." ,, doch, der kleine Kerl soll teine Enttäu- ungemein fkomisch vor und sie hatte das Gefühl, ,, Stanzil" bat Martha. Sie fürchtete sich so Endlich ist auch Stanzi dran: sie verschwin- schung an mir erleben, die kommen früh genug. daß auch Geßler fie so empfand. Eine Frau, die sehr, daß die Schwester in der Aufregung Dinge det im Allerheiligsten und Martha fist da, auf- Ja, also der Frau Schwester fehlt meiner Ansicht sich ein Kind wünscht, um jung zu bleiben. Stanzi fagte, die die Kluft zwischen ihnen noch mehr aufgeregt und doch beruhigt, daß es Albert Geßler nach gar nichts, so weit ich beurteilen fann..." lächelte nicht mehr. Sie erhob sich enttäuscht. reißen, ja, unüberbrüdbar machen würde. Und ist, der ihre kleine Schwester plötzlich dachte Ja, Herr Doktor, und doch habe ich nach... Geßler begleitete sie zur Tür, wandte fich wieder echt fraulich versuchte sie, Stanzi durch Schmeifie wieder ,, Kleine Schivester" beraten foll, Dun- achtjähriger Ehe teine Kinder!" an Martha, fragte sie, ob sie gestatte, dan er cheleien zu beschwichtigen. fel fühlte sie, daß es hier nicht um Medizinisches Franzl einmal zu einer Sindervorstellung ein ging, nicht in erster Reihe zumindest. Vielleicht lade... Sie willigte freudig ein, dankte dem - wahrscheinlich würde Stanzi dem Arzt er Doktor, als hätte er ihr ein kostbares Geschent zählen, was sie der Schwester vorenthielt. Und gemacht... da war der Rat eines ernsten, vernünftigen und wohlwollenden Menschen wichtig. Sie selbst konnte nichts für Stazi tun, sie verstand nicht. mit ihr umzugehen, das war es... sie tam sich neben Stanzi so unfagbar dumm und plump vor, so Ist der Herr Gemahl gesund?" ..ja. Mein Mann hat sogar einen unehelichen Sohn..." Martha riß die Augen auf. Aber Stangi zudte nicht mit der Wimper. ,, Nun ja, es tommt vor, daß Eheleute in die fer Beziehung nicht zusammenpassen und die Konzeption ausbleibt..." Gott o Gott o Gott. Was hatte der Dot,, Also das finde ich unerhört von dir" begann Stanzi auf der Straße. Du legit dem Dotter Dinge in den Mund, die er gar nicht sagen wollte. Jetzt verstehe ich auch. warum du mich sat ihm gelotst hast."( Ich habe dich gelotst?" wollte " ,, Ganz im Gegenteil, Stangi, ich habe dich immer bewundert, du warst die Schönere, die Bes gehrtere von uns beiden... mit jedem konntest but sprechen, überall, wohin du tamst, erregtest du Aufschen..." Stangis Gesicht entspannte sich, die Lippen zitterten und sie sagte Teise: ,, Und doch habe ich mein Leben berpast!" ( Fortsetzung folgt) ber we tergeb bermi amt, wedhje jahädli arbeit big bezahl Woche Arbei die N unter Lohne faffier finner Das liehen raten balter Jahr ben fi Spar beits Nazi DI ALOR infol in d Man Tand Den 36 jami ange jei auf Nor nehr über men Flu And gier far eine den Fre min Ca ten bee 14 U age in ich mo die De Tid tro mo eir ber un ne m te ei bi ift h 1 m G b Sr. 184 Sonntag, 7. August 1038 Sell« 8 Tag der Freiheit gcft und Kundgebung der Proletarischen Ul', der Hoffnung, als Danl für diese Unterwerfung 7.) befürchten, daß hinter den Mauern der Strafanstalt Hannover sich In aller Stille eine furchtbare Tragödie um diesen schuldlosen Rann.abspielt. Die Weltöffentlichkeit, die den Kampf nicht nur für den Frieden, sondern. auch für all« Friedenskämpfer fuhrt, darf jetzt, nachdem ein volles Jahr feit dem Verschwinden Thälmann« abgelaufen ist, ihn nicht vergessen, erneut fragt sie alle, die ei angeht:„wag ist'» mit Ernst Thälmann?" f S.), Es handelt sich hier um einen Hochbau au» drei Stockwerken und um eine große ebenerdige Anlage mit Oberlicht. Bon Jahr zu Jahr wurde die Fassade dieses verlassenen Unternehmen» immer schadhafter. Seit einigen Tagen werden aber diese Schäden durch Bauarbeiter ausgebessert und nun wird bekannt, daß in dem Gebäude die Fabrikation wieder beginnen soll. Wie wir erfahren, wird Herr Endler aus Neustadt a. T. gemeinsam mit einem Kompagnon eine sogenannte Drahtspinnereiid. h. eS werden Leitungsdrähte verschiedener Stärken bespannen werden. Wieviel Arbeiter dabei Beschäftigung finden werden, ist vorläufig nicht bekannt. Aber schon die Tatsache an sich, daß-in dieser noch nicht alten Fabrik in einiger Feit wieder gearbeitet werden soll, ist erfreulich und erweckt neue Hoffnung für den Ort und die Arbeitslosen. Der Terror In Palästina Jerusalem. In der Nähe der hiesigen Erlöserkirche wurde ein arabischer Geheimpolizist beschossen und schwer verwundet. Er erwiderte da» Feuer und schob ig. die Menge, wobei ein Araber verletzt wurde.- Zwischen. Jaffq und Tel Aviv wurden zwei arabische Angestellte der Stadtverwaltung Jaffa durch Schösse schwer verletzt. Unweit Jaffa wurde ein bewaffneter Araber:tot aufgefunden. Fabrikseröffnung Seit etlichen Jahren sind die Tor« de» zum Konzern„Textilana" gehörenden Betriebe» in Röchlitz bei Reichenberg geschloffen. k.7.'‘ Freidenker in Aussig, Beranstaltungen, an denen auch die Massen der sozialistischen Arbeiter teilnehmen, haben mehr als örtliche Bedeutung und auch andere als die einer Kundgebung bloß für die kulturellen Bestrebungen und Forderungen der Freidenker. Der„Tag der Freiheit" ist Bekundung der Treue der sudetendeutschen sozialistischen Arbeiter zu den groben Idealen der Demo« . kratie, zur Freiheit des Individuum» unv deshalb vor allein eine Kundgebung der Treue zu unsercin demokratischen Staat, zur Tschechoslowakischen Republik. Die Freidenker haben bestimmte Forderungen, die sie heute wieder bekräftigen werden, Forderungen kultureller Art. Aber nur im demokratischen Staate sind sie zu verwirklichen! Und nur im deinokratischen Staate gibt es jene Gewtssenö- freiheit, die er jedem Staatsbürger freistem, sich nicht nur selber seine Weltanschauung zu formen, sondern auch ihr gemäß zu leben und für sie zu werben. Ta« gilt gleichermaßen für jede religiös fundierte, wie für jede wissenschaftlich begründete Weltanschauung, wobei an Weltanschauung" im wahren Sinne dieses Wortes gedacht ist: Auffassung vom Wesen der Welt, des Weltganzen, der Stellung des Menschen in dieser Welt, nicht aber an jene Pseudoioeltanschauung, wie sie der Faschismus zu haben vorgibt, Beurteilung des Weltgeschehens au« der Enge einer zur Gottheit erhobenen Nation. Demokratie allein, die ja viel mehr ist als das Recht, Vertreter in Berwaltungs- und Ge» schgebungs-fförverschafjen zu wählen,, die auch Sicherung der Menschenrechte ist,— Demokratie allein gibt auch Raum für ein Nebeneinander der Weltanschauungen, denn Demokratie ist gleichbedeutend mit Toleranz in religiösen und weltanschaulichen Fragen. Nicht aber darf sie gleichbedeutend sein mit Toleranz gegenüber autoritären, auch geistig-autoritären Bestrebungen, denn da» hieße tolerant sein gegenüber dem Bemühen, die Demokratie zu erwürgen. „Tag der Freiheit"— das ist also ein Tag der Demonstration für weltanschauliche Freiheit und für die Demokratie, damit aber auch der Demonstration gegen die Feinde der Demokratie. E« sind im sudetendeutschen Volk nur noch Arbeiter, die sich zu den Idealen der Freiheit bekennen- Da» Bürgertum, da» heute kaum noch, etwas weiß von seiner eigenen Geschichte, die die Geschichte eines großen Kampfes um Geistesfrei- hcit, um Gewissensfreiheit ist, dieses Bürgertum verleugnet seine eigene Vergangenheit, seine große Vergangenheit, sofern eS von ihr noch etwas weiß. Indem es sich freiwillig gleichschaltete, gab eS. die Geistesfreiheit preis und damit alles, tvofür Voreinst seine großen Söhne kämpften, die Kudlich und Ottendorfer, die Achtundvierziger und jene, die in der Reaktionszeit, für die Ideen von 1848 lämpficn. Aber nicht der nur einst fortschrittliche Teil des deutschen Bürgertums gab seine Ideale preis, damit auch die eigne Freiheit. Auch da« konfessionell gebundene, auch das katholische Bürgertum hat sich, aus Angst vor der etwaigen Notwendigkeit, für seine religiöse Ueberzeugung gegen den Nazismus kämpfen zu müssest, glcichgeschaltet, Von unseren Kinderfreunden Die Schulferien gehen ihrem Ende zu und unsere diesjährigen Ferienaktionen finden allmählich ihren Abschluß. Wieder sind ti tausende Arbeiterkinder, denen durch die Arbeit der Kinderfreunde einige frohe Ferienwochen bereitet werden konnten und die gesundheitliche Erholung fanden. Neben dem 1. Reichs-Falkentreffen und dem großen Zeltlager Ml Eulautal führten viele Gaue, Bezirke und Ortsgruppen kleinere Lager und Kolonien durch, oder wanderten mit den Falken, dabei schönste Gemeinschaft und Solidarität pflegend. All diese Arbeit t« Dienste unserer Kinder ist der tatkräftigen Zusammenarbeit unserer Funktionäre und Eltern, sow'.e der verständnisvollen Unterstützung unserer Freunde zu danken. Die Arbeit darf aber nicht ruhen. Schon jetzt muß die Vorarbeit geleistet werden, um die Herbst- und Winterarbeit rechtzeitig einzuleiten. Diesem Zwecke dienen eine Sitzung der Exekutive de» zentralen Helfer» und Falkensührerkreise am 18. und 14 August und einer Vollsitzung de» Vorstände» und UeberwachungSauSschusseS des ZentralvereineS am 18. August in Prag. Beide Sitzungen werden sich mit den Ergebnissen unserer Arbeit im ersten Halbjahr 1988, mit den Ferienarbeiten, mit der polltisch-pädagogischen Situation und den kommende» Aufgaben beschäftigen und die entsprechenden Beschlüsse fassen. Wenn auch die Arbeiten in der gegenwärtigen Zeit schwieriger geworden sind, so beseelt unser« Funktionäre doch der Wille, auch diese Schwierigkeiten zu meistern und die wichtige Erzi«hung»arbeit unvermindert fortzusehen und noch weiter aus- zubauen. Frelgewerkschaftllcher Sieg In der MQhllg-Unlon Bei den BctriebSauSschustwahlen der M ü h- lig- Union erhielt von 409 gültigen Stimmen die Liste der vereinigtm freien Gewerkschaften 298 Stimmen und fünf Mandate, die Liste der völkischen Gewerkschaften 211 und drei Mandate. Angesicht» der Treibereien gegen di« freien Gewerkschaften Ist da» Ergebnis der BrtriebSauS- schußwahlen als ein glänzender Sieg z» tuchen. Wa» soll mit den deutschen Drsertrnrrn geschehen? In den maßgebenden Kreisen beschäftigt n>an sich derzeit mit der Frage, was mit den deutschen Deserteuren geschehen soll, die auf unser Gebiet überlaufen. Mit dem Asyl hängt auch eine bestimmte materielle Unterstützung zusammen. Die Errichtung von Lagern für Deserteure wurde abgelehnt. Dagegen kommt der tschechoslowakische OffizierSverband mit dem Vorschlag, aus ihnen kleine Arbeitskolonnen zu bilden, die in tschechischen Gebieten untergebracht würden-(DND.) Interessenvertretung der A«r»teruh«ständlrr. Im ReichSverband der deutschen Aerztevereine In Aussig wurde eine Arbeitsstelle errichtet, welche die Interessen aller pensionierten Aerzte, wie Distrikts«, Stadt-, Gemeinde« und Spitalsärzte etc., vertreten wird. Bon der Gründung einer Fachgruppe der ihren Beruf nicht mehr ausübenden Aerzte im Verband wurde vorläufig .Abstand genommen. XDND.),. Ungewißheit um Ernst Thälmann ES ist jetzt rund ein Jahr verflossen, seit Ernst Nölmann in einer Lugustnacht heimlich von Gestapo-' axenten aus dem Moabiter Untersuchungsgefängnis in Berlin nach einer Strafanstalt in Hannover verschleppt worden ist. Erst zwei Monate später vermochte die Pariser„Agence Radio" diese Tatsache, die sich später als zutreffend herausstellte, der Oeffentlichkeit mitzuteilen. Die von faschistenfreundlicher Seite gebrachte Meldung, Thälmann sei er« «krankt und werde in ein Sanatorium übergeführt, wo er längere Zeit der Pflege bedürfe, erwies sich als eine grobe Irreführung der Oeffentlichkeit. Besonders empörend ist eS, daß, wie die„Union für Recht und Freiheit" erfährt, Thälmann in Hannover seinen täglichen Rundgang, den er ursprünglich isoliert mochte, später zusammen niit einem Mörder antre- ien mußte. Diese entwürdigende Maßnahme gegen einen Freiheitskämpfer ist zugleich die letzte Kunde, die über sein Schicksal in die Außenwelt gedrungen ist und gerade jetzt, da sich wieder die Nachrichten über Terrormaßnahmen gegen deutsche Antifaschisten häufen, hat die Oeffentlichkeit doppelten Grund, voll Unruhe zu fragen:„WaS ist's mit Ernst Thäl- mann?" Kurz vor seiner Ueberführung hatte der Eesiapochef Himmler die Anweisung gegeben, die vklhafieten Politiker als Geiseln festzuhalten, auch wenn kein Prozeß gegen sie geführt wird. Im Falle Thälmann wurde der Staatsanwaltschaft befohlen, di« Prozeßakten nicht weiter zu bearbeiten, nachdem sich trotz fünfjähriger Bemühungen kein hinreichender ffullagegrund konstruieren ließ. Man muß ernsthaft Die englischen Luftmanöver London. Freitag nachmittags begannen die großen britischen Luftmanöver, deren Beginn sich iifolge der schlechten.Witterungsverhältnisse bis io die Nachmittagsstunden verzögerte. An den Ranövecn, die an der Nord- und Ostküste Englands stattfinden, nehmen 900 Flugzeuge teil. Den Uebungen liegt die Annahme zugrunde, daß 86 Staffeln von Bombenflugzeugen in einer Gesamtzahl von 478 der modernsten Maschinen des angenommenen„OstkandeS", das jenseits der Nordsee liegt, einen Angriff aus.Westland", das durch die Zone Humbcr im Horden und Themse im Süden begrenzt ist, unternehmen.„Westland" verfügt zur Verteidigung öder 28 kampsstasseln, 4V Bomber, ein Detachement von Spezialerkundungsslugz'eugen, sämtliche Flugabwehrbatterien in dem betreffenden Gebiete und Landtruppen in der Stärke von 17.000 Offizieren und Soldaten. Die Wirkung des„Bom» lardements" wird von dem Armeephoiodienst und einem Korps von Unparteiischen festgehalten werden. Die Operationen beider Parteien waren Freitag durch eine niedrige Nebeldecke erschwert. — In einem amtlichen Berichte des Lustsahrt- minisieriumS heißt e», daß die Manöver am SamSlag zeitig früh unterbrochen werden mußten, weil der dichte Nebel die Operationen sehr beeinträchiigte. Die Fortsetzung wurde für 14 Uhr angesetzt. Kontraktkulis In Österreich Oesterreichische Arbeiter werden von den siazi'Behörden als Kontraktkulis nach Deutschlaiid verschickt. Bor ihrer Verschickung haben sie einen llontralt zu unterzeichnen. Bom Arbeitsamt in Graz Verschickte mußten z. B. unterschreiben: .Ich verpflichte mich, den mir angegebenen Ar- bkitiplatz... anzutreten... Ich erkläre, daß ich gesund und arbeitsfähig bin. ES ist mir bekannt, daß bei Nichtantritt oder bei vorzeitiger Aufgabe deS Arbeitsplatzes die Unterstützungssperre verhängt wird und die Kosten der Hinreise durch mich ersetzt werden müssen." Diese Grazer Arbeiter wurden als Tiefbauarbeiter nach Wilhelmshaven vermittelt. Auf ihrem BerpflichtungSschein stand:„folgende Bedingungen für den Arbeitsplatz sind mir bekanntgegeben worden: Lohn pro Stunde 82 Pf., Be- WstigungSdauer unbegrenzt, Unterbringung: Wohnlager", d. h. Baracken.— In Wirklichkeit wird nur wenigen dieser Arbeiter mehr als dl Pf. pro Stunde bezahlt. Im allgemeinen wird bei der Verschickung nach Deutschland auf die familiären Verhältnisse leine Rücksicht genommen. Selbst Mütter von ein- bis zweijährigen Kindern dürfen eine ihnen im Reich zugcwiesene Arbeit nicht ablehnrn. Die Kinder Verden in solchen Fällen von der Fürsorge untergebracht. Frauen, die in Munitionsfabriken vermittelt wurden, erfuhren gleich beim Arbeitsamt, daß sie nach drei Monaten den Arbeitsplatz wechseln müssen, weil diese Arbeit zu gesundheitsschädlich sei. Grazer Arbeiter, die im Reich als Tiefbauarbeiter arbeiten, berichten, daß sie täglich 12 b>sl4Stun denarbeiten müßten. Auü» bezahlt wurde ihnen aber nur der Lohn für 88 Kochenstunden. Der Rest würde für die Zeit der LrbeitSlosigkeit im Winter einbehalten— die Nazis wollen ini Winter keine Erwerbslosen« Unterstützung zahlen, trotzdem sie 8% Prozent dev Lohnes als Beitrag zur Arbeitslosenversicherung Wenn. Eine größere Zahl österreichischer Hausgehilfinnen wurde nach Norddeutschland vermittelt. Dar Fahrgeld für die Hinreise wurde ihnen geliehen, der Vorschuß wird ihnen in 12 Monatsraten vom Lohn abgezogen. Freie Rückfahrt er« ballen sie mir, wenn sie mindestens ein ganze» Fahr in der ihnen zugewiesenen Stellung verblieben sind.„Für die Mädel also eine ausgezeichnete Sparkasse und... ein Anreiz... an ihrem Ar« beitSplatz auSzuharren", höhnt die österreichische Nazipcesse. ein Plätzchen ungestörten Vegetieren» eingeräumt zu bekommen. Die Fortsetzung des Kampfes gegen| den Katholizismus im„Altreich", das Entflammen> dieses Kampfes im annektierten Oesterreich, die 1 Wendung des italienischen Faschismus zum Ras« siSmus, der Kampf de» italienischen Faschismus gegen den katholischen llniversalismus zeigen, daß die Unterwürfigen falsch spekuliert haben. Der Faschismus kennt keine Toleranz, auch«licht gegenüber den Religionen. So werden denn nun die sozialistischen Arbeiter, indem sie gegen den Nazismus kämpfen und für die Erhaltung der persönlichen Freiheit durch die Demokratie, auch zu Kämpfern stlr die religiöse GewiffenSfreiheit. Nicht ihre Sorge ist die Freiheit der religiösen Gemeinschaften, aber indem sie für die Gewissensfreiheit überhaupt kämpfen, streiten sie auch für die Freiheit de» religiösen Bekenntnisses... Di« Freidenker waren im alten Oesterreich nicht einmal lvirklich geduldet, dem StaatSgrund- gefeh zum Trotz wurden sie— so stark war der Einfluß de» KlerikaliümuS— schikaniert und drangsaliert. Die Demokratie hat ihnen Bewegungsfreiheit gegeben. Sie wissen, was sie der Demokratie zu danken haben. Sie lviffen aber auch, gerade mif Grund der Geschichte ihrer Bewegung, daß untrennbar verbunden mit der Demokratie die weltanschauliche Toleranz ist. Und sie wissen, weil sie durchweg» Sozialisten sind und in ihrer großen Mehrheit Angehörige der deutschen Sozialdemokratie, daß das Gebot dieser Toleranz auch innerhalb der Partei gelten muß, daß in der Partei religiöse und konfessionslose Arbeiter als gleichberechtigte Genossen nebeneinander stehen, daß die große sozialistische Freiheitsbewegung getragen sein muß vom Freiheits« und Gerechtig- leitswillen aller, die im KapitaliSnuiS eine zutiefst unsittliches System sehen, von gläubigen und ungläubigen Arbeitern, von den industriellen und Landarbeitern, von Hand, und Geistesarbeitern. Gerade weil sie der Partei eng verbunden sind, erkennen und verstehen sie das, werten sie es nicht etwa nur als taktische Notwendigkeit, sondern schätzen diese Grundsätze als untrennbar vom Freiheits- und Humanitätsbegriff de» Sozialismus. „Tag der Freiheit*— das ist nicht nur ein Tag des Bekenntnisse» zür Freiheit, zur politifchett Freiheit als Voraussetzung der Geistes» und Gewissensfreiheit. Der„Tag der Freiheit" ist auch Bekenntnis der festen Entschlossenheit, für die Freiheit zu kämpfen. Zu diesem Fest- und Kampftag in Aussig, an dem außer den Arbeitern Aussig» und der näheren Umgebung nur Abordnungen der Arbeiter aus anderen Gegenden des Lande» teilnehmen können, entbietet die Partei herzliche Grüße. Sie weiß, daß es wahrhaft kampfentschlossene Männer und Frauen sind, die in Aussig zusammenkommen. Sie weiß, daß der„Tag der Freiheit" unbedingt Verläßliche, bedingungslose Treue versammelt, von denen jeder entschlossen ist, sich ganz, mit Leib und Seele, einzusctzen zum Schuhe unseres köstlichsten Gute», der Freiheit! > Um was für Aktionen handelt slch's? F„Partei" oder.Bewegung" oder? Die Nazi ! Itwollten keine Partei im üblichen Sinne haben, schwärmten immer von„Bewegung". Wa» nun die SdP wirklich ist, zeigen deutlich genug Rundschreiben solcher Art: Kr«i»stelle III— Trautenau der Sudetendeutschen Partei. Trautenau, 24. Juli 1288. KreiSweffung OG—9. 38. Streng vertraulich l 1.),, Alle Weisungen und Berichte sind bi» auf Widerruf al»strengvertra«lichzu behandeln. Nachrichten, Anfragen usw. sind nur durch Kuriere(&S— A) zu befördern. Post und Telefon streng verboten. 2.), Die Berichte unter Einteilung der FL in Ko« k können. Hebungen sind regelmäßig und pünkt« ' sich einzusenden. |8.). Mitgliedsbücher von Kameraden, die nach Deutschland in Arbeit gehen, sind außer dem bekannten Vermerk noch mit einer laufenden Nummer zu versehen, welch« un» zweck» Kontrolle mitgeteilt weiden muß. 4.), Für den Monat August sind in allen Orten Bereitschafts-Appelle der FL durchzuführen. Berichte über Beschäftigung in den Betrieben, Einberufung zur außerordentlichen Waffenübung, Verstärkung von Bend. u. Staat!« Polizei. Vorfälle über Personen, die im Verdacht stehen, als Konfidenten bei Aemtern und Parteien zu sein. Oeffentliche Versammlungen sind vorderhand zu vermeiden, dafür aber A-2-Versammlungen in allen Orten mit den Weisungen 7 und 8 durchzuführen. Für den Monat August sind durch die B.« SchulungSleiter Tagungen nach§ 2 einzuberufen, da von Eger einige Instruktoren in Kreis Hk entsandt werden. Berichte über Tätigkeit der Republikanischen und Roten Wehr in Euerem Bezirk. Wir verlangen von allen Kam. eine intensive und exakte Arbeit, da die Monate August und September für un» von grober Bedeutung sind, von welchen da» Gelingen aller Aktionen abhängt. Mit deutschem Gruß F. Haar, m. p. K. Hofhansel, m. p. KreiSleiter. Heil Henlein! '■ Rundschreiben einer politischen Partei? Anweisungen eine» politisch-militärischen Ge« heimtbunder, der, während seine Führer mit der Regierung zu verhandeln vorgeben, Aktionen besonderer Art vorbereitet, Aktionen, die-weiset!»» nicht dec Festigung des Staate» dienen, keine großartigen LoyalitätSkundgebungen sein solleirl Wo in aller Welt gibt eS noch„politische Parteien" ähnlicher Art? Und wie furchtbar muß doch die politische Unterdrückung sein in einem Staate, der kam« meSgeduldlg den Treibereien einer solchen Ber« schwörergesellschaft zusiehtl ES wäre gut, wenn auch Lord Runciman dieses Dokument der„Unterdrückung" kennen lerntet Seife 4 Sonntag, 7. August 1038 Nr. 184 3ggmeuigfecitm Vor fünf Jahren.. Am 7. August 1938 öffnete sich die Zelle de» Detmolder Gefängnisse», in. der Felix Fachen- l> a ch in sogenannter Schutzhaft saß. In diese Ivar er am ll. Mär- geführt worden, ahne daß er in all der Zeit gehört hätte, tva» ihm Vorgelvorfen werde. E» gab nicht». Fechenbach aber war nicht nur Sozialdemokrat und Redakteur de» lipptschen Parteidlatte», also einer der Führer der dortigen Arbeiterschaft, sondern er war auch der Sekretär Kurt Eigner» an den November-Ereignissen 1918 maßgebend beteiligt gewesen. Da» und den Prozeß, der darau» eutstanden war, hatte man ihm nicht vergessen. Er nmßte natürlicherlveise den Nazi» al» einer ihrer heftigsten politischen Gegner erscheinen, der sich freilich streng an die republikanischen Gesetze gehalten hatte. Fechenbach verlangte, die Adresse zu erfahren, die in Zukunft gelte, damit er sie seinen Angehörigen mitteilen könne. Man eröffnete ihm, diese Adresse sei die Polizeidirektion München. Damit wußte er genug: er sollte den Bayern au»geliefert werden, weil diese seine politische Rolle von 1918 am besten kannten. Al» Fechenbach bemerkte, daß er statt mit der Eisenbahn mit einen« Auto tran»portiert werden sollte, in-em lauter al» Totschläger bekannte SA- Leute saßen, weigerte er sich, den Wagen-u besteigen und forderte, daß ein örtlicher Polizist mitführe. Ta sich bereit» die Bevölkerung mit drohender Gebärde um da» Auto sanrnielte, gab man nach und ließ den Polizisten kommen, den Fechenbach gut kannte. Raum aber war man au» der Stadt herau», da ließ Ulan diesen Polizisten wieder aursteigen. Man fuhr in einen Wald und in diesem Walde wurde Felix Fechenbach von den schwer bewassneten Begleitpersonen ermordet. In dem im Eichen-Berlag Arbon erschienenen Fechenbach-Buch sind die Dokumente und Beweise dafür in Wort und Bild niedergelegt. Später hieß e», Fechenbach fei„auf der Flucht erschossen" worden. Glücklicherweise hat er selbst kurz vorher noch bekanntgegeben, daß er nie fliehen werde, da er die Methoden kannte. Er ist eine» der zahlreichen Opfer der angeblich unblutigen nationalsozialistischen Diktatur geworden. Mit Felix Fecheichach ist einer der gütigsten, friedliebendsten Menschen dahingegangen. Einer icner Jungen unserer Bewegung, auf denen deren ganze Hoffnung ruhte. Er liebte die Jugendbewegung, er arbeitete praktisch bi» zuletzt bei den Kinderfreunden.„Der Puppenspieler"— so heißt der wunderhübsche BolkSroman, den er in der Schutzhaft schrieb!— da» war er selbst. Diesen Menschen, den» nicht» ferner lang al» jede gewalttätige Gesinnung, haben vor fünf Jahren entmenschte Bestien im braunen Gewand, obschon er wehrlo» war, in Ileberzahl überfallen und gemeuchelt. Niemand wäscht diese Blutschuld'ab von einem System, da» sich heute al» friedliebend der Welt vorstellen möchte. Auch der Versuch, die Mörder zur Rechenschaft zu ziehen, vurde unterlassen. Fechenbach hinterließ eine Frau und drei unmündige Kinder. Man lese seinen Roman, man lose die im genannten Fechenbach-Buch zusammengefaßten wichtigsten seiner Schriften und nian wird wissen, wen die Nazi» vor fünf Jahren ermordet haben. Er war nur einer von vielen. Wir wollen sie alle nicht vergessen.., 250Arbelter*Urliubsi08e . Paris. Die Mehrzahl der Betriebe der Metallindustrie im Pariser Bezirk, vor allem mehrere Automobilfabriten, haben für 14 Tage die Arbeit eingestellt, lieber 200.000 Arbeiter und Beamte dieser Fabriken gehen auf bezahlten Urlaub. Auf allen Pariser Bahnhäfen herrscht erhöhter Betrieb, um die Beförderung dieser Arbeiter zu ermöglichen. Es wurden an einem Tag nach allen Richtungen 100 Sonderzüge abgefertigt, die an 100.000 Arbeiter aus der Hauptstadt in die Provinz führten. Samstag abends werden über 180 Hilfszüge abgefertigt, die von verschiedenen Bahnhöfen auSsahren und an 180.000 Personen befördern werden. Man glaubt, daß die erhöhte Frequenz auch Sonntag noch andauern wird. Charlie Chan gestorben Westhamford(Conneetieut).(Neufer.) Hier ist die Nachricht eingetroffen, daß in Stockholm int Alter von 80 Jahren der Filmschauspieler Warner Öland gestorben ist, der durch seine De« tektivsilme bekannt war, in denen er die Rolle des chinesischen Detektivs Charlie Chan spielte. Sechs statt drei Assentierungen? In Kreisen der privaten und halboffiziellen Verbände für Äörperertüchtigung und Wehrerziehung wurde die Frage aufgeworfen,. ob die derzeit geltenden Assentbestimmungen nicht reformiert werden sollten. Bisher müssen die Militärpflichtigen in drei aufeinanderfolgenden Jahren zur Assentierung gehen. Dadurch werde nicht genügend Rücksicht auf die körperliche Zurückgebliebenheit namentlich der Kriegsjahrgänge genommen. Daher wird vorgeschlagen, drei Jahre nach der blsherien letzten Assentierung drei neue Assentierungen für jene durchzuführen, die in den drei ersten untauglich befunden wurden.(DND.) Brandstiftung« in der Slowakei. In der Gemeinde Komärovce bei Ujhorod brach Freitag nachts in der Scheuer des Landwirtes Nagy ein Brand'aus,' der die Schkuer und die eben eingebrachte Ernte vernichtete. Allem /Anschein nach wurde der Brand gelegt.— Am Freitag abends brach in der Gemeinde Scredni im Bezirke Ujhorod im Stalle des Schulverwalters DudäS »in Brand aus, dem einige Stück BÄH zum Opfer fielen. Auch dieser Braud wurde wahrscheinlich gelegt. Die Gendarmerie untersucht die Angelegenheit. Informieren Sie flch über die Fahrpreisermässigung bei Gesellschaftsreisen. Bon der TranSmisflon erfaßt. Freitag vormittags wurde in der Gemeinde Belikk Lazy im Bezirke Ujhorod beim Dreschen von Getreide der 30jährige Georg Orosz von einer Transmission erfaßt und an Kopf und Brust schwer verletzt. Die Bauarbeiter von Lyon haben den Generalstreik beschlossen. Britischer Bomber abgestürzt.. Tn» Luft« sahrtministerium teilt mit, daß Freitag ein Bomber der britischen Luftwaffe in Transjordanien« gebiet abgestürzt sei. Der Pilot und dessen Begleiter sind umS Leben gekommen. Damit erhöht sich die Zahl der Todesopfer im Verlauf der diesjährigen 40 Flugunfälle auf 104. Großfeuer in Litauen. In der Nacht zum SamStng brach in dem an der Memel etwa 80 Kilometer unterhalb von Kowno gelegenen Stäbchen Vilkija ein Brand aus, der 80 Häuser in Asche legte. Ettva 100 Familien wurden obdachlos. Der Schaden wird auf 700.000 bis 800.000 Lit beziffert. Tie Brandursache ist nicht geklärt. Ein neuer Tetzrl. In einer kleinen Stadt Pomerellens hatte ein Mann schwunghaften Handel mit„Aülaßzetteln" betrieben. Die Ablaßzet- tel trugen die gefälschte Unterschrift de» Papste» und einen ebenfalls gefälschten Stempel de» Vatikans. Der Vertrieb der Ablaßzett^l, die 20 bis 60 Zloty kosteten, brachte dem Verkäufer viel Geld ein. Die Polizei hat diesem Treiben jetzt ein Ende gemacht. Zug gegen Auto: fünf Tote. An einem ungesicherten Bahnübergang in der Nähe von Bray- Dunes an der belgisch-französischen Grenze stießen ein Zug und ein Auto mit sechs Insassen zusammen. TuS Auto wurde über 700 Meter mitgeschleift und völlig zertrümmert. Fünf Insassen wurden getötet. Nur ein junges Mädchen, das das Steuer geführt haben dürfte, blieb am Leven rnd wurde verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert. Eine rätselhafte Kinderkrankheit. In der Stadt Olooffo(Michigan) ist eine rätselhafte Krankheit aufgetreten, an der bereits sechs Kinder gestorben sind. Der Staatssekretär für Gesund« beitswesen hat alle Aerzte, die mit dieser Krankheit in Berührung gekommen find, zu einer Beratung zufammengerufen, um den Grund der Krankheit zu erforschen. ES handelt sich anscheinend um neue, bisher unbekannte Bazillen, die besonders im Dickdarm auftreten. Die Laboratoriums-Analysen hatten bisher keinen Erfolg. »Die nette Gartenlaube" verboten. Das Poftministeriüm hat der bei Scherl in Berlin erscheinenden Zeitschrift„Die neue Gartenlaube" da» tschechoslowakische Postdebit entzögen und ihre Verbreitung bis 18. Juli 1040 überhaupt verboten.(DND.) Zuviel Freude! Bei den Empfangsfeierlichkeiten für den Flieger Corrigan in New Vor! kam eS zu so stürmischen Kundgebungen, daß Corrigan in seinem Automobil an der Bryst verletzt wurde. Er mußte sofort das Bett aufsuchen, so daß da» weitere Empfangsprogramm unterbrochen werden mußte. Die weiter bekannt wird, find während der Triumphfahrt CorriganS zum Rathaus au» den Fenstern der Wolkenkratzer etwa 1000 Tonnen Papierschnitzel in Li» Luft getporfen worden, Schlenen-Klubs Th« Seven O’Clodcers-Club“ madit Sdiul« >1 MTP New Park. Es war ein organisatorisches Talent namens Ronald Freeman, wohnhaft in Philadelphia, beschäftigt in New Aork, das vor drei Jahren den Gedanken faßte, den ersten Schie- nen-Klub zu gründen. Die Fahrt von Philadelphia nach New Aork ist,140"Kilometer lang dauert mit dem Personenzug eiwaS mehr als zwei Stunden. Freeman hatte sie jeden Morgen in der einen, jeden Abend in der anderen Richtung zurückzulegen, und zweimal am Tage mußte er mit seinen Mitreisenden in der üblichen Form um den Platz kämpfen. Dabei stellte er mit Leichtigkeit fest, daß er immer wieder dieselben Gesichter von Männern und Frauen sah. Alle bestiegen den Sie« ben-llhr-Frühzug und kehrten mit dem Sieben« Uhr-Abendzug heim. Und lvenn man sich von vornherein über die Plätze verständigte, würde man viel beqtiemer reisen, dachte Freeman. Er ntachte die Bekanntschaft einiger der ständigen Reisenden und legte ihnen den Plan einer Klubgründung vor. Ziel de» Klubs müßte vor allem eine gerechte Verteilung der Plätze fein. Keiner brauchte sich am Morgen abzuhetzen, denn jedes Kltibmitglied war verpflichtet, immer nur denselben Platz im selben Wagen einzunehmen. Der Plan fand Billigung, bald waren dreißig Leute beisammen, die den ersten Schienen-Klub gegründet hatten und in des Wortes ureigenster Bedeutung ganz gut dabei fuhren. Aber doch nicht sehr gut. Der Grund lag auf der Hand: e» gab ja auch viele Gelegenheitürel« sende, und diese machten den Dauerreisenden die Plätze streitig. Wer war überhaupt Dauerreisender? Mußte man 80mal im Monat die Doppelstrecke zurücklegen, oder ging eS auch mit weniger Fahrten? Die Klubversammlung der nunmehr schon 60 Mitglieder entschied die Frage: Dauerreisender und Mitglied de» Schienenklubs, der mittlerweile den Namen„The Seven O'ClockerS« Club" angenommen hatte, konnte Iverden, wer fünf Dollar Aufnahmegebühr und drei Dollar Monatsbeitrag zahlte. Außerdem wurde beschlossen, an die Direktion der Eisenbahngesellschaft mit einem interessanten Vorschlag heranzutreten. Man wollte reservierte besondere Eisenbahnwagen haben, deren Benutzung überhaupt niir den Klubmitgliedern und ihren eingeführten Gästen offenstand. In Europa wäre ein solche» Ansuchen glatt abgelehnt worden. Keine Staatsbahn führt Privatwagen. I» den USA find die Bahnen aber nicht staatlich, und außerdem haben sie mit einer überaus heftigen Konkurrenz der Autobusse, der Autos und der Flugzeuge zu kämpfen. Es wurden ohne längere Verhandlungen tatsächlich zwei wunderschöne moderne Wagen in Dienst gestellt und für die Zwecke de»„Seven O'ClockerS-Club" hergerichtet. Jeder Wagen hat 76 bequeme Fauteuil» und verfügt über einen Lese«, einen Spiel« und einen Schlafraum neben einem Duschraum und einer kleinen Bar, an der e» auch Mahlzeiten gibt. Lesenischen vervollständißen die Einrichtung. Dabei kostet die Benutzung dieser Luxuswagen nicht den geringsten Zuschlag. 80 Fahrten tm Monat hm, 80 Fahrten zurück kosten zusammen nur 81.81 Dollar. Ein kleiner Zuschlag muß gezahlt werden, wenn Man die vorhandenen Schreibmaschinen benutzen und sich die gleichfalls anwesende Sekretärin sichern will. Außen sind die Wagen durch große Klubabzeichen kenntlich gemacht. Wer nicht Mitglied und nicht eingeführt ist, darf nicht hinein. Die Fahrkartenkontrolle ist denkbar liebenswürdig; der Schaffner kennt sämtliche Reisenden dieser beiden Wagen bei Namen, und Freeman bat seinen Plan, für dasselbe Geld bequemer zu reisen, mit solchem Erfolg in die Wirklichkeit umgesetzt, daß demnächst neue Wägen eingestellt werden; denn überall in den USA entstehen neue Schienenklubs, die au»,dem Zufallsabenteuer einer Reise eine normalisierte und höchst bequeme Angelegenheit gemacht haben. gegenüber 1700 Tonnen beim Nnpfang für Lind« bergh. Da» Handelsministerium teilt mit, daß die Zeit, für welche dem Flieger Corrigan da» Pilotenzertifikat entzogen wurde, verstrichen sei, so daß er wieder fliegen kann.* Kinder gegen Juden. Eine Gruppe der H i t- lerjugend hielt wahrend einer Razzia in Dürnkrut eine in der March badende Gruppe von Wiener Juden an. Bei der LeibeSvisttierung wurden bei einem Mann au» der Gruppe 13.800 Reichsmark gefunden» bei einem zweiten 660 Mark und eine goldene Kette. Die ganze Gruppe wurde wegen de» Verdachte», in die Tschechoslowakei gelangen zu wollet«, festgenommen. Helium gegen Asthma. Für die Asthmatiker kommt eine Freudenbotschaft über den Ozean: in Amerika sind in der letzten Zeit sehr erfolgreiche Der- suche zur Heilung von Asthma mit HeliumgaS durchgeführt worden. Da» Helium wird mit Smierstoft vermischt, und zwar im Verhältnis von 76 Prozent Helium und 26 Prozent Sauerstoff. In 90 Prozent der Fälle haben sich sofort Erleichterungen im Zustande der Kranken eingestellt, und vor allem scheint die neue BehandlimgSmethode selbst in den schwersten Fällen, eine Linderung der Leiden herbeizuführen. AlluLing» kann bi» jetzt noch nicht gesagt werden, ob o«e Heliumbehandlung de», Asthma zu einer Heilung der Krankheit führt oder ob die günstigen Reaktionen nur vorübergehender Nawr sind. i, Albanien bekommt Naturschutzpark». Da» albanische Parlament hat einen vom Landwirtschaftsminister eingebrachten Gesetzentwurf genehmigt, der die Schaffung von zwei Naturschutzparks vorsieht. Der eine liegt in der Mirdita, dem romantischesten Gebiet de» bergigen Nordalbanien, der andere westlich vom Ohridsee in der Gegend Gur i Topit. Beide Gebiete zeichnen sich. durch einen buchstäblich jahrtausendealten Bestand herrlicher Bäume und durch eine Fauna au», in der neben Wildziegen und Adlern weder Wölfe noch Bären fehlen. Diese Tiere dürfen in Zukunft weder gefangen noch geschossen werden, und auch die Beschädigung de» Baumbestandes ist unter strenge Strafe gestellt worden. Sturm auf die käniglichm Blumenaulagen. Am Rond-Point de» ChampS-Elyfte- in Pari» find die Anlagen zum Königsbesuch nicht nur- mit Fahnen geschmückt ttorten, sondern auch mit einigen hmwert Blumentöpfen, Hortensien, wie es die, Königin Elisabeth liebt. Dieser Schmuck wird jetzt wieder abgetragen- Nun gjng eine hübsche junge Dame vorbei, bewunderte die Blumen, und einer der Arbeiter sagte zu ihr, nichts Böse» ahnend:„Nehmen Sie doch einen Topf mit, Fräulein!" DaS Fräulein nahm gern den Blumentopf, aber andere Passanten haften den Vorgang becchachtet, drängten' nun„zur Kasse", und im Nu wurden Dutzende von Hörtensientöpfen davonge» tragen. Wenige Minuten später umstanden Hundert» von Menschen die Blumenanlagen, alle wollten einen Topf haben. E» begann recht unsanft zuzugehen, dann wurde eine ausgesprochene Schlägerei daraus, und schließlich mußte man-tat Ueberfällkommando holen, um den völlig von Hortensien geleerten Platz zu räumen. Die Blumen sind al»„Andenken" in Manifestation der Privatangrstelltrn. Der Einheit-Verband der Privatangestellten veranstaltet am 14. und 16. August 1988 in Pilsen eine gesamt« staatliche Manifestation her Privatangestellten, um für den Schutz der demokratischen Republik zu demonstrieren.. An'dieser Kundgebung werden sich tausende Prsvatängestellte aus allen Teilen der Republik be- teiligen. Im'Rahmen dieser Kundgebung' findet eine Versammlung'statt, bei der der Generalsekretär de» Verbände» Abgeordneter Robert Klein.-der Bürger« HöhenflUge gegen Keuchhusten In Darmstadt und Frankfurt am Main werden jetzt Versuche durchgeführt, Kindern, die an Keuchhusten erkrankt sind, dadurch Höhenluft zuzuführen, daß man mit ihnen Flüge von 80 bi» 40 Minuten Dauer in etwa 4000 Meter Höhe unternimmt. meister der Stadt Pilsen Abgeordneter L. Pik und Funktionäre de» Verbände» sprechen werden. von der Masaryk-Fürsorgerinnenschule. Do- Ministerium für öffentliche» Gesundheitswesen und Körpererziehung hat die Anmeldefrist für d e u t i ch e Hörerinnen de» neuen LebrgangeS an der staatlichen Masaryk-Schule für Gesundheit»- und Sozialfürsorge in Prag bi» zum 16. August d. I. verlängert. Die gestempelten Gesuche der Absolvenftnnen von Mittelschulen, die mit einer Abschrift des Reifezeugnisse». der Staatsbürgerschaftsbescheinigung, dem Tauf- oder Geburtsschein und einem amtsärztlichen Zeugnis belegt sein müssen, nimmt die Direktion der Schule in- Prag XU. Äuskä 2881 entgegen, die auf Ersuchen auch nähere Informationen erteilt und gedruckte Prospekte verschickt. Da» Wetter. Der Gleichgewichtszustand in der Atmosphäre über' dem Festlande ist nunmehr merklich gestört. Infolgedessen haben sich SamStag überall zahlreiche Gewitter gebildet. Die Nachmittag-Iem- peraturen verblieben jedoch um 80 Grad Celsius. Auch,Sonntag kann in den Niederungen mit keinem durchgreifenden Ternperaturrückgang gerechnet wer den. obwohl e- sich auf den Bergen bereit» etwa» ob- gekÜhlt hat. Die Neigung zu Gewittern wird sich jedoch noch verstärken.— Sonntag: Neigung zu örtlichen Gewittern oder Schauern.— Detferau»- sichten für Montag: Noch keine wesentliche Aen- derung de» gegenwärtigen Witterung»charakter». Vie deutsche Sendung am Sonntag und Montag Sonntag« Prag-Mrlnik: 0.80: Sonntag-gedanken. 9.40: Musik lCembalo: Fr. Holeöek). 10.00: Lasset hoch die Fahnen weh'», Hörfolge um Turiwater Jahn. 11.00: Symphonie-Konzert. 12.08: Presse. 12.28: Konzert lGes. Ferry Löring, Violine: Jos. Thürin- ger. Saxophon: W. Fleischhan», Klavier: Georg Singer und R. I. Schubert). 14.00: Bauernprediat. 14.15 bi» 14.80: Arteitersendung. Reportage au» dem AtuS-Juqendzeltlager Saaz. 18.00: Trickfilmstar gesucht. Hörfolge von E. Larsen. 19.16: Nach, richten. 19.80: Bunte Szenen und Musik. lLeiluna R. M. Mandke). 20.10: Sportbericht. 21.15: Tie alte Operette. Plauderei mit Musik von Jos. Zell lDir. R. M. Mandke). 22.15: Nachrichten. 22.80 bi» 28.30: Tanzmusik. Brünn: 14.05 bi» 14.17: Landwirtschafrliche Sendung: Zentraldir. Franz Hilmer: Der Aufkauf und die Lagerung der neuen Getteideernte. 14.17 bi» 14.80: Landwirtschaftliche Sendung: Garten« baudir. i. R. Han» MeihSner: Der Dorfsriedhof als Stätte de» Vogelschutzes. 17.35 bi» 17.80: Ina. Josef Kleiber: Wald und Siedlung. 17.50 bis 18.00: Schallplatten. 18.00 ti» 18.50: Die Postkutsche. Hörspiel von Piri v. Pjery-Klettner. Für den Rundfunk eingerichtet von Emil Reißner. Montag Prag-Melnikr 10.15»I» 11.00: Schallvlatien. 12.18: Vortrag Fritz Wurm: Die New Norker Weltausstellung. 18.00: Prof. Fr. Wehr: Wissenschaft und Politik. 18.15: Schallvlatten. 1845: Vortrag Dr. Fr. Glaser: Neue katholische Literatur. 19.00: See- mannslieder(Ges. Ludw. Rumland. Klav. Fr. Hole« Lek). 19.30: Orchesterkonzert. 20.80: Don PaSauale. Oper von Donizetti(Querschnitt der Aufführung in der Mailänder Scala auf Schallplatten). 21.15: Von Prag 1: Kompositionen von Leo» Janaöek, qesp. von Firkuiny und Heran. 22.00: Au» schönen Büchern (Au» dem.Löwenbuch" von Martin Johnson). 22.40 lit>28.00: Vortrag Fr. Argu» Wer Prager Jesulein. Brünn: 18.00 li» 18.15: Vallv Jnnerhuber: Bald beginnt die Schule. 18.15 bi» 18.20: Schallplatten. 18.20 li» 18.35: Schulleiter Franz Cijinstyr Wa» erstrebt die moderne Schule? Mähr.-Ostrau: 18.10: Arbeitersettdnng: Lieder von Fvayz Schubert, gesungen von Erich Turck. ' I•• Vom 1. Bezirksfest der AtuS-Union Saaz, bzw. dem dortigen Jugendzeltlager, bringt der Melniker Sender eine Reportage heute, Sonntag, den 7. August, von 2.16 bi» 2.46 Uhr nachmittag».. E»'spricht. Franz Kunig-Turn-Teplitz. sie. 184 Sonntag, 7. August 1938 Seite 6 IfofäMwrtMhaft und Henleins Werk Jeder Tag bringt neue Beweise für die nicht ne-r wieder gutzumachenden Schäden, welche die SdP den Sudetendeutschen zugefÜgt hat. Bon Tag zu Tag mehren sich die Klagen auch aus den Reifen gut bürgerlicher nationaler Deutscher, die schon am eigenen Leibe die Folgen der SdP-Poli- ffl spüren. ES ist leider so, bah jeder Tag, der die Nationalsozialisten ungehindert am Werk« sieht, auch die Hoffnungen zerstört, daß weitere wirtschaftliche Schläge verhindert, werden können. Die folgenden Meldungen, nur einige von vielen, lassen ahnen, datz eine Wirtschaftskatastrophe droht, oon der sich nur die wenigsten heute eine Bor« slellung machen können. weil einesteils das Ausbleiben der Aufträge aus dem LandeSinnern stark gespürt wird, und weil andererseits die politische Unsicherheit die finanzielle Lage überaus ungünstig beeinflußt. Biele Kunden thesaurieren Geld und unterlassen die Bezahlung überfälliger Rechnungen. Der Unternehmergeist, der in Nordböhmen immer rege war und sich auch bet ruhigstem Geschäfte jeden Tag irgendwie betätigte, ist jetzt volständig gehemmt durch die algemeine Unsicherheit. Der unglaublich Der Verkauf der Plck-Werke, In Oberleutenedorf'-» Teplih-Schönan. Kaum haben wir die Kunde von dem Verkauf der Petschekgbuben' an die Konrbank vernommen, hat sich neuerdings wieder eia Verkauf eines Industrieunternehmens zuge« tragen. Die Firma E. G. Pick in OberttutenSd.orf ist zur Gänze in englischen Besitz an die»Cotton Lpinning Doubling Ltd." durch Berkaus übergegangen. Die Firma E. G. Pick, welche die größte Racospinnecei des Kontinents ist, hat in der letzten Zeit größer« Zubauten durchgeführt und über 2000 Menschen beschäftigt. Die Firma Pick besaß auch eine größere Spinnsabrik in Wiener-Neustadt, welche jedoch nach der Gleichschaltung Oesterreichs verstaatlicht wurde, da Pick selbst Jude ist. ES ist noch nicht vorauSzusehen, welche Auswirkungen der Verkauf des größten Unternehmens in Oberleu« tentdorf zeigen wird. Sicher ist, daß dieser Berkaus auf die bestehenden politischen Berhältnisse im sudeiendeutschen Gebiete zurückzuführen ist, welche wir der nationalistischen Hetze der SdP, ihrem VekeiinwiS zum Nationalsozialismus zu danken haben. Jedenfalls bedeutet diese Transaktion mich einm schweren Schlag für die Arbeiterschaft, denn W, der ein ausgezeichneter Wirtschaftsfachmann ist, hat e» immer und selbst über die ärgste Kris« hindurch verstanden, seinen Betrieb mit der voUen Bklegschaft weiterzuführen. Es zeigt sich immer mehr, welche Früchte die Nazipolitik unserer Hen- lirnt zeitigt; statt Arbeitsbeschaffung erfolgt ein immer mehr um sich greifender wirtschaftlicher Rederbruch, der sich besonders bitter an. der Ar» teiterschaft rächt. DaS ist die Bilanz des Ausgangs der Gemeindewahlen, bei welchen sich ein stiroßieil der sudetendeutschen Wähler der faschistischen Henleintotalität verschrieb. Der letzte Hen- Ikinwähler sollte, sich klar, sein darüber und eiumat darüber nachdenken,, wohin der unselige Weg der edP-Politik führt. Der Ruin des Fremdenverkehrs DaS Fachorgan»DaS Gastgewerbe" zieht die Bilanz der heurigen Fremdenverkehrssaison und sagt zur Schuldfrage: »Die in den letzten Monaten und Wochen sich ständig steigende nationale Hetze lieferte aber leinen Beitrag zu einer Verständigung der Böller. Die Ursachen liegen vor allem darin, daß man Miel den Einflüssen anderer Staaten ausgesetzt ist. Dieser Zustand führt aber zu dem wirtschaftlichen Ruin, vor allem der im sudeiendeutschen Erbiete liegenden Produktionsstätten und damit «uch des Gastgewerbes. Während wir im Jahre 1087 eine merNiche Besserung hinsichtlich des Fremdenverkehrs zu verzeichnen hatten, müssen Irir in diesem Jahre zu unserem Bedauern feststellen, daß die Bäderorte, Sommerfrischen und sonstigen Ausflugsziele vollkommen verwaist sind. Trotzdem erkennen weder die Arbeiter und Angestellten noch die Gastwirte die zu ziehenden Fol- gemngen. Im Gegenteil der Haß wird noch gc- fteigert, wodurch der Zusammenbruch tausender Existenzen zustande kommt." Er heißt dann an einer anderen Stelle:»Da flunkem verschiedene Korporationen der sogenannten Volksgemeinschaft davon, daß diese Partei dem deutschen Volksgenossen Unternehmern wie Angestellten Hilfe bringen wird, indem man zum Reisen im eigenen Lande aufrufen wird. Der Aufruf geschah, ganz schüchtern und mit einfachen Zei» iungSbuchstaben. Die Praxis sieht aber anders aus. Wir bringen tieferstehend einen Originalab- druck aus der»Reichenberger Zeitung", woraus auf der ersten Seite zu lesen ist:„Alles der Heimat", im Innern des Blattes steht neben dem Aufrufe der SdP:«Heuer in unsere Sommerfrischen und Kurorte", die weitere Aufforderung nach Talzburg, Nordland, Dolomiten, Berlin usw. ins Ausland zu reisen. So sieht die Hilfe in Wirklichkeit aus. Man läßt die heimischen deutschen BolkSge- nossen kameradschaftlich in ihren leeren ArbeitS- orten verdienstlos im Stiche und fährt in die Länder, welche den Besuch zu uns mit allen möglichen Mitteln unterbinden."/ Krlis der«Industrie« Krise des Handels Schließlich zitieren wir aus der»Wirtschaft" den Brief eines Großindustriellen: Wähcegd die Texttlfabriken im tschechischen Gebiete trotz der allgemeinen Textilweltkrise noch immer verhältnismäßig befriedigend beschäfttgt find, leiden die Fabriken in Warnsdorf, Stumburg, Tchluckenau, GeorgSwalde, Reichenberg und Umgebung, und natürlich auch die Ascher und Rotzbacher Fabriken, unter der jetzigen Krise doppelt. Novelle des Gesetzes gegen die Industriespionage Die bisherigen Erfahrungen mit dem fett 1988 geltenden Gesetz gegen die Industriespionage haben ergeben, daß es gewisse in der Praxis bedeutungsvolle Tatbestände autzeracht läßt, so daß bisher zwar eine grotze Zahl von Anzeigen und Verfahren nach diesem Gesetz erfolgte, in vielen an sich klaren Fällen aber nicht genügende Unterlagen für eine Bestrafung vorlagen. Der Grund ist einerseits in der ungenügenden Beweisführung des Klägers, andererseits darin zu suchen, daß auf den Tatbestand nicht das erwähnte Gesetz, sondern daS Gesetz über den unlauteren Wettbewerb(Verrat von Betriebsgeheimnissen) angewendet werden muß, in welchem Falle daS Verfahren von der Einbringung einer Privatklage abhängig ist, oder daß der Nachweis nicht erbracht werden kann, daß der Täter nicht wußte, datz er ein öffentliches Interesse im Sinne des Gesetzes verletze. Das Handelsministerium bereitet daher eine Novelle vor, in welcher auch fahrlässiges Verschulden als strafbarer Tatbestand nach diesem Gesetze eingeführt werden wird. Ob daniit der Kern der Sache getroffen wird, ist freilich zu bezweifeln. Es ist aber begrüßenswert, datz die Frage der Industriespionage und Jndustrieverschleppung damit wenigstens wieder vor das Forum der gesetzgebenden Körperschaften gelangt und die Möglichkeit sich ergibt, die gesetzlichen Vorschriften den Verhältnissen anzupassen und zu verschärfen. Die Industriespionage und die Verschleppung von Facharbeitern vor allem der Glasindustrie und einer Reihe anderer Industrien aus dem Gablonzer Gebiet und Westböhmen nach Deutschland, die planmäßig erfolgen, sind schon zu einer nicht mehr übersehbaren Gefahr geworden. Für einen Teil der Arbeiter mag es heute verlockend sein, gutbezahlte Beschäftigung in Deutschland zu finden und dort Arbeiter anzulernen. Für die andern bedeutet eS aber das Emporkommen einer Konkurrenz, welche der heimischen Produktton und der Arbeiterschaft schweren Abbrüch^tutt Gr'geht' auf diesem Gebiet heute um einen regelrechten Wirtschaftskrieg gegen Sudetendeutschc. Starker Rückgang unserer Ausfuhr nach den USA Wie sehr die an den neuen Handelsvertrag mit den USA geknüpften Hoffnungen der Exportkreise enttäuscht wurden, beweisen die Ziffern über unseren Außenhandel mit den USA in den ersten fünf Monaten dieses Jahres. In dieser Zeit wurden aus Amerika Waren für 808 Millionen Kronen eingeführt, d. i. um 24.9 Prozent mehr als in der gleichen Vorjahrszeit. Dagegen ist unser Export um 28,6 Prozent puf 388 Millionen Führer oder Diktator? ES bedarf nicht vieler Worte, um zu betoei- sen, daß wir eine Zeit der schwersten wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Krisen durchmachen. Jeder von uns wird täglich in irgend einer Form und meist in recht unangenehmer Weise an die Wirren unserer Tage erinnert. Und zweifellos ist dieser Gärungsprozeß, in dem die ganze menschliche Gesellschaft steckt, die Ursache, datz allzuviele Menschen den Glauben an sich selbst verloren haben. Perioden wie die jetzige hat die Menschheit schon öfter durchlaufen müssen. Sie find das sicht' bare Zeichen, datz sich innerhalb der menschlichen Gesellschaft Umwälzungen vollziehen, die all« Lebensäußerungen eines jeden einzelnen berühren. Letzte Ursachen derartiger Umwälzungen sind Machtkämpfe der sozialen Schichten der Völker untereinander. Die jeweils unterdrückte Schicht eines Volkes sucht die herrschende Schicht zu verdrängen, um selbst die Macht auszuüben. Diese gesellschaftlichen Machtkämpfe münden in der Regel in Revolutionen aus und fanden ihr bisher immer nur v o r l ä u f 1 g e s Ende im Siege der einen Schicht der Gesellschaft über die ander«. Marx hat'diese geschichtliche Tattache in die Form gekleidet, daß die bisherige Geschichte der Menschheit eine. Geschichte von Klassenkämpfen ist. Was hat diese Erkenntnis mit der Frage: Führer oder Diktator zu tun? Nun, es hat sich gezeigt, daß in solchen Zeitläuften Menschen mit hervorragenden guten oder schlechten Eigenschaften in den Vordergrund kommen. Und außerdem erleben wir gerade gegenwärtig wieder einmal— wie schon öfters in der Geschichte—, daß die ihre'Vormachtstellung verteidigende reaktionäre Schicht des Volkes irgend einem ihr paffenden Menschen die Verteidigung ihrer Interessen überträgt. Dem Volle wird dieser Mann als Führer suggexiert, in Wirklichkeit ist« Dikta t o r, schlechte Besuch unserer Weltbädec bringt es mit sich, daß die dortigen Modewarenhäuser überhaupt keinen Meter neuer Waren bestellen. Für Neuheiten in Damenkleiderstoffen, die noch im Vorjahre in großen Quantitäten nach Karlsbad verkauft wurden, ist bisher auch nicht ein Meter in das Bäderdreieck in Nordwestböhmen abgeschickt worden. An dem Texttlgeschäfte hängen aber unmittelbar hunderttausende Existenzen und auch andere kaufmännische und industrielle Branchen werden empfindlich in Mitleidenschaft gezogen. Wie Immer auch die politische Krise gelüst werden wird, daS halbe Jahr schlechter Geschäftsgang, das mit Anfang März begann, wird Nordböhmen so schnell nicht wieder überwinden können, und jeder weitere Tag schlägt neue Wunden. Kronen(i. B. 818) zurückgegangen. Der Rückgang betrifft nahezu alle Sparten des Exports. Geradezu dezimiert wurde die Ausfuhr von Hüten und Hutstumpen. Bon diesen wurden im Mai 1987 für 8.78 Million:» Kronen auSgeführt, Heuer im Mai aber nur für 820.000 Kronen. Die PaPirrwarcnauSfuhr, die im Vorjahr monatlich einen Durchschnittswert von fünf Millionen Kronen erreichte, sank Heuer im Frühjahr auf durchschnittlich nur noch zwei Millionen Kronen. Die Pelz- und LederauSfuhr sank von 2,789.000 XL im Mai 1987 Heuer in der gleichen Zeit auf 889.000 AL. Katastrophal ist auch der Rückgang der Wollteppichausfuhr: von 1.8 Milionen Kronen im Mai 1987 Heuer im Mai auf 100.000 Kronen. Revision des Rumänien-Vertrags Die Verhandlungen mit Rumänien über eine Revision des Handelsvertrages wurden in Prag begonnen und werden ungefähr bis zur Monatsmitte dauern. Die Beratungen erfolgen im Sinne eines Beschlusses der FrühjahrSsihung der Kleinen Wirtschaftsentente und bezwecken die Ermöglichung einer Verdichtung der Handelsbeziehungen. Verhandlungen England-Amerika vor dem Abschluß London.«Daily Telegraph" meldet den bevorstehenden Abschluß der englisch-amerikanischen Handelsvertragsverhandlungen. Der diplomatische Korrespondent des Blattes will wissen, datz die neuen britischen Vorschläge in Washington voraussichtlich die letzten Schwierigkeiten beseitigen werden. Sowohl Roosevelt wie Chamberlain haben es während der Verhandlungen den Delegierten klar gemacht, datz eine Lösung gefunden werden n. ü s s e. DaS Blatt meint, daß der Abschluß Ende dieser Monates zu erwarten sei. < Wirtschaftshilfe für Bulgarien Sofia. Nach berUnterzeichnung_bc8 Äbkosn- .menS von Saloniki ist ein erhöhtes Interesse Frankreichs und Englands für Bulgarien zu beobachte». Außer der Anleihe von 875 Millionen Francs soll Frankreich auch seine Bestellungen in Bulgarien erhöhen. ES verlautet, datz der durch daS Ableben des bulgarischen Gesandten in Paris, Batolov, freigcwordene Posten dem ehemaligen Autzenminister A. Burov angeboten werden soll, der als Anhänger einer westlichen Orientierung Bulgariens gilt und außerdem auch finanziell in Frankreich interessiert ist. Blättermeldungen zufolge, sollen auch britische Handelskreise im Verkehr mit Bulgarien besonders günstige Bedingungen einräumen. ' mit der Aufgabe betraut, die Vormachtstellung der herrschenden Schichte mit a l l e n Mitteln zu verteidigen. ES ist notwendig zu betonen, daß sich diese Vormachtstellung auf alle Gebiete gesellschaftlicher Lebensäußerungen erstreckt. Die Großbourgeoisie gebietet über Besitz und Staatsmacht wie über Bildung und Erziehung des ganzen Volkes. Diese Position gibt ihr die Möglichkeit, durch Demagogie und durch den Appell an allen Menschen eigene Gefühle und Instinkte, die unterdrückten Massen des Bolles von ihren ureigenen Interessen abzulenken, und deren mangelnde gesellschaftliche und psychologische Bildung zu ihren Ungunsten auszunützen. DaS hat auch zur Folge, daß so viele unserer Mitbürger den Glauben an sich selbst verloren haben. Und eS find meistens Arbeiter, die mangels ihrer Einsicht in die gesellschaftlichen Zusammenhänge den Wirren unserer Tage zum Opfer fallen. In ihrer Hilflosigkeit ustd vermeintlichen Schwäche find sie bereit, sich irgend einem Menschen anzuvertrauen, von dem ihnen gesagt wird, daß gerade der und kein anderer fähig sei, sie her- auSzuführen aus dem Jammertal, einer lichteren Zukunft entgegen. So ungefähr ist das dumpfe Empfinden vieler unserer Zeitgenossen, wenn sie sich willig und gläubig ihrem vermeintlichen Führer anvertrauen. Wir leben zweifellos in einer Zeit des Führerkultes. Aber sind denn auch diese Männer, die von bestimmten Staaten und Parteien aller Welt als Führer hingestellt werden, Führer in wahrem und gutem Sinne des Wortes? Sie sind es nicht! Sie sind Diktatoren, von den herrschen Gruppen mit besttmmten Vollmachten ausgerüstet zu dem Zweck, ihre Herrschaft zu sichern. T«ie sozialen Gegensätze, die der Kapitalismus erzeugt, sind seit der letzten großen Krise in ein akutes Stadium getreten. Der klaffenbewutzte Teil der Arbeiterschaft fordert Aenderui^ der Gesellschaftsordnung und drängt zur Staatsmacht. In den entscheidenden Industriestaaten hatte und bat sich die Arbeiterschaft schon beachtenswerte Positionen errungen. Nicht zuletzt mit Hilfe der politischen Demokratie. Diese Demokratie brauchte einst vor 166 Jahren das Bürgertum selbst, um sich von der Vorherrschaft des Feudalismus zu befreien. Nu» ist die Enttvicklung an dem Punkte angelangt, wo die vorwärtsstrebende Arbeiterschaft mit Hilfe der Demokratie die Vorherrschaft der Bourgeoisie gefährdet. In einigen Staaten hat deshalb das Bürgertum den Boden der Demokratie verlassen und die neue Form der Diktatur, den Faschismus, aufgerichtet. Anderwärts steht es auf dem Sprung, das zu ttin. Die Bourgeoisie Lberlätzt irgend einem Emporkömmling die Staatsmacht zu dem Zweck, die zur Macht ftrc« bende Arbeiterklasse zu unterdrücken und die kapi- talistische Gesellschaftsordnung zu sichern und zu verteidigen. Angesichts der großen Bedeutung, die das Proletariat schon auf Grund seiner Zahl besitzt, mutz natürlich diese Diktatur verbrämt werden. Der aufmerksame Beobachter wird festste!!«», daß die faschistischen Staaten und Parteien alles daransehen, um einen kritiklosen Glauben a n d e n»F ü h r e r" in der Masse des Volkes zu erzeugen. Ihre Propaganda ist darauf gerichtet, den Führer als den Mann hinzustellen, der für das ganze Volk denkt und handelt und der grotze Geist ist, der für alles die richtige Lösung, das AlleriveltSrezept besitzt. Wie stehen nur w i r, die wir für Freiheit und Sozialismus kämpfen, zu dem so umstrittenen Führerproblem? Welche Anforderungen stellenwiran den demokratischen Führer? Nun, wir schreiben dem Führer weder übernatürliche Kräfte zu, noch wollen und Linnen wir von ihm verlangen, datz er den Stein der Weisen entdecke. Für unt ist der Führerein an dieSpihederBe- wegung gestellter Vertrauens« niann, der mit der Aufgabe betraut ist, bestimmte Forderungen und Zielsetzungen zu vertreten und durchzusetzen. Er ist Führer in dem Sinne, datz er der beste Künder unserer Ideen ist, die auch die seinen sind, diese am besten form»« licren kann und die Fähigkeit besitzt, Andersdenkende für diese Ideen zu gewinnen, daß er poli» ttscheS Geschick hat. Er hat nicht zu befehlen, sondern zu raten und zu erziehen. Seine Auftraggeber sind nicht gehorsame Gefolgschaft, sondern sie haben den Willen und dar Recht, die Taten ihrer Führers kritisch zu beobachten. Er ist zum Führer erkoren worden in freierWahl, weil seine Auftraggeber annehmen, daß seine Fähigkeiten stärker sind als die aller anderen Gleichgesinnten und er die Kraft besitzt, der von seinen Auftraggebern vertretenen Idee s e l b st I o s zu dienen. Niemand wird bezweifeln, datz unsere Zeit d«e größten. Anforderungen an den demokratischen und prolettirischen Führer stellt. Grotze Teile der Arbeiterschaft sind noch nicht zur Erkenntnis ihrer Klassenlage gelangt. Sie stehen im faschistischen Lager und sind— eigentlich ein Widerspruch in sich selbst— ihre eigenen Klassenfeinde. Für diese Menschen muß der Führer Wecker, Bekehrer, Erzieher sein. Andererseits ist er der Beauftragte organisierter Massen, die durch Idee und bestimmte Zielsetzungen in der TageSpolittk fest miteinander verbunden sind. Diese Massen verlan« gcn von ihm, datz seine Initiative ihnen hilft, ihre Ziele zu erreichen. Trotzdem darf heute der Führer nicht nur ausführendes Organ bestimmter Beschlüsse und Körperschaften sein. Er muß neben dem Willen zur kollektiven Ein» und Unterordnung all die Eigenschaften besitzen, die große Geister aller Zeiten ausgezeichnet haben: starker, unerschütterlicher Glaube an die Idee, dersostarkseinmutz, datzer seine eigenen Auftraggeber, die organisierten Massen, immer wieder begeistern und mitreißen kann. Er muß starke schöpferische Kräfte in sich auS- lösen und die Idee, der er dient, immer wieder aufS Neue befruchten. Bei der Gegenüberstellung des faschisttschen Diktators und des demokratischen und proletarischen Führers haben wir nicht nur den ideologischen Unterschied festgesiellt, an dem Weltanschauungen aufeinanderprallen, sondern— und daS ist das Wichtigste—, wir haben erkannt, daß beide vorgeschobene Repräsentanten g e, sellschaftlichcr Kräfte sind, die miteinander im Kampfe stehen. Der faschistische Diktator vertritt die Interessen der herrschenden Großbourgeoisie und ist so Repräsentant der Reaktion und der Unterdrückung. Der Führer der um Freiheit und Sozialismus kämpfenden Arbeiterklasse vertritt deren und damit die Interessen der gesamten menschlichen Gesellschaft und ist darum der Repräsentant deS Fortschrittes. Beide wären nichts, stünden nicht hinter jedem lebendige, miteinander ringende Kräfte der Gesellschaft. Wir wissen, datz noch immer im Kamps zwischen Reaktion und Fortschritt die Reaktton besiegt wurde. So werden auch die GesellschaftSkämpfc unserer Zeit enden! Furchtbare Bürgerkriege, erschütternde Niederlagen, aber auch heroische und l-egeisternde Siege des kämpfende» Proletariats kennzeichnen die Epoche, die wir durchleben. E S geht darum, den Kapitalismus nic- derzuringenunddemSozialiSmüS die Zukunft zu sichern. Dies wird um ko eher geschehen, je vertrauensvoller Führer und Masse der proletarischen Bewegung einander ergänzen und je kräftiger, für alle Welt sichtbar, wir der verlogenen faschistischen Führerideologie die Maske-vom Gesicht reitzen! H. M«. Crite 6 Prager Zeitung „ Sozialdemokrat” Sonntag, 7. August 1938 Nr. 184 nach Wäsche wird sobald wie möglich entsprochen JD0000000000000000 Zwei Jahre Krieg in Spanien Wäsche sowie Schuhzeug. Unsere Bitte an die demofratisch gesinnten Freunde geht dahin, abgelegte Klei der und Wäsche sowie Spielfachen und sonstige Dinge, und die Pariser Friedenskonferenz die Kinder brauchen können, unserem Komitee in ist das Thema einer von der Gesellschaft der Prag II., Národní tř. 35, zu schicken. Wir haben nicht nur dieses eine Lager. Ein Freunde des demokratischen Spanien i. d. CSR fir Montag, den 8. August, Ein Besuch bei den evakuierten Kindern Spaniens zweites Lager befindet sich in Briüffel, in welchem Im Pariser Helm der tschechoslowakischen Gesellschaft der Freunde des demokratischen Spanien Ungefähr 45 Minuten nordwestlich von Paris] liegt der Vorort Asmiéres. Direkt am Kai der Seine erwarb die Gesellschaft der Freunde des demos fratiſchen Spanien, Prag, ein Häuschen, in welchem derzeit 25 evaluierte Kinder untergebracht sind. Diefen armen Kindern galt unser Besuch. Sodann ist zwei Stunden Unterricht. Die Schlafjäle sind mit sechs bis acht Betten eingerichtet. In manchen Betten liegen auch Bubpen, Geschenke unserer Gönner aus der Tschechoslowafei. An einigen Betten hängen Bilder der Mutter oder der Eltern überhaupt, ein Zeichen, daß diese Kinder Gelegenheit hatten, ein Andenken von Bus Hauſe mitzunehmen. Mit den Bettüberzügen ist es leider sehr schlecht bestellt. Für jedes Bett gibt es nur einmal Wäsche. Wenn Waschtag ist, müssen die Kinder warten, bevor die Wäsche wieder troden und geglättet ist. Dem Wunsch unserer Hausbesorgerin in den Großen Saal der Lucerna Kinder über 14 Jahren untergebracht sind, die dort Fachschulen besuchen und von welchen einige bereits ein Handwert lernen. Dieses Heim konnten wir leis einberufenen öffentlichen Veranstaltung, bei der der nicht besuchen, da unsere Zeit zu kurz bemessen war. Es ist nur zu wünschen, daß es uns gelingen Dr. J. Fischer, der Vorsitzende der Gesellschaft der möge, dieſe Heime recht lange zu erhalten, denn schon Freunde des demokratischen Spanien, Kurt Schras heute stehen wir vor dem Problem, noch weitere Kinder, der zweite Vorſivende, Ing. Kemenyi, Medalder übernehmen zu müssen. Die Brüffeler Kinder teur Ottokar Wünsch und Schriftsteller Ján Pomitgerechnet, sorgt unsere Gesellschaft für insgesamt| ničan sprechen werden. 54 Kinder, mit einem Koſtenaufwand von zehn Francs täglich pro Kopf. Alle Freunde der Spanischen Republik werden zur Teilnahme aufgefordert. lange wir diese armen Kinder noch erhalten können, Da unser Komitee in ewiger Sorge lebt, wie ergeht meine Bitte: Gebt, gebt alles, was ihr geben könnt! Jede Spende wird dankend angenommen. Kurt Schrader. MATTONI- PICCOLO= din maйn Plains Originalflapfu MATTONI'S GIESSHÜBLER 4 Liter Inhalt Als uns unser Vorsitzender, Prof. Josef Fischer mit dem Verjonal bekannt machte, einer Lehrerin, einer Aufseherin und einer Köchin, wurden uns 25 Kinder gezeigt, die gerade im Garten waren und Ball spielten. Mit Freudengeschrei liefen sie uns entgegen und begrüßten uns mit geballter Faust und dem spanischen Freiheitsgruß„ Salut". Sehr er schredt waren die Kinder, als mich der Vorsitzende als Vertreter der deutschen Sektion vorstellte und das Wort Allemagne fiel. Hier hörten wir sogar Wehufe Oh, Allemagne, Allemagne!" und die Kinder verkrochen sich hinter einem Holzschuppen. Erst mit vielen guten Worten gelang es Prof. Fischer und Frau Matuschková sowie der Lehrerin, den Kindern Aus dem Haushalt der Stadt Sause 11 in der Heinrichsgasse stand ein Auto. In beizubringen, daß ich fein Faschist sei, sondern ein demokratisch gesinnter Deutscher. Erst dann hatten dem Augenblid, als das Auto geleitet von Dr. Da kommt kein noch so großer Privathaushalt an Müller aus Weinberge den Standort ver= die Kinder wieder zutrauen und sie ließen sich dazu mit. Was die Gemeinde Prag alles verbraucht, wird ließ, kam die 15er Straßenbahn vom Wenzelsplay. bringen, daß ich sie photographieren konnte. besonders unsere Hausfrauen interessieren. Für Dr. Müller wollte über das Gleis ausweichen, der Dicie armen Kinder wissen weder etwas davon, dieinemachen wurden 14.528 Hadern und 12.071 Straßenbahnwagen warf ihn zurüd zum Gehſteig. wo ihre Eltern sind, ob sie überhaupt noch am Leben Bürsten verwendet. 146.027 Besen. 427 Rehleder. Das Auto warf einen Kohlentvagen um und diefer find. Troßdem fühlen sie sich in unserem Seim ſehr 4544 Starbolineum, 25.832 Ka. Kern- und Schmier fiel auf den Kohlenausträger und den Kutscher. Der wohl, denn hier haben fie feine Bomben von Flieger- feife. 37.107 Besenstiele, 850 Pädchen Klosettpapier, Stohlenausträger blieb unter dem Wagen. Passan angriffen zu befürchten. Wes diese fleinen Plapper- 2611 Ka. Wachsvaite, 1118 Kg. Kerzen, 1839 Meter ten befreiten ihn. Er erlitt schwere Verlegungen, wähmäuschen uns erzählten, kann ich leider nicht wieder Abwischtücherſtoff. 40.120 Zündholzschachteln, 12.250 tend der Kutscher mit leichteren Verlegungen dageben, weil leiner von uns der spanischen Sprache Glühbirnen. Doch das ist noch gar nichts. Dieser vontam. Das Auto des Dr. Wüller und der Straßenmächtig war. Wir fonnten nur aus ihren freudes Haushalt iſt ſtart motorisiert und verbraucht daher: bahnwagen find stark beschädigt. strahlenden Gesichtern ersehen, daß sie mit unserem 15.676 Kg. Benzinmischung, 95.010 diverie Dele, Arbeitsunfall. Der 45jährige Arbeiter Besuch zufrieden waren. Die Lehrerin verdolmetschte 164.356 Benzol. Trotzdem verdrängte die Motori uns dann die Wünsche der Kleinen. Sie verlan- fierung nicht Pferde. Die Stadtgemeinde hat FutterJosef Beifart erlitt eine schwere Gehirngen von uns eine tschechoslowakische Staatsfahne, mittel für die Tiere zu beschaffen, es find Riefen- richütterung. Der Unfall geschah während der Areine Landkarte der Tschechoslowakischen Republik, das quanien. 5052 Ng. Kleic, 46.610 Na. Baier, verteur ſtand, mittels dem das Material transporbrit. Beifart bemerkte nicht, daß er unter dem TransBild des Kapitäns Bojla und Bilder aus unserer 2,210.000 Kg. Heu, abgeſchen von 142.622 Stiert wird. Ein zwei Kilo schwerer Stroh. Sogar 2525 Liter Destillatwasser und 2028 Kg. Urinol verschlang der Haushalt der Gemeinde Prag. Blod löste sich unvermittelt vom Laufband und fiel dem Arbeiter auf den Kopf. Doch auch der Verbrauch anderer Utensilien war Wafferrohrbruch. In Prag XII bei der„ Nefein geringer: 944.000 Kč betrugen die Ausgaben ramſchule" sprang ein Wasserrohr und das Wasser für Bleistifte. Tinte. Schreibpapier und sonstigen überschwemmie die eller Die Wasserpolizei leistete Bürobedarf. Auf 510 Schreibmaschinen, 116 Rechen- rasch Hilfe durch Absperren des Zustroms. Stellen maschinen und 31 Vervielfältigungsmaschinen werden die erforderlichen Büroarbeiten erledigt. Vis ins Detail ist alles registriert, 17.016 Matern für Rundfreiben, 1,214.032 Blatt Papier, 3815 Blatt litho graphisches Papier und 233.000 Bogen Papier verfaciedener Art wurden verbraucht. weise war das Wasser schon einen halben Meter hoch und hatte ca. 40 Quadratmeter überschwemmt. Der Schaden konnie bisher nicht festgestellt werden. 298 Kč, vom 13. bis 15. August Schloß Thnee bei Selattau 150 Kč, vom 13. bis 21. Auguft Wanderfahrt ins Erzgebirge 598 Kč. Anmeldungen und Informationen im Basar neben dem Wilsonbahnhoje. Telephon 383-35. Der Film Ich bin verliebt deren Stimme fich für muſikaliſche Stunstwerke und Grace Moore, die Opern- und Filmjängerin, deren Erscheinung fich fürs Stino eignet, hat in die werden des Stars, sondern nur die seltsame Wesem Film( der glüdlicherweise nicht das Berühmt schichte seiner Scheinehe behandelt) Gelegenheit, ein gemischtes Programm vorzutragen: ein merikanisches Lied, einen frechen Cowboy- Song, ein Kinderlied und auf Schuberts..Leise flehen meine Lieder" lepteres mit amerikanischer Ausstattung". umgeben von weißgekleideten, tänzerisch fingenden Chorjung der unwahrscheinlichen Nitschizene im Walde, wo frauen. Wan fann dabei den Stopf schütteln, auch, bei Eulen, Hase und Rehe sich versammeln, um dem Republik. Nachdem wir genügend bei den Kindern verweilt Gesang des Stars zu lauschen, aber es läßt sich batten, besichtigten wir das Heim. Ein Speisesaal nicht leugnen, daß Grace- Moore bei alledem sehr für 25 Kinder. Jedes Kind hat seine zwei Teller, ein schön singt und sich mit Temperament und Geschmac eigenes Eßbeſted, in einer Serviette eingewickelt. Im über den Kitsch hinwegsetzt, den sie als Helfer zur Speisesaal selbst find Bilder unserer beiden PräfiPopularität offenbar nicht verachtet. Der Regisseur denten, mit einer leinen Staatsfahne und der spaRistin hat dafür gesorgt, daß die Süßlichkeiten nischen Fahne verziert. Zwei Kinder, ein Mädchen durch Humor gemildert werden, und es war ein quier und ein Bube werden täglich dazu bestimmt, für die Gedante, den naturburschenhaften, durchaus nicht anderen das Essen aus der Küche zu holen und aus schönlingshaften Carry Grant als Partner der zuteilen. Wie sieht die Verpflegung in diesem Heim Einbruch beim deutschen Militärattaché. In den Moore in der Rolle des zum Schein geheirateten, aber aus? Früh erhalten die Kinder Kaffee, Milch oder gestrigen Morgenstunden statieten Einbrecher der die Ehe ernst nehmenden Bohemiens, der mit BeSchokolade, was eben an Spenden eingelangt ist, Wohnung des deutschen Militärattachés, Obersten harrlichkeit und Charakter zum Ziele gelangt, ein Brot mit Marmelade bestrichen, so viel wie jedes Toussaint, einen Besuch ab, während die Familie auseßen. So fragwürdig die Mischung des Ganzen Nind essen mag. Zu Mittag gab es an unserem BeToussaint außerhalb Prags weilte. Die Wohnung ist das Ergebnis ist nicht übel. Und es fallet Blatt um Blatt...! Auf dem fuchstage eine gute Rindssuppe mit Fleisch und Ges. müse und nachher eine Mehlspeise. Nachmittags gibt Starlsplat steht ein altes saus.„ Saltu, und dieses, unter Erterritorialität ſtehenden deutschen und ähnliche Speiſen. Dan seigte uns auch die vunt. der Prager Bohême, besonders der Literaten, und so mußte sich die Stommiffion damit begnügen iſt ein franzöſiſcher Tenorfilm, der in Süditalien Kaffee und Brot und abends Tomaten, Obſt, Käse darin befindet sich ein Raffeehaus, einit Sammel- Beamten, durften unſere Polizeiorganę nicht betreten feitzustellen, es sei ein Einbruchsversuch unternommen spielt und unter Augusto Geninas Regie tatsäch Speisekammer, die einen Vorrat für vier Wochen Jezt wird es abgerissen und damit verschwindet wie- worden. lich einiges Feuer bekommen hat. Die Handlung Bon 148 Gaststätten nur 36 einwandfrei. Die Wollt Ihr den Mond, die Venus, den Jupiter weicht von dem rührseligen Pathos der üblichen auf Grund der neuen Sygiene- Verordnungen in ihrer strahlenden Schönheit ſehen? Dann geht Tenorfilme angenehm ab, ohne aber irgendwie bes Prager Soteks. Reſtaurants, Gasthäusern, Aus- auf die Stefanit- Sternwarte noch in der ersten deutend zu fein. Es handelt sich darum, daß der chants, Staffeehäusern und Büfetts durch sogenannte älfte August. Sie ist täglich um 20 Uhr fingende Liebhaber von einem gefährlich schönen, kontrolle haben eine bedauerliche Bilanz ergeben: 22 Uhr. Nur schlechtes Wetter bildet eine Einschrän- Freund und zu dem Mädchen, das ihn wahrhaft liebt, fliegende Kommissionen durchgeführten Reinlichfeits- außer Montag geöffnet; für angemeldete Stol- aber gefährlich tugendlosen Mädchen bezaubert wird leftivbesuche ab 21 Uhr, auch Sonntag, ab 20 bis und erst nach vielen Schwierigkeiten wieder zu seinem bisher wurden 148 Betriebe kontrolliert, wobei an ordentlichen Strafen 1250 Kč, an freiwilligen Ab- fung, an solchen Tagen ist die Sternwarte geschlossen. zurückfindet. Die Sache ist mit ein wenig Heiterfeit lösen bei Verwarnungen 380 Kč eingenommen wur- Die 72jährige Barbara Prefpl, die in Haft geversehen. Tino Rossi versieht sie mit dem Klang den. Gegen 30 Betriebe wurden Verfahren eingenommen wurde, nachdem sie von der Polizei be- feiner Stimme, und manche malerischen Szenen und leitet, gegen 28 die Mahnung gerichtet, bestimmte trunten neben ihrem toten Mann gefunden worden Gestalten tragen dazu bei, den Film zwar nicht un Mängel in Aussprache mit dem Magiftrat zu be- war, wurde inzwischen freigelassen. Die Obduktion bedingt sehenswert, aber doch wenigstens unterhalt heben. Als einwandfreie Gaststätten wurden ledig bestätigte, daß der Tischler Selbstmord verübt hatte. fam zu machen. lich 36 bezeichnet. Weiteren 30 Lokalbefizern wurde Die Frau hatte in der Trunkenheit gar nicht erfaßt, nahegelegt, unbedeutendere Mißstände ehestens abzu- was vor ihr geschah. fchaffen. aufweist. Nach der Mahlzeit werden die Kinder in den Waschraum geführt, wo 25 farbige Becher stehen mit Zahnbürsten uſw.; die Stinder müssen sich nun die Zähne vußen und fich waschen. Gut angelegte Dus daß wir unſeren Sleinen alles geben, was in unseren schen sind vorhanden, so daß man wirklich sagen fann, bescheidenen Kräften steht. der ein Stüd Alt- Prag. Mitteilungen aus dem Publikum. ,, Mattoni- Piccolo" heißt die neue Kleine Originalflasche Mattoni's Gießhübler Sauerbrunn! Sie wird bald allen Stennern unentbehrlich sein, denn jett fönnen Sie auch nur 1 Glas- Liter des föstlichen, wohlschmeckenden, befömmlichen und Straßenbahn in ein Auto, das Auto in einen heilkräftigen Gießhübler in Originalbrunnenfüllung Wagen, der Wagen in einen Rohlenträger, das alles überall und immer trinfen! 4710 ¦muß auf Konto Gluthike geſetzt werden. Vor dem Vaterglück auf Kurzwellen Belgrad. An einem Frühlingsabend saß Peter Nadjvinfti, Bejißer des größten europäischen Frisiersalons" in der Avenue Joffre in der französischen Konzession in Schanghai vor seinem neuen Radioapparat. Er hatte sich das Gerät eben neu gekauft, um die Meldungen über den chinesisch- japanischen Krieg abhören zu können. Zwar saß er selbst mitten im Stampfgebiet, doch waren die von außen kommenden Meldungen zu verlässiger und übersichtlicher. Peter Nadivinsti fingerte an dem Apparat herum, probierte die furzen Wellen aus und hörte zu seiner Verwunderung seinen Namen aus dem Lautsprecher: ..Sie hörten soeben ein Gitarrentonzert, vorgetragen von Herrn Nadjvinsti. Wir sehen unsere Uebertragung fort." 28. Auguft Erholungsaufenthalt in Marienbad Ausflugzüge der Staatsbahnen: vom 14. bis 795 Kč einschließlich Wohnung, Verpflegung, Trintgeld uſw. Vom 18. bis 16. Auguſt nach firemnik kam. sten Transportdampfer zu warten. In der Zwi-| sich die notwendigen Reisepapiere und ist nun zu schenzeit verdiente er sich sein Brot in einem feinem Vater unterwegs. Hotel. Dort lernte er eine schöne junge Russin Der Zufall, daß jemand sich in Schangai tennen, Flüchtling gleich ihm. Aus der Abreise einen Radioapparat fauft und als erstes den nach Europa wurde auch nach einem Monat nichts. Namen seines Sones aus dem Lautsprecher hört, 1922 heiratete er die Russin. Er tat es, obwohl ist schon eigenartig genug. Noch erstaunlicher ist er annehmen mußte, Bigamie zu begehen, doch es aber, wie der Sohn zu seinem Nadiovortrag seine Frau war inzwischen schon gestorben. Nadjvinski arbeitete sich empor, faufte einen kleinen Friseurladen und war bald der führende Damenfriseur in der franzöſiſchen Konzeſſion von Schanghai. Zweimal versuchte er, mit seinen Verwandten in Fühlung zu kommen. Beide Briefe tamen nach einigen Monaten als unbestellbar zurück. So nahm er an, daß seine Familie in den Striegswirren umgekommen sei. Bis er auf einmal seinen Namen im Belgrader Rundfunk hörte. Feurige Küsse Feis -cisAdria„ Tarzans Rache"( A.) Alfa„ Duchas Filme in Prager Lichtspielhäusern ce chafit alles"( Iſch))- Apollo„ Die tolle Jagd nach Ruhm"( A.- Lilly Pons.) Avion Die Flucht von den Teufelsinseln"( A.) Bajkal„ Die Armeezwillinge"( Tich. Plachta, Pešef).- Fénix ..Ich bin verliebt"( A. Grace Moore, E. Grant.) Flora Alice Adams"( A. Hepburn.) Hollywood..Die tolle Jagd nach Ruhm"( A.). Serzen""( D. Svězda Tarzans Rache"( A.) Julis„ Verliebie Grotesken, Reportagen. Koruna Journale, GroHörbiger.) Kinema Journale, testen, Meportagen. Lucerna Feurige Stüjje"( 3. Tino Rossi.)- Metro Fräulein Autor"( A. Alice Faye, Br. Riß.) Paffage Feurige Stüsse" Duschan hatte als Schuhmacherlehrling an( Ital. Tino Rossi.) gefangen, war dann nacheinander Klempner, trobat in einem Zirkus, Dachdecker, Straßen- Be3 Segel amorizont"( R.)- Eveto. Praha Die Flucht von den Teufelsinseln"( A.) Stant En we is sänger war, machte er die Bekanntschaft eines Beletry.Der König amüsiert sich"( Fr.)-- Belve. fänger und Chauffeur geworden. Als er Straßen- 3or Ich bin verliebt"( A.- Moore, C. Grant.) jungen Mädchens, dem sein Gesang und sein bere Der Rächer"( J.- A. Moisfi.)- Beieda Gitarrespiel gefallen hatten. Der Bruder dieses Gewitter im Mai"( D.) Mädchens gehört dem Radio- Orchester als Mit- növer"( D.)- Lido II„ Ein weißes Segel am Der Name Nadjvinski ist überaus felten. Da er erkrankt, und Ersatz war nicht zu finden ge- Segel am Horizont"( N.)- Olympic Surzifan" glied an. Am Vorabend einer lebertragung war Horizont"( St.)- Louvre" Prinzessin Inkognito" ( A. Mac Donald.) Maceška Ein weißes es sich nicht um ihn, den Friseur aus Schanghai, wesen. Eine halbe Stunde vor Beginn des Non-(.) Roxy Alice Adams"( A. Diese Worte ertönten auf serbisch; serbisch handeln konnte, mußte sein Sohn Duschan ge= - K. Sev war die Muttersprache Nadjvinſtis. Er hatte das meint sein. Doch weitere Nachforschungen waren ertes erinnerte fich das Mädchen an die gefang- burn.)- Tatra Der Schritt ins Dunkel"( Tich. Land 1914 verlassen und war mit einem öfter schwierig. Jugoslawien besitzt keine diplomatische nicht zu Hause, besorgte sich das Auto des Bel- Augen"( Tich.)- Baldet..Der Sender im Panzerlichen Talente ihres Bekannten, fand ihn aber Rolf Wanta.) It Vejvodi Das Licht seiner reichischen Armeekorps nach Galizien geschickt Vertretung in Shanghai, und fo leitete Beter grader Rundfunks und holte ihn vom Badestrand. wagen"( A.). worden. Im Kampf mit den Russen war seine Nadivinsti ein Ermittlungsgesuch über die tsche- Go wenig Zeit stand zur Verfügung, daß Duschan Kempagnie nahezu aufgerieben worden. Er selbst choslowakische Gesandtschaft und schrieb gleich Nadjvinsti das Konzert, dessen Ansage sein Vater geriet in Gefangenschaft. Bei Kriegsende war er zeitig an den Belgrader Rundfunk um Auskunft adivinſti das Konzert, dessen Ansage sein Vater hören absolvierte. Jollte, im 2 in einem Lager bei Wladiwostok interniert. Dann über jenen Nadjvinsti, der zur Gitarre gesungen Später hatte er nie wieder mit dem Radio gelang ihm die Flucht nach Charbin, von Charbin hatte. nach Tientsin. In Schanghai verpaßte er den Die Auskunft lautete in beiden Fällen pofi- etwas zu tun. Er nahm eine Chauffeurstelle bei Dampfer, der ihn via Amerika nach Europa und tiv: tatsächlich handelte es sich um seinen jeßt einem Abgeordneten in Südserbien an und blieb " Illufion HerbstmaParteigenoffin! Parteigenosse! Bist Du schon Mitglied ber nach Sombor in Jugoslawien bringen follte, wo 34 Jahre alten Sohn Dufschan. Beter ſchrieb ſets bort mehrere Monate, bis er babon erfuhr, baß Kinderfreunde? seine Frau und sein Sohn lebten. Dieser Sohn war gerade sechs Wochen alt gewesen, als der Bater in den Krieg ging. Nadjvinsti hatte einen Monat auf den näch Bezugsbedingungen: Bei Ruffelluna wenn nicht, dann tritt bel. reundschaft!" nem Sohn einen Brief und legte einen Scheck er noch einen lebenden Vater hatte. Ohne die Ers über einen hohen Betrag bei. Duschan vergaß, frantung jenes Radiomusikers hätte der Friseur daß der Vater ihn so lange vergessen hatte. Er Nadjvinfti niemals seinen Sohn wiedergesehen. gab seine Stellung als Chauffeur auf, besorgte J. B. insaus oder bei Dezua durch die Bøft monatlich Kč 17. viertelfährig Kč 61.-, halbjährig Kč 102. Tarif billigst berechnet.- Rüditellung bon Manuftripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarten. Die Zeitungsfrantatur wurde von der Post- u. Telearabbendirektion mit Erlaß Nr. 18.800/ VII/ 1930 hapilliat( Kontrollpostamt Braba 25.- Druderei:..Orbis". Drud., Verlags- u. Beitunas-.- G. zaa. ganzjährig Kč 204.- Inserate werden laus