N er ir Fr er s 11 zi h Sozialdemokrat Zentralorgan ber Deutſchen ſozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh Einzelpreis 75 Heller Rebaltion u. Berwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantwortlicher Rebatteur: Rarl Rern, Prag 18. Jahrgang Englisch- französischer Marinebesuch in Gdingen Französische Kriegsschiffe begeistert empfangen Gdingen. Montag find im Hafen von Gdingen die brei franzöfifchen Torpedobootzer. ftörer Jaguar" ,,, Chacal" und ,, Leopard" eingetroffen, an deren Bord fich Schüler der MarineDienstag, 9. August 19 38 Heute Spanien- Reportage von Klaus Mann Die Kämpfe um Tschangkufeng Die Idee" dauern noch an Die bisherigen Verhandlungen ergebnislos Moskau.( Taß.) lleber die Kämpfe an der, größerer Schaden verursacht. Nachmittag unternahm schule in Brest befinden. Den Torpedobootzerstö sowjetisch- mandschurischen Grenze veröffentlicht die russische Infanterie einen Angriff, der jedoch ab ein et befinner en queur entgegen, die ſolvjetrufliche Preſſeagentur folgende Melrern an deffen Bord sich zwei Offiziere der polnischen Flotte und der franzöfifche Militärattaché Gruillot befanden. Die franzöfifchen Gäste wurden mit Salut und von bem versammelten Bublifum mit begeisterten Zurufen begrüßt. Dienstag trifft der Erste Lord der briti ſcheit Admiralität Duff Cooper an Bord der Enchantres" hier ein. Italienisch- deutscher Militärpakt? Paris. Die Nachrichten von der Berliner Reise des italienischen Marschalls Balbo, der Dienstag in Berlin erivartet und Gast des Marschalls Göring sein wird, haben in Paris lebhaftes Intereffe hervorgerufen und find Gegenstand weit gehender Vermutungen. Der Umstand, daß das feit der Italienreise des Kanzlers Hitler turz nacheinander der dritte Besuch einer bedeutenden italienischen militärischen Persönlichkeit in Berlin ist, gibt Anlaß zu der Vermutung, ob nicht der Besuch Balbos, ein Vorspiel zum Abschluß eines italienisch- deutschen Militärvertrages ist. Das Organ der Mitte L'Ordre" schreibt, daß man: in Berlin an gewiffen Regierungs- und Militärstellen eine Engergestaltung des Berhältnisses beider Staaten wünsche. Da der italienische König balb den Besuch des Reichsfanglers Hitler erwidern foll, ist es nicht ausgeschlossen, daß man auf bei den Seiten sich bemüht, dieses Bündnis bis zu dieser Zeit vorzubereiten und bei dem Besuch des König Viktor Emanuel in Berlin zu verkünden. Faschistische Partel Sung: " Nr. 185 der Gewalt geschlagen wurde. Der Offizier fügte hinzu, daß die Russen an einer etwa vier Meilen langen Front mit Der Generalstab der 1.„ Küstenarmee" hat einem Einsatz von Militär in der Stärke einer Divifolgendes Communiqué ausgegeben: Einen Tag fion mit zweihundert Tanks und hundert Flugzeugen nach dem Vorschlag auf„ friebliche" Löfung des fo- fämpfen. Er gab zu, daß die japanischen Verbinwjetisch- mandschurischen Grengkonfliktes, den der dungslinien bedroht sein könnten, falls die russi japanische Botschafter in Moskau Schigemitsu am schen Abteilungen am rechten Flügel über den Fluz 4. d. M. dem Kommiſſär für auswärtige Ange- Tumen vorgehen sollten. Das Japanische Kriegslegenheiten Litwinow überreichte, haben japanische ministerium teilt mit, daß seit dem Beginn der Abteilungen, die fich inzwischen bei dem Chasan- fowjetruffifch- japanischen Feindseligkeiten am 30. See befanden, ein heftiges Feuer gegen die So- Juli sechs Sowjetflugzeuge abgeschoffen wurden. Die Vereinigten Staaten ableitet, halten es die Beherr wjetstellungen eröffnet. Bahlreiche Artillerie fämt licher Kaliber einschließlich schwerer Artillerie deďte burch ihr Feuer die Aktionen der japanischen Infanterie, welche die Offenfive gegen die SowjetAbteilungen eröffnete, die ebenfalls mit Artilleriefeuer erwiderten. Nach brei oder vier Stunden eines Artilleriebuells, in deffen Folge die japanifchen Batterien zum Schweigen gebracht wurden, gingen die Sowjet- Abteilungen, unterstützt von Flugzeugen, zur Gegenoffensive über, Die japanische Darstellung japanischen Verlufte stiegen gestern abends auf 70 Tote und 120 Verwundete. Die montägigen japanischen Verluste werden auf 200 Tote und Verwundete geschäßt. Keine Einigung erzielt Wie der Ausländer uns sieht Ein finnischer Sozialist über den Kampf Die Idee der Freiheit hat das französische Volt zu einem starten, einigen, in sich geschlossenen gemacht. Die Idee der Demokratie hat das ameri fanische Volt geschaffen, die Demokratie hat das englische Volt geformt. Der Nationalsozialismus, der ausgezogen ist, das deutsche Volt zu einigen, will es einigen burch die Getvalt. Aber während Frankreich nicht daran denkt, auch die außerhalb feiner Grenzen wohnenden französisch sprechenden Menschen und ihre Wohngebiete zu anneftieren, etwa die Belgier und die Welschschweizer, sondern sich damit begnügt, zu wissen, daß sie der franzöſi ichen Kultur verbunden sind, und während fein Engländer etwa daraus, daß die Nordamerikanische Union von englisch sprechenden Menschen bewohnt wird, Rechtsansprüche irgend welcher Art cuf die fcher des heutigen Deutschland für selbstverständ lich, daß alle Deutschsprechenden in der Welt zu Deutschland gehören, von Deutschland bei geeig neter Gelegenheit annettiert werden müssen, vor läufig von Deutschland aus politisch dirigiert wer den, im Dienste der Machtinteressen des Dritten Moskau. Außenkommiffar Litwinow hatte Neiches Politit zu machen haben ob es sich um Sonntag eine weitere Aussprache mit dem japani- die Sudetendeutschen handelt oder um die Deuts schen Botschater Schigemitsu, ohne daß eine Eini- ichen in Nordamerika oder in Brasilien. So muß gung erzielt wurde. Beide Staatsmänner behorr- der Deutsche Nationalgedanke", weil er nichts an ten auf ihrer Stellungnahme. Schigemitsu erbat deres ist als ein Machtgedanke, immer wieder fich dann Bebenkzeit. Es ist nicht ausgefchloffen, Spannungen erzeugen, eine quälende Atmosphäre Tokio.( Havas.) Der Sprecher der japanischen daß es im Laufe dieser Frist zu neuen Zwischen der Unruhe und Unsicherheit erzeugen. Armee in Korea erklärte, das im Laufe der Nacht fällen fommt. Es scheint, baß die Nuffen ent- Weber der franzöfifche, noch der englische auf Montag alle Angriffe der Sowjettruppen auf fchloffen find, nicht zurückzuweichen. In Moskau oder der amerikanische Nationalgedanke ist irgend die japanischen Stellungen abgewiesen wurden. Im meint man, die Schritt für Schritt erfolgenden wie autoritär"; unter Einheit der Nation ver Berlaufe dieser Kämpfe hatten die Japaner feine Anträge des japanischen Botschafters hätten den steht kein Franzose, kein Engländer, kein Ameri Berluste. Sonntag gegen Mittag beschossen 15 Zwed, den Boden zu fondieren, wie weit der faner, fein Skandinavier, fein Belgier oder HolSowjetjagdflugzeuge mit Maschinengewehren ein ruffische Widerstandswille reiche. Man hat weiters länder die weltanschauliche Uniformierung, den Dorf auf dem Gebiete von Korea, ohne jedoch Ver- den Eindruck, daß Rußland entschloffen ist, den Verzicht auf eigene politiſche Meinungsbildung, lufte au verursachen. Ettvas später überfielen 10 Rampf anzunehmen, falls Japan in den Brovo- auf individuelle Freiheit. Der deutsche Nationa Bomber ein anderes Dorf, aber auch hier wurde fein fationen fortfahren sollte. lismus aber will jedem, aber auch jedem Nationsangehörigen, auch dem außerhalb der Grenzen Deutschlands Tebenden, eine bestimmte politische Meinung aufzwingen, er will sein Denken so sehr in ein einziges Geleise zwingen, daß es aufhört, Denten zu sein, er will die absolute äußere und innere Uniformierung, und da doch auch das deutsche Volt aus Menschen verschiedenster Art, verschiedenster Veranlagung besteht, ist das nur durch Gewalt erreichbar und es ist nur äußer Der finnische Journalist und Politifer Cay| struktiven Elemente loyal für den Staat lich erreichbar und nur vorübergehend. Mag auch Sundström, der längere Zeit in der Tschecho- cintreten. Daß man, wenn man einen neuen der Nationalsozialismus mit der ihm eigenen slowakei weilte, schrieb uns: Staat aufbaut, Fehler begeht, ist nichts Neues: in Heberheblichkeit die Dauer seiner Herrschaft für Ich kehre jetzt nach einem zweimonatigen welchem Staat wurden feine Fehler gemacht? Aber tausend, fünftausend oder zehntausend Jahre pros Aufenthalt in der Tschechoslowakei nach Finnland diese Fehler berechtigen keine Minderheit, als phezeien, er könnte sich ebenso gut und mit glei zurück und bin voll von Eindrüden über die wich- Stoßtrupp der Expansionspolitik einer Groß- cher Berechtigung als ewig proffamieren! Es ist tigste Seite der tschechoslowakischen Frage, das ist macht aufzutreten. Und man darf auch nicht ver- bedeutungslos. Die Geschichte kennt keine DiftaDie prinzipielle Frage der Einmiessen, daß die Tschechen bereit sind, Unrechte zu tur, keine Tyrannis, die nicht gestürzt, zerbrochen idung eines Staates in die Ange forrigieren; aber wohl nicht so, daß an die Stelle tegenheiten eines anderen. Nach einer Unrechte große nicht nur gegen andere Spanien ist nun die Tschechoslowakei der zweite Mitbürger, sondern gegen den Staat selbst gesetzt Bunft in Europa, an dem die Faschisten ganz offen werden sollen. die Einmischung verwirklicht haben. Man fragt Ich hoffe nur, daß die Tschechen niemals jene gibt es überhaupt ein Recht der Einmischung ichen Augenbliden zum Staate stehen. Nachdem Maße. Keine werbende Idee hat ihn grof gefich: Wo gehen die Grenzen der Einmischung und Deutschen vergessen werden, die in diesen fritis geleitet. Glaube an die Gewalt erfüllt den fudeGründe für sie wird man freilich immer finden, ich ihre Wohngebiete besuchte, weiß ich, welchen macht! Der Glaube vieler an die Unüberwindlichdenn alle kleinen Staaten haben Minoritätspro- Stampf fie führen müssen und ich übertreibe nicht, feit des hinter dem einheimischen Nationalsozia bleme, zumindest findet das Expansionsbedürfnis wenn ich sie als Helden betrachte. Und ich war lismus stehenden reichsdeutschen, die Angst uns Vorarbelten für Tellung Palästinas einer Großmacht leicht einen solchen Einmischungs- glücklich, als ich dieser Grenzwacht am 31. Juli zähliger vor dem Wüten und Toben des etiva auch Jerufalem. Die amtliche Nachricht über ben fall. Das Recht der Ginmiſchung, würde aber ben Titan then be at in Heinrichsdorf dafür danken konnte, daß sie ge- auf judetendeutschem Boden siegenden deutschen veitägigen Besuch des britischen Kolonialmini- Untergang aller fleinen Staaten bedeuten. meinsam mit den Tschechen am 21. Mai die euro- Nationalsozialismus! Und die Sudetonazi haben sters Malcolm Mac Donald in Palästina hat Dant dem Genossen Jatsch war es mir mög leberraschung hervorgerufen. MacDonald traf lich gewesen, das Sudetengebiet einigemale zu be- nicht vergessen. Wir freunde der Tschechoslowa Gewaltanwendungen fehlen lassen, an Gewalt in näide Demokratie rettete. Guropa baf die es auch wahrlich nicht an Gewaltdrohungen und Samstag bormittag in Jerufalem ein und hat fuchen und ich bin glüdlich, sagen zu dürfen, daß lei, die mit Spannung und Sympathie die Ents feder Beziehung. Du mußt Nazi sein, wenn du Sonntag seine Rüdreise angetreten. In der Nachtros nazistischem Terror und vieler Verfolgungen richt heißt es weiter, daß MacDonald die Lage in der Andersdenkenden Herr Henlein die Totalität wicklung verfolgen, wir hoffen, daß die verschie Arbeit bekommen willst. Du mußt Nazi sein, wenn tenen Nationalitäten verstehen, daß es in die du nicht gesellschaftlich geächtet sein willst. Bist Balästina eingehend studiert habe und mit dem unter den Sudetendeutſchen nicht verwirklichen ſem Kampfe um die Existenz der Tschechoslowali bu ein Roter, bann schimpfen die Stinder hinter Oberkommissär und den militärischen Behörden konnte. In einer Zeit, da der deutsche Name so fchen Republit und die Selbständigkeit des Landes Unterredungen hatte. viel von seinem einstigen guten Kelang verloren geht, daß aber auch die Arbeiter sich erinnern, daß dir auf der Straße her, dann wirst du im Gaſthat durch den Nazismus, gibt es hier in dec Tiche dieser Kampf Einigkeit erfordert. Tas schlimmste haus angestänkert, dann will man dir in vielen Die Staatsbeamten in Balästina erhalten Geschäften nichts mehr verkaufen, dann werden nunmehr von der Regierung Fragebogen, in denen choslowakei deutsche Helden, die die deutsche Ehre Urteil, das die Geschichte fällen würde, wäre wohl fie aufgefordert werden, mitzuteilen, ob sie nachgerettet haben. Die deutsche Ehre wurde nicht das, wenn es hieße: Die Tschechoslowalische Repu- deine Kinder in der Schule boykottiert, dann bem Jahre 1940 im arabischen oder im jüdischen Verträge zerrissen, sowie die Prinzipien der tionalitäten uneinig waren; die tschechoslowakische bekommst du Drohbriefe, dann werden dir Steine von jenen hochgehalten, welche die internationalen blid ist gefallen, weil die sie bewohnenden Na- spricht vielleicht dein Nachbar oder gar dein Bru der oder deine Schwester nicht mehr mit dir, dann Staat oder in Gebieten des ständigen britischen Menschlichkeit verachten und mit den Füßen tre- Demokratie ist gefallen, weil die Arbeiterklasse unMandats Dienst leisten wollen, oder ob fie in den ten, sondern das haben jene getan, die hier unter nachgeschleudert, dann erzählt dir bald der, bald Ruhestand verfekt werden wollen. cinig war. saywersten Bedingungen die Prinzipien der Freis iener schadenfroh grinsend, dein Name sei schon Nördlich von Jericho tam es zu einem Bus heit und der Menschlichkeit verteidigen. Und wenn Ich bin ja doch davon überzeugt, daß es so bermerkt auf der Liste derer, die als Nationsver fammenstoß zwischen einer Militärpatrouille und der Tag kommt, da die deutsche Kultur Europa nicht kommen wird. Ein jeder benkende Mensch räter an den Galgen kommen, bist du ein Noarabischen Altivisten. Dabei wurden ein englischer wieder reicher macht, dann wird man sich Eurer weiß, was die Lage von ihm fordert. Ihr könnt ter, dann mußt du gute Nerven haben, um nicht Soldat und zwei Ativisten getötet. Auf der Straße erinnern, als der besten und.mutigsten Söhne des in Gutem Kampfe sicher sein, daß die zibilisierte zusammenzubrechen unter den hundertfachen Schi Nablus- Jenin wurde ein englischer Polizist in eutschtums und der deutschen Kultur! Welt mit Euch ist und daß wir alle mithelfen wol fanen, Beschimpfungen, Drohungen, Berleumdun einem arabischen Autobus während der Fahrt von len, um die Festung der europäischen Demokratie gen. Angriffen. Und du wirst so behandelt, weil einem Baffagier eridoffen. die Tichechoslowakei au verteidigen, Nagibünfel und Nazihaß dich den sozialistischea gegen katholische Aktion Nom. In führenden Kreisen der faschistifchen Partei verlautet, daß die Partei demnächst eine teilweise Unvereinbarkeit zwischen der Katholischen Aktion und der Faschistischen Partei berkünden werde. Diese Gerüchte müssen vorläu fig allerdings mit Vorsicht aufgenommen werden. Es ist aber in jedem Falle bezeichnend, daß in einigen faschistischen Organisationen bereits mit der Kontrolle begonnen wird, wieviel faschistische Parteimitglieder auch führende Funktionen in der fatholischen Aftion innehaben. Nachassentierungen In Oesterreich Wien. Das Wiener Polizeipräsidium hat angeordnet, daß die Aushebungen zum attiven Wehrdienst der noch nicht Ausgebildeten und Tauglichen girlsfommandos in Bien vom 12. bis 24. Seps des Jahrganges 1914 durch die Ergänzungsbetember stattfinden. der sudetendeutschen Sozialdemokraten Bei den Deutschen ist dieselbe Feststellung mie bei den Slowalen zu machen: daß die tona • worden wäre. Glaube an die Gewalt, an nichts anderes als die Gewalt, an die Allmacht der Gewalt hat den Nationalsozialismus von den ersten Schritten an Seite 2 Dienstag, S. August 1938 Nr. IW Volksgenossen, bloß deshalb, weil du deiner Ueber« zeugung treu bleibst, weil du dich nicht veugen willst, als»Untermenschen" bezeichnen, alü„Per« räter", gegen den alles, einfach aUeS erlaubt ist! Nie noch, In der ganzen neueren Geschichte nicht, hat es eine solche entsetzliche Atmosphäre im deutschen Bolt gegeben, nie noch war dadeutsche Volk so zerklüftet wie jetzt, da eS doch »geeinigt" istl In dieser Atnwsphäre bekommt altes, bekommt das Alltäglickffte ebenso wie aller Große politischen Charakter. Jede persönliche Gegnerschaft wird zu einer politischen, jede WirtShauSrauferei wird zu einer politischen Auseinandersetzung, jede Prügelei, aus welchem Anlaß sie auch entstanden sein mag, wird in einen Kampf zwischen Nazi und Roten umge» deutet. In einer Atmosphäre der Gewalt, von den TavaUaiwetern und Gewaltpredigern geschaffen, kann schließlich nichts andere- mehr gedeihen al- Gewalt, gibt eS eine andere Form der Auseinandersetzung, des politischen Kampfes schließlich überhaupt nicht mehr. Und von denen wurde diese Atmosphäre beS nackten Gewaltkampfe- erzeugt, die den Klassenkampf abschafsen wollen I Der Klassenkainpf ist eine gesellschaftliche Tatsache. Wenn Arbeiter oder Angestellte um höheren Lohn kämpfen, wenn politisch Entrechtete politische Rechte fordern, ist da- Klassenkampf. Der Marxismus hat den Klaffenkampf nicht erfunden, er hat einfach die Tatsache de- Klaffenkampfes festgestellt. ES hat seit dem Entstehen der Arbeiterbewegung viele bewußt, al- solche erkannte Klaffenkämpfe gegeben: gewaltige wirtschaftliche, wie etlva die großen DergarbeiterstreikS, große politische, wie den Kampf um da- allgemeine Wahlrecht. Und merkwürdig: an diesen Kämpfen haben nicht selten, mindestens als Sympathisierende, auch Nichtsozialisten teilgenommen, Kleingewerbetreibende. Geschäftsleute, Beamte, Intellektuelle. Damals gab eS eben noch nicht den Nationalsozialismus, damals hielt man es für ganz selbstverständlich, daß eS das natürliche Recht der Schwachen ist, sich zur gemeinsamen Durchsetzung ihrer sozialen und politischen Ansprüche zusanunenzuschließen. Damals war eben da- sudetendeutsche Volk noch nicht»erwacht" und auch der Nationalist sah im Nichtnationalisten noch keinen.Untermenschen", der einfach auSzurotten ist. Große soziale und infolgedessen auch politische Gegensätze hat eS innerhalb des Sudetendeutschtums, gerade wegen der weit vorgeschrittenen sozialen Differenzierung, seit Jahrzehnten gegeben. Aber der Kampf zwischen den politischen und sozialen Gruppen wurde in durchaus menschlichen Formen geführt, und kam eS einmal zu einer vereinzelten Gewalttat, gar zu einer blutigen, wie es die Ermordung des sozialdeinokratischen Abgeordneten Schuhmeier unb, knapp vor dem Kriege, des Bodenbacher- Buchdruckers Karl Solinger durch einen Streikbrecher waren, dann wär die Empörung über diese Bluttaten auch im Bürgertum eine allgemeine. Dem Nationalsozialismus blieb es Vorbehalten, den politischen Dkord, wenn» ein Nationalist ihn verübte, zu einer Heldentat zu machen I Gab eS im sudetendeutschen nationalen Bürgertum etwa auch nur einen Mann, auch nur eine Zeitung, die den Mord an Pro- sessor Lessing, an dem Ingenieur FormiS, an dem sozialdemokratischen Vertrauensmann Rosenzweig ernstlich verurteilte? Wo ist der Mann im nationalsozialistischen Lager, der mit dem tausendfachen Terror gegen sozialistische AÄeiter nicht nur nicht einverstanden ist, sondern ihn sogar zu mißbilligen wagt? Sind nicht alle Nationalsozialisten dem Machtwahn verfallen? Und niemand sieht, wie diese Gewaltverherrlichung, wie diese Vergottung der Gewalt das Leben unsere- Volke- verwüstet, niemand erkennt, daß dadurch die Gegensätze nicht aufgehoben, sondern auf- schärfste zugespitzt werden! Nicht die Marxisten, die ja seit jeher" die Individuelle Gewalt verurteilt haben, sondern die' Gegner deS Klaffenkampfes, die.Einiger" der Nation haben eine schauerliche Kluft zwischen Deutschen und Deutschen aufgeriffen. Sie haben eine dumpfe, drückende, qualvolle Atmosphäre der Umviffenheit, der Furcht, de- steten Auf-der« Hut-seins, des Mißtrauens geschaffen. Wähnten sie, sie brauchten nur zu drohen und dort, wo sie die Möglichkeit dazu haben, rücksichtslos Gewalt anziiwenden, um auch schon jeden zur Unterwerfung zu bewegen? Glaubten sie. das sudetendeutsche Volk bestehe nur aus Gesinnungskrüppeln und Selbswerrätern und Feiglingen,. e» gebe überhaupt keine aufrechten Menschen? Wagen sie zu leugnen, daß sie, sie allein, diesen Zustand geschaffen haben? War denn nicht vor dem Großwerden der SdP, vor der sudeiendeutschen Totalität, da- Leben der Sudetendeutschen ruhiger, friedlicher, schöner, menschlicher, sah nicht trotz allen selbswerständlichen politischen Gegensätzen jeder im anderen den Menschen? ES ist nicht die Schuld der Sozialdemokraten, daß die Menschlichkeit au- der Politik verschwunden ist. Richt die Sozialdemokraten haben die Menschen derart klassifiziert,- daß.ein Teil al»»Untermenschen" gewissermaßen» vogelfrei istl Auch im bösesten Gegner hat die Sozialdemokratie sinnier noch den Menschen gesehen! Aber wer Gewalt verkündet und nur auf die Gewalt vertraut, darf Ach nicht wundern, daß es Menschen gibt, die sich ver Gewalt nicht ergeben. Web eine Atmosphäre der Gewalt erzeugt, kann nicht darüber erstaunen, daß eS auch Folgen der Gewalt gibt, die nicht nur den.Untermenschen" treffen. Wer Totalität predigt, muß eS erleben» daß sich Widerstand gegen sie erhebt. Im kleinen und im großen.— Die Sozialdemokratie bedauert jede Gewalttat. Die Sozialdemokratie führt ihren Kampf wahrhaftig, wie die ganze Geschichte der Arbeiterbewegung lehrt, lieber al» einen Kampf mit geistigen Waffen, als den Kampf der Argumente, de» Überzeugens. Und wenn sie nun den Kampf gegen die nationalsozialistischen Gewalttheoretiker und-Praktiker führt, in der festen Umberzeugung de» Siege- der Idee über die Gewalt, gen, um wieder dem geistigen Kampfe freie Balm fo deshalb, um wieder dem Kampf der Meinun« zu schaffen. Budgetvorbenltunseni und Nationalitätenfrage Prag. Montag weilten einige Mitglieder der Regierung noch Außerhalb Prag». E» fanden keine Ministerkvnferenzcn statt. Für Heute sollte eine Sitzung des Ausschusses der politischen Minister einoerufen werden. Die angekündigte Beratung de» Vorsitzenden der Regierung mit dem Finanz, Minister Tr. KalfuS wird vormittag» stattsindvu Ihren Gegenstand' werden Budgetfragen bilden. In den Vordergrund des Arbeit-Programmes der Regierung treten nunmehr Wirtschaft»fragen und die rasche Vorüereüung des Staatsbudget», wobei es notwendig sein wird, auf allfällige Auswirkungen der projektierten nationalpolitischen Maßnahmen Rücksicht zu nehmen. Der Ausschuß der politischen Minister beschloß in der vergangenen Woche nach den Referaten des Fsnanzminister», daß die einzelnen Reffort» mit dem Finanzministerium ihren Budzetentwucfäbschnitt unter dem Gesichtspunkt der strengen Sparvorschriften, welche die Regierung beschlossen hat, Beratungen abhalten. Diese Beratungen werden bereits in der lausenden Woche ausgenommen werden. Zunächst wird da- Ministerratspräsidium mit dem Finanz« Minister seinen Budgetentwurfabschnitt durchberaten und an diesen Verhandlungen wird wahrscheinlich auch der Gouverneur von Karpathoruß» land Hrabar teilnehmen, da das Budget seiner Kanzlei in da- Budgetkapitel„MinisterratSpräsi- dium" eingegliedert ist. Der weitere Verlauf der Budgetverhandlungen wird sich so entwickeln, daß stet» die einzelnen Minister über da» Teilbvdget ihre» ReffortS mit dem Finanzminister verhandeln werden, und zwar unter Teilnahme der Budgetfachleute sowohl de» zuständigen Reffort» al» auch de- Finanzministerium». * Die parlamentarische Spar, und Kontroll« tonunisston, die ihre üblichen Arbeiten am Budget bereit» in der Form der Generaldebatte über da» Expos» de- FinanzmInisterS betreffend den Wirt« schaftSplan für das Jahr 1939 ausgenommen hat, wird gleichfalls in Spezialdebatten über die einzelnen Kapitel an der Vorbereitung des Budget» arbeiten, so daß ev Heuer möglich sein wird, den definitiven Entwurf deS Staatsbudgets für da» Parlament gründlich durchzuarbeiten und allseitig vorzubereiten, wie dies die zahlreichen neuen Ausgaben erfordern, welche der Staat-Wirtschaft au» den von der Regierung geplanten Neuregelungen im Zusammenhang mit der Lösung der National!« iäienfragen, auf dem Gebiete der Selbswerwal« tung und der aktuellen Organisation»« und Wirt« schaftsprobleme erwachsen. Studium der Probleme Prag, Da» Sekretariat der Mission Lord Runciman» gab am Montag um 17 Uhr folgenden Berichte au»: Lord Runeiman Ist.mit seiner Gattin in Begleitung de» Herrn Peto samt Gattin Montag früh nach Prag zurückgekehrt. Die Mis» sion Lord Runeiman» seht da» Studium der ihr vorgelegten Dokumente sort. Prag. Der Vorsitzende der Regierung, Dr. Milan H o d z a, setzte Montag seine Unterredungen mit de» Vertretern der politischen Parteien fort und empfing im Ministerratspräsidium die Delegierten der Zipfer deutschen Parteien, Abgeordneten Andor Nitsch und Emerich Varga.- „Prävo lidu": Lord Runeiman hat selbst die Vertreter der deutschen Sozialdemokraten, die<öe- voffen Jaksch, Taub und Rehwald, gerufen. Die man steht, begriff ec sofort, daß die SdP nicht die Repräsentantin der tschechoslowakischen Deutschen ist, Die Ebro-Front steht fest Barcelona.(Ag. Esp.) Der Feind hat auch am Sonntag, und zwar mit erheblich gesteigerter Heftigkeit, seine Gegenangriffe auf die republikanischen Stellungen der Ebrofront fortgesetzt. Unter rücksichtslosem Einsatz und nach kon- bentrierter Artillerie, und Flugvorbereitung schickte er immer wieder von Neuem seine Elitetruppen, die eiligst von der Levante- und der Lerida-Bala- guer-Front zur Verstärkung herangezogen worden waren, gegen die republikanischen Linien vor. Alle Angriffe der Rebellen brachen unter schwersten Verlusten zusammen, an keiner Stelle konnte der Gegner auch nur einen Quadratmeter Raum gewinnen. Bon besonderer Heftigkeit waren die Kämpfe in den Abschnitten Gandesa und Pobla de Masaluea. Dem Gegner war kein Opfer zu groß, um an diesen für ihn neuralgischen Punkten des Ebrobogen» in da- republikanische BerteidignngS- svstem vorzustoßen. Seine sämtlichen AngriffSver» suche scheiterten. Die Höhe seiner Verluste ist außerordentlich. In dem dem Ebrobogen nördlich benachbarten Abschnitt gelang eS dem Gegner, unterstützt von rund siebzig schweren deutsch.italienischen Bom- lern und von über hundert Tank» die Höhen von Aut» einzunehmen. Diese Stellungen liegen am Oftabhang der Sierra de Meqnienza, nördlich von Fayon und haben für die republikgnischen Operationen im Ebrobogen nür mittelbare Bedeutung Vas Rillten der Invasionsflleger Barcelona.(Ag. Esp.) Um 23 Uhr 80 am SamStag erschien ein feindliche» Flugzeug über dem Hafen Palamo» und überflog mehrmals den dort verankerten englischen Dampfer»Lake Lugano". Um 2 Uhr 30 morgens warfen zwei Was, serflugzeuge 40 Bomben von 80 bis 100 Kilo- gramm rund um diese» Schiff, da- in Brand geriet. Um S Uhr 15, als mit der Bemannung auch Spanier sich um die Rettung des»Lake Lugano" bemühten, kam ein Rebellenflugzeug ganz tief herunter,.um durch MG-Feuer diese Arbeit zu stören. Sonntag früh waren von dem Schiff nur noch rauchende Trümmer zu sehen. Während der Ret« tungs- und Bergungsarbeiten wurden zwei Personen schwer durch Flugbomben und«Beschießung verlebt: einer der Matrosen und ein Spanier. Alicante.(Ag. Esp.) Zugleich mit dem britischen Konsularagenten Mr. Callejon ist beim Bombenüberfall am SamStag auch einer der beiden britischen Kapitäne schwer verwundet worden, die gerade bei ihm lvaren. Der Chauffeur, der sie hingebracht hatte, wurde durch Bombensplitter getötet. Trn Ueberfall hatten sechs Savoys verübt, die 40 Bomben auf das Villenviertel Vistahermofa warfen, elf Personen verletzten und sieben Häuser zerstörten. Im Hafen von Valencia wurde der englische Dampfer»Stanleigh" durch Jnvasioniflugbom» den schwer beschädigt. London. Der Sohn de» englischen Labourabge« ordneten Guest, David Guest, ist in Spanien auf Seite der republikanischen Truppen gefallen. Starke chinesische Aktivität Während die Kämpfe am Mittellauf deS Jangtse aufgehört haben, haben die Chinesen nördlich von dort an der Grenze der Provinzen Anhuj und Hupt die Offensive eröffnet. Sie drangen, die Japaner, aus. dem Hügelland, wohin sich-diese- vor-dem Hochwasser geflüchtet hatten,' in die noch überschwemmten Talgebieie: Das Zen«' irum der an der Anhuj« und Kiangsi-Front kämpfenden chinesischen Truppen bildet Tsien- schang.— In Westschantung haben die chinesischen Truppen gemeinsam mit irregulären Abteilungen einige nördlich von Tsining liegenden Ortschaften wiedererobert. In Ostschaniung steigern irreguläre chinesische Abteilungen ihre Kampftätigkeit. Vor einigen Tagen unternahmen sie einen Nachtangriff auf den Hafen von Tschifuklde. Dabei lourden 80 Japaner getötet. Die japanische Besatzung mußte sich zurückziehen, wobei die Chinesen außer einer größeren Anzahl von Gewehren auch Maschinengewehre und Panzerautomobile erbeuteten. 40 I Zwischen I Mann und Kind D Roman von LIU Körber Der Kellner ging vor, Martha folgte ihm, sah jede jüngere Frau prüfend an. Ihr Herz klopfte. Endlich blieb ihr Blick an einem jungen Mädel haften, zu der sie der Kellner führte. Tatsächlich machte er vor ihren: Tische halt und sagte: „DaS ist die Dame." „Wiesinger", stellte sich Martha vor und streckte die Hand aus. DaS Mädel nahm sie» ohne aufzustehen. Ihre Augen zwischen geschlvärzten Wimpern richteten sich starr vor Neugier auf MarthaS Gesicht. UcbrigenS war sie nicht gar so jung, Martha bemerkte leichte Fältchen um ihre Augenwinkel. Sie sagte mit der vollen, klingenden Stimme von Schauspielerinnen: „Wollen Sie nicht Platz nehmen, Frau Wiesinger?" Martha gab dem Kellner ihren Mantel und sitzt« sich, bestellte einen Kaffee mit Schlag. Fräulein Braun verschlang sie mit den Augen, trank jede ihrer Bewegungen. AlS der Keiürer gegangen war, ließ sie sich zu einer Erklärung herbei: „Ich wollte Sie kennenlernen zur Beschwichtigung meiner Minderwertigkeitsgefühle. Wenn er mich für irgendeinen ordinären Trampel hätte sitzen laffen, ich hätte e» nicht überleben können — überleben schon, aber e» wäre mir noch mieser gewesen al» jetzt." Sie zündete sich eine Zigarette aiu -.Aber ich sehe zu meiner Berlchigung-—- und insgeheim vielleicht Enttäuschung, daß ich Sie bejahen kann. Sie sind eine Frau mit Atmosphäre, eigentlich der Typ» der heute beliebt ist." Martha begann sich zu ärgern. War sie zu einer Musterung gekommen? Sie sagte: „Ich dachte. Sie wollten mich sprechen?" Fräulein Braun zog die Brauen hoch: „Ich? Warum glauben Sie das? Natürlich, unter anderem wollte ich auch Ihre Stimme hören und den Wortschatz kennen lernen, deffen sie sich zu bedienen pflegen. Aber ivas man so sprechen nennt— besprechen— was hätten wir miteinander zu besprechen? Halten Sie mich für so naiv, daß ich annehme, Sie würden auf Albert verzichten, um mir eine Freude zu bereiten?" Bei dem Namen Albert» fühlte Frau Martha einen kleinen Stich. Daß eine Frau so familiär von Dr. Gehler sprach und ihn mit der größten Selbstverständlichkeit bei seinem Bornamen nannte, war ihr peinlich. Sie sagte abwehrend: „Dr. Geßler und ich stehen miteinander nicht so, wie Sie anzunehmen scheinen." Fräulein Braun machte eine hoheitsvolle Geste. „Gar nichts nehme ich an, meine Beste, gar nichts. Ist es nicht belanglos, üb etwas Konkretes vorgefallen ist oder nicht? Ich weiß, was Sie für Albert bedeuten. Ich wollte eben sehen, was Sie für ein Mensch sind, was ihn an Sie fesselt. Nicht aus Neugier, gestehe ich, und nicht zur Beschwich- tigung meiner Minderwertigkeitsgefühle, ich bin mir nicht einmal klar darüber, ob ich welche Ija6e. Aber wissen Sie, vielleicht kann ich das auch, was Sie können; ich habe es bis jetzt noch nicht probiert. Ich mußte Sie also sehen. Sie schauen mich empört an. Bin ich Ihnen, zu aufrichtig?" „DaS auch. Aber vor allem, begreife ich Nicht..." „Wa» begreifen Sie nicht?" Fräulein Brauns Stimme war scharf.„Daß eine Frau um einen Mann kämpft, haben Sie da» bisher nie gehört?""-<, „Sie haben sehr viel Mut," sagte Martha, „aber glauben Sie wirklich, daß man... ein» Zuneigung erzwingen kann?" Fräulein Braun zuckte die Achseln. „Was weiß ich, die Männer sind doch so blöd in diesen Dingen, fallen immer auf den gröbsten Schwindel'rein. Wir ja auch. Ich weiß, ich habe e» mit Albert sehr dumm gemacht. Ich war nicht diplomatisch genug. Ich habe mich ihm gegenüber ganz loSgelaffen, habe mich so gegeben, wie ich bin. Wenn man fo einen anstrengenden Beruf Hai, dann möchte man im Privatleben gem ausspan- nen. Aber scheinbar darf man das nicht, als Frau. Muß immer parat sein,'im Galaanzug." „Ach, Fräulein Braun» glauben Sie doch nicht, daß Sie etwas falsch gemacht haben. Dadenkt man immer, wenn es schief geht. Sie sind so aufrichtig mir gegenWer, so will ich es auch sein. Sehen Sie, ich habe bei meinem verstorbenen Mann auch immer da» Empfinden gehabt, daß ich vielleicht zu dumm bin und eine andere Frau ganz anders gehandelt hätte. Sie. müssen nämlich wissen", sie wurde etwas verlegen—„mein Mann war Kapellmeister, er war sehr schön, interessant und natürlich..." Sie stockte. „Frauen!" Fräulein Braun beschrieb mit der Hand einen Kreis in der Lust.„Regimenter von Frauen!" „Ja," sagte Martha,„und mit einer, eS war eine Sängerin, da dauerte es lange, sie ist auch schuld an seinem Tod!" „Ach!" Fräulein Braun blickte sie teilnahmsvoll an.„Wie ist das nur gekommen? Oder erzählen Sie nicht» wenn es Sie schmerzt." „Rein, da» tut nichts, ist ja schon so lang» her. Er fuhr mit ihr im Auw zu den Salzburger Festspielen, da erkältete er sich, bekam die Grippe, dann Lungenentzündung mit Komplikationen— und er war aus.. „Sie müssen es mit den kleinen Kindern"sehr schwer gehabt haben." >.Ach. von meinen Lüben hoben Sie auch schon gehört?" Martha lächelte erfreut, wie immer, wenn von ihren Dreien die Rede war.„HK Ihnen Dr. Gehler von ihnen erzählt?" „Er wird sich doch keine Gelegenhest entgehen laffen, um mir weh zu tun!" Fräulein Braun» Gesicht zog sich zusammen, bekam wieder den früheren lauernden, gezwungenen Ausdruck.„Da ist eine Frau urit drei Kindern und du haft kein einziges! Kann ich was dafür? Er war eS doch, du keines mochtet" „Aber Fräulein Braun!" Martha hob beschwörend die Hände.„DaS ist doch ganz unmöglich, was Sie mir da erzählen! Dr. Geßler ist ein so guter Mensch I Er wird Ihnen doch nicht weh tun wollen I" „Ein so guter Mensch!" Die Braun kreischt« plötzlich auf.„Ein so guter Mensch! Ein rücksichtl- loser Egoist mit sadistischen Anwandlungen, ein Feigling, ein Drückeberger vor dem Leben!" „Fräulein Braun! Fräulein Braun! Und um diesen Mann kämpfen Sie!" „Dieser Mann— nicht um ihn kämpfe Ich, um meine Lugend, um die Lugend, die ich ihm gegeben, um meine Liebe, die ich in ihn investier! habe, kämpfe ich. War denn alles umsonst? Alle» sinnlos? Ich kann mich nicht damit abfinden, daß mein Leben sinnlos war, begreifen Sie denn da» nicht? Daß ich meine Jugend weggeworfen habe? Nein, Sie werden da» nicht verstehen, Sie haben ja Kinder, wenn er Sie hundertmal enttäuscht und um alle» betrogen hat, Sie haben die Kinder. Ich habe von ihm nichts al» ihn selbst!" „Aber Sie lieben ihn nicht mehr! Fühle« Sie es denn nicht? Sie empfinden ihn nicht alt Menschen, Sie wollen ihn nur besitzen, wie eint Sachet Dazu ist doch Albert Geßler zu gut!" Alma Braun kniff die Augen zusammen: „«Ufo lieben Sie ihn?" „Ich weiß nicht, ob ich ihn liebe, aber wenn da», wa» Sie für ihn fühlen, Liebe sein soll,,." .(Fortsetzung folgt.) & Nr. 185 Dien»tag, S. August 1938 Seite S WWWWMW WWWÄÄ Kundgebungen liir die Demokratie Am vergangenen Sonntag wurde«— wie an vielen Sonntagen vorher— in allen Teilen der Republik eindrucksvolle Kundgebungen deutscher und tschechischer Demokraten abgehaltrn. Die stpndgebungen im sudetendentschen Gebiet waren vor allem Kundgebungen der sozialistischen Arbeiter, die stch unbeirrt und tapfer dem faschistischen Ansturm«ntgegenwerfen, ob sie nun al» Mitglieder der Partei, der Gewerkschaften, oder al» Freidenker, Turner oder Mitglieder der SÄ i«fmarschieren. Ueberall lebt in den sozialistischen Arbeitern der Wille, die Freiheit mit allen Mittel« zu verteidigen. Dar..Tag«ter Freiheit“ in Aussig Aussig.(Eigenbericht. Bon allem Anfang an zeigte es sich, das, der„Tag der Frei« beit", dec im Zeichen der Forderungen der Freidenker stand, die"vor allem den Ruf nach der Aleichberechtigung der Konfessionslosen mit den anderen religiösen WrltanschauungSgemeinschaften und nach der Einführung de» LebrnSkunde« Unterrichts an den Schulen erhoben, eine Kundgebung für die Freiheit und die Demokratie,«ine Manifestation de» entschlossensten Abloehrwillcn» gegen den Faschismus al» den Feind aller Freiheit, werde» mutzte. So war der„Tag der Freiheit- eine Willensäußerung von außerordentlicher politischer Bedeutung, ein Beweis für die Treue der deutschen sozialistischen Republikaner zum Staate und zu seiner Berteidigung, ein leuchtendes Fanal sozialistischen Kampfeswillen» im Ringen um eine ncue Welt. Die Freidenker haben durch diese Veranstaltung der Gesamtbewegung einen unschätzbaren Dienst erwiesen und im gleichgeschalteten Aussig gezeigt, datz die Hoffnung auf die Totalität der SdP vergeblich ist. Oer Aufmarsch Schon Samstag abends stand Aussig im Zeichen der grotzen Kundgebung der Freidenker. 2m Ttraßenbild erschienen immer mehr Menschen, die mit dem geschmackvollen aus Glas gefertigten Festabzeichen des„Tage! der Freiheit- geschmückt waren, immer öfter tauchte da» Blau der SA und da» Grau bei Atu» auf. Da» Ziel der Massen bildete nach der Einquartierung die Kurzweilmühle, in der die grotze Wendfeier stattfand. Schon«ine Swnde vor Beginn der Veranstaltung war die riesige Halle überfüllt und hunderte Teilnehmer, die später kamen, mußten mit Stichplätzen vorlieb nehmen. Am Sonntag früh setzte ein neuerlicher Massenzustrom ein und m riesigen Zügen, von Musikkapellen angeführt, zogen die Teilnehmer der Umgebung zu den Stellplätzen auf-dem Sternplatz, von wo-sich dann der Festzüg in Bewegung setzte. Dichte Men« schenmaffen säumten die Straßen und bereiteten den Marschierenden einen herzlichen Empfang; ununter« »« Minister NeCas In Trautenau und Nftchod Der vergangene Sonntag wird unser« Arbeitern und Arbeiterinnen sicher lange in Erinnerung bleiben. E» war einer der schönsten Sonntage, die wir in diesem Jahre erlebten. Es war ein Tag der Sammlung, der Erneuerung de» Be« kennwisses für die Demokratie und der Kampfansage an den Faschismus. So war e» in N ä ch o d, wo am Bormittaz die Kolonnen der deutschen und tschechischen Sozialdemokratie in einem drei Viertelstunden währenden Zuge durch die Stadt zum Ausstellungsgelände zogen. Die deutschen Sozialdemokraten stellten hier die Partei« und Kulturorganisationen, dor allem de» Atu» aus dem Braunauer Bezirk. Die Republikanische Wehr, SI, Atu» und uniformierte Frauen wurden beim Durchzug durch die Stadt stürmisch begrüßt. Am Ausstellungsplatz eröffnete der Gauvorsitzende der tschechischen Partei, Abg. Chalupa aus Königgrätz, nach welchem für die Gewerkschaften Abg. Pollak und Welter Fürsorgeminister Ang. N e L aS in deutscher und tschechischer Sprache da» Wort ergriffen. NeLaS würdigte besonders den schweren Kampf der deutschen Sozialdemokraten im Grenzgebiet und stellte unter ständigem Beifall fest, daß in der Tschechoslowakischen Republik weder ein deutscher noch ein anderssprachiger Demokrat seine Freiheit verlieren werde. Die Republik müsse und werde die Heimat aller bleiben, die Freiheit und Recht lieben und die bereit sind für diese Heimat zu kämpfen. JnTrautena u-Niederaltstadt warteten seit 1 Uhr die Sozialdemokraten auf dem über« Wien DTJ-Platz auf ihre Redner, die mit einer Stunde Verspätung, gegen 2 Uhr» in Niederaltstadt eintrafen. Schon die Begrüßung,des Für- sorgemiqister» gestaltete sich zu einer gewaltigen Kundgebung. Die Reden des Abg. Krejöi und die de» Fürsorgeministers N e i a S wurden zu einer Demonstration gegen Gleichschaltung, AuShun» gerungSpolitikund für die Demokratie. Beide Redner wurden immer und immer wieder von Beifallsstürmen unterbrochen und die Stimmung war von Begeisterung für Partei und Demokratie getragen. Diese Stimmung hielt bi» in die späten Abendstunden an. Dem Feste wohnte auch die amerftanische Journalistin.Lecker bei, die stäildig von Hunderten Arbeitern und Arbeiterinnen umlagert war, mit denen sie sich Über alle Fragen de» Leben» unterhielt- brochene Freiheit-Rufe und Dprechchöre, welche die verschiedenen Forderungen und ost drastische Bemerkungen zur politischen Situation enthielten, erfüllten die Straßen. Der F e st z u g selbst bot rin farbenprächtige» Bild, da» durch da» prachtvolle Gommerwetter einen glanzvollen Rahmen erhielt. Ueiber«ine halbe Stunde lang marschierten die Frauen und Männer, die Burschen und Mädchen vorüber in flottem Marschschritt. Die SF-Spielmannlzüge und RW- Kapellen spielten, die Jugend sang sozialistische Kampflieder. An der Spitze de» Zuge» trugen Delegationen aller vertretenen Organisationen in einer symbolischen Gruppe eine riesige Staatsfahne, welcher da» von der SI getragene rote Banner folgte. In einer starken Gruppe folgten dann die Burschen und Mädeln der SI, der DIB. die blau gekleideten Frauen, der Atu», di« RW und di« tschechischen Gäste. An diese schlossen sich dann die Kolonnen der Freidenkerorganisationen an. Eine Abteilung der RW schloß den Zug ab, der ständig durch die au» dem Spalier«intretenden Zuschauer vergrößert wurde. Der Jestzug hinterließ einen tiefen Eindruck; DI» Kundgebung Mehr al» 12,000 Menschen hatten sich auf dem Marktplatz versammelt, al» die Kundgebung mit der „Marseillaise eröffnet wurde und die DJ-Fanfaren» bläser mit einem Ruf einleiteten. Die Staat»- Hymne erklang. Nach einem Chor der Arbritersän- ger eröffnete der zweite BundeSvorfitzende der proletarischen Freidenker. Ambro» D i e H-Komotau, die Riesenveosanunlung in deutscher und tschechischer Sprache. Im 20. Jähr de» Bestände» unsere» Staate» erneuern die Freidenker ihre alten Forderungen, die nun in der Proklamation de» Bundesvorstände» vom Vorsitzenden de».Bunde» proletarischer Freidenker-, Emil Hille-Rosendorf, in deutscher und Dr. Milde in tschechischer Sprache vorgetragen wurde. Mit stürmischer Zustimmung nahmen die Massen die Kundgebung zur Kenntni». Mit erhobenen Fäusten sangen die Versammelten zum Schluß di«„Internationale- und marschierten da««'in einem geschlossenen Zuge auf die Ferdi'» na nd»höhe, wo sie bei Musikund in froher Be» meinschast noch lange beisammen blieben. « Der Vormittag war mit dem Programm für di« Kinder auSgefüllt und mit der Ansprache, welche Dr. Mühlberger an unsere Klemen hielt. Dieser Sonntag wird al» Tag der Arbeit, aber auch al» Tag der Freude in der Erinnerung unserer Menschen hasten bleiben. Republlk-Feler In Oberleutensdorf Oberleutensdorf.(Eigenbericht.) Die deutschen und tschechischen demokratischen Organisationen von Oberleutensdorf veranstalteten am Samstag und Sonntag eine eindrucksvoll« Feier au» Anlaß des zwanzigjährigen Bestehens der Tschechoslowakischen Republik. Am Samstag fand ein massenhaft besuchter BegrützungSabend statt, an dem von deutscher Seite der AtuS mitwirkte. Sonntag vormittag» marschierten rund 8000 tschechische und deutsche Männer und Frauen zu einer machtvollen Kundgebung vor dem Masarykdenkmak auf. Für die tschechischen Parteien sprach der Abgeordnete David, der entschiedene Worte für die Berteidigung der Republik fand, sich aber auch nachdrücklichst für di« Verständigung mit dem deutschen Volk auf dem Boden der Demokratie ein* setzte. Für di« deutschen Sozialdemokraten sprach E r n st P a u l-Prag, dessen Ausführungen in das Gelöbnis, für Demokratie und Freiheit ein- zustehen, ausklang. Am Nachmittag formierte sich ein Festzug, an dem gegen 4000 Personen teilnahmen und der durch viele Festwagen geschmückt war. Die Kundgebung und der Aufmarsch in Oberleutensdorf haben bei Freund und Feind den stärksten Eindruck hinterlassen. Der Bezirksarbeitertag In Saas Zu einer wuchtigen Demonstration sozialistischer Kraft und Gesinnungstreue gestaltete sich der Bezirksarbeitertag in Saäz. In Hellen Scharen waren die Landarbeiter und Arbeiterinnen, die unter drückendsten Verhältnissen ihrer Idee die Treue halten, dem Ruft der Partei gefolgt und bereits am Samstag war der große Turnhallensaal bei der Abendfeier restlos gefüllt. Sonntag vormittag» formierte stch der F e st- z u g, an dem mehr als 8000 Menschen teilnahmen und in dem besonder» die starke Teilnahme des Atus auffiel. Außerdem war die SI, die RW und die DTJ durch ansehnliche Gruppen vertreten. Genoss« Johann Reichl eröffnete di« Kundgebung, bei der al» Festredner Senator Heinrich Müller sprach, der ost von stürmt« scher Zustimmung unterbrochen wurde. Ein frohe» Fest vereinte dann die Teilnehmer, die gegen Abend noch einmal zu einem straffen Schluß« appell antraten. Der Aufmarsch in Saaz wird ein Markstein der ländlichen sozialdemokratischen Bewegung bleiben. Nazi-Provokationen In Saax Prag.(Amtlich.) Am 7. August 1033 fand in Saaz ein Bezirksfest der deutschen Arbeiter«, Turn« und Sport-Union statt. Als nach Beendigung de» nachmittägigen Turnens ein Teil der Teilnehmer zum Bahnhof in Saaz ging, stand vor dem Hause Nr. 808 auf dem Pinter-Platz eine Gruppe von Zuschauern, aus der auf die Marschierenden„Pfui- gerufen und gespuckt wurde. Einige Teilnehmer verließen den Zug und gerieten mit den Zuschauern in einen Streit, aus dem eine Rauferei entstand. Trotzdem die Wache sofort einschritt, wurden bei der Rauferei einige Personen leicht verletzt. Unmittelbar daraus rotteten sich an der Stelle ungefähr 100 weitere Personen zusammen. Er erwic» sich als notwendig, diese zu zerstreuen. Vor dem Hotel „Schwarze Henne- wurden die Marschierenden erneut angeschrieen und e» kam wieder zu einer gegenseitigen Rauferei, bei der Edmund R e I g l verletzt wurde, der jedoch keine Krankenhauöbe« Handlung in Anspruch nehmen mußte. Beim Einschreiten wurde der Wachmann Emanuel Mon« dtlöka und der Wachmann Frantiäek Hromada getreten. Nach dem Wachkommandanten Oberleutnant Häjek wurde ein EiscnstÜck geworfen. Es gelang der Wache hierauf die Ruhe herzustcllen. Der Vorfall wird untersucht und allfällige Strafmaßnahmen werden erfolgen. „Republik der freien 3ugend" eröffnet Im Zeltlager des mährischen SJ-Krelscs Vergangenen Sonntag fand in dem Tale zwischen Bohunovice und Belkovlee bei Olmütz die feierliche Eröffnung des Zeltlagers de» sozialistischen Jugendkreises Sternberg statt. Aus allen Gebieten Mährens waren die sozialistischen Lu» gendfunktionäre gekommen, um in dem Lager acht Tage lang in fester Kameradschaft neben viel ern- ster Arbeit, auch Stunden de» Spieles und der Erholung zu erleben. Neben der Eröffnungsansprache de» Kreisvertrauensmannes O n d k c j k a begrüßte das Lager für den Berbandsvorstand der BerbandSsekretär Josef K r e i n e r, der auch am Mpntag vormistag vor den tief interessierten Zuhörern einen Vortrag über die„Kommenden Aufgaben des Sozialistischen Jugendverbandes" hielt. AIS Lagerleiter fungieren Erich E r n st uno FranzHerold. Jeder Lagerbesucher kann sich davon überzeugen, mit welcher Disziplin und Arbeitsfreude die jungen Burschen und Mädel» bei der Sache sind. Bon der tschechischen Bevölkerung haben die Jugendlichen viele Erleichterungen erhalten. Fast jeden Tag finden sich viele Besucher ein, die da» Lager besichtigen und ihre Anerkennung aussprechen. Da» mährische Lager ist übrigen» eine» von den vielen, di« in diesen Wochen al» Schulungslager des Sozialistischen Jugendverbandes fast in allen Kreisen durchgeftihrt werden. Auch diese Lager sind ein Zeichen der erhöhten Aktivität der SI in den letzten Monaten. Vie Schattenseiten der„Erntehilfe" Immer wieder forderten die Henleinzeitun- gen die„deutschen Männer und Frauen" auf, sich zur Erniehilfe zu melden. Man bezweckt offensichtlich mit diesem„Erntedienst" nichts anderes, al» die ohnedies schon miserablen Löhne der Landarbeiterschaft noch weiter herabzudrücken. Und tatsächlich war eS so, datz viele Bauern, die zwar sehr wenig von Politik, aber dafür sehr viel von fettem Profit verstehen, glaubten, daß sie jetzt ihr Gesinde loS bekommen, weil die landwirtschaftlichen Arbeiten jetzt die bisher so gering geschätzten Städter besorgen würden. Obwohl sonst die„Gigerln" aus der Stadt, die„nur spazieren gehen*, nicht gerne gesehen sind, wären sie als unbezahlte Mägde und Rechte doch zu gebrauchen. Diese stille Hostnung vieler Bauern wurde jedoch zu Wasser, al» diese„GratiSdienst- boten" zu arbeiten anfingen. So wie jede andere mutz auch die Feldarbeit gelernt sein. Wer Muße hat und sich einmal köstlich amüsieren will, soll nicht verabsäumen, diesen„Knechten und Mägden" einmal bei der ungewohnten Landarbeit zuzuschauen. Die Bauern erhofften fich von der Erntehilfe viel Nutzen; da» Gegenteil ist ringe« treten, der steiwillige Hilfsdienst versteht nämlich die Erntearbeiten gar nicht und so kommt eS vor» daß das Getreide, da» infolge der Hitze sehr dürr ist, schon auf dem Felde durch die ungeschickte Arbeit ausgeschüttelt wird und der Bauer nur da» leere Stroh in die Scheuer zu fahren braucht. Biele Bauern, über diese„Arbeitsverrichtungwenig erfreut, erklären schon, daß sie auf solchen Erntedienst verzichten und lieber zu geschulten Landarbeitern greifen. Zahlreiche Bauern aus dem Brüxer Laydgebiet haben übereinstimmend erklärt, daß, wenn ordentliche Löhne gezahlt Werden,' genügend Arbeitskräfte zu haben sind. Ja, e» ist schon vorgekommen, datz ein Bauer au» einer Brüxer Landgemeinde, der Mitglied der SdP ist, unserem Bezirkssekretariate Mitteilen ließ, man möge ihm Arbeiterinnen und Arbeiter gegen entsprechende Bezahlung senden. Der großaufgeputzte„Erntedienst" hat eben manigsache Nachteile, von denen sowohl die„freiwilligen Helfer", weil ja die Arbeit nicht gerade leicht ist, als auch und vor allem die Bauern, denen mehr Schaden als Nutzen erivächst. nicht beglückt sind. Wirtshausstreit mit tödlichem Ausgang Prag, lAmtlich.) Sonntag, den 7. August, spät nacht» kam ei in der kleinen Ortschaft H ö h a I im Bezirk Schüttenhofen, die zu der Gemeinde Stadlau gehört, zu einem bedauernswerten G a st« hau» st reit zwischen Angehörigen deutscher Itationalität verschiedener politischer Gesinnung. Der Streit artete schließlich in eine Rauferei au», deren Opfer einer der Teilnehmer wurde. Den lln- tersuchungen der SicherhettSorgane zufolge spielte sich der Streit mit dem tragischen Ende folgendermaßen ab: In Horar» Gasthau» in der Ortschaft Höbe! unterhielt sich Sonntag abend» eine Gesellschaft von 17 Deutschen, von denen 8 Angehörige der SdP und 14 Angehörige der Deutschen Sozialdemokratischen Partei waren, in absoluter Harmonie bl» Mitternacht, Ivie die» unter bekanntei: Leuten und durchweg» Nachbar» üblich ist. Um Mitternacht kam e» au» unbekannter Ur; ache zu einem Mißverständnis und hierauf zu einem heftigen Streit zwischen den Angehörigen der beiden politischen Lager. Der Gastwirt forderte alle Gäste, da» Wirtshaus zu verlassen und schloß da» Lokal. 14 Angehörige der Deutschen Sozialdemokratischen Partei begaben sich vor da» Gasthaus, die 8 Mitglieder der SdP verblieben in der Kiiche de» Wirtshaus«», von wo st« erst nach einer Viertelstunde fortgingen. Bor dem Gasthaus trafen sie erneut mit zehn Mitgliedern der Deutschen Sozialdemokratischen Partei zusammen, die dort noch debattierten und gerieten mit ihnen wieder in Streit. Zwei der Angehörigen der SdP entfernten sich rasch vom Streitorte, der dritte, B a Y e r l«, der mit-den übrigen weiterstritt, wurde von einem bi»her nicht festgestellten Täter plötzlich mit einem Gla» aus den Kopf geschlagen und zu Boden gestoßen. Er erhob sich und flüchtete hinter seinen beiden Kameraden in drr Richtung auf Glaserioald. Vier Angehörige der Deutschen Sozialdemokratischen Partei nahmen seine Verfolgung ein und erreichten ibn nach kurzer Zeit. Einer von ihnen stach Bayerle einige Male mit dem Messer so unglücklich, daß dieser auf der Stelle getötet wurde. Weil sich der tragische Abschluß der Rauferei an einer abgelegenen Stelle ab« fptelle, stellte die Gendarmerie den Vorfall erst gegen 2 llhr nacht» fest. Sie hielt alle Teilnehmer an dem Streit an. doch brachten die Verhör« bisher kein Licht über dl« Ursachen des Zusammenstoßes, denn weder die Angehörigen der SdP, noch die deutschen Sozialdemokraten wollten in dieser Richtung bisher ettvaS aussagen. Die vier Angehörigen der deutschen Sozialdemokratie, die Batterie verfolgt hatten, wurden>n GerichtShaft eingeliefert, Am Tatort sand sich ein« GerichtSkommission ein, der Vorfall wird weiter untersucht. Der tragische Abschluß der Gasthausstrette» in Höhal beweist die Notwendigkeit des Sicherheitsdienstes auch an den abgelegen st en O r t e n, um ähnliche Vorfälle verhindern zu können. D>e zuständigen amtlichen Stellen haben bereits eine derartige Erweiterung und Vertiefung de- Sicherheitsdienste» vorbereitet. Es gibt bereits Ernüchterte Bor einigen Tagen faßen in einem Gasthause in Fischer n bei Karlsbad einige Gäste, durchweg» SdP-Leute, zwischen denen sich eine politische Diskussion entspann. Unter den Gästen befanden sich auch zwei, die in Deutschland gearbeitet hatten, und nun über die dortigen Erfahrungen berichteten. Sie kamen dann auch auf die gerade für die Kurorte und ihre Umgebung so erfolgreiche Politik der SdP zu sprechen, wobei sehr treffende Keiinzeichnungeil fielen. Ein junger Mann, der sich nicht mehr ein X für ein U vormachen läßt, zog die SdP-Legitimation au» der Tasche, riß sie in Stücke und warf diese mit den folgenden Worten auf die Erde:«Mit der Partei möchte ich nichts mehr zu tun haben I" Der Betreffende, dessen Namen uns bekannt ist, war seit Dezember 1034 Mitglied der SdP. „Times": Lösung Im Sinne der Verfassung Linden. Die.Times" beschäftigen sich mit dem Standpunkt, den die tschechoslowakische Negierung in ihrem bkationalitätenstatut einnimmt und geben in ausführlicher Weise die Forderungen der Sudetendeutschen wieder. In Bezug auf diese erklärt sie: „Die Deutschen wollen offenbar ihre Angelegenheiten auf der Bast» einer Art nationaler Autonomie auf dem Gebiete der Tschechoslowakischen Republik regeln. Die tschechoslowakische Regierung fühlt sich ihrer eit» nicht imstande, einen derartigen Staat im Staate zu dulden, besonder» wenn e» sich um einen Staat handelt, der in seiner Ideologie in«InemWiderspruch von 180 Grad zur offiziellen Staat»philosophie der Tschechoslowakei steht. Um eine Einigung zu erreichen, wird Lord Rünciman gerade in diesem Punkt dec territorialen Autonomie«in« Lösung finden, die im Sinn« der tschechoslowakischen SiaatSaufsaffung und im Geiste der tschechoflowakischen Verfassung gelegen ist. „Rärodni osvobozeni": Richt einmal di« Tsche- choflowaken sind nach unserer Auffassung und nach unserer Verfassung eine Rechtspersönlichkeit. Das Volk ist«in ideeller moralischer Wert, rin« Sache de» Glauben», der Ueberzeugung, der Hoffnung und de» Ideal», sehr stark und real, aber nicht durch Paragraph« und Exekutivgewalt faßbar, dessen Schutz und Sicherheit man nur im tiefsten Innern der Einzelnen suchen kann, die sich zum Volke bekennen, und in den Kräften einer natürlichen Entwicklung, hie wir alle möglichst gut zum Wohl« und Gelingen der Ziele und Aufgaben auSzunützen trachten müssen, Nr. 1 Seite 4 Jagesneuigkeiten Von der Reinheit der Rasse Dienstag, 9. August 1938 Ein Katastrophen- Wochenende Drei Tote, ein Verletzter bei Komotau Auto überschlug sich und Wierzbianski wurde schwer verlegt. Seine Begleiterin, die 29jährige Gerda Komota u.( Eigenbericht.) Sonntag Mihsbichler, wurde auf der Stelle getötet. Der Die Juli- Nummer der Statistischen Nachrich borene und in Prag wohnhafte Typograph Wil- und fein Lenker blieb unverletzt. nachmittags fuhr der im Jahre 1910 in Afch ge- Leichenwagen wurde nur unbedeutend beschädigt helm Wunderlich auf seinem Motorrade von Zwel T ten" veröffentlichte einen Bericht über die nationale Zugehörigkeit der Ehepartner aller geschlossenen Ehen im Gebiet der Tschechoslowakischen Republik vom Sabre 1925 bis 1934. Gibt es ſeit Bestand der Republik rund 60.000 Chen zwischen deutschen und tschechoslowakischen Partnern, so kann der Völkerbaß in der Praxis nicht so groß sein, denn man heiratet doch nicht aus Haß. Dort, wo die beiden Völker sich lennengelernt haben, ist in der Regel schon das Nationalitätenproblem gelöst, selbst die so heitle Spra chenfrage löst sich in der Praxis von selbst, wenn man die Völker sich selbst ohne viel Verordnun gen überläßt. 60.000 Chen zwischen deutschen und tschechischen Partnern in 20 Jahren! Nun wohnen dieſe beiden Völker ſeit rund 1000 Jahren als Nach barn Haus an Haus! Es ist der Mühe wert, an dieser Statistit ein wenig weiterzubasteln. Rechnen wir im gleichen Prozentsaz diese Mischehen nur auf 500 Sahre zurück und ziehen wir die früber geringeren Einwohnerzahlen ganz übertrieben ins Malful, so er gib Das heutige Programm Mr. 185 der deutschen Sendung Brag- Melnik: 10.15 Für die Frau: Einsiede furs: Stachelbeeren. 10.30-11.00 Schallplatten. 12.10 Schallplatten. 18.00 Mit dem Funtbaedeler auf Nordlandreiſe, von Annemarie Roft. 18.45 us dem tschechoslow. Stulturleben. 19.00 Schallplatten. 19.30 Schrammelfonz.( Violine: Jos. Pour. Accor deon: Rud. Thüringer, Gef. Hans Svoboda). 20.00 Das Sarophon- Genie.( Schallplatten). 20.30 Uniers haltungsmufit( Werke von Ziehrer). 21.15 uns geht die Sonne nicht unter, Hörspiel von Martin Grill. 21.45 Report, aus einem Jugendferienheim. 22.30 Jensen). Leitung R. M. Mandée. bis 23.00 Orcheſterforert( Werke von Schumann u. Brünn: 18.00-18.05 Arbeitersendung: So. ziale Information. 18.05-18.20 Arbeiterfendung: Dr. J. W. Brügel: Nene Bücher für Arbeiterlefer. ( Rarel Capek.) 18.20-18.35 Schallplatten, Tote bel Kremsler Komotau gegen Prag. Auf dem Sozius befand Auf der Straße von Bilany nach Hulin fuhr fich der 1908 in Dug geborene, ebenfalls in Sonntag früh auf einem Fahrrade der landwirtPrag wohnhafte Franz Reichelt, der feine in schaftliche Arbeiter Alois Tomšu. Der hinter ihm Oberleutensdorf lebende Mutter besucht hatte. Als sie an die Straßenkreuzung oberhalb Welm- ihm mit seinem Personenautomobil ausweichen, fahrende Fliegerleutnant František Hrnčíř wollte schloß kamen, fahen sie schon von weitem ein doch änderte in diesem Augenblick Tomšu ſeine Motorrad, ebenfalls mit zwei Personen besetzt, Fahrtrichtung. Leutnant Hrnčíř riß den Wagen kommen. Es wurde von dem 35 Jahre alten nach rechts, schleuderte den Radfahrer zur Seite Raminfegermeister Lampert B a dermann aus und fuhr in einen Straßengraben, wo das Auto Bilin gelenkt, der auf dem Sozius feinen Neffen Karl orn aus Bilin fitzen hatte. Beide Fahumſtürzte. Beutnant Grnett, ſeine Mutter Geno vefa und Ludmila Pilbilová aus Lipůvka wurrer fuhren mit großem Tempo, der Gendarmerie- ben mit leichteren Verlegungen, Josef Hrnčíř aus Selbstmord in der Kirche verursachten große Aufbericht spricht von 30 bis 100 Stundenkilometern. Dabei rechneten sie wahrscheinlich daWien und Marie Hanátová aus Lipůvka mit regung. Die Kirche wurde geschlossen, um neu ge= schweren Verlegungen aus den Trümmern des weiht zu werden. mit, bei der Kreuzung, die übersichtlich ist, an- Wagens geborgen. Josef Hrnčič wurde nach der Neue Erdölquelle in Ungarn. Eine neue einander vorbeizukommen. Statt dessen stießen teberführung ins Krantenhaus von Kremsier so- Rohölquelle von außerordentlicher Ergiegibt ſich die Zahl von ungefähr 1 Million Miſchehen, die beiden Fahrzeuge mit voller Wucht aufeinan- fort operiert und starb infolge feiner Verlegungen. bigkeit wurde im Bohrungsgebiet von Liſpe in der wobei allerdings in ein und demſelben Familien- der, wodurch die Maschinen vollkommen zertrüm Marie Sántová erlitt tödliche Berlegungen, Umgebung von Nagylanisza erſchloſſen. Die neue stammbaum mehrere Mischehen auftreten können. mert und Reichelt fowie Badermann auf hauptsächlich durch Bruch der Schädelbede. Der Quelle liefert pro Tag 24 bis 25 Waggons Nehmen wir unter Berüdsichtigung der größeren der Stelle getötet wurden. Wunderlich Rehöl. Mit den bisher erschlossenen Delquellen Stinderzahl pro Familie in früheren Zeiten für diese wurde tödlich verletzt dem Saazer Krankenhaus Ehen drei Kinder an, so wurden seit 500 Jahren auf beträgt die derzeitige Tagesförderung an ungaris schem Rohöl 30 bis 32 Waggons, was etwa 50 dem Gebiete unseres Staates rund drei Millio eingeliefert, wo er Montag früh verschied. Der nen Mischlinge zwischen Deutschen 13 Jahre alte Karl Horn ist schwer verletzt Samstag wurde ein Lastauto mit 26 Bauern b. S. des Inlandsbedarfes entspricht. Die Boh und Tschechoslowafen gezeugt! Bei und befindet sich ebenfalls im Saazer Kranken- von einem vorfahrenden Personenauto angefahrungsarbeiten werden von der vor einigen Wochen der Annahme, daß es unter den 34 Millionen deut haus. Immer wieder muß vor dem schnellen ren. Das Lastauto stürzte in einen tiefen Graben. gebildeten amerikanisch- ungarischen Del- A.- G. ſchen Einwohnern der Tschechoslowakischen Republik Fahren, vor allem bei Straßenkreuzungen ge- Die Reiſenden blieben unter dem Wagen. Einer finanziert. Kürzlich hat die Amerikaniſch- ungafogar 1 Million deutsche Stammbäume gibt, über- warnt werden. Es ist dies der dritte schwere Un- von ihnen wurde getötet, fünf schwer und mehrere rische Del- A.- G. einen Pachtvertrag mit dem lasse ich es einem der vielen Aemter der SDP zu ver- fall, der innerhalb weniger Wochen an dieser leicht verlegt. rechnen, wie viele Mischlinge sich da finden ließen, ungarischen Staat auf 40 Jahre abgeschlossen. wobei neuerdings betont sei, daß sich viele Familien Stelle geschah. Hitzschlagepidemic in New Yort. Im Staate mangels passender Gelegenheit von Vermischung freiNew Yort waren Samstag weitere sieben Todes= gehalten haben fönnen, während in anderen Famifälle durch Hißschlag zu verzeichnen. 20 Strand lien mehrmals Mischehen zu registrieren wären. pläge der Umgebung von New York sind Tag und Siemit ist aber das Kapitel Mischehen durchaus nicht Nacht überfüllt. Auch hier werden zahlreiche To. erschöpft denn sie liefern uns leider nicht selten ein desfälle gemeldet. Jn Seviersville im Staate Tes Element, welches durchaus kein Plus im Völkervernessee richteten Wolkenbrüche großen Schaden an. stehen darstellt. Meistens aus erster oder zweiter Das Hochwasser schwemmte ganze Wohnhäuser und zahlreiche Automobile fort. Nach den bisherigen Meldungen sind in diesem Unwettergebiet acht Personen ertrunken. Der Prager polnische Gesandtschaftsattaché schwer verletzt Am Sonntag stieß das Auto des polnischen Kazemierz Knecht Tomšu erlitt nur leichtere Verlegungen. In einer gefährlichen Kurve bei Brands hagen in Pommern fuhr ein mit 20 Personen befester Lastkraftwagen gegen einen Baum. Beim Anprall explodierte der Benzintant. Während sich die übrigen Insassen durch Abspringen retten fonnten, war es einem jungen Mann nicht mehr möglich sich in Sicherheit zu bringen, ſo daß er verbrannte. Sieben Mitfahrende wurden mit Verlegungen ins Krankenhaus gebracht. Gesandtschaftsattaches wittags= bianti in den der Fahrt von Prag nach Karlsbad in einer Kurve bei Neuſtern im Bezirk Ludik mit einem nach Böhm. Leipa fahrenden Leichenwagen zusammen. Das Generation ſtellen dieje Mischehen oft einen Männer typus, welcher bei unglücklicher Erziehung zum blinden Chauvinisten nach dieser oder jener Seite werden Tann. Diese Menschen, in der Umgangssprache Halbtrommler genannt, sind uns durchaus kein psycholo gisches Rätsel. Der Grund ihres frankhaften Natio- Jahren in Unfrieden lebende 27jährige Otto verkehr vollständig eingestellt. Die Schäden, die nalgefühls ist meist ein Komplex von Minderwertig- Birte griff nach einem Wortwechsel zu seinem durch die Unwetter verursacht wurden, sind uner feitsgefühlen. Schade, daß man nicht alle Stammbäume von 10.000 Ober- und Unterführer aus der Jagdgewehr und feuerte zivei Schrotladungen meßlich. Im Pariser zoologischen Garten wurde Sd veröffentlichen fann! Schade auch, daß sich nicht dem alten Mann in die Brust und in den Rücken. ein Eisbär offenbar aus Furcht vor einem heraufvermitteln läßt, von wem der geistreiche Wahlschlager während Birke die Waffe neuerlich lud, floh der ziehenden Gewitter tobsüchtig. Das Tier suchte Der Deutsche wählt deutsch geprägt Schwerverletzte auf die Straße, wo ihn der Mör- den Graben zu überspringen, was ihm jedoch nicht wurde. Unmöglich vor einem 100prozentigen Deut- der einholte und ihn durch zwei neue Schrot- gelang. Während es in den Graben hinabstürzte, schen, denn für diesen ist die Tatsache seines Deutsch ladungen in das Gesicht und in die Brust tötete. biß es sich in den Arm eines Besuchers fest und tums allein weder politisches Programm- noch ein Ein zufällig vorbeikommender Gendarm nahm versuchte ihn mit hinabzuziehen. Nur dank den Wahlargument. Es würde sich ein merkwürdiges den Mörder fest und lieferte ihn nach Hoßenplotz Bemühungen zahlreicher zu Hilfe eilender BerBild zeigen, fönnte man mittels eines tiefen Quers ein. Beim Lofalaugenschein, der am Sonntag jonen kam der Besucher mit einer fauſtgroßen schnittes durch die Völker Böhmens die wahrhaftig innere Struftur aufzeigen. Es ist wohl wahr, daß nachmittags vorgenommen wurde, erflärte der Fleischwunde davon. Familiennamen in der heutigen Zeit nicht viel zum Mörder, er hätte die Absicht gehabt, auch die Nationaliätetenproblem sagen fönnen, doch ist es fein übrigen auf dem Hofe lebenden Personen mit Bufall, daß in Böhmen allein ungefähr 900 foge- einem Beil zu erschlagen, wenn nicht der Gens nannte reindeutsche Lehrer an deutschen Schulen... darm ihm an seinem Vorhaben gehindert hätte. rein tschechische Namen führen; und es ist erst recht lein Zufall, daß die Mehrzahl dieser Lehrer den hyperdeutschen wilden Mann spielen, obwohl sie mei stens erst in der zweiten Generation eingedeuticht sind. Man erinnere sich an die achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts, da tamen beim Uebergang der Selbstmord und Selbstmordversuch in Karlsbad Rauschgifthändler in New York verhaftet. wurde ein gewisser William Weber verhaftet, der, In Philadelphia, in den Vereinigten Staaten, wie behauptet wird, der Führer einer Organisa tion zum Verkauf von Rauschgiften in den Staa ten New York, New Jersey und Benjylvanien ist. In New York wurden noch drei weitere Mitglie der dieser Organisation verhaftet. Der Ilmiak der Organisation erreichte bis eine Million Dollar mitzuteilen, ob diese vier Berhafteten mit der bes jährlich. Die Bundesbehörden haben es abgelehnt, tannten Affaire des Rabbiners Jiaal Leifer in Verbindung stehen. Der Generalsekretär des Petschek- Konzerns Streit im Marseiller Hafen. Die HafenDr. Otto Taussig starb Sonntag in seiner Woh- arbeiter von Marseille lehnten auch Sonntag dje nung in Prag. Zu seinem unerwartenen Ableben Arbeit ab. Die Schiffe, die Montag in Marſeille Bord ge= nommen haben, werden ihre Ladung erst Diens tag löschen fönnen. Der Streit, der in der Pariser Presse start tommentiert wird, schädigt in schr empfindlicher Weise die Zufuhr in den Marseiller Hafen und namentlich auch den Obst- und Gemüsehandel von Algier. wird mitgeteilt, daß Dr. Taussig seit langer Zeit eintrafen und werden Diensan einem fchiveren Herzleiden litt, von welchem er vergeblich Heilung suchte. Lehrerbildung aus Prag. Olmüß. Budweis, Brin Starlsvader Nachtlokal zu einer aufregenden Beustadt. Die Leiche wurde usw. dußende junger tschechischer Lehrer aus deutschen Lehrerbildungsanstalten an die deutschen Schulen der Sudetenländer, die sich mit ihren Familien in turber Zeit als reine Deutsche fühlten, während ihre Verwandten in der tschechischen Heimat als reine Tschechen lebten. Zum Schluß sei noch ein Fall von der Sprach grenze für biele angeführt, der ein bezeichnendes ., Blißlicht" zur sudetendeutschen Frage liefert. Aus einer Ehe- Mutter Deutſche. Vater Tſcheche stammen drei Kinder. Ein Mäderl besuchte die deuts sche Schule und turnte während dieser Zeit und auch noch jahrelang später beim deutschnationalen Turnberein: sie ist heute mit einem Tschechen verheiratet! Der erste Bub besuchte die tschechische Schule, turnte beim Atus, wird ein eingefleischter Kommunist und ist heute mit einer Deutschen verheiratet; der zweite Simbolol tub it heute wie feine Mutter ein Sohn besuchte ebenfalls die tschechische Schule, turnie wütender Henleinist. Meuchelmord in der Ostslowakel aus Soldat Altag Soldat ertrunken. Sonntag abends ertrank Am Samstag abends kam es in einem beim unerlaubten Baden in der Chrudimla bei Szene. Eine Angestellte nahm Veronal, weil sie von einem Gaſt bezichtigt wurde, eine Tausend- früh gefunden. fronennote gestohlen zu haben. Das Mädchen hat das Bewußtsein noch nicht erlangt. Am Montag früh beging der 75 Jahre alte Josef Stowasser aus Bettlig bei Karlsbad Selbstmord, in dem er auf einen Gittermast der elektriſchen Startstromleitung letterte und die Drähte berührte. Der Grund ist in unheilbarer Krankheit zu suchen. Zugsunglück in Polen Bliz schlägt in Badende. Beim Vaden wurden durch einen Blißschlag in New York drei PerTschechoslowakischer Mörder in Jugoslawien jonen getötet und 16 verwundet, davon einige verhaftet. Eine Gendarmerie- Patrouille hielt in der Gemeinde St. Lenard bei Marburg einen schwer. Bei der durch den Blißschlag entstandenen Motorradfahrer wegen Schnellfahrens an. Bei Panit wurden neun weitere Personen verletzt. seiner Legitimierung wurde festgestellt, daß es sich Straßeningenieur ermordet. In Belgrad um den 28jährigen tschechoslowafischen Staatsan- hat die Nachricht von dem tragischen Tod des begehörigen Karl Veselý handelt, der in der fannten Ingenieurs Bader Erregung hervor. Tschechoslowakei wegen Mordes verurteilt worden gerufen, der auf der Straße unweit von Prije war. Es gelang ihm, aus der Haft zu entkommen polje meuchlings ermordet wurde. Der bisher In der Nacht auf Sonntag ereignete sich in und nach Jugoslawien zu fliehen, wo er bereits unbekannte Mörder raubte ihm 1½ Millionen der Nähe von Warschau bei Sochaczew, ein Bu- einmal in Cilli aufgegriffen wurde. Dort stahl er Dinar. fammenstoß zwischen einem Personenzug und jedoch ein Motorrad und fuhr in der Richtung einem Laitzug. Vier Wagen des Personenzuges gegen die Grenze. Nunmehr wurde Veſely in Haft enigleisten, 17 Passagiere wurden verlegt, dar- genommen und wird den tschechoslowakischen Beunter fünf schwer. Außerdem wurden einige hörden ausgeliefert werden. Eisenbahner von der Zugsbegleitung des Last- Fünf britische Flieger umgekommen. Sonnzuges teils schwer, teils leichter verletzt. tag Unwetter und Flutwellen Mary" stellte einen Reford in der Ueberquerung Dampferrekord. Der Dampfer Lucen des Ozeans auf. Er legte diese Strede von Citen nach Westen in 92 Stunden 2 Minuten zurüd, während das Schiff„ Normandie" eine Bestzeit frühen Morgenstunden fam es in Suf von 95 Stunden 2 Minuten hatte. Die Bestzeit foff zu einer Flugtataſtropje, bei der fünf bri- bes Schiffes„ Normandie" bei der" gahrt von tische Militärflieger ums Leben tamen. Die Westen nach Osten betrug 94 Stunden 7 Minuten. In der Bezirksstadt Moldava n. Body in der Flieger versuchten bei der durch Nebel noch verOstslowakei wurde Sonntag nachts ein Meuchel- Aus der Steiermark kommen Meldungen über stärkten Dunkelheit zu landen. Der Benzintant des der außerordentlich ungünstigen Wetterlage muß die Nanga Parbat- Expedition abgebrochen. Infolge mord verübt. In einem der dortigen Gasthäuser verheerende Unwetterfolgen in einzelnen Gebie- Flugzeuges explodierte, als das Flugzeug den Nanga Parbat- Expedition abgebrochen werden, fo spielten einige Arbeiter Karten, als plößlich ein ten. Am Sonntag wurde das Ennstal von Hagel Boden berührte. Bu zwei weiteren Flugun- bald die Besabung des Lagers fünf" im Hauptlager unbekannter Fremder in das Gasthaus lam, der schlag und schweren Wolkenbrüchen heimgesucht. fällen tam es in Cambridgeshire und Nerth, wo eingetroffen ist. Bei einem Vorstog dreier Expedi sich auch am Startenspiel beteiligte. Als er kein Mehrere Brücken wurden weggerissen und viele Glück im Spiel hatte, begann er einen Mitspielen peftar Wiesen- und Ackerland überflutet. Im jedoch die Piloten ohne Verlegung davontamen. tionsmitglieder am 25. Juli vom Lager„ Sech³“ aus den des Falschspielens zu bezichtigen Es entstand Ennstal überschwemmte das Wasser die Maschi- Drei Arbeiter durch Explotion getötet. In wurden zwei Körper gefunden, die vom starken Wind aus dem Schnee freigelegt waren. Es wurde fests hieraus ein Streit, woraufhin der Fremde das nenräume einiger Lodenfabriken und spülte große den reichsdeutschen Keiferroda- Werken, und zwar gestellt, daß es sich um Willi Merkel, den im Juli Gasthaus verließ. Er ging jedoch nicht weit, sonMassen von Wolle und Garnen fort. Ferner sind in der Pottasche- Fabrik, wurden durch eine Explo- 1934 im Umvetter ums Leben gekommenen Leiter dern wartete auf den Andrej Rutkaj und den Jan drei Bergwanderer seit der Unwetterfatastrophe ſion drei Arbeiter getötet. Vergangene Woche wur- ter damaligen deutschen Nanga Parbat- Expedition Hodnik, die er von hinten anfiel und mit einem verschwunden. Ein 18jähriges Mädchen wurde vom den bei einem ähnlichen Unfall elf Arbeiter ge- und den Träger Cahlah, der bis zuletzt treu bei ihm langen Küchenmesser zuerst dem Ruttai einen Bliz erschlagen, während ein neben ihm stehendes tötet. ausgehalten hatte, handelt. Stich verseßte, welcher auf der Stelle tot war, sind schwere Brandwunden erlitt. In vier Fällen Schiffskatastrophe. In den schweren Gemitund dann dem Hodnik, dessen Zustand hoffnungs- find durch Blißschlag bäuerliche Anwesen einge- terſtürmen während des Wochenendes ist in der los ist. Der Mörder flüchtete nach der Tat, die äschert worden. Irischen See ein Fischerboot mit einem KanalGendarmerie ist ihm jedoch auf der Spur. Am Sonntag trieb ein starker Nordwestwind dampfer zusammengestoßen. Das Boot fant in große Wassermassen in die Lübecker Bucht, so daß wenigen Minuten. Sieben Fiſcher fanden den Tod das Baden wegen des hohen Wellenganges mit in den Wellen, drei konnten gerettet werden. großer Gefahr verbunden war. In Travemünde bel Hotzenplotz fanden vier Menschen dem Tod. Auch aus einem Am Sonntag um die Mittagsstunde ereig- Nachbarort wird ein Todesopfer gemeldet. nete sich auf einem einsamen Gehöft, das den Namen Vierwert führt und in der Nähe der Unwetter legt Eiſenbahnverkehr lahm. In Sauptalters einen Revolver und fchoß eine intern, besonders im Norboften des Staates, Naámit Nähe der Ortschaft Bottig im Bezirke Hoßenploß den verschiedensten Gegenden Frankreichs wurden seiner Nähe befindliche junge Frau nieder. Dann tagstemperaturen bis 80 Grab, in der Nacht etwas Tiegt, eine furchtbare Bluttat. Der mit seinem am Sonntag infolge Hagelschlages und Wolfen- richtete der Mann die Waffe gegen sich selbst und fühler, Südwestwind. Wetterausfimten 50jährigen Stiefvater Hans Reichel feit langen brüchen der Straßen- und selbst der Eisenbahn- tötete sich durch einen Schuß. Der Mord und für morgen: Roch leine wesentliche Menberung. Grauenhafte Bluttat Morb und Selbstmord in der Kirche. In der Pfarrkirche zu Neusandez( Polen) tam es Sonntag zu einer schweren Bluttat. Während der Messe 80g einer der Kirchenbesucher in der Nähe des Das Wetter. Die fühlere maritime Luft, die im Zusammenhang mit einer Störung über England in ben lebten Tagen von Südwesten her gegen das Festland bordringt, durchwärmt sich rasch bon Bufuhr der ursprünglich fühleren Luft daher von der, warmen Erdoberfläche. In Mitteleuropa ist die zeitweise verſtärkter Gewitterneigung begleitet, fo daß hier das borwiegend heitere und heiße Some merwetter anhält. Auch für die nächsten Tage ist infolgedessen noch feine wesentliche Kenderung zu Wahrscheinliches Wetter heute: Wechselnd bewölkt, Neigung zu Gewit erivarten. G manda nifchen meinid Seine Fluffe fabren gebiete In Ba gaben Rolleg tung vor T Divifi eatwe Austu anbot und T Schlie den W Quar Meer ale tv zu W Mahl „ Offi Spei offizi und Villa Offi aus bon i Wier Rebe einer repr Typ fahr er b Au 1 lonn erni Deft meh lein ob fie 1 ein Gie fai der me ma der fin als fei Tid in ipa ta ter m fü Tä di A 31 Ti 187 coc ten. efer A113 ten. Cor 0.00 ters geht rill. 2.30 11-11. 500 ng: cfer. Tufge= gie der neue gons ellen aris 250 Bohocjen .- G. ngas dem 11. taate and und Tos Tes an. Sohnden etter aftet. aten, der, mifa Stans n ift. alie miak Sollar lehnt, r be= er in afen die feille ges iens arifer ichr ciller Ge= wurs Perinige Denen grad be bor: rije isher onen Queen rung Citen rüd, ſtzeit itzeit bon uten. folge die fo Mager pediaus Bind fest= Juli Leiter ition ihm , die Engs gegen bon t bie bon fo Som ce ift u et mits mits ten Nr. 185 Colonel Hans Eine Spanien- Reportage von Klaus Mann I. Dienstag, 9. August 1938 Ceite 5 [ des Schriftstellers durchaus bewahrt. Im ersten sg en mit Streit sind enorm zurückgegan Augenblic erinnert er ein wenig an den Schaus gen, währenddem sich die Lohnbewegun spieler Erich von Stroheim in einer Rolle; beim gen ohne Streit in gleichem Maße ausge genaueres Hinschauen findet man, daß die diabo- breitet haben. An Stelle des attiven Kampfes mit lisch- sadistischen Züge ihm fehlen: alles ist gutmü- Streit ist in weitem Umfang die Verhandlungstiger und entspannter. maschinerie in Funktion getreten. Colonel Jorje Hans, ein Deutscher, ist Kom- die fleinen Rauch- und Staubwolten steigen, wo Hans erwartete für den Nachmittag noch ein Die 3 ahl der Ende des Jahres fonnten. gar nichts mehr zu bombardieren gab; vir fahen die Bomben eingeschlagen hatten; später erfuhren paar Freunde; es erschien der Kommandant der 1937 best andenen Tarifver mandant der 45. Division des spanisch- republikawir, ein Maulefel fei getötet und eine alte Frau 11. Division ein taum dreißigjähriger, sehr träge 3132 mit 331.752 Unterstellten nischen Heeres. Wir hatten Grüße an ihn von ge= Teicht verlegt worden.. meinsamen Freunden, und wollten ihn sehen. gut aussehender Mann einfacher Herkunft; sein( Vorjahr 2110 mit 169.750 Unterstellten) ist die Als wir vom Schwimmen zurüdkamen, bes Name ist Joaquin Rodriguez, mit seinen Be- Summe der 1937 neu abgefchloffenen sowie der Seine Division lag um diese Zeit bei Tortosa, am cliffe Ebro. Indeſſen war es nicht leicht zu er- quite uns der Colonel Gans. Der Kontakt mit gleitern, die noch jünger und noch schlichter waren von früher her weitergeltenden Tarifverträge. Die fahren, an welcher Stelle des umfänglichen Front- ihm, war fofort lebhaft hergeſtellt; denn der Offis als er. Man machte eine Segelpartie; der Chauf- große Zunahme in diesem Beſtand der Tarifverfebietes der Colonel und ſein Stab sich aufhielten. Bier, dem 14.000 Soldaten anvertraut und unter- fer, der uns aus Barcelona hergebracht hatte, war träge ist wiederum in erster Linie Frankreich zuzu3 Barcelona fonnte man uns keine eratten An- ftellt find, macht den Eindruck eines weltmännisch auch dabei. Er behandelte die Kommandanten mit schreiben. Das Jahr 1937 ist in bezug auf die gaben machen. Wir fuhren, mit einem Schweizer berliert on, better geiſtvollen Intelektuellen. Neben einer etwas aufgeregten Kameradschaftlichkeit und ohn bewegungen gekennzeichnet durch seinem Arbeitstisch lagen, außer dem Stoß von erzählte mit drastischer Mimit und vielen Gesten eine Festigung der in den Jahren der wirtschaftKollegen zusammen, an Tarragona vorbei, Rich ung Valencia. Etwa fünfundzwanzig Kilometer internationalen Zeitungen, ein paar Bücher; ich komische Anekdoten über die Ausländer, die er in lichen Erholung errungenen Poſitionen, die in ror Tortosa begannen wir, nach dem Siz des bemerkte, daß ein Band von Kurt Tucholsky dar- der Stadt und an die Fronten fahren muß. zahlreichen Tarifverträgen veranfert werden unter war, und überraschender Weise, ein Roman Spät in der Nacht machten wir mit Sans Divisionsstabes zu fragen. Die Soldaten wußten catweder nichts, oder waren zu diszipliniert, um bon Frank Thieß. Ich hatte das Gefühl, bei einem einen Ausflug nach Tortosa, zur vordersten Linie dusfunft zu geben; ſelbſt die Zigaretten, die wir Kollegen zu ſein- eine erfreuliche und irgend- der Front. Es hatte seine guten Gründe, daß diese boten, Baubermittel, das hier alle Münder wie beruhigende Impression, die mich übrigens Erfurfion zur dunkelsten Stunde unternommen und Türen öffnet vermochten dieses Mal nichts. keineswegs täuschte. Hans war Literat, ehe er sich wurde: ein Teil der Straße, die vom Stabsder spanischen Armee zur Verfügung stellte und Quartier nach Tortosa führt, konnte vom Feinde Schließlich war es ein Landbriefträger, der uns Im Verfolg der Aktion für die Erleichterung den Beg zeigte. Der Stab der Division hatte sein hier eine so erstaunliche Karriere machte; vorher beobachtet und beschossen werden. Unser Wagen freilich, im Weltfrieg, war er deutscher Offizier. fuhr erst mit abgeblendeten Lichtern, dann völlig der Hausarbeit, hat der schwedische Genossens Quartier an idyllischer Stelle, mit dem Blid aufs und noch früher war er Kadett gewesen. Er ge- im Schwarzen durch eine mondlose Nacht. Etwas schaftsverband einen Vorstoß gegen den europäiDer Kommandant war dienstlich unterwegs, hört zu jenen Deutschen, die 1918 Pazifisten beunruhigend war, daß die Faschisten sehr in schen Linoleumtrust unternommen. Er stellte den wurden bis sie, beinah zwanzig Jahre später, der Nähe: nur durch die Breite des Ebro- Flusses Trust vor die Frage, entweder die Preise des als wir eintrafen; wir aßen mit seinen Offizieren zu Mittag. Ich muß gestehen, daß es die erste das Pathos des Antifaschismus wieder militant von uns getrennt die Gegend mit einem starken Linoleums zu reduzieren, ansonsten eine genosMahlzeit meines Lebens war, die ich in einem werden ließ... Indessen hat er sich, wie wir wäh- Scheinwerfer absuchten. Ein paar Sekunden lang senschaftliche Fabrik errichtet und die EigenprodukOffiziers- Kasino" nahm. Uebrigens fah der rend der nächsten vierundzwanzig Stunden dank- fand sich unser Gefährt grell angeleuchtet von dem tion aufgenommen werde. Der Truſt willigte in Speiferaum des„ Stabes" keineswegs besonders bar feststellen sollten, den gelockerten Charme des langsam wandernden Lichtkegel. Es waren ziem- eine Preisherabseßung von 15 Prozent ein, die ab echten Zivilisten und die geistige Interessiertheit lich atembeklemmende Augenblicke..: offiziell kasinohaft aus; es war ein bescheidenes Meer. und etwas enges Zimmer der hübschgelegenen Billa, die man als Quartier benutzte. Die Offiziere waren lauter junge Leute. Die meisten aus den Internationalen Brigaden tamen: einen von ihnen waren Spanier; es gab auch einige, die Wiener, dessen Dialekt man durch seinen spanischen Redestrom unverfälscht- drollig hindurchhörte; Volkswirtschaft und Sozialpolitik Genossenschaftliche Erfolge im Kampf gegen Kartelle 1. August auch im übrigen Europa vorgenommen wird. Der Linoleumtrust hat außer in Schweden Fabriten in Deutschland, Holland, Belgien, Franks reich, der Schweiz und anderen Ländern. Er bes herrscht den europäischen Markt, außer England, bereits zehn Jahre. Deutsches Kapital ist im Linoleumtrust vorherrschend. Bezeichnend ist auch, daß jetzt schon die Preise für Staubsauger in Schweden herabgesetzt wurden, weil der ElektroImentonfettion weiterhin gut ist, dagegen die Be- fongern das Eindringen der genossenschaftlichen stellungen von Männerkonfektion zu wünschen Eigenproduktion fürchtet. So erwirkt die starte um den Unterhaltsbeltragtellungen von Männerfonfektion au übrig laffen. Da auch einige öffentliche Lieferun- schwedische Genossenschaftbewegung Preisregelun Das Innenministerium macht aufmertjam: gen von Männerfonfektion bereits effeftuiert sind, gen, die weit über ihren eigenen Wirkungsbereich An konkreten Fällen konnte festgestellt wer haben einige einschlägige Betriebe die Erzeugung hinausgehen, und schafft für die Verbraucher den, daß die Anmeldungen um den staatlichen Un- wieder eingeschränkt, wogegen die mit der Erzeu- Vorteile. terhaltsbeitrag vielfach bei nicht zuständigen Aem- gung von Damenkonfektion beschäftigten Fabriten tern eingereicht werden. Das Innenministerium weiterhin gut und voll beschäftigt sind. macht daher im Interesse einer beschleunigten Erledigung dieser Anmeldungen neuerlich darauf aufmerksam, daß der Anspruch auf den staatlichen Unterhaltsbeitrag ausschließlich bei dem Ge= me indeamte des ordentlichen Die Internationale einen Staliener, einen Franzosen. Der Wiener Die Anmeldung repräsentierte in diesem Kreise den humoristischen Thp, wie sich gleich herausstellte; nachdem er erfahren hatte, daß wir Süddeutsche sind, begann er vom Münchener Vier und dem Wiener Kaffee zu schwärmen: so was gibts hier ja gar nicht ...": er war ein ausgesprochener Humorist, das fonnte gar keine Frage sein. Das Gespräch wurde ernster, als wir es auf Wien und das Schicksal Desterreichs brachten. Der Humorist lachte nicht mehr; er sagte: Von meinen Leuten dort drüben von der Familie und den Kollegen kann ich der Lebensmittelarbeiter leine Nachricht mehr bekommen. Ich weiß gar nicht, Die Mitglieder zahl der der Interob sie noch leben..."" Ich weiß gar nicht, ob Wohnortes einzubringen ist. Dieses verfaßt fie noch leben“, sagte auch der junge Spanier, der mit dem Gesuchsteller auf dem vorgeschriebenen nationalen Union der Lebensmittelarbeiter( JUL) ein bißchen französisch konnte, von seinen Eltern. Formular die" Anmeldung"( Přihláška). Dieser angeschloffenen Verbände wies Ende 1937 mit Sie waren in einem Gebiet geblieben, das jetzt die Anmeldung muß der Gesuchsteller eine Bestäti- 302.261 Mitgliedern gegenüber dem Vorjahre Faschisten tyrannisieren. Wir waren vier Brüs Antritt der", erzählte der Zunge, der die zugleich zufant- gen. Dieſe Beſtätiguit des Militärbenſtes beifü( 300.274) einen nahezu unveränderten Stand erhält Einberufene beinahe mengenommene unb anmutig- nachläffige Saltung Antritt des Dienstes bei seinem Truppenkörper mancher gutrassiger Spanier hatte, alle vier in sofort, wenn er darum ansucht. Bei der Abfassung Wenn auch die Gesamtmitgliedschaft einen der republikanischen Armee. Seit einigen Wochen der Anmeldung empfiehlt es sich im Intereffe der ziemlich gleichbleibenden Stand aufweist, der in find wir nur noch drei..." Er konnte nicht älter Gesuchsteller, auf eine vollständige und ordnungs- der Hauptsache auf die durch den Konsolidierungsals zweiundzwanzig oder dreiundzwanzig Jahre gemäße Ausfüllung aller Rubrifen zu achten. prozeß im franzöfifchen Verband eingetretene Einsein, und hatte schon den Titel„ Kapitän". auf. Arbeitsdienst in Ungarn Budapest. Nachdem die Regierung den Arbeitsdienst bereits für die Hochschuljugend obligatorisch erklärt hat, ist nunmehr die allgemeine Arbeitsdienstpflicht im Rahmen einer institutiven Dr ganiſation eingeführt worden. Die Dauer beträgt sechs Wochen und ist mit verschiedenen Vorteilen verbunden. Vom Arbeitsdienst werden ausschließlich Erdarbeiten verrichtet werden, so daß die Arbeitslager feine Konkurrenz für den freien Arbeitsmarkt bedeuten. Abkommen USSR- USA verlängert buße zurückzuführen ist, so haben doch die meisten Moskau.( Taß.) Am Freitag wurde durch Das Gemeindeamt legt dann die Anmel- Einzelverbände eine fräftige Entwicklung zu ver- Notenwechsel zwischen Volkskommissar Litwinow Nach dem Essen das übrigens unvergleich dung" mit der Bestätigung der Bezirksernährungszeichnen, nicht nur in England und in den nordi- und dem Chargé d'affaires der Vereinigten Staas lich besser und reichlicher gewesen war als man es fommission zur Entscheidung vor. Die Auszahlung schen Staaten, sondern auch in Polen und Jugo- ten in Mostau Nirk das Handelsabkommen vom in Barcelona noch findet Tagen wir am Strand; des zuerkannten staatlichen Unterhaltsbeitrages flawien, was angesichts der dortigen politischen Auguſt 1937 zwischen der Sowjetunion und den ſpäter badeten wir. Es war ein friedlicher Sonn- führen die Landesernährungstommiſſionen im und wirtschaftlichen Verhältnisse mit besonderer Vereinigten Staaten von Amerika für ein Jahr tag, das Meer schimmerte blau, ein paar Solda- Wege der Postivarkassa laufend durch. Es wird Genugtuung zu vermerken ist. Für den Verband verlängert. Der neue Vertrag wird durch den Rat ten machten Schwimmübungen ein älterer Ka- bemerkt, daß Auszahlungen nicht reklamiert wer in Spanien, der seit zwei Jahren alle seine Kräfte der Volkskommissare und den Präsidenten der Vermerad hielt ihnen einen ernsthaften Vortrag, daß den können, wenn der Gesuchsteller noch überhaupt für die Verteidigung gegen die faschistische Inva-| einigten Staaten genehmigt werden. man nicht waſſerſcheu sein dürfe: nur die Spanier nicht beim Gemeindeamt den Unterhaltsbeitrag fion eingesetzt hat, sind selbstverständlich keine fürchten sich vorm Waſſer, erklärte er, die Eng- angefordert hat oder wenn er von der zuständigen statistischen Angaben erhältlich gewesen. Die JUL länder und die Deutschen können schwimmen wie Ernährungstommiffion teinen Bescheid über die umfaßte Ende 1937 in 21 Ländern 34 Verbände die Fische: man vergaß, daß man nur ein paar Buerkennung erhalten hat. ( im Vorjahre 33 Verbände in 20 Ländern). Neu Kilometer von der Front des Bürgerkrieges entbeigetreten ist Irland. fernt war. Der Sonntag war den Faschisten zu friedlich; sie schickten einige Flugzeuge gleichsam um zu beweisen, daß sie keineswegs auch In der bisher sehr guten Beschäftigung der Dänemark und Belgien, so zeigt das Berichts in der Nähe von Ploest i eine Kammgarnnur vorübergehend damit aufgehört hatten, gräßlich und gefährlich zu sein; die Flugzeuge bom- Konfektionsindustrie ist insoferne eine Aenderung jahr einen ganz anderen Charakter der Austra- spinnerei, in welcher zunächst 7000 Spindeln bardierten ein längst evakuiertes Dorf, in dem es eingetreten, als der Bestellungseinlauf für Da igung von Konflikten: die Lohn bewegun- laufen werden. Das Stromlinienschiff der Zukunft Schwankende Beschäftigung in der Konfektionsindustrie Rumänien baut eine Kammgarnspinnerei Rumäniens größter Textilfonzern, die TerWar das Jahr 1936 erfüllt von riesigen tilwerte Buhusi A.-G. errichten gemeinsam Streifbewegungen insbesondere in Frankreich, mit einem englischen und polnischen Tertillonzern neue Pläne für Ozeanschiffe entworfen, die die linie. Ein zweites Hindernis könnten die Rets| nach diese Formalitäten schon ausnahmslos an Konkurrenz mit den Flugzeugen in absehbarer tangsboote darstellen; auch sie sind aber unter Deck Word des Schiffes selbst vorgenommen werden, so Beit aufnehmen können. Es ist technisch durch angebracht. Landungsbrücken und alle anderen könnte man schon wertvolle Stunden sparen. Auch aus möglich, die Geschwindigkeit der Schiffe durch hervorstehenden Teile des Schiffes erleiden das die Häfen selbst liegen ungünstig, besonders der Während die Versuchsflüge zur Schaffung den Einbau neuerer und stärkerer Maschinen zu gleiche Schicksal: sie verschwinden einfach unter von New York. Die bisherige Route führt am Ambrose- Feuerschiff vorbei nach New York. einer ständigen Transogeanflugverbindung in steigern, doch stehen dem wirtschaftliche Bedenken der aerodynamischen Verkleidung. tenjiv wieder aufgenommen worden sind, ist in schwerster Art entgegen. Schon ein geringes Dazu kommen Maschinen, die durchaus nicht tit etwa um 170 Meilen weiter als die, die über Nantucket- Feuerschifft bis nach Montaut- Bay auf England die neue Mauretania" vom Stapel mehr an Schiffsraum oder an Geschwindigkeit viel stärker sein müssen, um das Schiff mit einer gelassen worden; die„ Queen Elizabeth", das macht eine Verdoppelung der Maschinenanlagen erhöhten Geschwindigkeit durch die Wellen zu trei- Long Island führt. Wenn man nun einen Hafen Schwesterschiff der Queen Mary" geht ihrer Vollendung entgegen, und Deutschland fündigt notwendig. Der Brennstoffbedarf wird verviel ben. Die Stromlinienform allein trägt schon dazu in Montaut- Bay ausbaut und dort auch einen für 1939 ben Bau eines 90.000 Tonnen- facht, und schließlich könnte man dem Reford doch bei, daß ein Schiff von der Länge der" Norman- schnellen Zubringerdienst nach New Yort schafft, Dampfers an. nur einige Stunden oder einen halben Tag abge- die" und Maschinen mit 200.000 PS( fo viel laffen sich weitere zehn Stunden ersparen. In winnen, unter Verzicht auf die elementarsten Ge- besitzt die Queen Mary") den Ozean in einer ähnlicher Weise müßten auch die Hafenanlagen in Die erfolgreichen Ozeanflüge der lebten feße der Wirtschaftlichkeit. Die Schiffahrtsgefellum sechs Prozent fürzeren Zeit überqueren könnte. Europa reformiert werden. Wenn alle diese Pläne mit den entsprechenWochen haben die Besorgnis der großen fchaft würde bei jeder Ueberfahrt Hunderttausende Wenn aber die Ausmaße des Zukunfsschiffes fo den Geldausgaben, die sie mit sich bringen, berSchiffahrtsgesellschaften ebenso geweckt wie die noch weiterreichenden Bläne der Flugzeugfabriken, zulegen. Prestige ist zwar auch etwas tvert, doch gewählt werden, daß die Länge 400 Meter be den Geldausgaben, die sie mit sich bringen, vers ezeandampfer zeitlich keineswegs mehr so sehr viel riesige Transozeanflugboote zu bauen, in denen würde sich auf die Dauer so der Konkurrenz der trägt und die Maschinen 400.000 PS Teisten, tvirtlicht werden, ist das Flugzeug dem Transdann kann die Fahrzeit auf kaum dreieinhalb Tage überlegen. Nur die eiligsten Baffagiere würden bieraig und mehr Passagiere Blaß haben. Diese Flugboote nicht begegnen laffen. Miesenflugzeuge werden zwar schon seit langem das Flugzeug benußen. Die übrigen würden drei Dementsprechend sind die Konstrukteure auf herabgedrückt werden. Die Einzelheiten der Kongeplant, doch scheinen die technischen Möglichkeiten den Gedanken gekommen, den Schiffsbau über- struktion gehen auf die Pläne der Ingenieure cinhalb Tage brauchen, um auf die andere Seite erit jest jenes Stadium der Reife erlangt zu haupt zu reformieren oder besser: zu revolutionies Pierre de Malglaive und A. C. Hardy zurüd, des Atlantik zu kommen. Freilich würde man von und sie haben berechnet, daß sechs laubt. Damit entsteht eine neue Konkurrenz für ten Folgerungen durchgeführt wird. Das ge- ren von je 66.000 PS weniger Plak einnehmen die Schiffahrtsgesellschaften. Wenn die schnell wohnte Bild eines Dzeanriesen verschwindet aller- würden, als es gegenwärtig die Maschinen der ten Schiffe bisher viereinhalb oder fünf Tage dings; der Schiffsrumpf gleicht einer geschloffenen beiden genannten Ozeanriefen tun. brauchten, um den Daean zu überqueren, so wer- Schale, die von einem ungeheuren Glasbach überDie Rekordzeit tann freilich auch nur dann den die Flugzeuge hierzu in einem Drittel der bedt ist. Zwar gibt es auch Schornsteine, aber sie erreicht werden, wenn grundlegende VeränderunReit imstande sein. Das bedeutet, daß die Schiffe werden nur im Hafen oder bei Rüdentvind aus- gen auch an den Faktoren vorgenommen werden, einen Teil ihrer Passagiere verlieren werden, nefahren. Sonst ruhen sie eingezogen unter dem die mit dem eigentlichen Schiffsbau nichts mehr namentlich dann, wenn sich herausgestellt hat, daß Glasbach. Die Rauchgase werden am Hed durch zu tun haben. Mehrere Stunden gehen bei der die Flugboote absolut sicher sind. emne sinnreich konstruierte Entlüftungsanlage abs pewöhnlichen Ueberfahrt schon durch die Forma Infolgedessen werden in den Konstruktions- geführt. Damit entfällt schon ein wesentliches litäten der Zoll- und der Gepädsrevision verleren. büros der Schiffahrtsgesellschaften immer wieder hindernis auf dem Wege zur vollendeten Strom Wenn ein System gefchaffen werden könnte, wo den Achterdecks etwas freien Ausblick auf das Die Stromlinienschiffe der Zukunft haben nur an Meer, während die Passagiere sonst darauf ange= wiesen sind, den Ozean durchs Glasfenster zu bes trachten. Von Seekrankheit wird ebenfalls teine Rede mehr sein können, da das 400- Meter- Schiff selbstverständlich auch schlingerfest gebaut ist. Der Reisende befindet sich vielmehr im luxuriösen Inneren eines halbgläsernen ungeheueren Geschosses, das mit einer Geschwindigkeit von 65 Stundenfilometern über den Ozean getrieben wird. Seite 6 Trager Zeitung Spanienkundgebung im Lucernasaal ,, Sozialdemokrat" Dienstag, 9. August 1938 Nr. 185 Spielabbruch in Teplits i TFK gegen Baťa Zlín 1: 0 in der 34. Minute abgebrochen- Rohes Spiel auf beiden Seiten- SK. Lieben in die Liga gründete gemeinsam mit Miemirowitsch Dantschent deren Sturm vor dem Tore wenig Energie und Ent. Ende der Neunzigerjahre das berühmte Moskauer schlossenheit entwickelte. Künstlertheater. Dieses Theater wurde eines der bedeutendsten der ganzen Welt. Ausgehend von dem Prinzip der kollektiven fünstlerischen Verantwortung, wurde hier besonders auf die Durcharbeitung der Darstellung bis in die feinsten Einzelheiten und auf meisten Beschwerden in dieser Richtung wenden. So psychologische Vertiefung geachtet. Fait alle Mit wurde eine Statistik aufgestellt, worin als die wich- glieder des Theaters Stanislawskij waren hervor Das Turnier um den Aufstieg in die Liga nähert tigsten Gründe des Straßenlärms angeführt werden: ragende Künstler. Stanislawſtij unternahm mit ſei sich seinem Ende. SN Lieben hatte am Freitag Est Am Montag abends fand, von der Gesell- Geräuſche der Straßenbahn( 28 Prozent). Teppich- ner Künstlergruppe zahlreiche Auslandsreifen und Stopisty mit 6: 1 geschlagen und sich damit den Aufs schaft für das republikanische Spanien" einbe- flopfen( 21 Prozent). Autohupen( 18 Prozent); der besuchte auch die Tschechoslowakei. Im Jahre 1905 stieg ungefährdet gesichert. Die Liebener waren rufen, eine große Stundgebung im Lucernasael restliche Prozental der Befömerben ridtet id egen gründete er gemeinsam mit dem Regiffeur Meier eigentlich die leberraschung des ganzen Turniers Singen in den Abendstunden, Rundfunk uft. Der hold das Studio" und war nach dem Jahre 1918 und ihr Team war in allen Spielen von einer selten statt, der überfüllt war. Die Versammlung nahm Unfug des zu baldigen Teppichklopfens nimmt be auch für die Oper tätig. Seine Memoiren hat Stas gefehenen Homogenität, die Zuſammenarbeit lieg vor allem einen Bericht über den Pariser Kon- sonders in den Neubauten innerhalb der Stadtmitte nislawskij unter dem Titel„ Mein Leben in der nichts zu wünschen übrig und das verhalf der Manns greß, der sich mit Spanien befaßt hatte, en: zu: er ist um so unangenehmer, als alle diese Neu- Kunſt" herausgegeben. schaft zur Erringung des geſtedienẞieles. Wie sich st gegen und stimmte den erstatteten Referaten mit bauten nur leine Höfe haben und zusammen mit den Lieben in der Liga halten wird, ist nicht des Pro stürmischem Beifall zu. benachbarten Häusern Schächte bilden, wo jeder Lärm phezeiens wert, doch kann nach den bisher gezeigten verstärkt wird. Der Hotelierverband will nun zu Leistungen festgestellt werden, daß er feine schlechtere fammen mit den städtischen Behörden für fofortige Figur abgeben wird als manch anderer sich noch in Abhilfe eintreten. der Liga befindlicher Klub. Um den zweiten Liga anwärter ist durch den Teplitzer Zwischenfall feine Entscheidung möglich geworden. Bohemians hatten Samstag den Maschauer NAC zum Gegner und schid. ten ihn mit 8: 1 nach Hause. Rings um die Moldau O, diese Hize! 44 Grad im Schatten. Alles ächst und zwängt sich doch in die überfüllten Straßen und Eisenbahnwagen. Nur die bedauernswerten Rugs führer und Schaffner, sie müssen durchhalten und be anügen sich mit einem sehnsüchtigen Blick auf die Ausiteigenden. Sein Bläschen frei an der Woldau. Familien samt Kind und allem Zubehör, die ältesten Großmütter und Großväter, alles lagert, rotacjichtig an den Ufern. Es war ein Andrang, ein Rekordausflugstag. Ein Reford auch im Verzehren von Gurten, Eis, fauren Ruderin. Sodawaſſer. Die Ver fäufer dieser viel begehrten Erfrischungsartikel schwigten zwar unheimlich, doch befriedigtes Lächeln zeugte, von ihren Reford- Einnahmen. Das wasserscheueste Baby strampelte vergnügt in Händen der Mutter, die es vorsichtig in das Wasser gleiten ließ. Und die Großmutter und der Großvater freischten nicht einmal, wenn ihnen der Lausbub ein Glasvoll unter das Hemd schüttete. Ja, immer verwandelt ein Elementar- Ereignis, und die Der Film Die tolle Jugend nach dem Ruhm Mehr Spritzwagen! Abkühlung in den Prager Straßen durch Wasserspriten ist für die geplagte Menschheit, die in diefer size in Prag leben muß. Zum schäßungsweise hundertsten Male wird hier notwendig. Die Prager Stadtverwaltung bemüht sich in einem Film aus Hollywood die Geschichte von dem auch, die heißen Pflastersteine durch Nässe zu fühlen. Aufstieg einer Sängerin erzählt, die in einem NachtVeider, so meint Právo Lidu", geſchicht dies zumeist lub fint und un cie lich bald die Operndirettoren nur in den Hauptstraßen, also den Verkehrsstraßen. reißen. Der Wiß soll diesmal darin bestehen, daß die weniger in den Seitengaffen und Gäßchen Prags, in Sängerin die unwahrscheinlichsten Bemühungen auf denen die tropische size noch unerträglicher iſt. Wo sich nimmt, um das Opern- Engagement zu erreichen: die Spriß- Autos nicht zureichen, sollten andere ge- fie feßt sich in den afrikanischen Urivald, wohin der eignete Mittel verwendet werden, um den Menschen Opernmäzen auf Raubtierjagd kommt, und dort läßt wenigstens etwas Erfrischung zu bieten. Auch wäre sich die Sängerin als Vogelmädchen" entdecken, eine nachträgliche Ergänzung des Vorrats von eine Entdedung, von welcher der närrische Mäzen beSprizivagen bestimmt für Zeiten höchsten Bedarfs geistert ist, während der Opernchef begreiflicherweise zweckmäßig: für Assanierungszwecke nach Fluggrößtes Mißtrauen gegen sie hat. Dafür entdeckt der angriffen. Opernchef die Dame aber im Nachtflub, wo sie Sicher ist auch die Site schuld, daß Frau G. D. heimlich weitersingt, so daß sie den Abstecher in den aus Bubentsch während eines Einlaufes ihr Täsch- rivald gar nicht nötig hätte, und da sie am Ende chen neben fich liegen ließ. Als sie zurüdeilte war um ihres Geliebten, des Jazz- Dirigenten, willen sotropiſche Size über Brag ist ein solches, die Menschen. das Täschchen nicht mehr zu finden. Es befanden aar auf das Opern- Engagement verzichtet, wäre fich darin 8000 Kč in Banknoten, diverse weisunüberhaupt nichts von alledem, was der Film zeigt. gen und Kleingeld. nötig gewesen. Die fomischen Situationen der Hand Opfer der Arbeit und des Verkehrs. Der Zugs- lung sind zu sehr an den Haaren herbeigezogen, um Da reicht ein einsamer Griesgram einer Nachführer N. Vrzal aus Prag fiel aus dem Personen- wirklich heiter zu sein, die Einführung eines dreifierbariner fennt sie nicht seine Thermos: Nur zug. der in den Smichover Bahnhof aus Klein- ten Löwen und dressierter Vögel in das Ensemble feite, es ist falter Tee, stillt den Durst aut!" Etwas Chuchle einfuhr. Vrzal wurde überfahren und ver- mag zivar eine Regieleistung fein, fördert aber den satirischen Einfall nicht, und so bleibt als Pofitivum weiter von den beiden etablierte sich ein Ehepaar schied an Ort und Stelle. älteren Jahrgangs.., Binde das nasse Tuch um den des Films( in dem sonst aute komische Chargen Naden, das sentt den Blutdruck!" ermahnt die Frau spieler mächtig übertreiben müſſen) nur der hübsche der Mann, der nach Atem ringt. Ueberhaupt, die Stoloratursopran der Lilly Pons, deren Vortrag von Vrager wissen sich zu helfen. Nasse Tücher um die Mignon" und..Lucia von Lammermoor"-Arien in Bulfe, Bidler an den Waden wenia Fleischmahrung. diesem Rahmen aus Urwald, Nachtklub und Menadas verschreiben sich die Hizegeplagten gegenseitig. aerie freilich einen besonderen Geschmad vorausjekt, Und haben recht! über den ein großer Teil des hiesigen Publikums glüdlicherweise nicht verfügt. Die gleiche Qual stimmt persönlicher und steigert das Gemeinschaftsgefühl. Draußen aber, in den Straßen von Prag tuten die Rettungswagen, schaffen die vom Sivichlag Betroffenen in ärztliche Pflege. Schwerer Dienst für die Krankenhäuser, für die Verkehrspolizei, für alle, die an diesem Sonntag ungeachtet der Glutwelle ihren Beruf ausüben müssen. Dann abends allgemeines Aufatmen, ein übles Lüftchen umet die Stadt, aus einem Autoradio meldet der Ansager, e werde sich etwas" abkühlen. Noch ein letzter Andrang zu den Zügen dann strahlt an Stelle der Sonne, mild der Mond über Prag. Troßdem verlangte der Tag seine Opfer. Sie ben: Higichläge, zwei Todesfälle. Nicht nur die Menfchen leiden, auch die Tiere. Erschöpfte Pferde müssen gelabt werden, der Wasenmeister hat schwere Arbeit. an einem einzigen Tag muß er dreißig Hundekadaver abholen. Die Stanarienvöglein in den Stäfigen lassen die Köpfchen hängen, Kagen verkriechen sich in die tiefiten Verstede. Die großen Bogenlampen sonst Anziehungspunkt der Nachtfalter und Motten fie werden nicht umschwärmt, frech nur summt die Fliege und freut sich der size, die sie gut verträgt. -Statistisch erfaßt waren am Sonntag unterwegs: 20.000 Personen, die mittels Dampfer an die Ufer der Moldau und Sazawa befördert wurden, ab Wilsonbahnhof reisten Samstag und Sonntag 55.000 Personen nach auswärts, von allen Prager Bahnhöfen zusammen waren es 400.000 Personen. Brag die Stadt des Lärmens. Der Lärm in den Prager Straßen bedroht nun auch ernsthaft ben Ruf der Stadt als Fremdenverkehrszentrum. Die Hotelierverbände richteten daher eine Rundfrage an ihre Mitglieder, um zu ermitteln, wogegen sich die Am Herzen Bei der Kreuzung Fochova und Grégrova stießen zwei Auto zusammen, das Personenauto des Beamten Čeněk Brzorad und die Autodroschte des Lad. Dörfl. Die in der Autodroschke befindlichen drei und die in dem Personenauto befindlichen zwei VerSonen erlitten Verlegungen leichteren Grads. Schmerzlicher als die Verwundung traf den einen Fahrgast der Verlust einer goldenen Uhr nebit Stette, die bei dem Unfall abhanden gekommen war. Beide Autos erlitten starte Beschädigungen." ..befreite" Urania- Kino -cisDie Befreiung" Desterreichs Wiedereröffnung Freitag mit der Operetten. auch die Angestelltenschaft des Desterreichischen Ver- premiere„ Wie einft im Mai" mit 30 ecften Dartehrsbüros auf dem Graben von ihrer Eristens. Das stellern. gesamte Personal wurde gekündigt, Nichtarier ein fad fristlosent laffen. Ein Wohnungseinbruch in Prag I. In der Nacht von Sonntag auf Montag wurde in die Wohnung der von Prag abwesenden Frau Anny Pereles. Národni tř., eingebrochen. Der Schaden konnte noch nicht festgestellt werden, das kann erst nach Rückkehr der Wohnungsinhaberin geschehen. Ausflugszüge. Die Staatsbahndirektion in Prag veranstaltet vom 13. bis 15. Auguſt eine Exkursion nach Schloß Týnec bei Klattau für 150 Kč, vom 13. bis 16. Auguit eine Erfurſion nach Kremnica für 298 Kč und vom 13. bis 21. August eine Erfuriion ins Erzgebirge für 598 Kč. Anmeldungen und Informationen im Referat der Ausfluaszüge im Basar neben dem Wilsonbahnhof. Tel. 383-85. Kunst und Wissen Stanislawski gestorben Sport- Spiel- Körperpflege Tschechoslowakei gegen Schweden 6: 2( 3: 0) Das Teplißer Spiel TFK- Bala hatte eine in. tereffante Vorgeschichte: Die Blätter wußten vor einigen Tagen zu berichten, daß der TFK- Mittelstür mer Schaffer in Unterhandlungen mit den Zlinern stünde und daß der Tse sich seine Liga- Unfähigkeit gerne durch eine entsprechende Ablöse für diejen Spieler abnehmen lassen würde. Diese bisher nicht bestätigte Nachricht mag das Ihre dazu beigetragen haben, daß am Sonntag in Tepliß eine Stimanung zu verzeichnen war, die für einen regulären Spiels verlauf nicht sehr zweckdienlich schien. Das Match begann denn auch mit einer Reihe verſtedter und offener Fouls, die der Polizei den Grund zum Einschreiten gab. War es bei den Zlinern Vršecky, fo bei dem TFK Wabata, die durch ihre harte Spielweise auffielen. Nach einem Zuſammenstoß Vršecky Schaffer schloß der Schiedsrichter den Teplißer aus. Schaffer ging nicht vom Play, es fam zu Straival len und die Polizei schritt erstmals ein. Statt Schaf fer verließ ein anderer Teplißer das Feld, wogegen die Bliner beim Schiedsrichter Protest einlegten, wel cher aber Schaffer weiterspielen ließ! Etwas später rennt Wabata mit einem Bliner zusammen und wird verletzt vom Plaze geschafft. Wie es heißt: ein Schienbeinbruch. Die Polizei schreitet neuerlich ein und verbietet die weitere Durchführung des Spies les. Nach dem Abbruch randalierten die Zuschauer weiter und die Polizei räumt den Platz und die nächste Umgebung... 8e Reb 18. En Ma F b Gbi ftöre troff fchul rern att Flot befa Sal bege fmer En Ita Mei Die idha Int дебе Sonstige Fußballergebnisse. Karlsbad: NFK gegen DSV Eger 1: 2( 0: 0). Brüg: Sports brüder gegen Reichenberger F 2: 4( 1: 0). Weipert: DS gegen DFK Bilin 2: 0( 1: 0). Schmiedeberg: DSV gegen VfB Teplik 6: 4 ( 4: 1). Bardubiß: Est gegen Explosia Semtin 2: 0( 2: 0). Trauten au: DSV gegen Sportbrüder Leitmerit 5: 2( 2: 1). Brünn: Židenice gegen Arsenal 3: 2( 1: 1). Proßniz: Se gegen Han. Slavia Kremfier 2: 1( 1: 1). M.= chönberg: SB Jägerndorf gegen SN 4: 2 ( 2: 1).- Kremniß: Vittoria Bizlov gegen S 4: 1( 4: 1). Breßburg: Če gegen VAS. Rapid 6: 2( 3: 0). I fiel an die Finnin Stalla. Im Zweier- Sanu der Männer fiel der Titel an die Tschechoslowaken Karlit- Brzát und den Kajal- gveier der Frauen ge wannen Pavlisová- Zvolánková( Tschechoslowakei). Die Weltmeisterschaften im Kanu- und Kajal. fahren, welche in Vagholm( Schweden) durchges führt wurden, fanden am Sonntag ihren Abschluß. In Stockholm fand am Sonntag die Begegnung Sechs Titel fielen an die Schweden, bier an Deutsch der Fußballverbände der Tschechoslowakei und Schweland, zwei an die Tschechoslowakei und einer an den statt. Das schwedische Team hat bekanntlich bei Finnland. Im Kajal- Einer wurde die Tschechosloden Heuer in Frankreich stattgefundenen Weltmeis wafin Pavlisová, die als Erste durch das Ziel ging, sterschaften feine schlechte Rolle gespielt und den vier wegen angeblichen Bahnkreuzens disqualifiziert. Der ten Platz besetzt, während die Tschechoslowakei in den Titel Endspielen nichts mitzureden hatte. Da bei den Tschechoslowaken seinerzeit das Fehlen eines Mittelstürmers ins Gewicht fiel, hatten sie diesmal in den ehemaligen Wiener Bican- der nun tschecho- Die leichtathletischen Frauen- Meisterschaften für slowakischer Staatsbürger ist den Spieler, der Böhmen fanden in B. Brod statt. Die sudeten durch seine Ruhe, Technik und Spielauffassung den deutschen Sportlerinnen glänzten durch Abwesenheit.. Sieg leichter machte. Bican schoß wiederum drei Die Sotolin Santarius( Prag) gewann die 100' Tore, Senecky zwei und eines war ein Eigentor der Meter( 13.9 Sek.), den Weitsprung( 5.18 Meter), Schweden. Es ist dies der größte Sieg der Tschecho- das Kugelstoßen( 10.88 Meter), den Hochsprung Stanislaw- flowafei über Schweden und die letzte Begegnung( 1.48 Meter) und den Speerwurf( 26.36 Meter). fand 1926 in Prag( 4: 2) statt. Das Spiel, welches 200 Meter: Weber( Einheitsverband) Prag 28.2 fair war und troß der großen Size auch Tempo Set.; 800 Meter: Weber 2: 37.5 Min.; Distus: hatte, brachte dem tschechoslowakischen Team einen Geist( Reivo Kuttenberg) 31.76 Meter: 80 Meter Verlesien. Bei einem Zusammenstoß fam der Vertei- Hürden: Mikes( B.- Budweis) 16.2 Sef. Die Ver diger Daučit zu Fall und fügte sich eine Handver- einsmeisterschaft fiel an den Einheitsverband mit 92 leßung zu. Enttäuscht war man von den Schweden, Bunften. Der russische Künstler Konstantin ſfi, einer der Gründer des Moskauer Kunsttheaters, starb in Moskau im Alter von 75 Jahren. Konstantin Sergiejewitsch Stanislawitii. der eigentlich St. S. Alefsew hieß, wurde im Jahre 1863 geboren. Er gehörte zu den bedeutendsten Persönlichkeiten des neuen russischen Theaters. Er zucht und ein wenig Industrie sind der Nährboden Als T. G. 2 Masaryk nach dem Weltkriege in, im Inhalte seines Museums eine historische Stadt, Südböhmens. Der Versuch, in Roudny Gold zu seine Heimat zurückkehrte, fuhr er über Tábor auch in den Herzen der Bevölkerung von Tábor gewinnen, wurde bald wieder aufgegeben, da die und er gebrauchte dort die Worte: Für uns ist sind die Grundgedanken der Hussitenbewegung des tschechischen Volkes falidje Ausbeute mur zwei Kilogramm betrug. Tábor ein Programm, und diesem Programme immer lebendig geblieben. Sie find neu belebt Inmitten dieser Landschaft liegt die schönste und bleiben wir treu." Was meinte er damit? worden durch die Ideale der politischen Demokras Es ist unbestritten, daß Prag das Herz un interessanteste südböhmische Stadt Tábor. Um Die Taboritenbewegung war im 15. Jahr- tie im tschechoslowakischen Staate. Es ist ein seres Staates ist. Es ist seine Hauptstadt, das jeßige Tábor kurz zu charakterisieren, genügt hunderte ein ernster Versuch, die höchsten Ideale wunderbares Erlebnis für jeden, der sich in aus der geistige und energetische Ströme in das es, drei Jahreszahlen aus der Geschichte herauszu- der damaligen Zeit zu verwirklichen. Tábor aufhält und Einfühlungsvermögen besist, Land pulsieren. Aus der Landeshauptstadt wurde greifen: im Jahre 1437 wurde Tábor zur Stadt Es war der Versuch), zu den ursprünglichen Idea- zu erkennen, wie sich eine geistige Brücke über in zwanzig Jahren die Hauptstadt des Staates, erhoben, 1918 zählte es 12.000 und im Jahre len des Christentums zurückzukehren, eine Neu- fünf Jahrhunderte spannt, deren Pfeiler auf den in raschem Tempo eine Stadt mit einer Million 1938 18.000 Einwohner. Tábor ist eine alte ordnung des menschlichen Lebens nach den Worten gleichen Fundamenten ruhen: auf den großen Einwohner, eine lebensvolle Stadt, ein Spiegel- Stadt mit großer geschichtlicher Tradition. Tábor der Heiligen Schrift zu schaffen:„ Allesamt sind jittlichen Kräften der Idee der Demokratic, die bild der Entwicklung des Staates, ein europäischer ist auch eine moderne Stadt. Eine Besichtigung Brüder, und Herren gibt es nicht und feiner ist an jeden Einzelnen die Forderung der Selbsts Mittelpunkt. der inneren Stadt Tábors gleicht einem Spazier- dem anderen untertan." Vor mehr als 500 Jah- reform stellt, um an der Reform der Gesellschaft Wer aber sein Ohr an das Herz des tschechi- gange durch das 16. Jahrhundert, und eine Wan- ren wurde versucht, nach den Grundsäßen und mitarbeiten zu können. Der Mensch steht im schen Volkes legen will, der muß Südböhmen derung durch das neue Tábor mit seinen moder- Idealen der Demokratie zu leben, das König- Mittelpunkte des Lebens. aufsuchen, die kleinen Dörfer und Städtchen im nen Wohnvierteln, vielen Mittelschulen, neuen reich Gottes auf Erden zu schaffen". Verpönt war Wir Deutschen haben ja vielfach falsche VorBöhmisch- Mährischen Hügellande, an den füd- Kasernen und Aemtern ist ein Erleben der Ent- jegliche Pracht und jeder Lurus im Privatleben stellungen vom Inhalte der Hussitenbewegung, böhmischen Teichen und an den Ausläufern des wicklung des tschechischen Volkes in den letzten und im Gottesdienste. Das Latein wurde durch die die uns durch die Schulen der alten Monarchie Böhmerwaldes. Dort sind sie zuhause: der fleißige zwanzig Jahren. Vielleicht interessiert die Fest- tschechische Sprache ersetzt. Die Bibel wurde zur vermittelt wurde. Wir haben uns leider auch bis und sparsame tschechische Bauer, der Kunsthand- stellung, daß ein Drittel der Soldaten in Tábor Grundlage des religiösen und sittlichen Lebens. jeßt noch viel zu wenig ſelbſt damit beschäftigt. werker, und der in der südböhmischen Geschichte deutscher Nationalität sind, die in vollstem Ein- Wie ernst die Taboriten dies nahmen, ist aus Der größte Mangel des gegenseitigen Verstehenwurzelnde Bürger. Sorgfältig gepflegte Felder, vernehmen mit der Bevölkerung leben. Sie wer- einer Erklärung des päpstlichen Legaten Aeneas lernens aber liegt darin, daß wir fast keine direks tleine bewaldete Hügel und eingebettet dazwischen den beim Einrüden in die Stadt in deutscher Sylvius zu entnehmen, daß in Tábor jedes Weib ten Beziehungen zur tschechischen ländlichen BeTeiche mit alter Karpfenzucht, das ist die Land- Sprache begrüßt und willkommen geheißen. Der im Alten und Neuen Testamente beffer Bescheid völkerung haben. In der Hauptstadt, in den Zenschaft. Und wer die Autostraßen verläßt, der fin- Stadtbildungsausschuß von Tábor veranstaltet wisse als ein welscher Priester. Es erfolgte eine tren der Industrie und des Handels treffen sich det Bauernstädtchen und Kleinbauerndörfer mit für diese Soldaten kostenlose Sprachkurse, die gewaltige Reformierung des persönlichen und Induſtrielle, Geschäftsleute, Beamte der beiden langen Reihen niedriger Häuser. Diese Häuser außerordentlich stark besucht werden. Das töffentlichen Lebens. Jemand zu einer Sünde zu Völker zu geschäftiger internationaler Arbeit. Die find eng aneinander gerückt und halten sich mit Tábor, dem zu Anfang des 15. Jahrhunderts verleiten wurde mit den schwersten Strafen Völker aber müßten einander besuchen und gemeinsamen Mauern fest umschlungen. Große Jan Hus den ideellen Gehalt und Jan Bizta bie belegt. dort miteinander Fühlung nehmen, wo ihre Hers Startoffelfelder, intensive Landwirtschaft, Fisch- Gestaltung und Verwaltung der Stadt gab. Tábor ist nicht nur in seinen Bautverken und zen schlagen. R. St. Bezugsbedingungen: Bei Rustellung ins aus oder bei Beaua durch die Poft monatlich Ke 17.- vierteljährig Kč 51.- halbjährig Kč 102. ganzjährig Kč 204.- Inserate werden la'n Tarif billigst berechnet. Rüditellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarten. Die Beitungsfrantatur wurde von der Post- u. Telegrabbenbirektion mit Erlak Nr. 18.800/ VII/ 1930 bewilligt( Kontrollvostamt Praha 25.- Druderei:„ Orbia". Drud. Berlaass u. Beitunas-.- 6. Saa. -feit nad ital ist, Bei ital Org Ber ein St den fom den die Stö fa ei be fi N до di d ai to