gestralorgan der Deutsche» sozialdemokratischen ArLeiterpartLi t» der Tschechoslowakischen Republik Erscheint Mit des«s«ts, tL-ttch frStz 7 OiM-elPrets 7» Heller Redaktion u. Verwaltung: PragXII.,Fochova62-Telephon 53077-Herausgeber: Siegfried Taub-Verantwortlicher Redakteur: Karl Ker«, Prag Aus dem Inhalts Grenzgänger erzählen Französische Anerkennung für die sudetendautschen Sozialdemokraten Besprechung Dr. Benei-Runclman 18. Jahrgang Donnerstag, 11. August 1938 Nr. 187 »• PUIIUU' lsl MH Q 1U tid CU H nu»«pUlUJMUU flUVMU.- UUC V7U|UUIL«V IIS fUUH Vfcll gelehrt. Man glaubt, datz er Donnerrtag mit l scheu Brauereitst den Boykott$u erklären. Angriffe auf die von Sowjettruppen besetzte An« höhe von Zaozernaja(Tschankufeng). Die japanischen Truppen wurden zurückgeschlagen und erlitten große Verluste. Die Sowjettruppen haben Stellungen längs der ganzen Grenzlinie inne, mit Ausnahme der Besymjanaja-Anhöhe, wo die japanischen Truppen einen Ausläufer von etwa 200 Metern auf Sowjetgebiet besetzt haben, während die Sowjettruppen einen Ausläufer von etwa 800 Metern auf dem Gebiete der Mandschurei beseht halten. Im ganzen Abschnitte wird das l Artilleriefeuer sortgeseht. London. Reuter» Berliner Korrespondent bezeichnet die dienstägige Borsprache Togo» bei Ribbentrop al» den ersten Prüfstein der Stärke dr» Antikomintern-Pakte». E» habe den. Anschein, meint er, al» wäre sür Japan der Ratzen Deutschland» al» Verbündeter sehr begrenzt. Die deutsch« Hilfe würde vornuSstchtlich nur in der Belieferung mit Waffen und Munition bestehen, man glaube nicht, daß Deutschland die Ostserküst» gegen di« Sowjetunion blockieren würde. Die deutsche Press« habe sich über die Unterredung Togo.Ribbentrop auSgrschwIegen. Der römische Renter-Korrespon- drnt meldet, daß die italienische Haltung gegenüber den kürzlichen Ereignissen im Fernen Osten äußerst zurückhaltend sei. Offizielle Kreise äußern die Hoffnung auf Beilegung dr» Konflikte». Der Ton der italienischen Presse sei antirussisch, wa» nicht zu verwundern sei bei einem Staat, der Mit- Macdonald zurilckgekehrt London.(Reuter.) Kolonialminister Mac« donald ist im Flugzeug aus Palästina zurück« Polnische Boykottbewegung gegen Deutschland. . Warschau. In einer Sitzung de» Verbände» der Gastwirte der Posener Wojwodschast wurde auf Antrag des Berbandsvorsitzenden der Beschluß gefaßt, die deutschen Brauereien in Polen zu boykottieren. In Verbindung damit wurden alle Gastwirte in Polen aufgefoüiert, den deut« l* Wie die Frontlinie am gestrigen Tag verlief, geht au» dem nachstehenden Bericht hervor: MoSkau.(Taß.) Der Stab der ersten »Küstenarmee" meldet: Am S. August unternahmen japanische Truppen neuerlich zahlreiche Japanischer Kriegsrat Tokio. Einer„Domei"-Meldung zufolge berichtete Mittwoch um 10 Uhr vormittags in einer eiligst einberufenen Sitzung KriegSminifter 2ta- gaki vor den Mitgliedern des KriegSrate» über die letzten Entwicklungen im China-Konflikt und Tschangkufeng-Zwischenfall. Ferner erstattete der KriegSminifter Bericht vor 24 Generalen. Unter diesen befand sich der Oberbefehlshaber der Kwan« tung-Armee General Hishikari und General Ka« wat, Mitglied de» Geheime« DtaatSrqteS. Der Rat der nationalen Mobilisierung ist zusammengetreten. E» wurde beschlossen, zwei Artikel des nationalen MobilifationSgesetze» sofort in Kraft zu setzen, die den Einsatz der Mediziner und eine Beschränkung der Anzahl besonder» in technischen und montanistischen Hochschulen beschäftigten Akademikern im Interesse der Mobilisierung bestimmen. Aber die Brücken nicht abgebrochen London. Der Sprecher der japanischen Außenministeriums behauptet, daß Japan bereit sei, den Plan zur Bildung einer gemischten Kommission anzunehmen, die mit der Beilegung des Zwischenfalles von Tschangkufeng betraut werden soll und in der zwei Russen, ein Japaner und ein Vertreter des Staates Mandschukuo vertreten sein sollen. Ebro-Offensive stört deutschen Kriegsplan Der Chef der Informationsabteilung des Siebes einer der an der Gandesafront operieren« den republikanischen Brigaden hat, wie die»Basier Aaiionalzeitung" berichtet, die vollständigen Pläne der Aufständischen für einen Ebro-Uebergang von ibrcr Seite aus gefunden, dem aber die Republi« !aner zuvorgekommen sind. Danach planten die Aufständischen den Ebro an vier Stellen zu überschreiten und an diesen Punkten Brücken zu errichten. Die Pläne sind mit einer peinlichen Gründlichleit und unter Berücksichtigung aller möglichen kwtretenden Kombinationen ausgeführt, wie sie spanische Osfiziere nicht anfertigen. Bereits im voraus sind die möglichen Verteidigungsstellungen der Republikaner eingezcichnet und die Stellungen, die die Rebellen einzunehmen haben, und zwar nicht etwa bataillonsweise, sondern feder kleinsten Kampfgruppe ist di« Aktion bereits vorher dorgeschrieben. Man hat Gründe zu der Annahme, daß diese Pläne unter der Leitung dr» deutschen ReichS- «ehroffizier» Oberst von Osten angefertigt wurden, der nach der Fertigstellung der Befestigung»- linie Deutsch-Krohn« bi» LandSberg gegen di« polnische Grenze, di« unter seiner Leitung errichtet wurde, nach Spanien versetzt wurde. Man er- sährt weiterhin, datz neben den besten italienischen Strategen wie den Generälen Manzini, Bergon- z«li und dem bekannten Taktiflrhrer Oberstleutnant Pineinatti auch der deutsche RelchSwrhrgene- ral Bogt in Spanien tätig ist. Die Anwesenheit einer der obersten Reichs« wehtgeneräle, de» General» von Keiteil, im ssrühf«chr in Spanien soll keineswegs privaten Charakter getragen haben; vielmehr soll General von Keitel die Durchbruchsoffensive in Aragon entworfen und geleitet haben. Bekanntlich ge« hört von Keitel zu den Verfechtern der sogenannten Blitzoffensiven, deren Aussichten er in der Praxis ausprobieren wollte. glied dr» Antikomintern-Pakte» ist. Ob Italien seiner moralischen Unterstützung in einem even- tuellen russisch-japanischen Krieg versichert habe, sei nicht sestzusteüen. »Daily Telegraph" meldet, der japanische Botschafter in Berlin Toga, der Ribbentrop in seinem Landhause in Freienwalde ausgesucht und über die vorauSchtliche Haltung dr» Reiche» im Krieg»falle gefragt habe, soll nur der deutschen Sympathie versichert worden sein, ater Ribbentrop soll ihm erklärt haben, Deutschland Hoss« auf eine Lösung und Beilegung dr» Konflikte». In privaten Gesprächen werde deutscherseits erklärt, der Antikomintern.Pakt habe hauptsächlich kulturellen Charakter und sei(anscheinend abweichend von der japanischen Ansicht) nicht al» militärische» Instrument gedacht. Rückzug der Japaner - Waffenstillstand? Knapp vor Blattschluß gab da» Tsch. P--B. die nachstehende Meldung del DNB. wieder, die jedoch nachts noch von keiner anderen SeUe bestätigt war: Der japanische Botschafter Schigetsu hatte Mittwoch abend» wieder«ine dreistündige Unterredung mit dem Autzenkommissär Litwinow. Hm Verlauf« de» Verhandlung Wurp« folgende» Abkomme« getroffen:'Am 11. August, um IS Uhr mittag»(örtlicher Zeit) sollen die Feindseligkeiten auf beiden Seite» eingestellt werd«». Di« japanisch«« Trupp«« werden daraufhin«m einen Kilometer au» den Stellungen z u rückst e h« n, die sie um Mitternacht vom 10. auf den 11. August eingenommen haben. Daraufhin sollen bevollmächtigte Militärpersonen beider Seiten zusammrntrrlen, um an Ort und Stelle dir wettere« Bedingungen kür die Beilegung dr» Grenzstreitk» feftzusetzen. Die Chinesen Im Angriff Hankau. Chinesische Meldungen von der Kiukiang-Front besagen, dass die Chinesen die Dienstag von den Japanern eroberten Gebiete in einem Gegenangriff zeitweilig zurückerobert haben. Gröhere japanische Operationen sind durch neue Deichbrüche am Jangtse verhindert worden. Die Japaner haben deshalb im Raume von Kiu« kiang ihre Offensive nach mehrstündiger Artillerie-Vorbereitung, durch welche die chinesischen Stellungen vollkommen zerschossen worden seien, nach Westen eingesetzt. Zwei chinesische Kompagnien sollen laut japanischen Meldungen restlos ansgerieben worden sein. Mittags haben dann die Chinesen mit Hilfe modern ausgerüsteter Verstärkungen zu einem Gegenangriff angesetzt, wobei es ihnen gelang, den größten Teil des verlo- rmgcgangenen Gebietes wieder zurückzugewinnen. 700 Opfer japanischer Bomben Konto». Nach einer amtlichen Meldung wurden bei den Flugangrifsen auf Kanton in den letzten zwei Tagen 206 Personen getötet und 400 verwundet. Insgesamt wurden 840 Häuser zerswrt. Ole Bedeutung des Ebro-Sleges In einer Polemik mit dem französischen Obersten Duval, der die Ebro-Offensive als ein bloße» Ablenkungsmanöver der Regierungstruppen bezeichnet hatte, schreibt die.Basler Nationalzeitung" an leitender Stelle u. a.: »Selbstverständlich war die Ebro-Offensive der Regierung«in»Ablenkungsmanöver", oder besser gesagt eine strategische Entlastungsoffensive. Selbstverständlich ist eS ein Kampf um Zeitgewinn. Dies als einen halben Tadel auszusprechen, ist vollkommen verkehrt. Tenn au»»Ablenkungen" de» Gegner» vom Platz der Entscheidung besteht ein Großteil dessen, was Strategie bedeutet. ES !var der Regierung darum zu tun, die gefährliche Offensive auf Valencia abzustoppen, und das konnte sie nur dadurch tun, daß sie Franco ztvang, an anderer Stelle die Truppen einzusetzen, die sonst gegen Valencia eingesetzt worden wären und dazu noch Truppen von der Balenciafront wegzuziehen. Diese Absicht ist vollkommen gelungen, lind der Zeitgewinn, dec ebenfalls erreicht wurde, ist zu doppeltem Zweck notwendig, einmal um die lokalen VerteidigungSvorbereitungen Valencias möglichst zu' vollenden und dann um den Krieg noch In den nächsten Winter zu ziehen, wo Ent, scheidungen für Franco schlverer zu erreichen sind und wo vor allem— nicht eine ausländische .Komplikation"— sondern eine weitere Abkehr der Hinterlandes Francos von den unter seiner Leitung herrschenden Methoden der Rekrutierung und Verwaltung auf der Regierungsseite erhofft werden." dem Ministerpräsidenten Chamberlain zusammenkommen wird. Acht Bewaffnete drangen Mittwoch in NabluS in die dortige BraclaySbank ein und feuertest sofort auf die Beamten. Es entstand eine Panik, die e» den Eindringlingen ermöglicht«, 6000 Pfund zu erbeuten. Die Bankbeamte» und das Publikum wurden mit vorgehaltenen Gewehren in Schach gehalten. Die Eindringlinge entkamen mit ihrer Beut« in einem bereitstehenden Kraftwagen. In Palästina kam eS Mittwoch nachmittags zu weiteren Zusammenstößen zwischen Soldaten und bewaffneten Banden. Bei der Ortschaft Ramath Hakowesch ist eine Militärabteilung mit einer Bande von ungefähr 100 Mann zusam« nicngestoßcn. Bei dem Zusammenstoß wurden einige Aufrührer getötet und viel« von ihnen auch berletzti An der Grenze zwischen Jaffe und Tel Aviv kommt e» ständig zu Zwischenfällen. ! Deutsch-katholisches Schisma War der deutsche Nationalismus früherer Zeiten, die alldeutsche Bewegung z. B., auch nicht ganz so verstiegen wie der Nationalsozialismus, so finden sich doch schon asie Keime des heutigen Nationalsozialismus» dessen, wa» mit viel Lärnr und wenig Geist als»nationalsozialistische Welt« anschauung" verkündet wird, im ehemaligen All« deutschtum und besonder» im österreichischen Alldeutschtum, dessen Führer Schönerer ja Hitler» Lehrer war. Auch die Feindschaft gegen den Katholizismus al» einer.deutschfeindlichen", weil inter« nationalen Kirche gehörte schon zum ehernen Bestand des AlldrutschtumS. Wer ein wenig vertraut ist mit der deutschnationalen Polittk der Vorkriegszeit, erinnert sich noch der von Schönerer inszenierten Los von Rom-Bewegung, die zwar keine besonderen Ausmaße annahm, immerhin aber in den sudetendeutschen Gebieten etliche tausend Kirchenaustritte erzielte. Seit dem Machtantrttte des Nationalsozialismus in Deutschland ist die Feindschaft diese» erneuerten, dieses fanatischeren und konsequenteren AlldeutschtumS gegen den Katholizismus für die Kirche zu einer ernsten Gefahr geworden. Die Kirche suchte zunächst die Gefahr abzuschwächen durch Anpassung, auch durch den Abfchluß de» Konkordat». Trotz jahrelanger Erfahrung mit dem italienischen Faschismus kannte sie doch den Faschismus noch immer nicht— sonst hätte sie nicht auf Verträge mit ihm gebaut. Noch immer war ihr da» Wesen de» Faschismus fremd. Er will sein, wa» di« Kirche auf religiösem Gebiete sein will, aber er will«» in noch ganz anderem Maße sein: totalitär. Da er selber als»Weltanschauung" auftritt, und al» eine Weltanschauung des Zwanges, die den Menschen von der Wiege bi» zum Grabe ganz erfassen will, in seinem Denken und Tun— wie könnte er eine andere Weltanschauung neben sich dulden? Und muß nicht einem so fanatischen Nationalismus, der alle» Uebernationale ablehnt, dem die Nation zu etwas Göttlichem geworden ist, eine übernationale Religion zutiefst zuwider sein, muß er nicht eine internationale Kirche, wie eS die römisch-katholische ist, grundsätzlich ablebnen? Die Katholiken haben im Dritten Reich mancherlei BöseS erlebt: die Ansiöfung der meisten katholischen Organisationen, die Devisenprozesse und die Sittlichkeitsprozesse, die Verfolgung nicht weniger Priester, die fast völlige Verdrängung deS Religionsunterrichtes. Manche der höheren Priester glaubten weiteres Unheil abwenden zu können durch völlige Unterwerfung. Sie ging am weitesten beim Wiener Kardinal Jnnitzer. Diese Unterwerfiing, JnnitzerS»Heil Hitler", bat österreichische Klöster und die katholischen Schulen nicht vor der Schließung, die katholischen Politiker nicht vor dem Konzentrationslager bewahrt. Jnnitzer aber, dem der Papst deutlich seine Mißbilligung gezeigt hat, hat sich— dafür sprechen manche Anzeichen— dem Papste nicht in kirchlichem Gehorsam unterworfen, sondern fühlte sich in seiner Eitesieit gekränkt und da er ein weicher, widerstandsfähiger Mann ist, der Papst weit und Hitler nahe, liegt ihm mehr an des»Führers" Gunst als an der deS Papstes. Ewer, der diplomatische Korrespondent deS»Daily Gerald", schreibt in seinem Blatte, daß Hitler dieTren- nun g deS deutschen Katholizismus v o n R o m, die Schaffung einer deutschen katholischen Kirche erwäge, und er behauptet, daß Jnnitzer dem»Führer" diesen Rat gegeben habe. Der Augenblick für das Schisma sei nahe. Wir wissen nicht, ob alle Einzelheiten de» Berichtes Ewer» stimmen. Jnnitzer halten wir eines solchen Unternehmens für durchaus fähig, und auch das ist wahrscheinlich, daß Hitler, dessen »weltanschaulicher" Berater Rosenberg ist, der Prediger deS nordischen Mythos, eine Loslösung der deutschen Katholiken von Rom gern sähe. Im Vatikan ist man in schwerer Sorge, man siebt die Kirche in beiden faschistischen Staaten vor arge» Gefahren. Wir wissen von einem Briefe de» Direktors der Anima— der deutschen Abteilung der päpstlichen Universität—, der Bischofs H n- dal, an«inen als schroff antinazistisch bekannten deutschen Bischof, in dem über schwere Differenzen zwischen dem Vatikan und dem Grafen Ciano berichtet wird, der dem päpstlichen Nuntius beim Quirinal heftige Vorwürfe wegen der— nach Ciano» Behauptung von italienischen katholikchen Kreisen unterstützten— antifaschistischen Agita« tion französischer und emigrierter italienisches englischer Protest bei Franco London.(Reuter.) Die britische Regierung bat an die Franco-Behörden einen Protest wegen ter beiden Angriffe auf da» britische Schiff»Lake Liigano" gerichtet. In der Protestnote wird er« ilärt, daß die Angriffe absichtlich erfolgt seien und daß die britische Regierung sich das Recht Vorbehalte, Schadenersatz zu fordern. G Eine bewaffnete Schaluppe der Aufständi- lchen hielt, wie au» Gibraltar gemeldet wird, den' britischen Dampfer„Llandaff Castle" an. Eine Viertelstunde später tauchte der holländische Kreuzer»Johann Maurits van Nassau" auf, d-.r zugunsten des britischen Dampfers cinschritt, so daß dieser seine. Reise nach Gibraltar fortsetzen konnte, i.:...> Japan bleibt allein Deutschland und Italien liehen sich surück Seite 2 Donnerstag, 11. August 1938 Mr. 187 Katholiken machte. Aber diese Vorwürfe sind ja " Daily Herald" ats Sozialismus wie dem Christentum eigen sind. empfohlenen Vorräte anzulegen oder nicht. Das nur eine Begleiterscheinung des Konfliktes zwischen wahrscheinlich bezeichneten Schisma kommt oder Also muß er die Kirche weiß es heute schon, Ministerium des Innern beabsichtigt nicht, Vatikan und Faschismus, der der Verkündung des nicht der Eristenglampf wider den Nationalso nur die fudetendeutschen Gleichgeschalteten, die ihr irgendeinen Zwang in dieser Beziehung aug italienischen Rassismus folgen mußte. Jedenfalls zialismus wird der Kirche feinesfalls erspart blei latholisches Hera" in die Nazipartei mitbrachten, zuüben.( DNB.) hat sich Bischof Hudals in dem Briefe an einen ben. Der Nationalsozialismus duldet feine gei- wollen es noch nicht wiffen schließlich genau so Deutsches Rotbuch" gegen die Tschechosle. deutschen Freund ausgesprochene Befürchtung, daß ſtige, keine weltanschauliche Selbständigkeit. Er wie gegen den Sozialismus den Vernichtungs- wakei? Die Berliner Antikomminternzentrale gibt auch in Italien ein heftiger Kampf gegen den duldet vor allem nicht jene Humanität, die dem tampf auch gegen die katholische Kirche führen. in den nächsten Tagen ein Rotbuch" über die Katholizismus zu erivarten sei, bewahrheitet. Verhältnisse in der Tschechoslowaket und den Einfluß des Bolschewismus auf die Republik heraus, Autor des Buches ist der Redakteur des ,, Dresdner Anzeiger", Karl Biek, ein Sudetendeutscher aus der Freiwaldauer Gegend.( DND.) Der Papst, den die bitteren Erfahrungen mit Kardinal Innißer schwer bedrücken, hat die Absicht, sich mit einem anderen österreichischen Bischof über die österreichischen Verhältnisse zu besprechen. In vatikanischen Kreisen dentt man sehr fleptisch über das Ergebnis einer solchen Bespre chung; man ist über das gesamte österreichische Epiſtopat enttäuscht. Darüber, daß es zu einem schweren Kampf zwischen Kirche und Nationalios zialismus kommen werde, gibt man sich auch in vatikanischen Kreisen kaum noch Zweifeln hin. Auch die Er kommunikation ziveier füh render, dem Namen nach noch katholischer Natio nalsozialisten, die von einigen einflußreichen Kardinälen für unerläßlich gehalten wird, wurde bereits erwogen. Hudal meint, es sei aller Wahrscheinlichkeit nach mit einer Entschließung des Papstes zu rechnen, die die größten Opfer von Epistopat und Klerus fordern werde. Dem Vatikan ist also die jüngste antikirchliche Entwicklung im Dritten Reich, von der Eier im " Daily Herald" spricht, nicht unbekannt geblieben. und es scheint, daß er sich bereits auf den der Kirche drohenden Schlag vorbereitet. Lord Runciman beim Präsidenten Prag. Das Sekretariat der Mission Lord Runcimans hat Mittwoch folgenden Bericht aus gegeben: Lord Runciman wurde heute vormittags vom Präsidenten der Republik Dr. Eduard Benes empfangen, um mit ihm den Fortgang der weis teren Arbeiten zu besprechen. Der Vorfißende der Regierung Dr. Milan Hodža hat Lord Runciman und Herrn Beto zu einem intimen Abendessen eingeladen. Die gestrigen Verhandlungen Brag. Mittwoch nachmittags fand eine Sits zung des politischen Ministerausschusses statt, welche die Grundsäße und die Richtlinien für den oppositionellen politischen Parteien, insbesondere Fortgang der weiteren Verhandlungen mit den Fragen der Nationalitätenpolitik bildeten auch mit der ſudetendeutschen Partei genehmigte. Neben Budgetarbeiten den Gegenstand der Verhandlun gen der heutigen Sigung des Ausschusses der poliHischen Minister. Eine Rauferel in Sirb Prag.( Amtlich.) Aehnlich wie der bebau ernswerte Vorfall in Höhal in der Gegend von Schüttenhofen wird von einer ausländischen Propaganda ein der Sonntag ebenfalls mit Gemeinde Girb aus geniet, zwischen Deutschen in der einer Rauferei endete, bei welcher ein Teilnehmer verletzt wurde. Dafür, wie dieser Streit und die Rauferei in Wirklichkeit entstanden ist, und dafür daß an ihr nicht ein einziger Tscheche beteiligt war, liefert das Ergebnis der amtlichen Untersuchung den besten Betveis. Die Auslandsbomber Francos London.( Ag. Esp.)" The Times" erhalten aus Hendaye folgenden Bericht:„ Italienische und deutsche Flieger bombardieren die spanische Küste, nachdem sie auf Mallorca Halt gemacht haben und Fliegen dann nach Italien zurüd, nachdem sie abermals auf Mallorca gerastet haben. In In der Gemeinde Sirb befindet sich ein Gast- Francospanien und auf Mallorca beſtehen wohl. haus des Andreas Cubera. Sonntag, den 7. August, eingerichtete Flugpläge, wo die Maschinen von trat aus diesem Gasthaus der 18jährige Maurerlehr deutschen und italienischen Ingenieuren und Tech, ting deutscher Nationalität Franz Keiser mit einem nifern überholt werden. Alle zwei bis drei Mo. Bierglas in der Sand heraus. Vor dem Gasthause nate kehren die Flugzeuge in ihr Heimatland zu. Partei Johann Nüba und Anton Wiesner zusammen. für die gleiche Zeit ersetzt zu werden.- Die traf er mit den Mitgliedern der Sudetendeutschen rück, um repariert oder durch andere Flugzeuge feindet. Im Augenblicke des Zusammentreffens Lam Flugzeugen datiert schon vom Kriegsbeginn. Nach mit beiden ist keiser schon seit längerer Zeit ver- Ueberlegenheit der Rebellen an Artillerie und Wortivechsel, bei dem Müba den Keiser derart mit der 3 wischen Reifer, Rüba und Wiesner zu einem Ewer spricht nur von Erwägungen Hitlers, noch nicht von einem Entschluß. Aber es wäre Faust ins Gesicht schlug, daß er ihm die Lippen zerNach den von der Regierung genehmigten schlug. Keiser lehrte in das Gasthaus zurüd, um seifalsch, anzunehmen, daß der Zuwachs von rund Richtlinien wurden die Verhandlungen des Fi- nen 21jährigen Bruder Josef zu holen, mit dem er sechs Millionen österreichischer Katholiken die Bonanzministers mit den einzelnen Ressorts über wieder herausfam. Zwischen den beiden Brüdern Keiſition des gesamtdeutschen Katholizismus stärkte. ihre Teilbudgets aufgenommen. Die Aussprache fer einerseits und den Genannten Rüba und Wiesner Wirklich gläubig ist ja doch nur ein Teil dieſer im Finanzministerium war dem Voranschlag des anderseits kam es zu einem neuen Streite, zu dem Millionen, der Großteil ist nur noch dem Namen Ministerratspräsidiums gewidmet, dessen Beamte nach latholisch. Nichts hat dem Satholizismus in an der Aussprache teilnahmen. Der Finanzmini- Johann gesellte, der sofort nach Hause um den Vater sich der jüngste der Brüder Meiser, der 16jährige Oesterreich mehr geschadet als der Versuch einer ster wird über den Staatsvoranschlag nach und lief. Nüba und Wiesner verließen bann die beiden katholisch verhüllten Diktatur, und wie sehr in nach mit dem Innenministerium, dem Ministerium gewissen Kreiſen der von den neuen nazistischen für Schulwesen und Volkskultur, mit dem Eisen- Brüder Keiser, mit denen sie gestritten hatten. Unter Herren des Landes propagierte Antifatholizismus bahnministerium, dem Unifizierungsministerium, wegs begegneten fie dem Vater der Brüder Keisers, Anklang findet, zeigt die erstaunlich hohe Zahl der dem Ministerium für Handel, Industrie und Ge- Johann Keiser, in Begleitung seines 16jährigen jüngKirchenaustritte. Trotzdem aber ist der Katholizis- werbe und mit dem Ministerium für öffentliches ften Sohnes. Es entstand ein neuer Streit, in dem mus noch immer start genug, ja gerade trop In- Gesundheitswesen verhandeln. Nach der Durchbe- sich auch die beiden älteren Brüder Keisers, Frans niger und infolge Innizers Gleichschaltung in beratung der Voranschläge dieser Ressorts werden und Josef, einmischten, die inzwischen vom Gasthaus ſtimmten feit altersher gläubigen Schichten jetzt Verhandlungen über die Voranschläge der übrigen herbeigelaufen waren. Müba versette im Streite dem besonders stark, als daß nicht die nazistischen Ministerien folgen. Sobald diese Verhandlungen Keiser ein Messer und stach Wiesner in den Rüden. Josef Keiser eine Ohrfeige. Daraufhin zog Josef Machthaber darin eine gewisse Gefahr sähen. Die abgeschlossen sein werden, wird ihr Ergebnis dem fer Gefahr glaubt man wahrscheinlich durch die Ministerrat vorgelegt werden, welche die Redak- Bei der Rauferei wurde auch Johann Rüba verlegt, Gründung einer deutsch- katholischen Kirche begeg- tion des Budgets genehmigen und über alle Fras der behauptet, von Josef Keifer mit einem Bierglas über die Teilvoranschläge der einzelnen Ministe- lekung sei bei dem Fall geschehen. Josef Keiser wurde gen entscheiden wird, die bei den Verhandlungen geschlagen worden zu sein, während Josef Keiser er flärt, er habe Rüba nur umgestoßen und die Verrien offen bleiben sollten. sofort verhaftet und von der Gendarmerie in die Saft des Kreisgerichtes in Pilsen eingeliefert. Wiesner wurde nach der Behandlung im Krankenhause bereits in häusliche Pflege entlassen. nen zu können. Eine deutsch- katholische Kirche ist natürlich ein Unding. Eine nationale Kirche ist nicht mehr „ fatholisch"- allumfaffen. Die wirklichen Katholiken würden durch eine solche Kirchengründung, der man die Gläubigen" mit Gewalt zur treiben würde, in schlimmste Gefahren gedrängt. Das könnte zu einer inneren Erstarkung des noch verbleibenden Restes des Katholizismus führen, aber zweifellos würden unzählige, um Verfolgungen zu entgehen, gehorsam der neuen amtlich begünstigten Stirche beitreten. Die Stirche würde zahTenmäßig geschwächt. Aber das Ansehen des Drit ten Reiches erlitte durch diesen Kampf gegen die Kirche gerade in jenen Ländern, in denen religiöse Toleranz eine Selbstverständlichkeit ist, einen neuen schweren Schlag. Wird man das ristieren? Es gibt gewisse Naziführer, die eine solche neue moralische Selbstschädigung vermeiden wollen. Andere freilich sind fast stolz darauf, daß man sich in der ganzen zivilisierten Welt, zu der sie ja Tängst alle geistigen Brücken abgebrochen haben, über das Dritte Reich entrüstet. Zwischen 42 Mann und Kind Roman von Lili Körber Polnischer Segelflieger In Mähren gelandet Prag. Auf einem Felde bei Karlin in der Nähe von Kyjov in Südmähren ist ein polnisches motorlofes Flugzeug mit der Immatrikulationsmarke SG III- BIS gelandet. Der Pilot erjuchte im Wege des polnischen Konsulates in Mähr.- Ostrau, ihn mit dem Flugzeug nach Brünn zu bringen und einem polnischen Motorflugzeug den Flug nach Brünn zu gestatten, um das Flug zeug abzuschleppen. Die zuständigen tschechoslowa tischen Behörden haben diesem Ansuchen noch Mittwoch entsprochen. Der Präsident der Mepublit empfing Mitte ivoch den Prager Erzbischof Kardinal Dr. Karl Kašpar und sodann Lord Walter Runciman. pelt so große Rechnung zahlen mußte.) Und Emilie vandte fich wieder Stanzi zu, der sie die französischen Vokabeln abhörte und fragte sie mit flötender Stimme, wie man denn auf französisch Bügeleisen sage. Der Streit und die Rauferei zwischen der deuts schen Familie Keiser und den Deutschen Rüba und Wiesner entstand, obwohl sie verschiedener politischer Gesinnung sind, nicht aus politischen Motiven und ist, wofür alles spricht, ein Ergebnis der Feindschaft der beiden beteiligten Seiten. bombern höchstens 300 republikanische gegenüber, sicheren Schäßungen stehen über 700 Invasions, dazu kommen über 100 Messerschmidtflugzeuge der der Invasion usw. Die Bombardierungen werden bon Junkers, Heinkels und Savoia- Wasserflug zeugen, alle von Mallorca her, ausgeführt. Die deutsche Hilfe besteht aus Fliegern, Artilleristen, Flatspezialisten und Technikern, alles hochqualifi. land und Italien haben auch Tanks ſamt Perſonal zierte und glänzend durchgebildete Leute. Deutsch geliefert, die Laſtautos entstammen durchwegs diesen beiden Ländern. Diejenigen Ausländer, die für die Republik kämpfen, sind Freiwillige, aber viel mehr Ausländer fechten für Franco und die kann man keinestvegs ſo bezeichnen. Widerstand der Republikaner muß man mit ſchwe ren Kämpfen auch noch im weiteren Sommer rech nen. Selbst die größten Optimiſten unter den endgültige entscheidende militärische Operation Nationalisten" sehen für die nächste Zukunft keine voraus. Seitdem im April sie ans Mittelmeer vorgerückt sind, folgen die Ereignisse einander sehr langsam infolge des hartnäckigen republikanischen Wiederstandes." Wei dem Manöverannahme: Aufstand London.( Reuter.) Die dritte britische Division hält Manöver mit der Annahme ab, daß in Schott land, Wales und einigen nordenglischen Grafschaf ten ein Aufstand ausbricht, während das Herzogtum Cornwall und die Grafschaft Devonshire im äußer sten Südwesten Englands sich als autonom erflären, jedoch neutral bleiben. Eine fontinentale Macht Normania" bietet Cornwall und Devonshire mili tärische und materielle Hilfe an, sofern sie die auf ständische Armee unterstützen. Die Zentralregierung läßt die Grenze von Devonshire von der Territorial Kein Zwang zu einer Anlegung von Fleischmilia bewachen, während die Hauptarmee den Aufvorräten. Einige Bezirksbehörden haben an die ständischen auf der Linie Derby- Petersborough Gemeinden ihres Bezirkes Buschriften gerichtet, Birmingham Shresbury entgegentritt. Die dritte in denen sie die Anlegung eines Vorrates von Division hat nun die Aufgabe, die Säfen von Bristol Fleischtonserven für den Kriegsfall empfehlen. und Southampton zu schüßen und der Armee von Devonshire und Cornwall, die von Abteilungen der Es handelt sich, wie der Verband der deutschen gut gerüsteten ausländischen Macht Normania" vera Selbstverwaltungskörper feststellte, um keinen bestärkt ist. Widerstand zu leisten. hördlichen Auftrag, sondern lediglich um einen Kriegsminister Sore Belisha ist im Manöver Ratschlag, so daß es den Gemeinden freisteht, die gelände eingetroffen. es, einen auszuquetschen, auszunüßen und dann ren, daß die eine ihrer Böglinge einen weltberühm in die Ecke zu schieben, als ob nichts gewesen wäre.[ ten Musiker und die andere einen englischen MilNichts anderes war er von seinem Meister, der lionär geheiratet hatte... und den Edi aufzuzieMeisterin und den verschiedenen Chefs gewöhnt hen wie ein herrschaftliches Kind, mit Diener getvefen. Die befferen Leute wollten gern allemachen, Messer und Gabel richtig halten und Das gab Vlasat Ernst den Nest. So viel umsonst haben und zahlen liebten sie nicht. drüd- Bügeleisen auf französisch sagen. In der Schule Bildung konnte er nicht wiederstehen. Er zitterte ten sich möglichst davor. Emilie, die französisch kam er schlecht vorwärts: der Lehrer war ihm innerlich, als er endlich sein Werkzeug einpacte ennte, hatte ziveimal seine Einladung angenom neidig, auch die Schüler, weil er so gut erzogen und Emilie möglichst unbefangen mitteilte, er men und dachte gar nicht daran, sich erlerntlich war. Man lachte ihn aus. In der Erdkunde hatte habe für nächsten Sonnata zivei Karten ins Odeon zu zeigen. Aber sie ging doch mit ihm und hob der Lehrer gefragt: Was ist der Kaukasus?" und wenn das gnä Fröln Lust hätte, dann... ihn dadurch seinerseits in diese bessere Wel:. nad und er hatte geantwortet: Eine Landschaft." Wenn er kein Säufer gewesen wäre.... Und Emilie, von Unglück in der Liebe gebeizt, der er sich immer gesehnt hatte. Und Vlasak Ernst, Alle freuten sich, hänselten ihn, er ließ sich puffen, Aber er war halt ein Säufer und des fühlte sich durch die Bewunderung des jungen lurz entschlossen, erklärte Fräulein Emilie, daß obschon er unter den Größten in der Klasse war: wegen fönnte er sich nicht binden, meinte er. Menschen geschmeichelt. Der konnte ihr wenigstens er nicht war, was er war, sondern der uneheliche breit, massig blond wie die Mutter. Etwas Das stimmte auch, das sahen auch Martha nichts antun, schon deswegen, weil er gar nicht Sohn eines Arztes, er könne auch hypnotisieren, Besseres. und Stanzi ein. Aber nun saß Emilie da und in Betracht lam... gehöre einer Gesellschaft an, die... bitte schön, Er wollte Mechaniker werden. Der Direktor spielte mit über dreißig Jahren ,, das Gebet einer Blasat Ernst führte Emilie ins Odeon, hier das Abzeichen dieser Gesellschaft, ein Toten in der Fabrit, Herr Blau, verschaffte ihm eine Jungfrau"... spendierte ein Gulasch und zwei Strügel Bier und schädel. Sie waren am Haustor angelangt, gegen Lehre, fast ein Wunder heutzutage. Aber Herr Niemals hätte sie gedacht, daß Karli, der lud sie für nächsten Sonntag ins Kino ein. Es über brannte eine Laterne. Emilie beugte sich vor Blau wußte, was sie an Blasat Ernst hatten. jüngere Bruder, den sie am wenigsten von der traf sich wunderbar: sein Kollege, der Mitsch, war- sie war etwas größer als Vlasat um das Ncht nur n der Fabrk, wo er zu allem zu brauchen Familie leiden mochte, eine Wendung in ihr Le- auch im Kino mit seiner Braut, einem ganz ge- Abzeichen an seinem Knopfloch zu sehen. Er roch war, niemals ermüdete und niemals den Wunsch ben bringen würde. Der Starli war auf den wöhnlichen Mädel. Vlasak schwebte im fiebenten nach Pomade, sein mit Lakrize dauergetvelltes äußerte, Feierabend zu machen. Als Herr Blau Schrant gestiegen und hatte an der Lichtleitung Simmel, voller Dankbarkeit gegen das Schicksal Haar flatterte im Föhn, seine Augen voll jugend- und Familie in das neue Haus einzogen, klebte herumprobiert, die mit Sturzschluß reagierte. Bei und Emilie. Und auf dem Müdwege versuchte er, lichen Glanzes schienen sie zu hypnotisieren. Sie Vlasat die Tapeten, strich die Türen und Fenster, Fekete, wo sie zuleßt in Budapest war, da hätte dieser Dankbarkeit beredten Ausdruck zu verleihen. würde nach Hause schreiben, ihr Warn sei der wichste die Böden, schleppte die Möbel, klopfte die der Bub dafür ein paar hintendrauf bekommen, Aber Emilie wies ihn ab, erstene um des Sohn eines Arztes... Und von der Straßen- Teppiche. Und war nicht einmal damals politiſch aber hier hätte sich die Mutter lieber die Hände unschuldigen Vergnügens willen, einen stürmi- laterne überglänzt, reichte sie ihm die Hand... organisiert, als man's noch sein durfte. Den Par abgehackt, als den Karli, der sie an eine Bade- fden Liebhaber abzutvehren, damit er noch stür- Emilie benahm sich, als wäre sie noch jung, teikassier hatte er weggeschickt- in seinem Her reise erinnerte, anzurühren, und so ließ sie bloß mischer werde, und dann, weil sie noch immer was sich auch gehört, wenn man einen um elf zen neige er mehr zu den Kommunisten. Als aber den Elektriker fommen, statt dem Buben eine Er nicht mit sich einig war, ob der Vlasa! Ernst Jahre jüngeren Mann friegt und bekam noch der einzige Kommunist der Gegend zu ihm kam, ziehung angedeihen zu lassen. Und sie selbst, Emi- eigentlich in Betracht tam oder nicht... Aller- inapp vor den Vierzigern einen Buben. Sie gab fagte er: nein, die Partei sei ihm zu klein, er lie, durfte sich nicht einmischen, denn sie war nur dings wurde sie schwach angesichts dieses jugend- ihm einen gebildeten Namen, nicht Poldi und wolle erſt abwarten, bis mehr dabei wären. Na, für die beiden Mädchen da und mit so einem vers lichen Draufgängertums und war auch mide, das nicht Pepi, sondern Eduard. Und dann erhielt und nun zeigte Herr Blau ihre Anerkennung für wöhnten Lausbuben fing sie sich überhaupt lieber Gebet einer Jungfrau zu spielen... Aber sie Vlasat Ernst eine Stelle bei Beck und Co. in den Vlasat Ernst und verschafften seinem Sohn nichts an... Aber daß der Starli auch diesmal wußte, was sich gehört, und widerstand siegreich Leopoldsdorf und Emilie mußte wie eine ganz einen Posten. ungestraft davonfam, das erfüllte sie mit Melan- Vlasats unternehmungsluftigen Zugriffen. gewöhnliche Arbeiterfrau leben. Aber sie war gut- Aber erkonnte ihn nicht antreten. Denn es cholie, ihre blauen Augen richteten sich traurig auf Und wie die Prinzessin auf der Erbse durch mütig, und wenn sie die Ehe auch in jeder Sin- stellte sich heraus, was Herr Blau nicht wußte den Elektriker, der davon betroffen schien, und die Schlaflosigkeit ihre fönigliche Abstammung be ficht enttäuscht hatte, beklagte sie sich nicht. Es lag und Ernst Blasat nicht bedacht hatte, nämlich, daß wenn er auch nur Elektriker war und nicht ein wiesen hatte, so ersah Vlasat Ernst daran, daß ein Staatsbürger waren. Vlasat senior war schon wohl, zu sehen, wie er immer herüberschielte( was farten, vier Krügel Bier, zivei Gulasch und einem fie verkehrte nur mit besseren Leuten, soweit sie lange in Stellung, den ließ man ungeschoren. zugleich auch eine Strafe für die Gnädige bedeus Staffee geprellt hatte, ihre Herkunft von den bes in Leopoldsdorf vorhanden waren- von frühe- Doch Vlasat junior schickte man nach Hause. tete, denn er brauchte fo lange, daß fie eine bop- leren Leuten". Nur die besseren Beute verstanden Iren Beiten zu erzählen und damit au renommie Fortsetzung folgt) Mann, der in Betracht tam, so tat es ihr doch Emilie ihn um den Preis von zwei Eintritts- leiner und in des terrurer selbst und auch sein Sohn tschechoslowakische «r. 187 »amtet»tag, 11. August 1938 Sitte 3 faäeteMleutscItee ieÜSMeael I?“.Tschechoslowakischen Republik verständigen. Parteigenossin! Parteigenosse! UNS überlegt. Da sahen wir einen neuen Mann, cmen Deutsch-Oesterreicher, einen Demokraten. Seht, ein Demokrat! Und daS sollte nicht am Ende auch noch ein Jude sein—? Da habt ihr eS, was alles aus einem einfachen Mann werden kann! Der und jener begann sich zu ereifern— mein Gott, unser Bier ist nicht teuer. Man sitzt da» hört, was einer erzählt, der aus der Stadt kommt, man spricht so lange, bis man sich selbst nicht mehr zurechtfindet— ja, dann geht eS über den stillen Mann her im Lodenmantel zuguterletzt. Da kann man sich erweisen. Er geht abends vielleicht am Wirtshaus vorbei und hört die erregten Stimmen, wirft einen Blick jenseits unserer Grenze und seufzt. Ec geht weiter unter dem Wolkenhimmel, der über ihm aufgehängt ist. Schließlich aber wurde die Stimmung lauter und lauter, e» kamen Leute von »drüben", die sich empörten: Was, ihr duldet einen Emigranten in eurem Dorf?! Und die unfern, unsere gutmüttgen Leute, ihr kennt sie ja, wie sie sind,— sie waren selbst erstaunt darüber, daß sie das duldeten. Also er wurde vertrieben. Nicht mit Gewalt, beileibe nicht. So sind wir nicht. Er wurde auch nicht direkt Vertrieben— aber er verließ uns. Und jetzt, das will ich zugeben, ist uns allen ein wenig bange nach ihm. Herrgott, so war da« doch nicht gemeint! Schließlich, war er auch ein Fremder in unserm Dorf, so doch nichts Schlimmes. Wenn auch ein Demokrat, so doch nichts Feindliche». Wenn auch ein Emigrant, fo doch ein Unschuldiger, wenn auch ein Jude, so doch ein Mensch! Und gar abend», wenn die Sonne die Gräser streift und die kleinen Bächlein, die durch den Busch murmeln, im leisen Wind aufrauschen, schlagen die Rotkehlchen an und erzählen sich die Beschichte vom einsamen Mann, der plötzlich von einer unheimlichen Krankheit befallen wurde. Aber vielleicht ist sie heilbar und er kommt einmal wieder, um, an einen Baum gelehnt, im Busch zu rasten. Verbrecher am Werk. Der Landwirtin Anna Annaker in Lieboritz wurden von unbekannten Tätern 23 Schock Hopfen abgeschnitten. Der Schaden, den die hart betroffene Frau erleidet, beziffert sich auf 15.000 KC. Hoffentlich gelingt es der Gendarmerie die verantwortungslosen Elemente ausfindig zu machen, die persönliche Rachegelüste auf solche Weise befriedigen. Selbstmord eines Rottmeister». In Liebeschitz im Saazer Bezirk verübte Montag abends der 33 Jahre alte, ledige Rottmeister Anton O d e» final Selbstmord. Au» feinem Dienstrevolver schoß er sich mitten ins Herz. Die Ursachen dieser Tragödie sind unbekannt. Französische Anerkennung für die sudetendeutschen Sozialdemokraten Pariö. Der sozialistische Abgeordnete Loui» L'Heveder veröffentlicht über seine Eindrücke in der Tschechoslowakei einen groß aufgemachten Artikel im»Paris Soir", Frankreichs größter Zeitung. die in einer Auflage von 1,600.000 Exemplaren erscheint. Der Abgeordnete weist auf die ökonomischen Wurzeln deö Anwachsens der Hen« leinpartei hin und bemerkt, daß die Bemühungen der Prager Regierung die Krise zu übertvinden zwar unbestreitbar sind, aber daß diese ihre Aktion doch noch erweitern müßte. Die» ist, so fährt L'Heveder fort, auch die Meinung der Kämpfer der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei, die in den Sudetenlandern gegen den Henleln- faschismu» einen scharfen, intelligenten und geschickten Kampf führen und die bisher unter den schlechtesten Umständen da» Wesentliche ihrer Po« stttonen zu halten vermochten. L'Heveder berichtet dann über die deutsche sozialdemokratische Versammlung, dec er in E g e r beiwohnte, und sagt, er würde die Szene, die sich ihm darbot, nie vergessen, ec wolle nicht versuchen, den Enthusiasmus zu beschreiben, der die Menge erfaßte, al« Jaksch den Eintritt französischer sozialistischer Deputierter in den Saal ankündigte und er könne auch seine eigene Erregung nicht au»« drücken, al» er hunderte Menschen»Freiheit!" und »Freundschaft!" rufen hörte. Wir hörten, so heißt es zum Schluß de» Artikels, mit wahrer Ergriffenheit diese Sprache der Vernunft und de» gesunden Menschenverstand» und wir bewunderten diese Menschen, die in einem in Verwirrung gebrachten Gebiet sich trotz ökonomischen Terror», auf die Gefahr ihre Arbeit zu verlieren, unserm gemeinsamen Ideal treu bleiben. Da ist der Emigrationserreger ein anderer Fall. Eine schreiende Seuche, die hervorbrach und die Menschheit bedroht, hört, ihr Kinder, die Menschheit! Nicht den oder jenen. Kein Krankenhaus kann sie aufnehmen, kein Staat Abhilfe schaffen, denn jeder, jeder ist in Gefahr, der sich ' Mensch nennt, jeder, der ein Gefühl, ein Herz sein eigen nennt! Und wir einfachen Leute wundern un», daß man dem Erreger nicht zu Leibe geht, daß man wohl alle» fiergerichtet hat, alles, was Menschenkraft und Gedanken ersinnen, aber ausgeschnitten, ausgebrannt fiat ihn bisher keiner, den Erreger der Emigration, de» unerbittliche» Feind der Menschheit, der den Untergang will, der unsere Körper zu Krüppeln machen, unsere Köpfe zu Bällen benützen will, der unsere Städte als Fraß betrachtet— wenn wir nicht Halt rufen. Ja, also wir haben einen Emigranten. Einen stillen Mann. Er geht in einem Lodenmantel, abends, den Kopf ein wenig zurückgeworfen, über die kleinen Pfade deni Busch zu. Er liebt da» Tier. Ich habe ihn gesehen, al» er ein Rotkehlchen fand— er war ganz närrisch vor Freude. Man sollte nicht glauben, daß in einem Menschen, der selbst an» dem Nest gefallen ist, so viel Fürsorge für ein kleine» Bögelchen wohnen kann. Und wir hatwn ihn auch alle gern, ja, er war eigentlich der Freund de» ganzen Dorfe». Sogar der Gauber-Karl— und der ist doch schon seit geraumer Zeit eine wichtige Persönlichkeit bei uns, der Ortsleiter— kurz, sogar der zog sein flottes Fcderhütchen. Allerdings, da» war, al» Oesterreich Oesterreich und Wien noch Wien war. Aber indessen verbrannte wohl mehr als der Schnee, von dem es in dem Liede heißt: Wien bleibt Wien, und wenn der ganze Schnee verbrennt... Ueber Nacht wurde au» unserem Freund ein Wunder. Jahrelange hatte er mit un» gehaust und wir meinten ihn zu kennen. Aber wir kannten ihn nicht, denn seht, es steckte ein Emigrant in ihm. Und jetzt wurde erst alle« erwogen und bet daß ihr keine Arbeit mehr bekommt." Mit dies'.r Empfehlung kehrten wir dem Dritten Reich den Rücken und gingen zurück in unsere Heimat. genden Sonntag» mußten wir unseren Lebensunterhalt durch Schwämmesuchen bestreiten. An diesem Tage hatte sich noch ein anderer Sudetendeutscher und ein Wiener angeschloffen, toelche ebenfalls ohne Barmittel waren. Mit hungrigem Magen singen wir Montag zu arbeiten an. Zu Mittag konnten wir uns nur eine leichte und sauer schmeckende veuschelsuppe, welche durch Beigabe von Zitronensaft und Zwiebel wieder halbweg» genießbar gemacht wurde, erlauben. Die Arbeitszeit war von 6 Uhr früh bi» 6 Uhr abend» mit einer Mittagspause von einer Stunde. Jausen gab e» während dieser Zeit nicht. Wollte ein Arbeiter in den Zwsschenzeiten etwa» essen» so mußte er die» während der Arbeit besorgen» ohne daß in der Arbeit eine Unterbrechung eintrat. Der Stundenlohn betrug an dieser Arbeitsstelle von 60 bis 67 Pfennig bei angestrengtem Arbeitstempo. Jede» AuSrasten wurde von der Aufsicht sofort mit Bemerkungen wie:„Schau ich hinauf oder hinunter, sehe ich, daß die Leute stehen. Bückt euch, arbeitet was." In Gesprächen mit Arbeitern fragten wir, warum man so großen Wert aus die baldige Fertigstellung der Straße legt. Darauf erhielten wir die Antwort, daß die Straße bi» Ende Oktober fertig sein müsse, weil sie zum Einmarsch benötigt werde. Wir konnten aber die Beobachtung machen, daß der Großteil der Arbeiterschaft von kriegerischen Verwicklungen nicht» wissen will,«» sei denn, daß sie die» mit der Hoffnung verbinden, sich von dem Regime freizumachen. Infolge der teueren Lebensweise und der im Verhältnis dazu niedrigen Löhne, welche kaum zum Unterhalt für uns selbst ausreichten, sowie de» überaus anstrengenden Arbeitstempo», verließen wir nach einem Aufenthalt von acht Tagen da» Dritte Reich. Bei unserem Abgang erklärte un» der Bauführer:„Ihr könnt froh sein, daß ihr Ausländer seid, sonst kämet ihr nach Dachau." Ein Arbeiter, welcher diese Aeußerung mit hörte, sagte leise:»Da» stimmt efi!" Außerdem wurde un» bei der Abmeldung beim Arbeitsamt wie folgt gedroht:„Ihr beiden seid fertig, i«Ällr'chktoK'dltt Oek8gr'üÄek"Ä Der Rundfunkvortraz Rudolf Fischer» über „Wirtschaftsboykott", der in der gestrigen Arbei» tcrsendung gehalten werden sollte, fiel au», weil der Verfasser wegen der Streichungen und Aende« rungen, die von der Zensur verlangt wurden, e» ablehnte, den Vortrag zu halten. ,-Da« tschechische Volk soll glauben, daß..." Smheißt eine Rubrik der»Zeit", in der tschechische Preffestimmen zitiert werden, immer nur ein Satz, der zeigen soll, wie unrichtig die tschechische Leserschaft über die brave SdP und den harmlosen Nationalsozialismus informiert wird. Z. B.:»Das tschechische Volk soll glauben, daß Adolf Hitler« Napoleonstraum dahin geht, die Vorherrschaft in der Welt zu erlangen,(ttefft Slovo.) Aber da» »soll" da» tschechische Volk nicht bloß glauben, da« glaubt es wirklich! Und nicht nur das tschechische Volk. Da» glauben auch andere Völker, zumindest jene BolkSteile; die etwa» vom Inhalt de« der »Zeit" nicht unbekannten Buche«»Mein Kampf" erfahren haben, da» z. B. sehr viel von der Gewinnung von Siedlungsland im Osten spricht und von der unvenneidlichen SchlußauSeinandersetzung mit Frankreich. Und da» glauben so ziemlich alle, die au» der deutschen Richtinterventton in Spanien und au» der Annexion Oesterreich» gewisse Schlüffe ziehen. Freilich, man muß da« Wort »Welt" nicht so ganz wörtlich nehmen— der Na- poleontraum erstreckt sich wahrscheinlich derzeit uvu/(Iiu;i UU| VIC yuiigt SB eil,• über CB genügt, wenn von jenem Teil bet Welt geträumt wird, der für da« tschechische Boll und die demokratischen Sudetendeutschen so wichtig ist, von so entscheidender Bedeutung, daß er»ihre Welt" ist— von Mitteleuropa. Bestätigter Bürgermeister. Der Bürgermeister der Stadt Seestadtl, der deutsche Sozialdemokrat Ernst Bauer, wurde von der Landesbehörde Grenzgänger erzählen Ein aufschlußreiches Protokoll Grenzlandsklne III Von Ferdinand Enzltn Wir haben einen Emigranten im Darf! Man könnte ihn einen plötzlichen Emigranten nen nen, denn eä wußte keiner, daß er das eine» Tages werden würde. Der Mann war au» Oesterreich. Daraus kann man die Lehre ziehen, daß Emigrant werden etwas ist, was einen anfällt. Es hat ettoaS erschreckend Ueberraschende»— gestern noch war man keiner und heut ist man es. Und das ist keine leichte Krankheit, da» könnt ihr mir glauben. Ich habe mir die Geschichte durch den Kopf gehen lassen, eine Fehldiagnose ist gänzlich ausgeschlossen. Gewiß sind die Voraussetzungen, die zur Krankheit„Emigrant" gegeben sein müssen, nicht von gestern und heute, es ist ein schleichende« Uebel und hat sich in der Menschheitsgeschichte eingefreffen. Doch ist eS nicht ganz lo schlimm wie der Krebs. Hier kennt man den Erreger! Denkt mal, Kinder, wa» wäre da» für eine großartige Sache, wenn man plötzlich den Krebs- rrreger entdeckte— die ganze Menschheit würde jubeln. Wir haben ihn, würden sie schreien, wir haben ihn! Und die Aerzte würden zu arbeiten beginnen, man würde in Retorten kochen, Pulver scnder Zahl, neue Messer, neue Pinzetten, neue Tampon»— alles neu erfunden, neu hergestellt, und dann würden die Krankenhäuser ein festliches, Ansehen bekommen. Die Kranken würden gesund werden vor Freude, vom Lachen, Weinen, Jubeln und Stampfen. Man hat ihn entdeckt! würden die Telegraphen um die Erde jagen, man hat ihn, heut wird ihm der Garau« gemacht! Und bald würde er auSgerottet sein, von Gedanken, von Büchern bekämpft. Ja, jetzt habt ihr ein leichtes Ar» leiten, würden die alten Gelehrten den Jungen sogen, setzt kennt man ihn genau. Die ganze Welt steht Kopf— und dabei, welch ein kleiner Prozentsatz der Menschheit ist vom KrebSerreger bedroht. . Sin®» schon Mttgll-d d„ ISS*’*“*«•"» ftinöerfreunöe? wenn nicht, dann tritt bei. MärtandlGafi r» Brief an den Zeibpiegel Lieber Zeitspiegelt Dem Gewerbetreibenden, der über die Solidarität unserer Parteigenossen gegenüber Gewerbetreibenden schrieb, muß man recht geben. Viele Parteigenossen und nicht gerade immer die letzten, kennen vielleicht zu wenig die Parteigeschichte, um zu wissen, was gerade dieser Stand für die Partei geleistet hat. Sonderbar sind oft die Einwendungen, die bei der Vergabe von Arbeiten gemacht werden, um die sich auch ein sozialistischer Gewerbetreibender bewirbt. Er kommt oft erst in Frage, wenn er bessere Arbeit zum niedrigeren Preis liefert. Dabei sott er die Parteipflichten musterhaft erfüllen. Und wenn er sie erfüUt, dann hat man erst recht keinen Anlaß, istn zu unterstützen, denn der läuft nicht davon. Die ganse Einstellung der Parteigenossen gegenüber den Gewerbetreibenden müßte einer Revision unterzogen werden. Bei vielen Parteigenossen ist der Gewerbetreibende immer noch der Ausbeuter, wenn nicht gar ein Kapitalist. Es hat sich noch nicht die Erkenntnis durchgerungen, daß der Gewerbetreibende in den meisten Fällen nichts anderes ist als ein Arbeiter mit eigenem Werkzeug und daß insbesondere in der Gegenwart seine soziale Lage zumindest keine bevorzugte ist. Lassen wir die Solidarität, die Grundlage jeder Arbeiterpartei, nicht ganz aussterben. Ein Gewerbetreibender Das Saazer Stadttheater glelchgeschaltet Gest Jahr und Tag hetzen die nazisttschen «eise bc-'weil dieser V P®Jnntaa ff- 1'* 4*“' on bec"eben Bürger- aKoiugfygß Personen teilgenommen •Wft'bie ihre Gemeindefunktionen infolge Fehlens der Bestätigung deS Bürgermeister» nicht ousüben können, trotzdem aber eine so bedeutende Entscheidung fällten. In dieser Sitzung wurde dem eigentlichen Pächter, Herrn Direktor Han sen, nahegelegt, sich von Direktor Berg zu trennen. Herrn Berg fertigte die Stadtgemeinde mit einem Betrag von 6600 XL ab. Ueber die alleinige Berufung Direktor Hansens schreibt nun der„Saazer Anzeiger": „Für die kommende Spielzeit ist Herr Dir. Han» Hansen, der entgegen unseren früher geäußerten Zweifeln seine arische Abkunft einwandfrei nachweisen konnte,— Dir. Hansen entstammt einem alten steirischen Bauerngeschlecht au« der näheren Umgebung von Graz— nun allein Direk tor. Er fiat die Absicht, sich für die kommende Spielzeit einen tüchtigen Kanzlelleiter zu suchen. Herrn Dir. Hansen erwächst nun die keineswegs leichte Ausgabe, der künstlerischen Sendung de» Stadttheater» nach vielen Jahren de» Profittheater», da» immer zusammenbrechen mußte, gerecht zu werden. Er hat da» in Saaz zu tun. wa» die Direktoren in den anderen sudetendeutschen Städten gleichfalls vor keine leichte Arbeit stellen wird: Ein neue» sudetendeutsches Theater aufzubauen." Da weiß man nun also ganz genau, von welcher Seite der Wind weht. Weil Berg Jude ist, mußte er gehen und aus eben dem gleichen Grunde wurde in der vergangenen Saison das Theater boykottiert. Wir sind überzeugt davon, daß auch in der kommenden Spielperiode das Theater nicht besser besucht sein wird, denn wir kennen die„Kame- roden" zur Genüge. Menschen, deren Geist sich in Stechschritt und Faltenstiefeln verkörpert, haben keinen Sinn für deutsche Kunst. Zwei sudetendeutsche Arbeiter, beide begeisterte Mitglieder der SdP, waren vor kurzer Zeit al» Grenzgänger nach Deutschland gewan dert. Sie kehrten schon nach acht Lagen in die Heimat zurück. Ihre Erfahrungen haben sie in einem Protokoll festgehalten, da» sie ferttgten und in unserer Redaktion erlegten. Wir geben im folgenden da» Protokoll mit einigen unwesentlichen Kürzungen wieder. Am 38. Juli 1938 fuhren wir Wer Haidmühle nach Passau, um dort in Arbeit zu treten. Bor unserer Abreise von B.-Krumau wurde uns in der Kanzlei> der Kreisleitung der SdP in B.-Krumau erklärt, daß wir Arbeit in Deutschland bekommen können und wurde uns eine Sondermarke in die Parteilegitimation(Mitgliedsausweis) geklebt, welche eine besondere Bedeutung hat und ausdrücklich betont, daß wir bestimmt Arbeit bekommen. In Haidmühle hatten wir zwei Stunden Aufenthall, gingen in ein Gasthaus, wo an einem Tische zwei besser gekleidete Herren saßen und an emem anderen Tische zwölf Arbeiter. ES kamen dann zwei andere besser situierte Herren in da» Lokal und grüßten mit»Heil Hitler", worauf aber nur die zwei besseren Herren mit dem gleichen Gruß antworteten, während die Arbeiter sich schweigend verhielten, sich gegenseitig anstießen und in leisem Tone höhnische Bemerkungen machten. Dieser Umstand brachte uns auf die Meinung, daß hier etwa» nicht in Ordnung sei, nachdem die Arbeiter auf diesen Gruß keine Antwort gaben. In Waldkirchen blieben wir über Nacht und fuhren am nächsten Tage nach Passau. Dort angekommen, erkundigten wir un« nach einer Stelle, welche für die Sudetendeutschen Auskünfte erteilt wegen Beschaffung von Arbeit. Man hat un» darauf verwiesen, wir sollen un« in der Großen Meffegasse bei Herrn Eberl melden. Bon dort erhielten wir eine Anweisung an da« Arbeitsamt. Beim Arbeitsamt erhielten wir nach Vorlage der Anweisung eine Karte und wurden zum Jng. Wolf, welcher Bahndammarbeiten durchführt, geschickt. Nach längerem Suchen kamen wir zum Bauführer dieser Firma, welcher un» fragte» woher wir seien. Auf unsere Antwort, daß wir bßf} ntcbr« du niuu/cir qu ik»" geschickt worben seien,.bekamen wir diese Antwort nochmals und ließ un« stehen. Wir gingen dann neuerlich zum Arbeitsamt, wo uns H. Eberl dann eine ArbeitSanwei« jung zur Firma Sager u. Werner in Erlau vermittelte. Da wir schon sehr hungrig waren, versuchten wir durch verschiedene Umfragen doch etwas Essen zu erhalten und wurden dabei an eine katholische Bundesstelle verwiesen, wo wir nach harter Mühe doch eine Anweisung für die AuSspeisung im Marienheim erhielten. Wir gingen dann zu Fuß den etwa 18 Kilometer weiten Weg nach Erlau und erhielten dort die Auskunft, daß wir Montag früh die Arbeit aufnehmen können. Während des dazwischen lie-1 Seite 4 Tagesneuigkeiten Gestohlene Lieder Das„ Schöpfertum" des Nationalsozialismus äußerte sich vor allem darin, daß er an den verschiedensten Stellen„ Anleihen" aufnahm: die rote Fahne stammt von den Sozialisten, das Hakenkreuz war ein uraltes mystisches Symbol, das ebenso in Indien wie im alten Palästina und in Zentralamerika gefunden wurde, die Maifeier wurde von der Sozialistischen Internationale ins Leben gerufen, der deutsche Gruß" ist der Gruß der italienischen Faschisten gewesen, ehe er aufgenordet wurde. Warum nicht auch völkische Heldengefänge bei anderen entlehnen und für den neudeutschen Gebrauch zurechtmachen?„ Brüder, zur Sonne, zur Freiheit!", ein vielgejungenes Sozialistenlied, wird in Deutschland mit etwas abgeändertem Tert gesungen, und auch nicht werige andere Nazilieder, besonders solche der HitTer Jugend, waren ursprünglich von Sozialdemo fraten oder Kommunisten gesungene Lieder. Dic in Brüssel erscheinende Zeitschrift Kameradschaft", ein Blatt emigrierter deutscher junger Sozialisten, bringt ein paar schöne Beispiele, die dem Liederbuch des Obergebietes West der HitlerJugend entnommen sind. Entnommen sind diesem Liederbuch natürlich nur die„ neuen Terte". Die „ Kameradschaft" stellt ihnen die ursprünglichen gegenüber. Ein Beispiel: Kommunistische Jugendliche fangen das Lied: Bum Klaffenlampf bereit! Erst wenn die Bürger weichen, Erst dann sind wir befreit. Kein Wort mehr vom Verhandeln, Das doch nicht fommen fann. Mit Luxemburg und Liebknecht Wir greifen mutig an. Es lebe Sowjetrußland! Hört, wir marschieren schon! Wir stürmen in dem Zeichen Der roten Revolution. Dieser Text ist weder sehr eigenartig, noch fehr schön. Aber es handelt sich ja nicht um eine ästhetische Streitfrage, sondern um die Würdigung des nazistischen Schöpfertums. Die NaziJugend singt das Lied mit folgendem Text: Zum Rassenkampf bereit! Erst wenn die Juden bluten, Erst dann sind wir bereit. Kein Wort mehr vom Verhandeln, Das doch nicht helfen kann, Mit unsrem Adolf Hitler Wir greifen mutig an. Es lebe Adolf Hitler! Höri, wir muschitzen pezunt Wir stürmen in dem Zeichen Der Deutschen Revolution. Sehr angestrengt hat sich der völkische„ Umbichter" nicht! Immerhin, die Nazi haben auch ihre Eigenschöpfungen:„ Wenn's Judenblut vom Meffer sprint, dann geht's nochmal so gut" das ist ganz und gar neudeutsches Original! Das letzte Konzert gelöst. 7918 Donnerstag, 11. August 1938 7917 Der Fliegerangriff auf London nicht geglückt Der Manöverbericht der großen mehrtägigen Uebung der englischen Luftwaffe verzeichnet, daß die Aufgabe eines Angriffs auf die englische Hauptstadt nicht gelöst worden sei, weil die mit der Abwehr dieses Angriffs beauftragten Formationen hervorragend gearbeitet hätten. Hier sieht man, wie die Piloten eines Fliegerhorstes der Abwehr beim Alarm zu ihren Maschinen eilen. verschlossen. SdP- Sänger fönnten in eine solche Situation nie fommen. Sie werden nie ein Lied fingen, das einem Goebbels mißfallen könnte. Die sowjetrussischen Schiffe vom Eise befreit Kunsttheaters, Stanislawskij, in Anwesenheit des Borsitzenden des Rates der Volkskommissare, Buz Tanin, statt, der auch eine Trauerrede hielt. Das heutige Programm Nr. 187 der deutschen Sendung Brag- Melnik: 10.15 Für die Frau: Aus unse rer Heimat, Sörf. von Gust. Lerch. 10.45-11.00 Schallplatten. 12.10 Schallplatten. 18.00 Fran Wagner spielt Klavier( Robert Schumann: Kinder Szenen). 18.20 Landwirtschaft. 18.45 Schallplatten, 19.00 Politische Wochenschau. 19.30 Werke von Glud ( Gefang: Katharina Hoffmann, Klavier: Franz Ho Teček). 20.00„ Rose- Marie", Operette von Griml ( Dir. R. M. Mandé). 22.00 Vorlesung aus dem Buche„ Robert Seoch" von Br. Hehmann. 22.30 bis 23.00 Tanzmusik. Brünn: 13.50-14.00 Arbeitersendung: Ar. beitsmartt. 18.00-18.15 Arbeiteriendung: Leo pold Bahel: Der Arbeiter im demokratischen Staate. 18.15-18.20 Schallplatten. 18.20-18.35 Selretär Erwin Machunze: Die industrielle Bedeutung von Mähren Schlesien. Mähr. Oftrau: 18.10 Hedwig Franke: Meine Urlaubsreise; Ernst Vogel: Erinnerungen an Odrau. Ziehung der Klassenlotterie ( Ohne Gewähr.) Prag. Bei der Mittwoch Bichung der III. Klasse der 39. tschechoslowakischen Klassen Lotterte wurden nachstehende Getvinite gezogen: 70.000 Kč das Los Nr. 118390. 20.000 Kč das Los Nr. 37118. 10.000 Kč die Lose Nr. 83987 80539 43492 71273. 5000 Kč die Lose Nr. 65526 17545 95407 38582 56959 91316 80873. 45295 33312 59175 19464 99516 90475 84146 2000 Kč die Lose Nr. 93659 101415 60075 20642 31445 192 17015 53694 31615 102680 345 40254 30088 107169 35019 12335 57608 71526 101172 23048 109140 4961 89661 48889 55100 13181 73707 53291 109192 40516 42697 113533 533 616619 83571. der amerikanischen Revue- Bühne find, viel Geld das mit verdient, daß sie weder Publikum noch Diref. toren unterscheiden fönnen. Ebenso berühmt ist das ebenfalls echte Zwillings- Brüder Tänzerpaar, Claude Acht italienische Matrosen getötet. Am und Clarence Stroud. Neben diesen„ Professionals" Sonntag früh ereignete sich in Triest an Bord des ist aber die Mehrzahl der Zwillinge natürlich gut Schiffes Ramb II", welches den Bananentrans- bürgerlich, und wie alle guten Steinbürger von port aus Italienisch- Ostafrita versieht, eine Er- Amerila haben sie ihre Vereine, und die Chicagoer plosion, wobei acht Mitglieder der Besatzung den Tod fanden. Es brennt in Deutschland. Zwischen Potsdam und Wannsee brachen an drei Stellen Waldbrände aus, denen 18.000 Quadratmeter Kiefern Die sowjetrussischen Schiffe, die im Herbstwald zum Opfer fielen. Man nimmt an, daß die des vergangenen Jahres im nördlichen Eismeer Brände gelegt wurden. Die Löscharbeiten Teitete einfroren, fommen jetzt erst in die Lage, sich aus an einer Stelle Oberbürgermeister Dr. Lippert. den Eismassen zu befreien. Die Hälfte der Flotte der Hauptverwaltung des nördlichen Seeweges und fast die ganze Eisbrechereskadre blieben im vergangenen Jahre auf der Fahrt nach Murmanst und Archangelst im Eise stecken. Es handelte sich etiva um 30 Schiffe, die gezwungen waren, unter sehr schwierigen Verhältnissen infolge der Fahrlässigkeit einiger Organe der Hauptverwaltung des nördlichen Seeweges inmitten der Eismaffen zu überwintern. Der Eisbrecher Jermak" wurde den Schiffen zu Hilfe gesandt und ist jetzt an Ort und Stelle angekommen, versorgte einige der Schiffe mit Kohle und bahnte ihnen den Weg in die offene Sec. Der Eisbrecher Krajin", der gleichfalls im Eis stecken blieb, fonnte sich jetzt beübernommenen Sohlenladung in der Richtung der übrigen Schiffe, um sie mit Kohle zu versorgen. Zirkuswagens zum Schlachthofplay in Trautenau, zu Tode geräbert. Beim Transport eines wo gegenwärtiger Zirkus Henry gaſtiert, stürzte der 32 Jahre alte Traktorenlenfer A. Panos von feinem Führersitz und kam unter die Räder des Anhängewagens. Dem Lenker wurde dabei der Brustkorb eingedrückt und er verschied kurz nach der Ueberführung ins Strankenhaus. Vor kurzem hielt ein Berliner Sängerverein in Berlin- Hasenheide eines seiner Konzerte ab, die Die August- Nummer des Weckruf" ist er sich stets großer Besuche des Publikums erfreuten. Schienen. Im Leitartikel wird die Stampagne des Auf dem Programm war auch der Chor der Brautapitals in der Taegspresse geschildert und Gefangenen aus Fidelio", dem stürmi- darauf hingewiesen, wie durch diesen bezahlten scher Applaus folgte, der kein Ende nehmen wollte( anonymen Inseratenfeldzug das Volt irregeführt Wie man jetzt hört, war dies das letzte Konzert wird. Ein kurzer zweiter Artikel bringt einen des Sängervereins, denn der Verein wurde auf- Auszug aus dem Tätigkeitsbericht der Getverbeinspektoren über den Kampf gegen den Alkohol in In dem Gefangenen- Chor heißt es u. a.: den Betrieben. Eine Anzahl Notizen, die sich auf Sprecht leise, haltet euch zurü d. Alkohol und Verkehr beziehen, eine intereſſante wir sind belauscht mit Ohr und Rundschau über den Kampf gegen den Alkohol in Blid!" Der demonstrative Beifall der Zuhörer, der verschiedenen Staaten, ergänzen den Inhalt. die sich in den unglücklichen Gefangenen wohl fel- Der Weckruf" erscheint in Teplitz- Schönau, ber erfannten, ist Herrn Goebbels auf die Ner- Theresiengasse 18. Jahresbezugspreis 9 Kč. ven gegangen. Deshalb hat er den unvorsichtigen Stanislawskij beigesetzt. Dienstag um 18 Sängern, die statt des Horst- Wessel- Liedes einen Uhr fand das Begräbnis des berühmten russischen Beethoven- Chor sangen, den Mund für immer Künstlers und Mitbegründers des Moskauer Tagung der Naturfreunde 50 Grad in Gdingen. Von der polnischen Seeküste werden hohe Temperaturen gemeldet, die bis zu 50 Grad an der Sonne erreichten. Ortsgruppe, die den romantischen Namen„ Zephyr Twin Club" führt, hat sich unsterbliche Verdienste um die Zwillinge aller Welt mit der Organisation des Kongresses erworben. Jahrestages der Proflamierung der türkischen Repu Türkische Jubiläumsmarken. Anläßlich des 15. blif( 29. Oftober) und des 10. Jahrestages der Eins führung der Lateinschrift( 3. November) wird die türkische Postverwaltung einige Serien von Jubiläumsmarken herausgeben. nen uendeffitand, Desterreich bis in die ungari uver Belgien, sche Tiefebene und über die Balfan- Halbinsel verUnwetterkatastrophen in Südflawien. Seit zwei Tagen werden Bosnien, Kroatien und Siowenien von schweren Unwettern heimgesucht. Blitz schläge töteten fünf Personen und verursachten allein im Bezirk Pettau( Slowenien) sechs größere Brände. In der Umoshu Dinar an. Australisches Kampfflugzeug abgeſtürzt. Grief Mittwoch eine ausgeprägte Grenzlinie zwischen Meldung aus Melbourne zufolge stürzte am Mitt- lühwarmen und frodenen kontinentalen und den Dromona ab. Von den fünf Inſaſſen wurden oder Regenfärenze haben sich zahlreiche Gemitter woch ein Flugzeug der australischen Luftwaffe bei lang dießnd feuchten maritimen Luftmassen. Ent. vier getötet. Der fünfte trug schwere Verlegun- tet allmählich gegen wildet. Die Meeresluft jabrej. gen davon. liches Wetter Donners. Zwanzigjähriger hadt Vater den Kopf ab. Teile des Staatsgebietes noch wahrschein In Lodz spielte sich Montag ein entsegliches Ge- Grad, Ostwind. Nur in der Südwesthälfte Böhmen, und trockenen Wetters mit Temperathwiegenden Schehnis ab. Der 20jährige Marian Baczinsti hat Mährens und der Slowakei verstärkte Gewitterrei seinen Vater, als dieser aus der Arbeit heims aung, Winddrehung gegen Südwest, leichte mein fehrte, auf offener Straße mit einem Beil den lung. Wetteraussichten für Freitag: Wechselnd Stopf abgeschlagen. Der Grund für diese furcht bewölkt mit Neigung zu Gewittern oder Schauern, bare Tat ist darin zu suchen, daß der Sohn sich feine wesentliche Aenderung der Temperatur, Südmit seiner Stiefmutter nicht vertrug und außerdem westwind. vom Vater Geld zu erhalten hatte. Der Vorfall hat in dem dichtbevölkerten Viertel ungeheures Der Tod Charlie Chans Aufsehen erregt, um so mehr, als sich während der Tat sehr viele Menschen auf der Straße befanden, die aber nicht mehr eingreifen konnten. Der Mörder stellte sich dann selbst der Polizei. Das historische Schloß Nymenam bei Mecheln ist das Opfer eines Großbrandes geworden. Tus Schloß stammte aus dem 16. Jahrhundert. Auch wertvolle Bilder aus dem 16. und 17. Jahrhun dert wurden ein Raub der Flammen. Der Schaden beläuft sich auf viele Millionen Francs. Der Zwillings- Kongreß von Chicago. Im August Hundert Menschen ertrunken. In Indien sind bei Ueberschwemmungen im Verwaltungsben, die in den 40 Jahren ihres Bestehens viel bezirk Nonda in den Vereinigten Provinzen hunSchönes und Gutes gebracht hat. Galt es anfänglich dert Menschen ums Leben gekommen. Man schätzt, Der Hauptausschuß des Touristenvereins Di: die Arbeiterschaft für die Schönheiten der Natur zu Saß gegenwärtig 400 Quadratmeilen der VerNaturfreunde" versammelte sich am 30. u. 31. Juli gewinnen, so stellten sich uns heute weit größere Pro- cinigten Provinzen überschwemmt sind. Die Netunter dem Vorsitz des Nationalrats Ernst Moser bleme. Eines der wichtigsten ist das Problem der tungsarbeiten wurden dadurch erheblich behindert, Zürich zu seiner diesjährigen Tagung in Zürich). Freizeitgestaltung, an dessen Lösung Der Jahresbericht konstatiert Landesgruvven in fol- die Naturfreunde in Zusammenarbeit mit den Ge- daß die Eisenbahnschienen in einer Länge von 30 genden Ländern: Amerifa. Belgien, Frankreich, werkschaftsorganisationen. Arbeiterbildungszentralen Meilen unterspült und weggerissen wurden. Holland, Polen, Schweiz. Tschechoslowakei und Un- und anderen Arbeiterorganisationen arbeiten. Folgarn. Die angestrebte Vereinheitlichung der Arbeiter- gende Resolution fand einstimmige Aufnahme: Wanderbewegung macht weitere Fortschritte. Die Bewegung hat im verflossenen Jahre in den demotras ,, Der Hauptausschuß des internationalen Touritischen Ländern schöne Fortschritte gemacht; sowohl stenvereins Die Naturfreunde" in Erkenntnis der die Zahl der Ortsgruppen als auch die der Mitglieder großen Bedeutung, die eine gesunde Freizeitbewegung ist gewachsen.( 36 neue Origruppen, 5000 neue Mit- für die Arbeiterschaft hat, weist hin auf die in vielen glieder.) Die offizielle Zeitschrift Der Naturfreund" Ländern mächtig aufstrebende Arbeiterwanderbewe- heit ein großes Festessen mit Ball zu veranstalten. lionen von Kinobesuchern in allen Weltteilen ist in Doppelnummern herausgekommen und wird gung der Naturfreunde, deren Anfänge schon über überall freudig begrüßt. Außer diefer offiziellen Zeit- 40 Jahre zurückreichen. Die Einrichtungen der Naschrift wird insfünftig der L'Ami de la Nature" im turfreunde an Unterkunftshäusern, Bibliotheken eigenen Verlage herausgegeben, eine Zeitschrift, die anderm Material, ihre Borträge, Surse und Wand für die Länder Frankreich. Belgien und die franzö- derungen und Tourey im Sommer und Winter er fische Schweiz bestimmt ist. Der Hauptausschuß nahm leichtern dem Arbeiter eine gesunde Freizeitbetätivom Jahresbericht und der Jahresrechnung Kennt auna. Dankbar wird anerkannt, daß viele Arbeiter nis und beauftragte den Zentralausschuß mit der organisationen schon bisher die Naturfreundebetve Herausgabe eines neuen Werbe- Blafates. Außerdem gung gefördert haben. Den Länderorganisationen auch bemühen, die gleiche Haltung einzunehmen, die Jahre 1880 geboren. Im Alter von 13 Jahren foll ein Verzeichnis fämtlicher Unterkunftshäuser wird empfohlen, mit den anderen Arbeiterorganisa- gleichen Gesten zu machen, mit der gleichen Stimme tam er nach Amerita, wo er in Boston studierte. der Naturfreunde herausgegeben werden. tionen, insbesondere mit den Gewerkschaftsorganisa- zu sprechen uff. Das ist gar nicht so leicht wie es Gr übersetzte als junger Student einige schwes Das Haupttraftandum bildete ein Referat des nonen und Arbeiterbildungszentralen der Länder findet in Chicago ein höchst merkwürdiger Kongreß Aus Stockholm wird gemeldet, daß Warstatt: nicht weniger als 10.000 Delegierte der In- ner Oland, der weltbekannte Darsteller des ternational Twin Association" kommen dort zusam- chinesischen Meisterdetektivs Charlie Chan, men, um alle wichtigen Fragen, die Zwillinge be- im Alter von 58 Jahren gestorben ist. treffen können, zu besprechen, und bei dieser Gelegen- Diese Nachricht wird Behntausende, ja Mil Die Vorschriften für die Teilnehmer des Kongresses schmerzlich berühren. War doch Warner Oland find namentlich in Kleidungsfragen sehr streng. einer der bekanntesten Schauspieler und Charlie 3willinge müſſen ganz gleich gekleidet auftreten, fie Chan die populärste Filmgeſtalt. müssen sich überhaupt ähneln wie ein Ei dem ans deren, und preisgekrönt wird das Zwillingspaar, das überhaupt nicht mehr zu unterscheiden ist. Da der Zwillings- Kongreß auch gefilmt wird, müssen sie sich Warner Oland war nicht immer Charlie Chan. Dieser Charakterdarsteller seltener Quali täten hat eine lange Theater- und Filmfarriere hinter sich. Er wurde in Umea( Schweden) im Präsidenten Ernst Moser über die Naturenger zusammenzuarbeiten. Der weitere Ausbau und aussieht, denn die Regel ift die, daß sich Zwillinge dische Theaterstücke ins Englische und nachdem er freunde in berarbeiterbeweg uit g. die Stärkung der Naturfreundebewegung, als Arbei- ganz und gar nicht besonders ähnlich sehen, die ver- die dramatische Schule Dr. Currys absolvierte, Der Referent unterfucht die Zusammenhänge vi- terwanderbewegung in sinngemäßer Buſammenarblüffende Aehnlichkeit ist vielmehr die Ausnahme. ging er zum Theater. Er spielte in Amerika und ichen der Arbeiterbewegung und jener der Natur- beit mit den andern Arbeiterorganisationen wird erit Solche Ausnahmefälle sind sehr lukrativ, so haben Schweden- hauptsächlich in Dramen von Sha freunde und fonstatierte, daß die Naturfreunde eine recht ermöglichen unserm schönen, hehten Biele au. B. die Schwestern Gloria und Barbara Brewster, tespeare und Jbsen. Für den Film wurde er zum Aulturbewegung in die Arbeiterschaft getragen has dienen." die vielleicht das einzige echte Zwillings- Sister- Paar erstenmal vor 20 Jahren engagiert. 132 en id ie Hie Tis ere im en te. ves et te, md um Nr. 187 Bei den österreichischen Donnerstag, 11. August 1938 jüdischen Flüchtlingen Von Wilhelm Nießner Warum sie flüchteten Bereitwilligst werden mir in der Zentrale die Statasterblätter zur Einsicht überlassen, auf denen neben allen Personaldaten von jedem einzelnen Flüchtling ein furzes Protokoll aufgenommen er scheint und auch die Gründe der Flucht angegeben sind. Als ich mich in die jüdische Flüchtlingszentrale| ster Seele unglücklich gemacht. Schon ihr Anblick ist begab, die in Brünn in einem sehr alten, doch ſau- eine ergreifende Anklage gegen iene, welche diesen beren Hause in der Bratislavská untergebracht ist, menschlichen Jammer verschuldet haben. war ich auf viel menschliches Elend gefaßt. Aber dann Nur zwei sozusagen beamtete Funktionäre gibt erlebte ich während meines fast zweistündigen Auf- es in der Flüchtlingszentrale. Alle übrigen die mit enthaltes dort eine Szene und mit meiner Fassung helfen, Männer und Frauen, opfern Beit, Behagen, war es vorbei. Eine tags vorher auf abenteuerliche Arbeit und Ruhe vollkommen unentgeltlich. Es ist Weise über die Grenze gekommene Familie, Vater, bewundernswerter Opferfinn, von Menschenliebe geMutter und stei Söhne, war in das Anmeldezimmer tragen, der hier im Stillen wirkt und bemüht ist, hereingeführt worden. Der Bater, 1865 geboren, der. durch politischen und Rassenhas Entwurzelten also 78 Jahre alt, erzählte nach Angabe aller Ber- das Leben fristen zu helfen und den Weg zu einem fonalbaten seine Geschichte. Er war bis vor kurzem neuen Leben zu ebnen... Großlaufmann, seit 1898 in Wien seßhaft und dortbin zuständig. Sofort nach dem Umstura im Mära wurde ihm ein ,, Rommissar" ins Geschäft gesetzt, der allein anzuordnen hatte. Der Prozeß der„ Arisierung" des Geschäftes, das heißt die Beraubung des bisherigen Besizers, war den Nazis offenbar zu langsam gegangen. Nun leidet der 73jährige Kaufmann an Magengeschwüren und er bat, die Behörde möge ihm einen Suraufenthalt in Karlsbad gestatten, doch da wurde ihm die Antwort eines Kommissars zuteil:„ Der Jud folltrepieren!" und in nicht mißzuverstehender Weise wurde ihm bedeutet, daß man ihn an statt nach Karls bad nach Dachau transportieren werde. Er war fich bewußt, daß dies feine leere Drohung war. Alles ließ die Familie zurüd: Wohnung, Kleider, Einrich tung, Geschäft und rettete das nadte Leben. Niemand von der Familie weiß, wo sie bei Nacht über die Grenze gekommen sind. Während der alte Mann berichtet, fliegen ihm die Tränen über die Wangen und ein Weinkrampf schüttelt seinen zarten Körper. Tiefbetwegt treten die Söhne zu ihm und legen begütigend ihre Hände auf seine Schultern. Alle im Raum Anwesenden sind erschüttert. Ein Bild von unserer Zeiten Schande, das sich unauslöschlich in die Seele eingräbt und das die Vision des ruhelosen ,, evigen Juden" aufsteigen läßt. Es ist wahrhaftig nicht die einzige aufwühlende Szene, die ich miterlebe. Soeben telephoniert jemand, der ein Gurtengeschäft.betreibt, er benötigt zwei Silfsarbeiter. Zwei der im Raume befindlichen Menschen melden sich freudig zu dieser Arbeit, die ihnen die Aussicht auf ein paar Kronen Verdienst bietet, darunter einer, dessen Lebensgeschichte ich gerade feststelle. Dieser eine war bis vor wenigen Wochen zehn Jahre hindurch Befizer einer Advotaturstanzlei in Wien, heute ist er Almoſenempfänger, denn nichts als die dürftig gewordenen Kleider, die er am Leibe trägt, find ihm nach der Flucht aus der nazistischen Hölle verblieben. Er hat sich den saß eines heute als Führer der SS mächtigen Polizeibeamten zugezogen, In den meisten Fällen besagen die Protokolle: Vollkommene Eristenslosigkeit. Es handelt sich um Angestellte, die auf Druck der Nazis entlassen wurden und sich jeder Möglichkeit beraubt sahen, wieder eine Anstellung zu finden, in vielen Fällen auch um total ruinierte Geschäftsleute, die förmlich über Nacht gebracht wurden. Die Methode, nach der hiebei verfahren wurde, ist höchst einfach. Es wurde ihnen das Verfügungsrecht und die Leitung im Geschäft entzogen, irgendein Kerl als„ Kommissar" hineingefeßt, der keine Ahnung vom Geschäft hatte, dafür em verläßlicher Nazi ist und dem 30 Schilling pro Tag bezahlt werden müſſen, manchmal sind es au zwei solcher Kommissare", die daran arbeiten, das ihnen anvertraute Geschäft tahlzufressen, was unfehlbar gelingt. Bald stellt sich heraus, daß das Geschäft mit Defiait arbeitet. Weigert sich der Geschäftsmann noch, Konkurs anzumelden, so wird er einfach wegen schuldbarer Krida" eingesperrt und nicht eher ausgelassen, als er sich nicht bereit erklärt, das Geschäft einem schon bereitstehenden Nazi zu terlaufen, was regelmäßig um einen lächerlich geringen Kaufpreis erfolgt. In vielen Fällen wird ihm angeraten", das Geschäft von vorneherein zu verkaufen und unverhüllt angekündigt, daß er sonst ins Konzentrationslager abwandern würde. auf den Lebensstandard von Bettlern für den einzelnen Flüchtling mehr als 1.80 Kč tägs lich koste. Immerhin muß man staunen, daß für einen solchen Betrag diese Beköstigung den armen Menschen zuteil werden kann. Im Küchenraum herrscht afrikanische Site. Im Sofe gibt es reges Leben, ein unaufhörliches Kommen und Gehen, denn mit etwa hundert jüdischen ehrlingen aus Karpathorußland werden über 500 Menschen hier verköstigt. Man merkt es den Effenten an, wie ausgehungert und wie froh fie find, wenigstens vor dem Hunger bewahrt zu sein. Man sicht dürftig und gut Gefleidete in buntem Durch einander. Ich spreche mit vielen der Flüchtlinge, es sind darunter Arbeiter und Angestellte, aber auch Aerate, Advokaten, Ingenieure, Architekten und felbständig gewesene Staufleute. Man merkt ihnen die feelische Gebrüdtheit an, aber auch folche gibt es, die voller Zukunftserwartungen find. Am härtesten empfinden alle die Ungewißheit und die eratvungene Untätigkeit. In den Nachtashlen Seite 5 einer dicht neben den anderen. Leintücher gibt es nicht, nur einen fleinen Bolster und eine dünne Dede und etiva noch kleiderhalen, an denen einige Klei der hängen. Vereinzelt sieht man Koffer, sonst erschredende Kahlheit. Jedes Zimmer enthält soviel als Strobjäde Platz haben, acht bis neun. Das Waschen der Wäsche wird von Männern und Frauen gemeinsam besorgt. Ueberall der Geruch der Armut. An Bargeld erhält jeder Flüchtling wöchentlich einen Betrag von 26.50 Kč; das dient zur Bezah lung des Nachtlagers und des Frühstücs. Das Nachtlager foftet pro Flüchtling und Tag 8 Kč, verbleiben 5.50 Kč in der Woche für das Frühstück und sonstige eine Ausgaben. Die Mittel werden von und durch die Ifraelitische Stultusgemeinde aufgebracht, es find 10.000 Kč wöchentlich erforderlich. Nur das Notwendigste kann den Flüchtlingen geboten werden, dennoch sind sie glücklich in dem Gefühle, wenigstens Leben und Freiheit gerettet zu haben... Seelisch erschüttert vom Elend und Unglück dies fer Ausgestoßenen beende ich meine Besuche bei ihnen. Den Unterkünften für die Flüchtlinge merft man 3ch habe die Opfer des neuzeitlichen Sasses geschen, das rasch Improvisierte ebenso wie das Beittveilige re traurigen Schidfale mir erzählen laffen, ich habe an. Viele sind einzeln und familientveise in Pri aber auch die Menschenliebe am Werke gesehen, den batwohnungen untergebracht, doch gibt es auch soge- Schiffbrüchigen in ihrer Lebensnot beizustehen. Es nannte„ Kollektivs". Ich besuche ein solches in der sind gewiß die verschiedensten Gattungen von MenStröna. In dem großen, uralten Gebäude, das wohl schen, die von der politischen Sturmflut ergriffen zu einer Art Ghetto gehört haben dürfte, werden und hergeschleudert wurden, jedenfalls sind es Men nach und nach alle leer werdenden Wohnungen für ichen, ilfsbedürftige und denen sollte und Flüchtlingsnachtlager hergerichtet. Das heißt, es müßte in ihrer Not ohne Ansehen der Person geholwerden Strohsäcke auf den nadten Boden gelegt, jen werden! Volkswirtschaft und Sozialpolitik Die deutschen Postler gieichen Zahl wie in besseren Jahren würden beschäftigt werden können. Diese Hoffnung wurde Ein deutscher Postler schreibt uns: Unter nun durch die neuerliche Wirtschaftsstockung zudieser Ueberschrift veröffentlicht die letzte Num- nichte und auch die wenigen beschäftigten Arbeitsmer der Gewerkschaftszeitung der deutschen Post- kräfte sind dieser Tage entlassen worden. Grund: ler, die vor einiger Zeit aus dem„ Deutschen Ge- Auftragsmangel. Infolgedessen sind wieder 50 wertschaftsbund" ausgetreten sind, einen längeren Prozent der Bewohner Blottendorfs arbeitslos. Artikel, der sich mit der Lage der deutschen Postler beschäftigt. Erhöhter Anteil an Ungarns Außenhandel Der Artikel weist auf die Zustände hin, die 1918 bei der Post herrschten und erklären, daß sich seit dieser Zeit die Zustände sehr zum Schaden der deutschen Postler geändert haben. Noch im Des zember 1918 gab es bei den einzelnen Postdirek tionen eine große Anzahl führender Stellen, die von Deutschen besetzt waren. der schmutzige Autogeschäfte gemacht hat und dem er er sich berpflichtet, schleunigst das Land zu verlassen. eine Verständigung zu schaffen, um diese Zustände ionen Pengö echo03) Mil ist das Budapest. Die Tschechoslowakei hat im ersten Halbjahr 1938 ihre Stellung im ungarischen Außenhandel erheblich gefestigt. Als Abnehmer ungarischer Produkte stand sie nach GroßdeutschEs gibt noch andere Gründe für die Flucht. land, Großbritannien und Italien an vierter Wegen irgend eines erfundenen Verdachtes werden die Menschen eingesperrt, manchmal nach einigen Ohne Zweifel, es ist vieles geschehen in die Stelle, während sie im Vorjahre den siebenten ( 7.32) Millionen Pengö nahezu doppelt so hoch Tagen entlassen, bald wieder in Saft gesetzt, ein ſen Jahren, was man einfach ablehnen muß, aber Platz einnahm; die Bezüge waren mit 14.02 Spiel, das so lange fortgesetzt wird, bis der Geheßte nie und nimmer iſt auch von den deutschen Poſt- wie im Vorjahre. Die ungarische Einfuhr aus der so weit ist, ein Protokoll zu unterschreiben, durch das lern ernstlich der Versuch unternommen worden, Tschechoslowakei beseitigen zu können. Immer wurde von deutscher mit unter den Lieferanten Ungarns an die dritte Seite die Frage hart auf hart geſtellt, nie verſucht, mit der Tatsache zu rechnen, daß wir uns in lei- Stelle vorgerückt, während sie im Vorjahr den nem deutschen Staate befinden. Wenn unsere deutſchſten Plaß eingenommen hatte. Infolge der schen Poſtler objektiv und nüchtern einmal dieſe tärkeren Ausfuhrſteigerung Ungarn na der Frage prüfen würden, so müßten sie feststellen, auf 3.05( i. V. 4.70) Millionen Pengö geſentt. Tschechoslowakei hat sich das ungarische Passivum daß es in dieser Entwicklung einmal einen Lichtblid auf Besserung gab. Der 18. Feber. Hunderte Neuaufnahmen, hunderte Beförderungen, Beffe rung in jeder Beziehung und vor allem die Mauer des nationalen Chauvinismus auf beiden Seiten, Berlin.( Havas.) Die andauernde Baisse an konnte damals ins Wanken gebracht werden. Viele den deutschen Börsen und die fast vollständige Einder Herren, die heute das große Wort ihrer natio- stellung der Käufe haben dazu geführt, daß die nalen Tat des Bekenntnisses zu Konrad Henlein Errichtung eines Bankenkonsortiums zweds Beim Munde führen, verdanken diesem 18. Feber hauptung der Kurse erivogen wurde. Die diesbe allein ihre Stellung und Beförderung. in einem Prozeß als Gegner gegenübergestanden ist. Un gewissen Formen läßt man es nicht fehlen, Dieser SS- Häuptling hat herausgefunden, der es vollzieht sich sozusagen alles gesetzlich". Mit ProAdvokat habe im Jahre 1931 einen Prozeß geführt, totollen, Unterschriften, Kommissaren und Verkäufen, in dem ein„ unſoziales Urteil" erfloſſen ſei.„ Der mur eben, daß die so gefeßlich Behandelten am Ende Jud' muß verschwinden!" Anzeige, drohende Verhaf- des Verfahrens restlos ihres Sab' und Gutes betung, Flucht bei Zurüdlassung aller Habseligkeiten. raubt sind. Frühere Kollegen der Nazis, die ettva in An der Grenze Verhaftung, drei Tage unentgeltliche den Abruzzen hausten, arbeiteten mit Teraerol, Dolch Garzenarbeit unter Beschimp d Drohungen, und Steinflinte, heute werden diefelben Brede viel dann Transpe Bandesinnere, abermals Flucht leichter und glatter in den Formen und Methoden eine ganze Suche vergeht zwischen Arrest, nasistischen Rechtes erreicht. Zwangsarbeit und immer erneuerten Fluchtversuchen, bis es dem Gehezten gelingt, tschechoslowakisches Gebiet zu erreichen. Er hat in Wien alte Eltern erhalten und eine Schwester mit zwei Kindern, deren Schicksal ihm unbekannt ist. In der Zentralstelle für FlüchtIingswesen Ständige Kursrückgänge an der Berliner Börse züglichen Verhandlungen führten nicht zum Ziel, da die Liquidität der Banken infolge der großen Bedürfnisse der Induſtrie und der Unmöglichkeit, die sechsmonatigen Lieferantenanweisungen, die seit April anstelle der früheren kurzfristigen Aniweisungen ausgegeben werden, bei der Reichsbank Ein wirksames Mittel zur Förderung der jüdichen Auswanderung sind Drohungen. Die ohnehin aufs äußerste verängstigten Opfer werden vor irgendein Nazi- Tribunal geladen, oder zur Gestapo, tvo sie einem zermürbenden Kreuzberhör unter8cgen werden, wobei immer wieder mit dem Kons Nicht viel war es, was den Postlern gebracht sentrationslager gedroht wird, oder es werden ihnen werden konnte, nicht viel dem sudetendeutschen die Pässe mit dem Bedeuten abgenommen, sie sich Volle, aber tausendmal mehr als ihnen die Sd bei der Gestapo abzuholen. Da die Eingeladenen gebracht hat und noch bringen wird, zu der der wissen, was sie dort erwartet, sieben sie es vor, unter Berband mit vollen Segeln gesteuert ist, die uns Zurücklaffung ihrer Sabfeligkeiten bei Nacht und nichts gebracht hat, als eine wirtschaftliche Not, au estomptieren, beschränkt ist. Die Lieferantennichts als die Wiedererweckung der Welle des anweisungen sollen nunmehr nach Fälligkeit aus nationalen Chauvinismus. Das ist der Erfolg, zu normalen fiskalischen Quellen honoriert werden. dem sich der Verband beglückwünschen fann: Daß doch fragt es sich, ob diese Operation nicht auf er nicht mehr das Organ der in ihm organisierten große Schwierigkeiten stoßen wird. Die Baisse an deutschen Postler ist, sondern zum Werkzeug an den deutschen Börsen wiederum wird den überderer Interessen wird. Aber vielleicht läutet auch stürzten Verkäufen von seiten der Juden, den Fol den deutschen Postlern einmal das Glöckchen der gen der internationalen Situation, dem großen Bedarf der Industrie und keineswegs in letzter Besinnung. Linie der Erhöhung der Körperschaftssteuer zuge= schrieben. Infolge der Nähe Wiens tst Brünn die erste Auffangst elle für den Strom der Flüchtlinge geworden. Seit Mitte Mära vergeht kein Tag, an dem nicht eine Anzahl dieser gehezten Rebel zu verschwinden. Elendstinder den Weg hieher gefunden hätte. Zur Hatte jemand jemals mit einem SA- Manne Zeit sind es ungefähr fünfzehn Menschen täglich, die eine Auseinandersetzung, so gestaltet sich sein Leben auf legale oder illegale Weise herüberkommen, doch gibt es auch oft Lage, an denen 30 bis 40 zur An- 34 einem Martyrium. Er wird zu schwerer und ents würdigender Straßenarbeit herangezogen, muß meldung erscheinen. Tafeln mit ihn und die Juren im allgemeinen beschimpfenden Aufschriften herumtragen, wird um seine Existenz gebracht, beschimpft, geschlagen, so daß cr vorzieht, nicht zu Hause zu bleiben und die erste Gelegenheit zu benüßen, um zu fliehen. Die Bespeisung Krise der ostböhmischen Pfeifenindustrie Die Wirtschaftslage Englands. London. In einem Leitartikel befaßt sich die Times" mit dem finanziellen Ausblick und der Im ersten Stockwerk drei kleine Räume, alle mit Menschen gefüllt. Nur mühsam kann man sich durch den ersten Raum durchzwängen, in dem Männer und Frauen oft stundenlang geduldig warten, ehe ihre Angelegenheit behandelt werden kann. Mit jedem Neuangekommenen wird ein Protokoll aufgenommen, Der Verlust des österreichischen Absatzgebiets das neben den Personaldaten alle Angaben über die Die Küche, in der die Mehrzahl der Flüchtlinge hat eine wahrscheinlich zwar nur vorübergehende, Gründe der Flucht und über das eventuelle Reiseziel Effen erhält, befindet sich in der Legionärstraße. Sie aber schwere rise in der oftböhmischen Pfeifenei.thält. Leute der verschiedensten Gesellschaftsklassen st schon im Jahre 1914 entstanden, damals diente industrie herbeigeführt. Nahezu die Hälfte der bis- Wirtschafts- bzw. budgetären Lage Englands. In erscheinen hier und bilden auſammen eine erschüt- jie der Verpflegung von etwa 1700' flüchtiger gali- herigen Arbeiterschaft mußte wegen Auftragsman- dieſem Artikel wird auf die budgetäre Belaſtung ternde Symphonie menschlichen Elends. Viele bringen sischer Juden, diente dann einem von einem Silfs- gels entlassen werden, so daß allein bei der Ar- durch die Aufrüstung hingewiesen und erklärt, es ins Eril nichts mit als was sie am Leibe tragen, fomitee erhaltenen Knabenfreitisch. So gut wie alle beitsstelle des Bezirtes Stutec nicht weniger als lönne nicht in Abrede geſtellt werden, daß sich der mitunter ist sogar dieses unzulänglich oder in einem notwendige Arbeit wird freiwillig von Männern und 100 beschäftigungslose Pfeifenarbeiter in Evidenz Umfang der induſtriellen Aktivität ungeachtet der trostlosen Zustande, ſo daß sie mit Kleidungs- und Frauer, in bewunderungswürdiger Art besorgt. Ueber geführt werden. Es sind nun Verhandlungen anwachsenden Rüstungsaufträge in vieler Hinsicht Wäschestüden versorgt werden müssen. Ueber ihre die Buteilung des Effens wird genaue Kontrolle ge- weds Erschließung neuer Absaßgebiete im Gange. vermindert habe. Die Rückgänge im Eisen-, Lebensbaten befragt, geben sie, die oft vierzehn- bis führt. Die Bespeisung erfolgt an langen Tischen Das Ergebnis dieser Verhandlungen wird im Stahl- und Textilhandel, sowie in der Montanachtzehnstündige Fußmärsche zurückgelegt haben, in einem wenig freundlichen Sofe, doch werden auch inblick auf den sehr guten Nuf, dessen sich die industrie seien größer als dies saisonmäßig beindustrie seien größer als dies saisonmäßig be= manchmal ganz verivirrte Antworten- die ausge- die verschiedensten Gegenstände als Sibgelegenheit standene Angst und die Strapazen haben eine Art benüßt.„ Unberufen!" Go fagt mir die sapere Grzeugnisse der ofſtböhmischen Pfeifenindustrie in- dingt wäre. Obzwar der finanzielle Ausblick an So ternational erfreuen, günstig beurteilt. Nervenfieber bei ihnen hervorgerufen. Leiterin der Ausspeise- Aktion: Noch hat niemals Mitunter ist die Polizei nervös und greift a ein Regen die Ausspeisung im Hofe unmöglich geund dort einige der wer immer sie auch seien macht, denn sonst müßten die Flüchtlinge im Vorgehezten Menschenkinder auf, droht, sie an die Grenze aus das Effen einnehmen"- ein anderer Raum Kaum teilweise wieder im Betrieb, wurde die zu überstellen, tut es wohl auch in einzelnen Fällen. existiert leider nicht. Ich koste das Essen, es gibt große Samtfabrit der Firma Ignaz Richter und Dann geht ein panischer Schrecken durch die Un- Suppe, dann Semmelfnödel in Dillesoße, ich finde Söhne in Blottendorf bei Haida wieder stillgelegt. alles fauber und bei aller Einfachheit schmackhaft. In der Fabrik, die früher einige hundert Arbeiter Zweimal in der Woche gibt es auch ettvas Fleisch. beschäftigte, war die Erzeugung vor einigen MoNeben der Mittagskost erhält jeder ein fleines Batet naten aufgenommen worden. Daran hatte man in für den Abend, in dem sich zwei Brotschnitten, da- dem unter der Krise der Glasindustrie leidenden bel allen Anlässen zwischen Butter oder Käse oder Bomidel, befinden. Gebiet die Hoffnung geknüpft, daß in der BlotLeiber erlauben es die Mittel nicht, daß das Effen glüdsschar. Man sieht viele junge Leute, diese scheinen das traurige Los der Emigration noch am leichtesten au ertragen, doch auch Frauen, Mütter und alte Leute gibt es sie sind oft ganz verstört, das fähe Losgeriffentverden von Seim und Befit hat fie in tiefStillegung in der Samtindustrie dem Normalstandard gemessen als ernst erscheine, rechtfertige nichts unüberlegte Maßnahmen. Es sei flar, daß die Finanzpolitik in diesen Tagen nicht nach dem Normalswert beurteilt werden und auch nicht auf der normalen Linie verlaufen könne. GEDENKET tendorfer Fabrik zumindest weibliche Sträfte in der der Arbeiterfürsorge! Seite 6 Chinesisches Warum Chinesisch eine schwere Sprache ist? Das begreift man, wenn einem durch drei Wochen Säße im Kanton- Dialekt eingebläut werden und einen dann Kanton- Chinesen einfach deshalb nicht verstehen, weil es in diesem Gebiet allein vier verschiedene Arten der Betonung gibt, weil dort ein und dasselbe Wort, je nachdem, ob monoton, mit steigender oder mit fallender Betonung oder stakfato spricht, verschiedene Dinge bedeutet. Wenn man dann in Betracht zieht, daß an der Mündung des Jangtseliang eine Sprache gesprochen wird, die von der, die man im Mittellauf oder an den Jantie- Fällen spricht, so verschieden ist, wie Rusjisch von Italienisch, so fällt einem die Wahl schwer, ob man Chinesisch lernen soll oder Arabisch. Arabisch nämlich ist die Sprache, in der es 34 verschiedene Arten der Pluralbildung gibt... ,, Sozialbemokrat" odbat Prager Zeitung Zwei Lebensauffassungen Die eine nahm das Leben zu ernst...! Die einundzwanzigjährige Kassierin Anežka Lerová, ein braves und ordentliches Mädchen, fam von Schlesien nach Prag in Stellung. Nach einiger Zeit reifte fie in den heimatsort zu Besuch. Groß war ihr Entfeßen, als sie von dem Tratsch erfuhr. den man über sie verbreitete. Sie lebe angeblich in Prag unsolid, habe..jeden Augenblick einen anderen": Verbreiter dieser Lügen waren einige Burschen, die fich um das Mädchen ohne Erfolg beworben hatten. Anežka Lerová nahm sich das sehr zu erzen. Sie fuhr zurüd nach Prag, ging zu einem Arzt. der ihre Unschuld atteſtierte, schrieb einen Abschiedsbrief:„ Ich fann in solcher Schande nicht leben!" Ging dann in ein Haus in der Heinrichsgaffe, vier Stock hoch, und stürzte sich in einen Aufzugsschacht. Schwer verletzt schaffte man sie in das Krankenhaus, wo sie den Verlegungen erlag. Es gibt in China viele Tempel, die den Göttern der Hölle geweiht sind. Hier versuchen die Sünder, ihre bösen Taten abzubeten, hier geloben Die andere wollte das Leben genießen! sie Besserung. Die Ausschmückung dieser Tempel nimmt ihnen aber auch jede Lust an weiteren Sün- Unweit des Rieger- Kais war eine Hausgehilfin den, denn chinesische Künstler haben den Aber- angestellt, die in einem nahegelegenen Laden die gläubiſchen und Furchtſamen eine Hölle hin- Einkäufe beforate. Es iſt ein lebenslustiges Geschöpf gemalt, die das Inferno, wie es Dante in seiner und unterhielt sich gern. Dabei entging ihr nichts. göttlichen Komödie schildert, als Grausamkeit was um sie herum geschah. Auch das nicht, daß in übertrifft. Seltsam ist, daß die meisten der Höllenstrafen der chinesischen Mythologie mit denen Dantes übereinstimmen, troydem diese Wildwerke älter sind als die Hölle der„, Göttlichen Komödie". In riesigen Bildern ist in den Tempeln 19. dargestellt, wie sich der Strom der armen Seelen in die Hölle ergießt und wie der Todesdämon seine Opfer zur Richtstätte schleppt. Ein Höllenfnecht mit Schweinskopf, Stoßzähnen und Hörnern spannt einen Sünder in den Stock und schleppt ihn zur Folter. Andere müssen ihre Sünden auf bren nenden Scheiterhaufen büßen, auf denen sie trotz aller Glut nicht verbrennen. Etwas eigenartig ist die Phantasie eines Malers, der seine Opfer, wohl die kleineren Sünder, unter eine Art überdimensionaler Zitronenpresse steckt und sie dort schmachten läßt. Der gute Einkaufsmarkt! REICHENBERGER MESSE 14. bis inkl. 21. August 1938 Allgemeine u.Technische Messe- Textilmesse usw. SONDERAUSSTELLUNGEN Elektro- Sonderschau Drogiston- Werbeschau Leistungsschau der modernen Zahntechnik Kempf dem Verderb Luftschutz- Messa 33% Fahrpreisermätigung, auch im Flugverkehr Messe- Legitimationen erhältlich in den Verschleifstellen in allen gröheren Stadien und im Messeami Reichenberg Madl aus Žižkov die Brieftasche entwendete, in der jich fast 15.000 Kč Bargeld, verschiedene Belege und Bestätigungen befanden. Es sah sehr böse aus verlief aber noch günftig. In Prag II an der Legionen- Brüde" fam das Auto, das der 26jähr. Handlungsgehilfe L. Sally lenkte, ins Schleudern und fuhr gegen das Geländer. Durch den Anprall wurde diefes in der Länge von fünf Metern durchbrochen und die Stüde fielen ins Wasser. Der Wagen fam zum Stehen. Zum Glüd war um die Beit des Unfalls feine große Frequenz auf der Brücke und es kam niemand, außer dem Wagen, zu Schaden. Donnerstag, 11. August 1938 Nr. 187 83jährige Greifin ohne Aufficht. Auf dem Meinfeitner Ring wohnt eine 83jährige, ehemalige Privat lehrerin. Sie lebt ganz einsam, hat niemand, der sich um sie fümmert. Troß des hohen Alters verrichtet die Greifin alle Hausarbeiten und tocht noch für sich felbst. Als sie Dienstag morgens etwas wärmen wollte, zitterten ihre Hände schon zu sehr oder vielleicht sah sie nicht mehr gut genug jedenfalls tippte der Spiritusfocher um und entzündete den Bola Negri in dem Film„ Die heilige Lüge". Strohjad, allerhand Kleidungsstücke und bald stand der Wohnraum in Flammen. Nachbarn bemerkten dice Rauchschwaden und verſtändigten die Feuerwehr. Nach halbstündiger Arbeit fonnte der Brand gelöscht und die Greisin noch rechtzeitig aus der Wohnung gebracht werden. Bargeld und Kleider sowie Wäsche im Werte von 4000 Kč mit. Ausflugszüge der Staatsbahn. Vom 18. bis 15. August eine Erfurfion nach Schloß Týnec bei Klats Prag, die Stadt der Kirchen. Sie sind Sehens- tau für 150 Kč; vom 13. bis 16. Auguft eine Erfur würdigkeiten, die Prager Kirchen und jetzt ist man fion nach Kremnica. Sliač und Banská Bystrica für daran, sie zu renovieren. Die Kleinste von ihnen, die 298 Kč und vam 13. bis 21. August eine Ertursion St. Joh. Täufer- Stirche, ist im guten Sinne des Wor- von Eger bis Herrnsfretschen für 598 Kč.- Anmel tes bis zur Unkenntlichkeit verwandelt. Aehnliche Dungen und Informationen im Referat neben dem Verschönerung ist der Kirche„ U Sibernu" zugedacht. Wilsonbahnhof. Telephon 888-35, Man plant dort die Unterbringung der Reisedienst Propaganda und eine ständige Ausstellung des Schulzweiten Teil der Renovierung hinter sich. Der Turm miniſteriums. Die Gradſchiner Loretto- Stirche hat den bekam neue Blechbedachtung und gründliche Revaras tur. Jezt kommen die Kirche und die BildhauerArbeit dran. In der Kirche auf dem Weißen Berg wurden über 60 Fresten und Malereien repariert. Filme in Prager Lichtspielhäusern 1 E S G de be ib id te Ti ei in b di b be fi V Adria„ Tarzans Rache"( A.)— Alfa„ Duchas čet schafft alles"( Tsch.) Apollo„ Die tolle Jagd nach Nuhm"( A.- Lilly Pons.) Avion Die Flucht von den Teufelsinsel"( A.) Bajtal Die Armeezwillinge"( Tich.- Plachta, Pešet).- énig Neues Zentralgebäude des Sozialinstituts von Ich bin verliebt"( A. Grace Moore, C. Grant.) Groß- Prag. Es wird in der Bartolomějſtá Nr. 206 Flora Alice Adams"( A.- Hepburn.) und 307 erbaut und eines der modernsten Amisge Hollywood Die tolle Jagd nach Ruhm"( A.) der Lade hinter dem Pult das Geld aufbewahrt bäude der Hauptstadt sein. Ab 1. August 1939 dürf- Hvězda Tarzans Rache"( A.)- Julis„ Berliebte wurde. Soviel Geld! Was könnte man da nicht alles ten bereits sämtliche Referate in den Neubau über- Herzen"( D. Sörbiger.) Kinema Journale, Das eigenartigste an dieser chinesischen Hölle faufen!... iebt ist mir das Strumpfband...!" siedeln. Das Gebäude wird fünfstödig sein, der eine Grotesken, Reportagen. Koruna Journale, Gros ist aber die Buchhaltung. Mitten in all dem Grau- flagt eines Tages die Kleine und bittet den Kauf- Traft ist bereits ziemlich hoch gediehen, während tesfen, Reportagen. Lucerna Feurige Küffe"( 3. Tino Rossi.)- Metro Fräulein Autor"( A. sen, in all der Bein, sitzt ein bildschönes Mädchen mann, er möge sie hinters Pult" lassen. um den infolge tiefer Kellergewölbe, die abgetragen werden, Passage Feurige Stüffe" im Kimono Auf dem Thron neben ihr blickt der Toiletifehler zu reparieren. Da andere Stunden im der Vorderbau noch längere Zeit in Anspruch nehmen Alice Faye, Br. Riß.) Laden waren, fah der Staufmann ein, daß man nicht wird. Der Bau ist ein Projekt des Arch. Ing. Boh.( Ital.- Tino Rossi.) Praha Die Flucht von Söllenfürst inster und majestätisch auf sein Reich, vor aller Welt ein Strumpfband richten könne und Soz át, der Aufwand beträgt 13 Mill. Kč. Eine den Teufelsinseln"( A.) Stant..Ein weis von Drachen behütet- feine seiner Seelen entgeht nichte zustimmend. Zwar dauerte die Reparatur etwas S03 i al beratungsstelle wird so atved- ße 3 Segelamorizont"( N.)— Svēts. seinen scharfen Augen. Das Mädchen im Kimono lang, doch der Kaufmann achtete nicht darauf. be- mäßig errichtet, daß ein rasches und erfolgreiches zor..Ich bin verliebt"( A.- Moore, C. Grant.) aber führt Buch, sie ist die Sekretärin der Hölle. diente die Kunden. Mit schönem Dant und fröhlichem Amtieren gesichert ist. Natürlich werden auch alle an- Beletry.Der König amüsiert fich"( Fr.)— Belve In langen Regalen liegen die Rollen, auf denen Gruß verließ das Mädchen den Laden. Erst deren Sozialressorts awedmäßig untergebracht und dere.Der Rächer"( J. A. Moiffi.) Beieba Sünden und Vergeltung in Soll und Haben fein abends bemerkte der Staufmann, daß aus der Tisch ebenso natürlich ein moderner Luft- Gewitter im Mai"( D.) Illufion.Herbstma nöber" Lido II„ Ein weißes Segel am Sünder wird lade Geld 1400 Stronen- fehlte. Jest If cusfeller eingebaut. fäußerlich eingetragen werden. Jeder inte pit ihm das Mädchen und ihr langes Verweilen vinter. Ein föwerer Unfall in Brag XII, in der Stolin- Sorizont"( St.) 2011 in the Genea dem Bult ein und er forschte nach der Sünderin. Die ffá, ereignete sich Dienstag nachts. Zwei Motorrad-( A. Mac Donald.) Macešla Ein weißes ordnungsgemäß in der Kartothek nach, läßt sich Familie, bei der die 21jährige bedienstet war: weilte fahrer wurden dabei berlebt. Der Lastkraftwagenlen- Segel am Horizont"( R.)- Olympic..Surrifan" durch einen Höllenknecht die in Frage kommende auf Urlaub, das Mädchen war noch am Nachmittag ter V. Kohout aus Bitov stieß auf das Motorrad und( A.) Roxy Alice Adams"( A.— K. Sep. Stammrolle herunterreichen und pinselt zierlich nach Náchod es ist ihr Heimatsort gefahren. dadurch stürzte der Motorradfahrer St. Stoufal und burn.)- Tatra„ Der Schritt ins Dunkel"( Tich. mit Tusche die Personalien auf das Blatt. Ein Telegramm genügte und ein unangenehmer sein Sozius vom Rad. Koukal fiel unter das Last- Rolf Wanka.) Vejvoda„ Das Licht seiner Empfang stand der jugendlichen R. S. gleich beim auto, das aber rechtzeitig zum Stehen gebracht wurde. Augen"( Tich.)- Valdet..Der Sender im Banger. Verlassen des Buges bevor: der Gendarm nahm fie Die Verlebten wurden in das Krankenhaus, der Len- wagen"( A.). mit. Den Geldbetrag, den sie bei sich trug, nahm er fer des Lastautos in Saft gebracht. Er fühle fich ihr auch gleich ab. Dieses Gemälde mit dem bildschönen lleinen Chinesenmädchen, das ein Engel sein könnte, wenn es eben keine Teufelin wäre, versöhnt mit dem Schreckenstempel. Man sieht wieder, es ist unter der Erde wie über der Erde, sei es in China oder sonstwo: der Höllenfürst glaubt zu herrschen, und in Wahrheit regiert die Bürokratic. MTV Achtung vor Taschendieben auf den Bahnhöfen! Auf dem Wilsonbahnhof gelang es einem Spezialisten" so geschickt zu arbeiten, daß er dem Kaufmann Die japanischen Historifer behaupten jedoch, 1 nicht schuld an dem Unfall, behauptete er, ein Ber- Verlanget überall sonenauto habe zu jäh gestoppt und ihn irritiert. Ausgeraubte Wohnung in Prag XII. In die Wohnung des Ing. Kubit in der Uzstá drangen Einbrecher durch das Fenster ein und nahmen 1200 Kč Derhoffnungslose Kampf die State der Etas sei viel älter als der auf das der wirtschaftlichen Befreiung und Zulaffung zu der Etas Jahr 552 n. Ch. zurückgehende japanische Buddhismus. Schon Jahrhunderte vorher have der Shintoismus für jene Berufe, die seiner Abfchen gegen Blut und Tötung widersprechen, eine besondere Staste geschaffen, deren Angehörige das mats Kogarabe"( verunreinigte Leute) hießen. Die Freiheitsbotschaft des Mikado Mutsuhito MTP. Tokio. Es gibt in Japan feine Barias, feine„ Unberührbaren" wie in Indien. Aber es gibt rund drei Millionen Etas, von deren Stampf um ihr Menschenrecht man durch den Fall des Soldaten Kitahara wieder zu hören bekam. Kitahara, ein einfacher Infanterist, trat bei einer Parade vor die Front und versuchte, dem Mikado eine Bittschrift zu überreichen. Darin stand, daß Im Jahre 1871 erließ der Mikado Mutsuseine Kameraden ihn, den Eta, als Paria be- hito seine berühmte Proklamation, die einen der handeln und seine Offiziere ihn nicht dagegen wesentlichsten Stlassenunterschiede beseitigte, indem schüßen. Kitahara wurde bestraft, aber seine Vor- sie die nichtmilitärischen Klassen der Bauern, gesezten auch, und es wurde wieder einmal auf Kaufleute und Handwerker mit den Etas zu der die alten Verordnungen hingewiesen, die jede beleidigende Unterscheidung zwischen Etas und anderen Soldaten bei Androhung strenger Strafen verbieten. Wer sind die Etas? neuen kaste der" Hei- min"( Plebejer) vers schmolz. Die Etas begrüßten dies Editt mit jubelnder Begeisterung, aber ihre Freude dauerte nicht lange, denn jetzt erhielten sie den Spott namen„ Shin- hei- min", neue Plebejer, und das große Vorurteil gegen sie lebte unverändert weis ter. Sie wurden in 5924 Gta- Neservationen ab Die Etas sind ein Ueberrest aus Japans gedrängt, konnten das Niveau ungelernter Ar Feudalzeit, den weder das Gesetz noch die Mah- beiter nicht übersteigen und blieben von jeder nungen moderner nationaler Vorfämpfer bisher Teilnahme an den Gemeindeverwaltungen ausaus der Welt zu schaffen vermochten. Der Name geschlossen. „ Eta" bedeutet„ unrein" oder„ nicht menschlich". So kam es, daß sie ein halbes Jahrhundert Im alten Japan waren die Etas auf die Berufe der Schinder, Schlächter, Gerber, Henter und nach der kaiserlichen Proklamation, die ihnen auf Totengräber beschränkt, und diese Beschäftigun- dem Papier die Gleichberechtigung gegeben hatte, gen mußten sie in einem streng buddhistisch- shin- genau so lebten wie zuvor, aber während dieser tistischen Lande, das sich von jeder Art der Tötung Wolfes so mächtig gehoben, daß auch die Etas Zeit hatte sich der Lebensstandard des ganzen Gesellschaft stellen. Noch heute halten die japani- von der großen Aufwärtsentwicklung ergriffen mit Abscheu abwandte, automatisch außerhalb der schen Landleute, wenn sie einem Eta begegne 1, vier Finger der rechten Hand in die Höhe; das bedeutet bierfüßig", also: Tier, kein Mensch. Die Ueberlieferung will wissen, daß die Etas von Kriegsgefangenen und Verbrechern abstammen, denen jene Berrichtungen zugewiesen wurden, für die sich die Japaner für zu gut hielten. Volkszünder schaft des Pegels", mit dem Kampfprogram'n heisha und der Kokuryukai( Gesellschaft des sämtlichen Berufen. In ihrer Gründungsproflamation hieß es: Unsere Vorfahren waren fühne Kämpfer für Freiheit und Gleichheit und wurden Märtyrer. Wegen ihres demütigenden Gewerbes des TierSchindens wurden sie selbst geschunden. Man verhöhnte sie, doch sie trugen tapfer ihr Los. Jetzt ist es für uns an der Zeit, uns zu erheben und das Brandmal von unserer Stirn zu wischen. Wenn wir durch Wort und Tat als Etas bele digt werden, so müssen wir entschlossen dem Beleidiger die Schmach vergelten." Das Banner der Suiheisha stellt eine Dornentrone im roten Felde dar, mit der Umschrift: " Drei Millionen Brüder aus den 6000 Distritten, vereinigt euch! Ihr habt nichts zu verlieren als eure Ketten!" Diese Kombination eines christlichen Emblems mit der Abwandlung eines Satzes aus dem Communistischen Manifest ist fenn zeichnend, nicht nur für die Etas, sondern auch für manche andere große Freiheitsbewegung des Fernen Ostens. Schwarzen Drachen), bis ein Regiment Soldaten die Ordnung wiederherstellte. Dann leistete das Dorf die geforderte Abbitte. Behörde, die Namen zweier gefallener Etas auf In einem anderen Dorf weigerte sich die dem Kriegerdenkmal zu verewigen. Daraufhin proklamierte die Suiheisha den Steuer- und Militärstreit und erreichte, daß die Namen nachgetragen und die für die Weigerung verantwort. lichen Beamten strafweise aus dem Verwaltungs. dienst entfernt wurden. Ist die Eta Frage lösbar? Es wird behauptet, daß zwei kürzlich pens sionierte Generäle der japanischen Armee von Eta- Eltern abstammen, aber sie wachen so eifersüchtig über das Geheimnis ihres Ursprunges, wie etwa ein zu hohen Ehren gelangter Mann in den USA. den Tropfen Negerblut verheimlichen würde, der vielleicht in seinen Adern freist. Und diese Verheimlichung ist durchaus möglich, wenn nicht auf dem Lande, so doch in den Städten; es gehört nur etwas Geld dazu, den Eta- Distrikt zu verlassen, sich zunächst in einer Vorstadt mit den armen Leuten zu vermischen, um sich dann all mählich emporzuarbeiten. Gewalt gegen Gewalt! Die Suiheisha zählte bei Ausbruch der gegenwärtigen Feindseligkeiten über 200.000 Eine Eta- Rasse gibt es nicht. Die Etas sind Mitglieder und hatte wiederholt blutige Zusam- Japaner wie alle anderen. Von seiner Umgebung menstöße mit den nationalistischen Vereinigun- deutlich zu unterscheiden ist der Eta nur in seinem gen. Einige Episoden beleuchten besser als alles Heimatdorf, weil ihn hier jeder kennt. fiven Resistenz eines Gandhi grundverschiedenen japanischen Behörden das Vorurteil gegen de andere die Leiden der Etas und den von der paſ- Es kann nicht geleugnet werden, daß die Kampf, den sie für die Verbesserung ihres Loses Etas zu entwurzeln versuchen, wo sie es nur können. Aber die Not der Etas ist weniger eine Eine Eta- Braut wurde zur Hochzeit ge- verfassungsrechtliche als eine soziale Tatsache. führt. Die Dorfbewohner zeigten mit vier Fin- Von der Aufklärung zur Toleranz, von der Tole Der gewaltige Anstoß, den der Weltkrieg im gern auf fie. Die Suiheisha trat in Aktion und ranz zu dem Gefühl, daß es in einem 100 Mil Fernen Diten auslöste, fam hinzu. Im März forderte, daß das Dorf öffentlich Abbitte leiste. Tionen- Volt teine Ausgestoßenen geben darf: 1922 versammelten sich 2500 Eta- Delegierte in Das geschah nicht. Darauf fam es zu einem das ist das Kampfprogramm, das ist die poff Kioto und gründeten die Suiheisha, die ,, Gesells mehrtägigen blutigen Stampf zwischen der Suis nung der Etas. wurden. Die Gründung der Suiheisha führen. Kirmin. Bezugsbedingungen: Bei Auſtellung ins Haus oder bei Bezug durch die Poſt monatlich Kč 17. vierteljährig Kẻ 51.- halbjährig Kč 102. aanzjährig Kč 204.-- Inserate werden laus Tarif billigst berechnet.- Rüditellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarten. Die Beitungsfrankatur wurde von der Post u. Telearabbendirektion mit Erlak Nr. 13.800/ VII/ 1930 bewilligt( Kontrollpostamt Praha 25.- Druderei:..Orbis". Drud. Verlags- u. Beitunas- A.- G. Praa. 30 21 ΤΟ tu