er. 1 2 f : כ 11 5. t Znaim, Wilsonstrasse 14. phisinu fal istapsh) sic Sovemokrat NZ Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh/ Einzelpreis 75 Heller Rebaltion u. Berwaltung: Brag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantwortlicher Rebatteur: Rar! Rern, Brag 18. Jahrgang Freitag, 12. August 1938 Protest in Berlin Deutsche Militärflieger auf tschechoslowakischem Gebiet Prag.( MND) Am 10. August um 12.40 Uhr landete am Flugplate Reichenberg ein deutsches Militärflugzeug mit der Bezeichnung D- Itme. Der Pilot heißt Dragi. mir Symt fonow, ift bulgarischer Staatsangehöriger und ſtubiert an der Kriegsschule in Sofia. Er befindet sich derzeit zur Ausbildung in der reichs deutschen Pilotenschule | Der Täter von Höhal kein Sozialdemokrat Die Wahrheit über den Totschlag an dem SdP- Mann Bayerle Unterreichenstein.( Eigenbericht.) In Von den sieben Verhafteten sind lediglich demselben Maße, in dem der Nationalsozialis drei Mitglieder der sozialdemokratischen Partei. mus den Totschlag in Glaſerwald für seine Bede Die übrigen vier sind es nicht. auszunüßen versucht, fommt die Wahrheit über dieses tragische Geschehni an den Tag. Es hat fich allem Anschein nach überhaupt nicht um eine ausgesprochene politische Rauferei gehandelt. Das Politische scheint das zufällige Beiwerk der Begebenheit zu sein. Kaufbeuren bei München, deren Eigentum auch das Flugzeug ist, mit welchem er bei uns gelandet ist. Symtfonow hatte einen bulgarischen Baßt, der ein tschechoslowakisches Visum enthält. Der Täter Hoiden, der die tödlichen Als Grund für die Landung führte er an, er habe Stiche gegen den SDP- Mann Baierle geführt hat, die Orientierung verloren. Im Flugzeuge befanden sich noch die Dokumente eines anderen Flie- wurde in den ersten Meldungen als fozialistischer gers. Symtfonow gab an, er habe mit noch zwei Emigrant aus Desterreich bezeichnet, und die Tat Fliegern der Pilotenschule von Kaufbeuren einige wurde daraufhin der sozialdemokratischen BeWeberlandflüge unternommen. Bei der letzten wegung zur Laft gelegt. Nun stellt sich heraus, Landung auf dem Flugplatz Leipzig tauschten die daß Hoiden tschechoslowakischer Staatsbürger ist. Biloten untereinander die Flugzeuge. So geschah Er ist aus Unterreichenstein gebürtig und dorthin es, bak Symfonow bei uns mit einem Flugzeug zuständig. Es ist richtig, daß er vor längerer landete, in welchem die Dokumente eines reichs- Beit aus Desterreich zurückgekehrt ift. Als Emi deutschen Fliegers waren. Nach Erhebung die- grant hätte er nicht Mitglied der Deutschen fer Umstände ordneten die tschechoslowakischen Be- sozialdemokratischen Arbeiterpartei sein können. hörden die fofortige Freilassung des Piloten und Bezeichnet man aber einen tschechoslowakischen des Flugzeuges an, versorgten das Flugzeug noch Staatsbürger als Sozialdemokraten, muß man mit Betriebstoff für den Flug nach Deutschland doch wohl auch die Frage beantworten, ob er und gaben Auftrag, die Gendarmerieflugpatrouille Mitglied der sozialdemokratischen Partei ist. möge ben Flieger bis zur Grenze geleiten. Hoiden war aber nicht Mitglied der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Es ist viel leicht bemerkenswert, daß sein Bruder in Unter reichenstein Mitglied der SdP ist. obachtet. Um 8.30 Uhr fichtete eine PolizeiRudolf Fischer: Wirtschaftsboykott Fern- Ost Nr. 188 Zum zweiten Male ist nun eine autoritäre Macht, eine militärische Großmacht, auf Widerstand gestoßen. Am 21. Mai ist zum ersten Male bewiesen worden, daß es nicht nur Nachgeben, Unterwerfen, daß es auch einen Selbstbehaup tungswillen gibt, und es war sogar ein verhältnismäßig fleiner Staat, der diesen Selbstbehaup tungswillen befundet hat. Und nun ist eine militärische Großmacht, deren Militärs durch eine Diese Tatsachen lassen die Annahme als Reihe von Siegen, von denen freilich keiner von berechtigt erscheinen, daß es sich überhaupt nicht entscheidender Bedeutung war, und durch Besetum eine politische Bluttat handelt, sondern zung weiter Strecken des befriegten Landes, das um eine jener Wirthausraufereien, die nicht nur damit freilich noch lange nicht unterworfen ist. in unseren Landstrichen, sondern auch in anderen übermütig geworden waren, auf den Widerstand Ländern leider keine Seltenheiten sind. Im Lichte einer anderen Macht, einer Großmacht, deren dieser Feststellungen gewinnt die schamlose Pro- militärische Straft nur geahnt werden kann, gestopaganda, die von nationalsozialistischer Seite mit ßen und hat nachgeben müssen! Denn daß Japan ausdrücklicher Billigung des Totschlags in Glaser- der ruffischen Forderung nach leberprüfung des wald gegen die Tschechoslowakische Republik ge- Grenzstreites durch eine gemischte Kommission zutrieben wird, besonderen Charakter: der Vorfall stimmt, daß es nur unter dieser Bedingung den ist nur ein Vorwand für die systematische Kriegs- Abbruch der Kämpfe, die durch einen japanischen hetze des Nationalsozialismus Politische Hetze am Grab Ilebergriff entstanden waren, zugestanden bekam, daß es die Einstellung dieser Kämpfe ersehnen mußte das ist Nachgeben Japans, ist eine schwere außenpolitische Niederlage Japans. Hartmanih. Donnerstag um 10 Uhr be Freilich ist es nicht unmöglich, daß die Vergann das Begräbnis des bei einem Streite vor einem Gasthause in Höhal getöteten W. Bayerle ſtändigungsversuche scheitern, daß die Kämpfe wiemit der Einsegnung in der Einschicht„ Ebene". der aufflammen, aber es ist nicht sehr wahrschein lich. Aller Wahrscheinlichkeit nach hat die japa= An dem Begräbnis nahmen etwa 4500 Personep teil. Am Grabe sprach der Abgeordnete N. S.nische Regierung, so sehr sie die antirussische EinFrant, der seine Kundgebung gegen die stellung des Offizierskorps teilt, in diesem Augendeutsche sozialdemokratische Bar blid feinen Konflikt mit Rußland gewollt. Ez tei zuspiste. waren ehrgeizige und durch die bisherigen, wenn auch noch nicht entscheidenden Kriegserfolge in China verblendete Generale, die alle politischen Maßstäbe verloren haben, die Kommandeure der in Mandschukuo stehenden japanischen Truppen, auch Kriegsrühm wollten, sich das antirussische Abenteuer einließen. Der siegreiche Vorstoß bei Balaguer bie qui fare fremmer einirgen, sabieder ein mal Francos Gegenoffensive abgewehrt Ferner meldet das Tsch. Pr.- B.: Donnerstag früh nach 8 Uhr bemerkte eine Bolizeipatrouille an der Staatsgrenze in Schlesien ein reichsdeutsches Flugzeug, welches aus dem Raume zwischen den reichsdeutschen Gemeinden Turtau und Auchwitz die Staatsgrenze in der Richtung auf Katharein überflog, von wo das Flugzeug nach links abbog und dann längs der hat sich gezeigt, daß Generale, auch wenn sie vielGrense über tschechoslowakischem Staatsgebiet in leicht ihr Fach sehr gut verstehen, keineswegs imder Richtung Jägerndorf weiterflog. Das FlugBonder Balaguerfront.( Ag. Efv.)[ nischen Brückenbaupioniere abermals Gelegenheit mer gute Politiker sind. Zu leicht sehen sie nur die zeug verbreitete bei diesem Fluge künstlichen Nebel. Kurz darauf wurde das Flugzeug über der In den Morgenstunden des Dienstag wurde zwvi- gehabt, eine Probe ihres hervorragenden Könnens eigene Heeresmacht, zu gern unterschäßen sie die fchen Lerida und Balaguer der dort 100 bis 120 abzulegen. Nicht minder glänzend haben sich die Straft anderer, zu wenig sehen sie das AußermiliGemeinde Naplachovice im Bezirk Troppau be- Meter breite Segrefluß durch starke republikanische Tanttruppen bewährt, die den Fluß in Gefechts- tärische, zu sehr verachten sie Voltsstimmungen, patrouille des Flugzeug im Raume zwifchen Jormationen fämpfend überschritten. Der ersten formation überschritten und schon dabei eine er Volksmeinungen, alles das, was in der weiten Welt das Zivilistenpack" fühlt und denkt und Držkovice und Jarlovice im Bezirk Troppau. Welle, aus mit automatischen Waffen reichlich folgreiche Tätigkeit entwidelten. Am Mittwoch wurde die Basis der Republik will. Jene nurmilitärische Einstellung ist das, die Diese Patrouille konnte die Nauchspuren des ausgerüsteter Infanterie bestehend, folgten unmitFlugzeuges photographisch festhalten. Kurz darauf Tanks. Der Flußübergang erfolgte angesichts des telbar Artillerie- Abteilungen und zwei Gruppen truppen auf dem rechten Segre- llfer erweitert. während des Weltkrieges in Deutschland so hänDurch den erfolgreichen Vorstoß der Republi- fig war, die Ludendorff, der zweifellos ein guter meldeten Polizeiorgane das Flugzeug über Trop- Feindes und unter seiner Gegenwirkung, die fich faner auf das twestliche Segre- llfer ist die Lage Feldherr war, zu einem so verderblichen Politiker pau. Das Flugzeug kehrte in derselben Richtung, hier nicht durch Weberraschung ausschalten liek. der im Frontbogen von Balaguer auf dem öst- machte. Auch ein Teil der javaniſchen Generalität aus der es gekommen war, über die Grenze nach Deutschland zurüd. Das kühne Manöver, das an zwei Bunkten, lichen Ufer noch stehenden Rebellen schwieriger scheint nur die bisherigen militärischen Erfolge z denn je geworden. Die fühne Initiative des repu- fchen, nicht aber die wirtschaftlichen und volitischen Zu dieser Verletzung der tschechoslowakischen zehn und zwölf Kilometer füdlich von Balaguer, blitanischen Oberkommandos am Segre hat die ge- Schwierigkeiten, in die Japan durch den als„ SpaGrenzen erfährt das Tich. Pr.-B. von zuständi- segenüber den Dörfern Menarguens und Torre- wollte Wirkung ausgelöst: die bereits eingeleitete ziergang" begonnenen, zu einem höchſt gefährlichen ser amtlicher Seite, daß der tschechoslowakische lames angeſetzt wurde und das zu den schwierig. Gegenoffensive der Rebellen gegen die republika Abenteuer geivordenen Krieg geraten ist. VielCharge d'affaires in Berlin Auftrag erhalten hat, sten Unternehmungen der modernen Kriegführung nischen Stellungen im Ebrobogen vor Gandesa ist leicht schloffen sie auch aus der Nachgiebigkeit Mußbei der deutschen Regierung Protest zu erheben. gehört, ist glänzend durchgeführt worden. Wirk fam unterstützt durch das Feuer der hinter dem sofort eingestellt worden. In diesem Abschnitt, der lands in früheren ähnlichen Fällen auf eine östlichen Segre- Ufer aufmarschierten Batterien, noch am Dienstag vom Gegner als der wichtigste Schwäche Rußlands, die den Sowjetstaat widerSchweiz unterdrückt Jehliczkas überschritten die republikanischen Truppen den proklamiert worden war, folgte Mittwoch früh so standsunfähig mache, ängstlich, überverföhnlich. Fluf, nahmen die feindlichen Infanteriefstellungen gut wie gar keine Kampftätigkeit der Rebellen( rückzugsbereit. Nun, fie haben fich gründlich ge.. Organisation im Sturm, besetzten die Geschüsstellungen des mehr. Mehrfach wurde beobachtet, daß geschlossene täuscht, Rußland hat der Gewalt durch Gewalt Verbände aus der vorderen Linie der Mebellen geantwortet, die russische Diplomatie blieb hart, Gegners und die Straße bis zu der vom OberkomBern.( SDA.) Der Bundesrat stellte fest, mando gewiesenen Linie, die ein Pfahl im Fleische zurüdgenommen und eiligit in nördlicher Richtung die Sprache Litwinows ließ an Rußlands Entdaß die Propagandatätigkeit des„ Conseil Slo- ber feindlichen Leriba- Balaguer Front ist. Sie abtransportiert wurden. Von Gandesa bis zum ſchloſſenheit, auf keinen Fall zurückzuweichen, keique" in Genf wegen seiner Angriffe auf den wurden fofort ausgebaut unto fart befestigt. neuen Sampfgebiet am Segre beträgt die Entfernen Zweifel aufkommen- und Japan mußte Destand des tſchechoslowatiſchen Staates, und des Gleichzeitig wurden beiderseits unter Anlehnung nung rund 80 bis 100 Kilometer Luftlinie. Die nachgeben, weil es froh sein muß, jekt nicht in treatischen Informationsblattes ,, Kroatia- Preß" vegen seiner Angriffe auf Jugoslawien, geeignet gesicherte Flankenstellungen besetzt. an das Segre- Ufer durch nachfolgende Truppen Straßen find zum Teil sehr schlecht, die Wege lie- einen zweiten Strieg, in einen Krieg mit dem grogen unter dem direkten Feuer unserer Geschüße. Ben Militärstaat Rußland verstrickt zu werden. Vielleicht haben japanische führende Militära sind, die äußere Sicherheit der Eidgenossenschaft Als der Gegner, der in wilder Flucht ente aus dem großen Schauprozeß gegen Tuchatschewski 8 gefährden. Infolgedessen wurde beschlossen, Genf. Die spanische Regierung hat das und andere Sowjetgenerale allzu voreilig auf eine dem ,, Conseil Slovaque" auf dem Gebiete der wichen war, im Laufe des Dienstag feinen WiderSchweiz jede politische Betätigung und insbeson stand neuorganisiert hatte und sich zum Gegenstoß Generalsekretariat des Völlerbundes telegraphisch ernste Schädigung und Schwächung der ruffifchen anschickte, wurde er unter blutigen Verlusten ersucht, auf die Tagesordnung der nächsten Völ- Armee geschloffen. Nun, der Ernst und die Ent dere jegliche Propagandatätigkeit zu untersagen. mühelos abgeschlagen. Nach ihrem herrlichen Er- terbundtagung die Frage des Schubes der Rivil- schlossenheit, mit denen Sowjetrußland militärisch Die Herausgabe und der Vertrieb der Halb- folg im Ebrobogen haben die jungen republika bevölkerung vor Luftbombardements zu setzen. und diplomatisch dem japanischen Angriff- vielmonatsschrift Croatia Preß" wird verboten. Teicht war er als Probeangriff gedacht, als VerDas von der Bundesanwaltschaft beschlagnahmte Material, das sich auf die Tätigteit bes ,, Conseil Franco- das Werkzeug Deutschlands und Italiens Globaque" bezieht, wird eingezogen. Auf Grund bon Artikel 70 der Bundesverfassung wird André London.( UR.) Mittwoch überreichte der bris gewisse Persönlichkeiten in der Umgebung des Zamaz, ungarischer Staatsangehöriger, tische Agent in Burgos Sir Robert Hodgson eine Generals Franco dafür waren, daß die Anträge wohnhaft in Genf, und Bruno Pandzic aus dem neuerliche Anfrage an die Burgos- Regierung, fofort, bezw. im Bedarfsfalle mit eventuellen Vorworin er eine Antwort auf den britischen Antrag behalten angenommen werden. Aber diese Personen Gebiete der Schweiz ausgewiesen. Uebrigens eine Lehre, eine sehr wichtige, auf Abberufung der Freiwilligen aus Spanien haben in lezler Zeit ihren Einfluß und vielleicht nicht nur für Japan und nicht nur für Fernoſt! forderte. Der britische Plan ist bereits einen Mo- auch ihre amtliche Stellung verloren. Der de ut- Für alle" Autoritären", die an den Krieg denken nat in den Händen der Burgos- Regierung. sche und italienische Einfluß ver- und dabei, weil ja gerade die Nurmachtpolitiker stand es, sie zu beseitigen, da von ihnen bekannt gerne für wahr halten, was sie wahr haben möch fuchentgegentrat, muß Japan davon überzeugt haben, daß Mußland seiner Armee, der Intaktheit, der völligen Funktionsfähigkeit, der Bereitschaft dieses Instrumentes völlig sicher war. Und davor mußte Japan zurückschreden! Französische Manöver beendet Baris. Jm Departement Hautes Alpes wurs ,, Yorkshire Post" meldet, daß die Verzös par, daß sie wünschen, General Franco möge die ien, Rußlands Kriegsfähigkeit ausschalten! Rußden in Anwesenheit des Präsidenten der Republik gerung der Antwort des Generals Franco zum Brücken, die noch zwischen den Aufständischen und lands außenpolitische Geltung ist in diesen fernPlan der Abberufung der Freiwilligen eher durch Großbritannien bestehen, erhalten. Trotzdem hof- östlichen Strijentagen beträchtlich gewachsen, weil Lebrun, des Ministerpräsidenten und National- Unstimmigkeiten unter den nächsten Natgebern als fen einige Freunde Francos immer noch, die es bewiesen hat, daß alle Hoffnungen und Wünberteidigungsministers Daladier und des General- durch die Notwendigkeit, den Plan selbst zu stu- Antwort werde im Laufe der kommenden Woche iche auf die geminderte Schlagkraft seiner Armee stabschefs General Gamelin die Manöver beendet. Dieren, verursacht ist. Es besteht kein Zweifel, daß eintreffen. nichtig sind, es durch die Bereitschaft zum Einsaß. (Seite 2 Freitag, 12. August 1SS8 Nr. 188 vis Kriesspartei ist unterlegen— der Friede im Osten blieb erhalten seiner militärischen Kraft bewiesen Hai. Rußland war dazu in Fern-Ost bereit; eS würde, daran kann nicht gezweifelt werden, dazu auch fähig und bereit sein in Europa. Während des Weltkrieges war es eine der verhängnisvollsten Selbsttäuschungen Deutschlands, daß die amerikanischen Soldaten nicht nach Europa kommen könne». Sie sind gekommen und haben den Kriegsausgang mitentschieden. Jetzt waren viele geneigt, sich ein« z» reden, daß die russische Armee ihre Bedeutung verloren habe. Die Selbsttäuschung wäre gleich verhängnisvoll, tvenn sie stark genug iväre, poli- lisch wirksam zu werden. Tu aber Rußlands Festigkeit in Fern-Ost gezeigt hat, daß es, wenngleich selbstverständlich friedensbereit, zum Kampf in Asien entschlossen war, obivohl es wußte, daß cs unter gewissen Umständen auch zum Einsatz seiner Kraft in Europa gezwungen sein könnte, dürfte die Achtung vor der russischen Armee in diesen wenigen Tagen beträchtlich' gestiegen sein und damit auch der Anreiz geschwunden, sie aus den außenpolitischen Erwägungen auSzuschalten. In diesen Tagen ist auch eine andere politische Illusion als solche erkennbar geworden: der Antikomintern-Pakt hat sich als ein recht schwächliches, wenig reales Gebilde erwiesen. Die „ideologischen" Partner Japans haben zum Nackigeben geraten. AIS ersten Prüfstein der Stärke des Antikomintern-Paktes bezeichnete der Berliner Reuter-Korrespondent die Borsprache dek japanischen Gesandten Togo bei Ribbentrop. Die Aussprache scheint ergeben zu haben, daß Deutschland nicht viel mehr als moralische Unterstützung zu geben bereit Ivar, außer etwaigen Waffenlieferungen, die ja ein gutes Geschäft gewesen wären. In Deutschland hat man plötzlich entdeckt, daß der Antikomintern-Pakt hauptsächlich kulturellen Charakter habe und nicht als militärische- Instrument gedacht sei; aber die nazistisch-japanische Kulturverbundenheit konnte Japan in dieser Situation wenig nützen, eS hätte sicherlich eine realistischere Auslegung des Paktes vorgezogen. Der Antikomintern-Pakt ist natürlich nicht ganz bedeutungslos; vor allein nicht jener Teil, der sich uns als deutsch-italienische Achse präsentiert. Aber daS Versagen deS Paktes just in dem Augenblick, da er für Japan praktische Bedeutung bekommen sollte, läßt schließen, daß „ideologische" Gemeinschaften, selbst wenn sie durch Tafelreden und Händedrücke besiegelt wurden, nicht unter allen Umständen, nicht in jeder Situation sich bewähren müssen. Im entscheidenden Augenblick würde immer lvieder die Abschätzung der Machtverhältnisfe Bedeutung bekommen. Wird eine Verständigung zwischen Rußland und Japan erzielt, der Krieg zwischen den beiden Staaten, der so bedrohlich nahe schien, vermieden, so wird man sich dessen gewiß von Herzen freuen. Man wird sich der Entwicklung zum Frieden um so mehr freuen können, als die Art, wie sie erzielt wurde, zugleich zur Stärkung der Friedenskräfte in Europa beigetragen hat. Horthy nach Deutschland Berlin.(DNB.) Der ungarische Reichsver- Iveser Admiral von Horthy wird, begleitet von Ministerpräsident von Jmredy, Außenminister von Kanya und HeereSminister von Ratz im Laufe dieses Monats auf Einladung des Reichskanzlers zu einem mehrtägigen Besuch in Deutschland eintreffen.' Die Nachricht über den Abschluß de» Waffenstillstands am Chasan-See wurde in den Morgenstunden amtlich au« MoSkau bestätigt. Am Mittwoch abend- wurde nach einer neuerlichen Besprechung zwischen dem japanischen Botschafter in MoSkau und dem Außenkommissär Litwinow ein russischer Vorschlag angenommen, der vorsteht, daß die Krieg-Handlungen bei Tschang-kn-seng Donnerstag mittag- 12 Nhr, nach dortiger Zeit, eingestellt werden. Die russischen und die japanischen Soldaten sollen jene Stellungen behalten, die sie am Mittwoch um Mitternacht besetzt hielten. Nach den letzten eingegangenen Meldungen ist der Waffenstillstand eingetreten. Lediglich von einem kleineren Frontabschnitt meldete man, daß die Kämpfe andauerten. Noch keine Klärung wurde über die weiteren russischen Forderungen erzielt, daß eine Kommission, bestehend aus zwei Sowjeivertretern, je einem Vertreter der japanischen und der mandschurischen Regierung unter Hinzuziehung eines Neutralen zwecks der Feststellung der Grenzen gebildet werden soll. Nutzerem will Japan nicht nur die russischen Belege wegen der Grenzziehung gelten lassen, sondern auch eigenes Material vorlegen. Tokios Entschluß:„Feuer einstellen!“ Tokio. Aus zuständiger Quelle wird mitgeteilt, daß die Armeen beider Gegner bei Tschan- kuseng und Schatsaoping nach Einstellung des Feuers sich von einander in einer Entfernung von einem Kilometer befinden. Damit eS zu keinem neuen Zwischenfall kommt, wurde hie und da ein bestimmter Ausgleich der Front angeordnet. Donnerstag kurz vor Mittag telephonierte der Hanpt- Falschmelduns der„Zelt** Einer Zuschrift aus Kreisen der Beamtenschaft der APA entnehmen wir: In den letzte» Tagen lourden in der Zeitschrift»Die Zeit" einige agressive Artikel veröf« entlicht, die die freiloillige Sammlung zugunsten deS»Jubiläumsfonds für StaatsverteidigungS- zwecke", welche unter den Angestellten der Allgemeinen Pensionsanstalt vom Zentralvertrauensmännerausschuß dieser Anstalt durchgeführt wird, zum Gegenstand haben. DaS Vertrauensmännerkollegium richtete an alle Anstaltsangestellten ein Rundschreiben, in welchem die Teilnahme an dieser Sammlung empfohlen wird. Der Abgeordnete Frank sandte diese- Rundschreiben, das ihm von Angehörigen der SdP au- den Kreisen der AmtSstelle B in Prag übergeben worden ist, an Dr. EngliS mit einem Memorandum, in welchem er dieses Rundschreiben al-»Beleg eine- besonders krassen Falles von Beeinflussung" bezeichnet.; uf._• Aus den Reihen der Beamtenschaft der Allgemeinen Pensionsanstalt wurde uns bestätigt, daß es sich um eine freiwillige Sammlung handelt und daß deren Veranstaltung auch von den Vertretern des Vertrauensmännerausschusses der! Amtsstelle B(deutsche Amtsstelle) in Prag gebilligt wurde. Desgleichen ist auch der Wortlaut des Rundschreibens vom Präsidium und Delegierten des BertrauenSmännerauSschusseö der genann- stab der japanischen Armee aus der Hauptstadt von Korea:»Feuer einstellen!" Nach japanischen Meldungen hatten die Gowjettruppen um 7.80 Uhr morgens die Offensive erneut ausgenommen. vio Bevölkerung atmet auf Tokio. Reuter meldet: An amtlichen Stellen wird die Nachricht über den Waffenstillstand bei Tschankufeng mit offensichtlicher Befriedigung zur Kenntnis genommen. Auch die Bevölkerung atmet erleichtert auf, denn sie war durch die Möglichkeit eine» wirklichen japanisch-russischen Krieges sehr beunruhigt. An her Börse haben die Nachrichten eine augenblickliche Erhöhung fast aller Wertpapier- notierungen um 2 bis 5 Punkten verursacht. Erfolgs gegen Sie chinesische Zivilbevölkerung Hankau.(DNB.) Die dreizehn Wuhamstädie waren Donnerstag nachmittag einem schlveren Luftangriffe ausgesetzt. Von über 100 japanische» Flugzeugen, die wie gemeldet das Gebiet überflogen, gingen 80 Wuchang und Hanyang, die beiden Nachbarstädte.Hankau», an. Sie warfen nahezu 200 Bomben ab. Dadurch wurden u. a. 80 Boote einer auf dem Hanfluß liegenden Dsckmnkenflotte zerstört und deren Besatzung getötet. Die auf den Bahnhof von Wuchang geworfene» Bomben töteten über 80 Flüchtlinge. Insgesamt sollen nach den bisherigen Feststellungen 080 Personen getütet oder verwundet und 487 Häuser zerstör* worden sein. Noch am späten Abend setzte da» Rot- Kreuz mit einer intensiven RettungSiätigkeit ein. Infolge niedrig hängender Wolken war die chinesische Flugabwehr stark behindert. ten Amtsstelle vor seiner Herausgabe einstimmig genehmigt worden. Ein Ersuchen des Zentralvertrauensmänner« auSschuffeS, dies zu bestätigen, wurde aber von der Mehrheit der Mitglieder de» Vertrauensmännerkollegiums dieser deutschen Amtsstelle abgelehnt. Die Vertrauensmänner der Amtsstelle B in Prag, welche ursprünglich für die Sammlung stimmten, verzichteten auf die Mitgliedschaft im Vertrauen»« mannerauSschusse und wichen auf diese Art und Weise einer wahrheitsgetreuen Erklärung, um welche sie das ZentralvertrauenSmännerkolleginm ersuchte, au». Wenn auf die deutschen Bediensteten der Allgemeinen PenstonSanstalt irgendein Druck ctuSgeübt wird, dann geschieht dies nicht von feiten de» ZentralvertrauenSmänneranSschusse», sondern von den Angehörigen der SdP und zwar in dem Sinne, daß sich die deutschen Bediensteten an der Sammlung zu Staatsverteidigungszwecken nicht beteiligen sollen. Für die Staatsverteidigung! Die Einzahlungen an den Jubiläumsfonds der Staatsverteidigung erreichten gemäß dem Ausweis des Arbeitsausschusses am Mittwoch, den 10. August, ^»»gesamt 438,809.082 K£, es sind gegenüber dem Vortage weitere 1,807.688 AL htnzugekom» men. Die Zahl der Spender ist um 2020 auf 172.077 Personen angewachsen. Fortsetzung der Verhandlungen Prag. Donnerstag um 17 Uhr fand im Ministerratspräsidium- unter dem Vorsitze del Ministerpräsidenten Dr. Milan HodZa eine gemeinsame Sitzung der Regierung und der StP« Delegation, erweitert um me acht Pertreter dec Klubs der Koalitionsparkeienvstatt.^Die Sitzung stellt die Fortsetzung der am LÜ^Jvni erstmalig stattgesundenen Beratung der Regierung und dec Vertreter der SdP dar. Zu Beginn der Sitzung teilte Ministerpräsident Dr. HodZa den Standpunkt der Regierung und des Ausschusses der koalierten Parteien zu einigen Prinzipien des Elaborate» der Regierung und des Memorandums der SdP mit. Seiten» der koalierten Regierungsparteien ergänzten die Ausführungen de» Ministerpräsidenten die Abgeordneten Dr. Meißner, Dr. Klapka und Ostrh. Die Beratungen werden Mittwoch, den 17. August, fortgesetzt, wo die SdP-Delegation ihre Auffassung zu den Darlegungen des Ministerpräsidenten Dr. HodZa sowie dec Vertreter der koalierten Parteien Mitteilen wird. Tu» Sekretariat der Mission Lord Runci« manü hot folgenden Bericht au-gegeben: Gestern, den 10. August» abend- veranstaltete der Vorsitzende der Regierung, Dr. Milan HodZa, im Gesellschaft-klub»Athenäum" ein Diner, an welchem Lord Runeiman und Herr Peto, ferner der ürstische Gesandte Newton, Außenminister Dr. Krofta und der Minister für Schulwesen und Botkskultur Dr. Franke teilnah- »ien. Gleichzeitig waren die Mitglieder des Staves der Mission Lord Runeimans von hohen Beamten der tschechoslowakischen Regierung zu einem Diner auf dem Darrandow geladen. Donnerstag vormittags empfing Lord Run- ciman die Mitglieder der Delegation der Sudetendeutschen Partei, um ihnen den Fortgang und die Grundlagen der weiteren Verhandlungen darzulegen. Lord Runeiman und seine Gemahlin speiste» mittag» auf der englischen Gesandtschaft in Prag. Lltzuny 6« Sediser-Ausschusses Prag. Donnerstag nachmittags um 18 Uhr trat im Abgeordnetenhause eine Sitzung des sechsgliedrigen Parlamentsausschusses der koalierten Parteien zusammen, deren Verhandlungen der Vorsitzende des Abgeordnetenhauses Jan Malhpcw leitete. In der Sitzung, die den Fragen der Nationalitätenpolitik gewidmet war, fand sich der Borsitzende der Negierung, Dr. Milan HodZa ein, der den parlamentarischen Vertretern der Koalition einen Situationsbericht und eine eingehende Information über den Stand der Verhandlungen über die Nationalitätenfragen gab. Die Sitzung wurde kurz vor 17 Ilhr geschlossen. Hodia bei Malypetr Prag. Der Vorsitzende der Regierung, Dr. Milan HodZa besuchte Donnerstag vormittags den Vorsitzenden des Abgeordnetenhauses, Jan Mal»« petr, in dessen Arbeitszimmer im Abgeordnetenhaus. Die Beratung des Vorsitzenden der Regierung mit dem Vorsitzenden de» Abgeordnetenhauses Ivar einerseits der Vorbereitung der nachmittägigen Sitzung de» parlamentarischen Koali- tionSauSschusseS für die Regelung der Fragen der Nationalitätenpolitik und andererseits den aktuel- len Aufgaben der Zusammenarbeit der Regierung mit dem Parlament gewidmet. 43 I Zwischen I Mann und Kind H Roman von LIU K ö r b e r Er saß da, in seinem FirmlingSanzug, in dem er sich vorstellen gewesen war; er saß stumm, auS- gestoßen, erledigt. Nun begann das Leben des jungen Arbeitslosen, der nicht einmal das Anrecht auf Arbeitslosenunterstützung erheben darf, weil er niemals in Arbeit gestanden ist. Ein wenig Sport, Kartenspiel, vielleicht bekam man später auch ein Mädel, die anderen Burschen lvaren ja auch arbeitslos, es gab keine Wahl. Man konnte auch auf die Walze gehen oder bei der Ernte auS- helsen. Da griff Herr Direktor Blau zum zweitenmal ein und vermittelte Eduard wieder eine Stelle— und zwar bei der Frau Gräfin im Schloß, als Diener. Da Herr Direktor Blau ein Jud' war, wenn auch ein anständiger Mensch, so verkehrte er nicht im Schloß, aber trotzdem schien er Beziehungen zu haben, denn Eduard lvurde ausgenommen. Auch der Frau Gräfin war eö zu Ohren gekommen, daß seine Mutter zu den besseren Leuten zählte. Und die VlasakS freuten sich, wußten nicht, daß das Verhängnis schon über dem blonden Kopf ihres Einzigen schwebte... Im Schloß war daS Personal zahlreicher als die Herrschaften, die nur aus der alten Gräfin, ihrer Tochter, der jungen Baronin, deren Mann und dem Baby mit der Nurse bestanden. So oft Emilie die Nurse mit dem Kinderwagen traf— wenn sie zum Gärtner, der den Gemüsegarten im Schloß verpachtet hatte, einkausen ging— konnte sie einen Seufzer nicht unterdrücken. Auch sie gehörte einst zur Herrschaft, brauchte nicht die eigene Wäsche zu waschen, ließ sich bedienen. Und heute mußte sie froh sein, daß ihr Sohn, ihr Eduard, als Gehilfe des alten Dieners gegen Kost und Quartier ausgenommen und al» Kammerdiener des jungen Baron» ausgebildet wurde. Jeden Abend kam der Bub todmüde heim— er schlief nicht im Schloß. Tagsüber wusch er da» Geschirr, wichste das Parkett, putzte die Türklin» len, half dem alten Anton beim Servieren, das ganze Haus trug ihm Besorgungen auf, die er nicht vergessen durfte, er mußte auf sein Benehmen achtgeben, stet» höflich und entgegenkommend sein— wahrhaftig, wäre er nicht von Emilie erzogen worden, er hätte den Dienst kaum auSge- halien. Und da» Schloß war düster, Wände, Möbel dunkel, massiv, die hohen Fenster ließen die Sonne nicht richtig herein, ei gab viele Porträt» von Leuten in altmodischen Trachten mit bösen, zugekniffenen Gesichtern. Man wurde melancholisch dabei, konnte es dem alten Grafen so recht nachfühlen, daß er sich ebenso wie sein Vater seinerzeit das Leben genommen hatte.. Wo anders lvürde er den Aerger, den die LeopoldSdorfer ihm verursachten, überwunden haben. Das war im neunzehner Jahr al» es im Lande nicht» zu fressen gab und der Respekt infolgedessen stark nachlieb. In der LeopoldSdorfer Fabrik wurde gestreikt, im Schlosse bekamen sie keinen Groschen Pachtzins mehr und die Bauern wollten gebeten werden, ehe sie mit ein paar Eiem oder Speck herauSrtickten. Gebeten und teuer mit Kleidern oder Einrichtungsgegenständen bezahlt. Grafen» hatten Immer den urbaren Boden verpachtet, nun waren sie nicht viel besser dran al» die Städter. Unter der Nase des Grafen wurden Hasen und Rebhühner im Park und im Wäldchen abgeschossen, die Holzstange mit der Aufschrift„Unbefugten ist der Eintritt verboten" hatte jemand umgeworfen, die Aufschrift durchgestrichen und darunter mit großen ungelenken Buchstaben eine Zote hingemalt. Der Förster Walter war ganz eingeschüchtert, wagte e» nicht mehr, den Buben, die im Park Aepsel und Zwetschken stahlen, mit Schlveineborsten in den Hintern zu schießen aus Angst, selbst eine Kugel in den Bauch zu bekommen. Als der Graf einmal ein paar Strolchen in» Gewissen reden wollte, verhöhnten sie ihn, einer fragte, ob e» nett war in der Etappe mit dem vielen Chainpagner und den Pupperln, und al» er davonging, auf seinen Stock mit dem silbernen Knauf gestützt, ritzte ihm eine nachgeworfene Eichel da» Ohr. Er kam Hause, schickte seine Frau in den Garten, ein paar der letzten Astern holen, die der Frost noch verschont hatte, und schoß sich eme Kugel durch den Mund. Den Lauf seine» Gewehr» hatte er mit Wasser gefüllt, so daß sein Hirn an der Decke klebte. Schade, schade, noch einige Jahre Geduld, und er hätte Genugtuung bekommen für die Eichel und die Pupperln und alles... Was diese Geschichte vom alten Grafen und seinem Edelsmanntod Eduard, dem Kinde, zu Ohren gekommen? Sprach die Mutter einmal davon, als die alte Jellinek wieder einmal so unverschämt war zu sagen, der englische Millionär, den die Stanzi geheiratet hatte, imponiere ihr nicht, aber schon gar nicht, und eine nicht mißzuverstehende Aufforderung an die Adresse diese» vornehmen Au»lander» richtete? Bitter beklagte sich Frau Emilie hei ihrem Mann über die Frechheit d'er Leute, die auch den alten Grafen in den Tod getrieben hatte. Er nahm sein Jagdgewehr und drückte e» an die Kehle, ihn grauste vor dieser Welt, wo der Geist einer Jellinek herrschte, jawohl. Zum Leichenbegängnis kamen lauter feine Herrschaften au» Wien, Menschen mit Manieren, die wußten, wa» sich gehört. Und wasch dich, Edi, du kannst dich nicht mit so schmutzigen Händen zum Essen setzen, bist nicht der Sohn der Jellinek. So kam's, daß vor einigen Tagen, nein, e» war eine Woche her. die Poldi vom Schloß um die Mittagszeit plötzlich bei Blasais erschien und fragte, ob Eduard da sei, er wäre seit zwei Stunden verschwunden. Jawohl, die Frau Gräfin hab: ihn anögezankt, Iveil er vergessen batte, da» Brei abzubestellen, und seitdem fehle jede Spur von ihm. Frau Gräfin dachte, er sei zur Mutter gegangen. Nicht? Ja, dann... Hatte er e» gewagt, jetzt, mitten am Tag, wo e» soviel Arbeit gab, einfach spazieren zu gehen? Wa» Frau Blasak wohl glaube, wo er sein könnte? Aber Emilie hörte nicht mehr zu. Sie war schon draußen, sperrte mit zitternden Händen die Tür ab und ging mit ihren schlveren Füßen in den schadhaften Schuhen Poldi voran. Und Poldi erschrak über den Ausdruck ihre» roten, aufgedunsenen Gesichte» unter dem spärlichen Blondhaar. War denn das möglich, woran Frau Blasak dachte, nein, dazu lag doch wirklich kein Grund vor, wegen der Hex«, der alten... Und dann standen sie vor der Schloßtür und niemand wollte ihnen ausschließen, so viel sie auch klingeln mochten. Aber Emilie ging nicht weg, sie drückte sich an die Tür, zäh wie ein Hund. Immer wieder klingest« sie. Sie hörte den schrillen Ton der Glocke, dann war wieder alle» still, wie au»« gestorben, ein richtiges veriounschenes Schloß. Endlich kamen leichte Schritte die Stiege herunter, ein Schlüssel wurde umgedreht, eine junge Fran mit weichem Haar um die feine Stirn sagte verlegen, indem sie dem Blick der Mutter auswich: „Ach, Sie sind e», Frau Vlasak. Nein, vir haben ihn noch nicht gefunden." Frau Blasak antwortete mit keinem Wort, sah nur die Stiege hinauf, von der die junge Baronin heruntergekommen war und begann, eine Stufe nach der anderen zu nehmen, mit der Sicherheit einer Nachtwandlerin stteg sie in den ersten, in den zloeiten Stock und weiter zur Mansarde. Da lag er auf der Seite. Die Hand umklammerte noch das Jagdgewehr de» Grafen... (Fortsetzung folgt.) Nr. 188 Freitag, 12. August 1038 «rite S Kanada baut Flugzeuge f Ur England Laudon. Nach einer Meldung aus Montreal gab der Führer der britischen Luftfahrtmission j» Kanada, Sir Hardman Lever, Mittwoch bekannt, daß nunmehr Aufträge auf Lieferung eines be« stimmten Flugzeugtyps für die britische Luftwaffe an die kanadisch« Flugzeugindustrie vergeben wer» den. Die Flugzeugwerke Kanadas sollen in der Meise Zusammenarbeiten, daß jedes Werk bestimmte Einzelteile dieses Flugzeugtyps herstellt, die dann in einer an der Grenze zwischen Ontario und Quebec noch zu errichtenden Fabrik zusammengesetzt werden. Es ist noch nicht bekannt, um welchen Flugzeugtyp und um wieviele Flugzeuge es sich handelt. Macdonald berichtet Chamberlain London.(UR.) Der britische Kolonialmini« ster Malcolm Macdonald wurde Donnerstag zum Ministerpräsidenten Chamberlain berufen, er erstattete ihm einen Bericht über seinen Besuch in Palästina und Malta. Ans Jerusalem wird berichtet: Ueber Nablus wurde der Belagerungszustand verhängt. An verschiedenen Orten des Landes kam e» zu Attentaten. Bei der Explosion einer Mine unier einem Kraftwagen wurden bei Jenin zwei britische Soldaten leicht verlebt. Durch die Explosion einer anderen Mine unter einem Autotaxi wurde ein Jude getötet. englischer Schiffsreeder hilft Spanien London. sJnsa) Ein reicher schottischer Lchiffsreeder, Thomas B. McEwen, der 80 Jahre in Spanien gelebt hatte und längere Zeit als Gefangener im Gebiete Francos festgchalten wor- den Ivar, hat der Kampagne der schottischen Ge- werlschaftcn für die Entsendung eines LebenSmit» ielschiffeS gratis ein Schiff zur Verfügung gestellt. McEwen ist der Besitzer des Flüchtlingsschiffes„Seven SeaS Spray", die mit 7VV Flüchtlingen an Bord in Bilbao 66 Tage von den Franco-Behörden festgehaltcn worden war. McEwen hat den Beweis in Händen, dah alle 70V Flüchtlinge in wenigen Wochen gruppenweise erschossen wurden, obwohl er von den Italienern die Zusicherung erhalten hatte, sie könnten evakuiert werden. Drei Neffen dieses Reeders kämpfen auf der Seit« der spanischen Regierung. Balbo bei den deutschen Manövem Berlin.(DM.) Luftmarschall Balbo ist Donnerstag vormittag nach Pommern geflogen. Er wohnt dort Vorführungen der Luftwaffe bei. Friede Im Gran Chaco Asuncion. Di« Nationalversammlung von Paraguay hat das Chaco-Abkommen mit einer Mehrheit von etwa 9V vöm Hundert angenommen. Auch die Nationalversammlung Boliviens nahm, wie aus La Paz berichtet wird, das Chaco» Abkommen mit großer Mehrheit an. Tschechische Pressestimmen „Lidovt lisch": Wir fragen: Wenn eine Gast- louSrauferei zwischen Bürgern eines Staate» eine Gefahr für den Nachbarstaat ist. welche Gefahr ist ein Rlord, der von der Staatsgewalt organisiert wird? Unsere Gendarmen morden nicht, sondern untersuchen. Welche Gefahr sind aber Konzentrationslager und Bartolomäusnächie, durch die sich die Repräsentanten der StaatSgelvalt a» ihren Widersachern gleicher Nationalität und Rasse rächen? Und da reden wir noch überhaupt nicht von den Grausamkeiten, mit welchen Staatsorgane die Angehörigen anderer Raffen oder anderer Nationalität verfolgen. Gefährlich für den Frieden ist nicht eine Wirtshausrauferei zwischen unseren Deutschen, sondern die Pharisäermethoden der deutschen staatlichen Propaganda. Statistik deröffentlichen Meinung MTU London. Es mag sein, dah die Rolle, die die„öffentliche Meinung" spielt, in den angelsächsischen Ländern einer Besonderheit des Charakters dieser Völker entspricht. Jedenfalls aber steht es fest, daß kein Politiker, weder in England noch in Amerika, es wagen könnte, diesen außerordentlich wichtigen Faktor zu vernachlässigen. Beispiele genug sind allgemein bekannt, und cs ist geradezu ein Axiom aller in England und in Amerika wirkenden Staatsmänner, ihre Politik und sogar ihre privaten Handlungen'nach dem Barometer der„öffentliche" Meinung" einzurichten. Nun ist.aber das, was man unter diesem Begriff versteht, etwas sehr Kompliziertes. Zunächst einmal ist es durchaus unrichtig zu sagen, daß die Presie die öffentliche Meinung widerspie- gelt. Vielmehr ist sie seihst nur ein Spiegelbild dieser durchaus in der Tiefe liegenden Erscheinung. Auch die Zeitungen richten sich nach der Stimmung ihrer Leser und nicht umgekehrt; außerdem geben sie immer nur einen Ausschnitt dieser Stimmung wieder, weil sie nur ganz bestimmte Schichten erfassen und Ausdruck ganz bestimmter Gruppen sind. Wie also kommt man dieser rätselhaften, aber ungeheuer bedeutsamen öffentlichen Meinung Anton Schäfer ein Siebziger Heute, am 12. August, vollendet Anton Schäfer sein siebzigstes Lebensjahr. Er feiert seinen Geburtstag in Gesundheit und geistiger Frische— und wir feiern mit, glücklich darüber, daß dieser bedeutende Mann noch so rüstig an unserer Seite kämpft wie ein Junger. Fünfzig Jahre seines Lebens schenkte Anton Schäfer der sozialistischen Arbeiterbewegung— eine erstaunlich lange Zeit, in der er eine erstaunliche Leistung vollbracht hat. In ChristianSau bei Friedland geboren, durchwanderte er als junger Porzellanmaler Deutschland. Hier lernte er die sozialistische Bewegung kennen, der er sich nach seiner Rückkehr in die Heimat ganz schenkte. Zunächst wurde er Funktionär seiner BerufSgruppe, dann, als noch ganz junger Mensch, Vorsitzender des böhmischen Landesvereins der Porzellanarbeiter, später Obmann des Verbandes der Porzellan- und Keram- arbeiter Oesterreichs. Der Gewerkschaft gehörte immer seine ganze Liebe, und die Gewerkschaft-» bewegung hat daS Können dieses Mannes auch immer zu schätzen gewußt. ES war selbstverständlich, daß Anton Schäfer nach dem Umsturz einer der ersten Führer der sudetcndeutschen Gewerk« schaftSbewegung wurde und ebenso selbstverständ lich erscheint es uns, daß er noch heute an hervorragender SteUe für sie wirkt. Die Gewerk« schastsbewegung. die Zentralgewerkschaftskommission— sie sind nicht denkbar ohne Anton Schäfer, ohne seine Energie, sein überlegenes Wissen, seine umfassende Bildung und gewaltige Erfahrung. Die Geschichte der österreichischen GcwörkschastS- bewcgung, vor allem aber jene der sudetendcut« scheu wird Anton Schäfers Namen immer mit an erster Stelle nennen. Ein ganzer, allem Neuen zugetaner und allen Bedürfnissen der sozialistischen Bewegung immer aufgeschlossener Menscb, konnte Anton Schäfer nicht. Nur-Gewerkschafter sein. Frühzeitig erkannte er, daß die schärfste Waffe der Arbeiter das Buch ist. Ratlos an sicki selber arbeitend — er hat damit bi« heute noch nicht ausgrhört—, wurde ec, der die Bücher liebt, und zutiefst erlebt, der Lehrer seiner Genossen, In den Arbeiter- Bildungs« und-Lesevereinen seiner Heimat sehen wir ihn schon in jungen Jahren eifrig schaffen. Und bald finden wir den jungen Schäfer als Freund und Mitarbeiter Josef SrligerS in den Reihen der Partei. Bis heute hat er nicht aufgehört. Bindeglied zwischen Partei und Gewerkschaft zu sein. Die Arbeiterbewegung schickte Ibn 1007 und 1011 in den österreichischen ReichSrat, an der Tudetendeutschen Landesregierung nahm er hervorragenden Anteil und nach der Gründung der Tschechoslowakischen Republik gehörte Anton Schäfer in allen Wahlperioden bis vor kurzem dem Abgeordnetenhaus an. Sein erfolgreiches Wirken auf dem Gebiete der Sozialpolitik— nicht zuletzt auch im Krankenkassenwesen— läßt sich an dieser Stelle überhaupt nicht würdigen, so umfassend ist es gewesen. ES ist kein Wunder, daß dieser gute, warmherzige Mensch auch in der Sozialfürsorge hervorragend tätig war. In den lebten Jahre» arbeitete er— bis zur Gleichschaltung dieser Institution — als erster Funktionär der Deutschen Jugendfürsorge. Auch bier gewann er durch seine vornehme Art das Vertrauen aller Mitarbeiter. Alle Arbeiter kennen den Namen Anton Schäfer, allen ist dieser Name ein Begriff. In seinem Träger verkörpern sich dir besten Traditionen der sozialistischen Arbeiterbewegung, er selber war seinen Genossen immer ein gutes Beispiel, und er ist eS uns heut« noch. In Dankbarkeit und Treue drücken wir den: Siebzigiährigen die Hand. Er tveiß. daß wir ihn alle lieben imd daß wir sebnlichst wünschen, er möge uns noch recht lange als Berater, als tapferer Weggefährte und Freund erhalten bleiben. Venn die loten„nur Kote" sind... Die gesamte reichsdeutsche Presse hat den Totschlag in dem kleinen Orte Höhal, weil der Tote ein Henlein-Anhänger war, zu einer phantastischen Pressehetze gegen die Tschechoslowakei „benützt". Ja,„benützt"! Ihr war die Tragödie Anlaß zu einem großen Störungsversuch der Arbeit Lord Runcimans, und sie und der deutsche Rundfunk haben nicht nur in scharfen, sondern wirklich unqualisizierbarcn Worten die Tschechen, die tschechoslowakischen Behörden und den tschechoslowakischen Staat angegriffen und behauptet, in der Tschechoslowakei würden die Sudetendeutschen, die ihres Lebens nicht mehr sicher sind, ihres Deutschtums wegen erschlagen. Was zu dieser Hetze zu sagen war, ist gesagt worden: daß die reichsdeutsche und die hiesige Nazipresse aus einer gewöhnliche» WirtShauS- rauferei eine hochpolitische Asfaire gemacht hat, daß doch solche WirtShauSrausereicn etwas nicht allzu Seltenes sind— leider— und daß sie keinesfalls nur bei uns und hierzulande nicht nur unter Deutsch«», sondern auch unter Tschechen Vorkommen. Aber es hat auch schon politische AuSein» andersetzungen gegeben, bei denen Sozialdemokraten getötet wurden— und die SdP-Presse hat geschwiegen und der Deutschlandsender hat nicht das vergossene deutsche Blut beklagt— weil die Toten„nur Rote" waren und die Täter Nazi. Wir wollen an zwei Fälle erinnern, die sich etwa vor Jahresfrist ereignete», beide in Südmähren. In beiden Fällen waren es junge Arbeiter, die ihr Leben verloren. In Miezmanns bei Znaim wurde nach einer politischen Debatte im Wirtshaus der deutsche sozialdemokratische Arbeiter Pfeiffer nlcdergestochcn und verblutete, ehe man ihn fand. In E r d b e r g wurde nach einer politischen Debatte beim Heurigen der Sozialdemokrat Fuchs von politischen Gegnern vor den Augen seiner Frau mit einer Stange niedergeschlagen. Er wurde zu Tode getroffen. Die an der Rauferei Beteiligten wurden sehr milde bestraft, bei Gericht fragte man gar nicht darnach, welcher politischen Partei die Täter angehörten. Die deutschbürgcrllchen Zeitungen schwiegen sich über beide Fälle gründlich aus. Niemand sprach oder schrieb damals von der Unsicherheit der Deutschen in der Tschechoslowakei. Allerdings wareo die Erschlagenen„nur sozialdemokratische Untermenschen". Umkehrung Eine„Verlustliste", in der„Zeit" veröffentlicht, führt eine Menge größerer und kleinerer Zusammenstöße an, bei denen— nach dieser Darstellung— durchwegs Henlein-Leute Opfer gewesen sein sollen. Wir können nicht alle Fälle nachprüfen. Einer der zuletzt angeführten aber zeigt deutlich genug Wert und Wesen dieser ganzen Liste. Da heißt eS: 9. August: Saaz: Marxisten verletzen mehrere Deutsche.— Aber in Saaz gab eS nicht am 9., sondern am 7. August einen Zwischenfall, und nicht Marxisten haben„Deutsche" verletzt, sondern Nationalsozialisten haben deutsche Sozialdemokraten überfallen und verletzt wurden ein deutscher Sozialdemokrat und einige SichcrheitSorgane.— Man sieht, daß eine einfache Umkehrung genügt, um die offensichtlichsten nazistischen Tcrrorfällc der nazistischen Propaganda dienstbar zu machen. Zur außerordentlichen Waffenübung ringe- rückte Bergarbeiter erhalten«ine Unterstützung. Nach längeren Verhandlungen wurde nunmehr beschlossen, den zur außerordentlichen Waffenübung eingerückten nordwestböhmischen und Ostrauer Bergarbeitern eine außerordentliche Unterstützung auszuzahlen. Sie wird für die Dauer dieser Waffenübung, längstens jedoch für vier Wochen ausbezahlt und folgendermaßen gestaffelt: Ledige bekommen wöchentlich 80 KL, Verheiratete mit zwei Kindern 80 KL und Verheiratete mit mehr Kindern 110 KL.(DND) Warnung. Wir warnen alle Genossen und OrganisationSstcllen vor einem gewissen Simon Orloff, zuletzt in Warnsdorf wohnhaft gewesen, der sich als Handelsvcrtr.ter auSgibt und unter Anführung unwahrer Behauptungen Geldbeträge zu entlocken versucht. Orloff ist von schwächlicher Statur und hat rötliches gewelltes Haar. Neuir SdP-Abg«ordn«t(r An die Stelle des SdP-Abgeordneten Benno Fischer, der sich seines Mandates begab, tritt der Privatbcamte Karl Werner aus Jägcrn- dorf. GEDENKET bai alten Antemn der Arbeiterfürsorge! überhaupt auf die Spur? Wie erkennt man sic zuverlässig und sicher, ohne Selbsttäuschungen an« hcimzufallen? DaS Königswasser, das die Geister scheidet, der Stein der Weisen, den alle Publizisten anwenden und alle Männer des öffentlichen Lebens studieren heißt: Statistik. Es gibt kein Gebiet, das in den angelsächsischen Ländern nicht statistisch erfaßt würde. Volkszählungen und WirtschaftSstatistikcn, Unwetterkatastrophen und Schiffsgeschwindigkeiten, Rüstungsausgaben und Milchverbrauch, die Kilometer, die ein Postbote zurücklegt und das meistgebräuchlichste Wort der englischen Sprache— Wichtigstes und Unwichtigstes, sehr Ernstes und einfach Lächerliches, alles wird in„Statistiken" erfaßt. Es ist geradezu ein Gesellschaftsspiel, und e- ersrcut sich der allergrößten Beliebtheit, man witzelt darüber, und die Fremden finden eS komisch, aber alle Welt liest unermüdlich die Zahlen und graphischen Darstellungen, die in Millionen von Zeitungen und Zeitschriften erscheinen. Die Engländer sagen, dah diese Sitte, oder Unsitte, wie man es nimmt, von den Amerikanern herstamme. Aber wenn die vor drei Jahren begründete„American Institute of Public Opinion" keineswegs daS Statistische Amt in Washington, sondern eine rein private, aber umso erfolgreichere Institution, etwa die Beliebtheit Roose- velt'S statistisch genau untersucht, so gibt eS kaum eine Zeitung in englischer Sprache im ganzen Empire, die diese Statistik nicht übernimmt. Und wenn es sich utn Fragen handelt, die alle, hüben und drüben des Ozeans, in gleicher Weise angehen, so folgt eine englische Statistik auf dem Fuße. Ein aktuelles Beispiel mag dies verdeutlichen. Es zeigt außerdem noch das beliebteste Hilfsmittel der Statistiker, das ist die Umfrage bei einem Leserkreise. DaS amerikanisch« Institut hat einige Fragen über Krieg und Frieden an die Oefsent- lichkeit gerichtet und die Antworten in Prozentzahlen publiziert; die Londoner„News Review" hat ganz ähnliche Fragen einmal nur an Frauen gestellt und publiziert ebenfalls die Zahlen. „Glauben Sie, daß es wieder Krieg geben wird?"— fragen die Anierikaner und 73 Prozeni antworten mit Ja, während 81 Prozent auf die weitere Frage, ob der Krieg noch dieses Jahr zu erwarten ist, mit Nein antworten.„Wird Großbritannien in jedem Fall aus einem Krieg draußen bleiben können?"— fragt sehr typisch für die englische Mentalität die„News Review" und stellt als sensationell fest, daß 88 Prozent der englischen Frauen daran leider nicht mehr glauben. Dagegen glauben nur neun Prozent der Engländerinnen, daß der Krieg nahe bevorstcht, 68 Prozent, daß es noch lange damit dauern wird und 26 Prozent wissen beim besten Willen nicht, waS sie von der Kriegsgefahr halten sollen. Aber die übergroße Mehrheit, nämlich 82 Prozent, sind immer noch davon überzeugt, daß eine Organisation bestehen könnte, die stark genug Ware, Kriege zu verhindem. Die Statistik sagt allerdings nicht, daß sie damit den Völkerbund meinten. „Wer wird am nächsten Kriege schiild sein?" — fragen die Amerikaner, und 80 Prozent'nen«. nen Deutschland, 27 Prozent Italien, 19 Prozent Japan, 11 Prozent Rußland, während der Rest sich auf andere Länder verteilt. Und auf eine weitere Frage, wer am letzten Krieg schuld war, antworten 77 Prozent der Amerikaner mit Deutschland, und 41 Prozent finden den Versailler Vertrag sogar noch zu milde, während 80 Prozent ihn als die Quelle alles llebels anse'ien und 29 Prozent ihn einfach für richtig halten. Die Engländerinnen interessiert etwas anderes.„Würden Sie lieber Ihren Sohn oder Ihren Mann in den Krieg ziehen lassen?" 84 Prozent können sich nicht entscheiden, elf Prozent würden den Sohn herausschicken, und nur fünf Prozent den Ehemann.„Und würden Sie sich selbst der Nation zur Verfügung stellen?" 60 Prozent der englischen Frauen antworten mit Ja. Die Amerikaner ihrerseits möchten gern die Sympathien für die verschiedenen«»ropäischen Völker feststellen. Und siehe da— 88 Prozent erklären sich für England, elf Prozent für Frankreich, acht Prozent für Deutschland, vier Prozent für Irland, ebenso für Finnland und 18 Prozent für die anderen Völker. Dies sind, wie man zugeben wird, recht prägnante Beispiele, wie man die Kurve des Stimmungsbarometers festzustellen bemüht ist, und sie sind tatsächlich recht aufschlußreich, so daß das Statistik-Spiel doch seinen recht ernsten Hintergrund hat, wenn man zum Schluß noch zitiert, daß 81 Prozent der englischen Frauen den Krieg in manchen Situationen als grundsätzlich berechtigt erklären. Srite 4 Jagesneuigkeiten Nicht ganz klar ist die Meldung, daß der Reichsminister Frick festgestellt habe, in einem besonderen Erlasse jogar, daß die Anrede in der dritten Person nicht dem nationalsozialistischen Kameradschaftsgedanfen entspricht. Sie müsse daher endgültig fortfalTen. Alle Leiter von Behörden werden durch den erwähnten Erlaß ersucht, das Erforderliche zu ver anlassen und insbesondere werden auch alle Bes amten und Angestellten darauf hingewiesen, daß sie nicht nur selbst als Untergebene die Anrede in der dritten Person unterlassen, sondern auch als Vorgesezte diese Anrede nicht dulden. Gemeint fann nur die gebräuchliche dritte Person der Mehrzahl sein, das„ Sie". Mussolini hat es als wesensfremd, aus dem Französi schen übernommen jest in Italien kurzerhand abgeschafft. Das Dritte Reich macht also wieder einmal eine deutsche Entdeckung, die zuerst in Italien gemacht wurde. Aber nicht gemeldet wird, was an die Stelle des„ Sie" treten soll. Das ,, Du"? Damit werden die Vorgesetzten, die zahlreichen Führer" sehr einverstanden sein-- sofern es sich um das„ Du" gegen Untergebene, gegen Gefolgschaften handelt. Aber sich von Untergebenen duzen lassen? Das„ Du" gilt ja, seltsam genug, zugleich als Ausdruck der Vertraulichkeit, wie etwa von Offizieren der alten österreichischen Armee gegen Soldaten gebraucht- der Mißachtung. Wahrscheinlich wird man zum altväterlichen., Er" zurückkehren- das Ilinat sehr schön von oben herab:„, Set Er sich!"- ,, Sch cr gerade!" ,, Halt er das Maul!"- Und es wird sinnvoll ergänzt durch das Ihr", das einst sehr unterwürfig flang: Gestrenger Herr, habt doch Erbarmen!" Die neuen Anredeformen werden die Scheidung zwischen Führern und Geführten drastischer zum Ausdrud bringen. Was ja wohl der Sinn der Reform" iſt. Elf Tote bei Flugunglück spix Freitag, 12. August 1938 bu2 Die französischen Manöver an der italienischen Grenze Ein Truppenzeltlager im Hochgebirge dicht am Col du Lautaret Das hat lange gedauert! Im Jahre 1895 Line brach Mittwoch abends Feuer in einem mit wurde ein englischer Landwirt nach kurzer Ehe Heu gefüllten Laderaum aus. Das Feuer drohte von seiner jungen Frau verlassen. Er leitete die auf einen anderen mit Weizen gefüllten Laderaum Scheidungsklage ein. Jekt, nach mehr als 42 Jah- überzugreifen. Drei Feuerwehrleute mußten mit ren, erging das Urteil, die Ehe wurde geschieden. Rauchvergiftungen ins Strantenhaus eingeliefert Der Kläger, der endlich zu dem gewünschten Er werden. folg fam, ist heute 73 Jahre alt. Ob er jest noch Quit hat, das Experiment ein zweites Mal zu machen? Ein sensationeller Diebstahl wurde Don nerstag morgens auf dem Besiz Lord Wintertons Der Alkohol im Familienhaushalt betitelt sich ein Vortrag, den Gen. Dr. V. Havlit, der regsamste und bedeutendste Führer der Enthaltsamkeitsidee in der tschechischen Sozialdemokratie, auf dem Internationalen Kongreffe gegen den Alloholismus in Eine Flugzeugfatastrophe ereignete sich Mitt in Shillinglie( Suſſer) aufgedeckt. Ein wertvolles Warschau gehalten hat und der vor kurzem in der woch nachmittags gegen 16 Uhr in Debreczin. Nach Gemälde, das den erſten Lord Winterton darstellt, Sozialen Revue" erschienen iſt. Die deutsche UeberBerichten von Augenzeugen befand sich ein Ver- ist aus dem Rahmen geschnitten und gestohlen worseßung wurde dankenswerter Weise von der Bennal fchrsflugzeug in einer Höhe von etwa 200 Meter, den. Das Gemälde, deſſen Wort auf über 10.000 stelle der deutschen Enthaltsamkeitsvereine herausgeals es sich überschlug und abstürzte. Sämtliche Pfund geschätzt wird, ist von dem berühmten eng bracht. Es iſt eine überaus wertvolle Arbeit, die nicht Insassen wurden getötet. In dem Flugzeug befan- liſchen Maler Reynolds im Jahre 1764 gemalt nur von„ berufsmäßigen" Alkoholbekämpfern, sonden sich sieben Journalisten, die nach Debreczin worden. Außer zwei weiteren kleineren Delgemäldern von allen auf sozialem, wirtschaftlichen, für fuhren, um ihren Blättern über das Flugmeeting den sind eine Diamantenschachtel, zwei goldene sorgerischen Gebiete tätigen und interessierten Menzu berichten, das dort stattfand, der Führer des Bigarettenetuis und weitere kostbare Gegenstände schen gelesen und nachdenklich erwogen werden soll. Ausfluges, der Pilot des Flugzeuges, der Bord gestohlen worden. Sie stützt sich auf die vom Statistischen Staatsamte mechaniker und der Bordfunker. Die Ursache des herausgegebene Statistit des Familienverbrauches die Unglücks lonnte noch nicht festgestellt werden. den Verbrauch von 414 Arbeiter-, 155 Bedienstetenund 379 Beamtenfamilien, also im ganzen von 948 Arbeitnehmerfamilien zur Grundlage hat. Es ist unmöglich, hier auf die überaus interessanten und wertbollen Einzelheiten dieser Untersuchung einzugehen, die deutlich zeigt, welche wirtschaftliche Bedeutung Wieder ein Soldat ertrunken. Gelegentlich der Schwemme von Militärpferden verschivand der Soldat Ondřej Holovačka aus Balašovce ( Karpathorußland) in der Svratka bei Brünn plößlich unter der Oberfläche des Wassers. Ob wohl sofort nach ihm gesucht wurde, und er nach sieben Minuten aus dem Wasser gezogen werden fonnte, war der Soldat schon tot und alle Wiederbelebungsversuche waren vergeblich. Erdbeben in Ecuador. Donnerstag wurde in Ben Gebieten von Eltingo und Sangolqui ein vulfanisches Beben verzeichnet. Zahlreiche Häuser stürzten ein, doch wurde niemand getötet. Fischdampfer gesunken. Bei einem Zusammenstoß der Fischdampfer„ Roßleen" und" Arraboul" auf der Höhe von Dunnett Head an der schottischen Küste sank die„ Arradoul" unmittelbar nach dem Zusammenprall. Von der elfköpfigen Besaßung wurden sieben Mann von der„ Roßfeen" gerettet und nach Aberdeen gebracht. Die übrigen vier tamen ums Leben. Die erste Bürgermeisterin Böhmens wurde Die Barbaren an der Arbeit. In Anwesenm Kleinwisel gewählt. Es ist die Arbeiterin Marie Tubor, die als Angehörige der kommunistiheit von mehreren zehntausend Zuschauern wurde ſchen Partei jezt die Beſtätigung ihrer Wahl durch die Bezirksbehörde erwartet.( DND) nismäßig hohen Lebensstandart. Der Verfasser Nr. 188 Das heutige Programm der deutschen Sendung Brag- Melnit: 10.15-11.00 Schallplatten. 12.15 Vt. Dr. Olga Termat: Worüber wir ladjen. 18.00 Slaviermusik( Gerth Waldgarten). 19.00 Alte Schlager( Ges. Rolf Hartmann, Klav. R. J. Schus bert). 19.30 Das Land an der Thaya, Hörfolg. 20.00 Orchesterkonzert. 21.00 Der Friede siegt. Hörspiel um Berta v. Suttner und Alfred Nobel von Karl Schinog. 22.00 Schallplatten, 22.30-23.00 Klaviermusik von Leo Janáček( zu feinem 10. Todestage).( Klav. Fr. Solečet.) Brinn: 18.00-1815 Ob. Anip. Rudolf Ullrich: Das Reifen mit der Eisenbahn. 18.15-18.20 Schall platten. 18.20-18.35 Dr. Norbert Klein: Erfte Silfe bei Unglüdsfällen, Quetschungen, Verstauchun gen und Verrenfungen. Mähr. Ostran: 18.10 3ng. Karl Busch: Rationalisierung, Stachelfatius", heitere SchallplattenRevue von Kurt Müller. Wein und Spirituosen aus. Die Arbeit zeigt, welch gewaltige Bedeutung das Alkoholproblem im mer noch- und heute mit Rücksicht auf die sozialen, politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse erst recht besitzt. Aber wer fümmert sich darum? Einige als überspannte Schwärmer angesehene Einzelgänger, ein paar schwächliche Organisationen, die um färglich zugemessene, ungern gewährte Subventionen betteln müssen. Die furzsichtige Regierung freut sich über steigende Erträgnisse der Bier- und Branniwein steuern, ahnt und begreift nicht, daß der durch den Alfohol angerichtete Schaden die Gesellschaft und ihre Organe doppelt so viel kostet als er einträgt. Darum sei es wiederholt: jeder, der Verantwortung trägt, sei es in öffentlicher Stellung, sei es als Fas milienoberhaupt, soll Havlifs Schriftchen lesen und fich zu Herzen gehen lassen. Frauenarbeit unter drakonischen Bedingun gen. Der Bürgermeister von Sofia, Ing. Iwanow, hat eine Verfügung erlassen, derzufolge die Magis stratsbeamtinnen im Dienste teine seidenen Meider und Strümpfe tragen dürfen. Außerdem dür. amtinnen müssen im Dienste einheitliche Kloth. fen sie fich weder pudern noch schminken. Alle Bes fleider tragen. 10.000 Anmeldungen in die Bata Arbeitsschule. Jedes Jahr nimmt die Bafa- Arbeitsschule neue Schüler auf, die aus einer großen Anzahl von Be werbern nach den Prüfungsergebnissen ausgesucht werden. Heuer meldeten sich mehr als 10.000 junge Männer. Leider können im ganzen nur 500 aufge nommen werden, so daß nur jeder Zwanzigste für die Aufnahme in Frage tommt. Schulverwaltungen gegen den Straßenverlauf waltungen wurde in Pilsen der Straßenverlauf von von Gefrorenem. Auf Einschreiten der Schulver. Gefrorenem in der Nähe der Schulgebäude verboten. Das Verbot wird damit begründet, daß dieses Gefros rene, auf nüchternem Magen genossen, der Schuls jugend nicht gut tue.( DND) Das Wetter. Gegen Mitteleuroa dringt von Südwest her etwas fühlere und feuchte Meeresluft. Infolgedessen hat sich die Gewittertätigkeit in der Republit erneut verstärkt. Die Temperaturen über schritten Donnerstag nachmittags zwar in den mittTeren und öftlichen Teilen des Staates meist noch 25 Grad im Schatten, aber gegenüber Mittwoch lies gen sie besonders in Böhmen um.zivei bis drei Grad tiefer. Wahrscheinliches Wetter für Freitag: Wechselnde zeitweise verstärkte Bewölkung, stellenweife Regenfälle oder Gewitter, Höchsttemperaturen um 25 Grad, Minima unter 15 Grad, Südwestvind. Wetteraussichten für Samstag: Bei wechseln etwas wärmer, Südwestwind. der Bewöllung noch örtliche Gewitter oder Schauer, die Ausgaben für alkoholiſche Getränke, besonders für Bier, auch heute noch in fast allen diesen Familien hat, um wie viel mehr beinahe bei allen diesen Familien für berauschende Getränke als für Lbst, Gemüse, Beitungen und Bücher, sonstige fulturelle Bedürfnisse ausgegeben wurde. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um Familien mit einem verhält Mittwoch mit dem Abbruch der Nürnberg kommt zu dem Ergebniſſe, daß die Durchschnittsger Synago ge begonnen. Zuerst wurden mit ausgabe der erwachesenen Personen in der TschechoMut und gute Nerven. Im größten Spital einem Hammer zwei Laternen beim Eingang der slowakei für alkoholische Getränke im Jahre 1929 Butareits ereignete sich vor kurzem ein gros stern von der Stirnseite des Gebäudes unter be- sie in den letzten Jahren wieder im Steigen find, geht Synagoge zerschlagen, hierauf wurde der David- 550 Kč und im Jahre 1936 560 Kč betrug, daß her Brand, während im Gebärsaal der Klinik ge= rade eine Geburt in vollem Gange war. Eine geisterten Sieg- Heil- Rufen und unter dem Absin- aus den Ausweisen der Brauereien hervor, die emen Operation wurde unerläßlich, als die Flammen gen der Nationalhymnen heruntergerissen. rasch und bedeutend zunehmenden Ausstoß verzeich bereits den geburtshilflichen Pavillon einhüllten. Fünf Menschen durch Blik erschlagen. In nen. Havlit weist nach, daß jährlich rund 5 Mi IIII. Der Arzt Dr. Jonescu erkannte, daß das Leben dem nahe der bulgarischen Grenze gelegenen süd- liarden in der Republik vertr unten werder Gebärenden und des Kindes verloren sei, serbischen Dorf Crna Reči schlug der Bliz in ein den!- Recht interessant sind einige Einzelheiten. wenn die Operation unterbrochen werde. Er Bauernhaus. Drei Kinder wurden getötet. In Da gibt es einen Pensionisten, der'21 Prozent feiner appellierte mit Erfolg an die ihm assistierenden dem bosnischen Dorf Mir erschlug der Blizz zwei Ausgaben für Lebensmittel auf Alkohol verausgabt, Krankenschwestern, gleich ihm und der Gebärenden Hirten. auszuhalten. Und siehe da es gelang! Hut ab vor dem Mut und den guten Nerven der Beteiligten! Nazi- Propaganda Feuer auf kanadischem Dampfer. Auf dem im Hafen von Montreal liegenden 13.950 Tonnen- Zumpfer Andavia", der Cunard White Star " einen Chauffeur(!), bei dem dieser Verhältnissatz 19 Prozent beträgt; ein Bergbaubeamter in Dur gibi jährlich 3147 Kč, das sind 27 Prozent seiner Ausgaben für Lebensmittel und Getränke, auf Bier, Zlehung der Klassenlotterie ( Ohne Gewähr.) Klasse der 39. tschechoslowakischen Slaſſen Brag. Bei der Donnerstag Richung der lotterte wurden nachstehende Gevinste gezogen: 140.000 Kč: 18388. 20.000 Kč: 79170, 96456. 10.000 Kč: 61786, 108694, 103553. 5000 Kč: 35983, 2184, 101225, 65462. 2000 Kč: 50492, 78685, 96265, 106803, 3992, 90667, 58385, 124198, 20007, 77435, 81865, 79166, 36861, 100113, 85541. gib: 34.000 Deutsche in Britannien, und das Ziel| so harmlosen Orten wie einem Café in Brighton und in England starte Sympathien genießt. Hitler der. Nazis ist, jeden von ihnen zu einem wirksamen einer Schule in Sutton treffen." Den Nicht- Deutschen Deutschland wird von der Nazi- Propaganda als deutschen Staatsbürger in England müssen sich in Englandied in ihrem Spionagedienst zu machen." Die in England gilt ebenfalls eine sehr extenſive Propa- Netter der Christenheit bezeichnet und Niemöller als - so ganda. Mehr als 100 gutgeschulte Propagandisten Feind des Christentums. Die Niemöller- PropaWie die faschistische Propaganda in England wie die Reichsdeutschen in der Tschechoslowakei bei beadern dieses Feld und wirken entweder durch ganda zeigt, wie die Nazis mit ihren Geldmitteln arbeitet, wird in einem soeben in London erschie- der deutschen Gesandtschaft oder dem Konsulat regi- persönliche Fühlungnahme oder durch eine weit wüsten. Woche für Woche werden 7000 bis 10.000 nenen Buche von Elwyn Jones The battle for strieren lassen, andernfalls droht ihnen Verlust der verbreitete Organisation, die als ihr Ziel die Worte in Maschinenschrift, die den ehrwürdigen Peace"( Der Kampf für den Frieden) in einem Staatsbürgerschaft. Sie müssen außer ihrer Raise Förderung der Freundschaft zwischen den Na- Priester und seine Zaten verleumden, in die Büros Kapitel über die Nazis in Großbritannien und im und Religion genaue Einzelheiten über ihre Arbeit, tionen bezeichnet." Diese Organisation arbei- britischer Religionsgesellschaften und religiöser Beis britischen Reich"" enthüllt. In einem Artikel von ihren Arbeitgeber und ihre Sprachkenntnisse angeben. ter mit unpolitischen" Mitteln und wendet sich vor tungen und in die Wohnungen britischer Geistlicher S. E. 9. Wynne im„ Daily Herald" wird der In- Die Kodifizierung dieser Masse von Informationen allem an gewisse Schichten des Mittelstandes. Dann gefchidt. Die Quelle ist eine religiöse Presseforre halt dieser Darstellung wiedergegeben. Ein wichtiger bringt die deutsche Gesandtschaft und die Gestapo in gibt es noch die Beeinflussung jener reichen Leute in spondenz in Berlin, tatsächlich eine andere Adresse Bestandteil der Nazi- Propaganda im Ausland ist die den Besitz eines der größten und aus England, die Churchill die Heil- Hitler- Brigade in für eins der Propagandaämter des Herrn Dr. Goeb Beste chung von Leuten, die Einfluß auf die gedehntesten Spionage systeme, der Londoner Gesellschaft" genannt hat. Start ist bels." Da die Franco- Propaganda in England voröffentliche Meinung ihres Landes haben können. Vor bie es je gegeben hat." In britischen Haus auch der Einfluß der Nazi- Propaganda auf die eng wiegend mit der Behauptung arbeitet, daß Franco der Anprangerung sind diese Leute in England durch halten find 25.000 deutsche ausgehilfin lisch- deutschen Kameradschaftsvereine, wo man unter ein Retter des Christentums fei, arbeitet auch die daz strenge Gesetz gegen ,, Verleumdung" geschüßt. n en beschäftigt. Ihnen widmen die Nazis besondere der jungen Leuten Sympathisierende zu finden Nazi- Propaganda in England nicht mit dem Neu Wynne schreibt deshalb:„ Es wäre verleumderisch au Aufmerksamkeit. In Deutschland gibt es zwei Schu- hefft, und schließlich gibt es in London sogar eine Seidentum, sondern mit christlichen Schlagworten. sagen, daß dieser Mann oder iene Frau von den lungszentren für Frauen, die ins Ausland gehen Ortsgruppe der nazistischen Anti- Komintern- Orga- Der Artikel des Daily Herald" schließt mit der Nazis oder einem anderen Propagande- Apparat ge- wollen, und dort lernen sie die besten Methoden, In- nisation. Anfangs, nach der Machtergreifung der Feststellung, daß man die Wirkungen diefer Propas tauft sind; aber seltsame Winte ergehen von Zeit au formationen zu sammeln. Um den Kontakt aufrecht- Nazis, tonzentrierten sich die Bemühungen der Nazi- ganda vorläufig noch nicht hoch einzuschäßen braucht, Zeit an Leute in diesem Lande, die Einfluß auf die zuerhalten, veranstalten die Nazi- Organisationen in Propaganda auf die Rechtfertigung" und Beschö- daf ihre zufünftigen Wirkungen aber nicht abzusehen öffentliche Meinung haben könnten. Und einige England häufige Versammlungen, an denen teilzu- nigung der Judenverfolgung in Deutschland. Jeßt find. Die Dittatoren verachten unsere Toleranz. Freunde Francos bei uns beherrschen besonders die nehmen für deutsche Staatsangehörige Pflicht ist. wendet sich die Nazi- Propaganda immer mehr der Nun, wir sollten etwas tun, um weniger tolerant zu eble Stunit, jene zu belohnen, die ihrer Eache„ Die Partei und die Arbeitsfront haben ihre Zellen diretten antijüdischen See zu. fein. Der britische Intelligence- Service ift, wenn ihn dienen." Neben der Bestechung, für die große Sum in London und der Provinz. Weibliche Nazi- Ange- Hunderttausende von englisch geschriebenen Flug- auch romantische Romanschreiber sehr überschäben, men aufgewandt werden, gibt es die gewöhnliche stellten und Technifer versammeln sich in Galing. blättern sind der Kritit am Versailler Vertrag gewahrscheinlich ebenso fähig wie jeder andere GeheimPropaganda, die ebenfalls sehr lostspielig ist.| Nazi- Kaufleute versammeln sich in London W. C. widmet, andere wieder der ,, bolschewistischen Gefahr". dienst. Er weiz bestimmt, was vorgeht. Aber er hat Sie wendet sich an alle Reichsdeutschen im Auslande Es gibt Kegel- Klubs und Debattier- Gesellschaften Das neueste in der englischen Hitler- Propaganda ist die Weisung, es geheimzuhalten. Ist es nicht Beit, unb an jeben möglichen Sympathiefierenden, Es und Klubs für Geschäftsleute, die sich abwechselnd an ein Feldzugegen Niemöller, der daß man ihm neue Instruktionen gibt?" h t. 0 e St f Ft. er ή ENERCON d d. r, cr 3. 5. 18 18 ละ In 00 en 0$ is jer ces ffe ba Co Dio En Dep a ht, Sen 18. au hn en, Sat eit, Mr. 188 Freitag, 12. August 1938 [ Hoſe fört die bei lose deutsche Arbeiter hört die Aufforderung, bei| Man erhält für Volkswirtschaft und Sozialpolitik Rudolf Fischer: Wirtschaftsboykott Die nachstehenden Erwägungen waren als Vortrag in der Prager beutschen Arbeiterfenbung gedacht. Da durch Streichungen und Aenderungen des Zenfors das Manskript so entſtellt wurde, daß ser ursprüngliche Sinn verlorenging, zog der Anior, wie wir bereits gemeldet haben, den Vortrag zurück. Wir veröffentlichen daher heute den Text in der ursprünglichen Faffung. Diese Wiedergabe wird dem Leser auch die Feststellung ermöglichen, daß sich die Ansichten des Artikels durchaus nicht nur mit dem beden, was wiederholt die sozialdemokratische Presse gesagt hat, sondern auch mit der Auffaſſung anberer, anch offizieller Kreiſe. Die Rundfunkzenfur scheint aber ihre eigene Wege zu gehen. füllung dieser Losung ihm Arbeit und Brot verschaf fen kann. Er denkt dabei nicht daran, daß, wenn die ale i che Parole von anderen Völkern gegen su detendeutsche Erzeugnisse ausgegeben würde, er dies mit dem Verlust seines Arbeitsplaßes bezahlen muß. Der Arbeitslose hört nur das betörende Schlagwort, ihn beherrscht der Gedante, Arbeit zu finden und dabei bergißt er, daß zum Beispiel die Glas- und Borzellanindustrie, die fast ganz im sudetendeutschen Gebiete des Staates liegt, in ihrem Umfange nur Erzeugnisse des Kunstsinns und Gewerbefleißes der 100 Reichsmark( Noten). Markmünzen 100 rumänische Lei 100 polnische Bloty 100 ungarische Rengö 100 Schweizer Franken 100 französische Francs. 1 englisches Pfund 1 amerikanischer Dollar 100 italienische Lire. 100 holländische Gulden 100 jugoslawische Dinars. 100 Belgas Seite 5 Kč 558.675.17.60 548.50 628.50 668.50 80.08 144.38 28.95 162.40 . 1597.64.80 490.weiter beſtehen kann, wenn andere Völker die deutschen Glas- und Porzellanarbeiter abnehmen. Das Verzweifeln der deutfcen Arbeiter an einer balbigen Befferung der Verhältnisse ist es zumeist, weshalb Schlagworten foll in der Volkswirtschaft den ihr gebührenden Blab und Parolen gefolgt wird, die eine schwere Schä erhalten. digung des Wirtschaftslebens herbeiführen und Es ist auch in der CSR notwendig, die Massen Der wirtschaftliche Aufstieg hat auch im de ut- lichen Produkten wird durch das von den Tichechen eine Vergiftung des Zusammenlebens der Nationen darüber zu belehren, nicht unvernünftigen Barolen ſchen Gebiete der Et au einer recht er besiedelte Flachland gedeckt. Den Bedarf an Startof in dieſem Staate mit all ihren gefähr I i ch en zu folgen die der Totengräber einer gefunfreulichen und ständigen Vermin de feln, Getreide. Gemüſe, Wala. Zuder. Spiritus Folaeerſcheinungen verursachen. Der sicherste Wen aur den Volkswirtschaft find, sondern Wege einzuschlagen, rung der Zahl der Arbeitslofen geführt. Rehn müssen die Sudetendeutschen a wa na 8 1 ä u fia Beseitigung der Bohlottbewegung und der Serbei durch die der Stäufer Einfluß auf die Protauſende Familien, die in früheren Jahren Unter- von der tschechischen Landwirtſchaft decken und sie führung der inneren Befriedung des Landes iit, die buftions- und Arbeitsverhältnisse i en er Betriebe ftüßungsempfänger waren, find in den Arbeitsprozekt haben gar keine Möglichkeit, sich dieſe Lebensmittel Arbeit 3Tofiafeit au fenfen und gewinnt, deren Abnehmer er täg eingeeriht worden. Dieſem Aufstieg der Wirtschaft und Erzeugnisse der landwirtſchaftlichen Industrie einer weiteren Rahl von Arbeitslosen im Grenzlich ist. Dadurch kann von Seite der Verbrau droht in letzter Zeit eine in ihrem Ausmaße nicht abs andersivo au beschaffen. Hingegen liegen viele jener gebiete Arbeit zu verfchaffen. Den Arbeitern wird cher mit dazu beigetragen werden, den Lebensstan zuschäßende Verf d I immerung aus polis Betriebe, in denen Lebensmittel und Maſſenver- da durch der innere Salt wiedergegeben werden. dard der Lohn- und Gehaltsempfänger au bes fifchen Ursachen, aus dem Boykott, der den Abjas brauchsgüter erzeugt werden, mit denen bisher die den sie durch die lange Zeit der Arbeitslosigkeit verern. Die Label- Bewegung in der Sduveiz zeigt eine der deutschen Industrieerzeugniffe gefährden tann. tschechische Bevölkerung beliefert wird. im Loren haben. Die Arbeiter wollen sich ihr Brot der Möglichkeiten auf, die gegeben sind, um ProGelingt es nicht, diese Boykottbewegung zum Still- deutschen Staaisteile. verdienen. Weit mehr als die sprachlichen duzenten und Verbraucherinter ſtand zu bringen, dann werden tausende jetzt Welche Verheerung schon die jebige Bontottbe und politischen Gegenfäve find es die Unterschiede in eisen miteinander in Einklang zu wiederbeschäftigte deutsche Arbeiter in wegung angerichtet hat und wie sehr die Sorge, daß den wirtschaftlichen Verhältnissen, die der bringen. Der Sinn einer jeden, von einer Be Rütze mit neuer Arbeitslosigkeit rechnen es noch ärger werden könnte, die Wirtschaft störend Boykottheße eine günstige Aufnahme verfchaffen. Der we a una beeinflußten wirtschaftlichen Betätigung müffen. Die wirtschaftlichen Veränderungen, die nach beeinflußt, wird besonders augenfällig bei Betrach Gegensatz zwischen dem Beschäftigten und soll fein anderer ſein. als der, die LebensDem Kriege in Mitteleuropa durch die neue Staaten tung der Folgen, die durch die Ausdehnung des dem Arbeitslosen erschwert das Zusammen- baltung der gesamten Bevölke bildung entstanden sind, haben den noch engeren Zu- Boykottes auf gewiffe Geldanstalten entstanden sind. Teben am meiſten und schafft täglich eine Reihe von una auf ein immer böberes fammenschluß der Wirtſchaft des deutschen und tſche Der Bohkott richtete sich zuerst gegen die Spareins Stonfliktsstoffen. Der Menich lebt nicht von Niveau zu heben. dischen Volksſtammes in der ESI zur unmittel- lagen der Verbrauch ergenoffenſchaften. Dadurch Brot allein, aber auch nicht ohne Nicht durch eine haßerfüllte Boykottbewe baren Folge gehabt. Die gesamte Wirtschaft des war jedoch der Anstoß gegeben zur Beunruhigung der Brot. Die für das Schidial dieses Staates verant gung, deren Weg ſtillgelegte Betriebe, Arbeitslosig deutschen und tschechischen Voltsstammes war' durch Sparer überhaupt und es wurden ſehr bald aroke wortlichen Fattoren müssen es als eine der wich feit. Not und Elend kennzeichnen, kann das Schidial die jahrhunderte lange Bindung im alten Kaiserstaate Svarbeträge bei allen Geldinstituten abgehoben tia it en Aufgaben betrachten, Mittel und Wege zu des eigenen Volkes besser gestaltet werden. Durch sic untrennbar ineinander verwachsen, und nach der Er- und damit der Volkswirtschaft schwerer Schaden zu finden, die zur Beseitigung der werden zum Vorteile Einzelner nur richtung der TSR noch mehr als zuvor auf gegen gefügt. Wenn die Geldanſtalten über keine flügen Arbeitslosigkeit im deutichen Sied die Gegensä ve zwischen den Nationen ver jenige Unterſrüßung angewiesen. Jedem die Tat Geldmittel verfügen und deshalb die Beschaffung I una saebiete fübren. Wird die Ar- tie ft; fie verfchließt den Menschen die fachen klar erkennenden Deutschen oder Tschechen muß billigen Kredites erschwert oder unmöglich beitslosigkeit in ihre natürlichen Grenzen zurüd- Augen vor der Tatsache, daß die Kulturvor Augen stehen, daß die früheren Absaßgebiete nemacht wird, ist der Aufstieg der Induſtrie gehemmt. gedrängt, dann findet innerhalb der deutic en bölfer der Erde darauf angewiesen sind, die Güter. tros aller Anstrengungen zum Teil verloren sind wird Handel und Gewerbe in seiner Entfaltung beBevölkerung eine Bewegung einen Resonanz- die Natur. Technik und Fleiß der Schaffenden und daß unsere Industrie, mag fie in deutschen oder hindert. Vermehrte Arbeitslosigkeit mit all ihren tichechischen Händen ruhen, ständig bemüht ein Sorgen für die davon betroffenen Familien, ist das boden, die das Zusammenleben der Völker gefährdet in überreicher Fülle hervorbringen, miteinmuk, durch die ebung des In Ian d- Ergebnis des unverantwortlichen Mik und der eigenen Volkswirtschaft schwersten Schaden ander im Handelswege zu tauschen. Es gibt nur verursacht. eine Boykottbewegung. Die notwendig ist und die verbrauches und den dadurch möglichen brauches politischer Kampfmitte I. stärkeren Absatz im Binnenlande Ersab für die ver- Die Entfaltung der sudetendeutschen Wirtschaft ist In Gebieten, deren Bevölkerung noch einer tief- fich die Massen aller Wölfer erobern foll: Den lorenen Auslandsmärkte zu schaffen. Obzwar diese in hohem Maße davon abhängig, ob die örtliche greifenden demokratischen Erziehung bedarf und in Boykott a II er falfden, unedlen enge Bindung der Wirtschaft der beiden Wölfer von Stapitalsbildung möglich ist, und ihr Aufstieg wird denen dar um eine andersgerichtete Ueberzeugung und unaufrichtigen Bestrebungen, feinem einfichtigen Menschen bestritten werden gedroffelt, so lange ein großer Teil der ersparten nicht geachtet wird, und nicht nur ideologisch und fach mögen fie fich noch so acichidi fann, wird aus politischen Beweggründen in völli- Gelder in den Truhen und Strümpfen der Sparer lich, sondern auch persönlich bekämpft wird, unter dem Dedmantel des Natio ger Verkennung wirtschaftlicher aufbewahrt, und damit der Volkswirtschaft entao werden politische Gegenfäße leicht zur Schädiguna nalbewußtseins oder der GemeinNotwendigkeiten versucht, eine Boytott- gen wird. Mit der Schmälerung des Geldumlaufes wirtschaftlicher Konkurrenten mißbraucht. Sich fchaft verbergen. Notwendia ist bewegung wachzurufen, die für die ganze Volts- werden die Lebensgrundlagen des ganzen Volles ein- gegen die im Gange befindliche der Bontott jeder Vorherrschaft und wirtschaft nur eine a rae Schädiguna herbei- geengt. Die Lebenshaltung der Arbeiter in den Boytott bewegung stellen und ieder unterdrü duna. ein Bontott der führen fann. Verzeichnisse von Firmen, bei denen Städten, aber auch die der Handwerker und der damit den deutschen Arbeiter Selbstfucht und des Eigennutes. gekauft werden soll, und von solchen, bei denen Staufleute wird verfchlechtert. Ein allgemei ſeine Beschäftigung zu sichern, heißt zugleich ein die bisher die Völker von einander getrennt der Kauf au unterlassen ist, werden von ner Rüdgang des Verbrauches zeitigt frisen Stück Erziehung zur praktischen haben und innerhalb der Völfer II af unbekannten. Organiſationen in de Form von Stet, hafte Zustände, die nicht in der Weltlage e motratie vollbringen. Bobkott fende Gegenfäße ſchaffen. Ein í o ich er tenbriefen in Umlauf gefebt. Die nationalen der Wirtschaft begründet find, sondern ihre Ursache parolen werden zumeist von Parteien und Organiſa Boykott würde die Nationen diefes Staates wirt. Auseinanderſebungen werden mit einzig in der Anwendung falicher und die tionen ausgegeben, die Geaner der Demokratie find ich afilich und politisch als voll. allen Mitteln raffiniertester Retla eigene Wirtschaft schädigender Methoden oder sich im Schlebytau jener Kreise befinden, die ständig gleichberechtigte Partner neben mekunst auf das wirtschaftliche bei der Gestaltung der inner polis aus der Trübung des volitischen Kampies ein ander leben lassen, und unsere unveraleichlich schöne Seimat. das Land Gebiet übergeleitet. Es wurde sogar tischen Verhältniffe haben. Die Bontott veriönlichen Gewinn erzielen wollen. eine Broschüre verbreitet, die ein Verzeichnis von bewegung gegen die Svarinstitute ist seit Wochen der fudetendeutschen Arbeiter, einer befieFirmen enthält, die aus leicht erklärlichen Gründen zum Stillstande gekommen. Diese Tatsache berechtigt ren und alüdlicheren Zukunft als Einlaufsquelle empfohlen werden. Diese Bro- au der Hoffnung, daß die Urteilstraft der Bevölentgegen führen. schüre ist eine indirekte Aufforderung. Erzeugnisse terung auch sehr bald auf anderen Gebieten den von Unternehmungen, die nicht aufgezählt find, zu Boykottpredigern den Erfolg versagen wird. meiden; die Boykottbewegung hat durch diese Bro- Die Erkenntnis, daß es notwendig ist, dem schüre neuen und kräftigen Auftrieb Boykottirrfinn jederzeit und an erhalten. Die Masse der deutschen und tschechi- allen Orten mit größter Entschieden schen Bevölkerung sieht leider nicht, daß hinter heit entgegenzutreten, teilen alle Volkswirtschaft den Boytottparolen häufig nichts anderes stedt, als ler, deren Blick nicht durch blinden Nationalhaß gedie nadie Gewinnsucht jener Unternehmer und trübt ist. Das Organ des Verbandes deutscher Wirt Händler, die nicht imstande sind, im Wettbewerb er- fchaftsgenoffenschaften" nimmt zu der Boykottbewe politischen und nationalen Gegensäge als eine will in welchem alle Deutschen und Tschechen, die von lommene Gelegenheit benüben, um aus der Urteils- der Unsinnigkeit und Gefährlichkeit losigkeit der Masse jene Gewinne zu ziehen, die fie in eines nationalen Boykottes überzeugt sind, aufaefor ruhigeren Beiten nicht erlangen können. Das dert werden, sich mit allen Volksgenoffen gegen deutsche und tschechische Volt dieses Staates aber die Boykottparole zu wenden, folgendes: wird es sein, das in seiner Gesamtheit die Schäden zu tragen haben wird, die sich aus den durch die Boykottlosungen hervorgerufenen Hemmun gen und Störungen des Wirtschaftslebens una bwendbar ergeben. Bewegung der ungarischen Bauarbeiter Das Ringen um den Absav der Ware wird ftets zu einem Wettstreit awischen Unternehmern und Händlern führen, solange noch ein Reit einer una e bundenen Erzeugung und des freien Handels besteht. Die Werbung kann mit I auteren Mitteln erfolgen. Den Sieg im wirtfchaftlichen Mingen soll der davontragen, de r die beste Leistung für das Volt Budapest. Seit mehreren Wochen läuft in vol Ibringt. Nicht immer beinhaltet der niedrigſte Preis die beste Leistung. In der Schweiz ist Ungarn in den Reihen der Bauarbeiterschaft eine zur Beit eine Bewegung im Gange, jenen Erzeug- durch die Bauarbeitergewerkschaft geleitete Kamniſſen, die mit der„ Label"-Marte gekennzeichnet pagne, welche sich vor allem auf die Forderungen ist ein englisches Wort und bedeutet..Belleben". In folgreich zu bestehen und die deshalb die scharfen gung Stellung und sagt am Schlusse des Artikels. sind, einen größeren Absaß zu verschaffen..Label" tüßung rung der staat. empfehlenswerten Arbeitsbedin richtet. Vor eini= diesem Falle das Anbringen einer beſtimmten Marke gen Wochen hielten die Bauarbeiter an 60 Orten auf der betreffenden Marke. Die Label- Marke wird des Landes gleichzeitig Versammlungen ab, und auf Erzeugnissen angebracht, die unter guten. Die beschlossenen Forderungen wurden durch die gungen hergestellt werden. Das Label ist also Bauarbeitergewerkschaft in einer Denkschrift dem gewissermaßen eine A u 3 3 eichnung und eine zuständigen Minister überreicht. Inzwischen stieg Garantie und Empfehlungsmarte. Die Arbeitslosigkeit in den Reihen der Bauarbei Die Label- Bewegung dient dem Allgemein- terschaft weiter an. Die Statistik des Gewerkwohle und intereſſiert vor allem die Verbraucher. schaftsrates vom Monat Juli zeigt, daß 49.9 ProSie ist politisch und konfessionslos neutral. Das ge- zent der gewerkschaftlich organisierten Bauarbeiter feßlich geschüßte Label- Reichen darf nur von Firmen erwerbslos sind. verwendet werden, die von der sozialen| Käuferliga das Recht dazu er- Budapest und Umgebung beschloß die Organisie Die Leitung der Bauarbeitergewerkschaft von worben haben. Diese Firmen haben sich katastrophe gebannt werden." darüber auszuweisen, daß sie die von der rung einer auf das ganze Land ausgedehnten Säuferliga gestellten Bedingungen vo II Demonstration, um den Forderungen der Bauund ganz erfüllen. Eine Firma, die arbeiterschaft das entsprechende Gewicht zu verunter guten Arbeitsverhältnissen produziert.| leihen. „ Wenn wir uns als Genossenschafter mit diesen Dingen befassen, so geschieht es aus der Sorge um die Griftens und die Lebenshaltung hunderttausender Verbraucherfamilien. Allen verantwortlichen WirtschaftsorganisaEs steht außer allem Zweifel, daß der deut tionen dieses Landes, mögen es deutsche oder iche Teil des Staatsgebietes unter den Auswirkun tschechische sein, erwächst in diesen gefährlichen Bei gen der im Gange befindlichen Boykottbewegung ten die ernste Pflicht, gegen die Bontottweit mehr leidet als das anderssprachige Ge- Tendenz im eigenen Volte aufzustehen Nur biet. Die surorte, Bäder und Sommerfrischen sind am schwersten betroffen. Zichechicheann kann das Geſpenſt einer neuen WirtschaftsGroßhandelsfirmen halten mit der Auftragserteilung Die deutsche Arbeiterfchaft an die sudetendeutsche Industrie zurück. Im Ausland wird ſyſtematis der Käuferstreit gegenüber war niemals auvinistisch ein den sudetendeutschen Erzeugnissen häufig aus sehr gefteilt. Sie iſt es auch jetzt nicht. Der arbeitsdurchsichtigen Konturrenaründen propagiert. Diese Propaganda findet bei den derzeitigen politischen Verhältnissen einen günstigen Das Liebeslied Boden. Die Anschuldigungen werden nicht geprüft, die Bestellungen bleiben aus und werden an andere als sudetendeutsche Unternehmer vergeben Betriebseinschränkungen und neue Arbeitslosigkeit, vom Minarett # führte. Auf dem Efel abec saß ein Mädchen, wie| flogen bis zum Mauerkranz empor, und vielleicht Abdurahman es noch niemals erblickt hatte. Zwar wäre die Moschee noch ein zweites Mal, diesmal war Aisha vorschriftsmäßig verhüllt. Soviel konnte durch eine Bluttat, entweiht worden, wenn nicht ber sobschah aber doch sehen, um zu erkennen, der Hodschah schnell seinen vorschriftsmäßigen dak es das schönste Mädchen war, dem er jemals Gesang beendet und im Inneren des Gottesbegegnet war. Er blieb so lange am Wege stehen, hauses Buflucht gesucht hätte. bis er den Verdacht des Vaters, der das Mädchen Aisha war längst in der Menge verschwunden, begleitete, erregte. Alſo überwand er sich und ging aber auch Abdurahman tonnte in Stoplie night nach Stoplje zurück. länger bleiben. Er wurde in einen kleinen Ort MTP Belgrad. Ein Hodschah ist ein movon der die deutsche Arbeiterschaft ohne Unter- hammedanischer Geistlicher. der, je nach der Größe schied ihrer varteipolitischen Einstellung betroffen seiner Gemeinde, gleichzeitig Lehrer, Diener und wird, sind die Folge dieser Boykottbewegung. Deutsche und tschechi i che Arbeiter müſſen Ausrufer vom Minarett ist, aber auch echte prie fich in gleicher Weise gegen die Boytotthebesterliche Funktionen ausübt. Seine Stellung bringt ſtellen. Ein Bolt, das so arm ist, wie das judeten ihm ein hohes Ansehen bei den Gläubigen ein; Aber am nächsten Morgen, als er wieder versetzt, wo er und seine blamable Geschichte noch deutsche und dessen Lebensstandard sehr stark davon er wird" Water" genannt, und alle Welt wendet fein melodiöses„ Allah il Allah" von dem Mauer- unbekannt waren. Aber schon am zweiten Tage abhängig ist, in welchem Ausmaße seine Erzeugnisse sich mit größeren oder Kleineren Anliegen an ihn. Franz des Minaretts herabsang, geschah es, daß seiner neuen Tätigkeit wurde er, während er wie über die Grenzen des eigenen Sprachgebietes hinaus Einen ähnlichen Rang nahm auch bis vor er unter der Menge der Gläubigen auf dem der den Gebetsruf vom Minarett ertönen ließ, Abnehmer finden, darf keine Boykotiparole ausgehen kurzem ber Hodschah Abdurahman ein, der in W.rrktplak wiederum das Mädchen sah. Er stockte, von Gaſſenbuben unterbrochen:„ Allah il Allah, und darf nicht den politischen Kampf mit Warfen Stoplje lebte und vom Minarett einer Moschee aber nur einen Augenblick lang. Dann fuhr er ud Aisha hat schöne Augen und füße rote Lipführen, die tausende bon Vol 3 genossen in das Elend der Arbeitslosigkeit zurüdstoken. Die fünfmal am Tage die Gläubigen mit seiner wohl in seinem Gesang fort. Aber die Gläubigen er pen!" Gehezt verließ er die Stadt und wurde Massen, welche den Boykottparolen folgen, halten flingenden Stimme zum Gebet rief. Er war starrten buchstäblich. Anstatt Allah und seinen lange Zeit nicht mehr gesehen. den Kampf für sie als eine nationale Tu schon über 60 Jahre alt, hatte ein makelloses Propheten zu preisen, sana der Hodschah vom Mi- Jetzt lebt er als Einsiedler in einer Fels gend und Notwendigkeit. Die Schädiguna Leben geführt und würde zweifellos auch noch. cett herab ein Liebeslied. Er pries die schönen höhle des wilden Ibar- Flusses. Der Zugang zur des fudetendeutſchen. Gebietes würde bei einer an bis zu ſeinem Tode in hohem Unſehen bei den Augen Aishas, ihren füßen roten Mund, it ihre Höhle führt über eine steile Wand, und niemand dauernden Boykottbewegung deutscher Erzeunisse Gläubigen gestanden haben, wenn ihn nicht eine gallengleichen Glieder, und er hätte sich wohl hat zu ihm Zutritt. Der Alte will nicht gestört größer sein, als der Schaden, der der tiche chi- geſchäftliche Angelegenheit über Land in ein Nach- noch auf weitere Einzelheiten eingelaffen, wenn sein. Er hat beschlossen, den ganzen Rest seines schen Volkswirtschaft durch das Zurückweisen ihrer ihn nicht das empörte Geschrei der Männer vor pflichttreuen und nur durch ein Liebeslied so jäh Erzeugniſſe ſeitens der i udeten beutichen bardorf geführt hätte. Bewohner erwächst. Ein wesentlicher Teil des BeAuf dem Wege vom Dorf nach Skoplje zurück der Moschee in die Wirklichkeit zurückgebracht ri.terbrochenen Lebens in der Höhle als Eremit barfes der deutschen Bevölkerung an landwirtschaft- traf er einen Mann, der neben sich einen Esel hätte. Sie schüttelten die Fäuste, einige Steine zu verbringen. 9 Seite 6 Die Presse im Dienste des Braukapitals " Sozialdemokrat“ Nach den Berichten des Berliner Profeffors MUDr. Lindner wirkt die im Bier enthaltene Kohlensäure so vorteilhaft auf unsere Nerven, wie ein Kohlensäurebad in unseren Kurorten. So ein Bad kostet selbstverständlich viel mehr als ½ Liter Bier, in dem außerdem noch 250 Kalorien Nährstoff enthalten sind. Daher ist es noch besser, täglich sein Bier zu trinken, als täglich ein Kohlensäurebad zu nehmen. Darum nichts übers Bier." Freitag, 12. August 1938 Nr. 188 Trager Zeitung Ausflugszüge der Staatsbahnen. Nach Strem. Erste Hilfe bei Flugangriffen nica mit Besuch der Väder Sliač. Stubnianíté Die Leitung der Zivilen Flugabwehr( CPO) Teplice und der Stadt Banská Bystrica vom 13. bis 16. Auguſt für 298 Kč. Vom 13. bis 21. Auguft feilt mit: der bestehenden gesetzlichen Vorschriften an hof, Telephon 38335. geordnet werden wird. Urania- Kino Heute Saisoneröffnung mit der Premiere ,, Wie Der Bierausstoß in unserem Staate ist im Jahre 1938 auf 8,316.478 Heftoliter gestiegen gegen 7,502.196 hektoliter im Jahre 1937. Das crite Vierteljahr 1938 zeigt eine weitere Erhöhung des Bierausstoßes um 9.3% im Vers Wir haben Verständnis dafür, daß die Vierbrauer und die Brauereiattionäre verdienen wolgleiche zum ersten Vierteljahr 1937. Diese„ Bes= In den nächsten Tagen wird eine Beilage zu den Ausflug ins Erzgebirge von Eger bis Herrnskretichen serung" erstreckt sich in erster Reihe auf die tiche- len; wir billigen ihnen auch ohne weiteres die BeRichtlinien der CPO ausgegeben werden, in welcher mit Besuch von Graslib. Heinrichsgrün. Besichtigung chischen Teile des Staates, während entsprechend rechtigung zu, für ihre Ware zu werben und Redie Thpen der behördlich genehmigten Garnituren des jugoslawischen Mausoleums. Gottesaab, Steils der schlechteren Wirtschaftslage die Randgebiete llame zu machen. Aber wir weigern ihnen das von Mitteln für die erite Silfe bei Luftangriffen an- berg, Neuſtadt bei Joachimsthal, Moldau, Tehlisdes Staates nur in geringerem Maße an dem grö- Recht, das Volk auf so unverschämte Weise zu geführt sein werden. Dieses Verzeichnis wird in der Schönau, Schneeberg. Bodenbach, Dampferfahrt nati Heren Bierfonsum teilhaben. täuschen und zu belügen. Wir kennen diesen an Staatlichen Druderei in Prag III., Karmelitská, er- Herrnskretschen. Prebitschtor. Dittersbach. Böhm Kamnis usw. Im Preise von 598 Kč iſt enthalten Dementsprechend stiegen die Gewinne der geblichen Professor Lindner, von dem das famose hältlich sein. Die Hauseigentümer werden aufgefordert, be- die Schnellzugsfahrt von Prag, alle Fahrivejen aut Brauereien, die Dividenden sind erhöht worden, Gutachten herrühren soll, nicht, wir vermuten, daß große Abschreibungen wurden vorgenommen, beer gar nicht eriſtiert, daß er aber, falls er dochzeits jetzt für die Zwecke der zivilen Flugabwehr dieſe den 20talbahnen, mit Autobuffen, die Dampferfahrt deutende Sapitalien inveſtiert. Der Konzentras lebt, dieſes Gutachten" jedenfalls nicht ohne Silfsaarnituren anzuschaffen und inſtand zu halten, von Bodenbach nach Gerrnstretichen, Bootsfahrten tionsprozeß in der Brauinduſtrie macht weitere aute Bezahlung abgegeben hat. Das eine aber da in nächſter Zeit die Berlautbarung der Polizei: Logis uſw. Anmeldungen und Informationen Fortschritte. Die kleinen, minderleistungsfähigen wiſſen wir, daß nämlich dieſes Geschwaße über die Grund einen wird, durch welche dies auf Referat der Ausflugszüge neben dem Wilson- BahnBrauereien werden stillgelegt; die großen lei- Seilfraft der Kohlensäure im Bier und deren stungsfähigen rationalisierten Betriebe beherrschen Gleichwertigkeit mit Kohlensäurebädern ein hanedas Feld. Unsere Braufapitalisten sind mit diesen Lüchener Unsinn ist und daß in den Magen ge= Erfolgen nicht zufrieden. Der Bierausstoß muß pumpte Kohlensäure für das Nervensystem nicht immer größer werden, der Bierkonsum in jeder den geringsten Wert hat. Da müßte ja Sodawasser Familie steigen. In dem guten Konjunkturiahr das unübertrefflichste Nervenheilmittel sein! Darf 1929 entfiel auf einen Einwohner in der Republik wirklich jeder auf seinen Gewinn bedachte. Mensch ein tatsächlicher Bierverbrauch von 77 8 Liter in solcher Weise das Volk verdummen und bejährlich; er sant in den Jahren der Strife bis trügen? auf 50.7 Liter im Jahre 1935. Seitdem steigt der Konsum wieder. Das nächste Ziel des Brautapitals ist es, wieder der Standard von 1929 zu er reichen, d. h. daß eine fünfköpfige Familie im Jahre ca. 400 Liter Bier verbrauche. Um dieses Ziel zu erreichen, ist dem Braufapital fein Mittel zu schlecht. Das zeigt uns der strupellose Feldzug für die Bierwerbung. Eine feile Presse fast aller Parteien nur die deutsche sozialdemokratische Bresse macht eine rühmliche Ausnahme- bringt cnonyme Inserate, in welchen den Lesern immer wieder suggeriert wird, daß Bier unschädlich ist, reich an Vitaminen, frei von Typhusbazillen, villig und nahrhaft. Diese Inserate finden wir auch in den Blättern der Sudetedeutschen Partei Nonvad Henleins, die den Grundsatz verfünden:„ Gemeinnuß geht vor Eigennuz." Liegen diese Inserate im bezahlten Hintertei! der Zeitung und die Notizen im redaktionellen Teil im Dienste der Gesundung und Vervollkommnung der deutschen Nation? Wird die Leistungsfähigkeit des Volkes nicht durch erhöhten Alkoholgenuß ge= schädigt? Zurückdrängung des Mißwertigen ,, Förderung des Wertvollen wird zur Pflicht." So lesen wir im Vorderteil der Henleinblätter und im Inseratenteil vermissen wir das Verantwortungskewußtsein gegenüber Volk und Menschheit. Haben Staat und Gesellschaft kein Mittel gegen solch anverschämte Irreführung des Volles? Einerlei ob dieſe Irreführung von gleichgeschalteten Faschisten oder liberalistischen Kapitalisten oder kommunistischen Volksfronanhängern durch gut bezahite Inserate geschieht. Und nun ein Beispiel solcher Irreführung. Das„ Prager Tagblatt" vom 4. Juni bringt folgendes Inserat: ..Wer nicht ins Bad reisen fann Der fann auf ein Bier gehen. Ein anderes anonymes Inserat des anonymen Braukapitals in der Tagespresse lautet: ..Ein halber Liter Bier ist gleich nahrhaft wie drei Eier oder 200 Gramm mageres Rindfleisch. 345 Gramm Milch, 255 Gramm Kartofs feln, 105 Gramm Brot, 32 Gramm Butter oder 470 Gramm Aevfel. Vergleichen Sie die Preise dieser gleich nahrhaften Stoffe mit dem Preise des Bieres... Sie werden sebit sagen: Nichts übers Bier!" Aus den zahlreichen anderen Inseraten seien noch weitere zwei abgedruckt: „ Wer gefund leben will trinkt täglich fein Bier. Vier enthält mehr Mineralitoffe als geTägliche Opfer des Verkehrs. Die Schülerin A. Groslicht überquerte die Fahrbahn hinter einer Stra enbahn. Diese Unborſichtigkeit mußte fie mit einer einſt im Mai". Berliner Overette mit den Schlagern Gehirnerschütterung bezahlen, denn ein Motorrad von Kollo! 30 erste Schauspieler. 6, 149 Uhr. fahrer, den das Mädchen nicht sehen konnte, stieß e3 nieder. Der Unfall ereignete sich in Karolinenthal, Královsfa. Der Motorradfahrer V. Kola aus Kopist gab bei seiner Einvernahme wegen des Unfalls an, Vereinsnachrichten es seien ihm während des Menschenanlaufes sowohl der Führerschein wie 150 Kč entwendet worden. Im Holleschowißer Hafen erfaßte eine Lokomotive ein Lastauto, das über das Bahngeleise fahren wollte. Die Ladung wurde verschüttet, das Auto beschädigt, der Lenfer blieb unverleßt. Leichte Verlegungen erlitten der Lenker J. Frič und ein Passagier einer Autodroschte, die auf dem Graben über aufgerissenes Pflaster fuhren. In der Saviřská geriet das gleiche Auto wieder auf aufgerissene Erde und hier ereilte es das Schicksal: es wurde vollkommen zertrümmert. - Bei einer Benzinpumpe in Sloubetin stießen zwei Autos aneinander, wieder blieb es nur bei Beschädiwie die Lenlerin des anderen Wagens, die 50jährige Frau Marie Polednik aus Budyn, blieben unver Tett. Ortsgruppe Prag. 13. und 14. August: Treffpunkt Samstag auf der Hütte„ De mofrat" im Brdywald. Sonntag bei schönem Wetter Badetour nach Zadnis Třeban. Führt Lauer. Infolge großen Zuspruches der Hütte empfiehlt es sich, die eventuelle ebernachtung in den Amtsstunden anzumelden. Süttendienst: Korn. fochtes Gemiffe. Es enthält aber auch Vitamin B. una der magen, der enter her aus Neudorf for Filme in Prager Lichtspielhäusern das so notwendig für die Kräftigung und das Wachstum ist. Insbesondere bei einseitiger Most. Bier fördert die Verdauung und sorgt für gefun den Schlaf. Daher ist es aut, täglich sein Bier zu trinfen. Darum-- nichts übers Bier." ,, Wer unser Bier täglich trinkt- lebt flug. Wir haben den besten Hopfen und den beften Malz der Welt: jahrhundertealte Erfahrung und Braumeister von Weltruf. Deshalb ist unser Bier so einzigartig schmachaft. Und deshalb bringt fich jeder, der es nicht täglich trinft, um einen Genuß. um den uns die ganze Welt beneidet. Er verlagt sich vieles, was er sich für wenig Geld täglich leisten fönnte. Darum nichts übers Bier." Solchen Blödjinn verzapfen die Brauer fast täglich in bezahlten anonymen Inseraten, zu ihrer Abfaſſung halten sie sich eigene Kulis, dazu gibt sich gegen gute Bezahlung fast die ganze Presse her. Sollen wir dagegen polemisieren? Ee. genügen zur Kennzeichnung dieses großen Voitsbetruges die Säße unseres unvergeßlichen Professors August Forel, des unbestechlichen Gelehr ten und Wahrheitssuchers, die lauten: „ Alle alkoholischen Getränke, auch die am meisten verdünnten, wie Bier und Obstwein, sind Gifte so gut wie Morphium, Opium, Haschisch, Coca usw. Weil sie verdünnt sind, nimmt man Urania- Kino, Klimentská 4. größere Mengen zu sich, das ist der einzige UnterFernsprecher 61623. Heute Saison Eröffnung mit der Premiere: Wie einst im Mai Nach der Kollo- Overette, mit 30 erften Darstellern! Berlin vor 30 Jahren und beute! schied. Der Alkohol stumpft die Genußfähigkeit für alles andere ab, lähmt sie. Niemand kann dies besser bezeugen, als derjenige, der früher Wein oder Bier( selbst mäßig) genoß und später abstinent geworden ist. Er kann vergleichen." " Alfa: 8 Si 18 P 11hr be Bez m t attg Cof ber Sa aud lan Pai A16 die ben gere Flic leb Lan Bil Tan beu fer hör bes mit und mög Urania: Wie einst im Mai", Premiere. Adria:„ Sträfling Nr. 7117"(.) Der Herr Fabrikant". Der Polizeibericht meldet: Die Private A. D. aus Brünn lernte durch Marco Polo"( Am., Gary Cooper, S. Gurie). G. aus Prag VII fennen. R. G. gab sich als BeVermittlung eines Heiratsbüros den 56jährigen R. Apollo:" Die heilige Lüge"( D., Pola Negri, H. Paulsen). Avion:„ Geheimnis eines alten Haus fiber einer Fabrit in Prag aus und behauptete, er ses"( D.). Fenig:„ Das letzte Zigeunerlager" habe auch ein Vatent, das ihm bei der größten Mö-( Ruſſ.). Flora:„ Beethoven- Konzert"( Ruff.). belfabrik die Stellung eines Direftors sichere. Die Hollywood:„ Raskolnikow"( Am.). Hvězba: D. fand an dem Mann Gefallen und so reiste sie auf Sträfling Nr. 7117"( Am.).- Julis:„ Die heis feinem Wunsch nach Prag. Sie wohnte bei der lige Lüge"( D.).- Kinema: Journale, Grotesten, Schwägerin des R. G. und weil sie volles Vertrauen Reportagen. Koruna: Journale, Grotesten, Re. hatte, lieferte sie ihm ihre Einlagebücher aus. Der portagen. Lucerna:„ Spanische Blockade"( Am. abrifant" hat sogleich für Unternehmungen M. Carroll, H. Fonda). Metro: Fräulein 83.000 Kč behoben. Sväter mal schaute die Braut Autor"( Am., Alice Fay, Br. Rizz). Baffage: doch den Betrieb des Zufünftigen an, fand jedoch nur Spanische Blodade"( Am.). Praha:„ Die eine eine Berfitätte mit vier Arbeitern vor. Nun Dame in Grau"( D.). Radio: Konzert in wurde fie mißtrausch und wandte sich an die Polizei. Tirol"( D., S. Fintenzeller).= Staut:„ Charlie Das Ergebnis der Ermittlung war: Der Zufünf- Chan in Monte Carlo"( Am., W. Oland). tiae" hat das Geld zu Abzahlungen an die auf gleiche Světozor:„ Ich bin verliebt"( Am., Grace More, G. verwendet. Diefer M. 5. Todte er 30.000 Kč her am orizont"( Russ.).- Belvedere:„ Das Weife betrogene Schneiderin M. S. aus Nordböhmen Grant). Veletrhy: Ein weißes Segel aus. Bei dem Verhör auf der Polizei wurde der Kind zweier Mütter"( D., Fritsch, Dagober). ..Herr Fabrikant" am Mittwoch in Saft genommen. Beseda:„ Geheimagent Nr. 13"( Am., G. Cooper, Er ist geständig, aber verteidigt sich mit dem Verlust M. Davies). Carlton:„ Gin weißes Segel eines bestimmten Betrages infolge schlechten Ge- am Horizont"( Russ.)."- Illusion:„ Die Welt schäftsganges. der Walzer"( D.). Libo II:„ Der Sender im Panzerivagen"( Am.).- Loubre:„ Der Adjutant Macesta: Geschworenenliſten. In Groß- Prag wird nach Bekanntgabe der Stadtverwaltung das Per- Seiner Soheit"( Tich., V. Burian)." fonenverzeichnis 1939 aller jener Prager Einwohner, Karriere mit Hindernissen:( Am.). Olympia: die zu Geschworenen und Schöffen gewählt werden Die gute Erde"( Am., Paul Muni, Luise fönnen, vom 12. bis 19. September aufliegen. Die Rainer). Rogy:„ Die Junggesellin"( Fr.). anzlei für die inneren Bezirke befindet sich im Tatra: Flucht an die Adria"( Tich., Wanta). Wahlfataster des Altstädter Rathauses, für die an- Vejvodu:„ Geheimagent Nr. 13"( Am., Cooper, deren Bezirke bei den entsprechenden Aemtern. Davies). Valbef: Der Siegeslauf"( Am.). den griechischen Tanz, aus dem sich die Befreiung| Art Turnkleid aus dünnem Stoff. Die Bewegung So kann man das Schamgefühl psychologisch nicht nur des Kunsttanzes vom Ballett und seinen breitete sich im Verein mit der Entwicklung der geradezu als eine Verdrängungserscheinung anstrengeln Regeln, sondern auch die Befreiung des Gymnastik und des Sportes wie alle möglichen fehen. Je stärker eine Triebrichtung verdrängt, ins Frauenförpers von den beengenden Fesseln der Reformbestrebungen schnell aus. Er erschienen Unbewußte abgeschoben wird, umso energischer Modekleidung ergab. ernsthafte Zeitschriften für Nactfultur und Schön- stellt sich als Wachtposten das Schamgefühl davor. heit des menschlichen Körpers, Zeitschriften, die Unsere Zeit hat mit Erfolg auf manchen Gebie sich hoch erhaben über die frivolen französischen ten für die Aufhebung der Verdrängung, für die Revuen borfamen, in denen auch Nacktaufnahmen Befreiung und Anerkennung natürlicher Triebe veröffentlicht wurden. gesorgt. Im Gefolge dieser Entwicklung kam es zum Abbau des Schamgefühls und zu freier Ent faltung des Körpers. Heute gibt es in der Nähe aller großen Ben tren Kolonien für Nachtkultur. Gesundheitliche, ästhetische, ethische und tulturelle Probleme liegen dieser Bewegung, dieſem neuen radikalen Zurück zur Natur" zugrunde. Vor einigen Jahren hat ein in solcher Solonie gedrehter Film einen großen Erfolg gehabt; er ist in allen großen Kinos vorgeführt worden. Ethik und Aesthetik der Nacktheit Was ist das Schamgefühl? Heute treten in den Revuen in Paris und Um die Jahrhundertwende konnte sich bei in den Music Halls in New York Dupende nackter einem wohlbehüteten kleinen Jungen die Vorstel- Mädchen auf. Solo- Nadttänzerinnen verdienen lung bilden, die Frauen hätten keine Beine, son- Stargagen; ihre Arbeit wird als ernste Kunstprodern bewegten sich auf Rollen vorivärts. Schon duftion gewertet. In New York sind vor einiger das Wort„ Beine" auf Damen angewandt, galt Zeit auf Betreiben geistlicher Streise die„ Burless als anstößig, als unzüchtig. Zu gleicher Zeit aber ten" verboten worden. Sie bestanden darin, daß war für die große Hoftoilette ein Decolleté vor- Gruppen von Tänzerinnen, oft in feierlichem Körper entfache teine erotischen Triebe. Es wäre Es wäre unsinnig zu behaupten, der nadie geschrieben, das nicht nur Schultern und Rücken, Ernst, tanzend allmählich Stück für Stück ihrer aber ebenso unsinnig zu behaupten, daß Nacktheit sondern auch große Teile des durch ein Korsett raffiniert fomplizierten Kleidung abwarfen. unter allen Umständen und nur im Dienste der nach oben geschnürten Busens entblößte. Nach dem Um die Jahrhundertwende gingen die Damen Segualität ſtehe. Heute geht es in den Kolonien Kriege wurden die Frauenbeine gesellschaftsfähig, in weiten Anzügen, Pluderhosen bis über die Knie, für Nacktkultur, in den Strandbädern, Schwimms der Rock wurde immer fürzer, bis es zum fnies ins Seebad. Das Damenbad war am Strande vom Gibt es eine Nacktheit, die, ohne unzüchtig zu, als im Tanzstundenzirkel, auf den Bällen oder hallen, Stadions und Turnschulen nicht unsittlicher freien Rock selbst für die Gesellschaftstoilette tam. Herrenbad oft kilometerweit entfernt und durch Eine gewaltige Literatur erschien, es wurde ein Planten und Segeltuch vor jedem zudringlichen zu sein, doch das Schamgefühl verlegt? Der Be- den gesellschaftlichen Veranstaltungen um die förmlicher Stult um die Frauenbeine getrieben. Blick geschüßt. Heute gibt es nur Familienbäder", griff des Schamgefühls ist äußerst dehnbar. Er Jahrhundertwende. Die Nadtheit kennt ihre KonZehn Jahre später war die große Sensation der wenn überhaupt so etwas wie eine Badeanstalt bezieht sich auf Handlungen, Empfindungen, Abvention genau wie jede Mode. lange Rock für das Gesellschaftskleid. für nötig gehalten wird. An den elegantesten sichten, sublimierte psychische Gebilde, ebenso wie Um die Jahrhundertwende wurden in den Badestellen gibt es kaum Kabinen zum Ankleiden. auf Entblößungen und körperlich primitive Vor- Und der moderne Mensch paßt sich jeder Mode Pariser Varietés Entkleidungsszenen aufgeführt. Auf der Promenade von Cannes, Nizza, Monte gänge. Eine besonders enge Beziehung besteht schnell genug an. Er verhüllt und enthüllt seinen Die Szene stellte ein elegantes Schlafzimmer dar, Carlo, Biarriz, Ostende etc. gehen Herren und offenbar zwischen dem Schamgefühl und der Ses Körper, wie es die Konvention verlangt, wie es eine Frau trat in großer Toilette auf und zeigte, Damen in eleganter Nadtheit spazieren. Die Her- rualität. Diese Beziehung ist in der mannigfachs alle machen, und das Schamgefühl reagiert nur sich zum Schlafengehen entkleidend, ihre Dessous. ren tragen die kurze Badehose, die Damen ein im Rahmen dieser wechselnden Konvention. In Spanien und Mexiko wurde ein Tanz vorge- paar ähnliche und dazu einen möglichst knapp beAußerdem aber ſtumpft es sich sehr schnell ab und führt, bei dem die Tänzerin durch rhythmische Be- messenen Büstenhalter. Oder sie tragen eine kurz: auf der Gegenseite stumpft sich auch die erotisiewegungen ihres Oberkörpers allmählich ihr Kleid Hose, die man nun einmal Short" nennt unɔ Das Schamgefühl bei förperlicher Nadtheit rende Wirkung der Entblößung sehr schnell ab. über ihre Brust herunterrutschen ließ. Im gleichen ein kleines Tuch um die Brust. So gehen alle, alte ist sicher kein naturhaftes ursprüngliches Gefühl. Wirken vielleicht die ersten Bilder einer Tempo sentte sich bei öffentlichen Vorführungen und junge, dicke und dünne, hübsche und häßliche, Weber das Tier noch der Naturmensch noch das Nacktrevue oder einer amerikanischen Burleste der Vorhang. Die Sabaret warf auf allen Vas arme und reiche. Versteckt wird nichts mehr. kleine Kind schämen sich ihrer Nadtheit. Es wird noch aufreizend, so verlieren im Laufe eines rietébühnen der Welt ihre Beine unwahrscheinlich Um die Jahrhundertwende kam das Luftbad anerzogen und zwar zunächst für die Verdauungs- Abends die Entblößungen ihren Reiz und werden hoch, Cléo de Mérode zeigte ohne große Kunst auf. Auch ohne Meer und Fluß und See sollte der und Entleerungsfunktionen und dann für das langweilig. Uebrig bleibt dann nur die sublimierte ihren fast nackten Körper, die" Six Barrisons". Körper der freien Luft und Sonne ausgesetzt wer- ganze Gebiet der triebhaften Sexualität. Infolge- ästhetische Wirkung, die von dem schönen nadien wohl die erste Girltruppe, eyerzierten ihre Beine den. Das aber ist doch nur möglich, wenn die klei- deffen bezieht es sich in förperlicher Beziehung| Nörper in seiner harmonischen Entfaltung ebenso und Unterröcke mit viel bestaunter Eraktheit. Dung wegfällt oder ganz leicht gemacht wird. Die vorwiegend auf die primären und sekundären Ge- ausgehen kann wie von einem Kostüm oder einer Wenige Jahre später entdeckte Isadora Duncan Männer trugen eine Turnhose, die Frauen eine schlechtsmerkmale. Deforation. E. J. Bezugsbedingungen: Bei Rustelluna inshaus oder bei Beaua durch die Bost monatlich Kč 17. vierteljährig Kč 51.-, balbjährig Kč 102.-. ganzjährig Kč 204.-- Inferate werden la Tarif billiaft berechnet. Rüditellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarten. Die Beitungsfrantatur wurde von der Boft- u. Lelearabbendirektion mit Erlak Nr. 18.800/ VII/ 1930 bewilligt( Kontrollpostamt Braba 25.- Druderei: Orbis". Drud, Verlags- u. Beitunas-.- G. zaa sten Weise beschränkt und gebunden. Dafür ist der Busammenhang zwischen Nacktheit, Scham und Grotit ein besonders treffendes Beispiel. Sol ein Ra Tu Rid Flu Gr ber geu pat MESS= 1& AMILIA 325 S би de 2 fr Ju