7 Die 11. es Re ts err int V ift en m ent er Die Cit 8s en Ca ne H le er ich i rs In 311 or 1. ENERE NEL is te hr it, Ent er ch er t: is en SA le 2601 10.1 Sozialdemokrat Sentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartet in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh/ Einzelpreis 75 Heller Rebaltion u. Berwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantwortlicher Rebatteur: Rarl Rern, Brag 18. Jahrgang Sonntag, 14. August 1938 Riesige Manöver in Deutschland- warum? Englische Vorsprache in Berlin Klaus Mann: Fortsetzung der Spanien- Reportage Nr. 190 Ein tschechischer Demokrat Für demokratische Freiheit und nationale Gerechtigkeit spricht zu uns Abgeordneter J. B. Koz át, Professor an, Spannung zwischen den Menschen. Sie verdäch der philosophischen Fakultät der Karls- Univer- tigen einander ärgerer Absichten als sie in Wirk Im Bereiche fämtlicher deutscher Armee- meine Einheit zum Unterricht befohlen. Der Chef, fität, der als einer der führenden Repräsentan- lichkeit haben. Es hat jedoch keinen Sinn und forps finden von Mitte August bis Eude Sep- Hauptmann Hoffmann, sagte uns, daß ten des mafarylianischen Geistes in der tsche- fann nicht gewinnend wirken, wenn man von etivas tember, also dura sechs Wochen, Manöver auf höheren Befehl in sämtlichen Geschwadern chischen Politik gilt, hat an den Abgeordneten anderem spricht als man in Wirklichkeit meint: Jatich folgendes Schreiben gerichtet: von bisher nie und nirgends gekannten Ausmaßen Unterricht über die Tschechoslowakische Republik Jeder tschechische Hörer hört aus den Erflärungen statt. Ein e Million und drei huit abgehalten werden muß. Einleitend erzählte er, Lieber Freund! der Sudetendeutschen Partei immer den anderen dertfünfzigtaufend reguläre daß die Tschechen schon in der alten Donaumon- Bor ungefähr zwei Monaten schlug der unausgesprochenen, aber eigentlichen Sinn her Truppen und Reservisten werden archie ewige Unruhestifter gewesen seien. Die Schriftsteller Dr. Karel a pet sicherlich in guter aus. Er begreift ſehr deutlich, daß der Begriff an ihnen teilnehmen, und da auch die Zivil- Gründung der Tschechoslowatischen Republik sei Absicht vor, daß die Tschechen und die Deutschen der deutschen Autonomie, mit dem operiert wird, bevölkerung zu Hilfsdiensten verpflichtet auf die gleiche Art erfolgt wie die Gründung der in der Republik sich gegenseitig darüber ausspre nichts anderes ist als der Weg zum Anschluß, zur wird, ist es feine Uebertreibung, zu fagen, daß Sowjetunion. In diesem Zusammenhang wandte chen sollen, was sie trennt und was sie aneinander Berrüttung der Einheit und der Verteidigung des diefe militärischen Nebungen gewisse Aehnlich Hauptmann Hoffmann die übliche nationalsoziali- auszusehen haben. Die psychologische Voraus- Staates usw. Genau so gut weiß er, daß die vera feiten mit einer Probemobilisierung haben. ſtiſche Qualifizierung der Bolschewiken auf die feßung, von der er ausgeht, war richtig: Bei Man- langte Anerkennung des deutschen Volkes als einer Manöver solchen Umfanges und folchen Gründer der Tschechoslowakischen Republik an. Die| gel an geistiger Auseinandersetzung erhöht sich die diechtspersönlichkeit nur ein anderer Ausdrud für Stils müssen felbstverständlich die Aufmerksam. feit aller europäischen Kabinette und aller poli. tisch interessierten Menschen auf sich ziehen und zu den verschiedensten Vermutungen und Kombinationen führen. Denn man kann doch nicht behaupten, daß Manöver folcher Art eine Tschechoslowakisches Verkehrsflugzeug militärische Notwendigkeit feien, unerläßlich, um 16 Tote, eine Verletzte Prag- Paris abgestürzt zu erproben, in welchem Maße die Ausbildung der Soldaten funktioniert. die Totalität der Sudetendeutschen Partei ist fte würde die Austreibung der Juden, die Bedrüf fung der tschechischen Minderheiten im geschlossenen Gebiet und die rücksichtslose Ausrottung der demofratisch denkenden Deutschen bedeuten. Es ist also teine Phrase, wenn wir behaup ten, daß wir auch für die Freiheit der Deutschen in diesem Staate fämpfen. Zwar nicht für das, was der nationalsozialistisch denkende Deutsche Zemotraten unter euch. Und wir müssen Euch unter Freiheit versteht, aber für die Freiheit der nicht von neuem versichern, daß uns Guer Schidfal schr am Herzen liegt. Nie war die nationale Spannung so weitgehend beseitigt, wie in dieser fchlimmen Zeit nämlich zwischen den demokra Prag. Die tschechoslowakische Zivilluftfahrt wurde von ihrem Mag sein, daß die Vorliebe der Führer des schwersten Flugunglück bis nun betroffen. Am Samstag vormittags gegen heutigen Deutschland für das Großartige, für 11 Uhr stürzte das fahrplanmäßige Verkehrsflugzeug der Aerolinie, Schaugepränge, für das Ueberdimensionale, be- OK- BAG, eine Savoia- Marchetti- Maschine, kurz vor der Zwischenlandung sonders wenn es sich um marschierende und auf einheitliches Kommando agierende uniformierte in Straßburg auf der Flugstrecke Prag- Paris über Oberkirch in Baden, wo Maffen handelt, au solchen riesigen militärischen es in ein schweres Gewitter geriet, ab. Die Infaffen, 13 Passagiere und brei Beranſtaltungen führte. Möglich auch, bak bleje Bejagungsmitglieder, wurden getötet, zum Teil verbrannten fie in dem in tischen Zichechoslowaten und den bemokratischen daß diese Manöver eine Demonstration sein sollen, und Flammen aufgegangenen Flugzeug. Nur die Stewardeß, Maria Krentner, Teutschen. Ich wünschte Ihnen, den Beifall und innerhalb dieser Möglichkeiten gibt es wieder die aus dem Flugzeug herausgeschleudert wurde, kam mit dem Leben die Zustimmungsfundgebungen zu hören, zu denen mancherlei Nuancen: man fann nur die militä davon. es jedesmal lommt, wenn ein tschechoslowakischer rische Macht Deutschlands demonstrieren wollen. Redner erklärt, daß wir Euch Treue für Treue Man kann aber dieser Demonstration noch die be= Getötet wurden die nachstehenden Berlin Prag. Dorotheu. Cohen- New York( amerika- versprechen, Euch, die Ihr unter dem Druck des fondere Bedeutung geben, daß sie nach einer be- fonen: Chefpilot Karl Bra benec, der als nische Staatsbürgerin), Moris Abeles- New Terrors in einem wahren Wespennest lebt. Ich stimmten Richtung hin einschüchternd wirken soll. einer der umsichtigsten Biloten unserer Zivilluft- Vort, Bernheim- London, Demetrio Bewünschte Ihnen, daß Sie sie ebenso häufig hörten, Die franzöfifchen Blätter berichten überein- fahrt bekannt war, der Bordmechaniker Alois reda, Kurier der spanischen Regierung in Bar- wie ich sie höre. Wir verstehen einander wirklich fimmend von einer offiziöfen britischen Soutup. Krahulec, der Radiotelegraphift Friedrich celona, Arzt Prag und Hermann. sehr gut. Weiters die Paffagiere: Harold An die Unglücksstelle wurde eine Kommission Demarche in Berlin. Es handle fich Es stehen hier gegeneinander zwei WeltFrant, Kameramann der Fogwochenschau in des Berliner Reichsluftfahrtministeriums ent- anschauungen, zwei verschiedene Beziehungen zum am gewiffe Anfragen über die Natur und die Brag, feine Gattin Ruth Frant, Defiber fandt, an deren Erhebungen der Oberfektionsrat Menschen und zur menschlichen Persönlichkeit, faltischen Ziele der jüngsten militärischen Maß- u stig- Preßburg, der nach Amerika auswan- des tschechoslowalifchen Arbeitenministeriums Dr. zwei verschiedene Beziehungen zum Plan einer nahmen Deutschlands. Man habe von englischer Seite in distreter und freundschaftlicher Weise der dern wollte, Frik Heinrich- Prag, Richard Sticha, der technische Direktor der Aerolinien deutschen Hegemonie in diesem Teil der Welt, zivci Hirsch Paris, Margarethe Than-Wien, Dr. Ing. Kubiček und der Direktionsbeamte der Konzeptionen der internationalen und der militä> Ansicht Ausdruck gegeben, daß es bei der gegen Frik Eisner, Prokurist des Bankhauses Selig CSA Dr. Bauer beratend teilnehmen. rischen Politik. Es kommt hinzu die Erklärung wärtigen europäischen Spannung wünschenswert des Herrn Henlein, daß zwei Stunden vor dem wäre, bie Manöver zeitlich und räumlich zu teiAngriff nicht diskutiert wird. Welche Debatten len, damit nicht die Nachbarn Deutschlands einem wollt ihr denn? Die zwei Stunden sind zwar groken militärischen Machtapparai gegenüber. Regionäre ſeien ſengend und plündern burch Heftige Kämpfe chon abgelaufen, wir wissen bisher nicht, um was stehen, über deffen Verwendung Zweifel ent- land gezogen. Das materielle Ergebnis dieses Raubzuges sei später von den Schiffen der Entente in Sicherheit gebracht worden und habe als Grunds ftehen könnten. RußOberleutnant Bischof vom Bierten Pionier Bataillon erklärte nach der Darstellung des zweiten Flüchtlings die Gruppierung der deutschen Armeekorps. Im Altreich feien die Korps 1 bis 14 gruppiert, in Defterreich die Korps 17 bis 18. Die Korps 15 und 16 würden später auß den Subeten gebildet werden. zu brechen. im Ebrobogen für einen Angriff es geht, aber vielleicht sagt das Herr Konrad Henlein wenigstens Lord Runciman, Ob Englands Vorschlag, eher in die Form lage zur Errichtung der Tschechoslowakischen Rez Kämpfen am Freitag haben fich die republikani- Seite iſt zwiſchen den demokratischen Tſchechen und Ebrofront.( Ag. Efp.) In den heftigen wenn er es uns nicht gesagt hat. Auf der anderen einer vorsichtigen Anregung gekleidet, berücjich publit gedient. Hauptmann Hoffmann drückte sich tigt werden wird, ist fraglich. Für die Nachbarn dann in nicht wiederzugebender Weise über die fchen Truppen nicht darauf beschränkt, die wüten Deutschen eine vollkommene lebereinstimmung in des Dritten Reiches wird es jedenfalls notwendig geistigen und moraliſchen Qualitäten Masa ben Gegenangriffe der Rebellen aufzuhalten und den Grundsäken – ia, mehr noch: eine Uebereinsein, ruhig und wachsam zu bleiben. Im Abschnitt der Sierra ſtimmung der Herzen. Sagen Sie, Herr Kollege rhts aus. Die Tschechoslowakei, fo fagte offDas gilt aber nicht nur für die sechs Wochen wäre dieses unser ganzes Problem nicht ein mann, fei eine ständige Bedrohung Deutschlands, de Bandolf gingen die Republikaner, einer Manöverzeit, das gilt auch für die ganze nächste benn sie sei ein Sprungbrett für den Bolsche- feindlichen Aktion zuvorkomenmd, beim Morgen Kinderspiel, wenn so gedacht würde, wie wir denZukunft. Nie mehr wird, so lange der National wismus. Daher müsse man sie aus der Landkarte grauen gegen die beiden Höhen vor, die taas- ten? Ein wenig Anständigkeit, ein wenig Erozialismus herrscht, Europa aus dem Zustand auslöschen. Jeder deutsche Soldat müffe bereit zuvor von den Rebellen erobert worden waren, ziehung zur Anständigkeit, ein wenig bessere Adständiger Sorge, Spannung, Aufregung heraus- fein, fein Leben für dieses Ziel einzufeßen. und zwar dank einem wilden Bombardement ministrative, ein wenig Quarantäne für die fommen. Man hat oft gesagt, im kommenden Durch 59 burch 59 Flugzeuge. Nach hartem Kampfe wur- Chauvinisten, Garantien gegen die Entnationali Striege werde siegen, wer die stärkeren Nerven den beide Höhen von uns zurückerobert. Der Vor- fierung, ein Stüd gegenseitiger wirtschaftlicher hat. Es scheint schon für die jeßige" Friedensteil blieb eindeutig bei den Republikanern, der Silfe, und es gäbe kein Problem mehr. zeit" zu gelten, daß viel auf die Nerven antommt. Feind erlitt außerordentlich hohe Verluste und Warum haben Sie also gerade mich aufges Gerade angesichts eines politischen Systems höch feine Konzentrationen wurden desorganifiert. fordert, mich in Ihrem Blatt zu äußern? So ster Nervosität wird es darauf ankommen, daß Die Kämpfe am Freitag haben nochmals die weit ich mich erinnere, haben wir uns nie gestrit die Nachbarn die Herrschaft über ihre Nerven Gegenfählichkeit der Taktit jeder der beiden Bar- ten. Aber ich begreife: Wir können einander nicht verlieren. Ruhe und Wachsamteit bas teien aufgezeigt. Die Rebellen, importierten gegenseitig über vieles informieren. Ind vor schließt Herrschaft über die Nerven ein. Methoden folgend, sehen all ihre Kräfte ohne allem: Wir werden dieses Gespräch vor der Def Rücksicht auf das Leben der Mannschaft beim fentlichkeit führen, last not least, vor Lord Sturm ein und stehen vom Angriff erst ab, wenn Runciman. ihre Reihen schon bezimiert sind. Das republiBei der Beurteilung der Situation haben tanische Kommando dagegen sett berartigen bru- wir eine ganze Reihe von Dingen übereinstim talen Angriffen eine schmiegfame Tattit ent- mend formuliert. Wir sind darin einig, daß das Prag. Samstag vormittags, einige Minu gegen, die auf vermeidbare Verluste verzichtet Problem nicht nur ein inneres Problem unserer Republik ist, sondern eine internationale Frage; wird präpariert ten nach 10 the, wurde von den Finanzorganen und mit den eigenen Kräften hausbält. und der Gendarmerie in Rohhaupt( Bezirk daß der britische Beobachter und Sachverständige Brag. Wir berichteten seinerzeit über die Tachau) ein zweimotoriger Tiefbeder beobachtet, ficherlich gut sieht, wie weit die deutsche freie Flucht einiger Reichswehrsoldaten in die Tschecho der von der Gemeinde Schönbach über die GeSand" in Mitteleuropa reichen würde. Wir hofslowakei. Zwei der Flüchtlinge erschienen in meinde Heffelsdorf tam und zwischen den Gemeinfen, daß ihm die menschlichen und staatsbürgerunferer Redaktion und machten bemerkenswerte den Noßhaupt und Sankt Katharina in der Nichlichen Freiheiten und das Schicksal von Euch deut Mitteilungen über die Art, mit der innerhalb der tung Eifendorf flog, wo er das tschechoslowatiſche Die feindlichen Truppen warfen fich gegen fchen Demokraten nicht weniger am Herzen liegen Reichswehr die geistige Mobilmachung erfolgt. Staatsgebiet verließ. Das Flugzeug trug das Er Balencia ebenso wie feinerzeit gegen Madrid, als uns Tschechen. Dankbar würden wir es be= Der eine Flüchtling war einer Sturmtampf- tennungszeichen reichsdeutscher Militärflugzeuge fanden aber auf dem Wege eine ihrer historischen grüßen, wenn er eine Wirtschaftshilfe für die Staffel als Pilot augeteilt. Er erzählt u. a. nämlich ein schwarzes Kreuz in rotem Felde( Bal Miffion bewußte Armee vor. Ich wiederhole bezüg- Sudetendeutschen Gebiete ermöglichen würde, denn folgendes: fenkreus) und am Richtungssteuer das reichsdeutlich Valencia das, was ich von Madrid fazte: das finanzielle Intereffe Großbritanniens würde Einige Tage vor dem 21. Mai wurde der sche Hoheitsabzeichen. Es flog in einer Höhe von Seine Straffen werden den Feind niemals anders voraussichtlich auch das politische Interesse bedeubenn als überwunden sehen." tend unterstüßen. Lord Runciman wird sich über Tienstplan geändert. Statt zum Flugdienst wurde etwa 500 Metern, mon cold t London. Ministerpräsident Chamberlain hat fich über das Wochenende nicht nach Chequers begeben. Die Reichswehr Wieder reichsdeutscher Flieger über der CSR Valencia ein zweites Madrid Balencia.( Havas.) General M ia ja er. lärte Preffevertretern die Lage an der östlichen Mittelmeerfront und sagte dabei: t t Seite 2 Sonntag, 14. August 1638 Nr. 190 Immer mehr Sprengelbürgerschulen Rascher Fortgang des Reformwerkes Prag. Das Beseh über die Sprengelbürger» schulen wird in zwei Etappen durchgesuhrt werden. In der ersten Etappe werden die bisher errichteten in Sprengelbürgerschulen umgewandelt, für die großen Bezirke, die sogenannten Sprengel, festgesetzt werden, und in der zweiten Etappe, die nach der Durchführung der ersten Etappe beginnen wird, werden neue Sprengelbürgerschulen errichtet werden. DaS angeführte Besetz ermöglicht die Errichtung und Erhaltung dieser Bürgerschulen dadurch, daß es den sachlichen Aufwand für diese Schulen an Stelle des bisherigen einzigen Faktors(Gemeinde) auf drei Faktoren aufteilt: Gemeinde, Bezirk und Land. Durch die Durchführung beider Etappen wird das Netz der Bürgerschulen so verdichtet, daß womöglich allen schulfplichtigen Kindern Gelegenheit gegeben wird eine Bürgerschule zu besuchen und so die höhere Bildung dieser Schule zu erwerben. Die Durchführung der ersten Etappe ist schon wesentlich fortgeschritten, denn durch daö Ministerium für Schulwesen und Volksaufklärung im Einvernehmen mit dem Finanzministerium wurden in der ganzen Republik 1176 Bürgerschulen in Sprengelschulen umgewandelt. Bemerkt wird, daß von den angeführten Schulen 848(Lv Prozent) Bürgerschulen mit deutscher Unterrichtssprache sind. Man kann sagen, daß die erste Etappe zu drei Viertel durchgeführt ist. Die Regelung des Sprengels der 1176 Bürgerschulen wurde nach einer gründlichen Ermittlung im ganzen glatt bewerkstelligt. Die gegen die Festsetzung der Bezirke vorgebrachten Einwände sind der Zahl nach geringfügig, wenn man den Umfang der ganzen Aktion in Betracht zieht. In den neugebildeten Spprengeln werden Sprengel« Schulräte errichtet, deren erste Aufgabe eS sein wird, das Schulbudget aufzustellen, damit der Sprengel für seine Schulwirtschaft beizeiten die notwendigen Mittel nicht nur von den eingeschulten Gemeinden, sondern auch von Bezirk und Land erhält. DaS Land Böhmen hat einstweilen den Sprengel», die das Budget für die Sprengelschulen vorgelegt haben, den dritten Teil der auf das Land entfallenen Beträge vorgeschoffen. zeugen, daß häufiger, als es der Geschmack und die Wahrheitsliebe eines britischen Gentleman» verträgt, mit Unwahrheiten operiert wird. Wir sind auch darin einig, daß die Nachgiebigkeit Englands und die Nachgiebigkeit der Sudetendeutschen Partei in einem indirekten Verhältnis stehen— mit anderen Worten, daß ein klarer Spruch Großbritanniens bei uns vortreffliche Verständigung»« ouellen erschließen würde. Wir sagten uns aber auch, daß wir dem hervorragenden Beobachter und Ratgeber, der unter uns weilt, nicht nur zur Achtung und Höflichkeit verpflichtet sind, sondern auch zur Hilfe— er darf von uns nicht ohne Erfolg gehen. Spricht man aber von Zugeständnissen oder einem Kompromiß, bedeutet das in diesem Falle zwei verschiedene Dinge. Tie Sudetendeutsche Partei soll von etwas nachlassen, was nicht ist, was erst verlangt wird. Wir— ich spreche jetzt als Tscheche— sollen von etwas nachlassen, was eine Realität ist: eine rechtliche, administrative, legislative, wirtschaftliche. Wir sind dazu bereit. Et wäre sicherlich das beste, wenn wir klar sagten, waS wir sofort geben und worüber wir überhaupt nickt debattieren können. ES Ist keine Zeit fürs Feilschen. Ich glaube, daß aus dem Problem Motive, die vorwiegend Presligecharalter haben, anSge« schaltet werden müssen. Beide Seiten geben bisher viel auf reine Sprachendinge. Sollen wir darüber streiten, vb die Voraussetzung für die Zwei« sprackigkeit beim Gerichts» und Amtsverfahren 16 Prozent oder 14.8 Prozent Bevölkerung anderer Zunge in dem betreffenden Sprengel sein soll? Hier, glaube ich, könnten die Angehörigen meiner eigenen Nation nachgeben. Es hätte großen propagandistischen Wert, wenn die Welt erfahren würde, daß alle Sprachen in unserer Republik einander gleichgestellt sind; das würde die Welt lveit eher verstehen als den Streit um Prozente. Die Verpflichtung wäre allerdings— beiderseitig — ein geschlossenes deutsches Gebiet gibt es nicht und wird es nicht geben. Aber die anderen Nationen würden dabei gewinnen, und das gerade in einer Prestigefrage, für welche die Nationalisten zu jeder Zeit sehr empfindlich sind. Ich habe Sachverständige befragt, wie diese Sacke bei uns administrativ aussehen würde. Ick wurde belehrt, daß dies jedes Amtsverfahren komplizieren, jedes Verfahren bei den Gerichten verlängern würde ufw. Aber vielleicht ließe sich Abhilfe sckafsen durch Delegierung der Stritte an andere(alles in allem stets unweit gelegene) Gerichte, die ohnedies zweisprachig sind, in anderen Fällen durch einen geeigneten ilebersetzer, durch eine Mischung der Beamtenschaft und durch irgendein Ueber- sebnngsbüro für größere Landesteile. Jeder Bürger sollte, meiner Ansicht nach, in der Sprache bedient werden, die er spricht; vielleicht würde er tueniger Gewicht darauf legen, wenn diese Frage überhaupt einmal aufhören würde, ein Problem zu sein. Ich habe eifrig unter den Tschechen sondiert, wie sie sich zu solch einer Regelung im Sprachensektor stellen würden und war überrascht von dem Maß ihrer Z u st i m m u n g. Fast übereinstimmend sagen sie, daß die komplizierteste Administrative Immer noch einfacher ist als die einfachste Mobilisierung. Wahrlich, dieses Volk hat mehr Verstand als Glückt Ein Stückchen Erfolg könnte solch eine Lösung der Sprachenfrage wirklich werden— wenn die internationale Situation günstig sein wird(darüber siehe oben). Ich war(mit Professor Rädl) für diese Lösung schon vor zwanzig Jahren. Die Auffassung, die ich hier zum Ausdruck gebracht habe, ist nicht das Resultat eines Trucks von außen. Dagegen aber wird es gut sein, sowohl die Anhänger der SdP als auch die internationale Oeffentlichkeit in keinem Zweifel darüber zu lassen, daß sie in entscheidenden Lebensfragen des Staates vom tschechischen Volke keine Nachgiebigkeit zu erwarten haben. Es geht dabei nicht nur um unsere Freiheiten, sondern um die Freiheit allerBürger unserer Republik. Auch die deutschen Demokraten wissen so gut wie Ivir, was eine Lösung im Sinne der nationalsozialistischen Totalität für den inneren und äußeren Frieden bedeuten würde. In der Abwehr der nationalistischen Totalitätsan« s prüche vertreten wir gemeinsam die Sache der europäischen Demo- k r a t I e n. Der Kampf, den wir hier führen, ist durch« aus gemeinsam. Wir alle wollen, daß der Begriff der Minderheit in dieser Republik auSge« löscht werde und der Begriff gleichberechtigter Bürger bleibe. Wenn ich dieses Problem vom listorischen und staatsrechtlichen Gesichtspunkt aus betrachte, bestärkt sich meine Ansicht, daß gerade bei uns ein Prozeß sich entwickelt, deffen Bedeutung der kommenden Generation weit klarer sein wird, als wir ihn sehen. Gerade die Staaten, die am lautesten nach dem Schutz ihrer nationalen Minderheiten in anderen Staaten rufen, behandeln ihre eigenen Minderheiten weder taktvoll noch gereckt. Ich weiß, daß es schrecklich paradox klingt, was ich jetzt sagen werde, aber ich fürchte nicht, eS auszusprechen: das Prinzip des Nationalstaates hat sich überlebt. Es hat sich sogar in Deutschland selbst überlebt: Deutschland ist und wird kein reiner Nationalstaat sein. Die Entfesselung der Minderheitenproblems wird einmal Deutschland, Italien, Polen und alle diejenigen, die uns auf die Anklagebank versetzt haben, schwer treffen. Ihre Minderheiten werden nicht Immer so passiv und verschüchtert sein wie heute. Gleichzeitig müssen wir aber auch gut darauf achten, wieviel Unaufrichtigkeit in diesem Ruf nach Gleichberechtigung der deutschen Minderheiten und ihrem Recht liegt, sich zur»deutschen Weltanschauung" zu bekennen. Viel zu deutlich zeichnen sich dahinter die imperialistisch e n Z i e l e ab, und die Welt wird einmal gut darauf achten, warum die deutschen Minderheiten in Italien italiani« siertwerdendürfen, warumdaSJn« teresse für die deutschen Minderheiten so ungleich ist! Sicherlich sollen die Bürger aller Nationen in einem anständigen Staat vollkommen gleiche Rechte haben; acker nicht dasRechtdazu, mitErlaubnir des Staates an der Zerschlagung des Staates zu arbeiten. Der Imperialismus spielt mit den Minder« Heiken kein ehrliches Spiel. Nicht einmal der nationalistischeste aller Staaten, nämlich das Dritte Reich, will sich seiner slawischen Minder« Helten entledigen, um national ganz rein zu sein. Nationale Reinheit ist ebenso ein Vorwand, wie es das religiöse Bekenntnis zur Zeit des dreißigjährigen Krieges war; damals kochten die Großmächte das Süppchen ihrer Machtintereffen am Feuer des religiösen Hasses. Und ebenso wie damals Europa den Schrecken der Religionskriege nur durch die Befreiung vom religiösen Fanatismus entging, das heißt durch die Toleranz, so müssen auch wirauSdenFängenderna- ti analen Leidenschaften herau»- kommen. Sinn und Zweck des Staates ist es nicht mehr, national»rein" zu fein, damit sich ddrt ein Volk erhüben fühlt über die anderen »niedrigeren", sondern Sinn des Staates ist' eine gute Verwaltung, eine gesunde Wirtschaft, eine menschliche und soziale Politik, ist gesunde» Wohnen und Freude nach außen und innen. So wie auch Masaryk sagt: Der Sinn des Staates ist ein moralischer. Ein moralsscher und nicht ein nationaler. Je nationaler er ist, desto mehr Men» schen wirst er als»Volksverräter" der übrigen Welt an den Hals. So werden wir in Masaryk» Geist den Sinn unseres Staates definieren. Ich bin sicher, daß wir ohne Katastrophe aus dieser Krise hervorgehen werden und für dieses Ziel, Herr Kollege und Freund, werden wir unsere Kräfte vereinigen. Ihr ergebener Mg. Prof. I. B. K o z ck k. englische Exkursion In der Ischechoslowekd Freitag, den 18. August, tvaf in Prag eine Svgliedrige Exkursion au» England ein, ter hauptsächlich Mitglieder der Labour Party angehören, welche die Nationalitäten- und die sozialen Verhältnisse in der Tschechoslowakei au» eigener Anschauung kennen lernen wollen. Eie besuchten daher auch deutsche Bezirke und Orte, wie Karlsbad, Rothau, GvaSlitz, wo sie überall Gelegenheit hatten, mit der deutschen Bevölkerung aller polifischen Parteien zu sprechen. In Prag besuchen die englischen Gäste auch da» Masaryk« Heim in Krä, worauf sie sich zum Zwecke ter Studium» der Sozialeinrtchtungm in großen Industriebetrieben nach Brünn, Zlin und Proßnih begeben. ein konstruktives Element Offenbar ist e» nicht da» Recht der tschechoslowakischen Regierung, zu entscheiden, mit wem sie verhandeln will, und nicht das Recht Lord Runeiman», zu empfangen, wen er will, sondern WaS sich da gehört, da» bestimmt Berlin, und handelt man in Prag ander», al» man in Berlin wünscht, dann gibt eS zumindest schlechte Zensuren. Die Deutsche diplomatische Korrespondenz entrüstet sich darüber, daß Lord Runeiman dm Abg. Iaksch empfing, den Führer„der vom sudetendeutschen Volke auf» schärfste abgelehnten marxistischen Splitterpartei". Niemanden könne eS wundern, wenn da» innerhalb der sudetendeutschen Bevölkerung Mißtrauen und Verstimmung hervorgerufen habe.— Wie alle journalistischen Aktio- nen de» Dritten Reiche» in den letzten Wochen gründlich versagten, so auch diese. In Bersin hat man, so scheint e», so sehr vergessen, daß er ander»wo und gerade in den Staaten, auf die e» jetzt ankommt, noch demokratische Grundsätze gibt, daß man gar nicht begreift, daß die Wut über dm demokratischen Spielregeln durchaus entsprechenden Verkehr auch mit einer Minderheit, in diesem Falle der Minderheit innerhalb einer Minderheit, befremdet, nicht verstanden wird, ja wirklich mißtrauisch macht. Die„Time 8" sind kein deutschfeindliches, sind viel eher ein hitlerfreundlichel Blatt, und gerade die»Time»" sahen sich ange- sichtS der„Aufregung" über den Empfang der deutschen Sozialdemokraten durch Lord Runeiman zu einer bemerkenswerten Feststellung genötigt: „In Wirklichkeit ist da» Verhältnis der beiden Parteien 88:11 und die deutsche Sozialdemokratie muß noch immer al» ein konstruktive» Element im tschechoslowakischen Nationalitätenproblem angesehen werden." Wir dürfen auf Grund unserer Kennwi» der SdP sogar sagen: da» einzige konstruktive Moment auf sudetendeutscher Seite! Besorgnis um Hllnka Der Gesundheitszustand des Vorsitzenden der Slowakischen Volkspartei Andres Hlinka hat sich plötzlich stark verschlechtert. Er wurde eine beiderseitige Lungenentzündung festgestellt. Sein Zustand gibt zu den größten Besorgnissen Anlaß. Der Präsident der Republik empfing am 18. August d. I. den Minister für AySwärtige Angelegenheiten Dr. Kamil Krofta, weiter» den außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister in Berlin Dr. Bojtiich Mastnh, hierauf Lird Allen of Hurtwood au» London und schließ« sich den französischen Deputierten Robert de Grandmaison. Nachmittag» fuhr der Präsident der Republik nach Sezimovo llsti. j Zwischen| Mann und Kind Roman von Uli Körber■ „Nur weil Sie'» sind, Frau Vlasak." nickte Rosenblatt,„und gestatten Sie die Schuhe. Ja, gnädige Frau", wandte er sich an Martha,„auch ick habe bessere Zeiten gesehen, als hier zu hausieren. Vielleicht, die Dame ist so gebildet, haben Sie in der Zeitung von der Gräfin von Strako- wire gelesen?" „Nein, sie hat nicht gelesen, Herr Rosenblatt, wo denken Sie hi»I" sagte Emilie.„DaS war vor dem Kriege, da Ivar ich im Hause. Ich habe sie nicht so erzogen, daß sie Zeitungen liest, WaS sich für ein junges Mädchen nicht schickt wegen der unanständigen Sachen im GerichtSsaal." „Na ja," sagte Rosenblatt,„es gibt in den Zeitungen auch unanständige Sachen, aber über die Gräfin von Strakowiee hätte es sich gelohnt zu lesen. Waren gnädige Frau schon in Galizien? ES ist dort gar nicht so schlimm, wie die Leute in Wien denken." „Also erzählen Sie schon, Rosenblatt," sagte Emilie.„Frau Wiesinger wird das interessieren. Hier hat man so wenig gebildete Gespräche." Sie tupfte sich die Augen. Rosenblatt erzählte: „Strakowiee hieß Strakolviee nach dem Grafen Strakowsty, das Ivar ihr Baier und er hatte ihr den ganzen Besitz als HeiratSgut gegeben. Pahl WaS war da» für ein Besitz! Wenn ick hier so sehe dieses Wäldchen hier, diesen Park - s- ist da» Überhaupt ein Park? Und diese» HauS, wie ein Gefängnis, wo eure Gräfin— ist das überhaupt eine Gräfin? wohnt. Bei un» stand das Schloß, zweistöckig, direkt an der Chaussee, mit großen Fenstern, die blitzten in der Sonne Ivie Spiegel, dann die Balkons, die gedeckte Veranda. Und zwischen dem Rasen die Straße, immer höher hinauf, verschwand dann hinter dem Haus, wo sie in die breite Einfahrt mündete. Fünf Sandsteinstufen, weiß wie Schnee, führten in die große Halle mit dem riesigen Ofen und den Iagdtrophäen an den Wänden: Waffen, Hirschgeweihen und auSgeswpften Tieren, und drüben die Berandatür mußte im Sommer stets geschlossen bleiben— der Duft aus dem Rosengarten war so stark, daß die Gräfin Kopffchmer» zen bekam. Solche Blumen hat e» in der ganzen Welt nicht gegeben, groß wie meine beiden Fäuste zusammen, waS die für einen Honig gaben! Schade, wirklich schade!" „Warum schade, Herr Rosenblatt?" fragte Martha, wie alle an dieser Stelle. Zufrieden, daß sie gut aufgepaßt hatte, fuhr Rosenblatt fort: „So ist da» Leben, heute hat man ein Gut und morgen hat- man gar nicht». Aus ist. Man steht als Bettler da." „Hat denn die junge Gräfin das Gut verloren?" fragte Frau Martha. Rosenblatt nickte wieder. Auch diese Frage war in Ordnung. „Ich weiß eS noch wie heute," sagte er und wischte sich mit dem Aermel die tränenden Augen. „Sie läßt mich rufen. Ich komme herein, zu ihr in» Zimmer. Da sitzt sie in einem duftigen rosa Schlafrock und rosa AtlaSschuhen auf ihrem Sofa — das Sofa und die Wände sind mit hellblauer Seide überzogen, auf dem Teppich und auf den Möbeln liegen Angorafelle. Ich komme also herein, bleibe an der Tür stehen— da winkt sie mich heran mit der Hand— an jedem Finger trägt sie mehrere Ringe und um da» Handgelenk Goldspangen. Und wie ich nähertrete, schaut sie mich an, schaut mich an und sagt: „Rosenblatt,".sagt sie,„ich brauche Geld." „Wer braucht kein Geld, Pani," sagte ich, „seder braucht Geld, aber woher nehmen?" „Rosenblatt," sagt sie und schaut mich an und die Augen sind ganz schwarz,„ich brauche Geld, sage ich." „Was heißt Geld?" sage ich.„Woher soll ein armer Iud ein, zwei, drei' und Geld nehmen?" „Rosenblatt," sagt sie,„Ich muß nach Pari» fahren," sagt sie.„Nimm dir das Weizenfeld hinter der Mühle. Du weißt, wieviel Heftar das Feld hat und waS öS wert ist." „Wieviel e» wert ist?" sage ich.„Der Wert ist verschieden, je nachdem. Der Weizen ist noch nicht hereingebracht. Der Herrgott, gepriesen sei sein Name, weiß allein, waS mit dem Welzen noch alle» geschehen kann. Vielleicht kommt eine Heuschreckenplage. Vielleicht wird da» Getreide vom Hagel vernichtet? Goll ich den vollen Preis zahlen? Wer wird mir für den Verlust aufkommen?"' „Also, wa» bietest du?" fragt sie,„ton* bietest du, Rosenblatt?" Und schaüt mich an, daß sich mir da» Herz im Leibe umdreht. Aber was soll ich tun? ES kann doch wirklich ein Hagelwetter kommen und ich muh da» Feld einem Bauern verpachten, Gott weiß, ob er mir den Pachtzins nicht schuldig bleibt. Risiko habe ich und Schererei und bar soll gezahlt werdend Alles muß man bedenken. Doch wie ich ihr den Preis sage, handelt sie nicht. „Gut, ich bin einverstanden," sagt sie,„aber schnell da» Geld auf den Tisch. Ich will noch heute reisen." „Nun, und WaS sagte der junge Graf dazu?" fragte Frau Vlasak. „Der Graf? War sollte er sagen? Die Hände schlug er zusammen, mehr konnte er nicht tun,, weil da» Gut ihr gehörte..Galina", sagte er,„für ein paar armselige Groschen willst du ein Stück deines angestammten Gutes verschleudern-... höre auf mich, mein Engel, warte noch zwei Wochen, bi» die Ernte eingebracht und verkauft ist, ich werde selbst mit dir nach Pari» fahren, alle» werde ich für dich tun, was dein Herz begehrt, bringe dich nicht um dein Vermög«»." Und weinte. Und sie sagte— reichte ihm die Hand und sagte: „Henryk," sagte sie,„du bist gut zu mir, aber da» verstehst du nicht."„Mit meinen eigenen Ohren habe ich das gehört." Henryk", sagte sie „sorge dafür, daß die Pferde eingespannt weiden." So sagte sie. Er hat die Arme auSgestreckt wie ein Bettler. „Haltna, um Gotte» Willen, jetzt mitten in der Ernte, da tvir die Pferde brauchen! tzalina, hab' doch Einsehen, die Arbeiter beklagen sich wegen der Kost und wir müssen ihnen den Lohn schukig bleiben." „Eben deswegen muß ich verkaufen," sagte sie und wandte sich an mich:„Kannst du mir Pferde verschaffen, Rosenblatt?" fragte sie. „Pferde verschaffen?" habe ich geantwortet, „Pferde verschaffen in der Erntezeit, da» ist eine teure Sache, Pani." „So nimm dir noch das Wäldchen hinter dem Feld," sagte sie. „Unglaublich", seufzte Frau Vlasak.„Zu wa» hatte sie eS so eilig, nach Pari» zu kommen?" „Wegen der Mode und dann langweilte sie sich. Wa»! MS Mädchen war sie jede» Jahr mit den Eltern nach Warschau zum Rennen gefechren! Angetan wie eine Königin. Und schön! Alle» hat von ihr gesprochen! In der Zeitung hat man über sie geschrieben! Na, und dann die Pferde! Pferde waren ihre Leidenschaft! Und dann— nicht» dergleichen. Mußte auf dem Gute mit ihrem Monn sitzen, der von früh bis spät beschäftigt war— und fertig. Sitzt, liest Romane, träumt— da wird einem die Zeit lang. Wie ein Bogel im Käsig war sie. Und waS man ihr auch sagte— sie schaute an einem vorbei, hörte kaum zu.„Ich will weg", sagte sie,„Ich muß weg," sagte sie. Was sollte man denn machen? Das ist schon so ein Gesetz, wer einst im Bollen gestanden ist, der trägt da» ganze Leben die Sehnsucht mit sich, und wem es gut geht auf dieser Welt, der macht sich'S schwer. ,(Fortsetzung folgt). Nr. 190 Sonntag, 14. August 1938 Seite S i!ZS3EZ!2SZ!2SUE3CZZrSE7^' Achtung auf Provokateure I Der Versuch der SdP, unpolitische letale Zwischenfälle, nie den Fall Baierle in Höhe l, zur politischen Brunnenvergiftung zu mitz- hreuchen, lögt ernarten, daß diese Partei auch in Zukunft nichts unversucht lassen wird, uni noch mehr Haß und Zwietracht in die Bevölkerung hineinzutragen. Bon unserer Seite inntz daher alles vermieden werden, was daS Werk gewissm- lostr Drahtzieher, ob sie nun im Jnlande oder im NuSlende ihren Sitz haben, fördern könnte ES ist nicht ausgeschlossen, daß in den nächsten Wochen durch aufgelegte Provokationen versucht wird, die netionalpolitischen Verhandlungen zu stören und einen Erfolg der britischen Vermittlungsektion unmöglich zu machen. Wir warnen alle unsere Freunde vor Provokateuren! Wo sie auftanchen, ist mit ihnen jede Auseinandersetzung kategorisch obzulehnen und sie sind gegebenenfalls den SicherheitSbehör- den zu Übergeben. Für die Deutsche sozialdemokratische Arbeiterpartei gilt heute mehr denn je daS unvergängliche Wort Viktor AdlerS: „Wir lassen uns nicht«inschüchtern, aber auch nicht provozieren!" Abenteuerliche Gerüchte sonder Zahl, alarmierende Redereien über bedeutsame Geschehnisse dies- und jenseits der Grenze, über militärische Maßnahmen usw. kursieren wieder einmal in allen sudetendeutschen Gegenden. Tie werden mit Behagen von den Bolksgemein- schaftlern verbreitet, vor allem auch mit dem Hinweis aus den großen Tag", der schon so oft be- Vorstand, nun aber wirklich kommen soll. Nichts ist so widersinnig, dass eS nicht doch willige Ohren sindet und noch willigere Mäuler, die eS weiter» tratsche». Aber in daS Reich der Phantasie gehören die neuesten Sensationen, so wie jene, die bereits früher die Runde machten. Sie SdP, die den Menschen das Blaue vom Himmel herunter verspricht, die ihre ganze Hoffnung auf daS Ausland setzt, weil sie eine im Staate erreichbare Ver- nunfilösung ablehnt, must ihre Anhänger mit neuen Verheißungen und Flüsterparolen trösten. Rur sie allein hat ein Interesse daran, Angst und Aufregung im Grenzgebiet lebendig zu erhalten. Es ist ja bezeichnend für eine so„große" und „unwiderstehliche BolkSbewegung", daß sie von der ununterbrochenep. Pertröstung der Menschen lebt, daß ihre„konstruktiven Kräfte" zwar nicht zur Mitarbeit an der Friedenslösung im Staate, wohl aber zur Verängstigung und Verwirrung der sudetendeutschen Menschen ausreichen l Wahrscheinlich wird die SdP in den nächsten Wochen, in dieser Zeit wichtigster politischer Verhandlungen, noch eine Hochflut von Verheißungen, Lockungen, Andeutungen auf unsere Menschen loS- lassen. DaS ist nicht zu verhindern. Aber den Andeutungen kann man Klarheit, den Lockungen und Verheißungen Sachlichkeit und Wahrheit gegenüberstellen, dein Taumel die Selbstbesin- nungi Fe ruhiger die Menschen bleiben, je unzugänglicher die deutschen Menschen der Flüsterpropaganda und Flüstevhche bleiben, umso besser dienen sie der Sache des Friedens. WoAMW Urner» Tennisspieler— Schweizer Arbelter-Tennlsmeister Beim Verband-feste des Schweizerischen Ar« iciter-Turn- und Sporwerbandes lSatus) in Biel >t Schweiz) kam erstmalig ein internationales Tennisturnier um den Titel»Schweizerischer Arbeiter- TenniSmeister" zur Austragung. Beteiligt daran waren die beiden stärksten Schweizer TenniSabtei« lungen: Tennisabteilung der freien Sportler Zürich und der Freie Tennisklub Biel sowie die Tschechoslowakei(Aussig). Die Vertretung der AtuS-Union hatten vier Spieler der Tennisabteilung bei Atus-Union-Ver- eine».Vorwärts" Aussig übernommen, welche gut vorbereitet zu den Wettkämpfen antraten und diese auch für uns erfolgreich beenden konnten. Dieser Erfolg ist um so höher zu bewerten, als es sich bei unseren Spielern um das erst« internationale Auftreten handelte, während speziell Zürich bereits mehrmals in internationalen Begegnungen erfolgreich debütierte. Nachstehend die Resultate: Aiuo-Union Aussig gegen Freier TenniSklub Biel Männer-Einzel: Erich Aron(A) gegen Rudi Laeeivio(B) 6:1, 6:6; Ernst Hoche(A) gegen Charles Frei(B) 9:7, 6:2; Rud. Stibor(A) gegen Walter Sommer(B) 8:6, 7:8, 4:6; Weißhaupt(A) gegen Raymond Bolmy(B) 6:2, 6:2. Männer-Doppel: Aron—Hoche(Ä) gegen Lac- eivio—Frei(B) 6:8, 6:4: Weißhaupt—Stibor(A) gegen Bolmy—Sommer(B) 6:2. 6:8. AtuS-Union Aussig»«gen Freie Sportler Zürich Männer-Einzel: Erich Aron(A) gegen Fritz Echibli(Z) 6:2, 8:7, 8:6; Ernst Hocher.- O st r a u, Preßburg und Olmütz demokratische Theatergemeinden gegründet wurden, die Gastspiele des Brünner demokratischen Theater- veranstalten tocrden. Am Donnerstag weilte bereits ein Vertreter der Olmüher demokratischen Theatergemeinde in Brünn, um mit Direktor Zeisel wegen solcher Gastspiele zu verhandeln. Reue Zeitschriftenverbote. DaS Postministe- riuu: hat folgenden ausländischen Zeitschriften da» Postdebit entzogen:»Berlin hört und sieht", Erscheinungsort Berlin;«Hamburger Illustrierte", Erscheinungsort Hamburg;„Hier Berlin und alle deutschen Sender", Erscheinungsort Berlin;»Ostdeutsche Funkwoche", Erscheinungsort Breslau; „Wochenschau", Erscheinungsort Essen;„NäS prapor, Erscheinungsort Lemberg;„Schlesische Zeitung", Erscheinungsort Biela-Kattowitz. Das Verbot gift bis 16. Juli 1940, bei den beiden letztgenannten Zeitschriften bis 80. Juni 1940. lDND), SdP-Unternehmer bei Rundwan Prag. Das Sekretariat der Missen 9erd Uuncimans gab um 17 Uhr folgenden Ver,^. aus: Heute um 11 Uhr vormittag» empfing Lorr Run« ciman und sein Stab Repräsentanten des sudetendeutschen Wirtschaftslebens, um deren Meinung über die Wirtschaftslage im sudetendeutschen Gebiete zu hören. Die Besprechung dauerte zwei Stunden. Die Delegation bestand au» dem Abgeordneten Jng. Wolfgang Richter, dem Vorsitzenden der Industrie und Wirtschaftsorganisation der Sndetendeutschen Partei, aus dem Abgeordneten Dr. Alfred Rosche, Mitglied der politischen Delegation der Sudetendeutschen Partei, Theodor Liebieg, dem Präsidenten des Deutschen Hauptverbandes der Industrie und Vorsitzenden der Reichenberger Handelskammer, dem Jng. Willi Weber, Vizepräsidenten deS Deutschen HaupSverbandeS der Industrie, sowie Anton Kiesewetter, Oberdirektor der Kreditanstalt der Deutschen in Prag. Lord Runciman mit Gemahlin fuhren SamStag nachmittags auf Weekend zu dem Großgrundbesitzer Kinsky nach Böhm.-Kamnitz in Nordböhmen. Nach Henleins Vorbild Prag. Dor einiger Zeit gewährte Abg. Sidvr dem Vertreter der französischen katholischen Zeitschrift„Epoque", Gaston Liger, ein Interview. Alü e» erschien, bestritt er, daß er die dort enthaltenen Aeuherungen getan hatte und behauptete, daß seine Worte entstellt wurden. Liger stellt nun in einer Zuschrift an den„Slovenkh denil" fest, daß Sidor die Aeuherungen, die in dem Interview enthalten waren, tatsächlich gemacht hat, ja daß er darüber hinaus manches gesagt hat, was Liger in die Berösfentlichung gar nicht mit aus« genonunen hat. Sidor, Henleins Bundesgenosse in der Slowakei, hat offenbar Geschmack an Henlein» Methoden gesunden, mit den Methoden Henleins hat er aber auch das Pech übernommen, daß Heillein bei seinen Interviews mit ausländischen Journalisten verfolgt. Sperrung des Touristenverkehrs Frankreich—Italien Paris. Da die italienische Regierung trotz des diplomatischen Einschreitens der französischen Regierung auf ihrer Entscheidung verharrte, die eS italienischen Staatsangehörigen erschwert, bzlv. unmöglich macht, nach Frankreich zu reisen, hat das französische Außenministerium beschlossen, ähnliche Maßnahmen zu ergreifen. Während bisher französische Staatsangehörige nach Italien mit Reisepaß oder bei gemeinsamen Exkursionen auf Sammelpaß oder getvöhnliche Legitimation ausreisen konnten, müssen sie künftighin in ihren Reisepässen eine besondere Betoilligung der französischen Behörden haben, im Ausland lebende Personen eine solche der französischen Konsuln, die jedoch eine solche Bewilligung nur bei ordentlicher Begründung der Dringlichkeit der Reise erteilen können. Dieser Beschluß der französischen Regierung wird die italienische Touristik sehr treffen, da eine große Zahl von Franzosen nach Italien zu reisen pflegte, insbesondere vor dem 16. August und in der zweiten Augusthälste hatten zahlreiche französische Reisebüros große gemeinsame Ausflüge nach Italien vorbereitet. Japanisch« Verstärkungen aufgehalten Die chinesische Gesandtschaft in Prag stellt folgenden Bericht über die gegen- wärtige Situation zur Verfügung: Rach einer mehrtägigen Offensive bei Hnangnrei, nördlich des Mittellaufes deS Uangtfe- fluffe», eroberten die chinesische» Truppen eine Reihe strategisch wichtiger Positionen. Den chinesischen Truppen gelang ep, die japanischen Verstärkungen» die den gefährdeten Städten Hofei und Anking zu Hilfe eilten, aufzuhalten. Südlich vom Mittellauf de» Uangtseflusses unterhalb von Klukian versuchten die Japaner, die Stellungen der sie belagernden ühinesen zu durchbrechen; dieser Versuch mißglückte jedoch. 250 Flugmordopfer In Alicante Valencia.(Ag. Esp.) SamStag mittag» Haden zehn italienische Savoya-Flugzeuge, von Mallorca kommend, die Hafenstadt Alicante bombardiert. Sie warfen 160 Bomben von großer Sprengkraft auf daS Zentrum der Stadt ab. Bi-Her wurden 60 Tote und 800 Verwundete auS den Trümmern der zerstörten Häuser geborgen. Der Bevölkerung gelang eS zum Glück zum größte» Teile rechtzeitig die Unterstände aufzufuche». .25.000 Nazi-Spione In den USA Washington.(Reuter.) Vor der Kommission deS Kongresses der Bereinigten Staaten, der zur Kontrolle der Tätigkeit der Ausländer in den USA eingesetzt wurde, wurde Freitag der amerikanische Journalist John Metcalfe als Zeuge vernommen,^er unter falschem Namen in die na« tionalsozMistische Organisation„German-ameri- can Settlement league" eingetreten war, die ihr Hauptquartier in Lang Island besitzt. Metcalfe erklärte, das Ziel dieser Organisation sei die Schaffung eines weitverzweigten und dichten Spionagenetzes in den Bereinigten Staaten sowie di- Organisierung einer wirksamen Sabotage für den Fall eines Krieges. Metcalfe schätzt die Zahl der Mitglieder dieser Organisation auf 26.000 Personen. Scite 4 Jagesneuigkeiten Sonntag Von Lili Körber Sonntagsbläue. Dort weiter, das neue Große Haus Aus rotem Ziegel Steht voller Licht. Die Fenster find funkelnde Spiegel. Aber ich wende das Gesicht: Heute schlaf' ich mich aus. Die Mutter fagt:„ Wer wird so faul sein? Schade um das Wetter! Du solltest hinaus!" Ja, draußen ist es fein! Se hell und blank Das grüne Gras Und die rotgelben Blätter... Ad; was! Ich schlafe mich aus! Heute ist Sonntag... Gott sei Dank... Und dann mag ich keinen Rucksack tragen! Ich hab' Schmerzen im Rüden Und Stechen beim Bücken Und darf's nicht sagen, Sonst denkt der Chef: ich sei frank. Und der Arzt meint bloß: Ich soll zunehmen. Und die Mutter sagt: Ich müsse mich schämen, In meinem Alter hätte sie schon Mann, Kind und Haus Und fortwährende Mühe und Plag. Sie hätte sich jaherelang Abgerackert und abgeschunden. Und wir haben doch den Achtstundantag, ( Das heißt, es kommen meistens noch Jaj bekäme einen Lohn, Und immer noch Klagen.. Ach! Meinetwegen foll fie fagen Was sie will. Ich mach mir nichts draus. Bin doch so müde, so müde! Ich lege mich auf die Seite Und liege geborgen und still, Ganz still... Es ist ja Sonntag heute! Heute schlaf' ich mich aus! Ueberstunden). Sonntag, 14. August 1938 So sieht ein Kugelschaufler aus Jegliche Art von Schüttgut, wie Kohle, Sand, Kiesel, Schotter uſtv. kann von dem neuartigen Kugelschaufler erfaßt werden. Aehnlich einem Bagger wirft der Kugelschaufler das Material auf ein Förderband. Durch einen Raupenschlepper ist dem Gerät eine große Vielseitigkeit in der Verwendung gegeben. Berufseinbrecher Konečný aus Jlešovic in Schleien und den polnischen Staatsbürger Kiwalsti. Beide wurden wegen verschiedener Einbrüche in Troppau und Mähr.- Ostrau von der Polizei gesucht. Durch eine Kuh schwer verletzt. In das städtische Krankenhaus in Kremfier wurde Freitag der 33jährige Knecht Andřej Pavluš eingeliefert, der beim Vichtränken im Stalle von einer Suh einen Tritt in den Bauch erhielt, so daß er bewußtlos zusammenstürzte. Es wurde festgestellt, daß Pavlus sehr schwere innere Verlegungen erTitten hat. Nr. 190 Die deutsche Sendung am Sonntag und Montag Montag: Brag- Mělni: 9.00 Schallplatten. 9.30 Sonn tagsgedanken. 9.40 Unterhaltungsmusik( Augustins Sertett). 10.00 Segen der Erde. ländliche Bilder. 11.00 Symphoniefonzert. 12.05 Presse. 12.25 Dr. chesterkonzert( Dir. R. M. Mandée). 14.00 Bauerns predigt. 14.15 Arbeitersendung: Friß Weisse: Ge feifelter Aufstieg. 14.30 bis 15.30 Aus dem Wallfahrtsort Haindorf: Blumen- und Kräuterweihe ( Sprecher: Hugo Rofyta). 17.35 Schrammelfonzert aus Brünn. 18.00 Das Märchen der 1002. Nacht, dramat. Gedicht von Maria v. Rumänien. 19.15 Nachrichten. 19.30 Kammermusik( Klavier: Fr. So Tečef). Mozart: Klavierquartett G- Moll. 20.00 Sportbericht. 20.15 Reportage von der Reichenberger Meffe. 20.45 Die alte Operette( Johann Strauß). Plauderei mit Musi von Jos. Zell( Dir. R. M. Mandée). 22.15 Nachrichten. 22.30 bis 23.30 Tang musif. Brünn: 14.05 bis 14.30: Landwirtschaftliche Sendung: Fachlehrer Ing. Hubert Golda, Fachlehrer Karl Wodatichet: Kampf den Schädlingen im Hause ( 8wiegespräch). 17.35 bis 18.07 Schrammelfonzert. Mitwirkende: Josef Pour, Rudolf Thüringer, Gans Swoboda. 18.07 bis 18.25 Prof. Dr. Emil Hadina: Schlesische Gottsucher. 18.25 bis 18.50 Selten gefun gene Opernarien. Mitwirkende: Wolf Bassing, am Klavier: Philipp Beran. Montag: Prag Mělnik: 9.00 Gottesdienst. 10.00 Bom wegte sich von Nordwestschottland gegen London goldenen Ueberfluß der Welt". Sörfolge um Gottir. und auf dem ganzen Wege, der 15 Stunden dau- Keller und C.&. Meher von Heinr. Fischer. 11.00 Symphoniekonzert. 12.05 reise. 12.25 Unterhal erte, verlor es nichts an Heftigkeit. tungsmufit( Gef. Gerti Kuthan und Rolf Hartmann, Ein schweres Eisenbahnunglück hat sich Fagott: Karl Water, Slav. R. J. Schubert und R. Samstag zwischen den Bahnhöfen Adjuntas und M. Mandée). 14.00 Landw.: Aus einer alten Mariscales im Staate Queretaro( Meriko) er Dorfchronit" von Guſt. Lerch. 14.15 bis 14.30 Ar eignet. Zwei Züge stießen dort in rasender Fahrt beiterfendung: Magda Riesner: Frauen in Spanien. zusammen. Fünf Personen fanden den Tod. 17.35 Schönhengster Blasmufit aus Brünn. 18.00 leber zehn Personen wurden schwer verletzt. Die Orchesterkonzert( Gesang Berda Redlich und Joi. Lokomotiven beider Züge waren völlig ineinan- Schubert, Dir. R. M. Mandée). 19.15 Nachrichten. Baptistič, Violine: Amalie Bartfeld, Klavier: R. J. dergeschoben. 19.30 Orchesterkonzert( Dir. R. M. Mandée). 20.20 Schießerei in Mexiko: elf Tote. In Cheran Vortrag Hans Multerer: Prager Kapellen und Kirs im Staate Michoacan tam es am Freitag zu chen. 21.00 Orcheſterfonzert( Dir. Dr. Jalowek). Neue Bahnlinie in Karpathorußland. Im einem Zusammenstoß zwischen Bauern und Syn- 22.15 Nachrichten. 22.40 Unsere Ernteaussichten und Flußtal der Terešva wird am 16. August der Per- ditalisten. Das Militär stellte die Ordnung wie- Herbsturlaub in der Tschechoslowakei. 23.00 bis 23.30 sonenverkehr auf der schmalspurigen Waldbahn der her. Elf Personen sollen getötet und 15 ver- Tanzmusit. Brünn: 17.35 bis 18.00 Schönhengster Blas eröffnet, die der staatlichen Forst- und Güter- leßt worden sein. Wie hierzu ergänzend gemeldirektion in Bustino gehört. Die Vorbereitungen det wird, befinden sich unter den 15 Verletzten mujit. Mitwirkende: Schönhengiter Bauernlabelle unter der Leitung von Kapellmeister Franz Rzeharz. für die Eröffnung des Eisenbahnverkehres auf auch Frauen und Kinder. Der Zuſammenstoß, 18.00 bis 18.50„ Der Obriit". Ein Wallenstein: der zwei Stunden dauerte, wurde durch einen drama von Fel. Langer: Regie: Vasa Hochmann. dieser Strecke dauerten zwei Jahre. Streit um den Boden verursacht, der auf Grund Ein Pionier des Automobilismus gestorben. des Agrarprogramms der Regierung zur VerteiSamstag vormittags verstarb in Junabunzlau im lung gelangte. Alter von 70 Jahren Václav Klement, VerwaltungsDie Ostsee durchschwommen. Die schwedische ratsmitglied und früherer Generalrat der Skodawerke Schwimmerin Sally Bauer durchschwamm FreiA.-G. in Pilsen, Begründer der Firma Laurin& tag die Ostsee von Grislehamn( Schweden) nach Slement in Junabunzlau und namhafter Pionier des Eckerö, der westlichen der Alandsinseln, in 13 Automobilsport und der Technik. Gemeinsam mit Stunden und einigen Minuten. Diese Strede bedem Fabrikanten Laurin aus Turnau eröffnete Sle- trägt in der Luftlinie rund 30 Kilometer. Die englische Luftwaffe wurde Samstag ment vor 43 Jahren in Jungbunzlau eine kleine mittags von einem neuen schweren Unglück be Fahrradfabrik, aus der sich dann sväter die bekannte troffen. Ein Flugboot des 228. Geschwaders in Automobilfabrik Laurin& Klement entwidelte. Die Pembroke Dock, das der Marine- Flugstation Fabrik wurde bald zur größten Automobilfabrik in Felixstowe zugeteilt war, stürzte in der Nähe des der alten Monarchie und war in der ganzen Welt Feuerschiffes Cort" an der Ostküste ins Meer. bekannt. Die Fusion mit den Skodawerken erfolgte Sämtliche sechs Besatzungsmitglieder tamen ums im Jahre 1925 und V. Klement wurde zum Generalrat der..Aktiengesellschaft früher Skodawerte" er Das Gesetz der Serie Flugzeugabstürze in England, Mexiko und ČSR Leben. Es bestehen Befürchtungen, daß das Flugs nannt. zeug der Megifanischen Luftverkehrsgesellschaft, Ein verrücktes" Gewitter. Das Gewitter, das Freitag Villa Sermona verließ und bereits das Freitag über England niederging, wird in vor 12 Stunden hätte in Merifo eintreffen sollen, der Presse das verrückteste Gewitter" genannt, einem Unglück zum Opfer gefallen ist. An Bord welches das Land jemals erlebte. Das Gewitter des Flugzeuges befanden sich acht Passagiere und brachte alles Mögliche: Blize, Donnerschläge, drei Besazungsmitglieder. Die letzte Radio- Wolfenbrüche, Hagel, Schnee, eine Fabrik mußte depesche des Flugzeuges besagt, daß sich die Ma- wegen eines durch das Gewitter verursachten schine über Puerto Merito inmitten eines hef- Brandes stillgelegt werden, zwei Personen wurtigen Gewitters und Regens befinde. Nach dem den durch Blißschläge getötet, eine Person starb Flugzeuge wird geforscht. infolge eines Sonnenstiches. Das Gewitter beHungernde Begs in buckligen Häusern Von Ferdinand Gärtner ( Schluß.) Samstag früh gegen halb 8 Uhr stieß der Pilot Jan Strejčet auf einem Fluge von Olmüz nach Prag unweit von Pirkelsdorf bei Mähr. Trübau mit seinem Tatra- Flugzeug im Nebel gegen einen Abhang, da er infolge des Nebels zu niedrig über dem Boden flog. Der Pilot kam bei dem Unglück ums Leben. Strejčet wurde am 16. Mai 1902 in der Gemeinde Hačka Es kam eine neue Zeit. Viele Begs wanderten bei C. Brod geboren, war verheiratet und Water aus. Die anderen blieben, zwar noch nicht arm, aber von zwei Kindern. Er war bereits mehrere Jahre hilflos zurück. Sie hatten es nie gelernt, zu arbeiSportpilot und gleichzeitig Kapitän der Flieger- ten. Sie hatten es auch nie gelernt, sich in einer waffe in Reserve. Er war Angestellter der modern organisierten Wirtschaft zu betätigen. Ihre Majaryt- Flugliga und Leiter der Prager Motor- reichen Schäße und ihre Abfindungen habe sie verflugzeug- Staffel. Er bereitete sich soeben zum schleudert, Kapital daraus zu bilden, waren sie nicht Flugwettbewerb um die Kleine Entente vor. imstande. Zugsunfall in Mähren. Die Staatsbahndirek tion in Brünn meldet: Der Zug Nr. 4701 stieß Das war Travnik jenige, der den Auftrag akzeptiert, darf sich die Bezahlung direkt aus dem alten Pflaster holen, und zwar in purem Gold. Um die Jahrhundertwende ist Kalgoorlie von einem Straßenbahnunternehmer namens Andrew Lennon gepflastert worden. Er hat für diese Arbeiten Sand zur Zementherstellung aus Sandbrüchen bezogen, in denen vor kurzem reichhaltige Goldvorkommen festgestellt worden sind. In dem Straßenpflaster von Kalgoorlie dürften darum mit absoluter Sicherheit Unmengen von Goldföruern sein, die nur zu heben sind. Sabotageatte in Palästina. Infolge von Sabotagealten sind die Telephonverbindungen bon Jerusalem nach Aegypten, Syrien und dem Bahnstation Eibna auf der Strecke nach Kairo ist Libanon Samstag wieder unterbrochen. Die Das Wetter. Quer über Mitteleuropa verläuft angelegten Eukalyptuswald wurden mehrere talen Luftmassen. Die wärmere Luft liegt jedoch ir Brand gesteckt worden. In dem bei Nazareth eine ausgeprägte Temperaturarenze zwischen den fühleren oxeanischen und den wärmeren fontinen tausend Bäume durch Feuer vernichtet. Auf der diesmal im Norden, die fühlere im Süden. In NordStraße Bethlehem- Jerusalem tam es Samstag deutschland wurde z. B. Samstag vormittags 27 his zwischen britischem Militär und arabischen Frei- 30 Grad, dagegen bei uns, in Süddeutschland und in ſchärlern zu einem Gefecht, bei dem ein engli Frankreich nur 18 bis 22 Grad verzeichnet. Im scher Offizier und ein Freischärler getötet wur- Sinblick auf die verhältnismäßig geringe Distanz den. Straßenpflaster aus purem Gold. Die Stadtverwaltung von Kalgoorlie in Westaustralien hat einen Auftrag zu vergeben, der vermutlich viele Bauunternehmer reizen wird. Das Straßenpflaster der Stadt soll nämlich völlig ersetzt werden, aber die Stadt hat gute Gründe irgendwelche Speſen für diese Arbeiten nicht auf sich nehmen zu wollen. Denn der zur Temperaturgrenze, die Freitag das Gebiet der Republik quer durchzoa. wird der allgemeine Wittes rungscharafier ziemlich unbeständig bleiben. Wetteraussichten für Sonntag: Unbeständig mit Schauern oder Gewittern, Höchsttemperaturen um 20 Grad. Minima um 13 Grad. Südwest- bis Weitwind. - Wetteraussicht für Monta a: Andauern des veränderlichen Wetters mit Schauern, weitere Abs fühlung. den Ballan, das Reich der bosnischen Könige zer| Beamte, er hatte auch Soldaten nötig. Der Emir splitterte, die Trümmer wurden von den Hufen der Orhan fand ein Mittel, den Mangel an Soldaten Türkenrosse in den Staub getreten. Die mächtigen gu beseitigen. Den Slawen der Balkanha'kinsel und reichen Geschlechter beugten sich vor den Siegern. wurde der sogenannte„ Boll aus Blut" auferlegt. Die Eroberer waren mächtige Herren, wer reich Man nahm Christenknaben, erzog sie zum dilam. war, mußte nur die Religion annehmen, die der Aus den jungen Männern, die aus diesen Knaben Prophet verkündet hat, dann mochte er seine Dörfer erwuchsen, bildete man das erste stehende Heer und Reichtümer behalten. Im einzelnen man sich der Europas. Jenji ceri nannte man die Truppe, das Uebergang nicht ganz so einfach und keibungslos voll heißt nichts anderes als das neue Heer. Die Janit 30gen haben, aber im wesentlichen war es doch so: sdiaren waren zu einem großen Teil Bosnier Es eine ganze Herrenklasse ging zu den fremden Erobe- ist darum fein Wunder, daß zwischen den bosnischen rern über. Paschas, die in Travnit saßen und den Janits barenDa unter den osmanischen Reitern nur wenige Algas, die in Konstantinopel mächtige Herren waren, waren, die Beamtenstellen in einem Weltreiche aus die besten Beziehungen bestanden. Darum brach in füllen fonnten, stiegen die zum Islam übergetretenen Bosnien auch ein gefährlicher Bürgerkrieg aus. als Herren zu den höchsten Würden im Reiche auf. So sich im Jahre 1826 der Sultan Mohammed der ges wurden die bosnischen Feudalherren nicht nur zu fährlich gewordenen Janitscharen entledigte. Ale die Natürlich hat auch Travnik seine Sehenswür- Begs, sondern auch zu türkischen Kapitänen und Nachricht von der Niedermeßzelung der Janitscharen Gamstag um 9.20 1hr bei der Einfahrt in die digkeiten. Es liegt im Schatten der mächtigen Vla- Baschas. Mancher von ihnen hat als Vezir an der in Bosnien eintraf, sammelten sich die bosnischen Sic- Planina. Dort oben weiden ungeheure Schafher- Regierung des Reiches teilgenommen. Die bosnischen Herren unter dem Kapitän Hussein Gradaščevič. Station Neustadt bei der Ueberführung der Beden, gehütet von gutmütigen, halbwilden Riesen- Vezire, die diese Provinz im Namen des Sultans Den Rebellen gelang es, Travnik zu erobern, Hus zirksstraße mit dem Lastauto ,, 46.129", das Hirten und ungemütlichen, ganz wilden, wölfischen regierten, stammten allesamt aus alten bosnischen sein warf sich zum Vezir von Bosnien auf. mit Erde beladen war, zusammen. Das Auto fuhr in die rechte Flante der Lotomotive. Von den drei Hunden. Ein Gebirgsfluß rauscht herunter, er ist Familien. Man darf aber deshalb die Berichte, über Einige Zeit fonnten sich die Aufständischen hal Insassen des Autos wurde der Lenker und Be- verarmt wie die Begs der Stadt. Einst, als die die entsetzliche Bedrückung der Bauern, die überliefert ten, schließlich besiegten aber die Truppen des Sul fiter des Wagens Stanislav Romer aus der Stadt ömer Travnik gründeten, wuſch man Gold aus sind, nicht für übertrieben halten. Die Feudalherren tans die bosnischen Rebellen. Hussein, der als bewährten sich als treffliche Fronvögte der Fremden. 3dár leicht verletzt, seiner Gattin Theresia wurde seinem Sande. ein Bein gebrochen und der Mitfahrer Josef Ja= Es gibt Regierungsgebäude, eine Moschee, eine Auch preßten fie für sich den schwitzenden Semeten ab, Drache von Bosnien" in das Volkslied gekommen tubec, ebenfalls aus der Stadt Zdár, erfitt eine türkische Schule und ein Jesuitengymnasium. Aber was sich nur abpressen ließ. Von Erbarmen mit den ist, flüchtete, vor seiner Flucht verbrannte er noch schwere Schädelverleßung. An der Unfallstelle ist interessanter als das alles ist ein Beuge der Bergans Menschen des eigenen Stammes war bei ihnen keine rasch das Schloß der Vezire von Travnit. Später ereine Untersuchungskommission eingetroffen. genheit, die alte Stadtfestung von Travnik Nicht Svur zu finden. Die christlichen Bauern haßten die langte er die Verzeihung des Sultans und starb, Troppauer Einbrecher verhaftet. In der daß sie architektonisch so hervorragend schön wäre, Fremden und womöglich noch mehr deren Helfer aus noch nicht breißig Jahre alt, in Konstantinopel. Nacht auf Mittwoch wurde in dem Warenhaus sie ist wohl verwittert und von der Beit hergenom dem bosnischen Stamme. Viele Söhne des Landes er- Durch diesen rebellischen Kapitän ist Travnik Breda u. Weinstein in Troppau ein verwegener men, doch gibt es malerische Ruinen Aber sie erin- trugen dieses Leben nicht. Sie gingen in die Wälder zum letzten Male in den Mittelpunkt geschichtlichen Einbruch verübt. Gestohlen wurden Photoappa- nert an die Geſchichte der Stadt, die einſt von ihr und wurden Haiduken, Räuber. Und das Volk spann Geſchchens gerückt. Es kamen die Deſterreicher, die rate und andere Waren im Werte von 10.000 beschikt ourde. Was das ein Glanz und eine Pracht, um diese finsteren Gesellen einen Kranz von Regen- neue Hauptstadt Sarajevo blühte auf und das einst bis 20.000 Kč. Die Täter konnten in der Nacht als die bosnischen Könige noch regierten! Daun fam den und schuf aus ihnen Helden für seine Sagen glänzende Travnik wurde langsam ruhiger und bes auf Freitag von der Troppauer Polizei verhaf- der Kalif El Fatih. Im Namen Allahs und feines und Märchen. scheidener. Bis es schließlich in den starrkrampftet werden. Es handelt sich um den bekannten Propheten stürmten die türkischen Reiterhorden über| Der Sultan brauchte nicht nur Offiziere und lattigen Schlaf verfiel, in dem es heute liegt, Mr viers war Land abgel das ÿäuj feblt hinte mel; gefto Rejt fchle givi den gefli gend tor Ich Ber felbi rifa hing woh gege Bij hau Cai tref arti als Ger eine der fteh ma hat ichi biel auf tun Στο star ab Ein Au La au пад Ien tor θα ad to fa Di et ba di me pa hö bi au D be bi ร a tc bi ft A fu A b " U 11 g h Ar. 190 Sonntag, 11. August 1938 Geile 8 Colonel Hans ■In« Snanlen-Reportafl« van Klaus Mann Unser Außenhandel im Juli im Juli folgende Gesamt- unser Außenhandel llcbqjrfiufo der Ausfuhr 1037 60.724 82.868 86.688 18.140 12.587 Unterschied — 71,188.000 + 41,692.000 2,777.098 765.271 101.024 140.615 02.981 60.448 56.981 47.541 28.160 81.078 durch die starken Fernrohre schauten, setzte drü« ben ziemlich heftiges Artilleriefeuer ein. Dai dumpfe Gebrüll der Kanonen— dai wie aus einem weit entfernten Löwenkäfig klingt— be« gleitete unsere Konversation. Ich dachte: hoffentlich geht es wieder so glimpflich aüi, wie gestern der Bombenangriff, und es Wird nur ein Maulesel getötet, eine alte Frau aber sehr leicht verletzt... was für unstatthafte Zivilistengedankenk Gedanken kamen mir viele, und einige von ihnen besprach ich mit unserem Freunde, dem Schriftsteller und Divisionskommandanten, Der Problemkomplex»Pazifismus und antifaschistischer Krieg" ist tief und verwirrend. Der ruchlose Angriff der anderen— die wirklich und im ernstesten Sinn de» Wortes unsere Feinde sind — zwingt uns ein neue» Problem auf, da» ursprünglich keineswegs da» unsere war, und. verurteilt uns zu Lebenslagen, für die wir uns nicht geboren meinten. Hat der Feind die Macht, un» wirklich zu verändern, indem er uns zu einer neuen Taktik zwingt? Und wie bewahren wir die Werte und Begriffe, deren Verteidigung doch eben der Sinn unsere» Kampfe» ist, angesichts dieser unbarmherzigen Wirklichkeit?— viele Probleme: ich erwog sie im Herzen, und einige besprach ich auch mit unserem Freund. Hatte er Sinn für sie? Kann und darf der Handelte noch Verständnis für die Sorgen, Hoffnungen und Befürchtungen de» Geiste» haben?— Hans sagte mir:»Wenn wir diesen Krieg erst gewonnen haben, will ich nichts mehr sein als ein Zivilist." Nach einer Pause fügte er aber hinzu:»Wer weiß, freilich? Vielleicht wird e» dann die beleidigte und angegriffene Menschlichkeit an irgend» einer anderen Stelle de» Erdteils au verteidigen geben... Einmal aber werden wir überall gesiegt haben, und dann hat sich die» alle» gelohnt..." Kohlen Hol- Zucker Eisenerze Eisenwaren Cellulose Stabeisen Bausteine Tafelglas Mehl Eiserne Bleche u. Platten 26.986 Mal- Getreide Papier Hohlgla» Eiscndraht * Zwei Tage später besuchte un» in Barcelona einer seiner jungen Offiziere— es war dec Spanier, der nicht wußte, ob seine Eltern noch lebten. Er brachte un» ein Geschenk von seinem Colonel: ein Album mit Grammophonplatten von Ernst Busch. Wir fanden die Widmung: »... zur Erinnerung an die Nacht in Tor» wsa, diese Lieder der Internationalen Brigade, die ein Ausdruck der Schwere unseres Kampfer sind, aber auch unserer Siegeszuversicht. Han», Kommandant der 45. Division." 1988 5.411,519.000 6.601,010.000 1.189,491.000 1988 760,707.000 916,445.000 154,648.000 Für die Monate Jänner bis Ault 1938 bzw. 1037 ergeben sich folgende Gesamtdaten: Ilnterschied II. Tortosa war einmal eine reiche Stadt mit dier-igtausend Einwohnern. Was wir vorsanden, «er nur noch eine gespenstisch öde Ruinen« Landschaft— erinnernd etwa an die schon halb abgebrochene Kuliffenstadt in einem Filmatelier, da» die Schauspieler verlasien haben— viele Häuser zeigten nur noch ihre Borderwand, es fehlten die hinteren und die seitlichen Mauern; hinter leeren Fensterhöhlen stand der Nachthim« mel; andere Häuser waren ohne Dach; die auS- gestorbenen Straßen lagen voll Schutt und den Aesten«ine» Hausrates, der den Soldaten zu schlecht und wertlos war, um ihn mitzunehmen. Zivilisten gab es nicht mehr; sie hielten sich in den Bergen versteckt, oder waren nach Barcelona «flüchtet. Di« Faschisten hatten den Ort Dutzende von Malen mit schweren Bomben belegt, rar allem um die Ebro-Brücken zu zerstören... Ich habe niemals vorher ein solches Bild der Verlassenheit und großen Traurigkeit gesehen; selbst die gemiedenen Äoldgräberstädte in Amerika sind nichts» schaurig wie diese unbarmherzig hingeopferte Menschensiedlung, deren letzte Bewohner die Soldaten sind, die noch die Trümmer gegen den Feind verteidigen. Im verlassen-» LischofS-Palai», einem schönen alten Gebäude, hausen französische Freiwillige. Auch im alten llaltell, das die Stadt und den Fluß beherrscht, treffen wir vor allem Franzosen. In den höhlenartigen Steingängen und Verließen, die ihnen alt Quartier dienen, herrscht eine etwas schaurige Gemütlichkeit. Die Luft ist dumpf hier, wie in einer Arabkammer, und neben den harten Lagern der jungen Leute vom Bataillon»Marseillaise" steht allerhand bürgerlich-behäbiges Gerät, da» man au» den Trümmern von Tortosa gerettet hat: eine Uhr im Biedermeier-Stil, eine Wasch« schussel,«in kleines Sofa aus dem Salon einer vielleicht getöteten Dame... Wir blieben mit dem Colonel Hans lange auf dem Söller des Schlosses, dec als Beobach- tung-posten dient. Jenseits des Ebro, wo die Franco-Leute lagen, ließ man noch immer die starken Scheinwerfer wandern; wir mußten uns ab und zu ducken, um ihrem Licht zu entgehen. Ein paar Mal wurde geschossen, aber nicht ost. Auf der feindlichen Seite bewegten sich ein paar Lastwagen. Meistens aber hörte man nicht», außer den natürlichen Geräuschen der Sommernacht: Rauschen des Wassers, Zirpen der Grillen, das Anschlägen eines Hundes, und die monotone Melodie der quakenden Frösche. G Am nächsten Vormittag begleiteten wir tzanS auf seiner Fahrt zu einem anderen Beob« achwngSpunkt, der sich, einige Kilometer von Tortosa entfernt, auf dem Gipfel«ine» Berges befand. Dorthin hatte früher keine Straße geführt. Die neue von den Soldaten angelegte, war noch etwa» schmal und holprig; aber doch ein befahrbarer Weg. Wir sahen die jungen Rekruten— die schon ausgebildet sind, aber noch keine Gewehre haben— an der Straße arbeiten. Der parÄoxale Gedanke beschäftigte mich, daß dieses höchst unselige Ereignis— der Krieg—, das so viele Menschen und ihre Siedlungen zerstört, auch seine positiv zivilisatorischen Folgen hat. Die Straße auf den Höhenzug, dem wir uns zubewegten, wäre ohne die strategischen Notwendigkeiten wahrscheinlich nicht gebaut worden... Bon oben überblickt man das breite Ebro- Tal. Der Colonel lieh sich von den jungen Leuten, die den Bergposten halten, genauen Vortrag über die Beobachtungen der letzten Nacht halten. Der Lastwagenverkehr auf der feindlichen Seite war beunruhigend... während wir sprachen und 1987 831,985.000 878,758.000 41,768.000 (411 Millionen). Der über die Einfuhr ist infolge der Einfuhrverringerung um 71 Millionen und der Ausfuhrsteigerung um 42 Millionen(beider im Vergleich zum Vorjahr, um 112 Millionen größer al» 1937. Nach den vorläufigen Erhebungen weist ziffern aus: Reiner Warenverkehr Einfuhr Ausfuhr Aktivum Nach dem starken Rückgang im Juni hat die FertigwarenaüSfuhr nicht nur gegenüber dem Juli des Vorjahre»(636 Millionen), sondern auch gegenüber dem Juni(610 Millionen) aufgeholt und wieder 689 Millionen erreicht. Die Einfuhr von Rohstoffen ist jedoch weiter auf 880 Millionen zurückgegangen und ist kleiner al» im Vorjahr(500 Millionen) und im Juni 1988 Reiner Warenverkehr Einfuhr Ausfuhr Aktivum Ueber die Entwicklung des Exporte» in den einzelnen wichtigsten Warepg^ppen gibt die nachstehende vergleichende Tavelle Aufschluß:■ SpezialauSfuhr der Menge«ach 1988 1987 Jänner-Juli Jänner-Juli in Tonnen 2,697(965 673.825 188.614 86.804 125.968 70.729 70.692 84.143 40.068 86.474 48.848 62.140 227.062 27.482 17.800 80.298 6.138,312.000 —726,793.000 6.354,702.000 4-246,2 18.000 216,480.000 SpezialauSfuhr dem Werte nach: 1988 1087 Jänner-Juli Jänner-Ji in Taufend K6 Eisen u. Eisenwaren 1.219,914 921,640 Baumwolle, Garne 448,886 622,947 GlaS u. Blaswaren 878,699 420,935 ■ Wolle, Wollengarne 844,737 805,700 Holz 8 l 8,857 268,642 Kohlen 846,140 820,716 Leder u. Lederwaren 844,407 843,716 Konsektionswaren 246,524 257,842 Maschinen u. Apparate 247,605 177,401 Seide u. Seidenwaren 231,976 265,490 Papierzeug, Papier etc. 221,484 212,800 Unedle Metalle 209,880 229,705 Getreide, Malz et«. 285,206 465,168 Zucker 185,114 118,016 Fahrzeuge 180,869 162,998 Flach». Hanf, Jutet etc. 165,806 101,260 Tonwaren 182,061 188,107 Mineralien 124,086 111,201 Tierisch« Produkte 107,148 116,446 Holzwaren 87,467 104,221 Tropische Hitze Da» Thermometer zeigt im Schatten mehr alr 85 Grad Celsius, und die schwitzenden Mit- tcleuropäcr stöhnen wieder einmal unter der„tropischen" Hitze. ES wird ein schtvachcr Trost für sie sein, zu erfahren, daß die jetzigen Hitzewellen mit tropischer Hitze noch nichts zu tun haben. Aber vielleicht werdendste, wenn sie von de» Schrecknissen der wirklichen tropischen Hitze erfahren und dann in die mitteleuropäische hochsommerliche Wärme herauskommen, sich einigermaßen erleichtert fühlen wie Eulenspiegel, der sich an einem glutheißen Tage hinter den warmen Küchenherd setzte. Dann lief er, völlig erschöpft vor Hitze auf die heiße Gasse hinaus und rief: »Angenehm kühl ist es da!" Den schtvitzenden und stöhnenden Menschen unserer Breiten, die in den Schatten, in die Bäder und zu den Eismännern flüchten, Ivird es kaum glaublich klingen: In Ländern tropischer Hitze würden Hitzetage wie die vergangenen angenehm kühl erscheinen! ES kommt dabei eben nicht nur auf die Temperaturhähe an. Ausschlaggebend ist der Feuchtigkeitsgehalt der Luft. Diese schwüle, schwere Luft, die so gesättigt ist mit Wasserdampf, daß die Poren sie nicht mehr aufnehmen. Dann entsteht da» berüchtigte tropische Unlustgefühl, die grenzenlose Schlaffheit und Gleichgültigkeit physischer und psychischer Art. Eine trockene Hitze von 60 Arad im Schatten, wie sie- in gewissen afrikanischen Gegenden herrscht, ist bei weitem erträglicher al» die feuchte, warme Dunstjgkeit von Jndochina oder des Malaiischen Archipels, der die Pißen Menschen Überhaupt sicht tzandzühalten vermögen. Der Feuchtigkeitsgehalt der Luft steigt bis zu 95 Prozent, und die Kleider, die Möbel, die Schreibmaschinen und der Volant des Auto» sind so naß, als wenn es daraufgeregnet hätte. Ein tschechoslowakischer Musiker in Saigon erzählte mir einmal die Geschichte von der Verwandlung seines Fracks. Er hatte sich den Frack au» Prag mitgebracht, einen schönen, neuen Frack, ein Meisterstück der Schneiderkunst, da er— der Arme!— gedacht hatte, er werde den Frack an den großen Gala-Abenden in Jndochina brauchen. Kaum war er im Lande angekommen, ließ er sich beim ersten besten chinesischen Schneider ein Dutzend weißer Anzüge machen, hängte den Frack in den Kasten und vergaß ihn. Zwei Wochen später öffnet er den Kasten und fällt fast in Ohnmacht: Da hängt sein schöner, neuer Frack, aber er ist weiß, völlig grauweiß! Er war verschimmelt wie eine ungarische Salami... Gegen die tropische Hitze ist man machtlos. Man kann nicht, wie bet uns, baden gehen, denn beim Freibaden riskiert man einen Sonnenstich, und in den tropischen Meergewäffern ist da» Baden meist eine gefährliche Sache.(Die Märchen von den Haifischen sind nicht bloß Märchen.) E» nützt auch nichts, wenn man sich in ein dunkle» Zimmer einschließt und keinen Schritt auf die heiße Straße macht. Welches sind die heißesten Länder der Welt? Unter den„Fachleuten" für tropische Hitze bestehen über diesen Punkt Differenzen. Zweifellos gehören zu den Wärmepolen der Erde die Küsten« striche um da» Rote Meer. Die italienischen Soldaten, die durch den Suez-Kanal nach Somaliland und Eritrea gebracht wurden, tsiirften keine leichten Tage gehabt haben. In Addi» Abeba, da» aut einer Hochfläche liegt, geht eS ja noch; aber unten am Meer, das beiderseits von Wüste umschlossen ist, wo eS ganze Jahre nicht regnet und der Windzug eher ein versengender Hauch ist! Auf dem Marktplatz von Djibouti werden im Schatten de» öfteren Temperaturen über 50 Grad gemessen. Der Sand des Platzes ist so heiß, daß man nicht begreift, wie die kleinen Somalijungen bloßfüßig darin herumtretcn können. Ueber diesen Platz zu gehen, bedeutet eine Kraftleistung, die einen ge- tvissen Mut voraussetzt. Achnliche Schauergeschichten erzählen die. Reisenden au» gewissen Kongogebieten oder aus dem Innern von Astralien. Auch in Hinterindien gibt eS Fiebergebiete, in denen di« Sonne ein tödlicher Feind ist, wenn man sich ihr aussetzt. Der Himmel ist nicht blau wie bei un», sondern weiß, die Nächte sind womöglich noch heißer als die Tage. Es gibt zahlreiche Anekdoten aus diesen Gegenden, wo die Sonne da» Gehirn versengt. E» fällt einem die Geschichte vom Residenten einer Keinen französischen Provinz in Jndochina ein, der sich in seiner Sonneneinsamkeit so, elend fühlte, daß er in die Hauptstadt eine Botschaft sandte» ein großer Meteorit sei gefunden worden, man möge ihm die Expedition, die gerade in der Hauptstadt sei, schleunigst in seine Gegend schicken. Die Expedition kam. Der Resident begrüßte glücklich die weißen Männer, die er seit Monaten nicht gesehen hatte. Und der Meteorit? Der Resident vertröstete sie auf den nächsten Tag. Dann, nach einem lustigen Abend, dem einzigen lustigen Abend de» letzten Jahre», ging er am nächsten Morgen hinaus und blieb zwanzig Minuten ohne Tropenhelm in der Sonne sitzen. Am Abend war er tot. Tropiischer Hitzschlag. I. W. Genossen! Genossinnen! 8 G M A» Betriebsversammlung Gewerkschaftsversammlung, Genossenschastsversammlung, Wählerverjammlung, Frauenversammlung, politischen Versammlung, Versammlung oder Sitzung einer proletarischen Organisation sollt Ihr für di« 8 WaldullüttatW Meipreffe intensivste Werbearbeit leisten, Der Schweizerische Gewerk* schaftsbund (JGB) Der Schweizerische Gewerkschaftsbund zählte Ende 1937 222.881 Mitglieder. Das bedeutet eine Zunahme um. rund 4000 oder 1.8 Prozent gegenüber dem Vorjahre. Die stärkste Äitgliedervermehrung haben die Metallarbeiter, sowie die Handels- und Transportarbeiter zu verzeichnen, während einige Verbände des öffentlichen Personals infolge weiteren Personalabbau» noch einen Mitglicderrückgang anfweisen. Der Gewerk- schaftSbund besteht aus 16 Verbänden. Die größte Organisation ist der Metall« und Uhrenarbei'cr« verband mit 65.662 Mitgliedern. Ihm fotzen der Bau« und Holzarbeiterverband mit 42.528, der Eisenbahnerverband mit 82.882 und der Handels«, Transport« und LebenSmittelarbeiterver« band mit 24.048 Mitgliedern. Die größte Zahl von Organisierten verzeichnen die Kantone Bern mit 50.312 und Zürich mit 46.611. Nach der Statistik über die gewerkschaftliche Tätigkeit tvnrden im verflossenen Lahre 094 Bewegungen durchgeführt mit 187.000 beteiligten Arbeitnehmern. Die Zahl der Bewegungen hat sich nahezu verdoppelt, und die der Beteiligten ist um über 50.000 gestiegen. In 36 Fällen kam e» zur ArbeitSniederleguijg, woran 4246 Arbeiter beteiligt waren. Ueber die Ergebnisse der Bewegungen berichtet die Erhebung des GewerkschaftSbun- des folgendes: Eine Lohnerhöhung ist für 185.300 Arbeiter erreicht worden; 84.230 Arbeiter erhielten eine Verbesserung der Ferienverhältnisse. Für 8778 wurde eine Verkürzung der Arbeitszeit erzielt. Die Zahl der abgeschlossenen Gesamter« beitSvcrträge beträgt 140, die sich auf rund 4000 Betriebe und 52.600 Arbeiter erstrecken. Marchandeau dementiert Gerüchte über Devisenkontrolle Paris. Der Berichterstatter des Blattes »L'Epoque" dementiert nach einer Unterredung mit dem Minister Marchandeau die neuerlich auftauchenden Gerüchte,• daß Frankreich die Absicht hätte, die Devisenkontrolle einzuführen. Die Finanz« und WährungS-Lage ist gesund, habe der Minister erllärt, die Staatskasse hat ehrenvoll alle ihre Zahlungsverbindlichkelten erfüllt und sicht der Zukunft ruhig entgegen. Frankreich bleibt dem französisch- englisch» amerikanischen Währungsabkommen vom Jahre 1936 treu. hericktssaak „Schon wieder zwölf Klio weniger!" seufzte der Herr und setzte hinzu:„Ja. liebe Fran, so geht eS mir!" Nachdem er gesprochen, letzte er sich neben die Angesprochene auf die Bank, denn«S Ivar in einem Park und die Frau hatte mit Interesse zugesehen, wie sich der Herr wiegen ließ.„Dakömmt von der GasthauSnahruiig, liebe Frau, da kann der Mensch nicht gedeihen, Witwer bin ich und so allein und gar nicht freut mich da» Leben!" Abendschatten huschten über die Bäume und Sträuche und ein trauriges Lächeln über das Gesicht des Herrn.„Ich bin auch Witlve!" flüsterte die Frau gerührt und bald war eine Seeleilgemeinschaft hergestellt. Anvertraut hat der Herr der Witwe, er habe monatlich 1600 K6 Pension und schon rechnete die Praktische, davon müßten leicht 600 Kfi monatlich zu ersparen sein, wenn— nun wenn man einen gemeinsamen Haushalt führen würde. Da hört sie den ihr sympathischen Mann weiter beichten:„Al» Witwer aber, da braucht man viel, viel mehr als diese 1600 K£."— Der Mensch ist manchmal mehr als rätselhaft. Tatsache aber, daß die Fran dem Mann 600 KL übergab zur„Ausbesserung". Und er meldete bald, er habe bereits„2 Kilo zugenommen", aber so«in armer auf sich angewiesener Mensch... kurz, er möchte doch zu gern in gemeinsamen Haushalt, um seine 12 Kilo aufzuholen.„Gemeinsamer Haushalt? Nein! Nur Heirat!"„Heirat? Natürlich, daß m»r das nicht«infiel, wir heiraten!" schrie der Mann beglückt und— erhielt für verschiedene Vorbereitungen weitere 600 Kö. Wieder meldete er ein« Gewichtszunahme, aber von der Trauung tvar immer noch keine Rede. So kam er vor den Strafsenat in Prag. Denn über 4000 lli lockte er der Gläubigen heraus, die schließlich erfuhr, daß der „Witwer" kein Witwer, sondern längst, verheiratet ist:„Aber ich leb doch nicht mit meiner Frau... I" DaS nützte ihm nichts, er erhielt drei Monate schweren Kerker und nur, weil eS seine erste Straftat war, kam er mit Bewährungsfrist davon. Zum Schlüsse aber blieb die Rechnung offen.„12 Kg. abgenommen, während der Bekanntschaft mit der Witlve 9 Kg. zugenommen, drei Kilo muß ich noch aufholen und statt dessen soll ich jetzt alles zurückzahlen!" jammert der Berurtellte und verläßt traurig den BerhandlungS« saal., i Seite 6 „Sozialdemokrat" Sonntag 14. August 1938 Nr. 190 Messepalast: 2.-11. Sipt IM. Ausstellungsgelinde ib 4. Sept Tief bewegt geben wir bekannt, daß Herr VACLAV ELEMENT 3 •K MAT-TONI A.G. am 13. zu üblich ist, um echt wirken zu können. Aber der Sinternrund der Geschichte ist echt: der Kampf eines Bolles um seine Freiheit— und die Qualen dieses Volkes, besten Städte man mit Flugangriffcn der» Nichten und da» man durch Aushungerung zur Ver- zweislunn brinaen will. Die Szenen in der blockierten Hafenstadt, wo wahnstnnin aewordene Mütter ihre unter den Trümmern verschütteten Kinder bewachen, wo die Menschen mit halbirren Blicken den Horizont nach dem Schiff absuchen, da» sie und die Ihren vor dem Lunaertode retten soll und dann da» Schiff kurz vor der Einfahrt in den Hasen in den Fluten versinken sehen.— diese» Evo» de» Entsetzen» und des ÄuSbarrcnS, der Bernichtuna und de» Widerstande» Uranla*Klno Premiere„Wie einst im Mai" nach Walter Kollo» Operette„Berlin einst und heute"! Leute 2. 4, 6, UN Uhr; Montags, 6, UV Uhr. Die spanische Blockade Wilhelm D i e t e r l e.ein deutscher Schauspieler. ist der Regisseur de» Blockade-Film», der in Hollywood al» Kundgebung der Menschlichkest gegen die Greuel, die mit Bomben und Küstensperre gegen 1938. DeeuaSbedtnaungenrLet ktusteUuna in« -au» oder del Bezug durch die Bott monatlich XL 17.—. dlertetlShrta K» Bl.—, datdtHdrtg Ke 102.—, gonUidN« Ke 204.—.— Inserate werden laut Tarts Billigst Berechnet. — Rllckililluna von Manuslrtvten ersotgt nur Bet Stuten, duna der Retourmarlen.— Die steNunaSsrankatur wurde von der Polt» und TelearavdendireNton mit tkrloh Ur. 13.800/VII/1030 bewilligt, sg-ntr-llvostaml Prada 25).- Druckerei„OrdlS", Druck-, Bterlags- u. Reitungt.tl.-G, Pro« bruch gemacht zu haben. C» hat sich bisher aber der Inhaber dieser Wohnung nicht gemeldet, auch erinnerte sich Klira nicht mehr genau, in welchem Sause er war, sondern gibt. an. au» diesem Einbruch Schuhe, Wäsche und Kleider zu besitzen. Einem anderen unbekannten Mann will er«in Fahrrad entwendet haben. Ob alle» stimmt, must geprüft werden. Klira lanbstreicherte durch Prag ohne Obdach und Arbeit, nachdem er am 21. A p r i l bedingt au» der Zwangsarbeit entlasten worden war. Da ihn außerdem aber da» StrafkreiSgericht wegen eine» anderen Diebstahl» sucht, wird er dorthin abgeliesert. Auf frischer Lat erwischt wurde der 28sährlge Kaffenknacker P. Fränkk, Prag XII. Er wollte in den Eisenbahner-Konsum in Nusle einbrechen, wurde jedoch vorher durch Angestellte gestört. 30 Waggon» Ei» täglicher verbrauch in Prag.. Zwei Drittel diese» EiSguantum» liefert die Prager Eisverkaufsstelle. E» stammt teils aus altem Vorrat, teil» aus dem Winterstadiön, Pom Wetter abhängig sind die Produkte der Natur. DaS spüren die Menschen, besonders die Großstädter, sogleich am besten. Mangel an sonst zahlreich auf dem Diarkt vorrätigen Nahrungsmittel tritt ein. Jetzt sind eS wieder die Schwämme, eine: Rarität, die auf dem Prager Markt 18 und 2s Ki pro Kilo kokten. Abermalige Verteuermm erlitt Butter. Teebutter kostet 26 KC, also um 2 Ke mehr als bisher. Allerdings, daran trägt vor allem die Seuche schuld. eS müssen tausende Liter Milch von tranken Tieren vernichtet werden, Resultat: kleinerer Butterangebot. AuSflugzüge. Die Staatsbahnen veranstalten vom 20. bis zum 28. August folgende Fahrten: Den Böhmerwold entlang für 820 KL,„Ein Lager im Di« Briefträger und die neuen Miethäuser. Schon vor einiger Zeit fanden in Prag Verhandlungen zwischen den Verbänden der Postaugestellten und denen der Hausbesitzer statt, wobei e» sich darum bandelte, den Briefträgern ihren Dienst durch die unentgeltliche Benützung der Aufzüge und durch das An» bringe» von Briefkästen in den HauSeingängen zu er- leicknern. Die seinerzeit von den Hausbesitzern gegebenen Versprechungen wurden bisher aber nicht eingehalten. Die Gewerkschaft der Briefträger will daher neuerlich mit den Hausbesitzerverbänden in den größeren Städten der Republik verhandeln. An Hand von Statistiken soll dabei darauf hingewiesen werden, welche gesundheitlichen Schäden die Briefträger durch da» viele Treppensteigen in den modernen Hochbauten erleiden. Er hat seinen Beruf gewechselt. Erst war er Stukkateur und lebte vom Verkauf niedlicher Figuren. Mit einmal fiel dem F. P. ein, seinen Beruf zu wechseln und— Pelze, Mäntel, Füllfederhalter sowie Rechenmaschinen zu verkaufen. Detektive interessierten sich für diese Waren und sie gingen ihrem Urspning nach. Baid ggb auch F. B. die Quelle an. Jrantisck Hanus, gut bekannt bei der Polizei, lieferte all diese Dinge. Wirklicher Besitzer dieser Gegenstände ist aber die Geschästssirnla A l o i s i t Cab a. Prag II, der sie gestohlen wurden. HanuS und seine Helferin A. S. befinden sich in Untersuchungshaft, der Stukkateur folgte ihnen nach und so werden sich die Freunde in Pankrae Wiedersehen. Ein alter Bekannter der Prager Detektive, B Klira, wurde festgenommen. Er gestand, vor einigen Tagen in Bievnov einen WohnungSein- Freien" für 310 KL. ferner vom 20. LI» 2V. August! „Entlang den Kämmen der südlichen Tatra" für 870 KL und vom 21. August bi» zum 11. September eine Fahrt nach TreniiansIL Teplice ab 1600 KL.—> Anmeldungen und Informationen im Referat der AuLflugSzüge der Staatsbahnen, neben dem Wilson» bahnhof, Telephon 88388. PRÄGER MESSE der bevorzugte Einkaufspla tz Mitglied des Verwaltungsrates und einer. Generalrat der Aktiengesellschaft vormals Skodawerke In Pilsen» Begründer der Firma Lauiin& Klement In Mladfi Boleslav, Ehrenmitglied des öechoslovaklschen technischen Museums, vieler Korporationen und Vereine, Mitteilungen aus dem Publikum. . Warum künstliche oder nicht einwandfreie Mineralwässer trinken? Bestellen Sie doch Rodirfeiter Sauerbrunn, der allen Anforderungen, die man an ein gute» Mineralwasser stellt, entspricht! 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Harry F o n d a stellt die männliche Hauptrolle mit Würde und Charakter dar, Madeleine C a r o l l die weibliche mit einer Hingabe, die über manche konventionellen Manieren hinwegsehen läßt.—ei»— das spanische Volk begangen werden, hergeftellt wurde. Man freut sich der Tatsache, daß gerade ein Deutscher die Leitung eines solchen Film» Übernahm, man freut sich, daß Hollywood-Schauspieler hier einmal nicht nur an das Unterhaltungsbedürsni», sondern an da» Gewissen der Welt appelliert haben— und man erlebt den Film, den sie schufen, mit jener Ergriffenheit, die sich nur dann einstellt, wenn von Dingen die Rede ist, die wirklich sind und die un» alle angeheu, von einen: Schicksal, gegen da» die Well sich wehren muß. au» menschlicher Pflicht und in dem Bewußtsein, daß e» un» allen droht. Da c» Hollywood-Leute sind, die den Film herstellten. hat die Handlung manche», wa» der Konvention de» gewöhnlichen Spielfilm» entspricht, eine Verkettung von Spionage« und Liebesgeschichte, die hat da» Patbo» der Wirklichkeit, die Größe der Wahrhaftigkeit. In diesem Film gibt e» keine Schlachtcnszenen und keine heroischen Abenteuer. Aber packender als sie sein könnten, ist da» Drama der auf da» Leben»» mitielschjff wartenden Stadt, ihre stumme Verzweiflung, als sie den Untergang de» verheißenen Retter» sieht— und ihr Jubel, al» da» Schiff dann doch kommt, an dessen Stelle ein leere» Wrack, da» man, um ben Feind zu täuschen, heraurgefahren hatte, torpediert worden war. Und ergreifender als das übliche Ende einer FilmliebeSgcschichte ist hier der Schluß. AH der Leutnant, der mit Hilfe der reuig gewordenen Spionin die Stadt vor dem Lunger und da» Volk vor den Verrätern gereitet hat, zur Belohnung Urlaub erhält, bricht er tn die Worte aus: „Wo soll, ich in dem Lande Frieden finden, das man Ein Glaspalast der Prager Elektrischen Unternehmungen Die Spitzhacke ist schon vorbereitet. Sie wird da» Schlick-Palai», Ecke Närodnl und Spälenä, diese» 1880 erbaute Hau», al»-Opfer haben. An dessen Stelle planen die Elektrischen Unternehmungen der Stadt Prag einen Glaspalast zu bauen. Wie mächtig dieser Bau au» Gla» fein wird, besagen die Ausmaße: Fassadenlänge von 42 Meter in der Närodnl und 80 Meter in der Spälenä- Der Kostenaufwand ist mit 26 Millionen veranschlagt. Auf dem letzten Siockwerk— dem siebenten— dieser Glarpalaste» wird da»„Elektrische Groß-Cafk errichtet. Ein Theatersaal mit ganz moderner Bühnen- und Zu« stuauerraunieinrichtung wird eingebaut und vollkommen elektrifiziert sein.„Reto York"— in Prag! da» wird insofern verwirllicht, al« auf den Terrassen de» Palastes Lichtfontänen, künstliche Seen, Gartenanlagen, ein Tanzparkett und«in Tennisplatz mit Tusche» geschaffen werden. Wenn alle» ungestört nach dem gefaßten Plan durchgeführt werden kann, wird Prag schonimSommer 1030 um ein bauliche» Werk seltener Art bereichert sein. heute vormittags im 70. Lebensjahre verschieden ist. Die Entstehung und Entfaltung der cechoslovakischen Automobilindustrie bleibt auf immer mit seinem Namen verknüpft. Bei der Vereinigung der Firma Laurin& Klement mit unserer Gesellschaft im Jahre 1925 trat er in unseren Verwaltungsrat ein, in welchem er uns seit dieser Zeit ein geehrter und geschätzter Ratgeber war,.'\ Wir werden dieses hervorragenden technischen Pioniers und seiner zähen, aufopferungsvollen, keine Ruhe kennenden Arbeit immer gedenken. Die Bestattung findet am Dienstag, den 16. August, um 11 Uhr vormittags in Mladä Boleslav statt. ♦ Der Verwaltungsrat der Aktiengesellschaft vormals Skodawerke In Pilsen. HKMiMnniS'DrskHnki, Fräsmaschinen, Ridialbshrmaschlnen, Bohrwerke, Shiplni- o. HobilmischlRii Spannfutter tn modernater Ausführung erzeugt: Werkzeugmaschlnenfabrik Arno Mauert Warnsdorf, iSR. M