E ria Ee : 1 ent en ei n I ge t, en บ It ie . 11 it e 6 it Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh Einzelpreis 75 Heller Rebattion u. Berwaltung: Brag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantwortlicher Rebatteur: Rarl Rern, Prag 18. Jahrgang Mittwoch, 17. August 1938 Aus dem Inhalt: Abg. Andrej Hlinka gestorben Wikham Steed und Rothermere über die ČSR Für sudetendeutsche Wirtschaftshilfe Die entscheidende Sekunde des Flugzeuges Prag- Paris Mahnung und Warnung Amerikas Doppelzüngige Rundfunkrede des Staatssekretärs Hull Beunruhigung über die deutschen Manöver Starke Erregung der Bevölkerung in Deutschland Nr. 192 Minderheitenpolitik Als am 5. November 1937 das deutschpolnische Minderheitenabkommen" abges schlossen wurde, pries die Henleinpreffe diefes felt. Washington.( Havas.) Der amerika- fchwer, zwischen dieser Aktion und der Lage in Mit-| ununterbrochenes Reden vom Krieg, immer wie fame Flidwert als weitgehende" Regelung der nische Staatssekretär Hull erklärte im Rundfunk, teleuropa einen Zusammenhang zu konstruieren. Man der Truppenzusammenziehungen, und nun gar Regelung der Tschechoslowakei als Beispiel Minderheitenfragen. 3a, sie hatte den Mut, diese daß es in der nächsten Zukunft nicht möglich sein vermute, daß sich das Reich auf diese Weise eine solche Manöver- das muß keineswegs steigence wird, daß einige Nationen den Weg der Gewalt größere Handlungsfreiheit sichern will, um, an der Kriegsbegeisterung erwecken, sondern mehr und nichts als die Feststellung von Selbstverständlichvorzuführen. Dabei enthält dieses Abkommen wählen, und andere den Weg der Vernunft, son- Westgrenze gebedt, jene Pläne verwirklichen zu kön- mehr Besorgnis, es könne schließlich doch zun feiten, wie etwa jener, daß die Angehörigen der dern, daß fie notwendigerweise alle einen und nen, auf die es am 21. Mai verzichten mußte. Bei Kriege lommen, und zuletzt Angst vor dem Striege. Minderheiten das Recht haben, untereinander in denselben Weg einschlagen müſſen. Hull erklärte ruhiger Beurteilung der Situation fönne gefagt wer. Eine Berliner Meldung des Pariser Blattes ,, e ihrer Sprache zu verkehren, Vereine zu bilden und weiter, daß die amerikaniſche öffentliche Meinung ben, daß eine nnmittelbare Ge. Jour" sagt, daß die Masseneinziehungen von Zeitungen hinauszugeben. Nichts ist in jenem Abdie Gefahr der heutigen Lage begreift, denn es fahr bestehe, es sei denn, daß sich im fubeten Arbeitern eine starke Erregung hervoc- lommen enthalten über die Gleichberechtigung der fei offensichtlich, daß, wenn die jetzige dem Chaos deutschen Gebiet ein schwerer Zwischenfall ereigne. riefen, und daß die Bemühungen der national Nationen, der Sprachen, nichts über die Verpflich zustrebende Entwicklung noch stärker wird, die Un- Dieser fei jedoch wenig wahrscheinlich, wenn nicht sozialistischen Propaganda, die Gemüter gegen tung des Staates, die kulturellen Einrichtungen ruhe wachsen wird und die ganze Welt in einen Berlin alles unternimmt, um ihn zu provozieren. Die Tschechoslowakei aufzustacheln, die Erregung der Nationalitäten zu erhalten und zu fördern. furchtbaren wirtschaftlichen, politischen und unter diesen Umständen müsse jebe Banit vermieden noch steigere. Die Leute äußern bereits lebhafte militärischen Kambf hineingeriffen werden kann. werben, denn sie führe zu nichts und erleichtere nur Befürchtungen. Am Ende seiner Rundgebung appellierte Staatsbas Spiel der Gegner. Aber eine äußerste Wachsam- In Deutschland herrscht wieder Leben 3sekretär full an die totalitären Mächte, feit fei notwendig, fowie bes weiteren die Aufrechtmittelmangel. Obst gibt es fast gar nicht, sich bewußt zu sein, daß auch für die Nationen, die ihre Hoffnungen auf die politisch gerüsteten Mächte sehen, es immer offenkundiger werde, daß bie überwältigende Mehrheit der Menschheit entfchloffen ist, in einer Welt zu leben, in der die Anarchie nicht geduldet und bas Gefet den Vorrang haben wird und in ber die pazifistischen, wirtschaftlichen und fulturel. Berlin kennt das Risiko Ruhige Entschlossenheit in Paris . Nun hat auch die rumänische Regierung eine Minderheitenregelung proklamiert, die den ungeteilten Beifall der henleinistischen Presse findet und in vielen Punkten als beispielgehend be zeichnet wird. Die Zeit" widmet dem rumäni fchen Minderheitenstatut gleich einen ganzen Leit artifel. Dabei hat sie die Vermessenheit, die geistige Vaterschaft an diesem für rumänische Ver hältnisse gewiß sehr liberalen Minderheitenabkom men eben jener faschistischen Regierung Goga zu zuschreiben, deren erste Tat es war, sämtliche Baris. Die Berliner Reise des Generalstabs- die großen Manöver, u. ä. in erster Reihe eine Minderheiten vollkommen zu entrechten. Faschi len Beziehungen auf keine Weise gestört werden. chefs der französischen Luftwaffe General Buil- verstärkte Form des deutschen Druces auf Engs stische Regierungen haben in den Augen der Hen Es kann nicht bezweifelt werden, daß Hulls lemin zu einem Höflichkeitsbesuch bei den Führern land sowohl in Angelegenheit der Tschechoslowakei leinpartei eben immer recht, auch wenn sie deutsche Mebe die Antwort der Vereinigten Staaten auf der deutschen Militärluftfahrt und der starte und der Mission Lord Runcimans als vor allem Minderheiten mit Füßen treten. Man denke nur die deutschen Manöver, die in der ganzen Welt so widerhall, den türzlich in Deutschland die Bot- auch hinsichtlich der deutschen Kolonialforderungen an das gequälte Südtirol, an deſſen traurige großes Aufsehen und so starte Beunruhigung hers schaft des französischen Ministerpräsidenten Dalas und einer größeren Aftionsfreiheit in Südest nationale Gristenz die SdP nicht gern erinnert borgerufen haben, und damit eine eznite Wars dier gefunden hat, find anscheinend nicht europa. Was die Lösung des tschechoslowakischen wird! Das rumänische Minderheitenstatut wurde nung an alle den europäischen Frieden bedrohen ohne Einfluß auf die Art und Weise geblieben, in Problems anbetrifft, werden an französischen von der Regierung geschaffen, die dem faschistiden militärischen Mächte ist. Amerika, das sich so der an amtlichen und verantwortlichen französi politischen Stellen alle Nachrichten sowohl über schen Operettenregime Goga gefolgt ist, jenem viele Jahre lang beinahe übersorgfältig von allen schen Stellen die gesamte internationale Lage und die Unterredungen des Lord Runciman als auch faschistischen Goga- Regime, das sehr zum Leideuropäischen Geschehnissen ferngehalten hat, dessen hauptsächlich die geplanten großen Manöver in über das ernsthafte Bestreben der tschechoslotvali wesen seiner nationalsozialistischen Freunde in schen Regierung genau verfolgt und diese Stellen seiner eigenen Schande versunken ist. Bevölkerung glaubte, durch Isolierung von allen Deutschland beurteilt werden. politischen Konflikten außerhalb Amerikas sich Wenn diese Stellen auch alle Nachrid, ten verzeichnen heute ausführlich die Tatsache, daß Das rumänische Minderheitenstatut sieht vor, den Frieben zu bewahren, erkennt immer deut forgfam verfolgen und fich über alle Einzelheiten ein Regierungsentwurf zur Lösung des Nationa- daß alle rumänischen Staatsangehörigen ohne licher, daß ein großer europäischer Konflikt, der amtlich informieren laffen, glaubt man in Paris litätenproblems ausgearbeitet worden sei. Wenn Rücksicht auf ihre Nationalität, auf ihre au einem gewaltigen Ringen gegen die Beherr- nichtsdestoweniger, daß bisher kein ernst an den verschiedenen politischen Stellen in Paris Raise und Konfession gleichberechtigt find. Dieschung Europas durch Diktatoren werden müßte, licher Grund zu der Annahme besteht, daß die Ansichten auch hinsichtlich dieses oder jenes De fer Grundgedanke des rumänischen Minderheiten die Vereinigten Staaten nicht unberührt Tassen irgendein Schritt kriegerischen Charakters vorbe. tails der Meinung über das tschechoslowakische statuts ist bekanntlich in der t f chechoslo tönnte, daß fie, eben weil um die Erhaltung jener reitet with. Die Greigniffe ber Testen Wochen, bie Problem auseinandergehen, so beſteht doch in der wakischen Verfaſſung ſchon immer demokratischen Grundsäße gekämpft würde, die wiederholte Treueerklärung gegenüber der Tiche Gesamtmeinung über seine Lösung vollständige veranfert; hingegen fehlt die rassische Gleichberech auch Amerikas Lebensgrundlagen sind, schließlich hoflowakei und das direkte Intereſſe Englands Einmütigkeit mit dem Standpunkt der Regierung. tigung, zu der sich sogar das fulturell rüdstän doch zur Parteinahme und zum Eingreifen ge- an dem tschechoslowakischen Problem und feiner Frankreich, das bisher England die Initiative Nationalsozialismus. Es kommt gewiß nicht auf sungen sein würden. Das hat Präsident Roo- frieblichen Lösung find den verantwortlichen Per- sans überläßt, und mit unparteiischer Aufmerk- dige Rumänien aufschwingt, in den Prinzipien des sevelt in einigen vielbeachteten Ansprachen zu vers als daß fie leicht darüber hinweggehen könnten. würde nicht zulassen, daß die Tschechoslo- nicht auf die er tierung eines Minderfönlichkeiten Berling viel zu gut bekannt famkeit die Sendung des Ford Music Aldecoat. den Buch it a ben der Verfaſſung an, auch stehen gegeben, das hat sehr eindringlich die Deshalb glaubt man vorläufig in Paris, daß wakei und ihre souveränen Intereffen in irgend- heitenstatuts, sondern auf die Praxis. Und ..New York Times" gesagt, das hat Staatssekretär man wird abwarten müssen, ob sich die rumänische Sull zu verstehen gegeben, als er vor den Preſſes die deutsche Kampagne gegen die Tschechoslowaiei, einer Weise geopfert würden. Minderheitenpraris ändern wird, bevor man über vertretern erklärte, Ameritas Ansicht nach sei der die praktische Bedeutung des vorliegenden Statuts Kellogg Patt noch immer verpflichtend. die Eier sind knapp, Fleiſch ist meist nur in min- wird etwas sagen können. Das deutsch- polnisch: Nun ſagt Hull, daß Amerita sich in lebereinstim deren Qualitäten zu haben. Das wird zum Minderheitenabkommen hat jedenfalls die Fortmung befinde mit der ungeheuren Mehrheit der großen Teil auf den Devisenmangel zurüdge- febung der beiderseitigen EntnationalisierungsMenschheit, die die Anarchie nicht dulden und dem führt, der ausreichende Käufe im Auslande un politik nicht verhindert, wenn auch beide Länder Gefeß den Vorrang geben will.-Sulls Rede möglich mache, aber auch auf Angst läufe aus durchsichtigen taktischen Gründen diesen Tat war so deutlich, wie sie fein konnte: sie wandte sich Während mitgeteilt wird, daß die reichs der Hausfrauen, besonders in Westdeutschland, bestand nicht zum Anlaß nehmen, ihre politischen offen gegen die militaristischen Mächte. Es wäre deutsche Verordnung, welche die Einberufungen wo die beschleunigten Festungsbauten eine wahre Beziehungen aufzulodern. Die bisherige Minders verhängnisvoll für die ganze Welt, für die Sache zu Uebungen der Wehrmacht regelt, auch auf das Banifftimmung erzeugten. heitenp ra gis in der Tschechoslowakei des Friedens, wenn die militaristischen Mächte Land Desterreich ausgedehnt wird, und so gewis- Der Londoner Daily Telegraph" ist jedenfalls weitaus liberaler und gerechter als Sulls Warnung nicht ernst nähmen, wenn sie bei sermaßen aufmerksam gemacht wird, ja nicht zu meldet aus Warschauer Quellen, daß es in Ober- die Gedanken, die dem deutsch- polnischen Minder ihrer Politik nicht auf Amerika Rücksicht nähmen, übersehen, daß jezt auch Desterreich in den deutschlesien verschiedentlich zu nuhen gekom- heitenabkommen zugrundeliegen und auch viel wenn sie außer Acht ließen, was nun wiederholt so deutlich erklärt wurde, auf ve I cher Seite schen militärischen Machtapparat einbezogen ist, men fei. In Hindenburg feien 157 Bergarbeiter liberaler und gerechter als bisher in Rumänien. bemüht man sich gleichzeitig, diese getvaltigen verhaftet worden, die in einem Sonderzug in ein Auch das rumänische Minderheitenstatut än die Vereinigten Staaten stehen würden, wenn ihre Manöver als eine ganz harmlose und eigentlich Konzentrationslager übergeführt wurden Die Ar- dert nichts an der Tatsache, daß rumänisch Warnungen mißachtet würden! Staatssekretär Sulls Rede ist ein wichtiger Beitrag zur Erhal selbstverständliche Sache darzustellen. Das Mili beiter hatten antifaschistische Flugblätter ver- Staatssprache ist. Die Zeit" ist damit sehr eintung des Friedens, der freilich nur wirksam werden tärorgan Deutsche Wehr" bezeichnet das Jahr teilt. Waffenverhaftungen feien auch in Neiße, verstanden, ja, sie verteidigt diese Bestimmung des 1938 als das Jahr der kleinen Manö Kaffel, Groß- Strelik und anderen Orten vorge- rumänischen Minderheitenstatuts, indem sie der tann, wenn man sie richtig verstehen will. ver"( mit eineinviertelmillionen Mann!), evit nommen worden. In Byskupice sei ein Arbeiter rumänischen Sprache die Funktion einer Vereins ,, Keine unmittelbare Gefahr" vom Jahre 1940 an würden alle drei Jahce namens Mainta von der Gestapo erschoffen wor- heitlichung des neuen rumänischen Staatsgebildes Gesamtmanöver der ganzen Armee stattfinden. den. Beim Begräbnis hätten tausende Arbeiter zuschreibt. Als ein lobenswerter Fortschritt wird Wie Weltpreffe befchäftigt sich weiter mit dem Die heurigen Manöver hätten nur den Zweck, demonstriert. Die Demonstration wurde von der von der Zeit" der Umstand hervorgehoben, daß Nätsel der deutschen Manöver, versucht zu ergrünin. - Bemerkenswert in Hinkunft den Minderheiten der Gebrauch ihrer der technischen Ausbildung der Truppen zu Gestapo auseinandergejagt. Muttersprache in ihren Minderheitsge ben, welchen Zwed fie haben.., L'D r bre"( Paris) dienen. ist dieMeldung, daß sich die Kölner Polizei meint, was Pläne eines Gewaltstreiches zu bestäti mit der Aufklärung eines geheimnisvol meinden zugesichert wird und daß die in den Minderheiten angestellten Beamten der Sprache Len Brandes. im Justizpala is befaßt, sen scheine, fei die Tatsache, daß die Henleinpartei Beunruhigung in Deutschland alles tue, um die Verhandlungen mit der Prager Manöver solchen Ausmaßes und mit einer der in der Nacht vom Samstag auf Sonntag der Minderheit kundig sein müssen. Ja, auch das Regierung und Lord Runciman hinauszuzögern. Es findet die Zeit" Tobenswert, daß in den Minfei flar, daß diese Taktik von Berlin inspiriert und so umfassenden Heranziehung der Zivilbevölke entdeckt wurde. Die herbeigerufene Feuerwehr Stellvertreter der Minderheit entnommen wer tommandiert werde. Im übrigen erwarte man von rung müssen gerade in dem Lande, daß sie vers fennte das in mehreren Kanzleiräumen ausge- derheitsgemeinden der Bürgermeister oder sein den muß. Die demokratische Praris in der Tiches bem biesjährigen Nürnberger Barteifongreß wichtige anstaltet, Bestürzung erwecken. Schließlich muß brochene Feuer löschen. Die polizeiliche Unterdrch auch das deutsche Volt sich fragen, war um fuchungskommiffion stellte feft, daß im Juftis dioslowakei läßt diese Regelung als selbstverständRundgebungen über die sudetendeutsche Frage. Bobulaire" stellt feft, bie neuefte Aktion Deutsch. denn all das geschieht. Und hier kann der natio- palais an fünf St.Ilen Brand ge- lich erscheinen, denn die Gemeindevertretungen lambs beſtehe in der Mobilifierung von 300.000 sis nalsozialistische Propaganda- Gedanke, der Ges Test worden war. Sonntag vormittag wur- find bei der Wahl des Gemeinde- Oberhauptes 400.000 Arbeitern, bie in den Tenten Wochen zur dante nämlich, daß man durch unausgesetztes B: ben noch drei Stellen entvedt, wo weitgehend unabhängig, und auch die Nichtbestäti Beschleunigung ber Befestigungsarbeiten an der arbeiten die Menschen für alles gewinnen muß, Feuer gelegt war, das jedoch keine größeren gung eines Bürgermeisters bedingt noch nicht die Einfeßung eines andersnationalen Gemeindes Weftgrense eingelegt worben feien. Es falle nicht sich als irrig. erweisen. Ununterbrochenes Müsten, Ausmaße erreichte. " erhaltung der franzöfifch englischen Zusammenarbeit, bie es gestattet habe, bie Arife des 21. Mai su überwinden. Heuer nur ,, kleine Manöver" I " Sette 2 Mittwoch, 17. August 1838 Nr. ISS oberhaupteS. Die„Zelt" verschweigt in diesem Zusammenhang übrigens den Umstand, daß die Gemeindeprotokolle auf jeden Fall In rumänischer Sprach« abgesagt sein müssen, auch dann, wenn die Minderheitcnvcrtretcr in ihrer Muttersprache reden, und daß jeder Eingabe eines Minderheits- Angehörigen eine beglaubigte rumänische lieber« schling beizufügen ist. ES ist auch nicht richtig, daß das rumänische Minderheitenstatut die VolkSgrup- pen als Rechtskörper anerkennt, und noch weniger ist In dem rumänischen Miuderheitenstatut davon die Rede, wie das schwere Unrecht, das bisher in Rumänien an den Minderheiten begangen wurde, gutgeinacht werden soll. Den Minderheiten fehlt fast jede Vertretung im Staatsdienst, vor allem aber im Offizierskorps, insbesondere die ungarische Minderheit ist im Schulwesen auf das schwerste benachteiligt, für die Unterstühuntz oer kulturellen Bedürfnisse der Minderheiten gibt es auch im neuen Statut eigentlich nur„Kann"- Bestimmungen. Auch wir sind froh, daß durch die gerechtere Regelung der Minderheitenfrage in Rumänien— das Statut kann allerdings nur der Ausgangspunkt für eine liberale Praxis sein— ein Fortschritt erzielt wurde, und wir empfänden noch viel mehr Genugtuung, wenn sich das nationalsozialistische Deutschland und seine Bewunderer in den Reihen der SdP etwa durch die noble und fortschrittliche Regelung der Rassen frage in einem Balkanland nicht beschämen ließen. Aber wir müssen doch auf die Doppelzüngigkeit der nationalsozialistischen Minderheitenpolitik aufmerksam machen, die noch so geringe Zugeständnisse an die Minderheiten in anderen Staaten in den Tönen höchsten Lobes preist und sogar über die schändlichste Bedrückung der eigenen Volksgenossen— Südtirol I— hinwegsieht, gleichzeitig jedoch alle noch weitergehenden Zugeständnisse in der Tschechoslowakei als ungenügend ablehnt, die schon bisher liberalere Minderheitenpraxis in der Tschechoslowakei als unerträgliche nationale Bedrückung hinstellt und durch die Aufstellung von staatsprengenden Forderungen von vornherein die Möglichkeit einer friedlichen und wirklich gerechten, nämlich demokratischen Minderheitenregelung auSschließt. Nichts beweist stärker als diese Tatsache, daß eS der SdP nicht um nationale Gerechtigkeit geht, sondern daß sie nur ein Instrument der nationalfozialisti- schen Macht- und Kriegspolitik ist. Das NatlonalltStenstatut— Rumäniens Bukarest. Das Amtsblatt hat dieser Tage die grundlegenden Bestimmungen der künftigen Behandlung der Minderheiten und ihrer Recht« in einem Reglement verlautbart und gleichzeitig die Ernennung der Clujer Universitätsprofessors S. Dragomir zum Generaltommissär für dar Minderheitenwesen mitgeteilt. Zu diesen Ereignissen schreibt daS Marburger deutsche Tagblatt„Merkbarer Zeitung": Die Minderheiten in Großrumänien sind zum Teil vor zwanzig Jahren aus verschiedenen RechtS- bezirken gekommen, aus Ungarn, Rußland und Bulgarien, wo eS recht unterschiedliche politische und riationale Rechte gab. DaS neue Reglement stellt alle Rumänen ohne Unterschied ihrer Volks-, Rassen- und Sprachzugehörigkeit und ihrer Religion gleich und fordert von allen daS Bekenntnis zumBaterland. Alle Bürger des Staates besitzen ohne Unterschied der Abstammung und der Religion die gleichen bürgerlichen und polrtischen Recht«, sie dürfen unter Beobachtung der bestehenden Vorschriften ihre eigene Presse, ihre freie Religion»« Übung geltend machen, privat und im Erwerbsleben ihre Muttersprache benützen, ebe.nso in öffentlichen Versammlungen. Der Gebrauch der Minderbeitensprachen vor Gericht wird erleichtert. Die Errichtung von Humanitären Institutionen wird prinzipiell frei. In Gemeinden, in denen eine Minderheit eine bestimmte Mindestanzahl besitzt,. werden Schulen/ WohlfahrtSanstallen und Kirchen staatliche Beiträge erhalten. Bei einer Gemeinde, in der«ine national« Minderheit die Mehrheit besitzt, darf ihre Sprache auch im amtlichen Verkehr benützt werden. Ein Ge» meinderatSmitglied darf seine nichtrumänische Muttersprache in der Sitzung benützen, doch sind Protokolle nur in der Staatssprache zu führen. Gesuche in nichtrumänischer Sprache sind stets mit rumä nischer Uebersetzung«inzubringen. Alle amtlichen Verlautbarungen müssen in der Staatssprache erfolgen. Angehörige der Minderheiten werden künftig auch zum Staatsdienst zügelns- s e n.— Diese Bestimmungen werden in der Praxis für die Angehörigen der Minderheiten von drei» facher Bedeutung fein: die Pflege der Muttersprache und ihre Anwendung im öffentlichen Leben, ist der Gemeinde und bei Eingaben, wenn auch mit der erforderlichen Uebersetzung, in materieller Beziehung vor allem in der.Möglichkeit, dem Nachwuchs die Lausbahn des Staatsangestellten und Beamten zu eröffnen, und in politischer Beziehung durch die swatSbürgerliche Gleichstellung mit dem MehrheitS- volk.(©5KB.) Ein politischer Briefwechsel Wlckham Steed und Rothermere über die CSR „5k cws Chronicle" und„Daily H c r a l d" veröffentlichen Briefe, die W i ck- ham Steed und Lord Rothe r- m c r e über Deutschland und die Tschechoslowake: getauscht haben. ES handelt sich um fünf Briefe, drei davon schrieb Wickham Steed und zwei Lord Rothermeere. Steed beschuldigt Lord Rothermere, daß er Deutschland zu seinem Angriff auf die Ts ch,e choslowakei ermuntere. Dcr'Brief wurde an Lord Rothermere geschrieben, als in der„Daily Mail" der Artikel Rothermereü„Wie lange werden die Tschechen den Frieden bedrohen?" erschien und machte Lord Rothermere darauf austnerksam, daß er d i e Verteidigung Englands schwäch e, wenn er Deutschland zu einem Angriff auf die Tschechoslowakei ermuntere, weil England einem Krieg nicht ausweichen könnte. Steed betont in seinem Schreiben, daß ein Angriff auch gefährlich für Deutschland wäre. Die Tschechoslowakei könnte 900.000 gut geschulte und ausgerüstete Soldaten an die Front schicken. Hitler würde zur Vernichtung der Tschechoslowakei wenigstens tausend Flugzeuge und drei Millionen Mann brauchen. Schließlich erklärt Steed in seinem ersten Brief, daß die Stellung Englands klar sei. Entweder wird es mit Frankreich und seinen Freunden gegen die deutsche Vorherrschaft in Europa gehen, solange et noch Zeit i st, eine solche Vorherrschaft zu verhindern und solange England Freunde hat, oder Großbritannien wird vor der Wahl stehen, entweder Deutschland die Kontrolle im größeren Teil Europas zu überlassen oder einen verzweifelten Existenzkampf zu führen, in welchem die Entscheidung schon gegen England wäre. Die Antwort des Lords ähnelt seinen Artikeln, denn er erwähnt in ihr wiederholt den Tschechoslowakischen Staat, über welchen die öffentliche Meinung Englands informiert werden müßte, damit diese der englischen Regierung nichts erlaube, was immer direkt oder indirekt mit den tschechoslowakischen Angelegenheiten zu tun habe. Lord Rothermere greift Steed an, daß er, Steed, mit Journalisten seiner Art imstande sei, einen europäischen Krieg hervorzurufen. Steed habe nichts gelernt und nichts vergessen und glaube, daß 1888 noch 1814 sei. Steed ersucht in seiner Antwort auf Rothermereü Brief, diese Korrespondenz veröffentlichen zu dürfen und sagt, daß er an die Lehren der Jahre 1808 bis 1817 nicht vergessen habe. Er widerlegt die Behauptung Lord Rothermere-, daß die Dominien in einem ÄonfliktSfall Englands ihre Neutralität erklären würden und er behauptet, daß die Dominien England an die Seite eilen würden, sobald seine Freiheit gefährdet werde. Heute sind die Grenzen der Sicherheit Großbritanniens nicht am Rhein, wie Baldwin sagte, sondern a n d e n Grenzen der Tschechoslowakei. Morgen können sie wieder anderswo sein. Segen die Ltlgenhetze aus Berlin Werden sie Freikarten verlangen?. Die„Basler Nationalzeitung" meldet aus Berlin: „Die tschechoslowakische Gesandtschaft in der deutschen Reichshauptstadt hat an den„Verein der ausländischen Journalisten" in Berlin ein Schreiben gerichtet, in dem vor den Gerüchten und Zeitungsartikeln, die die Tschechoslowakei als ein„bolschewisierteS" oder auf dem Wege der „Bolfchewisierung" befindliches Land hinzustellen suchen, gewarnt wird. Die tschechoslowakischen Behörden legen Wert auf den Hinweis, daß diese Darstellungen in keiner Weise den Tatsachen entsprechen. Im Uebrigen bittet die tschechoslowakische Gesandtschaft die in Berlin ansässigen ausländischen Journalisten, sich durch den Augenschein von den geordneten Verhältnissen in der Tschechoslowakei zu überzeugen, und ist bereit, ihnen zu diesem Zweck von Fall zu Fall Freikarten auf den tschechoslowakischen Bahnen zur Verfügung zu stellen, die den Interessenten ermöglichen, das ganze Land unbehindert zu bereisen." Jüdischer Hilfspolizist hlngerlchtet Jerusalem. Trotz der zahlreichen Proteste und Gnadengesuche, die auS allen Ländern von jüdischen Organisationen bei den englischen Behörden einlangten, wurde der jüdische Hilfspolizist Mordechai Schwarz DienStag In Akko durch den Strang hingerichtet. Schwarz ist erst vor einigen Jahren ans der Slowakei nach Palästina auSgewandert und hat sich, als die Lage kritisch wurde, der HilfSpolizei zur Verfügung gestellt, bei der er dann einen arabischen Hilfs-i Polizisten ermordete. Am gleichen Tag wurde im Gefängnis von Jernsalem ein Araber, der wegen BombenbestheS zum Tode verurteilt wurde, ebenfalls hingerichtet. 47 I Zwischen| Menn und Kind H Roman von LIU Körber „Nein," sagte Werner.„Muß man das kennen? Ich bin sehr ungebildet, Tante, passe nie in der Stunde auf. Gott sei Dank, jetzt hat die Plage ein Ende. Hast du mit Vcilchenstein telephoniert, Tante? Die Mutter kann so etwas nicht." „Ja. Also was ich sagen wollte: der Onkel James ist genau wie die verschiedenen Bräutigame in„Trotzkopf als Großmutter". Eine breite Brust, an die man sich anlehnen kann und die nicht locker läßt, auch wenn man dankend verzichtet." „Was hat der Veilchenstein gesagt, Tante? War er böse?" „Warum sollt' er denn böse sein? ES ist doch schmeichelhaft fiir ihn, daß der berühmte Bühler ein Auge aus einen seiner Schüler geworfen hat. Eine glänzende Reklame. Er muß aber doch ein tüchtiger Lehrer sein, wenn alle Alten der Akademie auf ihre Sitzflächen gefallen sind, als du die Geige in die Hand nahmst. Eine Gemeinheit von Bühler, ihn so herabzusehen. Die Kollegialität der Kiinstler. Und weil er ein Jud ist. Bei uns in England..." „Aber nein, Tante, ich weiß doch genau, was ich dem Veilchenstein verdanke. Er war auch immer anständig gegen mich, ich konnte ja nicht viel zahlen. Doch Bühler,.. Bühler ist ein Genie. Du übrigens mich. Niemals hätte di« Mutter ferttggebracht, dem Veilchenstein das aller so beizubringen..." Noch nie hatte ein Lob Stangi fa viel Freude gemacht. Daß der eigene Sohn der Schwester sie mit ihr verglich und dieser Vergleich für sic schmeichelhaft aussiel l Draußen wurde geklingelt. „Na, da ist er schon," sagte Stanz: und wars die Sachen wieder aus dem Koffer.„Er soll packen, wenn er will, daß ich heute Abend mit ihm ins Bristol gehe, soll er packen. Oder ich bleibe einfach bei euch.' Und fertig." Im Vorzimmer fragte eine Kinderstimme: „Ist die Mutter schon da?" „Tu kannst deine Sachen wieder in den Koffer tun, Tante. DaS ist nicht Onkel James, nur Franzl mit Mutters Doktor." „Ja, sag mal, Werner, was ist denn da- für ein Individuum? Hat er ernste Absichten? Ich meine, ob er die Mutter heiraten will?" „Ja, dar fürchten wir, weil er sich gar so patzig macht." „Warum fürchtest du daS? Du bist ein erwachsener Mensch, man kann mit dir sprechen." Werner nickte zustimmend.«ES ist für die Mutter gut, wenn sie versorgt ist. Du hast mir doch selbst erzählt, wie knapp eS bei euch zugeht. Und sür dich ist eS auch viel besser, wenn du nicht die Sorge um die Mutter hast. Als junger Künstler ist eS viel angenehmer, das Gefühl der Unabhängigkeit zu haben. Abgesehen davon, daß dieser Tvktor auch so eine Art Bräutigam auS„Trotz- kcpf als Großmutter" zu sein scheint und auch dir bestimmt mal auShilft, wenn nicht alles glatt geht..." „Oho! Bel mir soll's nicht glatt gehen, wo der Bühler vor allen den ehrwürdigen Greisen im Konservatorium erklärt hat..." ,«Egal. Man kann nie wissen. Urrd du hast auch«jüngere Brüder, nicht? Die müssen doch auch ausgebildet werden. Wenn sich also einer findet, der ernstlich anbeißt, was bei einer Witwe mit drei Kindern ohne Beruf nur einmal in hundert Jahren vorkommt; wenn die Martha, deine Mutter, so schlau war, was ich ihr gar nicht zugetraut hätte, eine» solchen Helden zu finden, der«.»" „Na, erlaube mal." sagte Werner verletzt, „die Mutter ist doch noch ganz fesch, schließlich muß er froh sein..." „Nein, Werner, nein, er muß nicht froh sein, glaube deiner alten Tante," sie schlug kokett die Augen auf.„Kein Mann muß froh sein. Ich sollte dir das nicht sagen, denn du bist ja auch ein angehender Mann, aber leider ist eS so, heutzutage. DaS Angebot ist groß, größer als die Nachfrage. Dazu eine Witwe mit drei Kindern. Darum muß er nicht froh sein. Zumindest ist es so bei der KriegSgeneration. Alles Anständige ist kurz und klein geschossen ivorden, was übrig blieb, ist Aus- schußware. TvSwegen sieht unsere heutige Welt so aus. Und die jungen Leute folgen dem Beispiel der älteren Ausschussware. Ich sollte dir ja diese Dinge nicht erzählen, du bist jung, doch gerade, du sollst klar In die Welt sehen. Aber vielleicht ist dieser Geßler noch nicht entschlossen? Oder vielleicht ist er umgekehrt entschlossen?" „DaS glaube ich nicht, warum würde er sonst herrennen, der alte Tepp?" „Das übersiehst du nicht, Werner. Glaube deiner alten Tante. Ein Mann kann rennen und rennen und hat deswegen noch lange keine ernsten Absichten. Ganz im Gegenteil. Je weniger ernst seine Absichten sind, desto unbeschwerter rennt er." „Soll ich ihn mal fragen, ob er beschwer^ oder unbeschwert rennt?" .„.Hm... daS wäre zu erwägen. Gar nicht so übel, den gordischen Knoten zu zerhauen... Die Gefahr ist, daß er erschrickt und aufhört zu rennen..." „Ja, das meine ich auch, Martha, deine Mutter, ist nicht für Abenteuer geschaffen. Ja. Du bist jung, aber das wirst du auch verstehen. Und wenn er keine ernsten Absichten hat, dann soll er lieber verduften." „DaS so wie so." „Ja, aber wirst du wirklich die Courage aufbringen, Werner?" »Ich?. Ho-hol Gleich bei der Jause werde Derer mahnt die Slowaken Preßburg. Vor 30 Jahren kam es zu zahl« reichen brutalen Maßnahmen der ungarischen Gendarmerie gegen das ftowakische Voll. Am Gedanken an dieses Ereignis veranstaltete der Gemeinderat von Hochstetno«ine Feier. Als Festredner hatte die Gemeinde den Justizmlnister Dr. Ivan Dsrer geladen, der damais als lleiner Advokat einer der Verteidiger der Angeklagten gewesen ist. Minister Dr. Dörer führte u. a. auS: Dir leben heute in einer blutig ernsten Zeit. Wenn wir aber einig sein werden, wird sich kein Feind an unt heranwagen. Ihr hier an der Grenze könnt glauben, daß die Regierung der Tschechoslowakischen RepMll mit dem Präsidenten Dr. Lenes alle» tun und leisten wird, damit der Fried« erhalten blecht. Die Tschechoslowakisch« Republik kann nicht ko ohne weitere» wie Oesterreich von der Landkarte Europas verschwinden. Wenn jemand diesen Versuch machen tvoslt«, würde er erkennen, daß wir vor der Gewalt nicht weichen, baß wir un» unsere Selbständigkeit nicht nshmen lassen und daß wir bereit lind, für unseren Staat auch das Löben zu opfern. Wir werden alles tun, damit der Frieden erhalten bleche, aber auch unsere Zugeständnisse hoben ihre Grenzen. Wir haben die sittliche Pflicht, da» zu erhalten, was unsere Legionäre erobert haben. Det- wegen werden wir auch nicht zulassen, daß unser Vaterland im Innern zerrüttet wird. In der heutigen schweren Zeit sollte sich jeder Slowake in die Front der Legionäre einreihen. Wenn sich trotzdem eine Partei gefunden hat, die sich unseren Legionären nicht«»schloß und sich an die Seite der Estevhckzy, Szüllö und derjenigen stellt, die vor 2V und 30 Jahren auf uns geschossen haben, dann wird sie die Folgen davon selbst tragen. Alle staatt« erhaltenden Slowaken müssen in einer Front stehen, sie müssen für die Tschechoslowakische RepMll arbeiten und— falls er nottvendig sein wird— auch kämpfen und müssen sich unserer tüchtigen Armee anschliehen. ZevsetzungStätigkeit werden wir nicht mehr dulden. Di« Regierung kann und darf Vaterland-Verrätern gegenüber nicht mehr nachsichtig sein. Wird jemand unsere Sache verraten, ob Bruder oder Nichtbruder, so wird er eS büßen. Unsere Zukunft werden wir am besten sichern, wenn daheim die Hetzereien aufhören. Sitzung des Obersten Verteidigungsrates Prag. Der Oberste Rat der StaatSvertel« digung trat am Dienstag um 11 Uhr im Gebäude des Ministerratspräsidiums zu seiner regulären Sitzung zusammen, bei welcher der Vorsitzende der Regierung Dr. Milan Hodja den Vorsitz führte. Runclman bei Dr. BeneS Prag. Das Sekretariat der Mission Lord RuncimanS gab Dienstag um 17 Uhr folgenden Bericht aus: Dienstag um 14.48 Uhr empfing der Präsident der Republik Dr. Eduard Bene- Lord Runclman, um mit ihm die allgemeine Situation zu erörtern. Die Delegatton der Sudetendeutschen Partei trat mit Lord Runeiman und seinem Stabe Dienstag um 20.80 Uhr im Hotel Alcron zusammen. Für die StaatSvertridigung. Der Jubi« läumSfondS der Staatsverteidigung hat laut dem Bericht des Arbeitsausschusses am Samstag, den 18. August, den Stand von 452,388.382 Kronen erreicht. Seit Freitag find weitere 1,841.16V Kronen eingelaufen. Die Zahl der Spender hat sich um 1464 Personen auf 184.038 Personen erhöht. sch ihn fragen! Glaubst du, ich fürcht' mich vor dem alten Teppen?" „Du bist ein fescher Bursch. Mußt mich unbedingt in England besuchen, bu I Der Sohn meiner älteren Schwester I" „Wenn du mir das Reisegeld schickst!" „Gnä' Frau, der Kaffee ist eingeschenlll" Steffi steckte den Kopf zur Tür hinein. „Komm', Tante, paß auf, gleich bei der Jause frage ich ihn..." „„Ich weiß schon, wer sie sind," sagie Isa Abel und biß verschmitzt in ihre mürbe Semmel. „Soll ich es Ihnen sagen?" „Na also, wer bin ich?" „Nein, soll ich Ihnen wirklich sagen?" „Also los." Isa kicherte. «Sie sind Roberts zukünftiger Vater." Der Doktor tvurde rot bis zu den Haar- tourzeln. „So, das weißt du?" sagte er mit unsicherer Sttmme. «Wird es bei Ihrer Hochzeit Vanilleeis mit Ananas geben?" fragte Isa.«Als meine Kusine heiratete, gab es Vanilleeis mit Ananas. Oder macht man bei so alten Leuten keine richtige Hochzeit mehr?" „Ich möchte lieber Erdbeereis haben," schmeichelte Franzl,„ja, Herr Dottor, gut?" „Und ich will Paprikasalat", kam Robert- tiefe Sttmme.„Paprikasalat und Rohscheiben." „Du blöder Kerl," sagte Isa,„das ist doch kein Hochzeitsessen." ,„Wenn es mir aber schmeckt?" ,/Lgal, Bei einer Hochzeit gibt es kleine gebratene Vögel, Champagner und Vanilleeis." „Warum? Kann bei einer Hochzeit nicht jeder essen, was ihm schmeckt?" „Aber Kinder," stammelte der unglückliche Tvktor.„Kinder... ich weiß ja gar nicht, ob eure Mutter..." ^Fortsetzung folgt.)! Rr. 102 Mittwoch, 17. August 1988 Eilte 8 WMWMWWW WWMWM Abg. Hlinka gestorben Abg. Msgr. Andrei Hlinka ist DIrnStag um 23.05 Uhr gestorben. Er starb ruhig, mit einem Krenzc In der Hand. Anwesend waren feine Vertrauten und Freunde. In Rüjomberok läuten alle »«ruck Nehrus In sudetendeutschen Städten IawaharlalNehru, eine führende dersönlichkeit der Allindischen Kongreßbewegung. hält sich derzeit in der Tschechoslowakei auf. Die Kongreßbewegung wurde 1868 von einem Engländer und einigen Indern begründet und ihr Ziel waren ursprünglich nur soziale und SiechtSreformen. Allmählich wurde da» Programm der Bewegung erweitert, besonders al» unter Tandhis Führung im Jahre 1920 der sogenannte «Feldzug des bürgerlichen Ungehorsam»"(Eivil disöbedienee movement) gegen die Vorherrschaft Englands geführt wurde. Iawaharlal Nehru betätigte sich seit seinex frühesten Jugend in der Kongreßbewegung, wurde bereit» siebenmal zu Freiheitsstrafen verurteilt, io daß er insgesamt fünf Jahre seine» Lebens im Aefängni» zubrachte; au» dieser Zeit seiner Haft stammen die meisten seiner Schriften. Nehru war bi» vor drei Monaten Präsident der Kongreßbewegung, die heute die überwiegende Mehrheit de» indischen Volke» vereinigt. Er befindet sich derzeit auf einer Studien» reise durch Europa. Nach einem Aufenthalt in Spanien und England beteiligte er sich in Pari» an der Konferenz gegen das Bombardement offener Städte, die von der Weltfriedensbewegung veranstaltet wurde. Seit Dienstag, den 9. August, weilt er in der Tschechoslowakei, für deren Pro» bleme er sich sehr interessiert. Samstag und Sonntag besuchte er da» sudetendeutsche Gebiet, und zwar die Städte Reichenberg, H a i d a, Bodenbach, Aussig und Leitmeritz. Zn allen diesen Orten hatte er längere Unterredungen mit Vertretern der deutschen demokratischen Bevölkerung, in Haida auch mit einem Exponenten und mit einem Anhänger der Hen» leinpartei. I. Nehru besichtigte in Haida eine reichhaltige Gla-auSstcllung. in Bodenbach Ge» meindebautcn und in Aussig die moderne Badeanstalt Kleische. Handeisgremien gleichgeschaltet? AuS dem Tetschner Henleinorgan vom 14. August ist zu entnehmen, daß da» Handels- greinium in Tetschen neben den Genossenschaften der Bäcker, Raseure, Maler, Fleischer, Holzverarbeitenden Gewerbe und Schuhmacher .die Unterstellung unter die Führung der Sude» tendeutschen Partei, Vorsitzender Konrad Henlein, vollzogen hat". Wie sich da» Handelsgremium in Tetschea, dem nicht nur arische Mitglieder, sondern auch Tschechen, Juden und wohl auch Sozialdemokraten als Mitglieder angehören, die Unterstellung unter eine politische Partei vocstellt, wie e» Beiträge einheben will von Nichtariern, wie e» als politisch beaufsichtigte Körperschaft gesetzliche Aufgaben erfüllen wird, werden wir gelegentlich genauer untersuchen. Was die Genossenschasten anlangt, so verweisen>vir schon heute darauf, daß die Bestimmungen der Gewerbeordnung, die sich auf die Genossenschaften beziehen, eine Politisierung dieser Genossenschasten nicht zulassen. Eleichgeschaltete Genossenschaften hören nach unserer Auffassung auf, die ihnen in der Gewerbeordnung vorbehaltenen Aufgaben zu erfülle». Die Borstände solcher Genossenschaften sind nach unserer Auffassung aufzuläsen. Das Genossenschaft»- statut läßt die Politisierung durch eine politische Partei jedenfalls nicht zu und die AussichtSoe- hörde wird zur Wahrung des Gesetzes die Ber- pslichtung haben, die entsprechenden Vorkehrungen zu treffen. Jedenfalls genügt es nicht, wenn Herr Henlein im Punkt 12 seines Wirtfchaftö- menwrandums das Recht zur Errichtung von Pflichtverbänden zwecks Förderung de» Wir:- schaftsleben» einschließlich der Aufsicht über daS freiwillige wirtschaftliche BereinSwescn und da» Recht zur Errichtung sozialer und berufsständischer Pflichtverbände fordert. Vorläufig sind wir noch nicht so weit, daß Forderungen Henlein» vorbildliche Gesetze zu ersetzen vermöchten. Daran werden sich di: Leitung de» Handelsgremium->n Tetschen und der gewerbe-genossenschaftlichen Pslichtverüände zu halten haben. Angestellten-Kundgebung für die Republik Am 14..und 15. August fand InPilsen do» gesamtstaatliche Angestelltentreffen de» Sinheitiver- bände» der Prwatangestellten statt. Tausende deutsche, tschechische, slowakische, ungarische, pol. Nische und ruthenische Privatangestellte kamen aus allen Teilen der Republik nach Pilsen, um für den Schutz der demokratischen Republik zu demonstrieren. Sonntag wurde«in Umzug durch die Stadt und eine ManisestationSversammlung auf dem Ausstellung»- platz veranstaltet. In dieser Versammlung betonte Abg. Robert Klein, daß die Privatangestellten be- reit sind, mit dem Einsatz aller ihrer Kräfte im Leiste Masaryk» und Bene»» für di« Erhaltung der demokratischen Republik zu kämpfen. Sm Namen der Stadt Pilsen begrüßte der Bürgermeister der Stadt, Abgeordneter L. P i k, die Versammlung. Glocken. Entscheidend Ist die wirtschaftliche Hilfe Englisches Urteil Uber das sudetendeutsche Problem Tragödie eines Arbeltsfosen In der Nacht zum Sonntag warf sich der 87jährige beschäftigungslose Fabrikarbeiter Rudolf Forest vor die Räder eine» nach Aussig fahrenden Zuge». Der Unglückliche wurde a>tf der Stelle getötet. Forest hinterläßt eine Frau und vier unversorgte Kinder. Er hatte sich SamStag früh au» seiner Wohnung entfernt und zu seiner Frau gesagt, daß er bald wiederkommen werde. Als er in den Nachtstunden noch nicht zurückgekehrt war, wurde die Frau ängstlich und erstattete bei der Polizei die Anzeige. Wenige Stunden später wurde die verstümmelte Leiche Forests ans dem Bahngeleise unterhalb der FerdinandShühe gefunden. bciterpartei, die geführt wird von Herrn Wenzel I a k s ch, würde froh sein, wenn die große Masse ihrer arbeitslosen Mitglieder Beschäftigung finden würde. Aber Herr Jaksch will nicht Donner und Blitz über die nicht Nazi-Arbeiter unb Angestellte haben, auch will er nicht, daß ein privater Bertolt von Sudctenwaren im Ausland entsteht. Aber er und seine Anhänger leiden darunter, weil die Nazi und die Mitglieder der Sudetendeutschen Partei die Schwierigkeiten der Arbeitslosigkeit auf die Tschechen schieben. Gewiß, die tschechischen und slowakischen Rüstungsindustrien besorgen ihre Arbeit in den slawischen Gebietsteilen der Republik, aber nicht einmal die britisch« Regierung könnte dem tschechoslowakischen Kabinett angesichts der Forderungen der Hcnleinpartei raten, seine Rüstungswerke i>eü sudetendeutsch« Gebiet zu verlegen. Der beste Rat liest darin, daß Kredite und besserer Handel nach dem Südosten Europa» dirigiert werden, um so die Tschechoslowakei zu befähigen, ihre Produkte gegen freie Devise« zu verkaufen und nicht für Blockmark nach Berlin. Auf diese Weise würden die Märkte, die vom Sudetenland verloren wurden, wieder aufleben und würden sich auch au»- dehnen können. Alle» da» würde gewissermaßen eine neue„Rettung Oesterreich»" bedeuten und die wirtschaftliche Depression im Sudetenland, auf die die politischen Heilbrüller immer ihre Chance setzten, würde verschwinden. Dieser wirtschaftliche Faktor ist für die Tschechoslowakei so wichtig wie für Ungarn, Jugoslawien und Rumänien I Wenn man in Frankreich und Großbritannien mit der endgültigen Klärung der tschechoslowakischen Frage beginnen würde, würde sich dies ganz automatisch auf alle Donau-Regierungen ausdchnen und so eine machwolle Propaganda fiir den Frieden dar- stelleni" Sozialdemokratischer Aufmarsch In Sternberg Sonntag sand in S ternberg ein Kreis- Sport- und Spieltag de» AtuS statt, der zu einer mächtigen politischen Demonstration de» demokratischen und sozialistischen Deutschtums wurde. Die Nazis, die sich alle Mühe gegeben haben, zumindest den Festzug unmöglich zu machen, in dem sie gleichzeitig einen eigenen Festzug anmeldeten, um das Verbot beider zu erreichen, haben sich jämmerlich blamiert, denn die Sozialdemokraten sind marschiert, während die SdP-Anhänger wegen des »schlechten Wetters" zu Hause blieben. Die große Veranstaltung wurde durch eine prächtige Abendfeier eingeleitet, in der die AtuS-Sportler ihr Können zeigten. Di« Stimmung in der Feier war ausgezeichnet und die einzelnen Programmspunkte fanden stürmische Zustimmung. Der Höhepunkt war zweifellos der sonntägige Festzug, der nach den sportlichen Weitkämpfen stattfand und«ine glänzende Widerlegung des Nazigeschreis war, daß es keine sozialistische Betvegung mehr gebe. Einige tausend Menschen marschierten in einem straffen Zuge durch die Stadt und lösten bei den Nazis wahre Wutausbrüche aus. Rian sah hunderte SJ-Lugend» lichc, starke Formationen der RW und die großen Kolonnen des AtuS. Die Ansprache bei der Kundgebung, die auf dem Sportplatz abgehalten wurde, hielt Senator Heinrich Mülle r-Aussig, der unter begeisternder Zustimmung die Bereitschaft des AtuS, wie überhaupt unserer gesamten Bewegung bekundete, für die Demokratie alles, aber auch alles einzusehen. Mg. Rudolf Zisch! a-Stern« berg erntete ebenfalls großen Beifall, al» er erklärte, daß wir uns keinesfalls einschüchtern lassen. zum»Tag der freien Jugend" nach B.-Kamnitz. Gegen 6 Uhr abends passierte eine kleine Gruppe von ihnen Neu-Ohlisch und fuhr auf der Bezirksstraße gegen Windisch-Kamnih. Einer der Radfahrer blieb aus irgendeiner Ursache zurück und wurde von den zwei Völlischen angestänkert. ES kam zu einem Wortwechsel. Mittlerweile kam ein weiterer Trupp Jugendlicher angefahren. Diese nahmen sich des einzelnen Jugendlichen an und dabei setzte e» Sben ein paar Ohrfeigen. Das ist alles und kaum der Rede wert, denn solche «Zwischenfälle" hat es seit jeher gegeben. Solche Nichtigkeiten zu.Asfairen" aufzubauschen, blieb dem Nazifunk Vorbehalten. Aus Grund seiner Prager Berichte ver- ösientlichte„The economist" in der Nummer vom 18. August einen Artikel„Wirtschaft und Politik im Sudetenland". Hier heißt e» unter anderem: „Die Bedeutung de» ökonomischen Faktor» sudetendeutscheir. Problem tritt jetzt immer int sudetendeutscheir Problem tritt jetzt immer deutlicher zutage. Die Zusammensetzung der Delegation Lord Runciman» hat die reichsdeutsche Presse dazu verleitet, der britischen Regierung die Möglichkeit einer machiavellischen Absicht unterzulegen, Deutschland wirtschaftlich einzukreisen oder es aus Mitteleuropa zu verdrängen. Das ist nicht der Fall und in diesem Bulletin ist immer wieder auSgcführt worden, daß das überhaupt nicht möglich ist. Aber was lebenSioichtig ist, ist, eine Lösung des politischen sudetendeutschen ProblenrS zu finden, die eine ökonomische Besserung für d a S Gebiet bringt. Dieses Gebiet hat seit Jahrzehnten Industrien, die Friedensprodukte Herstellen, z. B. Papier, Glas, Porzellan, Textilien, Holzlvaren usw., die nach fernen Ländem gehen, besonders aber liefert es nach Donau- Europa und dem Balkan. Deutschland war niemals ein wichtiger Abnehmer dieser Dinge, denn Deutschland ist mit diesen Produkten ja immer versorgt gewesen. Da» Schwergewicht der sude» tendeutschen Wirtschaf1»-Jnterrssen kann daher wirklich kaum darin bestehen, in da» Reich rlnge- gliedert zu werd««. Die Arbeitslosen im Sude- tengebiet sind da» Resultat einer internationalen Krise, eine» hohen Produktionis« muS in Südost-Europa. Die Durchdringung der Südost-Länder durch das Reich hat auf das schwerste die eigenen„Vettern" im Sudetenland getroffen. Diese Vettern, um die doch die Nazi — wie sie behaupten— so besorgt sind! Sowohl die Sudetendeutsche Partei als auch die loyale und bedeutende deutsche sozialdemokratische Ar- Andrei Hlinka wurde am 29. Scvtem- ber 1864 in Cernovä geboren. Er studierte am Gymnasium in Rüjomberok und im Seminar de» Zivser Kapitels in Levoia. 1889 wurde er zum Priester geweiht. Seine politische Tätigkeit begann er in der ungarischen Nolkspartei, die versvrach, die Rechte des slowakischen Volke» wahren zu wollen. Im Jahre 1901 trat Hlinka au» der Ungarischen ÄolkSvarlei aUS, als diese Partei ihrem slowakischen Progranmi untreu lvurde. Im Jahre 1905 wurde er zum Pfarrer von Rüjomberok getoählt und im gleichen Jahre gründete er die Slowakische Volkspartei. Wegen seiner politischen Tätigkeit wurde er von den ungarischen Behörden und von der kirchlichen Obrigkeit verfolgt. Am 26. November 1006 wurde er vom Preßburger Kreisgericht zu zlvei Jahren Gefängnis verurteilt. Erst am 30. Novencher 1007 trat Hlinka in Szegedin seine Gefängnisstrafe an. Am Gefängnis übersetzte er da» Alte Testament in» Slowakische. In dieser Zeit nahm die ungarische Unter- drückuna immer mehr zu, so daß sich die Slowaken an der Politik nicht aktiv beteiligen konnten. In den letzten Monaten de» Weltkriege» lebte die politische Tätigkeit Hlinka» wieder auf. Im Mai 1918 fetzte sich Hlinka bei einer Versammlung der nationalen Slowaken in Turi. Sv. Martin sür die Trennung der Slowaken von den Ungarn und sür die Vereinigung mit den Tschechen in einem einheitlichen tschechoslowakischen Staat«In. Al» dann die unaarische Negierung im September 1918 mit den Slowaken über deren Autonomie im Nahmen Unaarn» verhandeln wollte, lehnte Hlinka die Einladung der Regierung, nach Budapest zu kommen, ab und unterzeichnete im Gegenteil am 30. Oktober 1918 bei der denkwürdigen Versammlung in Turt. Sv. Martin die Martiuer Deklaration. Nach dem Umsturz wurde Hlinka Wgeordneler de» Prager Parlament», Nach dem Eintreffen der sogenannte» slowakischen Regierung in Zilina trat eine Wendung in der Politik Hlinka» ein. Andrsi Hlinka fudr nach Pari», wo er bei den Frieden,wer. Handlungen sür die Slowakei auf Grund de» sogenannten Pittsburger Abkommens vom 30. Mai 1918 die Autonomie verlangte. Seine Volkspartei, die in den Jahren 1919 bis 1020 die Regierung unterstützte, ging in Opposition und führte eine» scharfen Kampf gegen die Regierung bi» zum Jahre 1027, wo sie wieder in die Regierung eintrat. Nach dein Hochverrat-Prozeß gegen das Mitglied der Slowakischen VoUSparlei Dr. Tuka, der ein Mitarbeiter Hlinka» war, trat die Slowakische VolkZparlei ander Negierung-koalition au». Bei dem Kongreß der Slowakischen Bolkz- partei im Feber 1988 eröffnete Hlinka neuerlich einen außerordentlich heftigen Kampf gegen die Regierung und erklärte, daß da» Pittsburger Abkommen sein Programm sei- Ende März erkrankte Msgr. Hlinka schwer. Er blieb aber trotzdem weiterhin politisch tätig. Siegreiche Luftkämpfe am Ebro Ole Republikaner am Segre erfolgreich Der Nachmittag vereinte die Teilnehmer zu einem frohen Fest, bei dem der Atu» und die RW ihr Können zeigten und viel Beifall fanden. - Ohrfeigen Im Nazifunk Wenn ein Kamerad dem anderen mit dem Bierglas auf den Kopf schlägt und der Getroffene zwei Tage später an den Folgen diese» Schlages stirbt, wie eS vor ein paar Monaten in Letschen geschehen ist, so nimmt nicht einmal das«Nordb. Tagblatt" davon Notiz, geschweige der GoebbelS- funk. Wenn aber ein Sudetennazi als Antwort auf freche Provokationen ein paar Watschen abbekommt, dann ist die Sensation da und der Nazifunk schreit e» dreimal im Tage in den Aether, daß sudetendeutsche Volksgenossen Opfer des «marxistischen Terror»" geworden seien... So war e» auch mit dem Vorfall bei Neu-Ohlisch, wo zwei deutsche Turner von«Marxisten"«überfallen" und„schwer mißhandelt" worden sein sollen. Der ganze Vorfall steht nicht dafür, daß man darüber spricht und nur, um zu zeigen, was der Nazifunk und seine hiesigen Handlanger aus Nichtigkeiten machen, wollen wir kurz schildern, wa» uni von glaubwürdiger Seite darüber berichtet wurde. Am 13. August fuhren aus dem Aussiger und Bodenbacher Bezirke sozialistische Jugendliche Barcelona. tAg. Esp.) Zwei heftige Angriffe auf dem rechten Segre-Ufer sind völlig zurückgeschlagen worden. Der Feind hat schwere Verluste erlitten. Die spanische» Truppen haben in diesem Abschnitt ihre Linien vorgerückt. In der Ebro-Zone haben die im Dienste der Invasion stehenden Truppe» ihre Angriffe auf di« Sierra Pandolf fortgesetzt, wobei sie von der ausländischen Flirgwaffe unterstützt wurden. LI spanische'Jagdflugzeuge nahmen den Kampf mit vier feindlichen Geschwadern auf, von denen eine» au» zweimotorigen, da» zweite au» Mefferschmidt-, die beiden restlichen au» Fiatapparaten bestanden. Line» dieser Flugzeuge wurde abgeschoffeu und stürzte südlich von Fayon, in der Nähe von Pobla de Masalnra ab. Di« Republikaner verloren rin Jagdflugzrug, dessen Pilot den Tod fand. In der Zone Billamalur haben die republikanischen Truppen die Stellungen von El Collado wiedererobert und Kriegsmaterial erbeutet. Der Druck der Truppen im Dienste der Invasion auf die spanischen Stellungen auf dem linken Zujar-Ufer ist aufgehalten worden. Es war dem Feinde gelungen, den Tunnel von Las Ea- bezaS zu besehen, der aber in glänzendem Gegenangriff wiedergenommen werden konnte. In der Zone Zarza Capilla konnte der von Artillerie unterstützte Feind seine Linien etwas vorriickcn. Negrln demissioniert Barcelona.(Reuter.) Die Regierung Nrgri hat Dienstag demissioniert. Die NegiermtgSkrlse in Bareelona ist infolge von Mtinungsverschicdenheiten zwischen einige» Ministern und dem baskische» Minister Jrujo hin- sichtlich der Dekrete auSgebroche», durch welche die Frag« der Kriegsindustrie und der Gerichtsverfassung geregelt werden sollte. Große Minensprengung In Madrid Madrid.(Reuter.) Ganz Madrid wurde DienStag früh durch einen heftigen Erdstoß erschreckt. Es war unter einem Gebäude dr» UniversitätSviertrls eine Alin« explodiert, welche von den Republikanern gelegt werde» konnte. Man ist der Btrinung, daß der Explosion viele Nationalisten znm Opfer gefalle» sind. Weltsolldarltät mit Spanien Stockholm.(Ag. Esp.) Der soeben beendete Kongreß der Metallarbeiter Schwedens hat beschlossen, 180.000 Schwedenkronr»(900.000 KS) dem Hilfewerk für das republikanische Spanien zuzuwenden. Scite 4 Jagesneuigkeiten Mittwoch, 17. August 1938 Die entscheidende Sekunde Der Steig- Befehl an das Unglücksflugzeug wurde noch aufgefangen Prag. Zur Havarie des Flugzeuges OK- BAG Das heutige Programm Nr. 192 der deutschen Sendung Brag- Melnik: 10.15 bis 11.00: Schallplatten. 12.15: Vortrag Dr. Sustoff: Söhensonne im 18.00: Was Liebe wohl ist?"( Ges. Gret Dietrich, Klavier Fr. Bolečef. 18.20: Arbeiterfendung. 18.40: Sozialinformation. 18.45: Neue Bücher. 19.00: Sendboten der Demokratieird von der Untersuchungskommission mitgeteilt.tes Arbeiten der an der Lenkung des Flugzeuges Dienste der Volksgesundheit. 13.50: Arbeitsmarkt. Die Neudeker Kinderkapelle, dieſe durchwegs aus Arbeiterfindern, ia zumeist aus Kindern Arbeitsloser bestehende Weusiter gruppe, ist der Bevölkerung vieler judetendeutscher Städte wohlbekannt, nicht minder den Pragern, und überall jubelten den jungen Spielleuten die Herzen zu. Nicht nur der Jugend der Musiker wegen, sondern auch deshalb, weil ihr Können Be achtung verdient. Nun ist ein Teil der Kapelle, etwas mehr als die Hälfte, auf einer Konzertreise durch Europa, durch das demokratische Europa, und wo immer die jungen Neudeker spielen, wer den sie so bejubelt wie in ihrer Heimat, ja noch stürmischer. und der Bord- oder der Volle 45 Minuten vor der Havarie flog das terrestrischen Dienste, oder auf ein Versagen des Apparates oder ſeiner Steuerung geſchloſſen werden könnte. Flugzeug in einer Wolfenwand, ſtellenweise durch sehr starken Regen, der insbesondere in der leß ten Flugphase die Sicht auf einige Meter herabminderte. Nach den Aufzeichnungen der Radiostation Freiburg teilte des Flugzeug um 10.48 1hr mit, daß es in einer Höhe von 3000 Meter fliege. Straßburg nahm in dieser Zeit zusammen mit der Station Mannheim die Peilung vor und teilte dem Flugzeug folgendes Ergebnis mit: Sie befinden sich 20 Km, östlich von Baden, Peilung unsicher( douteuse)". Die Beerdigung der Opfer Walzer von Johann Strauß( Geiana Erna Bera: ner. Klavier Fr. Solečet). 19.30: Der Widerspen ftigen Zähmung, Lustspiel von Shakespeare. 21.00: Schallplatten. 21.30: Eröffnungskonzert des Trentschin- Teplißer Kammermusiffeſtes( Ondříček Quartett). 22.00: Vorlesung aus Marim Gorki: Das flammende Herz". 22.30 bis 23.00: Za mujit. Brinn: 18.00 bis 18.25: Melodram- Vorlesung. Mitwirkende: Prof. Viftor K. Schön, am Klavier Marianne Sperl- Surft. 18.25 bis 18.35: Prof. Leo Reckendorf: Sportbericht. Aftuelles aus dem Sports leben. Brag. Laut Informationen der Tschechoslowalischen staatlichen Aerolinien sind die bisherigen Dispositionen über die Beerdigung der Opfer der Flugzeugfatastrophe folgende: Die sterblichen llebec reste der Besatzungsmitglieder, des Chefpiloten Brabenec, des Cheftelegraphisten Soukup, des Piloten Krahulec und der Stewardes Krentner werden nach Prag übergeführt werden. Der Zeitpunkt der BeEs ist anzunehmen, jedoch nicht zu erweisen erdigung wird später befannigegeben werden. Von ( denn das Protokoll der vom Bord- Funker emp den Passagieren werden Hirsch, Bernheim, Arzt und Am Samstag wirkten sie bei einer Gedenk- fangenen und abgefandten Funkfprüche wurde bei Pereda in Paris beerdigt werden, das Ehepaar Auch private Musikschulen eingestellt. Nach feier für August Bebel in Zürich mit. An diesem dem Unglück vernichtet), daß das Flugzeug diese Abeles wahrscheinlich in Deutschland, das Ehe- dem bereits die Privatschulen und besonders die Tage waren es fünfundzwanzig Jahre, daß Bebel Depefche im vollen Umfang aufgenommen hat, paar Frank in Frankfurt a. M. und Frau Than Klosterschulen in Desterreich das Oeffentlichkeits in der Schweiz, wo er sich erholen wollte, starb. In also auch mit der Bemerkung über die Unzuver- in Wien. Hinsichtlich der Beerdigung des Flug- recht verloren haben, geht man nun daran, auch Zürich wurde sein Leichnam aufgebahrt. In der lüffigkeit der Peilung. Um 10 Uhr 55 Minuten gastes Hermann wurden noch feine Dispositionen die privaten Musikschulen zu beseitigen. Gauleiter Schweiz wurde der große Sozialist zur letzten teilte das Flugzeug die Höhe von 1500 Meter, um getroffen, da es nicht bekannt ist, ob er Angehörige Globotschnik hat die Anordnung erlassen, daß eine Ruhe gebettet. Es war selbstverständlich, daß die 10 Uhr 50 Minuten die Höhe von 1000 und um hat und ob er früher hinsichtlich seiner Beerdigung Musikschule der Gaustadt Wien zu errichten sei. Züricher Arbeiter in einer würdigen Feier des 11 Uhr die Höhe 600 Meter mit. Um 11 Uhr irgendwelche Bestimmungen getroffen hat. Bisher Damit dürfte das Ende der Wiener privaten Muunvergeßlichen Toten gedachten. Stadtpräsident 01 Minute erteilte die Station Straßburg dem hat sich bei der Tschechoslowakischen staatlichen Aero- jitschulen, von denen einige Weltruf besaßen, geDr. I öt i, der ehemalige Reichstagsabgeord- Flugzeug das Kommando:" Steiget auf 1000 linien noch niemand von seinen Angehörigen ge- tommen sein. nete Dittmann und der 73jährige Altstadt- Meter"( Montez a 1000 Meter). Es ist nicht meldet. rat Paul Pflüger, der weithin bekannte ausgeschloffen, daß das Flugzeug diese Ordre fozialdemokratische Pfarrer, hielten Gedenkreden. aufgefangen hat und fofort vom Gleitflug Die Neudeker Kinderkapelle spielte. Sie brachte stand, daß der Aufprall auf den Hang in einer zum Aufstieg überging, wofür einerseits der Umals ersten musikalischen Gruß, als Gruß der Höhe von 631-632 Meter erfolgte und andererdemokratischen Deutschen der Tschechoslowakei an feits die Flugrichtung furz vor der Havarie spricht, die demokratische Schweiz, die tschechoslowakische die aus den Beschädigungen an den Bäumen zu Nationalhymne, und das war zugleich würdige entnehmen ist. Ehrung des Toten, der ein so tapferer Kämpfer für die Demokratie war. Am Sonntag Vormittag veranstaltete die Kinderkapelle ein Konzert im großen Saale des Limmathauses in Zürich. Es war sehr gut besucht und der Beifall war ungemein herzlich. Ein Rü richer Blatt bezeichnete es als erstaunlich, was die Kinder leisten.„ Es sind Kinder, welche musizie rendas darf man nicht vergessen. Doch das ist das Schöne daran: Wie sie auf ihren Blech und Holzblasinstrumenten frisch und gesund darauflosspielen mit abſoluter technischer und ton licher Sicherheit, bereitet Freude und Genuß." Ergreifender Abschied in Offenburg Berlin. Wie aus Offenburg gemeldet wird. fand dort Montag abends in der Leichenhalle der Stadt eine ergreifende Trauerfeier für die Opfer dee Flugzeugunglücks bei Durbach statt. In awei langen Reihen waren in der ausgeschmückten Die Ursache der Havarie liegt unstrittig in Halle die 17 Särge mit den Toten aufgestellt, der äußerst ungünstigen Witterung. Es ist anunter ihnen der noch offene Sarg der erst am zunehmen, daß die um 10 Uhr 48 Min. durchMöglichkeiten richtig war, bei der Entfernung von wardeß Kreniner. Prächtige Blumenspenden, die geführte Peilung in den Grenzen der technischen Sonntag früh ihren Verlegungen erlegenen Ste rund 60 Kilometer und bei den ungünstigen die Särge bedeckten, bezeugten das tiefe Mitges atmosphärischen Verhältnissen ein Fehler von 5 fühl der Offenburger Bevölkerung. Im Auftrage Kilometer jedoch nicht ausgeschlossen ist. Außer- des badensischen Innenministers legte Ministe dem hat wahrscheinlich beim Gleitflug auch ein rialrat Kraft einen Kranz nieder. Namens der starter Seitenwind mit eingewirkt, der das Flug- Stadt Offenburg sprach deren Oberbürgermeister zeug, das unter dem richtigen Kurs flog, während Dr. Rombach seine Anteilnahme aus und legte der letzten 12 bis 14 Minuten um mehr als fünf gleichfalls einen Kranz nieder. Im Auftrage der Kilometer südwärts abtrieb. Durch die gemein- Tschechoslowakischen Republik und der Tschechoslos Arbeiterkinder spielen vor Arbeitern, Kinder fame Einwirkung dieser beiden Einflüsse wurde walischen Flugverkehrsgesellschaft sprach der Se fudetendeutscher Demokraten vor einer demokra wahrscheinlich eine Aberration des Flugzeuges von fretär der Tschechoslowakischen Aerolinien Dr. tischen Bevölkerung. Sendboten der Demokratie der direkten Linie um 10 und mehr Kilometer Bauer den reichsdeutschen Behörden und der sind unsere Neudeker. Sie sagen den demokrati- füdwärts herbeigeführt, also zu den nordwest- Stadt Offenburg für deren Unterstüßung und schen Menschen, zu denen sie als gern gesehene lichen Ausläufern des Schwarzwaldes hin, wo Anteilnahme Worte herzlichen Dantes aus und Gäste kommen, daß es auch andere als gleich beim llebergang zum Rheintale die Havarie ein- legte ebenfalls einen Kranz nieder. Zum Schluß neſchaltete, nazistische Sudetendeutſche gibt, und trat. Die entsandte Kommiſſion hat keinerlei rief ein Vertreter der Deutschen Lufthanſa den dadurch wird die Reise der Neudeker Kinderfapelle Umstände festgestellt, aus denen auf ein fehlerhafs Toten einen letzten Gruß nach. zu einer Ehrenrettung des Sudetendeutschtums. Nicht zur einzigen, aber zu einer Bekundung sudetendeutscher Demokratie neben anderen. Es ist nicht überflüssig, solche Bekundungen Der„ Zweite Weltjugendkongreß", an dem mehrere Hundert Delegierte aller Völker, Bekennis nisse und Rassen aus den fünf Erdteilen teilnehmen. wurde Montag abends im Stadion von Randell germeisters Luaguardia eröffnet, nachdem am NachIsland bei New York durch eine Rede des Oberbür mittag bereits auf dem Gelände für die New Yorker Weltausstellung ein offizieller Empfang der Stadt New York stattgefunden hatte. In der Eröffnungssibung sprachen je ein Delegierter für die fünf Erdteile. darunter für alle europäischen Teilnehmer der Tschechoslowafe Dr. Jiří Kas páret. Die über Brabec veranstalteten Tee teil. bei dem auch der 20 Mann starke tschechoslowalische Abordnung nahm an einem von dem tschechoslowakischen Generalfonful amerikanische Senator Fischel und Konsul Sanč zu acaen waren. Der Tagungsort des Kongreffes wird von Dienstag ab für die laufende Woche nach der Provinzialstadt Boughkeepsie im Staate New Worl verlegt. Das Wetter. Im Bereich eines Druckhoch, das sich vom Weiten her über das Festland ausbreitet, nehmen die Regenfälle und die Bewölkung ab, die Temperaturen stiegen Dienstag nachmittags stellenweise erneut auf 25 Grad an. Die Temperaturen werden weiter ansteigen; unter Einwirtung einer Störung über Schottland dürfte sich jedoch die Ges witterneigung in Böhmen neuerlich verstärken. Wahrscheinliches Wetter Mitt woch: In den böhmischen Ländern im ganzen hei ter, bis auf vereinzelte Gewitter oder Edauer in den höheren Lagen im Nordosten des Staates, trof fen. In der Slovakei und in Karpathoruzland vorerst noch ziemlich bewölkt mit Neigung au Regen fällen oder Gewittern, Nachmittagstemperaturen über 20 Grad, Nachttemperaturen um 15 Grad. zu verzeichnen. Es wird eine Zeit kommen, da sehr vom Bahnhof Prag- Bilo Präsident- Befreiers täter. Das ,, China Champaign Committee" ver Später auch dort Aufheiterung und Erwärmung. eifrig nicht von uns, sondern von Leuten, die heute dem Zuge der Zeit folgen"!- nach folchen Zeugnissen gesucht werden wird. Der Masaryk- Granit- Sarfophag. Montag Japans Londoner Militärattaché als Gewalt wurde der Sartophag zum ,, Denkmal der anstaltete eine Manifestation vor dem Gebäude 23etteraussichten für Donners der japanischen Botschaft und eine Protestver- tag: Wechselnd bis vorwiegend bewölkt, örtliche Gewitter nicht ausgeschlossen, Nachmittagstemperaturen sammlung im Hyde Park zu dem Zwede, um den um 25 Grad, Südwestwind. Boykott japanischer Waren zu fordern. Bei dieser Gelegenheit entriß den Händen einer Funktionärin ein Japaner Flugblätter und riß diese in Stücke. Die Polizei stellte in dem Japaner Ma Befreiung" transportiert. Zuerst beförderte man den unteren Teil des Sarkophag, der etwa 100 Meterzentner wiegt, am Nachmittag den oberen Teil, der 75 Meterzentner schwer ist. Militärtraktoren beförderten diesen 2.80 Meter Jangen Sarkophag, Soldaten und Arbeiter der staatlichen Steinbrüche waren bei der Montage be= Am Montag wurde vor Mitternacht in der schäftigt. Der Sarkophag wird im Mausoleum des Nähe der Kavalleriefaserne in den Schwarzen Fel- Dentmals der Befreiung" aufgestellt und der jor Tatamaschi, den Militärattaché der japani dern ein etwa 18jähriges Mädchen mit mehreren Deffentlichkeit ab 28. Oktober 1988 zugäng- schen Botschaft in London sicher. Auf Einschreiten Liebestragödie in Brünn Die Herren Söhne haben brennende Füße! Jebe Mutter beklagt sich immer nach den Ferien, daß der Herr Sohn brennende Füße hat, denn sie sagt, an ihm brennt alles. Kein Junge kann passende und entsprechend erzeugte Schuhe zerreißen, wie z. B. Bafa solche bringt. Deshalb besuchen Sie noch heute bie nächste Bafa- Verkaufsstelle und kaufen Sie Ihrem des Sekretärs der Botschaft wurde der Major in Junior das, was er fürs neue Schuljahr brauchtleichte, feste und bequeme Bafa- Schuhe. Riesenprozeß in New York Schußwunden aufgefunden. Sie wurde in das lid sein. Landeskrankenhaus gebracht und gab, als sie das Afrobatik auf Motorrad: zwei Tote. MonBewußtsein wieder erlangte, an, aus Brünn zu tag ereignete sich auf der Straße Groß- Herms- Freiheit gesetzt. sein. Ihr Geliebter, der 23jährige Musiker V. dorf- Odrau in Schlesien ein Motorradunglück. Konečný aus Husowiß hatte sie durch sieben Nach einer Unterhaltung in einem Gasthaus in Schüsse in die Brust, ins Gesicht und in die Hände Samis fuhren Emil Heitel und Hermann Malverwundet. Nach diesen Angaben wurde sie wie- cher, beide aus Klein- Hermsdorf bei Odrau, auf der bewußtlos. Kurz nach Mitternacht wurde einem Motorrade gegen 18 Uhr in der Richtung Konečný auf der Soběšicer Straße erhängt auf nach Groß- Hermsdorf. Nach Angabe von Augengefunden. Er hing an einer Wäscheleine und hatte zeugen vollführten sie auf dem Motorrad vercine automatische Pistole in der Hand, mit der er schiedene Kunststücke, wobei sie plößlich gegen sich die rechte Schläfe durchschossen hatte. Gegen einen Baum fuhren. Heitel wurde fünf Meter 4 Uhr morgens erlag auch das Mädchen den schwe- weit fortgeschleudert und war sofort tot. Auch ren Verlegungen. Die Beweggründe zum Morde Malcher erlitt sehr schwere Verletzungen, denen und alle näheren Umstände der Tat werden von er bald darauf erlag. der Polizei untersucht. Es wurde festgestellt: Konečný verkehrte schon längere Zeit mit der Brázdil. Am Montag vormittags tam er auch in ihre Wohnung und unterhielt sich mit ihrem Bruder. Abends ging er dann mit ihr tanzen und gegen neun Uhr verlieken sie das Tanzlofal. Bei der Kaserne fam es zu emem Streit, in deſſen Verlauf Konečný einen Revolver zog und sieben Schüsse auf die Brázdil abfeuerte. Anßerdem versetzte er ihr noch einige Messerstiche. Nach der Tat lief er auf die Soběschißer Straße und erhängte sich dort an einem Baum. Auf den Mord hat er sich bereits vorberei tet. Bisher ist nicht bekannt, warum Konečný, der als ruhiger, anständiger Mensch bekannt war, die furchtbare Tat verübte. Zwei USA- Bomber abgestürzt Im Laufe des Montag ereinigten sich in San Diego zwei große Unglücksfälle. Ein Bombenflugzeug des Mutterschiffes Saragota" iſt unweit des Rosedaler Flughafens abgestürzt. Die dreiköpfige Befaßung wurde getötet. Ein zweites Bombenflugzeug stürzte über der Bay von San Diego ab, wobei zwei Personen getötet und fünf schwer verlegt wurden, Zündender Blitz. Am Sonntag schlug der Blizz in die Wirtschaft des Josef Jana in Clunet bei Neuhaus ein. Troßdem aus der Umgebung fünf Feuerwehrvereine zu Hilfe kamen, brannte das Wohnhaus nieder, ebenso die Stallungen und die auf dem Boden untergebrachten Vorräte an Seu und Klee. Die Scheuer, in der die heurige Ernte untergebracht war, konnte vor dem Feuer bewahrt werden. Noch vier Bergarbeiter vermißt. Obwohl die Vergungsarbeiten auf der vereinigten Feldfundgrube noch andauern, konnte von den vier noch bermißten Bergleuten keiner geborgen werden. Sie müssen als verloren angeſehen werden. 102jähriger lebensüberdrüffig. In einem Dorfe in der Nähe von Gouzon in Frankreich versuchte ein n Mann, der im Alter von 102 Jahrer steht, Selbstmord zu begehen, indem er sich einige Male ein Messer in die Brust stieß. Her beieilenden Landbewohnern gelang es, die Durchführung des Selbstmordes zu verhindern Berkehrsflugzeug Genf- Lyon abgestürzt. In der Nähe des Genfer Flugplakes ist Montag abends das Verkehrsflugzeug Genf- Lyon abge stürzt. An Bord des Flugzeuges befanden sich ein Pilot und drei französische Reisende. Eine Berson fam ums Leben, drei Personen wurden lebensgefährlich verlegt. U ben Bejt wer rung noth bede der die müß fcher zu oder tver hop bor Sop erm ften Aeid febe dun des in Tich aud fen dan fen fer ftel mer Da nen gru tier run und Bef die So jin dod Di win nid ein me fun ich den Be bo M im fen na Tid Du ein 108 pr me bie mo die Ne 100 tpi fp för fid Str ne tpe ne de ge Яс New Yorker Stadtbeamte im Bunde mit Gangstern Montag begann vor dem Obersten Gericht York kontrollierte und dessen Haupt Hines bereits der Prozeß gegen den Führer des politischen seit dem Jahre 1911 war, von Rückwirkung ſein. Tammanyllubs James Hines, der einer der sen- Der Tammanyring oder die Tammany- Sociem ſationellsten Prozesse in New York ist und von entstand schon im Jahre 1789 als geheime politiſce dem man zahlreiche Enthüllungen über den Ein- Gesellschaft, welche ursprünglich konservativ war, fluß der Gangster auf Richter und New Yorker aber im Laufe der Zeit zu einer bedeutenden demotratischen politischen Organisation wurde. Bei ihrer städtische Beamte erwartet. In der New Yorker Gründung legte, fie fich den Namen Columbian interivelt glaubt man, daß der öffentliche An- Order bei, nannte sich aber später im Geiste der läger Thomas Dewey im Laufe des Prozesses Romantit Tammany- Ring" nach der legendären die Namen weiterer Beamter, Richter und poli poli Gestalt des Indianerhäuptlings der Delawaren. tischer Persönlichkeiten nennen wird, die in diese Bald erlangte die Geſellſchaft in der Stadt und im Affäre verwickelt sind. Bei der Eröffnung der Staate New York entscheidende Bedeutung und nüßte Verhandlung wurde das Publikum in den Ver- das berühmte Spoil- System" rücksichtslos aus, auf handlungssaal nicht eingelassen, weil sämtliche deſſen Grundlage diese Partei aus den Wahlen siegs Plätze von den Vertretern der Presse und von reich hervorging und sich alle öffentlichen Aemter bemächtigte. Dieses System führte oftmals zur 300 Personen beseßt waren, aus denen die Ge- Korruption; in den siebziger Jahren des vergange schworenen ausgelost wurden. nen Jahrhunderts flog um die Tätigkeit der Tom erlaubte Lotterie unter Mithilfe des bekannten, Maße an die heutige erinnert. Die Führer des Hines wird beschuldigt, eine geseßlich nicht many Society eine Affäre auf, welche im gewiffen Schulze" organisiert zu haben. Weiters ist Hines langten Funktionen mißbrauchten und nicht nur mit im Jahre 1935 ermordeten Gangsters Dutch Klubs Tweed, Swench und andere, welche die ers Ausübung von Druck auf Beamte und Polizisten, angeflagt, einer Bande dieses Gangsters durch die Hilfe von Bestechungen, sondern auch mit Terror darauf hinarbeiteten, den Wahlsieg zu sichern und durch Drohungen und Bestechungen Schuß ge- Stadt New York von vielen Millionen Dollars. zu erhalten, verursachten eine Verschuldung der währt zu haben. Hines wurde einstweilen gegen Dieses System dauerte von 1863 bis zum Jahre eine Kaution von 20.000 Dollar in Freiheit be- 1871, in welchem Jahre es schließlich gelang, die erhobenen Beschuldigungen nachgewiesen werden Führer der Gesellschaft dem Gerichte zu übergeben. lassen; wenn jedoch die Richtigkeit der gegen ihn Macht des Tammanyringes au brechen und die würde, fann er bis zu 27 Jahren Kerker ver- Dadurch verlor der Tammanyring ſeine Macht und urteilt werden. Gleichzeitig mit Sines sind die erlangte erst unter der Führung Grofers einen Gangster Abraham Weinberg und Martin Wein- neuen, so entscheidenden Einfluß, daß oftmals New traub, als auch der Advokat Pegre aus New York wurden. Einer der eifrigsten Gegner des TammanyDorfer Bürgermeister aus seiner Mitte gewählt angeklagt. Der Ausgang des Prozesses fann auf ringes ist Präsident Roosevelt, der in der Wahl die Politik des demokratischen Tammany- Klubs, lampagne gegen diese Organisation zu fämpfen der noch in den letzten Jahren die Wahlen in New hatte. no ip ge 2 re tu m fi m di 9 A t. HEHRÄÄ 0: i: A. 0 t h . Nr. 192 Mittwoch, 17. August 1938 Volkswirtschaft und Sozialpolitik Um die Existenzgrundlage der kleinen Hopfenbauern Arbeiterentlassungen in der Seidenveredelung Die Glasindustrie auf der Prager Herbstmesse 15.3 Prozent. Niedrigere Preise berzeichnen die Seite 5 Fertig- und Halbfertigivaren aus Gifen um 3.8 Klage über Oesterreich Prozent. In der Gruppe der Tertilien fam es zu einer weiteren Abschwächung der Preise bei Baumvolle um 3.1 Prozent und Baumwollgarn um 1.5 Prozent. Dagegen feftigten fich die Preise von überseeischer Schafwolle um ein Prozent, von Seide um 3.6 Prozent und Jute um 5.1 Prozent. Die Preise von Leinengarnen verzeichnen einen Rückgang um 6.6 Prozent. Kongreß der Internationalen Landarbeiterförderation Auf dem 8. Kongreß in Amsterdam wurde " Die Arbeiter in der Landwirtschaft, WaldDeutschlands größter Lyriker vor Goethe, Walther von der Vogelweide ( 1170-1230), fand im Kampf der feudalen Welfen gegen die demokratischen Ghibellinen eine ähnliche Situation bor wie heute. Auch damals war Wien vorübergehend von der Welfenpartei besetzt. Aus dieser Zeit stams men die etwa fünfzehn Lieder für Desterreich", von denen hier eine Auswahl folgt, die an Aktualität nichts zu wünschen übrig läßt, obwohl sie 800 Jahre alt sind. Sie wurden von Johannes Wüsten aus dem Mittelhochdeutschen übersetzt. I. Bien sprach zu mir: Nun leide ich zum Gotterbarmen. Walther, wie lieb war ich dir. In Würden ward ich frei und groß, Es lebte jeglicher Genog Seit Jahren sind Bestrebungen im Gange, Die Vereinigten Seidentvarenfabriken Geden Hopfenbau mit einem Netz von gesetzlichen brüder Schiel A.-G. in Römerstadt, die zu KonBestimmungen zu umschlingen. Diese Maßnahmen junkturzeiten über 2500 Arbeiter beschäftigte, werden vielfach durch internationale Vereinba- fündigen Entlassungen in größerem Maßstab an. rungen auf dem Gebiete der Hopfenproduktion Begründet wird diese Maßnahme mit der seit dem notwendig. Für die kleinen Hopfenproduzenten Anschluß währenden beträchtlichen Verknapnebeutet die Auseinanderseßung um den Inhalt þung der Aufträge. Die Einfuhr von Seidengar die nachfolgende Resolution beſchloſſen: der gefeßlichen Bestimmungen einen Kampf um nen ist nahezu um zwei Drittel und die Ausfuhr die Erhaltung und Sicherung ihrer Eristenz. Das von Seidengeweben um 40 Prozent zurückgegan wirtschaft und Gärtnerei sollen sozial und ökonomüßten sich vor allem auch die Vertreter des deuts gen. Die Schiel A.-G. den Hopfenbaues vor Augen halten, die vielfach 1937 insgesamt 175,5 gürte im ersten Halbjahr miſch nicht schlechter geſtellt ſein, als bie Arbeiter Kilogramm Seiden- in den anderen Berufen ihres Landes. Es ist die Maßnahmen geneigt sind, die tschechischerseits garne ein und exportierte 130.400 Stilogramm Aufgabe der Interessenten und ihrer Organisatio. ober seitens der Hopfenproduzenten empfohlen Seidengewebe. In der gleichen Zeit d. 3. sind die werden und eine schwere Schädigung der fleinen Einfuhren auf 69.800 Kilogramm und der Er- ben und durch entsprechende Veranstaltungen, in nen, in jedem Lande diese Forderungen zu erhe Hopfenbauern mit sich bringen würden. Das trifft bort auf 75.000 Kilogramm zurückgegangen. Die Zusammenarbeit mit den politischen Parteien und r allem auf die geplante Kontingentierung des Beschäftigung nähert sich heuer dem Tiefstand der Regierungen, für ihre Durchführung zu sorgen. Hopfens zu. Der Besitz des fleinen Hopfenbauern Jahre 1933 und 1984. In gleicher Weise ist es die Pflicht der GeAls Artusheld. Weh jetzt den Armen! ermöglicht nur dann eine Sicherung seiner Eri stenz, wenn er die Hopfenfläche nußen und die febgebung und der Regierungen die Organisatios Sich, wie vor Elend ich vergehe. gesamte Ernte zu einem entsprechenden Preise abnen der Landarbeiter gleichzustellen den wirt- Mein Dach verfault, es brödeln meine Wände. jezen kann. Wenn er aber, nachdem alle Aufwvenschaftlichen und fachlichen Vereinigungen der Ich weiß es, niemand kann mich fürder lieben. dungen gemacht wurden, nach der Ernte einen Teil Prag. Unter den Erportgruppen der Pra- Rohnämtern sollen die Landarbeiter in gleicher Landwirte. In Ausschüssen, Kommiffionen und Roß, Waffen, Silber hat man weggetrieben. des Hopfens nicht verlaufen kann, so würde das ger Meſſe nimmt die Abteilung der Glasinduſtric Weise repräsentiert sein, wie die Landwirte. Kein Kranz, den man bei mir noch wände, Kein Weib, das sich zum Tanz noch fände, in fürzester Zeit seinen vollkommenen wirtschaft- eine Sonderstellung ein. Die Beteiligung in dieser lichen Ruin bedeuten. Der Heine Hopfenbauer hat Gruppe der Messe hat von Jahr zu Jahr zuge- die Internationale Arbeitsorganisation nach Ab- weh! Der Kongreß begrüßt mit Anerkennung, daß zu Wien. auch nicht die Möglichkeit, den überschüssigen Hop- nommen und setzt die Weltgeltung der tschechosloII. fen auch nur ein Jahr aufzubewahren, um ihn walischen Glasindustrie ins rechte Licht. An der auf von vielen Jahren durch die Errichtung des dann bei einer eventuell geringeren Ernte verkau- kommenden Herbstmesse, welche vom 2. bis 11. Permanenten landwirtschaftlichen Komitees ver fen zu können. Der große Besizer kann ohne gröSeptember stattfinden wird, übersteigt die Zahl schiedene landwirtschaftliche Fragen behandelt hat. Mir graust es, wenn mich diese Lächler anlachen. gere Beeinträchtigung seiner Wirtschaft eine Um- der ausstellenden Firmen bereits beträchtlich hun- Der Kongreß erwartet, daß die Arbeit in diesem Genig ist ihr Wort, Galle ist ihr Herz. stellung in einem Teile seiner Wirtschaft vorneh- dert. Die der Glasabteilung vorbehaltene Fläche Komitee so gefördert wird, daß der Verwaltungs- Wahrer Freunde Lachen verdeckt nicht fremden men. Der kleine Hopfenbauer kann das nicht. im zweiten und dritten Stock ist voll besetzt; einige ben Stand gesezt wird, nicht nur die im Komitee 3st Tauter, wie das Abendrot, ankündend ein glücklich rat der Internationalen Arbeitsorganisation in Daraus ergibt sich, daß vom Standpunkte des lleis Firmen stellen auch im Rahmen der Kollektivnen Sopfenproduzenten die Kontingentierung exposition der Erportkonzerne aus. Gebietsmäßig Ferien, sondern die noch wichtigeren Fragen der bereits fertig behandelte Frage der bezahlten grundsätzlich abzulehnen ist. Statt der Kontingen ist auf der Messe am stärksten Haida- Steinschönau Ferien, sondern die noch wichtigeren Fragen der fierung foll eine planmäßige Anbauflächenreduzie- bertreten; es folgen Gablonz mit dem Iſergebirge. zur Festsetzung der Löhne auf die Tagesordnung Regulierung der Arbeitszeit und der Methoden rung, und zwar auf Grundlage der Jahre 1928 Tepliß- Schönau; aber auch Hütten und Glasfir- zur Festsetzung der Löhne auf die Tagesordnung der im Jahre 1940 stattfindenden Arbeitskonfe und 1929, vorgenommen werden, wobei nach den men aus Mähren, dem Böhmerwald, der SlowaBestimmungen des Hopfengefeßes vom Jahre 1984 fei ustv. find in Prag vertreten. Für die Glas- reng zu setzen. Der Kongreß begrüßt ebenfalls die fleinen Besitzer bis zu einem halben Hektar abteilung, welche auf das Ausland stets eine starke mit Anerkennung, daß die Internationale ArbeitsHopfenfläche von der Beschränkung auszunehmen Anziehungskraft ausübt, hat die Prager Messe die Arbeit in der Waldwirtschaft ihr Interesse für fonferenz durch Annahme einer Resolution über find. Es besteht jedoch die Befürchtung, daß es wieder eine Sonderwerbung durchgeführt. diese Arbeitsfragen gezeigt hat. doch zu einer Kontingentierung kommen könnte. Die Kontingentierung darf sich jedoch, das wollen wir heute nochmals mit allem Nachdrucke sagen, nicht auf Befiber mit einer Hopfenfläche bis zu einem halben Hektar beziehen. Wenn schon eine Verminderung der Sopfenmenge erforderlich ist, so möge man die Einschrän fung dort verfügen, wo sie möglich ist. Man schließe die Besitzer von über 50 Heftar AcerboDie Getreidegesellschaft fordert Einschränkung der Getreideanbauflächen Die Getreidegesellschaft richtet an die Landwirte das Ersuchen, die Anbauflächen für Weizen und Hafer im Wirtschaftsjahr 1938-39 wo möglich einzuschränken. Die Erhöhung der AnbauIndex der Großhandelspreise Die internationale Entwicklung in der Landwirtschaft, Waldwirtschaft und Gärtnerei in den Tetzten Jahren hat gezeigt, daß es im eigenen In teresse dieser Berufe liegt, wenn die Arbeiter in diesen Berufen auf dasselbe soziale und ökonomische Niveau kommen, wie die induſtriellen Arbeiter im gleichen Lande. An die Arbeiter in der Landwirtschaft, Waldund Gärtnerei in der ganzen Welt richMan erhält für 100 Reichsmart Markmünzen den, ferner Intellektuelle, wie Doktoren, Geistliche Fläche für diese beiden Getreidearten und die hier einen ernsten Appell zum Anschluß an die aus resultierende Notwendigkeit der Einlagerung Beamte und Angestellte mit einem Monatsgehalt hatte eine beträchtliche Verfeuerung der Lagerko- freien gewerkschaftlichen Organisationen, weil von mindestens 1500 Kč vom Hopfenanbau aus. ſten und Verluste beim Getreideerport zur Folge. deren Stärte eine unumgängliche Bedingung iſt Man verhalte ferner alle jene Hopfenbauern, die Angezeigt wäre dagegen eine Erweiterung der für die soziale und ökonomische Hebung der Landim Jahre 1934 mehr als ein halbes Hektar Hop Anbaufläche für Noggen sowie eine Erhöhung des jarbeiter." fengarten bebauten, strengstens dazu, daß sie die Geltarertrages bei Roggen. nach dem Hopfengesetz vom Jahre 1934 ungesetzlich bebauten Hopfenflächen wieder ausroden. Durch diese Maßnahmen würden Flächen frei, die eine Erweiterung der Hopfenanbaufläche bei den Der nach dem Stande vom 1. August ermitsozial Bedürftigen und bei jenen kleinen Hopfen- telte Inder der Großhandelspreise blieb fast unproduzenten, die seit 1929 ihre Anbaufläche um verändert und beträgt 733 gegenüber 734 im mehr als 50 Prozent freiwillig eingeschränkt oder Juli. Während der Nahrungs- und Genußmitteldie Hopfengärten überhaupt aufgelassen haben, er- inder von 728 auf 720 zurückging, blieb der Futs möglichten. Die Bewilligung des Neuaussages bei termittelindeg unverändert( 493) und der gesamte diesen fleinen Befibern ist dringend notwendig. Nahrungs-, Genuß- und Futtermittelinder verSie haben in der Zeit der Wirtschaftskrise ihren zeichnet ebenfalls einen Rückgang von 715 auf Nebenerwerb verloren und vielfach bis heute nicht 708; der Inder der Industriestoffe und Erzeugwieder Beschäftigung gefunden. Durch eine ent- nisse stieg dagegen von 754 auf 760. In der sprechende Vergrößerung ihrer Hopfenanbaufläche Gruppe der Metalle und Mineralien stiegen die fönnte ihr Lebensunterhalt doch einigermaßen ge- Preise von Gießereieisen um 1.4 Prozent, Kupfer sichert werden. Unsere Partei wird mit ganzer um 10.2 Prozent, Zinn um 7.4 Prozent, Blei um Straft für die Verwirklichung der hier besproche nen, für die fleinen Hopfenbauern dringend notwendigen Maßnahmen eintreten. Drei Millionen Sterne funkeln 100 rumänische Lei. 100 polnische Zloth 100 ungarische Bengö. 100 Schweizer Franken 100 franzöfifche Francs 1 englisches Pfund 1 amerikanischer Dollar 100 italienische Lire 100 holländische Gulden 100 jugoslawische Dinare 100 Belgas 100 dänische Kronen Schmerz, Ertvachen. Lacht wie ich! Oder kommt mir nicht zu nah! Achstets, wenn ich euch lächeln sah, Kam noch ein wahres Nein auf drei erlogne Ja. III. Herr über Desterreich, ich gehör' zu den einfachen Leuten! Auf jeden Ader gehör ich, nicht auf die Jagd. Ich Pann jetzt nicht reiten. Auch du verlangst nach dem einfachen Mann, Toch du weißt nicht, wie man ihn finden kann. Trenn' mich von ihm, und du machst mich leiden. Du hattest genug an Wälder und Heiden! Was ging dich unser Ungemach an!? Wir haben auch deinem Gemach nichts gefan. Seb dich davon! Es ist besser für beide. IV. Hab ich das nicht fein gemacht, Daß unter eine Krone zwei Deutſche ich gebracht, Das Reich so zu zerstören. Und unsere Macht zu mehren. Denn beider Opferstod ist unser Silberkasten Und jeder Pfennig fällt in unsern Schrein. Drum esset Hühner, trinket Wein, Und laßt die deutschen Gimpel- fasten. V. Ja, wenn Herr Walther fröche, Kč 543.695.17.10 548.50 598.50 668.50 78.95 Er wär' euch lieb und treu, 143.38 28.95 156.40 . 1597.64.80 490.638.1 | Wär Weizen und nicht Spreu. Doch singt ihr eins, sing ich schon drei. Und gleicht sich's auch wie Arsch und Mond, Ich singe dennoch, was ich will, Des Kurzen und des Langen viel, Wie man die tollen Hunde lohnt. Walther von der Vogelwveide. itfunken senden uns etwa so viel Licht zu wie Scheibchen. Ein Stednadelknopf aus zwei Kilo1100 Sterne der ersten Größenklasse. Der hellste meter Entfernung betrachtet, würde uns grade Ein Wort wäre noch zu dem soeben erlasseder Firsterne ist der Sirius", die Leuchtkraft so groß oder winzig klein erscheinen. Dieses lä nen Musterstatut für die Gebietsorganisationen der drei Milliarden Lichtblize am nächtlichen cherliche Etwas ist die Fläche, die alle Firsternder Hopfenproduzenten zu sagen. Es enthält zwar Der Sternenhimmel über uns wedt in Firmament ist, um es noch anschaulicher zu ma- puntte zusammengenommen einnehmen. Das gegenüber dem ersten Entwurf viele Verbesseruns einer sternentlaren Nacht oft die Sehnsucht, in chen, hunderttausendmal so start wie diejenige ganze Himmelsgewölbe umfaßt mehr als 41.000 gen, ist aber auch in der gegenwärtigen Fassung die Weite des Universums reifen zu können. des Sirius. Ein Stern von solcher gewaltigen Quadratgrad man erkennt leicht die außer noch vollkommen unzulänglich. Vor allem ent- Unendlich groß scheint die Zahl der Sterne am Strahlungsfähigkeit wäre ein wahrhaft glänzen- gewöhnliche Massenarmut des Weltenraumes spricht das Wahlrecht nicht den Grundsäßen einer Firmament zu sein. Jedoch wenn wir die sicht des Lichtgebilde, das vom nächtlichen Himmels- beim Vergleich dieser Größe mit der Fläche, die geheimen Wahl. Die Herabseßung der Zahl der beren Sterne zählen würden, wären wir sehr dom auf uns hernieder strahlen würde. Doch der die Gesamtheit aller Firsterne einnimmt. Die Delegierten ist entschieden zu verurteilen. Wäh- erstaunt festzustellen, daß von dem riesigen Ster- Glanz der Sonne, der Mutter allen Lebens und von den Sternen eingenommene Himmelsfläche rend bisher Gemeinden ztvei Vertreter hatten. nenheer nur 7000 mit unbewaffnetem Auge ge- Sterbens auf Erden, wie mächtig, wie überra- verhält sich nämlich zum ganzen Himmelsgewölbe werden jetzt viele ohne Vertretung sein. Das Sta- sehen werden können. Mit Hilfe der photographi- gend ist er im Vergleich zur Strahlungskraft wie 1 au 20,000,000,000.000( 20 Billionen). tut ist deshalb schon heute der Novellierung schen Technit allerdings wächst die Zahl der ein- aller drei Milliarden Sterne. Die Allgewalt der Diese gewiß überraschende Erscheinung ist mehr bedürftig. zein erkennbaren Sterne riesig an. Es laffen fich Strahlung unseres Tagesgestirnes ist oder minder jedem astronomischen Beobachter be=" auf diese Art etwa drei Milliarden Sterne un 100,000.000mal( 100 Millionen mal) träf- fannt. Verwendet man zum Beobachten ein Starke Zunahme neuer Gewerbe terscheiden. Groß, unermeßlich groß ist die Zahl tiger als die Strahlungsfähigkeit aller heute Fernrohr mit sehr starker Vergrößerung, also Das Institut für den Binnenhandel teilt der Sterne, doch noch größer ist die gähnende auch mit den feinsten astronomischen Hilfsmit einem sehr kleinen Gesichtsfeld, dann erscheint mit, daß im zweiten Vierteljahr d. I. die Anzahl Leere im Universum, in welche die Sternsonnen teln wahrnehmbaren drei Milliarden Sterne. der schwarze Himmelsgrund" äußerst spärlich neuer Gewerbe, insbesondere der freien Gewerbe, eingestreut find. Stecknadelknöpfe in je 100 Sti- Welche Fläche bedecken nun die Scheibchen aller mit Sternen befeßt. Machen wir zum Schlußz wieder start zugenommen hat; bei den freien Ge- lometer gegenseitigem Abstand veranschaulichen Firſterne am Himmel? Diese Frage stellt sich uns einmal ein kleines Gedankenexperiment. Würden werben ist die Anzahl der Anmeldungen weit grö- die ungemein spärliche Stoffverteilung. Die Ab- unmittelbar im Zusammenhang mit den obigen wir ein solches, allseitig bewegliches Fernrohr, ker als die Anzahl der Abmeldungen. In den stände, welche uns von den in Wirklichkeit riesi Betrachtungen. Die Sonne erscheint une mit das mit einem Fadenkreuz im Gesichtsfeld verSprengeln der Handelskammern in Breßburg, gen Sonnenbällen trennen, sind so gewaltig, daß ihrer enormen Strahlungstraft als Scheibe mit sehen ist, aufs Geratewohl in irgendeine Lage Böhm.- Budweis, B.- Bystrica, Eger, Kaschau, selbst mit Hilfe der mächtigsten astronomischen einem merklichen Durchmesser. Winkelmeßinstru- bringen und dann hindurchschauen, so würden Reichenberg. Olmüß und Prag sind in der ange- Instrumente bei stärkster Bergrößerung die ge- mente ergeben für den Sonnenball einen Ge- wir faum einen Stern treffen. Die leßtgenann führten Zeitperiode 4480 Gewerbe hinzugefom- waltigen Feuerbälle nur wie Punkte erscheinen, ſichtswinkel von einem halben Grab. Wäre die ten Bahlen sagen uns, daß man das Verfahren men, wovon auf die freien Gewerbe 1680, auf Aus Entfernung und Strahlungstraft lassen sich Sonnenfläche 100,000.000mal( 100 Millionen normalerweise zwanzigbillionenmal wiederholen die handwerksmäßigen Gewerbe 1215, auf die vielfach die wahren Durchmesser dieser Niesen- mal), Kleiner als ihre wirkliche Fläche es ist, müßte, um die Wahrscheinlichkeit zu haben, einen fonzessionierten Gewerbe 922 und auf die an punkte am nächtlichen Himmel abschäßen, neuer- dann würde sie uns grade die gleiche Lichtmenge der 3000 Millionen flimmernden Lichtpunkte einen Befähigungsnachweis gebundenen Handels- bings ist es sogar gelungen, auf der Mt. Wil zusenden wie die Gesamtheit aller Sterne. Im haargenau mit dem Fadenkreuz zu erwischengewerbe 713 entfallen. Die größte Zunahme zei- fen- Sternwarte in Kalifornien mit Hilfe des lektgenannten Falle müßte der Sonnendurch eine wirklich etwas mühsame Methode. Und doch gen wieder die( freien) Handelsgewerbe. Der Interferometers, eines der ſinnreichsten astronomesser 10.000mal geringer sein als ihr wirk- sind diese lächerlichen" drei Milliarden Lichtarößte Zuwachs ant neuen Gewerben bestand im mischen Instrumente, mehrere Durchmesser bi- licher Durchmeffer. Ein solcher Durchmesser punkte die Zeugen für die unermeßlichkeit des Sprengel der Sammer in Prag( 1503), der rekt zu bestimmen. Man hat Berechnungen an- würde unter einem Winkel von 0.2 Bogensetun- Weltenraumes, für die Entfernungen, welche in Stleinste im Sprengel der Kammer in Olmüß gestellt über den Gesamtbetrag des uns zuge- den erscheinen. Veranschaulichen wir uns einmal die Millionen Lichtjahre, in die Billionen von K( 127) Strahlten Sternenlichtes, Die drei Milliarden ein solches mehr als ich mächtige 3" Kilometern gehen. Martin, Ing. Seite 6 „Sozialdemokrat" Mittwoch, 17. August 1938 Nr. 19g Seku Ldebatten sind ebenso wichtig wie feste, bequeme und leichte Schuhe für die Schule Kroger feitunq *s sende« Meer, eine singende und wogende Masse, I die Bajonette drangen ins Gebälke, verbogen sich und ein einziger Mensch, Georg, beherrschte und| und die Decke sank weiter zusammen. Da ersetz« Versilmuna de»„Raskolnikow", die setzt aezeiat wird, betont da» Zeitlose und damit da» Aktuelle der Bor» läge: der Regisseur Joses von Sternberg läßt die Gestalten in modernem Zivil austreten, er deutet die übersinnliche Liebe Raskolnikow» zu der Dirne Sonja und den schliesslichen Sikhneweg nach Sibirien nur vorsichtig an— und konzentriert dafür daganze Interesse auf die Geschichte de» Verbrechen» und die Gestalt de» Täter»: diese» Ehrgeizigen, dessen Mut nur bi» zum Verbrechen reicht, diese» Verstandesmenschen, der seiner Selbstanalyse zum Opfer fällt, diese» gedemittigten Intellektuellen, dessen Not und Gefährlichkeit Dostojewski mit einer gerade heute wieder aktuellen Schärfe erkannt hat. Peter Lorre stellt den Raskolnikow auf den führte siel Eva saß auf dem Rathausbalkon un« weit von Georg, unter wehenden roten Fahnen. Äug' in Ange dem schwarzweissen Meer von Hüten und Gesichtern, das Antlitz auf die Tausende ge» richtet, die Georg» mächtiger, weit schallender Stimme zu hörten. Zuweilen belebte sich das Häuptermeer, Hände zuckten, Hüte flogen hoch und dröhnendes, schallendes Brüllen stieg auf zu den davoNjagenden, schweren Wolken. So viel war sicher: Pilsen hat Widerstand»geleistet, Pilsen hat nicht enttäuscht! Georg war wie ausgewechselt. So hatte sie ihn noch nie gesehen. Sein Gesicht, das sich mit solcher Zärtlichkeit zu ihr zu neigen pflegte, war jetzt hart, seine Stimme klang wie Erz, durchdringend, und jedes seiner Worte war fester Wille. Eva fühlte: da redet kein mechanisierter, verdriesslicher und übermüdeter Sekxetär von Beruf, sondern ein für die Idee begeisterter Mensch, ein Mann,,der sich restlos darbietet, denn er glaubt fest daran, dass der Weg, den er geht, der einzige ist, der zum Ziele führt— zu einer besseren und schöneren Zukunft für alle. So lauteten seine Sätze, die mit jener hinreißenden UeberzeugungSkraft gefüllt waren, die nur dem Glauben entspringen kann: „An Euch, Männer und Genoffen, die Ihr Ivie ich die Hölle der Kriegsfront miterlebt habt, will ich zum Schluss noch einmal das Wort richten. Es war an der italienischen Front. Trommelfeuer. Sechs Stunden lang duckten wir uns schon in einer unterirdischen Deckung. Sie war fest, lange genug hielt sie den fürchterlichen Erschütterungen stand. Aber dann begann die Decke zu bröckeln, ein Regen von Erde und Steinen fiel auf uns nieder, nur die Balken widerstanden. Plötzlich ein Krachen und die Wände schwankten. In solchen Augenblicken halten alle zusammen. . Wir stützten die Verschalung mit den Gewehren, Raskolnikow Dostojewski» Raflolnikow-Roman scheint unter den Werken der Weltliteratur da» zu sein, da» die Filmregisseure am meisten' anzieht. Nicht ohne Grund: er gibt kein zweite» Werk, da» Spannung und Charakterdarstellung so fesselnd vereint, da» psychologisch und intellektuell bi» zum Aeussersten—und dabei im Aufbau der Handluna ganz einfach ist. El gibt niemanden, der den„Raskolnikow" ganz versteht, aber e» wird keinen geben, dem er unverständlich erscheint. So ist diese» grossartige und abgründige Meisterwerk, da» Kriminalroman. Seelendarstellung und mystische Beichte in einem ist, eine unübertreffliche Filmvorlage. E» hat vor mehr al- fünfzehn Jahren einen expressionistischen deutschen Raskolnikow-Film(de» Regisseur» Robert Wiene) gegeben, der gespenstisch war und in seiner Art unvergesslich blieb- E» hat kürzlich einen französischen Raskolnikow-Film gegeben, der Dostosewski» Roman stilvoll nacherzählte und ein bisschen historisch au»sah. Die amerikanische Lin treuer Wächter Bar einer Passage auf dom WenzelSplatz hält ein junger Schäferhund Wacht neben dem leeren Jnvalidenwagen seine« Herrn. Ein Rassehund, lange Schnauze, schlank und beweglich, fällt er jedem aus, der vorübergeht. Schon haben ihn auch die Chauffeure, die gegenüber der Passage parken, be- merlt und gruppieren sich um ihn. Doch da» Tier lässt niemand an sich heran. E« schnellt empor, sowie nur jemand den Versuch unternimmt, sich dem Wagerl zu nähern. Kein Lockruf, auch kein Leckerbissen wirkt: der Hund ist unzugänglich. Da steht er, umgeben von Menschen, die an ihm Gefallen finden, ihm Gute» schenken wollen, und hat nur Sinn für da» Wagerl seine» Herrn. Jetzt springt er link» hoch, dann recht», überall wittert er Gefahr. Eine grosse Fliege wird im Sprung geschnappt, einem allzu zudringlichen Chauffeur ein scharfe» Gebiß entgegenfletscht, so dass der starke Mensch doch etwa» erschreckt znrückweicht. Die Flanken zittern vor Aufregung, schon glänzt da» Fell von au»brechendem Schweiß.„Lasst doch da» brave Tier in Ruh'", rät einer der Umstehenden und hat Erfolg, die Gruppe Menschen erweitert den Krei» um den Hund. M» nur noch ganz wenig ihren Spass an dem wachsamen Tier haben, der Hund seinen Wagen nicht mehr bedroht sieht, legt er sich beruhigt nieder. Da, mit einmal beginnt er zu knurren, springt auf, der Schweif ist eingezogen, die Ohren nach hinten gelegt, angswoll starrt da» Auge auf da» Geheimnisvolle, da» au» der Erde emporsteigt. Denn neben ihm öffnete sich eine AufzugStür und zwei Männer kommen, knapp bei dem Wagerl, auf die Erdoberfläche. Da» war für da» arme Tier doch zu viel. ES sprang zitternd zurück und liess sich von einem der Chauffeure nun beruhigend streicheln. Ganz nah schmiegte e» sich an den Mann und schaute ihn dankbar an. Al» sich die unterirdische Oesfnung wieder schloss, ging der Hund an seinen Platz zurück. So lag er, den Blick auf da» verdeckte Erdloch richtend^ schwer atmend, und erholte sich erst, al» endlich, gestützt auf einen Wärter, sein Herr zurückkam. Sturz von einem Baugerüst. Der 27jährige Maurer Josef Prochäzka au» Pankrae arbeitete an dem Hau« 483 in der Palackhstrasse, Karolinental. Während der Arbeit verwickelte sich ein Seil, Prochäzka wollte e» in Ordnung bringen, dabei fiel er drei Meter tief von dem Gerüst auf den Gehsteig. Er erlitt einen Beinbruch und wurde in» Krankenhau» gebracht. Ein Fußballspiel mit bösen Folgen. Der 16jäh- rige Lehrung Josef Salivar au» Prag Xlll wurde auf dem Sportplatz in Aysoian von einem Fußball an den Kopf getroffen, so daß er besinnungslos liegen blieb. 2m Krankenhaus konstatierte man eine Gehirnerschütterung. Er springt ab und verursacht LerkehrSunfall. Zu den Undisziplinierten gehört der l 8jährige Elektromonteur Ant. Brojovsky au» Nufle. Er sprang von der fahrenden Strassenbahn ab und gegen da» Motorrad de» Karl Roübiöek au» Alt- Benotet. Der Motorradfahrer kam mit seinem Rad infolge de» Anprall» auf den Gehsteig, stiess mit einem Passanten zusammen und stürzte. Zum Glück verletzte er sich nur leicht, der Monteur Brojovfky überhaupt nicht. Nur-da» Motorrad kam zu Schaden. Lebm-überdrüß. Die Hausgehilfin Karoline Turel verübte Selbstmord in der Wohnung ihrer Arbeitgeber in Bltbenffch. Warum sich die 28jährige durch Vergiften da» Leben nahm, bleibt ihr Geheimnis.— Der 88 Jahre alte Franz D v o r ä k erhängte sich in der Aotkolonie in Weleslawin. Er begab sich auf den Boden de» Hause», damit er unbeachtet bleibe und dort beendete er sei» Leben. Aubfluglzüge der StaatSbahnen vom 20. bi» 28. August. Von Eger nach HermSkreffchen für 898 fiö, nach dem Riesengebirge für 429 Kä, in den Böhmerwald für 829 KC, nach Lübochlla zu einem 14tägigen Aufenthalt für 889 XL, nach TrenSianskck Tepliee auf drei Wochen für 1619 Kä einschliesslich Kurgebrauch. Informationen im Referat der Au»« slug-züge, Prag, Basar, neben dem Wilson-Bahnhof. Nicht mit den Füßen denkt man! Füsse wollen sich, so oft e» nur geht, auiruhen können. Deshalb ist e» in den Vereinigten Staaten von Nordamerika eine alte Sache, dass Kinder im Schulzimmer in leichten Hau»- oder Turnschuhen sitzen. Kaufen Sie daher auch Ihrem Kinde leichte, elastische und gute Turnschuhe von Baka. Eine Schulklasse in Turnschuhm entspricht den Gesetzen der Hygiene und erhält die Füsse gesund. 199 Aus«Her Walt Wahlkampf in Amerika. Der Wahlkampf in 1 Amerika wird ja immer nicht nur mit großen hoch- i politischen Reden ausgewogen, sondern auch in For«' mens die in Europa die grösste Verwunderung erregen' würden, weil die Kandidaten sich wie Besitzer von' Jahrmarktsbuden benehmen. Den Vogel in dem. jetzt auSgefochtenen Wahlkampf hat bisher ein reicher Mühlenbejiher und demokratischer Kandidat Lee O Daniel abgeschossen. Er lockt nicht nur die Wäh« lermaffen an, sondern zugleich auch die Käufer für sein Mehl, und da» geschieht in folgenden Formen: er zieht durch alle Städte und Dörfer seine» Wahlkreise» und gibt— überall Konzerte. Er hat eine ausgezeichnete Jazzband gemietet, die weisse Hemden mit roieingesticktem Warenzeichen de» O'Daniel« Mehle» trägt. Er selbst tritt al» Sänger in diesem Orchester auf, die Chanson» sind eigen» zu diesem Zwecke komponiert worden, und ihre Texte variieren zwischen höhnischen Couplet» auf seine politischen Gegner, anderen, die sein politische» Glaubensbekenntnis in musikalisch gereimter Form zum Ausdruck bringen und wieder anderen, die die Vorzüge seine» Mehle» anpreisen. Um die Leute völlig auf seine Seite zu bringen, werden nach den musikalischen Darbietungen kleine Probemehlpakete unter die Anwesenden verteilt. Man kann sicher sein, dass Amerika Lee O'Daniel wählen wird. Drei Rekordbauten in Frankreich. Nicht weniger al» an drei Stellen werden zur Zeit in Frankreich alle Anlagen aufgeführt, die drei Rekorde der Bautechnik aufstellen. Zunächst wird der Leuchtturm von Oueffant völlig umgebaut und wird zum stärksten Leuchtttirm der Welt werden. Seine Leuchtstärke beträgt 899 Millionen Kerzen und er kann 89 Kilometer weit von den Schissen gesehen werden. In St. Michel wird da» grösste Observatorium Europa» gebaut, da» sich mit den 2.5 Meter Durchmesser seine» Riesenteleskop:» ohne weitere» mit dem grössten Observatorium der Welt, dem Mount Wilson-Observatorium in USA, wird messen können. Endlich aber wird Frankreich auch da» grösste Standbild Europa» haben. E» handelt sich um da» neue Marlen- Standbild, Rotte Dame du Suirk Coeur, da» im Rhone-Tal in Diai-Rillier aufgeführt wird. Die Statue tst mit dem Sockel 62.89 Meter hoch. Erste Schritte von der Mutter! Immer ist der erste Schulgang mit Träne» verbunden. JDlit dem ersten Schultage beginnt eigentlich da» Leben unsere» Liebling». Um ihm jedoch den Weg zu erleichtern, muss man ihm gute, zweckentsprechende und feste Schuhe mitgeben. Solche Schuhe bringt Baka in allen seinen Verkaufsstellen. Baka kennt die Formen der Kinderlühe und erzeugt auch die Schuhe so, dass sie da» Wachstum derselben niemals behindern. 199 Der grofie Tag Aus dem Roman K. J. Beneis „Der Triumphbogen" Der in tschechischen Kreisen und nun auch im Auilande gut bekannte Schriftsteller K. I. B e n e 6 stammt au» den Sudeten. Seinem bürgerlichen Berufe nach ist er Direktor der National« und Univcrsität-bibliothck. Seine Werke schöpfen au» den Tiefen der menschlichen Seele, durchdringende Scharffichtigkeit, intensive» Sicheinleben in die Geheimnisse der rätselhaften Menschenschicksale beherrschen seine Romane. Von seinen Büchern („Divie 8 kvetinami"—„Da» Blumenmädchen", „Dobrts ölovkk"—„Ein guter Mensch",„Ozä- ieni lidt"—„Erleuchtete Menschen" usw.) ist da» bisher bekannteste„Uloupentz jivoi"(„Da» geraubte Leben"), dessen deutsche Uebersetzung die deutsche Schauspielerin Elisabeth Bergner so begeistert hat, dass sie in der Regie Dr. Czinner» bereit» die Haupttolle in dem Film, der nach diesem Roman in London gedreht wird, übernommen hat. In seinem größten, vollkommensten Werke„Der Triumphbogen" will Bene» zeigen, wie sich da» tschechoslowakische Volk au» der unruhigen fiebrigen Nachkriegszeit zum bejahenden Selbstbewusstsein und zu optimistischer Lebenssicherheit heraus« gewunden hat. An den mannigfaltigen Schicksalen einiger Keiner, alltäglicher Menschen lässt er eine ganze wichtige Epoche, den ganzen Aufbau de» jungen Staate» an un» Vorübergleiten. Einer der Helden de» Romane», der junge begeisterte Georg Osttht, eilt nach Pilsen, um dort im kritischesten Augenblick der scheinbar unabwendbaren Spaltung der sozialistischen Bewegung da» Gewissen der Pilsener Parteigenossen aufzupeitschen. Diesen Tag vergaß Eva nie mehr. Den Pilsener Platz und die anliegenden Gaffen füllten achtzehntausend Menschen, ein ungeheueres, sau« Atmungsweg«..Verdavungiorgane. _ BAD HJHACQWCE.» JSr Herz. /Ihrs Nerven. | Verlangen Sie Prospekte durch ersten Blick ungewöhnlich, dann aber um so fesselnder und eindringlicher dar: al» einen halb genialen und halb verpfuschten Aussenseiter, weich und brutal, feige und swlz und hoffnungrlo» allein. E» ist eine sehenswerte schauspielerische Leistung, und die Szenen»wischen diesem Raskolnikow und dem lv-n Edward Arnold ganz undämonisch gespielten) Polizeiinspektor sind spannender al» die wildesten Filmabenteuer.—ei»— Marco Polo Der legend en untwobene venezianische Aaus- mann, dem e» im 18. Jahrhundert gelungen ist. eine Reise bi» nach China zu machen und von ihr sagenhafte Schätze und wunderbare Berichte nach Venedig zurückssubringen. ist zur Haupffigur«ine» Hollywoodfilm» geworden, der mit verschwenderischer Ausstattung prunkt: Kamele und Löwen, Geier und Adler, chinesische Tänzerinnen und die bekannten Statisten- Armeen(diesmal in mongolischer Aufmachung), wirken mit, man hat«ine chinesische Filmstadt auf« gebaut, man lässt ihre mächtigen Tore belagern— es geht, kurz gesagt, so zu, wie e» immer in jenen „großen" amerikanischen Filmen zugeht, die viel aufbieten müssen, um zu verdecken, daß sie un» eigentlich nicht» zu bieten haben. Denn die Geschichte, die hier von Mareo Polo erzählt wird, ist so kindisch und plump, dass man sie weder al» historische Romanze noch al» filmische Legende werten kann, sie bewegt sich mff dem Niveau de» billigsten Abenteuer-Schmöcker», und wenn MareoPolo hier da» Schiesspulver, die Spaghetti und die Kohle entdeckt, so ist da» wenigsten» noch amüsanter al» seine Liebergeschichte mit der chinesffchen Prinzessin und sein Kampf gegen den bösen Pekinger Minister, den er schliesslich eigenhändig stürzt— und zwar in die Löwengrube, die von der grausamen Exzellenz im Keller de»' Palaste» angelegt wurde, um dort die Geaner lo-zuwerden. Einem Teil de» Publikum» scheint da» Gemisch au» Grausamkeit, Albernheit, Süßlichkeit und Exotik, da» dieser Film darstellt, zu gefallen. Der kritische Bewachter kann nur sestftellen, daß e» schade um den Aufwand ist, der hier gemacht wurde, schade auch um den Einsatz eine» so stnnva- thischen Darsteller» wie Gary Cooper der hier den Marco Polo spielen muß. mit einer Partnerin Sigrid Gurte, welche al» chinesische Prinzessin Butterslv— Blicke und Flötentöne von sich gibt, -eil« filme in Pranr UcMsnIelfeSusem Urania:„Wie einst im Mai", Premiere.— Adria:„Sträfling Nr. 7117"(A.)— Alf»: „Marco Polo"(Am., Gary Cooper, S.(Butte).— Apollo:„Die heilige Lüge"(D., Pola Negri, H. Paulsen).— Avion-„Gecheimnir eine» alten Hau« seS"(D.).— Fcnix:„Das letzte Zigeunerliqer" (Ruff.).— Flora:„Beethoven-Konzert"(Nuss.). — Hollywood:„Raskolnikow"(Am.).— Hvizdo: „Sträfling Nr. 7117"(Am.).— Juli»:„Die heilige Lüge"(D.).— Kinema: Journale, Grotesken, Reportagen.— Koruna: Journale, Grotesken, Reportagen.— Lacerna:„Spanische Blockade"(Am. M. Carroll, H. Fonda).— Metro:„Fräulein Autor"(Am., Alice Jay, Br. Ritz),— Passage- „Spanische Blockade"(Am.).— Praha:„Die Dame in Grau"(D.).— Radio:„Konzert in Tirol"(D., H. Finkenzeller).— Staut:„Charlie Chan in Monte Carlo"(Am., W. Öland).— Svitozor:„Ich bin verliebt"(Am., Grace More, C. Grant).— Bclctrhy:„Ein weiße» Segei am Horizont"(Ruff.)..— Belvedere:„Ta» Kind zweier Mütter"(D., Fritsch, Dagovcr),— Beseda:„Geheimagent Nr. 18"(Am.. G. Cooper, M. Davie»),— Carlton:„Ein weisses Segel am Horizont"(Ruff.).— Illusion:„Die Seit der Walzer"(D.).— Lido II:„Der Sender im Panzerwagen"(Am.).— Louvre:„Der Adjutant Seiner Hoheit"(Tsch., V. Burian).— Motette: „Karriere mit Hindernissen"(Am.). ten wir also die Gewehre durch unsere Köpfe In' Stahlhelmen. Heute noch sehe ich e», wir stan« den einer neben dem andern, zu Säulen erstarrt, der schreckliche Druck verbog un» die Wirbelsäule, aber wir standen fest, mit verbiffenen Lippen, Schweiß rann an uns hinunter, wir harrten aut, jeder von uns wußte, wenn auch nur einer nach« läßt, so tvird die Deckung uns allen zum Grab. Damals harrten wir au», und auch heute liegt tt wieder an un», auszuharren, und diesmal sind wir doch nicht mehr in fremden Diensten, die Decke, die der Feind über un» zerstört, da» ist unser Staat, den wir un» um den Preis unerhörter Opfer er« kämpft haben, um frei atmen, uns frei enffvickeln und frei leben zu können und allen unseren Leu« ten da» zu geben, wa» ihnen nur die große und unsterbliche Idee de» Sozialismus geben kann: da» Recht allen, die Gerechtigkeit allen, die Gleichheit allen. Das, wa» damals dort gegolten haste, gilt auch heute hier. Nachzulaffcn, Kameraden, bedeutet alle» und sich selbst begraben. Kein ein« ziger von un» darf enttäuschen. Jetzt nicht! Ent« weder halten wir alle durch oder fallen alle!" Nach diesen Worten schien der ganze Platz' sich in ein Irrenhaus verwandelt zu- haben. Die Leute stürmten zum Rathau». Eva sah bestürzte, durch Leidenschaft entstellte Gesichter, geballte Fäuste, weit geöffnete Lippen, entsetzte Augen, betäubender Lärm riß an ihren Ohren, dann sah sie, wie Georg seinem Nachbar eine rote Fahne entriß und sie mit aller Kraft hin- und herschwenkte. Sie erhob sich, Tränen in den Augen. Achtzehntausend Kehlen sangen da» Lied, die Hymne der kommenden Menschheit, und neben ihr beugten sich feierlich Fahnen vor achtzehniausend entblößten Köpfen. Da» also war die Majestät de» Volke», au» der sich so viele ihre Fußkiffen zu vtachen bemühten! (Uebersetzt von Liza Cernoch.) Be, ua» bedtngunaen: Bet Zustelluna tnSSau» oder bet Bezug durch die Post monatlich K4 17.—. vierteljährig KS 51—, halbjährig KS 103.—, ganzjährig K8 294.—— Inserate werden lau Tarik billigst berechnet,— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.—Die Zeitungrfrankawr wurde von der Poft««. Telegraphendirektion mit Erlaß Nr. 18.809/VIIUW bewilligt.(Kontrollvostamt Praha LS.— Druckerei: JDrbi»“. Druck-. Verlag»- u. Zeituna»-A.-G.