Nr. 194 Freitag, IS. August 1938 18. Sahrgaag Spaltung das deutschen Katholizismus Dis Franco-Truppen am Ebro dezimiert Lion Blum Uber die deutschen Manöver Engländer in Wien verhaftet Um die Nachfolge Hllnkas Sozialdemokrat ge«tralo-san der Deutsche« so-raldemokratische« ArLeiterpartei w der rschechoslowakischen Republik Grschetut mit«usuahme de» Moutag tLglich seSH/«i»,el»ret» 7» Heller Nrdaktion u.Verwaltung: PmgXll., Fochova 62- Telephon 58077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl«er«. Prag Koossvsit gegen Deutschland „Zügellose Gewalttätigkeiten“ der Feinde der Demokratie „Wir könnten von Wirren in Uebersee nicht unberührt bleiben" Prag. Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika Roosevelt hat gestern selbst das Wort zu einer ernsten Warnung an die Diktaturstaaten ergriffen. Vor drei Tagen erst ist Staatssekretär Hüll in einer Rede gegen die Länder, die den Weg der Gewalt gehen wollen, aufgetreten, und er verkündete, daß die Mer« wältigende Mehrheit der Menschheit entschlossen ist, die Anarchie nicht zu dulden und dem Gesetz den Vorrang zu verschaffen. Diese Rede Hüll« hat in Deutschland erklärlichen Widerspruch ge- Amerika wird eine Zitadelle der Zivilisation bleiben „Wir können nicht verhindern, sagte Roosevelt, daß sich unsere Nation ein Urteil Mer die zügellosen Gewalttätigkeiten bilde, die in der Welt geschehen, sowie über die Angriffe auf die Demokratie, die Verletzung anerkannter Rechte des Individuums und die Leide«, denen schutzlose Nationen ausgesetzt sind." Mit diese« Worten, die selbst schon ein Urteil sind, wies Roosevelt die nazistischen Berwahrun» «en gegen, ihre. Kritiker zurück. Er bekannte. sich zu dm Idem der Zivilisation und der Bildung, die«ine Grenze zwischen dm Ratimen kennen, und«andte sich damit direkt gegen die nationol« sozialistische Doktrin» welche solche Grenzen zieht. Auf rein politisches Gebiet übergehend, sagte er dann: ,H« Amerika leben wir nicht mehr ans einem Lodgman widerlegt Henlein eine vernichtende Kritik en den natlonelpolltlschen Gesetzentwürfen der SdP welchem sein Mitarbeiter im Feuer der nazistischen Presse steht, ist sicher von größter Bedeutung. Nichts unterstreicht aber das Gewicht sei. ner Worte so sehr wie die Tatsache, die von allen Beobachtern Amerikas in den letzten Jahren fcstgestellt wurde: ES ist die Meinung de« amerikanischen Volkes, welche die Erklärung m der Staatsführer diktiert. Ein Volk von 120 Millionen reiht sich entschlossen in die Froill der Demokratie ein. Die Erklürungm Roosevelt« erfolgte» anläßlich seiner Promotion zum Ehrmdokwr der Universität von Kingston:. Der Präsident tagte einleitend, daß die Vereinigten Staatm nicht untätig zusehen würden, wenn Kanada von einer anderen Macht bedroht wäre.„Sie in Kanada", sagte er,„und wir in den Bereinigten Staatm können zum Glück mit klarer Aussicht alle Möglichkeiten erwägen, entschlossen, keinen Weg un versucht und keinen technischen Zweig unmtwickelt zu lassen, wa«, wenn sich unsere Hoffnungen erfüllen, zur Festigung deS Weltfrieden« beitrage« kann. Aber selbst wenn wir in unseren Hoffaun- gm getäuscht werden, könne» wi^wenigsten« sicher sei«, daß diese Hemisphäre eine starke Zitadelle bleib« wird, wo die Zivilisation sich zum allgemeinm Wohl entfalten kann." Soweit die Rede Kanada betrifft» wird sie von Wafhingtoner Stellen al« eine Ausdehnung der Monroe-Doktrin auf Kanada interpretiert. Prag. Die„BolkS-Jllustrierte" hat als erste« Blatt ein Gutachtm veröffentlicht, daS der bekannte frühere Politiker Dr. Rudolf Lodgman- Aum über die BolkSschuhgesehe der SdP verfaßt hat. Die Information der„BolkS-Jllustriertm" ist durch photographierte Dokumente einwandfrei belegt und so ist die Erklärung Lodgman« al« geradezu sensationell zu werten. Denn dieser Mann kann umt der SdP nicht mit dem Schlagwort„BolkSverräter" abgetan werden, mit dem sie alle Vernünftigen abzutun versucht. Lodgman hat sich sein Ansehen alS entschieden völkischer Politiker schon im alten Oesterreich erworben und sein Wirken als LandeShauptmmm in der sudetendeutschen RevolutionSregierung ist noch in guter Erinnerung. Lodgman« Bedeutung liegt aber nicht nur in feiner entschieden völkischen Haltung, son» dem auch in seiner Besonnenheit, seiner umfassenden Bildung und in der Klarheit seine« politischen Denk«». Wenn ein solcher Mann wir er die Volksschuhgesetze der SdP, tyen Unsinnigkeit durch die Karlsbader Forderungm noch übertroffen wird, als Humbug und Dilettantenarbeit ab- tut, wird sie mit ihnm vor denkendm und erfahrenen Mmschm in Hinkunft noch weniger Staat zu machen vermögm alS bisher. Dr. Lodgman weist in seinem Gutachten in den sechsundsiebzig Paragraphen der SdP-Ent- würfe nicht weniger al« einhundert« lech« Fehler'gegen die Logik, gegen die Sprache und gegen die j u r i st i s ch e S y- stemattk nach. Er beurteilt die SdP-Entwürfe vom strengen Standpunkt der Rechtswissenschaft und lehnt fast alle Bestimmungen der BolkSschutz- gesehe ab. Insbesondere beschäftigt sich Dr. Lodgman mit jenem Begriff der.Volksgemeinschaft", mit dem die SdP-Politik operiert: dieser Begriff beruht auf dem Zwang, der dem einzelnen Bolls- genossen für das Bekenntnis zur„Volksgemeinschaft" auferlegt werden soll, Das Bekenntnis zur Volksgemeinschaft soll nach den Volksschuhgesehen der SdP in nationalen Katastern festge funden. Auch dort hat man begriffen, daß Hülle Mahnung in erster Reihe dem Dritten Reick galt, das sich iiber alle moralischen Gesetze der Welt hinwegsehen zu können glaubt. Nun hat Roosevelt die Gedanken, die schon h HullS Rede enthalten waren, in noch schärfe- rer Form wiederholt. Daß sich der Repräsentant des mächtigsten Staates der Welt eine« Lande» mit 120 Millionen Einwohnern und mit uner- schöpslichcn Kraftreserven: gerade in einem Augenblick zu dieser Erklärung entschloß, in entferntere» Festlande, da« von Wirrm in Uebersee oder von Konflikt« unberührt bleibe« könnte. Im Gegenteil. Wir sind ein Gegen- stand deS Interesse« für die P r o p a g a n d a- zentrale und die Generalstäbe.n Uebersee. Durch unsere unermeßlichen Raturschähe, die große Ausdehnung unsere« Handel« und durch unsere gewaltigen Berteidigüng«- kräfte«erden wir, ob wir wollen oder nicht, zu einem wesentlichen Faktor deS Weltfrieden«." - Diese Stelle der Rede ist deutlich auf Deutschland gemünzt, über dessen eben enthüllte Propagandatätigkeit und Spionageor- ganisation in den Brreinigtrn Staaten die amerikanische Orffentlichkeit auf» äußerste erbittert ist. ES wird immer deutlicher, daß die Kluft zwischen den totalitären Staate« und dem demokratische« Amerika sich täglich erweitert. legt werden. Darüber sagt nun Dr. Lodgman: «Soll da» Bekenntnis" wahrhaftig sei«, so mutz eS wirklich au» freiem Willen abgegeben werden. Dann ist e« auch überflüssig, e« al»„Pflicht" fest- zulegen, sondern e» bleibe ein Recht de« Staatsbürger«, in dem inhaltlich fei« ganze« Wesen, feine Persönlichkeit, seine Treue zu einer Idee ringe- schloffen sein sollen." „Ist die Behauptung, Staat und Böller, hätte« einen Anspruch darauf, daß diese« Bekenntni« wahrhaft und unabänderlich sei, ein Widerspruch in sich selbst. Soll nämlich da« Beöenntni»„wahrhaft" sein, dann mutz e» dem W t l l e n de»„Bekennenden" entsprech« und e« mutz sich auch /ändern können, wenn sich dieser Wille geändert hat; soll e« aber „unabänderlich" fein, dann ist e« nicht mehr„wahrhaft",»venu sich der Wille tatsächlich geändert bat." «Die Fassung dr« Par. 1<„Da» Recht und die Pflicht") ist unmöglich:«tweder hat der Staatsbürger da« R e ch t, ein Bekenntnis abzulegen, oder er hat die P f l i ch t dazn; eine» schließt da« andere an«." „... atgesehm davon, daß sich solche Bestimmung« geg« die anhänglichsten„BolkSgenoss«" au«wirk« können, wodurch sie und ihre Nachkommenschaft für immerwähr«de Zeit« in eine ihn« seelisch fremde Volksgemeinschaft-ineingepreftt werd« können, bestimmt noch der Par. 81 Strass,lg« und stempelt tat Staatsbürger und Volksgenossen unter Umständ« zum Verbrecher. Wozu?" Zu dem SdP«Antrag über die Entnationalisierung sagt Dr. Lodgman, daß er, wenn er Gesetz würde, unabsehbare Folgen hätte. Auch zu den SdP-Anträgen, die die Selbstverwaltung der BolkSgruppenverbände betreffen, äußert sich Dr. Lodgman entschieden ablehnend, indem er sagt: „ES ist auch unmöglich, der national« Bertre- tnngSkörperschaft, wie die« in d« Paragraphen 4 bi« S geschehe, die Gründung von Pslichweriänd« anzuvertrauen(von Selbstverwaltung«-, Interessent» er- bändm und ander«). Da» ist C h a Zu de« Paragraphen 3 und 4 äußert sich Dr. Lodgman noch wie folgt: „ES ist nicht schwer zu erk«nen, daß. diese Bestimmung da« Wirtschaftsleben.lahmlegen würde. Bei jede« Saus und verkauf, bei jeder Besetzung einer Arbeitsstelle würde eine Panik entsteh«. da niemand sicher wäre, bis wohin Unbe- ruf«e eingreifm werden." DaS zusammenfassende Urteil LodgmanS Mer die BolkSschuhgesehe der SdP lautet: «ES ist a u S g e s ch 1 o s s e n, datz ein geordneter Staat eine solche Verwaltung einführen könnte, und eS besteht tatsächlich die Gefahr, daß eS der RegierungSkoalitlon nicht schwer fallen wird, die europäische Oeffentlichkeit zu überzeug«, daß ein Antrag einer solch« Verwaltung nicht eine Regelung der Nationalitätenprobleme bedeutet, sondern in daS Chaos führt, und e» ist deshalb unmöglich, daß er angenommen wird." Man muß sich vor Augen halten, daß die SdP seinerzeit init ihren Volksschutzgesetzen eine wüste Agitation betrieben hat und sie als die einzig mögliche Lösung' der Nationalitätenfrage in der Tschechoslowakischen Republik bezeichnete. Man muß aber auch bedenken, daß die Karlsbader Forderungen Henleins den Inhalt der Volksschuhgesetze der SdP noch erweitern und ihren faschistischen Zwangscharakter noch vertiefen. Wenn nun ein Mann von dem Rang Dr. Lodgman«, der sich zudem auf eine reiche Erfahrung in notionalpolitischen Dingen stützen kann, schon die Volksschuhgesetze der SdP als unmöglich und die Vorstufe zum staatlichen Chaos beurteilt, um wieviel mehr sind dann jene Grundgedanken der Karlsbader Forderungen abzulehnen, die die Irrtümer der Volks- schlltzgesetze noch erweitern! Aber eS ist wohl richtig, daß die SdP sowohl die VolkSschutzge- setze, als auch die Karlsbader Forderungen nicht zu dem Zwecke ausgestellt hat, die Situation des Sudetendeutschtums zu verbessern,' sondern zu dem Zweck, die auf die Zerschlagung der demo- kratischen Tschechoslowakischen Republik gerich- tcte Macht- und Kriegspolitik des rcichsdeut- fchen Rationalsozialismus zu unterstützen. Nur„wohlwollende Neutralität“ So wahr eS ist, daß die Politik autoritärer Staaten keineswegs ausschließlich oder auch nur hauptsächlich von den tatsächlichen Interessen von Volk und Land bestimmt wird, daß Meinungen, Stimmungen, Nerven der Diktatoren Entscheidungen herbeiführen können, die normalerweise nicht zu erwarten wären, so daß die Möglichkeit von Ueberraschungen die Staatsmänner der anderen Länder zu steter Wachsamkeit zwingt— man muß doch versuchen, die Wahrscheinlichkeit der nächsten politischen Aktionen der Diktaturstaaten zu errechnen. Das ist deshalb kein ganz müßige» Beginnen, weil auch die autoritärsten Staatsoberhäupter nicht ganz allein die Politik bestimmen, weil auch sie auf Ratgeber hören müssen, weil auch sie, mögen sie noch so sehr von ihrem Allwissen und ihrer Wegsicherheit überzeugt sein, ja doch Vorschläge, Rat, Warnungen hören, weil auch an sie die Meinungen verschiedener Interessengruppen herangetragen werden. Liegt auch die Entscheidung Mer Krieg und Frieden bei ihnen, so werden sie doch gerade deshalb, weil sie so militärgläubig sind, vor solchen Entscheidungen die Dieinungen der militärischen Führer hören. Man kann als gewiß annehmen, und das ist auch die Auffassung der Politiker aller Länder, daß die gegenwärtigen deutschen Manöver hochpolitische Bedeutung haben. Man braucht aber deshalb noch keineswegs der Meinung zu sein, daß sie schon die Bereitschaft zum Angriff sind. Sie sollen wohl, meint mit Recht Lion Blum, Druckmittel sein. Aber eS wird ebenso von der Ruhe und Festigkeit der Tschechoslowakei wie von der Haltung der Kabinette von Pari» und London abhängen, ob die mit diesen Manöver« bezweckte Wirkung auch erreicht wird. Daß au« den Manöver» mehr wird als kriegsmäßige Uebung, kann man aus mancherlei Gründen für unwahrscheinlich halten. Am 21. Mai hat sich nicht nur gezeigt, daß die Tschechoslowakei abwehrbereit ist, sondern auch — und zwar als unmittelbare Folge dieser Abwehrbereitschaft—, daß Paris, Moskau und London einem Angriff auf die Tschechoslolvakei keineswegs untätig zusehen würden. Und noch etwa» anderes hat sich gezeigt: daß Deutschlands Freunde, daß Italien und Polen keine Lust hatten, sich anders als neutral zu verhalten. Hat sich seither an der Haltung Polens und Italiens etwas geändert? Gewiß steht Polens Regierung der Tschechoslowakei nicht mit Mermäßiger Freundschaft gegenüber. Aber eS ist doch deutlich sichtbar, daß der polnische Außenminister Beck eifrig bemüht ist, einen Wall von Staaten zu schaffen, die in einem etwaigen kommenden Kriege neutral bleiben wollen. Und die nicht nur ungeschlvächte, sondern zusehends erstarkende Bauern- und Arbeiteropposition in Posen ist unbedingt und unbeirrbar demo» kratischl Man könnte nicht daS Land gegen den Willen der großen Massen der Bauern und Arbeiter in einen Kamps für einen Diktaturstaat führen.. Polen al« Verbündeter Deutschland» in einem Kriege gegen die Tschechoslowakei— da» ist kaum vorstellbar. Italien aber! Es ist doch mit Deutschland eng befreundet, von beiden Seiten lvird immer wieder die Achse Rom-Berlin als politische Realität gerühmt! Und dann sind beide Staaten noch mit Japan im Antikomintern-Pakt zusammengeschlossen l Drei große Militärmächte! Aber erst kürzlich, während des russisch-japanischen Grenzkonfliktes, hat sich, wohl sehr zur Enttäuschung Japans, erwiesen, daß dieses Antikomintern-Dreieck mehr eine ideologische als eine politisch-reale Sache ist. Und was Deutschland im Falle eine» Krieges gegen die Tschechoslolvakei von seinem Freunde südlich des Brenner zu erwarten hätte, hat sehr schön in einem in der Zeitschrift der Hitler-Jugend„Wille und Macht" veröffentlichten Aufsatz Gayda, der Direktor des„Giornale d'Jtalia", gesagt. Gayda, der als Sprachrohr Mussolinis gilt, hat zwar allerlei Ungünstige» über die Tschechoslowakei gesagt, auch behauptet, daß sie sich gegen Italien kait und feindselig verhalte und daß sie allein an der mitteleuropäischen Spannung schuld sei. Aber da» sind Freundlichkeiten für Berlin, die nichts ändern an der folgenden Erklärung, daß Deutschland im Falle eine» Kriege« gegen die Tschechoslowakei n i ch t a u f Italien» Waffenhilfe rechnen darf. Gayda schrieb: Seite 2 „ Welche Richtung auch immer in seinem Verantwortungsgefühl Deutschland seiner Politik geben will- Italien hat keine Vorbehalte zu machen. Die Politik woh I wollender Neutralität, die Italien gegenüber Deutschland während der letzten Jahre seines Nonflittes mit Oesterreich an den Tag legte, muß sich mit noch stärkerem Grunde im Fall der Tschechoslowakei wieder beweisen." Was hat Italien getan, als Oesterreich von Deutschland annettiert wurde? Es hat nichts getan, hat Deutschland gewähren lassen weil es sich offenbar nicht stark genug fühlte, diese ihm sehr unangenehme Machterweiterung Deutschlands zu verhindern, sie allein zu verhindern, denn die Westmächte waren auch nicht bereit, etwas dagegen zu tun. Also machte Italien gute Mine zu einem ihm gar nicht als schön erscheinenden Spiel und bewahrte„ wohlwollende Neutralität ne ar es im Falle der Tschechoslowakei„ mit noch stärferem Grunde" bereit. Es wird also keine Vorbe halte machen und Deutschland tun lassen, was es tun will. Aber zu mehr als zu„ wohlwollender Neutralität" und etwa noch diplomatischer Unterstüßung erflärt es sich nicht bereit! Deutsch Land stünde alfo- so zeigt sich wenigstens im Augenblick die Situation allein. Die Tschechoslowakei aber wäre nicht allein! Und eine solche Erkenntnis, ein so bitteres Wis zwischen einem großen und einem kleinen Nachbar wäre, allein zu sein, dürfte wohl doch friedensfördernd wirken. Freitag, 19. August 1938 Die Liquidierung Nr. 194 Ein Engländer in Wien verhaftet der lebenden Kräfted zum Gegenstoß vor. Die Francotruppen am Ebro dezimiert Spanischer Kriegsschaupla 1. greifen versuchte, wurde auf der ganzen Linie geDer Havas- Korrespondent meldet, daß in der schlagen. Südwestlich von Puebla de Alcocer, wo Sierra de Pandols fünf Kilometer füdöstlich von ee den Rebellen am Vortag gelungen war, sich auf Gandesa den ganzen Tag heftig gekämpft wurde. dem rechten Ufer des Zujar festzusetzen, wurden Die Franco- Truppen greifen in diesem Gebiete fie über den Fluß zurückgeworfen, die republikani. bereits länger als vierzehn Tage an. Man schätzt, fchen Truppen nahmen die Verfolgung auf, überdaß fie dabei in den letzten sechs Tagen 20.000 fchritten fämpfend den Fluß und bezogen Stellun Mann verloren haben. Die vierte Navarra- Divi- gen auf dem füdlichen Üfer. fion hat den Angriff eröffnet. Diese Division zählt Im Zentrum der Front, im Abschnitt Caboza mehrere Regulares- Abteilungen". Ihre Verluste del Buch, brachen alle feindlichen Angriffe im wurden allmählich durch das 16., 17. und 18. Fener der Republikaner zusammen. Die Regiemiert wurden. Diefen eilten unverzüglich biete Regulares- Korps ersetzt, welche gleichfalls dezi- rungstruppen behaupteten mühelos ihre Stellun 84., 105. und die 55. und 13. maurifche Brigaden gen, an einzelnen Punkten gingen sie auch hier zuhilfe. Der Kommandant der republikanischen Armee ist der Meinung, daß diese Schlacht für die Francotruppen die Liquidierung der lebenden Kräfte" bedeutet. Auf einem fünf Kilometer Inn- Toulouse.( Ag. Efp.) Seit vorigen Donners gen Abschnitt verfügen die Franco- Abteilungen tag weilen in Toulouſe Fliegerhauptmann Bigottüber 20 Batterien Gebirgsartilerie. Die Franco- Smith und Artilleriemajor Lejeune, die von der flugzeuge führen täglich etwa 30 Anflüge gegen britischen Regierung beauftragt wurden, ab 13. d. immer wieder zu Wassenangriffen an. Gestern untersuchen. Nun hat der spanische Konsul Alfredo griffen die Francotruppen im Abschnitte westlich Nistal den beiden Offizieren das Ersuchen der von Sierra de Pandols fiebenmal die republikani- spanischen Regierung übermittelt, die traurigen schen Positionen in der Nähe der Quote 705 an. Ergebnisse des jüngsten Flugangriffs auf Alicante Die Angriffe wurden jedoch durch das heftige festzustellen. Sie haben für Donnerstag zwei Feuer der Republikaner abgewiesen. Pläge in dem franzöfifchen Flugzeug bestellt, das nach Ballar in Afrifa geht. Da es in Alicante nicht landet, werden sie in Barcelona aussteigen und dort einige Zeit verbringen. Es ist möglich, daß dieser Aufenthalt benutzt wird, um das durch Invasionsbomben bereits völlig zerstörte fatalaDie britische Kommission untersucht fen, in einem Striege, der nicht bloß ein Striegie republikaniſchen Poſitionen durch. Sie fetten die Bombardements offener Städte in Spanien zu Aber auch die Stimmung der Be völkerung Deutschlands! lebereinstimmend erklären die Berliner Berichterstatter der großen englischen Blätter,„ Evening Standard",„ Daily Telegraph",„ Manchester Guar dian" z. B., daß deutliche Symptome der Unzufriedenheit und Unruhe sichtbar seien. Auch in autoritären Staaten nimmt man, auch wenn man das Volk noch so sehr als bloßes Mittel zum Zived betrachtet, doch mitunter auf die Volksstim mung Rücksicht. Es sei aber zugegeben, daß das kein entscheidender Friedensfaftor ist. was Der Manchester Guardian" erklärt wohl allgemein als richtig angenommen wird daß es in Deutschland eine Kriegspartei gebe, die auf einen Coup dränge, auch mit dem Risiko eines Krieges mit den Westmächten. Diese Kriegspartei warnt der„ Manchester Guardian", indem er sie aufmerksam macht, Chamberlains Erflärung vom 24. März nicht mißzuber stehen. Sie sei eine ernste Mahnung der englischen Regierung gewesen, sich nicht auf die Neutralität Englands zu verlassen. Die britische Regierung sei seither nicht um Haaresbreite von ihrem Standpunkte abgewichen. An der Estremadura- Front Francos Antwort noch nicht bekannt nur Mißerfolge der Rebellen Umschwung der Kriegslage an der Estremadura- nische Dorf Blanes zu besichtigen. Barcelona.( Ag. Efp.) Der radikale front zu Ungunsten der Rebellen hat sich am Mittoch fortgesetzt und verschärft. An keiner Stelle konnte der Feind auch nur einen einzigen Qua. dratmeter zugewinnen. An vielen Stellen gingen die Republikaner zum Gegenstoß vor, verdrängten den Feind aus seinen Stellungen und warfen ihn unter schweren Verlusten weit zurück. Mit besonderer Heftigkeit tobte der Kampf nördlich der Achse Castuera- Almaben. Der Feind, der auch am Mittwoch die Offensive wieder zu erDaladier ben bulunft| London. Von zuständiger Stelle wird mit geteilt, daß die angelündigte telegraphische Ins haltsangabe der Antwort des Generals Franco auf den britischen Plan zur Zurückziehung der Freiwilligen bisher noch nicht eingetroffen sei. Die Veröffentlichung der Note werde erit in einigen Tagen möglich sein. Devalvierung des Franc entschieden ents gegen. Deutschland Wien.( Neuter.) Der Kapitän Thomas Kendrick, der britischer Staatsangehöriger und Mitglied des britischen Büros in Wien für die Baßkontrolle ist, wurde auf Befehl der geheimen Staatspolizei verhaftet und im Hotel, Metropol" tonfiniert, wo sich die Wiener Zentrale der Gestapo befindet. Die Verhaftung erfolgte Mittwoch in dem Augenblid, als Kendrick, der in der Wiener britischen Paßkontrolle bereits 18 Jahre tätig ist, von Desterreich über Deutschland nach Großbritan nien zum Urlaub abreisen wollte. Der Grund der Verhaftung Kendricks wurde bisher nicht mitgeteilt. Der britische Botschafter in Berlin hat bei der Reichsregierung gegen die Verhaftung des Kapitäns Kendrick protestiert. Gerüchte um Halifax London. In der Weltpresse, insbesondere in den Vereinigten Staaten, waren Gerüchte verbreitet, daß Lord Halifax demissioniert habe. Alle diese Gerüchte werden als hinfällig bezeich net. Die Behauptung, daß zwischen Halifar und Chamberlain Konflikte bestehen, finde absolut teine Stütze. Mussolini inspiziert Pantelleria Rom. Eine Inspektionsreise Mussolinis nach Pantelleria steht im Mittelpunkt der Presse, die auf die strategische Bedeutung dieser zwischen Sizilien und Nordafrika gelegenen italienischen Insel hintveift. Mittivoch empfing Mussolini den Luftmarschall Balbo, der ihn über seinen Besu in Deutschland Bericht erstattete. Die arabische Terrorwelle in Palästina Jerusalem. Im Zusammenhang mit den lebten Zwischenfällen in Nablus wurde die Stadt vom Verkehr isoliert und für den Durchgangsver tehr gesperrt. Das Militär nahm eine gründliche Durchsuchung der Häuser vor. In Haifa wurden durch einen Bombenanschlag auf ein mit Arbeitern einer Elektrizitätsgesellschaft besetzten Autobus sechs Juden verletzt. Bei Betachtikvah und unweit Ramallah wurde je ein Araber von Terroristen erschossen. Sie wurden als Verräter der nationalen Sache bezeichnet. Die Telephonverbindung Beirut- Damastus ist seit Dienstag unterbrochen. Um die Beilegung des Marseiller Streiks Baris. Arbeitsminister Ramadier empfing Donnerstag separat eine Delegation der Marsailler Hafenarbeiter und eine Delegation ihrer Arbeitgeber. Zweck der Beratungen mit den De= legationen war die Erleichterung der Arbeit der paritätischen Kommiffion, welche bereits zusam mentreten sollte, die aber bisher nicht einberufen werden konnte. Die Schweiz und die Flüchtlingsfrage gegen die Währungsunruhe Baris. Ministerpräsident Daladier Pressevertretern eine Erklärung ab, in welcher er beantragt Luftpaktverhandlungen? sagte: Mit Rücksicht auf die internationalen London. Daily Expreß" meldet aus BerWenn die Sprache der Tatsachen etwas ver- Schwierigkeiten, deren Bedeutung übertrielin, daß die deutsche Regierung auf diplomatischen mag, wenn Warnungen etwas vermögen, wenn Wege in London fragen ließ, ob der britische also die Gewißheit, in einem Striege allein gegen eine Unruhe bezüglich der Luftfahrtminister Sir Kingsley Wood eine Eineine gewaltige lebermacht zu stehen, vor einem verschiedener Währungen kund. Gleichzeitig hat ladung zu einem Besuch in Berlin annehmen Bern. Es wurde festgestellt, daß in den vers solchen Wagnis abzuschrecken vermag, dann darf sich auf der Mehrzahl der europäischen Märlite der würde. Der„ Daily Expreß" meint, daß es sich gangenen Monaten über 1000 aus Deutschösterman auf die Erhaltung des Friedens Antauf von Gold und die Goldhørtung bedeutend um ein Flugabkommen handeln würde. Deutsch reich kommende, fast ausschließlich jüdiſche erhöht. Die für das Land unerfreuliche Goldhor- land erkläre, es lönne einer Begrenzung seiner Flüchtlinge in die Schweiz eingereist sind. Nachtung ist für diejenigen, die sie durchführten, ein eigenen Militärluftfahrt so lange nicht zuſtim dem sich die schweizerischen israelitischen Stonareenttäuschendes Beginnen. Soweit men, als irgendeine andere Nation, insbesondere gationen bereit erklärt haben, für die Beistellung 80 Bomber über Hankau es sich um die französische Währungseinheit han- Sowjetrußland, außerhalb eines solchen Abtom- der finanziellen Mittel für ihren Aufenthalt und Hankau.( Havas.) Die Chinesen melden, delt, sind die zum Ausdruck gekommenen Tendendaß Mittwoch nachmittags bei einem Anflug von zen Folgen dieser Beunruhigung und wurden 80 japanischen Flugzeugen auf das Gebiet der durch Gerüchte verschärft, welche teils von einer Städte Wutschang und Hankau 300 Bomben ab- Devisenkontrolle, teils von einer geworfen wurden, durch die mehrere hundert Per- ne uen Devalvierung des Franc fonen getötet oder verletzt und eine große Anzahl zu berichten wußten. Die französische Regierung von Häusern zerstört wurden. I stellt sich sowohl der Devisentontrolle als auch der rechnen. 49 Zwischen Mann und Kind Roman von Lili Körber „ Na, was ist schon dabei? Er hat das alles sehr gut fapiert, viel besser als du... und er hat mir recht gegeben... Natürlich wäre es eine Gemeinheit von James gewesen, wenn er das getan hätte... Wir haben auch Pläne mitein ander geschmiedet, wenn ich ganz in Wien bleibe, einen Stiausflug verabredet, leider wird jetzt nichts draus..." Gott sei Dant!" fuhr es Frau Martha fast über die Lippen. Mein Gott! Wie hatte sic auch Stanzi allein mit den Buben laffen können! Ein Glück, daß James sofort gelommen war! Dann fiel ihr ein: „ Deswegen hast du Werner auch den Stianzug gekauft?" " Nein, den hat er sich selbst gekauft. Wie wir so aufrichtig miteinander sprachen, tlagte er mir sein Leid... ihr hättet so wenig Geld... er war sogar so anständig, wollte mir die Krawat tennadel, die ich ihm mitgebracht habe, zurild geben, sagte, ein Stianzug sei ihm lieber. Und weil er so nett war..." Und den Wintermantel für Franal hast du auch gekauft?" „ Nein, Martha, entschuldige, daran habe ich nicht gedacht. Das hat James getun. Er fragte den Buben, was er sich wünsche, und da sagte er..." Schöne Dinge!" Frau Martha preßte die Hände ineinander!" Die Knaben Faben euch also .richtiggehend angebettelt!" „ Sag' doch nicht„ Knaben", das Ilingt so schriftdeutsch, Schiller:" Geh', wenn du willst, nur lasse mir den Knaben." Und warum angebettelt? Wir sind Schwestern, Martha, das ist doch natürlich? Warum hast du mir nicht gesagt, daß es bei euch knapp zugeht? Wenn die Steffi nicht Geld verlangt hätte..." „ Was! Die Steffi hat auch was verlangt?" " Ja, aber bitte tu' so, als ob du nichts weißt. Sie hat mich gebeten, sie nicht zu verraten. Weil du stolz bist. Ich habe mich jetzt nur versprochen." „ Das ist doch entsetzlich! Wieviel hat sie von dir bekommen?" Ach gar nichts, eine Kleinigkeit. Ich glaube, es waren 200 Schillinge. Dann hat ihr auch James etwas gegeben..." „ Jetzt verstehe ich, woher alle die Vorräte in der Speisekammer tommen. Und sie wollte mir einreden, sie fämen von ihrer Nichte aus dem Burgenland. Das schien mir sehr unwahrschein lich, und Franzle Verschwörermiene... Aber Stanzi, das ist mir direkt peinlich..." " Stanzi schob den Lack weg und stand auf: Martha, wenn du wüßtest, wie peinlich es mir ist, daß es dir peinlich ist! Wir sind doch Schwestern! Warum ist es nicht richtig gut zwi schen uns? Jeßt, wo die Eltern und die armen Brüder nicht mehr da sind? Du hast mir auch von Geßler nichts erzählt! und deine Kinder! Ich werde niemals, niemals melche bekommen, und du bist zusammengezuckt, als ich dir sagte, ich hätte mich mit Werner angefreundet!" „ Nicht das, Stanzi... Aber du haft ihn doch behandelt, als wäre er erwachsen..." " Ich behandle niemand, Martha, ich bin immer ich selber, ich kann niemand behandeln, deswegen machen alle Leute mit mir, was sie wollen. Willy und dann auch James... Siehst du, wie er padt... tattvoll, aber hartnädig. Hast du den Pantoffel gefunden. James?" „ Ja, Stanzi, ich glaube, Sie müssen sich mens bleibe. Unruhen in Mexiko Megito. Im Staate San Luis Potosi follen neuerdings Unruhen ausgebrochen sein, u, zv. soll es sich um Anhänger des geflüchteten General Cedillo handeln. Das Kriegsministerium hat jo fort Maßnahmen zur Niederwerfung eingeleiet. anziehen, ich habe Ihr Reisekostüm herausgelegt..." „ Hörst du, Martha? Ich muß mich anziehen." " Ich freue mich, Stanzi, daß zwischen euch wieder alles gut ist und du ihm auch die Sache mit... mit Willy nicht weiter nachträgst!" " Nein, ich trage sie ihm wirklich nicht nach, Martha, ein bißchen trage ich sie ihm natürlich nach, weil ich mich so furchtbar blamiert habe. Daß er immer die schöne Rolle hat, das bringt mich aus der Fassung! Weißt du, was er mir gesagt hat? Daß er schon deswegen mit Willy nicht gesprochen hat, weil er die ganze Sache nicht ernst nahm. Ist es nicht schredlich für eine Frau, wenn ihr Mann so gar nicht eifersüchtig ist? Da macht das Flirten nur halben Spaß!" " Stanzi, bitte, bitte, spiel' doch nicht so mit immer bemüht zu tun, als wäre ich nicht eifersüch James, ich verstehe ihn so gut, auch ich habe mich is, nur ist eine Frau nicht ſo ſtart wie ein Mann die Weiterreise besorgt zu sein, werden die Kantone die Flüchtlinge zu einem vorübergehenden erwerbslosen Aufenthalt auf ihrem Gebiete dulden. Die Schweizer Grenzorgane sind aber angewiesen worden, aus Deutschland kommende Personen, die ohne genügende Ausweise in die Schweiz eindrin Igen, wollen zurückzuweisen. „ Reg' dich doch nicht so auf. Die Haupts sache, es flappt. Ich freue mich sehr, Martha. Martherl, sag' mir die Wahrheit, bevor ich mich umziehen gehe, hast du diesen Geßler gern? Du bist rot geworden, Martha, sogar die Ohren. Also ist es wahr. Gott sei Lob und Dant. James höre, sie ist verliebt. Martha, endlich wirst du ein Mensch. Seid ihr wirklich noch per Sie" oder habt ihr euch nur vor mir verſtellt?" ich kann nicht darüber reden, sei nicht böse, ich bin " Stanzi", sagte Martha mühsam, schau', nun einmal so, und ich weiß nur, daß ich froh bin, weil er mir gut ist und ich teine unangenehmen lleberraschungen mit ihm haben kann... davor fürchte ich mich so... die meisten Männer... auch die Frauen... find so unberechenbar, man versteht nicht, warum sie dieses oder ienes tun... das ist so quälend... bei ihm ist fühl, daß er mich braucht..." alles ruhig und klar und ich habe auch das Ge„ Wirklich, Martha, kann man jemand lieben, weil er einen braucht?" und manchesmal bin ich aus der Rolle gefallen. Er ist so ein guter Mensch und er ist dein Schickfal.... Ich glaube... ich liebe immer nur die, Ja, gelt, Martha? Das ist es! Ich glaube, die mich brauchen..." man kann gar nicht aus seinem Schicksal heraus. ,, Ach), tie merkwürdig. Bei mir ist es ges Wie heißt es doch bei Goethe:„ Nach dem Gesez, rade umgekehrt. Aber daß ich jetzt deine Vers nach dem du angetreten..." Das hab' ich auch lobung nicht feiern tann, wegen James... Wie eingesehen. Und ich vehre mich auch nicht mehr. gefällt er dir eigentlich, Martha? Hat er sich in Du siehst, ich gehe mich umziehen. Auch damit den sechzehn Jahren sehr verändert? ich merke habe ich mich abgefunden, daß ich leine Kinder es nicht, mir ist er schon als Bräutigam wie ein mehr bekomme. Tu hast gehört, was dein Geßler Greis vorgekommen. Aber er sieht doch ganz apart gesagt hat: Mit einem anderen Manne" aus, nicht? Er spielt eine große Rolle bei uns, ja, James, ich gomme gleich", mit einem anderen veißt du. Sogar Staatsmänner beraten sich mit Wannes. Der andere Mann, er wollte keine ihm. Er ist diplomatisch.. Mir hat er auch gesagt, geschiedene Frau, das iſt drüben nicht so einfach er sei eigentlich geſchäftlich hergekommen... wie bei uns... ja, wenn ich Witwe wäre wie damit ich mir nicht soviel einbilde. Wo ist mein du... Gleich. James. Martha, nun bist du mit grüner Jumper? Selant ist er. Sie sind selam. dem Geßler verlobt, Werner hat ihn zur Rede James. Nein, ich weiß nicht, wie man das euglisch gestellt..." sagt... das gibt es nur in Wien..." " Was... wieso... wieso zur Rede ge= stellt..." ( Fortsetzung folgt) Nr. 194 Freitag, 19. August 1938 Scite 3 Sudetendeutscher Zeitspiegel Ein enttäuschter Kamerad! armer Starpathendeutscher, Johann Weber, von Beruf Schuhmacher, geboren am 25. Dezember 1902, wohnhaft in Dreglerhay, Bezirk Kremnitz, Mitglied der„ Karpathendeutschen Partei", Mitgliedskarte Nr. 8018( Gau Preßburg), Mitglied des Deutschen Kulturverbandes", Sarie Nr. 293, war dieser Tage in der Kanzlei der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in Rumburg und gab dort zu Protokoll: " Warum nicht so? bulbet, sondern uns achtet, uns Bflichtet und Rechte in vollem Ausmaße gewährt." ein Sazz, der ebenfalls in dem erwähnten Artikel Dem wäre nichts hinzuzufügen als vielleicht steht und nun ganz gewiß nicht auf die Sudetendeutschen, wohl aber auf die SdP angewendet werden kann: ,, Wäre auf unserer Seite eine staatsfeind liche Einstellung vorhanden, dann allerdings könnte und kein Minderheitenamt und fein guter Wille des rumänischen Mehrheitsvoltes helfen." Großgrundbesitzer Kinsky beweint die Armen Die Deutschen Rumäniens zum Minderheitenstatut ( mh) Anläßlich der Ernennung eines Genes ralfommissars für Minderheiten in Rumänien beröffentlicht das Siebenbürgisch- Deutsche Ta geblatt" einen Leitartikel, der sich Volt und Staat" betitelt und aus der Feder des Hauptschriftleiters dieser Zeitung, Alfred Hönig, Er ist verheiratet, hat Frau und Kind und stammt. Gewiß sind die Probleme der deutschen roch seine 75jährige Mutter zu erhalten, hat ein Minderheit in Rumänien nicht gut mit jenen zu kleines Holzhaus, das jetzt wegen einer geringen verglichen, vor denen die Deutschen in der Tsche= Schuld versteigert werden soll, und ist arbeitslos. choslowakei stehen. Einen solchen Vergleich macht Nachdem er gehört hat, daß jest so viele su auch niemand außer gewiffen Herrschaften um detendeutsche Arbeiter in Deutschland arbeiten die Zeit", die die Ernennung des rumänischen und im Grenzgebiet, besonders im Niederland, Minderheitentommissars zum Anlaß nehmen, um schon Mangel an Arbeitskräften und Qualitäts- darauf hinzuweisen, wie fortschrittlich die Bukaarbeitern ist, machte er sich mit den letzten Kronen rester gegenüber der Prager Regierung sei. Wer auf den Weg, um im Niederland Arbeit zu fin- die wirklichen Verhältnisse kennt, weiß jedoch, daß den. In Rumburg war er im Büro der Sdp, die Tätigkeit des besagten Kommissars den Min beim Bund der Deutschen und bei den Funk- derheiten in Rumänien erst einige fundamentale tionären vom Deutschen Kulturverband. Nicht die Rechte einräumen soll, welche z. B. die MinderTatsache, daß er keine Arbeit und von diesen heiten in der Tschechoslowakei bereits besigen. Ein Stellen nicht einmal eine Empfehlung an irgend ganz kleines Beispiel für das Verhältnis von einen Kameraden Unternehmer erhielt, hat ihn so Staat und Minderheiten in Rumänien: das enttäuscht wie die Behandlung, die er als Star- Siebenbürgisch- Deutsche Tageblatt" lann als pathendeutscher von Sudetendeutschen, von seinen seinen Erscheinungsort nicht Hermannstadt anges Kameraden, erfahren mußte. Viele Stunden war- ben, sondern muß„ Sibiu- Hermannstadt" schreitete er, um mit einem zuständigen Kameraden zu ben. Troßdem und hier möchten wir den Hersprechen. In der Nacht um 10 Uhr wurde er mit rer von der Zeit" allerdings dringend raten, emer llnter st üßung" von Kč 1.50 doch einen Vergleich zu ziehen trotz auf die Straße geschickt. Obwohl man dem finden sich in dem erwähnten Leitartikel des ficht, daß er einen verkrüppelten Fuß hat und für siebenbürgisch deutschen Blattes Säße, die von Landarbeit untauglich ist, wurde ihm empfohlen, felcher Gutwilligkeit und Vernunft zeugen, daß jich beim Bauern Feldarbeit zu suchen oder bet wir sie unserer Deffentlichkeit nicht vorenthalten teln zu gehen, denn jetzt gehen so wellen. Es heißt dort u. a.: gar Leute betteln, die noch besser aussehen als er". Das wurde einem Menschen gesagt, der noch nie gebettelt hatte! Er hai jetzt einmal die schönen SdP- Versammlungsversprechungen praktisch erlebt und ist geheilt davon. Die englische Delegation in Brünn. Die Delegation von Mitgliedern der Labour Party und der Gewerkschaften und Genossenschaften Englands lam auf ihrer Reise durch die Tschechoslowakei am Mittwoch nach Brünn. Sie wurde von den Vertrauensmännern der deutschen und tsche chischen Sozialdemokratie begrüßt, besichtigte die Einrichtungen der Stadt Brünn und der Arbeiterbewegung und waren am Donnerstag mit den Vertrauensmänern der Partei, der Gewerkschaften und der Genossenschaften Brünns bei einer Feier vereinigt, die zu einer eindrucksvollen Kundgebung für die Demofratic wurde. ,, Unfare deutsche Volksgruppe... liefert ihrer feits eine... Voraussetzung zu erfolgreicher Ar. beit: den guten Willen in diesem Staate und für diefen Staat zu ar. beiten( im Driginal gesperrt!) und die Befriedigung unserer Ansprüche als Bolt im Rahman dieses Staates zu finden. „ Das Bekenntnis des Deutschtums in Numänien zu seinem Heimatsstaat ist für die Stellung unferes Landes in der Welt wohl nicht ganz un wesentlich. Oder follte es nicht von Bedeutung sein, wern inmitten der tausend Gegensäge und Ron. fliktsmöglichkeiten Europas eine Volksminderheit mit letter Klarheit und unzweidentigkeit sich für diesen Staat und für seine Grenzen bekennt? ,, Wir wollen, daß das Mehrheitsvolt, dem unbestritten die staatsführende Rolle zufällt, uns in unserem gemeinsamen Vaterlaube nicht nur Spaltung des deutschen Katholizismus Innitzers Kampfansage Konferenz von Fulda gegen Innitzer Der deutsche Katholizismus befindet sich in bet würden dem Nationalsozialismus Männer in einer schweren Strife, die für ihn und für die den Kreisen der katholischen Kirche behilflich sein, innere Entwicklung Deutschlands große Folgen die dem Nationalsozialismus tief ergeben sind. haben kann. Die katholischen Bischöfe im Altreich Wie die Basler Nationalzeitung" erfährt, lehnen mit der größten Schärfe das Verhalten der hat Kardinal Inniger nicht die Absicht, den österreichischen Bischöfe unter der Führung des Kurs zu ändern, den er nach der Besetzung DesterKardinals Inniters ab. Die österreichischen Bi- reichs durch die reichsdeutsche Armee eingeschla= schöfe haben mit dem Nationalsozialismus ihren gen hat. Im österreichischen Epistopat besteht Frieden gemacht, Inniter wurde zum Verräter vielmehr die Bereitschaft, dem Vatilan den an der katholischen Stirche. Aus diesem Grunde Stampf anzusagen. Die österreichischen Bischöfe wurden die österreichischen Bischöfe zur Bischofs- haben die Absicht, auf einer Sonderfonferenz, die konferenz in Fulda, die am 16. August begann, in den nächsten Tagen in Salzburg abgehalten nicht eingeladen. Auf der Fuldaer Konferenz werden wird, mit einer Erklärung an die Def wurde nur ein schwacher Versuch unternommen, die Haltung des österreichischen Episkopats zu verteidigen. Die Ablehnung des Vorgehens In- Léon Blum über nihers war fast einmütig und äußerst scharf. die deutschen Manöver Der Führer der französischen Sozialisten, Léon Blum, schreibt im Populaire" an leitender Stelle: Aus Kreibitz wird uns geschrieben: Wer Kinsky ist, weiß jeder. Es ist auch bes kannt, daß er fanatischer SdP- Anhänger ist und es wird niemanden wundern, daß er seine englischen Gäste mit dem sogenannten deutschen Gruße" begrüßte, denn er grüßt grundfäßlich nur so. Aber daß der Herr Fürst" die Armen beweinte, war bisher nicht bekannt. Und das tam so: Nach einem Kirchgang( das gehört zum schönen Spiel) besuchte Herr U. F. Ninsky mit seinen englischen Gästen in Ober- Kreibit einen Ortsarmen. Die Art von Armen, die man für diesen Besuch wählte, um die hiesige Bevölle rung als recht verwahrlost erscheinen zu lassen, mag für den besonderen Zweck des Besuches gut gewählt gewesen sein; im Orte hat aber diese Wahl" sehr verstimmt. So gut die Familie gewählt war. um den erwünschten Eindrud zu er zielen, so wenig flappte die Regie. Denn erster3 erzählte der arme Mann, er sei nicht arbeitslos und verdiene 90 Kč wöchentlich, und zweitens verdiene er sie in einem Betriebe, der von Volks gemeinschaftlern geführt wird. Alte Weiblein er zählen gerührt, daß bei dem Besuch dem edlen " Fürsten" angesichts dieses Elends Tränen über die adeligen Wangen gelaufen seien. Denkende Menschen stellen aber mit einer gewissen Bitter teit fest, daß sich der hohe Herr durch Jahre nicht um die Not der Armen fümmerte und nun garz plötzlich Menschenfreund spielt. Neunzig Kronen Wochenverdienst sind herzlich wenig, wir Arbei ter, die wir gar oft nicht mehr verdienen, wissen das wahrlich gut genug. Wir fragen aber Herrn 11. F. Kinsty, wieviele Arbeiter in seinen Unternehmungen nur 90 Kč verdienen, wieviel er seinen importierten slowakischen Arbeitern zahlte fentlichkeit zu treten, in der zwar der Papst als geistliches Oberhaupt anerkannt, aber gleichzeitig die Entschlossenheit der österreichischen Bischöfe fundgetan werden wird, innerdeutsche Angelegen heiten, an denen die Kirche interessiert ist, durch ein Einvernehmen zwischen Bischöfen und Staatsbehörden selbständig zu regeln. Kanzelverfündigungen und Enzylliken, deren Text aus dem Vatikan stammt, sollen in Hinkunft von den österreichischen Kanzeln nicht mehr verlesen werden. Die Lehren, die sich aus dieser Entwidlung der Kirche in Deutschland für den fudetendeutschen Ratholizismus ergeben, liegen auf der Hand. Auch hier wird über kurz oder lang die Frage zu klören sein, ob die Kirche mit Hilgenrei ner und Henlein oder mit dem Papst gehen will. nicht lenni, schlagbereit halten wird. Die nächst liegende Vermutung ist die, daß Sitler diele Drohung in Swebe hält, um die iudetendeutsche Frage zu regeln ohne Krieg, aber nach seinen Wünschen. und warum er nicht dagegen auftritt, daß viele Volfsgemeinschaftler noch viel weniger zahlen. Herr U. F. Kinsly wird den ,, erlittenen Schmerg" bei seinen Jagdausflügen bald vergessen und ein paar Tränen, noch dazu in Anwesenheit der eng lischen Gäste und in der Hoffnung vergossen, den enteigneten Bejizz wieder zu erlangen, die kosten nichts. Schweres Verkehrsunglück in Turn Am Mittwoch nachmittag ereignete sich an der Kreuzung der Lindenstraße- Riegerstraße ein folgenschwerer Zusammenstoß. Ein Gablonger rad zusammen. Der Motorradfahrer wurde eine Personenwagen stieß mit einem Tepliker MotorStrecke mitgeschleift, während seine Begleit. rin auf dem Soziussib sofort herunterſtürzte und einige leichtere Verlegungen davontrug. Hingegen wurde der Motorradfahrer( es ist der Sohn des Bezirksbaumeisters Fode) schwer verletzt und mußte sofort ins Teplizer Krankenhaus übergeführt werden. Dr. Harry Stiepel gestorben. In Reichenberg starb am Donnerstag unerwartet Dr. Hirry Stiepel, Gesellschafter und Prokurist der Firma Gebrüder Stiepel Ges. m. b. H. in Reichenberg. im Alter von 29 Jahren. Um die Nachfolge Hlinkas Direktoriums der Slowakischen Volkspartei, das Zu den Nachrichten über die Errichtung eines vorläufig die Geschäfte der Partei führen soll, erfährt der DND, daß die Frage der Nachfolge Slintas ziemlich schwer zu lösen sein wird, aud wenn Hlinka selbst in dieser Beziehung bestimmte Wünsche festgelegt haben sollte. Es ist bekannt. daß gerade die Slowakische Volkspartei auf der Persönlichkeit ihres Borjiyenden Hlinta aufgebaut war und daß zahlreiche Meinungsverschiedenheiten nur deshalb innerhalb der Partei bereinigt wur ten, weil sich Hlinka mit seiner ganzen Autorität dafür einsetzte. Diese Gegensäße innerhalb der Partei haben sich in den letzten Wochen verstärkt. Auf der einen Seite steht der Abg. Sidor, der ten radifalen, autonomistischen Flügel führt. während eine zweite Gruppe unter der Leitung des ehemaligen Ministers Dr. Tiso für eine ge mäßigte Linie eintritt. Zwischen diesen beiden Richtungen wird die Entscheidung über den zus fünftigen Vorsitzenden der Partei und damit aud über die weitere Politik der Slowakischen Voltspartei entschieden werden. Es wird ein Kompro miß in dem Sinne angestrebt, daß zum Parteivorsißenden Dr. Tiso und zu seinem Stellvertre ter Abg. Sidor gewählt wird. Man verhehlt sich jedoch nicht die Schwierigkeit, ein solches Kompromiß zustande zu bringen und in der Zukunft aufrecht zu erhalten.( DND) Sitzung der politischen Minister Brag. Donnerstag Nachmittag fand unter dem Vorsiz des Borsigenden der Regierung Dr. Hodža eine Sitzung des politischen Ministerfomitees statt, die sich vorwiegend mit Fragen der staatlichen Administrative befaßte und die Entscheidungen in einigen administrativen Angelegen heiten vorbereitete, die Gegenstand der Beratungen des ordentlichen Ministerrates sein werden. Zusammenkunft Runciman- Henlein Brag. Die Mission Lord Runcimans in Prag hat folgendes Kommuniqué veröffentlicht: Runciman, begleitet von Lady Runciman, Mr. Heute, den 18. August, früh, fuhr Lord thenhaus bei Görkau, dem Siz des GroßgrundPeto und Mr. Ashton- Gwatkin nach Schloß Nobejizers Mar von Hohenlohe- Langenburg. wo er mit Konrad Henlein, den Abgeordneten Frank und Kundt zusammentraf. Es wird erwartet, daß Lord und Lady Runciman heute abends nach Prag zurückkehren werden, um an dem Diner in der britischen Gesandtschaft teilzunehmen. Innitzer die Hoffnung Rosenbergs Tschechische Pressestimmen Die Haltung Innißers und seiner österrei Die Drohung würde sich somit noch mehr Sep- Erklärungen Steffung nimmt, tut sie dies mit Soweit die tschechische Presse zu den lezien chischen Amtskollegen entspricht genau den Absichten, die der Nationalsozialismus für die Bekämp Man tann seine Augen nicht vor dem un- gegen England und Frankreich richten, als gegen Saltblütigkeit und mit der Unterstreichung des Ilmfung und spätere völlige Unterdrüfgewöhnlichen Charakter der deut- die Tschechoslowakei. Indem Hitler der britischen stands, daß sich die Sdp durch ihr Verhalien vor den tung der katholischen Stirche hat. Das wird schen Manöver verschließen. Es ist ganz und französischen öffentlichen Meinung, die beide Augen der Welt selbst ins Unrecht jetzt. durch nichts deutlicher als durch eine Rede, die natürlich, wenn eine Armee in dieser Jahreszeit den Frieden wollen, die Kriegsgefahr eindringlich ,, Lidové noviny": Das Auftreten der SdP zeigt Arthur Rosenberg dieser Tage in Berlin Ausbildungs- und Probemanöver vornimmt. Was vor Augen führt, gedenkt er ohne Zweifel, zu ertlar, daß die Partei alles Mögliche tut, um lonvor einem Streise geladener hochgestalteter Per- nicht natürlich ist, ist die Bedeutung, die man den reichen, daß die Regierungen von 2on treten Aussprachen und meritorischen Verhandlun sönlichkeiten gehalten hat. In dieser Rede, in der Manövern der Reichswehr beimißt, ihre Dauer, don und Paris neuerlich die Prager gen auszusveichen... Ihr Verhalten, das freilich er sich auf Hitler berief, wandte er sich dagegen, der Umfang der Mobilisierung und der Requisi- Regierung unter Druck sezen. Viel nicht ſelbſtändig ist, zeugt dafür, daß sie am liebsten daß bei der Bekämpfung der fatholischen Kirche tionen, die sie begleiten. Was noch weniger leicht hat er die Empfindung, daß das Ergebnis die ganzen Verhandlungen zerschlagen würden. der Untersuchung des Lord Runciman sich gegen ,, Národni Politika": Und so wird dieses Spiel ein unzwed mäßiger Radikalismus geübt natürlich ist, ist ihr zeitliches und örtwird. Zu radikale Angriffe auf die Kirche würliches Zusammentreffen mit den die These der Sudetendeutschen Partei wendet. sich weiterschleppen und mit ihm der Kampf um den, so sagte er, die ohnehin schon schwierige reignissen in der Tschechoslo. Vielleicht ist er ungeduldig geworden und ruhige Nerven und die Frage, wer sie früher verwill zum Ende kommen. internationale Position Deutschalnds noch weiter watei. erschweren. Das heiße aber nicht, daß der Nationalsozialismus den Plan aufgegeben hat, die tatholische und die Bekenntnis- Stirche in ihrer heutigen Form zu vernichten. Man werde aber borsichtigere Methoden anwenden. Durch die Hitlerjugend werde der katholischen Kirche am besten der Boden abgegraben, außer dem habe man auch noch die Möglichkeit, wider spenstige Geistliche durch finanzielle Druckmittel zur Raison zu bringen. Es sei schon ein großer Erfolg, daß es zwischen dem österreichischen und dem Episkopat im Atlreich zum Bruch gekommen ist. Dieser Bruch müsse erweitert werden und da Die französische öffentliche Mei- Die unmittelbare Gefahr ist, daß diese Be nung bleibt jedoch ruhig, gefaßt und voll rechnung Erfolg haben tönnte. Ich bin jedoch tommen herrin ihrer selbst. Die Re- überzeugt, daß weder London noch Paris sich gierung zeigt weder Nervosität, noch Aufregung, dazu hergeben werden, Hitler bei seinem Schach noch Webereiltheit. Ich glaube, daß sie in jeder zug Vorschub zu leisten. Das sudetendeutsche Hinsicht recht hat. Meine Meinung ist die, wel- Problem muß ebenso gelöst werden, wie alle ancher André Lerroux gestern Ausdruck verlieh: Die deren, die den Frieden Europas gefährden, aber Ueberlegung, die kritische Analyse der jüngsten nicht auf Sosten der UnabhängigTatsachen führen dazu, die sypotbefe feit und Souveränität des tschecho eines plöblichen Angriffs Sitlers flowatischen Staates. Ich glaube, daß gegen die Tschechoslowalei auszu die französische Regierung darüber wachen wird. schalten- fogar während der Wochen, in Ihre Wachsamkeit in dieser schwierigen Stunde denen er eine Armee, deren genaue Stärte man darf nicht nur materieller Art sein. Tieren wird. ,, Národni noviny": Zu der Erklärung ist fura zu sagen, daß sie absolut nicht der Beweis für den guten Willen der Henleinleute ist, den ihre Unterhändler immer betonen... Praktisch verlangen also die Senleinleute nicht Verhandlungen, sondern die Kapitulation der Regierung. Diese Forderung entspricht natürlich nicht den gegebenen Verhältnissen und lann daher keine Hoffnung auf Erfolg haben. Der Präfident ber Republik empfing Dons nerstag, den 18. August, den Professor der Strbonne 3. Ancel und sodann eine Deputation hes IX. Ferienkurses der tschechoslowakischen katholischen Studentenschaft. Nr. 194 Scite 4 Jagesneuigkeiten Lewis Clive in Spanien gefallen In den Times" ist ein Nachruf auf Le= wis Clive, den auch in der Tschechoslowakei durch seine hiesigen Besuche bekannten englischen Freiheitsfreund erschienen, der in Spanien gefallen ist. Freitag, 19. August 1938 Das Nilpferd weiß, wozu es gut ist Das muß man aus diesem Bild schließen, das im Tokioter Zoologischen Garten aufgenommen wurde. Mit Säge und Feile werden dem Nilpferd die zu lang gewordenen Stoß- und Brechzähne verkürzt. Sie hatten dem Tier beim Fressen große Schmerzen bereitet, es läßt deshalb diese gefährliche und schwierige Operation mit Geduld über sich ergehen. eintrat. legungen unmittelbar nach dem Sturze der Tod( rita zutragen, müssen in der Art erzählt werden. daß jede Zeile eine bestimmte Tendenz hat und einzig und allein dem Ziel dient, das dem faichistischen Journalist auferlegt ist." Das Ergebnis der SdP- Provokationen Seitdem die Sd versucht, nach dem Muster der reichsdeutschen Nazipropaganda alle öffentlichen Ereignisse agitatorisch auszunügen und jeden Bürgermeisterantritt als hochpolitische Angelegenheiten aufzuziehen, ist die Gefahr von Zusammenstößen sehr groß geworden, da es selbstverständlich an Provolationen gegen Andersdenkende nicht fehlt. So fam es auch am Dienstag abend in Brür anläßlich des Amtsantritts des SdP- Bürgermeisters Prof. Dr. Ottes wurde ein Facelzug und eine große deuts sche Feierstunde" am ersten Plaz veranstalter zu Zusammenstößen und Lärmszenen, über die der nachstehende amtliche Bericht informiert: Am 16. August 1988 um 20 Uhr veranstaltete die Ortsgruppe der SdP in Brür gelegentlich der Uebernahme des Bürgermeisteramtes in Brür darch den neugewählten Bürgermeister der Gemeinde B of. Dr. Alois Ott einen Lampionumzug durch die Stadt. Die Teilnehmer des Umzuges riefen Wahlsprüche und Grüße aus, während der andere, auf den Gehwegen des Dr. Svehla Plages versammelte Teil des Puolifums mit Ausrufen eigener Wahlsprüche und Bici fen antwortete. Die auf diese Weise ständig unter brochene Rundgebung wurde gegen 21.15 Uhr unter bedeutender Spannung und Aufregung, aber ohne jedwelchen ernſteren Vorfall, beendet. Als die Teilnehmer der Feier im Umzuge sur Turnhalle in der Jahnstraße in Brür zurüdkehrten, wurden auf sie vom nicht beleuchtetem Teile der Stadt über den Biela- Fluß Steine geworfen, wobei der 54jährige Damenschneider Karl Körner, deutscher Nationalität, wohnhaft in Brür Nr. 573, am Stopfe verlegt wurde. Durch einen zweiten, aus derselben Richtung geschleuderten Stein wurde ein Doppelfenster der Restauration Turnhalle zerschlagen. Dabei wurde niemand verlegt. In dem Nachruf heißt es: Der Tod des siebenundzwanzigjährigen Lewis Clive, der für die spanische Regierung focht, ist ein tragischer Verlust für seine vielen Freunde und für die Labour- Bewegung, der er sich mit ganzem Herzen gewidmet hatte. Er war der jüngere Sohn des Oberstleutnants P. A. Clive, des konservativen Parlamentsmitglieds für Süd- Herfordshire, der im aktiven Dienst bei den Gardegrenadieren 1918 fiel. Lewis Clives kurze Laufbahn war außer ordentlich. In Eton hatte er die Auszeichnung, Ka pitän der Bootsmannschaft zu sein. In Orford war er sportlich und gesellschaftlich eine hervor ragende Figur, er ruderte zweimal in dem Rennen gegen Cambridge mit. Er war olympischer Sieger im Zweierrudern und er vollbrachte bemerkenswerte Leistungen bei einer Forschungsreise in NordKanada. Seine unbeugjame Zielbewußtheit würde ihn zweifellos bei jeder Aufgabe, die er übernahm, ausgezeichnet haben, sei es im Bankfach, in dem er arbeitete, als seine politischen Ideen noch unklar waren, oder in der Politik, wo er Mitglied des Gemeinderates von Kensington war und für das Parlament zu kandidieren hoffte. Seine ents schlossene selbständige Gesinnung war begleitet von einem eifrigen Suchen nach konstruktiven Die Einäscherung der Leichen der Besatzung Ideen an Stelle früherer Vorurteile und einer des verunglückten Verkehrsflugzeuges, und zwar Aufopferung denen gegenüber, die er verehrte. Ein die des Chefpiloten Karel Brabenec, des Frauen zehn Jahre älter. Sämtliche EheBeispiel seiner Arbeitsfähigkeit war das Buch. Pilotmechanikers Alois Krahulec und der frauen des Landkreises Morihovo in Südserbien sind welches er für das ,, New Fabian Research Bureau" Stewardes Marie Krentner findet am Frei- um ein Jahrzehnt älter als ihre Männer; Ausnah kurz vor seiner Abreise nach Spanien im vergantag, dem 19. August, um 3 1hr nachmittags im men fommen überhaupt nicht vor. Die Sitte ist in der genen Mai schrieb. Er war durch die Verhältnisse neuen Krematorium in Prag XII. statt. Die Auffassung begründet, daß junge Mädchen als Gewohnhaft in Brür. Nr. 1133 mit der Faust von dem in Europa und besonders durch das Schicksal Leiche des Chefradiooverateurs Friedrich Soufährtinnen für junge Männer nichts taugen; fie find Spaniens zu der Ueberzeugung gelangt, daß die luv wird am Samstag, dem 20. August, um Demokratie sich in keinem Lande halten kann, wenn 5 1hr nachmittags in Odolená voda bei Prag bedie Armee nicht demokratisch organisiert ist, und stattet, Ueber die Begräbnisse der übrigen Opfer er veröffentlichte in dem Buche..The Peoplés wird individuell nach den Weisungen der AngeArmy"( Die Voltsarmee) Vorschläge. Wäh hörigen entschieden. rend des ſpaniſchen Welding Boing the Der New Yorker Senſationsprozek. Bei der bemerkenswerte Flucht. Nach einem gewaltigen Verhandlung gegen James Hines, den Vorsiz. n Vorstoß italienischer Tanks sah er sich zwischen den des politischen Klubs Tammany Hall, welcher den feindlichen Linien eingeschlossen, aber es ge- der Korruption und der Veranstaltung einer unerlang ihm nach zehn Tagen größter Entbehrungen Taubten Lotterie angeklagt ist. beschuldigte der zu den eigenen Linien zurüczukommen. öffentliche Ankläger Daway in seiner Eröffnungsrede den Angeklagten Sines, daß er von dem berüchtigten Gangster Dutch Schultz, den er rei feiner Erpresser Tätigkeit unterſtükte, große G18 beträge erhalten habe. Thomas Dewan erklärte, daß Dutch Schulz täglich etwa 45.000 Dollar verdiente, wovon er Hines wöchentlich 500 Dollar auszahlte. Der Verteidiger Stryker verwahrte sich mit scharfen Worten gegen die Behauptung, daß Die vielen Freunde Lewis Clive werden, gleich welche politischen Ansichten sie haben, seinen anfeuernden Mut nicht vergessen und werden etwas Trost in dem Bewußtsein finden, daß er tapfer gestorben ist: an der Spiße seiner Kompanie an der Ebro- Front, in einem Kampfe. von dem er überzeugt war, daß er entscheidend für die Nettung der Demokratie in Spanien und schließlich in Europa ist. Greta Garbo als Madame Curie hundert. Der noch nicht kräftig genug und können infolgedessen im Haus und auf dem Felde nicht genügend arbeiten. Damit diese Regel nicht durchbrochen wird, hat die Sitte folgende Vorsichtsmaßregel eingeführt: jedes Mädchen muß, wenn sie heiratet, mindestens zehn ſelbſtveſtite Hemden beißen. Die Stiderei iit außerordentlich fein und mühselig. Die Fertigstellung eines Hemdes dauert mindestens ein Jahr, da ja inzwischen auch die laufenden Feldarbeiten erledigt werden müssen. Infolgedessen sind die Hemden frühestens nach einem Jahrzehnt fertig. Da die Männer" dieser Gegend durchwegs in einem Alter von 15 bis 16 Jahren heiraten, bekommen sie also 25 bis 26jährige Frauen. Uebereinstimmend wird von allen Beteiligten berichtet, daß diese ungleichen Ehen überaus glüdlich auszugehen pflegen. Das Märchen vom Wachstum der Pilze. In der Brázda" plaudert Prof. Jan Madu über die Gebeimnisse unſerer heimischen Schwämme und befaßt Nach dem Auseinandergehen der Teilnehmer wurde in der Straße der Tschil. Legionen in Brür der 18jährige Bergmann, tschechischer Nationalhät, Start Frai aus Stopis Nr. 1290 mit einem Taschenmesser auf der Brust verletzt. Er wurde in das Allgemeine Strantenhaus übergeführt und dort in Pflege gelassen. Der Tat beschuldigt wurde Julius Kolator, wohnhaft in Brür. Vor 22 Uhr wurde die 15jährige ZahntechniTerin Anna Maria Aloy, deutscher Nationa.ät. fremden Staatsangehörigen Milan Jovanovič aus Brür geschlagen, ohne sichtbare Verletzungen erlitten zu haben. In derselben Zeit wurde in der Weitengasse in Brür der Bergmann Rudolf Vuršer, tschechischer Nationalität, wohnhaft in Brür und der Bergmann Karl Kühnel deutscher Nationalität, wohnhart in Volfcis berlebt. Außerdem wurden wegen verschiedener Uebertretungen 5 Personen vorgeführt und nach Sicherſtellung und Erhebung entlassen. In allen Fällen handelt es sich um Verwundungen leichter Art; die Täter wurden nach Sicherstellung und protofollarischer Einbernahme bei der Polizeidirektion in Brür entlassen. Die betreffenden Strafanzeigen werden nach vollkommener Erhebung der Fälle der Staatsanwaltschaft in Brür erstattet. Fremdenverkehrspropaganda mit Korrespondenz farten. Die Poſtverwaltung begann schon vor gesich auch mit den verschiedenen Märchen", die über Sines eine unerlaubte Lotterie veranstaltet habe. das Wachstum derselben verbreitet sind. Vor allem raumer Zeit mit der Ausgabe von KorrespondenaSpanische Falangisten in Mexiko. Bei einer erzählt man viel über das rasche Wachs: um der farten, auf denen Photographien bestimmter tschechoHausdurchsuchung bei spanischen Falangisten in Schwämme. Im Volt sind darüber die verschiedensten slowakischer Städte bzw. Gebiete abgebildet waren. Meriko wurde wichtiges Schriftenmaterial be- Ansichten verbreitet, wieviel Zeit der Schwamm zu Diese Korrespondenzkarten haben viel Antlang ge= ( MTP) Der berühmte englische Schrift schlagnahmt. Die Falangisten wurden verhaftet, feiner vollen Ausbildung benötigt, ob er nach dem funden. Gleichzeitig ergab sich aber, daß einige Gesteller Aldous Hurley ist in Hollywood eingetrof- später aber wieder entlassen. Regen sofort, oder erst nach einem oder zwei Tagen meinden bzw. Orte, die am Fremdenverkehr interesfen, und hat mitgeteilt, daß das Manuskript für aufschießt. Genaue Beobachtungen zeigen. daß die siert sind, sich an der Aktion der Postverwaltung trop Hugenottenfriedhof entdeckt. Die bei dem junge Schwammfrucht im Mooie mehrere Tage be- den ihnen winkenden Vorteilen nicht beteiligt baben. die Verfilmung des Lebens der Nobelpreis- Trä- Baue einer Transformatorenstation in Loudun nötigt und bei normalem Wetter wächst ein Bila Die deutschen und tschechischen Selbstverwaltungsvergerin und Entdeckerin des Radiums, Madame bei Paris beschäftigten Arbeiter entdeckten in einer in fünf bis sechs Tagen aus dem Moos hervor. AnCurie, sehr weit fortgeschritten sind. Ein Drittel Tiefe von 12 Meter unter der Erde Ueber: ste ders allerdings bei trodener Witterung. Wenn die lände fordern daher ihre Mitglieder auf, sich mit des Drehbuches ist bereits fertiggestellt, und es eines Sugenotten- Friedhofs aus dem 17. Jahr- Sibe mehrere Tage dauert, trodnet der Schwamm der Postverwaltung in Verbindung zu setzen und ihr. steht fest, daß die Garbo die Rolle von Madame im Moos oder im Boden und stellt sein Wachstum geeignetes Bildmaterial zweds Ausgabe neuer Curie spielen wird. Greta Garbo hat erklärt, daß Sowjetzivilflugwesen an der Spitze. Eduvammgewebe mit Feuchtigkeit vollacionen hat. gung zu stellen. Die Korrespondenzkarten ſollen dann ein, bis ein ausgiebiger Regen fällt. Sobald fich das Serien bebilderter Korrespondenzkarten zur Verfü es die schönste Rolle ist, die ihr je angeboten wurde und zugleich die ernſteſte. Aldour Hurley Chef des zivilen Flugweſens Molotow erklärte: ſtößt binnen weniger Stunden der Schwamm auf die auch im Verkehr zwischen den Gemeinden und Somhat außerdem mitgeteilt, daß er nicht beabsichtige, Im Jahre 1923 beförderten die Sowjetflugzeuge Oberfläche. Da nach einer längeren Trodenperiode mergästen, die Informationen einholen, systematisch emen Publikumsfilm zu schaffen, sondern daß die im ganzen 229 Reisende, acht Tonnen Post und natürlich eine große Zahl solcher trødenen Seime auf verwendet werden.( DND) Aufgabe, die ihn und die Garbo reizten, die fil 100 Kilo Güter. Im Jahre 1937 beförde ten der Regen wartet, ireten sie dann in der Regel die Zivilflugzeue schon 211.000 Reisende, m. hr massenhaft auf. Auf der Beobachtung dieser Tatsache mische Darstellung wissenschaftlicher Forschung und die ungeheure menschliche Energie, die für ein als 9000 Tonnen Post und über 36.000 Tonnen beruht die Redensart, das etwas wie Schwämme Güter. Das Sowietslugwesen hat so den ersten Leben für die Forschung notwendig ist, seien. Greta Garbo sei vielleicht die einzige Schauspie Gütern betrifft, und viele europäische Staaten Play der Welt erreicht, was die Beförderung son lerin, die diese Energie verjinnbildlichen könne. Troßdem wird der Film eine ausgesprochene übertroffen, was den Verkehr der Reisenden an Spielhandlung haben, denn, wie Hurley sich aus- langt. Auch im heurigen Jahre ist das Flugprodrückt, es gibt nichts Abenteuerlicheres als die gramm ſehr umfangreich. Tätigkeit eines Forschers in einem modernen Laboratorium." Fieberhafte Suche nach dem Massenmörder New York. Der Massenmörder, dessen leßten drei Opfer am Dienstag von städtischen Angest. Ilten auf einem Abfallkaufen vor der Stadt Cleveland gefunden wurden, wird von der dortigen Bolizei fieberhaft gesucht. Innerhalb der lesten 100 serbische Häuser abgebrannt. Unweit von Prinzren ist die ganze Gemeinde Kufalian abgebrannt. Die Ortschaft bestand aus 100 Wahn häusern, die zum größten Teil mit Schirich: gedeckt waren. Offensichtlich verursachte me fortgeworfene Zigarette den Brand, der um Mitternacht ausbrach. nach dem Regen wächit". Jeder Schwammiucher ist wurden. Es ist dies nicht nur ein Märchen, sondern auch fest davon überzeugt, daß die Belze nicht mehr wachsen, wenn sie einmal vom Menschen gesichtet ein ausgesprochener tiefverwurzelter Aberglaube. In Wirklichkeit könnte das Anschauen den Schwamm in seinem Wachstum nicht hemmen aber wenn wir bei der Auswahl erwachsenerer Pilze den Seim berühren, overlegen wir auch sehr leicht seine unterirdischen Surzeln und der Schwamm hört auf zu wachsen. Dann ist es auch leicht erflärlich, wenn wir am nächen: Tag die absichtlich stehen gelassenen, unentwidelen Schwämme vertrodnet und verfault wiederfinden. 26 Monate wurden in Cleveland die zerstück und in me vorgeführt. Auch in den Ver- aus Holz aebaut und mit Lehm verkleidet. In den Leichen von zwölf Frauen und Männern gefun den. Bei allen Leichen sind die Körperteile mit dem Geschick eines Chirurgen zerlegt. Das Wetter. Die fühle maritime Luft, die von Besten her auf das Festland vordringt, hat sich Donnerstag nachmittag bis über die Balkanhalbinel überschritten nur vereinzelt 20 Grad. Starke Abfüh ausgebreitet. Die Temperaturen sind in ganz Weitteleuropa gegenüber Mittwoch zurückgegangen und lung haben besonders die Berggipfel verzeichnet. Die Schneekopve hat um 14 Uhr nur mehr vier Grad. Die Zufuhr maritimer Luftmassen gegen Muteleuropa dürfte noch in den nächsten Tagen anhalten. Wahrscheinliches Wetter Freitag: Wech.elnd bewölft mit Neigung zu Schauern, Höchsttemperaturen um 20 Grad, auch in den Niederungen Minima um zehn Grad. Zeitweise auffrischender West- und Südwestwind. Wetteraussichten für Sams.ag: Reine wesentliche Aenderung. gesun Eine Urzeitniederlassung im Flußtal der mitt. leren Moldau. Die prähistorische Sektion des NaNuffiſche Filme. Im Auslande iſt das In- tionalmuſeums in Prag führt eine archäologische Das heutige Programm tereffe für sowjetrussische Filme von Jahr zu Prüfung der aus der Urzeit stammenden Niederlas Jahr im Steigen begriffen. Im ersten Halbjahr jung bei Brübet( Bezirk Sedlčany) durch. Es wird der deutschen Sendung 1938 liefen in französischen Städten 21 Sowjet- das Flächenausmaß der Niederlassung, die AnordBrag Melnit: 10.15 Schallplatten. 12.15 Vt. nung der einzelnen Wohnstätten und ihre Einrich- Adolf Hoser: Unsere lieben Sänger. 18.00 FlötenTschechoslowakei wurden 18 tung untersucht. Die Hütten aus dieser Zeit waren musit( Flöte: Alfr. Werkmeister, Cembalo: Fr. Ho einigten Staaten Tiefen zehn sowjetruffische Filme leberresten diefer Bauten finden sich alle Bedarfs- ečer). 18.10 Sekretär Wilh. Schubert: Die Arbeitsgerichte und ihre Tätigkeit, 18.20 Sportorafel. 18.36 gegenstände des Urzeitmenschen vom Ende der Aftuelle zehn Minuten. mit außerordentlichem Erfolg. 1845 Dozent Doktor Leitsätze für faschistische Journalisten. Der Bronzezeit, das ist ungefähr aus dem 10. bis 8. Sitte: Todesstrahlen. 19.00 Lieder, Jahrhundert v. Chr. Besonders wertvoll ist eine Tödlicher Radunfall. Vergangenen Donners- Journalist Telejio Interlandi, der Redakteur der gen von Kurt Mahr( Klav. Fr. Holeček). 19.30 Garnitur von Tongefäßen der verschiedensten Fortag ereignete sich auf der Bezirksstraße zwischen neuen Rassezeitschrift„ Die Verteidigung der men mit den verschiedensten Ornamenten; einen herOstböhmisches Land. Hörfolge. 20.00 Geschichte Stein im Böhmerwald und Hörwizl ein verhäng- Rasse" gibt in der Zeitung Tevere" ſeinen Sol- vorragenden Platz nehmen darunter riesige, bis 80 veier Töne. Hörfolge mit Musik( Gef. Gerda Rednisvoller Radunfall, der leider auch ein junges legen eine Lettion in faschistischem Journalismus. Bentimeter hohe Lagergefäße ein. Die Tongefäße lich, Mav. Fr. Holečef). 20.40 Symphon. Konzert Menschenleben als Opfer forderte. Der im 18. Er schreibt u. a.:„ Was die Meldungen aus dem waren so gut verfertigt, daß sie im Erdreich über bonden Luzerner Festspielen( Dir. Frib Buſch, Solist: Adolf Brsch). Werke von Beethoven( EroiJahre stehende Arbeiter Franz Andras ch to aus Ausland angeht, so muß der italienische Journa- 3000 Jahre erhalten geblieben sind. Die Niederlassung ca). 22.55-23.00 Schallplatten. Mindles, der nach längerer Arbeitslosigkeit endlich ist tendenziös sein. Der faschistische Journalist von Brübek wurde von einem Stamm begründet, der wieder Beschäftigung gefunden hatte, begab sich sollte über die ausländische Presse ein Minimum, der sogenannten Stnovizer Kultur angehört und desmit dem Fahrrade zu seinem Arbeitsplay. Auf von Informationen geben, die in einer gewissen telböhmens nach Südböhmen und bis nach Bahern sen Angehörige aus den übervölkerten Gebieten Mit dem Wege dorthin stürzte er infolge eines schlech Form dargebracht werden sollten, damit sie der und zu den Alpen auswanderten. Damals war das ien Radmantels am Vorderrade derart unglücklich Erziehung dienen. Die Tatsachen, die sich in Moldautal ein febr belebtes Gebiet und der Flußvom Rade, so daß infolge der schweren Stopfver Frankreich, in England, in Indochina, in Ame- lauf selbst ein berläßlicher Wegweiser nach Süden. Brünn: 18.00-18.22 Direktor Karl Schirmniffe. 18.22-18.35 Otto Mahr: Jugendfunt. Bem eisen: Der mähr. Karst, seine Wunder und GeheimBasteln mit der Löklampe. Mähr. Oftrau. 18.10 Vt. Dr. Matuschla: Lbst und Arat. 19.25 Orchestertongert. Nr. 194 Freitag, 19. August 193b Seite 5 'ÜolfcMiHrtAcfiaft und Soatolp-olitifc ^ichtsbehörde dem Projekt grundsätzlich sympathisch gegenüber und geht bei den Verhandlungen sogar initiativ vor. Die Förderung in den nordwestböhmlsdien Revieren Die Juliförderung in den Revieren Brüx, Komotau und Tcplitz-Schönau war niedriger nicht nur im Vergleich mit dem vorjährigen Juli tum 8.6 Prozent, sondern auch mit dem Juni. In den Monaten Jänner bis Juli wurden Heuer um 200.000 Tonnen weniger gefördert als im Faire 1987 und um 2,854.009 Tonnen weniger als«n Jahre 1929. Die heurige Förderung ist also um ungefähr 3 Prozent kleiner als die vorjährige und um 25 Prozent kleiner als die des Jahres 1929. wirklich- will, weiß überhaupt noch niemand. Man weiß nur, daß er der einzige ist, der die völlig verlorene Situation entspannen kann, wenn er will. Und Engländer, Juden und Araber horchen darum auf die leisesten Aeußerungen seine- Willen-. Insolvenzen in de» HandelSgewerbrn im Juli. Nach der amtlichen Statistik wurden im ver» llossencn Monat 8 Konkurse(im Juli 18) über das Vermögen von Warengeschäft-inhabern ver» hängt und das Ausgleichsverfahren in 49 Fällen (im Juni 85) eröffnet. Sinken der landwirtschaftlichen Ausgleiche. Aus der amtlichen Statistik geht hervor, daß im Juli die Anzahl der landwirtschaftlichen Ausgleiche gemäß Regierungsverordnung Slg. Nr. 76/1938 gesunken ist, und zwar von 108 ,'im Juni 1988) auf 42, wobei die gesamte Ueber« chuldung 2,802.178 KL gegen 4,888.887 KL im Juni d. I. betragen hat. Internationale Kohlenkonferenz? In englischen Fachkreisen nimmt man an, daß im Herbst oder gegen Ende dieses Jahres eine neue internationale Äohlenkonferenz einberufcn Iverden könnte. Ihre Aufgabe ivärc es, nach d,m Muster dcü StahlkariellS eine internationale Konvention auSzuarbeitcn, die nach englischer Ansicht besser entsprechen würde als die bestehenden Verträge. Vertreten wären Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Belgien, Holland, Polen und die Tschechoslowakei. Die Konferenz hätte die Aufteilung der Kohlenmärkte und die Regulierung der europäischen Kohlenpreise durchzuführcn Weniger Gütertransporte In den Monaten Jänner bis Juli d. I. hat die Eisenbahnverwaltung 2,889.000 Waggons für JnlandSverladungen beigeftellt, gegen 2,889.000 Waggons in der gleichen VorjahrSzeit, Für den Export wurden Heuer 250.500 Waggons, im Vorjahr 258.100 Waggons beigeftellt. Die Steigerung des heurigen Güterverkehrs im Inland ist auf die vermehrte Beistellung in den ersten drei Monaten d. I. und im Mai zurückzuführen. Seit dem Juni bewegen sich aber die Beistellungen wieder in absteigender Linie. Für das Inland wurden Heuer im Juni 423.000(f. V. 441.000) und im Juli 425.000(480.000) Waggons beigeftellt. blick auf den nichtantisemitischen Charakter dcS Wahabitentums wahrscheinlich auch den Juden annehmbar erscheinen. Aber eS ist trotz allem durchaus noch nicht sicher, daß er jetzt von Emir Aaud vorgeschlagen werden wird. WaS der„arabische Napoleon" in Er-Riad die Äbsatzaussichten für tschechoslowakische Waren, I wie der Nachfragedienst der Prager Messe bestätigt. Das Messeamt hat deshalb die Werbung im Auslande verstärkt und neben der allgemeinen Propaganda auch Sonderwerbung für einzelne Industrien wie GlaS, Porzellan, Lederwaren, Spielwaren, Metallwaren, Möbel, Haus« und Küchengeräte und Radio durchgeführt. Besondere Aufmerksamkeit hat man wieder den ausländischen Warenhäusern und Einfuhrkonzernen gewidmet. Die Zahl der Aussteller wird diesmal höher sein als im vorigen Jahre. In den Exportgruppen wird die Ausstellerzahl der Frühjahrsmesse, die -«Rckordbeschickung hatte, nahezu erreicht werden. Länderstatistik der Ausfuhr DaS Statistische Staatsamt veröffentlicht die tieferstehendcn Ziffern unserer Ausfuhr nach den 87 wichtigsten Ländern. Es geht daraus hervor, daß in den ersten sieben Monaten des Jahres das höchste Exportaktivnm im Verkehr mit Großbritannien 310.2 Millionen KL resultiert, eS folgen: China 248.0 Millionen KL, Jugoslawien 288.5 Millionen KL, Oesterreich 224.1 Millionen KL, Deutschland 114.6 Millionen KL, Niederlande 52 Millionen KL. Auf der Passivstclle stehen an erster Stelle die Bereinigten Staaten mit 106.2 Millionen KL, Niederländisch-Jndien mit 80.9 Millionen KL und Frankreich mit 80.9 Millionen KL. Zum Unterschied von den Monaten des ersten Halbjahres ist unser Handel mit den Bereinigten Staaten im Juli aktiv gewesen, wodurch sich eine Senkung des PassivumS der ersten sechs Monate ergibt. Neuer Inländischer Versicherungskonzern? Wie der DND erfährt, finden Verhandlungen über die Schaffung eines neuen tschechoslowakischen Versicherungskonzerns statt. Es handelt sich dabei um den Zusammenschluß von vier kleineren Versicherungsanstalten, die unter der Leitung einer führenden inländischen Gesellschaft zu einen: einzigen Gebilde zusammengeschlossen werden sollen. Wie verlautet, steht die staatliche Auf- Vorschau auf dis Frager Herbstmesse Prag. Donnerstag veranstaltete die Prager Messe eine Pressezusammenkunft, an der auch der Primator der Stadt Prag, Dr. Zenkl, teilnahm. Der Vorsitzende des BerwaltungSrateS der Prager Messe, Kommerzialrat Rudolf Barta, gab eine Vorschau auf die 87. Prager Herbstmesse, die in: Messepalast am 2. September, auf den beiden AuSstellungSgeländen am 4. September eröffnet werden und bis zum 11. September dauern wird. Kommerzialrat Barta wies darauf hin, daß gerade in einer politisch so ernsten Zeit wie der jetzigen die Einrichtung der Messe als ein ruhender Pol im Wirtschaftsleben, als Mittler zwischen Angebot und Nachfrage eine bedeutende Rolle spiele. Sowohl im Binnengeschäft wie im Export habe die Messe die Aufgabe, fördernd in die Wirtschaft einzugreifen und eine Brücke zu sein, welche die verschiedenen Wirtschaftsinteressen aller Gebiete des Staates verbindet. Die Hauptaufgabe bestehe freilich in der Exportförderung, und die Herbstmesse werde im Zeichen der Wirtschaftsbelebung in den Vereinigten Staaten von Amerika stehen. Diese Wirtschastsbelebung werde erst jetzt die volle Auswirkung der Vorteile des neuen amerikanisch-tschechoslowakischen Handelsvertrages ermöglichen. Ein großer Teil der von den amerikanischen Importeuren geplanten langfristigen Lieferverträge mit ausländischen Firmen werde der Tschechoslowakei Vorbehalten sein, und ek sei zu erwarten, daß sich bei der Herbstmesse die gesteigerte Nachfrage aus USA bemerkbar machen wird. Auch in anderen Staaten bessern sich lbn Saud und die Palästlnafrase; Fast in der gleichen Stunde, als Kolonial«. Minister Malcolm Macdonald erklärte, daß die Palästina-Krise das schwierigste Problen: sei, dem i das britische Empire seit seiner Gründung gegen« übergcstanden habe, gelangte nach London aus Paris die Nachricht, Ibn Saud, der Beherrscher des Hedschas, des Nedschd und der Wahabiten, sei in Marseille gelandet, um über Paris nach London weiterzureisen. Die Bestürzung, die diese Meldung hervorrief, war ungeheuer. Sie legte sich zwar einigermaßen, als nach wenigen Stunden bekannt wurde» daß nicht Ibn Saud, sondern sein ältester Sohn,, Emir Saud, Vizekönig desHedschaS und arabischer Thronfolger, der Besucher sei. Aber in Wirklich« fett verlor das Ereignis durch diese Richtigstellung nicht allzuviel an Bedeutung, und das Rätselraten über die Hintergründe der plötzlichen Reise blieb bestehen. Die auf der Durchreise in Paris von dem\ Sekretär des Prinzen abgegebene Pressc-Erklä-: rung, cs handle sich nicht um einen Staatsbesuch, scndern nur um eine Erholungsreise aus gesundheitlichen Gründen, konnte und kann niemand be«\ friedigen.; Es ist gewiß kein Zufall, daß der Besuch des: arabischen Thronfolgers im Augenblick erneuter' schärfster Zuspitzung der Palästina-Situation er- j folgt. Man macht sich heute in London keine Jllu« sionen mehr darüber, daß die„BesriedungSaktion" von Sir Charles Tegart auf der ganzen Linie ge-' scheitert ist. Man mißbilligt zwar die Aufforderung des zionistenfreundlichen UnterhauSmitglie- des Oberst Wedgwood an den Revisionistenführer Jabotinsky, der Gewalt der Araber Gewalt ent« gcgenzusetzen, aber man weiß auch, daß alle Versuche, mit den palästinensischen Arabern zu einer Verständigung zu gelangen, im voraus zum Scheitern verurteilt sind, und man sucht darum krampf« -haft nach einem Ausweg. Der DreiteilungSplan der Deel-Kommission ruht praktisch bereits in der Versenkung. Die Schaffung eines palästinensischen Staates, in dessen Parlament Araber und Juden nebeneinandersitzen, ist schon vorher als unmöglich erkannt worden. Die Aufrechterhaltung des Mandatsregimes verschlingt Unsummen an Geld und— Blut, die auch Großbritannien auf die Dauer nicht aufbrin« gen kann. Es tnuß also etwas geschehen. Aber was? Gibt man den Aufständischen alles, was sie haben wollen, so wird ein arabisches Palästina unter dem fanatischen Mufti Amin el Hussein! zustande kommen, aus dem die 450.000 Juden im günstigsten Falle lebend hinauSgetrieben werden. Diese Desavouierung der Balfour-Deklaration kann und will England nicht hinnehmen. Wirft man das arabische Palästina mit TranSjor- danien zusammen und verselbständigt den so entstehenden Staat durch Aufhebung der beiden Mandate, so weiß niemand, wie der dann zum König avancierende Emir Abdallah sich verhalten wird. Außerdem würde das jüdisch verbleibende Rumpf- Palästina kaum lebensfähig sein. In dieses trostlosen Situation mag der Besuch des Emirs Saud wie ein gutes Omen erscheinen. Niemand weiß bis jetzt, was er will, aber sicher ist, daß sein Vater Ibn Saud den Willen hat, jetzt aktiv hervorzutreten und daß er bestimmt nicht zugunsten des Großmufti Intervenieren wird. Ibn Saud hat sich bisher in der Palästina- Frage streng neutral verhalten. Er ist Beherrscher der Gläubigen und Schöpfer des noch unvollkom» menen Groß-Arabien, aber er ist kein Judenfeind. Im Gegenteil, er hat sich im vergangenen Jahr sogar bereit erklärt, jüdische Flüchtlinge in seinem Reich aufzunehmen. Die palästinensischen Aufständischen haben von ihm zwar wiederholt ermutigende Worte mit Koran-Zitaten, aber trotz vieler Bitten weder Geld noch Massen oder auch nur diplomatische Hilfsstellung erhalten. Ibn Saud ist überzeugter Moslem und überzeugter„Pan-Araber", aber kein Feind der Engländer, denen er einen großen Teil seines Aufstiegs verdankt und an deren Seite er im Weltkriege gegen die Türken kämpfte. Er hat sich in seinem Demen-Feldzug als Gegner der italienischen Arabien-Politik gezeigt, die heute hinter dem Großmufti mnd den Aufständischen steht. Er würde den Sunniten Amin el Husseini, der für ihn ein Ketzer ist, nie als Herrscher von Palästina akzeptieren; er hat ja seinerzeit sogar abgelehnt, ihm Asyl zu geben. Er würde andererseits den Emir von Transjordanien gern als„Verbündeten" in unausgesprochenem BasallenverhältniS sehen, ihn aber nie als gleichstarken Herrscher eines zweiten großen arabischen Reiches ertragen. Ibn Saud hat sich wiederholt als geschickter Diplomat großen Stils erwiesen. Es ist darum anzunehmen, daß er seinem Sohn sehr konkrete „interessante" Vorschläge mitgegeben haben wird, die sowohl der arabischen Sache als auch seinen eigenen Interessen dienlich und gleichzeitig de» Engländern in ihren Palästina-Sorgen angenehm sein werden. Einer der besten englischen Palästina-Kenner, Str Tanford, hat bereits vor zlvei Jahren erklärt, der in peto gehaltene Lösungsvorschlag Ibn Sauds sei, die Schaffung eines englisch-arabischen Kon« domiums in Palästina, ähnlich dem englisch-ägyptischen Kondomium im Sudan, das sich so vorzüglich bewährt hat. Palästina würde nach diesem Vorschlag unter Aufhebung des Mandates in das groharabische Reich Ibn Sauds cingegliedert werden, und die Juden würden sich unter dem Schutz der englischen Oberhoheit selbst regieren. Dieser Gedackke, der damals als Utopie verlacht wurde, wird heute ernsthaft diskutiert.-Er würde im Hin Aus aller Welt Derexport an- Rußland. Außer den Fachkreisen dürfte man sich im Ausland kaum ein Bild von der Wichtigkeit einer besonderen Sparte der russischen Außenhandels machen, und auch in Moskau selbst hat man. einen kürzlichen Artikel der»Pecernaja Moskwa", der über dieses Gebiet genauere Mitteilungen brachte, mit großem Jntereste gelesen. ES handelt sich um den Export wilder Tiere, vor allem für Zoologische Gärten, der der russischen Handelsbilanz recht erhebliche Mengen von Devisen zukommen läßt. Ma» lvciß, daß die Sowjetunion ein Sechstel der gesamten Festlandes umfaßt, Von den Tundren bis zu den Wüsten Asiens leben eine Menge vor, Tierarten, die sonst nirgendswo vorkommen und vor. den Zoologischen Gärten sehr begehrt sind. In größerem Umfange werden 50 verschiedene Arten exportiert. Das sind vor allem weiße und braune Büren, Seelöwen, Katzen, namentlich Angora und Kaschmirkatzen, Gemsenarten und sibirische Pelztiere. Besonders interessant sind die Angaben über den Export von Renntieren. Es war außerordentlich schwer, ihn zu organisieren, denn man konnte ihn nicht von Ort und Stelle durchführen, und erst als man in der Nähe von Moskau ein sumpfiges Gebiet fand, auf dem eine Moosart wuchs, die den Renn« kieren als Nahrung dienen konnte, war man in der Lage, Gehege anzulegen und hie Tier« dort so lang« zu halten, bis die Käufer aus dem Auslande sie anforderten. Von Vögeln werden Adler, bestimmte Wildgänsearten, Raubvögel und Fasanen exportiert. Ein Teil des Exports erfolgt Im Tausch, da ja auch di« russischen zoologischen Gärten zu ihrem Bedarf Einkäufe im Ausland machen müssen, so alle tropischen Tiere, vor allem Elefanten, die dringend gefragt iverden. Dagegen werden Löwen nicht mehr eingeführt, denn man hat in Rußland eine Löwenzucht einrichten können, und es werden jetzt jährlich rund 40 Löwen geboren, die den Bedarf decken Ga-maSken— eine Erfindung des 18. Jahrhundert». Wenn man anninunt, daß GasnmSten erst während deS letzten Krieges erfunden worden sind, so irrt man sich gelvaltig. Vielmehr haben englische Aerzte bereits im 16. Jahrhundert die Idee gehabt, da» Einatmen schädlicher Gifte durch eine künstliche Nase und«inen dazu gehörigen Mundverschluß zu verhindern. Solche Nasen sind bei Epidemien allgemein angewendet worden, weil die damalige Medizin von der Auffassung auSging, daß die Krankheitsüberträger immer durch die Luft und die Atemwcge rn den Körper gelangen. Da man sie aber nicht kannte, beschränkte man sich darauf, sie durch stark duftende Pslanzenextrakte zu verjagen. Man hatte die primitive Vorstellung, daß der Duft von Pflanzen immunisierend wirkt. Die Vorrichtungen wurden also parfümiert, man steckte in die künstlichen Nasen imprägnierte Stoffbausche, aber der Erfolg war dann der, daß das Atmen selbst nahezu unmöglich gemacht wurde. Die Leute mit diesen merkwürdigen Vorläufern unserer heutigen Gasmasken sahen, wie man auf allen zeitgenössischen Stichen erkennen kann, ungefähr so aus, als ob sie mit falschen Nasen zu einem Karneval gingen. Ne« AorkS Wolkenkratzer au» Ei» und der Hudson au» Sodawasser. Die letzte Hitzewelle hat den Konsum an Ei» und erfrischenden Getränken in New Pork wieder so stark wie nur je gemach:. Und schon sind die amerikanischen Statistiker dabei, diesen Verbrauch graphisch darzustellen. Sie haben ausgerechnet, daß man aus dem Speiseeis, da» während eines Sommer- in New Dort gegessen wird, nicht nur einen, sondern sämtliche Wolkenkratzer als Eispaläste aufführen könnte. Und was Limonaden und Sodawassergetränke anlangt, so werden sie in der gleichen Zeit in solchen Mengen konsumiert, daß sie den ganzen Hudson füllen könnten. Die ESkimoS motorisieren sich. Eine dänische Motorenfabrik hat au» Grönland einen Auftrag für 450 Bootsmotor« erhalten. Die Eskimo» scheinen ihrer altgewohnten Kayak» überdrüssig geworden zu sein und werden in absehbarer Zeit wohl überhaupt nur noch in Motorbooten auf die Seehundsjagd gehen- Der Kayak aber hat sich inzwischen in der Form des Paddelbootes in der ganzen Welt durch- gesetzt. IDer Anteil der sudetendeutschen Firmen an der I Messe ist, wie Kommerzialrat Barta besonders betonte, aus der bisherigen Höhe geblieben. Der Meffepalast wird nahezu beseht sein. In den Abteilungen Glas, Porzellan, Keramik, Leder« und Spielwaren macht sich sogar Raummangel bemerkbar. Besonders breit wird das Angebot in Haus- und Küchengeräten und in Metallwarcn sein. Auch die Tcxtilgruppe ist voll beseht, obwohl der Umfang dieser Abteilung noch bei weitem nicht der Bedeutung der tschechoslowakischen Textilindustrie entspricht. Man ist dabei, eine Textilabteilung auSzubaucn, die ähnliche Bedeutung haben soll wie die ÄlaSgruppe für die Glasindustrie. Die Technische Messe, die in der großen Maschinenhalle im Mcssepalaste stattfindet, wird große Anziehungskraft auSüben. Ausländische Firmen stellen hier vor allem graphische Maschinen aus. Das Interesse der Schwerindustrie ist so gestiegen, daß Platzmangel entstanden ist, weshalb angeregt wurde, auf dem neuen AuSstellungSge« lande eine neue Maschinenhalle zu bauen. Auch bei der kommenden Herbstmesse werden Kollektivexpo- sitionen der AuSfuhrkonzcrne errichtet sein, die der Messe neue Firmen au» Fachzweigen zufübren, die bisher ungenügend vertreten waren. Als Son« dermessen ist die Fachmesse„Photo— Kino— Optik" nu nennen. Während auf dem neuen Ausstellungsgelände die Flächen durchwegs vermietet sind, bleiben auk dem alten Gelände noch einige Stände frei. Auk dem neuen Gelände findet die Radiomesse, die Möbel« und Pianomesse und die Hauswirtschaftsmesse statt. Auf dem alten Gelände die offizielle Exposition Bulgariens und die Ausstellung der französischen und polnischen Bahnen. Im Jndu« stricpalast ist die Fachmesse„Was die Frau interessiert", die„Unfallverhütungsschau" und die Schau„DaS mustergültige Schaufenster" untergebracht. Die Gartenbaumeffe findet in der Maschinenhalle statt. DaS Interesse des Auslandes für die kommende Messe ist lebhaft. Bereits jetzt hat das Messeamt Einkäufer aus 82 Staaten, davon 12 UÄersecländern, in Vermerk. Auch Warenhäuser von Weltruf haben ihre Einkäufer angemeldet. Land Juli Jänner—Juli Einfuhr Ausfuhr Einfuhr Au»fuhr Wert in tausenden Ki Deutschland 122.809 182,124 868,456 988,041 Hamburg 8.825 8,647 25,526 68,187 Oesterreich 18,884 48.696 191,518 415,661 Polen 9,220 19.889 105,914 189,146 ilngarn 18,860 25,504 181,818 156.912 Rumänien 59,908 51,528 295,028 202,788 Jugoslawien 59.210 115.469 101,845 428,808 Bulgarien 4,455 5.680 72,227 42,886 Belgien 15,581 17,418 180,572 142,117 Großbritannien 87.880 81,864 286.428 605,662 Frankreich 88.407 21.628 250,095 169,210 Italien 10,408 20,486 141,842 214,784 Niederlande 18,81 88.489 171,561 265,792 Schweiz 84,078 26,121 172,476 224.508 Dänemark 1,491 4,480 19,841 86,980 Norwegen 6,885 10,475 48.976 85,992 Schweden 89,500 81,879 210,076 199.805 Finnland 869 6,724 9.120 57,778 Litauen 658 5,166 87 282 27,680 Griechenland 8.797 1.897 89,991 16,810 Türkei 10,550 11,598 97,164 154,885 China 2,607 17,598 15,981 258.981 Iran 787 8,081 4,880 21.184 Japan 1,646 1,020 84,561 15,421 Palästina 127 4,099 17,858 25,422 Brit.-Jndien 18,474 11,678 148,144 90.178 Niederl.-Jndien 14,489 4.228 112,758 81,870 Aegypten 18,280 7,146 01,278 48,511 Südafrik. Union 1.572 14,616 24,116 88,586 Brit. Aeauat.-Afrika 8,874 1,694 45,991 9,466 Kanada 8.282 6.940 58.974 43.203 NS«. 54,180 72.811 562,422 456,280 Argentinien 17,584 10.226 121.264 97,727 Brasilien 7.928 5.800 54.594 68,568 Uruguay 8,798 8.495 25.758 16,107 Australien 10,480 8.448 77.660 52,150 Man erhält für Kö 100 Reichsmark . 523.— Markmünzen . 875.— 100 rumänische Lei.... . 16.60 100 polnische Zloty... . 548.50 100 ungarische Pengö... . 558.50 100 Schweizer Franken.. . 666.— 100 französische Francs.. . 78.95 1 englisches Pfund... . 142.25 1 amerikanischer Dollar. . 28.95 100 italienische Lire.... . 149.40 100 bolländische Gulden.. . 1597.— 100 jugoslawische Dinare.. . 64.80 100 Belga» . 489.— 100 dänische Kronen... . 633.— 100 schwedische Kronen., . 733.— Ceite 6 Trager Zeitung Neudeker Kinder in Prag Dieser Tage waren in Prag über 100 deuts he Arbeiterkinder( Rote Falken und Atus) aus dem Elendsgebiet Neudet als Gäste der Stadt Prag. Sie waren drei Tage lang im Bara- Heim in der ehemaligen Gröbevilla untergebracht, deren freundliche Direktorin sich auch sonst um das Wohl ihrer Pfleglinge fümmerte. The Kinder wurden drei Tage durch Prag geführt, so daß sie alles Sehenswerte zu Gesicht Lefamen. Wie staunten sie, als sie ihre Blide von der Museumsrampe hinunterschweifen ließen, rder ob der Pracht der Burgjäle und des Sanft Beitsdomes oder der Eigenart des uralten jüdischen Friedhofes! Aber besonders fiel ihnen die Freundlichkeit der Prager auf. Hatten sie doch daheim von den Henleins so oft von dem Haß der Tschechen gegen die Deutschen gehört. Und nun ,, Soginlbemokrat zur Erhaltung dieses Lagers benötigt werden, bringt die Gesellschaft durch Spenden usw. auf. Wer sein Scherflein zur Unterstüßung dieser Kinder beitragen will, fomme am Sonntag, den 28. August, nach Krč zum Tag der Solidaris tät mit dem demokratischen Spa nien". Reichhaltiges Programm! Eintritt 2.40 Kč. Freitag, 19. August 1938 Nr. 194 daß der Tote, der 34jährige Rudolf Frana, Ladies merwald für 520 Kč, nach Karpathorußland für 490 rer aus Prag XII, aus Liebeskummer Selbstmord Kč. Wanderfahrten in die Niedere Tatra für 570 Kč, begangen hatte. Die Polizei erklärt den Fund der eine Fahrt nach Lubochňa durch 14 Tage für 860 Kč. Waffe unter dem ut damit, daß Franz nach dem Anmeldungen und Informationen im Referat der Schuß in die Schläfe nicht gleich tot war, daß er Ausflugszüge neben dem Wilsonbahnhof. Telephon mit der Hand im Todesfampf den Hut vom Kopf riß Nr. 383-35. und als die Pistole den Fingern entglitt, der Sut auf fie fiel. Das führte zu der Annahme, ein Mord läge ver. Motorradfahrer gegen Taxi. Der Motorradfahrer Jaroslav Toms fuhr gegen das Tari des Chauffeurs Josef Valenta und erlitt schwere Verießungen. Beide Fahrzeuge sind arg beschädigt. Wohnungsdiebstahl. In eine Wohnung in der Sudoměřská drangen Einbrecher ein. Sie nahmen eine Brillantbrosche im Werte von 6000 Kč an sich. Das Prager Zeitungswesen. Neben zahlreichen Einen Auto- Einbruch verübten unbekannte Täter inuſtrierten Blättern, Broschüren und anderen, in der Junamannova vor dem Riunione Palais; fie veriodisch erscheinenden Druckschriften erscheinen in stablen einen Koffer mit Wäsche im Werte von rag zurzeit fünfundachtzig politiſche 2000 Kč. eitungen. Davon sind 44 Tageszeitungen, 23 fonnten sie sich mit eigenen Augen überzeugen, wie icher Sprache. Es gibt 533 Zeitschriften, davon 85 legen einen Schle Gesicht. B. mußte ins Kran bisher nicht gefunden werden. kenhaus geschafft werden. D. verschwand und konnte Vereinsnachrichten Ortsgruppe Brag. Samstag, den 20. August. Treffpunkt auf dem Schußhaus..Demokrat" im Brdywald Sonntag früh Wanderung nach Karlstein. Ternošice. Führt Pauer. Benüßet iede Gelegenheit, unfere Naturfreundehäufer aufzu fuchen. Sie vermitteln Euch einen schönen und billi gen Weekend und Urlaubsaufenthalt. Unsere Hütten im Brdywald und Schelesen erwarten Euch! Filme in Prager Lichtspielhäusern Urania- Kino Doppelprogramm!„ Mädchen für Alles" Ro-, berts Premiere! Dazu ,, Mickey im Riefenlande" und Ufatonivoche. 6. 9 Uhr. Ein Sitzkopf scheint der Kellner W. D. zu sein. find deutschsprachig, und zwar: zehn Morgen, fünf Wochen, vier Montags- und zwei Abendblätter, ein Er spielte mit dem gleichaltrigen 20jährigen Hand- Hüttendienst: Brdywald: Korn. Schelefen: Gregora. Monats und ein Mittagsblatt. Die Zahl der tschechischuhmacher S. B. in einem Staffeehaus auf dem Wenzelsplatz Ping- Pong. Dabet gerieten die Spie schen politischen Zeitungen beträgt: 30 Morgen, 19 Ter in heftigen Streit. D. entfernte fich und foll Wochen, neun Abend und sechs Montagsblätter und dem B. dabei gedroht haben. Am Nachhauseweg ein Mittagsblatt. In Prag erscheinen dann noch realisierte Er versette dem Kolawei politische Zeitungen in ungarischer und ukraini wenig wahr das ist! Denn sobald die Prager deutschsprachige, vier franzöſiſche, vier eng Lörten, wer die Kinder waren, waren sie sehr nett, lifche, ie eine ungarische und ruſſiſche. 66 Fachzeit redeten auch, soweit jie konnten, deutsch mit ihnen; schriften entfallen auf Handels- und Volkswirtschaft, wenn es auch manchmal den Kindern etwas fomisch Verkehrs- und Versicherungswesen( davon 15 flang, so merkten sie doch den guten Willen und deutschsprachige). Die Beamten- und Angestelltenorganisationen geben in Prag 50 Fachzeit freuten sich nur noch mehr. Und mehrmals wur fchriften heraus, darunter sind sieben deutsch den sie ganz spontan beschenkt: so gaben zweisprachige. Von 41 in Prag erscheinenden Fachblät Damen in der Straßenbahn auf einmal je 20 Kč, tern, die das Gesundheitswesen und die medizinische so schenkte ein sicherlich selbst armer Kartenvers Wissenschaft behandeln, find a cht deutschsprachig. täufer auf dem Altstädter Rathaus den Kindern Anjichtstarten und ebenso die freundliche Kaſſierin des Schwedenpavillons auf dem Laurenziberg. Auch die Straßenbahnschaffner waren sehr nett. Und im Koruna- Kino, wo man die Kinder ganz billig hineinließ, brachte man ihnen während der Vorstellung un aufgefordert Wasser! Abends wurden den Kindern noch Filme gezeigt, die das in Prag gesehene noch vertiefen sollien und großen Anklang fanden. Nur zu schnell waren die schönen Tage in Prag um. In einer schlichten Abschiedsfeier dankte der Leiter der Erfurfion, Lehre B- Neudet, noch einmal für alles, was die Kinder von der Stadt Prag empfangen hatten. Damit das Scheiden nicht zu schwer fiele, folgte nun noch eine große Sache: die Heimfahrt ging nämlich über Lány und so tam es zu einer jeierlichen Kranzniederlegung der Kinder der Stadt Neudet am Grabe Masaryks. Nachdem dann noch ein liebenswürdiger Offizier der Schloßwache uns durch den Park um Schloß Lány geführt hatte, ging es der Heimat wieder zu; die Kinder müde, aber begeistert und voll des Erlebten. Und so werden die deutschen Kinder von der Grenze niemals das ihnen so freundlich entgegenkommende tschechische Prag vergessen, und sie werden einst bereit sein, gemeinsame Schüßer der gemeinsamen Heimat zu sein. Für die spanischen Kinder! Die Gesellschaft der Freunde des demokratischen Spanien in der Tschechoslowakei unterhält in der Nähe von Paris ein Lager für geflüchtete spanische Kinder, in dem zur Zeit eine größere Anzahl von Kindern aus tem republikanischen Spanien Verpflegung und Unterricht erhält. Die bedeutenden Summen, die Ein Verkaufsgenie.. Eine groteske Kurzgeschichte Von Friedrich Steiner Wissen Sie, was Routine ist- nee, Sie haben keine Ahnung!" Sam Ostar Seemann, furz genannt Mister SOS, Inhaber des größten New- Yorter Versandhauses, musterte durch seine scharfgeschliffenen Brillengläser den fleinen Bennie Johnson. Der wollte eben etwas zu seiner Rechtfertigung erwidern, aber Mister SOS schnitt ihm mit brüster Bewegung das Wort ab: Ein Balfen bricht durch. Beim Abtragen eines Hauses in der Havelská ul. wollte der Arbeiter Rud. urny aus Smichow über einen Balfen an eine andere Stelle des Gerüſtes. Der Balfen brach in der Mitte entzwei, der Arbeiter stürzte von vier Wieter Söhe ab. Er mußte in das Krankenhaus gebracht werden. Tödlicher Unfall. Beim Ueberqueren der PaKein WordSelbstmord! Mittwoch morgens lackystraße in Vršovice stieß der Lenfer eines Autos, fanden Arbeiter auf dem Feld bei Straichniß einen Anton Moravec, den 50jährigen Kaufmann Leopold Toten. Unter dem ut lag die Waffe, an den Hän- Vorel nieder. Vorel starb auf dem Transport in ben bemertien sie Straßer. In der Meinung, hier das Krankenhaus. sei ein Mord geschehen, verständigten die Arbeiter die Ausflugszüge. Vom 20. bis 27. August: In Mordkommiſſion. Genaue Ueberprüfung ergab aber, das slowakische Paradies für 340 Kč, in den BöhDorothy Lamour in dem Film ,, Herrin des Dschungels". Koruna: - Kotva: Lucerna: Metro: Adria:..Der unbekannte Troubadour". A.Faye. A. Alfa: Marco Polo." Gary Cooper. A. Apollo: Vier unruhige Mädchen." S. Moser, K. v. Nagy. Avion:..Fräulein Mama."( Die Varises rin). Věra Ferbasová. Tsch. Bajkal: Der schuvarze Sahara- Herrscher." Robeson. E. Beránek:..Der König amüsiert sich." Franz. Fénig:..Das lebie Zigeunerlager". Ruff. Flora. Liebes- Parade." J. MacDonald, M. Chevalier. A. Hollywood: Fräulein Mama." Tsch.- Hvezda: ..Tarzans Rache." Glenn Morris. E. Holm. A. Julis: Ihr Busar." Magda Schneider. D.- Kinema b. V. B.: Journale, Grotesfe, Report. ( Aft. Th.): Journale, Grotesken, Report. ..Die Iuftiae Witw e." A. ..Spanische Blockad c.' " A. Baffage: S bas ..Herrin der Dschungel." A. nische Blockade." A. Braha: Der schwarze Kosar." Radio: Der König amüsiert sich." Franz. Stant:„ Der König amüsiert sich." Franz. Světozor: Vier unruhige Mädchen." Moser, K. v. Naan. D. Veletrhy: Die Ents ehrte." Victor Francen. Hayakawa. Fr. Belvedere: ..Die Frau im Geheimdienst." 2. Harvey. A. Beseda: Der Mustergatte." B. Rühmann. D Carlton: Wolfenstürme." Wallace Beern. Clari Gable. A.- Illusion: Die fündigen Frauen von Boom." Fr.- Lido II:„ Das Geheimnis des Kapitäns." Fay Wrah. A.- Louvre: Maceška: ..Der schwarze Sahara- Herrscher." E. ..Kavalkade." A.- Olympic:..Die Korallenbrinzessin." J. Petrovič. D. Rogy: Kinder auf Bestellung." Plachta. Pešek. Tich. Tatra- Weinberge: Prinzessin Infognito." A. It Bejvobů: ..Terasreiter." Jean Parker, J. Ofic. A.- Waldek: ..Indisches Mysterium." Elissa Landi. Urania- Kino, Klimentská 4. Fernsprecher 61623. Ab Freitag: Doppelprogramm! Bremiere des Roberts Schlagers: Mädchen für alles Mit Salfner, Weifer, Frank. Dazu Miden im Lande der Niesen" und beutsche fawoche. Good morning, Mister Peek!" schmetterte„ Ausgezeichnet! Sie sind zufrieden, Mister|„ Einen kleinen Augenblick, Miſter Peek. Da Deed mit fröhlicher Stimme und gab Johnson ein Peet. Dann haben Sie teine Sorgen. Und wenn hab' ich eine ganz ausgezeichnete Sache für Sie. Zeichen. Ohne die Aufforderung des Wohnungs- Sie keine Sorgen haben, sind Sie immer in guter Unsere kleine Signalglode„ Alarm". Gerade im besuchers abzuwarten, betrat jest Deed mit dem Laune. Wenn Sie sich aber Ihre gute Laune ver- Augenblick höchster Gefahr pflegt man oft dic tofferbeladenen Bennie die Diele. bessern wollen, kaufen Sie unsere neuesten Schall- falsche Nummer zu wählen und das UeberfallDeed zwinkerte vertraulich mit den Augen, platten. Ich werde mir gestatten, Ihnen jeßt die kommando erscheint nicht. Dieses Patent befestigen schritt auf den kleinen, mürrisch blickenden Mann letzten Neuheiten aus unserer Kollektion vorzu- Sie an Ihrem Telephon, einen Druck auf diesen Kontakthebel und das Ueberfallkommando, ist autozu und sagte in fast feierlichem suggestiven Ton- spielen..." matisch alarmiert... fünf Dollar mit Montage." fall:" Mister Peek, Ihnen fehlt etwas...!" Peet sant sprachlos auf einen Sessel, ließ fatalistisch die Arme herabsinken und stierte vor sich hin. Was soll mir denn fehlen...?" knurrte Peek mißtrauisch. " Des werden Sie gleich sehen..." antwortete Deed in selbstbewußtem Ton und bedeutete Johnson den Koffer zu öffnen. „ Wer sind Sie eigentlich, Herr...?" erfundigte sich Peek jest in wenig freundlichem Ton. " Ich bin nicht Cuningham..." „ Drei Tage sind Sie auf der Tour gewesen und nicht einen Auftrag haben Sie reingebracht. Sie sind ein Stümper, mein Herr. Ich weiß genau, was Sie mir jetzt antworten werden das Geschäft ist schwer und Sie haben keine Routine. Richtig und diese Routine müssen Sie eben Wer fernen. Darum werden Sie morgen Jimmy Deed auf seiner Tour begleiten. Der wird Ihnen zeigen, wie man den Stunden behandeln muß; wie man ihn gleichsam zwingt, auch gegen seinen Willen zu kaufen, und jetzt good by, junger Mann..." Bennie Johnson trottete am nächsten WMorgen mit trübseligem Gesicht und einem fünfzig Nilo schweren Koffer neben Jimmy Deed, der Verlaufstanone. Jimmy pfiff vergnügt die neueste Schlagermelodie und betrachtete mit wohlgefälligem Lächeln den kleinen Bennie, der unter der Last der Riesenfollektion ächzte und ſtöhnte. So hatte er vor fünf Jahren angefangen, ehe er die große Verkaufstanone bei SOS war... So Bennie, hier wollen wir anfangen!" Er zeigte auf ein vierstöckiges, schäbig aussehendes Mietshaus. Passen Sie gut auf, Menschenstind, damit Sie das Wichtigste tennen lernen den Kundendienst!" Er prüfte aufmerksam die Namensschilder und drückte dann auf die Glocke zur Parterrewohnung. Die Tür öffnete sich und ein unter ießter, mürrisch dreinblickender Mann stand im Türrahmen. Interessiert mich gar nicht, junger Mann. Was soll ich denn mit Ihren Schallplatten anfangen. Dort im Regal liegen drei Dußend. Die sind schon ganz verstaubt, weil ich nie Grammophon spiele..." " Sehr interessant, Mister Peet. Ihre SchallPlatten sind also verstaubt. Da scheint es mir höchste Zeit, daß Sie sich unseren Staubsauger " Ozon" anschaffen. Das kleine handliche Modellnur 25 Dollar..." Mister Peck trat wütend einen Schritt auf Jimmy Deed zu. Sein Gesicht war krebsrot angelaufen. Seine Stimme drohte sich zu überschlagen: " Was sagen Sie? Sie sind nicht Cunigham? ist überhaupt Cunigham?" „ Sehen Sie, Mister Peet- da haben wir's: Arthur Cunigham, berühmter Altertumsforscher, geboren 11. Jänner 1829, gestorben 1883 an der Sie scheinen mir komplett verrückt zu sein? Malaria, Verfasser des berühmten Werkes Hochzeitsgebräuche der Inkas". Solche und andere Verschonen Sie mich gefälligst mit Ihrem Genüßliche Antworten finden Sie nur in unserem schwäß und regen Sie mich nicht unnüß auf..." neuen Lexikon„ Du und das Weltall" zwölf Ganz Ihrer Meinung, Mister Peet. Man Bände, Halbleder, 9000 Seiten, 17.000 llu soll sich nicht ärgern. Durch Aufregungen treten ftrationen, 144 Starten, allein zu beziehen durch of Schlaganfälle auf. Aber auch hier hat meine das Versandhaus GOS gegen 16 bequeme Firma vorgesorgt. Wir versichern jeden unseren Monatsraten zu 2 Dollar..." Kunden gegen Schlaganfall. Sie zahlen die kleine Sie sind verrückt, junger Mann. Was in- Jahresprämie von 100 Dollar und wenn Sie teressieren mich Ihre Infas. Ich kaufe prinzi- einen Schlaganfall erleiden, bekommen Ihre werpiell nicht gegen Monatsraten. Ich bin ein flei- ten Familienangehörigen von uns tausend Dolner Rentner, befomme meine vier Prozent Zin- lar in bar ausgezahlt. Darf ich Ihnen die Polizze sen, das genügt mir und Bücher brauche ich keine." zur Unterschrift vorlegen...?" Sehr richtig. Mister Peek. Sie sind Rentner und brauchen deshalb keine Bücher. Aber was Sie brauchen, das kann ich Ihnen sagen einen höhe ren Zinssaß für Ihr Kapital. Und den bekommen Sie nur durch die Kreditanstalt des Versandhauses SOS. Wir zahlen ihnen fünf Prozent. Darf ich den Vertrag aufseßen" „ Ich brauche Ihre Kreditanstalt nicht. Ich bin mit meiner Bant sehr zufrieden!" Mister Peek starrte bösartig auf Jimmy Deed. Dann gibt er sich plößlich einen Ruck und ergreift mit entschlossener Miene den Telephonhörer. „ Was wünschen Sie, Mister Peet...?" flötet jetzt Jimmy Deed. " Ich wünsche Sie zum Teufel, Herr und werde icßt das Ueberfallkommando herbeirufen, Sie abzuholen..." „ Auch diese Zustände sind uns nicht unbekannt!" erklärte Deed eilfertig. In diesem Fall nehmen Sie unsere beliebten SOS- Pillen, dreimal täglich und vor dem Schlafengehen trinken Sie ein Glas unseres Gesundheitswassers " Optimal"..." Peek verharrte apathisch und regungslos im Sessel. Deed war auf ihn zugetreten und schob ihm gewandt eine SOS- Pille zwischen die Lippen. Dann schenkte er ein Glas mit dem Gesundheitswasser„ Optimal" voll: " Auf Ihre Gesundheit, Mister Peek Ich glaube dreißig Flaschen und fünf Schachteln genigen zunächst." Peck nickte wortlos. Resigniert trant er das Glas mit dem Gesundheitswasser leer und unterschrieb ohne Proteſt den hingeschobenen Bestellzettel. " Besten Dank, Mister Peet. Die Ware wird Ihnen franko Haus geliefert. In zehn Minuten werden Sie sich wohler fühlen..." Dann wandte er sich an den sprachlos dreinblickenden Johnson: " Marsch, Koffer eingepackt und los. Wir haben heute noch mindestens ein Dußend Kunden zu besuchen!" Als Bennie jetzt mit dem schweren Koffer die Treppen hochkeuchte, seufzte er:„ Jest begreif' ich auch, warum ich keine Geschäfte machen konnte. Mir fehlt das Wichtigste die Rous tine... aus mir wird wahrscheinlich nie eine Verkaufskanone werden..." -Bezugsbedinguna en: Bet Rustellung ins Haus oder bei Bezua durch die Poſt monatlich Kč 17. bierteljährig Kč 51.-, halbjährig Kč 102-, ganzjährig Kč 204.– Inserate werden lau Tarif billigst berechnet.- Stüditellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken. Die Zeitungsfrantatur wurde von der Post- u. Telearabbendirektion mit Erlak Nr. 18.800/ VII/ 1980 bewilligt( Stontrollpostamt Braba 25.- Druderei: Orbis". Drud. Verlags- u. 8eitungs- A.- G. Saa.