ice A. A. 8. et: in n: t af Sozialdemokrat Sentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme bes Montag täglich früh Ginzelpreis 75 Seller Rebattion u. Berwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Giegfried Taub- Berantwortlicher Redakteur: Rarl Rern, Prag 18. Sahrgang Sonntag, 28. August 1938 sib bu nispol sib.br SdP- Mann sand von deutschen Grenzern angeschossen Nr. 202 Ein Konflikt könnte nicht lokalisiert werden Simon beruft sich auf Chamberlain, Roosevelt, Hull Britische Regierungserklärung vom März auch heute voll gültig Sat Sir Simons Rede in Lanark, die mit London. Es kann kein Zweifel fügen oder an ihm zu ändern hätten.[ un möglich wäre, die Grenzen so großer Spannung erwartet wurde, befriedigt darüber bestehen, wie die Worte Gir Um eine Lösung in dem Konflikt in der der Wirren und Störun oder enttäuscht? Hat sie die Hoffnungen derer, Simons in seiner Rebe in Lanark, die ichechoslowakei zu finden, ist ein Beigen festzulegen, welche ein die ersehnten, daß sie eine friedensrettende Tat trag aller Beteiligten notwendig. Als Konflikt herbeiführen könnte, und je. werde, erfüllt oder schwächt diese die Annahme, der tschechoslowakischen Frage galten, Regierung haben wir in der Tschecho- berinjebem Lande, der über England werde nun, da der Friede wieder sehr aufzufassen sind und an weffen Adresse flowakei ein tatsächliches Problem an die Folgen nachdenkt, muß sich dessen gefährdet ist, seinen ganzen gewaltigen Ein- fie gerichtet waren. In diesem wichtig, erkannt, das einer bringenden Lösung eingebenk sein. fluß seine Weltgeltung zur Verhütung des Krie- ften Teil seiner Rede sagte Sir Simon: bedarf, und wir sind überzeugt, daß es Sie haben sicher überrascht die ges einsehen? Wie ist Sir Simons Rede zu bei gutem Willen auf allen Seiten mög- Rebe gelesen, die vor einigen Tagen werten? Es kommt darauf an, wie sie ausgelegt In dem besonderen Falle der Tfche lich sein sollte, eine Lösung zu finden, der amerikanische Staatssekretär Corwerden wird, ja, es hängt vielleicht wirklich der choslowakei, der uns heute besonders die gerecht für alle beteiligten Inter- bell Hull hielt, der die weitgehenden Friede Europas davon ab, daß die sorgfältig im Sinne liegt, wurde die Stellung effen wäre. Es ist absolut nicht notwen- Reaktionen eines Krieges sowie die abgewogenen Worte Sir Simons richtig ver- Großbritanniens in der Rede vollkom big, die Bedeutung beffen zu betonen, Notwendigkeit hervorhob, daß der standen werden... men und genau proklamiert, die Mini- daß man zu einer ruhigen 23 Krieg durch die Methode freundschaft. In der englischen Presse wird jekt, was fterpräsident Chamberlain heuer fung gelange, denn in der modernen licher Zusammenarbeit ersetzt werde. In der engliſchen Preſſe wird jekt, was gar nicht verwunderlich ist, sehr eifrig die am 24. März im Parlament hielt. Welt gibt es keine Grenzen für die Das, was Hull und einige Tage später Kriegsschuldfrage diskutiert die Frage der Diese Erklärung ist auch Reaktion eines Krieges. Dieser Fall der Präsident Roosevelt in Ranada fagte, heute voll gültig. Wir haben Tschechoslowakei könnte für die Zu- muß ein günstiges Echo in vielen Schuld am Striegsausbruche im Juli 1914. In nichts, was wir ihrem Inhalt hinzuzu- kunft Europas so kritisch sein, daß es britischen Herzen wecken. Buschriften an die großen Zeitungen ebenso wie in redaktionellen Auffäßen wird gesagt, der Krieg wäre vielleicht, ja wahrscheinlich vermie. den worden, wenn die englische Regierung im Jahre 1914 der deutschen Regierung klar und Runcimans Sendung darf nicht gefährdet werden gen, wohin er sich ausbreiten, oder welche Berlufte er verursachen würde oder schließlich, wieviel Leute man wird berufen müssen, um ihn zu löschen. Ich denke und glaube, daß, ebenso wie die übrigen Völker diese Gefühle haben. Ich glaube, eindeutig gefagt hätte, daß England bei beiben Parteien bazu gebraucht, um die An- Menschen in jedem Bolle wünschen müſſen, ihn England im im Falle Die britische Regierung hat ihren Einfluß ben. Ich bin überzeugt, daß alle vernünftigen eines Angriffes auf Frankreich gezwungen wäre, an der Seite Frankreichs in den Strieg wendung eines vernünftigen Vorgehens, in cher zu unterstüßen, als seine Bemühungen zu einzugreifen. Tatsächlich rechnete Deutschland dem Bemühen, eine Lösung zu erreichen, zu erschweren, die verschiedenen Faktoren im tschefest mit der Neutralität Englands, die Mahempfehlen. choslowakischen Problem zu einem gerechten Runciman ist nicht Schlichter oder Richter, Ausgleich zu bringen. Bis dahin ist es nicht nur Menschen unseres Landes eine tiefe und stetige nungen und Warnungen des deutschen Gesandte:: in London, des Fürsten Lichnowsky, wurden sondern Vermittler und Freund. Die Erfolgs- unsere, sondern auch die Pflicht aller Liebe für ben Frieben und gleichzeitig einen Haf verlacht, und als England dann doch in den wünsche der ganzen Welt, die begreift, wieviel lle brigen- und alle haben ein Interesse gegen den Krieg hegen, auch die Menschen aller Strieg eintrat, wurde das geradezu als tückischer von dem Erfolg Runcimans abhängt, beglei- am Weltfrieden alles zu vermeiden, was gegen den Krieg hegen, auch die Menschen aller Berrat angesehen. Vieles spricht dafür, daß ten Lord Runciman bei seiner Vermittlungs- eine befriedigende Lösung gefährden würde. baft überall die einfachen Bürger wünschen, in Deutschland den Krieg nicht gewagt und Dester- aufgabe, die er mit so viel Bürgerfinn auf sich Wie ich bereits fagte, glauben wir fest, daß, einer Atmosphäre der Ruhe und Sicherheit zu reich noch im lezten Augenblick zurückgerissen nahm. Lord Runciman weilt feineswegs als wenn der rechte Geist überwiegen und sich erleben. Sicherheit, daß sie die Freuden des Lebens Vertreter der britischen Regierung in Prag, halten wird, mit Geduld und gutem Willen für fich und ihre Kinder suchen und die schred. hätte, wenn es an Englands Kriegsteilnahme sondern als Vertreter aller Menschen, wo ein gütlicher Ausgleich erreicht werden wird, lichen Folgen hassen und verabscheuen, welche ein geglaubt hätte. immer fie auch wohnen mögen, die Gerehber die berechtigten Interessen und Forderungen moderner Krieg für alle in gleicher Weise mit Daß jetzt die englische Presse die Kriegs- tigteit wollen und den Frieben lie- miteinander versöhnt. fchuldfrage erörtert, entspringt natürlich nicht theorethischem Interesse, sondern einem sehr aftuellen. Die Frage nämlich, ob nicht jetzt eine Simon sprach zu Beginn seiner Rede die off- waltmaßnahmen nicht zu einer wahren Regelung gegen die Gefahren und Schrecken des Luftkricähnliche Situation wiedergekehrt ist, ob es nicht nung aus, daß ein Krieg vermieden werden kann: gelangen kann. Lieber möchte ich de Anschauung Ausdruc jest wieder darauf ankommt, wie die britische Regierung spricht, was sie sagt. Und schon sind verleihen, daß ein Krieg niemals unvermeidbar fehr viele Engländer der Meinung, eine offene wäre, wenn alle Bölfer in ähnlicher Weise die Erklärung Englands, im Falle eines Krieges, größten Bemühungen darauf verwenden würden, zu dem Frankreich in Erfüllung seiner Bünd- führen könnten, und wenn sie sich bemühen würnispflichten gezwungen sei, Frankreich zu Hilfe den, in Ioyalem Geist e die Schwierigtommen zu müssen, eine solche ganz eindeutige feiten verföhnlich zu lösen, mögen fie woher immer Erklärung allein könne den Frieden wirklich kommen. Der Einfluß Großbritanniens macht sichern. die Ursachen zu beseitigen, die zu einem Kriege sich ununterbrochen zugunsten des Friedens geltend. Alle Bemühungen der britischen Regierung Zu einer solchen Erklärung ist die Regie waren darauf gerichtet, daß die Grundlagen des rung nicht bereit. Sie war nicht in Chamber Friedens gefestigt werden und Argumente und lains Parlamentsrede vom 24. März enthal Berstand bei der Regelung internationaler Ronten, und auch die Rede des Schatzkanzlers Sir flikte zur Geltung fommen, denn wir sind überSimon hat diese von manchen erwartete, von zeugt, daß man durch die Anwendung von Gebielen erhoffte Erklärung nicht gebracht. Ist aber deshalb diese Nede eine Enttäuschung? te fich bringt. Die Geister der Männer und Frauen in vielen europäischen Ländern sind erregt, wenn fie schen, daß man von ihnen erwartet, daß sie sich ges vorbereiten. Aber gerade dieser Umstand kann uns Hoffnung neben, denn nirgerds fann eine Regierung der Gesinnung und den Anschauungen ihres Volkes so gleichgültig gegenüberstehen, daß fie fein Gefühl, diese Dingen müßten vermieden werden, vollkommen ignorieren könnte. Eine wahrhaftig große Verantwortung würde jedem zufallen, der durch seine Aktion die Nöte über die Menschheit bringen würde, die einen Krieg begleiten. Außer den Verlusten, den Leiden und den Toten, die solche Maßnahmen begleiten, kann deren Anwendung, in welchen gegebenen Fällen immer, leicht dazu führen, daß solche Maßnahmen eine Reaktion zur Folge haben, die unter bestimmten Umständen in den Konflikt auch andere Parteien hineinziehen kann als die, welche ursprünglich verwidelt waren und sobald Wir werden zu jeder Zeit das ganze Gewicht eine derartige Berwicklung einmal beginnt, unferes Einflusses dahin geltend machen, daß der wer kann sagen, wo sie halt macht? Der Be- Ausbruch eines Krieges, in welchem Teile der Welt immer vermieden wird und wir glauben, ginn eines Konfliktes ähnelt dem Ausbruch daß wir dabei die Unterstützung des britischen eines Brandes bei starkem Wind. Er fann zu Bolfes und in hohem Maße die Sympathien der Beginn lokalisiert werden, aber wer kann fa- befreundeten Völker jenseits der Grenzen besitzen. sen gefunden. Das bedeutet, daß England die lich genug gesprochen. Es kann kein Zweifel Barnung der amerikanischen Staatsmänner darüber bestehen, daß England seine Bemühunbor der Anwendung friegerischer Methoden be- gen, den Frieden zu erhalten, unbeirrbar fortgrüßt und ihnen zustimmt. England befindet feßen wird, aber auch kein Zweifel darüber, daß fich in Uebereinstimmung mit Amerikas deme- ein Friedensbruch in Mitteleuropa England nicht unbeteiligt lassen würde. Fraglich ist nur, fratischer Friedenspolitit. Nein! Denn Sir Simons ernste Worte über bereit sein, unseren Beitrag zur Erhaltung des die Schrecken des seiner Ueberzeugung nach ver- Friedens zu leisten"- Warnung an die meidbaren Krieges und über die Segnungen etwaigen Friedensstörer. Sir Simon erwähnte, als er von der des Friedens und seine Feststellung, wie groß die Berantwortung derer wäre, die durch ihre Aktion Tschechoslowakei sprach, die Erklärung der Rede die Nöte des Krieges über die Menschen brin- Chamberlains am 24. März, die heute noch Sir Simons Rede war nüchtern, sachlich, ob man dort, wo es darauf ankommt, hören gen würden, waren ja nicht an seine englischen gelte und der nichts hinzuzufügen, an der nichts Zuhörer gerichtet, auch nicht an das englische zu ändern sei. Diese Erklärung Chamberlains ernst, jedes Wort war genau überlegt. Diese will oder sich nicht lieber so wie 1914 einer Bolt im allgemeinen, sondern an jene euro- gibt, ohne England zu binden, doch sehr deut- Rede hat keine Ueberraschungen gebracht und verhängnisvollen Selbsttäuschung hingibt. Für päischen Staatsmänner und Regierungen, von lich zu verstehen, daß, weil der Drud der Tat teine Enttäuschungen, sondern war Bestätigung diese Stellen wünschte man eine deutlichere denen man weiß, daß für sie der Krieg nur ein fachen stärter sein könne als formale Erklärun- und Bekräftigung der Politik Chamberlains. Sprache, nicht eine Wiederholung der VerklayRechenerempel ist, feineswegs aber ein ethisches gen, England im Falle eines Strieges fehr konnte nichts anderes sein einer Politik fulierungen, Umschreibungen und diplomati. Problem. Diese Worte Sir Simons waren, in wahrscheinlich nicht unbeteiligt bleiben könnte. allerdings, von der zwar jedermann überzeugt fchen Andeutungen von 1914. Wollten damals Verbindung mit der Erklärung: wir werden Schließlich darf auch nicht die Erwähnung der ist, daß fie vor allem der Erhaltung des Frie. die geschulten Diplomaten, die mit der üblichen zu jeder Zeit das ganze Gewicht unseres Ein- Reden des amerikanischen Staatssekretärs Sull dens dienen will, deren Methoden aber auch in Diplomatensprache Vertrauten, sie nicht ver. flusses dahin geltend machen, daß der Ausbruch und des Präsidenten Roosevelt übersehen wer- England selbst nicht ungeteilt zugestimmt wird. stehen um wieviel größer ist die Gefahr, daß eines Krieges, in welchem Teile der Welt den, von denen Sir Simon sagte, sie hätten Für jeden, der hören will, für jeden, der sich die heutigen Verantwortlichen sie nicht vecimmer, vermieden wird und wir werden stets günstigsten Widerhall in vielen englischen Ser- nicht selber täuschen will, hat Sir Simon deut stehen können oder nicht verstehen wollen! J Seife 2 Sonntag, 28. August 1988 Rr. 202 Ungarn und die Tschechoslowakei Um den Frieden im Donauraum Neben dem Verhältnis der Tschechoslowakei zu Deutschland haben die Beziehungen der Tsche« choslowakischen Republik zu Ungarn die internationale Aufmerksamkeit auf sich gezogen; sie bildeten den Gegenstand der Konferenz der Kleinen Entente in Bled. Die italienische und die deutsche Presse, insbesondere der„Popolo di Roma" und der»Völkische Beobachter" haben über den Standpunkt, den der tschechoslowakische Außenminister in Bled eingenommen hat, völlig entstellende Berichte verbreitet. ES wird da erzählt, daß Jugoslawien und Rumänien von vornherein entschlossen waren, Ungarn Entgegenkommen zu beweisen, daß aber die Tschechoslowakei von Konzessionen an Budapest nichts wissen wollte. An diesen Tartaren« nachrichten ist kein Wort toahr und es verlohnt sich, diesen Tendenzmeldungen den Spiegel der wirklichen Begebenheiten entgegenzuhalten. Schon seit 1932 beschäftigen sich die Staatsmänner der Kleinen" Entente mit der Zuerkennung der RüstungSgleichberechtigung an Ungarn. Anläßlich der Tagung der Kleinen Entente in Prag im Mai 1933 kani man überein, den Magyaren die Berechtigung zu Rüstungen, die das Land im Interesse seiner Verteidigung für notwendig hält, unter gewissen Umständen zuzuerkennen, nämlich dann, wenn es den Kleinen Entente-Staaten Garantien für deren Sicherheit gäbe. Ebenso wurde in der Konferenz der Kleinen Entente in Belgrad, im April 1937, erklärt, man sei bereit, mit Ungarn zu verhandeln; es wurde dabei an einen gegenseitigen Nichtangriffspakt gedacht. Die Magyaren waren dazu bereit, aber sie wollten den Pakt nicht mit der Kleinen Entente als einer Gesamtheit abschließen. sondern bilaterale Pakte mit jedem der drei Staaten, wogegen von der Kleinen Entente kein Einwand bestand. Die Magyaren verlangten freilich noch eines: Erklärungen der drei Staaten der Kleinen Entente bezüglich der magyarischen Minderheiten. Dem wollte aber— es war gegen Ende 1937— Rumänien nicht zustrmmen, weil eS vor den Wahlen stand und die Regierung ihre Wahlaussichten durch eine Erklärung zugunsten der magyarischen Minderheit nicht verschlechtern wollte. ES war also bei den Verhandlungen nicht die Tschechoslowakei, die eine Einigung in der strittigen Frage einer Erklärung der Kleinen Entente-Staaten über die magyarischen Minderheiten verhinderte. In der allerletzten Zeit haben nun die Magyaren ihre Auffassung geändert. Sie verlangen nun von Jugoslawien und Rumänien— wo sich die Verhältnisse seit dem Sturze der Regierung Goga geändert haben und man sich nun den magyarischen Wünschen gegenüber freundlicher zeigt— einerseits, von der Tschechoslowakei andererseits verschiedene Deklarationen über die Minderheitenfrage. Während man sich bei den beiden erstgenannten Staaten mit einem allgemeinen Versprechen der guten Behandlung und der Gleichberechtigung der Staatsbürger magyarischer Volkszugehörigkeit zufrieden gibt, stellt man an die Tschechoslowakei konkrete Forderungen bezüglich der Magyaren in der Slowakei, schon deswegen, weil Ungarn für die tschechoslowakischen Magyaren nicht weniger verlangen kann als die Deutschen in den historischen Ländern erhalten sollen. Dabei bestand wohl auch die Absicht, die Staaten der Kleinen Entente auseinander zu manövrieren und die Tschechoslowakei zu isolieren. Das ist nicht gelungen. Daß sich die Verhandlungen. welche die drei Minister in Bled mit dem magyarischen Gesandten in Belgrad führten, nicht zerschlagen haben, ist immerhin ein Erfolg für den Frieden und das Einvernehmen im Donauraum. Man hat sich wenigstens über Rüstungsgleichheit und Nichtangriffspakt geeinigt und die Verhandlungen über die Minderheiten gehen weiter. Ihr Ausgang wird wesentlich abhängig sein von der Regelung der sudetendeutschen Frage, also von dem Erfolg öder Nichterfolg der Mission Lord RuneimanS. Die Verhandlungen werden vom jugoslawischen Ministerpräsidenten Dr. Sto- jadinowitsch geführt weroen, nicht al» von einem Vermittler, wie einige Blätter schrieben, sondern als dem derzeitigen Vorsitzenden der Kleinen Entente, wobei der jugoslawische Staatsmann nichts ohne das Einvernehmen mit dem rumänischen und dem tschechosloivaklschen Außenminister tun wird. Es ist schließlich die Meinung geäußert wor» verukizuns i Paris. Der Konflikt, der durch DaladierS Rundfunkrede auSgelöft wurde, scheint der Beilegung nahe zu sein. DaladierS Bemerkungen über die Vierzigstundenwoche hatten dir Arbeiter sehr beunruhigt, sie hatten in der sozialistischen und in der kommunistischen Partei die Befürchtung erweckt, Daladier wolle sich überhaupt mehr der Rechten nähern. Die Gewerkschaften veranstalteten große Versammlungen, in denen leidenschaftlich gegen den etwaigen Versuch, die sozialen Gesetze aufzuheben, protestiert wurde. Die Parteien der Volksfront hielten Beratungen ab, deren Ergebnis eine Audienz bei Daladier war. Eine zweistündige Beratung der Vertreter der Linksparteien mit dem Ministerpräsidenten am Freitag hatte kein definitives Ergebnis, doch erklärten die Vertreter der Linksparteien, Daladier habe versichert, dass niemand daran denke, die geltenden sozialen Gesetze anzutasten, daß er ater den festen Willen habe, die Bedürfnisse der nationalen Verteidigung flcherzustellen. Eine Aende- rung der Sozialgesehe für die Privatindustrie komme nicht in Betracht. Auf die Frage, ob eine Aenderung der Regierungsmehrheit möglich sei, habe Daladier mit einem festen„N e i n" geantwortet.— Am SamStag hatten die Vertreter der Linksparteien wieder eine zweistündige Unterredung mit dem Ministerpräsidenten, über deren Ergebnis sie sich sehr zurückhaltend äußerten. Ein Gewerkschaftsvertreter erklärte den Journalisten, daß die Arbeiterklasse getreu ihrer Tradition bereit sei, alle notwendigen Opfer auf fich zu nehmen, wenn sie entsprechende Gegenleistungen für ihre Opfervereitschaft erhalte. Im„Populaire" stellt Lion Blum fest, daß die Volkskonzentration weiterlebt und daß das in den letzten zwei Jahren geschaffene soziale Werk weiterbestehe. Alle Versuche einer Aenderung der sozialen Orientierung, aber auch alle Versuche einer solchen Aenderung durch den Sturz der Regierung würden auf unüberwindlichen Widerstand stoßen. Die Kraft und Spontan!« tär der durch die Kundgebung DaladierS hervorgerufenen Bewegung sei zu begrüßen, wenn auch den, daß im Falle einer Verständigung Magya- rienS mit der Kleinen Entente diese ihre raison d'Stre, ihren Zlveck und Sinn verlieren-würde, denn die Kleine Entente sei nur zum gegenseitigen Schutz der drei Staaten gegenüber einem ungarischen Angriff gcbittet und erhalten worden. Das wird aber unseres Trachtens nicht der Fall sein. Einmal deswegen, weil ja die Kleinen Entente- Staaten weiter gemeinsam daran interessiert sein werden, daß der mit Ungarn abgeschlossene Nichtangriffspakt von diesem nicht verletzt werde— darüber sind sich die drei Staaten schon jetzt klar — und dann bleibt der Kleinen Entente noch die positive Aufgabe der politischen Ordnung und wirtschaftlichen Konsolidierung im Donauraum, die Im Interesse der tschechoslowakischen Wirtschaft und ganz besonders der sudetendeutschen Industrie gelegen ist. Auch da soll uns die internationale Politik ein Mittel werden, die wirtschaftlichen und sozialen Lebensprobleme unseres sudctendeutschen Arbeitsvolks einer Lösung zuzuführen— ohne neuen Weltkrieg, ohne Massenopfer an Gut und Blut, ohne Zerstörung unserer Heimat und Europas. n Frankreich die breiten Mussen ihren Sinn vielleicht nicht richtig erfaßt haben. Am Sonntag tritt die Verordnung in Kraft, durch welche der Streik der Hafenarbeiter in Marseille beendet wird. Die Erhöhung der Taglöhne auf 61 Francs soll mit einer Neuregelung der Arbeitsordnung verbunden werden, die einen rascheren Arbeitsbetrieb gestatten würde. In Arbeiterkreisen sollen Vorbehalte zu einigen Punkten der Verordnung geäußert tvorden sein. Der Beschluß der Ge« wcrkschaft steht noch aus. polnischer Protest In vensls Warschau. Auf dem Gebiete PomerellenS! dauern die gegen das nationalsozialistische Regime in Danzig gerichteten Kundgebungen der polnischen Bevölkerung weiter an. Einer amtlichen Mitteilung zufolge legte der Gesandte der polnischen Regierung in Tvnzig beim Danziger Senat einen energischen Protest gegen die in den letzten Tagen vorgekommenen Mißhandlungen von Polen em und forderte die Bestrafung der Schuldigen so« wie die Auszahlung einer Geldcntschädigung an die Opfer der Ucberfällc. Via Offensive auf Hankau Tokio.(HavaS.) Die japanische Offensive auf Hankau wurde von sechs Armeegruppen zu- gleich begonnen, deren Stärke nicht genau bekannt ist. Sie greifen einerseits die chinesische Verteidigungslinie in Nord-Kiangst, andererseits in den Gebieten bei Juitschan und Nantschau an. Gangstermethoden der Araber Haifa. Die arabischen Terroristen, denen durch die Schließung der Grenzen von Palästina und durch die strengere Kontrolle ihrer Zentren in Syrien keine Geldmittel mehr zufließen. haben nunmehr zu Gangstermethoden gegriffen. Sie haben bereits zweimal die Barclay-Bank in Nablus auSgeraubt, wo ihnen 79.909 Pfund Sterling (ungefähr 19,999.999 KL) in die Hände fielen. Ferner haben sie viele Juden beraubt und entführt, um von deren Angehörigen hohe Lösegelder DIE SPIONIN VON W. STERNFELD Von ihrem Vater schien man überhaupt nichts zu wissen, von Lampert konnte man augenscheinlich nur den Decknamen Louis, nicht aber den wahren Namen und seine Adresse. Wohl aber schien man von der Wichtigkeit der Nolle, die sie und dieser gewisse»Louis" in der Organisation spielten, genau unterrichtet zu sein(Lampert Ivar es, der außer Hermine alle Namen der Mitglieder der Organisation kannte). Nach ihm wurde deshalb eifrig gefahndet und mit allen Mitteln versuchte man, ihr seinen Namen und die Adresse zu entlocken. Die Gewißheit jedoch, ihn und ihren Vater noch auf freiem Fuße zu wissen, gab ihr alle Kaltblütigkeit und Sicherheit de- Auftretens wieder. Mit keinem Wort und keiner Miene gab sie etwas von dem preis, was sie wußte. Auf alle Fragen antwortete sie:„Ich weiß von nicht» und kenne weder einen Ernest noch einen LouiS". Nach ihrer Verhaftung hatte man ihre Wohnung gründlich durchsucht und dabei auch eine Anzahl von Briefen in französischer Sprache gefunden. ES waren zärtliche Liebesbriefe, die meistens aus der Zeit vor dem Kriege, und nur wenige waren von Ende 1914 datiert. Offensichtlich hatte der Absender mit der Spionagesache nichts zu tun. Dann aber hatte man ganz zum Schluß in einem kleinen Kasten eine zerrissene Photographie, die das Bild eines deutschen Soldaten zeigte, mit der gleichen Unterschrift gefunden. Jetzt vermutete man, daß eine Verbindung zwischen der Spionageorganisation und deutschen HeeteSangehörigen bestehen müsse. Man vernahm Hermine zu dieser Sache und stellte bald fest, daß der Absender der Briefe ein Mitglied de» deutschen Nachrichtendienste» in Charleroi sei: Henry! In einem scharfen Kreuzverhör ivurden seine Beziehungen zu der Spionageverdächtlgen bis in» letzte Detail geprüft, und al» man erkannte, welche Freundschaft die beiden früher mit einander verbunden hatte, hielt man e» im Interesse der Untersuchung für ratsam, sich diese Beziehung zunutze zu machen. Sine Unterredung beider unter vier Augen wurde anberaumt. Au» den ihm vorgelegten Akten erkannte Henry, wie e» um seine frühere Freundin bestellt war. Da» vorliegende Material belastete Hermine auf das allerschwerste. Au» den beim Advokaten Roels gefundenen Papieren schien klar hervorzugehen, daß sie und»Loui»" die Seele der Organisation sein mutzten. Die Art der Spionage hatte man endlich herausgefunden, nicht aber, wie weit sich da» Netz erstreckte, wieviel Mann daran betelligt waren, wem die Meldungen überbracht und auf welchem Wege sie geleitet wurden. lieber alle diese Fragen Klarheit zu schaffen, war für den deutschen Generalstab von größter Wichtigkeit, denn wa» nützte e», ein paar Spione gefatzt zu haben, wenn die Organisation weiter bestand und man ihr nicht gänzlich da» Handwerk legen konnte! Henry» Hauptaufgabe war e» also, hier nach Möglichkeit Aufklärung zu schaffen. Bon der ihm übertragenen Aufgabe war er keineswegs entzückt. War e» ihm schon unangenehm gewesen, gegen sein« Landsleute agieren zu müssen, so war ihm eine Tätigkeit in einer Sache, die sehr wohl seiner früheren Freundin den Kopf kosten konnte, noch viel stärker verhaßt. Er hatte diese» Mädel lieb gehabt und nicht aufgehört, sie gern zu haben. Er hatte auch Herminen» Haltung verstanden, al» sie zu wissen glaubte, welcher Art sein Dienst im deutschen Heere war. Daß seine eigene Tätigkeit für die Nachrichtenabteilung der Anlaß gewesen war, daß auch sie für ihr Land in ähnlicher Weise handelte, ahnte er nicht. Er glaubte, daß sie sich leichtsinnig und ohne Ueber- legung al» Verführte in ein gefährliche» Aben teuer eingelassen hatte und zürnte ihr wegen diese» Leichtsinn». Je mehr er sich in die Akten vertiefte, um so mehr erkannte er die Gefahr, in der Hermine schwebte. Ihn packte Mitleid mit dem gedankenlosen Menschenkind, da» Kopf und Kragen riskiert hatte, ohne sich, wie er annahm, die Folgen klar zu machen. Hilfe zu bringen, schien ihm nach Lage der Dinge so gut wie aussichtslos, nur ein restlose» offene» Bekenntnis konnte ihr eventuell noch Rettung auf dem Gnadenwege bringen, denn rechtlich schien ihm ihr Leben verwirkt. Er wollte tun, wa» in seinen Kräften stand, um sie davon zu Überzeugen, daß er nicht al» Beamter, sondern al» einstiger Freund zu ihr komme und ihr rate. Einer Begnadigung glaubte er im Falle eine» Geständnisse» sicher sein zu können, zumal e» sich um eine junge Frau handelte. Eine Tage» wurde Hermine, wie schon oft zuvor, au» ihrer Zelle geholt und zur Vernehmung geführt. Sie vermutete,. daß wieder eine jener fruchtlosen Verhöre durch den Untersuchungsrichter folgen werde. Sie folgte dem Gefängnisbeamten durch lange halbdunkle Gänge und wurde in einen Raum gebracht, in welchem sie bisher noch nicht gewesen war, und plöitzlich sah sie sich ihrem früheren Geliebten gegeniwer Eine Welle heißen Blute» jagte durch ihren Körper, al» sie ihn erkannte. Sie hatte in den letzten Monaten nur wenig an ihn gedacht, und wenn es schon einmal der Fall gewesen war, nur mit Gleichgültigkeit und Unwillen. Sie führte diese Veränderung ihrer Empfindungen auf die Ereignisse und die zeitliche und örtliche Trennung zurück und ahnte sewst nicht, wie grotz der Wandel war, der sich in ihr vollzogen hatte.— Dennoch überkam sie Im ersten Augenblick de» Wiedersehen» ein Gefühl von Freude. Henry hatte givilkleider angelegt, weil er sich davon eine gute Wirkung versprochen hatte,— sie hatte kaum acht darauf. Sie musterte ihn, wie weit er sich verändert hatte und sah nur den Ernst seiner Augen, einen Ausdruck, den sie bei A» erpressen. Ein unlängst von den Terroristen entführter Aufseher beim Straßenbau wurde erst nach Bezahlung von 999 Pfund(189.999 KL) Lösegeld freigelassen. Die Juden, die au» der Gefangenschaft der Terroristen frsigelassen wurden, erklären, daß man mit ihnen im ganzen gut umgegangen sei und daß sie gute Kost erhalten HA- ten. Sie wurden die ganze Zeit tm gelte des Bandenführer» gefangen gehalten, und» wenn sie anderswohin gebracht wurden, wurden ihnen die Augen verbunden. Unweit von Jaffa wurde Freitag ein Militärkrankenwagen beschossen. Dabei wurde der arabische Chauffeur getötet und sein Mitfahrer verletzt.— Amtlich wurde bekannt gegeben, daß dem Bombenattentat im Basarviertel 23 Menschenleben zum Opfer fielen. Vas Abkommen von Saloniki wird durchgeführt Istanbul. Gemäß dem Abkommen von Saloniki haben türkische Truppen die Ehemalige entmilitarisierte türkische gone läng» der bulgarischen Grenze und hauptsächlich die alte Festung Drinopol besetzt. Nach Berichten aus Athen haben auch griechische Militärabteilungen die entmilitarisierte gone läng» der bulgarischen und türkischen Grenzenbeseht und Ebenso wurde«ine bulgarische Militärabteilung auSgeschickt, um eine entsprechende Zone läng» der türkischen und griechischen Grenze zu besetzen. Hallen befestigt seine Nordostgrenzon Ein ausländischer Freund unseres Blatte», der seinen Urlaub in Kärnten verbrachte, schreibt un»; „Al» ich jetzt auf Urlaub war, überschritt ich zweimal an verschiedenen Stellen die italienische Grenze. Und wa» ist dort zu sehen? Funkelnagelneue Drahtverhaue in zwei Zonen, Bau von Befestigungsanlagen, von Straßen hi» hinauf in die Felsen der Berge, Anlegen von Unterkünften, kurz, man begegnet überall jener fieberhaften Tätigkeit. die wir au» der Zeit unseres Aufenthaltes in Südtirol während des Kriege» so gut in Erin- nrrung haben, die aber ein wenig sonderbar anmuten, da es sich doch um die Grenzen verbündeter Staaten handelt..." Aber von Verbündeten, die einander zu gut kennen, um nicht doch Vorsichtsmaßnahmen al» sicherstes Unterpfand der Freundschaft anzusehen I Deutsche Arbeiter aus ihren Heimatstädten verschleppt Amsterdam.(Insa.) Ein deutscher Arbeiter auö Gronau schildert un» folgende Einzelheiten über die Mobilisierung der deutschen Arbeiter für Hitler» Kriegsziele: Die' ganze Mobilisierung wird geheim und mittel» der unter Kontrolle der Militärbehörden stehenden Post durchgeführt. Kein Mensch ist mehr seine» Leben» sicher. Abend» um acht Uhr kommt der Postbote und bringt einen Brief, in dem der Befehl enthalten ist, sich am nächsten Morgen um sechs Uhr an einer bestimmten Stelle zum„Arbeitsdienst" zu melden. Kraftfahrer erhalten den Befehl, ihren Wagen, dem sie zur Bestreitung ihre» Lebensunterhaltes benötigen, sofort bereitzustellen. Die für den„Arbeitsdienst" mobilisierten Arbeiter werden auf Lastauws verfrachtet und nach unbekannten Orten verschleppt. Auf diese Weise wurden in einer Woche 2099 Arbeiter au» Gronau weggeholt. In AhauS, Epe und Ochttrup wurde genau so verfahren. Die Transporte gehen nach der franko« fischen Grenze, wo Befestigungen erstellt werden, doch wird der genaue Aufenthaltsort nicht angegeben. ihm nicht gekannt hatte. Sie glaubte, einen Vorwurf gegen sie in diesem Blick zu lesen, und die» rief sie in die Wirklichkeit zurück, die für einige Sekunden versunken gewesen war. Der Gedanke, Von seiner Seite einen Borwurf hören zu sollen, empörte sie.— Was sollte diese Unterredung unter vier Augen in dieser Umgebung? War er gekommen, um sie auszuforschen? Wollte er ihr ob ihrer Handlungsweise Bortpürfe machen?— Er hatte wohl am wenigsten da» Recht dazu! Wa» hatte sie denn andere» getan al» er? War sie dehalb verwerflicher, well sie au» freiem Willen da» unternahm, wa» er gezwungen wt? Gc« Witz, sie Ivar kein Soldat und kein Beamter, aber sie hatte sich in den Dienst für ihr Volk gestellr, hatte lediglich au» Liebe zu ihm gehandelt. Sic war dabei gefaßt worden und jetzt erwartete sic da» Schicksal aller Kriegsspione. Kein Mensch hatte da» Recht, ihr einen Borwurf zu machen, Wenn nicht sie selbst e» tat. Und sie war himmelweit davon entfernt, sich anzuklagen.— Oder glaubte er etwa, etwa» von ihr erfahren zu können, wa» seinem Lande nützen könne? Hatte man ibn gar geschickt, um sie auszuhorchen? Dann sollten er und seine Auftraggeber sich geirrt haben I Verachtung und Trotz packten sie. Sie mustert« ihn feindselig und wandte sich ab. Henry hatte den Wechsel ihrer Empfindungen in den wenigen Sekunden wohl bemerkt. Er sah, daß hier ein anderer Mensch ihm gegenüberstand als der, den er ehedem gekannt zu haben glaubte. Nie war ihm früher ein solcher Ernst aufgefallen, wie er jetzt au» jedem ihrer Blicke sprach. Er hatte seine Hermine nur lachend gekannt, und wenn sie einmal geschmollt hatte, dann war'» mit einem nahen und mit einem heitren Auge geschehen. Ihm wurde bewußt, daß die Annahme, Hermine habe aus Gedankenlosigkeit und Unüberlegtheit gehandelt, falsch war. Die Sache wurde damit noch ernster, al» er sie eingeschätzt hatte. ^Fortsetzung folgt.)' Nr. 202 Sonntag, 28. August 1938 Seite 8 StaatS- sudeten bei Misch möchte. Troppau. Nazis in Ge- Er don Mr. Petto und Mr. Ashton-Gwatkin, Samstag nachmittags abgereist, um daS Wochenende bei dem Prinzen und der Prinzessin Clary in Tep- litz zu verbringen. Chamberlain die Tschrcho- Di« Sozialdemokratie behält Recht. Wir haben in den letzten Tagen schon einige Belege dafür erbracht, daß innerhalb der tschechischen Parteien daS Verständnis dafür wächst, daß das sudetendeutsche Problem auch ein wirtschaftliches und soziales ist. Auch daS„Prävo Lidu" kommt in seinem gestrigen Leitartikel darauf zu sprechen, und stellt fest, daß eS»unsere deutschen Sozialdemokraten waren, welche als erste feststellten, daß der gegenwärtige Streit zwischen Tschechen und Deutschen vor allem ein Wirtschaftsproblem ist". Diese Feststellung des Zentralorgans der tschechischen Sozialdemokratie bedeutet für die sudetendeutsche Sozialdemokratie, die jahrelang bemüht war— lange bevor es eine SdP gegeben Brüx.(Amtlich.) SamStag nach 8 Ahr überschritt der tschechoflowa» bische Staatsangehörige deutscher Na» tionalität, der Schlosser Rudolf Seifert, die Staatsgrenze bei Katharinaberg. Die Grenze überschritt er außerhalb der Zvllstraße. Auf reichsdeutschem Gebiete wurde er von einem reichsdeutschen Finanzwachmann angehalten, dem gegenüber er sich mit einem gütti» gen GrenzauSwelS auswies. Auf«ine Frage deS Finanzwachmannes legte er auch ein Mitgliedsbuch der Sudetendeutschen Partei vor. Seifert gab zu, daß er etwa 100 Zora-Zigaretten bei sich habe, worauf ihn daS reichsdeutsche Finanzorgan aufmerksam machte, daß er eine Geldstrafe von 100 Reichsmark Lord Runciman In Tepllfc-Sthönau Prag. Dar Sekretariat der Mission Lord Nunciman teilt mit: Lord und Lady Runciman wohnten gestern(Freitag) abends der Vorstellung der„Verkauften Braut" im Nationaltheater bei. Lord und Lady Runciman sind, begleitet Budget und Arbeitalosenfiirsorge Dir Regierung ist nicht nur>»it den nationalen Fragen beschäftigt gewesen, sondern sie hat auch dringende wirtschaftliche und soziale Aufgaben. Am dringendsten ist die Zusammen- stellung deS Staatsvoranschlag- für 1939. Außerdem widmet die Regierung auch dem Arbeit-losen- problem Aufmerksamkeit. Wohl ist die Zahl der Arbeitslosen bi» Ende Juli auf 184.000 gesunken, aber man mutz sich nun auf rin Wiederanstrigen der Arbeitslosigkeit im Winter gefaßt machen und r- müssen alle Vorbereitungen getroffen werden, um eine möglichst groß« Zahl von Arbeitern im Produktionsprozeß zu beschäftigen und für die Richtbeschästigten zu sorgen. Insbesondere ist rS da» Grenzgebiet, welchem die Fürsorge der Regierung gewidmet sein muh. bezahlen müsse, ansonsten er mit fangnis bestraft werden würde, führte ihn sodann auf daS Zollamt in Deutsch-Neudorf ab. Auf dem Wege dahin setzte sich Seifert auf sein Rad und fuhr gegen die tschechoslowakische Grenze. Er gelangte auf tschechostowa- kischeS Gebiet und fuhr bis nach Katha- rinaberg. Dort sagte Seifert aus, daß der relchSdeutfche Finanzwachmann vier Pistolenschüsse gegen ihn abgegeben habe, von denen ein Projektil ihm im Rücken stechengeblieben sei. Seifert sagte weiter auS, daß der Finanzwachmann, bevor er geschaffen habe, ihm nicht zugerufen habe, stehen zu bleiben. Seifert wurde in daS öffentliche Krankenhaus in Brüx gebracht. Vie Mission Rundmans Vorbereitung* ar beiten abgeschlossen Die Mission bei Lord Runciman in Prag ist jetzt im Stadium deS Abschluffes der vorbereitenden Verhandlungen. Der Lord hat nunmehr mit alle« beteiligten Faktoren, dem Präsidenten der Republik, dem Vorsitzenden der Regierung, der DdP und der deutschen Sozialdemokratie verhandelt und sich über den Standpunkt aller Beteiligten informiert. Run wird dem Material, daS sich in den Händen von RucimanS Mission konzentriert hat, eine definitive Form gegeben werden. Aus Grund diese» Materials wird sich nun die englische Mission selbst»in Urteil über die politischen Brrhättnlffe der Tschechoslowakei und insbesondere die nationale Frage bilden. vle Todesopfer der Eisenbahn Königgrätz. Freitag um 22,15 Uhr stürzte ein F e l S st ü ck auf die Strecke der Staatsbahnen zwischen den Stationen Neudorf an der Neiße und Gablonz an der Neiße ab. Der L a st« z u g Nr. 5890 fuhr auf diese» Hindernis auf und entgleiste. Die Lokomotive und zwei Wagen wurden stark beschädigt. Der Heizer wurde getötet. Der Verkehr auf dieser Strecke wurde für ungefähr 24 Stunden unterbrochen. Der Personenverkehr zwischen Gablonz und Neudorf wurde durch Autos und durch Umsteigen aufrecht erhalten. Eine M o t o r d r a i s i n e, die aus Turnau kam, fuhr gestern Samstag um 2.17 Uhr früh in Reichenbern auf den beim Einfahrtssignal haltenden Lastzug Nr. 1159 auf. Der Vorstand der Sektion Jng. Cabalka und sein Stellvertreter Jng. Zahradniöek wurden hiebei getötet. Der Lenker der Draisine Bit wurde schwer verletzt. Die Ursache des Unglückes wird untersucht. Henleins Gastseber Wenn der„Stammes-Führer" mit dem von den reichsdeutschen Großindustriellen geschenkten Horch-Wagen durch Land prescht und irgendwo Aufenthalt nimmt, steigt er nur prinzipiell bei Fürsten und Grafen ab und wenn so etwas nicht vorhanden ist, mindestens bei einem Großindustriellen oder Großgrundbesitzer. So hielt er es auch, als er am Freitag in Bensen eintraf. Hier war sein Gastgeber der Großindustrielle und Großgrundbesitzer, G r o h m a n n, als„Kamerad" selbstverständlich deutschrassig und„eindeutig sozial". Was der Stammesführer mit ihm ausgclnofelt hat, ist bisher nicht bekannt geworden. Zur Information für die Oeffentlichkeit und zur Beurteilung für unsere Leser, wie„eindeutig sozial" der Gastgeber deS Stammesführers ist, teilen wir mit. daß die Grohmannsche Forswerwaltung in Bensen ihren Walarbeitern einen Lohn von 1, sage und schreibe einer Krone per Stunde zahlt und an da» Bürgermeisteramt in Bensen eine schriftliche Aufforderung gerichtet hat, den bei der Stadtgemeinde beschäftigten Waldarbeitern den gleichen Lohn zu zahlen, statt der zwei Kronen per Stunde. Ein Sieg Heil! solchen„Kameraden" und ihren Gästen. Seeschlacht eines republikanischen Torpedobootes Gibraltar.(Reuter.) Das spanische republikanische Torpedoboot„Josd Luis Diez", das vor einigen Tagen nach Durchführung von Reparaturen den Hafen von Le Havre verlassen hatte, Ist nach einer heftigen Seeschlacht mit Franco-Schiffen von Gibraltar cingelaufc». Protestantische Kirchen gegen den Krieg Oslo. Die kirchliche Weltkonferenz in Larvik tritt in einer Entschließung dafür ein, daß internationale Streitigkeiten ohne Waffengewalt geregelt werden sollen. Ferner solle die Welt von der augenblicklichen Kriegsgefahr befrett werden. Ostrauer Polizei gegen Wirtschaftsboykott Mährisch-Ostrau. Die Polizeidirektion in Mähr.-Ostrau hat ein« Kundmachung erlaffen, in der es u. a. heißt: In der letzten Zeit mehren sich Beschwerden über wirtschaftlichen Boykott und andere Fälle ungesetzlicher Beeinflussung jeder Art, deren Zweck eS ist, einen Truck in nationaler, religiöser, politischer, wirtschaftlicher u. a. Hinsicht auSzuüben. Infolgedessen wird mit dem größten Nachdruck darauf hingewiesen, daß jed- tvede Unterdrückung gerichtlich auf das strengste verfolgt werden wird SdP-Mann von reichsdeutschem Grenzbeamten angeschossen Hetze der SdP wegen des Brünner Theaters Brünn.(Eigenbericht.) In Telegrammen an den Ministerpräsidenten Dr. HodZa und an Lord Runciman behauptete die SdP, daß durch die Vergebung deS Brünner RedoutengcbäudeS an die demokratische Theatergemeinde daS Brünner Deutschtum einen neuen Schlag erlitten hätte. Als Antwort auf diese Anmaßung goch SamStag abend >m Brünner Sender der amtierende Bürgermei« sterstellvertteter von Brünn, Dr. Eker, eine Erklärung in deutscher Sprache ab, welche die Behauptungen der SdP zurückweist. Die demokratische Theatergemeinde stellt die Behauptungen der SdP, die von der gleichgeschalteten Presse und vom reichsdeutschen Rundfunk übernommen wurden, ebenfalls richtig., Die Stadt Brünn und daS deutsche demokratische Theater. Wie zu der Verleihung der Re« doute an das deutsche demokratische Theater noch gemeldet wird, besorgt die Gemeinde die Zufuhr dcr Dekorationen für den Theaterbetrieb..Die Gemeinde trägt ferner die Kosten für die Heizung und Beleuchtung der Redoute. Zu diesem Ztvecke stellt sie die erforderlichen Beleuchtungskörper zur Verfügung, Die Gemeinde zahlt auch die Steuern und Gebühren sowie den Wafferzins für die Redoute. Dafür ist der Theaterverein verpflichtet, ein von der Gemeindevertretung ernanntes Mitglied als Vertreter der Gemeinde mit beratender Stimme allen Verhandlungen des Vereines zuzuziehen. Dieses Mitglied mutz deutscher Nationalität sein. Hur noch mit dem Knüppel... Max Eichler aus Offel, Vorarbeiter... der Firma Grohmann& Tropschuh, Jugenderzieher deS deutschvällischen Turnvereines Ossek, wurde Freitag, den 28. August, als er sich au: dem Heimwege von der Arbeit befand, von einem Beamten der staatlichen Polizeibehörde angehalten. Eichler wurde ein 80 Zentimeter langer, mit Sand gefüllter Gummiknüppel abgenommen. Eichler erklärte dem Beamten, er brauche diesen Gummiknüppel zum Schuhe für seine Person. Gegen Eichler wurde die Strafanzeige erstattet. Churchill: Deutsche Armee— die Gefahr London.(Reuter.) Während Schatzkanzler Simon in Lanark über die Politik der Regierung sprach, verwiesen andere bedeutende Redner auf die Gefahren der gegenwärtigen internationalen Lage. Winston Churchill erklärte, daß sich die Welt i m m r r m e h r e i n e r Krise nähere. Der Krieg sei gewiß nicht unvermeidlich, doch werde dir Kriegsgefahr solange nicht gebannt sein, bevor nicht die großen deutschen Armeen hcimgrschickt werden. Alle Hoffnungen konzentrieren sich nunmehr aus Hitler. Minister Jnskip gab gleichfalls der Ansicht Ausdruck, daß der Krieg nicht imvcrmeidlich fei, denn, so sagte er,„ein in den grundlegenden Fragen geeintes Volk wie daS unsere besitzt die Kraft, die durch nichts erschüttert werden kann, und verfolgt seine Absicht mit einer Zähigkeit, die unüberwindlich ist." Hinsichtlich dcr Tschechoslo- toakel erklärte Jnskip, die Entwicklung steuere zweifellos einem entscheidenden Ergebnis zu. hat— im tschechischen Volk das Verständnis für die großen wirtschaftlichen und sozialen Probleme des Sudetendeutschtums, insbesondere seiner arbeitenden Klaffen, zu wecken, eine große Genugtuung. ES wiederholt sich auch hier der Fall, daß da», was die Sozialdemokratie schon in einem frühen Zeitpunkt gesagt hat, wo sie vielfach auf Unverständnis gestoßen ist, später allgemeine Erkenntnis wird. So wird eü auch mit der Art der Lösung des nationalen Problems sein, wie eü sich die sudetendeutsche Sozialdemokratie vorstellt. Auch die Richtigkeit dieser Polittk wird in einer, wie wir hoffen wollen, nicht allzu fernen Zeit Ueberzeugung des größten Teiles des deutschen Boltes werden. Antisemitisch« Boykott-Hetze in Wir lesen in der„Bolkspreffe": Die Troppau gehen bereits zur offenen Boykottdrohung gegen die Juden über. In der letzten Zett fand man an einzelnen jüdischen Geschästen, ja sogar an Privatwohnungcn Hektographierte Zettel mit der Aufschrift:„Kaufet nicht bei Juden!" Wenn sich die Behörden nicht energisch aufrassen, gegen diesen Unfug gehörig einzuschreiten, wird die SdP bald versuchen, vor den jüdischen Läden,— Boykottposten aufzustellen. Im Zusammenhang damit verdient noch folgender Vorfall vermerkt zu wenden: Ein jüdischer Angestellter sucht seit acht Tagen in Troppau eine Wohnung und kanu sie nicht bekommen. Ueberall, wo er vorspricht, erklärt man, daß„nicht- frei" ist. Ein einziger hakenkreuzlerischer Hau-Herr war ehrlich genug, ganz offen zu sagen:„An Juden vermiete ich nicht!" Ob die SdP sich nunmehr auch entschließen wird, den Boykott gegen jene Juden zu verhängen, die für den Wahlkampf der„Ordnungspartei" namhafte Spenden geleistet und am 21. Juni die SdP-Fahne gehißt haben, entzieht sich vorläufig unserer Kenntnis... Zwei Karlsbader Bahnangestellte tödlich verunglückt Karlsbad.(Eigenbericht.) Der Karlsbader Obere Bahnhof war Freitag abends und SamStag früh der Schauplatz zweier entsetzlicher Unglücksfälle, die unabhängig von einander Menschenleben erforderten. Freitag abends war der Rangierer FranzSwoboda aus Chodau im Begriff, eine GüterzugSgarnitur zusammenzustellen. Als der Bahnangestellte beim Heranrol- len einiger Waggons zwischen die Geleise treten wollte, um die ankommenden Wagen,an die übrigen anzuhängen, glitt er aus und wurde, als er sich erheben wollte, zwischen den Puffern der Waggons zermalmt. Er konnte nur noch als Leiche geborgen werden.— SamStag früh wollte der Rangierer KarlBeran aus Weheditz auf eine heranrollende ZugSgarnitur ausspringen. Er glitt dabei ab, sein Rock blieb an dem fahrenden Waggon hängen und wickelte sich so um den Kopf BcranS, daß dem Unglücklichen das Genick gebrochen wurde. Der Tote wurde von der fahrenden Garnitur noch eine Strecke weit mitgeschleift. Eine irrige Meldung. DaS Tschechische Preffebiirö berichtete unter dem 28. August Wer die Sitzung der neuen Brüxer Stadtvertretung unter anderem, daß sich dort„für deren tschechischen Klub auch die Deutschen gemeldet haben." DaS ist falsch. Die deutschen Sozialdemokraten, die übrigens in dieser Sitzung durch ihren Sprecher eine eigene Erklärung abgaben, sind keinem gemeinsamen Klub beigetreten, sondern als Fraktion selbständig geblieben. Kommunisten rufen zur Besonnenheit auf! Die Zentrale der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei— unterschrieben sind Klement Gottwald und Rudolf Appell— erläßt einen Ausruf an die Bevölkerung und insbesondere die Parteiangehörigen, worin sie alle ausfordert, sich nicht von der Sudetendeutschen Partei provozieren zu lassen. In dem Aufruf wird wörtlich gesagt: „Bleibt kaltblütig auch weiterhin! Insbesondere jetzt, da die Politik der Henleinführung ungeduldig auf„Inzidente" lvartet, lasset euch um keinen Preis provozieren. Wir toiffen, worum man in diesen Tagen verhandelt. Wir sind sest für die Landesverteidigung und bleiben aus der Wacht, damit nicht- geschehe, was den Feinden der RepWlik die entscheidenden Machtpositionen in die Hände geben könnte. Die Bevölkerung und die Angehörigen unserer Partei werden sich nicht dazu provozieren laffen, was in der gegenwärtigen Situation der faschistische Feind tvünscht und was er gern provozieren Bleibt einig, muttg, entschloffen!" Vie Veden Chamberlains, Hulls und Roosevelts Sir Simon hat sich in seiner Rede auf Chamberlains Erklärung im Unterhause am 2-1. März berufen, die heute noch Gültigkeit habe und der nichts hinzugefügt werden müsse: er hat aber auch— und damit betonte er die Uebereinstimmung zwischen England und Amerika— auf die Reden des Staatssekretärs Hüll und des Präsidenten Roosevelt verwiesen. Die Reden der amerikanischen Staatsmänner dürften noch in Erinnerung sekretär Hüll hat zuerst, was in Europa weniger beachtet wurde, aber doch die Auffassung der Ber einigten Staaten kennzeichnet, Pressevertretern erklärt, Amerika halte an der Verbindlichkeit deS KellogpakteS fest. Ein paar Tage später, am 16. August, hielt er Wer sämtliche amerikanische Sender eine Ansprache, in der er der Gewall die Vernunft entgegenstcllte, sich scharf gegen die Methoden der Gewalt wandte und daS amerikanische Volk vor dem Glauben warnte, Amerika könne unberührt bleibe» von Störungen, die sich irgendwo In der Wett zeigen sollten. Präsident Roosevelt sprach am 19. August in Kingston in Ka nada. Er erklärte die Solidarität Amerikas mit Kanada, falls dieses bedroht sei, und sagte, aus der westlichen Halbkugel wiffe mau, . daß man nicht mehr auf einem ab- geschloffenen Kontinent liege, dcr • von den Konflikten jenseits des Ozeans nicht berührt werde. Ministerpräsident Chamberlain sprach am 24. März über die Fälle, in denen England zum Kriege gezwungen sein könnte. Er verwies dabei auf Definitionen des früheren Außenministers Eden, der gesagt hatte, die englischen Rüstungen könnten auch eingesetzt werden, u m dem Opfer eines UeberfalleS Hilfe zu gewähren, und zwar in einem Falle,„in dem dies unserem Urteile nach der Bölkerbundsatzung entspricht." Und fügte hinzu:„Dieser Fall könnte slowakei einschließcn." Chamberlain lehnte eS in seiner Rede ab, sich mit dem Gedanken zu befreunden. Frankreich jetzt schon zu erklären, daß eS im Falle eines Krieges, in den Frankreich wegen der Tschechoslowakei ver wickelt wird, an Frankreichs Seite stehen werde. Er fuhr jedoch fort: „Ich möchte aber hinzufügen, daß, wo es um Krieg und Frieden geht, nicht nur juristische Verpflichtungen zur Debatte stehen." Wenn ein Krieg auSbräche, ist eS unwahrscheinlich, daß er auf jene beschränkt bliebe, die solche Verpflichtungen übernommen haben. ES wäre ganz unmöglich,„u sagen,>vo er ende» würde, und tvclche Regierungen hineingezogen würden. Der unerbittliche Druck der Tatsache» könnte sich sehr wohl als stärker erweisen, denn formale Erklärungen, und in diesem Falle wäre eS wohl im Slafyntn der Wahrscheinlichkeit, daß andere Länder außer jenen, dir im ursprünglichen Streit Parteien tvarrn, fast sofort verwickelt würden. Dies ist besonders wahr im Falle zweier Länder, die, wie Großbritannien und Frankreich, lange freundschaftliche Bindungen» eng verknüpfte Jntereffen besitzen, den gleichen Idealen demokratischer Freiheit ergeben und entschloffen sind» diese ausrechtzuerhaltrn. Seite 4 Jagesneuigkeiten Die Flüchtlingsfrage Dem Flüchtlingsproblem widmet der Lon doner„ Daily Herald" einen Leitartikel, in dem es heißt: nnning, 28. August 1938 Lodrantka und Loučná über die Ufer getreten. Das Wasser hat einen Teil von Dašice und Drozdice überschwemmt. Die Bevölkerung, die von dem Wachtdienst gewarnt worden war, hatte in der Nacht rechtzeitig die bedrohten Behausungen geräumt. In Pardubik wurden über Nacht die Keller der an der Chrudimka gelegenen Häuser überschwemmt. Schmuggler von reichsdeutschen GrenzStr. 202 92 in der Sommerschule für das Studium mitteleuropäischer Fragen Ermordeter Mörber. Mile Pajič, der Mörder Vortrag Franz Rehwalds des serbischen Ingenieurs Bader und eines Gendarmerie- Wachmeisters, den er auf seiner Flucht er schoß, wurde von Gendarmen in der Nähe von Brodarevo( Serbien) tot aufgefunden. Er war von alvei seiner Genossen, den Banern Tomičov und Golubič, bei denen er sich auf seiner Flucht vor den Gendar men verborgen hatte, erschossen worden. Die beiden Mörder raubten Pajič den Betrag von 264.900 Diden beiden Spießgesellen Pajičs gefunden und befindet sich in den Händen der Behörden. Die beiden Mörder wurden verhaftet. beamten erfchoffen. Bei der Beschießung einer nar, den dieſer bei sich trug. Das Geld wurde bei Schmugglerbande, die in der Nähe von Neu- Aigen bei Elichkamp über die deutsch- tschechoslowakische Grenze gehen wollten und auf Anruf nicht stehen blieben, sondern nach der Grenze zu flüchteten, Fremde". Sie kommen ,, in Scharen" nach haben zwei deutsche Zollbeamte einen der Fremde das ist kein sehr hübsches Wort; aber wenn man die Leidenschaft und das Rassen vorurteil nur einmal überwinden will, dann ist es ein schönes Wort. Britannien. Sie nehmen uns„ das Brot vom Munde weg". Sie verstehen unsere englischen Sitten" nicht. Zeigt ihnen, daß sie sich nicht ,, in unser Land schlängeln" können. Heraus mit ihnen! So reden viele. Das ist die Art, Mitleid, Menschenliebe und Edelmut niederzutrampeln. Das ist die Art, den anständigsten Impuls des Menschen unterdrücken zu wollen, den Impuls, dem Elend Hilfe zu gewähren. Fremde". Nun, was sind sie? Sie sind menschliche Wesen, Mitmenschen vor allem. Sie sind Männer und Frauen, die Söhne und Töchter haben, wie wir. Männer und Frauen, die unglück lich geworden sind durch dieselben Dinge, die uns unglüdlich machen und die ihr Glück in denselben einfachen Dingen finden, die uns Glück geben. Und dann, wenn man die wenigen Uebeltäter aus nimmt, mit denen fertigzuwerden die Polizei hinreichende Mittel hat, es sind gute Männer und Frauen. Sie haben nichts getan, was wir in diesem freien Lande als Gesetzesverletzung oder moralisches Verbrechen betrachten. Es sind Leute, die das Gesetz achten, höfliche, patriotische, arbeitsame Leute. Aber vor allem sind es Männer und Frauen in Not, in einer Art von Not, welche das britische Volf unerträglich finden würde. In ihren eigenen Ländern sind sie beraubt, geschmäht und geichlagen worden. Man hat sie nicht für wert gehalten, sich unter die große Mehrheit ihrer Mitbürger zu mischen, man hat ihnen verboten, ihren Lebens unterhalt in den Berufen zu verdienen, denen sie ihr Leben gewidmet hatten. Ihre Kinder wurden mit Verachtung behandelt, und man duldete nicht, daß sie mit den Kindern der herrschenden Rasse zusammenfämen. Das sind die Fremden". Die ,, düsteren, geführlichen" Fremden. Nehmt an, es wäre ein Feuer in der Straße, in der ihr wohnt. Familien mit Kindern werden obdachlos, verlieren vielleicht all ihre Habe und kommen zu euch, um Zuflucht zu suchen. Würdet ihr sagen:„ Das ist unerhört. Wir brauchen unser Essen und unsere Betten für uns. Geht ins Feuer zurück!"? ... So müssen wir die fremden" Ausgestoßenen betrachten, denn so ist es richtig. Beschämen wir nicht die Traditionen, welche die britische Demokratie menschlicher Bewunderung wert gemacht haben, indem wir den Leuten sagen, sie sollen verbrennen, ertrinken oder leiden, aber nur nicht an unsere Tür anklopfen, wenn sie Hilfe brauchen.... Wir sagen, daß jede Nation ihr Teil tun muß, und wenn sie alle das Ihre tun, wird das Problem gelöſt ſein. Was die britischen Nationen im besonderen betrifft, so sagen wir, daß das Empire ein großer Raum mit vielen unentwickelten Schäßen ist und daß in vielen Teilen des Empire nur die Einwanderung vor einem Bevölferungsrückgang ſchüßen kann. Wir sagen, daß unser Empire geeignet ist, darin voranzugehen, den Flüchtlingen eine wirksame Möglichkeit zur Führung eines glücklichen und wertvollen Lebens zu geben. Wenn der gute Wille da ist, kann es neschehen, und es würde auch für das Empire großen Vorteil haben. Aber es wird nie getan werden, wenn unsere Politik von Haß und Furcht und nicht von Liebe und Mut bestimmt ist." Zusammenstoß Schmuggler erſchoffen. Der Vorgang spielte fich auf reichsdeutschem Gebiet ab. Die Schmuggler konnten jedoch über die Grenze entkommen. Die Leiche des Mannes, der von einem Schusse getroffen worden war, wurde von tschechoslowakischen Grenzbeamten etwa 100 Meter von der Grenze entfernt aufgefunden. Die tschechosomatischen Grenzbehörden haben den deutschen Grenzbehör den davon am Freitag morgen Mitteilung gemacht. Die Ermittlung ergab, daß es sich bei dem Toten um einen tschechoslowakischen Staatsangehörigen handelt. „ 2 3 130" fährt mit Wasserstoff. Das Luftschiff.23 130" geht, wie aus Friedrichshafen gemeldet wird, seiner Vollendung entgegen. Das zunächst auf Grund der amerikanischen Zusage für Helium- Füllung vorgesehene Schiff ist mit ges ringfügigen Umbauten für Wasserstofffü I I ung abgeändert. Französisches Flugzeug abgestürzt. Ein Flugzeug des Militärflughafens von Pau( Frank reich), an deisen Bord sich zwei Offiziere und zwei Unteroffiziere befanden, ist in einem Nachtflug erplodiert. Sämtliche Insassen sind verbrannt. Jugoslawisch bulgarische Grenze gesperrt. Infolge der in Jugoslawien ausgebrochenen Maul und Klauenseuche wurde im wechselseiti gen Einverständnis die bulgarisch- jugoslawische Grenze bis auf weiteres geschlossen. Die Einfuhr von Vich aus Jugoslawien nach Bulgarien ist verboten. Nicht einmal das Vich von jugoslawischen Bauern, die Weidepläße in Bulgarien bejizen, darf nach Bulgarien eingeführt werden. Französische Waffenschieber. Zur Verhaftung wegen geheimen Waffenhandels wird mitgeteilt: Die Pariser Polizei verfolgte bereits längere Zeit die Tätigkeit des Oberst Fillett von der Fliegereskadre in Bourgues. Sie konnte dabei feststellen, daß er zahlreiche Waffen aufbewahre. Einer der Detektive knüpfte mit dem Offizier Beziehungen an unter dem Vorwand, daß er sich für den Anfauf von Waffen interessiere. In der Wohnung des Offiziers fand der Detektiv dann zahlreiches Kriegsmaterial. Veim Verhör jagte Oberst Willett, daß er nur Mittelsmann gewesen sei und daß ihm ein ausländischer Staatsangehöriger namens Pugač die Waffen geliefert habe. Das tägliche Autobus Unglück in Deutsch land. Im Vororte Spandau bei Berlin stieß Samstag früh ein Omnibus mit einem Privatwagen zusammen. Dabei wurde der Fahrer des Privatautos und elf Insassen des Omnibusses verlezt. Zwei der Verletzten mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Die Wagen wurden schwer beschädigt. Der Beginn der Olympiade. Das finnische Olympische Komitee hat beschlossen, den Beginn der olympischen Sommerspiele im Jahre 1940 auf Samstag, den 20. Juli, festzusetzen. Tatranská Lomnica. Vor den Teilnehmern an der„ tschechoslowakischen Sommerschule", zu welchen auch zahlreiche Ausländer gehören, sprach Freitag Redakteur Franz Rehwald- Reichenberg. Er führte einleitend aus, daß eine der Fragen, die heute Europa in Atem halten, die Frage der Sudetendeutschen ist, die die größte Minderheit in Europa bilden und zwar eine Minderheit, die auf hohem wirtschaftlichem, sozialem und fulWer ist würdig? Im Berliner Reichsgesetsblatt turellem Niveau steht. Der Redner gab dann eine Uebersicht der gemeinsamen Geschichte der Tschewird eine Ausländerpolizeiverordnung veröffentlicht. chen und Deutschen und erkannte an, daß die Sie schafft ein einheitliches Ausländerpolizeitrecht Minderheiten hier größere Rechte als in einer für das Gesamtreich und beseitigt alle bisher noch bestehenden ausländerpolizeilichen Sonderregelun ganzen Reihe anderer Staaten befizen. Er ergen der deutschen Länder. Nach dem einleitenden wähnte auch den ersten Eintritt der Deutschen in die Regierung und kam dann auf WirtschaftsParagraphen der Verordnung wird der Aufenthalt im Reichsgebiet Ausländern erlaubt, die uach ihrer fragen zu sprechen. Das judetendeutsche Gebiet Persönlichkeit und dem Bwved ihres Aufenthaltes im befize eine hochentwickelte Industrie, die vorwie Reichsgebiet die Gewähr dafür bieten, daß sie der gend auf den Export angewiesen sei und auf dem die sudetendeutsche Existenzfrage hauptsächlich be ihnen gewährten Gastfreundschaft würdig sind. Die Neuregelung, die am 1. Oftober in Kraft tritt, soll ruhe. Der Redner ist sich der. Tatsache bewußt, daß die Ernährung der judetendeutschen Bevöl die Ausländerpolizeibehörden instand seven, gegen ferung, die vorwiegend aus einer hochqualifizier solche Ausländer, die diese Voraussetzung nicht ers ten Arbeiterschaft beſtehe, von den böhmischen und slowakischen Getreidekammern abhängig sei. Solange die gute Konjunktur anhielt, war der Erport ins Ausland feine aktuelle Frage der Produstriefrije Wichtigkeit und dieses Wirtschafts portionalität. Diese erlangte erst während der Inproblem ist eines der wichtigsten Faltoren in der ſudetendeutschen Frage. Die Absatzschrumpfung, bon der die ſtart induſtrialisierten judetendeut schen Gebiete betroffen wurden, seien hauptsächs lich auf die industriellen Autarkiebestrebungen ehemaliger Einfuhrländer und auf die Konkurrenz der reichtsdeutschen Industrie und nicht zuletzt auf die reichsdeutsche Handels- und Devisenpolitit zurüdzuführen. Der wirtschaftliche Nieders gang verursachte Unzufriedenheit und ein wachsendes. Interesse für Staatsaufträge. Eine Lö sung, für die alle Vorausseßungen gegeben seien, müsse im Rahmen der demokratischen Verfassung und im Rahmen der Staatsgrenzen erfolgen. Die sudetendeutsche Induſtrie müsse aus dem Westen unterstüßt und ihre Exportfähigkeit durch Schaffung eines Finanzinstitutes gefördert werden. Redner anerkennt den guten Willen auf tschechis scher Seite und sagt, daß auch auf sudetendeuticher Seite viele ehrliche Leute sind, die einen Ausgleich wünschen, hauptsächlich auf wirtschaftlichem Gebiet. Der Krieg würde das wirtschaftliche Ende der Sudetendeutschen bedeuten. füllen, unter Berücksichtigung der Belange des allgemeinen Wohls mit den erforderlichen ausländerpolizeilichen Maßnahmen vorzugehen. Eine befon dere Aufenthaltserlaubnis der zuständigen Aus, länderpolizeibehörden ist grundsäßlich erforderlich für Ausländer, die fich länger als drei Monate im Reichsgebiet aufhalten und ferner- ohne Rücksicht auf die Dauer des Aufenthaltes- für Ausländer die im Reichsaebiet beitimmie Tätigkeiten ausüben. wollen. Abe Birkus fährt nach Europa. Es ist anzuneh men, daß die europäischen Staatsmänner und Diftatoren, diesmal wirklich Angst bekommen, denn Albe Pidus aus Cleveland hat angekündigt, Mussolini, Hitler ,, Daladier, Beneš und Stalin persönlich aufs zusuchen. Man muß wissen, daß Abe Pickus schon wiederholt versucht hat, die Mächtigen der Erde zu erreichen, und zwar telephonisch. Er scheute feine Kosten und meldete Gespräche in die europäischen Sauptstädte an, aber es ist ihm nicht einmal gelun gen, irgendjemand von den hohen Herren persönlich au erreichen; Sekretäre und Adjutanten wiefen ihn barsch ab. Und dabei hat er nur Gutes im Sinn, er möchte nämlich konkrete Vorschläne zur Aufrechter baltung des Friedens machen. In Cleveland, wo jedes sind den sonderbaren Mann kennt, nennt man ihn Die Ein- Mann- Friedenskonferenz". Beifeßung Dr. Rüdis. Samstag, den 27. Auguft Vormittags fand vom Kollegiatfapitel St. Peter und Paul am Vyšehrad das Begräbnis Dr. Hans Georg Rüdis statt. m 9 Uhr Vormittag wurde der Sarg mit den sterblichen Ueberresten von der Strahover Abteifirche auf den Vyšehrad überführt und hier aufgebahrt. Unter den zahlreichen Kränzen befanden sich auch ein Blumenstrauß des Präsidenten der Republik Dr. E. Benes. Flugwettbewerb der Kleinen Entente. Für die Fluzeuge, welche an dem Flugwettbewerb der Staas ten der Kleinen Entente teilnehmen, wurde Sams tag, um 8 Uhr früh die Kontrolle aufgenommen. Aber erst um 10 Uhr 50 Min. traf das erste Flugs zeug, und zwar das von Dr. Stanko Rapé pilotierte jugoslawische Flugzeug Yu PDS ein. Um 12 Uhr landeten fünf weitere jugoslawische Flugzeuge, und zwar mit den Besazungen Grohovac auf RWD 13, Kapitän Bjelamovič Krebja ebenfalls auf RWD. Rotarac mit Milenkovic auf dem jugoslawischen Flugzeug Fizir, Bacič und Drafulovič und Anasta zijevič mit Milovanovič, die beiden letteren Befabungen auf STM- Flugzeugen. Mit ihnen trafen die Brünner Flieger Kotiba und Pařízek auf dem Flugzeug BE 150 und Krejčí mit Sent auf dem Flugzeug Tatra ein. Reserve- Leutnants, Achtung! Das Ministerium Das Wetter. Die Drudverteilung wird über dem Binnenlande immer gleichmäßiger und der Wind Störungsreste erhalten alvar in flaut daher ab. Deutschland und im Westteile der Republit beträcht liche Bewölkung aufrecht, die Regenfälle haben jedoch aufgehört und die Temperaturen steigen langsam an. In Karpathorußland wurden Samstag nachmittag bei schönem Wetter erneut 25 Grad verzeichnet. Wahrscheinliches Wetter. Sonntag: Nur im Nordwölfung und auf den Bergen vereinzelt ein wenig westen des Staatsgebietes zunächst noch stärkere BeRegen. Sonst wechselnd bewölkt bis ziemlich heiter, tagsüber etwas wärmer, rubig. für Montag: Im ganzen ſchön und wärmer. Dle deutsche Inland- Sendung Wetteraussichten am Sonntag und Montag Sonntag. Brag- Melnik: 8.55 bis 9.50 Gottesdienst aus Gottesgab. 9.50 bis 10.00 Dr. Hugo Rofyta: Vom heutigen Augustinfest. 10.00 bis 10.10 Glud: TrioSonate C- dur, 10.10 Walter Seidl zum Gedächtnis, Hörfolge von Dr. Maras. 11.00 Symphonie- KonBreſſe. 12.35 Orchester- Konzert. 13.30 Bunsch Rekord eines russischen Fliegers. Der Sowjet- Militärflieger Kapitän Jerevčenko führte am 24. Auguſt einen bemerkenswerten Höhenflug für Nationalverteidigung nimmt zum weiteren freigert, Schallplatten. 12.00 Lieber Hörer! 12.05 in einem einfißigen Waſſerflugzeug sowjetruſſi- willigen aktiven Dienſt Reſerveleutnants und Unterscher Provenienz durch). 25 Minuten nach dem Start erzielte Jerevčenko die Höhe von 7000 Meter. Der Flug dauerte sodann noch über eine Stunde. In der Höhe von 10.200 Meter stellte der Flieger fest, daß der Barometer 40 bis 45 Grad unter Null aufzeige. Das Wasserflugzeug ſette dann noch den Aufstieg fort. Nach vorläufiger Schäßung hat Jerebčenko seine Aufgabe mit großem Erfolg durchgeführt. Jetzt werden die Aufzeichnungen des Fliegers überprüft. Teutnants der Proviantur, wirtschaftlichen und Monturformationen auf. Es fönnen sich auch Unterleuts nants der Infanterie im Präsenzdienst und Aspiranten melden, die den Kurs für Offiziere des Wirts schaftsdienstes in der Reserve absolviert haben. Die aufgenommenen Bewerber werden auch bei der Aufnahme in den Sturz für Berufsoffiziere des Wirtschaftsdienstes den Vorzug haben. Die diesbezügliche Kundmachung wurde im Anzeiger des MND Nr. 38 vom 20. August 1988 veröffentlicht. Nähere Informationen über die Bedingungen erteilt Interessenten jeder Truppenkörper. zweier M! litärflugzeuge Prag.( TNO) Am 27. August um 8 Uhr früh tam es in der Umgebung der Gemeinde Ovčiarsko bei Žilina bei nebligem Wetter in einer Höhe von etwa 400 Meter zu einem Zusammen- Die Minderheiten Jugoslawiens. Nach einem stoß zweier zweisitziger Militärflugzeuge. Die bei Artikel, den ein nichtgenannter jugoslawischer Diden Maschinen stürzten ab und die Besaßungen plomat in der Pariser Zeitung" L'Order" verfamen ums Leben. Es waren dies: Der Beobachter öffentlichte, leben in Jugoslawien rund 500.000 Am Montag, den 29. Auguſt, tritt die 33prozentige Ab Monntag billige Fahrt zur Brager Meffe. Flieger- Unterleutnant Vojtěch 3 aj ac mit dem Angehörige der deutschen, 445.000 der ungari Fahrpreisermäßigung in Kraft, die Besuchern der Bugsführer- Piloten Vojtěch o I a tovič in chen, 342.000 der albanischen, 132.000 der tür der einen Maschine und Beobachter Flieger- Unter- fischen, 80.000 der jüdischen, 63.000 der rumä- diesjährigen Prager Herbstmesse( 2.- 11. Septemleutnant Willibald Richter mit dem Korporal- nischen und 9000 der italienischen Minderheit. ber) auf Grund des Messeausweises gewährt wird. Piloten Josef Štěpán in der zweiten Ma- Trans- Iranische Bahn. In Sefid Tschechme Diese Ermäßigung kann für die Fahrt nach Prag schine. Unterleutnant Zajac war 28 Jahre, Un-|( 400 Kilometer südlich von Teheran) fand in bis zum 11. September, für die Rüdfahrt vom 2. terleutnant Richter aus Pardubitz 24 Jahre. Zugsfürer Polakovič aus Račistorf bei Bratislava 23 Jahre und Korporal Štěpán aus Rohenice bei Nové Město nad Metují 23 Jahre alt. Sechzehn Bergleute verschüttet Mexiko.( Havas.) Im Staate Guanajato ereignete sich in der Grube Peregrina" cine Explosion. 16 Vergleute wurden verschüttet. " Anwesenheit des Schah von Iran die Inbetriebnahme der trans- iranischen Bahn statt. Die Strecke, die eine Länge von 400 Kilometer aufweist, verbindet das Kaspische Meer mit dem Versischen Golt. Rezeption für Lindbergh. Die Moskauer internationale Gesellschaft für Kulturbeziehungen mit dem Ausland veranstaltete zu Ehren des ameritanischen Fliegers Oberst Lindbergh in ihrer Mosfauer Zentrale eine Rezeption, der außer Oberst Lindbergh und seiner Gemahlin auch hervorragende Künstler und Schriftsteller, hohe Würdenträger des Kommissariats für auswärtige Angelegenheiten, die Mitglieder der amerikanischen Botschaft in Moskau fowie auch zahlreiche Vertreter der Auslands- und Inlandspresse beiwohnten. Freitag startete Oberst Lindbergh mit Gemahlin zum Fluge nach dem Süden Hochwaffer bei Pardubių. In Pardubiß ist die Elbe Samstag über Nacht um 50 Zentimeter auf 320 Zentimeter über das Normale gestiegen. Im Gebiete von Pardubiß wurden über Nacht mehrere Gemeinden, insbesondere Lhota Uhřetická, ferner Hostivice und Kunětice, überschwemmt. Neben der Elbe und der Chrudimka sind auch die der Sowjetunion. bis 15. September in Anspruch genommen werden. Wohnungskanzlei zur Btager Herbstmesse. Besuchern der Prager Serbstmesse steht während der Messedauer vom 2. bis 11. September auf dem Wilsonbahnhof( Wartesaal 2. Klasse) wieder ein Woh nungsnachweis zur Verfügung, der Messebesuchern Unterkunft in Hotels oder Privatlogis vermittelt. ten Nachtzug geöffnet. Für Bimmerbestellungen vor Die Kanzlei ist vom ersten Frühzuge bis zum TezMessebeginn lautet die Anschrift: Wohnungskanzlei der Prager Messe, Prag VII., Messepalast. Wettbewerb der Amateur- Sender. Die Ben trale der tschechoslowakischen Amateursender in Prag veranstaltet in den Tagen vom 3. bis 11. September b. J. zwischen 17 bis 1 Uhr einen Europaivettbetverb der Amateurſender. Gearbeitet wird nur auf radiotelegraphischem Wege. Schallplatten. 14.00 Bauernpredigt. 14.15 bis 14.30 Arbeitersendung. Ruth Körner: Frauen, Krieg und Menschlichkeit. 14.30 bis 15.30 Orchester- Stonzert aus Mähr. Ostrau. 18.00 bis 18.50 UnterhaltungsMufif. 18.50 Sörfolge von der Hopfenpflüde. 19.15 Nachrichten. 19.30 Mufiler um Goethe( Renate Gör ling. Sopran, Magnus Andersen, Baß, Fr. Holeček, Klavier). 19.50 Sportbericht. 20.00 Orchester- Dinjit aus italienischen Opern. 20.30 Das Jahrmarftsfeit von Plunder veilern, Schönbartspiel von Goethe. 21.00 Bom Kammermusikfest Trentschin- Teplis ( Quartett F. Touche spielt Roussel und Ravel). 21.15 Nachrichten. 21.55 Schallplatten. Brünn. 14.05 bis 14.17 Landwirtschaftliche wirtschaftliche Sendung: Oberlandw.- Mat Dir. NorSendung: Oberinspektor Ing. Otto Ked: Ueber Vichpflege und Melferivesen. 14.17 bis 14.30 Landbert Teiner: Bäuerliche Pferdezucht. 17.50 bis 18.50 Simultan Mähr.- Ditrau. Mähr. Oftrau. 14.30 bis 15.30 Orchester- Konsert. Dir. G. Singer. Montag. 12.15 Vortrag: Mar Filipp über Messen als BrennBrag Melnif: 10.15 bis 11.00 Schallplatten. Tomaschet, Hörbild mit Musit.( Ges. Gertrud Brill. punkte internationalen Handels. 18.00 Goethe und Klavier Fr. Dolcect). 18.30 Vortrag Dr. Hans Adler: Rechte und Pflichten der Radiohörer. 18:45 Orchesterkonzert. 19.30. A. Mill: Glüdszahl 19. 20.00 Orchester- Konzert. 20.35 Von den Luzerner Festspielen: Symph. Konzert( Dir. Bruno Walter). lei und das Land der olympischen Spiele. 22.50 bis 2.40 Vortrag Annemarie Roſt: Die Tschechoslowa 23.00 Dr. Ernst Schein: Vor der Brager Herbitmesse. -Brünn. 18.00 bis 18.15 Med.- Mat Dr. Robert Rocauret: Das Taschentuch cine hygienische Betrachtung. 18.15 bis 18.20 Schallplatten. 18.20 bis 18.35 Dr. Lilli Fried- Polaschet: Die Brokopbafilifa in Trebitsch. chert: Arbeiterinnenschidial einst und fest. LieberMähr. Oftrau. 18.10 Arbeiterfenbung: M. Nilongert Elfe Solosch- Langer( Klavier S. Langer). DI ftalt Jah und gem durd beje wird der Jung Arb mel ver Da daf 1111 Di geg Fol Art der öffe me neu den als me bei wi der Bö bef 71 44 71 St 53 Ju 81 55 23 ift m ge de b B fu in Nr: 202• Sonntag, 28. August 1038 Sette 8 Hochleistungs>Drehb&nke, Fräsmaschinen, Radialbohrmaschinen, Bohrwerke, Shaplng- u. Hobelmaschinen Spannfutter in modernster Ausführung erzeugt: Werkzeugmaschinenfabrik Arno mauert Warnsdorf, tSR. m 5«i«ktssaat Die Sozialversicherung der USD In der Praxis Summe ist 11.84; öte nieorigue vezayu ouu.euu erinoer loroie an o».u< sippi(6.8 Dollar). Für teilweise ErwerbSlosig« I liche Unterstützungen aus. t an, A. Kuprin starb-mm 25. August in Moskau, 1357 Aktiengesellschaften Am 81. Dezember 1087 gab es in der Tschechoslowakei insgesamt 1387 Aktiengesellschaft ten mit einem Kapital von 9.867,600.000 XC. Dies bedeutet gegenüber dem Jahre 1936 einen Zuwachs" von 20 Gesellschaften und einem Kapital von 103,200.000 XL. Ncugegründet wurden Gesettschaften mit einem Kapital von 164,800.000 XC, aufgelöst haben sich Gesellschaften mit 42,000.000 Kapital, llmgcrciht wurden Gesellschaften mit einem Kapital von 68,800.000 XL. In" der L a n d w i r t s ch a f t gab eS 82 Gesellschaften mit einem Aktienkapital non 60,700.000 XL; somit eine Zunahme gegenüber dem Vorjahre um sieben Gesellschaften und nm ein Kapital von 8,700.000 XL. Die meisten Aktiengesellschaften gab eS naturgemäß in der Industrie; hier wurden 1088 Gesellschaften mit einem Gesamtkapital von 8.881,700.000 XL gezählt. Auch hier ergibt sich eine Zunahme gegenüber dem Vorjahr«, und zwar um 19 Gesellschaften und um 59,800.000 XL Kapital. Der 2 an« del wieS 198 Gesellschaften mit einem Aktien» leit stellt sich der DurchschnittSbctrag auf 5.7 Dollar per Woche(Höchstbetrag 7.83 Dollar, niedrigster Betrag 4.2 Dollar). Allein im Monat Juni sind schätzungsweise in 25 Staaten insgesamt 40 Millionen Dollar an Unterstützungen bezahlt worden. Die allgemeine Altersversicherung, die Bundesangelegenheit ist und ebenfalls durch die ESA geregelt wird(mit der Auszahlung von Pensionen kann im Jahre 1942 ein Anfang gemacht werden). macht in der Erfassung der zu versichern-, den Staatsbürger ebenfalls große Fortschritte. Bis jetzt haben sich mehr als 89 Millionen Anwärter angcmeldet. Um in der Zeit, bis die Versicherung in Kraft tritt, auf diesem Gebiete den größten Notständen zu begegnen, hat das Amt, das mit der Durchführung des Gesetzes betraut ist, Unterstützungen ausbczahlt. Es hat in 169.622 Fällen, wo Arbeiter seit der Annahme des Gesetzes daS 65. Altersjahr erreicht haben, Auszahlungen gemacht, die sich insgesamt auf sechs Millionen Dollar stellen. Die allgemeine, öffentliche Fürsorge, die ebenfalls durch das SSA erweitert worden ist, zahlt zur Zeit an 1.7 Milionen unterstützungsbedürftige alte Leute, an 245.700 Familien für 609.400 Kinder sowie an 89.000 Blinde monat ständig 600 Quadratmeter Flüche gemietet. Eine Firmenzunahme ist vor allem auch durch di« Beteiligung zahlreicher Textilfirmen im Rahmen der Ausfuhrkonzerne eingetreten. Stark wird zur diesjährigen Herbstmesse die Strick« und Wirkwarenindustrie vertreten fein. In Baumwoll« und Seidengeweben und Leinenwaren ist das Angebot gleichfalls erhöht worden; ebenso in Körper« und Tischwäsche sowie Taschentüchern. Unverändert ist die Ausstellerzahl in Krawatten und Krawattenstofsen, Gummitextilien, Konfektion, Wollstoffen, Mühen, Schirmen. Kunstblumen, Spitzen, Decken. Die Teppichfirmen stellen im Rahmen der Möbel« und Pianomesse und der Fachmesse„War die Frau interessiert" aus. '(JGB) Mit der Annahme des„Social Security Act"(SSA— Gesetz für die soziale Sicherheit), ist in den Vereinigten Staaten im Jahre 1985 die Grundlage geschaffen worden für eine umfassende Sozialversicherung und den Ausbau der sozialen Fürsorge. Was die Arbeitslosenversicherung betrifft, die im Rahmen eines Bundesgesetzes und unter finanzieller Mitwirkung des Bundes zunächst Angelegenheit der ein« zclluin..Staaten ist,.so kann gesagt werden, daß heute in allen. Staaten Gesetze vorhanden sind. Die Auszahlung von Unterstützungen— der Aufbau der nötigen Fonds macht«ine gewisse Wartezeit(zwei Jahre) nötig— erreicht heute schon beträchtliche Gummen. Es werden bereits in 25 der 48 Staaten Unterstützungen bezahlt. Laut Schätzungen haben in den ersten sechs Monaten dieses Jahres L.5 Millionen Arbeiter Auszahlungen für volle und teilweise Erwerbslosigkeit erhalten. Die übrigen Staaten werden innerhalb eines Jahres ebenfalls mit Auszahlungen einen Anfang machen können. Der Durchschnittsbetrag In den Staaten, die Angaben machen, beläuft sich für volle Erwerbslosigkeit auf 10.7 Dollar pro Woche. Die höchste Summe ist 11.84; die niedrigste bezahlt Missis- Wenn die Bezirksgrenze durch die Gaststube läuft Prag-rb- In dem Dorf Mokropsy bei Prag, einem bekannten Ausflugs« und Weetendort gibt er mehrer« Gasthäuser, die sich während der Saison eines guten Zuspruch» erfreuen. Tabei geht e» natürlich nicht ohne kleinere und größere Reibereien zwischen den unterschiedlichen Gästen ab. Eine solche Reiberei wuchs sich zu einem ziemlich umfangreichen Konflikt aus. der das Prager Strafbezirksgericht beschäftigte. Die Sache ist einfach genug. Eine» schönen Tages gerieten in einem Gasthaus des erwähnten Orte» zwei Gäste in einem Meinungsaustausch, der bald in«in hitziges Wortgefecht ausartete. Es fielen beiderseits einige kräftige Schimvklvorte und schließlich verabreichte der eine der beiden Gegner setimn Widersacher eine tüchtige Ohrfeige, die dieser auf der Stelle mit Zinsen zurückgab. Es entspann sich ein« regelrechte Keilerei, der schließlich der Wirt ein Ende machte. Die beiden hitzigen Herrn brachten gegenseitig die Ehrenbeleidigungsklage wegen der empfangenen Ohrfeigen ein. Im Lauf« der Verhandlung ergab sich indessen eine interessante Komplikation. ES stillte sich heraus, daß einer der beiden Kämpen hinter dem Schankpult Aufstellung genommen hatte, während der andere ihn darüber weg attackierte. Wie der Vertreter de» Manne» hinter dem Bult bewie», läuft aber die Grenze der Gerichtsbezirke Prag und Königsaal über die Ortschaft Mokropsy und zwar just durch da» Gasthaus, wo sich die Rauferei ereignete und dies solcher Art, daß gerade die Kante des Schanktisches die Scheide zwischen den beiden Gerichtsbezirken bildet. ES ergau sich, daß der Tatort der Ehrenbeleidigung, die sich hinter dem Schanktisch ereignete, in den Amtsbereich des Königsaaler Gerichte» gehört und so WieS das Prager Bezirksgericht die Klage wegen örtlicher Unzuständigkeit ab. Die Verhandlung über die von dem Gegner eingebrachte Gegenklage wurde einstweilen vertagt, da nicht ganz einwandfrei festgestellt werden konnte, in welchem Gerichtssprengel die Ohrfeigen gefallen sind. Der Herr, dessen Klage wegen örtlicher Unzuständigkeit abgewiesen wurde, machte ein ziemlich verdrossenes Gesicht, denn zu einer neuerlichen Klageeinbringung beim Bezirksgericht Königsaal ist «S zu spät, da di« Klage inzwischen verjährt ist. Ole Textilindustrie auf der Prager Messe Prag. Die Ausstellerzunahme bei der Prager Messe hat nun auch auf die Textilindustrie übergegriffen. Die Beschickung der bevorstehenden Herbstmesse ist auf der Höhe der Frühjahrsmesse geblieben und übertrifft damit die Herbstmesse 1987 um etwa 80 Prozent. Qualitativ ist die Besetzung der Textilgruppe sogar besser als im Frühjahr, so daß die bevorstehende Herbstmesse Li« bisher überhaupt beste Beteiligung der Textilindustrie äufweisen wird. Eine der größten Buntdruckereien der Tschechoslowakei hat im Messepalast kapital von 575,100.000 XL auf, was gegenüber dem Vorjahre eine Abnahme um sechs Gesellschaften bedeutet, wobei jedoch das gesamte Kapital trotz dieser Abnahme um 41,800.000 XL höher ist. In der Transport«undVer« kehrSbranche(außer der Post) gab«S 76 Gesellschaften mit 806,100.000 XL Kapital; obwohl dies um eine Gesellschaft mehr ist als im Vorjahre, ist daS Gesamtkapital in dieser Branche dennoch um 1,500.000 XL niedriger als 1936. Drei Gesellschaften befaßten sich mit dem gewerbS,< mäßigen Betrieb von Theater«, Musik«, Sport- und VergnügungSunter« nehmen(im Vorjahre vier); sie hatten ein Gesamtkapital von 8,800.000 XL(im Vorjahre 6,200.000 XL). Schließlich gab eS 20 Akttenge« sellschaften in Unternehmen der Gesundheitspflege mit einem Kapital von 40,700.000 XL; di« Zahl der Gesellschaften ist die gleich« wie im Vorjahre, doch ist daS Kapital mn 800.000 XL höher. Die meisten Aktiengesellschaften hatte die Nahrungsmittelindustrie aufzuweisen, nämlich 278; daS höchste Gesamtkapital hatte jedoch die Metallindustrie aufzuweisen, nämlich XL 1.885,300.000.—. Uneinheitliche Beschäftigung der Warnsdorfer Metallindustrie Die Metallindustrie von Warnsdorf, die in 18 Betrieben derzeit rund 1200 Arbeiter beschäftigt, weist eine durchaus uneinheitliche Beschäftigung auf. Während die Firma Plauert vorwiegend mit der Ausfuhr von Werkzeugmaschinen nach Rußland sowie einigen anderen Staaten zufriedenstellend beschäftigt ist, klagen die übrigen Betriebe, sofern sie auf den Inlandsbedarf angewiesen sind— nur noch die Firma Franz Zimmer- Erben exportiert Textildruckmaschinen— über schwachen BestellungSeinlauf. Die Metallwalzwerke der Firma Zinn, Engels& Co., die sich bisher als eines der krisenfestesten Unternehmen Warnsdorfs erwiesen hatten, verzeichnen nach der sehr guten Beschäftigung des Vorjahrs jetzt einen kleinen Rückschlag im BestellungSeinlauf. Mitteilungen aus dem Publikum. Der milde Krondorfer Sauerbrunn fördert Ihre Verdauung, wirkt appetttanregend, erfrischt und belebt Ihren gesamten Organismus I Diese» preiswerte OualitätSgetränk soll daher in keinem Haushalte fahlen! 4710 Eine bedeutsame Neuheit in unserem Autvmobi- libmuS. Die Jungbunzlauer Auwmobilfabrik hat für ihre Klientel wiederum eine angenehme Ueberraschung vorbereitet..Nach den ungewöhnlich guten Erfahrungen mit dem von oben gesteuerten(OHV) Motor deS Populär, bringt sie jetzt auch die Type Rapid OHV. Bei der Konstruktion de» Chassis wurden die gleichen Grundsätze beobachtet, die e» bereit» der bisherigen Rapid-Type ermöglichten, in Rekordzeit eine Fahrt um die Welt zu absolvieren und die Zerreißprobe bei her Fährt der Eheleute Ekulina zu bestehen, die 52.000 Kilometer mit zweimaliger Durchquerung de» afrikanischen Kontinents zurücklegten. Die Konstruktion wurde naturgemäß der erhöhten Motorleistung angepaßt. In der neuen Ausführung mit oben gesteuerten Ventilen gibt der Motor, bei einem Zhlindennhalt von 1.56 Liter ein« Leistung von vollen 42 PS. Die neue Ausführung der„nassen" Zylindereinlagen aui härtestem Nitroguß sichert gleichmäßige Kühlung und beschränkt die Abnützung der Zylinder auf ein Minimum, was eine ungeheure Wertsteigerung de» Wagen» bedeutet. Die Kühlung wurde durch Einschaltung eines Thermostat» mit „by«paß" in da» Kühlsystem verbessert. Der Motor erwärmt sich rasch und hält die richtige Temperatur unter allen Arbeitsbedingungen ohne jeden Wasserverlust. Die Wasserkühlung, eine gute Abdichtung de» BentilmechaniSmu», eine ausgiebige Dämpfung de» AnsauggeränscheS und eine höchst elastische Lagerung de» Motor» in Gummi sowie«in doppelter AuSpuft- dämpfer garantieren einen bemerkenswert ruhigen Gang. Rohrrothmen, unabhängige Federung aller Räder, ein synchronssicrtes Getriebe, Zentralschmierung und andere bewährte Vorzüge der Skoda- Konstruktion finden wir hier gleichfalls. Der höher« Zylinderinhalt(über 1% Liter) ermöglicht bi» 81. Dezeniber 1039 die Ausnutzung der Steuervorteile von 2000 Xi. Der neue Skoda-Rapid OHV ist ein Meisterstück hochentwickelter Technik des Automobilbaue». Er bringt alle Errungenschaften, die der technische Fortschritt gebracht hat und die sich in der Praxi» ausgezeichnet bewährt haben. Au» dem besten Material auf nuwernen Maschinen von größter Präzision erzeugt, auf den höchsten Alpenpässen erprobt, garantiert der neue Skoda-Rapid OHB seinen Besitzern verläßliche und billige Dienste auf eine Reihe von Jahren. 4910 vle Arbeitsvermittlung Im ersten Halbjahr 1938 In den öffentlichen Arbeitsvermittlungsanstalten in Böhmen waren in der ersten Hälfte des Jahre» 1988 410.966 Arbeits- und Dienststellen und 692.544 Bewerber und Bewerberinnen angemeldet. Von den angemeldeten Stellen tvurden durch die Arbeitsvermittlungsanstalten 866.280 besetzt. Eine beträchtliche Anzahl von Stellen wird auch direkt beseht, weil die direkte Nachfrage der Bewerber ziemlich groß ist. Bei der Vermittlung machen sich auch verschiedene nichtöffentliche Arbeitsvermittlungsstellen geltend. Von den ange- meldcten Bewerbern wurden durch die Arbeitsvermittlungsanstalten 864.388 untergebracht. Daraus darf allerdings nicht geschlossen werden, daß im ersten Halbjahr 1938 828.186 Bewerber und Bewerberinnen ohne Stellung geblieben sind. Die verhältnismäßig hohe Anzahl der Bewerber gegenüber der Anzahl der Untergebrachten ist eine Folge davon, daß viele Bewerber auf eine andere Art und Weise Stellen finden, aber nach dem wiederholten Verlust der Beschäftigung sich in den öjsenllichen Arbeitsvermittlungsanstalten neu melden und daher auch wieder in der Statistik neu eingerechnet erscheinen. Dasselbe gilt auch in denjenigen Fällen, wo sich der Bewerber länger als einen Monat in der Anstalt überhaupt nicht nreldct, daher aus der Evidenz gestrichen und dann bei neuerlicher Meldung wieder neu gerechnet wird. Mit Ende des ersten Halbjahres blieben in den öffentlichen Arbeitsvermittlungsanstalten in Böhmen 145.081 Bewerber. Bon der Anzahl der besetzten Stellen entfallen auf Mittclböhmen 71.147, Novdböhmen 102.288, Südböhmen 44.849, Ostböhmen 76.257 und Westböhme» 71.688. Beseht wurden im Ganzen 280,691 Stellen für Männer, 80.280 für Frauen und 8309 für Lehrlinge und Lehrmädchen. Von den' angemeldeten Stellen für Männer wurden 92.7 Prozent beseht, bei den Frauen 81.8 und bei den Lehrlingen und Lehrmädchen 85.8 Prozent. Der verhältnismäßig ungünstigere Prozentsatz bei den besetzten Stellen für Frauen ist auf den Mangel an qualifizierten Kräften beinr HauShaltungSpersonäl und besonders bei Dienstmädchen zur Landwirtschaft zurückzuführen, wogegen der scheinbar noch ungünstigere Erfolg bei den Lehrlingen und Lehrmädchen nur eine Folge deS Umstandes ist, daß die Stellen ständig und besonders, bereits vor den Schulferien gemeldet werden, wogegen mit dem Hauptzustrom von Bewerbern erst nach Beendigung des. Schuljahres gerechnet werden muß und die eigentliche Vermitt« lung sich dann in den Ferien sowie kn den nächstfolgenden Monaten entwickelt. Das Glück Von A. Kuprin*)' (Deutsch von Hermann Blumenthal). Der Beherrscher eines mächtigen Reiches rief dereinst die Weifen und Gelehrten seines Lande» vor den Thron und stellte an sie folgende Frage: „Sägt an, worin besteht daS Glück?"' »Beständig den' Anblick deines göttlichen Antlitzes genießen zu dürfen," beeilte sich der erste zu antioorte». »Stecht ihm die Augen ausl" rief der König unwillig.■. „Der Nächstei"»Macht ist Glück," sagte dieser,„darum, o König, nenne ich dich glücklich." Bitter lächelnd erwiderte der König:„Krankheiten zehren an mir, zu deren. Heilung mir die Macht fehlt!—Zerfleischt ihm daS Gesicht!— Weiter!'' „Reichtum", stammelte der Nächste. „Ich bin reich, und dennoch fehlt mir daS Glück," antwortete der König- finster.„Und du meinst, daß ein Stück Gold, so groß wie dein Kopf, glücklich macht?" „Ach König!".;. ""„Deine Sehnsucht sei erfüllt! Bindet an seinen Hals einen Goldklumpen, so groß wie sein Kopf, und werfet den Habgierigen ins Meer!" „Dier Vierte," rief der König ungeduldig. Ein Mensch in Lumpen kam auf allen Vieren zum Thron gekrochen und mit versagender Stimme,. brennenden Auges, stammelte er:„O König! Mein Wunsch ist.gering. Willst du mich glücklich" machen, dann sättige mich. Denn der Hunger verzehrt meine Eingeweide. Den Ruhm deines Namens, die Güte deiner Seele will ich dann tragen über die ganze Erder" «Wa» wünschest du dir also?" fragte der König belustigt. „Ich?" „Ja, du!" „König, die Frage kommt mir unerwartet." „Begrabt ihn lebendigl..." „Ist noch ein Weiser da, komme er nur hervielleicht weißt du, worin das Glück besteht?" Der wahre Weise, der sich bis nun bescheiden im Hintergrund gehalten hatte, antwortete: „Das Glück liegt in der Tiefe des Gedankens." Die Augenbrauen des Königs erbebten und mit ZorneSstimme schrie er;„Was ist das, der Gedanke?" Der wahre Weise lächelte traurig, schwieg aber still. Da befahl der König", den Weisen in eine Grube zu werfen, in die kein Ton deS Tages, kein Strahl der Sonne drang. Als man den Gefangenen, der blind und taub geworden war und sich kaum auf den Füßen halten konnte, nach einem Jahre die Frage vorlegte: „Bist du nun glücklich?" antwortete er: „Ja, ich bin glücklich! Als ich mit. der Finsternis rang, war ich ein König, ein Held, ein Gatter und ein... All da»... gab mir meine Phantasie!" „Was ist da».Phantasie'?" schrie der König ungeduldig. „2n wenigen Minuten sollst du am Galgen baumeln, Verruchter, und ich werde dein lügnerisches Antlitz anspeien! Wird dich dann deine Phantasie trösten? Wird sie dir beistehen?" Aber der Weise, der wahre Weise, antwortete gelassen: „Tor! Wisse denn: Der Gedanke ist unsterblich." „Sättiget ihn!" hohnlachtr der König. „Wenn er sich vollgefressen hat und dem Tode nahe ist, meldet ei mir!" Und e» kamen noch zwei: Der eine, ein Mann von riesenhaftem Körperbau, mit kurzer Stirne, sagte:„DaS Glück liegt im Schaffen!" Der zweite war ein bleicher, hagerer Dichter mit fieberheißen Wangen:„Glück ist Gesundheit!" meinte er. Bitter lächelnd der König darauf: „Läge eS in meiner Macht, o Dichter, deinen Wunsch zu erfüllen, so würdest du in einem Monat die Begeisterung, die dich heute emporhebt, ersehnen." „Und du, Riese, würdest von einem Heilkundigen zum andern pilgern, um Heilung zu finden." „Geht beide von dannen!" „Wer ist noch da?" „Ein Sterblicher!" antwortete der siebent«, der ein mit Narzißblüten bestickte- Kleid mit auffälligem Stolze trug. „Das Glück liegt im Nichtsein!" »Höpft ihn!" rief der König gelangweilt. ,Fönig, ach König!" flehte der Arme, blasser als seine Narzißblüten. „Führt ihn hinweg! Macht ihn um einen Kopf kürzer. Das Wort de- Königs ist hart wie Stein!" Noch viele Weise kamen vor den Thron, und einer von ihnen sagte nur das eine Wort: „Frauenliebe!" „Gut," stimmte der König bei.„Gebt ihm die schönsten Frauen und Mädchen meines Landes, aber auch einen Becher Gift, und ist die Zeit des Ueberdrusses gekommen, laßt cs mich wissen. Ein anderer meinte:„DaS Glück besteht tn der sofortigen Erfüllung jeglichen Wunsches." Seite 6 Sozialdemokrat" Sonntag, 28. August 1938. Nr. 208 Bei MAGENSCHWÄCHE 4Trnnrfnrfpr und MAGENKATARRHEN nats“"'’™ Fabrik umfaßt 120 solcher Einzlmmettvohnungen, zwei weitere Bauwerke gleicher Art enthalten die gleiche Zahl ebensolcher Wohnungen. Aehnliche Häuserblock- werden in Bkewnow und Liebe» errichtet werden, von denen jener 300, dieser aber 180 Kleinwohnungen haben wird. Der Mietzins soll 1000 Xi im Jahre nicht übersteigen. Ausflugdzüge der Staatsbahnrnr Vom 3. bi» 11. September in die Beskiden(Äadhoik und Velkü Polom) 810.— Hi. am 8. und 4. September nach Milovy in Mähren 140.— KL. am 4. September Sonderzug nach Pardubitz zum Rennen um den Goldenen Sturzhelm der Tschechoslowakei 40.— Ki, vom 4. bi- 25. September Kuraufenthalt in TrenL. Tepliee 1520.— Ki und in Luhaiobiee 1200.— Ki. Anmeldungen und Informationen im Basar neben dem Wilsonbabnhof, Telephon 383-85. Lilln Groß, Pilsen, Röm. Republik- 28, unterrichtet wieder ab 1. September 1988 tschechisch, französisch, deutsch, einzeln und in Cereeln. 528 Xunst tt/td Der Theater-„Aufschwiins“ im Dritten Reich Die Henleinprefse kann gar nicht genug' lobpreisen, welchen getvaltigen Aufstieg da- reich-deutsche Theaterwesen seit seiner Nazisierung genommen habe. Daß in Wirklichkeit keine Emporentwicklung, sondern ein A b s i n k e n au» einseitiger Höhe eingetreten ist, tonnten wir schon öfters au» reichsdeutschen amtlichen Quellen nackyveisen., Jetzt liegt uns wieder ein solcher unumstößlicher Beweis vor. Die gleichgeschaltete»Reichenderger Zeit»ng" berichtet in ihrer Abendausgabe vom 25. August d. I. über eine am 24. August in Zittau(Sachsen) stattgefundene Pressebesprechung, in der Intendant Vollmer anläßlich der sür den 20. September vorgesehenen Eröffnung der dritten Spielzeit de» dortigen »Grenzlandtheaters" über seine Vorbereitungen und Pläne sprach. Man kann sich schon allerlei denken, wenn er dabei u. a. erklärte:»Der Spielplan ist der Volkstümlichkeit noch etwas nähergerückt worden." (In der vorigen Spielzeit gab es nämlich die»Fledermaus" 84mal,»Die lustige Witwe" 18mal,»Das Land des Lächelns" 17mal; da kann man sich ungefähr vorstellen, wie die Näherrückung an die Volkstümlichkeit auSschauen wird.)»Schließlich ist die Preisgestaltung den Wünschen de» Theaterpublikum» soweit angepaßt worden, wie es überhaupt nur möglich ist." Diese Worte de» Intendanten lassen gerade nicht darauf schließen, daß die angeblich bessere Lebenshaltung der Zittauer Bevölkerung größere Ausgaben sür den Theaterbesuch ermöglichen als bei un»... Diese Vermutung wird bekräftigt durch die weiteren Ausführungen des Intendanten: »Wenn im ersten Jahre noch 248, im zweiten aber nur 108 feste Abonnenten zu gewinnen waren..." Man denke: das Zittauer Theater war nach dem Brande ganz neu aufgebaut und mit einer riesigen Besucherwerbung als„Grenzlandtheater" aufgezogen worden I Man hätte— ganz abgesehen von dieser besonder» zugespitzten Propaganda— auch nach der theaterlosen Zeit zwischen Brand und Neueröfs- nung erfahrungsgemäß den sogenannten Theats»hunger erwarten müssen; und siehe dal Von den mehr al» 1000 Plätzen wurden im ersten Jahre nur ganze 248 abonniert und auf Grund der in unserer gleichgeschalteten Presse so viel gerühmten angeblichen künstlerischen„Erfolge" der ersten Spielzeit ging die Sonnabends und Sonntags bis zur Ausschließlichkeit erstreckte." Also da haben wirs: An den Samstagen und Sonntagen ist überhaupt kein Zittauer ins Theater gegangen und wenn da nicht die»Biehm" hinausgekommen wären, wäre das große schöne Grenzland- theater überhaupt leer-geblieben! Auf die übrigen fünf Wochentage verteilten sich als ständige Theaterbesucher insgesamt 108 Abonnenten, das sind nicht einmal 84 an einem Tag bei mehr als 1000 Plätzen. Da scheinen wirklich nur die„Kraft-durch-Freude"« Vorstellungen mit ihren hineinkommandiertm Besuchern»volle Häuser" gemacht zu haben? So siebt e» also nach den eigenen Naziberichten in Wirklichkeit jetzt mit dem Bühnemvesen in Deutschland aus. Die Ergebnisse der Gleichschaltung im deutschen Theaterwesen bst uns werden kaum anders sein. Die Luzerner Festspiele im Vieluiker Bender. Montag, den 29. August, findet von 20.40 bis 22.20 llhr eine Uebertragung der Luzerner Festspiele statt. Bruno Walter dirigiert die Ouvertüre zu »Eurhanthe" von Carl Maria von Weber, Bacchanale au».Tannhäuser" von Richard Wagner, Vorspiel und Liebestod aus»Tristan und Isolde" von Richard Wagner und sm zweiten Teil die Symphonie C-Dur Nr. 7 von Franz Schubert. D 39 beginnt die neue Theatersaison am 0. September 1988 und bringt als erstes Stück der Ju- biläumSsaison, die im Zeichen der Feierlichkeiten de» 20jährigen Bestechens der Tschechoslowakischen Republik sein wird,»Die revolutionäre Trilo- g i e" von Viktor Dyk.' Dieses Drama, aus der Zeit der französischen Revolution, gehört zu den stärksten Werken des Dichter» und Schriftstellers Dyk. Bendenrngen im Herbstzyklu» de» Prager Barock. Wegen der andauernden Regenfälle und de» kühlen Wetter» wurde die Aufführung von E. F. Burian»»Volkssuite" auf der Freilichtbühne de» Waldsteingarten» in da» Theater D 89 im Mozarteum verlegt, wo sie ab 81. August täglich zur Auf« sührung gelangt.— Auch das angekündigte große Feuerwerk wurde wegen de» hohen Wasserstandes auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Reihenfolge der übrigen Vorstellungen im Waldsteingarten, die am 80. August mit der Aufführung von Shakespeare».Sommernachtstraum" eröffnet werden, bleibt unverändert. Spielplan de» Deutsch« Theater». Donners- tag, 1. September, 19.80 Uhr:»Tyrann von Bergerae"(neuinszeniert).— Freitag, 20 Uhr, im Waldsteingarten:»Gärtnerin au» Liebe"(bei Regen im Deutschen Theater).— Samstag, 19.80 Uhr: .Salome"(neuinszeniert).— Sonntag, 19.80 Uhr: »Die Kamellendame". Spielplan der Kleinen Bühn». Donnerstag, 1. September, 19.80 Uhr:»Flitterwochen"(Erst- aufführung).— Freitag, 20 Uhr:»Flitterwochen". — Samstag. 19.80 Uhr:»Hotel Sylvia Dünn" (Erstaufführung).— Sonntag, 20 Uhr:»Hotel Sylvia Dünn". Vtreiktsktacimcitt«» Turner und Turnerinnen, Achtung! r jflk\ Ab Montag, den 29. August, begin- f 1 neu die regelmäßigen Turnabende auf ü^it.'llll.h F der Hehinsel. Turner: Dienrtag und Freitag von 19 bi» 21 Uhr; Tur- nerinnen: Montag und Donnerstag PRAG von 19 bi« 21 Uhr.— Freitag, den 2. September, ist nach dem Turnen technische Sitzung. Kindertragödie In der Großstadt Vor dem Altstädter Rathaus stehen Neugierige. sie warten auf den Stundeuschlag der Rat- hauSuhr und die Apostel. Etwa» weiter davon steht eine Gruppe Menschen. Mau sieht nicht, wen sie umdrängen. Beim Nähertreteu bleibt man doch selbst stehen.„Konun, Kleiner, komm! die Mutter ist bei uns und wartet auf Dich, wein doch nicht, sie dars Dir nichts tun!" Laute» Weinen des Kindes. Ein kleiner, magerer Junge ist es, zerrissen die Schuhe, zerrissen da» fadenscheinige Mäntelchen. Ein grauhaariger Polizist redet ihm gut zu. DaS Kind hält sich mit den mageren Händen an einer Auslageustange und will nicht milgehen.„Aber schau, komm doch, ich kauf Dir bestimmt was Gutes, mußt dock' vor mir nicht Angst haben?" Die Geduld des Polizisten ist rührend, er versucht ganz sanft die Finger des Knaben von der Etsenstange loSzubekommen. Doch der Kleine hat zu große Angst, hält sich fest.„Nono, schau, waS weinst Du? Ich verspreche Dir, daß die Mutter Dir nichts tun wird!" Noch ein leise» Schluchzen und das magere Händchen faßt nach der Hand des Polizisten. So gehen sie, umringt von Passanten über den Platz. Große Tränen kollern noch über des Kleinen Gesichts. Unterwegs kommt eine zweite Patrouille. Sie bleibt bei dem Kollegen stehen, der eine streichelt den Knaben über das Haar. Dann setzen der grauhaarige Polizist und der Junge den Weg fort. „Armes Kind!" sagt eine Frau.„Der hat vor der Mutter Ang st gehabt, nicht vor dem Polizisten!" erklärt sie.„Wer weiß warum? Vielleicht sollte der Junge betteln und beim Nahen des Polizisten weglaufen. In dem Trubel sah er wohl den Wachmann nicht." Oder— soll der Mann recht haben, der erzählt, er habe so was schon selbst gesehen. Die Mutter stellt ihr Kind einfach in eine» Hauswinkel, geht weg und kümmert sich nicht mehr darum, weiß, die Polizei greift es auf und wenn sich nicht ermitteln läßt, wem es gehört, schasst sie es in daS Heim für verlassene oder verwahrloste Kinder. Dort ist e» gut aufgehoben, wird gepflegt und verpflegt. Wie arm muß eine Mutter sein, die auf diese Art ihrem Kind wenigstens einige Zeit hindurch Essen verschaffen will! Iben werden können, dürfte cs auch bei der größten l Umsicht und Fürsorge nicht möglich sein, gewisse, vereinzelte störende Snmptome im interurbanen Telephonverkehr zu vermeiden. Die Voswerwaltung hofft, daß sie bei der Oeffentlichkeit Verständnis finden wird, und ersucht die Teilnehmer, wenn sie von den Manipulationen der interurbanen Zentrale während de« Gespräche» gefragt werden, ob sie lokal oder interuoban sprechen, im eigenen Interesse, auf diese Fragen bereitwillig und kurz zu antworten, nach dem Anruf der interurbanen Zentrale die Herstellung der interurbanen Verbindung abzuwarten und nicht vorzeitig de» Hörer abzuhängen und auf die Gabel de» Telephonappamte» zu klopfen, denn jeder solche unerwünschte Eingriff stört die bergestellte Verbindung, deren Erneuerung die Manipulation aufhält. Vertrauet der interurbanen Televbonzentrale. daß sie sich um jedes Gespräch sorgfältig kümmert und die Ver- biudnng in der kürzest möglichen Zeit berstellt; an den Informationsdienst in der interurbanen Telephonzentrale(Nuimner 02 und 26400) möge man sich nur in tatsächlich dringenden Fällen weichen. Je meibr die Lessentlichkeit diese Weisungen beachten wird, um so rascher wird es möglich sein, die interurbanen Televbongesvräche in dem vorübergehenden Bau» smdium abzufertigen. Aktion znm Bau billiger Kleinwohnungen,(rb) Bekanntlich besteht in Prag ein empfindlicher Mangel an billigen Kleinwohnungen, während auf der andern Seite einige hundett größere und, entsprechend teurere Wohnungen leerstehen.. Es ist daher zu begrüßen, daß die Hauptstadt eine großzügige Aktion zur Bekämpfung dieses gerade sür die vcr- mögenslosen Schichten so drückenden Uebelstande» eingeleitet hat. In Ober-Krisch wird soeben der Bau eine» Blockes von Wohnhäusern zu Ende gesükri, die durchlveg» Kleinwohnungen, bestehend an» einem Zimmer mit Küche und modernem Zugehör enthalten. Ein solcher Block, unweit der IancLek» so geringe Abonnentenzahl in der zweiten Spielzeit sogar noch auf die lächerliche Zahl von bloß 108 zurück! Zittau bat ungefähr die gleiche Einwohnerzahl wie Reichenberg.'Die vielverlästerte, nach der Ausdrucksweise der Jnlandsnazi angeblich»von der Bevölkerung abgelehnte" Direktion Barnay hatte in ihrer ersten Spielzeit 1800, in ihrer zweiten Spielzeit 1100 Abonnenten! Ist es ein Wunder, wenn Intendant Vollmer an die dritte Spielzeit de» Zittauer Theater» nur recht zaghaft herangeht und neben der„Näherrückung de» Spielplans an die Volkstümlichkeit" und neben der möglichst weiten An- passung der Preisgestaltung an die Wünsche de» Publikum» den Spielplanentwurf nur als»ganz unverbindlich" bekanntgibt? Natürlich werden darin paar Klassiker und paar in» und ausländische Neuheiten angekündigt— ein Dutzendspielplan wie der durchschnittliche aller Provinzbühnen, ohne bcsdn- dere« Gesicht— aber reizvoll ist es doch, darin auch da« Stück„Die Primanerin" von Graff angekündigt zu finden, da« nicht» anderes ist als der große Lüstspielerfolg.Unentschuldigte Stunde" der jüdischen Autoren Bekeffy und Stella. Also ein getarnte«»jüdische« Machwerk" al« erhoffter(und anderswo bewährter) Kassenmagnetl Ja ja, so schaut« mit dem kulturellen und materiellen Aufstieg der deutschen Bühne im Geiste de« Nationalsozialil- mu« au«... Aber man erfährt noch Aufschlußreichere». Die »R. Z." druckt aus der»Deutschen Dbeaterzeitung", dem„Fachblatt für das gesamte Theaierwesen", einen Aufsatz über die Theaterentwicklung in Zittau ab. Darin heißt es u. a.: „Das Grenzlandtheaier Zittau hat die Krise der leeren Häuser in den Monaten September— Oktober durchgestanden. Zwar hat sich das Abonnement nicht gehoben, dennoch hat sich ein Stamm vollzahlender Besucher konsolidiert, der die Häuser füllt." Siebt dieser Stamm vollzahlender Besucher, der die Häuser füllt, in einem merkwürdigen Gegensatz zu den ErNärungen des Intendanten Vollmer, so erhält man eine gewisse Aufklärung durch den Schlußsatz der„Theaterzeitung": „Besonders erfreulich ist die Anteilnahme der sudetendeutschen Theaterbesucher, die sich Ein Auto-Unfall. Auf dem Weg über die Pik« lener Straße bei Motol überschlug sich das Automobil der Kaufmannes Wenzel Voftry au» Prag XII und fiel in einen Graben. Vostry und seine Frau sowie die mitfahrende BoZena Havlikovä aus Prag wurden schtver verletzt in da» Allgemeine Krankenhaus gebracht. Sprung au» dem dritten Stock. In Prag HI., Trnavskä, beobachteten Passanten in der Freitagnacht eine Frau im Fenster de» dritten Stockwerke». Bor den Augen der erschreckten Passanten sprang die Frau auf die Straße und blieb mit schweren Verletzungen liegen. Trotz sofortiger ärztlicher Hilfe verschied sie. Es ist die 57jährige Witwe Julie Pohän. Die polizeilichen Erhebungen ergaben: Selbstmord au» Gram über den Tod de» Gatten. Achtung vor einem Schwindler. In letzter Zeit besucht ein junger Mann die Mieter von Neubauwohnungen. Er legitimiert sich al» Vertreter der Möbelfirma, die die Einrichtung lieferte und besichtigt, ob alle« in Ordimng ist. Mein im Raum gelassen, nimmt er mit, was er nur mitnehmen kann. Einen solchen Trick wandte er auch bei Herrn Jan Peterka in Testvitz an, wo er gleich eine Beute im Werte von 6200 Xi mitgehen ließ. Neue Gaßschuhkammer. In Prag l., Skorepka Nr. 1, wurde Freitag eine neue GaSschutzkammer eröffnet. Vertreter de» Gesundheitsreferate» der Stadt Prag sowie Oberpolizeirat Dr. Soukup und Vertreter großer Ga-maSkenfirmen waren anwesend. Drei von den Herren wurden al» Versuchsobjekte verwen» t et. Die Kammer wurde mit„Adamsit" und mit „Disemilkiauarsin" vergast. Die drei Herren, mit Gasschutzmarken und Schutzkleidung, blieben einige Stunden in der abgeschlossenen, gargefüllten Kammer. Der Versuch zeitigte bollen Erfolg, die drei Personen verließen die Kammer, ohne irgendwie Schaden erlitten zu haben. Die„Daliborka" auf dem Hradschin wird renoviert. Man rechnet mit der Fertigstellung im Jahre 1939. Von dem Gesamtaufwand von 800.000 XL werden für daS Jahr 1980 für öffentliche Arbeiten 20.000 XL ausgesetzt, die für die Deckungsarbeiten notwendig sein werden. Versteigerung vergessener Gegenstände. Am Montag beginnt die Versteigerung von Sachen, die in den Zügen vergessen und von dem Bahnhofrfund« amt nicht abgeholt worden sind. Die Versteigerung erGlgt in den Verkaufsräumen auf dem Wilson- Güterbahnhof. Versteigerung von Pferden. Die Militärevidenzkanzlei in Prag verkauft auf dem Wege öffentlicher Versteigerung ungefähr 2 0 ausgemu- sterte Pferde. Die Versteigerung findet am 2. September um 10 Uhr auf dem Hof II der Kaserne „Jikiho", Prag II., Platz der Republik, statt. Interessenten finden Eingang durch das Tor am PokiL. Die Modernisierung der interurbanen Telephonzentrale. Die Poswerwaltung teilt mit: Die neuen Einrichtungen der Telephonzentrale werden sukzessive in einem System gebaut, da» sich in vielen westeuropäischen Telephonzentralen bewährt hat. Mit dem Ausbau der neuen Einrichtnngen sind große Rekonstruktionsarbeiten auch an den bestehenden Einrichtungen verbunden. Weil nach den lebten Ereignjssen der Anterurbane Telepbonverkehr unerwartet gestiegen ist und die Rekonstruktionsarbeiten nicht verscho- LerDlm. Di« baltischen Matrosen Der vor einem Jahre hergestellte Ruffenfilm, ein großartiges und mitreißende» Bild-Evo» von der Abwehr de» Angriffes der Jnterventionsarmeen auf Leningrad im Jahre 1918, erinnert in der Handlung vielfach an den älteren Film„Wir von Kronstadt", der denselben Vorgang— die Verteidigung Leningrad» durch die anfangs revoltierenden Kronstädter Matrosen— behandelte, aber der neue Film wirkt wuchtiger und unmittelbarer, weil er da« historische Ereignis al» aktuelle» Beispiel darstellt. Dabei mag manche» Geschichtliche rückschauend ein wenig gefärbt werden sein— et fällt zum Beispiel aus. daß der Name Lenins völlig verschwiegen und durch den Namen Stalin ersetzt worden ist— aber die wesentlichen Faktoren, die den Sieg der Verteidiger beding« ten. sind klar hervorgehoben: die Herstellung der militärischen Disziplin bei den anarchistischen meuternden Matrosen, die Zusammenarbeit der Revolu- tionskommissare mit. den au» patriotischen Gründen zur Führung de» VerteidigungSkampse» bereiten Offizieren, die Wachsamkeit gegenüber den Verrätern — und vor allem die aufopfernde Bereitschaft der von den Arbeitern Leningrad» angespornten Krieger, die nach vier Weltkriegsjahren noch einmal in den Kamps zogen, um die Errungenschaften der Revolution gegen die weiße Armee Judenitsch» und die gefährliche englische Jnterventionsarmee, die von der See her landen wollte, zu verteidigen. Unter der von heutigen russischen Marineofsizie- ren beratenen Regie Alexander Feinzimmers hat der Film in den Kampfszenen ein hohe» Mß von Anschaulichkeit und wirklichkeitsnaher Wirkung erhalten: die Seeschlacht im Finnischen Meerbusen, die Erftürnmng der meutentden Festung, und die (aus dem»Kronstadt"«Film bekannte) Vertreibung der schon gelandeten Jnterventionsttupven sind aufwühlend in ihrer realistischen Kraft. Aber auch die Tendenz der Regie, die bildhafte Schönheit der fahrenden Schiffe und den düsteren Reiz der Hafenstimmungen wirken zu lassen, verfehlt ihren Eindruck nicht. Und mit wirklicher Kunst sind menschlich-dramatische, knapp humoristische und legendär heroische Momente— wie der Untergang de» Kreuzer»„Gawrilow" in den Film eingefügt, der das hohe Lied einer revolutionären Vaterlandsliebe auf eine begeisternde und vom ganzen Ernst blutiger Erinnerungen und gegenwärtiger Erwägungen durchdrungene Art verträgt, so daß der Schlußgesang der Internationale revolutionäre und russische Siegeshymne zugleich ist. Die Darsteller sind durchweg» stark in ihrer unpathetischen Realistik. Bor allem ist Boris L i v a« n o w. der den Revolutionskommiffar spielt, zu erwähnen. Er wirft menschlich in der Strenge, ernst in der Heiterkeit, mitreißend im Kampf und ganz schlicht in den Momenten der Rührung und des Opfertode».«ei»« Goldwyn-Follie». Ein amerikanischer Revue« Film in Farben ist das, in dem gesungen und getanzt, gewitzelt, geliebt und gefilmt wird, denn die Handlung spielt in Hollywood, und die.Heldin" ist ein junge», angeblich unverfälscht natürliche» Mädchm. das sich ein Filmproduzent engagiert, damit es ibn als Vertreterin des Weltfilmpublikumi bei der Her« slellung de» schönen Film»„Der vergessene Tanz" berate. In diesem Film erscheint u. a.„Romeo und Julia" als Ballett- und Jazz-Pantomime, die Aon« dein von Venedig spielen eine Rolle, und der Bro« duzent ist sicher, daß e» ein großer Erfolg wird. Zwi« schen den Szenen diese» Film» im Film sehen wir, wie sich da»„natürliche" Diädchen in einen Tenor verliebt, der anfang»„Hamburger" verkauft(so heißen in Amerika die Fleischhappen, die man in Prag „Tataren" nennt), am Ende aber Filmstar geworden ist. Dann sehen wir noch Szenen au»„Traviata". die komischen Ritz-Brother», die für einige» Parodistische sorgen, einen geschickten Bauchredner mit seiner Puppe, eine reiche Auswahl von unterhaltsamen Dingen, die einen Teil de» Publikum» sicherlich darüber Hinwegtrösten werden, daß der Film, der sich weder zur Parodie noch zum radikalen Kitsch entschließen kann, weder Sinn noch Stil hat. Dafür hat er, wie gesagt, Farben, und die sind so unnatürlich, daß sie sich für diese Geschichte von dem natürlichen Mädchen in Hollywood ausgezeichnet eignen. Unter den Darstellern bemerkt man— neben den schon genannten Ritz-Brother»— den auf noble Art gealterten Adolphe M e n j o u, die Neuerscheinung Andrea Lee und den jungen Tenor Kelly.-eir- Urania-Klno „Röserl vom Wörthersee". Dazu„Die fliegende Mau»".„Rheinreise" und Ufawoche! 2, 4, 6,>/«9. Ei« Messerschmied guter Fachmann, wird sofort ausgenommen. Zuschriften unter Chiffre„Für Prag" an die Administration de»„Prävo lidu", Prag H., Hybernska 7. 4913 Alle ein arohe» Merk wird ein SOlaaOimNMilrtMftt gesucht, der die litten«, Telepion-, Melde- und Stanal- anlagen, sowie Mehaertite selbstsndia instand zu halten bat. Bewerber, die auch praktische Lrtabrunaen aus dem giebieie der Starkstromtechnik besitzen, erhalten den Bdrzug. Nur erstklassige Ikrbsie wollen ihre Bewerbungen einsenden unter llbillre:„stachmauu 1ll«7» an die Biro»«ra, II.,»redodskck 1.«02 Junge, deutsche, demokratisch gesinnte (fit? aus der Provinz sucht Stellung in einer Prager Familie. Ebensolche junge, deutsche Kindermädchen mit Haushaltungsschule' wollen nach Prag. Zu erfragen: Zentralstelle, Prag I., Ktijovnickä ul. 8/II. Telephon 866—16. 4915 Bezua»bedinaungen:Bei Zustellung inSHauS oder bei Bezug durch die Post monatlich XL 17.—, vierteljährig XL 61.—, halbjährig XL 10».—, ganzjährig XL 204. Inserate werden laut Tarik billigst berechnet.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Leitungsfrankatur wurde von der Poft« u. Telearaphendireftion mit Erlaß Nr. 18 800/VII/1080 . bewilligt- lKontrollpoftamt Praha 25.— Druckerei: jDtfiU". Druck-. Verlag»- u. Zeituna»-A.-G. Prag.'