t Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme bes Montag täglich früh/ Einzelpreis 75 Heller Rebaltion u. Berwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantwortlicher Rebatteur: Rarl Rern, Prag 18. Jahrgang Dienstag, 30. August 1938 soued nabiW DEN Selte 3: Aufforderung an alle Sozialdemokraten! Grosser Ministerrat in London Verstärkte Bemühungen um die Abwendung der Gefahr Prag. Die Rede Simons, in der sich England neuerlich zur Erklärung Chamberlains über die Tschechoslowakei vom 25. März bekennt, hat in Deutschland wahre Wutansbrüche ausgelöst. Man bezeichnet sie als ,, äußerst unglücklich" und als eine ,, Aufmunterung Prags". Dadurch hat sich die Lage weiterhin verschärft und Englands Bemühungen sind nun darauf gerichtet, jede Stunde zu nüßen, um doch noch einen Vergleich zustande zu bringen. So hat Lord Runciman sein Tepliger Wochenende unterbrochen und mit Henlein längere Zeit konferiert. Die Unterredung soll sehr bewegt gewesen sein, über den Inhalt ist nichts bekannt geworden. Die englische Regierung hat für alle Fälle die Heimatflotte aus der Nordsee zurückgezogen und dasselbe wie 1914 getan: ihre Konzentration in Schottland vorgenommen. Außer. Botschafter Henderson in London London.( Reuter.) Ministerpräsident Annahme politischer Kreise, daß keine unmittel Chamberlain hatte gestern ab 15 Uhr in Dow. bare Gefahr beſtehe, weshalb auch keine besonde ning Street mit dem Schatzkanzler Simon, dem ren Vorsichtsmaßnahmen getroffen wurden, auss Außenminister Halifax, dem Berliner Botschafter genommen jene, daß die Manöver der Home Fleet Henderson und mit Sir Robert Banfittart eine( Heimatflotte) in der Nordsee bis zu einem geBeratung, die fünf Viertelſtunden dauerte. Bei wiſſen Maße im Hinblick auf Eventualitäten diesen Besprechungen wurde die Lage- der Tsche choslowakei behandelt; die Sitzung ist als eine Vorbereitung für die heutige Beratung der Mini- d fter zu betrachten. durchgeführt werden, die in diesem Augenblick als hypothetisch betrachtet werden können. 50 Schiffe heimischen Flotte bekamen Donnerstag Mit ternacht die Anordnung zur Fahrt in die ſchottischen Gewässer. Nr. 203 dem fand bereits Montag ein Ministerrat in London statt, dem am Dienstag ein weiterer folgt, der als Grundlage einen Bericht des englischen Botschafters in Berlin, Henderson, hat. In Deutschland selbst macht sich eine immer breiter werdende Misstimmung gegen jedes kriegerische Abenteuer bemerkbar und es ist zweifellos damit zu rechnen, daß eine neuerliche klare Erklärung Englands oder wie es Montag hiek ,,, weitere notwendige Vorkehrungen" Englands auch in Deutschland tiefe Rückwirkungen haben könnten. Der Eindruck ist allgemein, daß die tschechoslowakische Frage in ein entscheidendes Stadium eingetreten ist und daß die nächsten Tage, vor allem auch der nationalsozialistische Parteitag in Nürnberg, notwendige Klärungen bringen werden. - ,, Evening fei angegriffen wird!" ein Friedenskräfte am Werk Sews" Inüpft an die Anführung dieser Tatsachen die Bemerkung, Deutschland dürfe sich feinen Illusionen mehr hins geben über das, was geschehen würde, wenn es sich in arroganter Weise über die Tatsachen hinwegjezt und die Tichechoslowakei angreift. Amerika würde nicht zögern ,, An Stelle der Begeisterung... ruhelose Besorgnis" Mancherlei deutet darauf hin, daß sich die politische Kriſe dem Höhepunkte und damit der Entscheidung nähert. Wir haben nie Sorglofigteit vorgetäuscht, nie unseren Lesern den Ernst der Situation verhehlt, aber ihnen auch nie Angst gemacht, nie außer Acht gelassen, daß vieles doch für die Möglichkeit einer friedlichen Lösung des. New York. Reuter zitiert die„ New York tschechisch- sudetendeutschen Konflittes, der in Herald Tribune" und sagt: Amerika ist die Be- Wahrheit ein tschechoslowakisch- reichsdeutscher ist, deutung des Umſtandes nicht entgangen, daß sich in spricht. Es tann nicht bestritten werden, daß die Da der Rat der britischen Botschaft in BerSir John Simon in seiner Rede auf die kürz- Situation sich weiter verschärft hat, aber alle für lin George Ogilvie- Forbes, der in Schottland auf lichen Kundgebungen des Staatssekretärs Hull den Frieden tätigen Kräfte sind weiterhin wirk Urlaub weilte, nach Berlin zurückgekehrt ist. ,, Frankreich wird marschieren!" und des Präsidenten Roosevelt berufen hat. Es sam geblieben, ja die Bemühungen im die Erhal nimmt man an, daß sich Botschafter Fenderson London.„ Evening News", ein Blatt des ist dies gleichzeitig ein Anspruch auf amerikaniſche tung des Friedens haben an Gifer und Intensität längere Zeit in London aufhalten werde. Dispo- Lord Rothermere, der bisher in seinen Blätteen amerikanischen Intervention für die britische War- ten, der Arbeit der Diplomaten, der demokratiſchen Silfe und durch das die Drohung einer zugenommen. Außer den sichtbaren Friedensträf derson nach Berlin wurden bisher nicht getroffen. ließ, schreibt, die verantwortlichen Männernung vor einer Nataſtrophe mobiliſiert wird. Es Regierungen, gibt es aber noch eine nicht meßder Kabinettsmitglieder 20 Miniſter teilnehmen und England würden mit verschränkten Armen Amerika in seiner Unterstützung der britischen beit des deutschen Volkes. Es verlautet, daß an der heutigen Sisung Deutschlands hätten gemeint, Rußland, Frankreich läßt sich nicht sagen, daß diese Aufforderung un- bare, nicht abschätzbare: die Kriegsang it begründet wäre, wenn man erwägt, wie weit und riegsgegnerschaft der Mehrwerden und daß auch der erste Lord der Admirali- der Zerstörung der Tschechoslowakei zusehen. Nun, Politik in Europa gehen würde. Es ist gewiß, daß Die Verschärfung der Situation zeigt sich tät Duff Cooper anwesend sein wird. die Weltmeinung habe sich geändert. Nach Er- die Vereinigten Staaten im Falle des Ausbruches darin, daß in Deutschland die Rede des englischen Home Fleet in Bereitschaft wähnung der Erklärung Litwinows, Rußland eines Kriegs nicht lange unbeteiligt dem Konflilt Schapkanzlers Sir Simon sehr unwillig aufwürde seine Verpflichtungen gegenüber der Tiches fern bleiben würden. genommen wurde, daß befehlsgemäß die Presse London. In einer Betrachtung über die pochoslowakei unbedingt erfüllen, führt das Blatt Sir Simon heftig angreift, weil er beide Par litiſche Situation, in der festgestellt wird, daß sie einen bedeutsamen Ausspruch des Chefs der fran- Gesandter Masaryk bei Halifax teien, also die tschechoslowakische Regierung und Deutschen noch nicht im bescheidensten Maße zur zösischen Luftflotte, des Generals Vuilledie SdP, zu Entgegenkommen gemahnt hatDer tschechoslowakische Gesandte in London und nach reichsdeutscher Auffassung hat sich die Annäherung beigetragen haben, erwähnt der min, an. Als er von Göring gefragt wurde, diplomatische Berichterstatter des Manchester erklärte er: Frankreich wird mar- Jan Mafacht hatte eine Beratung mit Außen- SdP nicht zu mäßigen, sondern unverrückbar auf Guardian" den Ernst der Lage, aber auch die schieren, wenn die Tschechoslow as minister Halifax, die 15 Minuten dauerte. ihrem Recht" zu beharren. Der Hinweis Sir Simons auf die Möglichkeit, daß die Grenzen eines etwaigen Krieges nicht bestimmt gezogen werden lönnen, hat geradezu Wut erweckt und die deutsche Presse zu direkt beleidigenden Aeußerun gen fortgerissen: Die„ Deutsche Allgemeine Zei tung" bezeichnet es als Armutszeugnis, daß Simon sagte, ein solcher Konflikt fönne nicht lofa das wirtschaftliche Problem Deutschlands zu lö- lisiert werden, sondern dürfte auch auf andere sen. Es ist verschwunden. Die Lage wird nicht Länder übergreifen, die mit dem tschechischen besser, sondern immer schlechter. Das Brot ist Problem an sich nichts zu tun haben. Womit die schlecht, Butter ist schwer zu haben, Fleisch ist" D. A. 3." zugibt, daß an einen solchen„ lokalen teuer, Kartoffeln sind teuer, die Kleider sind min- Konflikt" gedacht wird. derivertig, die Schuhe auch. Die Steuern steigen, Für den Ernst der Situation zeugt auch die denn die Regierung hat dauernden Geldmangel. Arbeit des englischen Kabinetts, das am Montag Die großen Berliner Mittelstandsrestaurants zusammentrat und für Dienstag eine neuerliche jind fast leer. DieLeute, die sie noch vor einem Jahr Sibung vorgesehen hat und mehr noch die füllten, fönnen sich den Besuch nicht mehr leisten. Stonzentration der britischen Heimatflotte- etwa Statt dessen essen sie, was sie können, zu Hause, fünfzig Striegsschiffe in den schottischen Ge oder gehen in die Roten Kreuz- Restaurants, die wässern. Zwar wird selbstverständlich- ergegründet wurden, um die Arbeitslosen mit billi- klärt, daß es sich um die üblichen jährlichen Herbstgen Mahlzeiten zu versorgen... Ueberall dieselbe manöver handelt, aber in Deutschland, wo man Geschichte: beim Adel, beim Mittelstand, bei den ia etwas vom Sinn militärischer Manöver vers Arbeitern, in den Städten und auf dem Lande. steht, hat die Zusammenziehung der englischen Düſtere Prophezeiungen und Verlust des Ver- Flotte sehr großen Eindruck gemacht. die Einberufung der Reservisten zu den Matrauens zum Führer. Ueberall eine rasch wachsende England hat durch Sir Simon Deutschland Opposition gegen das Regime, die nur durch die gewarnt. Nach der Meinung mancher in zu zu Furcht vor Herrn Himmlers Spionen, Gefäng- rückhaltender Form, aber der Widerhall seiner nissen und Konzentrationslagern daran gehindert Rede in der deutschen Presse läßt erkennen, daß wird, sich offen auszudrücken. Vor einem Jahre sie als Warnung verstanden wurde. Die englische war es nicht so, auch noch nicht vor ein paar Mo- legierung, auf der jetzt eine ungeheure Verant naten. Aber jetzt bin ich überzeugt, daß es so ist. wortung ruht, wird gewiß in ihren Friedensbe Der Moment ist gekommen, da die Flut aufhört mühungen nicht erlahmen, sondern sie eher vers und die Gebe begonnen zu haben scheint. Fünf ſtärken. Die Kabinettsberatungen dienen ja der Monate nach seinem größten Triumph findet Erwägung, wie diese Arbeit gesteigert werden Sitler zum ersten Male bei der Mehrheit des deut- könnte. Man weiß, daß man entscheidenden Tagen fchen Wolfes Wißtrauen." Ein Engländer berichtet über die Unruhe im Dritten Reich Unter dem Titel„ Zwielicht über Hitler" ist deutschland. Ja, sogar bei der Partei selbst. Mein im ,, Daily Herald" ein Artikel des Außenpoliti. Eindruck', schreibt ein Reisender, ist der, daß ihr fers W. N. Ewer erschienen, der sich mit der Ruhm im Schwinden ist. Stimmung in Deutschland befchäftigt. In fünf Tagen hörte ich nur einen Manu mit Heil Hitler grüßen. ..Etwas sehr Merkwürdiges", schreibt Ewer. " geht jetzt in Deutschland vor. Es ist schtver, es ein einziger Grenzbeamter, Polizist, Kellner oder genau zu sagen. Aber man kann so etwas wie den Kaufmann benützte diesen Gruß. Vor vier Jahren Augenblick des Wechsels der Zeiten bemerken: den tat es noch jeder." Augenblick, in dem man nicht weiß, ob die Flut Ewer berichtet weiter:" Troz Zensur und nicht wieder ins Meer zurüdzuweichen beginnt. Propaganda ist in Deutschland der Glaube allgeAlle Berichte, die ich( aus sehr verschiedenen Quel- mein, daß der Führer im Mai im Begriffe war, len) erhalten habe, geben den gleichen Eindruck: einen Angriff auf die Tschechoslowakei zu befehlen als ob die Flut des Hitlerismus ihre volle Höhe und daß er nur im letzten Augenblick mit großen mit der Annerion Desterreichs erreicht hätte und Schwierigkeiten zurückgehalten wurde. Das nächste sich nun zu wenden beginnt, ja vielleicht schon im mal aber Verebben ist. Aus allen Duellen habe ich den gleichen Be növern verursachte nahezu eine Panit. richt. Die Begeisterung ist verschwunden. An Es gibt unzählige Berichte von Zwischenfällen". ihre Stelle ist eine ruhelose Besorgnis ge- Viele sind schwer zu widerlegen, manche mögen treten, Aufregung, Gemütsdepression, Verlust übertrieben sein. Aber schon die Tatsache, daß troß der Gestapo die Erzählungen herumgespro des Vertrauens zum Führer." djen werden und bereitwillig geglaubt werden, ist bezeichnend." · Ewer berichtet von einigen Briefen, die er Zusammenfassend sagt Giver:" Die Propaaus Deutschland erhielt. In dem einen heißt es: Der vorherrschende Eindruck in Berlin ist der ganda hört auf, wirksam zu sein. Die Nation iſt einer tiefen persönlichen Besorgnis, Angst und ge- ihrer müde geworden, sie mißtraut ihr. Appell an radezu Glends bei jedem, den man trifft. Ich den Patriotismus wird als Kriegsvorbereitung spreche nicht von den Juden, sondern von gewöhn verdächtigt. Alles wird als Kriegsvorbereitung lichen Durchschnittsdeutschen des Mittelstandes." verdächtigt. Der Gedanke an den Krieg ift ein Ewer schreibt weiter:" Ich habe einen ähnlichen Albbrud geworden. Und zur Kriegsfurcht komint Bericht von den anderen Klaffen der Bevölkerung: bas Gefühl wirtschaftlichen Verfalls. Arbeitern, Bauern, alten Aristokraten, und von Am Schluß zitiert Ever den Bericht eines Gewährsmannes aus Deutschland, der sich ertunbigte, ob die Generäle gehorchen würben, wenn Hitler den Befehl zum Kriege gäbe. Der Gewährs mann schreibt: Der Befragte sah mich starr an. Dann sagte er ganz still:" Nicht einmal ich kann " der Armee. Sogar unter der Jugend beginnt es Es gab eine Zeit des Optimismus, eines Vericon', fagt einer meiner Gewährleute aus Nord- trauens in den Führer, daß er fähig sein werde, lauf diese Frage eine Antwort geben." entgegengeht. Nächste Woche tritt in Nürnberg der nationalsozialistische Parteitag zusammen und man erwartet, daß Hitler ihn zu einer Erklärung über die Tschechoslowakei benüßen will. Bis dorthin will man in England Klarheit haben, Klars heit darüber, ob mit einer tschechisch- deutschen Verständigung zu rechnen ist. Um diese Klarheit rascher herbeizuführen, hat Lord Runciman, am Sonntag eine nicht vorgesehene Unterredung mit Seite 2 Benlein herbeigeführt. Lord Runciman dürfte auf eine baldige flare Stellungnahme der SdP geDrängt haben. Die Stellungnahme der SdP hängt von den Berliner Weisungen ab. Erkennt Berlin, daß ein Krieg ein für Deutschland und den Nationalso gialismus viel zu riskantes Abenteuer ist, dann wird die SdP beauftragt werden, einem Kompromiß zuzustimmen. Die SdP ist nur ein Ju strument der Politik des Drit ten Reiches. Dienstag, 30. August 1938 Nr. 203 allen europäischen Völkern am stärksten bekommen, der als Angriff"| Pilot eines Invasionsflugzeuges, das Flakbatterien in Deutschland zu fühlen. Die breiteste ausgelegt werden könntel Die de- an der Ebrofront abgeschossen hatten, machte fol= deutsche Oeffentlichkeit würde Hitler in einem mokratische Bevölferung, und nicht zuletzt die gende Aussage: ,, Ich bin am 6. Juli 1988 in Spanien einge Abenteuer nicht unterstüßen, wie es ein unprovo- disziplingewohnten deutschen sozialistischen Arbeizierter Angriff auf die Tschechoslowakei wäre. ter, die in den letzten Monaten so ungemein viel troffen. Busammen mit einem anderen Piloten, einem Weswegen, wie der Manchester Guardian" Selbstbeherrschung, Zurückhaltung, Geduld be Beobachter und einem Flugfunter fuhr ich an Bord meint, man allmählich die Situation für einen wahrten, werden auch jetzt und gerade jetzt, in der deutschen Lufthansamaschine J. U. 52 von Ber fingierten Angriff seitens der Tschechos den entscheidenden Tagen, den Mut und die Kraft in Tempelhof über Mailand nach Palma de Mal slowakei schaffen will". zu Selbstbeherrschung und Zurückhaltung haben. Torca und von dort direkt nach Baragoza, wo mir Um so wichtiger ist es, daß die demokratische Alle Tatsachen, und nicht zuletzt die der die Führung eines Heinkelflugzeuges übertragen Bevölkerung der Tschechoslowakei unbedingt die deutschen Volksstimmung, die durchaus kriegs- wurde. Ich gehöre in der deutschen Flugwaffe zur Nerven in der Gewalt behält. Es ist schwer, Zwi- gegnerisch ist, sprechen gegen den Krieg, gegen 6. Staffel, Gruppe 255/ V, Flughafen Leisheim, dess schenfälle, wenn sie von der anderen Seite unbe- das Wagnis eines Abenteuers, das für das fen Kommandant Oberstleutnant Friesser ist. Wähdingt gewollt werden, zu vermeiden, aber es muß Deutschtum verhängnisvoll werden müßte. Wir rend ich in Baragoza war, trafen dort zwei weitere versucht werden. Das Dritte Reich soll wagen zu hoffen, daß diese Tatsachen wirken. Komplette Flugzeugbesaßungen aus Deutschland ein, teinen 3 wischenfall geliefert Deshalb bleiben wir ruhig, gefaßt, zuversichtlich. die zweite Mannschaft erst vor zehn Tagen. Beide übernahmen gleichfalls Heinkelbomber. Es ist wahr, was am Samstag Winston Churchill in einer großen politischen Rede sagte: daß die Entscheidung über Krieg und Frie den in den Händen eines einzigen Mannes, Adolf Hitlers, liegt. Und es ist wahr, daß Hitler un berechenbar ist, und daß, wenn auch er selber seit Monaten nicht über die Tschechoslowakei gesprochen hat, doch die Politik Deutschlands, diese von ihm bestimmte Politik, gegenüber der Tschechoslowakei sv bedenklich aggressiv geworden ist, sich so sehr in der sudetendeutschen Frage engagiert hat, daß nun auch schon das Prestige eine sehr große Rolle 405 Franco- Flugzeuge wurden heuer abgeschossen spielt. Aber so sehr Hitler als der Einsame geValencia.( Havas.) In der Zeit vom[ bootzerstörer für unbestimmte Zeit im Hafen von schildert wird, der für sich allein seine Entschlüsse faßter ist so wenig wie ein anderer Allein- 1. Jänner bis 26. August 1938 wurden 405 Gibraltar interniert werden wird. Der Kapitän herrscher Vorschlägen, Bedenken, Einwänden, Er- Flugzeuge der Aufständischen abgefchoffen. Die erklärt, er sei überzeugt, daß zwei von den an= munterungen von anderer Seite unzugänglich, Republikaner büßten bloß 87 Flugzeuge ein. greifenden fünf Schiffen die italienischen Torpeauch zu ihm dringen, so gefährlich seiner Umge- Während des Jahres 1937 fchoffen die Republi- dobootzerstörer„ Aquila" und" Falco" gewesen bung Einwände gegen seine Meinungen erschei- faner insgesamt 296 gegnerische Flugzeuge ab. jeien. Ueber die Kämpfe während der beiden letzten nen mögen, doch auch Stimmen, die auf den Ernst Tage berichtet Agence Espagne: der Situation auch für Deutschland hinweisen. Vormarsch in der Estramadura Englische Kommission in Alicante Am Sonntag fetten die spanischen Truppen London. Der britische Ausschuß zur Unter an der Estramadurafront ihren siegreichen An- suchung von Bombenabwürfen auf offene Städte griff in der Richtung Castuera- Bonqueroncia traf Sontag in Alicante ein. Im Flugzeug fehrte fort, befehten Cafa Higuera, Matafanos und Las der Ausschuß nach Abschluß der Erhebungen in Hileras und schnitten die Bahn Madrid- Bada- seinen Standort Toulouse zurück. joz fowie die Straße Castuera- Cabeza del Buey ab. Deutsche Nichteinmischung Ob im Falle eines Krieges, der aus einem Ueberfall auf die Tschechoslowakei entstünde, der einzige Verbündete Deutschlands, ob Italien an seiner Seite mit in den Krieg einträte, ist fraglich. Daß aber die Tschechoslowakei nicht allein bliebe, daß Deutschland einer übermäch tigen Koalition gegenüberIn der Zone Campania bombardierten 26 ſt in de, ist sicher. Selbst wenn die Hoffnung republikanische Flugzeuge mit größter Wirksam auf den Erfolg eines Blizkrieges" gegen die feit eine Konzentration feindlicher Truppen in Barcelona.( Ag. Esp.) Der am 20. d. ge fangengenommene, im Fallschirm abgesprungene ( ges.): Erich Neumann." Das Sowjet- Budget: 127 Milliarden Rubel Moskau. Der Oberste Rat der Sowjetunion hat soeben das Budget des Sowjets für 1939 verhandelt. Die Ausgaben belaufen sich auf 127 Milliarden Rubel, wovon 27 Milliarden Militärausgaben find. Schiedskommission im Konflikt Mexiko- USA Washington.( Havas.) Das Staatsdeparte ment veröffentlicht den Text einer Note, die von den Vereinigten Staaten von Amerika an die mes gikanische Regierung in Angelegenheit der Enteignung von amerikanischen Bürgern gehörigen Acerbodens abgeschickt wurde. In dieser Note schlägt Hull vor, daß eine gemischte Kommission gebildet werde, die eine Schäßung der verursachten Schäden vornehmen würde. Etwaige Unstimmigkeiten in dieser Kommission sollen durch ein unparteiisches Schiedsgericht geregelt werden. Tſchechoſlowakei nicht trügeriſch wäre sie ist der Stärke von etwa einer Divifion und brachten Die spanische Kriegswoche vom 21. bis 28. August aber trügerisch hätte Deutschland damit den Strieg nicht gewonnen, sondern stünde erſt an seinem Anfang. Alle Abschäßungen der politischen Machtverhältnisse, der militärischen und wirtschaftlichen, wie nicht minder der moralischen Kräfte, die auf der anderen Seite stünden, alle Vernunftgründe sprechen somit sofern sie nur in Deutschland zur Geltung kommen gegen den Krieg. 8 DIE SPIONIN VON W. STERNFELD ihr furchtbare Verluste bei. ,, José Luiz Diez" von italienischen Schiffen beschossen? ses Ziel ist erreicht; hierdurch war der Weg offengen, sondern zur Vernichtung der feindlichen nicht nur zu den glänzenden republikanischen Sies Truppen im Abschnitt vor Almaden. de $ ein. 700 Quadratkilometer groß, bei 35 Kilometer Baſis. sich die bei auf den und An der Zentrumsfront gelang es Samstag dem Feind, durch einen Handstreich zwei Stellun Barcelona.( Ag. Esp.) Die am 19. b. M. gen im Abschnitt La Cueſta de las Perdicos zu Estremadura nähert sich ihrer Vollendung. Die repufchlagartig begonnene republikanische Offensive in besetzen. Durch Gegenangriff eroberten Truppen blikanischen Truppen stehen in fiegreichem Vormarsch die eine Stellung zurück, die der Feind aber an- vor Castuera, 60 Kilometer westlich von Almabén, schließend wiederbesetzte. Bei einem neuen An- 65 Kilometer westlich des Minengebietes. Drei feind Die republikanische Offensive im Abschnitt Pogriff befehten die Republikaner die Verbindungs- liche Divifionen, die im Raume zwischen Barza Ca. nalfordo und dem von Zarza Capilla hatte bereits gräben zwischen den zwei Stellungen. Der billa und Cabeza del Buch zurückgelassen wurden, nach 48 Stunden die tiefgestaffelten Linien des Gegs Will etwa das deutsche Volt den Krieg? Ach Stampf, bei dem alle Caffen verwendet werden, find strategisch umzingelt und von ihrer Baſis abgeners gebrochen. Beiderseits der beiden Städte plan mäßig zurüdbleibend, marschierten die Regierungsnein, es fürchtet ihn! Das sagen wir wahrlich ging Sonntag noch weiter. schnitten. Die Operation zur planmäßigen Säuberung Weiten und schnitten das im allgemeinen nordsüdlich truppen unaufhaltsam und im steten Stampf nach nicht, um das deutsche Volt herabzusehen! Jedes An der Ostfront war die Tätigkeit der zivilisierte Volt muß, wenn es an die unabseh- Franco- Truppen, die ihre schweren Verluste ben und Often der Bahn Castuera- Almadén, im umfaßt das Gebiet zwischen dem Sujarfluß im Nororientierte Straßennes ab. Als diese Armee Cabeza baren Ausmaße einer solchen Katastrophe denkt, nicht verbergen können, geringer als an den Vor- Süden des Abschnittes Castuera- Puente de Alcocer. der Buch und die Bahnabzweigung nach Cordoba den Krieg fürchten. Nur jene jungen Menschen, tagen. Im Westen find nennenswerte Rebellentruppen nicht überschritten hatte, sezten die Operationen der Redie nicht zu ahnen vermögen, was der Krieg ist, mehr vorhanden. Dieses eroberte Gebiet ift rund bublifaner längs und beiderseits der Straße Buento können den Strieg wollen und sich für ihn begeistern. Nun veröffentlichen zwei große englische Die republitanische Gegenoffensive erinnert in Blätter, der ,, Daily Herald" und der ,, MancheGibraltar.( Reuter.) Samstag fand die bielem an das klassische Vorbild des französischen Often her operierenden Armeen vereinigt und stehen unmittelbar vor Castuera. Die Bahn Castuera- Cas ster Guardian", sehr ausführliche Berichte aus Sieges in der Marneschlacht im September 1914. Beiseßung der getöteten Besaßungsmitglieder des Deutschland, die übereinstimmend von Kriegs- republikanischen Torpedobootzerstörers José und sicheren Vorgehen in einem Raum, der aur Ent- Straße überschritten. Sie verdankt ihren Erfolg vor allem dem schnellen bza del Buch ist erreicht, die parallel dazu laufende furcht der Bevölkerung, von einem deutlich er- Luiz Diez" statt. Die Trauerzeremonien fanden faltung größerer Kräfte wenig geeignet erscheint. A13 Die ohne Rücksicht auf die schwersten Verluste kennbaren Gefühl des Bangens sprechen, ja mehr an Bord des britischen Torpedovootzerstörers die Offensive der Republikaner einjeste, hatte der veranstaltete Entlastungsoffensive der Rebellen von noch, von einer nicht mehr zu verkennenden star-" Vanoc" statt, dessen Flagge auf Halbmast ge- Gegner bereits den Bujarbogen besetzt. Die Achie der Puebla de Arzobispo aus kann die siegreiche Operafen Mißstimmung gegen das natio- seßt war und auf dessen Stommandobrüde eine feindlichen Operation war durch Bahn und Straße tion der Republikaner im zentralen und mittleren nalsozialistische Regime. Der Ehrenwache Aufstellung genommen hatte. Etwa Castuera- Cabeza del Buch- Almaden gebildet. Die Abschnitt der Estremadurafront nicht beeinträchtigen. Manchester Guardian"- kein Wintelblatt, acht Kilometer von Europa Point bei Gibraltar Uebrigens ist diese Rebellenoffensive mehr als 100 sondern eine hochangesehene, weltbekannte Zei- entfernt, ungefähr an der Stelle, wo sich der Kilometer vom Minengebiet vor vier Tagen anges tung! behauptet sogar, wenn die grundlegen Kampf mit den Franco- Schiffen abgespielt haben halten und Freitag endgültig zum Stehen gebracht den Tatsachen über den Konflikt Deutschlands dürfte, wurden die Leichen der getöteten Seeleute e mit der Tschechoslowakei dem Volt bekannt würden Wellen übergeben. Alle britischen Kriegsschiffe den, tönnte Hitler nicht länger Führer und Kanz im Hafen hatten gleichfalls halbmast geflaggt. ler bleiben! Die Kriegsfurcht ist von Man glaubt, daß der beschädigte Torpedoauch nur mit einer Miene ihr Interesse daran za verraten oder zu erkennen zu geben, was an sei nem Berichte neu für sie war. Viel war es nicht. was sie von ihm erfuhr.s ann stellte er he vor, daß sie durch ihr starres Leugnen bei den gegebenen Tatsachen ihre eigene Position nu verschlechtere. Sie möge doch einsehen, daß nur geleugnet. Nichteinmal befannt seien fie thr. ein offenes Bekenntnis ihren Kopf retten tönne. Da ging plößlich die Tür auf, und herein trat was er ihr sagte, flang so aufrichtig und ehrlich ein Mann, gebeugt, verhärmt, wie ein lebensgemeint, daß Hermine dem Weinen sehr nahe war. Sie fühlte, wie die Tränen ihr in die Als Hermine wieder mit sich allein war, ver- müder, tranfer Greis. Quelle triste situation, mon amie", sagte er, und erst am Klang der Augen traten, sie hatte Mühe, ein Schluchzen zu fiel sie zunächst in eine tiefe Traurigteit. Stimme erkannte Hermine ihren Vertrauensunterdrücken. Sie ließ es sich willenlos gefallen, Hatte Henry nicht Recht, wenn er ihr zu einem Er trat auf sie zu, trat ganz nahe an si: daß er ihren Kopf liebtoste und ihr sacht durch Geständnis riet? Hatte jie jest in dieser Lage mann aus Sottighem, den Advokaten Roels. Unheran. Er beugte seinen Kopf über den ihren und das Haar fuhr. Aller Zorn gegen ihn war ver nicht die Pflicht, auch einmal an sich selbst zu ter dem Eindruck dieser traurigen Erscheinung sagte leise: Pauvre petite, so weit hast Du e raucht, wie weggeweht, und sie war glüdlich, denken und zu versuchen, wenigstens ihr Leben und nach Verlesung der von Noels gemachien mit Dir fommen lassen?!" in seiner Stimme lag endlich wieder einmal einen Menschen menschlich zu retten? Lange hielt diese Verzweiflungs- Aussagen brach Hermine zusammen und bes tein Vorwurf, nur grenzenloses Mitleid. Sie ant reden zu hören. Sie fühlte, daß sie sie ihm gang itimmung nicht an. Noch wußte sie nicht, wer quemte sich nunmehr zu einem Teilgeständnis. wortete nicht, sie hatte ihren Stopf gesentt, ihre bertrauen fonnte, und doch durfte sie nicht weich alles verhaftet und wieviel von der Spionage Sie ging dabei jedoch nur soweit, wie ihre eigene Lippen waren fest aufeinander gepreßt. Der Lon werden, durfte nichts sagen, um nicht andere zu aufgedeckt worden war. Vielleicht hatte an ihrer Person dabei im Spiele war. Ob sie Spionage seiner Worte tat ihr wohl. Sie hatte den Wunsch gefährden. Die Sorge um ihren Vater war an statt ein anderer den Posten übernommen und getrieben habe?"" Jawohl!"-„ Ob sie sich ihn anzuziehen, aber sie bekam Angst, daß sie dann stärksten in ihr. Sie hätte gern eine Frage na die Organisation fonnte trop der Festnahmen ihres Tuns bewußt gewesen sei?"-" Jawohl!" schwach werden lönne. Er bat sie, ihm zu erzäh seinem Sidſal an Henry gestellt, und schon dräng weiter arbeiten. Sie hatte zwar die Frage nach..Ob sie Roels für die Organisation gewonnen len, wie alles gefommen jet, aber sie schwieg. G ten sich die Worte auf ihre Lippen, als vom Gang ihrem Bater nicht gestellt, aber aus ber Zatjade, habe?"-" Jawohll" Ob sie noch andere stellte teine Fragen, machte ihre keine Vorstellun her die dröhnenden Schritte eines vorübergehen daß Henry ihren Vater nicht erwähnt hatte, entMitglieder geworben habe?"„ Das sage ich gen. Beide ſchwiegen, nur zuweilen streichelt: ben Soldaten ſie ſchreckten. Sie fuhr wie aus nahm sie, daß er noch frei sein müsse. Und das bracht habe?"-" Das jage iie night." nicht." Wer sie selbt zur Organisation ge jeine Hand ihr Haar. Seine ruhige Art besänf einer Betäubung auf, die Nüchternheit des fahlen machte sie froh. ihr den Brief an Roels gegeben habe?" tigte ihren Troß und den Unwillen, den sie emp. Raumes führte sie schnell in die trasse Wirklichkeit Was Henry über Roels erzählt hatte, war Mann sei ihr selbst unbekannt!" funden hatte. Sie wurde neugierig, von ihm zu zurück, das Glücksgefühl, das sie eben noch emp die volle Wahrheit. Der Advokat hatte unter dem sagen wolle, wer der gewisse, Louis ſei?" erfahren, warum er hergekommen sei, wer ihn funden hatte, war verschwunden. Sie drängte die Drude der von ihm selbst ausgelieferten Belege Das, wiffe sie selbst nicht." geschidt habe und was er von ihrer Sache wiffe fie quälende Frage zurück und stand mit einem für sich ein Geständnis abgelegt und berichtet, fenne?" Jawohl!" Tragen aber durfte sie nicht, denn jede Frage Nuck auf. Ihre Hände fuhren ordnend über das daß er zu der Organisation durch den Besuch ihre Belle zurüdgeführt. Zum ersten Male war Dann wurde si in hätte sie verraten. Ohne daß es ihr zu Bewußts Haar. Dann wandte sie sich zu ihrem Besucher fein tam, hatte Henry sie zu einer an der Wand und fah ihn mit ruhigem Blide an. Es ist awed- eines ihm unbekannten jungen Mädchens gefom- die Untersuchung ein Stüdchen vorwärts getem. men sei, das ihm einen Brief überbracht habe. men. stehenden Bant geführt und sie zum Sißen ge. Tos, Henry, daß wir zwei miteinander reden, nötigt. Er hatte ihre Hand gefaßt und erzählte. ich habe nichts zu gestehen. Aber ich bin Dir dank- Er wiffe wohl den Vornamen, nicht aber di: Er berichtete, daß Advotat Roels ein Geständnis bar, daß Du gekommen bist und für die Worte, Adresse. Aus der Beschreibung und dem angegeabgelegt, daß man eine ganze Liste mit Namen die Du mir gesagt hast. Leb wohl!" Henry er benen Datum des Besuches konnte von der deuts aufgefunden und Dupende verhaftet habe und fannte, daß jedes weitere Wort vergeblich sein schen Bahnpolizei leicht festgestellt werden, wer daß auch die ganze Art des Spionagesystems auf würde und nur schaden könne. Auch er war die Besucherin gewesen war, und so war es zur gebedt worden sei. Stumm, aber voll gespannter plößlich wieder Beamter und er hoffte, daß dieses Werhaftung Herminens gekommen. Aufmertjamteit lauschte sie seinen Worten, ohne Wiedersehen doch nicht ganz awedlos gewesen sei, Nachdem alle Versuche, Hermine au cinem Republikaner entschlossen sich, südlich und füdöstlich dieser Achse in barter Defenſive zu bleiben, vom furgen Stößen offensiv vorzugehen. Durch diese worden. Norden und Osten jedoch in ununterbrochenen Strategie ist erreicht worden, daß die zwei am wei- An der Ebrofront ist die Lage unverändert. Es testen nach Osten vorgeschobenen Positionen so lange scheint, daß eine Stabilisierung der Ebrofront auf gebunden wurden, bis die ausgedehnten Stellungen der durch die republikanische Offensive von 25. bis am Flügel und vom Westen her umgangen sind. Dies 30. Juli erreichten Linie sich vorbereitet. [ Vielleicht, daß sie unter dem Eindruck dieser Geständnis zu bewegen, zu nichts geführt hatten, Szene doch in einiger Zeit sich zu einem Geſtänd- wurde sie dem Advokaten Roels persönlich gegennis bequemen werde. Er trat wieder ganz nahe übergestellt. Man hatte sie wieder einmal vor den an sie heran, drückte ihren Stopf an seine Schul- Untersuchungsrichter zitiert, und wie stets bister und sagte:„ Armes, fleines, troßiges Mädel!" her, hatte sie jede Beziehung zu den ihr genann Dann ging er zur Tür und rief den unweit ten Persönlichkeiten wie Roels, Ernest und Louis stehenden Posten, der Hermine hergeführt hatte. Henry aber ging, um dem Vernehmungsrichter das negative Ergebnis dieser Unterredung mit zuteilen. Er sah sich einer neuen Situation gegen= über, die er nicht in Rechnung gestellt hatte und die alle seine Pläne über den Haufen warf. Der Soldat und Beamte in ihm waren plößlich wie weggeweht, er war auf einmal nur wieder ein Mensch, wie er es früher gewesen. Wer ,, Der ,, Ob sie jest ,, Ob sie ihr Der deutschen Behörde schien es nunmehr das Wichtigste, diesen Louis" zu fassen, da man bei ihm das gesamte Namensverzeichnis der Mits lieber vermutete. Dan wußte indes so gut wie hatte man eine Beschreibung von ihm. nichts von ihm, weder Namen, noch Adresse, 1: och Fortiebung folgt.) Nr. 20S DienStag, SO. August 1038 Seite 3 Explosion In Budapest bei Horthys Rückkehr Budape st.(Reuter.) Etwa 40 Minuten nachdem Rrichvverweser Horthq den Boden Budapests betreten hatte, ereignete stch am Donau- Kai eine. gewaltige Explosion. Die Ursache konnte bisher nicht festgestellt werden. Eine strenge Untersuchung wurde eingeleitet. Bei der Explosion wurde niemand getötet oder verletzt. Blum: „Die Volksfront Ist gerettet" Paris. Der Beginn dieser Woche steht im Zeichen Ivichtiger Beratungen der Regierung und der politische!» Parteien über die innere Lage Frankreichs. Piontag fand eine Kabinettssitzung statt. Honte findet um 10 Uhr im Palais Elyset eine Sitzung deA Ministerratca unter dem Vorsitz. deS Präsidenten der Republik statt. Am Mittwoch wird Ministerpräsident Daladier im Wehr« ausschuß deS Abgeordnetenhauses ein Exposes erstatten. Den Gegenstand dieser Beratungen bilden insbesondere die Rationalverteidigung, die Außenpolitik und daS Gesetz über 40stündige Arbeitszeit. Leon Blum schreibt im„Populaire":„Die Volksfront ist gerettet. Das BesriedungSwerk ist zwar noch nicht beendet, jedoch, sind die Berpslich« tungen der Regierung und der Regierungsmehrheit gegenseitig. Die Regierungsmehrheit ist bis zu den äußersten Grenzen ihrer Verpflichtungen gegangen. Ich glaube fest, daß auch die Regierung so handeln wird." Ausweisung von Franzosen aut dem Italienischen Grenzgebiet Nizza.(Havas.) Wie verlautet, haben die stalienischen Behörden den Bürgermeister der kleinen Grenzgemeinde Jsola in den See-Alpen darauf aufmerksam gemacht, daß französische Staatsangehörige, die im dortigen italienischen Grenzgebiet Grundstücke besitzen» diese innerhalb von 48 Stunden bedingungslos zu verlassen hätten. Zur Wegschafflmg des beweglichen Eigentum-, des Viehs und der Ernte wird ihnen eine Frist von einem Monat zugestanden, nach deren Ablauf die Militärbehörden die Okkupation der erwähnten Zone vornehmen werden. Deutsche Befestigungen an der holländischen Grenze Berlin.(HavaS.) Hitler hat sich SamStag nach Nordwest- Deutsch land begeben, um die militärischen Einrichtungen zu besichtigen wtb die dort stattfindenden Manöver zu inspizieren. An Berliner politischen Stellen wird diese Reise mit Berichten über Befestigungsarbeiten an der holländischen Grenze in Zusammenhang gebracht. Hem Cot in Prag Prag. Am Montag nachmittag traf der ehemalige französische Minister, Deputierter Pierre Cot, mit Gemahlin im Flugzeug in Prag ein. Deputierter Cot begibt sich nach Tatranskä Lomnice, wo er in der Sommerschule einen Vortrag halten wird. Chinesische Gegenoffensive bet Hank au Hankau.(Reuter.) Oestlich von Hankau haben di^ Chinesen plötzlich eine Gegenoffensive.eröffnet und haben im Laufe der ersten fünf Stunden die Städte Tsienschan und Taihu zurück erobert sowie eine Truppenkonzentration der Japaner auf dem Nordufer de- Jangtse zersprengt. Die Japaner ziehen sich schnell gegen Anking zurück, um so der Umzingelung im Jangtse-Knie zu entgehen. Parater nach Berlin berufen Warschau.(Havas.) Polnische Blätter melden, daß der Führer der nationalsozialistischen Partei in Danzig Albert Forster zur Berichterstattung über die Lage in Danzig nach Berlin berufen wurde. Bestechungsweüe unter den österreichl- ■ sehen Nazi London.(Insa.) Kleber die Korruption, die in Oesterreich ungeheure Ausmaße annimmt, schreibt der Sonderkorrespondent des„Daily He« rald" in Wien:„Für diese Korruption als Mas« scnerscheinung gibt es zwei Gründe. Der erst« ist die defaitistische Stimmung in Nazi-Kreisen, besonders in Oesterreich.„Jetzt oder nie", ist ihr Motto, wenn Gelegenheiten auftauchen, bei denen sich Geld verdienen läßt.„Wir können schon morgen in einem Konzentrationslager sein, also müssen wir heute Ieben".Und kleinere Nazifunktionär« bieten? in diesem Sinne jedem ihre Dienste an, der dafür bezahlen will. Der zweite Grund für diese Welle der Bestechung ist"die Judenverfolgung. Die Juden machen verzweifelte Versuche, ‘um sich vor den ärgsten Folgen der neuen Gesetze zu schützen. Sie biefen Nazi-FuNktionären Riesensummen an in der Hoffnung, ihr Vermögen, ihre Freiheit und in manchen Fällen sogar ihr Leben zu retten.. Wenige untere Nazi-Beamte hgben den so freigebig angebotenen Bestechungsgeldern widerstehen können und«S wär nie in einem andern Lande so leicht, wie heute in Oesterreich,»gefälschte Pässe zu kaufen. Auch ist eS nicht schwer, einen SA- oder SS-Mann dazu zuverleiten, ausländische Papiere und. Devisen oder Gold über di« Grenze zu schmuggelns An alle Sozialdemokraten! Unmittelbar auf dem Aufruf der Sudetrn- deutschen Partei, der ihren Anhängern die„Notwehr" freigab, ist eine ausfallende Häufung von Zwischenfälle» gefolgt. Der Zweck dieses Aufruf- wird damit über jeden Zweifel hinaus offenkundig.-Mit unüberbietbarer Promptheit hat der reich-deutsche Rundfunk jeden einzelnen Zwischenfall zu unqualifizierbaren Angriffen auf dir Tschechoslowakische Republik missbraucht. Der kleinste Zusammenstoss kann heute unabsehbare Folgm haben. Darum schärfen wir unseren Freunden noch einmal ein, daß sie verpflichtet sind, mit äusser st er Selb st» beherrsch UN g jeder mit Gegner»» au- dem Weg zu gehen, die eS auf Provokationen geradezu abgesehen haben. Biele Zwischenfälle wurden durch de» Alkohol verschuldet. Wir können die Faschisten nicht zur Nüchternheit erziehen. Aber unsere Genossen müssen stch sagen, dass äusserste Zurückhaltung im Alkoholgenuss heute ein Gebot der sozia» listischen Disziplin ist. Besonnenheit in jedem Augenblick und in jeder Situation tut dringend not. An der e i s e r- nenDlszipltnderArbeiterbewegung müssen alle faschistischen Provokation-Versuche zuschan» AuscinaÜbersetzung>ben werden! Anklage der deutschen Bischöfe Vernichtungskampf gegen das Christentum Berlin. In allen katholischen Kirchen Deutschlands mit Au-nahme Oesterreichs wurde am Sonntag ein Hirtenbrief verlesen, der von der Bischofskonferenz in Fulda vom 17. bis 19. August beschlossen wurde und in dem festgestellt wurde, daß sich der Weltanschauungslampf in Deutschland verschärft hat. Tausende katholische Bürger fragen sich heute, ob sie noch gleichberechtigte B ü r ge r s i n d, obwohl sie die Volksgemeinschaft anerkennen und dem Staate treu sind. Von einem deutschen Bischöfe wird, so sagt der Hirtenbrief in Anspielung auf den Fall de- Rottenburger Bischofs Sproll, verlangt, daß er seine Diözese verlasse und nach seiner Rückkehr wurden gegen ihn Versammlungen veranstaltet und Gewalttaten von beispielloser Drei st igkeit begangen. Der Hirtenbrief wendet sich dann gegen die Beleidigungen der Person des Papstes und stellt fest, daß in Deutschland danach gestrebt werde, den Glauben und da- Katholibmtum zu vernichten. Ueberall auch in den Schulbüchern wird auSgemerzt oder auf rassischer Grundlage erörtert, was die katholische Kirche an Großem und Gutem besitzt. Schattenseiten werden vergrößert. Wahrend die Gegner der katholischen Kirche frei'handeln, werden alle katholischen Bücher und Zeitschriften der strengsten Zensur unter» wnrsen und ost verboten oder beschlagnahmt. Die katholische Kirch« wird angeklagt» daß sie sich mit dem bolschewistischen Rußland Verbünde und alle Worte der Liebe, die. der Papst anderen Völkern stiidmet, werden als Angriffe'auf' Deutschland auSgelegt. Weiter stellt der Hirtenbrief fest, daß der Kampf gegen die katholische Kirche auch auf anderem Gebiet« geführt wird, so z. B. wird gegen da- neue, deutsche Eherecht entschieden Stellung genommen. Schließlich wehren sich die deutschen Bischöfe gegen den Vorwurf, daß sie sich au- der nationalen Gemeinschaft ausschließen. Sie erklären, daß sie diese Gemeinschaft wie auch den Staat in seiner neuen Form voll anerkennen. Die Bischöfe sind sich bewußt, daß die katholische Kirche 2000 Jahre innerer und äußerer Kämpfe überdauert hat und daß die Kirche, von der Christus „Erneuern wir die Rechtsordnung“ In den Lidvvi Noviny" beschäftigt sich Wge« ovdneter Dr. Jaroslav Stränsth mit den Zuständen im sudetendeutschen Gebiet. Er schreibt: Erneuern wir so rasch als möglich die Autorität der Rechtsordnung. Wenn wir uns vor „Inzidenten" fürchten, sind sie. Fürchten wir uns vor ihnen nicht und sie werden nicht sein. Wir schweigen und man versteht unser Schweigen nicht. Haben wir gute Worte für die ruhige Bevölkerung und entschlossene Taten für Exzedenten und Uebertreter de- Gesetzes und man wird uns verstehen.„Die Mhrung der sudetendeutschen Partei", so erfahren wir aus der amtlichen Mitteilung über Franks und KöllnerS Proklamation,„läßt von heute an ihren Anhängern die Freiheit der Notwehr in. allen Fällen, wenn sie angegriffen werden". Unser Offiziosus im Melniker Sender hat darauf der Henleinpartei geantwortet, sie werde sich bald überzeugen können, daß die tschechoslowakischen Behörden daS gesamte Staatsgebiet in ihrer Macht haben und daß Herr Frank nicht berechtigt sei, auf tschechoslowakischem Gebiet eine eigene Hoheit auszuüben und einen Teil dieses Gebietes zu verwalten. DaS ist gewiß wahr. Aber sagen wir da- nicht und zeigen wir das lieber. Denn manche Wahrheit hört es aufzu sein, wenn sie nicht Wirklichkeit wird. Wissen wir doch in der Tiefe unseres Gewissens, daß wir nicht nur den tschechoslowakischen Staat, tschechisches und slowakisches Leben schützen.sondern auch daS Leven und die Güter der Deutschen. Der Chefredakteur deS „Benkov" hat dieser Tage richtige Worte gegen die Uebersiedlung von Fabriken aus dem deutschen Gebiet ins Innere des Landes geschrieben. Mer diese Menschen laufen mit ihren Unternehmungen aus einem Gebiet, welches ihnen fremder zu. sein scheint, weil sich darin der' Landesverrat öffentlich« Gewalt anmaßt und wir werden vergebens überreden, wenn wir nicht auch helfen werden. Es handelt sich hier nicht nur um die Panik von Un-. sagte:„Die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen", auch in Zukunft leben wird. WeiterS wird in dem Hirtenbrief festgestellt, daß sich der Kampf nicht nur gegen die katholische Kirche, sondern gegen daS Christentum wendet. Dem Christentum wird jeder Zivilisationswert ab- gesprochen. Es wird als veraltet, angefault und für die heutige Zeit ungeeignet erklärt. In diesem Zusammenhang stellt der Hirtenbrief die Frage, warum also so große Bemühungen entfaltet werden, um etwas Faules, Wurmstichiges auSzurot« ten. Zum Schlüsse fordert der Hirtenbrief die Einstellung des Kampfes gegen das Christenium, der die deutsche Nation tief entzweit. Es wird bei der Forderung bleiben; erfüllt wird sie nicht werden, so lange der Nationalsozialismus herrscht, der sich selber als Religion auffaßt und in den christlichen Kirchen Konkurrenten sieht. Der Hirtenbrief der katholischen Bischöfe Deutschlands zeigt, daß alle Anpassungsversuche der Kirche scheiterten, daß ihr Sichabfinden mit dem Nationalsozialismus sie vor den schlimmsten Verfolgungen nicht bewahrt. Die Tatsache, daß dieser Hirtenbrief in Oe st erreich n i ch t verlesen wurde, offenbart eine tiefeZerklütung im Katholizismus: die Bischöfe Oesterreichs, des einst katholischesten Landes, scheinen . bereit zu sein, sich dem Nationalsozialismus völlig zu unterwersen, mag er gegen den Katholizismus auch das Schlimmste.unternehmen. Den deutschen Bischöfen darf man zu trauen, daß sie die Lage der Kirche im Dritten Reich sehr genau kennen, daß sie nicht übertreiben. Nach alledem, waü nun neuerlich über die Verfolgungen nicht nur des Katholizismus, sondern des Christentums überhaupt in Deutschland von berufener Stelle aus berichtet wird, erscheint es umso unbegreiflicher, daß die sudetendeutschen Katholiken sich darnach sehnen, daS Schicksal ihrer Glaubensgenossen in Deutschland zu teilen. DaS müssen die führenden Leute der ehemaligen christlichsozialen Partei uichedingt wollen, sonst hätten sie sich nicht freiwillig gleichgeschaltet. ternehmern, sondern um Hundertausende armer Menschen, welche ihrerseits nicht weglausen können, und welche durch den Zusammenbruch uud die Uebersiodlüng von Unternehmungen die Arbeit verlieren. Verzwei- und vevdreifachen wir eventuell noch unsere„konstruktiven" Bestrebungen in den Verhandlungen mit der Henleinpartei, aber lassen wir sie nicht länger mehr im Zweifel, daß sie nur eine Partei ist und daß sie nicht einer Regierung gleichgesebt Werden kann. Kümmern wir unS a»»ch gleichzeitig um die deutsche Demokratie, um daS deutsche Landvolk und um die deutschen Arbeiter... Fürchten wir unS nicht vor Drohungen, welche nichts anders sind als ein fgjger, dummer und durchsichtiger Versuch uns ohne Risiko zu überwältigen... Nur durch Furchtlosigkeit werden wir den Angreiser abwehren, mit Furcht würden wir ihn nur anspornen. 887 Sprengelbürgerschulen in Böhmen. An» 1. September werden in Böhmen 488 Sprengel« schulen durch Unwandlung gewöhnlicher Bürgerschulen errichtet werden. Damit wird sich die Gesamtzahl der böhmischen Sprengelbürgerschulen auf 887 erhöhen. Etwa 238 Anstalten harren noch der Umwandlung, wann sie vollzogen werden wird, ist vorderhand noch ungewiß. Die Gesamtkosten der Bildung der Sprengelbürgerschulen werden die respektable Höhe von etwa 87 Millionen K£ betragen.(DND) Eine nazistische Fälschung. Der„Völkische Beobachter" brachte dieser Tage ein„Dokument", welches angebliche Mobilisierungsweisungen für die Stoßtrupps der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei enthält. Die Zentrale der Kommunistischen Partei stellt nun fest, daß es sich hier um ein Falsifikat handelt und daß derartige kommunistische Stoßtrupps überhaupt nicht existieren. Gesandtschaft Iran- in Prag. Die Regierung des Iran, die bei der tschechoslowakischen Regierung bisher durch ihren Gesandten in Bukarest vertreten war, hat nunmehr eine eigene Gesandtschaft jn Mag errichtet,- F. Ashton-Gwatkin erstattet in London Bericht Die Verhandlungen, die Lord Runciman im Auftragee seiner Regierung mit der tschechischen Regierung Uber die Nationalitätenfrage fUhrt, haben einen Bericht nach London not* wendig gemacht, den der Mitarbeiter Runci« mans, F. Ashton-Gwatkin, erstattete. Unser Bild zeigt ihn auf dem Weg zu dem britischen Außenminister, Lord Halifax. Lord Runciman beim Präsidenten Prag. DaS Sekretariat der Mission Lord RuneimanS hat Montag um 17 Uhr folgenden Bericht ausgegeben: Am Sonntag vormittags traf Ashton- Gwatkin mit Konrad Henlein auf dem Schlosse deS Großgrundbesitzers Hohenlohe in RothenhauS zusammen. Konrad Henlein war von den Abgeordneten K. H. Frank und Kundt begleitet. Lord Runciman und Gemahlin sowie die Mitglieder seiner Mission nahmen vor der Abreise auS Teplih auf Schloß Rothenhaus die Jause ein, tvo Lord Runciman gemeinsam mit Ashton-Gwatkin eine Unterredung mit Konrad Henlein hatte, der zu diesem Zwecke dort ringe« troffen war. Die Unterredung dauerte eine Stunde. Lord Runciman mit Gemahlin und die Mitglieder seiner Mission reisten von RothenhauS um 18 Uhr 3k) Minuten nack; Prag ab. Heute um 16 Uhr trafen die Mitglieder deS Stabes Lord RuncinianS neuerdings mit den Vertretern des politischen sechsgliedrigen Parlamentsausschusses zusammen, bestehend auS dem Vorsitzenden des Abgeordnetenhauses Malypctc und dem Abgeordneten Dr. Meißner, Dr. Klapla, Msgr. Staiek und Dr. Näsln. Den Verhandlungen wohnte auch Gesandter Dr. Heidrich vom Ministerium für AuSIvärtige Angelegenheiten bei. Die Mission Lord RuncimauS vertraten Ashton- Gwatkin, Stopford und Henderson. Heute um 18 Uhr wird der Präsident der Republik Lord Runciiuan empfangen. Vorschlag« In den Innerpolltischen„Verhandlungen** Der Prager Korrespondent des„Daily Herold" berichtet, daß Präsident Benes auf britischen und französischen Rat die tschechoslowa- kischc Regierung veranlaßt habe, ihre„endgültigen Vorschläge" für die Lösung deS sudetendeutschen Problems vorzulegcu. Nach Informationen zuständiger Stellen soll es sich um folgende Vorschläge handeln: 1. Volle Gleichberechtigung der deutschen und tschechischen Sprache im ganzen Staatsgebiet. 2. Eine Aktion um das Verhältnis der deutschen Angestellten in allen Zweigen des öfsentlichen Dienstes auf 22 Prozent, den genauen Prozentsatz der Deutschen innerhalb der Gesamtbevölkerung zu bringen. 3. Maßnahmen wirtschaftlicher Hilfe für die deutschen Notgcbictc. „Jn dieser Sache", schreibt der„Daily Herold", ist die Frage einer Ausländsanleihe diskutiert worden und die Möglichkeit, daß Britannien bereit wäre, finanzielle Hilfe zu gewähren, ist in Rechnung gestellt worden. Die Frage der Verwaltungs-Reorganisation ist sehr kompliziert und gewisse Möglichkeiten werden noch durchberaten. Die wahrscheinlichste Lösung ist eine Teilung des Landes in Kantone, deren jeder von einem Rat verwaltet wird, in dem alle Nationalitäten im genauen Verhältnis zu ihrer Bevölkerung innerhalb des Gebietes vertreten sein werden:(ES handelt sich offenbar um den schon bekannten Vorschlag der„Gau-Versassung". Anm. d. Red.)s ES wird darauf hingewiesen, daß die Verwirklichung der Regierungsvorschläge erfordern würde, daß die Deutschen Geduld üben. Es wird notwendigerweise einige Zeit erfordern, wenn die Beamten in allen Teilen des Staate» Deutsch lernen." Sette l Dienstag, SO. August 1938 Nr. 20-^, IscKecKIscK-deutrcKe leuncigeduns!n prvKnltr BechynS und Zlschka sprechen Im Rahmen der Feiern aus Anlaß des 20jährigen Jubiläums der Tschechoslowakischen Republik fand Sonntag in Proßnih eine Frier des 60jährigen Bestandes der tschechoslowakischen so» zialdemokratischcn Partei statt, zu der sich eine ungewöhnlich große Anzahl von Teilnehmern aus dem ganzen Bezirke eingefunden hatte. Sonntag früh traf aus Sternberg ein Fug mit deutschen Sozialdemokraten unter der Führung des Abg. Zischka ein, die am Bahnhof von Partcifunk- tionären und dem Bürgermeister Dr. John bc» grüßt wurden. Am Nachmittag bewegte sich ein Manifestationszug mit der Staatsfahne an der Spitze durch die Stadt. Auch die deutschen Sozialdemokraten schritten in dem Fuge mit, und wurden herzlich begrüßt. An der Spitze de» Fuges schritt Minister Bechyni. Nach der Eröffnungsrede de» Bezirksvertrauensmanne» Smudla sprach, stürmisch begrüßt, der Sprecher der deutschen Sozialdemokratie Abgeordneter F i s ch k a, der besonder» hervorhob, daß die deutsche Sozialdemokratie in dem Kampfe, der kein Kampf zwischen Tschechen und Deutschen, sondern ein Kampf der Weltanschauungen sei, ganz auf Seite der Demokratie und der Tschechoslowakischen Republik steht und für sie auch die schwersten Opfer bringen will. Minister Rudolf B e ch y n l ergriff dann unter stürmischem Beifall das Wort und führte zur gegenwärtigen politischen Lage u. a. aus: Die Blicke eines großen Teile» der Welt sind jetzt aus Prag und Berlin gerichtet, Prag, das ist die Verkörperung der Masarykschrn Demokratie und es ist fraglich, ob diese beiden so verschiedenen Welten nebeneinander in Ruhe und Frieden leben können. Wir stehen vor der Notwendigkeit eine» Ausgleiches dieser schicksalhaften Antithese. Wa» uns betrifft, wir sind zum Frieden bereit, aber auch zur tapferen und leidenschaftlichen Verteidigung. Wir sind in der Welt nicht allein und ver- lassc». Mit un» und an unserer Seite wirkt der FreiheitSsinn der friedliebenden demokratischen Menschheit, die heute in der Welt die Mehrheit besitzt, der Geist der Masarykschen Demokratie. Wenn wir neue Bedingungen für da» Zusammen« leben der Völker in unserem Staate schaffen wollen, müssen wir un» bei der Prüfung aller Lö« suugsmöglichkeitc» klar bewußt sein, daß wir niemandem etwas geben werden, was die Selbständigkeit de» Staates bedingt, daß wir niemal» auch nur einen Fuß breit unsere» Boden abtreten werden und daß wir un» der Souveränität de» tschechoslowakischen Staates über das gesamte Gebiet der Republik niemals begeben werden. Die Grundlage für den Ausgleich muß der sichere und garantierte Schutz, der nationalen Minderheiten und die nationale, religiöse und Rassenfreiheit auf dem gesamten Staatsgebiet sein. Die Rede des Ministers wurde durch Lautsprecher in alle Säle des Arbeiterhauses übertragen und mit der Staatshymne geschlossen. Bon der Versanimlung wurden BegrüßungStclegramme an den Präsidenten der Republik, den Vorsitzenden der Regierung, den Justizminister, den Par« teivorsihenden Abg. Hampl und den erkrankten Senator Dundr, sowie an den Vorsitzenden der deutschen sozialdemokratischen Partei Abgeordneten Jaksch geschickt. • Welter» politische Kundgebungen Im tschechischen Gebiet In Stankau bei Pilsen fand eine große tschechische BolkSkundgebung statt, an der 4000 Personen teilnahmen und in der Minister Mach« ntk eine Rede hielt. Bei der EröffnungS der Donaumesse tu Prcßburg sprach Minister MlLoch. Er sagte u. a., daß die Tschechoslowakei auf ihre Verteidigung vorbereitet sei und deshalb möge die ganze Welt wissen: Die Tschechoslowakei wird kein zweites Oesterreich fein. In Podibrad fand eine öffentliche Kundgebung der Legionäre und aller politischen Parteien statt. In Pilsen veranstaltete die Kommunistische Partei eine Kundgebung, an der etwa 8000 Personen teilnahmen. Die Abgeordneten Synek und Zäpotocky sowie Senator Kreibich sprachen sich co.tschicden für die Landesverteidigung au». Am AübeiterhauS in Mährisch-Ostrau Marienberg wurde eine Gedenktafel für den verstorbenen Bürgermeister von Mährisch-Ostrau, Algeordneten ProkeS, enthüllt. Zwanzig Jahre Mitteleuropa Ein Vortrag Kroftas In der Sommerschule für dar Studium mitteleuropäischer Fragen in Tatra-Lomnitz wurde Sonntag ein Vortrag des Außenministers Doktor Krosta, betitelt„20 Jahre neue» Mitteleuropa", verlesen, Gegenstand de» Vorträge» war ein histo« risch-diplomattscher Ueberblick der Nachkrieg»» Europa. Der Minister gelangt in dem Vortrag zu folgendem Schluß: Auch unter den geänderten Verhältnissen bleibt die Kleine Entente ihrem Programm der mitteleuropäischen Zusammenarbeit treu. Wenn sie sich diese Zusammenarbeit niemals ohne Einvernehmen mit den beteiligten Mächten besonder» mir Deutschland und Jtglien vorgestellt hat, so kann sie heute, da Deutschland durch den Anschluß Oesterreichs direkt und tief in da» mitteleuro- WDMWW i"! „Wüste Schimpfereien, abgedroschene Wirtshausphrasen, ordinäre Sprache“ Katholische Empörung gegen Henleln*Presse Das Jägerndorfer„B o l k", ohne Gleich- schaltungsbcgeistcrung in die„Volksgemeinschaft" gezwungen, schreibt am Sonntag in einer Polemik gegen den„Graden Michel" das Folgende an die Adrcffc der SdP: „Wir mußten uns schon einmal mit gewissen uuerfreulichen Erscheinungen in der sude- tendcutschen Presse befassen, die geeignet sind, einen Keil in dieBolkrgemein- schäft zu treiben. Heute soll ein neue» Beispiel dafür angegeben werden, wie hemmungslos gewisse Blätter Stimmungsmache betreiben." Das katholische Blatt zitiert und entkräftet dann einen rcligion»heherischen Aufsatz de» „Graden Michel" und kommt zu folgendem Schluß: „Eine sachliche Auseinandersetzung mit dem „Graden Michel" hat indessen kaum einen Fweck, da sich la die Ausführungen nur auf der Ebene wüster Schimpfereien und abgedroschener Wirtshausphrasen bewegen. Dahin werden wir dem..Geraden Michel" nicht folgen. Wir möchten aber nur folgende» konstatieren: Die Art, wie der„Gerade Michel" über die Kirche und ihre Funkttonäre sich auSzudrücken beliebt, widerspricht dem natürlichen Anstand und dem primitivsten Gefühl für Takt. Unsere» Wissen» hat niemal» ein katholische» oder „vatikanisches" Blatt— um mit dem„Geraden Michel" zu sprechen— sich erkühnt, eine solche ordinäreSprache gegen eine konfessionelle Gemeinschaft, etwa die evangelische Kirche, zu führen... Wir möchten neuerlich ernstlich davor warnen, mutwillig Hader und Zwist in da» Sudetendeutschtum zu tragen. Die Sudetendeutsche Partei hat sich nach ihrem Programm zu den religiösen Werten, insbesondere zu den christlichen Konfessionen, durchau» positiv eingestellt. Wir sudetendeutsche Katholiken müssen und werden darauf bestehen, daß dieser Programmpunkt auch eingehalt en wird. Wir interpretieren ihn u. a. dahin, daß über kirchlich« Stellen unter dem Deckmantel„völki- scherJnteressen" keine verlogenen und schmutzigen Glossen gemacht werden dürfen. Denn der Begriff„Volksgemeinschaft" legt nicht nur der einen, sondern auch der anderen Seite die Pflicht zur Zurückhaltung auf." Jener Teil der Thristlichsozialen, dec nicht zum völligen Kuschen entschlossen ist, nimmt sich also, wie man sieht, in der ösfentichen Auseinandersetzung mit der SdP kein Blatt vor den Mundi Aber man scheint noch immer nicht zu begreifen, daß gute» oder auch böses Zureden auf die Totalitären, die ja in jedem Punkt selber von außen kommandiert werden und parieren müssen, gar keinen Eindruck macht. Hier müßten von den Ehristlichsozialen Taten gesetzt werden, um dem Unheil widerstehen zu können, das durch die freiwillige Gleichschaltung ihrer Partei über die sudetendeutschen Katholiken hereingebrochen ist! Immerhin 10.0001 Bei der Dclegiertenversammlung de»„K a- tholischen BolkSbunde»", die am Sonntag in Tcplitz stürmisch tagte, wurden für den bisherigen Generaldirektor Reichenberger immerhin 98 Stimmen abgegeben, mit denen er aber gegen 129 unentwegte Nazi-Stimmen in der Minderheit blieb. Diese 98 Stimmen repräsentieren aber 10.000 von insgesamt 23.000 Mitgliedern! Bemerkenswert ist, daß sowohl der Braunauer Abt Dr. Prokop al» auch der Deutschordens-Avt S ch ä l tz k y der Teplitzer Tagung fernblieben l■ Zwischenfälle zum Wochen-Ende Am Samstag und Sonntag, gab es in der sydetendrutschen Provinz, in Prag und in Brünn ein« Reihe mehr oder weniger böser Zwischenfälle, übet die folgende amtliche Berichte auägegeirn wurden: „Helmatsöhne" überfallen deutsche Arbeiter I Sechs deutsche Sozialdemokraten verwundet Karlsbad. Sonntag vormittag» fand in 2tIt• rohlaubei Karlsbad ein Fest de» Vereine»„H e i- matsöhne im Weltkriege" statt, an dem etwa 1600 Personen teilnahmen. Gleichzeitig fand ein Sängerkonzert im Arbeiterhause statt. Da» Fest war gegen 18 Uhr zu Ende und die Teilnehmer gingen auseinander. Dabei überfielen die Teilnehmer de» Feste» der.Heimatsöhne" Arbeiter, die von dem Konzert zurücktehrien. E» kam zu einigen Raufereien, bei denen sech» Personen verwundet wurden, davon drei ernster. E» find die»: der lbjährige Schmiedelehrling Reinhardt Rohn, der 25« jährige Richard Hopf und der Arbeiter Julius Leist- ner. Sie wurden int Krankenhau» nach Karlsbad gebracht. All« Verletzten sind deutsche Sozialdemokraten. Der Fall wird von der Polizei untersucht. Nach dem Zwischenfall kam e» zur Zusammenrottung einer größeren Volksmenge auf der Hauptstraße, doch»ging die Menge später auseinander. Lin Tscheche von den„Helmatsöhnen“ mißhandelt und gestochenl In dem benachbarten Fischern riefen Teilnehmer de» Feste» der„Heimatsöhne" dem Bürger tschechischer Nationalität Prochäzka»Böhmische Sau" zu- Obwohl er auf ihre Zurufe nicht reagierte, wurde er von etwa 50 Personen um- ringt, mißhandelt und in die untere Hüfte gestochen. Prochäzka zog eine Piswle, aber machte keinen Gebrauch von ihr. Die Täter liefen auseinander. Der verletzte Prochäzka wurde in» Krankenhau» gebracht. Uebler Empfang Henleins in Leltmerltz Prag. Am 27. August traf in Leitmeritz Konrad Henlein mit seinem Gefolge«in. Auf dem Marttplahe hatten sich etwa»000 Personen angesammelt, davon waren etwa ein Viertel Tschechen. Henlein wurde vom Bürgermeister der Stadt und von Funktionären der SdP begrüßt. Nach kurzem Aufenthalt fuhr er nach Groß-Tschernosek. Während der Begrüßung auf dem Marktplatz in Leitmeritz brachen die Airgehörigen der gegnerischen Lager in Zurufe au» und di« Polizei und die Gendarmerie konnte nur mit Mühe die Ruhe und Ordnung aufrecht erhalten. Al» die auf dem Platz versammelten Bürger auSeinandergingen, kam es zu kleinen Zusammenstößen zwischen den Angehörigen der verschiedenen Lager. Hiebei wurden zwei Ordner, welche au» Groß-Tschernosek zurückkehrten, wohin sie Konrad Henlein begleitet batten, von der Menge insultiert. Einer der überfallenen Ordner, Erwin Brandstädter au» Triebsch, wäre bei der Fahrt Wer den Marktplatz in Leitmeritz beinahe in eine Grupp« tschechischer Bürger hinein» päische Gebiet eingedrungcn ist und Italien durch seine enge Verbindung mit Ungarn und seine vertraulichen Beziehungen zu Jugoslawien nicht aufhärt, in dieses Gebiet einzugreifen, weder mit der Möglichkeit eines wirtschaftlichen noch irgend eines anderen Zufanunonschlnffes dieser mitteleuropäischen Gebiete ohne Deutschland und Italien rechnen. DaS hindert sie allerdings nicht daran, weiterhin all ihre Kraft nicht nur der Festigung ihrer eigenen Einheit und der Vertiefung der gegenseitigen Zusammenarbeit ihrer drei Staaten, sondern auch der Herstellung eines möglichst guten Verhältnisses zu allen Nachbarstaaten und besonders zu den beiden genannten Großmächten zu widmen. Sie ist Überzeugt, daß sie damit nicht nur ihren eigenen Interessen, nicht nur den Interessen aller Nationen Mitteleuropa», sondern auch der Idee de» allgemeinen Frieden», eines ruhigen Zusammenleben» und der freundschaftlichen Zusammenarbeit aller Staaten und Nationen Überhaupt dient. Die Bolkspartei vhne Hlinka. Die„Brazdä" beschäftigt sich mit der Situation in der Volks partei, wie sie durch da» Ableben Hlinka» sich gestalten wird. Während manchenorts die Ansicht geäußert wurde, daß die Partei zerfallen werde, glaubt der Verfasser des Artikel», Pavel Horn, daß die Bolkspartei ängstlich bemüht sein wird, ihre Einheit zu erhalten, weil eine Spaltung für sie unabsehbare Folgen hätte. Das Blatt glaubt auch, daß eine ideelle Krise oder eine organisatorische Schwächung der Slowakischen Volkspartei gar nicht im Staatsinteresse gelegen sei, denn man wisse nicht, welches Parteigebilde an die Stelle dieser Partei treten würde. Zum Schlüsse wird in dem Artikel der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß die Slowakische Volkspartei ein positives Verhältnis zum Staat finden und Verständnis dafür haben, daß der Staat seine Aufgaben in der Slowakei erfüllen werde. Für di« Staatsvertridigung. Der Spenden« ausiveis zum 27. August weist eine Zunahme der effektiven eingezahlten Spenden um 808.289 XL 75 h aus, wodurch sich der Gesamtständ der eingezahlten Spenden auf 472,908.892.75 XL erhöht hat. Die Zahl der Spender ist um 600 Personen auf 209.891 Personen gestiegen. gefahron, von denen er dann Werfallen wurde; u erhielt einen Faustschlag in» Gesicht, so daß er Abschürfungen an den Lippen erlitt.' Der intervenierende Beamte Dr. Magst» fand sich sogleich mit der Wache an Ort und Stelle ein und wuvde habet von dem sich zur Wehr setzenden Ordner unabsichtlich mit der Faust unter da» Auge geschlagen. Brandstädter lehnte eine ärztliche Untersuchung ab mtd erklärte, daß er erst früh zu der Untersuchung erscheinen werde. Ein zweiter Vorfall ereignete sich in einer Seitengasse in Leitmeritz, durch die ein Ordner auf seinem Motorrad ftihr.. Nach Aussagen von Zeugen deutscher Nationalität^wurde der unbekannte Ordner vom Motorrad gerissen und geschlagen. Der Ordner wurde bisher noch nicht festgestellt, da«r nach dem Zwischenfall davonfuhr und den Vorfall nicht meldete. Scharmützel In Sohnsdorf Tetschen. Samstag nach 22 Uhr kehrten fünf Arbeiter au» dem Gasthau» Pöchl in Rosendorf in ftarkbetrunkenem Zustande heim. Bereit» in dem Gasthau» hatten sie einen Stroit hervorgeru« fcn. Beim Eintreffen in der Gemeinde Johnsdorf langen sie ein tschechische» Lied. Die Arbeiter begegnete ein gewisser Johann Richter au» John-dorf, der sie anschrie. Die Arbeiter hielten seine Au»rufe für beleidigend. Sie zogen au» dem Zaune«ine» Häuschen» ein« Latte heraus, mit der fie auf Richter, der vor seinem Hanse stand, eindrangen. Einer der Angreifer schlug in jedem Fenster je eine Scheibe «in, au» einem Fenster riß er den Holzrahmcn heran». Die Angreifer beschädigten auch di« Tür. Die Gattin Richter», die schwanger ist, rief um Hilfe,' so daß bald darauf da» ganze Dorf auf war. Die Ar« beiter wollten in ihre Wohmmgen flüchten. Auf dem Wege stießen sie mit Dorfbewohnern zusammen, die sic mit Stangen auseinandertrieben. Bei diesem Zusammenswß wurde der deutsche Sozialdemokrat Franz Rittig verletzt, der außer einer kleineren Abschürfung auch einen Bruch de» linken Oberarme» erlitt und sich im Krankenhaus befindet, sowie der Privatbeamte Franz Richter, der am Kopfe verletzt wurde. Er war kurze Zeit bewußtlos und liegt im Krankenhaus. E» wurden bei ihm Anzeichen einer leichten Gehirnerschütterung festgestellt. Die Aerzte bezeichnen die Verletzungen der beiden Genannten al» schwer. Bon den deutschen Einwohnern wurden noch zwei leicht verletzt. Von den Arbeitern wurde Rudolf Fisak mit einem kleinen Messer an der rechten Hand verletzt und Johann Fisak wmde wahrscheinlich von einem Ziegelstein getroffen. Die Dorfbewohner, etwa 200. stürzten- sich auf den allein« gehenden Arbeiter Josef Schwarz au» Kopitz und Würgten ihn. Noch in der Nacht fWrte die Gendarmerie alle fünf Arbeiter zum Verhör ab, da» den ganzen Sonntag Wer fortgesetzt wurde. SdP-Beamter schlägt einen Pollzelagenten Prachatitz. Vom Samstag auf Sonntag kontrollierte der uniformierte Polizciwachmann Franz Zemek gemeinsam mit dem Agenten der nichtuniformierten Wache Johann RahaL, ob die Sperrswnde in der Bar der Betty Herbetz in Prachatitz«ingehal- te» werde. Da die Besitzerin keine Bewilligung zur Verlängerung der Sperrswnde besaß, forderten die Polizisten die Gäste zum Weggehen auf. Die Gäste deutscher Nationalität begannen dabei provokativ zu lachen und einer von ihnen, Anton Ho« leiek, Beamter de» Sekretariats der Su« detendeutschen Partei in Prachatttz, der von einem anwesenden Tschechen ermahnt wurde, ergriff einen Swhl und schlug den Polizeiagenten Ra- Hai aus den Kopf. Holekek wurde auf der Polizei« Wachstube verhört und nach einer schriftlichen Bürgschaftserklärung Wilhelm Lindners auf freien Fuß gesetzt. Holciek bestreitet, Rahai geschlagen zu haben. Der Polizeiagent Rahai würbe im Kran« kenhau» untersucht und e» wurde bei ihm eine Gehirnerschütterung festgestellt. Er wurde in Kranken« Haarpflege belassen. Lin Gastwirt beschimpft tschechische Arbeiter Reichenberg. Samstag abend» kamen mehrere tschechische Arbeiter in ein Gasthaus in Schönborn bei Reichenberg, wo sie der! G a st w i r t aus bisher nicht festgestellter Ursache zu beschimpfen begann. Die Arbeiter verlangten, daß der Gastwirt die Beschimpfungen zurücknohme. Dieser weigerte sich jedoch und rief den Angehörigen der Sudetendeutschen Partei Hervmaim, der Gemeindevorsteher ist, hechel, damit er die Ruhe herstelle. Der Bürgermeister forderte die Acheiter zur Ruhe aüf, verlangte jedoch von dem Gastwirt nicht, daß er die Beschimpfungen widerrufe. Als der Bürgermeister das Gasthaus verließ, gingen ihm zwei Arbeiter nach, die ihn beim Kragen packten und ihn diesen abrissen; dabei kratzten sie ihn in» Gesicht. Die Polizei hat eine strenge Untersuchung de» Vorfälle» eingeleitet. Zwei Zwischenfälle In Prag Prag. Sonntag nachmittag» spittte sich in der Altstadt, in der Nähe de» Karlsbad«»,«ine Rauferei äb, an der sich drei Bürger deutscher Nationalität beteiligten, und zwar Otto Dreiseitl aus Freudenchal, Johann Heinze! und Wilhelm Dreiseitl, die Ordner-Kleidung trügen, und ferner Väclav Last« ncr, ein Bürger tschechischer Nationalität, Väclav Lastner sagte mrf der Polizei au», daß er beim Vorbeigehen an den oben erwähnten drei Deutschen von b. mies mit bei Tich ids und ich in en C as πt, en nf If ts rf f. fe h er be Is ic Το mt ic m nt 11 S r t t B t t Mr. 203 Dienstag, 30. Auguft 1938 Seite 5 Keine spontane, sondern Unsere Sonntags- Kundgebungen organisierte Aktion SdP organisiert Massenabsendung von Telegrammen an Runciman Bezirksstelle Freudenthal 24, August 1938 Selbſtverivaltung Werte Kameraden! Eine Dentschrift, die die Not unserer Heimat cinem der Ordner geschlagen wurde und daß die Ordner, als er hinfiel, fich anfchidten, ihn weiter zu mißhandeln, was das Publikum verhütete. Die Siusfage Lajtners wird von Zeugen bestätigt. Nach der Aussage Otto Dreiseitls habe Lajtner die Rau- Arbeitersänger- Gaufest in Aussig aug, der ungefähr 1600 Personen zählte, bewegte kerei verschuldet, der auch durch eigene Schuld hinscfallen sei. Er sei schnell aufgestanden, hinter den Aufsig- Bodenbacher Gaues in herrlicher Kampf- Stadt auf den knapp an der Staatsgrenze gelege Am Sonntag feierten die Arbeitersänger des sich vom Arbeiterheim durch die Straßen der cuwähnten drei Deutschen hergelaufen und habe sie Stimmung und bei prachtvoller Beteiligung ihr nen Sportplay. Im Umzug schritten auch t s c) e= Das nachstehende Zirkular der Bezirksstelle geschlagen. Alle bier an der Rauferei Beteiligten diesjähriges Feit. Die Sänger aus Bodenbadj, dj i iche Sozialbemotraten mit, Freudenthal der Sudetendeutschen Partei wird wurden auf die Polizeiwache gebracht, wo sie der aus Haida, aus dem Eula- und Bielatal wurden welche so ihre Solidarität mit den im harten uns von einem Funktionär der SdP, der in der Polizeiarzt untersuchte, der bei Václav Lajtner Ab- von der Auffiger Volkssinggemeinde am Sonntag Stampf stehenden deutschen sozialdemokratischen Selbstverwaltung tätig ist, zur Verfügung schürfungen an der Hand und am Fuß und bei Otto morgen freudig empfangen. In der Stadtbücherei Arbeitern zum Ausdruck brachten. Auf dem Sport- gestellt: Dreifeitl eine faum merkliche Verletzung der Haut fand, nach kurzer Begrüßung durch den Bundes plaß selbst fand eine Kundgebung statt, wobei für Sudetendeutsche Partei an der rechten Hälfte des Kinns feſtſtellte. Bei obmann Wondreiz, ein Wertung 3 fingen die deutsche Sozialdemokratie Landesvertreter Dr. Vorigender Konrad Henlein Wilhelm Dreiseitl und Johann Heinzel wurde keine statt, an dem sich die Chöre von Karbiß, Türmik Emil Strauß und für die tschechische Sozial- Abteilung: Ortsleitung Berwundung festgestellt, obwohl sich beide über und Haida hervorragend beteiligten. Mittags be demokratie Redakteur Josef Martin e( Prag) Bezirksweisung Nr. 104/1938 Schmerzen beklagten. Die Festgenommenen wurden wegte sich ein stattlicher Fe st z u g, an dem neben sprachen, die beide unter großem Beifall der etwa Ergeht an alle Kameraden Bürgermeister des polit. rach dem Verhör freigelassen. Im Verlaufe des den Sängern und den anderen Parteifreunden 2000 auf dem Sportplaß Versammelten den ent- Bezirkes Freudenthal. Nerhörs fand sich auf dem Polizeikommissariat ein RW und Rote Fallen teilnahmen, auf die Ferdi- schlossenen Abwehrwillen der Demokratie gegen dvokat ein, der im Namen der beteiligten Deut nandshöhe zur großen Veranstaltung, die mit den über dem Faschismus und der Kriegsgefahr Ausfchen eine Strafanzeige gegen Lajtner ein- Statshymnen eröffnet wurde und bei der Bürs druck gaben. Aus den Zurufen, die an die beiden aufzeigt, ist bereits an Lord Runciman nach Brag reichen wollte. Da er sich nicht mit einer gehörigen germeister PI 3 I namens der Stadt Aussig, Redner aus der Mitte der Versammlung gerichtet abgegangen. Die Wirkung dieser Deutſchrift wollen Vollmacht ausweiſen konnte, wurde seine Interben- ihrer demokratischen Bevölkerung und der sozial- wurden, ersah man, daß die deutschen Arbeiter wir dadurch erhöhen, da sie de Gemeinde demokratischen Arbeiter und Angestellten die po- des Riesengebirges ihre Pflicht als Grenzivacht vertretung unferes Bezirtes Brag. An dem Auslagekasten eines Geschäftes litisch betonte Festrede hielt. Das nachfolgende ser Demokratie erfüllen werden. Nach dem Mee- durch ein Telegramm Lord Runcis am Altstädter Ring wurde Samstag abends eine asiensingen wurde von den Bezirken ting entwickelte sich auf dem Festplaß ein fröh einlädt. man zum Besuche unserer Heimat gegen die Sudetendeutsche Partei gerichtete Karila Aussig und von den Bodenbacher und Saidaer iches Leben und Treiben, wobei insbesondere Sämtliche Gemeinden berufen für Montag, den tur angebracht. Gegen halb 10 Uhr abends ging der Arbeitersängern bestritten. Auch dieses Fest war einzelne Gruppen der Atus- Union den Zu- 20 August a. c., eine Gemeinderatssigung ein, in Beamte Karl Worf ch, deutscher Nationalität, vor in schwerer Zeit ein herrlicher Beweis für den schauern ihre Kunst zeigten. Der schöne und er- welcher beschlossen wird, nachstehendes Telegramm über, der die Karikatur herunterriß und Kultur- und Kampfeswillen der deutschen sozial- hebende Arbeitertag in Schaplar war für alle Bean Lord Runciman nach Prag. Hotel Alcron, am dabei nach der Aussage von Zeugen„ Böhmisches demokratischen Arbeiterschaft im Sudetengebiet. teiligten eine Stärfung, denn sie gingen mit der gleichen Tage abzusenden: Gesindel" und Böhmische Sunde" rief. leberzeuguna fort, daß die dee des Sozialismus ... Erzellenz! Wir laden Sie zum Besuche Um den Worsch scharten sich einige Personen. Worsch Bezirkarbeitertag in Komotau im Grenzlande unzerstörbar ist. unserer schlesischen Notstandsgebiete cin." bemühte sich, in die Železná ulice zu gelangen, wo Gemeinderat:.... Sozialdemokratisches Treffen er von zwei Personen angehalten und einem Polis Bezirk Freudenthal." giften übergeben wurde, der in der Nähe Dienst im Isergebirge Gleichzeitig mit dem Telegramm ist ein Brief machte. Worsch gibt an, daß er auf dem Wege in an dieselbe Adresse mit folgendem Wortlaut abдu die Železná ulice von einem unbekannten Manne senden: geschlagen wurde. Die Polizei suchte die Ka rifatur, um die es sich handelte, doch wurde sie an der Stelle, wo sie sich befinden sollte, nicht gefunden. tion abgelehnt. Das unselige Zechen = ,, S. Erzellenz! Der gefertigte Gemeinderat .... Bezirk Freudenthal, beschloß in seiner heutigen Sigung. Eure Erzellenz zu bitten, unser schlesisches Notstandsgebiet von der Bezirksstadt Freu denthal aus zu besuchen. Sonntag fand in Komotau der Bezirksarbeitertag statt, der einen glänzenden Verlauf nahm. Obwohl eine große Anzahl treuer Parteigänger von der Not getrieben auf Hopfenpflücke weilt, Am Sonntag hatten sich im Gasthaus Fischer war ein Massenbesuch zu verzeichnen. An dem in Marienberg die sozialdemokratischen Umzuge nahmen über 3000 Personen teil, die sich Arbeiter und Arbeiterinnen des Tannwalder Gezumeist aus Uniformierten zusammensetzten. Zwei bietes zu einem außerordentlich gut besuchten BeSundertschaften R. W.- Leute und sehr viele Tur- girlstreffen zusammengefunden. Mit Freude nerinnen und Turner, unter ihnen auch Ange- fonnte festgestellt werden, daß sich der Saal als zu hörige des DTI., SJ- Leute und uniformierte Klein erwies, die Besucher zu faffen, die gekommen Metallarbeiter waren zu sehen. Eine Hundert waren, um in ernster Zeit ihre Verbundenheit mit Wir geben der Hoffnung Raum, daß es Ihnen, Erzellenz, möglich sein wird, diesem Wunsche unserer Brünn. In der Nacht auf Sonntag eitva gegen schaft R. W. eröffnete den Zug, in dem sich eine der Sozialdemokratie zu bezeugen. Das Pro- Bevölkerung zu entsprechen. 3 Uhr betranten fich in der hiesigen Bahnhofs- große Fahnengruppe befand. Die Komotauer Na gramm, das der Atus- Dessendorf mitgestalten restauration die zwei Aspiranten Friedrich Sobler zis, die die Sozialdemokratie schon tausendmal half, war sehr abwechslungsreich und gab den Beund MUDr. Richard Fischer und der Zivilist Josef totgesagt haben, wunderten sich über diesen Auf- suchern einige Stunden ungetrübter Freude. Im Ludwig aus Brünn. In angetrunkenem Zustand ge- marsch sehr. An der Feſtversammlung nahmen Mittelpunkt der Feier ſtand das politische Referat rieten die Genannten, die sämtlich deutscher Natio- weit über 4000 Perfonen teil. Den Ver- des Genossen Rudolf Geißler Prag, der nalität sind, mit dem Oberfellner in Streit. Eine ſammlungsvorsißende führte a a 3, das Referat sich eingehend mit der außen- und innenpoliti Gruppe von Tschechen, die Zeugen ihres Vorgehens erstattete Senator Genoffe Heinrich Müller. fchen Situation beschäftigte. Die mit Beifall sonst waren, gingen hinter ihnen aus dem Gasthaus. Die Unter den Festgästen befanden sich auch ver- fargenden Zsergebirgler brachten durch ihre Zucben genannten drei Leute deutscher Nationalität ſchiedene Deputationen der Komotauer Aemterstimmung zum Ausdruck, daß sie fest hinter den fanden sich auf der Polizeiwache ein und gaben an, und Behörden. Das Garnisonsfom- Weisungen der Partei stehen, und daß sie allen daß sie mißhandelt wurden. Der Amtsarzt stellte man do war durch einen Major vertreten. fest, daß alle drei betrunken waren. Eine Verlet zung wurde nur bei Friedrich Hobler festgestellt. Es handelte sich um eine Verlegung der Lippe, die nach cm ärztlichen Gutachten durch einen Biß und fei nestvegs durch einen Schlag herbeigeführt wurde. Die Polizei untersucht den Vorfall. Verbitternde Zensur Die Polizeidirektion Karlsbad hat am Samstag fast den ganzen Leitartikel unseres Voltswille" beschlagnahmt. Wir teilen durchaus die Empfindungen unseres Karlsbader Parteiblattes, wenn es dazu mit Erbitterung feststellt: f" Wir haben in diesem Artikel auf den vor gestern im deutschen Rundfunk verbreiteten Auf rufder SdP Bezug genommen und den darin mit kaum verhüllter Deutlichkeit gegen unsere Bewegung gerichteten schweren Beschuldigun gen ruhig und nüchtern die Tatsachen gegenüber gestellt. Wir haben uns gegen die Versuche einer Gewaltlösung des judetendeutschen Problems gewendet. Was wir vorbrachten, war, gestützt auf die unbestreitbaren Tatsachen, ein einziger Appell an alle vernünftigen Teile des Sudetendeutschtums, sich nicht in eine Katastrophe hineinjagen zu lassen. Alles das verfiel restlos der Beschlagnahme. Wir haben zur Unterstreichung unserer Auffaffung Mitteilungen anderer Blätter zitiert, die dort unbeanstandet geblieben sind; aber uns hat man auch diese Zitate gestrichen. Sogar Bemerfungen, die man vorgestern abend vom Melniker Sender hören konnte, wurden uns nicht durchgelassen. Aus unserem Artikel sind von der Zensur Stellen entfernt worden, die wir heute nicht nur in auffallender Form in der Rundschau" und in der Zeit", sondern sogar im Karlsbader Badeblatt finden, das doch ebenfalls von der Karlbader Polizeidirektion zenſuriert wird. Im Badeblatt sind diese Stellen sogar unter dem zweispaltigen Titel ,, a cht von der Notwehr Gebrauch!" durchgelassen worden; obwohl jeder Mensch ohne weiteres versteht, was darunter gemeint ist, da ja das Recht auf Notwehr an und für sich niemals bestritten wurde. In der Zeit" heißt der diesbezügliche zweispaltige Titel„ Necht der Notwehr freigegeben", und es gibt selbstverständlich leinen Angehörigen der Sd, aber auch keinen anderen Menschen, der nicht ganz genau wüßte, was damit gesagt sein soll. Wir durften es dennoch nicht sagen..." Der Verlauf des Bezirksarbeitertages war ruhia, zu Zusammenstößen ist es troß wiederholter Provokationen der Henleinleute nirgends gekommen. Arbeitertag in Schatzlar Am Sontag veranstaltete die deutsche sozialdemokratische Arbeiterschaft von Schazlar und Umgebung einen Arbeitertaq, der einen außerordentlich gelungenen Verlauf nahm. Mittags versammelten sich beim Arbeiterheim in Schazlar die Organisationen mit ihren Fahnen und ein Um ,, Wenn ich doch wieder einmal daheim mitessen könnte!" Wiederholt schon haben wir berichtet, daß es den aus unserem Staate nach dem„ Dritten Reiche" abwandernden Arbeitslosen nicht gerade qut geht. Heute sind wir in der Lage, neuerdings ein Schreiben zu beröffentlichen, in dem ein Mädel aus dem Komotauer Bezirfe ihrer Mutter erzählt:„ Liebe Mutter! Gefahren mutig ins Auge blicken. Der Bezirksvertrauensmann der Partei, Genosse Ia dik aus Josefsthal, drückte die Treue der sozialdemo= fratischen Isergebirgler zur Partei aus und for derte auf, daß sich niemand durch SdP- Leute provozieren laſſe. Die Veranſtaltung war ein präch tiger Erfolg der wieder erstarkenden sozialdemofratischen Bewegung im Kamniẞtale. Am Freitag fanden in Ga blon z a, N. und am Samstag im Antoriwald außer ordentlich gut besuchte Versammlungen statt, in denen ebenfalls Genosse Geile r- Prag über die politische Situation sprach. Eine ernste Mahnung Unter diesem Titel schreibt S. Kreibid in der„ Roit en Fahne" unter anderm: Tropfen Blut, der bei einer Schlägerei vergossen " In dieser furchtbar ernsten Lage kann jeder wird, in ein furchtbares Blutbad ausmünden. Die Regierung und ihre verantwortlichen Organe haben, wie die durch den Rundfunk verbreitete Erklä rung zeigte, die Größe der Gefahr erfannt. Alles läßt darauf schließen, daß jeder Provotation mit Energie begegnet werden wird. Die zur Verteidigung der Republik und der Demokratie bereitste= henden Kräfte sind einsatzbereit. In Ergebenheit:.... Sämtliche Gemeinden teilen der Bezirksstelle in Freudenthal unverzüglich den Vollzug mit. Um die Gemeindefajje nicht zu belasten, trägt die Ortsgruppe die Stosten des Telegrammes. Kameraden: Es geht darum, Lord Runciman auf uns aufmertiam zu machen. Steine Gemeinde darf fehlen! Alle für einen, einer für alle! Mit deutschem Gruß: Bezirksleiter: Franz Serigner. Bezirkssachwalter: Josef Trapp. Solche Zirkulare werden vermutlich nicht nur von der Bezirksstelle Freudenthal der Sdp ausgeschickt, sondern gehen wohl auf eine zentrale Weifung der Hauptstelle der Sudetendeutschen Partei zurück, so daß Lord Nunciman auch aus anderen Orten derartige Telegramme erhalten wird. Wenn die Herren von der englischen Mission das oben abgedruckte Zirkular zur Kenntnis neh men werden, können sie demnach erkennen, daß es sich hier durchaus nicht etwa um eine spontane Attion handelt, sondern um eine von der SdP versäglich organisierte. Danach ist auch die ganze Aftion zu beurteilen. Wieder Unglücksbotschaft vom Schatzlarer Kohlenwerk Ein Bergarbeiter getötet Man braucht es fast nicht mehr zu wiederholen, daß kaum eine Woche vergeht, wo auf den Schaßlarer Kohlenwerken Bergbauproleten vers unglücken und schwer verletzt oder sogar getötet verden. Der 28 Jahre alte Bergmann Wil Im Rösel aus Schazlar, der kaum ein Jahr verheiratet ist, wurde am letzten Sonntag, früh um 7 Uhr, noch vor Beginn seines Tagtvertes von bereinbrechenden Steinmassen erschlagen. An seis nem Arbeitsplaß ließ ein Stüßpfeiler nach und die Steine fielen herab und zerfeßten und zerschlu gen buchstäblich den Bergmann an allen Teilen seines Körpers. Er wurde von seinen Kameraden nach dreieinhalbstündiger angestrengter Arbeit aufgefunden. Durch einen Selbstschuß getötet Du mußt mir verzeihen, daß ich schon soTange nichts hören ließ, aber wir haben jetzt soviel zu tun. Glaube mir, ich bin manchen Tag Aber das bedeutet auch eine höchst verantworso müde, daß ich gar nicht essen tann, tungsvolle Verpflichtung für die demokratische Vemir zittern die ganzen Glieder. Ich völkerung, vor allem und in erster Linie im sudehabe auch tüchtig abgenommen, denn tendeutschen Gebiet. Das heißt vor allem die Veres ist eine gute Rost hier. Wir müssen jetzt pflichtung, äußerst wachsam zu sein und die noch Kartoffeln essen, wo sie schon so hoch äußere Ruhe zu bewahren. Ein Einziger, teimen und ganz fledig sind. Ich denke so der in diesem Augenblick die Nerven verliert, fann manchen Tag, wenn ich doch wieder einmal daheim großes Unglüd stiften. Die SDP- Provokateure miteffen könnte. lechzen nach Vorwänden für ein, wenn auch noch so bescheidenes" Blutvergießen. Ihnen hilft je= Aussig. Der verheiratete Mühlenbesikersder, der einen solchen Vorwand gibt. Welchen an- sohn Gerhardt Hinko aus Postis bei Aussig mischte ständigen Menschen können Beschimpfungen durch Montag nachmittag um 16 Uhr ein Sprengmitfolche Provolateure irgendwie beleidigen? Wen tel zur Anfertigung eines Se I b st schusses. fönnen Anrempelungen von dieser Seite an der Das Gemisch explodierte und Sinto wurde durch Ehre tränken? Den Provolateuren aber kann man die Explosion so schwer am Unterleib verletzt, daß Den ganzen Tag muß ich mit Pferden her nichts Schlimmeres zufügen, als wenn man ihre er binnen wenigen Minuten verschied. Der Fall umhantieren. Das eine beißt immerzu. Die Provokationen unbeachtet läßt. Starte Ner wird untersucht. Leute wundern sich alle, daß ich das fertigbringe, ben, Ruhe und eiserne Disziplin denn das hat vor mir noch kein Mädl gemacht. find notwendig. Bringen wir das zustande, dann Sauen habe ich auch gelernt. Mußte werden die Provokationen der SdP- Heber auch das ganze Heu laden und tenne schon zu ihrem größten Schmerz wirkungslos bleiben den Wochentag vor dem Sonntag und sie werden sich vor aller Welt um so schlimnicht mehr." Es ist besser, Du läßt die Schwester drin, benn die Arbeit hier kann sie noch zuleht machen, wenn sie gar nichts anderes mehr findet, hier wirb man sowieso nur ausgenügt." Nach einigen belanglosen Mitteilungen schreibt sie dann: Wieder folgen einige familiäre Dinge und schreibt die Landarbeiterin: „ Stede diesen Brief in den Ofen, fonft müßte ich mich vor den anderen schämen!" Der Volkswville", der sich wegen dieser dann unerhörten Konfiskationspragis telegraphisch beim Innenministerium beschwerle, stellt fest, daß in den 45 Jahren des Bestandes unseres Wer sich tausendmal mehr schämen müßte als Karlsbader Blattes, das doch unter der f. t. Zen- das Mädchen, werden unsere Arbeiter sicher und sur genug zu leiden hatte, ihm eine solch empö- richtig entscheiden. rende Beschlagnahme dennoch nicht passiert sei! Neue katholische Monatsschrift.„ Der heis lige Reiter" nennt sich eine neue Monatsschrift, die von der neu gegründeten katholischen Jugendentrale in Prag herausgegeben wird.( DND), der Deutsch- tschechische Manifestationen Arbeiter zur Berteidigung der Republik fanden am Sonntag unter anderem in Mariaschein und in Hohlen bei Böhm.- 2e i pa unter ungemein starker Beteiligung statt, mer ins Unrecht seßen. Und das wird die Kraft der Abwehr gegen jeden Angriff verdoppeln und ihr günstiges Echo in der Welt verzehnfachen." Wieder folgenschwere Unfälle in Karlsbad Karlsbad.( Eigenbericht.) Der Automonteur Anton Enfler aus Karlsbad stürzte Sonntag abends mit seinem Motorrad, als er einem Radfahrer vorfahren wollte. Er schlug dabei mit dem Kopf auf einen am Straßenrande liegenden Haufen Pflastersteine auf. Zwei Stunden nach Herzenswunsch einer Gastwirtin. Gestern seiner Einlieferung in das Krankenhaus erl. g er fanden wir in einem edlen Blatt folgendes seinen Verlegungen. Inferat: Gastwirtin, mit eigenem Stadtbesis, sucht Bekanntschaft mit intell. Herrn( Gastwirt) bebor augt) im Mittelalter. Diese Sehnsucht nach dem mittelalter Ii che n Gastwirt vermittelt, wie nicht weiter verwunderlich, die eit"... Auf der Staatsstraße Karlsbad- Elbogen wurde ein Radfahrer von einem bisher unbekann ten Auto niedergestoßen. Er wurde mit einem Schädelbruch in das Krankenhaus gebracht, wo er mit dem Tode ringt. Seine Identität konnte, da er feine Papiere bei sich trug, nicht festgestellt werden. Dienstag, 30. August 1038 Nr. 203 Keile 8 7 Kleine Lesestunde In einer Zeit, da ungezählte Tausende von Menschen au» dem einzigen„Verschulden", in einem nach de» Begriffen der Nasscnwahnsinnigcn verkehrten Bett geboren zu sein, an Leib und Leben bedroht, beraubt, ihre» tvohlcrtvorbencn Besitzes enteignet, aus dec Heimat vertrieben und in fremden Ländern wie unerwünschte Eindringlinge behandelt werden, in einer Zeit vollendeter Barbarei also tut cs gut, für eine kleine Lese- stunde ein Buch in die Hand zu nehmen, da» den Anspruch erheben darf, daS klassische Lehrbuch der deutschen Kultur zu sein. Freilich handelt eS sich dabei nicht um die Kultur des Dritten Reiches, sondern um diejenige, d>e sich eNva in dem Namen Goethe repräsentiert. Goethes Lehrmeister, der Lehrmeister der klassischen deutschen Humanität, hat cs geschrieben, eS sind Herders„Ideen". I. C. Herder(1744 bis 1803.) war weder Dichter noch Staatsmann wie Goethe, er hat sein Leben auf die Idee konzentriert und darum kann man bei ihm dichter, zusammcngcfahter finden, was den besten Geistern Deutschlands zu den besten Zeiten al» da» beste Gedankengut erschienen ist. Jeder strebende, wenn auch noch so schlichte und unstudierte Mensch kann Herders„Ideen zur Philosophie der Ge- schichie der Menschheit" ohne Mühe verstehen. Mögen eS viele versuchen, diese» klassische Buch in einer Bibliothek zu entlehnen und darin zu lesen! Unmöglich, in einem kleinen Hinweis den Reichtum aufzuzcigen, die brennende Aktualität dieser mehr al» hundert Jahre alten Gedanken! Die rassestolzen„Arier" „für das erwählte Gottewolk in Europa zu halten, dem seine» angeborenen Adel» wegen die Welt gehörte, und dem diese» Vorzüge» halber andere Bölter zur Knechtschaft bestimmt wären, die» wäre der unedle StolzeineSBarbaren. Der Barbar beherrscht. Ter gebildete Ucberwinder bildet." Auch da» Judcnproblem hat Herder bereit» beschäftigt. ,,E» wird eine Zeit kommen, da man in Europa nicht mehr fragen wird» wer Jude oder Ehrist sei, denn auch der Jude wird nach europäischen Gesetze» leben und zum Besten de» «raate» beitragen. Nur eine barbarische Verfassung hat ihn daran hindern oder seine Fähigkeiten schädlich machen können." Herder ist kein Gefühlsmensch. Aa» er schreibt, sind nicht etwa Ausgeburten einer mitfühlenden.Seele, eines feingcstimmten Herzen». Herder, ist der ausgesprochene Vertreter der Mknschlichcn Vernunft, kein Ideologe und Phantast, sondern der Wissenschaftler, der die Grundlagen dcS menschlichen Zusammenleben» untersucht und ihre wertvollsten empfiehlt. „Die berühmtesten Namen der Welt, so schreibt er, sind Würger des Menschengeschlechtes, gekrönte oder nach Kronen ringende Henker gewesen. Nicht Humanität, sondern Leidenschaften haben sich der Erde bemächtigt und ihre Völker wie wilde Tiere zusammen und gegeneinander getrieben". DaS sind die Ausgangspunkte der Herderschen Auffassungen,— er hat sie in Deutschland gewonnen, in Deutschland niederge- schricbcn, Deutschlands größtem Dichter vererbt. Vergeblich. Warum vergeblich? Herder antwortet, „daß kein Volk unterdrückt wird, als da» sich unterdrücken lassen will, also derSklaverei wert ist". Lernen wir daraus! W. B. 40 Flugzeuge Sterleten zum Rundflug zeug stieß gegen einen Hang de» DruSbergc» und ging in Flammen auf. Die Besatzung, zwei Offiziere, wurden in» Krankenhaus von Einsiedel gebracht. Sie haben ernste Brandwunden im Gesicht und am Körper erlitten. Da» fünfte Flugzeug kam ohne Unfall davon. Brünner Jepa ausgeraubt Brünn. Montag früh stellte der Kassier de» Kaufhauses Jepa in Brünn beim Ocffnen de» Tresors fest, da» der Inhalt desselben teilweise atiSgeraubt worden war. Von der in dem Tresor in Leinwandsäckchen aufbewahrten Barmitteln frhlt insgesamt ein Betrag von 160.000 Kö, dev sich au» 100«. 60», 20- und 10-Kö-Noten sowie Metallgeld zusammensctzt. An dem Tresor waren nicht die geringsten Spuren von Gewaltanwendung wahrzunehmen. Die Polizei forscht nach dem Einbrecher. Dr. Benes-Tunnel durchstochen. Im Rahmen der gesamtstaatlichen Feiern dcS 20jährigen Jubiläums der Republik fand Sonntag der feierliche Durchstich des Doktor-Eduard-BeneSTun« ncIS auf der Eifenbahnftreckc B a n s k ä B y- st r i c a—D iviaky statt. Die Feier wurde ohne Teilnahme der breiteren Oesfentlichkeit nur im intimen Kreise der Beamten und Arbeiter begangen. Vertreten war auch die Armee. Ein Passagirrsluszeug der„North Queensland Airways" stürzte Montag bei JnniSfail (Australien) ab. Der Flugzeugführer und drei Fluggäste wurden getötet und fünf Fluggäste schwer verletzt. Kanal durchschwommen. Der 42jährige englische Gärtner Wheat Trost durchschwamm gestern den Kanal von Kap Griönez bis Folkestone in dreizehn Stunden 37 Minuten. Er hatte erst vor vier Jahren das Schwimmen erlernt. Amokläufer: 20 Opfer. In der Ortschaft Bhatinga in der Provinz Punjab(Indien) erschoß ein Amokläufer zwölf Personen und verletzte acht Menschen schwer. Eine Eifersuchtsszene hatte den Rasenden in diesen Blutrausch verseht. Englische» Großflugzeug zerschellt. Eine» der neuesten britischen Großflugzeuge, die in wenigen Wochen einen Nordatlantik-Flugdienst aufnehmen sollten, ist nach einem Versuchsslug über dem Flugfeld von Hatfield in zwei Teile anSeinandcrgebrochcn. Als die Maschine, eine „Albatros", einige 100 Meter über da» Rollfeld gilaufen war, ertönte ein Knall und der Rumpf de» größten englischen Flugzeuges zerbrach in zwei Teile. Der Nordatlantik-Flug wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Sieben Personen ertrunken. Unweit des Strandes von Fozduro kenterte Montag ein mit :lf Personen besetztes Boot. Drei erwachsene Personen und vier Kinder ertranken. Unglück beim französischen Flugtag. Eine» der Flugzeuge, welches an dem Pariser Flugtag tcilnahm, stieß auf dem Rückflug mei St. Brieuc gegen den Boden. Von der sünfköpsigen Besatzung wurde ein Mann schwer verletzt und erlag alsbald seinen Verletzungen, ein Unteroffizier wurde erheblich, der Flugzeugführer leicht-verletzt und zwei Mann kamen ohne Verletzungen davon. Doch nicht die Leichhardt-Expedition? Der Führer der Expedition, die nach dem deutschen Forscher Lcichhardt sucht, hat bclanntgegcben, e» lägen keine Anzeichen dafür vor, daß die in der Simpsonwüste gefundenen Ueberreste von Leich- Hardt herrührten. Die Suche ist aufgegebcn worden. Taxi-Fahrt in» Blau». Die Pariser Taxi- Chauffeure, offenbar in Sorge über die Tatsache, daß Pari» in diesem August fast völlig menschenleer ist, uttb die wenigen, die zurückgeblieben find, e- nicht so eilig haben, um ein Taxi zu nehmen, sind auf eine glänzende Idee gekommen, ihr Geschäft zu heben. Sie wollen am kommenden Sonntag zum ersten Mal Taxiauiflüge veranstalten, und zwar nach Deauville, dem Mittelpunkt de» französischen Badeleben» am Kanal, vier bi« fünf Autostunden von der Haupt- stadt entfernt. Der Fahrgast bezahlt 120 Franc», und diese Summe enthält nicht nur die gahrtspesen, sondern auch da» Mittagessen, da» der Chauffeur dem Fahrgast aichietet. Zu diesen: Zwecke haben die Chauffeure mit verschiedenen Hotelier» und Restaurateuren in Deauville entsprechende Verträge abgeschlossen. Der Chauffeud holt seine Fahrgäste von ihren Wohnungen ab und steht ihnen den ganzen Tag zur Verfügung, kurz, es ist genau so, al» ob jemand für einen Tag Autobesitzer ist Die Pariser scheinen von dieser Idee begeistert, jedoch hängt, wie die Zeitungen darauf aufmerksam machen, alle» von der Qualität de» Mittagessen» ab. Wird diese» gut und reichlich sein, so wird da»„Tonrisme-Tari" sich durchsetzen, und man wird dann voraussichtlich auch Ausflüge nach anderen Gegenden veranstalten können. Weniger erfreut dürfte die staatliche Eisen- bahngejellschast sein, die in Frankreich schon ohnehin gegen die immer mächtiger werdende Konkurrenz de» Auto» zu kämpfen hat. Der seltene Storch. Dieser Tage unterbrach der Britische Rundfunk plötzlich seine Programmsendung und der Speaker sagte:„Meine Damen und Herren, man hat heute in den späten Nachmittagsstunden angeblich einen Storch in der Gegend von Essex gesehen. Jeder, der da» Auftauchen diese» Storche» bestätigen kann und eventuell Einzelheiten beobachtet hat, wird gebeten, sich sofort entweder an die Britische Rundfunk-Gesellschaft oder an da» Natur- wisfcnschaftliche Museum von Ha»lemere zu wenden. Auch die geringfügigste Mitteilung wird gern ent» gegengenommcn." Jeder Nicht-Engländer wird glauben, daß sich der Speaker de» britischen Rundfunk» einen Witz erlauben wolle. Dem ist aber nicht so, und am nächsten Morgen erzählten die LondonerZeitungen ihren Lesern sehr richtig, daß unerklärlichcrwcise ein Storch auf den britischen Inseln ungefähr ein ebenso seltene» Vorkommnis sei, wie da» eine» Löwen in Norwegen. Diese Tatsache har nicht» mit der englischen Bevölkerungsstatistik zu tun, die durchaus so normal verläuft wie die von Ländern, wo Störche eine geivohnte Erscheinung sind. Da» Geheimnis Jack», de» Bauchaufschlitzrr», unenträtselt. Bekanntlich kennt die Oesfentlichkeit noch heute, nach vier Jahrzehnten, nicht den Namen de» Verbrecher», der al»„Jack, der Bauchaufschlitzer" in die Kriminalgeschichte eingegangen ist. Jetzt ist auch der letzte Mensch geswrben, der an der Erledigung diese» Verbrecher» teilgenommen hat, und auch Inspektor William Robinson hat da» Geheimnis mit in» Grab genommen. 1888-80 ist ganz London von „Jack, dem Bauchaufschlitzer" terrorisiert worden. Die Polizei hat ihn endlich in einem leeren Hau» gestellt, wo er sich nach der einen Version selbst erschoß, nach der anderen von den Beamten niedergeschossen wurde. Seine Identität wurde nie enthüllt; im allgemeinen nehmen die Kriminalisten an, laß.Jack, der Bauchaufschlitzer" eine sehr hochstehende Persönlichkeit gewesen sei, und man sagt, daß e» sich um einen damalS"berühmten Londoner Chirurgen gehandelt habe, der geistesgestört war. Die Tochter de- soeben verstorbenen Inspektor Robinson hat erklärt, daß ihr Dater auf dem Totenbett ihr den Namen verraten habe, allerdings mußte auch sie schwören, daß sie da» Gebcimni» nicht verrät. Platinblond in Moskau. Die»Komsomolstaja Prawda", da» Organ der kommunistischen Sowjet- Jugend, nimmt hesrig gegen die neue Mode der jungen Russinnen Stellung, die sich seit kurzem nach dem Vorbild Hollywoods und anderer Modezentren die Haare platinblond zu färben pflegen. De» Blatt schreibt, e» handle sich um eine wahre Epidemie, gegen die man so schnell wie möglich vorgehen müsse. Da» Wetter: An der Vorderseite von Druckstörungen, welche au» Italien gegen da» Binnenland vorrücken, strömt unseren Gebieten tvarme Lust von der Balkanhalbinsel her zu. In Rumänien wurden Montag nachmittag» bei schönem Wetter bi» zu 82 i Grad verzeichnet; bei un» traten Schauer und Gewitter auf. doch stiegen die Temperaturen trotzdem auf 22 bi» 25 Grad an. Die Aussichten auf die Weiterentwicklung de» Wetter» sind ungünstig und später dürfte nach Mitteleuropa erneut kühle Meeresluft au» Frankreich Vordringen.— Wahrscheinliche» Wetter Dienstag: Im allgemeinen verstärkte Otto Urbach tot In Wien erlag vor einigen Tagen Genosse Otto Urbach in seinem 04. Lebensjahr einem Herzschlag. Mit ihm starb wieder einer jener zähen Kämpfer, die au» tschechischem Gebiet stammend, eine hervorragende Rolle in der Wiener Arbeiterbewegung gespielt haben. In Pkibram geboren, kam.er al» junger Handlungsreisender nach Wien und schloß sich dort begeistert der Sozialdemokratie an. In der aufstrebenden Gewerkschaftsbewegung der kaufmännischen Angestellten, die damals unter Karl Pick» Führung ihren dornigen Weg ging, niachte er sich bald durch seine eifrige Mitarbeit bemerkbar. Als cs möglich winde, einen Vertrauensmann zum Zloecke der Betreuung der Organisationsarbeiten zu beamten, fiel die Wahl der Leitung einmütig auf Otto Urbach, der von dieser. Zeit bis zur gewalttätigen Auflösung de» Zentralvereins der Kaufmännischen Angestellten im Jahre 1084 al» ihr Sekretär tätig war und in allen Kämpfen dieser Organisation an Seite Picks, Bcrmann» etc. seinen Mann stellte. Besondere Verdienste erwarb sich Urbach auch auf politischem Gebiete. Al» Hauptver- trauenSmann der politischen Organisation Innere Stadt, baute er in diesem rein bürgerlichen Bezirk, in dem alle Zentralstellen der alten Monarchie ihren Sitz hatten, in mühevoller Arbeit die Parteiorganisation mustergültig au». War er vor dem Krieg nur als Zählkandidat bei allen Wahlen ausgestellt, änderte sich nach dem Umsturz da« Bild. Durch seine wertvolle Vorarbeit gelang e» auch in diesem geradezu exklusiv bourgeoisem Bezirk die Stimmen der sozialdemokratischen Partei so zu steigern, daß er vorerst als Führer einer Minderheit in die christlichsoziale BezirkSvertre« tung einzog, um bei den Wahlen im Jahre 1027 auch dort die Mehrheit zu erlangen. So wurde Urbach der erste sozialdemokratische BczirkSvor« steher der Inneren Stadt und hat sich auch auf diesem Posten in schwieriger Stellung auf dabeste bewährt. Mit ihm gebt ein aufopfernder Genosse von un», ein gütiger Mensch, dessen größtes Bestreben war, zu helfen, wo er konnte. Auch ihm blieb nicht nur in jungen Jahren, sondern auch unter der Dollfüß-Aera der österreichische Kerker nicht erspart. Dort holte er sich in monatelanger Hast den TodeSkcim, der ihn nunmehr fällte. Werden einst im befreiten Oesterreich die Namen der Besten der Arbeiterklasse wieder gefeiert werden, Ivird Otto Urbach nicht als einer der Letzten unter ihnen zu nennen sein. Bewölkung, unbeständig, Gewitter und Regenfälle, Temperaturen noch wenig geändert.— WetterauS- sichten für Mittwoch: Vorwiegend bewölkt und vielfach regnerisch, Yon Westen her allgemeine Abkühlung. Ole heutige deutsche Inland-Sendung Prag-Melnik: 10.15 Für die Frau: Einsiede, kur»: Gemüse. 10.30 bi» 11.00 Lchallplatien. 12.10 Schallplatten. 18.00 Schrammelkonzerl.(Ges. Erich Wolf), Klavier R. I. Schubert. 18.30 Au» dem tschechoslowakischen Kulturleben. 18.45 Unterhaltungsmusik. 19.30 Jazz auf zwei Klavieren(Ges. Rolf Hartmann, Sarophon: Willi FleischhanSl. 20.00 Beethoven-Konzert.(Orchesterkonzert). Klavier Erich Länderer. 21.00 Die Armbanduhr, Einakter von Emil Faktor. 21.40 Die gme alte Zeit, Liederstunde von Pollini(Mirwirkende Else Lord, Leopold Dudek und Augustin-Sextett). 22.30 bi» 23.00 Orchesterkonzert(Werke von Schubert). Dir. 91. M. Mandöe. Nachrichten um 12.30, 10.15 und 22.15 Uhr. Brünn: 18.00 bis 18.05 Arbeiiersendung: Soziale Information. 18.05 bi» 18.20 Arbeitersen- dnng: Genosse Wilhelm Nießner: Ideal« und Wirklichkeit im Zeitgeschehen. 18.20 bi» 18.85 Landwirtschaftliche Sendung: Direktor Karl Hickel: Landwirtschaftliche Lagerhäuser. Mähr.-Oftrau: 18.10 Landw. Fr. Mannjoung: Die Hotelraite, Erzählung. Prag. Ter Flugwettbewerb der Kleinen Enteme, an dem 40 Flugzeuge teilnahmen, wurde Montag um 10.54 Uhr gestartet. Die Maschinen fliegen in Abständen von 30 Sekunden aus, und ztvar in der Reihenfolge ihrer Schnelligkeit. Unterwegs mußte das von Jng. Doubek gesteuerte tschechoslowakische Flugzeug auf dem N» tlandeplatz bei Zbraslavice wegen Defektes de» Oelmanometers nicdcrgehen. Die Landung verlief glatt. Alle 40 Maschinen sind auf der ersten Etappe in Z l i n eingetroffen, darunter auch da» Flugzeug, das in Zbraslavice notlanden mußte. Der Defekt konnte sofort beseitigt werden. AlS erstes t>as da» rumänische Flugzeug„Nardi" ein. Die Organisation funktionierte klaglos. Vier Schweizer Militärflugzeuge abgestürzt SamStag nachmittags um 15.30 Uhr startete auf. dem Flugplatz Dübendorf bei Zürich eine Beobachter-Staffel von fünf Flugzeugen, um an >em Flugtag in Lugano ieilzunehmen, an dem auch die Tochter Lord Runcimans tcilnehmen sollte. Die Gegend hüllte sich plötzlich in dichten Nebel, der eine Sicht volllommen unmöglich machte. Die fünf Flugzeuge unternahmen eine halbe Wendung und wollten auf den Flugplatz Dübendorf zurückkehren. Bei diesem Manöver stießen drei Maschinen gegen einen Felsen im Muota-Tal und gingen in Trümmer. Sechs Mann sanden dabei den Tod. Da» vierte Flug- In Memorlam Theodor Lessins Zu seinem 5. Todestag am 30. August Mit ihm, der vor fünf Jahren von Nationalsozialisten ermordet wurde, verlor Deutschland einen seiner größten Weltbürger. Dieser Mann, Arzt, Dichter, Philosoph, war einer der wenigen universalen Männer seiner Zeit. In einem müden Leib schlug daS gütigste Herz. Im Patriarchenhaupt wachte ein klugcS Hirn. Die Bedeutung Theodor Lessings lag in seiner pädagogischen Kraft. Keiner konnte sich auf die Dauer der Persönlichkeit diese» Lehrer» entziehen. Als ein Haufe von Studenten, aufgeputscht von feigen Hintermännern, gegen ihren Dozenten zu randalieren begannen, mußte ihr Wortführer zugeben, daß sie nichts gegen den Menschen Lessing hätten, nur gegen den Politiker. Ater dieser Politiker hatte sich nie mit Politik befaßt, war harmlos wie ein Kind, mußte fast mir Gewalt über die Grenze gebracht werden. In Marienbad sand er bei Freunden ein Notquartier. Dort verging er fast vor Heimweh. Er glaubte fest, daß er keine Feinde hätte; einige Tage vor seiner Ermordung sprach er von seinem Plan, nach Deutschland zurückzukehren l Theodor Lessing hinterließ unS ein Werk, da» in etwa zwanzig Bänden: Gedichte, Dramen, Lustspiele, Novellen, Kritiken, für Kunst, Literatur und Theater enthält. Dazu kommen seine philosophischen, historischen und soziologischen Werke, von denen„Europa und Asien",„Geschichte al» I Sinngebung des Sinnlosen",„Philosophie al» Tat" die wichtigsten sind. Er, der von feinster und höchster Geistigkeit war, warnte vor deren Uebcr- spihung, wies nach, daß die Ucbcrwcrtung der Jntellektualität zur Bestialität führen müsie, zeigte, wie ein Leben ohne Seele, Güte, Gerechtigkeit zum Krieg und nach dem Krieg in eine allgemeine Barbarei führen muß. Er stammte an» Hannover, wo er am 8. Feber 1872 geboren wurde. In dem Fiebertaumel der Gründerjahre ivuchs er auf. Lessing stMerte damals Medizin und Philosophie, war als Zwanzigjähriger Assistenzarzt in Bonn rind München, um die Jahrhundertwende Lehrer, später Dozent und Professor in Hannover, absolvierte den Kriegsdienst als Arzt, wurde in der Hindenburgrepublik zur Aufgabe seines Lehramts gezivungen als Jude, Pazifist und Sozialist, flüchtete beim Ausbruch des Dritten Reiches und ivurde am 30. August 1033 von dem nationalsozialistischen' Wilddieb Eckert in Marienbad erschossen. Jahre vorher hatte man gegen ihn gehetzt, in„Juden sehen Dich an": Theodor Lessing, Professor in Hannover, hetzte gegen da» Deutschtum. Schrieb u. a. eine lügenhafte Schändung Schopenhauers, Wagner» und Nietzsche». Wurde auf Druck der deutschen Jugend entfernt, worauf ihm das sozdem. Kultusministerium einen„Studienauftrag" gab. Lügner und Hetzer im Hintergrund.(Ungehängt!) 1 Viele von seinen Büchern sind vergriffen, verbrannt, eingestampft. In den vierzig Jahren seiner publizistischen Tätigkeit hat er ein Werk geschaffen, das in allen Schattierungen glänzt. So gab es auch viele Stücke darin, die heute überholt sind; besonders in seinen Frühwerken, die mancherlei Stilformen zeigen. Auch in diesem Zusammenhang das typische Beispiel einer Vor- kriegsgeneration, die sich erst lange suchen muß, ehe sie sich findet. Lessing fand sich selbst erst im Krieg. Daß er ihn durchhielt, daß er nicht in jener„Stimmung von Schmerz, Scham und tiefem Menschenckel" unterging, sondern, wie er 1014 im Vorwort zu„Europa und Asien" schrieb, zu jener„kleinen Schar Einsamer und Unzeitgemäßer" stieß in jenem Augenblick, wo Europa» Menschen am großen Flammenrausch des Vaterlandes zu Verzückungen politischen Machtwillens entbrannten." Der Flammenrausch des Vaterlandes,— zwanzig Jahre vor dem Reichstagsbrand prophetisch vorausgesehen. In fünfzig Kapiteln jene» gigantischen Werkes>,Europa und Asien" gestal« te«, in welchen viel Wesentliches gesagt ist, wa» zu unserer Zeit und Welt zu sagen ist,— darunter jene berühmte Geschichte des Judentum» auf 37 Seiten, die wohl das wesentlichste gibt, was zu diesem Kapitel überhaupt zu sagen ist. Dieses Buch heute wieder zu lesen, ist ein Erlebnis. Man gerät aus dem Zustand der Erschütterung nicht heraus. Hier wird einem alle» klar, was kommen mußte, wie eS kommen mußte. Ein Buch, das unsere Feinde lesen sollten, bevor sie ihr Schicksal ereilt. 4 F. G. с n r h 8 6 e G i 1 7 G t t : ent rf t. te 1, EES m int b, t= 76 16 t t 0= es 13 r's 113 St. ſt. es tc. or Mr. 208 Dienstag, 30. August 1938 Eine zeltgemäße Erinnerung Vor 125 Jahren schlug man die Schlacht bel Kulm Der Feldzug Napoleons gegen Rußland hatte| tion selbst klar zu sein, denn Kleist glaubte sich von mit einer schweren Niederlage der Großen Ar- der Hauptarmee abgeschnitten und hielt sich für nice" geendet. Im Frühjahr 1813 wurden nach verloren. aintlichen Berichten eine Viertelmillion fremder Am nächsten Tage wegte die Schlacht hin Soldaten in russischer Erde verscharrt, die den und her, ohne daß es einem Teil gelang, entschei russischen Waffen und ihren furchtbaren Verbün- dende Erfolge zu erzielen. Erst als um die Mitdeten, dem Hunger und der Kälte zum Opfer ge- tagsstunde die Preußen vom Gebirge herabſtiegen, fallen waren. Preußen glaubte nun die Zeit ge- gerieten die Franzosen in die größte Verwirrung. femmen, sich von Frankreich lösen zu können und Es tam zu der einzigartigen Situation, daß sich trat durch den Vertrag von Stalisch an die Seite Breußen wie Franzosen, sich beide geschlagen Rußlands, Desterreich jedoch schwankte noch zwi glaubend, durch den Gegner durchzuschlagen ver ichen beiden Lagern. fuchten. Die Hoffnungen auf eine tiefgehende Schwäs Vei Tellniz, Nollendorf und Jungferndorf chung Frankreichs waren jedoch verfrüht. Napo- entstand nun in der letzten Phase der Schlacht das Icon verstärkte die Reste der Großen Armee durch fürchterlichste Gemesel. Schließlich vermischten neue Truppen und friegserfahrene spanische Regi- fich die Heere und strömten nebeneinander über menter und stand schon im April 1813 wieder in das Gebirge zurück. Steiner wußte, wer gesiegt Deutschland. Wenige Wochen später konnte er hatte; die Gegner nahmen sich abwechselnd gefanten Verbündeten bei Groß- Görschen und Bauzen zen und viele verstreute Soldaten verschiedener schivere Niederlagen zufügen und seine Gegner Nationalität schliefen in der folgenden Nacht vis hinter die Oder zurüddrängen; er bot ihnen Friedlich nebeneinander, da sie in dem Chaos eben jedoch selbst einen Waffenstillstand an, da er seine ede llebersicht verloren hatten. Rüstungen vervollkommnen wollte. Am 17. August erklärte Desterreich an Frankreich den Krieg und schon am 22. August über schritt die Hauptarmee der Verbündeten in vier Kolonnen das Erzgebirge, und wurde ein paar Tage später bei Dresden geschlagen. Während nun die etwa eine Viertelmillion Mann starte Böhmische Armee auf allen verfügbaren Straßen über das Erzgebirge zurückströmte, fanden im östlichsten Teil des Erzgebirges, bei Hellendorf und Bergnieshübel, Peterswald und Schönwald heftige Rückzugsgefechte zwischen den Truppen des Generalleutnants Vandamme und den Gardeund Linientruppen des Generals Barklay de Tolly statt, der außer 60.000 Russen auch 38.000 Preus ßen unter seinem Kommando hatte. Das waren die Heeresteile, die später in dem Gelände bei Kulm mit aller Wucht aufeinandertreffen sollten, Unabhängig von einander erkannten Napoleon und sein fähiger Unterführer Vandamme die aroße Bedeutung der Nollendorfer Paßstraße. Während sich Barklah de Tolly noch dagegen mehrte, stärkere Kräfte für die Verteidigung der Straße freizugeben, drängten die Franzosen un gestüm nach und wollten das Teplißer Tal vor dem Hauptteil der Böhmischen Armee erreichen, was deren Untergang bedeutet hätte. Dazu kam noch, bak nur ein Teil der Truppen des russischen Oberkommandierenden diese wichtige Straße deckte: den 37.000 Franzosen mit 82 Geschüßen standen ctwa 20.000 Preußen und Russen mit 66 GeSchüßen gegenüber. fen auch Am Morgen des 29. August stiegen die Rus= Friedrich der Zweite, nach ihm der Prinz von Braunschweig und im August 1813 Europas be deutendster Feldherr: Napoleon Bonavartel nichtet, das Schlachtfeld war mit 20.000 Toten Vandamme war gefangen, sein Korps verund Verwundeten bedeckt, das war das Fazit der noch viele hunderte Häuser in Flammen aufgegan zvei Schlachttage von Kulm. Daneben waren Jen, die Felder verwüstet; allein an Obstbäumen waren an 60.000 Stück vernichtet worden. Der Ouvertüre von Kulm folgte die Tragödie von Leipzig und schließlich das bittere Finale auf einer trostlosen atlantischen Insel. Seite 7 Man erhält für Kč 100 Reichsmark. Markmünzen 528.625.17.48 548.50 588.50 666.79.20 142.75 28.95 100 rumänische Lei. 100 polnische Bloty 100 ungarische Rengö 100 Schweizer Franken 100 französische Francs 1 englisches Pfund. 1 amerikanischer Dollar 100 italienische Lire. 100 holländische Gulden. 100 jugoslawische Dinare 100 Belgas 100 dänische Kronen 100 schwedische Kronen. 147.40 . 1587. 64.80 489.633.734.In den Wäldern und Bergschluchten Tagen bie Toten, oftmals viele Jahre lang, bevor sie iemand fand und einſcharrie. Die auf offenem Felde liegenden waren in Massengräbern bestat= tet worden, deren Lage heute niemand mehr kennt. Erzeugnisse von etwa 40 Firmen gezeigt. Weitere a lagen sie nun, Deutsche, Oesterreicher, Russen. Firmen ſtellen Papierwaren, Ansichtskarten, Franzosen, verklungen war der Schlachtruf„ Vive Photoalben, Papierbecher uſw. aus. le imperieur!", ausgeträumt der Traum eines napoleonischen Europas. Der Boykott Japans In den Vereinigten Staaten Zweiundzwanzig Jahre nach der Schlacht nahm man eine umfassende Sammlung der immer noch verstreut in Wäldern und Schluchten umher liegenden Gebeine vor und setzte sie in einem Massengrabe bei. An der Straße von Tepliz nach Peterswald ichen die großen Monumente und mahnen an das mörderische Ringen dieser Augusttage 1813... Wahnen? der Ausdruck ist wohl fehl am Platz, die Menschen haben ja schon die Opfer vergessen, die vor zwanzig Jahren fielen, sie denten faum mehr an den letthin vergangenen Krieg und bemühen sich eifrig, den künftigen Massengrävern reiche Fracht zu sichern. Derselbe Landstrich hatte schon unzählige male vorher das Blut fremder Soldaten getrunken, deren Heerführer den Ehrgeiz hatten, Böhnien, das Herz Europas, zu erobern. Biele von hnen waren nach anfänglichen Erfolgen in das and eingedrungen, aber schließlich hatten doch e Verteidiger gesiegt. Das nach Süden steil abfallende Gebirge war verhältnismäßig leicht zu überschreiten, doch drinnen im Land stand der Begner, der mit zäher Verbissenheit seinen Boden perteidigte. Und so strömte so manches ehemals tolze Heer, in geschlagene Haufen zersplittert, Und natürlich haben sie auch das vergessen, über das Gebirge zurück. daß ein Krieg, mag er wie immer ausgehen, eine Der Griff nach Böhmen miglingt! Dies er- verwiistete, zerstörte Heimat zurüdläßt. fuhren nach den meißnischen Fürsten sogar Martin GrilY. Volkswirtschaft und Sozialpolitik Der Handel mit den mitteleuropäischen Staaten ivir entnehmen: ( IGB) Im Herbst des vergangenen Jahres Hat der Vorstand des Internationalen Gewerks schaftsbundes( IGB) alle Kopf- und Handarbeiter in Stadt und Land aufgefordert, sich entschie den gegen den unerhörten Angriff Japans auf China zu wenden und in wirkungsvollster und tatTräftigster Weise dem chinesischen Volk, das das Opfer dieses imperialiſtiſchen Angriffs geworden ist, ihre Sympathie und Solidarität zum Aus druck zu bringen". Unter den Maßnahmen führte der Vorstand des IGB auch den Boykott aller japanischen Waren auf, der solange durchgeführt werden soll, als die japanischen Imperialisten und Militaristen Gebiete der chinesischen Republik bejetzt halten". Einen besonders günstigen Widerhall haben diese Aufforderungen in den Vereinigten Staa ten gefunden. Die von der amerikanischen Ges werkschaftsbewegung auf breitester Grundlage eingeleitete Aftion für den Boytott japanischer Waren, die unterstützt wird durch die Abscheu des ganzen amerikanischen Volkes gegenüber den Grausamkeiten der Japaner in China, ist äußerst erfolgreich: In den ersten fünf Monaten dieses Jahres sind die Importe aus Japan im Vergleich zum gleichen Zeitabschnitt des Vorjahres von 92 Millionen auf 47 Millionen zurückgegangen. Selbst ausgesprochen billige Waren, die sonst in Beiten wirtschaftlichen Rückganges in erhöhtem Maße eingeführt werden, werden vom Boykott betroffen, so insbesonders billige Konserven und elektrische Artikel( Glühbirnen usw.). Am geringsten ist der Rückgang bei Rohseide( deren VerarPreis der Rohstoffe). Der Import von Spielwaren ist auf ein Drittel gesunken; auch die Einfuhr von Baumwollartikeln ist starf zurückgegangen( wobei allerdings die Deckung des Heeresbedarfes von Japan mitspielte). enennah- Desterreichs vereinschluß halten sollen. Wan spricht aber die Hoffnung aus, beitungskosten in USA achtmal höher sind als der men bei Arbesau und später bei Kulm Stellung, mußten jedoch vor dem Ansturm der Franzosen and dieſe Stellingen räumen und sich gegen PrieDer russische General Ostermann, der Kommandant dieſer Seeresgruppe, hielt sich für außerstande, mit seinen seit einer Woche marschie renden und fämpfenden Soldaten den Vormarsch der Franzosen aufzuhalten, hinter denen er die Hauptmacht Napoleons vermutete, und wollte sich bis hinter die Eger zurückziehen. Da erfuhr er, daß in diesem Falle der Hauptteil der Böhmischen Armee, bei der noch Kaiser Alexander weilte, verloren sein würde und er entschloß sich, den aussichtslos scheinenden Kampf aufzunehmen. Verhandlungen mit Norwegen meist für Musterzwecke und für das deutsche Kontingent cingetauft. Man rechnet damit, daß bis zum heutigen Tage rund 2000 Zollzentner ver Presburg. Bei der Eröffnung der 18. inter fauft wurden. Da noch nicht genug versandbereite nationalen Donaumesse in Preßburg hielt Hans Ware vorliegt, fonnte sich das Geschäft noch nicht delsminister Mlčoch eine Ansprache, in welcher er vell entfalten. Nach Berichten aus Fachkreisen u. a. eine Darstellung unserer Handelsbeziehun- hat sich die Politik auch im Erportgeschäft eingen zu den mitteleuropäischen Staaten gab, der genistet. Die reichsdeutschen Einkäufer erhielten ein Verzeichnis der Züchter und Erporteure, die Wenn auch bei den handelspolitischen Ver- beim Einkauf von deutscher Seite den Vorzug er bei handlungen Ende daß dieser Umschwung im Erport nach Deutschland dieses Jahres zu feinen wesentlicheren Aenderun feine ungünstige Wirkung auf die nicht bevorzug gen in den Handelsbeziehungen zwischen dem ehesten Züchter und Exporteure haben werde, weil maligen Deſterreich und uns kommen solle, ſo ſei das übrige Ausland jenen Firmen den Vorzug doch ein gewisser Rüdgang dieser Beziehungen zu geben wird, die nicht mit der SdP sympathisieren. beobachten. Als Ausdruck des beiderseitigen Be- Außerdem wird die Ausfuhr nach Deutschland mühens um eine Vertiefung der ungarisch- tiche- heuer wesentlich niedriger als in den Vorjahren choslowakischen Handelsbeziehungen würdigt der sein. Im allgemeinen werden die ExportaussichMinister das Abkommen vom Dezember 1987, ten günstig beurteilt, da es im Ausland keine durch welches das Handelsvolumen wesentlich er- Vorräte an Qualitätshopfen gibt. Außerdem nahm weitert wurde und das sich auch in der Organiſie während der letzten Jahre die Weltbiererzeugung rung des Besuches tschechoslowakischer Bäder durch eine günstige Entwicklung und steht mit sieben ungarische Angehörige bewährt hat, wobei auch Prozent über dem Stand vom Jahre 1929. der tschechoslowatisch ungarische Zahlungsverkehr durch ein Sonderabkommen geregelt wurde. In der gleichen Tendenz sei auch die handelspolitische Sonferenz mit Ungarn vom Juli 1938 in Budavest gehalten gewesen, wobei alles aus dem Wege delegation mit F. Oberthor an der Spize, iſt in geräumt wurde, was zu Verzögerungen im Han Oslo eingetroffen. Sie wurde dort von Vertre delsverkehr führen fonnte. Sowohl die handels- tern der norwegischen Kaufmannsorganisationen politische als auch die internationalpolitische uns und im Namen des Handelsministers Madsen garisch tschechoslowakische An herzlichst begrüßt. Handelskammer- Vizepräsident näherung fönne als hoffnungsvoll Oberthor erklärte Pressevertretern gegenüber, daß Aussichten auf eine Entfaltung des Handels zwiIn den Mittagsstunden kam es im Raume angesehen werden. bei Straden und Prieſten zu schwersten Kämpfen. Im Handelsverkehr der Staaten der Kleischen Norwegen und der Tschechoslowakei bestehen. Die Franzosen bemühten sich, unmittelbar amnen Entente untereinander spiele der WirtRande des Gebirges vorzudringen und stürmten schaftsrat der Kleinen Entente eine hervorragende unter schweren Verlusten die russischen Stellun gen bei Straden und Priesten, das im Laufe des Nachmittages noch fünfmal den Besitzer wechselte. Die schwersten Kämpfe fanden bei der am Fuße bes Gebirges liegenden Juchtenkapelle ſtatt und bei der Klöckermühle, die am nächsten Tage mit zahlreichen Verwundeten verbrannte. Dort türmten sich die Opfer zu Bergen. Den verhältnisDer Minister verwies auf die Schwierigkeimäßig schmalen Raum deckten bei Einbruch der ten einer Umorientierung des an Nacht etwa zehntausend Tote und Verwundete. dels als Folge der radikalen politischen und Ein großer Teil der besten russischen Garden wirtschaftlichen Umstürze und gab der Ueberzeuwar gefallen. Verzweifelt sahen die Kommandan- gung Ausdruck, daß es unserer Wirtschaft bei der ten der Verbündeten schon eine vernichtende Nie Anspannung aller ihrer Kräfte gelingen werde, derlage voraus und im Schlosse zu Kulm trant auch in diesem Falle erfolgreich zu bestehen. Vandamme auf den kommenden Sieg:" Morgen, meine Herren, dinieren wir in Prag!" Erst jetzt erkannte man im Hauptquartier zu Tepliß die schwere Gefahr, die von dem Korps Vandammes her drohte und der preußische König bemühte sich, dem wankenden rechten Flügel Verhärtungen zukommen zu lassen. Der österreichi sche Kaiser Franz aber verlegte sein Hauptquartier vorsorglich nach Laun. Rolle. Der Abschluß eines Vertrages mit BuIgarien habe im letzten Jahre bereits zu einer gewissen Normalisierung des Handels- und Zahlungsverkehres geführt und der Warenaustausch mit diesem Lande werde sich auch in Zukunft günstig entwideln. Oslo.( TB) Die tschechoslowakische HandelsEnglische Einkäufe in der Tschechoslowakei Der Vorsitzende der britischen Bergarbeitergewerkschaft, Ebby Edwards, wird, wie der„ Dailyh Herald" meldet, an dem diesjährigen englischen Gewerkschaftskongreß nicht teilnehmen. Er reist nach Kanada, wo er als Delegierter der britischen Gewerkschaften an dem kanadischen Gewerkschaftsfongreß teilnehmen wird. Edwards wird sich dann nach den Vereinigten Staaten begeben, um die Bergiverte im Pittsburger Revier zu besichtigen und John Lewis, den Vorsitzenden der Vereinig ten Bergarbeiter von Amerika und Führer der C.3.0.- Gewerkschaften, in Washington besuchen. Aus aller Welt babon Wenn man ein U- Boot pfänden will... Der Gerichtsvollzieher von Montreal hatte eine einzigartige Aufgabe durchzuführen: er sollte ein U- Boot pfänden. Es gehört einem Kapitän Christensen, der es aus alten Marinebeständen faufte. Christensen ist geschieden, zahlt die Alimente nicht und Mrs. ChriWie Mme. Tabouis im„ Deuvre" berichtet, stensen alarmierte die Gerichte, als das U- Boot im werden nach der Rückkehr M. Gwattins nach Brag Safen von Montreal lag. Als aber Stapitän Francis nun auch die Verhandlungen über die der Tsche Chriſtenſen den Gerichtsvollzieher nahen ſah, tat er oslowakei seitens England zu gewährende wirt- das einzige, was man mit dem U- Boot tun fann;. schaftliche Hilfe aufgenommen werden. England. ex tauchte einfach unter und schwamm unbehelligt werde vor allem größere Holzkäufe sowie den Einfauf verschiedener landwirtschaftlicher Produkte Run auf Valentinos Grab. In diesen Tagen in der Tschechoslowakei vornehmen, wodurch diese jährte sich zum zwölften Male der Todestag des wiederum in die Lage versetzt werden soll, ihren immer noch vergötterten Filmhelden Rudolf Valen= handelspolitischen Bindungen mit den Staaten der tino, der ein wundervolles Mausoleum auf dem beSeleinen Entente nachzukommen. In der englischen rühmten Friedhof bei Hollywood hat. Jedes Jahr Presse wiederum ist die Rede von der Schaffung fanden sich dort an seinem Todestage Frauen ein, einer tschechoslowakischen Exportbant unter eng die Blumen niederlegten. Diesmal waren es, offenlischer Kapitalsbeteiligung. Diese Bant soll unter bar weil durch die Wiederaufführung alter Balenbesonderer Berücksichtigung der im sudetendeutschen tino- Filme die Begeisterung von neuem gewedt worIm Grunde genommen aber hatte VanGebiete befindlichen Industrie gegründet werden, den war, tausende von Frauen, die in den Friedhof damme die Schlacht schon verloren. So ausge „ Česté Slovo" schreibt über die Lage im d. H. sie soll vor allem deren Erzeugnisse im Aus- eindrangen, so daß dieser geschlossen werden mußte. Acichnet der strategische Plan gewesen war, die Fast alle trugen Trauerkleidung, und sie mußten stundenlang warten, um an das Mausoleum heranfüdlichen Talausgänge des Gebirges zu besetzen Hopfenbaugebiet: 3m Saager Gebiet ist die Hop- land abzusetzen helfen. und die auf elenden Wegen sich abmühenden Ab- fenpflücke in vollem Gange, ist aber von häufizukommen und ihre Blumen niederzulegen. Viele Starke Beteiligung der Papierteilungen des Gegners nacheinander zu vernich gen Regenfällen und fühlem Wetter begleitet. brachen in Weinen aus, und die Polizei mußte mehr Industrie auf der Prager Messe ten, am nächsten Tage war dieser Plan nicht Gegen das Vorjahr wird die Ernte bedeutend als zwanzig ohnmächtig gewordene Frauen abtransmehr durchführbar, denn die Situation hatte sich niedriger sein. Wie groß der Rüdgang sein wird, Brag. Zu den Gruppen der Prager Messe, portieren. Nicht genug damit, waren aus allen Teilen grundlegend geändert. Der größte Teil der läßt sich noch nicht genau festießen, weil die Hauptarmee hatte das Gebirge passieren können Pflücke langsam vorwärtsschreitet und erſt etwa die in letzter Zeit einen starten Ausstellerauftrieb der Welt, insbesondere von den verschiedenen weibund bereitete sich nun im Teplißer Tallefsel zum ein Viertel aller Hopfengärten abgepflückt ist. Ein erfahren haben, gehört auch die Papierindustrie. lichen Valentino- Vereinen, Kranzspenden gekommen, Stampfe vor, starte österreichische Formationen be- Mangel an Hopfenpflüdern macht sich vor allem Im dritten Stock des Messepalastes haben 17 der die sich zu einem richtigen Hügel häuften. Sogar gannen die Franzosen von Süden und Südosten dort bemerkbar, wo über die tschechischen Pflüt größten heimischen Fabriten ihre Stände, in denen eine Frau aus Salzburg hatte einen großen zu umfassen, im Gebirge strebte ein preußisches fer ein Boykott verhängt worden ist. Zu den er alle Papier- und Papparten vorgeführt werden. geschickt. Abends fanden in den großen Hotels von Storps unter Freiherrn von Kleist dem Nollendor- sten Verkäufen von neuem Saazer Hopfen kam es im vierten Stock iſt die repräsentative Groß- Los Angeles zahlreiche Trauerbankette statt, deren fer Passe zu und bedrohte das napoleonische Korps Montag zu Preisen von 850 bis 900 Kč. Diese expedition des tschechoslowalischen Papierkartells Teilnehmer ebenfalls fast ausschließlich Frauen und such von Norden, ohne sich aber über die Situa- Preise stiegen bald auf 1000 Kč. Es wurde zu untergebracht; in dieser Kollektivschau werden die junge Mädchen waren. Fehlgeschlagene Hoffnungen der SdP im Hopfenbaugebiet en Krans Scite 8 Prager Zeitung Wissenswertes in und über Prag Wieviel Waffer trinkt ein Prager? Auch das hat eine Statistit bereits ausgerechnet: 85 Liter Trinkwasser täglich verbraucht ein Einwohner in Brag. Der Wasserverbrauch ist in Prag während der legien Jahre wesentlich gestiegen, u. 3v. 3.6 W i I Lionen Stubifmeter, also fast 3 ehn Prozent gegenüber 1935. Der Großteil der Wasserzufuhr wird für öffentliche Zwede verwendet. Durchschnitt lich errechnere man 120 Liter Tagesverbrauch pro Berson, davon 85 Liter Trinkwasser. Wesentliche Differenzen treten nur bei Witterungsumfchwung ein. Im vorigen Jahr erreichte das Marimum des Jahres an einem Tag 163.331 Kubikmeter, das Mis nimum 79.975, also eine Differenz von hundert Prozent. Die Technologisch volkswirtschaftliche Bücherei in Prag I, Staroměstské náměstí 16( Kinsky- Palais, zweiter Hof), wird am 1. September der Deffent lichkeit wieder zugänglich gemacht. Die Bücherei enthält 120.000 Bände Fachliteratur und 360 in- und ausländische Fachzeitschriften. Der Besuch dieser technologischen Bücherei ist kostenlos und die Loka litäten täglich( außer Sonntag und Feiertagen) von 15 bis 19 Uhr geöffnet. Brags 910 Neubauten im Jahre 1937 sind ein Beweis der regen Bautätigkeit in unserer Hauptstadt. Nur 67 von den 910 Neubauten waren zweis stödig gebaut, 129 Bauten sind dreistödig, 123 äuser sind vierstödig, 51 sind fünfstödig, 28 tragen sechs Stodwerte. Ausbau der Hochschulen. In Vorbereitung sind: Ein Neubau eines tierärztlichen Pavillons an der landwirtschaftlichen und Forsthochschule in Prag, so= wie eines Glashauses für das botanische Institut dieser Hochschule, der Bau eines Instituts für sphä rische Astronomie an der Hochschule für Spezialwissenschaft in Prag, der Bau des dritten und vierten Gebäudes der technischen Hochschule in Prag mit einer Anstalt für Sport und Körperausbildung. Anfauf von Grundstücken für die deutsche technische Hochschule in Prag. Hoch im Bogen..." schoß das Wasser eines Wasserrohrbruchs in der Bräuhausgasse( Smichov), überschwemmte die Straßen, riß das Pflaster auf, drang in den Keller und die Souterrainwohnung eines Hauses und wäre auch anderen Bauten gefährlich geworden, wenn nicht die Feuerwehr, ausgerüftet mit Motorpumpen, sofort in Aftion getreten wäre. Bom Trittbrett eines Laftgutwagens fiel der 37jährige Bugsbegleiter Josef Stanet aus Jirkau, als jich der Zug in Dejvice in Bewegung jeẞzte. Da er den Verlegungen erlegen ist, konnte die Ursache des Unfalls nicht ermittelt werden. Eine Tote im Brunnen. In Michle Nr. 129 fand man im Brunnen die 69jährige Marie Vilová aus, Michle 608. Die Ermittlungen ergaben, daß die Frau S. Selbstmord verübte. Achtung bei Radio- Gelegenheitsfäufen. In einer ,, Sosialbemokrat" des heurigen Jahres von 82 eingeführten Filmen drei reichsdeutschen Ursprungs. Auf dem Gebiete des Theaters ist die Erporibilang noch passiver. Seit März 1933 wurden nur drei Theaterſtüde von Autoren des neuen Regimes in anderssprachigen Theatern des Auslandes untergebracht und zwar nur in Italien, Ungarn und Südamerika. Spielplan des Deutschen Theaters. Donnerstag, 1. September, 19.30 Uhr: Cyrano von Bergerac"( neuinszeniert). Freitag, 20 1hr, im Waldsteingarten:„ Gärtnerin aus Liebe"( bei Regen im Deutschen Theater). Samstag, 20 thr: Salome"( neuinszeniert). Sonntag, 19.30 Uhr: " Die Kameliendame". Spielplan der Kleinen Bühne. Donnerstag, Messepalast: 2.- 11. Sept. 1938. überspielten sie durch ihre Schnelligkeit ihre Gegner des öfteren und nur bie die Schußunsicherheit ihrer Stürmer und die sichere Abwehr des Prager Tormannes ließen es bei dem knappen Sieg der Heimis schen bewenden, der erst in der letzten Minute durch eine Soloattion zustande kam. In Belgrad gewann eine andere Prager Städtemannschaft wohl auch verdient, aber ebenso tnapp mit 1: 0( 1: 0). In beiden Teams waren die Angriffsformationen im Schießen die schwachen Teile. Nach dem 2: 1- Erfolg des sogenannten Nachwuchsteams in Kaunas über Litauen folgte am Sonntag in Riga eine Niederlage von 2: 1( 1: 0) durch Lettland. Der Sturm der Tschechoslowafen vermochte sich trotz des guten Feldspiels vor dem Tore des Gegners infolge Schußunsicherheit nicht durchzuseßen. Die Letten boten eine gute Gesamtleistung und haben ihren Erfolg verdient errungen. DFV- ,, Meisterschaft" Die fonntägigen Spiele ergaben die erwar 1. September, 19.30 Uhr: Glitterwochen"( Erst- telen" Ergebnisse, welche dann ein ausgeglichenes" aufführung). Freitag, 20" Uhr:„ Flitterwochen". Bild der Spielstärke" der gleichgeschalteten DFVSamstag, 19.30 Uhr:„ Hotel Sylvia Dunn" Meisterschaft aufzeigen sollen. Ehemalige Divisions( Erstaufführung).- Sonntag, 20 Uhr:" Hotel flubs werden von„ Erstklassigen" geschlagen oder fonnten nur bemerkenswert" fnappe Resultate erSylvia Dunn". zielen. Diese Selbstgefälligkeit und Selbstbefriedi gung wird aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß Diese„ Meisterschaft" eines Tages genau so vor die Hunde gehen wird, wie schon so viele derartige Erperimente vorher. Die Besucherziffern werden jetzt nach berühmten Rezepten nach oben abgerundet sie bleiben trotzdem weit hinter den erhofften Er wartungen zurück und damit beweist die sportlich tätige„ Volfsgemeinschaft", daß sie nur dort in Erſcheinung tritt, wo es nichts loftet. Wenn fchon das Teßte Amtsblatt des DFV ein Viertel der Vereine als gesperrt erflärte, weil sie ihren finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen föns nen, jo läßt sich mit einiger Sicherheit für die Zufunft noch ein schlimmeres Kassa- Minus in dieser gleichgeschalteten DFV- Fußballerei ausrechnen. PRAGER MESSE der bevorzugte Einkaufsplatz Ausstellungsgelände ab 4. Sept. Sport- Spiel- Körperpflege Kejzlar- Memorial der DTJ- Leichtathleten In Pilsen wurden am Sonntag auf dem dortigen D- Stadion die leichtathletischen Mehrfämpfe Ses Mejzlar- Memorials zum zwölften Male durch geführt, an denen Wettkämpfer aus Brünn, Mähr.Ostrau, Kladno, Prag und Pilsen teilnahmen. Die technischen Ergebnisse: Zehntampf der Sportler: 1. Schuster ( Prag) 4825 Puntte, 2. Stevian( Brünn) 4381. S. Gerny( Pilsen) 4325, 4. Banášta( Brünn) 4032, 5. Sindler( Pilsen) 3951 Punkte. Die Einzelergebnisse des Siegers, der gleichzeitig die Meisterschaft des DTI- Verbandes gewann, sind folgende: 100 Meter: 11.6 Set, Hochsprung: 1.45 Meter, Stugel: 10.21 Meter, Weitsprung: 6.18 Meter, 400 Meter: 55 Sef., 110 Meter Hürden: 19.5 Set., Distus: 31.62 Meter, Stabhoch: 2.73 Meter, Speer: 39.91 Meter, 1500 Meter: 5: 16.6 Min. Fünfkampf der Jugendsportler: Dienstag, 30. Auguft 1938. Nr. 203 P Hana Vitová in dem Film ,, Unter einem Dach". Der Leichtathletik- Wettkampf Schweden gegen Deutschland in Stockholm endete mit dem Siege bon 108: 100 Punkten zugunsten der Naziſportler. Neuer Weltrekord in der Frauen- Leichtathletik. In London erzielte die Engländerin Olive Hall über 880 Yards in der Zeit von 2: 19.7 Min. eine neue Weltbeſtleiſtung. Bolen gewinnt den Mitropacup im Tennis. In Blin wurde die Tennisbegegnung Polen- Tschechos ilowafei im Mitropacup ausgetragen. Sie endete 3: 8, welches Ergebnis den Polen genügte, um als Gesamtsieger aus der Konkurrenz hervorzugehen. Das Tennisturnier der drei Städte Bukarest, Brünn und Preßburg in Znaim endete mit dem Siege der Butarester, die gegen Presburg mit 6: 0 und gegen Brünn mit 3: 2 gewannen, während Brünn gegen Preßburg mit 5: 0 erfolgreich blieb. Der Teplißer FK hat am Sonntag daheim fein Spiel mit einem Erzgebirgsverein mit Ach und Kraa sozusagen gewonnen. Von der ehemaligen Mannschaft sind heute nur noch Schaffer und Maier tätig, zu denen sich Fischer von SpVg Bodenbach gefellte. Stugler soll nach Starlsbad abwandern. Sonst besteht die neue Elf fast aus Jugendspielern. In Warnsdorf trat der Rumburger D in Erwartung einer hohen Niederlage absichtlich verspätet an, so daß in der Meisterschaft nur eine 3: 0- Niederlage zu verzeichnen ist und das Torkonto nicht so überlastet wird, wie das nachfolgende Spiel es mit sich brachte. Trids, um sich gegen den mächtig gerüsteten Großen ehrenvoll" aus der Affäre gezogen zu haben. Der neue Verbandsmeister DFE Graslih bezog von Die Straßenmeisterschaft des Deutschen Rad. dem heuer gewiß nicht mehr beachtenswerten Karlsdie natürlich„ fensa- fahrerverbandes der Tschechoslowakei über 100 Stilobader FK eine Niederlage tionell" wirft. Ulm Reflame ist jedenfalls die gleich- meter wurde bei Sarlsbad ausgefahren und von geschaltete Presse nicht verlegen, aber sie vermag Schwab( Drahowit) in 3:01:33 Std. gewonnen. froßdem die Dürftigkeit des DFV- Fußballs nicht mehr zu verschleiern. Lilly Groß, Pilsen, Nám. Republiky 28, unterNun die„ bemerkenswertesten" Ergebnisse: Im Schwimmkampf Frankreich- Deutschland in Paris blieben die Vertreter des Dritten Reiches mit 32:22 Punkten, durch die Ueberlegenheit ihrer Schwimmerinnen, erfolgreich. N ni 201 bi dj 28 ft 11 528 1 1. Jual( Bilien) 2671 Buntte, 2. Tengler( Biljen) We it gau: Karisbader& gegen DIE Gras- richiet wieder ab 1. September 1938 tschechisch, 2627, 8. Warfa( Bilsen) 2524, 1. Soukup( Stladno) Tik 1: 0( 1: 0), Sportbrüder Asch gegen Sparta franzöſiſch, deutſch, einzeln und in Cerceln. 2422, 5. Cimunet( Prag) 2322 Puntte. Die Karlsbad 2:10, Sportbrüder Eger gegen DSV Asch in the meter: 11.0 Cef, Jugel: 121 gifter, or ſt a a u: Teplizer fist gegen Den Schmiedeberg 2: 1( 1: 1), Restauration wurde ein Radioaparat Telefunken- find: 100 Meter: 11.6 Sef., Stugel: 12.55 Meter, Arie" im Werte von 2750.- Kč entwendet. Detel- Weitsprung: 6.34 Meter, Speer: 38.79 Meter, 1000 tive fanden diesen Apparat in der Wohnung eines Meter: 3: 23.3 Min. Mechanifers in Břevnov. Sie beschlagnahmten den Den Dreifampf der AlterssportApparat und übergaben ihn dem ursprünglichen Beer gewann Brož( Pilsen) mit 1138 Bunften vor jizer. Der Mechanifer gab an, den Apparat von Stovanda( Prag) mit 1053 und Brožit( Pilsen) einem Unbekannten gefauft zu haben. Bis zur Klar- mit 871 Bunften. stellung, ob seine Angaben stimmen, wurde er in Haft belassen. Der Hörspielwettbewerb, der mit Preisen im Betrage von 20.000 Kč von der Firma Philips A.-G. für den Schulrundfunt ausgeschrieben wurde, endet unwiderruflich am 30. September. Die mit Preisen ausgezeichneten Hörspiele bleiben völliges Eigentum ihrer Verfasser, die sie dem Radiojournal zum Kaufe anbieten oder sonst frei darüber verfügen können. Die Wettbewerbsbedingungen sind auf Verlangen von der Direktion der Fa. Philips, Prag II., Starlovo nám. 8, zu erhalten. Der Straßenlauf über zehn Stilo meter endete mit dem Siege Sarafiats( Prag) in 35: 08.8 Min., gefolgt von Pijalet( Prag) in 35:15, Ranner( Pilsen) in 35:41 und Slár( Brag) in 36:04 Min. An diesem Lauf beteiligte sich auch der 58jährige Franz Klir, welcher damit bisher alle zwölf Veranstaltungen des Kejziar- Memorials absolvierte, und erzielte eine Zeit von 49:03 Min. Das Jubiläums Wolleyballturnier der DTJ Žižkov anläßlich des 40jährigen Bestandes war von 17 Mannschaften beschickt und wurde bei den Männern von Bodol, bei den Frauen und Böglingen von 108 Bizfov gewonnen. Aenderungen in der Regulierung von Vršovice, Strašnice und Záběhlice. Beginnend mit dem 2. September 1938 legt die staatliche Regulierungsfommission für die Zeit von vier Wochen, das ist bis 29. September 1938 einschließlich, die Entwürfe für die Aenderungen und Ergänzungen der Regulierung von Prag XIII, Vršovice, Strašnice und Záběh lice, und Prag XIV- Michle nördlich der Strede Brag- Benešov zur öffentlichen Einsichtnahme in ihrer Stanzlei in Prag I, neues Rathaus, dritter Stod, auf. Dreimal gegen Jugoslawien erfolgreich Das Nachwuchsteam in Lettland geschlagen geschlagen gegen Schwalbe Brür 8: 1, DSN Weipert gegen Sportbrüder Setteng 8: 4( 4: 4), DR Bilin gegen DEV Saaz 3: 5( 1: 4), SpVg Bodenbach gegen DEV Leitmeris 3: 4( 0: 2), D Auffig gegen Wader Bünauburg 6: 0, DEV Mariaschein- Rosenthal gegen Sportbrüder Schreckenstein 4: 0. Nordgau: Warnsdorfer F gegen De Rumburg 11: 0, BSK Gablonz gegen DSV Trautenau 3: 2( 0: 1), or tuna Gabions gegen DSK Gablong 4: 0, Reichenberger Se gegen S Röchlig 3: 2, Amateure Rofenthal gegen DF Reichenberg 3: 2. -Nordost gau: Sh währ.- Schönberg gegen TSV Sternberg 2: 3, DE Freiwaldau gegen Jägerndorfer SV 3: 6, CDT Krawarn gegen DEV Witkowitz 3: 5. Vereinsnachrichten ATUS UNION PRAG Turner und Turnerinnen, Achtung! Die regelmäßigen Turnabende auf der Beginsel haben begonnen. Turner: Dienstag und Freitag von 19 bis 21 Uhr: Turnerinnen: Montag und Donnerstag von 19 bis 21 Uhr. Freitag, den 2. September, ist nach dem Turnen technische Sibung. Kinderfreunde DFV Obmann Friedl gibt es schon billiger? Wie gemeldet wird, soll in Auſſig in der vergangenen Woche eine Zuſammenkunft des CſAF- Vorjizenden Prof. Pelikan mit den DFV- Funktionären Fried! und Dr. Schmieder stattgefunden haben. Weiter wird bekannt, daß der DFV- Obmann Friedl von sprechung im Parteiheim. feinem aggressiven Standpunkt gegenüber der GRAF abzurüden bereit sein soll und nun ein Kompromis durch versöhnliche Anträge auf der CSAF- Tagung ers Junghelfer am Mittwoch halb 18 Uhr: Wezielen möchte da anscheinend jene Hilfe, von der Filme in Prager Lichtspielhäusern eine Prager Zeitung vor furzem in geheimnisvollen Andeutungen sprach, ebenfalls nicht so gewiß ist wie all die„ Tage", von denen so viel geflüſtert wird... Faye. A.- Alfa:„ Marco Polo.“ Gary Cooper. A. Adria:„ Der unbekannte Troubadour." Alice Morris. A.In Agram gelangte am Sonntag der Vertandstampf Tschechoslowakei gegen JugoDer Vorstand der Deutschen Schiedsrichterverla mien zum Austrag, den die Tschechoslowafen Apollo: Taranfanowa." Pierre R. Willim. A. mit 3: 1( 2: 0) gewannen. Dant dem vom Regen cinigung hielt in Karlsbad eine Sißung ab und be- Vernay. Fr.- Avion: Fräulein Mama." Ferbas. aufgeweichten und schweren Boden setzte sich die bes- schloß u. a., den Schiedsrichter Kratochwil( Mähr.- Tsch.- Bajtal: Ihr erster Ball." Fr.- Beranet: Ausflugszüge der Staatsbahnen. Vom 3. bis 11. September Fahrt in die Beskiden( Madhost schen Spieler besser durch, von denen wiederum Vican Jahr zu sperren. Weiter wurden Richtlinien ausge- énig: Die baltischen Matrosen." Russ. Flora: ere eit und Standjesiteit ber tichechoslowati Oftran) wegen unſportlichen Rechten auf ein bin verliebt." Grace Moore, C. Grant. A. und Velký Polom) 510.- Kč, in die Hohe Tatra durch seine Uebersicht und Taftit viel zum Erfolg arbeitet, unter welchen Bedingungen" deutsche Ich bin verliebt." A. 560,- Kč. Vom 3. bis 18. September Fahrt nach beitrug. Hollywood: Fräulein Karpathoru I and 750.- Kč. Am 4. Sep- stunde der beiden Spielzeiten für sich, waren aber tönnen.... ug. Die Jugoſlawen hatten je eine Viertel- Liga- Schiedsrichter für die CAF wieder tätig sein Mama." Tich.- Hvězda:„ Tarzans Nache." Glenn tember eintägige wahrt nach St ár a nice zum durch die Bodenverhältnisse in ihrer Spielweise start Julis:„ Tarafanowa." Fr. Sonstige Fußballergebnisse. Vilsen: Vittoria ma: Journale, Grotesken, Reportagen. Abschuß von Rebhühnern und Wildenten 120.-Kč. Eehindert. Die Tore der Tschechoslowaken erzielten gegen DFC Prag 3: 1( 2: 1).- Třinec: Sibenice Journale, Grotesken, Reportagen. Anmeldungen und Informationen im Basar neben Bradač, Bican und Senecky, das der Jugoslawen Brünn gegen Eisenwerfe 5: 0. Preßburg: große 3llusion." Strohheim. Fr.-D. dem Wilsonbahnhofe, Tel. 383-35. schoß Sipos. CES gegen S Nusle 7: 1.- Budapest: Ferenc cerna: Goldivhn Follies." Farbenfilm. A. Das auf dem Prager Spartaplate stattgefun- varos gegen Zuglo 8: 1, Hungaria gegen Bocstai 4: 1, Metro: Serrin der Dschungel." D. Lamour. A. dene Städtespiel Prag gegen gram brachte liveſt gegen Tari 4: 2.— Wien: Admira gegen Baffage:„ Goldwyn Follies." A. Praha:„ Der einen fnappen Sieg von 3: 2( 2: 1) für die Seimi- Vienna 4: 1, Rapid gegen Amateure Stehr 8: 2 ab- schwarze Korsar." It. Radio:„ Die Frau im Ge ichen. Die Prager Spieler zeigten nur in der ersten gebrochen, Austria gegen Grazer AC 3: 2, Sportklub heimdienst." L. Harvey. Engl. Staut: Gentles halben Stunde guten Fußball und als sie 2: 0 führten, gegen Wader 0: 0 abgebrochen. man- Spion." A. Světozor:„ Die baltischen Ma wurde ohne Interesse gespielt und waren am Schlusse trofen." Ruff. Die tschechoslowakische Fünftampf- Meisterschaft D. Belvedere: Husaren heraus!" L. Slezat. D. froh, daß doch noch ein Sieg zustandekam. Die Beletrhy: Verklungene Melodie." Stürmer( besonders das Innentrio) waren die der Franen gelangte in B.- Budweis zur Durchfüh= Beseda:„ Der geheimnisvolle. Herr Pitt." Harry Kunst und Wissen Die Passiv- Bilanz der deutschen Kultur- Ausfuhr -" -NineKoruna: Rotva:" Die Ln " schwächsten, im Half flappte es nur teilweise, die und wurde von der Sofol- Sportlerin Santarius Biel. D. Carlton: Feurige Küsse." Tino Rossi. Im Právo Lidu" ist eine Busanimenstellung Verteidigung hatte erst nach der Pause genügend Ar- rag- Smichow) mit 260 Punkten vor Neuser Fr. Gentleman- Spion." A. Lounre: harüber, t ausführt. So hat ist im besonderen der wenig befriedigende Erfolg zu Einzelleistungen der Siegerin: 100 Meter: 13.2 Ser., für 59 danken. Die Agramer hatten in der ersten Halbzeit Sugel: 10.27 Meter, Hochsprung: 1.43 Meter, WeitMeichsmart ausgeführt, im Jahre 1937 nicht viel zu bestellen und es sah nach einer aus- sprung: 5.01 Meter, Speer: 35.67 Meter. 7,2 Millionen RW, das iſt um 88 giebigen Niederlage ihrerſeits aus. Als aber nach Die Zehnkampf- Meisterschaft der Tschechoslowar weniger. Im Jahre 1932 wa- den zwei Toren die Agramer merkten, daß die Pra- fei wurde in Pardubiz durchgeführt. Es siegte veispielsweise von allen nach Polen ausgeführ- ger fich in dem Glauben eines sicheren Erfolges Fiedler( Sokol Jungbunzlau) mit 6588 vor Dolten Filmen 58 Prozent deutsch, in der ersten Hälfte wähnten, wurden sie lebendiger und nach der Pauſe tor Hrstka( SV Brünn) mit 5419 Punkten. Делиевь Zarif billigst berechnet. " Illusion: Der Geheimdiplomat." A. Ernte." P. Wessely. D. Spion." A.- Olympic:„ Batallion." Tich.—PeròMaceška:„ Gentleman tin:„ Ich bin verliebt." A. Rogy: Marietta." Martha Gagert, P. Sörbiger. D. Tatra: Graf von Monte Chrifto." A. U Vejvobu: Melodie der Welt 1986." A. Baldet: Marseillaise." Französisch. sbedingungen: Bei Ruſtellung in3saus oder bei Bezua durch die Poſt monatlich Kč 17. bierteljährig Kč 51.- halbjährig Kč 102,-. ganzjährig Kč 204.-- Juferate werden laus Rüditellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarten. Die Beitungsfrantatur wurde von der Post- u. Telcarapberdirektion mit Erlas Nr. 13.800. VII/ 1930 bewilligt.( Kontrollvoitamt Braba 25. Druderei:.Orbis". Drud. Berlags- u. 8eitunas- A- G. Praa to