Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erſcheint mit Ausnahme des Montag täglich früh/ Einzelpreis 75 Heller Redaktion u. Verwaltung: Prog XII., Fodova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlice: Redakteur: Karl Kern, reg 18. Jahrgang Mittwoch, 31. Auguſt 1938 Aus dem Inhalt: Kriegsfurcht in Deutsch- Oberschlesien Neue republikanische Erfolge in Estremadura Aus dem österreichischen Paradies Neue Industrieabwanderung Nr. 204 Vor der Entscheidung Das Verbrechen Kabinettsrat in London und Paris- SdP- Delegation bei Beneš ,, Der Nazismus verrechnet sich!" Einmütigkeit der englischen Presse der Kriegstreiber Kriegsgefahr und Kulturzerstörung stehen. Es gilt. die Schuldigen festzustellen. Das ist diesmal weit weniger schwer als es 1914 gewesen ist. In der deutokratischen Welt diesseits und jenseits des Atlantischen Ozeans wird es niemandem einfallen, zu glauben, daß die Tsche deflowakei das Deutsche Reich angreifen will, sondern umgekehrt sieht jeder die Gefahr, die für den Weltfrieden beſteht darin, daß Deutschland die Tschechoſlowakei überfallen will. Schon deute ist also die Kriegsschuld des Dritten Reiches feftfischen Deutschlands, die Situation herbeigeführt gestellt, und nicht nur das: die Schuld des fichi zu haben, in der wir uns befinden. In der ganzen Welt steht man unter dem Eindrud, daß die Lage Europas ſeit der Beendi Frag. Der außerordentliche Ernst der poli- müffe. Die Abhängigkeit Henleins von Berlin standen ist. Die Verantwortung für die Frage gung des großen Wolfermerdens im Jahre 1918 tiſchen Situation ist gefennzeichnet durch die liegt auf der Hand, und es ist nun die Frage. Krieg oder Frieden liegt bei der EDV: es ban- nie so tritisch gewesen ist wie heute. Alle Staats. politischen und militärischen Maßnahmen der ob die SdV in der von Henlein eingeschlagenen telt fich um die Verantwortung für das Sid. männer, die sich zu den Idealen der Demokratie Weſtmächte und der Vereinigten Staaten von Laftit der Verantwortungslosigkeit fortfahren fal des judetendeutschen Belfes und feines Sted. und der Humanitat bekennen, die das Glük der Amerifa. In London tagte am Dienstag das und in Befolgung der Berliner Aufträge einen lungsgebietes. Die Haltung der Westmachte und Wolfer im Fortſchritt der Kultur ſeben, find raftKabinett. Von den 22 Mitgliedern der Regie ermiten Ronflift provozieren oder den Weg der der Sowjetunion läßt erkennen, daß der bis 1914 andernd miterlebt haben, vorzubeugen los tätig, der Wiederholung des Unbeils, das wir rung nahmen achtzehn an der Beratung teil, die Verständigung geben will. Die unverminderte von der SdV zur Schau getragene Zufionis und wir begen auch beute die fefte poffnung, daß mehr als drei Stunden dauerte. Es wurde aus. Deze der reichsdeutschen Vreſſe gegen dieTichece mus unberechtigt ist. So ſtark die Verſtändis gelingen wird, das furchtbare Unglud von der fchließlich über die tschechoslowakische Frage be- flowakei läßt nicht darauf schließen, daß Berlin gungsbereitschaft der tiecollematischen Regu Sulturmenschheit abzuwenden. raten, bzw. über die Absichten Deutschlands. An verständigungsbereit ist. Gleichzeitig aber la rung ist, fo groß ist die Bereitschaft aller Dems. Dennod gilt es schon beute, festzuſtellen. de: Sisung nahm auch der britiſche Botschafter die Bresse der Sdy erkennen, daß fie mit der fratien, die Souveränität der Tiedoſlowafiwer die Welt in einen solchen Zuſtand hineinges in Berlin, Henderson, teil, der die Kabinetts außerordentlich gefährlichen gege der national- fchen Republik gegen einen Angriff mit allen trieben hat, in dem wir bart am Abgrund der mitglieder über die Stimmung in Deutschland ſozialistischen Breſſezentrale vollkommen einvermochtpolitischen Witteln zu verteidigen. und über die Maßnahmen der nationalsozialiſti Shen Regierung unterrichtete und Instruktio nen für das weitere Vorgehen bekam. Gleichseitig tagte das Porifer Kabinett unter deut Vorsiz des Präsidenten der Republik. Es nahm einen Bericht Bonnets entgegen und billigte ein London. In der Bresse wird allgemein die! it, das Hebertreibung ein jomases mütig die vorgeſchlagenen Maßnahmen. Nid Ansicht ausgesprochen, daß die Zeit gekommen istift für die Weldungen, wie fie in der geringere Aufmerkſamkeit als die Kabinettsbera zu einer Darlegung des britischen Standpunktes. Stunden Breffe aufgezogen werden, indem die es tung erregen die großen Manöver der franzöfi- die leinen Zweifel bestehen laffen würde. Nur deutung von Streitigkeiten und Susammenitößen schen Armee an der Schweizer Grenze, deren„ Daily Mail" schreibt, daß die Regierung bereit ring waren und von denen einige fich überhaupt übertrieben wird, die ihrem Ursprung nas sehr gt Aufgabe es iſt, die Offenſivkraft des franzöfifein könnte, noch einige Tage zu warten, ehe fie nicht sugetragen haben. schen Heeres zu erproben. In Washington mit träftigen Worten ihren Standpunkt äußern fonferierte der Präfident der Vereinigten Staa- würde, und zwar deshalb, weil sie der deutschen Erläuterung der Politik Englands nicht heuten, die Gefahr eines neuerlichen Welt Wenn man die Schuldigen kennt, die fich ten von Amerifa, Roosevelt, mit dem Staats- Beschuldigung aus dem Wege geben will, daß fie London. Heber den britischen Standpunkt frieges atut zu machen, darf man auch Herrn fefretär für Aeußeres, Hull und mit MorgenHinsichtlich des fichechoslowakischen Problemes vers genlein und die Seinen nicht vergessen. Erst bieg thau, den amerikanischen Sondergesandten, det offentlicht das Neuter Büro folgenden Beef in der Flüſterpropaganda. Die von der Sy eben von einer Reise durch Europa zurückgefehti right: Das in Downing Street ausgegebene Kom ausgeht, die Sudetendeutsche Wariei werde ihr ift. Nicht minder wichtig ist die Tatsache, daß Henderson nach Berlin muniquee spricht von früheren Aktionen und von Siel obne Krieg erreichen. Deutschland werde die Sowjetunion einen halben Jahrgang zu den London. Der Premierminister Chamber. der fünftigen Politik der britischen Regierung. ebenso in Reichenberg, Terlik und Karlsbad ein Fahnen gerufen und Truppen an ſeiner West- lain hat sich nach der Beratung des Kabinetts Stellen darauf hingewiesen, daß die britische einmaraschiert ist. Seit dem 21. Mai aber mein In diesem Zusammenhange wird an maßgeblichen marschieren, wie es in Salzburg, Linz und Wien grenze maſſiert hat. Die Wichtigkeit dr zum König begeben, um ihm ausführlich Bericht Regierung alle Bemühungen die judetendeutsche Bevölkerung, wiſſen es ſelbſt Regierungsberatungen im Westen wird noch zu erstatten über die geplanten Maßnahmen der entfaltet habe, um eine friedliche de Anhanger der Sdy, daß die Tschechoslowakei terſtrichen durch die lebhafte diplomatiſche Täti3. Regierung. Gleichzeitig wird bekannt, daß der öfung des fepflomatif den nicht Defterreich iſt. Sie erzählen daher, daß es feit, die den ganzen Dienstag über in London und Varis zu beobachten war. So war der Ge englische Botschafter in Berlin, Henderson, Mitt- oblem berbeizuführen, in trop des Widerstandes der Tschechoslowakei für welchem Sinne auch Lord Runciman auf das deutsche Heer ein Leichtes sein werde, den fandte Maſaryk zweimal im Londoner Außenwoch nach Berlin fliegen und dort den Stand- beide Warteien in der Tschechoslowakei einzuwir- Spaziergang nach Prag zu unternehmen. Wir amt, ebenso nahm der amerikanische Botschafter punkt der britiſchen Regierung interpretieren ten bemüht ist. Die britiſche Regierung hoff: haben schon einmal eine solche hraje gehört. in London, Kennedy, Fühlung mit der engliſchen wird. Es verlautet, daß England noch einmal ständig und glaubt, daß Aussichtenbenämlich 1914, als die Herren in Wien von einem Regierung. Der Londoner Botschafter Frank den Versuch unternehmen wird, Hitler zur Ver- feben, daß aber alles von dem Umfang Spaziergang nach Belgrad sprachen. Es wurde ein reichs, Corbin, befindet sich mit Inſtruktionen ſtändigung zu veranlaſſen, gleichzeitig aber mitionen, welmedie timechoslowa und der Realität der Kon jeiner Regierung auf der Reise nach London. teilen wird, es werde bei einem Angriff Deutsch- Iische Regierung made und zu Aber auch in Prag war man nicht müßig. lands auf die Tschechoslowakei nicht neutral blei- ma en entiloffen ist sowie von dem Die Mission Runcimans hat ihre informatorisce ben können. Umfang und dem Charakter des von außen her Arbeit fortgesezt und am Dienstag die Vertreter auf die Sudetendeutschen ausgeübten Einfluſſes der deutschen freien Gewerkschaften und der und von dem Standpunkte abbänge, Deutschdemokratischen Freiheitspartei empfan- für die tschechoslowakische Regierung gegen die gen. Besonderes Interesse hat die Tatsache er. Sudetendeutschen Partei nimmt, doch führt das regt, daß Abg. Kundt und Dr. Sebekovſfy in langer privater Unterredung beim Präsidenten Dr. Benes weilten, und daß nach gleichzeitig befanntgewordenen Berichten der englischen Preſſe die ſonntägige Unterredung Lord Run cimans mit Henlein vollkommen negativ verlaufen ist, da Henlein zu feiner konkreten Frage fonfret Stellung nahm, sondern sich immer wieder darauf ausredete, daß er sich erst berat.n Der englische Ministerrat Chamberlain zum König. tungen kommen ſollte, unparteiiſch handeln wird. England fordert Klarheit 3 Blatt mit Recht vermerkt hat. Diese Gefahr be Spaziergang ins Grab, wie jüngſt ein tſchechiſches ficht auch für das Dritte Reich und seine Gebieter, wenn auch dieses Grab jenseits eines Meeres von Blut und Tränen sein wird. Die SDV versucht jest, die unsinnige Auffaffung zu verbreiten, bei einem Krieg werde den en die Sudetendeutschen ge= Anhängern der SdP nichts geschehen, alles werde genüber den Anträgen dertsches segen die Tschechen und Juden gehen. Als ob die Blatt ſelbſt aus, daß diese Verzögerungspolitik in oslomatischen Regierung ein Kanonen sich als ihr Ziel nur das Bejistum von Regierungsfreiſen feine Unterſtüßung findet. Rehmen werden. In London wurde mit Bes Tschechen und Juden aussuchen könnten, und nicht friedigung fonstatiert, daß nach der fudetendeutAndererseits wird mit großem Nachdruck die Haus, Hof und Heim der Sudetendeutschen! Als Notwendigkeit betont, daß Groß- joen Aufforderung zur Selbstwehr doch die Diszibritannien ohne Verzug seine ob man aus 2000 bis 3000 Meter Höhe Bom plin von if he choslowakischer Seite ben nur auf die Köpfe von Tschechen und SozialPolitik mit Worten belenne, die nicht gebrochen wurde. Mit Vertrauen erwartet demokraten fallen lassen könnte und nicht unters eine Zweifel übrig lassen.- In man, daß die Vrager Regierung alles tun wird, schnedslos auf die Häupter sudetendeutscher Män der übrigen Presse wird allgemein die Anjichi was in ihrer Madt liegt. um Zwiſchenfälle zu ausgesprochen, die in einem Sonderartikel des vermeiden und daß sie, falls es doch zu Ausschreiner, Frauen und Kinder! Haben jene, die mit dem Gedanken eines Krieges spielen, nicht bedacht, Daily Telegraph" Abg. Boothby nach seiner daß ein kommender Weltbrand alles hinter sich Rüdtehr aus der Tschechoslowakei ausgesprochen lassen würde, was wir in den viereinhalb entfes bat, worin es heißt: Die Deutschen fagen oft: lichen Jahren von 1914 bis 1918 erlebt haben? Wenn sie vorher gewußt hätten, was die britische London. Die öffentliche Meinung beschäfs Haben jene Verbrecher, die an einen Krieg denken, Regierung im Jahre 1914 tun wird, wären sie tigt jich hauptsächlich mit der Frage, was weis bedacht, was die neuen chemischen und lufttechnicht in den Krieg gegangen. Es ist richtig, daß er geschehen soll. Berichten der Abend niſchen Waffen für die Sudetendeutschen bedeu ſie das Risiko kennen, das sie auf sich klätter zufolge wird Sir Neville Henderson ten? Während sich der lezte Weltkrieg fern von nehmen, wenn ſie ſtatt einer friedlichen eine bei seiner Rückkehr nach Berlin die im Miniſter unserer Heimat abgespielt hat und wir davon nur Kriegsaftion wählen. Dieſes Riſiko iſt um nichts rat vereinbarten Instruktionen mitnehmen, in den Zeitungen lajen oder als Soldaten auf geringer, als ein bewaffneter Konflikt mit Ruß- deren Inhalt mit den Worten„ weitere Bestre- den Kriegsschaupläßen selbst erlebten, wie Belland, Frankreich und dem britischen Reiche, unter bungen um den Frieden verbunden mit Wachsam gien und Nordfrankreich, wie Polen und Italien In Nummer zehn Downing Street wurde stützt von der ungeheuren moralischen und mate- feit, falls sich die Situation verschlechtern sollte" verwüstet wurden, würde diesmal unsere Heimat heute um elf Uhr eine Ministerbesprechung abgeriellen Kraft der Vereinigten Staaten. Wenn die zusammengefaßt werden kann. ein noch viel ärgeres Flandern, Polen, Italien halten, bei der folgende Minister anwesend waren: Nazistenführer auf eine französische und britische Der politische Korrespondent Star" meldet, und Serbien werden. Im Weltkriege waren es ( Es folgen die Namen von 18 Ministeru.) Der Untätigkeit gegenüber einem deutschen Angriff daß Henderson Hitler eine Botschaft überreichen gerade die deutschböhmischen Regimenter, die am britische Botschafter in Berlin Sir Neville Hen verson war ebenfalls anwesend. Der Außenmini- auf die Tschechoslowakei hoffen, verrechnen sie fich werbe, in der die britische Regierung Hitler um meisten geblutet haben, gerade unter der jungen fter gab einen vollständigen Bericht über die in- furchtbar und dieſer Irrtum muß richtiggestellt die Mitwirkung Deutschlands bei der Erhaltung Generation der Sudetendeutschen hat der Tod am des europäischen Friedens ersucht und in der meisten gewütet. In einem kommenden Krieg Diese Kampagne der deutschen Presse gründet gleichzeitig die Warnung ausgesprochen wird, daß würde nicht nur der wehrhafte Teil der judetensich auf angebliche Brutalität der tschechoslowakischen Großbritannien nicht neutral bleiben könnte, falls deutschen Bevölkerung bluten, sondern auch alles, Regierung, welche, wie es heißt, die Sudeiens deutschen nicht erivagen fönnen. Die britische Regie- wakei erfolgen sollte. Weiter wird angedeutet, daß Frauen und Kinder. Furchtbar und unvorstellbar 11 ein Angriff auf die Integrität der Tschechoslo- was zu Hause geblieben ist, einschließlich der rung ließ es sich, wie die englischen Blätter berich ien, sehr angelegen sein, die angeführten Zwischen- Deutschland wahrscheinlich aufgefordert wird, die ist also das kriegerische Gewitter, das sich gerne fälle zu untersuchen und sie erhält eingehende Nach- nach der Beſehung Desterreichs abgegebene Er- über unserer sudetendeutschen Heimat entladen richten von den britischen Beobachtern. Ihr Wesen flärung zu wiederholen. ¡ und unser Volk treffen würde. London. Die Miniſterbeſprechung im Foreign Lifice war Dienstag um 1.40 Uhr beendet. Sie bat aljp zwei Stunden und 40 Minuten gedauert. lleber die Besprechung wurde lediglich folgendes amtliche Kommuniquee ausgegeben: ternationale Lage und bei Abschluß der Sigung| erklärten die Minister, daß sie die bisheri sen Handlungen voll billigten fowiefernerbie Politik, diein3u tunft verfolgt werden soll. Es ift feine weitere zufammenkunft vorgesehen, aber bie Minister werden in erreichbarer Nähe Londons berbleiben. werden, ehe es zu spät ist. Seite 2 Mittwoch, 31. August 1938 Wie würde sich aber das Schicksal des deut- gen. Damals hat die Sozialdemokratie gewarnt| beteiligt waren, wie auch der fragliche Eisenbahner fchen Volkes nach dem Krieg gestalten? Glauben und die Schuldigen festgestellt. Die Geschichte hat und der Leiter des Nährstandes hervorragende die Anhänger der Sudetendeutschen Partei, daß nicht jenen recht gegeben, welche den Krieg ent- Nazis waren, die mit dem Ausland in Verbinduna Hitler den Krieg gegen die vereinigten Kräfte des fesselt haben, sondern jenen, die vor ihm gewarnt standen. Aus den Versammlungen des Bundes Britischen Weltreiches, Frankreichs und seiner haben. Wir sind der festen Ueberzeugung, daß die Deutscher Osten" kann man erfahren, daß ge= Kolonien, sowie der Sowjetunion und schließlich Sezialdemokratie, die heute innerhalb des fude- wisse Elemente, die ihre Fahnen nicht groß genug gegen die Wirtschaftsmacht der Vereinigten tendeutschen Volkes eine Minderheit darstellt, heraushängen können, das Werk Adolf Hitlers Staaten von Amerika gewinnen würde? Die inteder recht behalten wird, aber wir wünschen sabotieren, wo es gilt, Mut und Tatbereitschaft Uebermacht liegt durchaus auf seiten der Gegner nicht recht zu behalten, nach dem verblendete zu beweisen, zu kneifen beginnen. Pferde, die abDeutschlands, sowohl die zahlenmäßige, als auch die materielle. Nach einem verlorenen Krieg Nationalisten das große Verbrechen begangen und geliefert werden sollen, erkranten plößlich, ganze würde das deutsche Volt, wie ein englisches Blatt den Krieg entfesselt haben, sondern wir wünschen, Bauernhöfe sind über Nacht von der Klauenseuche, wenn Einquartierungen bevorstehen, erfaßt, und meinte, noch weit demoralisierter sein als 1918, daß die warnenden Stimmen aller Demokraten die Katastrophe wäre noch viel größer, seine staat- in allen Erdteilen gegen den Wahnsinn und gegen Ten, sind plöglich durch und durch unbrauchbar. Autos, die der Wehrmacht zugestellt werden solliche Selbständigkeit in Frage gestellt. Das Schick das Verbrechen jener sich durchsetzen, die nicht Diese Gerüchtemacherei, die erst durch den BDO sal des Sudetendeutschtums würde von dem davor zurückscheuen, die Welt in einem Meer von bekannt wird, müsse bekämpft werden, wenn nicht Deutschlands nicht unberührt bleiben und eine Blut versinken zu lassen. Wir sind der Ueberzeu alles verloren gehen soll, was im neuen Deutschkatastrophale Niederlage Deutschlands wäre auch gung, daß der Tag kommen wird, unser Tag, land geschaffen worden ist. cine nationale Katastrophe für die Sudeten- aber wir wollen nicht, daß dieser Tag kommen deutschen. möge nach einem Blutbad, wle es fünf Jahr Man erinnere fich an die dramatischen Tage tausende menschlicher Geschichte nicht gesehen des Jahres 1914 knapp vor den Kriegserklärun| haben. Kriegsfurcht in Deutsch- Oberschlesien Gerüchte, die die Gestapo in Panikstimmung versetzen Spionengefahr im Grenzgebiet! Von der polnisch deutschen Grenze smacht. Es sind doch ihre eigenen Leute, die uns wird uns geschrieben: Die neuen Einberufungen die größten Schwierigkeiten machen, bei Materialvon Reservisten, die bis Ende Oktober bestimmt mangel und Fehlen von Ersatzteilen für Maschinen jind, also über die Manöver hinausgehen, haben fann man feine Leistungsbetriebe führen. in Deutsch- Oberschlesien die Angst vor dem Kviege Seitdem auf einer der Gleiwißer Gruben der nur noch bestärkt. Man muß wissen, daß es gerade Führer in einem Flugzettel beschuldigt wird, Hitlers alte Landsknechte sind, die von dieser Deutschland einer neuen Satastrophe zuzuführen, Striegsfurcht am stärksten erfaßt worden sind. Sie ist die Gestapo völlig nervös geworden. Man geht gaben dies in zahlreichen Gehorsamsverweigern sogar soweit, die Polizei zu beschuldigen, daß sie gen Ausdrud, als eine Wassenflucht einseßte, nicht auf der Höhe sei, staatsfeindliche Dinge nicht ES. und SA- Stürme in Gleiwiß und Beuthen zur Anzeige bringe und nur zu beruhigen versuche, jich nicht stellten und bei ihrem Abtransport nach wo Verhaftungen angebracht wären. Die GrenzFaltenberg und Lamsdorf einfach von der Fahrt gänger, Sitters 110prozentige Nazis aus Bolen, aus„ polnischen Urlaub" nahmen. Auch Urlauber find es, die die Gerüchte über einen baldigen Krieg zu Kursen für Artillerie- und Panzerabwehr sind nach Deutsch- Oberschlesien bringen, sie verbreiten nicht wiedergekommen, was Breslauer und Berauch die Meldungen, die die polnische Presse über liner Stellen veranlaßte, die oberschlesischen Steldie Lage im Dritten Reich bringt und gerade die Ten ein wenig stärker zu kontrollieren. Einem Nazis find es, die diesen Gerüchten Glauben schen namhaften Induſtriellen wurde an Berliner Stellen und sie auch weitertragen. Was man weder Ten gesagt, daß den Oberschlesiern nicht zu trauen sei, die SA insbesondere sei aus unzuverlässigen in der Presse lesen kann, noch zu hören bekommt, Elementen zusammengesetzt, die gestern noch bei bestätigt jetzt der Bund Deutscher Osten" in seipolnischen Aufständischen und dem Rot Frontnen Versammlungen. Sie dienen dem ,, Schutz des Bunde waren und heute überzeugte NationalGrenzlandes" und vor allen Dingen der Abwehr sozialisten" sind. Vor einigen Wochen hat man in oberschlesischen Betrieben Polizei und Kriminalbeamte als Facharbeiter eingesetzt, die die Stimmung in den Betrieben fontrollieren sollten, weil die Berichte | Katholiken, Marristen und Juden werden wieder einmal als die größte Gefahr bezeichnet, Staatsfeinde, die besonders zu beobachten find. Man muß sagen, daß in den letzten Tagen auf Mr. 204 daran liegt, daß unser Staat die gegenwärtigent Schivierigkeiten überwindet. Aehnlich schreibt der ,, Venkov": Unsere Ruhe quillt aus dem Bewußtsein der cigenen Kraft, sowie aus dem Bewußtsein der Kräfte der Weltdemokratien, welche nicht knien, sondern aufrecht stehen, welche auf der Wacht sind und ihr entschiedenes Wort gesagt haben: Wir wollen den Frieden, wir bereiten den Frieden vor, aber nicht um den Preis der Vergewaltigung der Freiheit der Nationen. An einer anderen Stelle sagt das Blatt: Vom Standpunkt der Außenpolitik müssen wir offen, unerbittlich, entschieden unserer Deffentlich feit sagen, auch wenn es ihr nicht gefallen sollte: Insidente sind Arbeit gegen den Frieden. Inzi dente helfen dem Feind. Insidente kompromittie ren uns in der öffentlichen Meinung der Welt. Vertreter der deutschen freien frühere Gewerkschaftsfunktionäre Jagd gemadt Gewerkschaften bel Lord Runciman wird, es regnet Vorladungen zur Gestapo, HausAm Dienstag, den 30. Auguft, elf Uhr vorsuchungen werden nachts durchgeführt, von unter- mittags, wurde eine Delegation der Zentralge. tage Bergarbeiter herausgeholt, weil sie etwas werkschaftskommission des Deutschen Gewerkvon der Opposition oder von einem Flugzettei( bundes, bestehend aus dem Vorsitzenden Stellverwissen sollen. Aber der Erfolg" ist negativ, man treter, Fr. Kaufmann- Komotaur, Peter Schmidt, kann den Gerüchtemachern, besonders über den Sekretär der Union der Textilarbeiter, und Wilnahen Kriegsausbruch, nicht beikommen. Nun helm Weigel, Reichenberg, von den Mitarbeitern werden von der Gestapo besonders die Zuwande- des Stabes Lord Runciman empfahrgen. Sie rer, Hitlers Auslandsdeutsche, unter Kontrolle überreichten eine Denkschrift über die gegenwär. genommen. Man vernimmt diese neuen Volts- tige Situation im farbetendeutschen Industriegegenossen stundenlang, warum jie noch nicht biete und über die Möglichkeiten der Befferung der NSDAP angehören, warum die Frau nicht in der Wertschaftslage. der NS- Wohlfahrt ist und die Kinder noch der Hitlerjugend und dem Bund deutscher Mädels ferngeblieben sind. Konnten sie dies nicht in Polen Auch Kostka bei Runciman tun, so ist es Zeit, daß sie es nachholen. Zur Runcimans hat Dienstag um 17 Uhr folgenden Prag. Das Sekretariat der Mission Lord Strafe bemerkt dann der neue Volksgenosse, daß Bericht ausgegeben: Heute um 11 Uhr vormit ihm vom Lohn drei Monate rückwirkend die ge= ſamten Beiträge für die genannten Organisation Internationalen Metallarbeiterverbandes in tags wurden F. Kaufmann, Vorsitzender des nen abgezogen worden find. Man will aber auch. Stomotau, Peter Schmidt, Sekretär der Union wissen, ob man noch mit Verwandten in Polen in der Textilarbeiter in Reichenberg und W. We i Verbindung steht, ob diese Marristen sind, was ge 1, Sekretär der Deutschen Gewerkschaftstomdiese machen und macht es ihnen zur Pflicht, daß sie über alle diese Dinge zu berichten haben, wenn sie echte Nationalsozialiſten ſein wollen. Kriegsfurcht beherrscht Deutsch- Oberschlesien und die größte Angst legen die Nazis selbst an den Tag. Tschechische Blätter rufen croir speiste heute mittags mit Lord Runciman zur Besonnenheit auf gegen die Spionengefahr. Da empört sich ein Tschechische Blätter rufen Wanderredner des Bundes Deutscher Osten" darüber, daß in Deutschland Spionengefahr bestehe, solche Gerüchte seien unwahr, aber, obwohl die Preſſe darüber schweigt, ist bekannt, daß im her Gestapo, ban, Agenten au optimistic find und die Wertsverwaltungen nur, von De- ſtandes wegen Verbindung mit dem Ausland vergeisterung für Adolf Hitler zu berichten wissen, haftet und erschossen worden ist, daß ein Eisenwährend die zahlreichen Verhaftungen staats- bahner in Groß- Strehliz zu 20 Jahren Zuchtfeindlicher Elemente und vor allem die zahlreichen haus verurteilt wurde und nur deshalb mit dem Flugblätter in den Gruben, das Gegenteil be- Leben davon kam, weil er geständig war und zur weisen. Vergeblich war die Reorganisierung der Aufdedung eines Spionageneßes in ganz SchleGestapo, auch die Berliner Spizel vermochten die sien beigetragen hat. Der Verkehrsplan für eine Oppositionsnester nicht zu entdecken, die Arbeiter Mobilisierung für die oberschlesischen Eisenbahwerden immer widerspenstiger, wagen sich mit den nen soll an eine ,, befreundete Macht" durch besagunmöglichsten Beschwerden an die Vertrauensräte, ten Eisenbahner verraten worden sein. Vor Wodie zum größten Teil gemeinsame Sache mit der chen verhaftete man innerhalb der polnischen MinBelegschaft machen. Der Stadtrat und Kreisleiter derheit im Groß- Strehlißer Kreis etwa 74 Bauder Hindenburger Arbeitsfront, Ring, mußte sichern und Landarbeiter, die beschuldigt wurden, von einem Betriebschef sagen lassen, daß seine Interventionen über die unhaltbare Lage in den Werken solange fruchtlos bleiben werde, solange man nicht nur Versprechungen den Arbeitern 6 DIE SPIONIN VON W. STERNFELD einen Anschlag auf das Ehrenmal für die Selbstschußfämpfer auf dem St. Annaberg geplant zu haben, inzwischen ergab die Ermittlung, daß an diesem Anschlag waschechte Nazis aus der SA unverdächtigem Gespräche die beiden Beamten und beobachteten genau jeden ihrer Schritte, jede Geste. Sie tat, als ob sie sich bei dem Vesizer nach Louis erkundige, benußte aber die Gelegen heit, ihm zu sagen, daß sie selbst verhaftet und heute nur zum Schein auf der Suche nach Lampert sei. Der Wirt möge diesen und ihren Vater Die einzige, die ihn fannte, war Hermine. Wenn sofort verständigen und beiden dringend zur man sie überreden könnte, ihn zu verraten! Man Flucht raten. Dann ging sie, wie suchend sich umsicherte ihr Gnade zu. Wergevens! Sie lehnte ab. sehend, hinaus und berichtete, daß" Louis" sich Sie dachte nur daran, ihren Water zu retten und seit Wochen nicht mehr im Lotal gezeigt habe. alle noch freien Mitglieder zu verständigen. Wenn Noch in einige andere Lokale ging sie, von denen jie in ihrer Belle allein war, grübelte jie, wie jie jie genau wußte, daß dort tein Mitglied der diejes Ziel erreichen könnte. Endlich glaubte sie. Organisation verkehrte, ſo daß ſie ſicher war, nie den Weg gefunden zu haben. Sie beschloß, zum mandem von ihnen zu begegnen. Am späten Abend Schein auf den Vorschlag, Louis zu verraten, ein- fuhr man nach Mons zurück, Hermine froh in zugehen und erklärte sich bereit, mit zwei Strimi dem Glauben, ihren Vater und Lampert gerettet nalbeamten die verschiedenen Cafés in Brüssel zu haben. aufzusuchen, von denen sie wußte, daß der Leiter Bald aber sollte sich dieser Glaube als ein der Spionage früher dort verkehrt habe. Sie Irrtum herausstellen. Sei es, daß der Wirt teine wurde daher von Mons nach Brüssel gebracht. Möglichkeit gehabt hatte, die Nachricht Herminens und mit zwei Herren in Zivil ging sie von einem weiterzugeben, sei es, daß er sich nicht selbst in Café zum andern. Es war verabredet, daß sie Gefahr begeben wollte- furz, Lampert und erdie Café allein betreten solle, sich aber stets im minens Vater wurden nicht verständigt, und nach Blickfeld der draußen stehenden Beamten halten wenigen Wochen faßen beide und noch mehrere müsse, damit jeder Fluchtversuch unmöglich sei, andere, bis dahin noch nicht verhaftet gewesene andererseits aber auch die Aufmerksamkeit etwa Organisationsmitglieder in den deutschen Unter anwesender Verschworener nicht sofort auf die suchungsgefängnissen. Auch die tschechischen Blätter erkennen die mission in Reichenberg von den Mitgliedern des Stabes der Mission Lord Runcimans empfangen, denen sie ein Memorandum vorlegten, das von der gegenwärtigen Wirtschaftslage in der sudetendeutschen Industrie und den allfälligen Möglichfeiten ihrer Besserung handelt. Der französische Gesandte in Prag de La. und dessen Gemahlin im Hotel Alcron. Der Vorsitzende der Deutsch- demokratischen Notwendigkeit für die gesamte demokratische Be- reiheitspartei Senator C. No st ta und der Geschäftsführer der Partei Prof. Dr. S. Schmidt jolie bem Peitten Reid leine Gelegen der Sdß i Neich feine Gelegens Runcimans empfangen, benen fie ein Me wurden heute von den Mitgliedern der Mission heit zu geben, die Deutschland Anlaß zu irgend- morandum vorlegten und hiezu die erforderlichen welchem Eingreifen geben könnte. So schreiben Erläuterungen gaben. die Národní Listy": Immer mehr wird der Plan ersichtlich, aus uns Angreifer zu machen. Das hat für die WeiDer Minister für auswärtige Angelegenterentwicklung der Begebenheiten eine große Beheiten Dr. Kamil Kroft a empfing Dienstag deutung. Es soll dadurch im Ausland der Eindruck den Bischof von Nitra Karol Kmeffo und den erwedt werden, daß wir im Unrecht sind. Es soll diplomatischen Korrespondenten des Londoner dadurch auf den Standpunkt der anderen Staaten Blattes Times" 3. MacDonald. eingewirft werden. Es gibt überhaupt feinen Zwei- Für die Staatsverteidigung. Der Spendenfel, wie wir uns diesen Absichten gegenüber ver- ausweis zum 25. August weist eine Zunahme der halten sollen. Unser Bestreben muß dahin gehen, effettiv eingezahlten Spenden um Kč 845.756.05 auf dem Gebiet unseres Staates Nuhe und Ord- aus, wodurch sich der Gesamtstand der eingezahl= nung aufrechtzuerhalien. Das ist nicht nur die ten Spenden auf Kč 473,754.648.80 erhöht hat. Aufgabe der Regierung und ihrer Erelutivorgane. Die Zahl der Spender ist um 764 Personen auf Es ist dies eine Aufgabe für alle Bürger, denen 210.155 Personen gestiegen. nur ihren Stolz und eine mutige Haltung, sons| in ihrer wallonischen Heimat zur Arbeit gesungen dern zeitweise auch einen Frohsinn, der selbst die hatte, Lieder von einer immer wieder geandeutschen Beamten in Erstaunen sezte. Dabei gen nehmenden Zartheit und Weichheit. Manchmußte jie erkennen, daß nicht alle ihre männlichen mal drang auch die Melodie aus der Zelle hinaus Kameraden sich wie Männer benahmen. Viele auf den Gang, wo die Posten patrouillierten. brachen jeelisch unter der Belastung der Schwere der Anklage zusammen. Am feigsten benahm sich Lampert, in dessen Händen eigentlich die Führung der Organisation hätte liegen sollen: um sein eigenes Leben zu retten, verriet er alle Einzelheiten der Spionage und jeden der Mitverschworenen. Dann aber überfam sie wieder eine tiefe Traurigfeit, ihr schauderte vor dem Geschickt, das ihrer harrte, und sie dachte voller Angst und Schrecken an die Art ihrer Hinrichtung. In diesen Stunden flossen ihre Tränen unaufhörlich, ohne daß ein Laut über ihre Lippen kam, obgleich ihr Störper schluchzte. Bis sie müde vor Erschöpfung nie er jant und einschlief. Die Haltung, die sie nach außen hin während der Zeit ihrer Untersuchungshaft zeigte, bewahrte sie auch während der Tage der Verhandlung vor dem deutschen Kriegsgericht. Vollkommen ruhig und gefaßt wiederholte sie ihre zuletzt gemachten Angaben. Sie leugnete nichts mehr, beschönigte nichts, suchte nicht nach Entschuldigun gen. Sie hatte das getan, wessen man sie hier anklagte. Voilà tout!- Die einzige Bitte, die sie aussprach, als man sie zum letzten Male vor die Schranken rief, galt dem Schicksal ihres Vaters. Ein bitteres Gefühl überkam Hermine, als sie vom Verrat Lamperts Kenntnis erhielt. Viel hatte sie nie von ihm gehalten, aber jetzt erst erfannte sie, wie wenig er wert war. Sie bereute nichts von dem, was sie getan hatte. Sie suchte zu erforschen, warum gerade sie, die doch nie son derlich viel von nationalen Redereien gehalten hatte, so zu handeln gezwungen war. Sie wußte, daß nichts Heroisches in ihr war, und unange nehm war ihr der Gedanke, in den Augen ihrer Leute jetzt als Märtyrerin zu gelten. Aber genau so entrüstet lehnte sie es ab, sich als Verbrecherin zu betrachten, als die im Laufe der Untersuchung sie ein deutscher Beamter bezeichnet hatte. Motiv Dieser Stolz ohne Hochmut, diese Anmut ihres Handelns war einfach ein natürliches ohne Stofetterie, diese Freimütigteit ohne UeberEmpfinden für Heimat und Volt gewesen, das heblichkeit verfehlten ihre Wirkung auf ihre Rich aber erst in ihr wach geworden, als Henrys Ver. ter nicht. Der ganze Gerichtshof bezeigte Achtung halten ihr wie Verrat erschienen war und ihr vor dem Mute dieser Frau, die die Männer lehrte, plößlich bewußt wurde, daß es nicht Aufgabe des mannhaft zu sein, und die die einzige ihres GeHeeres und der Verbündeten allein sei, die frem schlechts unter den vielen Angeklagten war.( Ich den Eindringlinge aus der Heimat zu jagen. Auch habe vor einigen Jahren den Bericht eines deuts Troß gegen Henryts Tun war mit im Spiel der schen Kriminalbeamten gelesen, der diesem ProKräfte gewesen, die sie zu ihren Entschlüssen ge- zesse beigewohnt, und der öffentlich, ohne die Antrieben hatten. geflagte je gefannt zu haben, in Tönen höchster Bewunderung von ihrem Verhalten und ihrem Charakter gesprochen hat.) Hermine begleitenden Kriminalbeamten gelenkt In immer neuen Verhören sah sich Hermine werde. Erst auf ein verabredetes Zeichen Ser- genötigt, ihre gemachten Geständnisse zu erweis minens sollten die Beamten das Lotal betreren. tern. Aber immer blieb sie ihrem Bemühen treu, Mit blaffem Gesicht und zitternden Gliedern feinen Komplicen durch ihre Aussagen zu bebetrat sie die ihr vertrauten Gaststätten, immer lasten. Immer enger wurde das Neß der Beweise voller Angst, von einem ihrer Mitverschworenen gegen sie und die andern Verschworenen. Eine angesprochen zu werden. Dies wäre natürlich für Verhaftung folgte der andern, bis man glaubte, jeden von ihnen das sichere Verderben gewesen. endlich alle hinter Schloß und Riegel zu haben. Doch sie hatte Glück, sie sah teinen ihrer Mit Gegen neununddreißig Belgier wurde die Ans Endlos zogen sich die Wochen der Unterverschworenen und wurde von feinem Menschen flage des Hochverrats erhoben. Die belastendsten suchung hin. Stundenlang lief fie in ihrer Belle begrüßt. In einem Lokal, dessen Inhaber sie Beweisstücke richteten sich gegen Lampert und auf und ab. Zuweilen seste sie sich, um auszus genau fannte und der selbst von der Organisation Hermine. In ihrer Tätigkeit war die Arbeit aller ruhen, auf einen Schemel, ließ den Kopf in die iwußte, gelangte sie ungehindert bis zum Büffett. anderen zusammengelaufen. Troß dieser sie mit Hand sinken und fummte leise und mechanisch Vor den großen Fenstern des Cafés standen in dem Tode bedrohenden Anklagen bewahrte sie nicht die alten franzöfifchen Weisen, die sie vor Jahren ( Fortseßung folgt) Nr. 204 Mittwoch, 31. August 1038 Seite 3 ÜjbfaMlarfMtft itÜSiiißäel '' I 100 Eulautal bei Bo- Es donnerte und und in Bodenbach in den Fabriks nationalen Verteidigung durchgeführt werden. Man denkt an eine Erhöhung der Fahl der Ueberstunden bis auf 100 Stunden jährlich. Die Regierung begibt sich nicht des Rechtes, die Fahl der Arbeitsüberstundcn festzusetzen für Arbeiten, die im Interesse der nationalen Verteidigung anS- gefiihrt werden. Der Ministerrat, der einmütig die Anträge des Arbeitsministers genehmigte, be- schloß der Kammer einen diesbezüglichen Gesetzentwurf trorzulcge». Finanzminister Marchan« deau berichtete über die Maßnahmen, die namentlich im Bereiche des Budgets zu der Festigung der Finanzen vorbereitet werden. Diese Maßnahmen werden in künftigen ministeriellen Beratungen behandelt werden. Barcelona.(Ag. Esp.) Die Operationen der republikanischem Truppen im Zujarbogvn längS und nördlich der Bahn Almadtn—Castupra —Ton Benito schreiten planmässig und mit Erfolg fort. Die EifenbahnKnie zwischen der Znjae» brücke und llastnera ist zum weitaus größten Dell im Besitz der«publktanischeu Truppen, ihr übriger Teil litzgt ebenso wir die Abzweigung nach Cordoba unter dem Feuer der republikanischen Artillerie. Die südlich deS unteren.{Rio Znjar in »vest kicher Richtung operierenden Truppen nähern sich dem Rio Guadalatra» Wie bereits gemeldet, ist die vom Gegner aus dem Raum Puente del ArzobiSpo südwärts unternommene Offensive, die die festgefahrene Operation gegen Almadön von einer anderen Seite her wieder in Gang bringen sollte, endgültig gescheitert. Es war hier dem Gegner lediglich gelungen, in einem gebirgigen und strategisch wenig intereffanten Gelände ein paar oberflächliche und nur taktische Anfangserfolge zu er- Paris. Unter Vorsitz des Präsidenten der Republik Albert Lebrun fand Dienstag eh: Ministerrat statt, der über drei Stunden dauerte. Gemäß dem amtlichen Bericht, der nach der Sitzung anSgsgeben wurde, erstattete Außenminister Georges Bonnet einen ausführlichen Bericht über die Situation der internationalen Politik, nanwntkich über die Ereignisse im Fernen Osten, über den Bürgerkrieg in Spanien, über die französisch-italienischen Beziehungen und über daS tschechoslowakische Problem. Der Ministerrat genehmigte die Ausführungen Bonnets und ebenso die Richtlinien, die Georges Bonnet für die französische Politik formulierte, sowie die Weisungen, die der Außenminister den französischen diplomatischen Vertretern im Ausland gegeben hat. Sodann erstattete der Vorsitzende der Regierung einen Bericht über die Lage der nationalen Produktion, über die sozialen Probleme und ihre Beziehungen zur nationalen Verteidigung, die unmittelbare Maßnahmen erfordern, damit die industrielle Produktion erhöht wird. Hierauf legte der Arbeitsminister dem Präsidenten der{Republik ein Dekret vor, daS die Ueberstnndenarbeit im Rahmen deS Gesetzes über die 40stündige Arbeitszeit bewilligt. Der Präsident der Republik unterzeichnete dieses Dekret, daS schon die Unterschriften aller Minister trug. Der erste Artikel dieses Dekretes definiert die Rechte der Regierung, was die Ueberstnnden- arbeit betrifft in allen Fabriken, die für die nationale Verteidigung, für die Sicherheit der Republik und für die öffentlichen Dienste arbeiten Ter zweite Artikel deS Dekretes bezieht sich auf Arbeiten, die nicht ausschließlich im Interesse der Paris. Der Allgemeine Gewerkschaftsverband hat eine Proklamation erlassen, in der eS u. a. heißt: In feiner letzten Sitzung hat der Administrativausschuß des Allgemeinen Gewerkschaftsverbandes die auf der Konferenz der Delegationen der Linksparteien angenommene Resolution zur Kenntnis genommen. Insbesondere wurde erklärt, daß die Erhöhung der Produktion durch Maßnahmen erzielt werden soll, die mit der Applizierung der Sozialgesetze vereinbar sind. Der Allgemeine GewerkschaftS- verband hat neuerdings erklärt, daß die Bedürfnisse der Nationalverteidigung durch die Sllstündige Arbeitswoche nicht gefährdet sind, deren heutige Modifizierung sie hinreichend elastisch macht. Die Verantwortung für die gegenwärtigen Schwierigkeiten erblickt der Verband in einigen Bankkreisen und in den Bestrebungen der sozialen Reaktion. Schließlich werden die Arbeiter aufgcfokdert, auf der Wacht zu bleiben. Kreta-Aufständische verurteilt Athen. Das außerordentliche Kriegsgericht fällte Montag nach fünftägiger Prozeßdauer das Urteil gegen eine Reihe der wegen des kürzlichen Aufstandes in Kanea auf Kreta Angeklagten. Sechs Angeklagte wurden in contumaciam zu Zuchthausstrafen von vier bis zu 20 Jahren verurteilt. Von den vor Gericht stehenden Angeklagten wurden 88. zu je ztvei Jahren Gefängnis verurteilt, während Sü tzeigMMjt MchW, ringen. In einem Abstand von mehr als Kilometer nördlich von Almadtn wurde er angehalten. Die Höhenzüge zwischen dem Fujar« und dem Guadianafluß hat er nirgendwo zu erreichen vermocht. Am Montag gingen die republikanischen Truppen auf dem östlichen Flügel dieses Kampfgebiets zum Gegenangriff vor und warfen den Gegnpr duft wichtigen Positionen..Sie stehen im Vormarsch etwa zwölf Kilometer nordöstlich von San Vicente. An der Ebrofrvnt hat die Intensität der Anfständischsn erheblich nachgelassen, lediglich bei Cairdesa und im Tal von Billabert herrschte noch lrbhaste Kampftätigkcit, doch gelang es den{Republikanern, müsseloS den Feind abzmveisen. Mehr und mehr bestätigt sich, daß dtic neue Fronst im Cbrobogen sich auf der durch die vepubliianischc Offensive am 30. IM eraeichten Linie zu stabilisieren beginnt. Rumäniens Maßnahmen fllr die Minderheiten Bukarest. Die rumänische Regierung hat einen Deutschen, den ehemaligen Unterstaatssekretär Rudolf Brandsch, durch Ernennung zum Generalinspektor im politischen Verwaltungsdienst auf einen hohen Posten in der Staatsverwaltung berufen. Brandsch war im Jahre 1030-31(Regierung Jorga) der erste rumänische Unterstaatssekretär für Minderheitenwesen. Das Unterrichtsministerium hat verfügt, daß keine staatliche Minderheitenschule In Rumänien ausgelassen werden darf. Weiter wurde verfügt, daß in den Gebieten mit gemischtsprachiger Bevölkerung, wo bisher leine Minderheitenschulen bestehen, eigene Abteilungen für die Minderheiten zu errichten sind, die den rumänischen Schulen werden angeschlossen werden., Wolkenbruch Im Eulautal Am Dienstag, den 80. August, setzte bereits um 8 Uhr früh im Elbe- und denbach Gewitterbildung ein. regnete den ganzen Bormittag schlug gegen Mittag ein Blitz kamin der Kkijik-Werke, ohne Schaden anzurichten. Nach 12 Uhr mittags ging über KönigStvald und Tyssa ein schweres Gewitter nieder, das von einem Wolkenbruch begleitet vor. Der Eulaubach, der norinaler Weise nur wenig Wasser führt, schwoll in kurzer Feit gefährlich an. ES wurde die Feuerwehr alarmiert und die Leute begannen in besonders gefährdeten Häusern die Wohnungen zu räumen, da sic eine ähnliche Katastrophe wie jene im Jahre 1020 befürchteten. Glücklicher Weise verlief das Untvetter viel harmloser als befürchtet wurde. Die Wasserfluten richteten zwar an Feldern und Gärten einigen Schaden an, auch die Ufermauern des Eulanbaches wurden an einigen Stellen beschädigt, doch ist der Gesamtschaden nicht allzugroß. Für Bünanburg und UllgerSdorf erwies sich die Schottersperre bei Merzdorf als ein wahrer Segen. Ohne diese wäre in diesen beiden Orten wahrscheinlich eine Katastrophe eingetreten. Die Schottersperre hielt nicht nur den ungeheuren Stoß der Flut auf, sie hielt auch riesige Mengen Schotter und Sträucher zurück, die der teilweise aus den Ufern getretene Eulaubach talabwärts führte. In Bodenbach verursachte das Wasser keinen Schaden, da durch die über energisches Betreiben der Sozialdemokraten erfolgte Regulierung des Eulanbaches das Gefahrenmoment beseitigt ist. Auch an der Errichtung der Schottersperre haben die Vertreter unserer Partei große Verdienste. Tschechoslowakischer Ingenieur getötet Aus Haifa wird gemeldet, daß eine arabische Terroristenbande, die von der Polizei von Palästina nach TranSjovdanien abgedrängt wurde, die hydrologische Meßstation der tran-jordanischen Regierung überfallen und drei christliche Ingenieure ermordet hat. Sodann zerstörte die Bande all« Meßinstrumente sowie die Auszeichnungen und verschwand. Der Leiter der Meßstation war Ingenieur Scrbonovic, ein weißrussischer Emigrant, der in Prag seine Studien beendete und tschechoslowakischer Staatsangehöriger war. Serbonovic. der an der tran-iranischen Eisenbahn arbeitete, war erst vor kurzem in die Dienste der tran-jordanischen Regierung eingetreten.— Dar Militärgericht in Haifa verurteilte einen Araber zum Tode, der vor kurzem im Kampfe zwischen arabischen Aktivisten und britischem Militär auf dem Karmel-Berg bei Haifa gefangen genommen wurde. Auf der Eisenbahnlinie Tulkarem—Haifa winden zwei Draisinen in Brand gesteckt.— Die Eisenbahnstation Sarrar an der Strecke Jerusalem—Ramleh wurde durch Brandstiftung zerstört. In dem Dorf Deir Dhaussun bei NabluS wurden zwei Häuser, in denen verwundete Aktivisten Unterkunft gefunden haben sollen, in die Luft gesprengt. Eine erfreuliche Meldung Wie DND meldet, hat Prälat Dr. Karl H i l g e n r e i n e r, der bi- jetzt an der theologischen Fakultät der Deutschen Universität in Prag Vorlesungen über Moralthcologie hielt, für das kommende Wintersemester nicht mehr die kirchliche Lehrbewilliguntz erhalten. lich aus dem Gasthaus hinauSgedrängt. AIS sie draußen um Hilfe riefen, sammelte sich auf der Stelle bald eine größere Menschenmenge an, die sich in zwei Lager teilte. Auf der einen Seite etwa 100 tschechische Arbeiter, auf der andern etwa 200 bis 800 deutsche Einwohner, unter denen auch Ordner der Sudetendeutsche» Partei Ivaren. Auf beiden Seiten bewaffneten sich einige Teilnehmer mit Latten, die aus einem Zaun herau-gerissen wurden^ Aus dem Gasthaus heraus wurden Gläser und Biertassen auf die Arbeiter geworfen und die Arbeiter schlugen mit den Stangen die Fenster im Gasthause ein. Irgend jemand im Gasthause setzte die Alarm- sirene der Feuerwehr in Tätigkeit, worauf auch die Sirene der nahen Fabrik ertönte, so daß sich drei Feuerwehren au» der Umgebung an Ort und Stelle einfanden. Die Gendarmerie, die schon vorher erschienen war, trennte die beiden Lager voneinander und nach der Ankunft weiterer Gendarmerieverstär- knngcn wurden beide Gruppen zerstreut, ohne daß es nötig gewesen wäre, von der Waffe Gebrauch zu machen. Nach Mitternacht herrschte in der Gemeind: wieder Ruhe. Gemäß der amtlichen Feststellung wurde bei den Ausschreitungen niemand verwundet. Sachliche Schäden wurden im Gasthause dadurch verursacht, daß die Fenster eingeschlagen wurden und auch ein Teil der Einrichtung zerschlagen wurde- Beschädigt wurde auch«in Personenauto, da- vor dem Hause stand. Auch In Marienbad Marienbad.(Amtlich.) In der Nacht aut Montag saß in einem Kaffeehaus in Marienbad der Kellner FrantiSet R i L n n e k, der tschechischer Rationalität ist, mit dem Kellner Alois Patz, der deutscher Nationalität ist, beisammen. Im Kaffeehaus trat zu den beiden der Frächter Ernst Bachmann, deutscher Nationalität, der ihnen vorwarf, daß sie Kommunisten seien und kommunistisch« Abzeichen tragen. Patz erklärte Bachmann, daß e- Abzeichen «ine- Prager Sportklubs und keineswegs kommunistisch« Abzeichen seien. Um 3 Uhr früh verließ Riöänek gemeinsam mit Patz und dem Kellner Josef K r e j ö i, der ebenfalls Tscheche ist. dar Kaffeehaus und sie trafen neuerlich mit Bachmann zusammen, der Riöänek neuerlich den Vorwurf machte, daß er Kominunist sei. Krejii fordert« Bachmann auf, feine» Wege- zu gehen, dieser begann jedoch Riöänek zu stoßen. Dieser hielt seinem Angriff den Regenschirm entgegen. Bachmann zog hierauf ein Messer rind öffnete e-, wormif Riöänek di« Flucht ergriff. Bachmann holte ihn ein und versetzte ihm ein Kopfstück. das Riöänek Backmann zurückgab. um dann neuerlich die Flucht zu ergreifen. Bachmann holte ihn jedoch bald wieder ein und schlug ihn mit der Faust so stark in die rechte Wange, daß Riöänek auf dem Boden liegen blieb. Krejii und Pah führten dann Riöänek auf die Polizeiwachstube. Inzwischen wurde Bachmann von der Wache angelmlien und auf die Hauptwachstube gebracht, von wo er früh entlassen wurde. Politische Raufereien unter Kindern Prag,(Tsch. P.-B.) Der reich-deutsche Rundfunk meldete am 30. August, daß es in der Gemeinde „Howartitz" zu einer Rauferei zwischen tschechischen und deutschen Kindern gekonunen sei, bei der der achtjährige Rudolf Weber von einem tschechischen halbwüchsigen Burschen gestochen worden sei. Tatsächlich hat sich dieser Vorfall in folgender Weise abgespielt. In H o r a t i tz bei Saaz war bereit- am 20. August zwischen tschechischen und deutschen Kindern eine Rauserei. Zunächst kam e» in einer Gruppe von etwa zehn Kindern beider Nationalitäten zu einun Streit, wobei ein tschechische- Kind»böhmische Sau" geschimpft wurde. In der sich nun entspinnende» Rauferei wurde sodann der elfjährige Slowake Antonin D. am Kopse, der achtjährige Jaroslav K., tschechischer Nationalität, durch einen Stein am Kopfe verletzt und der achtjährige Rudolf Weber, deutscher Nationalität, erlitt eine zehn Zenimeter lange Schnittwunde am Oberschenkel. Die Gendarmeriestaion in Welmsckloß, ; welche den Vorfall untersucht hat, erstattete beim Bezirksgerichte gegen den Antonin D., der den ’ Weber verwundete, gegen den 12jährigen Schüler ' Otto Sch., deutscher Nationalität, der den Jaroslav ’ K. verletzte, und gegen den 18jährigen Fleischhauergehilfen Willibald Fischer, der gleichfalls den Jaroslav K. verletzte, die Anzeige. Kampf um einen Stlmmrettel Bei der Gemeindewahl in L e i t m e r i tz war ein Stimmzettel abgegeben worden, der durch ein Versehen der Druckerei doppelseitig bedruckt Ivar. Der Zettel enthielt auf der einen Seite die Kandidatenliste der tschechischen Sozialdemokraten, auf der anderen Seite die der tschechischen Bürgerlichen. Die Wahlkommiffion erklärte den Stimmschein für gültig und sprach die Stimme der tschechischen sozialdemokratischen Partei zu, weil die Faltung der Stimmzettels den Schluß zuließ, daß der Zettel für diese Partei abgegeben werden sollte. Durch die Entscheidung der Wahlkonnnission erhielten die beiden tschechischen Listen bei der Verteilung der Mandate einen gleichen Stimmenrest von 108. DaS Mandat fiel der tschechischen Sozialdemokratie zu, weil deren Liste die größte Gesamtstim- menzahl hatte. Die Landc-behörde hat jetzt dem Wahleinspruch der tschechischen Bürgerlichen stattgegeben und den Stimmzettel für ungültig erklärt. Dadurch erhalten die tschechischen Bürgerlichen da- Mandat, das den tschechischen Sozialdemokraten zuerkannt worden wa'. Die BezirkSbohövde Leitmerih hat die konstituierende Sitzung zur Wahl der Bürgermeister.und Stadträte für Donnerstag, den 1. September, Erklärung Zu dem in unserem Blatte am 0. August 1038 unter der Ueberschrist„Unfreiwillige Eingeständnisse" veröffentlichten Artikel erklären wir, daß wir die daselbst enthaltenen, auf den„So- zialdemokrat" in Prag bezüglichen beleidigenden Behauptungen als unbegründet widerrufen und der{Redaktion de-„Sozialdemokrat" auf diese Weise volle Genugtuung leisten. Die Redaktion deS„Deutschen Bolk-blatteS", Komotau. Ein Briefchen aus Troppau an den„Stürmer" Der„Stürme r" des Herrn Julius Streicher aus Nürnberg, dessen Qualitäten man unseren Lesern nicht erst vorzustellen braucht, hac vor kurzem eine Oe st erreich« N um« m e r herausgebracht, die so ziemlich da« Wüsteste an antisemitischer Hetze enthielt, wa« cs bisher in diesem Genre gibt. Selbswerständlich wurden hiebei unzählige Menschen von Herrn Streicher zu Juden„ernannt", die es gar nicht sind und deren Vorfahren es nie waren. Daraufhin ist in einer der nächsten Nummern des edlen Blattefolgendes erschienen: Oberstleutnant Schönaich au- Troppau erklärt, unter Vorlage der Geburtsurkunden, daß das Geschlecht der Schönaich, zu dem auch der ehemalig« österreichische Krieg-Minister gehört, nichtjüdischer Abstammung sei. Herr Oberstleutnant Schönaich aus Troppau, der von der demokratischen Republik eine Pension bezieht, legt Wert darauf, unrichtige Behauptungen richtigzustellen, die in einem in der Tschechoslowakei verbotenen Blatt erschienen sind, auch wenn diese Behauptungen nach den hierzulande geltenden Gesehen ganz irrelevant sind, denn die VerfassungSurkunde der Tschechoslowakischen Republik, deren Bürger und Pensionsempfänger Oberstleutnant Schönaich ist, erblickt in dem Borwurf, irgendjemand sei Jude, nichts Ehrenrühriges. Aber Herr Schönaich korrespondiert mit einem in der Republik verbotenen Blatt und legt ihm sogar Geburtsurkunden vor, erkennt also dessen Kompetenz zur Beurteilung der einschlägigen Fragen an. Woraus wieder einmal eindeutig hervorgeht, wie hart der Grad der „Unterdrückung" ist, unter dem die Sudetendeutschen in der Tschechoslowakei„schmachten"! Neue republikanische Erfolge in Estramadura Die Gegenoffensive Francos am Ebro bisher erfolglos Wlrtshaus*Exzesse In Gabersdorf Prag.(Amtlich.) Am Montag, den 20. August, abends kam es in der Gemeinde Gckber-dorf bei Trautenau zu Ausschreitungen. Die Veranlassung dazu gab der Umstand, daß einem betrunkenen tschechischen Arbeiter di« Verabreichung von Bier in einem Gasthaus« verweigert wurde, dessen Eigentümer der OrtSleiter der Sudeten-rutschen Partei Stumpe ist. E- kam darüber zu einem Streit, in -en auch vier tschechisch« Arbeiter, di« im Gasthause' anwesend waren rind ferner etwa 20 deutsche Gäste eingriffen. Die tschechischen Arbeiter wurden schließ-1 angeletzt. Unversöhnlich gegen Tschlangkalschek Tokio. Kriegsminister Jtagaki erklärte japanischen Pressevertretern gegenüber neuer- ding-, daß Japan den Krieg bis zur Unterwerfung TfchiangkaischekS fortsetzen werde. Selbst wenn sich Tschiangkaischek unterwerfen würde, müßte Jopgn der Hankauregierung eine Reihe von Bedingungen stellen. Bor allem müsse die Hankauregierung in den neuen chinesischen Regierungen aufgehen und am Ausbau des neuen Chinas mitarbeiten. Wir können, folgerte der Minister, mit dem von Tschiankaischek geführten Regime keinesfalls verhandeln. Wenn sich dieses Regime jedoch ohne Tschiankaischek Japan ergeben will, werden wir eS auffordern, sich mit den antikommunistischen und projapanischen neuen Regierungen zu vereinigen. Kriegsminister Jtagaki erklärte weiters, daß man nach der Lösung det KonslikteS mit China nicht sofort die materiellen Fragen, wie z. B. die Frage einer Kriegsentschädigung aufwerfen würde. Die vordringlichsteAuf- gabe fei die Wiederherstellung einer Zusammenarbeit zwischen Japan und Mandschukno einerseits und China andererseits. Wennllhina sich auf diese gemeinsame Anfgahe besinne, so könne Ostasten in einen Wirtschaftsblock vereinigt und stabilisiert werden. Jtagaki ging dann zu wirtschaftlichen Fragen Japans über und betonte, daß eine vom Staate kontrollierte Schwerindustrie die Grundlage für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung Japans abgeben müsse. Der Konflikt mit China bedeute in dieser Entwicklung einen Wendepunkt zur StaatSwirtschast.' Wichtiger Ministerrat in Paris Einmütigkeit In auüen» und sozialpolitischen Fragen Seite 4 Jagesneuigkeiten Blut und Gold Japaner beschießen amerikanische Zivilflugzeuge, sie bombardieren amerikanische und eng lische Kaufhäuser und Spitäler, versenken ameri kanische und englische Schiffe, greifen brutal in englische und amerikanische Handelsangelegenhei ten ein, sie verursachen so einen in viele Millionen steigenden Schaden. England und Amerifa protestiegen. Die japa nische Regierung legt jeden neuen Vrotest zu den bielen, die ihr bereits überreicht wurden. Was also sollen die beiden Großmächte, die in Ostajien so bedeutende wirtschaftliche und politische Interessen zu wahren haben, tun? Gegen die japanische Unbekümmertheit mit Krieg vorgehen? Nein, es gäbe ein billigeres, sympathischeres, weil ganz unblutiges Mittel, um Japan Heinzukriegen: die englischen und vor allem die amerikanischen Kapis talisten daran hindern, Japan mit all den Rohstoffen zu beliefern, ohne die es den Krieg überhaupt nicht führen kann! Nicht nur die amerikanischen Arbeiter, auch viele andere Bevölkerungsschichten Amerikas boyfottieren Japan, kaufen keine japanischen Wa ren. Das trifft Japan gewiß schwer, verschlechtert seine trübe Wirtschaftslage noch mehr. Aber es erzwingt nicht die Beendigung des Krieges, so lange Japan Oel, Benzin, andere kriegswichtige Rohstoffe aus Amerika bekommt. Nicht vom ame= rikanischen Staat, sondern von den amerikanischen Kapitalisten, für die der Raubkrieg Japans cin qutes, ein sehr gutes Geschäft ist, für die sich der Tod von Millionen Chinesen, die Ermordung unzähliger Frauen und Kinder, der Brand chines fischer Städte in gigantische Profite verwandelt. Die Witwe des großen chinesischen Volksfüh rers Sun Ya- Tien hat fürzlich wir folgen der Darstellung der Basler ,, National- Zeitung" in einem Rundfunkvortrag, der an den zweiten Weltjugendkongreß gerichtet war, ausgeführt, daß Japan 30 Prozent seiner Rohstoffe aus England und 32 Prozent aus den Vereinigten Staaten bezieht, daß Japan von 65 industriellen Rohstoffen, dies es braucht, nur neun im eigenen Lande findet. Der ganze Kriegsapparat käme sofort zum Stocken, wenn ,, nicht die Geschäftsleute der beiden Staaten, die in leeren Protesten gegen Japan Stellung nehmen, Japan die Möglichkeit geben würden, England und die Vereinigten Staaten auszulachen und fröhlich weiter zu bombardieren, zu massafrieren und das internationale Recht mit Füßen zu treten." Warum aber verbieten dann die beiden Staaten nicht einfach die Ausfuhr dieser Rohstoffe nach Japan? Weil die großen fapitalistischen Unfernehmungen einen zu großen Einfluß haben, als daß die Regierungen den Mut aufbrächten, gegen diesen blutigen Geschäftsegoismus aufzutreten! Kriege jind ein gutes Geschäft. Nicht just für Völfer und Staaten, o nein, aber für bestimmte Kapitalistengruppen. Mittwoch, 31. August 1938 Die Japaner verwenden Giftgas Das Bild zeigt japanische Soldaten, die sich gegen das von ihnen verwendete Gas schüßen. industrielle Frik Opel plöglich, vermutlich an deshalb getroffen, weil die Flieger bei schlechtem Herzschlag, gestorben. Opel war in der vergan- Wetter nicht fliegen könnten, im Gegenteil, alle genen Woche von einer Dalmatien- Reise zurück- Flieger haben einen Kurs des Blindfliegens abgekehrt und zeigte keine Anzeichen einer Strankheit. solviert. Das Verbot wurde deshalb erlassen, weil die Kontrolle für die Kommisjäre erschwert wäre. Französisches Flugzeug abgestürzt. Ein militärisches Beobachtungsflugzeug, das in der Nacht auf Dienstag über dem Walde Cernays les Reims in Frankreich freiste, stieß gegen einen Baum und stürzte ab. Die beiden Mitglieder der Besatzung wurden getötet. Blitzschlag in Schlackenwerth: ein Toter. Am Dienstag nachmittags ging über Schlackentverth ein außerordentlich schweres Gewitter nieder. Zur Zeit des Gewitters arbeitete ein 18jähriger bulgarischer Landarbeiter mit zwei jungen Arbei terinnen auf freiem Felde. Als das Gewitter be= gann, suchten die drei jungen Menschen Schutz, wobei sich der Arbeiter unter einen Baum stellte, während die Arbeiterinnen in einer Varade Unterschlupf fanden. Vor den Augen der jungen Mädchen wurde nun der junge Mann durch einen Blitzschlag getötet. Bierzehnjähriger mit dem Kopf zwischen zwei Die heutige deutsche Nr. 204 Inland- Sendung Prag Melnit: 10.15-11.00 Schallplatten. 12.10 Schallplatten. 12.15 Vortrag Oswald Gün ther: Die Entwiulung des Schulwesens in Ostböhmen 13.50 Arbeitsmarkt. 18.00 Lieder und Duette von Joh. Strauß( Gefang: Emm Kreuzer. Hilde Raave, Klavier: R. J. Schubert). 18.20 Arbeitersendung. Dr. Alois Mühlberger: Ainder träumen. 18.40 Sozialinformationen. 18.45 Unterhaltungsmusif des Augustin- Segtetts. 19.30 Das deutsche Handwerk, Sörfolge von Hans Multerer. 20.00 Orchesterfonzert ( Dir. S. Glanz). 21.00 Albert Winter: Applaus nach dem hohen E".( Vorlesung.) 21.15„ Das Märs chen von der schönen Magelone" von Ludw. Tied, Somp. von Brahms, für den Sender eingerichtet von Ernst Lazlo( Gesang: Mali Trummer, Gerda Red lich, Rolf Hartmann, Kurt Mahr, Klavier: Ernit Laylo). 22.30-23.00 Tanzmusit( Schallplatten). -Nachrichten um 12.30, 19.15 und 22.15. Brünn: 18.00--18.15: Med. Rat Dr. Robert Kocauret: Kinderpsychologie. 1815-18.20: Echall platten. 18.20-18.35: Sonful Friedrich Biberle: Dic Katastrophe des Vulfans Perbuatan auf der Infel Strafatau. Dammbruch: Hunderte Opfer. Wie aus Lucknow( Indien) berichtet wird, ist im Staat Tehri Garwahal ein Damm, der den Nimafluz aufftaute, geborsten. Die Wassermassen zerstörten eine Anzahl von Dörfern. Bisher sind 32 Leichen geborgen worden, doch werden Hunderte von Personen vermißt. 150 Menschen vergiftet. Im Sofivter Industrieviertel sind nach dem Genuß von Kuchen 150 Arbeiter und Arbeiterinnen und auch der Fabritsbejizer unter Vergiftungserscheinungen erkrankt; zwölf Arbeiter wurden in sehr ernstem Zustand ins Krankenhaus geschafft. Der Zuders bäder, bei dem die Kuchen gekauft worden waren, wurde verhaftet. Merkwürdige Explosion in Budapest. MonZugsentgleisung in Polen. In der Nähe der tag nachmittags um 6 Uhr ereignete sich auf dem Bahnstation Rowel entgleiste ein Personenzug. Nikolaus bl- Platz am Ofener Donautai eine Der Lokomotivführer und der Heizer fanden den heftige Detonation. Die Polizei hat mit EinTod. 15 Passagiere wurden meist leicht verletzt. Armenhaus niedergebrannt. In Mengnau beziehung von Sachverständigen festgestellt, daß die bei Luzern brannte die Armenanstalt vollständig Detonation durch die Explosion eines aus Kalium, nieder. 90 Insassen, teilweise alte gebrechliche Schwefel und rotem Phospor bestehenden ExploAufzügen. Der bei der Firma Reichelmann in Leute, konnten nur mit Mühe gerettet werden. sibstoffes verursacht wurde. Tellniz beschäftigte vierzehnjährige Erich WeigI Für eine Reform der Tabaktrafiken. Nach den Ter Brand forderte vier Menschenleben. Es han= Erhebungen der Tabafregie gibt es derzeit in der geriet mit dem Kopf zwischen zwei Aufzüge. Dem delt sich um zwei Taubstumme und zwei weitere Republit 433 Großverkaufsstellen, 35.363 öffent Inglücklichen wurde die Schädelhaut gegen den Zöglinge. liche und 9304 sogenannte Haustrafiken, somit zu Sinterlopf und gegen die Nase zu abgerissen. Paßfäscherzentrale in Paris? Die Pariser sammen 44.767 Verlaufsstellen für Tabafwaren. Außerdem erlitt er einen schweren NasenbeinPolizei verfolgt einen Vorfall, der dafür zeugt. Auf eine Trafit entfallen durchschnittlich 110 Ein bruch. Der schwerverletzte Junge wurde dem daß in Paris cine geheime Erzeugung falscher wohner. Berücksichtigt man weiter, daß nur ein Aussiger Masaryk- Stranfenhaus zugeführt. Er Reisepässe besteht. Ein gewiffer Hirschfeld aus Drittel der Bevölkerung Raucher sind, ergibt sich ein schwebt noch in Lebensgefahr. Berlin, der nach der Konfiskation seines jüdischen flares Mißverhältnis zwischen den Trafiken und Scheunenbrand gefährdet Apothekenlager. Vermögens von dort abreiste, wollte nach London ihren Konsumenten, 53.41 Prozent der Trafiken Dienstag früh gegen halb 8 Uhr brach in der gelangen, wo bereits seine Frau und Tochter 20.031 Trafifen, davon entfallen allein auf Prag gehören Striegsinvaliden. In Böhmen allein gibt es Scheune des Landwirtes G& in Tür mi& weilten, Sirſchfeld hatte jedoch keinen P3567. Bei allen Bertaus Kate cuba 186 Millio ein Feuer aus, deſſen Gniftehungsurface noch einmahfeld nicht ermittelt werden konnte. Die Scheune wurde schen kennen, der perfekt deutsch sprach und wel- nen Ke. Der Umstand, daß die Provisionen für den völlig eingeäjchert. ebenso verbrannten jämtliche cher ihm für 2100 Francs einen falschen tsche Verlauf der Tabafwaren der Tabatregie verhältnislandwirtschaftlichen Maschinen, etiva 14 Fuhren choslowakischen Paß auf den Namen Johann mäßig gering find, führt dazu, daß die Trafilanten Getreide, Stroh, Heu und ausgedroschenes GeTaussig aus Mähr.- Ostrau ausstellte. Die britis in steigendem Maße das Schwergewicht ihrer Tätigtreide. Die örtliche Wehr war besonders auf den schen Behörden entdeckten jedoch den Betrug und feit auf den Verkauf bzw. die Propaganda anderer Schutz des an die Scheune angebauten Lager- Hirschfeld kehrte nach Paris zurüd, wo er vers Erzeugnisse verlegen. Von etlichen Seiten wird da raumes einer Apotheke bedacht, in dem erplosive haftet wurde. her eine durchgreifende Reform des Tabakverschlei Stoffe lagerten. Die Wehren Aussig Stadt, der Bes angeregt. Die Initiative dürfte jeßt die Tabat regie ergreifen, da fie an einer Steigerung des AbUeber Slavonien ging Montag ein großes im abgelaufenen Jahre etiva Die Leiche des Sekretärs Trotzkijs miſchen Fabrik und Predlik brauchten nicht Unwetter mit Wolkenbruch und Gewittersturm, fazes außerordentlich intereſſiert ist. in Tätigkeit zu treten. Der Schaden wird auf begleitet von einem fatastrophalen Hagelschlag, Unbeständiges Wetter: Ueber Mitteleuropa trifft gefunden? Kč 120.000 geschäßt. Er ist durch Versicherung nieder, das große Schäden verursachte. Es wer- fühlere ozeanische Luft mit einer warmen Luftströ Paris. Die Polizei hat nunmehr mit fast gedeckt. den einige Brände und mehrere Opfer an Mens mung aus Südosten zusammen. An der Wärmeabsoluter Sicherheit festgestellt, daß es sich bei der Kleiner Ententeflug einen Tag unterbrochen. schenleben gemeldet. grenze bilden sich Drudstörungen aus. Dabei herrscht bei Meulan aus der Seine gezogenen kopflosen Die weitere Etappe des Flugtvettbetverbes der New York- Los Angeles in zehn Stunden. in unseren Gegenden sehr unbeständiges Wetter mit Zeiche um den Leichnam des deutschen Emigranten Kleinen Entente im Abschnitte Zlin- Uzhorod- Der amerikaniſche Konstrukteur und Flugzeug Befferung kann noch nicht erwartet werden. WahrGewittern und Regenfällen. Eine baldige wesentliche Rudolf& Iement, den Sekretär Leo Trotskijs, Bukarest fand wegen andauernd schlechter Witte- fabrikant von Severſky, der ruſſiſcher Abſtam- fcheinliches Wetter Mittwoch: Beträchtliche Behandelt, der seit dem 14. Juli vermist wurde. rung Dienstag nicht statt, weil die Sport- Wett- mung ist, hat Montag einen neuen Geschwindig wöllung und vielfach regnerisch, von Westen her allMontag wurden zwei Freunde des Verstorbenen flugleitung allen Flugzeugen den Start verboten feitsweltrekord auf der Strede New York- L03 mähliche Abfühlung.- Wetteraussichten für Donals Zeugen einvernommen und auf Grund ihrer hatte. Dadurch verlängert fich die Flugfonkurrenz Angeles aufgestellt, die er in einer Zeit von zehnnerstag: Noch unbeständig und zeitweise Schauer. Aussagen kann diese Tatsache mit Sicherheit be- um einen Tag. Diese Vorkehrung wurde nicht Stunden drei Minuten überflog. stätigt werden, da als ihnen nach der Einvernahme der Leichnam gezeigt wurde, sie erklärten, daß es sich bestimmt um Rudolf Klement handelt. Das Rätsel um den„ Toten von Meulan" wird immer verwickelter. Dienstag meldete sich eine Frau Lacroir, die ebenfalls mit Bestimmt heit in dem Toten ihren Bruder den Eisenbahner Peter Mabice, erkannte, der seit dem 1. August verschollen ist. Zwölf Verletzte bei Bahnunfall Die Staatsbahndirettion in Prag teilt mit: Am 29. d. M. um 20.23 1hr fuhr bei der Einfahrt in die Station 3 dice( Strede Prag Pilsen) der Personenzug 608 infolge unrichtiger Weichenstellung auf eine ins Heizhaus fahrende Lotomotive auf. Bei dem Unfall wurden acht Neisende leicht verlegt, die nach ärztlicher Behand lung die Fahrt fortseßen konnten. Ferner wurden drei Eisenbahnangestellte und ein Angestellter der Bahnpost leicht verletzt. Beide Lokomotiven und vier Waggons des Zuges 608 wurden beschädigt. Der Verkehr wurde nicht unterbrochen. Das neue Schuljahr im Schulrundfunk wird am 1. September von 9 bis 9.45 Uhr für die Volfsschulen mit tschechoslowakischer Unterrichtssprache und von 10 bis 10.50 Uhr für die Voltsschulen mit deutscher Unterrichtssprache in feierlicher Weise eingeleitet werden. Die Eröffnungsansprache wird ein Vertreter des Unterrichtsminis sters Dr. Emil Franke halten. G- Men." Die gefährlichste Frau der USA Leben und Tod der Gangster- Königin Bonnie Parker auch im Osten des Staates fühler. geschrieben hatten. Diese Unvorsichtigkeit kostete sie jedoch das Leben, denn am nächsten Tage begann die große G- Men- Offensive sämtlicher Südweststaaten der Union gegen Bonnie Parfer, den neuen " public ennemy Nr. 1". ,, Schießt ohne Anruf!" Sämtliche Polizeibeamten der Südweststaaten MTV New York. Fast in der gleichen Stunde, Es ging dabei nicht anders zu wie bei jeder in der das Verfahren gegen Tammany Hall begann, anderen Petting Party". Man bewunderte ge= ist es den G- Men Edgar Hoovers gelungen, die meinsam den Mond, die Sterne, die gespenstische „ gefährlichste Frau der USA", den weiblichen Gang- Nachilandschaft, und Bonnie Parker zeigte sich auch empfingen das Photo der Gangster- Königin und die fter Bonnie Parfer, unschädlich zu machen. Edgar nicht spröde, wenn ihr Kavalier sich ihr gegenüber weisung:„ Dies Mädchen ist sofort ohne vorherigen Hoover erklärte:" Dies ist der größte Sieg der gewisse Freiheiten herausnahm. In dem Augenblick jedoch, in dem er sich am die Bonnie Parker auf ihren Nachtfahrten zu pasAnruf niederzuschießen!" An sämtlichen Landstraßen, Die Geschichte dieser Verbrecherin flingt wie ein Biel seiner Hoffnungen glaubte, fühlte er plöblich überdurchschnittlich einfallsreicher Striminalroman. den falten Stahl eines Revolvers im Naden, in der ſieren pflegte, wurden Hinterhalte angelegt. Aber Ende 1930 war Bonne Parter wegen rüdfälligen gleichen Sekunde frachte ein Schuß und er sant tot auch dies half noch nichts; fast unter den Augen der Konstabler schoß Bonnie Parker in wenigen Tagen Barenhausdiebstahls vom Gericht zu Galveston zu zusammen. Bonnie Parker leerte nun sorgfältig drei weitere Menschen nieder. fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Man seine Taschen, warf dann den Leichnam zum Fraß brachte sie zur Verbüßung der Strafe ins Bentral- für die in dieser Gegend noch ziemlich häufigen gefängnis von Dallas City, wo sie sich so muster- Coyots"( wilden Hunde) und Wildlaken in ein haft führte, daß ihr die letzten anderthalb Jahre der Gebüsch, zündete sich in Ruhe eine Bigarette an, Strafe erlassen wurden. Am Tage nach ihrer Frei- zählte ihre Beute und fuhr dann nach dem Schlupf lassung wurde sie die Geliebte des Schreckens von winkel ihrer Bande zurück. Tegas", des berüchtigten Gangsters Clyde Barrow, und gleichzeitig die„ Grefutorin" seiner Bande. Und nun begann eine der ungewöhnlichsten, abscheulichsten Verbrecherkarrieren, die die Annalen der amerikanischen Kriminalgeschichte jemals zu verzeichnen hatten. Die Feme Mörderin der Bande Buweilen empfing sie von Clyde Barrow auch besondere Aufträge. " ,, Du wirst heute abends Ralph mitnehmen, ihm die große Liebesszene vorspielen und ihn dann durch einen Schuß in den Naden erledigen. Er fängt an, unbequem zu werden..." Da setzte Edgar Hoover eine motorisierte Bri gabe seiner G- Men ein. Und icht ging Bonnie in die Falle. Eines Abends fichtete das Patrouillenauto der G- Men den eleganten Rennwagen Bonnie Barters, der in langsamem Tempo die Landstraße ents lang fuhr. Der Polizeiwagen schob sich quer vor die Fahrbahn und ein Kugelregen zerfetzte in wenigen Sekunden die Karosserie des Rennwagens zu einem förmlichen Sieb. Als die Beamten sich dann vorsichtig dem zerschossenen Wagen näherten, fanden sie zwei Tote: Bonnie Parker und Clyde Barrow, die diesmal eine wirkliche Liebesfahrt unternommen hatten. Die Rechte Bonnie Parkers umflammerte D. K., Clyde", antwortete die„ Töterin", und einen großen Revolver, den sie nicht mehr hatte abschießen fönnen, uno an ihren beiden Strumpfbän Pilsner Ausstellung verlängert. Auf viels Sie besuchte die vornehmen„ Night Clubs" und über ihre Geficht zog ein böſez Lächeln. Sie tötete ganz einfach aus der Lust am Töten. dern trug sie strei elegante Miniatur- Taschenſeitigen Wunsch der Schulen und Aussteller wurde schloß hier Bekanntschaft mit reichen Geschäftsleuten, Wenn das Opfer Geld oder Wertgegenstände bei sich revolver mit je sechs Schüffen. bie Jubiläumsausstellung in Pilsen bis 28. Sep- Millionärssöhnen und Ausländern. Entweder luben trug, so war dies angenehm, aber es war nicht un Go endete die„ Zöterin" Bonnie Parker, der tember verlängert. diese die schöne Frau nach Lokalschluß selbst zu bedingt notwendig. Sie selber gab häufig noch einen Schreden der Südweststaaten, auf der vielleicht ein Autoindustrieller Frik Opel gestorben. einer nächtlichen Autofahrt ein, oder Bonnie Parker Teil ihres Beuteanteils an die Bande ab. Eines zigen nächtlichen Autofahrt, auf der es nicht ihre Dienstag zwischen 6 und 7 Uhr früh ist in einem tat dies und fuhr in ihrer eigenen Limusine mit Tages schoß sie sogar zwei Polizeibeamte nieber, nur Absicht gewesen war, zu morden. Wiener Ringstraßen- Hotel der bekannte Autos ihrem Opfer aufs Land hinaus, weil diese sie wegen au schnellen Fahrens auf Allen E. King. Das System der Nachtfahrten" Bonnie Parters besondere Spezialität waren ihre Nachtfahrten". it it e R E en pie 11, f cr er ent ris in uto ats its bie gen ent or fie bie en rie mbs in der in hre Nr. 204 Volkswirtschaft und Sozialpolitik Neue Industrieabwanderung aus dem Grenzgebiet Die Baumwoll und Wollwarenfabrik Skotnica& Finger hat ihr Lager und ihre Verkaufsräumlichkeiten von Warnsdorf nach Brünn verlegt. Erzeugung und Fabritskanzlei bleiben vorläufig noch Mittwoch, 31. August 1938 jüdische Banken in Berlin und Frankfurt a. M. weits, und dessen Finanzierung durch Sichtwechsel auf den aus die wichtigsten Devisenabgeber geblieben. Dies Staat, auf einem erhöhten Erport basierten, so betrop Judenheze! greift man heute, warum von den girta 14 milliarden dieser Sichtwechsel heute airka 8 Milliarden unlösbar sind und auf Perioden bis 1944 verlängert werden müssen. Nach den Meinungen in Finanz freisen bleiben Deutschland drei Möglichkeiten: Rettung durch Verzicht auf die Autartie, Anschluß an die Weltiwirtschaft oder unvermeidliche Katastrophe. Da beides ein Prestige, ia sogar eine Eristensfrage für das ganze Regime ist, so bleibt ihm als dritte Möglichkeit nur der Krieg! Parallel mit der katastrophalen Finanzlage geht der deutsche Erport für 1988 start zurück. Aus einer in diesen Tagen verbreiteten Radiomeldung aus Berlin konnte man schließen, daß für die ersten sieben Monate 1938 Hamburg allein um 800.000 Tonnen geringeren Hafenberkehr aufweist, als in der gleichen Periode 1987. Wovon annähernd 500.000 auf den Erport entfallen. Wenn man bedenkt, daß der Arbeitsplan Hitlers in Warnsdorf. Das Unternehmen hatte Die französischen Die französischen Frontkämpfer und der Friede mit allen Abteilungen seit zwanzig Jahren seinen Siz in Warnsdorf. Entschädigung für die durch Viehseuche entstandenen Verluste Das Landwirtschaftsministerium hat Nichts linien für die Entschädigung der durch die Viehfeuche entstandenen Verluste ausgegeben. Entschädigungen werden wie bereits bekannt ist nur Landwirten gewährt, bei denen die Schäden existenzgefährdend sind. Entschädigungen werden erteilt: auf Verluste, die durch Verenden oder starte Beschädigung bis einschließlich 15. August verursacht wurden, im Betrage von 600 Kč für ein erwachsenes Rind und sodann von Jungbieh bon 400 Kč abwärts bis 150 Kč und 50 Kč für eine Ziege. Von Rene Cassin, Paris, Professor an der Sorbonne, Präsident der Union federale des Anciens Combattants", Ständiger Delegierter Frankreichs beim Völker bunde, Kommandeur der Ehrenlegion Man erhält für 100 Reichsmart Markmünzen 100 rumänische Lei. 100 polnische Zloty 100 ungarische Bengö 100 Schweizer Franken 100 französische Francs 1 englisches Pfund. 1 amerikanischer Dollar 100 italienische Lire. 100 holländische Gulden. 100 iugoslawische Dinare 100 Belgas.. 100 dänische Kronen 100 schwedische Kronen. Seite 8 Kč 489.620.17.48 548.50 588.50 666.79.20 142.88 28.95 149.40 1587.64.80 489.633.734.licher Weise suchte ja früher auch Frick im Reich zu beschwichtigen), worauf der nationalsozialisti Ich war seit dem Jahre 1919 stets von der len Sibung, in allen Veröffentlichungen und Ma- fche Gauleiter Globotschnit einen wütenden Ausabsoluten Ueberzeugung durchdrungen, daß die nifestationen hat die Union ihre Meinung über fall gegen Seyß- Inquart unternahm. Daß Tschechoslowakische Republit einen diese Probleme in aller Offenheit zum AusBürckel abgesägt sei, ist noch keineswegs zutreffend. der Schlüssel zur Aufrechterhaltung drude gebracht. Zuletzt bot sich die Gelegenheit Aber er hat von seiner Mission in Desterreich des europäischen Gleichgewichtes onläßlich des nationalen Kongresses in Nizza im bereits mehr als genug. Davon zeugt fein Ausdarstellt. In den letzten Monaten habe ich auf Mai dieses Jahres, wo die Union neuerdings ein- spruch: Lieber zehn Jahre im Saargebiet als ein allen Gebieten gegen die böswillige Kampagne an- deutig ihre Stellung präzisierte. Und sie ver- Jahr in Wien. Der Boden dort ist freilich nicht gekämpft, die sich das Ziel gesteckt hat, Zweifel an mochte dieselbe Haltung, die sie selbst einnimmt. angenehm. Davon zeugen die Verhaftungen, die der Lebenswichtigkeit der Tschechoslowakei zu er- ci den anderen großen Verbänden, der FIDAC täglich vorgenommen werden und von denen man vecken. Und ich gebe der begründeten Hoffnung und CIAMAC, ebenfalls festzustellen, Organisa- auch an öffentlichen Pläßen, wie am Naschmarkt, an der strategischen, politischen und moralischen Witgliedern zu den wichtigsten der französischen der sogenannte Dachau- Expreß mit etwa 700 Ausdruck, daß das französische Volk, im Festhalten tionen, die mit rund einer Million freiwilligen Beuge sein kann. Jede Woche geht ein Zug Solidarität übereinstimmend, im Falle eines nicht- Mepublik gehören. In der Generalresolution des Verhafteten nach Dachau. All das macht böses provozierten Angriffes auf Prag treu auf Stongresses heißt es: Blut. Besonders groß ist die Erbitterung in Oesters Die Krankenversicherung im Juli Seiten der Moldaurepublik stehen„ Wir begrüßen freudig den erwachten Weitz reich über die Einziehung zum Militär. NichtsDie Prämieneinnahmen in der Krankenver- würde, und zwar, was das Wesentliche iſt, nicht blick und die Energie Frankreichs und Englands, destoweniger läuft alles in Abzeichen herum. Wer ſicherung betrugen im Juli d. I. bei den Anstalten, nur ſeine Führer, sondern die breiten Wawelche wiederholt der Tschechoslowakischen Repu- lein Abzeichen hat, wird angerempelt. Dabei hat welche der ZSVA unterſtehen, Kč 78,075.487.10 en ſelbſt. Je offener und zielsicherer die Politik blif, die sich start und ruhig zeigte, die Möglich man eine Unterſcheidung vorgenommen, die mar ( im Juli 1937 Kč 75,200.442.46). Größerer Tschechoslowakei sein wird, desto größerer wird keit boten, der drohenden Vernichtung Widerstand im Reich nicht fannte. Es gibt große Abzeichen für geworden sind auch die Ausgaben, die heuer Kč pie lebereinstimmung aller französischen Volks zu Icisten." die alten Mitglieder, die ehemaligen Illegalen, 77,828.807.33, im Vorjahr Kč 73,287.260.48 schichten sein. Ich bin seit den Julitagen des Jahund fleine Abzeichen für die Märzgefallener betrugen. Die Zahl der Versicherten betrug res 1914 der Ueberzeugung, daß die Zusammendie auf diese Weise schon abgestempelt sind. Als 2,454.860, davon 891.952 Frauen, gegenüber arbeit Frankreichs und Englands die HauptbedinKuriosum sei erwähnt, daß man unter den UniJuli 1937 mehr um 29.550 und gegenüber gung zur Aufrechterhaltung des Friedens darstellt. formierten jetzt auch Marine- SA erblickt. Hat Juni 1988 mehr um 27.663. Die Summe Die Maitage dieses Jahres haben jedem, der daran doch Desterreich oder vielmehr die Ostmark, wie der anrechenbaren Löhne machte heuer Kč noch zweifelte, die Richtigkeit meiner Anschauung Ich glaube nicht daran, daß ein Krieg un- man heute sagen muß, da man den Namen Oester 1.167,726.000, im Vorjahr Kč 1.114,514.000 bewiesen. Man kann und muß den Frieden ret- ausweichlich bevorsteht. Die Gefahren sind zwei- reich bewußt auszurotten versuchte jetzt seine ten, indem man die bereits ausgebrochenen Brände fellos sehr groß. Aber da ein Krieg, ebenso wie Donau- Flottille. Die Cafés sind tot. Das Kaffeelöscht, indem man ferner verhindert, daß neue das gestern, nichts als Vernichtung brächte, auch seinen hausleben hat, von wenigen Ausnahmen abgeHerz unseres Erdteils ergreifen und daß die Urhebern nichts anderes, bin ich der Ansicht, daß sehen, aufgehört. Die Nationalsozialisten haben Sozialgesundheitliche Fürsorge Feinde der kollektiven Sicherheit den Völkerbund er verhindert werden kann. Europa kann, wenn erklärt, das sei eine jüdische Einrichtung gewesen. der Krankenversicherung vakt völlig zerstören. Es heißt, den Völkerbund es will, auch eine friedliche Lösung der offenen die man abschaffen müsse, denn jetzt habe man in Nach Maßgabe des finanziellen Standes mit neuen Sträften zu erfüllen, um die tonkreten Probleme herbeiführen. In der Ueberzeugung der Anstalt kann die Krantentasse in größerem Probleme des Zusammenlebens der Völler zu aber, daß jeder Krieg furchtbar wäre, müssen die Desterreich zu arbeiten. Auch dieser Eingrifi oder kleinerem Umfang nach den Richtlinien ihrer lösen. Diese Rekonstruktion des Genfer Bundes friedliebenden Länder der Erde alle Kräfte zur Seite aber geht man auf den Massenfang aus. Statuten freiwillige Leistungen übernehmen. erfordert aber nicht nur die Zusammenarbeit der Mäßigung und Schlichtung einsehen. Ebenso wie man durch die Parforcejagd auf FreiAußerdem organisieren die Krankenversicherungs- Regierungen, sondern aller öfonomischen, geistigen Die tulturelle und zivilisator is wild den Böbel zu gewinnen versuchte, so versucht anstalten ohne geselinie ſozial- und moralischen Kräfte der Völker. sche Mission Prags ist immer wichtig ge- man den kleinen Mann durch pseudo- sozialistische Eine große aus. Die Union hat ferner ausdrücklich das Erifrenzproblem des tschechoslowakischen Wolfes als für die Erhaltung des Friedens von allerhöchster Bedeutung dargelegt. machte natürlich böses Blut. Auf der anderen gesundheitliche Fürsorge Zahl von Kaffen führte z. B. in den Jahren Tschechoslowakischen Republik fennen zu lernen Ge- feinem Aufgabengebiet, der Zusammenführung Ein Unternehmer, der 168 Mann beschäftigte, Republit au lernen geweſen, ſie ist es heute um fo mehr, als Wien in Maßnahmen ans Regime zu feffeln. Ein Beiſpiel: 1936/38 eine ausgedehnte Aktion für die Diph- legenheit hatte, schenkt diesen sein volles Ber- lateinischer, germanischer und slawischer Kultur, mußte 30 Leute mehr einstellen. Außerdem wurde iserieimpfung der Kinder durch, die anderen An- trauen, und die öffentliche Meinung Frankreichs fchmgelegt worden ist. Die Welt braucht Kultur- er gezivungen, mit einem Aufwand von 18.000 ſtalten beteiligten sich an dem Aufivand, der viele hat es gelernt, dieſe unſere Meinung uneinge zentren wie Belgien, Holland, die Schweiz, die Schilling einen Riesenraum herrichten zu laſſen, Hunderttausende ausmachte, mit Beiträgen. ichränkt zu teilen. Ohne Zweifel gibt es noch im Tschechoslowakei. Der Franzose iſt ſich darüber der für die Ruhestunde beſtimmt ist, Radio und Mehrere zehntausende Kinder werden jährlich aufmer Leute, die sich von der lebhaften Kampagne durchaus im flaren. Deswegen wird unser andere Dinge enthält. Der eine Mann, der beErholungsaufenthalt geſchicht. Die Deffentlichkeit beeindrucken laffen, die gegen die befreundete Mol- and immer die Rechte der sogenannten„ fleinen troffen wurde, ist natürlich erbittert. Zufrieden wird sicher anerkennen, daß diese ohne Verpflich- daurepublit geführt wird. Viele dieſer Leute ge-„ Nationen" im Konzert der Weltmächte verteidihören sogar führenden Kreisen an, dle nichts tung übernommenen freiwilligen Leistungen viel gen und stüßen. energischer fordern, als die Aufrechterhaltung des Gutes gebracht haben. Friedens im eigenen Lande. Unsere Freunde Unfallverhütungsschau mögen sich aber nicht beirren Taffen. Sie können überzeugt sein: das französische Volkin feinererbrüdenden Mehrheit steht auf feiten des Rechtes und der Ges rechtigte it! In diesem Sinne ist es stets bereit, alle ſeine Kräfte aufzubieten, um in den Tagen der Gefahr die Treue zu seinen freiwillig übernommenen Verpflichtungen zu beweisen. auf der Prager Messe Prag. In dem Bestreben durch Aufklärung und Belehrung zur Unfallsverhütung beizutragen, wird bereits zum siebenten Male im Rahmen der Prager Messe eine Unfallverhütungsschau veranstaltet. Diese Abteilung, welche stets das große Die große Frontfämpferorganisation Union Gebiet der Unfallverhütung von einer neuen Seite beleuchtet, hat immer volle Aufmerksamkeit der federale des Anciens Combattants" hat im Fachkreise und der Oeffentlichkeit gefunden. Die mer in der ersten Reihe derjenigen gefämpft, die diesjährige Schau wird größer als vor einem die Erreichung und Sicherung des Weltfriedens Jahre sein. In Bildern, Zusammenstellungen und anstrebten. Sie war es, die mit aller Energie Objekten wird anschaulich dargestellt, wie mit ver- egen alle Unternehmungen aufstand, die ihn geschiedenen Maschinen und Geräten, elektrischen fährden. In jeder nationalen und internationaEinrichtungen usw. umzugehen ist und wie sich Berufstätige und Menschen im allgemeinen vor Unfällen zu schüßen haben. Interessant ist auch wie Sport Festspiele gestellt sind aber nicht nur die 30, die Arbeit fanden, sondern auch die 168, deren Arbeit erleichtert wurde, und sie alle zusammen schauen zunächst nicht weiter und nicht hinter die Kulisse. So ist das rung ist auf Grund der österreichischen Mentalität und des frischen Erlebens viel unzufriedener. als die Stimmung im Reich ist, ein Teil wiederum lebt noch im Rausch und ist noch in der gegenseitigen Stimmung befangen. Aus dem österreichischen Gesamtbild uneinheitlich. Ein Teil der Bevölke Paradies ( Aeropress.) Der antisemitische Feldzug hat bereits heute in Desterreich unabsehbare Folgen. In den nationalsozialistischen Blättern tauchen Anspielungen auf, in denen es heißt, es sei nicht gerade angebracht, daß ein Großgrundbesißer sich drei Strumpf- und zwei Hemdengeschäfte aneigne. Ihr seid zu jeder Zerstörung bereit, An dem Raubzug scheint man sich also unter- reißt nieder, daß Neues entstehe. ſchiedslos zu beteiligen. Sehß- Inquart beging die Ihr seid damit wohl auf der Höhe der Zeit, Eigenmächtigkeit, zu erklären, daß man keine Ausrottung der Juden wolle, sondern nur die doch ist drum die Zeit auf der Höhe? Ausschaltung aus dem öffentlichen Leben( in ähn Franz Grillparzer rine afteilung, in der gezeigt wird, the chat in altrömischen Theatern Durchmesser ist es eines der größten Frank- bei fluger und vorsichtiger Auswahl der Berle Lebensführung zur Hebung der Gesundheit beiträgt u. a. m. Die Schau, die heuer neues Material bringen wird, ist im Industriepalaste am Alten Ausstellungsgelände untergebracht und wird zweifellos auch diesmal ungeteiltes Interesse bei allen Besuchern finden. d. J. in London abgehalten. Die letzte Sibung fand, wie erinnerlich, im Oktober des vergange nen Jahres in Prag statt. Es ist auffallend, daß von den Bauten aus der Römerzeit gerade die Theater die Jahrtausende in so großer Zahl überdauert haben. Man benft zunächst natürlich an das mächtige Kollofeum in Rom, an die Arena in Verona, an das beieinander. Wo früher ein ländliches Dorfviertel sich ers| Wenn auch nicht ein neues Bayreuth oder Salzhob, bestaunt man heute das in elegantem Bogen burg dort erstehen wird, so kann doch die Eigensich öffnende Amphitheater. Mit seinen 116 Me- art dieser außergewöhnlichen Bühnenverhältnisse reichs. 42 Stufen übereinander ergeben eine Siß- und tattvoller Inszenierung eine große Bereichefläche von 4600 Meter. Wenn man für jeden Siz rung der sommerlichen Festspielzeiten sein. einen halben Meter rechnet, so kommt man aus die stattliche Zahl von 9200 Sipplägen. Es ist schon eigenartig reizvoll, auf den antilen Stufen eines solchen Theaters städtisches Publikum in modernen Kleidern, vermischt mit den seltsamen pittoresten Typen der Landbevöl ferung zu sehen. Es sitzt sich gewiß nicht so be ferung zu sehen. Es ſißt sich gewiß nicht so bequem wie in den Fauteuils unserer modernen Theater, dafür aber hat man die südliche Sonne, den eigentümlich flaren Himmel Südfrankreichs Die Fülle der erhaltenen antiken Theater, über sich. Der Bau geht auf die Zeit des Kaisers Theater in Fiesole bei Florenz. Auffallender aber Auguſtus zurüd. Damals muß Vienne, das mert ist noch, daß in den außeritalienischen römischen würdigerweise den gleichen Namen führt, wie Provinzen so viele derartige Bauten erhalten sind. Wien an der Donau, eine reiche und elegante Die kommende Sitzung Besonders reich ist Südfrankreich an römischen Stadt gewesen sein, wenn sie sich ein solches Theades IAA- Verwaltungsrates Auf Einladung der englischen Regierung Theatern. In Nimes, Drange, Arles, Fourtière ter leisten konnte. Es war die Hauptstadt einer wird die nächste Sitzung des Verwaltungsrates des sind Prachtbauten großen Umfanges gut erhalten. der 17 gallischen Provinzen des römischen ReiInternationalen Arbeitsamtes am 25. Oktober Dabei liegen diese kleinen Orte relativ sehr nahe ches. Am Zusammenfluß der Rhône und des ihre reiche Ausstattung und ihr ungewöhnlich weiIn diesen Tagen ist in Vienne an der Rhône delszentrum sein. Martial nennt die Stadt ter, sondern gleichzeitig die unserer Varietés und ein antites Theater freigelegt und eingeweiht Bienne pulchra", das schöne Wien, nein, das einrichtung war. Allerdings ist zu bedenken, daß diese Bauten nicht nur die Funktion unserer Thea= worden. Die Stadt liegt nur knappe 30 Kilometer schöne Vienna. Noch ein anderes römisches Theater aus die ter, sondern gleichzeitig die unserer Vorietés und Das„ tausendjährige" Reich wackelt südlich von Lyon, iſt ein malerisch auf den hügeligen Ufern der Rhône gelegenes fleines Provinz fer Gegend hat in jüngster Zeit die Aufmerksam Birkusse hatten. Wenn die Cäsaren es für not. Bern.( Insa.) Aus Banktreisen wird der Ber- nest. Bis zum Jahre 1922 war der Hügel, auf teit auf sich gezogen. Der Leiter der Großen Pa- wendig hielten, in den Provinzen, wo doch außer ner Tagwacht" mitgeteilt: Die in der Schweiz ein- den das Theater erbaut ist, und der mit schöner riser Oper hat mit seinem Ensemble im antifen den Soldaten nur eine recht beschränkte Anzahl laufenden Berichte aus Nazi- Deutschland werden von Sicht das ganze Tal beherrscht, mit Häusern, Theater von Orange Glucks große Oper" Al- römischer Bürger lebten, so große Theater zu Tag zu Tag schlechter. Die Industrie- und Konzern- Repfel- und Mandelbäumen bedeckt. Von dem ceſte" ausgeführt. Der antike Stoff der Oper, die bauen und zu unterhalten, muß wohl ihre Ansicht aftien werden trotz offiziellen Beschwichtigungen in Theater war nichts zu sehen. Damals begann man großen einfachen Linien der genialen Musik, die richtig gewesen sein, daß diese das beste Propaeinem immer größeren Umfang auf den Markt ge- mit den Ausgrabungsarbeiten. Wege mußten ver- Entwicklung der Chöre und der Tanzgruppen, all gandamittel waren, den unterworfenen Völkern worfen. Die Kapitalflucht geht weiter und es ist legt, blühende Gärten abgeholzt und zahlreiche das paßte vorzüglich in den Rahmen dieses Baues. römische Kultur beizubringen. Die Kunst war pilant, festzustellen, daß die Nazi- Bonzen sich nicht Häuser niedergelegt werden, um das Bauwerk nach Die Aufführung war ein voller Erfolg. Es sollen offenbar eine ebenso mächtige Stüße der weltscheuen, ihre Gelder durch Silfe von Juden ins Aus- Jahrtausenden wieder ans Licht zu bringen. daher von nun ab jedes Jahr Festspiele in dem politischen Bedeutung des Römerreiches wie das Land zu schieben. Belanntlich sind seit Jahren gewisse 30.000 bm. Erde mußten weggeräumt werden. herrlich gelegenen Städtchen Drange stattfinden. Militär und die Ausbreitung des Handels. E. 3. Seite 6 Prager Zeitung ,, Sozialdemokrat" staatlichen Regulierungsfommiffion in Prag I, Neues Rathaus, 3. Stod, auf. Die Staatsbahndirektion in Prag teilt mit, daß die Fahrten in die Hohe Tatra, nach Zdiar und nach Karpathorußland gesichert find. Auch die Voltsfahrt nach Karpathorußland für 259 Kč ift Ausflugszüge neben dem Wilson- Bahnhof. Telephon 383-85 entgegengenommen. Schulungslager des Kreises Prag( artigen Regen begleitet war. Im Nu waren eine gesichert. Anmeldungen werden noch im Referat der der SJ Vom 21. bis zum 28. August hatte die Prager SJ. ein Schulungslager auf der Hořalfa, dem wunderschöner Lager der„ Dělnická akademie". Gleichzeitig lief dort ein Kurs der tschechischen Metallarbeiterjugend. Die SJ verbrachte einen großen Teil der Freizeit gemeinsam mit ihnen b Sport und Spiel; am Abend sang man gemein sam, hörte schöne Musif, ließ Filme laufen und man muß sagen, daß die tschechische Jugend viel beigetragen hat, der Schulung einen frohen Rahmen zu geben. Die Schulung wurde durch einen Wochen endkurs eingeleitet, zu dem auch viele Jugendliche tamen, die während der Woche selbst feine Zeit hatten. Es wurde über die Grundbegriffe des Marrismus, die wichtigsten Fragen des Sozialismus, die theoretischen Grundlagen für die praktische Arbeit gesprochen. Während der Woche wurde nun ein fleinerer Streis viel für den Gruppenbetrieb er arbeitet. Wie Ieite ich einen Gruppenabend", ..Wie mache ich einen politischen Bericht". Wie stelle ich ein Referat zusammen" und ähnliche Themen wurden usgearbeitet. Zum Abschluß famen zwei besonders wertvolle Referenten: Laštovička, Kommandant einer internationalen Batterie in Spanien, berichtete vom bisherigen politischen und strategischen Verlauf des Bürgerkrieges. Er sagte viel Neues. Was am meisten erfreute, ist, daß das republikanische Spanien heute wie am ersten Tage unerschütterlich daran glaubt, daß es siegen wird. Zum Schluß; sprach Herr Major Valla über die ideologischen Grundlagen unserer Armee und davon, daß unsere Armee demokratisch ist und nur dann in einen Krieg geht, wenn die Demofratie verteidigt werden muß. Alle waren froh, solche Worte von dem Herrn Major zu hören, denn sie können eine Gewähr dafür sein, daß die Demokratie verteidigt wird. Aus der Stadtgemeinde Prag 1200 Kilometer Wasserleitungsröhren laufen durch Prag. Das Anwachsen der Stadt macht auch dac ständige Antvachsen lebenswichtiger Einrichtun ger für die Großstadt notwendig. Von sehr wesentlicher Bedeutung ist die Versorgung Prags mit Trinkund Nuzwasser. Erweiterung des Wasserleitungs neges, feine ständige Auswechslung, sie sind Forderungen der Sngiene. Das zweite seit 1928 in GroßBrag gelegte Wafferleitungsnetz hat eine Länge von 87.951 Meter, insgesamt beträgt das Wasserleitungsnes der Hauptstadt 1,215.586 Meter gleich 1200 Kilometer Wasserleitungsröhren in Prag. Der Einspruch der Kommunistischen Bartei gegen die neugewählten Referenten der Stadt Prag wurde vom Landesamt abgelehnt. Für die Toten von Prag wird der Raum auf der: jezigen Friedhöfen immer knapper. Die städtische Verwaltung hat diesem Mangel Rechnung getragen und vorgebeugt. Sie hat in Prag Chodov ein Grundstüd angekauft, das zu einem neuen Friedhof ausgebaut wird. Schon ist der Kompler mit einer Mauer umgeben, das Eingangstor zur Anlage fichts bac und das Verwaltungsgebäude bereits fertig. Man rechnet damit, daß die ersten Begräbniffe noch in diesem Jahr in Chodov stattfinden können, und zivar werden vorerst die Toten von Pantray. Nuile, aus den Masaryfhäusern in Srtich, später auch die Toten anderer Prager Be zirfe in Chodov ihre Ruhestätte finden. Die Elektris schen Unternehmungen werden das Straßenbahnnet bi: Chodov- Station Friedhof erweitern. ganze Reihe von Straßen überschwemmt und die Fahrzeuge mußten sich durch wahre Bäche den Weg bahnen. Es gab auch einige heftige Blizschläge, durch die Störungen im Telephonverkehr auftraten. Es handelte sich zweifellos um das stärkste Gewitter, das im heurigen Jahre Prag heimſuchte. Unfälle und Delifte im Prager Polizeirayon. Bei einem Zusammen stoß in der Strojická in Holleschowiß erlitten zwei Chauffeure, W. Rýba und 3. Kučera, schwere Verlegungen. Wer den Zu fammenstoß; verursachte, wird das Verfahren flar ſtellen; Ribat Tenkte einen Lastkraftwagen, Sučera ein Personenauto. Der Motorradfabrer Janaz Bisef überfuhr die 35jährige Sausge Hilfin Marie Kyjovitá in ploubětin in der Poděbradifá. Die Hausgehilfin erlitt sehr schwere Verlegungen. Auch diefer Unfall wird ein gerichtliches Nach viel haben. Arbeitsunfall. Der 25jährige Branz Slomel arbeitete an einem Kohlenfran im elektrischen Wert Holleschowiß, dabei geriet er mit dem Fuß in das Rad des Krans und wurde schwer verlegt. Er stahl und wußte nicht warum! Vielleicht ist der 36jährige Buchhalter, den die Polizei auf Grund einer Anzeige der Ge pädträger eines Bahnhofs in Prag verhaftete, cin 52 Festigen Sie den Erfolg der Kur in BAD LUHAČOVICE durch Fortsetzung derselben zuhause. Verlangen Sie die Broschüre über Hauskuren bei der Badeverwaltung. Kleptomane. Er behauptet, er wisse wirtIi d) nicht, warum er einen Stoffer auf dem Bahnhof entwendete. In dem Koffer befanden sich Wert segenstände, die 4000 Kč repräsentierten. Schnellbügelanstalt und Schnellver haftung. Ein 28jähriger Mann hatte es sehr eilig, seine ofen in einer Schnellplättanſtalt herrichten zu lassen. Noch eiliger hatte er es mit dem Fortgehen aus der Kabine, in der er auf seine Hose wartete. Da nahm er nämlich gleich ein Paar andere Hosen mit, doch sehr schnell hatte man ihn er wischt und dem Gericht übergeben. Schlimmer handelte die 45jährige St. Broučková, denn sie suchte ihre Opfer unter den arbeitslosen Frauen, denen sie Staatsstellungen zu vermitteln versprad) und sich Gelder für„ Stempel" geben ließ. Diese veruntreute Frauen einen Gehalt von 600 Kč, den sie angeblich jie. Die Schlaue versprach allen diesen arbeitslosen ir diesen„ Staatsstellungen" erhalten werden. Sein Wunder, wenn die Leute in der Hoffnung auf Arbeit ihr die Stempelgebühren" bezahlten. In zehn Prager Schokoladenfabriken bielten die Arbeiter Versammlungen ab, in denen über ihre Forderungen gesprochen wurde. Einstimmig fam gum Ausdruck, daß die Geduld der Angestellten dieser Zuf fertvarenfabriken zu Ende ist und sie- falls die Unternehmer ihre berechtigten Forderungen nach Abschluß von Stollektiv-, Arbeits- und Lohnverträgen sowie Auszahlung einer Teuerungszulage nicht erfüllen sollten, in den Streit treten werden. In den nächsten Tagen werden auch die in den an deren Schokoladen- und Zuderwarenbetrieben be bäftigten Arbeitnehmer die gleichen Versammlun gen abhalten und sich ihren Arbeitskollegen- falls auch diese Verhandlungen scheitern sollten- anschließen. Die hochmütigen Sklaven ihre Sehnsucht nach einander verging niemals. die Zelte aufrichten und das Mahl bereiten, setzen sich die Herren zusammen und reden. Der eine tommt soeben aus Rom; der andere, aus Arabien bergereist, verlangt Nachrichten von der Politik und den Ereignissen dort im entfernten Zentrum der Welt. Lilly Groß, Pilsen, Nám. Republiký 28, unters richtet wieder ab 1. September 1938 tschechisch, franzöfifch, deutsch, einzeln und in Cerceln. Kunst und Wissen 528 Die Luzerner Festspiele im Melniker Sender. Donnerstag, den 1. September, von 20.40 bis 22.30 Uhr, bringt der Sender Praa II eine lebertragung von den Luzerner Festivielen. Auf dem Programm stehen die Symphonie No. 1 von Johannes Brahms, die Symphonie h- moll( Unvollendete) von Franz Schubert und Les Préludes von Franz Liszt. Dirigent iſt Willem Mena el bera. In der Pause zwischen dem eriten und suveiten Musikstüd wird eine Sörfolge nach E. Th. Hoffmann..reisleriana" ac sendet. Unser Soldat in der Kunst. Am 2. September wird eine Ausstellung Unser Soldat in der Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts" im Repräsentationshaus eröffnet werden. Diese Ausstellung veranstaltet die Vereinigung der bildenden Künstler in Prag und der Verband der tschechoslowakischen Offiziere unter Mitarbeit des Ministeriums für Nationalverteidiaung. Es werden dort Werfe von M. Aleš, Joief Mánes und anderen großen Künstlern des vori gen Jahrhunderts ausgestellt werden, die sich auf den Kampf für die Freiheit der Nation und auf die Sujjitenfämpfe beziehen. Der dritte Teil der Ausstellung wird sich mit dem Soldaten der Republit befaffen. Ueber die Tätigkeit des D. 39 im sechsten Jahre feines Beitandes teilt E. F. Burian, der Leiter und Schöpfer dieses Avantgardetheaters in einem Interview im česté Slovo" mit, daß sein Theater im 20. Jahre der Republik weiter aus Quellen der volkstümlichen Kunst und Boeiic ſchöpfen will. Diefe Tendenz offenbarte fich flaffisch in der..Volfsiuite". die im Sommer im Waldsteingarten aufgeführt wurde und unter allen dortigen Aufführungen den größten Erfolg verzeicmete. Dem D. 39 ist die Volfstracht, der Volkstanz. die Volfsvociic und Mujik nicht nur eine Angelegenheit der Antiquare und ber Museen und E. 7. Burian ist der Ansicht, daß der weg moderner Theaterbestrebunnen vom 201te zum Volfe führen soll. Tschechisches Intercke für alte deutsche Kultur. Gerade jetzt erscheint auf dem tschechischen Büchermarft die Uebersetzung des Werfes Johannes von Saaz Der Aldermann und der Tod". Die Herausgabe dieses Werkes, welches den Gipfel des deutschen Schriftiums in Böhmen um das Jahr 1400 darstellt, Mittwoch, 31. August 1938. An alle Nr. 204. Hausfrauen! Am 1. September eröffnen wir im Hause der neuen LIPPERT- Verkaufsräume in der Nähe des Pulverturmes unsere Hauswirtschaftliche Beratungsstelle In allen Fragen der Hauswirtschaft erhalten Sie dort täglich, u. zw. Montag, Mittwoch und Freitag von 9-1 Uhr vorm., Dienstag, Donnerstag und Samstag von 3-6 Uhr nachm., bereitwillig und kostenlos Rat und Auskunft. Julius Meinl Kaffee- und Tee- Import Adresse: Hauswirtschaftliche Beratungsstelle der Julius Meini A.-G., Prag I., Na Příkopě 35 Celetná ul. 38( Passage, Stiege B, I. Stock) Telefon: 228-67 zeugt davon, daß auf tschechischer Seite das Intereffe für wirkliche deutsche Stultur unvermindert weiter besteht wie früher. Spielplan des Deutschen Theaters. Donners tag, 1. September, 19.30 Uhr: Chrano von Beraerac"( neuinszeniert). Freitag, 20 1hr, im Waldsteingarten: Gärtnerin aus Liebe"( bei Regen im Deutschen Theater). Samstag, 20 11hr: Salome"( neuinszeniert). Sonntag, 19.30 Uhr: " Die Kameliendame". Spielplan der Kleinen Bühne. Donnerstag, 1. September, 19.30 Uhr: Flitterwochen"( Erſtaufführung). Freitag, 20" Uhr:„ Flitterwochen". Samstag, 19.30 Uhr: Sotel Sylvia Dunn" ( Erstaufführung).- Sonntag, 20 Uhr:„ Hotel Sylvia Dunn". Kinderfreunde Junghelfer am Mittwoch halb 18 Uhr: Be sprechung im Parteiheim. Urania- Kino ,, Röferl vom Wörthersee". Film mit Bühnenspiel!„ heinreise". Die fliegende Maus" und Ufawoche. 6, 9 Uhr. Freitag: Ausschließliche Premiere..Glüd vom Himmel". Starlustspiel mit Alexander, Szene aus dem Ruffenfilm„ Baltische Matrosen". Vihrog. List, Paulsen, Stolz. Dohm. Bienert etc. Aenderung des Regulierungsplanes für MittelLibeň. Beginnend mit dem 3, September 1938 leat Tauer von vier Wochen, d. i. bis einschließlich 30. die Staatliche Regulierungskommission für die September 1938, einen Entwurf betreffend die Ergänzung und Aenderung des Regulierungs- und Verbauungsplanes, durch den Teile des Gebietes von Brag VIII( Wittel- Libeň) mit den anliegenden Wolkenbruch über Prag. Am Dienstag nach eilen von Prag IX( Vysočany) und Prag XI mittag ging über Prag ein außerordentlich hef-( Bizfov) reguliert werden, zur öffentlichen Einsichtfiges Gewitter nieder, das von einem wolkenbruchnahme auf. Der Entwurf liegt in der Kanzlei der glauben, daß sie sich nie wiedersehen würden. Aber] Der Sklave setzte sich in einen Winkel; die Donner läßt er hören. Er brüllt, er brüllt durch Sflavin setzte sich in den entgegengeseßten Winkel. die Himmel wegen seines zerstörten Tempels." Nur die Jahre vergingen. Als sie ihn sich bewegen hörte, sagte sie talt Ta strömten auch aus seinen weitgeöffneten Augen Diese Geschichte wohl die hochmütigste ins Dunfel hinein:„ Ich bitte dich, mich nicht an die Tränen. Geschichte der Welt wurde mir von einem alten Zivei reiche Kaufleute begegnen sich zufällig zurühren, denn ich habe von dir keine Ketuba." in einer Daje. Während die Sklaven zur Nacht So saßen sie einander gegenüber und weinten Talmudlehrer erzählt. Ich konnte damals nur Er antwortete verächtlich:„ Ich, ein Priester, Ab- lautlos die ganze Nacht. Stichworte mitschreiben und bedauerte zunächst, fömmling von Hohepriestern, soll eine Sklavin bedie blumigen Arabesten des Erzählers fortlassen rühren!" Sie horchte auf, der schneidende Stolz Morgengeräusche sprangen auf: Ein Esel begann Vor dem Zelteingang wurde die Luft blau. zu müssen. Beim Wiederlesen merkte ich aber mit in der Stimme des Mannes verletzte sie und zu schreien. Im Zelt nebenan plauderte eine Frau leberraschung, daß gerade dieses klare Gerüst die brachte gleichzeitig, ohne daß sie es wußte, ihr mit ihrem Manne. Die zwei Stolzen saßen noch Vollkommenheitsregeln flaffischer Dramatik erBlut in wilde Erregung. Sie sagte noch eisiger aufrecht da im aufglimmenden Morgenschein. füllt. Ich gebe also die Fabel nüchtern und kahl stern abstammt, soll mich von einem Sklaven be- Brunnen klapperten Eimer. Leute wechselten Zuals er:" Ich, eine Priesterin, die von Hoheprie wieder, sozusagen als durchsichtigen Kristall der Draußen Knirschten Schritte im Sand. Am menschlichen Tragil. In Turmalla, im heiligen Rand, lebte ein Reichtümern hinüber. Der Eine jagt:" Ich besive weitoffenen Augen floffen langjam die Tränen; Lebt wohl, nie wieder werden wir uns begegnen!" rühren lassen!" Sie saß aufrecht, und aus ihren rufe: Macht schnell, wir müssen weiterreisen. nges verlobtes Paar, Benoni und Mirjam; beide einen Sklaven, deffen Schönheit in der ganzen aber er sah es nicht. waren Kinder von Hohepriestern des inneren Welt nicht noch einmal vorkommt." Der Andere Er regte sich nicht mehr; sie spürte trotzdem, Als das Morgenrot glühend ins Zelt brach. Tempels. Diese vornehmen jungen Leute galten erwidert:" Man jagt von meiner Sklavin das daß er nicht schlief. Sie flüsterte:„ Ob diese Nacht blickten sie sich in die totenbleichen Gesichter: dis als die überheblichsten der Stadt; man gestand selbe: ihre Schönheit kommt in der Welt nicht noch nicht vorübergeht? Ist es wohl schon Mitternacht?" Brautleute Benoni und Mirjam erkannten einihnen aber das Recht zum Hochmut zu, denn beide einmal vor." Sie verabreden, das Zusammentref- Er gab Antwort:„ Mir war gerade, als hörte ich ander. waren unsagbar schön. Kurz bevor sie heiraten fen auszunußen und die beiden Sklaven für diese eine Harfe tönen; das ist Mitternacht. Denn es In diesem Augenblick aber kamen die Kaufſollten, brachen die Legionen des Titus herein, ich geschrieben: Um Mitternacht wachte David berren heran und riefen höhniſch:„ Auf1 Auf, ihr Nach verzweiflungsvollem Kampf wurde Tur- tivierte, feinnervige Herren und wollen die elvige auf, als der Nordwind kam und die Harfe zum Stlaven, könnt ihr euch voneinander malla eingenommen und verwüstet. Schönheit nicht mit dieſen einzelnen Individuen Erflingen brachte, die über seinem Bette hing." reißen? Die Liebesnacht ist vorüber!" Die TepBenoni und Mirjam hielten sich an den Hän- aussterben lassen. Die Zeit schlich dahin. piche des Zelteingangs wurden zur Seite gerissen. den und gingen unbefümmert über die Straßen, Es ist über den fesselnden Gesprächen schon Wohl einige Stunden später tam es beiden Da sah man die zwei herrlichen jungen Gestalten zwischen Blutpfüßen und den Leichen ihrer tiefe Nacht geworden. Die Herren rufen durch die so vor, als grollte fern über der unendlichen siken, der ganze weite Naum des Zeltes lag swiFreunde. hindurch. Sie suchten gemeinsam den Dunkelheit nach ihren schönen Sklaven und brin- Wüste ein unhörbar tiefer, gräßlicher Donner.[ schen ihnen; nur ihre Oberkörper waren wie in Tod; aber die römischen Soldaten rissen sie im gen fic, ohne sich mit Erklärungen aufzuhalten, Der Sklave jagte:„ Jetzt eben wechseln die Wachen schmerzlichster Sehnsucht vornübergeworfen.. Getümmel auseinander, fesselten sie und schleppten in ein finsteres Zelt, welches mit weichen Polstern vor Gottes Palast. Der Herr setzt sich auf aus Beiden war zu gleicher Zeit das Herz gesie fort, weit über die See. Da mußten sie wohl ausgelegt ist; dort lassen sie das Paar allein. feinem Schlaf, er brüllt aus der Höhe und seinen brochen. Stephan 2a dner. Bezugsbedingungen: Bei Rustellung ins Haus oder bei Bezua durch die Poft monatlich Kč 17. vierteljährig Kč 51.- halbjährig Kč 102,-. ganzjährig Kč 204.-- Inserate Tarif billigit berechnet.- Rüdstellung von Vtanuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken. Die Beitungsfrantatur wurde von der Post- u. Telearabbendirektion mit Erlak Nr. 13.800/ VII/ 1930 crate werden laus bewilligt( Kontrollpostamt Praha 25. Druderei:.Orbis". Drud. Verlags- u. Beitungs-.- 6. aa -Nachdem der Wissensdurst gestillt ist, gleitet das Gespräch zu persönlichen Verhältnissen und