Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erſcheint mit Ausnahme des Montag täglich früh/ Einzelpreis 75 Heller Redaktion u. Verwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Rebatteur: Rarl Kern, Prag 18. Jahrgang Samstag, 3. September 1938 Unklarheit dauert an SdP vollständig von der Entscheidung Hitlers abhängig richtenbüro meldet: Reichskanzler Hitler empfing Berchtesgaden. Das deutsche Nach Subetendeutschen Partei Konrad Henlein, der auf Freitag auf dem Obersalzberg den Führer der Die Besprechung zwischen Konrad Henlein von 10.30 Uhr bis 14.30 Uhr verhandelte. Die Hierauf behandelte der Ministerrat die laus und Adolf Hitler, die auf englische Anregung Verhandlungen wurden sodann verschoben und fende Tagesordnung der wirtschaftlichen, perjonellen und Verwaltungsanträge. zustande kam, fand Freitag statt. Das amtliche werden Montag fortgesetzt werden. Sommuniqué des Deutschen Nachrichtenbüros ist Prag. Der Ministerrat hielt Freitag nachsehr dürftig und stellt nur eine vollkommende mittags seine reguläre Sigung ab, in welcher der Uebereinstimmung" fest. An der Unterredung Vorsitzende der Regierung einen Bericht über die nahmen auch noch Außenminister Ribbentrop, Berhandlungen des Komitees der Miniſter für Göring und Goebbels teil. Da das Ergebnis politische Fragen und über die Gesamtlage erWunsch Lord Runcimans einen Einblick in den bisher noch in ein geheimnisvolles Dunkel gestattete. berzeitigen Stand der Verhandlungen mit der taucht ist, bietet sich für allerhand Kombinatio- Auf dem Gebiete des internationalen Rech Prager Regierung geben sollte. Der Reichskanzler nen breiter Raum. Es neigen manche englische tes wurde beſchloſſen, daß die tschechoslowalijche nahm die Aufklärungen mit Interchie sur sem Streise einer hoffnungsvolleren Betrachtung zu, Regierung, soweit es sie betrifft, nicht auf den nis. Es ergab sich dabei eine vollkommene leber während die deutsche Presse weiterhin in die be- Bulgarien durch den Friedensvertrag von einstimmung in der Beurteilung der Lage. Nonfannte Sterbe schlägt. Der Mann, der kraft Neuilly auferlegten militärischen Beschränkungen rad Henlein, der noch am Mittagstisch des Reichsverharrt und daher einen den Staaten der Bal- fanzlers teilnahm, verließ am Nachmittag den seiner Machtfülle, über die er in Deutschland lan- Entente analogen Standpunkt einnimmt. Berghof. verfügt, die Verantwortung für den europäischen Frieden trägt, hat noch nicht gesprochen. Aus dem Inhalt: SdP- Leute demolieren Konsumvereinshaus SdP wirft Kriegsinvaliden aufs Pflaster Ueberschwemmungskatastrophe in Nordmähren Frontabschnitt Madrid Die Internationale der Frauen tagte Nr. 207 Deutschland isoliert Was jeder Deutsche, ob er innerhalb der Grenzen des Reiches lebte oder außerhalb, am Ende des Weltkrieges am beschämendsten empfun den hat, war di: Art, wie man das republikanische Deutschland, das am Ausbruch des Krieges keine Schuld trug, behandelt hat, daß man es ausstieß aus der Gemeinschaft der Nationen. Das war und bleibt die Schuld der Sieger im Weltkrieg, ihre men und in die Lage gelangt ist. Europa hart an Mitschuld daran, daß Hitler zur Herrschaft gelom bringen. den Abgrund eines neuen Weltgemezels zu Das republikanische Deutschland hat sich ehrlich bemüht, die Kluft zu überbrüden, welche sich zwischen ihm und den anderen Nationen aufgetan hat. Die zähe und geduldige Arbeit deutscher republikanischer Staatsmänner hat zur Konferenz von Locarno( 1925) und zum Eintritt Deutschlands in den Völkerbund geführt( 1926), wieder saß das Reich als Gleicher unter Gleichen in der Gesellschaft der Nationen. Langsam wurden im Dawes und Youngplan die unerträglichen finan Dafür waren die Beratungen am Freitag Hitlers Ziel: Zerschlagung der Bündnisse ziellen Laſten, wenn auch nicht abgebaut, ſo doch in der Hauptstadt unserer Republik um so umfangreicher. Vier Stunden weilten die SdpLondon. Die Reise Henleins nach Berch- Werkzeug für die Mitteilung der Entschließung Vertreter Kundt und Dr. Sebekowsky beim tesgaden ist von weiter internationaler Beden- Gitlers dienen wird. Bis zum Donnerstagabend Präsidenten der Republik. Anschließend wurde tung, denn das wahre Verhältnis der Subeten- ist über den Berlauf der Unterredungen in Berchneuerlich Lord Runciman vom Präsidenten Dr. deutschen Partei zu ihrem ausländischen Kom- tesgaden kein Bericht in Berlin eingetroffen. Es Beneš empfangen. Außerdem wurde bemerft, mando ist ganz offen hundgetan. In diesem wird den Sudetendeutschen überlassen bleiben, in daß die Besprechungen zwischen der SdP- Del- Sinne ist sie auch aufgefaßt worden. Der Pra- ihrer Antwort mitzuteilen, ob die Reichsregiegation und Dr. Benes am Montag fortgesetzt ger Korrespondent der News Chronicle" erklärt, rung sich entschieden habe, fie darin zu unter noch die die Abreise Henleins habe bewiesen, daß die Sn- ftützen, noch mehr zu verlangen. Die Miniſter, jeden Freitag stattfindende Sigung des Mini- detendeutsche Partei vollständig von der Entſchei die in Berchtesgaden weilen, gehören nicht zu sterrates statt, die sich natürlich auch mit den bung Hitlers abhänge und daß Deutschland tief denjenigen, die als die gemäßigſten gelten bei die inneren tschechoslowakischen Angelegenheiten Forderungen, die der tschechoslowakischen Regiepolitischen Fragen befaßte. Außerdem trat die eingreife. Der Korrespondent fügt aber hinzu, rung vorgelegt werden sollen, oder hinsichtlich der französische Regierung zu einer Beratung über das Lord Runciman wohl wünschte, daß Henlein Methoden, die zu ihrer Erfüllung angewendet die außenpolitischen Probleme zusammen und zu Hitler gehe, damit die erteilte Antwort, wie werden sollen. Aber offensichtlich werden sie Beder englische Botschafter hat von Ribbentrop anch immer sie beschaffen fei, auch Hitler binde. denken tragen, einen Plan vollkommen abzulehüber die Auffassung des englischen Kabinetts In diesem Sinne ist diese Reise auch außerhalb nen, der, sobald er veröffentlicht wird, der öffentunterrichtet. der Tschechoslowakei aufgefaßt worden. lichen Meinung der Welt als Grundlage für einen anständigen gerechten Ausgleich entsprechen tann. in So unklar auch der Weg ist, der in der Der Berliner Berichterstatter der„ Times" nächsten Zeit begangen wird, so sicher ist, daß brüdt das mit den Worten aus: Hitler aber wird die Demokratien sich mit allen Kräften bemühen, den Plan vom Standpunkte der Intereffen des Nach den Nachrichten aus später Nacht, die die Verhandlungen fortzusetzen, aber auch nicht Deutschen Reiches prüfen. Eines dieser Inter- hier nur in zwei Blättern abgedruckt sind, ist der eine eventuelle Verschärfung aus dem Auge ver- cffen ist die Zerschlagung des franzöfifch- tschecho- Blan nicht vollständig abgelehnt worden. Daily lieren. Frankreich hat seine Ostgrenze mit flowakisch- ruffifchen Bündniffes. Sorgfam wird Expreß" meldet aus Berlin, daß Hitler seine Truppen verstärkt und vor allem bringen die studiert werden, welche möglichen Wirkungen die eigenen Gegenvorschläge entworfen hat und daß vorgeschlagene Reorganisation des Staates auf Henlein sie nach Prag mitnehmen wird. Man Vereinigten Staaten von Nordamerika durch die die Zukunft der tschechoslowakischen Außenpolitik glaubt, fagt das Blatt, daß der Plan der AutoAufstellung einer neuen Flotte im Atlantischen haben wird. Das erinnert an die vor einigen nomie, die die Tschechen angeboten haben, mit Dzean zum Ausdruck, daß sie die Eventualität Tagen gemachte Aeußerung des diplomatischen Vorbehalten als eine Grundlage für weitere Vereines Eingreifens in einen europäischen Kon- Berichterstatters der" Times": Es handelt sich handlungen angenommen werden wird. Aufgabe flikt, also für England, in3 um weit mehr, als um die Schicksale der Tsche- Lo Mit, auf die Silfeleis na fer fallen auch die Auge fassen. In Rahmen ununterbrochenen Vorsprachen der Weststaaten in jenen Ländern, die nicht unmittelbar betroffen sind, von deren Stellungnahme jedoch außerordentlich viel abhängt. Die Qual der Ungewißheit ist noch nicht gemildert, schließlich wurden 1932 die Reparationen praktisch aufgehoben. Deutschland hatte sich wieder die Achtung aller Völker erworben. Dieses Kapitel, in fünfzehn Jahren schwer: erworben, ist vom Dritten Reiche in fünf Jahren gänzlich. vertan worden. Gewiß, Deutschland hat die Fesseln von Versailles zerbrochen, es hat ge.. rüstet, es hat heute eine Achtung gebietende militärische Macht. Aber Deutschland hält den Rüstungswettlauf mit der übrigen Welt nicht aus, ſein Kriegspotential bleibt numeriſch und wirtschaftlich jenem seiner Gegner unterlegen und es hat sich viel Feinde und wenig Freunde geschaffen. Das britische Weltreich war am 30. Jänner 1933, da Hitler die Regierung antrat, dem Deutschen Reiche nicht unfreundlich gesinnt und bereit, Deutschland politisch und ökonomisch zu helfen. Im Jahre 1938 hat aber Großbritannien dreimal dem Reich ein Halt zugerufen: im März( Rede Chamberlains), im Mai( als deutsche Truppen an unserer Grenze standen) und im August ( Rede Simons). Ebenso haben die Vereinigten Staaten von Nordamerika durch den Mund Roosevelts und Hulls unzweideutig erklärt, daß sie mit ihren Sympathien nicht bei Deutschland, sondern bei den demokratischen Staaten stehen. Und wo sind in der Stunde der Gefahr die Deutschlands Freunde, mit es den und der Sudetendeutschen. Unter diefen mehr einander nähert føllen. Die Möglichkeit Umständen wird es als eine ganz natürliche Sache eines Krieges wurde von dem Korrespondenten betrachtet, daß die Sudetendeutsche Partei als ein des„ Expreß" in Berlin als absurd bezeichnet. von den Menschen genommen. Das Ergebni Lebhafte Tätigkeit der Flugwaffe von Berchtesgaden ist noch nicht bekannt. Aber die dortigen Verhandlungen beweisen, daß die Beutine abgefalteten att denen, te bileterale der Berliner Außenpolitiker viel fester halten soll. ten als die Politik der kollektiven Sicherheit, welche von den Westmächten verkündet wurde? Deutschland hat mit Polen einen Freundschaftsvertrag geschlossen, wer glaubt in Europa, daß sich Polen an die Seite Deutschlands stellen wird, wenn des Reiches schverste Stunde täme? Bestenfalls( für Barcelona.( Ag. Eſp.) Am Mittwoch abends Fünf dreimotorige italienische Flugzeuge Deutschland) wird Polen neutral sein, die polniSdP keine judetendeutsche, sondern eine reichs. haben die leichten Bomber der Republit einen bombardierten den Hafen von Aguilas, Provinz ſche Armee wird für Deutschland nicht das Schwert Deutſche, teine demokratische, sondern eine faschi. Lastwagenzug mit marokkanischen Truppen auf Muria, in dem ein britisches Schiff lag, und dann aus der Scheide ziehen. Ebenso wird Ungarn zweiſtiſche Politik macht. Das Schicksal des judeten. der Straße von Abeſa nach Algerri angegriffen die Stadt, wodurch fünfzehn Zivilpersonen ge- fellos bemüht ſein, neutral zu bleiben, weil es beund aus 400 Meter Höhe bombardiert, worauf tötet und zahlreiche verwundet wurden. Auslän- fürchten muß, Kriegsschauplab zu werden. Die deutschen Volkes liegt längst nicht mehr in sei- die Flugzeuge heruntergingen und den Zug vier difche Flugzeuge bombardierten in der Nacht zum Hoffnung Deutschlands, Ungarn werde einen nen eigenen Händen, seine Interessen werden mal beschossen. Mehrere der Lastwagen wurden Donnerstag verschiedene katalonische Küstenorte überschattet von den Bedürfnissen des deutschen in Brand geschossen, der Feind erlitt sehr schwere südlich von Barcelona. Sie griffen auch einen Krieg in Mitteleuropa dazu benüken, mit dem Nationalsozialismus. Das ist die große Gefahr, Verluste. Hospitalzug an, wobei zwei Tote und 25 aufs Schwerte in der Hand ſeine Revisionswünsche die alle Menschen mit tiefer Besorgnis erfüllt. In der Ebrozone wurden Bomber von 20 neue Verletzte unter den verwundeten Reisenden durchzuseßen, wird sich kaum erfüllen. Und Fiatjagdflugzeugen und einer Messerschmidt zu beklagen sind. In der gleichen Nacht bombar- Italien, der Achsenfreund Deutschlands? Noch Die freitägigen Beratungen Patrouille angegriffen. Die republikanischen dierte ein italienisches Wafferflugzeug Alicante. sind die Worte Gandas in Erinnerung, der Bomber wehrten den Angriff ab und fehrten Donnerstag warf ein Invafionsflugzeng auf die Deutschland jede diplomatische Hilfe unversehrt in ihren Hafen zurück. Die ſie beglei- Umgebung von Valcara Bomben ab. Opfer find zusagte, aber von der militärischen höflich schwieg. tenden Jagdflugzeuge nahmen den Kampf auf glüdlicherweise nicht zu verzeichnen. Daß also die italienische Armee marschieren wird, und es gelang ihnen, drei Messerschmidtmaschinen wenn Hitler das Zeichen dazu gibt, ist zu beabzuschießen. aweifeln. Pra g. Der Präsident der Republik Dr. Benes empfing Freitag die Vertreter der Sudetendeutschen Partei, Abgeordneten Rundt und Dr. Scbekowsky. Es wurde die lehte private Aussprache vom 29. August über die Regelung der Nationalitätenverhältnisse fortgesetzt. Brag. Das Sekretariat der Mission Lord Lord| Toro Runciman empfing Freitag Profeffor Dr. Slavit, den Rektor der Karlsuniversität in Prag, und Dr. Josef Lesný, den Dekan der Philosophischen Fakultät in Prag. Der Präsident der Republik, Dr. Edvard Benes, empfing um 17 Uhr Lord Runciman und teilte ihm mit, daß er die Bertreter der Sudetendeutschen Partei empfing und mit ihnen Ueber der Estremadurafront wurde ein Fiatflugzeug, das mit neun anderen unsere Linien beschoß, von der Infanterie abgeschossen. Donnerstag um 19 Uhr 50 nahmen zehn republika nische Jagdflugzeuge, die einige Bomber beglei teten, den Kampf mit drei Fiatgeschwadern und sechs feindlichen Bombern auf. Zwei feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen, unsere Flugzeuge sind unversehrt zurückgekehrt. Ein republikanisches Jagdflugzeug ist bei einem anderen Luftkampf abgeschossen worden. Ruhe an den Fronten Deutschland ist isoliert. Alle Rüstungen reichen nicht aus, die Welt dem Willen des Reiches dienstbar zu machen. So wie im Weltkriege Saragoffa. An allen Fronten herrscht Ruhe, auch im Ebro- Knie, wo die Franco- Truppen vor turzem einen Angriff eröffneten, wie auch an der Estremadura- Front, wo die republikanischen Deutschland militärisch glänzend vorbereitet, aber Truppen in den letzten Tagen die verlorenen Pofitionen zurückeroberten. Die Infanterie beider politisch seinen Gegnern unterlegen war, so ist es Parteien ruht nach den harten Kämpfen aus.ießt. Die Herrschenden Deutschlands haben aus An der Ostfront unternahmen die republikanischen der großen Katastrophe, die 1918 das deutsche Truppen vor Sueras einen kurzen, aber heftigen Volk erreicht hat, nichts gelernt. Sie können einen Angriff auf die Franco- Pofitionen in der Sierra zweiten Weltkrieg entfeffeln, aber sie können ihn de Espadan. nicht gewinnen. «eite S „Sozialdemokrat" SamStag, 3. September 1988. Nr. 207 Kunst und Wissen V Selbstmord beweist— dann doch wieder einer Depression. Obwohl die Polizei sofort nach Aussindung der Toten alles veranlaßte, um die Leiche bergen zu können, lag diese von zwei Uhr morgens bis fast zehn Uhr vormittags an dem Orte des Unfalls. Daran trifft eigentlich niemand eine direkte Schuld, denn die RettungSgesellschast, die auch zur Nachtzeit Bereitschaft hält, darf Tote nicht aufnehmen lauhygienischen Gründen), die Auto- der Pathologischen Institute aber sind nacht- nicht zur Disposition. Du müßte irgendwie Abhilfe geschaffen werden.. Reklame zwecklos! WaS gefällt, wird gekauft. Wa- schön, praktisch und billig ist, wird am liebsten getragen. Amerikanische Frauen stellen da- immer unter Beweis. Gabardin, ein Material, welches bei der Schuherzeugung nicht beachtet wurde, hat jetzt da» Rennen gemacht. 70 Prozent aller amerikanischen Frauenfüße stecken In Schuhen au- Gabardin. Ersten- sind sie bequem, zweiten- halten sie lange au-, lassen sich leicht reinigen, ergänzen die Hetbst-Garderobe harmonisch und sind billig. Baka bringt in seiner neuen Herbstkollektion eine große Auswahl von Gabardin-Schuhen. 100 Wiederum Jugendliche al- Einbrecher. In der WohnUng de- Direktor- Fischl(Karolinental, Podi- brader Straße 15) läutete da- Telephon. Der Gattin- de- Direktors wurde mitgeteilt, ihrem Manne sei ein Unglück zugestoße» und er sei in das Allgemeine Krankenhaus gebracht worden. Die Frau begab sich natürlich sofort in da- Krankenhaus. Knapp nach dem Anruf läutete e- an der Wohnung des Direktor-. Die Hausgehilfin öffnete. Ein gut gc» klrideter junger Mann begehrte Einlaß. Während ihn da- Mädchen nach seinen Wünschen fragte, erschien plötzlich in der Tür ein zweiter Unbekannter. Sic forderten da- Mädchen auf, die Hände hochzuhalten und ganz still zu sein, Die Forderung bekam Nachdruck durch den aus da- Mädchen gerichteten Revolver. Doch die Hau-gchilsin rief trotzdem Wut unr Hilfe und die beiden Einbrecher liefen davon. Jhyen nach, die von dem Mädchen alarmierten Nachbarn und die Passanten auf der Straße. Schließlich endete die wilde Jagd mit der Gefangennahme der Eindringlinge. ES ist ein n e u,n z e h n j ä h r i g e r, arbeitsloser Schlosser und sein Freund, ein Achtzehnjähriger, Sohn auS gut bürgerlichem Hause. Er war der Revolverheld. Die Waffe warf e: bei der Flucht weg. die Polizei fand sie, sie war ungeladen. Die Jugendlichen wurden sofort in Haft genommen. Der lleberfall auf die Marie Keßler, Prag X I I, ist noch nicht aufgeklärt, die Polizei" fahndet nach. dem Täter und sordert alle, die zu der Feit ded, Ueberfalle- oder vorher verdächtige Beobachtungen machten auf, sich zu melden. Die Greisin hat sich soweit erholt, daß. sie Einzelheiten autsagen kann; du, Polizei sucht vor allem den Mann, der vor dem Hause Nr. 80 in der Französischen Straße mit seiner Fran und einem Kinderwagen, worin ein Kind lag, stand, und zwar zur Feit deS UebersallS und der den Töter hat sehen müssen. Unter die Räder eines Lastzuges warf sich die Frau eines Arbeiters in VrZovice,■ Die Unglückliche wurde erst vor kurzem an- einer Heilanstalt für Geisteskranke entlassen, doch unterlag sie— wie ihr Wer will nicht gefallen'? ES gibt wohl kein Wesen auf der Welt, welches nicht gefallen möchte! Und gär, wenn e- sich um ein weibliche- Wesen handelt. Denn die Frau ist doch dazu geschaffen, um den Mann zu gefallen und das Leben zu verschönern. Gut und chic gekleidete Frauen- berechnen deshalb den kleinsten" Effekt ihrer Garderobe. Die Amerikanerin« nen kanten darauf,-daß da» Wollmaterial Gabardin ideal, für Schuhe ist. Gabardin-Schuhe kleiden herrlichund'dez^nt. Ueberzeugen Sie sich in jeder Baka- VerlaUfSstelle davon. Bata- bringt eine große Aus- Wahl in Gabardin-Schuhen.--• 100 woch. 20 Uhr: Zuviel Familie lvolkStiiniliche Bor« stellunq). Donnerstag, 20 Uhr: Hotel Sylvia Dünn. Freitag," 20 Uhr: Nina(volk-tümliche Vorstellung). SamStag. 20 Uhr: Flitterwochen. Sonntag. 20 Uhr: Hotel Sylvia Dünn. Wiederum Aut«-Marder an der Arbeit. Obwohl die Prager Polizei erst kürzlich esne Gruppe Diebe, die es aüf den Inhalt der Auto- abgesehen halt, nach Pankrae brachte, treiben doch wieder Brüder der gleichen Zunft ihr Unwesen. Der Polizei zeigte der Kaufmann K. St. auS Prag II an, er habe sein Auto auf der Neustadt ii« der Purkyüovä stehen lassen. Während er abtvesend war, drangen Unbekannte in den Wagen und entwendeten eine Aktentasche mit verschiedenen Papieren, Geldbeträgen und andere Wertsachen für zusammen 1200 KC. — Eine zweite Anzeige erstattete Friedrich Krueger auS Kämenitz(Sachsen). Sein Wagen stand vor dem Hotel„Splendid" und au- ihm(dem, Wagen) entwendeten Automarder einen Photoapparat und einen Koffer im Werte von 0000 Xö.— Schließlich stahl man dem Jiki Brezina au- Celakovic seinen Motorwagen CZ 175 Kubikzentimeter mit einem Radioapparat im Werte von 0000 Xi. Die Tätigkeit de» Gesundheitsreferates der Stadt Prag ist in erster Reihe darauf gerichtet, dort «inzugreifen" wo Ansteckungsgefahr vder unmittelbare Krankheit-keime sich au-wirken könnten. Deshalb wurden die Prager Schulen durchweg- einer gründlichen Desinfektion unterzogen,"die Schulräume frisch gemalt und gründlich gereinigt. In- Zahlen au-gedrückt heißt dies: im Vorjahre wurden 1780 De-infektionen. in Schulen durchgeführt, in Wohnungen 4814. 81.110 Gegenstände wurden desinfiziert, 507 der Vernichtung übergeben. Die Desinfektionen nach Diphtherie sind die meisten: 8080, Frauenorganisation Prag Montag, den 5. September, findet um 8 Uhr abends im Partriheim, Prag H., Smräky 22, unser erster Frauenabend statt. Aenossin Abgeordnete Kirpal wird über den Internationalen Jrauenkongreß in Marseille sprechen. Wir ersuchen alle Genossinnen, zahlreich zu erscheinen" und dadurch ihr politische- Interesse in dieser ernsten Zeit zu bekunden. Ta» Bezirk-frauenkomitee. die DerinfektionSstation hatte also genug zu tun. In der Tuberkuwsen-Fürsorge wurden 11.108 Männer, 14.155 Frauen, von Tuberkulose bedrohte 8290 Knaben und 8880 Mädchen behandelt. The big surrest—. Der große Erfolg der Herbstmode 1987 ist da- ueuentdccktc Schuhmaterial Gabardin. ES ist nicht nur Aeidsam, praktisch fest, porös und leicht zu reinigen, er ist auch billig und ermöglicht die klarste Färbung. Gabardin-Schuhe bringt Baka in allen Mode-EoirleurS. Besichtigen Eie die Herbst-Kollektion in der nächsten Verkaufsstelle. 100 Thomas Mann an das Brünner demokratische Theater In Beantwortung eines Briefe» der Brünner demokratischen deutschen Schauspieler schrieb ihnen Thoma» Mann dieser Tage unter anderem: .Nun hat sich ja die Angelegenheit, nämlich der Brürrner Theaterstreit, wie ich zu meiner großen Genugtuung höre, unterdessen schon durchaus positiv und erfreulich erledigt, da er gelungen ist, einen Theaterverein in» Leben zu rufen, welcher bereitüber eine Bühne verfügt, so daß er also fortan in Briinn zwei deutsche Theater geben wird, von denen da» jetzt gegründete im demokratischen' Geist und Sinn arbeiten wird. Daß die» gelingen konnte, beweist ebenso wie die Existenz der Brünner Deutschen Demokratischen Kulturgemeinschast. wie wenig Deutschtum und Na» tioMsozialiSmu» identisch sind. Bom ganzen Herzen must man hoffen, daß diesen Gründungen vom Schicksal Zeit gegeben wird, sich zu entwickeln und dauernd in Ihrem Lande einem freien Deutschtum zu dienen. Seien Sie versichert, daß un» außerhalb de» Reiche- lebenden Deutschen gerade nach dem Fall Oesterreichs alle» daran gelegen ist, dast ein solche» freie» Deutschtum unter dem Schuhe Ihrer Republik erhalten bleite. Da» demokratisch gesinnte Deutschtum Ihre» Gebiete» darf und wird nicht den rohen Vernichtungsgelüsten der Freiheitrfeinde au-geliefert werden." Herbstmode aktuell! Bon der Sommersonne braungebrannt, frisch, froh und evholt vom Sommerurlaub zuriickgekehrt, stürzen wir Frauen un- in die Zusammenstellung der Herbstgarderobe. Da» sind solche Sorgen, die un» angenehm auf die Nerven gehen. ES ist eine Freude, die Oual der Auswahl zu haben, wenn man die neue Herbst-Kollektion Baka» bewundert. Die Damenschuhe au- Gabardin, dem so bewährten Materiale in Amerika, müssen jedes Frauenherz erfreuen, um so mehr, wo sie doch so harmonisch den Herbstmantel oder das Kostüm ergänzen. 4908 - DezuaSbedtnaunaenrBel Auslelluiig ins Sau» oder bet Bezug dinck die igoli monatlich Xi 17.—. viertellährig Ki El.—, imlbhlvrig Ki 101.—, ganztihria KE S04.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. — Rückstellung von wlanullrivten erfolgt nnr bet SiNsen- dung der Retourmarken.— Die KeltungSfrankatur wurde von der Post, und Telegravbendirektlon mit Erlast Rr. 18.800/VII/1080 bewilligt, lllonlrollvoltamt Praba 25).— Druckerei„vrbiS-, Druck-, DerlagS- u. stettungs-il. G.. Prag Dio Kopfjäger von Ecuador Eine Goldsucher-Expedition deS Kapitän- D h o t t hat in der„grünen Hölle" am AmazonaS-Strom hochinteressante Filmbilder aufgenonunen. Schon die Aufnahmen von dem beschwerlichen Weg Äer die Anden sind selten und interessant und dar Getier de» AmazonaS-Urwalde-, die wilden Physiognomien der Eingeborenen, ihre sonderbaren(wenn mich unappetitlichen) Eß-Sitten, eine Trink-Orgie und ein KriegStanz der„Kopfjäger", welche die Schädel der getöteten Feinde auf eigenartige Weise verkleinern und präparieren, machen den Film sehenswert. Man glaubt die Versicherung gern, daß e» sich um authentische Aufnahmen handelt. Bei der Darstellung der „Handlung"(der Suche nach einem verschwundenen Kameraden der Goldsucher, den der Medizinmann der Kopfjäger tötet, bevor ihn die Retter finden, die dann die Flucht ergreifen), hat man vielleicht hin und wieder„nachgeholfen", aber da die Natur-Szenerie und die Eingeborenen zweifellos echt sind, haben auch die nicht ganz„zufälligen" Aufnahmen Wirklichkeit-wert. —ei»— Die Gärtnerin aue Liebe mied gestern au- verständnisvoller Angst vor Verkühlung den Waldsteingarten und trieb ihr heitere- und weinerliche-, zärtliche» und ergötzliche» Spiel im Deutschen Theater. Der geschlossene Raum ist ihr in vieler Hinsicht gut bekommen. Vor allem brachte er die köstliche fchtvelgende Musik de» neunzehnjährigen Mozart ausgezeichnet zur Geltung, zumal da» Orchester einen ganz außergewöhnlich guten Abend hatte. Und wenn man zwei Monate lang nicht viel mehr al» mäßige Kur- oder gefrorene Musik zu hören bekam, dann weiß man die vollendete, altösterreichische Süße unserer Geigen, die eindrucksvolle Elegie unserer Holzbläser und die edelmetallene Fülle unsere»„Blech" erst recht wieder hu schätzen. Auch H. G. S ch i ck»' Leistung am Pult wirkt hier noch überzeugender; die Akuratesse und Noblesse seine» Musizieren» verdient volle Anerkennung.(Nur ward stellenweise, insbesondere im Hinblick auf Aeine Stimmen, zu stark aufgetragen.) Die von unten gegebene Stimmung wurde vortrefflich durch da» reizvoNe Bühnenbild unterstützt, da» Frank Schulte»,, unter kluger Ausnützung der Drehbühne, beigestellt hatte. Wa» die Sänger anlangt— drei wichtige Partien waren umbesetzt— so sind sie samt und sonder» ob ihrer Musikalität und ihre» restlosen Einfühlenr in den Stil zu loben, wa» beide» sehr schöne Ensemblesätze ergab- Aber die Oper verlangt vor allem auch schöne, genügend große und kultivierte Stimmen— und in diesem mit entscheidenden Punkte ist leider nicht alle» zum Besten bestellt. RoseBook nimmt mich al» Sandrina durch die Grazie ihre» Persönchen» und durch ihre gc» schnmckvolle Art gn singen ein, aber in der Höhe vermißte man Runde und Weiche und ebenso wie Herta Rahn mangelte e» ihr an Ergiebigkeit deö Ton», Lotte Medak müßte den schönen dramatischen Charakter, den ihre Stimme nun anzunehmen scheint, besser zu entfalten lernen und Elisabeth Wanka dürfte den reizvollen Timbre ihre» Alt» nicht so sehr durch Tremolieren und durch Hang zum Verdunkeln beeinträchtigen. Aber auch Kurt Baum ließ diesmal den Schmelz seine» Tenor» in erstaunlichem Maße vermissen. Durchaus frisch, natürlich, warm und groß und übrigen» in prächtiger Figaro-Laune sang Hans Pawaletz den Nardo, degagiert, aber hohler Höhe Fritz Göllnitz den Podesta..Jaro Libal stattete den Medicus mit erfreulich groteskem Hunior äu». Der natürliche Beifall war überaus spärlich. Seine wiederholte künstliche Entfachung bei offener Szene sollte weder zur Täuschung noch zur Selbsttäuschung verführen! L. G. filme In Prager Lichtspielhäusern Urania-Kino:„Glück vom Himmel." Premiere! — Adria:„Banda» Särgen." Vkra Ferba». Tsch.— Alsa:„Marco Polo." Gary Cooper. A.— Apollo: „Banda» Sorgen." Vkra Ferba». Tsch.— Avion: „Klapperzahn XI." Tsch.— Baikal:„Die schwarze Kavallerie." Jtal.— Beränek:„Spanische Blockade." Carroll, Fonda. A.— Ftnix:„Die baltischen Matrosen." R.— Flora: „S p a n i s ch e B l o ck a d e." Carroll, Fonda. A. — Hollywood:„Fräulein Mama." Tsch Hvkzda: „Die Kopfjäger von Ecuador."— Juli»:„Auf sonniger Faruk." Shirley Temple.— Kinema d. Bl. B.: Journale, Grotesken, Reportagen.— Koruna Akt.- Th.: Journale, Grotesken, Reportagen.— Kotva: „Herrin der Dschungel," A.— Lucerna:„Gold- wnn FollieS." Farbfilm. A.— Metro: ,Fllapperzahn XI." Tsch.— Passage:„Goldwyn FollieS."— Praha:„Wölfe der Großstadt." A.— Radio:„Die heilige Lüge." Pola Negri, Paulsen. D.— Staut: „Die Welt, in der man bettelt." A. Haa». Tsch.— Svkwzor:„Auf sonniger Farm." Shirley Temple. — Beletrhy:„Da» letzte Zigeunerlager." Russ.— Belvedere:„Die heilige Lüge." Pola Negri, Paulsen D.— Beseda:„Da» nackte Modell." Rainer. Potvell. A.— Carlton:„Die Entehrte." Bictor France«, Hayakawa. Fr.— Lido II.:„Die Welt, in der man bettelt." Haa». Tsch.— Louvre:„Spanische Blockade." A.— Mareöka:„Fräulein Autor." Alice Faye, Br. Ritz. A.— Olympic:„Die. heilige Lüge." D.— Periith«:„Da» Geheimnis des Kapitäns."— Rory:„Die Welt, in der man bettelt." H. Haa». Tsch.— Tatra-Weinbrrge:„Die Welt, in der man bettelt." Tsch.— U Bejvodü: „Unter vier Augen." Taylor, Stanwyck. A.— Bälde!:„Die Welt, in der man bettelt." H. Haa». Tsch. biämmcliMll guter Fachmann, wird sofort ausgenommen. Zuschriften an: Wlld, Praha VIII. StNikov Ul. na pokraji 101«I« Die erste Dampfmolkerei und Käserei in Gratzen, Btthmerwild empfiehlt Ihre arstklau. Rrzen.nlsee Beiehlen Sie die Sohu tzmarke'- „Die BolkSsuite" l» D 3V verlängert.'„Die Voltssuite" im D 80, die ein außerordentliche» Interesse beim Publikum erweckt hat und einen großen Erfolg bei Besuchern au» dem AuSlande hatte, mußte noch eine Woche- auf dem Repertoire gelassen- werden.„Die BolkSsuite" wird bi» Sonntag, den 11. September, täglich gespielt. Montag, den 12., ist Generalprobe und Dienstag, den 18., die Premiere von Dyk»„Revolutionäre Trilogie". Mittwoch Erstaufführung„Banditen", Opera buffa in drei Akten von Offenbach(B 1). Dirigent: Schick, Regie: Mordo. Wochensplelplan de» Deutschen Theater». SamStag, 20 Uhr: Salome tneu inszeniert). Sonntag, 10.80 Uhr: Kameliendame(Erstaufführung). Montag. 20 Uhr: Ein Sommernachtstraum'(Im Waldsteingarten. bei Regen im Deutschen Theater)'. Dienstag, 10.80 Uhr: Aida. Mittwoch, 19.80 Uhr: Banditen. Donnerstag, 20 Uhr: Salome. Freitag, 19.80 Uhr: Kameliendame. SamStag. 10.80 Uhr: Cyrano von. Bergerae. Sonntag, 19.80 Uhr: Der fliegende Holländer. Wochenfpielplan der Kleinen Bühne. SamStag. 19.80 Uhr: Hotel Sylvia Dünn(Erstaufführung). .......... Sonntag, 20 Uhr: Hotel Sylvia Dünn. Montag: -dann folgt Bauchtyphu» mit H07, Tuberkulose 221;- Geschlossen. Dienstag. 20. Uhr; Flitterwochen. Mitt-