Major E. R. Attlee: Sozialdemokrat Zentralorga« der De«tschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei fa der Tschechefl»«akische« Republik Grscheiat mit«asaahme de» Montag täglich frSH/«injetprei» 75-eller Redaktion u. Verwaltung: Prag XL, Fochova 82- Telephon S3077- Herausgeber: Siegfried Taub— Verantwortlicher Redakteur: Karl Ker«, Prag Kapitulation führt nicht zum Frieden 18. Zahrganfl Sonntag, 4. September 1938 Nr. 208 „Es kommt der Tag!“ Von Wenzel Jaksch Kriegsflotte der USA näher zu Europa Nur Hoffnungen Abbruch der Verhandlungen vermieden In der vergangenen Woche waren alle ver- fassungsmäßigen Faktoren der Reputlik, wir auch die Mitglieder der Mission Runciman in voller Permanenz. Bon Seite der Regierung aus wurde» neue Präpositionen vorgelegt und somit der EdP die Möglichkeit geboten, eine Stellungnahme >u beziehen. Ein Abbruch der Berhandlungcn ist vermieden worden, eö wird weiter verhandelt und da« ist doch ein gewisser Fortschritt. Obzwar der Mission Rnncima« die Ergebnisse der Aussprache zwischen Henlein nnd Hitler nicht bekannt find, ist die Hoffnung, daß es gelingen werde, eine An- Washington. Präsident Roosevelt hat sich mit Rücksicht auf die europäische Lage, die«|* als schwierig bezeichnete, entschlossen, über daS Wochenende in der Rähe Washingtons zu bleiben, do» zuständigen Stelle» wird hierzu gemeldet: Präsident Roosevelt will sich dadurch die Möglichkeit sichern, im Falle ernster Ereignisse in Europa den Kongreß zu einer außerordentlichen Sitzung rinzubernfen, falls dies notwendig sein sollte. I« diesem Eventualfälle würde der Präsident Len Kongreß ersuchen, sich mit einer Aenderung des 7?«?t-,sität?zesetzr? befasse.:, eventuell dasselbe «nverzüglich aufzubebe». DaS ReutralitätSgrsetz läuft bekanntlich unter allen Umstände« automatisch im Mai 1939 ab. Amerika hat feine Kriegsflotte wieder in dem Atlantischen Ozean gruppiert. Seit der ostasiatischen Krise im Jahre 1931 war bisher die gesamte amerikanisch« Flotte im Stillen Ozean konzentriert. Präsident Roosevelt hat »«geordnet, daß eine besondere Kommission binnen zwei Monaten einen Plan für die Verbindung von 15 Munitionszentrrn durch Starkstromleitungen fertigstellt. Das bedeutet, daß im Falle eines Krieges sofort die allergrößten Kraftquellen a» der Hand wären. Rach den eigenen Worten des Präsidenten, wird das Amerika so stark wachen,„daß keine Ration sie behelligen wird". Diese Maßnahmen werden so aufgefaßt» daß die Vereinigten Staaten andeuten wollen, daß sie z« den europäischen Demokratien halten und den Angreifer warnen. Bei der Pressekonferenz im Weißen Haus« gab Roosevelt zu, daß er die London.(Ag. Esp.) Der soeben ver äffentlichte Bericht der britischen Offizierskom- miffion über ihre Untersuchung von Flugangrif sen auf Alieante, Barrrlona und Ter- r e v i e j a bestätigt, daß es brutale und beab sichtigte Angriffe auf die Zivilbevölkerung gewesen find. Die spanisch« Regierung— so führt der Bericht aus— hat die Kommission ersucht, 46 Asigrifft auf Alicante zu untersuchen. Die Kommission ist.zu dem Ergebnis gekommen, dass von» Standpunkt der Sicherheit der Bevölkerung die Lage des Hafens von Alicante sehr ungünstig ist. Immerhin betont die Kommission, daß die drei Bahnhöfe dieser Stadt, die bombardiert worden sind, Kriegsmaterialvorräte weder enthalten haben noch enthalten. Der Bericht stellt dann fest, daß leine Fabrik in Alicante Kriegsmaterial herstellt, auch kein Kriegsmateriallager und keine Truppen in dieser Stadt vorhanden sind. Ucber einzeM Angriffe wird oeurteilt: 25. Mai: 90 Bomben, 273 Tote, 224 Ber- letzte:„Beabsichtigter Angriff auf eine Zivil- rone". 25. Juli: 60 Bomben, 13 Tote, 23 Ber- wundete:.Angriff entweder beabsichtigt gegen Zivilbevölkerung gerichtet oder schlecht geführter Näherung der Standpunkte zu erzielen, nicht auf. gegeben. Die Situation ist ernst, aber es besteht doch dir Möglichkeit, eine kriegerische Katastrophe zu vermeiden. Der Vorsitzende der Regierung, Dr. Hodza, hatte Samstag vormittag Konferenzen mit Fachleuten auf dem Gebiete des Rechts und der Selbst. Verwaltung, nachmittags eine Besprechung mit dem Innenminister Dr. Eernh. Die Meldungen aus den: Ausland find gekennzeichnet durch die allgemeine Bereitschaft, für alle Möglichkeiten gerüstet zu sein. Lage für kritisch ansehe und daß er seine Pläne so getroffen habe, um niemals mehr als einige Stunden von Washington entfernt zn sein. London wartet jetzt ab London. Halbamtlich wird hier mitge- teilt: London will nunmehr Informationen über das Ergebnis der Aussprache zwischen Hitler und Henlein abwarten, bevor versucht weB>en wird, die Wirkungen dieser Aussprache auf die internationale Lage abzuschätze». Samstag sind vjv' noch keine Informationen darüber ringelangt, ob es den Tatsachen entspricht, daß Henlein mit ko«- treten Anträgen in die Tschechoslowakei zu- rückgekehrt sei. Zu der Zusammenkunft zwischen Henderfva und Ribbentrop wird hier erklärt: Henderson kam auf Einladung Ribbentrops. Henderson hatte keine Botschaft zu überbringen, er war jedoch in der Lagei dem deutschen Außenminister seinen persönlichen Eindruck über die Stimmung in London zu verdolmetschen. Der diplomatische Berichterstatter der„Daily Mail" sagt, daß das Gespräch äußerst offenherzig war» daß aber Ribbentrop keine klare Vorstellung von der Politik der deutschen Regierung gab. Sir Henderson wird erst bei dem nationalsozialistischen Parteikongreß in Nürnberg Gelegenheit haben» mtt Hitler zu sprechen. Außenminister Lord Halifax wird Sonntag von Norkshire nach London zurückkehren. Angriff eines ungeschickten Geschwaders auf Hafen und Hafenzone". 6. August: 1 Toter» 11 Verwundete:„Angriff durch zielsicheres Abwehrfeuer abgelenkt. Bomben zufällig oder aber beabsichtigt auf bevölkerte Zone außerhalb der Stadt abgeworfen." 10. August: 1000 Bomben:„Beabsichtigter Angriff auf eine Zivilzone". Hefter den'Angriff auf Barcelona am 10. August, dessen Augenzeuge die beiden Offiziere waren, sagen sie:„Die Nacht war klar, der Mond schien und die Sicht war ausgezeichnet. Aus 3000 Meter Höhe wurden sehr starke Sprengbomben größtenteils auf die Straßen der Altstadt aftgeworfen, die am allerdichtesten besiedelt, sehr eng und deren Häuser allerstärkstens bevölkert sind. Es gab 24 Tote und 84 Verletzte. Die Kommission hat festgestellt, daß in der bombardierten Zone keinerlei militärische Ziele, Fabriken oder Lager sich befinden: Das Bombardement von S i t g e S am 8. August hat, nach dem Bericht der Kommission» einen»Badeort betroffen, wo 3000 Flüchtlingskinder und im Hospital 400 verwundete Soldaten leben, die Bevölkerung normalevweis« 7000 beträgt, keinerlei Flugabwehr vorhanden ist." Das Bombardement hat drei Todesopfer und fünf 3. September 1938. Lange genug haben die Anhänger Henleins den Tag herbeigewünscht, der das Schicksal der Vernichtung über ihre politischen Gegner verhängen sollte. Nun, der Zeiger des Geschehens, der schon„fünf Minuten vor zwölf" stand, ist weiter vorgerückt und es ist möglich, daß bald die Stunde großer Enffcheidungen schlägt. Aber die Entscheidung geht nicht Mehr um die Zukunft der deutschen Arbeiterbewegung dieses Landes und um das Leben ihrer Anhänger, sondern um die Existenz der Nation selbst. Politik ohne Risiko? Politik ohne Risiko gibt eS nicht. Auch auf das einseitige Risiko der Gegenspieler läßt sich keine Politik aufbauen. Vor diesen einfachen Wahrheiten wird sich nun die Führung der SdP beugen müssen. Seit fünf Jahren hat sie dahingelebt, wie Hans im Glück. Große Erfolge sind ihr wohlfeil in den Schoß gefallen. Nach der Parteienauflösung hat sie das Erbe der K r e b S und Jung, der Lodgman und Kallina einfach okkupiert. Später trieben die Fehler der tschechischen Politik, die Kriegsdrohungen des Faschismus und das Schwanken der westlichen Demokratien der SdP-Fühung die Hasen in die Küche. Krise und soziale Volksnot waren freiwillige Helfer ihrer Agitation. Man wird in der Geschichte der politischen Parteien ckgum riu.Beispiel i i'ii.-x.vu'.Ni ogn i unt»Popu larität mit einem solchen Minimum an eigener Leistung erkauft werden konnte. Aber es kommt der Tag, an dem alle Politischen GeltungSan- sprüche und aller Führer-Ruhm auf die Waagschale einer geschichtlichen Prüfung geworfen werden. Erfolg und Verantwortlichkeit Durch den ungestümen Lauf der Ereignisse ist die Führung der SdP in den PrüfungSsaal der europäischen Geschichte gedrängt worden. Alle Scheinwerfer der Weltöffentlichkeit sind auf sie gerichtet. Vorbei die schönen Zeiten einer frischfröhlichen Agitation I Bor Jahresfrist konnten die Herren Kundt und Frank und S e b e k o v- s k y und Peters in den Versammlungen so ziemlich erzählen, was sie wollten. Ihnen fiel die leichte Rolle des Anklägers zu. Auf jeden Borwurf gegen die Tschechen, auf jeden Hohn gegen die deutschen Aktivisten war rauschender Beifall sicher. Die SdP präsentierte sich als Arzt mit dem Wun- Verletzte zur Folge gehabt. Die Kommission stellt fest, daß die Bomben auf eine Zivilzone aftgeworfen worden sind. Zum Schluß beschäftigt sich der Kommissionsbericht mit dein Angriff auf Torkevieja am 25. August mit 17 Toten und 70 Verwundeten. Die Kommission ist der Ansicht, daß der Angriff dem Bahnhof, dem dortigen Salzwerk oder der Bahnlinie, die zum Hafen führt, gegolten hat. Alle diese Gebäude und Anlagen könnten aber nur mißverständlich als militärische Einrichtungen aufgefaßt werden. Infolge der geringen Höhe, aus der der Angriff erfolgte und der ausgezeichneten atmosphärischen Verhältnisse muß angenommen werden, daß die bombardierten Oftjrite tatsächlich die gewollten Ziele des Angriffs gewesen sind. Aus diesem Bericht von Oberst Smith- Pigott und Major Lejeunr hat der GoedbelSfunk eine Rechtfertigung deS faschistische» FlngmordS gemacht! I« Wien wird Flrisch rationiert Wien. Alle Wiener Fleischhauer und Selcher haben von nun an ihren wöchentlichen Bedarf an Rind-, Schweine- und Kalbfleisch bis zum Dienstag für die übernächste Woche bei der Marktge- meinschast für Schlachtviehverivertung in St. Marx anzmnelden, wodurch ein einwandfreier Ueberblick über den Bedarf am Wiener Platz gewonnen werden soll. Meldungen zur Anlage eines Vorrates sind nicht zulässig. derrezept für alle Schmerzen der Sudetendeutschen. Sie verhieß eine rasche vollständige, die kühnsten Träume erfüllende Lösung der sudetendeutschen Lebensfragen, eine Lösung ohne Risiko. Das Volk brauchte nur Henlein zu folgen und auf Hitler zu bauen; das Risiko hätten allein die Tschechen, die Aktivisten und Sozialisten zu tragen. So verstanden die Massen die Heilsbotschaft der SdP. Und sie folgten ihr in hellen Haufen. Nach dem Falle Oesterreichs beeilten sich auch viele Land- bündler und Christlichsoziale, den Anschluß an die lachenden Gewinner einer historischen Partie zu finden. Die Würfel schienen bereits gefallen. Die Anbeter Hitlers glaubten schon den Sieg in der Tasche zu haben. Alle Volksgenossen, die anderer Ueberzeuguug waren, wurden als aus der Nation ausgestoßen erklärt und zu den Verlorenen— nicht nur im politischen, oft auch im physischen Sinne des Wortes— gezählt. Nach den letzten Gemeindewahlen rühmte sich die SdP 90 Prozent der sudetendeutschen Bevölkerung zu vertreten. Es waren nur 84 Prozent, aber immerhin: soviel St immen, soviel Verantwortlichkeit! Mit dieser Verantwortung beladen stehen die Führer der SdP nunmehr vor dem Tribunal der Weltöffentlichkeit. In dem aufregendsten Prozeß, der seit den Augusttagen 1914 abgeführt wurde, spielen sie eine tragende Rolle. Es geht wieder um Krieg oder Frieden! In den Volksversammlungen konnten die SdP-Redner an dieser schicksalhaften Problematik vorbeireden. Im Verhoudlv"gSzimmer werden die. propagandisti- Zwischen den Tatsachen Und den-Erwartungen, welche die Führung der SdP gecheckt hat, besteht eine„unüberbrückbare Kluft." Sudetendeutsche Partei oder Filiale der Berliner Kriegspartei? Wäre die Führung der SdP unabhängig, dann könnte sie— ob verdient oder unverdient, das bleibe unerörtert— Hauptteilhaberin eines respektablen nationalpolitischen Erfolges werden. Nichts könnte zwar die unvergänglichen Verdienste des sozialdemokratischen Rechtskampfes auslöschen, wahr blecht jedoch, daß die tschechische Poli- tik erst des Anstoßes akuter Staatsbedrohung" bedurfte, um die Notwendigkeit innerer Befriedung der deutschen Mitbürger im vollen Umfange zu begreifen. Das ist ein Fehler, der leider der Politik aller Siegervölker anhaftete und der deutscher Freiheitsgesinnung die schwersten Wunden schlug. Bor der Kapitulation des deutschbürgerlichen Akti- vismüs konnte man jedenfalls"das Argument hören, daß die Sudetendeutschen durch eine Politik der Drohung mehr erreichen können, als durch stets betonte Verständigungsbereitschaft. Soweit, so gut. Eine große Zahl enttäuschter Aktivisten glaubte, in der SdP einen Stock gefunden zu haben, den man nur zu schlvingen brauche, um die tschechischen Politiker nachgiebig zu stimmen. Jeder Stock hat aber bekanntlich zwei Enden. Eine Politik der Drohungen kann sich von einem bestimmten Punkte an auch gegen die Urheber wenden. Sie wird über kurz oder lang vor das unerbittliche Entweder— Oder gestellt. Soweit ist nun die SdP. Will sie den Weg der Staatsbedrohung zu Ende gehen, dann mündet er in den gesamteuropäischen Krieg. Entscheidet sich die SdP doch für innere Verständigung, dann muß sie sich der Waffe der Drohung begeben. Für«ine sudetendeutsche Partei könnte in solcher Enffcheidung nur bestimmend sein, was in der Linie offenkundiger sudetendeutscher Lebensinteressen liegt. Sind nationale Gleichberechttgung und soziale Existenzsicherung mit friedlichen Mitteln erreichbar, dann ist die Spekulation auf kriegerische Eventualitäten ein glattes Verbrechen. Darf man der Führung der SdP diese Einsicht noch zumuten? Ist sie eine Vertreterin sudetendeutscher Interessen, dann muß sie sich für die friedliche Lösung entscheiden. Entscheidet sie gegen den Frieden, dann deklariert sie sich offen als eine Filiale der Berliner Kriegspartei, welche bereit ist, Leben und Zukunft nicht nut der Sudetendeutschen als Einsatz in ihr impe- r'alistisches Hasardspiel zu werfen. Marionetten und Männer So unwahrscheinlich es klingt, es ist so, daß der Führung der SdP heute ein Stück Entscheidung über das gesamtdeutsche Schicksal in die Hand koosevelt erwägt Aufhebung des Neutralitätsgesetzes Die Flugangriffe Francos: Bewußte Tötung von Zivilpersonen Die Feststellungen der englischen Kommission Stile 2 •Sonntag, 4 September 1938 Nr. 208 gegeben ist. Sie, welche immerhin die Machtlage in Europa und der Welt klarer sehen müßte, als die nationalsozialistischen Führer,, Deutschlands, die sich seit Jahr und Tag an Parteiparaden berauschen, werden vor der Geschichte nicht einmal die AuSrede haben, daß sie aus Uninformiertheit den Weg des Verbrechens gingen. Alle auslandsdeutschen Patrioten müßten in diesen Tagen nach Berlin eilen und dort mit der geballten Faust auf den Tisch der Kriegspartei schlagen. Wenn es Millionen von Volksgenoffen das Leben zu retten und dem Reich eine schlimmere Katastrophe zu ersparen gilt, als den Zusammenbruch 1918, dann kann keine Berufung auf die Parteidisziplin die Feigheit der Verantwortlichen entschuldigen. Man sein, daß unter der Führung der SdP viele sind, die sich nicht zutrauen, kraft eigener Pistung ihre politische Laufbahn auch nur 24 Stunden fortsetzen zu können, wenn einmal von Berlin aus der Bannfluch gegen sie verhängt wird. Bon ihnen ist leider zu befürchten, daß sie sehenden Auges lieber in die Katastrophe steuern, als in historischen Stunden ein Quäntchen Maünesmut zu zeigen. Aus dem aktivistischen Lager sind aber so manche Politiker zu den Fahnen Henleins gestoßen, die aus ihrer Abneigung gegen den Nationalsozialismus nie ein Hehl gemacht haben oder die nach ihrer weltanschaulichen Herkunft verpflichtet wären, sich der drohenden Gefahr eines gesamteuropäischen Ver« nichtungSkampfes entgegenzuwerfen. Ein katholisches Blatt hat den braunen Prälaten Hilgenreiner als Mitschuldigen an einem zweiten Weltkriege bezeichnet, dessen Verhinderung oder Ausbruch in Berlin entschieden wird. Dieser furchtbare Vorwurf müßte eines kommenden Tages alle Politiker treffen, die sich der SdP mit der Motivierung angeschloffen haben, daß sie ein besseres Instrument des sudetendeutschen Rechtskampfes sei, als die aktivistischen Parteien. Zwischen Rechtskampf und Kriegspolitik ist ein himmelweiter Unterschied. Davon, ob in folgenschwerer Entscheidung Marionetten oder Männer sudetendeutsche Politik gemacht haben, wird nicht zum Geringsten die Zukunft der deutschen Nation und das Leben von Millionen Europäern abhängen. Di» Wahrheit siegtl Die Aufmerksamkeit von fünf Erdteilen ist darauf konzentriert, was in Berchtesgaden beraten worden ist und was in Nürnberg verkündet werden wird. Dennoch wagen wir die Behauptung, daß die unterdrückte Stimme der deutschen Freiheit der Welt heute schon mehr zu sagen hat als die Proklamationen der nationalsozialistischen Wortführer. Weichen die Machthaber des Dritten Reiches dem Kriege aus, so tun sie es aus Angst vor der Revolution. Entscheiden sie sich für den Krieg, dann schaffen sie selbst die Voraussetzung für den revolutionären Sturz ihres Regimes. Die Lage in den sudetendeutschen Gebieten ist kein Maßstab für die geistige Verfaffung und die politische Orientierung der deutschen Nation in dieser Stunde. Die Sudetendeutschen sind wieder einmal, im Nachtrab der deutschen Entwicklung. Im Reiche selbst und in dem verpreußten Oesterreich fürchten heute neunzig Prozent der Bevölkerung den Krieg. Aus allen politischen Lagern, miS allen Schichten des Volkes rekrutiert sich eine unsichtbare deutsche Freiheitsbewegung, stark genug, dafür zu sorgen, Paß der unvermeidliche Bankrott der braunen Kriegspolitik nicht zum Untergang Deutschlands führt. Wir haben vor dem 21. Mai den Sudetendeutschen die volle Wahrheit gesagt, daß das tsche- 1 Die mm Sudfbil Roman von Noelle Roger Aos dran Tranzösi»chen übersetzt von Irma Nippel I. Die Warnung. Herr FrangoiS von Miramar erhob sich. Seine vorzeitig gebeugte Gestalt beherrschte die Tafel, auf welcher Kristallgefäße zwischen bengalischen Rosen glitzerten. Im schrägen Lichtstrcchl, der durch das hohe Fenster fiel, leuchteten seine Haare über der Stirn gleich einer silbernen Krone. Das Lachen und Plaudern war verstummt. Auch den beiden Kleinen, Germaine und Paul, die eben zum Nachtisch hereingekommen waren, gebot Frau Andelot Stille, während sie ihnen Süßigkeiten zusteckte. Herr von Miramar entschloß sich noch nicht zum Sprechen. Prüfend blickte er die aufmerksamen Tischgenoffen der Reihe nach an: seine erwartungsvoll lächelnde Gattin, seine beiden Töchter, seinen Sohn Hubert, seinen Bruder Dr. CharleS-Henri von Miramar, seinen fremden Gast, den jungen Dr. Jean Lavorel und Max'Dain- ville, Evas Bräutigam. — Max... Eva... meine geliebten Kinder...— Er machte eine Pause und begann feierlich: — Indem wir diese Berlobunysfeier beschließen, möchte ich euch sagen. Da stockte er plötzlich. Wie von einer unsichtbaren Hand fühlte er seine Kehle zusammengepreßt, als sein Blick auf den blonden Scheitel seiner Tochter fiel, das sich dem dunkelhaarigen Kopfe ihres Bräutigams zuneigte. Wie kam es, daß er, ein Meister des Wortes, der es gewähnt i war, von der andächtigen Zuhörerschaft der Sorbonne, oder vor der launenhaften der Salons zu sprechen, wie kam es, daß er nun, vor diesem engen Kreis der Seinen nicht weiterkonnte? Seine Augen trübten sich und seine nervös zitternden Hände irrten über das Tischtuch. Sein müdes Gesicht mit dem fahlen Taint des Stubenhockers? dem trotz des weißen Backenbartes der Geist eine gewisse Jugendlichkeit bewahrte, schien zu erstarren. Er begegnete dem enttäuschten Blick seiner Frau, die sich anschickte, seiner Rede beifällig zu folgen. Und nun schwieg er. Er verzichtete- aut sesne wohlvorbereitete Ansprache und schloß mit vor Aufregung erstickter Stimme: — Ich trinke auf die Gesundheit und das Glück des Brautpaares Eva und Max.— Alle hatten sich erhoben und man hörte nur noch ein helles Gläftrklmgen und kurze Glückwünsche. — Ich fürchte, Frangois ist sehr müde,— flüsterte Frau von Miramar ihrem Schwager, dem berühmten Psychiater, zu, in dessen Ordinatton sich ganz Paris traf. Er sah sie an. Ihr glattes, ein wenig zu volles Gesicht, unter dem rötlich schinnnernden Haar, ließ die gewohnte Maske lächelnder Heiterkeit fallen. — Ueberaickeitet,— murmelten Charles- Henri,— er sollte ein wenig ausspannen.— — Ach, seufzte sie.— gerade jetzt, wo sem großes Werk über, die Urgeschichte der Menschheit erscheinen soll, ist das ganz unmöglich. Ueber dem blonden Köpfchen der kleinen Germaine hinweg beugte sich Frau Andelot zu Herrn von Miramar mit ihrem schmalen, zeit- und farblosen Gesicht» das einen Augenblick ein Strochl inniger Zuneigung erhellte: — Ach! Herr von Miramar... dieses jungs Paar... wie gerne würde man ihm das Glück sichern!— Der Gelehrte lächelte seiner Sekretärin zu, erstaunt und dankbar gerührt, daß sie seine geheimste Empfindung so klar ausdrückte: so lange chische Boll nicht kapitulieren werde, daß die tsche- chosbowakische Demokratie ganz andere Abwehr- kräfte zu entwickeln vermag als ein morsches Schuschnigg-Regime, daß nur Irrsinnige auf eine Losreißung der sudetendeutschen Gebiete ohne Schwertstreich spekulieren können. Die Tatsachen haben uns recht gegeben. Wiederum fürchten wir keine Zurechtweisung durch den Lauf der Welt, wenn wir heute sagen, daß nach der eindeutigen Verteilung der Weltkräste jeder militärische Angriff auf die Tschechoslowakei ein wahnwitziges Beginnen wäre, welches mit der Vernichtung seiner Urheber enden müßte. Denn, ob sich die faschistischen Diktatoren für die Flucht in den Krieg entscheiden oder für das Warten auf die Revolution— es kommt der Tag! Massenkundgebungen gegen die Sozialdekrete Paris. An der Arbeiter-Manifestation in der Winter-Radrennbahn, die Freitag statffand, nich- men im Saale und in den angrenzen Gassen 50.000 Personen teil. Aehnliche Kundgebungen wurden auch in Le Havre, Amiens, Nantes und anderen Orten abgehalten. Zwischen den Eigentümern der großen Pariser Magazine und den Verkäufern ist ein Konflikt ausgebrochen, weil dieArbeitgeberden geltenden Källektivvertrag gekündigt habe«. Das Arbeitsministerium wird die Vertreter beider Parteien zu einer Beratung einberufen. Der nationale Kongreß der Departementsausschüsse, der gegenwärtig in Nizza seine Sitzung abhält, hat einstimmig einen Antrag beschlossen, in dem eine Pension für alte Arbeiter gefordert wird. Der Kongreß konstafierte unter Zustimmung der Vertreter der Arbeiterschaft und der Arbeitgeber, daß diese Frage, obztoar sie schwierig sei, bei gutem Willen und Solidarität gelöst werden könne. Vorträge Wilhelm Wankas in Amerika Der Vorsitzende des Sozialistischen Jugend- verbandes, Wilhelm Wanka, hat am 2. September in Chicago zwei Vorträge über das tschechoslowakische Problem gehalten, den einen vor dem Jugendkomitee in dieser Stadt, den zweiten im sogenannten Kiwanis-Klub. Mo englische Luftrüstung in Kanada Montreal. Amtlich wird bekanntgegeben, daß die neue Gesellschaft, welche von der britischen Regierung die Flugzeugbestellungen entgegennehmen wird, ein Kapital von 250.000 Pfund Sterling haben wird. Die beiden neuen Fabriken für Fluzeuge werden 120.000 Pfund Sterling kosten. Rumänische Flottenbasis bei Constans» Bukarest.(OR) Ueber Jnifiative des Königs Carol betraute dar Marineministerium nach eingehendem Studium der von dem englische« Flottenfachmann Admiral Henderson begutacht«' ten Pläne die rumänische Industrie mit dem Bau einer großen Flottenbasis auf dem Tasaul-Eee an der Küste des Schwarzen Meeres, etwa 2V Kilometer nördlich von Constanza. Der neue fen wird einen Aufwand von drei bis fünf MÜ- liarden Lei erfordern. Truppenverstärkung in Palästina Jerusalem. Wie aus Transjordanien gemeldet wird, soll die sogenannte Transjorda« Frontier Force, die unter englischer Führuag steht, um rund ein Fünftel verstärkt werden. D't Truppe, die mehrfach bei Zusammenstößen M- schen Terroristen und englischem Militär in' W Gegend des Jordan auf palästinensischer eingesetzt worden war, hat u. a. die Oelleitimg und die Jordanübergänge in Nord-Palästina$ sichern. Für Palästina selbst sind weitere Verstör« kungen der englischen Polizei und des englisch^ Militärs unterwegs. Religionsk&mpfe In Birma Rangoon.(Reuter). Zwischen den moh^u medanischen Indern und den Birmanen kommt eS ständig zu Zwischenfällen. Sonntag früh wM' den sechs Muselmanen und ein Birmane verletzt. Im ganzen wurden in zwei Tagen vier Personeu getötet und 23 verletzt. Die Japaner verwenden Giftgase Prag. Die chinesische Gesandtschaft stellt den Blättern folgenden Bericht zur Verfügung: Der chinesische Vormarsch an der Front im Südwesten der Provinz Anhui dauert an und die chinesischen Truppen belagern Wankiang. Japanische Verstärkungen, die aus Anking kommen, werden von chinesischen Flugzeugen ständig bombardiert. Starke chinesische Kontingente sind bis zum Hüau-Fluß vorgedrungen und andere, die mit bewaffneten irregulären Abteilungen Fühlung genommen haben, greifen die japanischen Truppenbasis in Anking an. Im Norden der Provinz Kiangfi wurden alle Angriffe des Gegners znrückgeschlagen, trotzdem die Japaner im Westen des Pojang-Sees Giftgase verwenden. Gestern errangen die chinesischen Truppen einen großen Sieg beim Tschehu-See sowie bei Tschuhu, wo der Feind mit Gasgranaten schoß, vis Offensive gegen Lankau Tokio.(Havas.) Die japanische Agentur Domei meldet, daß die japanischen Truppen, die gegen Hankau vorrücken, sich HotschansiS, etwa 7 Meilen östlich von Kwantsi, bemächtigt haben. Die chinesischen Streitkräfte wurden nach heftigem Kampfe von den Höhen östlich von Ho- schansie Vertrieben. Grenzabkommen Japan—Rußland Tokio. Aus guter Quelle verlautet, in Moskau werde nunmehr zwischen dem japanischen Botschafter Schigemitsu und dem Bollskommissär Litwinow in Angelegenhett der Grenzregelung an der sowjetruffisch-mandschurischen Grenze durch den Demarkationsausschuß verhandelt und auch über die Fragen, die dieser Kommission zur Erledigung vorgelegt werden sollen. Diese Verhandlungen verlaufen günstig. Das japanische Außenministerium teilt mit, daß in kürzester Zeit eine Einigung erzielt werden wird. Es fügte hinzu, daß die Grenzkommiffion aus zwei Vertretern der Sowjetregierung, aus einem japanischen und einem Vertreter Mandschukuos zusammengesetzt sein werde. In dieser Kommission wird es keinen neutralen Vertreter geben. Eina Woche weiterer Erfolge Barcelona.(Ag. Esp.) An der Estra- ma dura front haben die republikanischen Truppen einen Angriff im Abschnttt Puonte del ArzobiSpo völlig zurückgeschlagen. An der Zentrumsfront habe« sie Freitag früh deherrschendr Stellungen an der Straße Las RozaS-Escorial erobert. Die im Dienste der Invasion stehenden Truppen, unterstützt von heftigem Artilleriefeuer, haben ergebnislos die republikanischen Stellungen bei Beteta und Cerro Polario angegriffen. Samstag begann an allen Abschnitten längs des Ebro eine Offensive der Francotruppen, der eine auSgiebige Artillerievorbereitung und Fliegertätigkett voranging. Der Franco-Bericht gibt an, daß die Aufständischen in die ersten Schützengräben der Regierungstruppcn eingedrun- gen seien. Di» Kämpfe in dieser Woche Barcolvn«.(Sa- Esp) Die Gegenoffensive der Republikaner im Bogen de» ZüsarflufseS, Estremadura, entwickelt sich planmäßig. Während vom Südosten her, über den Fluß hinweg, auf den Feind wachsender Druck mi-geÄt wird, find die republikanischen Truppen nördlich von der Linie Cabeza del Buoy-Castuera-Bon Benito weiter westlich und südöstlich vorgerückt. Der Fluß Guadalatra ist überschritten, die Republikaner stehen in siegreichem Vormarsch vor Cämpanario, etwa 10 Kilometer westlich der Straße Pueblo de Alcocer-Castuera. Die Stadt Castuero ist von drei Seiten umschlossen- Bahnlinie und Straße Caftuera—Cabeza del Bueh sind an mehreren Stellen abgeschrntten. Drei Divisionen der Rebellen sind zwischen Cabeza del Buoh und Zürza Capilla strategisch zerniert, ihre rückwärttgen Verbindungen abgeschnitten. Man rechnet damit, daß der Gegner vom Südwesten her auf der Basis Monterrubio—Penaroja einen Gegenstoß zu unternehmen versuchen wird, um seine hartbedrängte Front zu entlasten. Im Abschnitt Pueblo-e Mcocor sind die republikanischen Truppen den Guadianafluß abwärts weiter westlich vorgedrungen, ohne auf nennenswerten Widerstand zu stoßen. Das Entlastungsmanöver des Gegners, in südlicher Richtung ist nach gewissen Anfangserfolgen in wenig bedeutsamem Gebiet schnell zum Stillstand gekommen. Seit Anfang dieser Woche find die Republikaner im Gegenstoß vorgegangen und haben den Gegner weit zurückgedrängt. Jetzt läuft dort die Front nördlich der Höhen zwischen dem Tajo und dem Guadiana. Die Republikaner sind im Vormarsch. An der Ebrofront find in dieser Woche keine wichttgen Aenderungen eingetreten. Me Angriffe bei Gandoza und nördlich wie südwestlich dieser Stadt haben an Intensität ganz erheblich verloren; sie werden durch die Republikaner ohne Mühe abgewiesen. Dia antideutschen Demonstrationen In Polen dauern an Warschau. In Bielitz kam es am Freitag zu antideutschen Demonstrationen. Die nationalsozialistische„Jungdeutsche Partei" wollte am Sonntag eine große Versammlung abhallen, weshalb auf Betreiben des Destpolen-Verbandes ein antideutscher Umzug veranstaltet wurde, in dessen Verlauf antideutsche Lieder gesungen und die Glasscheiben der Schaufenster der deutschen Buchhandlung Brüder Höhn eingeschlagen wurden Die in ihnen ausgestellt gewesenen nationalsozialistischen Bücher wurden auf die Straße geworfen und verbrannt.| hatte sie seine Notizen geordnet, so ost seine Manuskripte ins Reine geschrieben, daß sie vielleicht auch seine Gedanken erriet. Aber schon vermochte er sich seine plötzliche Unruhe inmitten dieser allgemeinen Heiterkeit nicht mehr zu erklären. Sein Blick ruhte auf Max, auf dem kstrren, gebräunten Gesicht, dem geraden Blick, den breiten Schultern, Max, gezähmte Kraft, offenes, unkompliziertes Wesen... Als Sohn seines Studienfreundes hatte er ihn autzvachsen gesehen. Er erwog die schöne Latrflmhn, die dem jungen Ingenieur bevorstand und beglückwünschte sich innerlich: trotz der vielen Vorteile, die sie ihm bot, war diese Ehe doch eine Liebesehe. Wieder zur Gegenwart zurückkehrend, wandte er sich an seine ihm gegenübersitzende Frau: — Verzeih, meine Lieb«,— sagte er,— laß das Dessert rasch auftragen l Ich erwarte heute abend noch meinen norwegischen Kollegen. Sie erteilte einen leisen Befehl und mit einem resignierten Lächeln wandte sie sich chrem Schwager zu: — Da siehst du es,— sagte sie,— bis in unsere Familienfeste dringt die Wissenschaft.— Er neigte ihr teilncchmSvoll sein undurchdringliches Gesicht zu. Jünger als sein Bruder, elegant, mit gepflegtem Bart und scharftm Blick unter schweren Lidern, hatte Dr. Charles-Henri von Miramar das diskrete Benehmen deS mon- dainen Beichtvaters. Er wußte, daß diese verständige Frau, diese untadelige Gattin mü> Mutter, die umsichtige Vorsitzende wohltätiger Vereine, die ihr Leben mit so viel praktischem Sinn einrichtete, den Ruhm ihres Gatten als ihr kostbares Kleinod schätzte, und daß sie es meisterhaft verstand, damft hauszuhalten. Man hörte Uvonnes zarte Stimme ihren Nachbar Jean Lavorel fragen: Sie kommen also diesen Sommer nicht ans Meer? Nonport ist doch so schön... und unsere Rosenvilla I... Sie ziehen Ihre Schweizer Berge vor?— Er gab zu, daß er Heimweh hatte nach den l Hochtälern, die er schon seit dem Kriege nicht wehr besucht hatte.-' Sie hob ihr kindliches JungmädchengesW mit den weichen Zügen unter dem lockeren Gewi^ der blonden Haare. Der Krieg... wie fern da» schon war!.72» Und sie lächelte, während sie im Geiste d" Spitalsbetten wiedersah, an denen sie sich kennen^ gelernt hatten, er als Arzt und sie als Pflegerin, hinter seinem Schweigen und seiner eisigen Hab tung hatte sie sofort seine Güte erkannt. Wie i"( Verwundeten ihm nachblickten!... Seine bloze Gegenwart gab auch den Verzagtesten neue Hoffnung! Inzwischen sagte er, sich an Herrn von ramar wendend, mit leiser, leidenschaftliche* Stimme, während Röte sein schmales, scharf 0(' schnitteneS Gesicht und feine klare Sttrn mit dsu blonden, kurzgeschnittenen Haar überflutete. — Heute feiern wir ja ein doppeltes ... und ich fteue mich, daß meine Durchreise e» mir gestattet. Sie zu beiden Ereignissen zuW glückwünschen— die Vollendung Ihre- herrliche" Werkes»Der Untergang der Zivilisation".. — Vorläufig nur des ersten Teiles, richtigte Herr von Miramar. Im Stimmengewirr der Unterhaltung^ ringsum hatte Jean Lavorel seine Mcherheu wiedergewonnen, und ließ nun seiner Begeisterung freien Lauf.< — Der zweite Teil steht vor dem M schlutz,— sagte Herr von Miramar.— Roch wenig Champagner Doktor Lavorel?... 2a,P das ist die Frucht von zehn anstrengenden«•* beitSjahren, ein Versuch, das Dunkel unsere- sprungs zu durchdringen... und auS Sammlung von Einzelheiten, woraus die schichte der Urzeit besteht, aus all diesen nach UN' nach gemachten Entdeckungen zu einer Shnchest r formen... ich hatte mir da allerdings keine kle^ Aufgabe gestellt. Sie haben recht, ich bi» h^ ein glücklicher Mensch.— (Fortsetzung folgt) Sr. 208 Sonntag, 4. September 1838 Seite 8 IMhuHrhdiaft twul Sogiatpafitifc Japans Schwierigkeiten Die dem Achsenpartner sicher wohlwollend gcgenüberstehende»Frankfurter Zeitung" befaßt sich dieser Tage ausführlich mit der Lage Japans. Sie kam zu keinem imponierenden Urteil. Wenn auch in der von uns zitierten Stelle von kriegswirtschaftlichen„Rätseln" nur unter Anführungsstrichen geschrieben wird, geht doch aus der ganzen Darstellung hervor, daß diese genug Kopfzerbrechen machen: „Die entschlossene Ausführung der Devisenmaßnahmen muß gerade für Japans Versorgung bedeutsame Folgen haben. Bon 66 industriellen Rohstoffen(Nahrungsmittel, in denen Japan dem Auslände unabhängig ist, sind ausgenommen) deckt Japan selbst in Friedenszeiten nur den Bedarf von neun ausreichend. Dabei handelt es sich bei diesen wenigen reichlich vorhandenen Rohstoffen, mit Ausnahme von Kohle, um kriegswirtschaftlich nicht allzu wichtige, wie Silber, Schwefel, Pfefferminze, Kampfer, Rohseide. Bei allen anderen industriellen Rohstoffen reicht die Eigenproduktion schon nicht zur Deckung des Friedensbedarfes aus, sie bleibt bei manchen wichtigen Rohstoffen sogar unter zehn Prozent dieses Bedarfes. So muß sich die von Jkeda schroff durchgeführte Sparpolitik in einer nahtzu alle industriellen Erzeugnisse umfassenden Kontrolle, in Einschränkungen und Sperrung des Verbrauches für alle nicht kriegswichtigen Verwendungen aus- wirken. Damit ist die Tätigkeit der Industrie für den inneren nicht kriegswichtigen Bedarf stark eingeschränkt. Die Eingriffe machen auch nicht mehr vor der bisher stark bevorzugten Export« nidustrie halt, die ja Devisen hereirchringen soll. Die neuesten kriegswirtschaftlichen Maßnahmen schränken die Ausfuhr nach dem Mandschureich, Nordchina und anderen japanisch besetzten Teilen Ehinas ein, soweit diese der Den-Währung angeschlossen sind. Japan entdeckt heute, daß die mit Waffengewalt eroberten Absatzmärkte(und die Schaffung solcher monopolartig beherrschten Märkte war einer der Gründe für die Bildung des Mandschureiches und des neuen Nordchinas) zu einem„Inneren Markt" Japans geworden sind, deren Bedarf zu einer Gefahr für die erfolgreiche Fortsetzung der Politik in China geworden ist. Die japanische Wirtschaft mutz sich mit diesem so unerwarteten Widerspruch der angeblich neue Absatzmärkte schaffenden Expansionspolitik abfinden. Inzwischen war es gelungen, die Einfuhr Japans etwa um ein Drittel zu verringern und sie überwiegend auf kriegswichtige Einfichr zu beschränken. Doch damit fiel auch die Ausfuhr; oberflächlich gesehen zwar nur um etwa zwanzig Prozent, die heute für Japan einzig werwolle devisenbringende Ausfuhr aber um fast 40 Prozent. Diese Tatsache bedeutet für die japanische Kriegswirtschaftspolitik, die jede Devise festhalten will, eine neue Lage. Von der achthundert Millionen Den betragenden Währungsdeckung mußten dreihundert Millionen für die Finanzierung und Rohstoffversorgung der valutabringenden Ausfuhr freigegeben werden. Rein theoretisch sollte diese „eiserne Reserve" Japans nicht verlorengehen; es muß sich zeigen, ob die erwartete Vermehrung der Ausfuhr diese Balutaauslage wieder in vollem Umfange einbringen wird. Denn viele Gründe haben die Senkung der Ausfuhr japanischer Waren hervorgetufen, nicht allein die Knappheit an ausländischen Rohstoffen. So zeigt die japanische Kriegswirtschaft in ihrem neuesten Radium eigenartige Widersprüche. Der innere Markt ist zum Teil lahmgelegt, gleichzeitig dehnt sich das zum inneren Markt gehörende Gebiet aus, die Arbeitslosigkeit nimmt zu trotz weitgehender Mobilmachung und Hochkonjunktur in der Kriegswirtschaft, ein Teil der Goldreserve muß trotz schärfiter Devisensparsamkeit zur Schaf» fimg neuer Devisenv«räte ausgeführt werden. Die Auflösung aller dieser kriegswirtschaftlichen „Rätsel" ist natürlich von großer Wichtigkeit für die erfolgreiche Durchführung der heutigen japanischen Außenpolitik." Vie Inilustrleprocluktlon Der für die Ermittlungen der industriellen Tätigkeit in der Tschechoslowakei maßgebende Produktionsindex des»Obzor Närodohospodarskh" spiegelt die in diesem Jahre gegenüber dem Bor« jcchr zu verzeichnende Abschwächung der wirtschaft- lichen Konjunktur wider. Während im ersten Bier- teljahr ein Rückgang des Produktionsindex festge- stellt.werden konnte, hat sich seit dem April die monatliche Indexziffer der industriellen Gesamtproduktion wieder erhöht, so daß sich im Juni ein wesentlich geringerer Abstand von der Ziffer des gleichen Vorjahrsmonats ergibt, als daß im März und April der Fall war. Der Gesamtindex der industriellen Produktion betrug;(1929 ist gleich 100): 1938 1937 Jänner■■■■ 89.4 92.6 Feber..... 84.9 92.1 März■..■■ 81.8 93.5 April..... 84.7 96.7 Mai88.6 99.8 Juni,,... 90.1 98.7 Nir Juli liegt die Indexziffer noch nicht vor. Aber die Entwicklung in den einzelnen Industriezweigen läßt doch darauf schließen, daß die industrielle! Gesamttätigkeit im Juli gegenüber dem Vormonat einen Rückschlag erlitten hat. ES ist also mit einer erneuten Abnahme der Indexziffer zu rechnen. Amerikanisches Komitee für den Handel mit der Tschechoslowakei In New Dork wurde eine Institution für die Steigerung des amerikanischen Imports aus der Tschechoflotvakei(American Czechoflovak Committee for Raprochement and Englightment) gegründet. Dem Komitee gehören außer maßgebenden tschechoslowakischen Persönlichkeiten auch führende amerikanische Wirtschastsverbände an, Die Propaganda der tschechoslowakischen Erzeugnisse erfolgt unter der Devise»Save Czechoslovakia" und man verspricht sich namentlich jetzt und im Verein Mit der New Dorker Weltausstellung eine wesentliche Steigerung der Bezüge aus der Tschechoslowakei, wodurch die enttäuschenden Ergebnisse des neuen tschechoslowakisch-amerikanischen Handelsabkommens einigermaßen wettgemacht werden dürften. Exportumsätze auf der Messe Prag. Der zweite Tag der Exportmesse stand bereits im Zeichen der Geschäfte. Allerdings ist vorauszuschicken, daß der Verlauf nicht einheitlich war. Während einige Aussteller bereits größere Exportaufträge buchen konnten, mußten sich andere mtt Probeaufträgen zuftiedenstellen. In Anbetracht der Verhältnisse ist das Auslandsgeschäft der Messe für einige Firmen besser als erwartet. Die anwesenden Ausländer, unter denen sich die Einkäufer großer Jmporthäuser befinden, vergeben im gewohnten Umfang Aufträge; nur ausnahmswefie ist eine Zurückhaltung festzustellen. Zahlenmäßig steht der Besuch der Messe etwas hinter dem Vorjahre zurück; zum größten Tell ist dies jedoch darauf zurückzuführen, daß Heuer die ausländischen„Sehleute" in Wegfall gekommen sind. Wer die Reise nach Prag diesmal angetreten hat, ist Wittlicher Interessent und vergibt auch Aufträge. Der A u S l a n d S b e f u d> hat sich am zweften Messetage gehoben. Zahlenmäßig waren am stärksten die Nachbarstaaten zugegen. Bemerkenswert ist die gute Beteiligung Polens und Rumäniens. Auch Italien ist stärker als im Vorjahre vertreten, was sich auch bereits in geschäftlicher Hinsicht äußerte. Aus don W e st- st a a t e n ist der Besuch aus Holland, der Schweiz und Belgien gut; dagegen liegt Frankreich im Vergleich zum Vorjahre zurück. Was die N o r d- st a a t e n anbetrifft, so ist Schweden schwächer, Norwegen besser anwesend. Gut ist der Besuch aus den ballischen Ländern. Unter den Uebersee- besuchern, die bereits aus 15 Ländern stammen, wog gestern Aegypten und Australien vor. Der Jnlandsbesuch hat sich gleichfalls ver« stärkt./ Oie Anbauflächen der wichtigsten Feldfrüchte Das Statistische Staatsamt veröffentlicht die endgültigen Ergebnisse der Anbauflächenerhebung der wichtigsten Feldflüchte. Züm Vergleich sind in der Klammer auch die entsprechenden endgülttgen Daten für das Jahr 1937 angeführt.(In HÄ« tar): Winterweizen(einschließlich Spelz)' 800.590(807.135), Sommerweizen 37.093 (45.757), Winterroggen 998.323(954.373), Sommerroggen 17.335(22.083), Wintergerste 8986(7498), Sommergerste 650.989 (664.82), Hafer 769.642(778.885), Mais 109.638(96.771); Sveisebohnen 5196(5762), Erbsen 12.618(14.835), Linsen 4624(5487), Samenwicke 21.245(24.109), Pferdebohnen 3153(3860); Ravs und Rüben 8544(6016), Mohn 14.492(13.397), Flach« 15.992 (19.345), Hanf 7285(7204), Hopsen 11.552 (11.547), Tabak 9456(9950); Frühkartoffeln 41.096(41.959), Spätkartoffeln 722.259 (732.400), Zichorie 3571(3344), Zuckerrübe 165.200(181.252), Futterrübe 147.458 (146.339)'; Kopffraut 21.904(21.757): Klee- schläae aller Art 806.150(787.879), Grünfut- ter 92.539(110.417), Wechselwiesen 28.018 (27.301). Riesioe Goldverschiffunqen nach den Vereinigten Staaten New Dork'(HavaS.)' Die Beurteilung über die Lage in Europa spiegelt sich Freitag auch in zahlreichen- Goldsendungen von London nach den Vereinigten Staaten wider. Die Federal Reserve- Bank erbieü in den letzten Tagen auS London Gold im Werte von 6,100.000 Dollar, davon vier Millionen allein am gestrigen Tag. Die Goldsendungen in der letzten Woche erreichten 33 Millionen Dollar, die höchste Summe seit Jull 1937. Die Spannung in Europa kam auch in einem Sinken der europäischen Valuten zum Ausdruck. Das Pfund Sterling notterte bei Börsenschluß mit 4.26*4 und der Franc mit 2.72*4. Britischer Gewerkschaftsbund— fünf Millionen Mitglieder! (JGB) Im Tätigkeitsbericht an den diesjährigen Kongreß des Brittschcn Gewerkschaftsbundes(TUE), der in der Woche des 5. September in Blackpool stattfinden wird, will das Sekretariat des TUE mit, daß wieder beträchtliche Mitgliedergetvinne zu verzeichnen sind. Der letztjährige Kongreß meldete 394.000 neue Mitglieder und eine Gesamtmitgliederzahl von über vier Millionen. Auf dem diesjährigen Kongreß werden fünf Millionen Mitglieder vertreten sein! Günstige Lage Mexikos Mexiko. In dem der Kammer Donnerstag borgelegten Jahresbericht des Präsidenten der Republik Cardenas wird die Finanz- und Wirtschaftslage des Landes als nicht ungünstig bezeichnet, wenn auch gewisse Schwierigkeiten vorhanden seien. Im außenpolitischen Teil des Jahresberichtes wird die amerikanische Forderung abgelehnt, monatlich eine bestimmte Summe zur Abdeckung der Entschädigung für die Landenteignung in einem von beiden Regierungen zu bestimmenden Institut zu deponieren. Große Länder, heißt es in dem Bericht,. haben Präzedenzfälle geschaffen, die die mexikanischen Enteignungen rechtfertigen. Di e L a n d r« f o r m sei eine der wertvollsten Errungenschaften der mexikanischen Revolution und könne nicht aufgehalten werden. Zu der Enteignung der Oelgesellschaften wird mitgeteill, daß die Entschädigung hiefür aus dem Erlös der Oelproduk- tion sowohl der enteigneten, als auch der bereits früher in der Hand des Staates befindlichen Quellen bezahll werden sollen. Eine Ensschädi« gung werde lediglich für Investitionen geleistet, da Bodenschätze nach der Verfassung Staatsbetrieb seien. Die ausländischen Oelgesellschaften hätten ihre Konzessionen wegen ihrer Widerspenstigkeit verloren. Zum Schluß wird ein Gesetz angekündigt, das die Gewährung derartiger Konzessionen an Ausländer unmöglich macht. Am aller Welt Lloyd George als Kameramann. Nächst Amerika scheint England das Land zu sein, in dem das private Filmen mit Hilfe kleiner Aufnahmeapparate sich am meisten durchgosetzt hat. Selbst-prominente Persönlichkeiten sind bekannt für ihre Filmleidenschaft, die sich darin ausdrückt, daß sie überall, wo sie sich aushalten, gleichzeitig mit ihren Aufnahmeapparaten Bilder drohen. Natürlich besitzen sie dann zu Haus eigene Projektionsapparate. Einer der größten Enthusiasten auf diesem Gebiete ist Lloyd Geoyge, der sogar jetzt Farbenfilme für sich herftellt, und dessen Filme von der Riviera und von seinen Weltreisen Kenner als ausgesprochen« kleine Meisterwerke loben. Auch König Georg VI. ist ein leidenschaftlicher Kameramann. Er nimmt fast täglich Bilder von seiner Familie auf, und er besitzt einen Projekttonsappavat, der auch Tonfilme Vorführen kann. Ei« ganz modernes Nudisten-Camp. Die Nu« distenbewegung hat in manchen Gegenden der USA einen so großen Umfang angenommen, daß man be- gimnen hat, sich mit der Angelegenheit.wissenschaftlich" zu befassen. Das größte Lager, genannt»Ely- s-um-Kolonie",- befindet sich in Kalifornien. Das Camp bedeckt ein großes, sanft ansteigendes Terrain, und der wissenschaftliche Leiter hat dieses Terrain jetzt in einzelne Abteilungen eingeteill. Diese Einteilung entspricht einer neuen Theorie über den Nudismus, nach der-er gewöhnliche Mensch sich nur ganz allmählich daran gewöhnt, ohne Kleider zu wandeln. So kommen in di« erste Abteilung jene, die zunächst kaum wagen, ein Kleidungsstück abzulegen; in dem Maße, in dem sie sich an di« neue Lebensform akklimatisieren, dürfen sie in höhere Abteilungen aufiteigen, bis sie zum Schluß auf der Spitze des Hügels von Elysium landen, wo die dort Lebenden überhaupt nicht mehr wissen, was Kleider sir-d. Wer soweit nicht gehen will, kann auf Lebenszeit in einer der unteren Regionen verbleiben und je nach der Abteilung, der er angehött, die Zahl und Art der Kleidungsstücke tragen, die hier erlaubt sind. Das Ganze nennt sich»RudiSmuS in Stufen" und findet offenbar großen Anklang, denn die Kolonie ist übrrfilllt, und Bewerber müssen ein hallbes Jahr Watten, bis sie ausgenommen werden können. kleine Geschichte» vom großen Los MTP Belgrad. Bei der vorletzten Ziehung der jugoslawischen Klaffenlotterie erhiell den Hauptgewinn ein Gastwitt aus Skoplje, der die Auswahl unter den ihm angebotenen Losen durch seinen Esel hatten treffen lassen. Genau eine Million Dinar entfiel auf den Anteil des Gewinners, der im ersten Ueberschwang jedermann versicherte, sein Esel werde eS bei ihm so gut haben» wie es! noch niemals zuvor ein Esel gehabt hätte. Einige^ Wochm später ließ es sich der Gastwirt aber einfallen, den Glücksesel für einen enorm hohen Preis an einen Freund' zu verkaufen. Am nächsten Taz wurde seine Frau überfahren; die Gastwirtschaft, die nicht versichert war, brannte ab und bei den LöschmkhSarbeiten erlitt der Gastwitt eine Rück- gratverletzung, die ihn für den Rest seines Lebens ans Bett fesseln wird. ES giht nur wenige Geschichten vom Großen LoS, die nicht von einer ähnlich dramatischen Begleitmusik umgeben sind. Entweder hat der Gewinner die glückbringende Zahl geträumt, oder er hat ein Gelübde getan, oder er hat, wie im Falle deS Gastwirts, schließlich sein Versprechen nicht gehalten. Der Zufall waltet blind, aber er findet doch noch Zeit, die irdische, ausgleichende Gerech- ftglfit nicht zu kurz kommen zu lassen. Wer sein Wort nicht hält, ist des Großen Loses nicht wert; wer ehrlich ist, wird belohnt. Wie jener Angle» aus Warschau, der am Flußrand laß und n*it der Angel eine sonst leere Damenhandtasche herauS- zog, in-er sich nur ein Lottettelos befand. Er hatte nichts Eiligeres zu tun, als eine entspre- chende Anzeige in die Zeitung einrücken zu lassen; niemand meldete sich, und das Los kam nur mit einer Niete heraus. Aber der Angler hatte trotz seines Mißerfolgs Gefallen am Lotteriespiel gefunden, und siehe da, er ward belohnt. Schon bei der nächsten Ziehung sielen ihm 150.000 Zloty zu. Ueber das Große Los sind schon zahlreiche Abhandlungen geschrieben worden. Finanzwiffen- schastler erklären mit Recht, daß die Gesamtheit der Spieler immer gegen den Staat verlieren muß, und wäre es nicht so, so würde ja kein Staa» Lotterien veranstalten oder zulasten. Die überlegenden Spieler geben das auch zu, sie wollen sich jedoch nur eine Chance sichern, nämlich die, für ihren geringen Einsatz einen großen Gewinn davonzutragen. Dann aber hört die Vernunft völlig auf. Es gibt keinen Spieler, der nicht auf irgendwelche Umstände schwürt, hie er für glückbringend hält. Bei den einen hilft das Traumbuch, bei den anderen gelangen LieblingSzahlen zur Anwendung. Und da, wie es ja gar nicht anders sein kann, von Zeit zu Zeit doch einer der Abergläubisches gewinnen muß- verkündet er, nur die richtige Deutung des Traums habe ihm zum Großen LoS verhalfen. Damit macht er die beste Propaganda für die Veranstalter, denn ungezählte Nichtspieler analysieren jetzt ihre Träume und finden Glückszahlen heraus. Glückbttngende Lose sind schon geangelt, gestohlen, gefunden und errechnet worden; mit auffallender Zähigkeit scheint sich das. Glück an Pie Fersen der Besitzer solcher Lose zu heften, die das Papier von einem anderen erworben haben. Bekannt ist der Prozeß, der gegenwärtig zwischen zwei italienischen Soldaten schwebt, von denen der eine, angeblich mit dem Gelde des anderen, das Los am Hauptschalter des Postamtes von Addis Abeba erworben hatte. Völlig abenteuerlich ist die Geschichte, die aus Durban(Südafrika) berichtet wird. Ein Fischer brachte mehrere Haifische ans Ufer; er weidete sie aus und fand in dem Magen des einen von ihnen ein halbverdautes Lederportemonnaie mit einer vollständigen Pfundnote. Für das Geld kaufte er sich ein Los; das LoS machte ihn zum reichen Mann. Er erwarb eine Dacht, fiel über Bord und wurde vor den Augen seiner Gäste von einem Haifisch verschlungen. Der Hauptgewinner einer früheren Ziehung der ftanzössschen Nationallotterie kaufte sich sofort einen Luxuswagen. Bei der zweiten oder dritten Ausfahtt überfuhr er einen Passanten und hatte an die Hinterbliebenen einen Schadenersatz zu leisten, dessen Höhe seine» Gewinn um 20.000 Francs überstieg. Er hatte sich nicht haftpflichtver- sichett und die Folgen dieses Leichtsinns damit zu büßen, daß er durch den Hauptgewinn um 20.000 Francs ärmer war als zu der Zeit, bevor er gewonnen hatte. * Was machen sonst die Gewinner? Geht es ihnen wie den SchönhettSköniginnen, die nach einem kurzen Glück wieder in das frühere Elend zurücksinken oder gar noch in ttefere Not geraten? Keine Statistik gibt hierüber Ausschluß, nur zahllose Geschichten kursieren in der Welt, deren Echtheit im Einzelfalle unendlich schwer nachzuprufen ist. Tatsächlich wissen viele mit ihrem neuen Reich-, tum nichts anzufangen. Sie kaufen sich unsinnige Sachen, lassen sich auf Spekulationen ein, die sie nicht verstehen, und haben in kürzester Zeit wieder ihr Geld unter die Leute gebracht. Begreiflicherweise hört man weniger von denen, die ihren Gewinn vernünftig verwalten. Tragisch ist der verbürgte Bericht über ein Mitglied der englischen Hocharistokratte, einen alten, längst verarmten Baronett, der in der irischen Lotterie 20.000 Pfund gewonnen hatte. Er vergrub seinen Schatz in einer Kassette im Garten, wurde vor Angst darum ständig geplagt und ging jede Nacht hinaus, um nachzusehen, ob der Schatz noch da wäre. Dabei wurde er von Landstreichern überrascht, die ihn niederschlugen und die Kassette mit dem Geld raubten. Vollends grotesk aber ist das Schicksal eines Ehepaares aus Belgrad, das bei einem Preisausschreiben den ersten Preis gewann, der nicht in Geld, sondern aus einer Luxusvilla bestand. Dieses Ehepaar hatte bisher in dürftigsten Verhältnissen im Armenviertel gelebt; die Villa steht im feinsten Wohnviertel, ganz in der Nähe des königlichen Schlosses. Die Leute übersiedelten dorthin, aber sie hatten keine Möbel, um sich einzurichten» kein Geld, um auch nur die Heizung oder das Licht zu bezahlen. Sie leben noch heute in einer einzigen Kammer, die an die Küche anstößt, sind froh, daß sie keine Miete zu bezahlen haben, suchen vergeblich die Villa zu vermieten, find beide arbeitslos und wenn nicht andere Billenb»fitzer aus der Nachbarschaft ihnen regelmäßig Essen schicken würden, würden sie glatt verhungern. S. Behrendt. Seite 6 eingeliefert. rung erlitten Prager Zeitung der Ueberfall durchgeführt wurde. Verkehrsunfälle. In der Nationalstraße geriet die Vianistin Elisa Nevitluf aus Budweis unter das Auto des Kaufmannes Geora Heller und erlitt schwere Verlegungen. He II er wollte ausweichen. bremite start allerdings zu spät. Durch das Bremsen wurde auch der Wagen beschädigt. Einem Lastauto vorfahren wollte der 25jährige Schneider „ Sozialdemokrat Abg. Irene Kirpal spricht als Gaft der Frauenfektion der Bezirksorganisation Prag der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei am Montag, den 5. September Internationalen Frauenkongreß in Marseille 8 Uhr abends. Sonntag, 4. September 1938. Nr. 208 Vereinsnachrichten ATUS UNION <-ei3Nebungsbetrieb. Wir machen aufs merksam, daß ab Montag, den 5. Sep tember, der Uebungsbetrieb in der Turnhalle( Stephansgymnaſium). Brag II, Štěpanska ul., für alle b teilungen aufgenommen wird. Tur ner: Dienstag und Freitag von 19 von 19.30 bis 21 Uhr. Turnerinnen: Mon, bis 21 Uhr. Frauen: Mittwoch tag und Donnerstag von 19 bis 21 Uhr. Rins der( Schüler und Schülerinnen): Mittwoch von 16.30 bis 18 Uhr. PRAG Glück vom Himmel. Das Urania- Kino fübri einen sichtlich nicht mehr neuen Berliner Film bor. aus dessen Handlung ein einfallsreicher und humor begabter Regisseur, ein René Clair oder Ernit Lu bitsch, eivas Amüsantes hätte machen können: die Geschichte eines in übermütiger Laune aus dem Schlafwagenfenster geworfenen Hundertmarkscheins. Gar so einfach geht es nicht! Der 27jährige| Hakenkreuzritterschlag füglich als peinlich empfinden. den ein unter dem Pantoffel seiner zänkischen Frau J. D. ging durch eine Passage auf dem Wenzelsplay. Und nach all dem fragt es sich- um nur vom ge- im Parteiheim in Prag II., Smečka 22, 3. Stod, feufzender Beamter findet, der daraufhin Liebes Vor einem Geschäft stand eine Schreibmaschine aus wig wichtigen Geschäft zu reden ob dieser Opern- über den abenteuer zu suchen beginnt, einer Gaunerin in die gestellt, sozusagen für jeden Vorübergehenden..zum Anfang die richtige Stimmung auslösen kann. Arme gerät, ausgeplündert wird und am Ende Greifen" nahe und J. D. nahm sie und verschwand Dabei lassen wir außer Acht, daß es wenige für die Ergreifung der Verbrecher noch 500 Mart damit im Gedränge. Doch bald stellten ihn seine Ver- große Musikdramen gibt, die aus inneren WerksgrünBelohnung erhält. Aber es hat kein René Clair Regie folger und da ja keinerlei Möglichkeit zum Leugnen den von jeher auf soviel Widerstand stießen wie die geführt, sondern der einst als dämonischer Schauspies ipar, angesichts des in Händen tragenden Beweis- Salome". Es mag heute als völlig lächerlich er- Die Abgeordnete Kirpal war auf diesem beden- ler berühmte Paul Wegener, der auf seine alten itüdes, gab es tein kompliziertes Untersuchungsver- scheinen, daz vor einem Menschenalter an gewissen tenden Kongres Berichterstatterin; sie trat dort in Tage ein unbeholfener Filmregisseur geworden ist. fahren. J. D. wurde sogleich in das Strafgericht Stellen zartbesaitete amerikanische Milliardärstöchter Verbindung mit führenden Frauen aller Natio- Eine Handlung, die nur als spielerischer Unsinn mög dieser Salome" den Garaus zu machen versuchten. nen, lernte die auf Erhaltung des Friedens und lich wäre, wird von ihm umständlich und mit oft Hat die Polizei den Richtigen? Das kann erit 3u tief beugen wir uns vor der Genialität der der Demokratie gerichteten Frauenbestrebungen stellung ist ziemlich fläglich: in der Hauptrolle ein ordinärer Grobheit abgewickelt, und auch die Dars nach gründlicher Untersuchung feitgestellt werden. Wilde- Straußschen Konzeption, vor der Kunit des der verschiedenen Kulturvölfer gut kennen. Da der Herr Doh m, dem taum eine fomische Wirkung ge borderhand wird nur gemeldet. Detektive hätten bisher unübertroffenen Farbensymphonikers, vor dem einen Mann verhaftet, der des Raubüberfalles auf unvergleichlichen Technifer und Instrumentator. ja Kongres in einer bereits ungemein aufgewühlten lingt, in den anderen Rollen mittelmäßige Leute wie Frau Keßner, Prag XII., berdächtig iei. vor dem in seiner Art revolutionierenden Tondichter. Beit versammelt war, angesichts der Bedrohung Jessie Vibrog, Hilde Krahl und Hilde von Sollte sich dies nicht bestätigen, dann käme zu als daß wir hier ästhetische Diskussion für das We- des Weltfriedens, ist die Stellungnahme der Frauen Stolz. den Aften., unaufgeklärte Fälle" auch der Raubüber- fentliche hielten. Aber es läßt sich nicht leugnen, daß zu den Weltproblemen von hohem Intereffe. fall auf die Greisin. Die Polizei hat keine leichte auch viele innerlich durchaus freie, moderne und dabei Gäste willkommen. Beginn des Vortrages um Arbeit. Erit konnte die Ueberfallene nur ganz unklare urmusikalische Menschen von der gerade durch die Aussagen machen fie hatte ja eine Gehirnerschütte- Bertonung erst vollends zur nervenzerreizenden dann stellte sich heraus, daß nicht alle Greueltragödie gewordenen ,, Salome" auch heute Aussagen stimmten, daß man bei der Hausiuchung noch mehr oder weniger zurückschrecken. Und da es Gegenstände fand, die Frau Keßler als abhanden ge- über das Land Jesu handelt, und um dessen Stief- nicht das Geld dazu, es zu modernisieren. In dieses sich hier um Herodes, den Tetrarchen über Juda und gen Besizerin, die es von den Eltern erbte, aber kommen wähnte, jetzt wieder wurde festgestellt, daß die Greisin knapp vor dem Ueberfall das Geschäfts- tochter, die aus unerwiderter und in ververtierter Hotel, in dem auch Portier und Kellner schon von Tofal verlassen hatte und erst nachdem sie zurückkam, Liebe Herodes bestimmt, Johannes dem Täufer, dem den Eltern ererbt sind, verirrt sich Herr Gö. der Propheten Christi, den Kopf abschlagen zu lassen, so diesmal Francis Moran heißt, mit seiner geschiefonnen sich just in unserer Zeit nicht wünschenswerte, denen Frau( Frau Macheiner), die ihn wieder für greuliche Dissonanzen einstellen, wenn auch für diese sich gewinnen will, wenigstens für eine furze Zeit. Richard Strauß feineswegs verantwortlich ist, dem Das glückt nicht, aber in die junge Hotelbesiberin aber eben wiederum näherliegende Greuel nicht das verliebt sich Moran, wird von ihr abgewiesen, als Mindeste anhaben. Alles in allem: ein anderer Auf- er sie zu vierzehn Tagen Liebelei einlädt, verliebt taft wäre zumindest taktvoller gewesen. sich nun um so mehr und so sehr, daß er ihr zu Geld verhelfen will durch saftige Verleumdungen Alle diese Einwände hätten durch eine glanz- wider sie, die ihr mindestens 3000 Pfund Sühne wellen unjere gute attive Stärke des Vereines no Turner, Turnerinnen, Frauen und Kinder! Wir belle Reproduktion start zurückgedrängt werden fön- eintragen müßten. Selbstverständlich kommt es nicht überbieten. Darum vergeßt nicht, überall werben, nen. Aber leider muß festgestellt werden, daß inner- zum Prozeß. sondern vorher zur Aufdeckung des für den Atus aufzutreten, der sich zur Aufgabe, balb fait zweier Jahrzehnte in diesem Haus niemals Planes und zu einem guten Ende mit bevorstehender förperlich und geistig gesunde Menschen zu erziehen, eine auch nur annähernd so wenig eindrucksvolle Heirat. Da es an kleinen Wißen und Scherzen nicht gestellt hat. Jedes neue Mitglied bedeutet einen Salome"-Aufführung zu hören und zu sehen war. fehlt und sich aus jeder Rolle, auch aus den fleinen, Schlag gegen die Friedensstörer, einen Schritt borg Troß der Qualitäten des Orchesters und trotz der fünft etwas machen läßt, muß das Publikum Wohlgefal- wärts zum Ziel des Sozialismus für Frieden und lerischen Disziplin auf der Bühne gab es vor allem so len finden und gern bedenkt es Spiel und Spieler wenig von der richtigen Atmosphäre, die diesem Wert mit Beifall. Herr Göz bewährte sich wieder, wie Praktische Kurse der Kurzschrift. Am 3. Ofto- entströmen muß, und nur so mäßige geſangliche und so oft, als zwar etwas leichter, flotter, mit so hei= ber um 7 Uhr abends beginnt der..Erste Prager darstellerische Eindrücke, daß man, insbesondere wenn ligen Dingen wie der Liebe frivol scherzender, aber Verein der tschechoslowakischen Stenographen" seine man abends vorher auch Mozart so ungewöhnlich doch der Läuterung fähiger Kavalier, Erna Ter= bewährten Kurse der tschechischen deutschen, fran- start hörte, nicht umbin kann. von sehr fühlbarere I war eine liebe, durch frische Natürlichkeit wirzösischen und englischen Stenographie" mit einem ge- Niveauſenkung unserer Oper zu sprechen. Kartende Bartnerin dieses Kavaliers, die Hotelbefizerin, meinsamen, öffentlich zugänglichen Einführungsvor Rant I am Bult meistert klaglos das Technische die ihn läuterte. Eine Prachtgestalt war der offentrag im großen Saale des Hauses der tichil. In- und erbrachte einen neuerlichen Beweis seiner Ge- herzige, natuvburschenhafte, gerade Freund der Syl- dekurse für Herrenwäsche( W. Pšenička) ab 15. Urania- Masaryk- Volkshochschule. 3 unei genieure SJA, Prag I. Unterrichtet wird in allen wissenhaftigkeit; aber das beispielloſe Sinnliche, via Dunn, der seine Liebe so iubelnd fundtut und September. Anmeldungen Urania- Kanzlei. Teilen der Stadt Braa. Die Regiebeiträge sind Schaurige, Schwüle, Brünstige. Mystische all das schweigend nach dem Zusammenbruch seiner Hoff12 Kč monatlich. Die Kurse haben Abteilungen für bleibt er der Partitur schuldig; Größe gelangt nur nungen abtritt war Herr Siedler, im Stück Urania- Kino Anfänger, Fortgeschrittene, Kanzlei- und Kammer- an ganz wenigen Stellen zum Ausdruck, weder das der Architekt Gerald. Herr Vilter war ein wür= -Serout, Adelige noch das Brutale der musikalischen Erfindung diger väterlicher Portier, Herr Dudek ein ehren- 2, 4, 6, 9 Uhr. stenographen, nach den Systemen MikulitTrnfa, Gabelsberger und Pitman. Einschreibungen kommt hinlänglich zur Geltung: und zu alldem fehlt werter franzöfelnder Kellner. Der geschiedenen Frau graphischen Centrale" in Prag I., Palais SA. Klangbildes, so daß das gesungene Wort minuten- Frivolität, gemischt mit ein bißchen Enttäuschung welche auch unentgeltlich ein ausführliches Brospekt lang völlig verschlungen wird. Verschwommenheit und Merger über das Mizglücken des Wiedereinzuschickt. Auskünfte durch kernsprechen 619-51. Für regiert die Stunde und nicht einmal der berühmte fangens, und Em my Carpentier war eine außerhalb Prags wohnende Hörer werden schriftliche As- dur- Sab Jochanaans und die nachfolgende Kannette Kellnerin. Nicht unerwähnt bleiben darf, daß fare in treten genügend strahlend hervor. Uebri- Herr A fritsch als um sein Geld besorgter HandFernfurie abgehalten. Lichtfontäne wieder im Betrieb. Während der gens hätte der Dirigent die so unglückselige Boitie werker eine sehr feine, in jeder Nuance durchdachte Herbstmesse ist auf dem Alten Ausstellungsgelände rung des Baritons verhindern müssen, die auch nicht Gestalt schuf. In Nebenrollen wirkten, durchivegs binter dem Industriepalast wieder die Lichtfontäne einen Augenblick die Illusion aufkommen ließ, daß gut Walter Taub. Paul Witt, Ru in Betrieb. Gleichzeitig wird ein Vergnügungspark die Stimme Jochanaans aus den Tiefen der Zisterne dolf Stadler und Elfriede Brin= erklinge. Sofern wir hiemit schon in den Bereich des go If und Charlotte üter. auf der anliegenden Fläche unterhalten. Regisseurs hinübergleiten, ist gleich hinzuzufügen, daß Dr. Schramm mit dieſer Inszenierung. insbesondere soweit hier für sie eine Aufgabe an den Darstellern vorliegt, sehr wenig Erfreuliches be= wirfte. Der Narraboth, in den Hintergrund gedrängt. Wochenspielplan des Deutschen Theaters. Sonnberrät fast mit einer Miene Schwärmerei und Leidenschaft und wird überhaupt zur winzigen, für tag, 19.30: Kameliendame( Erstaufführung). MonNichtkenner des Werkes gewis völlig unverständlichen tag. 20 Uhr: Ein Sommernachtstraum( im WaldEpisode: Herodes bleibt zu ſehr passib und läkt steingarten, bei Regen im Deutschen Theater). übrigens nicht im Entferntesten ahnen, weshalb er Dienstag, 19.30 Uhr: Aida. Mittwoch, 19.30 Uhr: Salomes Tanz verlanat, und die Herodias erscheint Banditen. Donnerstag, 20 1br: Salome, Freitas. Arbeits- u. Produktiv- Genossenschaft überhaupt verzeichnet. Es wimmelt an Regiefchlern Chrans von Bergerac. Sonntag, 19.30 Uhr: Der ( die abbanden kommende Leiche Narraboths, die überzeugende Papiermaché- Qualität des Henkerschwertes). šojef Bejmelka. Žižkov. Susová, das mußte die 241abrige Modiſtin Miroslava Lorenc teuer bezahlen. Der Motorradfahrer riß sie nieder, wobei sie schwere Verlegungen erlitt. Jest verlor der Lenker aanz die Nerven. Er fuhr auf den Gebsteig und in die Auslage Per bartalle. Ede Brofovová- Sujová. Vejmelka blieb unverlegi, er wird sich wegen dieses Unfalls zu berantworten haben. Freiheit! Mitteilungen der Urania ,, Glück vom Himmel". Schwant. Ufawoche! erfolgen täglich, bon 8 bis 19 11hr in der Steno es an der nötigen Differenzierung des orcheſtralen Gerrn Morans gab Frau Mach einer Charm, Verlanget überall Das Sekretariat des Janáček- Festivals ist megen des außerordentlichen Interesses, das sich für rie Herbstveranstaltungen kundgibt, aus der Umělecká Beseda in das Zentrum Prags verlegt worden. Amsstunden 9 bis 13 Uhr und 15 bis 17 Uhr im Büro des Prager Barock, Národni tř. 25, Tel. 82362. Ausflugszüge der Staatsbahnen. Vom 10. bis 18. September achttägiger Aufenthalt im Riesengebirge 420 Kč, in der Hohen Tatra 560 Kč: vom 10. bis 19. September nach Telgárt in der Niederen Zaira 550 Kč; vom 10. bis 25. September nach Karpathoru 31 and 780 Kč; am 11. September Fahrt zur Pilsner Ausstellung 55 Kč, einschließlich Mittagsessen, Eintritt in die Ausstellung, Versicherung und Führung: vom 11. bis 18. September zum Pilz eiammeln in den Böhmerwald 295 Kč. Anmeldungen und Informationen im Bajar neben dem Wilsonbahnhofe, Telephon 383-35. Kunst und Wissen Salome = fb= Václav Talich, der Leiter der Oper des Natio naltheaters hat die Einladung erhalten, in der tommenden Saison 30 Konzerte in Australien zu absolbieren. 19.30 19.30 In der rein äußerlichen Gestaltung. für die Dirigenten- und Regiepult haften, bleibt auch die Salome Ella Fleichsstecken, die schauspielerisch höchst uninteressant ist, deren Tanz fonstruiert und langweilig wirft und deren schöner Sopran übrigens der Ruhe, aber auch völliger Intonationssicherheit entbehrt. Die Technik ihres Gesanges geht enorm auf Kosten der Tertverständlichkeit. Josef Schwarz leiht dem Jochanaan eherne, aber nicht immer gebändigte Stimmbänder, Adolf Fischer ist ein fräftig singender und wortdeutlicher, aber fein fesselnder Herodes, Frau Kindermann eine im Ton und Spiel forcierende Herodias und Herr Baum ein auch im Stimmlichen und Gesanglichen durchaus reizloser Narraboth. Unter den Trägern der kleineren Partieendas Juden- Quintett iſt ſeiner Köstlichkeit absolut beraubt fällt lediglich a wel et als erster Nazarener durch sein prachtvolles, warmes Als erste Opern- Neueinstudierung der Spielzeit brachte das Prager Deutsche Theater gestern abends Richard Straußen 3 Vertonung der Oscar Wildeschen Salome". Die unstrittige Bedeutung der Autoren und des Werkes kann uns jedoch nicht zur Unterdrückung der Feststellung verführen, daß das Organ auf. Das Publikum, beeindruckt vor allem vom Wert. Arrivement Straußens als Parade- Musiker des Dritten Reiches und seine Wendigkeit die Leitung der spendete reichen Beifall. Aber wer dieses von früher repräsentativen deutschen Bühne eines demokratischen her und nicht zuletzt aus gerade dieſem Hause kennt. Staates gerade in dieser Beit besser zu einer anderen mußte bei dieser Aufführung innerlich kalt geblieben Wahl für den Eröffnungsabend hätte lenken müſſen. fein, nicht ergriffen und nicht gepackt, geschweige denn war da nicht etiva der„ Fidelio" prädestiniert? Wes- erdrückt von der großartigen Gestaltung des Verber balb fein e in be utiger Auftaft, dem nie- sen, Krankhaften oder gar gemahnt an das Allzu ni a ne mit einem Einwand hätte begegnen können? menschliche, das auch die..Salome" ausdrücken muß. Wenn in Prag gewisse Liebäugelnde für Richard wenn sie ihre Aufgabe erfüllen will. Strauß besondere Schwächen haben und bei anderen L. G. fliegende Holländer. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Sonn 20 Uhr: Hotel Sylvia Dunn. Montag: tag, Geschlossen. Dienstag, 20 Uhr: Flitterwochen, Mittwoch. 20 Uhr: Zuviel Familie( volkstümliche Vorstellung). Donnerstag, 20 Uhr: Sotel Sylvia Dunn. Freitag, 20 Uhr: Nina( volkstümliche Vorstellung). Samstag, 20 Uhr: Flitterwochen. Sonntag, 20 Uhr: Hotel Sylvia Dunn. Der Film Auf sonniger Farm Nun ist also Shirley, das Wunderkind von wie be= Sollywood, auch schon soweit, daß sie rühmte Soprane und Tenöre nen Weg zum Ruhm spielen muß, natürlich nicht so. im Film ihren eigeVolkszünder Halda alda Norden die schwedische Schreibmaschine Höhepunkt der modernen Technik, aus bestem schwedischem Material liefert: der Büro- Maschinen- Mechaniker 4946 Praha ll, Jáma 5 Telephon 24663 Schreib- u. RechenmaschinenSpezialisten für sämtliche Büromaschinen- Reparaturen Im Herzen Prags: MARKTHALLE SELCHEREI KOLONIALWAREN RESTAURANT BUFFET KAFFEEHAUS HOTEL LICHTSPIELE GARAGEN Filialen: BRANIK, SMICHOV wie er wirklich war, sondern ein wenig abenteuerlicher, rührender und gefälliger. Sie wird für den Rundfunk engagiert, entlassen, der böse Stiefvater entledigt sich ihrer, die gute Tante nimmt sie auf ihre Farm, wehrt sich aber gegen ihr neuerliches Auffreten im Rundfunk, und erst durch List gelingt es den Rundfunkleuten( denn im Film find es immer die Direktoren, die sich um das Engagement reißen). Die Kleine wieder vors Mikrophon zu bringen, und nach Zwischenfällen, die vom Stiefvater und einem streitenden Liebespaar verursacht werden. kommt vorausseßen und wenn ihn Kunstbetriebsdirigenten ,, Hotel Sylvia Dunn", ein Lustspiel von Ed- schließlich alles zum guten Ende: Shirley Temple aus Geschäftstüchtigkeit für das augenblickliche pin- mond Deland und Lynton Hudson, wird- welche Ueberraschung! wirklich berühmt chologisch nach allen Seiten Unverfänglichste halten, das am Samstag in der Kleinen Bühne zum ersten und kann auch wieder die Rolle des versöhnenden sa mögen sie sich darin vielleicht auch noch durch den Male aufgeführt wurde, ist eines jener vielen leich Engels spielen. Der( unter Allan Dwans Regie Umstand unterstützt fühlen, daß Richard Straußens ten amüsanten Stücke, die man ganz gerne sieht, bei gedrehte) Film gibt dem kleinen Fräulein Temple Sohn, der mit einer Prager Jüdin verheiratet ist, denen man sich gut unterhält, die man bald wieder Gelegenheit, aufs neue ihre Tanzkünste, ihre Singfürzlich im Reiche Hitlers und Streichers sozusagen pergißt, die zu sehen aber doch nicht Zeitvergeudung stimme, ihre Unschuldsblicke und ihre Schelmereien zum Ehren- Arier geschlagen wurde. Aber es dürfte ist, weil sie zu ein paar vergnügten Stunden verhel- mit einem Worte: ihre Routine vorzuführen. In den mehl auch genug Charattere ohne Unterschied der fen. Es wäre schlimm, beherrschien sie den Spiel- Nebenrollen der Erwachsenen treten nur Randolph Nasenform geben, die die Haltung des fast Fünfund- plan, aber man möchte sie auch nicht ganz missen. Scott als Rundfunkunternehmer und Helen We ftsiebzigjährigen und den seinem Sohne verliehenen Das Hotel Sylvia Dunn" heißt so nach der jun- Teh ale aute Tante einigermaßen hervor. ―eis. Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Poft monatlich Kč 17. bierteljährig Kč 51.-, halbjährig Kč 102,-, ganzjährig Kč 204.Tarif billigit berechnet.- Rüditellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken. Die Zeitungsfrantatur wurde von der Boft- u. Telegraphendirektion mit Erlas Nr. 13.800/ VII/ 1930 bewilligt.( Kontrollpoitamt Praha 25.- Druderei:„ Orbis". Drud. Verlags- u. Beitungs- A.- G. Traa. Gute Dienste! 4 Grobunternehmen Beránek Praha XII.-Kr. Vinohrady, Tylovo nám. 629 jetzt Dr. Scheinera. Inserate werden lan