Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh/ Einzelpreis 75 Heller Redaktion u. Berwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantw. Redakteur i. V.: Zdenko Neuwirth, Brag 18. Jahrgang Samstag, 10. September 1938 Im Innern: Keine Aktionseinheit zwischen Hlinka- Partei und SdP Nr. 213 Die Vorschläge der Regierung Amtliche Verlautbarung zur Regelung der nationalen Frage / Zwischenfall in M.- Ostrau beigelegt SdP verhandelt wieder Das Preffedepartement des Ministerrats- j möglich sein, von neuem Kräfte aufzunehmen, die Staatsbeamter der bezüglichen Boffszugehörigkeit stimmt sind, nach dem nationalen Schlüssel is präsidiums stellte erst gestern, den 9. September, entlassen oder vorzeitig pensioniert wurden; wenn führen. Die Nationalitätenvertreter in diefen ausgewiesen und verteilt werden, wie dies dem der Preſſe den Inhalt der Vorschläge zur Re- die Voraussetzungen, die heute an die Ausübung paritätischen Kommiffionen werden von den par- Brozentjaße der einzelnen Nationalitäten an der gelung der Nationalitätenfragen zur Verfügung, entspricht. Ueber die Einfühwelche die Regierung in ihrer Sizung vom 5. Der Grundsatz der Versetzbarkeit von Staats- hörigkeit nach dem Grundsaße der verhältnismäßi- rung dieses Grundfazes in anderen Ressorts wird Nationalität wird aber im Rahmen dieses Grundnach einer weiteren Ueberprüfung der Sache entDie paritätischen Nationalitätenkommissio- schieden werden. der Inhalt dieser Vorschläge ziemlich ausführ- abes der Anspruch zuerkannt, daß die nationale nen werden die Evi benz ber Staats. lich bereits von der ausländischen Preſſe zitiert zuſammenſekung der Staatsangestellten und Ar- an ge site IIten der betreffenden Nationalität wurde und es ist also der bedanerliche Vorfall beiter in den einzelnen Verwaltungsbereichen der führen, sie werden überprüfen, ob die Neuanstelau berzeichnen, daß die tschechoslowakische Def nationalen Zusammenfes ung lungen den eingebrachten Gefuchen und der vorfentlichkeit über Beschlüsse ihrer eigenen Re- der Bevölkerung entspreche. Diefer geschriebenen Proportionalität entsprechen und gierung, die das Schicksal des Staates tangieren, Grundsak wird allerdings unter Berücksichtigung werden kontrollieren, ob der festgesetzte Teil der zuerst auf dem Wege über London unterrichtet wurde. Oeffentliche Arbeiten und Lieferungen Auch bei der Vergebung von Arbeiten und Lieferungen für den Staat, die staatlichen Unternehmungen, Anstalten, Fonds und Einrichtungen wird der dafür gewidmete Gesamtbetrag so verteilt werden, daß daraus die Englische Anleihe von 20 Millionen einseinen Rationalitäten, entPfund für die Tschechoslowakei? Wenn es zu dauernder politischer Beruhigung kommt! Die in Prag erscheinende Zeitschrift Der dieser Anleihe anbelangt, wären nach Ansicht der sprechend dem Prozentsak der nationalen Zusammensetzung der Staatsbevölkerung, daraus Nuken zie hen. Derselbe Grundsatz wird auch in den Unternehmungen, an welchen der Staat im wesentlichen Maße tapitalsmäßig beteiligt ist, zur Geltung gebracht werden. Auch für die Führung dieser Agenda wird für jede Nationalität einearitätischekom= Zu diesen Vorschlägen wird noch manches au fagen sein, insbesondere dann, wenn sie tatfächlich Gegenstand näherer Verhandlungen bilden werden. Aber schon jetzt möchten wir darauf hinweisen, daß die geplanten Maßnahmen, die in den verschiedenen Punkten von unglei chem Wert sind, eine Reihe von Postulaten berücksichtigen, die die sudetendeutsche Sozialdemokratie in ihr am 12. August Lord Runci man überreichtes Memorandum aufgenommen osteuropäische Volkswirt" bringt eine Unterredung Fachmänner der City, welche die tschechoslowakische hat. Im einzelnen wollen wir das noch nicht mit einer angesehenen Persönlichkeit der Londoner Wirtschaft gut kennen, zirka 20 Millionen Pfund mission errichtet werden, die aus Vertretern nachweisen, wir machen aber insbesondere auf City, welche die Verhältnisse in Mitteleuropa sehr notwendig, d. i rund 3000 Millionen Kč auf die der Regierung und der betreffenden Nationalität die Anleihe für die sudetendeutschen Gebiete gut kennt. Die Unterredung betraf die Aussichten Dauer von 20 bis 25 Jahren. Es wird ausdrück- besteht und deren Vorsitz der Präsident des Oberkratie erst in die Diskussion geworfen wurde. Gebiete. Nach diesen Erörterungen würde Eng- zur Voraussehung hätte, daß die Sudetendeutschen treter führen wird. Jede Nationalität wird in der aufmerksam, die von der deutschen Sozialdemo- auf eine englische Wirtschaftshilfe für die deutschen lich betont, daß jede englische Finanztransaktion sten Rechnungskontrollamtes oder sein StellverEbenso ist manches, was die Durchführung der land zur Lösung der wirtschaftlichen Schwierig den Wirtschaftsboykott einstellen müssen, denn nach jehung der Staatsangestelltenschaft betrifft und Broportionalität in der nationalen Zusammen feiten in den Grenzgebieten der Tschechoslowakei den jetzigen Erfahrungen eignet sich die Zugehörigkeit nach dem Grundsatze der verhältniseiniges in den Vorschlägen über den Anteil der daß eine ruhige Lösung des sude des Wirtschaftens nicht als nfion obliegt es, zu überprüfen, ob bei den StaatsRationen an den öffentlichen Arbeiten und Lieferungen dem sozialdemokratischen Memo-| randum entnommen. ten deutschen Problems im Rah men einer unabhängigen Tsche choslowakei gefunden werden # terlage des internationa I en Kredits. Die Verbesserung der ökonomischpolitischen Bedingungen für fudetendeutsche Erlichen Mitteilung folgen: Wir lassen nunmehr den Wortlaut der amt- tönnte. Es würde sich um eine Konsoli da zeugnisse auf den britischen Märkten wäre als intionsanleihe handeln. Die Prager Regie- direkte wirtschaftliche Hilfe für die Sudetendent Grundsätzliches rung würde eine Garantie geben, daß diese An- fchen gedacht. Auch in dieser Richtung fehle es der City nicht an gutem Willen, sobald die Garantien Bei der Formulierung ihrer Vorschläge ist leihe nur zur Hebung der Wirtschaft und zum inKommission durch Mitglieder vertreten sein, welche von Parlamentsmitgliedern derselben nationalen lieferungen und Arbeiten der oben angeführte Grundsatz der Proportionalität eingehalten wird. Der Grundsatz der Proportionalität in der Staatswirtschaft gilt analog auch für die territoriale und fachliche Selbstverwaltung und die öffentlichen Korporationen. Wirtschaftshilfe für Sudetendeutschtum Die Regierung bezieht in die Lösung des daß man zu einer sofortigen Lösung der strittigen verwendet werden wird und zwar auf Grund würde sich um eine Ermäßigung der Zölle für die Regierung von dem Grundfaße ausgegangen,/ bustriellen Ausbau der fudetendeutschen Gebiete für langfristige Beruhigung gegeben sind. Es Hauptfragen konkret und praktisch gelangen müsse, wirtschaftlicher Vereinbarungen, welche nach der typische fudetendeutsche Exportwaren handeln, Rationalitätenproblems auch die augenblickliche um eine dauernde und wirksame Einigung über Bereinigung der innerpolitischen Fragen mit den weil ein erhöhter Absatz dieser Waren auf dem wirtschaftliche und finanzielle Hilfe für die von die len. Alle übrigen Fragen bleiben weiteren Repräsentanten der sudetendeutschen Wirtschaft englischen Markte keine gar so große Konkurrenz der Krise am meisten betroffenen Gegenden und geachtet werden. I nationalen Fragen in der Republik zu erzie eingehen deren Verhandlungen ausgearbeitet werden könnten. Was das Ausmaß für gleichartige britische Waren vorstellen würde. Industriezweige ein. Diese Hilfe wird realisiert, indem die Regierung bis längstens Ende dieses borbehalten. Bei ihrer Lösung wird immer auf die Jahres den Gegenden und Industriezweigen, Souveränität, Integrität und Einheit des Staates der Bedürfnisse des Staates als Ganzen zur Gel- Staatsangestellten- und Arbeiterschaft dienstlich welche von den Folgen der Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit besonders schwer getroffen find, tung gebracht. Das Intereſſe des Staates erfor- lokalisiert und nach den obigen Grundsätzen vereine An I e i he in der Höhe von 1 Milliarde Kč Proportionalität im Staatsdienst uns eg, baß auf den ganzen Gebiete ber Republik wendet wird. gewährt, wovon 700 Millionen für die InDie Grundsätze der Proportionalität finden dustrie, welche deutsche Arbeiterschaft beschäftigt bis zu einem gewissen Grade Angestellte verschie= Angestellten und Arbeiter wurde der Grundsak deutschen Nationalität rechnet man damit, daß der Bestellung von Mitgliedern und Organen stimmt sind. Für die Lösung der Frage der öffentlichen bener Nationalitäten tätig sind. Hinsichtlich der auch Anwendung auf die Angestelltenschaft und bei und für die Gebiete mit deutscher Bevölkerung bezur Geltung gebracht, daß alle Nationa Titäten auf einen ihren Prozentsaz unter den ten deutscher Nationalität auf stalten, wie Beiräte, ständige Kommissionen, primarimal 30 Prozent der Angestell- anderer staatlichen Aemter und AnStaatsbürgern entsprechenden Anteil am einem Gebiete disloziert werden können, vilegierte Unternehmungen usw. Analoge GrundBersonal stand der StaatsRangstufen Anspruch haben. Dieser Grund- na li tät nicht die Mehrheit bil- Arbeiterschaft der territorialen und fachlichen Sinne der vorbereiteten Anträge die frühere angestelltenschaft in jak gilt für alle Ressorts und ist verpflichtend für nungen, wobei der Grundfak der richterlichen Uns perschaften, der Anstalten, Unternehmungen, sich in die Aufgabe der Aufrechterhaltung der diese Relation in einigen Ressorts nicht verwirk. bersetzbarkeit unberührt bleibt. Die erwähnten Fonds und Einrichtungen der Selbstverwaltung, öffentlichen Ordnung und Sicherheit die staatjede künftige Anstellung neuer Kräfte. Insoweit licht werden fann, wird dieser Ausfall in anderen ternehmungen, Monopole, Fonds, Einrichtungen tungskörper, deren Kommissionen und Unterneh mit den lokalen Sicherheitsorganen( Polizei) Refforts wettgemacht werden. Um möglichst rasch a llen einen dieser Relation entsprechenden Zustand erwo die Bürger deutscher Natio= Die Sicherheitsorgane säze werden auch für die Angestellten und die Im öffentlichen Sicherheitsdienst wird im nen. Dasselbe gilt auch für die Richter- Ernen- Selbstverwaltung der öffentlichen Kör- Regelung neu eingeführt, nach welcher und Angestellten. In den Zentralämtern und bei den obersten mungen gelten. teilen. reichen zu können, wird die nationale Propor-| tionalität bei der Aufnahme neuer Kräfte deutscher Gerichten gilt für die Zusammensetzung der Ange Nationaler Schlüssel im Budget Sprachliche Gleichberechtigung Rationalität für die nächsten zehn Jahre so ge= stelltenschaft der gesamtstaatliche Bevölkerungsregelt werden, daß nach zehn Jahren schlüffel für alle Kategorien und Nangsklassen. Der Grundsatz der Proportionalität wird Die Regierungsanträge zur Lösung der NaZur Wahrung dieser Ansprüche werden beim auch in der öffentlichen Wirt- tionalitätenprobleme ſehen auch eine Neuregelung Staatsbürgern deutscher Nationalität, die im Bri- litäten paritätische Kommissio gabenposten und Kredite im Voranschlag, die für chengese wird im Geiste der Zweckmäßig erreicht wird. Deshalb wird die Aufnahme von Ministerratspräsidium für die einzelnen Nationa- ich a ft Geltung haben. Deshalb werden die Aus- des Sprachenrechtes vor. Das bisherige Spra lich sein, wenn sie für den entsprechenden Dienst- Regierung und Bertretern der betreffenden Natio- kultur, des öffentlichen Gesundheitswesens, der tung so novelliert, daß die Gleichberechti batdienste oder in freien Berufen tätig sind, mög- nen errichtet. Sie werden aus Vertretern der die Bedürfnisse des Schulwesens und der Volks- feit und praktischen Gestaltung der Staatsverwal tang qualifiziert find, und desgleichen wird es nolität zuſammengefeht und den Vorsik wird ein sozialen Fürsorge und der öffentlichen Arbeiten be gung der deutschen, russischen( kleinruffischen), Seite 2 ungarischen und polnischen mit der tschechoslowa| Nationale Sektionen fischen Sprache hergestellt wird.. Gauverfassung und Selbstverwaltung Ziel der Regierungsbeschlüsse ist die Herstel lung der Harmonie und Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Nationalitäten im Staate. Darum akzeptieren die Regierungsentwürfe den Grundsatz der nationalen Selbstverwaltung, welche in der Form des Gausystem& verwirklicht werden soll. Die öffentliche Verwaltung wird von Staatsund Selbstverwaltungsorganen besorgt werden. Die Selbstverwaltungskörper werden ebenso wie das Abgeordnetenhaus und der Senat nach dem Grundsatz des allgemeinen, gleich ent, direkten und geheimen Wahlrechtes mit verhältnismäßiger Vertretung gewählt. In die Kompetenz der Selbst= verwaltung werden alle Angelegenheiten zugewiesen, welche mit Rücksicht auf die Einheit und Sicherheit des Staates nicht unbedingt dem Staate selbst vorbehalten werden müssen und ge= eignet sind, im Rahmen des gemeinsamen Staates die gleichberechtigte und möglichst vollkommene Entwicklung der Eigenschaften und Kräfte der einzelnen Nationalitäten zu ermöglichen und zu för= dern. Die Integrität des Staates und feine Einheit soll damit die wahre Bürgschaft erhalten. Minderheiten einzelnen Selbstverwaltungsgebieten verbleiben, Samstag, 10. September 1938 Umfang der Agenden möglich Nr. 213 haben. Die Gerichte höherer Instanz werden zweck:[ den Ministern Halifax und Simon und mäßig in nationalen Abteilungen organisiert. dem diplomatischen Berater Vansittart Die Sprengel der staatlichen und Selbstverwal- und des Staatsuntersekretärs Cadogan statt. tung und die Gerichtssprengel werden einander Samstag vormittags wird Chamberlain mit dem Führer der Opposition Major Attlee eine angepakt. Besprechung haben. Den Brief, welchen Attlee am Donnerstag Chamberlain fandte und in wel chem er forderte, daß das Parlament einberufen werde, kreuzte sich mit der Botschaft des Ministers präsidenten, in welcher er den Wunsch aussprach, mit Attlee über die internationale Situation zu Durchführung in Zentralämtern Zur Erledigung der die einzelnen Nationalitäten betreffenden Angelegenheiten bei den staatlichen Zentralbehörden sollen, soweit dies der Charakter und Umfang der Agenden möglich macht, Abteilungen oder Sektionen errichtet wer= Diese Anträge sollen, soweit sie keine legisden, welche mit den Angehörigen der betreffenden lative Regelung bedürfen, ohne Verzögerung verNationalität besetzt werden. Zur wirksamen Geltendmachung der Ansprüche der Nationalitäten im wirklicht werden. Die erforderlichen neuen GeBereiche der Staats- und Selbstverwaltung wird setzesvorlagen werden von der Regierung unter das Gesetz über das Verfassungsgericht zweckent- Mitwirkung von Vertretern der Nationalitäten fprechend novelliert werden. Kompetenzstreitig- ausgearbeitet werden. Die fertiggestellten Gesetzes. feiten zwischen den Organen der öffentlichen Ver- anträge werden dem Parlament zur Genehmi- minister& den erschien im Foreign Office, wo waltung wird ein besonderes Gericht zu entscheiden| gung vorgelegt. Diplomatischer Hochbetrieb Die Besorgnisse keineswegs verschwunden in London diskutieren. Eden im Außenamt London.( Reuter) Der frühere Außener sich etwa eine halbe Stunde aufhielt. SdP beim Ministerpräsidenten Prag. Der Vorfißende der Regierung Dr. Milan Hodža empfing Freitag vormittags die Abgeordneten der Sudentendeutschen Partei E. Kundt und Dr. Rosche. Ferner empfing er das Mitglied der Mission Lord Runciman, Mr. Ashton- Gwatkin und nachmittags den französis Prag. Die innerpolitische Spannung hat Frankreich und Großbritannien direkt und klar schen Gesandten in Prag Grafen de Lacroix. etwas nachgelassen. Nach der Liquidierung der unterstützt werden müssen, verbunden mit der Vormittags hielten der sozialpolitische Mis Mährisch- Ostrauer Affäre durch Suspendierung Ankündigung, daß beide Großmächte der Tsche- siz des Vorsitzenden der Regierung der politische Tsche- nisterausschuß und nachmittags unter dem Bor vier angeschuldigter Beamter auf Grund der choslowakei Hilfe zuteil werden lassen, falls Ministerausschuß eine Sigung ab. amtlichen Untersuchung und die Suspendierung irgendein Versuch gemacht würde, ihr durch Gedes Polizeidirektors auf eigenes Ansuchen haben walt weitere Zugeständnisse aufzunötigen. SdP verhandelt weiter Die territoriale Grundlage der Selbstver- sich die SdP- Vertreter zur Wiederaufnahme der waltung ist womöglich nach der natio- Verhandlungen bereit erklärt. Aber was aus den Ernsteste Aufmerksamkeit nalen Zugehörigkeit der Be- Verhandlungen wird, ob die Regierungsvor in London völkerung und mit Rücksicht auf die geo- schläge von der SdP als Verhandlungsgrundgraphische Lage und die Wirtschafts- und Kom- lage akzeptiert werden oder nicht, darüber wird London. Der britische amtliche Radiomunikationsverhältnisse abzugrenzen. in diesen Tagen in Deutschland entschieden wer- dienſt meldet: Die Minister und ihre Berater verden. In Deutschland aber will man die volle Erfolgen in London weiterhin mit größter AufmerkSchutz der nationalen füllung der Karlsbader Forderungen. Wie stark choslowakei. Freitag vormittags beriet im Hause famkeit die Entwicklung der Lage in der Tschedieses starre Verhalten Deutschlands auf die Downing Street 10 Außenminister Lord Halifax judetendeutschen Nationalsozialisten zurückwirkt, mit dem Ministerpräsidenten Chamberlain. Mit zeigen die Kundgebungen in Kruman und Frei- Ausnahme des Ministers für die Dominien Lord waldau, bei denen die bekannten Rufe Ein Stanien, welcher sich auf der Rückreise aus KaVolt, ein Reich, ein Führer" erklangen und die nada befindet und des Lord Geheimsiegelbewah rers de la Warr, welcher in Genf beim Völker Volksabstimmung gefordert wurde. Auf die verantwortlichen Stellen in bund die englische Regierung vertreten wird, werden alle Kabinettsmitglieder zur Beratung, Deutschland können die Führer der ganz von welche am Montag der kommenden Woche stattDie Angehörigen der einzelnen Nationalitä- drüben abhängigen SdP nicht mäßigend ein- findet, versammelt sein. Die Entwicklung der Siten werden unter den Schutz besonderer Gesetze wirken; sie wird ja ganz als Teil der reichsdeut- tuation wird in enger und ständiger Verbindung gestellt, nicht nur, was ihre Zugehörigkeit zu einer schen Nazi- Partei betrachtet. So hängt denn zwischen der britischen und französischen Regiebestimmten Nationalität, sondern auch, was ihr alles davon ab, ob es Frankreich und vor allem rung verfolgt. London wurde von den VorkehEigentum und den Schutz gegen politische, soziale England gelingt, die gewünschte, die allein den rungen benachrichtigt, welche Frankreich auf miund wirtschaftliche Unterdrückung anbelangt. Frieden rettende Einwirkung zu erzielen. Eng- litärischem Gebiete aus Vorsicht durchführte, und Den Angehörigen der einzelnen Nationalitäten land ist sichtlich bemüht, Deutschland davon zu die geeignet wären, eine Besserung in der allge alle Regierungen erwägen ängstlich alle Umstände, wird die Möglichkeit gegeben, ihre nationalen überzengen, daß es nicht blufft, daß es sich tat meinen Lage herbeizuführen. Die ernftefte AufRechte als ihren Kollektivbefits zu verteidigen, allgemeinen aber falls diese besonderen Geseke durch irgendeine sächlich außerſtande sähe, im Falle eines allge- merksamkeit wird jedem Aſvekt der heiflen Frage Maßnahme eines Selbstverwaltungs- oder meinen europäischen Konfliktes beiseite zu gewidmet. Staatsorgans verlegt würden. Die Modalitäten stehen. In diesen Sinne hat der britische Botdieses Schußes find in den Regierungsanträgen Die nationalen Minderheiten, welche in den werden durch ein Kurialsystem gesichert und es wird ihnen in den einzelnen Selbstverwaltungsgebieten der Schuh ihrer nationalen Rechte nach dem Grundfahe der Gegenseitig= keit zugesichert. genau ffizziert. Die finanziellen Mittel für die Selbstverwaltungsorgane werden durch Zuweisungen aus staatlichen Mitteln oder durch eigene Einnahmen solange beschafft werden, bis eine Neuregelung des Steuer- und Abgabensystems durchgeführt wird. Zur Verwirklichung und wirksamen Vertrefung der Gleichberechtigung der Nationalitäten und zur Geltungmachung ihrer Grundrechte werden ihnen in allen Selbstverwaltungsorganen bestimmte Kurialrechte eingeräumt. 6 Die neue Sintflut Roman von Noëlle Roger Aus dem Französischen übersetzt von Irma Rippel Der Wind blies die blonden Haare in sein verkrampftes Gesicht. Da entrang sich Huberts Mund der Ruf: ,, Lavorel!" Der andere betrachtete ihn unbeweglich. HuPrag. Der Vorsitzende der Regierung Dr. Milan Hodža empfing Freitag abends die Vertreter der Sudetendeutschen Partei, die Abgeordneten Ernst Kundt und Dr. Alfred Nosche. Ebenso wie die vormittägige Aussprache des Vorsikenden der Regierung mit den genannten Ber tretern der Sudetendeutschen Partei war auch Oftrauer Vorfälle gewidmet. Die Vorfälle wurden diese Aussprache am Abend der Lösung der Mähr. vollständig liquidiert und es wurde konstatiert, daß damit das Hindernis beseitigt wurde, deffent wegen die Verhandlungen über die Lösung des deutschen Problems zeitweilig unterbrochen wor den war. Nach den Informationen, welche beide Vertreter der Sudetendeutschen Partei vom Vors sizzenden der Regierung erhielten, deren Inhalt mit dem heute ausgegebenent amtlichen Bericht über die Maßnahmen, welche in Mährisch- Ofstrau getroffen worden sind, übereinstimmt, erklärten die Vertreter der Sudetendeutschen Partei dem Vorsitzenden der Regierung, daß die Sudeten deutsche Partei in der Verhandlung über die 20. fung des deutschen Problems fortfahren werde. Diese Fortsetzung wurde auf Samstag, 11 Uhr vormittags cnberaumt. 11 Die Runciman- Mission am Freitag Prag. Das Sekretariat der Mission Lord London.( Reuter) Freitag vormittags Runcimans hat Freitag folgendes Kommuniqué trop, mit dem er eine dreiviertelstündige Unter- des Ministerpräsidenten Chamberlain mit der Mission Lord Runcimans den Abg. Ignác redung hatte, informiert, worauf Ribbentrop dem Reichskanzler Bericht erstattete. Hitler erklärte sich dann bereit, Henderson zu empfangen. Ueber den Verlauf dieser Unterredung ist nichts bekannt. Renter meldet, daß sich in Paris die Meinung sehr gefestigt habe, daß nun auf die Tichechoslowakei fein weiterer Druck ausgeübt werden dürfe, es sei bereits der Augenblid gekommen, in dem die tschechoslowakischen Vorschläge von ..Ich verstehe nicht! Warte! Ich muß gleich zu dir." Und während er eilends die Mole zuALPA Franzbranntwein zum Gurgeln ,, Werde ich am Ende gar verrückt?", murmelte er. Er ließ sich in einen Sessel fallen und Schulcz und den ehemaligen Bürgermeister bon Komorn Georg Ezizmazia, die ein Memorandum über die Anschauungen der Sozialdemokraten der ungarischen Minderheit in der Tschechoslowakei vorlegten. Um 16 Uhr wurden vom Großgrundbefizer Franz Schwarzenberg die Mitglieder des Tschecho slowakischen Nationalrates JUDr. F. Berdych, Senator 3. Hubka und die Herren Sojta- Solos lovič, Máj, Chudoba, Celeda und Novát ein geführt. ,, Schlechte Verdauung," knurrte er. Er veränderte lässig seine Lage auf dem rückhumpelte, hörte er abermals den Ruf des sie jah, daß er an allen Gliedern zitterte. Dann Sande und sah im Sonnengold ein weißes Kleid Freundes: ,, Auf die Berge, Hubert, auf die Berge! Ihr müßt... ihr müßt!" Hubert lief, den Blid' seines verkrüppelten Fußes wegen auf das unebene Plaster gesenkt, tam ans Ende der Mole, stieg die Stufen hinab, er reichte den Strand, umging die Felsen. Als er die Landzunge betrat, schaute er nach seinem Freunde aus. Jean war verschwunden. ,, Komischer Kauz," dachte er und dabei überlief ihn ein Schauer. Er wird nach der Rosenvilla stammelte er, indem er ihr sein totenbleiches Gesicht zuwandte: flattern. Eva lief auf ihn zu. ,, Mag tommt heute nachmittag an!", ber ,, Kein Wort davon, zu keinem Menschen... fündete sie ihm selig. Ich fahre ihm nach Roche zu keinem... hörst du?" Sie neigte sich zu ihm herab, wie um ihn zu stüßen. Aber mit haſtiger Gebärde schob er sie fort und sprach mit dumpfer Heftigkeit: ,, Na, was ist denn weiter dabei? Ich habe geträumt..., da ist ja nichts Außergewöhnliches. Ich habe geträumt..." jur You entgegen." Er lächelte ihrem jungen Glüd su plötzlich befiel ihn Angst vor der Einsamkeit. ,, Set dich daher zu mir," bat er. Sie gehorchte. und ,, Ei, da sind ja auch die Kinder!" rief fie aus, indem sie auf den kleinen Bruder und das Er ging ins Haus. Sie folgte ihm unwill- Schwesterlein wies. Barfuß standen sie da, blond berts frohes Staunen machte sich in einem Wort- gegangen sein. Aber warum hat er nicht auf mich fürlich und sah, wie er sich an die Mauer lehnte föpfig über die Kanäle geneigt, die sie mit glis schwall Luft: ,, Wie, du bist hier, Laverol? Und ich meinte, du wärest in der Schweiz, in Champéry! Wann bist du denn angekommen? Warst du schon in der Rosenvilla?" gewartet? Er machte tehrt und ging nach Hause, durch den heißen Sand, dessen Gleizen ihn plötzlich blendete. Er kämpfte gegen ein aufsteigendes förperliches Unbehagen. Er feuchte und Schweiß und die Augen schloß. Dann stieg er schweren Schrittes die Treppe hinauf und schloß sich in sein Zimmer ein. Er zeigte sich den ganzen Tag nicht mehr. Droht uns irgend eine Gefahr? hendem Eifer im Sande gruben, wobei ihre Miß sie beaufsichtigte. ..Die sind glücklich!" seufzte er. irifde Dod Eva sprach ihm zärtlich Mut zu. Seit einigen brütete Wochen sei er nicht ganz auf dem Posten. Er wartete auf Antwort. Da sah er, wie perlte auf seiner Stirn. Er erflomm die drei Subert, als er nach einer schlaflosen Nacht durch das würde vergehen. Die Freude am Leben würde Lavorels Lippen sich bewegten. Doch fein Ton Stufen, die zum Garten führten. Eva saß dort den Sand schlenderte. Sollte ich meine Eltern schon wiederkommen. Er werde sein, durch ben erreichte sein Ohr. Wie Blize durchzuckten ihn Gedanken: ,, Sollte ich mich täuschen? Doch nein, er ist es! Wie dünn er aber ist, wie blaẞ!" Und nochmals, fast gegen seinen Willen rief er: ,, Lavorel, bist du es, Lavore!?" Da hörte er Lavorels Stimme wie aus welter Ferne, wie vom Winde zerfasert, und dann deutlicher, in einem Augenblick der Windstille: ,, Hubert, Hubert! Ihr müßt nach der Schweiz!" Nach der Schiveiz?", wiederholte Hubert verblüfft. Warum? Jeßt, da wir uns hier eingerichtet haben..." ,, Kommt nach der Schweiz", wiederholte Lavorels Stimme eindringlicher. Säumet nicht einen Tag!" ..Der ist wohl übergeschnappt," dachte Hus bert verbußt. Und er schrie aurüd: ganz allein und las einen Brief. ..Ist denn Lavorel nicht hier?", rief Hubert. Lavorel?" Ja, Lavorel; ich bin ihm eben am Strande begegnet. Er ist vorausgegangen. Hast du ihn denn nicht gesehen?" ,, Aber Hubert!" Besorgt, etwa wie man einen Geisterseher anschaut, sah sie ihn an und sprach ihm beruhigend zu. warnen? Aber vor welcher Gefahr? Krieg unterbrochenes Studium wieder aufnehmen Das Meer erreichte gerade seinen Höchststand und ein berühmter Arzt werden wie Onkel Char und vom Strande am Fuße der Kreidefelsen war nur noch ein schmaler, goldgelb leuchtender Streis fen übrig, den die Wellen beledten. Hubert beles- Henri, wie... Er fiel ihr ins Wort: " Das ist doch seltsam! Das Meer hat bod trachtete dieje, am heutigen Tage so ruhige Was längst aufgebört zu steigen, und noch immer ift serfläche in ihrer leuchtenden Heiterfeit. ,, Sie würden mich ja auslachen..." Er legte sich in den heißen Sand. Onkel Charles- Henri tönnte mir dieses Spiel meiner ben... Aber ach! Wozu...?" da, auf demselben Fled." sprach weiter: ,, Du hast dich geirrt. Wie wäre das mög- Nerven erklären. Ich hätte Lust, ihm zu schreis schreibt mir Jean Lavorel daß er eine Arztenftell lich? Jean ist in Champéry. Soeben ist ein Brief von ihm gekommen; hier ist er. Da, lies...! Das Datum ist drei Tage alt. Er schreibt mic, daß er sich mit seinem Freunde auf eine Hochtour begibt. Sie wollen sämtliche Spizen des Dent du Midi besteigen und in den Schutzhütten übernachten." Hubert hörte nicht zu. Er preßte beide Hände gegen die Stirn; ihn schwindelte, ..Es ist jetzt Hochflut", erklärte Eva und In diesem Brief, den ich gestern erhielt in einem armen Dorf im Juragebirge angenom Und da hatte er auch schon sein ironisches men hat. Das finde ich schön von ihm, der Lachen wiedergefunden. eine brillante und sehr einträgliche Braris batt ,, Was sind wir doch für armselige Ma- schaffen können." schinen!" Beim Namen Laborels unterdrüdte Subed In sich und rings um sich verspürte er ein ein Zittern. Er fuhr sich über die Stirn, wie i Schaufeln, bei dem ihm schivindelig wurde. Wenn er die Augen schloß, so war es ihm, als wäre er auf einem Schiff bei hohem Seegang. einen lästigen Gedanken zu verscheuchen. ( Fortseßung folgt), Nr. 213 SamStag, 10. September 1938 Seite 3 Zrifxulofioi Ein Arbeitsertrag der Volksgemeinschaft 100X I und der sozialen Einstellung des Bundes 1 Deutschen. Heine —SdP rechten Ellenbogen. Trotzdem gelang es Kowalski, die Grenze zu Werschreiten. Er suchte in Schönwald einen Arzt auf, der die Ueberführung in das Aufsiger Krankenhaus veranlagte. protestiert haben und sich nun bestätigen liegen, dass sie nicht mehr Mitglieder der SdP sind. ' des erwähnten Kommuniques den Tatsachen entspricht und A ob das Kommunique mit seiner Zustimmung herausgegeben wurde. Abg. Dr. T i s o antwortete, und bevollmächtigte uns zu erklären, daß die erwähnte Sitzung rein informativen Charakter hatte und daß er sich an ihr vor allem deshalb beteiligte, um den Bericht des Rechtsexpertrn der SdP Dr. Schicketanz über den Regierungsvorschlag zur Lösung des Rationalitätenproblems, sowie über den Verlauf der bisherigen Verhandlungen der Regierung anzuhören und daß bei der Sitzung überirgendeingemrinsames Vorgehen bei der Lösung irgendwelcher Fragen überhaupt nicht gesprochen wurde. Was die Redigie- rung des erwähnten Kommnni- q u s s anbelangt, erklärte Dr. Tiso, daß er sich daran überhaupt nicht beteilt g t e, ja daß er nicht einmal bis zum Schluß der Sitzung anwesend war, da unterdessen die Zeit herangckommen war, für welche er zum Präsidenten der Republik eingeladrn war, zu welchem er sich sofort aus der Sitzung begab; von dem Kommunique der SdP hat Dr. Tiso erst heute früh aus den Zeitungen Kenntnis erhalten. Frankreichs Flotte konzentriert P a r i s. Die gesamte französische Atlantikflotte ist in Brest konzentriert, die Mittelmeerflotte in Toulon. Beide Flotten stehen unter Dampf und sind ansfahrbereit. Die Atlantikflotte zählt 63 Schiffe, davon drei Schlachtschiffe und neun Kreuzer. Italienische Divisionen dezimiert Barcelona.<Äg. Esp.) Rach intensiver Aktion von dreißig italienischen Batterien hat die Rebelleninfanterie ihre Angriffe im Abschnitt Gandesa noch verstärkend, zweimal versucht, im Sturm die Höhen 56 und 87 zu nehmen. Es gelang den dezimierten Rebellen, geschützt von einer noch größeren Zahl Tanks als jemals in diesem Krieg; die Höhe 356 zu besetzen, aber in sofor- tigrm Gegenangriff eroberten die spanischen Soldaten mit unwiderstehlichem Elan dir Stellung zurück. Bor der Höhe 287 zerbrachen wiederhplt die feindlichen Sturmangriffe. In der Sierra Caballs blieb der heldenmütige Widerstand der republikanischen Truppen nach wie vor unerschüttert; sie haben nicht allein die verzweifelten Bemühungen des Feindes zunichte gemacht, sondern in glänzendem Elan die Höhe 467 ganz zurückerobert, deren Struktur durch die ständig« Bombardiernug aus Geschützen und Flugzeugen wesentlich verändert worden ist. % Liter Milch, 1 Ei, 2 dkg zerlassene Vitello und 10 dkg griffiges Mehl wer* den zu einem Tropfteig angerührt. Die Äpfel werden geschält, in fingerdicke Sdieiben geschnitten, dann in den Teig getunkt, in heißem Ceresfett ausgebacken und mit Staubzucker besieht. Achtung! Das übrig bleibende Ceres-Speisefett wird zum HersteUen von GebSdc und dergleichen immer wieder verwendet denn Ceres istunbegrenzt haltbar. Neuer Appell der britischen Gewerkschaften Auf dem britischen Gewerkschaftskongretz in Blackpool hielt das Unterhäusmitglied George Hicks eine dramatische Rede, in der er das Manifest der britischen Gewerkschaften und der Labour-Partei an die englische Regierung begründete. Er sagte dabei über die Tschechoslowakei:„Die demokratische Leistung der Tschechoslowakei seit dem Kriege wurde von allen bewundert. Wenn die Juden halb so ehrenvoll in Deutschland behandelt würden, wie die Tschechen die Sudetendeutschen behandelt haben, dann hätte Hitler viel darWer zu reden... Die Labour- Vewegung sieht die ungeheure Macht und die diplomatischen Einflüsse, die von den Regierungen angewandt" werden, um die tschechoslowakische Regierung zu zwingen, noch weitere Zugeständnisse zu machen. Wir sagen aber, daß weder die britische noch eine andere Regierung das Recht hat, ihren diplomatischen Einfluß und ihre Macht zu dem Zwecke zu gebrauchen, mehr zu erzwingen, als die Tschechen befett sind zu geben.... Die Nazi-Bewegung im Sudetengebiet wird in hohem Matze von den Unternehmern kontrolliert und sicher auch finanziert. Schon sind Frankreich und Russland verpflichtet, zur Verteidigung der Tschechoslowakei zu marschieren, wenn, sir angegriffen wird. Wir wollen sagen, d a tz G r o ss- britannien sich sofort mit Frankreich undRutzland vereinigen sollte, und das auch unmißverständlich klar zu machen." An dieser Stelle verzeichnet der „Daily Herald" lebhaften Beifall des Kongresses. Bei schwerer landwirtschaftlicher Arbeit, als die das Hopfenpflücken angesehen werden mutz, nicht einmal eine warme Mittagsmahlzcit, das ist der Höhepunkt der„sozialen FWsorge" der der Volksgemeinschaft angeschlossenen Landwirte. Pflücker, die das angenommene Quantum nicht erreichen, werden mit Stockschlägen auf den Magen daran erinnert, was die Volksgemeinschaft in der Praxis bedeutet. Ihnen wird die Brotration gckWzt, wie in den Gefängnissen, wenn ein Sträfling bestraft werden soll. Die Bodenbacher Arbeitspartie war mit diesem„Mustervertrag" nicht einverstanden. Sie verlangte ein warmes Mittagessen. Ihre Forderung wurde abgelehnt. Sämtliche siebenundzwanzig Leute lehnten die Aufnahme der Arbeit ab. Dann erschien eine Kommission des Bundes der Deutschen aus Saaz, durch deren Vermittlung vereinbart wurde, mittags wenigstens eine warme Suppe zu geben. Der Vorschlag wurde zwar angenommen, aber die Suppe war minderwertig. Dass unter diesen Umständen die Arbeiter keine Lust zur Arbeit hatten, ist erklärlich. Am dritten Tage verweigerten fünf der.Leute und ein Partiejührer die Arbeit. Der Landwirt verweigerte ihnen die Auszahlung des Reisegeldes für die Hin- und Rückfahrt. Er zahlte ihnen lediglich den Rest des verdienten Lohnes in Höhe von KL 24.20 aus. Einschliesslich eines Vorschusses von KL 30.— hatten diese fünf Leute an zwei Tagen zusammen KL 54.20 verdient, das macht pro Mann KL 18.10 für zwei lange Arbeitstage. Doch damit waren die Leiden der Hopfenpflücker noch nicht zu Ende. Sie gingen zum Bund der Deutschen in Saaz und verlangten die kostenlose Rückbeförderung nach Bodenbach. Der Sekretär lehnte die Rückbeförderung ab, er habe kein Geld in der Kasse, die Leute sollten wieder in Arbeit gehen, er werde vermitteln. Die Leute teilten redlich die letzten Kreuzer unter sich und erreichten schlietzlich, datz ihnen ein Betrag von KL 42.— für das Uebernachten zur Verfügung gestellt wurde. Erst am anderen Tage gegen Mittag wurde ihnen durch Vermittlung des evangelischen Pfarrers aus Mitteln der Bolkshilfe das Geld für die Rückfahrt nach Bodenbach zur Verfügung gestellt. Diese fünf Hopfenpflücker haben ein'für allemal genug von der Volksgemeinschaft ..---jer Peters sesen das Karlsbader Programm Einer der Unterhändler der Sudetendeutschen Partei," die sowohl den Ministerpräsidenten als auch Lord Runciman von der Vortrefflichkeit des. von Henlein am 24. April d. I. verkündeten Karlsbader Programms zu überzeugen suchten, ist auch, der Abgeordnete Dr. Gustav P e t e r s. Er scheint aber von der Richtigkeit dessen, was er borzubringen hatte, nicht ganz Werzeugt zu sein denn in seinem Buche„Der neue Herr von Böh men" spricht er die folgende These aus: „Dem tschechischen Mehrheitsvolke gebührt ein Matz an äutzerlich sichtbarem Borrecht in dem neuen Staate..." _ Er wird wohl selbst nicht behaupten, datz dieses Vorrecht, das er dem tschechischen Volk gnädig zuerkennt, erhalten bliebe, wenn alle 8 Karlsbader Blütenträume reisten. Aber hostentlich wird sicki der Herr Dr. Peters nicht darauf ausreden, datz er diesen Satz vor 10 Jahren als junger Unternehmersekretär geschrieben hat... Die sterbende Sozialdemokratie marschiert. Die Lokalorganisation der Deutschen"sozialdemokratischen Partei in Mariaschein hielt Donnerstag abends eine Versammlung ab, zu der auch interessierte Frauen eingeladen waren. Nach einem Refercti der Abgeordneten Irene K i r p a l, das mit grossem Interesse und herzlichem Beifall ausgenommen wurde, schlossen sich 15 der anwesenden Frauen sofort der Partei an. Weitere Anmeldungen wurden angekündigt. In der Ber- sammlung wurde sofort die neue Frauengruppe konstituiert und die Wahl der Funktionäre vorgenommen. Das ist ein schöner Erfolg, den die Mariascheiner Sozialdemokraten buchen können. — Erst kürzlich wurde in Postitz bei Aussig eine Frauensektion gebildet, der soofrt 30 Mitglieder beitraten. kelchsdeutscher Flüchtling von sächsischen Grenzbeamten angeschossen Dem Aussigen Masaryk-KrankenHaus wurde ein Mann eingeliefert, dem der Ellenbogenknochen von dem Projektil einer Schusswaffe zertrümmert war. Die Tellnitzer Gendarmerie und die Aussiger Staatspolizei stellten fest, dass der 60jährige Mann, der Glaser Anton Kowalski aus Pirna ist. Kowalski war nach Dresden zur Einvernahme durch die Gestapo geladen, weil er polstischer Delikte verdächtig war. Aus Furcht hatte Kowalski sich vorgenommen, nach der Tschechoslowakei zu flüchten. Gegen halb 5 Uhr morgens wurde er von drei sächsischen Grenzbeamten auf der Strasse zwischen Breitenau und Klein-Lie- benau gestellt. Kowalski sprang in den nahen Bach und versuchte schwimmend das andere Ufer zu erreichen. Die Beamten schossen auf den Flüchtenden und ein Schuh aus einem Revolver traf ihn in den Der Fall Knoll Die SdP hat Donnerstag mügeteilt 1— Ivir haben dies in unserer Freitag-Nummer berichtet,— dass der Funktionär dieser Partei, Alfred Knoll aus Hangenstein bei Römerstadt, verhaftet wurde und bei der Einlieferung in die Haft Selbstmord begangen hat. Die SdP hat für Samstag Parteittauer angeordnet, das BegrW- nis sollte an diesem Tag in Jägerndorf stattfinden, und zwar in stiller Weise, wie dies die Polizei angeordnet hat. Die SdP hat bei der Jägern- dorfer Polizei interveniert und darauf wurde das öffentliche Begräbnis gestattet. Die SdP versucht nun, aus Knoll einen Märtyrer zu machen. DemgegenWer muss festgestellt werden, dass Knoll keinen Selbstmord begangen hat. Knoll war in die Freiwaldauer Affäre verwickelt. Man hat behauptet, datz die Verhaftungen in Freiwaldau wegen Waffenschmuggel erfolgt find. Das ist jedoch nicht wahr, die Freiwaldauer Verhafteten waren bei einem Kurs in Neuhammer in Preutzisch-Schlesien, wo sie ausgebildet und auf Hiller vereidigt wurden. Darauf ist die Polizei gekommen, hat die Leute eingesperrt und man will sie nach dem Schutzgesetz anklagen. Knoll war inzwischen auf WaffenWung und hat in Olmütz gedient. Er sollte nun mit der .Eisenbahn nach Mähr.-Ostrau gebracht werden, um mit den Verhafteten in der Freiwaldauer Affäre konfronttert zu werden. Während der Eisenbahnfahrt nach Ostrau ist Knoll auS dem fahrenden Zug gesprungen, um zu flüchten, ist dabei jedoch so unglücklich gefallen, datz er an den Folgen der Verletzungen gestorben ist. Dies und nicht anders ist der Sachverhaü und man muh also aller Legendenbildung, die von der SdP versucht wird, mit Enffchiedenhett entgegentteten. SdP-Boykott aufgedeckt Anfang Juli machte sich in Budweis, wie die „Lidove Noviny" melden, ein Boykott von SdP- Bürgern gegen tschechische Kaufleute bemerkbar. Es wurden gedruckte Verzeichnisse deuffcher Geschäftsleute und Gewerbetreibender herausgegeben, bei welchen die Deutschen kaufen sollten. In der betteffenden Druckschrift war weder der Herausgeber noch die Druckerei verzeichnet. Es wurde nun feftgestellt, dass diese Verzeichnisse auf Geheiss des Kohlenhändlers Georg Kraus in Budweis gedruckt wurden, und Mar in der Druckerei Gustav Porsch. Bemerkenswert ist, dass auf diesem Verzeichnis einige tschechische Geschäftsleute an- Sfführt waren, die gegen ihre Aufnahme daselbst Kwansi zurückerobert Hankau. Das chinesische Hauptquartier meldet, dass das chinesische Militär die Stadt Kwansi zurückeroberte, welche am Anfang der Woche in die Hände der Japaner fiel. Das japanische Militär erlitt bedeutende Verluste und zog sich in der Richtung auf Huanmei,. östlich von Kwansi» zurück. Bundfunkhetze aus Wien Nachdem schon die erste tschechische Sendung des Wiener Rundfunks mit einer Hetze gegen die Tschechoslowakei begonnen hatte, wobei der Wiener Sender sich auf den„Venkov" berufen hatte, wurde diese Hetze im gesteigerten Masse am Donnerstag in der Abendsendung fortgesetzt. Der tschechische Hörer bekam die ganze Rede des Reichspressechefs Dietrich auf dem Nürnberger Parteitag zu hören, dann ein Zitat aus dem „Slovak", welches behauptet, nirgends in Europa werde die Bevölkerung so belogen wie durch die tschechoslowakische Journalistik, und die Krone setzte dem ganzen ein Angriff auf den tschechoslowakischen Staatspräsidenten auf. Der Nationalsozialismus hat immer gewusst, wozu und wie man den Rundfunk verwenden kann. Er schreckt keineswegs„aus Prestigegründen" vor dem Gebrauch einer anderen Sprache zurück. In der Tschechoslowakei weiss man sich deS deutschen Senders noch immer zu nichts anderem als zu musikalischen Darbietungen zu bedienen. 102. Völkerbundstagung eröffnet Genf. Freitag nachmittags um 17 Uhr eröffnete der Bölkerbundrat unter dem Vorsitz deS Hohen Kommissärs von Neu-Seeland Jordan seine 102. Tagung. Auf dem Herbstprogramm des Rates stehen 18 Fragen, von denen die Mehrzahl die ordentliche Tätigkeit des Generalsekre« tariates oder die Tätigkeit der ständigen Kommissionen betrifft. Explosionen am laufenden Band Jerusalem. Auf der Eisenbahnstrecke Haifa—; Lydda explodierte eine Mine, wobei fünf englische Soldaten verletzt wurden. Auf der Sttahe Tul- karem—Nataniah explodierten zwei Landminen. In Haifa explodierte eine Bombe, die zwei Personen verletzte. Ueber den westlichen Stadtteil bt n Jerusalem würde ein Ausgehverbot verhängt. Die Altstadt von Jerusalem wurde von Militär durchsucht und ssber sie wurde ebenfalls ein Ausgehverbot verhängt. Der„Bund der Deuffchen" erliess im Sommer des laufenden Jahres in den sudetendeutschen Zeitungen Aufrufe zur Hilfe für die Hop- fenbauern.„Helft unserem Hopfenbauer seine Ernte hereinbringen l" So war es zu lesen; und auf diesen Aufruf fielen viele arme Teufel herein, die hofften, bei der Hopfenernte etwas verdienen zu können. Auch aus Bodenbach meldete sich eine Arbeitspartte von 27 Leuten, die unter der Leitung eines Parteiführers zu einem Land- tvitt nach Klutschlau dirigiert wurde. Erst dort, nicht bei der Anwerbung und Abfahrt, wurde ihnen ein„Arbeitsverttag für Hop- fcnpflücker" des„Bundes der Deutschen, Bezirks- vermitllungSanstalt Saaz," vorgelegt, der, das sei ganz allgemein gesagt, all die Pflichten der Hopfenpflücker festlegt, die sie bei ihrer Arbeit zu erfüllen haben. Die Pflücker sind. verpflichtet, Menn dies von ihnen verlangt wird, den Hopfen auch auf den anderen Höfen, die zu demselben Unternehmen gehören, zu pflücken. Verlässt der Pflücker seinen Arbeitsplatz„ohne triftigen Grund", bekommt er einen.um die Hälfte niedrigeren Akkordsatz ausgezahlt, als ihm zukommen würde. Im Paragraph 2 dieses sonderbaren Vertrages wird festgestellt, datz das Hopfenpflücken im Akkord geschieht. Das Pflücken ist so durchzufüh- rcn, dass die Qualität des gepflückten Hopfens in keiner Weise beeinträchttgt wird.— Den für 30 Liter gepflückten Hopfen zu zahlenden Grundlohn wird der Landesbeirat spätestens Anfang August verlautbaren. Die Arbeitszeit beträgt zehn Stunden. Ein Muster„sozialen Wohlwollens" und„sozialer Betättgung" des Bundes der Deuffchen und der Arbettgeber ist aber sicher der Paragraph 3 dieses famosen Arbeitsvertrages. Ueber das Deputat wurde festgelegt: Früh Suppe oder Kaffee, abends nahrhafte Suppe und überdies dreiviertel Kilogramm Brotpro Person und Tag. Peffonen im Alter bis zu 15 Jahren erhalten ein halbes Kilogramm Brot pro Tag. Das Deputat in dieser Höhe gebührt nur demjenigen Hopfenpflücker, der dei normaler Hopfenernte täglich wenigstens sechs Viertel pflückt. Pflücker, welche durchschnittlich täglich nicht sechs Viertel pflücken, erhalten zwar Frühstück und Nachtmahl, jedoch nur daS halbe Brot- j qrtantum."\ Prag. Der samstägige„Slovenskh hlas" veröffentlicht unter dem Titel„Keine Eini- g u ng zwischen der slowakischen Bolkspartei und der SdPüberein gemeinsames'Vorgehen" folgenden Arttkel: Pr a g, 9. September. Ueber die gestrige Sitzung des politischen Ausschusses der Hauptleitung der Sudetendeutschen Partei mit den Vertretern der Slowakischen Bolkspartei, der Bereinigten ungarischen Parteien und des Polnischen Berständigungskomites an der, wie bereits gestern berichtet, für die Slowakische Volkspartei der amtierende Vizevoffitzende der Partei Abg. Dr. Josef Tiso und Abg. Stephan H a s s i k teilnahmen, hat das Presseamt der SdP ein Kommunique herausgegeben, demzufolge„in den Grundfragen des dringend notwendigen Staatsumbaues und der Regelung der Nationalitätenfragen volles Einverständnis festgestellt wurde." Wir haben uns heute Nachmittag mit dem Bizevorfitzenden der. Slowakischen Volkspartei Abg. Dr. T i s o in Pänovee n. Bebravou telephonisch perbundxn und ihn gefragt, ich 1. die Behauptung Seite l Samstag, 10. September 1938 Nr. 213 l.uftskhutzllbungvn in Schwedens Hauptstadt In Stockholm fanden umfangreiche Luftschutzübungen statt, bei welchen Luftschußabteilungen aller Formationen eingesetzt wurden.—„Die Schäden" kurz nach dem Luftangriff in den - Straßen Stockholms.* Liquidierung des M.-Ostrauer Zwischenfalles Der Polizeidirektor und vier Beamte suspendiert Prag.(Amtlich.) Dieser Tage wurde der ernste Verdacht ausgesprochen, daß mit einigen Häftlingen, die sich in Gerichtshaft befinden, beim polizeilichen Verhör in Mähr.-Ostrau in einer Weise verfahren wurde, die als Mißhandlung bezeichnet werden könnte. Mit Rücksicht aus den ausgesprochenen Verdacht wurde von den zuständigen Ressorts, vor allem vom Innenministerium, die strengste Untersuchung dieser Angelegenheit angeordnet. Wie bereits gemeldet, hat der- Innenminister den Generalinspektor der Staatspolizei Dr. Kraömar mit dem Auftrag nach Mähr.«Oftrau entsandt, die Untersuchung der inkriminierten Ueberyrvffe zu führen und sofort an Ort und Stelle die eventuell notwendigen Maßnahmen zu treffen. Mit Mcksicht auf die vorgebrachten Beschwerden und den Ernst der Angelegenheit wurde mit Zustimmung des politischen Komitees der Regierung die Suspendierung eines Polizeikonzipisten, eines Polizeiinspektors und zweier Polizei- agentest durchgeführt. Gleichzeitig wurde in dieser Angelegenheit das Strafverfahren eingeleitet. Um die absolute Objektivität bei der Untersuchung dieser Fälle und der Zwischenfälle vor dem Gebäude d«S Kreisgerichtes in Mähr.-Ostrau vom 7. September zu sichern, hat der Polizei direk- tor in Mähr.-Ostrau, Regierungsrat Bata, an- ges ucht, daß gegen ihn d a s Disziplinarverfahren e i n g e l eitet und daßerbiszudessenAbschlußdes' Dien st es enthobenwerde. Aus dem gleichen Grunde hat auch ein berittener Wachmann der Staatspolizei in Mähr.-Ostrau bei den vorgesetzten Behörden angesucht, daß gegen ihn ein Disziplinarverfahren eingeleitet und er des Dienstes entheben werd«.— Die vorgesetzten Behörden haben diesen beiden Ansuchen entsprochen. London.(Reuter.) Major Sutton-Pratk hat bereits einen Bericht über das Ergebnis seiner Erhebungen über den Zwischenfall in Mähr.-Ostrau nach London gesandt. Wie der diplomatische Reuterkorrespondent aus informierten Kreisen erfährt, sagt Major Sutton-Pratt in diesem Berichte, daß der Zwischenfall übertrieben wurde. Zwischenfälle In Bodenbach 2000 Henieinleute belagern das Volkshaus Das VolKhaais in Bodenbach war Freitag abends der Schauplatz aufregender Ereignisse. Die Kommunisten hatten eine öffentliche Versammlung einberufen, in der Senator Kreibich Wer„Krieg oder Friede" sprechen sollte. Bereits nachmittags wurde in Bodenbach und feiner näheren Umgebung bekannt, daß die SdP diesen Anlaß zu einer Gegen- demonstration benützen wolle. Tatsächlich sammäten sich ab halb 8 Uhr abends lose Grupen von SdP- Leuten, Ordnern in Uniform, in den an das Volkshaus angrenzenden Straßen. Man sah Kuriere auf Motorrädern hin und her fahren und nach 8 Uhr ballte sich eine Masse von 2000 Henleinleuten vor dem Volkshaus zusammen. Um halb 9 Uhr setzten organisierte Sprechchöre ein, ununterbrochen von.Sieg- Heil-Rufen und den nationalsozialistischen Liedern „Deutschland, Deutschland, über alles" und dem „Horst Wessel"-Lied. Die Sprechchöre waren auch die bekannten nationalsozialistischen Losungen, wie»Ein Volk,«in Reich, ein Führer". Nach drewiertelftündi- ger lärmender Belagerung d«S Volkshauses drängte die Polizei, die fich musterhaft verhielt, die Massen ab, wobei einem Polizisten von einem SdP-Mann eine Tonflasche aus''dem Garten des Reicheltschen Hauses auf den Kopf geschlagen wurde. Er mußte ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Das Verhalten der sozialdemokratischen Vertrauensmänner zeigte eine außerordentliche Beherrschung und niemand ließ sich provozieren, auch dann nicht, als Steine und Eisenstücke geworfen wurden. Minen im organisierten Auflauf sah man den Bodenbacher Rechtsanwalt Dr. Ohmeh er mit Frau, den neugewählten Bürgermeister Dr. K r e i ß l und andere stadtbekannte SdP-Funktionäre. Kreißl hielt nach 10 Uhr abends in der Nähe des Gasthofes Kuh ein« Ansprache. Das musterhafte Verhalten der demokratischen Bevölkerung sorgte dafür, daß eS zu keinen Zusammenstößen kam. 5dp sprengt Versammlung In Gablonz Am Freitag abends sollte in Gablonz eine von den Kommunisten gemeinsam mit den Tschechen veranstaltete Versammlung stattfinden. Zwischen sechs bis sieben Uhr abends wurde das Versammlungslokal von etwa 400 SdP-Leuten besetzt, die sich nahezu ausschließlich aus Vierzehn- bis ZwanzigWrigen rekrutierten. Die Veranstalter selbst hatten nur zu einem Teil die Möglichkeit in den Saal zu gelangen. Die Polizei löste die Versammlung auf und verlangte die Räumung des SaaleS. Die SdP-Leute kamen dieser Ausforderung nicht nach, worauf der Saal abgesperrt und die Henleinleute durchsucht wurden. Darnach ließ man die Henleinjünger truppweise daS Gebäude verlassen. Diese schlugen noch eine Anzähl von Fensterscheiben ein und zerbrachen eine Reihe von Zaunlatten. Sie formierten sich auch zu einem geschlossenen Zug, der durch die Stadt marschierte und die bekannten nationalsozialistischen Losungen auSrief. Die Polizei löste den nichtbewilligten Umzug auf." Mitteilungen aus dem Publikum. Noch ist es Zeit... Wie wird es sein,, wenn auf geschwärzte« Trümmern auf ödem Schlachtfeld die Krähen schrei'« und über einer toten Welt die Sterne flimmern? So wird eS sei«: Ihr werdet furchtsam schleiche« wie Tiere wenn de» Tage» Strahle« weichen, und ängstlich stehn im späte« Abendschein. Doch wo das Volk in wilden Qualen stöhnte, wo euch der wüste Höllenlärm»mdröhnte, dort wird ein großes, großes Schweigen sei«. Wph euch, wenn ihr nach euren Häusern, Gärte«, nach Frauen, Kindern und de« so verklärten und stolzen Führer« zitternd sucht!:.■. Kein Lied wird mehr den Ruhm de» Einen künden, kein Lot die Qual der Anderen ergründen- was hllsts, wen« ihr euch selber flucht? WaS Hilst», wenn dann in abgelegene« Gründen e» euch gelingt, ein Menschenkind zu finden, da» fich gleich euch verzehrt in Qual und Pein. I» euren Augen flackert doch der Schrecke«, und nicht» vermag die Toten aufzuweckent Es würde euch ei« bös' Erwachen sein! IHv habt euch selbst zum Sterbe» auserkoren, wir warnten, doch euch fehlten Äug' und Ohres und eher hörte u«S der kalte Stein... Run ist'» vorbei, doch am GewiffenSgrunde da bellen alle wilden Höllenhunde... So wird e» sein, so wird e» wirklich sein! Und dort am Hang— verbrannte Stümpfe ragen, die schwarzen Bstgewirr gespenstisch tragen, von denen keine» Bogel» Lied mehr klingt, darüber ziehen graue Nebelschwaden, darunter liegen— euere Soldaten: das wird er fein, der deutsche Wald! Die Gräser wachse« zwischen Vlasterfieineu und Knoche« bleiche« an den Sttaßenrainen und Prunkpaläste werde« einsam steh«. Ihr werdet achtlos eitle Dinge streife«, um die verirrte Hunde hungernd schweife« und diese Welt wird zitternd schlafen gehn. So wird eS sein?! Roch ist es nicht so west. Roch könnt ihr wählen! Wählt, bevor der Tag zu Ende geht! Noch ist es Zett! Bald ist'» z« spät! Vom Zug überfahren. Am Donersiag gegen 8 Uhr abends wurde auf der Strecke zwischen dem Schloßgartenbahnhof in Teplid-Schönau und Settenz, unweit der Villa„Helling" eine Frau vom Zuge überfahren und schwer verletzt. Es wurde in der Unglücklichen die 26jährige Hedwig Süßner aus Tischau agnosziert. In ihrer Handtasche fand man noch eine Flasche Lysol, woraus ter Schluß gezogen wird, daß es, sich um einen Selbstmordversuch handelt. Getreidesilo abgebrannt. In der Gemeinde Neukirchen-Brenndorf bei Eger brannte Mittwoch abends der Getreidesilo der Getreidemagazin- genossenschast in Eger nieder, wobei eine größere Dienge Getreide eingeäschert wurde. Das Feuer entstand infolge eines Fehlers in der elektrischen Leitung. umS Leben. Rund 20 Personen wurden verletzt, von denen zwei während der Ueberführung ins Krankenhaus starben. Spinale Kinderlähmung. In Lettland ist eine Epidemie spinaler Kinderlähmung ausgebrochen. Bisher wurden etwa 100 Krankheitsfälle verzeichnet. Arbeitskämpfe in San Francisco. Infolge eines Waren- und Lagerhausstreiks ist es an verschiedenen Stellen der Stadt zu Zusammenstößen zwischen Streikenden, Nichtstreikenden und der Polizei gekommen. Streikposten überfielen Käufer, die die Warenhäuser betreten wollten. Es gab mehrere Verwundete und zahlreiche Verhaftungen. Ei« Raubüberfall im Hellen Tage ereignete sich Donnerstag in Paris auf dem Platz der Bastille, wo ein Unbekannter dem Industriellen Quetis in dem Augenblick, als dieser das Auto verließ, um in der Filiale der Bank von Frankreich Geld einzulegen, mit einem Gummiknüppel einen Schlag über den Kopf versetzte und ihm die Aktentasche entreißen wollte, in der' sich über 200.000 Francs befänden. Dem FÄrkkanten gelang es trotz dem heftigen Schlage, dem Angreifer zu entkommen und zu flüchten. Da sich auch die Straßenpaffanten zusammenrotteten, sprang der Räuber ohne die Beute in ein Auto, in welchem zwei seiner Komplizen warteten, und fuhr davon. Die Polizei kennt zwar die Nummer des Kraftwagens, doch ist anzunehmen, daß dieser gestohlen wurde. Drillinge in Frankreich. In der Gemeinde Lesterps bei Confolens hat eine Frau gesunde Drillinge, zwei Mädchen und einen Knaben, zur Welt gebracht. Die Frau hat bereits elf Kinder geboren, die alle leben. Freiwillige Blutspender«ater dem Schub de» ärztliche« Geheimnisses. Alle Ergebnisse der ärztlichen Untersuchung, welcher sich die freiwilligen Blutspender in ihrem nächstgelegenen Krankenhause unterwerfen müssen, werden auf besondere Kartothekblättern eingetragen werden. Diese werden das Gebäude des Krankenhauses nur im Falle einer Uebersiedlung des Spender» in den Rayon eine» anderen Krankenhauses verlassen und einzig den Aerzten und Pflegerinnen zugänglich sein. Beide sind durch daS ärztliche Geheimnis gebunden und Liliputs Weltkongreß Von Alex Sjegoff-Vogel Im September findet in Budapest ein Weltkongreß der Liliputaner statt, zu dem aus allen Tellen der Welt Abordnungen des kleinen Bolles kommen werhen. Wie wenig weiß man doch allgemein von dem Llliputanervoll, das wir meist nur im Ziv- kus kennen gelernt haben I Hat die Natur es auch physisch nicht mit besonderen Eigenschaften ausgezeichnet, so hat sie die Zwerge doch häufig mü großen Geistesgaben bedacht. Bas Zwergvolk hat in der Geschichte der Menschheit eine Anzahl„großer" Männer hervorgebracht, He oftmals den wirklichen großen Herren, den ihnen körperlich überlegenen, mit Erfolg entgegen treten. Zur Zeit Ciceros lebte der Advokat Casus Licinius Calvus. Er war nur drei Fuß hoch, zählle aber zu den bedeutendsten Rednern und ttat oftmals mit Vehemenz gegen Cicero auf. Im Altertum Lab es einen berühmten Philosophen namens Clypios. Er war bloß zwei Fuß hoch, trotzdem aber einer der anerkanntesten Dialektiker seiner Zell. Der Prinz von Parma hatte mit dem zwei Fuß hohen Jean d'Etrix Freundschaft geschloffen, der ein begabter Maler war und alle Weltsprachen beherrschte. Das Liliputanervolk hat aber einen ausgeprägten Sinn für Humor. Seine Geschicklichkeit und seine Wendigkeit sind allgemein bekannt. In der Renaiffance wurden die Zwerge von den reichen Italienern zur Unterhalttmg engagiert. Papst Alexander VI., der Vater Lurrezia Bor- Millionen irren nicht! Millionen benutzen Alpa- Franzbranntwein. Sie haben die wohltuende Wirkung diese» Franzbranntweins für Körper und Nerven erprobt. Alpa ist da» Hausmittel für kluge und vorsichtige Leute. Wer gesund bleiben will, benutzt Alpa und wer wieder gesund werden will, ebenfalls. Fragen Sie Ihren Arzt! 100 Pilgerzug verunglückt. Auf der Lokalbahnstrecke von Locminö nach Ploermel(Frankreich) entgleiste Donnerstag bei der Ausfahrt in der Station Joffekin bei Vannes ein Personenzug mit Pilgern von Rotre Dame du Roncier. Zwei Wagen wurden zertrümmert, drei Personen kamen Ole heutige deutsche Inland-Sendung Prag-Melstik: 10.15 Für die Frau: Vortrag Luise Taschner über die berufstätige Frau und ihr Kollege. 10.30 bis 11.00 Schallplatte«. 121.1 Unter« baltungsmusik(Gesang: Käthe Slhn, Klavier: R. I. Schubert). 12.45 Orchesterkonzert. 14-00 Jugendstunde 14.30 bis 15.00 Orchefterkonzert(Dir. Franz Binder). 18.00 Orchesterkonzert. 18.45„Ta- Medium", abenteuerliches Hörspiel von Alfred Lindt. 19.30„Feierabend" von Multerer. 20.15 Bunte» Programm(Orchesterkonzert, an zwei Klavieren: Herbert Popper und R. I. Schubert). 22.30 dis 23.30 Tanzmusik aus dem Hotel„Corso" in Ma« rienbad.— Nachrichten um 12.30, 19.15 urtb 22.15. Brünn: 18.00 bis 18.20„Das Lied", Hörspiel mik Gesang von Paula Mantler, Gedicht von Leo Heller. Regie: Emil Reißner. 18.20 dis 18.35 Maria Müller-Indra: Rezitationen aus dem Schaffen heimischer Autoren. Vorn Melniker Sender »Sagt mir nicht» gegen da» kleine Städtchen." In der literarischen Morgenfeier des Sender- Prag II wird am Sonntag, den 11. September, von 10.10 bis 11.00 Uhr eine Hörfolge„Sagt mir nichts gegen das kleine Städtchen" vor das Mikrophon gebracht. Der gute Zufall. Sonntag, den 11. September, von 20.40 bis 21.25 Uhr bringt der Sender Prag ll ein Hörspiel von Karl Schlägel..Der gute Zufall" nach Costers berühmten Roman„Die Hoch- zcitSreffe". Die Spielleitung und Regie hat Viktor Sordan. Sportereignis im Rundfunk. Sonntag, den 11. September, von 16.00 bi» 17.45 Uhr schildett unser Reporter Dr. Georg Schneider den Verlauf de» Mittacup-Endspieles SK Slavia—FerencväroS aus Budapest. sewst der Rottreuzverein, bei dem sie sich melde» werden, hat kein Recht in diese Kartothek Einsicht zu nehmen. Reue Stampiglien bei de» Postämtern. Di« tschechoslowakischen Postämter verwendeten bisher zur Abstempelung von Postwertzeichen Hantstampig- lren mit einem Durchmesser von 82 Millimeter. Nunmehr hat daS Postministerimn beschlossen, diese Stempel gegen kleinere und handlichere Stampiglien einzutauschen, und zwar werden Postämter, bei denen der Ortsname mehr als 35 Buchstaben hat, Stampiglien in einem Durchmesser von 28 Millimeter und Aemter. deren Ortsnamen weniger als 35 Buchstaben ausweist, solche mit einem Durchmesser von 24 Millimeter«halten. Ansonsten wird die Ausstattung und die Nomenklatur der Stampiglien gleich bleiben. Der Austausch wird allmählich durchgeführt werden und soll innerhalb von drei Jcchren erfolgen.(DRD) Der erste Schnellzug auf Gummirädern, Ja den neuen Fahrplan der Staatsbahnen wird ein neuer Schnellzug Prag—Mährffch-Ostvm eingestellt werden. Der neue Zug wird ein Motorzug auf Michelin-Gummkrädern sein. Die Züge auf Gurwni- rädern wurden in der Tschechoslowakei fast zwei Jahre lang auf den verschiedensten Strecken auSpro« l-iert.— Bon dieser technischen Spezialität abgesehen. wird der neue Fahrplan leider wenig bieten Die von allen Seiten geäußerte Bitte um Beschleunigung der Zugsverbirwungen stößt beim Eisenbabn- minifterium aus Sparsamkeitsgründen auf wenig Verständnis.(TNT) Da» Wetter. Gegen Mitteleuropa dringt noch immer aus den nördlichen Teilen des Atlantische» Ozeans her kühlere Lust vor, so daß die Temperaturen andauernd unter dem Rormalwert verbleiben. In der Westhälste der Republlk wurden Freitag nachmittags nur 15 bi» 18 Grad C., in der Slowakei 19 bi» 23 Grad C verzeichnet. Eine durchgreifende Besserung de» Detters ist vorläufig noch nicht zu erwarten.— Wahrscheinliches Wetter Samstag: In den westlichen Teilen de» Staate» verhältnismäßig unbeständiges Wetter, örtliche Regenschauer möglich In der Slowakei und Karpatho« rußland im ganzen heiter.— Wetteraussichten für Sonntag: Noch Andauern de» unbeständigen Witterung-charakters, ohne bedeutende Niederschläge und mit unternormalen Temperaturen, und zwar besonder» in d« Westhälste des Staate». giaS, hielt zwölf'Zwerge. Im siebzehnten Jahrhundert gehörte eS sogar zum guten Ton, eine» Zwerg in seinem Hause zu haben. An den verschiedenen Höfen Europas gelangten die Liliputaner zu großem Einfluß. Der Zwerg Jeffry Hudson war erklärter Liebling Karl l., der ihn zum Baron ernannte. Er wurde vom König oftmals mit delikaten Missionen be- traut. Von Jeffry Hudson erzählt man noch folz gende Geschichte: Der bekannte englische Politiker Baron Crofts bespöttelte eines Tages den Zwerg- Baron, daraufhin forderte Hudson Baron CroftS zum Duell. Baron Crofts, der die Sache nicht ernst nahm, erschien zu diesem Zweikampfe mit einer Schleuder und einigen Erbsen in der Hand. Das Duell hatte jedoch für Baron Crofts einen tragischen AuSgang, er wurde durch einen Pistolenschuß des Zwerg Barons getötet. Der vermögenste aller Zwerge lebte im neunzehnten Jahrhundert, er hieß Charles S. Strol« ton, wurde aber auch Tom-Pouce(Floh) genannt. Er zeigte seine Akrobatenkunststücke am Hofe der Königin Viktoria, Ludwig Philipps und Leopold I. Rach seinem Tode hinterließ er 20.000 Pfund Sterling Der berühmte ZirkuSdirettor Barnum war sein Manager. Ein Spaßmacher von Weltruf unter den Zwergen war John Worren-Borough. Er unternahm seine Reisen stets in einem großen Koffer eingeschloffen. Eines Tages glitt im Hafen von Plymouth der Gepäckträger auf der Hafentreppc auS und stürzte samt dem Koffer, also auch mit John Worren-Borough, ins Meer. Der Gepäckträger und selbstverständlich auch der Zwerg ertranken. Cr. 213 Der Verräter Von Jan Maat " " Samstag, 10. September 1938 Dichters- " Schach ins Valk Ccite 5 Schachaufgabe Nr. 408 Von Franz Tepper, Karlsbad. ( Criginal.) ( 10) a b c d e gh 8 6 4 2 a b c d e f g h Matt in 2 Zügen! Lösungen sind bis längstens 14 Tage nach Erscheinen der Aufgabe an Wenzel Scharoch, Drakowa 32, Lösungszug zu Nr. 405: Dd7X15! Richtige Lösungen sandten ein: Pichrt Wenzel, müller Hans, Habl Erwin, Kreusche Franz, Freundl wollen wir mündlich reden. Also, auf Wiedersehen Simmels und der Hölle. Der Schwächling in ihm in einem halben Jahr. Dein Paul." Ernst siegte. Der arme feige fleine Mensch. Er gab auf, schrieb an den Vater. Paul war wegen Rädelsfüh- was ihn zum Dichter gestempelt hätte: die große rerschaft, Auflehnung gegen die Staatsgewalt und wahrhaftige, mutige Seele. Und fuhr heim- em tätlicher Bedrohung, all das ausgeführt während Verräter! Er war des Staatsanwalts Brinkmann ein- Paul geendet hatte.„ Aber das darf ich denen zu eines Streits der Belegschaft seiner Fabrik, verziger Sohn. Man hatte ihn mit Vornamen Ernst Haus nicht sagen. Sie würden mich auslachen und urteilt worden. Dieser rote Nichtsnuß, dieser Eduard Gottfried getauft. Von den beiden lezt beschimpfen. Sie sind für einen„ vernünftigen" Heßer", erwiderte der Herr Staatsanwalt auf den genannten Namen machte niemals ein Mensch im Beruf, und Kunst ist etwas Brotloses, ja geradezu Brief des Sohnes, wenn ich bedenke, daß du ihm praftischen Leben Gebrauch. Ernst Brinkmann. So Leichtfertiges für sie. Es ist dasselbe wie Zigeu- jemals freundschaftlich gesinnt warst." begann und durchwandelte er sein Dasein. Es nern, Seiltanzen oder so. Verstehst du?" Paul Ernst erkannte Paul zuerst nicht wieder, als reifte nicht in Fülle und Ueberfluß. Doch gab es nickte. Er verstand nicht ganz. Aber das gefiel dieser vor ihm stand. Er sah um viele Jahre älter auch niemals Not. Im behäbigen und etwas träs ihm: daß der Freund sich in irgendetwas gegen aus als er war. An den Schläfen wurde sein Haar gen Beamtenmilieu des Vaters genoß der Knabe die Familie stellte. Gegen diesen aufgeblasenen, schon silbern. Ernst wollte sich für seinen Vater eine sorgfältige Erziehung, er besuchte das Gym- überheblichen Herrn Staatsanivalt- Papa. Ich entschuldigen. Paul lachte, wintte ab. Was kannst nasium der jüddeutschen Provinzstadt, seine Wut habe schon einen Plan", sagte Ernst jest wieder. du für den Alten? Er ist auch nicht wichtig. Wich Schwarz: Kf5, To6, Ld6, h5, Sg2, g3, Bc7, e5, 13, h6. ter, eine Freundin der schönen Künste, legte Wert Ich werde mich nach außen hin fügen, studieren tig bist du."„ Ich?"" Ja". Dann hielt Baul darauf, daß er Geige spielen lernte. Die Mutter und auf die Universität gehen. Weit weg von hier. dem Freund eine Standpaute. Ueber sein fünftjag gern, vom Abendschein umflossen, mit einer Und dann bau ich mir heimlich nebenbei mein lerisches Abirren, über das Verschwenden an BeHandarbeit am Fenster ihrer guten Stube, Ernst Leben auf." Es enttäuschte Paul, daß Ernst sich langlosigkeiten, in dieser Zeit, die dem Dichter so neben sich, die„ Träumerei" geigend oder eine nicht zum offenen Kampf stellen wollte. Aber viel ungeheure Aufgaben stellte. Lange hatte mit Ernst italienische Melodie. Frau Brinkmann fühlte sich leicht vielleicht war es so gescheiter." Wir wol- fein Mensch auf solche Weise gesprochen. Wandin solchen Augenblicken gehobener Stimmung, es len immer Freunde bleiben, Paul, ja?" Ernst lungsfähig wie er war, aber auch instinktbegabt, waren Gipfelpunkte des Familienglücks." streckte ihm die Hand entgegen. Paul lächelte. Es erkannte er in der Schärfe der Kritik die WahrTrotzdem wuchs dem so behüteten Senaben war ein wissendes, besser- wissendes Lächeln. heit. Es folgte eine weintrunkene Nacht, in der das plüschsamtene Milieu des väterlichen Heims Warum nicht?" Er erwiderte den Händedruck. Ernst dem Freund gelobte, einen neuen fünſtlerimitunter zum Halse hinaus. Er ließ die Mutter Ich schreibe dir, wenn ich einmal nicht mehr hier schen Weg einzuschlagen. Mit den Waffen des dem Geist, der Feder für die im„ Abendschein" allein„ Familienglück" marties bin. Du wirst mich immer erreichen können." ren, warf die Geige beiseite und eilte hinaus, fort Ernst, sensibel und gewissenhaft, hielt Wort. Rechte der unterdrückten Klassen, für Arbeiter und aus der Stadt, dort, wo sich an ihrem Rande Wo er auch war, Paul hörte von ihm. Zuerst Bauern zu kämpfen. Für den Sozialismus. Die Felder und Hügel, Wälder und Seen ausbreites waren es Briefe, später flüchtige Kartengrüße. Freunde schieden versöhnt. Auf Paul wartete die ten. Mitunter begleitete ihn sein Freund Paul. Paul beantwortete beides, Briefe und Karten- pclitische Arbeit, Ernsts neuer Weg sollte be- weiß: Kg7, Da4, Tel, g4, La2, 16, Sc2, Be7, 12,( 9) Paul, um den er kämpfen mußte, kämpfen aus grüße, mit ernsthafter Umständlichkeit. Ernst ginnen. Die Ausführung des geplanten Werkes zivei Gründen. Denn nicht nur, daß die Brinks wurde, was er gewollt hatte: ein Dichter. Es kam manns das Proletarierkind, den Sohn des Metall- überraschend. Während er Jus studierte, schrieb er wurde durch den Ausbruch der braunen Barbarei arbeiters aus dem Hinterhaus, nicht leiden moch nebenbei seine Jugend auf. Die süddeutsche Klein in Deutschland verhindert. Ernst mußte fliehen. Post Modlan, einzusenden. ten, Paul selbst begegnete Ernst mit solch verächt- stadt, das enge träge Beamtenmilieu, die Plüsch- Er ging in die Schweiz. Zog sich, erschüttert und licher Ueberlegenheit, daß schon viel Geduld und möbel- Süßigkeit des Daheims, das mütterliche aufgewühlt, in die Einsamkeit eines fleinen GeLiebe dazu gehörte, dies zu ertragen. Seltsamer Dahindämmern im Abendwind bei der Geige. birgsortes zurück. Schrieb lange nicht. Auch Paul, weise ertrug es Ernst. Ja, er war ausgesprochen Hinter all dem Lauen, Weichen und Dahintrei nach monatelanger illegaler Arbeit, blieb nichts glücklich, wenn Paul ihn gnädig auf Spaziergän- benden schilderte er aber mit wacher Schärfe die übrig, als schließlich Deutschland zu verlassen und gen begleitete, wenn er mit ihm schwimmen ging, unterdrückten Triebe und dunstigen Leidenschaften. draußen weiter zu kämpfen. Er suchte den Freund turnen oder im Winter Eislaufen. War Ernst Das Ungesunde des Gehemmten, all die kleinlichen in der Schweiz auf.„ Was macht das Werk?" schmal, hochaufgeschossen, mit zarten Händen und Bitternisse eines Umfesselten. Er stellte scharf fragte er sogleich. Wir brauchen unsere Künstler Gelenken von geradezu mädchenhafter Feinheit, gegenüber die Welt des Freundes Pauls, das heute mehr denn je. Wir brauchen den Geist, der wies Paul schon jetzt, vierzehnjährig grobschläch- rege, strebsame Leben des innerhalb und für seine die Wahrheit verkündet, der für Recht und Freifige Breite, Särte und Festigkeit auf. Er war Klasse Kämpfenden. Nicht wenig trugen Bauls beit tämpft. Noch einmal: ,, Was macht das Werk?" stämmig, unterſetzt, doch hatte sein eigensinniges Briefe dazu bei, ihn zu entwickeln, ihm den Weg Ernst senkte den Kopf. Melancholie und Unluſt Jungengesicht, die kantige Stirn, die hellen Augen aufrechter Künstlerschaft zu zeigen. Ernst sandte hielten ihn von der Arbeit fern.„ Ich komme in darin, ein frühreifer Mund, viel Anziehendes. das fertige Manuskript in mehreren Eremplaren einem halben Jahr wieder", sagte Paul Hart. Alles, was bei Ernst nur angedeutet war, sanft an verschiedene Verleger. Einer druckte es. Das Dann muß das Manuskript fertig sein." Ernſt und verschwommen, das trug Paul schon stark und Buch„ Jugend einer Kleinstadt" wurde der große fah dem Freund scheu nach. In einem halben fest eingezeichnet. Auf dem gemeinsamen Hof hat. Erfolg des Jahres. Man verlieh dem jungen Dich Jahr? Man verbrannte Bücher deutscher Dichter. ten sich die Jungens kennen gelernt und mit der ter Ernst Brinkmann den Kleist- Preis. Der Beit jene Freundschaft geschlossen, die von Ernst materielle Gewinn war ebenfalls groß. Nach be Man verbrannte auch Ernst Brinkmanns„ Jugend heftig angestrebt und von Paul oft nur geduldet endetem Studium widmete sich Ernst nur noch einer Kleinstadt". Doch die späteren Arbeiten? Die pastellenen Landschaftsmalereien, die lieb dem Schreiben. die Sehnsüchte in blaue Sie gingen am Feldrain entlang. Eine Weile Der Briefwechsel mit Paul hörte auf. Ernst lichen Banalitäten, stumm. Plöglich blieb Ernst stehen. Mit gequältem batte jest wenig Zeit. Da er nun Geld hatte, ohne Fernen? Wer so schrieb, konnte dem Reich des Gesicht. Immerzu plagen sie mich zu Hause, was Sorgen lebte, angesehen und verhätschelt von Blubo willkommen sein. Auch ein Gerhart Hauptich nun eigentlich werden will. Ich soll mich bald einem kleinen versnobten und im Ueberfluß leben- mann hatte schließlich mal die Weber" geschrieentscheiden. Es ist scheußlich. Ich habe zu nichts den Kreis, beschränkte er sich auf Stoffe, die ab- ben und sich dennoch später von Goebbels die Hand Lust. Und du?" Paul zuckte die Achseln.„ Ich kenn feits lagen von den eigentlichen Problemen der schütteln lassen. Dem Dichter Ernst Brinkmann ging das folche Sorgen nicht. Im Herbst komm ich aus der Zeit. Er verfiel wieder ganz der Liebe und den Schule, dann in die Lehre. Ich werd dasselbe ler- blauen Fernen, seine Feder erging sich in zärts Geld aus. Nur spärlich unterstüßten ihn Freunde, nen wie mein Vater. Und daneben tüchtig politisch lichen Landschaftsmalereien, in feinstilisierten heute selbst zu färglichem Leben verurteilt. Da - ,, Ach du, du hast deine Politik. Aber Banalitäten. Doch gerade das gefiel und war für fam die Botschaft: er könne heimkehren, schreiben, arbeiten, verdienen. Unter die Jugend einerlein, ich, was hab ich?" Wozu hättest du denn den Verleger ein Geschäft. Ernst lebte auf dem Elfenbeinturm seiner stadt" wollte man einen Strich ziehen, er brauchte Lust?" Ernst sah sich scheu um. Niemand beobach-| zu widerrufen. Dann gab es alles, tete die selbstgewählten dichterischen Einsamkeit und füm- nichts als mit kleinen heiseren Schreien vor ihnen auf. Ernst merte sich nicht um das, was ringsum geschah. was das Dritte Reich zu vergeben hatte: Posten, 3og ein paar beschriebene Bogen aus der Innen- Eines Tages erhielt er einen Brief. Er war von Honorare, Anerkennung, Ehre, ein Plak in der tasche seines Jacketts.„ Da, ließ das. Sag mir, Baul und trug den Stempel eines füddeutschen Dichter- Akademie war gesichert. Ein ansehnlicher wie du es findest." Er warf sich am Feldrain Gefängnisses. Herzliche Grüße. Dein Vater hatte Scheck zur Deckung der Reiseunkosten war dem bin, verschränkte die Arme unterm Kopf. Paul gegen mich drei Jahre Zuchthaus teantragt. Zum Brief beigelegt. Ferner ein funkelnagelneuer Bak. setzte sich langsam neben den Freund, las, wobei Glück war der Richter milder. Ich bekam nur sechs Die braune Barbarei hüllte sich in Pracht und feine Stirn fich runzelte und ein Ausdruck ge-| Monate Gefängnis. Wenn ich herausfomme, be- Gnaden. Der Dichter Ernst Brinkmann kämpfte mit spannten Mißtrauens sein Gesicht überzog. Es suche ich dich einmal. In der Gefängnis- Biblios unleugbar. Er rang mit den waren Verse und Prosa. Dinge, die von Liebe, thet gibt es ein paar Bücher von dir. Beim Lesen sich. Er kämpfte Sehnsucht und blauen Fernen handelten.„ Ich erinnerte ich mich an dich. Du hast nicht gehalten, Gesichten seines Freundes Pauls, mit seinem möchte ein Dichter werden", sagte Ernst laise, als was dein erstes Werk versprach. Doch darüber künstlerischen Gewiſſen, mit allen Dämonen des wurde. " arbeiten. " " " Fern vom Tempo Kleine Stadt in der Gascogne " " Bergesgrün; Tepper Franz, Karlsbad; Beutel Wilhelm, Arnsdorf b. Tetschen; Amler Rudolf, Tetschen; LohAnton, Holfeld Otto. Schindler Robert, sämtlich Nestersitz: Dinnebier Emil, Tetschen; Hyna Franz, DuxKrankenhaus; Schöffel Anton, Schöbritz; Modry Karl, set, Dux: Berger Josef, Klein- Augezd; Hravel Franz, Modlan: Mildorf Adolf, Tischau; Ulbert Rudolf, ProHostomitz; Pößnicker Vlastimil, Pömerle: Schöpka Joseditz; König Anton, Kwitkau. 101 T. F., Karlsbad: Das Schlagen im Lösungszug ist nur wenig gebräuchlich( nicht regelwidrig). Im genannten Falle handelt es sich um ein Thematurnier. B. W., Arnsdorf b. Tetschen: Bitte Aufgabe Nr. 4 nochmals einzusenden, es ist ein Schreibfehler enthalten, und zwar ist bei Wei: angeführt Td2, dann noch Sd2. Bitte um nochmalige genaue Angabe. 101 II. Kreis. Kreismeisterschaft Am Sonntag den 21. August wurde die Endrunde um die Kreismeisterschaft des Kreises II. Bodenbach ausgetragen. Überraschenderweise gelang es Nestersitz( Bez. Aussig) gegen Rosawitz( Bez. Bodenbach) knapp aber verdient die Kreismeisterschaft an sich zu bringen. Allerdings trat Rosawitz mit einem unbesetzten Brett an. Die Sektion Nestersitz, welche von spielte erstmalig in der Kreisserie mit und wird dieser Erfolg gewiß dazu beitragen, dem Arbeiterihrem Leiter Gen. Habl vorzüglich geleitet wird, Schachleben an den Elbeufern neuen Auftrieb zu geben. Nestersitz hat nun auch die Aufgabe, seinen Kreis bei den am 8. u. 9. Oktober in Dux stattfindenden Bundes- Schachmeisterschaften zu vertreten. Nachstehend die Einzelergebnisse: Nestersitz Brett 1 Habl Brett 2 Tyle Brett 3 Saslik Brett 4 Toman Brett 5 Freundl Brett 6 Lohmüller Rosawitz 1: 0 Hiekisch 1: 0 Haier 0: 1 Ullrich 0: 1 Hain ½: Fritscher 1: 0 unbesetzt Ergebnis: 32: 2% für Nestersitz. 101 Sektionsgründung in Turn woch, den 31. August, nach Turn eine Schachkonte chen will man daran gehen aus beiden Sektionen einen dem Teller in den gosier" zu gießen. Kannst du So verdient alle Welt doppelt und dreifach, das nicht, willst du das nicht, so bist du kein Die Schachgenossen aus Teplitz haben für Mittrenz einberufen, bei welcher 8 Genossen aus Teplitz und 9 Genossen aus Turn anwesend waren. Es wurde beschlossen, vorläufig regelmäßige Spielabende einzuführen zwar jeden Dienstag in Teplitz und Donnerstag in Turn, Café Wegwart". In den nächsten Woeigenen Arbeiter- Schachklub Teplitz- Turn zu gründen. Die Epicière in der Vorstadt von Eysses, die seinem Café Belotte. Dann geht man vielleicht der gesuchteste Veterinär ist conseiller général. So ist die kleine Stadt in der Gascogne wie um jeden Sous feilscht, fährt Sonntags in ihrem ins Restaurant essen, dann promeniert man und „ Citroen" aufs Land, Pissenlit- Salat suchen und dann geht man wieder essen, denn das Essen ist tausende Städte Frankreichs mit der„ terre" ber= wachsen. Die Bauern wühlen in der Erde, die nach Champignons zu spähen. Wenn sie einmal dem Gascogner Religion. Religion ist ihm die„ Soupe" oder„ Soupo", Die Stadt wacht morgens auf, wenn der Arbeiter leben von der Gemüseproduktion, die das Zeitliche segnet, wird man ihrer Waschkomode sitzt auf den Reichtümern, die ihre einen netten Haufen Renten- Bonds finden. ein scheußliches Wassergesöff, in dem Brotscheiben erste Autobus nach Marmande gegen 5 Uhr aus Bourgeoisie Der lange Stadtpolizist ist nur zu seinem und Kohlreste mit gelegentlichen nüchternen Verder Garage fommt, der den Anschluß nach Bor- Vorfahren aus der Erde zogen, die Verwaltung Zeitvertreib Ordnungsmann. Seine Eltern sind micelles abwechseln. Religion ist ihm der„ Chadeaux mitnimmt. Ein verschlafener Geschäfts- ist für die Bauern da. reisender bemüht sich, die letzten Koffer in seinem Die Stadt hat wenig Leidenschaften. Sie die reichsten Grundbesißer der Umgebung. Die brot", eine Sitte des Landes, die darin besteht, teilt sich politisch in zwei genau gleiche Hälften, Lehrerin im College ist nur deswegen Lehrerin, einen halben Liter Rotwein in den noch warmen bis- a- vis der Porte de Paris, schiebt ſeine die eine ist reaktionär, die andere radikal. Aber weil sie nicht weiß, wohin sie mit ihren Muße Suppenrest zu befördern und die so entstehende, Eſſencepumpe vor den Laden. Die ersten Hand- selten erregt man sich deswegen. Zu eng ber Stunden soll, denn ihr Mann ist der größte Schuh- fettaugentriefende rötliche Schlampe beseeligt aus vagen rollen zum Frühmarkt. filzen sich auf dem Lande Politik und Geschäft, fabrikant der Stadt. Die Stadt riecht nach Zwiebeln, Blumenkohl Verwandtschaft, Nachbarschaft und Freundschaft. und Knoblauch. Die Stadt lebt von Zwiebeln, Der Berichterstatter der radikalen Zeitung ist im affumuliert, legt zur Seite, schimpft ein wenig, Gascogner. Denn Chabrot ist gesund, es bildet den lauwarmen Uebergang zwischen der heißen Blumenkohl und Knoblauch und der Frühmarkt Hauptberuf Geldeintreiber des reaktionären Vieh- knaufert und wird reich, wird noch reicher. Und da man in der Gascogne ist, flatscht Brotsuppe und dem vielen kalten Wein, der im Sonne auf das Lot- Tail brennt, wachsen die Ge- rat darf nicht zu sehr rechts sein, denn sonst kann man darüber. Man klatscht im Café, man klatscht Verlauf eines Gascogner Essens getrunken wird. müse früher als in jedem Tal Frankreichs, dann er feine linksstehenden Stiere mehr kastrieren. So auf dem Markt. Man flatscht auf den Feldern, Religion ist dem Gascogner das Huhn mit pumpen die Motore Wasser in die Felder, und am ist man am besten„ modéré" mit Massen Po- man klatscht in den Kirchen. Der Gascogner liebt Knoblauchfüllung, in dem alles nach dem„ ail" die Rede, wie er den Knoblauch liebt, und die und nichts nach dem„ poulet" schmeckt. Religion nächsten Morgen sind die Franken in den Taschen litiker. Man ist reich, man macht sich keine Sorgen, Gascognerin, die auf dem Felde die Gascognerin ist ihm der Löffelbiskuit, der als Nachtisch in den Der Notar vis- a- vis vom Musikpavillon ist wozu soll man radikal sein? Zwischen den Freun- trifft, hat ihre Arbeit beendet. Und die Rede muß Weißwein gefunft ist, und so du das nicht hast, Sohn eines Bauern. Sein Vater gilt heute noch den des Café des Glaces und den Freunden des saftig sein wie das Essen. Und durchsetzt mit vies die Waſſersuppe mit Kohl, das Knoblauchhuhn und len„ boudious",„, eoquin de dious" und" quand- den Löffelbiskuit, so bist du kein Bürger dieser als der größte Viehsachverständige der Stadt. Café Europe herrscht keine Animosität. Die Hotels wimmeln von Reisenden, die von den Wenn das radikale Café morgens früh um memes"( bon dieu, coquin de dieu und quand Stadt, bist ein„ étranger", der vielleicht aus der dem Norden Frankreichs stammt. Bist vielleicht Roßen Pariser Samenhändlern geschickt werden. acht seine Stühle vor die Tür ſtellt, kann man meme). Wie man vom Eſſen lebt, lebt man von Dordogne, aus der Gironde, vielleicht jogar aus Die wenigen Fabrikanten sind Konservenfabri gar nicht nötig hat. Etienne ist der ergebenste und den Neuigkeiten. Ob es war ist, daß der Epicier X. Strom ein Pariser, der seinen Kaffee mit Milch, dieser lanten. Der letzte Bürgermeister war Erbsenfabrikant und wenn er bei der letzten Wahl durch garn icht nötig hat. Etienne ist der ergebenste und freundlichste Kellner der Stadt. Wenn es ihm von der Leitung gestohlen hat, und der Notar Salopperie", trinkt, anstatt mit einem fräftigen Schuß Armagnac.. weil er nicht gerade die past, arbeitet er von morgens bis zum nächsten des Epicier Y. es ihm auf der letzten Sitzung besten Preise auf dem Frühmarkt zahlte. Morgen um 3 Uhr. Wenn es ihm nicht past, gesagt hat? Ob es wahr ist, daß Delfarriel, der Ziveimal im Monat ist Foire. Beherrscht promeniert er in seiner Luruslimousine. Lucien, Sohn des Nachbarn, heiraten mußte, weil das aus Redelust und Essensfreude das Bild dieser Foire das Vieh. Der größte Viehhändler am Plaz Agent von Düngerfirmen, und ist genau so reich fei? Das sind die Themen der kleinen Stadt. fern von Paris, fern von allem am Frühmarkt das Gemüse die Stadt, so an der der ziveite Kellner, ist im Nebenberuf Gärtner, nächste Kind schon in sechs Monaten zu erwarten kleinen Stadt am Lot im Südwesten Frankreichs, ist mit dem Conseiller d'arrondissement identisch, wie Etienne, der Bauern. fiel, so deswegen Jeden Sonntag von 10 bis 12 spielt man in So rundet sich aus Reichtum und Sonne, J. J. Abkürzungen: Dt 86g.--- Deutsche Sendung.— Na.— Nachrichten.— OK E Orchesterkonzert.— Sch.— Schallplatten.— TM— Tanzmusik. — UM— Unterhaltungsmusik.— Vt.= Vortrag. Prag-Melnik an allen Wochentagen: 6.00—8.00 Morgensendung. 12.30 Nachrichten. 12.45 Sch.-Konzert. 14.00 Börse. 14.15 u. 22.15 Na. Prag an allen Wochentagen: 6.00 Morgensdg. 8.45 Sicherheitsdienst 10.45 Frauenfunk. 11.55 Landw. 13.50 Industrie. 16.00, 19.00 u. 22.00 Na. Sonntag, 11. September Prag-Melnik: 930 Sonntagsgedanken. 9.40 UM(Augustin-Sextett). 10.10„Sagt mir nichts gegen d. kleine Städtchen“. Hörf. v. V. Sordan. 11.00 Symph. Konz.(Sch.). 12.00 Lieber Hörer! 12.05 Presse. 12.25 OK. 13.30 Sch. a. Wunsch d. Hörer. 14.00 Bauernpredigt 14.15—14.30 Arbeiter- sdg. Max Eisler: Freies deutsches Schrifttum. 17.50 OK a. Mähr. Ostrau. 18.50 Kleine Kindersonate. Hörsp. v. Hans Natonek. 19.15 Na. 19.30 Sportbericht. 19.40 Klass. Musik(Dir. Fritz Rieger, Ges. Katharina Hoffmann, Violine: Amalia Bartfeld, Klarinette: VI. Rtha). 20.40 Der gute Zufall, Hörsp. v. K. Schlägel. 21.25 Tanz in alter Zeit, Hörf. m. Mus.(Sch.). 22.15 Na. 2230—23.30 TM aus Bata-Hotel, Zlin. Prag: 6.45 Morgensdg. 7.20 Sicher- heitsd. 7.30 UM. 8.00 Arbeitersdg. Vt ü. Prager öffentl. Gesundheitsdienst. 8.25 Industrie. 8.40 Sch. 9.00 OK a. Brünn. 9.45 Pontifikalmesse a. Alt- Bunzlau. 11.45 Sch. 12.05 Presse. 12.55 OK a. Preßb. 13.25 Landw. 14.10 Sch. 15.30 Blasmus. 16.00 UM a. Kaschau. 17.30 Vt. ü. Masaryk. 17.45 Jugoslaw. Chöre. 18.00 UM. 18.30 UM. 19.00 Na. 19.20 OK. 20.05 Jiriks Vison, dramat. Fabel v. J. K. Tyl. 21.35 Chorkonz. 22.00 Na. 22.25 Sch. 22.35—23.30 TM. Brünn: 9.00 OK. 14.10 Dt. Landw. 16.00 Bauernrebellion, dramat. Studie v. Mähen. 17.35 Dt. Sdg. Kammermusik(Brünner Streichquartett). Der Vetter, Lustsp. v. R. Benedik. 18.50 Dt. Na. Mähr. Ostrau: 8.20 Arbeiterfk. Gespr. ü. studierende Arbeiterkinder. 17.30 Vt. ü. Programm d. mähr.-schles. Nationaltheaters. 17.50 Dt Sdg. Symph. Konz.(Dir. Jules Kowalski). 18.50 Dt. Na. Montag, 12. September Prag-Melnik: 8.00—8.05 Schulfk. Hundtunk det blecke 10.15—11.00 Sch. 12.10 Sch. 12.15 Red. Gegenbauer, Reichenberg: Gute Auslandspropaganda erobert die Welt 18.00 Kinderstd. Kalif Storch. Märchen v. Hauff. 18.30 Dr. Mayer: Automobilisten vor Gericht. 18.45 UM. 19.30 Tschech. Sprachkurs f. Anfänger. 19.45 Aus d. tschechoslow. Kulturleben(Vt. Jaroslav Kvapil: Meine Zusammenarbeit mit deutschen Bühnen). 20.00 Sch. 20.15 Wenn der junge Wein blüht, Lustspiel v. Björnstjerne Björnson. 21.15 Sch. 22.00 Vorles. aus Dauthendeys„Die acht Gesichter am Biwa-See.“ 22.30 Sch. 22.40—23.00 Herbstjagden i. d. Karpathen. Prag: 12.10 Sch. 12.45 UM. 12.50 Arbeitsmarkt. 15.15 UM a. Preßbg. 16.10 Popul. Konz. 17.05 Jugendstd. a. Brünn. 1730 Sch. 1735 Vt. ü. Masaryk u d. Legionäre. 17.40 Lieder v. Chopin. 18.10 Arbeiterfk. Vt ü. Klofäcs soziales u. nationales Bekenntnis. 18.20 UM. 19.25 Mil. Konz. a. Preßbg. 19.55 UM a. Kaschau. 20.30 Reise nach Lany. 22.20—23.00 TM(Sch.). Brünn: 12.00 Landw. 13.50 Arbeitsmarkt. 15.45 Märchen. 17.05 Jugendstd. 17.40 Dt Sdg. K. Riedel u. Kari Heysek: Burg Busau, Ernst Kunt- schner: Wirtschaft!. Bedeutung d. Tabakfabrik in Bautsch. 18.20 Liter. Neuheiten. 18.35 Arbeiterfk. Vt ü. Jugendherbergen d. Stadt Brünn. Mähr. Ostrau: 10.15 Schulfk. 17.20 Liederkonz. 18.00 Sch. 18.10 Dt Sdg. Arbeitersdg. Hans.Honheiser: Mütter an d. Maschine, Feuilleton; Liederkonz.(Fine Reich-Dörich, Klav. G. Singer). 21.00 Popul. Konz. Dienstag, 13. September Prag-Melnik: 10.15 F. d. Frau: Mi- mi Güra: Diätschau im September. 10.30 Adolf Wallnöfer, ein berühmter Prager Wagner-Sänger, Hörb. (Ges. Heinz Dornbach, Klav. R. I. Schubert). 11.10 Schulfk. Schiller in Sturm u. Drang, Funkszenen. 11.50 Sch. 18.00 Melodien wandern, Hörf. m. Mus.(Ges. Martha Tamara, Klav. Fr. Holecek). 1830 Dr. Paul Eisner: Lebendes Tschechisch. 18.45 UM (Sch). 19.30 Prag(OK), Dir. Fr. Rieger, Ges. Gerda Redlich. 21.00 Ein Tag in einem Mädchenpensionat, Report. 21.30 Josefa Duschek, eine berühmte Prager Sängerin, Hörbild (Dir. Fr. Rieger, Ges. Olga Forrai). 22.30—23.00 OK(Werke v. Schumann u. Jensen). Prag: 12.10 Sch. 12,45 OK a. Ostrau. 15.15 Opernmus. 15.45 Vt. ü. Brezina. 16.10 Popul. Konz. a. Preßb. 17.10 Jugendstd. 17.30 Hochzeitsbräuche. 18.10 Arbeiterfk. Vt. ü. Masaryk. 1830 UM. 20.55 Slaw. Lieder u. Tänze a. Brünn. 22.20 L. Vycpalek: Sonate D-dur f. Violine, Klav. u. Ges. Brünn: 13.50 Industrie. 15.45 Vt. Schon vor 25 Jahren drohte Weltkrieg. 17.40 Dt. Sdg. Arbeitersdg. So- zialinform. Prof. Dr. Ernst Bloch: Das Flugwesen als Freund od. Feind d. Kultur; Landw. 18.30 Musik. Wochenschau. 20.55 Slaw..Gesänge u. Tänze. Mähr. Ostrau: 12.45 Mil. Konz. 1730 Harmonika-Konz. 17.45 Feuilleton: Wenn man Vater ist. 18.00 Espe- rantovt. 18.10 Dt Sdg. Landw. Vt. E. Gretzer: Die Schule hat begonnen. Mittwoch, 14. September Prag-Melnik: 10.15 Schulfk. Fest- Sendung f. Masaryk. 10.35 Sch. 12.15 Wachtmeister Otto Schiller: Die Entdeckung d. Tropfsteinhöhle v. Danica. 13.50 Arbeitsmarkt. 18.00 Jugendstd. Hörbilder v. d. Moldau u. Elbe. 1830 Arbeitersdg. 18.40 Sozial- inform. 18.45 Zum Gedenken T. G. Masaryks(Ges. Gerda Redlich, Constantin Schindler, Klav. Fr. Holecek). 1930 Das deutsche Handwerk: Der Zimmermann. 20.00 Symph. Konz. 20.30 In memoriam T. G. Masaryk. 20.45 Von Prag I: OK(Dir. K. B. Ji- räk). Suk: Asrael-Symph. 21.55 Vorles. aus Masaryks Werken. 22.30 bis 23.00 Konz. a. 2 Klavieren(Loris u. Ida Margaritis). Prag: 12.10 Sch. 12.45 OK a. Kaschau. 13.50 Arbeitsmarkt. 15.15 Sch. 15.45 Vt. v. Dr. Maixner ü. Masaryks Tod. 16.10 OK a. Ostrau. 17.10 Sdg. f. d. reifere Jugend. 18.10 Vt. ü. Organisierung v. öffentl. Angestellten. 1830 Sch. 20.45 Jos. Suk: Asrael, Symph.(Dir. Jirak.) 22.20 Sch. 2235 Kammermus.(Ondricek-Quartett). Brünn: 10.00 Sch. 12.00 Landw. 13.50 Arbeitsmarkt. 15.20 Beethoven: Sonate cis-moll f. Klav. 15.45 Vt. ü. unsere Flugplätze. 17.40 Dt. Sdg. Zum Gedenken an T. G. Masaryk(Felix Langer: Requiem). 18.30 Arbeiterfk. Vt. ü. soziale Verhältnisse d. Handwerker i. d. Zeit d. Zünfte. Mähr. Ostrau: 16.10 OK. 17.40 Beethoven: Trio f. 2 Oboen u. englisch Horn. 18.05 Smetana: Abendlieder. 18.30 Sch. Donnerstag, 15. September Prag-Melnik: 10.15 F. d. Frau: Freude, Hörf. 10.45—11.00 Sch. 12.10 Sch. 18.00 Bela Bartok: Aus d. 15 alten ungar. Bauernliedern(Klav. Nikolaus Strauß). 18.10 Landw. 18.45 Lieder sudetendt. Komponisten(Ges. Hilde Raave, Klav. Fr. Holecek). 19.00 Polit. Wochenschau. 19.30 Dr. Paul Eger, Direktor d. Deutschen Theaters, Prag: Die neue Spielzeit. 19.45 Sdg. a. d. Böhmerwald. 2130 Kammermus.(Ondricek-Quartett.) Schubert: Forellen-Quintett. 2230 bjg 23.00 TM(Sch.). Prag: 12.10 Sch. 12.45 UM a. Ostrau. 15.15 UM. a. Ostrau. 16.10 OK a. Brünn. 17.10 Vt. u. Masaryk u. d. Literatur. 17.40 Lieder v. Kricka. 18.10 Arbeiterfk. Fr. Zeminovä: Meine Memoiren. 18.20 Blaskonz. d. Postangestellten. 1935 UM a. Kaschau. 20.00 Vt. ü. Masaryk. 20.15 Dvorak: Konz, a-moll f. Violine u. Orch. 20.45 Hörf. a. Preßb. 22.20 Sch. Revue a. Ostran. Brünn: 13.50 Dt. Arbeitsmarkt 15.45 Vt. ü. Ende d. Leibeigenschaft. 16.10 OK. 16.40 UM. 17.40 Dt Sdg. Arbeitersdg. Karl Kulka: Aktuelle Ange- stellten-Probleme; Jugendfk. Aus d. Füllhorn d. Herbstes. 18.35 Arbeiterfk. Mähr. Ostrau: 12.45 UM. 15.15 UM. 18.10 Dt Sdg. Die Tragödie in d. Bar, heitere Schallpl.-Revue. 22.15—23.00 TM u. Sch-Revue. Freitag, 16. September Prag-Melnik: 8.00—8.05 Schulfk. 10.15—11.00 Trostreiche Stunde(Ges. Gerda Redlich). 12.15 Dr. Heinr. Parthen: Im Herbst der Körper in Hochform. 18.00 Maurice Ravel: Sonatine(Klav. Fr. Jaroschy). 18.10 Sekr. Koblousky, Eger: Bei d. Geigenbauern in Schönbach. 18.20 Sportorakel. 18.35 Arbeitersdg. Aktuelle zehn Minuten. 18.45 Paul O’Montis: Modernes u, klass. KabaAusloud Sonntag, 11. September Deutschlandsender: 9.30 Kammermus. 10.00 Opernmel.(Sch.) 12.00 OK 14.00 UM. 15.00 Romant Mus. 16.00 UM. 18.00 Deutsche Lieder. 19.00 Mus. a. d. Zeit d. Meistersinger. 22.20 Kammermus.(Chopin). 23.00 OK.(Sch.) 24.00—2.00 Szenen aus d. Meistersingern v. Wagner. Berlin: 9.30 OK. 10.00 Brahms: Klaviervaritionen ü. Thema von Händel. 17.00 UM. a. Saarbr. 18.00 UM. 19.00 OK. 20.00 OK. 22.30 UM. 1.00—3.00 Mus. a. Hamb. Breslau: 930 Kammermus. 10.10 Sch. 16.00 OK. 18.00 Hochschule d. Heiterkeit. Hörf. 19.00 UM. 20.15 OK. a. Köln. 22.30 UM. a. Berlin. 24.00—3.00 Mus. a. Hamburg Leipzig: 9.30 UM. 16.00 UM. a. Saarbr. 18.00 Violinmus. 20.10 OK. a. Hambg. 22.30 TM. a. Stuttg. 24.00—3.00 Mus. a. Hamburg. Wien: 9.30 OK. 10.00 UM. a. Saarbr. 18.00 Bauernmus. 19.00 Klass. Kammermus. 20.10 UM. 22.30 UM. 24.00—3.00 Mus. a. Hamburg. Beromünster: 16.00 Romanische Lieder. 17.45 Mil. Mus. 18.40 Sch. 19.00 UM. 19.45 Na. 20.00 Hörsp. ü. Napoleon. 21.20—22.25 TM. Straßburg: 17.00 UM. 1830 Hörbericht. 1930 Sch. 20.30 UM. 21.00 Sch.2130 Lieder. 21.45 Film im Radio; 23.00 TM. Mailand: 17.15 UM. 21.00 Lustspiel, dann— 23.55 TM. Warschau: 17.10 Strauß-Sonate. 18.10 UM. 20.05 Mozart-Sch. 21.00 Heitere Sdg. 22.00—23.00 Aus Ri- goletto, Oper v. Verdi. Budapest: 15.45 Mil. Mus. 17.00 Jazz. 18.00 Ges. 19.00 Zigeunermus. 20.10 Marika. Komödie v. Zagon. 22.10 OK. 23.30 Zigeunermus. Moskau-Komintern; 17.30 Opern- übertr. 21.30 Na. Montag, 12. September Deutschlandsender:. 12.00 OK. a. Hambg. 17.00 UM. 18.00 Lieder. 21.00 Kammermus. 23.00 Herrn. Zilcher: Nachrichten in deutscher Sprache (außer Sonntags) 5.45 Paris Mondiale. 7.55 Luxemburg.. 8.20 Straßburg. 10.05 Brünn. 12.30 Prag-Melnik. 13.55 Brünn. 14.00 Prag u. Preßbg. 18.15 Moskau. 18.45 Brünn, Mähr. Ostrau u. Preßbg. 19.00 Luxemb. 19.15 Prag-Melnik. 19.45 Beromünster. 20.00 Straßburg. 22.00 Moskau. 22.15 Prag-Melnik. 22.50 Bukarest. 4. Symph. 23.40 Mit Mus. 0.45 Sch. 1.05—2.00. Mus» a. Stuttgart. Berlin: 12.00 OK. a. Leipzig. 17.00 Sch. 18.00 Aus Oper u. Operette. (OK.) 21.10 UM. a. Stuttg. 22.30 Tm. a. Köln. 0.45—3.00 Mus. a. Köln. Breslau: 12.00 OK. a. Leipzig. 17.10 UM. a. Leipzig. 18.00 Hinter der Düne blauklares Meer, Hörf. 18.30 Sch. 21.00 Klassische u. romant. Mus.(Sch.) 2230 TM. a. Köln. 0.45 bis 3.00 Mus. a. Köln. Leipzig: 12.00 OK. 17.10 UM. 18.00 Vt. ü. d. Parthenon in Athen. 18.20 Klaviermus. 21.10 UM. 2230 TM. a. Köln. 0.45—3.00 Mus. a. Köln. Wien: 12.00 OK. a. Hambg. 17.00 OK. 21.10 UM. a. Leipzig. 22.30 TM. a. Köln. 0.45—3.00 Mus. a. Köln. Beromünster: 17.00 UM. 18.00 Blasmus. 19.20 Bücherstd. 20.00 UM. Mailand: 17.15 TM. 21.00 Lieder. 21.45 Lustspiel, dann— 23.55 TM. Budapest: 17.30 Chorges. 18.40 Sonaten f. Violine u. Klav. 19.25 OK. 21.10 Zigeunermus. 22.05 Sch. 23.10 TM.(Sch.) Moskau-Komintern: 1730 Ges. 18.00 Russ., ukrainische und jüdische Volkslieder. 19.00 Symph. Konz.(Werke russ. Komponisten.) 21.30 Na. Dienstag, 13. September Deutschlandsender: 12.00 Mus.a. S'tuttg. 14.00 Sch. 15.15 Volksmusik. (Sch.) 16.00 OK. 18.00 UM. 19.15 UM. 20.15 Neue Mus. 21.30 Der Heiratsantrag, Szene v. Tschechow. 22.30 Kammermus.(Mozart.) 23.00 Die Schwalbe, lyr. Komödie v. Puc- cini. 030—2.00 Konz. a. Frankfurt. Berlin: 12.00 Konz. a. Frankf. 14.15 UM. 15.15 Sch. 16.00 OK. a. Kö- nigsbg. 1730 Lockendes Abenteuer, Hörf. 18.00 UM. 19.00 UM. 22.30 TM. a. Hamburg. 24.00—3.00 Mus. a. Wien. Breslau: 13.15 UM. 14.00 Sch. 16.00 OK. a. Wien. 18.00 Hörf. ü. Gustav Freytag. 19.15 OK.(Sch) 20.30 OK. 22.30 TM. a. Hamburg. 24.00—3.00 Mus. a. Wien. Leipzig: 12.00 OK. a. Frankfurt. 14.00 OK. 15.10 Vt. Paul Eipper ü. Elefantenpflege. 16.00 OK. a. Wien. 18.20 Mus. f. Harmonium u. Klav. 19.00 Hörf. a. Werken Th. Storms. 20.10 Operettenabend. 22.30 TM. a. Hambg. 24.00—3.00 Mus. a. Wien. Wien: 12.00 OK. 14.10 Sch. 1530 Goethe-Lieder. 15.45 Vt. ü. Goethes Mutter. 16.00 OK. v. Deutschl.-Sen- der. 18.15 Klaviermusik. 19.00 Sch. 20.10 Steirische Mus. 21.00 Glück im Winkel. Hörf. 22.35 Konz. a. Ham- 1 bürg. 24.00—3.00 OK, u, Volksmus. Beromünster: 18.05 Harmonika-Mus. 18.50 UM. 20.15 Brahms-Sönatc. 2035 Kirchenmus.(Regel.) 21.15 Komödie. Mailand: 17.05 Violinmus. 21.00 Nero, Oper v. Boito. Budapest: 17.00 TM.(Sch.) 18.30 Flötenmus. 19.20 OK. 2035 Klaviermus. 21.00 Sch. 22.10 Tschaikowski- Klaviertrio a-moll. 23.25 Zigeunermusik. Moskau-Komintern: 17.00 Mus. 18.00 Konz. 19.00 Liter. Progr. 19.30 Konz. 21.30 Na. Mittwoch, 14. September Deutschlandsender: 12.00 Mus. a. Danzig. 14.00 Sch. 15.15 Aus klass. Operetten(Sch.) 16.00 UM. 18.00 Alte und neue Tänze. 20.10 Kammermusik.(Bach, Cimarosa, Dittersdorf.) 22.30 Kammermusik, f. Bläser. 23.00 OK. 24.00—2.00 Symph. Konz. a. Stuttg. Berlin: 12.00 Konz. a..Stuttg. 14.15 UM. 15.15 UM, 17.15 Klaviermus. 18.00 UM. 19.00 UM. 20.10 Aus d. Kabarett d. Komiker. 20.30 Symph. Konz. 22.30 TM. a. Breslau. 24.00 bis з. 00 Mus. a. München. Breslau: 12.00 OK. a. S'tuttg.14.00 Sch. 16.00 OK. 18.00 Vt. ü. Ad Menzel in Oberschlesien. 18.20 Knecht и. Magd, Hörbilder. 20.10 UM. 21.10 UM. a. Leipzig. 21.30 TM. 24.00 bis з. 00 Mus. a. München. Leipzig: 13.15 OK. a. Stuttg. 14.00 UM. 1535 Kindermusik. 16.00 OK. 18.20 Balladen v. Petschnig. 18.50 TM.(Sch.) 20.10 OK. 21.10 UM. 22.30 Mus. a. Wien 24.00—3.00 Mus. a. München. Wien: 12.00 UM. 13.15 OK. a. Stuttgart. 14.10 UM. 16.00 OK. 18.20 Sch. 19.00 Hausmus. a. alten Instrumenten. 21.00 Symph. Konz. 22.30 Musik aus Wien(OK.) 24.00—3.00 Mus..a. München. Beromünster: 17.00 Sch. 17.20 Herbsttage. 18.00 Jugendstd. 18.30 UM. 19.10 Sch. 20.00 Schweizer Volksmus. 21.00 Cembalomus. 21.50 Moderne belgische Musik. Mailand: 17.15 TM. 21.00 Mil. Mus. 22.00 Kammermus. 22.40—23.55 TM. Budapest: 17.30 Harfe. 18.10 Zigeunermus. 19.30 Dschamileh, Oper v. Bizet u. 66, Oper v. Offenbach. 20.45 Sch. 22.10 UM. 23.10 Jazz. Moskau-Komintern: 17.00 Mus. 18.00 Liter. Progr. 19.00 Konz. 2130 Na. 23.00 Deutsches Progr. Donnerstag, 15. September Deutschlandsender: 12.00 Mus. a. München. 14.00 Sch. 15.15 Hausmus. 15.40 Gigli singt(Sch.) 16.00 UM. 17.00 Meister d. Klaviers(Busom и, d'Albert.) 1730 Meisterballaden. 18.15 Kammermus. f. Bläser. 20.30 OK> 22.30 Kammermusik- 23.00 Brahms: Trio A-dur f. Klavier, Violine u. Cello. 23.45 Schlusnus singt. (Sch.) 24.00—2.00 Konz. a. Frankf. Berlin: 12.00 Konz. a. München. 14.15 UM. 17.00 Lieder. 18.00 UM. 19.00 UM. 20.10 OK. 21.00 Aus Operetten u. Tonfilmen.(OK. m. Ges.) 2230 UM, a. Stuttg. 24.00—3.00 OK. a. Danzig. Breslau: 12.00 OK. 14.00 UM. a. Stuttg. 16.00 Zeitgenöß. Mus. 17.00 Blasmus. 18.20 Sch. 19.00 Blasmus. 20.10 Romant. Hörf. 21.00 OK. 2230 UM. a. Stuttg. 23.35 Sch. 24.00—3.00 Mus. a. Danzig. Leipzig: 12.00 Mus. a. München. 14.00 Sch. 15.20 Kammermus. 16.00 UM. 18.00 Vt. ü. Kunst Mitteldeutschlands. 18.45 UM. 20.45 Die kluge Bauerntochter, Hörf. nach Grimms Märchen. 22.35 UM a. Stuttg. 24.00 bis 3.00 Mus. a. Danzig. Wien: 12.00 Mus. a. München. 14.10, Sch. 15.30 Kammermus. 16.00 UMr a. Frankf. 17.10 Sch. 18.00 Hörf. ü. Dürer. 18.20 UM. 19.45 Vt. ü. das größte Fernrohr der Welt. 2030 UM. 21.00 Szenen u. Lieder v. Raimund u. Nestroy. 22.30 UM. a. Stuttgart. 24.00—3.00 Mus. u. Danzig. Beromünster: 18.10 Sch. 20.00 Mozart-Konz. 21.15 Kirchenmus. Mailand: 17.15 Lieder u. Duette. 21.00 Symph. Konz. 23.15—23.55 TM. Budapest: 1730 Sch. 18.00 Ges. 18.40 Klav. 1935 Sch. 20.30 TM. (Sch.) 21.20 OK. 22.45 Zigeunermus. 23.10 Zigeunermus. Moskau-Komintern: 17.00 Musik. 18.00 Konz. 19.00 Konz. 2130 Na. Freitag, 16. September Deutschlandsender: 12.00 UM. 13.15 Blasmus.(Sch.) 14.u0 Sch. 15.15 Kinderlieder. 16.00 Mus. a. Wien. 1730 Neue dt. Hausmus. 18.10 Volkslieder. 18.40 Klaviermus. 19.15 Kammermusik. 20.10 UM. 21.15 Blasmus. 2230 Kammermus. 23.00 OK a. Hambg. 24.00—2.00 Konz. a. Stuttg. ' Berlin: 12.00 Konz. a. Saarbr. 14.15 UM. 15.15 UM. 17.00 Deutsche Lieder. 18.00 UM. 19.00 UM. 20.10 Tip auf Amalia, Volksstück v. F. Gottwald. 21.10 UM. 22.30 TM. a. Leipzig. 24.00—3.00 Mus. a. Königsbg. Breslau: 13.15 Konz. a. Saarbr. 14.10 UM. a. Köln. 16.00 UM. 17.00 UM. 19.00 UM. 20.10 Kammermus. 21.00 Falstaff, Oper v. Verdi(a. Turin.) 2335 Sch. 24.00—3.00 Mus. a. Königsbg. ■ Leipzig: 13.15 Konz. a. Saarbr. 14.00 Sch. 15.20 Sch. 16.00 UM. a. Danzig. 18.20 Moderne Sonaten f. Violine u. Klav. 20.10 Mus. a. Dresrett. 1930 Dr. Jellinek: Aerztliches zu Schulbeginn. 19.45 Plauderei: Was& Woche brachte. 20.00 Der eiserne Heiland, Oper v Bruno Warden, Mus. v. Max Oberleithner. 22.00 Tiergeschichten v. Martin Grill. 22.30—23.00 Moderne deutsche Musik(Ges. Margot Lefebre, Einl. Worte: H. H. Stuckenschmidt). Prag: 12.10 Sch. 12.45 Blasmus. a. Brünn. 15.15 UM a. Preßb. 16.10 Wie man taubstumme Kinder erzieht(Ber. a. d. Smichover Institut f. taubstumme Kinder). 16.35 Kammermus. a. Brünn. 17.25 Kulturber. 17.35 Landw. 18.00 Sch. 18.20 UM. 1930 Vt ü. Masaryk u. d. soziale Frage. 20.00 Dv,-rak: Die heilige Ludmilla, Oratorium. 2235 bis 23.00 Wie vor 20 Jahren(Sch.) a. Brünn. Brünn: 12.45 Blasmus. 14.10 Landw. 16.35 Kammermus.(Mähr. Quartett). 17.05 Sch. 1735 Dt. Sdg. Sportber. Viktor Oppenheimer: Masaryk i. d. bildenden Kunst. 18.00 Sch. 1835 Kulturber. 22.25 Esperanto-Na. 22.35 bis 23.00 Wie vor 20 Jahren(Sch.). Mähr. Ostrau: 17.05 Feuilleton. 17.15 UM. 17.40 Neue Bücher. 18.05 Vt. zum Troppauer Bibliothekar- Kongreß. 18.20 Dt Sdg. Elternschulung: Dr. Friedr. Spitzer: Erbkrankheiten im Kindesalter. Samstag, 17. September Prag-Melnik: 10.15 F. d. Frau: Dr. Olga Cermäk: Freizeitgestaltung d. Hausfrau, eine Plauderei. 1030 Sch. 12.10 Blasmus.& Postler.' 14.00 Jugendstd. Funkszenen aus„Wallensteins Lager“. 14.00—15.00 Symph. Konz.(Dir. Franz Binder). 18.00 OK (Dir. Fr. Binder), Mus. v. Lehar. 1830 UM(Sch.). 19.30 Feierabend v. Multerer. 20.15 Bunte Szene u. Musik. 2230—23.30 TM(Sch). Prag: 12.10 Sch. 12.45 OK a. Brünn. 15.00 Sch. 15.20 UM a. Preßbg. 16.05 UM a. Preßbg. 16.50 Theater f. d. Jugend a. Brünn. 17.40 Landw. 17.50 Arbeiterfk. Vt. ü. Arbeiter u. Armee. 18.20 UM. 19.20 Mil. Mus. a. Kaschau. 20.10 Vt. ü. Altstädter Rathaus. 2035 Konz, tschech. Mus. 2230—2330 Jazz a. Brünn. Brünn: 10.45 Vt. ü. alte u. neue Wohnung. 12.45 OK 13.50 Industrie. 14.10 Landw. 16.50 Theater f. d. Jugend:„Revolution im Reiche d. Freude“. 17.40 Dt. Sdg. Lieder im Volkston(Tenor: Viktor Matuschka, Dir. Ernst Weit Brünner Typographensängerbund). 19.30 Hochzeit i. d. Walachei, Hörf. 2230—23.30 Jazz. Mähr. Ostrau: 12.00 Landw. 1735 Sch. 18.00 Groteske Mus. 18.20 Arbeiterfk. Aktualitäten. 1830 Sch. den. 22.30 TM. 24.00—3.00 Mus. a, Königsbg. Wien: 12.00 Konz. a. Saarbr. 14.10 Sch. 15.30 Warum raunzt Herr Huber, Szenen v. Käthe Krohn. 16.00 OK. 18.30 Vt. ü. deutsche Dialekte in USA. 18.45 Kammermus. v. Mozart. 20.10 Die Lustige Witwe, Operette v. Lehar. 22.30 TM. a. Leipzig. 24.00—3.00 Mus. a. Königsbg. Beromünster: 17.00 S'ch. 1835 Vt 19.10 Schweizer Lieder u. Tänze. 1935 Ländlermus. 20.15 Jodler. 20.35 Dialekthörsp. 2135 Moderne Musik. 20.05 Klaviersonaten. Mailand: 21.00 Operette. 23.15 bis 23.55 TM. Budapest: 17.00 Sch. 17.30 Cellomus. 18.10 OK. 19.35 Konz. 20.40 Sch. 21.00 Finnische Mus. 22.05 Sch. 23.10 Jazz. Moskau-Komintern: 17.00 Musik. 18.00 Konz. 19.00 Liter. Progr. 1930 Konz. 2130 Na. 23.00 Deutsches Progr. Samstag, 17. September Deutschlandsender: 12.00 Mus. a. Königsbg. 14.00 Sch. 15.15 Sch. 16.00 OK. 17.00 UM. 18.15 Beethoven: Septett f. Violine, Bratsche, Klarinette, Horn, Fagott, Cello u. Kontrabaß. 20.10 UM. 22.30 Kammermus. 23.00 Symph. Konz. a. Baden- Baden. 0.40—1.50 OK Berlin: 12.00 OK a.Wien. 14.15 Sch. 16.00 UM. a Breslau. 18.00 UM. 19.00 UM. 20.10 La Boheme, Oper v. Puccini. 22.45 TM. 2.00—3.00 UM. a. Breslau. Breslau: 12..00 OK a. Wien. 14.00 Sch.15.00 Die Gänsehirtin, Spiel v. I. Hugin. 16.00 UM. 18.30 Tänze. 20.10 Aus dt. Operetten(OK.) 22.45 UM. a. Wien. 24.00—3.00 UM. Leipzig: 12.00 OK. a. Wien. 14.00 Sch. 16.00 OK. m. Solisten. 18.15 TM. 19.00 Mandolinenkonz. 20.10 Bunter Abd. a. Köln. 22.45 TM. a. Berlin. 2.00—3.00 UM. a. Breslau. Wien: 12.00 OK 14.10 UM. 16.00 UM. a. Breslau. 18.00 Sch. 20.10 Mus. Kabarett. 21.00 Urlaub auf Ehrenwort, Hörsp. v. Bloem. 22.30 OK 24.00—3.00 UM. a. Breslau. Beromünster: 19.30 Filmstunde. 20.00 Abendfeier. 20.50 Der Unbekannte, Spiel v. Pirandello. 22.00 bis 23.00 TM. Mailand: 17.15 UM. 21.00 Falstaff, Oper v. Verdi. Budapest: 1730 Zigeunermus. 18.30 UM. 1935 UM. 20.20 Barberina, Komödie v. Müsset. 2135 Sch. 22.15 Jazz. 23.10 Zigeunermus. Moskau-Komintern: 17.00 Musik. 17.30 Liter. Progr. 18.00 Konzert. 21.30 Na. Sk. 213 Samstag, 10. September 1938 Gert- 7 IMUwtediaft un4 Verfangen Sie immer Was Zeitungen vor 50 bis 100 Jahren berichteten Sdjtoeig Obstkonzentrate in der Tschechoslowakei in verstärktem Mähe abzusetzen und dafür tschechoslowakisches Porzellan zum genauen Gegenwert zuzulassen. Elektrisches Licht, durch die weltbekannten Osram Q-Lampen erzeugt, ist gut und billig. Der Stempel auf dem Glaskolben bietet Garantie für die Lichtleistung und den Wattverbrauch. Das ist der Garantiestempel für den geringen Wattverbrauch. Stockungen Im Handelsverkehr mit der Schweiz Bern. Die Handelsabteilung des Wirtschaftsdepartements weist darauf hin, daß die tschechoslowakischen Einfuhren aus der Schweiz in der letzten Zeit bedeutend gesunken sind. Auf diese Weise ist ein beträchtliches Aktivum für die Tschechoslowakei entstanden, das die Schweiz um jeden kreis abbauen will. Sie hat deshalb den Import schechoslowakischer Ausfuhrartikel zum Teil abgestoppt, beziehungsweise läßt sie sie nur zu, wenn der tschechoslowakische Lieferant zusätzliche Exporte der Schweiz borlegen kann. So bemüht sich die Englisches Interesse an tschechoslowakischem Zinnvorkommen Seit längerer Zeit werden bei Frühbuß Schürfarbeiten nach Zinn unternommen. Die Arbeiten wurden von einer Schweizer Gruppe, die indessen mit der Abteufung einer Schachtanlage noch nicht begonnen hatte, geleitet und finanziert. Die Frühbusser Zinngrube ist nunmehr in den Besitz der„British and Continental Mining Sindi- cate Ltd, London" übergegangen. Die englische Firma hat auch eine zweite Zinngrube, die„Elisabeth" bei Karlsbad erworben. ißt eine billige Adbeiiskiife^ sen abhold; die Engländerinnen lieben die Gent« lemen mit hohen und vorteilhaften Verbindungen, und was endlich die Amerikanerinnen angeht, so nehmen sie gern jeden, unbekümmert um seinen Rang und Stand, und gleichviel, er mag einarmig, lahm, taub oder blind sein— wenn er nur Geld hat." Hundert Jahre alter Brand. Eine holländische Zeitung, die inzwischen ihr Erscheinen eingestellt hat, berichtet im Jahr« 1862 über einen Kohlengrubenbrand in der Näh« von Rotterdam:„Die Zeche geriet vor fast 100 Jahren in Brand und alle damaligen und heutigen Anstrengungen der Bergleute, des Feuers Herr zu werden, sind erfolglos geblieben. Vor kurzem erlangte man die Gewißheit, daß die Flammen sich dem Boden des Schachts näherten und man entschloß sich, wenn tunlich, deren möglicher Ausbreitung auf die anderen Gruben Einhalt zu tun. Auf den Vorschlag eines Berg- werkskündigen hat man jetzt eine 100 Ellen lange und 9 Zoll bis 5 Fuß dicke Mauer zur Absperrung des Feuers gebaut. In Distalen von 30 bis 50 Ellen angebrachte und sicher verschlossene Me- tallröhren gestatten, wenn geöffnet, den Stand des Feuers auf der anderen Seile der Mauer zu ermitteln. Die Hitze dieses Feuers ist so inten- siv, dah die Besitzer der oberhalb der Zeche liegenden Gärten jährlich 2 bis 3 Ernten halten." 0er Messefreitag Prag. Der Geschäftsverkehr auf der Prager Reffe blieb auch gestern lebhaft. Das I n- landSgeschäft war für viele Ausstellungs« gruppen ausgesprochen gut und die Aussteller sind "nt den erzielten Ergebnissen zuftieden. Beson- ders die S l o w a k e i ist diesmal auf der Messe in weit stärkerem Matze als Käufer aufgetreten, als es sonst der Fall war. Zurückzuführen ist dies auf die gute Frembenverkehrssaison. Die Aus- Üeller rechnen, was das Jnlandsgeschäft anlangt, noch mit einem regen Verkehr am verbleibenden Reffesamstag und Abschlußsonntag, Tage, die besonders von der Provinz zum Einkauf benützt tverdey. Trotzdem die Messe bereits dem Ende zugeht, «affen noch immer Ausländer ein. Gestern nahm öer Nachftagedienst noch Einkäufer aus Deutschland, Polen, Ungarn, Rumänien, Belgien, Bulgarien, Jugoftawien, Danzig, Holland Litauen, der Schweiz, Großbritannien, Palästina und der Türkei in Vermerk. 0er Kohlenverbrauch der Industrie Der Kohlenverbrauch der tschechoftowakischen Industrie war in den letztes neun Monaten erheblichen Schwankungen unterworfen, Im November l^87 wurde mit 1,166.000 Tonnen der höchste Monatsverbrauch erreicht. Noch im Dezember war ein leichter Rückgang zu beachten, der sich dann im Männer und Feber 1938 weiter fortsetzte. Im Rärz erhöhte sich dann der Kohlenverbrauch wie- Dle„Graphische Union** vor schweren Entscheidungen Die„Graphische Union"(Sitz Reichenberg)' hält die fällige Hauptversammlung in den nächsten Tagen ab. Das zeugt von Mut und deutet auch auf eine Festigkeit der Organisation hin. Natürlich werden die hohen Wellenschläge der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse im sudetendeutschen Gehiet ihre Kämme auch in die siebente Hauptversammlung der Graphischen llnion werfen. Die vorliegendenAn- träge spiegeln die Bewegtheit der Zeit in außerordentlichem Maße wider. Acht Tagesordnungspunkte sind zu behandeln und nicht weniger als 88 Anträge stehen zur Verhandlung. Der Punkt 3 ist das Kernstück des Verbandstages. Er lautet: »Verhandlung der Organisationsanträge und der Anträge üurWahl der Funktionäre und Verbandsdelegierten." Hier wer-' den auch die Anträge, wie Austritt aus dem Deutschen Gewerkschaftsbund und der Berufsinternationale, mit behandelt. Da gleichlautende Anträge aus den verschiedensten Orten kommen, kann man bereits feststellen, daß hier System in der Sache liegt und eine bestimmte Richtung verfolgt werden soll. DieEntscheidung des Verb andstages wird das Schicksal der Organisation be- i i e g e l n. Schon heute kann man annehmen, daß es nicht gelingen wird, die Graphische Union als freie. Gewerkschaft zu beseitigen. Die Debatten um diesen Punkt werden aber hart sein. . Die Durchsicht der Berichte über die Jahre 1834 bis 1938 läßt erkennen, welche systematische Gewerkschaftsarbeit selbst m einer so bewegten Zeit wie der unsrigen geleistet werden kann. Allein im Jahre 1937 wurden 3k Vereinbarungen und Verträge für die Mitglieder abgeschlossen. Daneben stnd noch 105 Einzelaktionen durchge- stihrt worden, die für 816 Beteiligte galten. Ins« gesamt wurde so direkt die soziale Lage von 1600 Arbeitskräften des graphischen Gewerbes durch dar Eingreifen der Organisatton beeinflußt. Die finanziellen Verhält- uis s e der Graphischen Union find glänzend. Nur so simnten allein im letzten Berichtsjahr 539.269 Kronen an Arbeitslosenunterstützung, davon 371.821 Kronen als Staatszuschuß, zur Auszah- lung gelangen. Die Invaliden, 45 männliche und drei weibliche, haben im Jahre 1937 105.314 Kronen erhalten. Man ersieht hieraus,. daß. die tdürrftützungssätze außerordentlich Hoch' find Pnd die Mitglieder der Union an ihrer Gewerkschaft in guten und in bösen Tagen einen starken Rückhalt haben. Deshalb kann man um so mehr gespannt sein, ob man es wagen wird, diese feste Organisation durch organisatorische Quertreibereien zu schädigen. Die Tagung findet am 10. und 11. September in Hirschberg am See statt. Derverpönte Leichenwagen. Nicht nur ausländische Blätter wußten schon vor fast einem Jahrhundert von den sonderbarsten Vorfällen zu berichten. Auch in unserer engeren Heimat ttugen sich in früheren Jahrzehnten recht kuriose Begebenheiten zu. Bon einer solchen weiß eine Reichenberger Zeitung aus dem Jahre 1850 zu berichten:„Seit mehreren Jahren schon befindet sich in einer Remise des Reichenberger Schlosses ein Leichenwagen, dessen Erbauung auf Subkriptioi! unternommen wurde und der vorzüglich zur Winterszeit geeignet war, die äußerst beschwerliche, ja gefährliche Beförderung der Verstorbenen bis zum entfernten Friedhof auf der Tragbahre zu erleichtern. Dessen Benützung scheiterte jedoch stets an der mit unbeugsamer Hartnäckigkeit verweigerten Bewilligung des nunmehr abgetretenen Erzdechants, der von einem Leichenwagen nichts wissen wollte und— obgleich er selbst seines vorgerückten Alters wegen im Winter gewöhnlich der BegräbniSfunktton per Schlitten beiwohnte— dennoch dem alten Herkommen keinen Abbruch tun lassen wollte, die Leichen, wenn auch je nach den Lokalverhältnissen oft eine Stunde und mehr, auf den Schultern zur Ruhestätte zu ttansportieren. Heute nun.war die ganze Bevölkerung auf den Beinen, denn der erwähnte Leichenwagen erfüllte zum ersten Maie seine düstere Bestimmung. Eine Abteilung Nationalgarde und das ganze Schützenbataillon rückten zu diesem in einer hier noch nicht dagewesenen Form vollzogenen Begräbnisse aus, welches einem wohlhabenden Bürger galt und der Vorfall, an sich'nicht eben von außerordentlicher Wichtigkeit, gab doch zu der Bemerkung Anlaß, wie sehr oft recht gemeinnützige Anstalten jahrelang durch ein starres Festhalten an veralteten Gebräuchen der Verwirklichung entzogen werden." Seitdem diese Notiz geschrieben worden ist, sind mehr als 85 Jahre vergangen. Der Leichenwagen ist längst vom Auto überholt worden. Wahr geblieben ist aber der Nachsatz, denn nach wie vor geschieht es noch allzu häufig, daß„gemeinnützige Anstalten jahrelang durch ein starrer Festhalten an veralteten Gebräuchen der Verwirklichung entzogen werden". Die Welt ist seit der ! um ungefähr Wie langsam Guido Reif.. Der Mitmensch, der eine der vielen Zeitungen zur Hand nimmt, die in allen Teilen der Welt erscheinen. Pflegt die darin enthaltenen Sensationen als Zeichen der Entartung aufzufassen und mit einem Stoßseufzer auf jene gute alte Zeit zu verweisen, in der derartige Sensationsnachrichten einfach undenkbar waren.„Früher einmal"— beginnt er seine ausführlichen Darlegungen—„früher einmal konnte nur das gedruckt werden, was wirklich geschehen ist. Mr Tratsch gab es keinen Platz in den Zeitungen und wüste Sensationen wurden überhaupt abgelehnt." Wer solchen Erklärungen Glaube» schenken will, sei es aus welchen Gründen immer, wird eines anderen belehrt, wenn er die Gelegenheit wahrnimmt, alte Zettungen durchzublättern und nachzulesen, welche Sensationen und Tratschgeschichten schon unseren Ahnen und Urahnen in ihrer Presse dargeboten worden sind. Es wird ihm nach der Lektüre nur die eine Schlußfolgerung übrig bleiben, daß auch zu jener Zeit nicht mehr der so oft ersehnte Zustand idyllischer Beschaulichkett im Zeitungswesen herrschte. Und fragt man nach dem Warum, so wird man zu der Feststellung gelangen, daß es nicht die Zeitung ist, dir den Lesestoff bestimmt, sondern daß die Leser diejenigen sind, die bestimmen, was sie in ihrem Blatte finden wollen. Die folgende Auswahl ist wortgetreu— zum Teil in Uebersetzungen— verschiedenen Zeitungen aus den Jahren 1840 bis zu unseren Tagen entnommen, nur die Titel sind geändert. Wie wenig sich der Geschmack des lesenden Publikums gewandelt hat, beweisen einige Beispiel«, die unter einem zeitgemäßen Titel Blättern von gestern entnommen sein könnten. DieseA Mexikanerinnen! Die Bombayer Zeitung berichtet im Fahre 1871:„Worauf die Frauen beim Manne vorzüglich zu sehen pflegen. Französinnen lieben an ihren Gatten besonders eine freie Stirn und im Angesicht heiteres Lächeln; die deutsche Frau wünscht ihren Mann angenehm und daß er vor allem tteu auf sein Wort hält; Holländerinnen ziehen die friedliebenden vor, die sich ungern zanken und schlagen; eine Spanerien die Männer mtt kühnen Ansprüchen, die auch Rach« zu nehmen wissen; die Italienerinnen mögen, die nachdenklichen und schwärmerischen am liebsten; die Russinnen vor allen Dingen ihre Landsleute, welche auf die westlich wohnenden Völker wie auf Barbaren herabsehen; die Däninnen wollen ihre Männer ruhig daheim sitzend und find dem Rei» Unübertroffenes Amerika. Ueber eine Hinrichtung in Cumberland im Staate Maryland berichtet eine große New Ior- ker Zeitung im Jahre 1865 folgende Einzelheiten, die wohl bis zum heutigen Tage noch unübertroffen sein dürsten:„Der Sheriff und seine Beamten veranstalteten am Abend vor der Hinrichtung ein köstliches Souper mit dem armen Sünder, wobei der letztere ein rührendes Lied vortrug. Der Delinquent, der halb betrunken war, wurde unter Voraustritt einer Musikb'anoe zum Galgen geführt. Am Schafott hielt er eine scherzhafte Grabrede, die der Sheriff drucken und verkaufen ließ, um das Geld hereinzubringen, das seine Anstellung ihm gekostet hatte." die wh Weltruf der auf 990.000 Tonnen, nachdem er im Feber nur 915.000 Tonnen betragen hatte. Im April kam wieder eine Verminderung auf 953.000 Tonnen, während im Mai der Kohlenverbrauch auf 1,020.000 Tonnen emporschnellte. Im Juni betrug er 974.000 Tonnen, und im Juli nur 910.000 Tonnen. Damit wurde also der niedrigste Stand im Monats-Kohlenverbrauch der Industrie nicht nur im laufenden Fahre, sondern auch im Vergleich zum Vorjahre erreicht. Für die ersten sieben Monate der letzten sechs Jahre ergeben sich folgende Kohlenverbrauchsziffern der Industrie: Jänner bis Juli in Tonnen 1938..... 6,772.600 1937..... 6,940.000 1936..... 5,313.900 1935..... 4,740.700 1934..... 4,567.900 1933 4,470.900 Es ergibt sich also für die ersten sieben Monate des laufenden Jahres im Vergleich zum Vorjahre ein Minderverbrauch um 137.400 Tonnen. Immerhin ist der industrielle Kohlenverbrauch in den ersten sieben Monaten 1938 bedeutend höher als in der gleichen Zett der Jähre 1933 bis 1936. jedem, um sie kriegsfertig zu machen. Die beiden früheren Marineminister hatten zugunsten ihrer Geburtsstätte Toulon und Brest die vier Magazine von Cherbourg völlig ausgeplündert. Admiral Bauet konnte nur mit sieben Panzerschiffen in See gehen, statt mit vierzehn, die man ihm versprochen hatte. Von den Widderschiffen, den Kanonenbooten und den schwimmenden Batterien, die doch unumgänglich notwendig waren, um gegen die deutsche Küste vorzugehen, kam nicht das mindeste zum Vorschein, entweder weil sie nicht ausgerüstet waren oder weil die Geschütze und Mannschaften zur Verteidigung von Paris be- nötigt wurden. Als die Flotte sich in See befand, machte Bauet die Feststellung, daß er keine Karte der dänischen Küste mitgenommen hatte. Die Feuer in den Leuchttürmen waren ausgelöscht, der Hafen von Jahde mit Torpedos start .euigesäymt; die französischenSchiffe hatten einen zu großen Tiefgang, um sich in das seichte Fahrwasser zu wagen; die deutsche Flotte sollte nicht herauskommen, um sich mit dem Feinde zu schlagen und so kehrte Bauet zurück wie er gekommen war, ohne das geringste ausgerichtet zu haben, obschon die preußische Flotte nur fünf Panzerschiffe zählte." Trada Unions \ und Sowjetgewerkschaften London.(Reuter.) Auf dem Kongreß der englischen Gewerkschaftsorganisationen in Blackpool wurde die Resolution, in der vorgeschlagen wurde, den Bericht des Generalrats über die Entschließung des internationalen Gewerkschaftsverbandes in Oslo betreffend Nichtaufnahme der owjetrussischen Gewerkschaftsorganisatwnen in den Verband, einer neuerlichen Prüfung zu unterziehen, mit großer Mehrheit abgelehnt. Eine große rheinländische Zeitung berichtet im Jahre 1874 über die französische Flotte wäh-.„.—. rend des Krieges 1870/71. Aus der ausführ- Abfassung der zitierten Berichte lichen Artikel ist folgendes Detail entnommen: I hundert Jahre älter geworden. „Es fehlte der französischen Flotte an allem und lästert sie! > 38 WATT-£ OSRAM lan erhält für Kc 100 Reichsmark«.,,. ■ 533.— Markmiinzen,,,, • «75.— 100 rumänische Lei,,,, ■ 17.60 100 polnische Zloty,,, 553.50 100 ungarische Pengö... 588.50 100 Schweizer Franken,. 666.— 100 französische Francs.. ■ 80.20 1 englisches Pfund... 143.— 1 amerikanischer Dollar«, 29.— 100 italienische Lire... 139.40 100 holländische Gulden«, 1587.— 100 jugoslawische Dinare.. 64.80 100 BelgaS 490.— 100 dänische Kronen... • 633.— 100 schwedische Kronen,. 733.— Seite 8 „Sozialdemokrat" Samstaq, 10. September 1938. Rr. 213 Aus dem Stadtrat der Stadt Prag. In der gestrigen Sitzung des Prager Stadtrates wurde ein Bericht über die diesjährigen Schulverhältniffe der Stadl Prag vorgelegt. Es wurden demnach Heuer in die Volksschulen 46.348 Kinder neu eingeschrieben, mn 700 weniger als im Vorjahre.' In die Bürgerschulen kamen 21.707 Kinder, um 2828 weniger als im Vorjahre. Infolgedessen mutzten viele Schulklassen ausgelassen werden.— Arbeitslose gibt es in Prag 6903, davon werden nur staatlich 1287, staatlich und von der Gemeinde 8439, nur von der Gemeinde 177 unterstützt. Ein Unglück»der ein Word? Gestern nachmittags bemerkten die Fischer, welche zwischen Radotin und Lahowitz am Ufer der Beraun satzen, datz in dem Fluh von Zeit zu'Zeit immer auf derselben Stelle ein Gegenstand auf der Oberfläche erscheine, welchen sie ursprünglich für ein Kleidungsstück hielten. Zwei Fischer stiegen bis hinunter zum Fluh und es gelang ihnen nach größe- rer Mühe, den Gegenstand aufzufangen. Es war kein Kleidungsstück, sondern ein toter Mann. Gegen Abend Wurde in dem Toten der 65jährige I.. R. aus Raöotin identifiziert. Der Arzt konnte nicht gleich feststellen, ob' es sich um einen Selbstmord oder um einen Mord handle. Man weih'nicht, wie der Mann ins Wasser kam. Angeblich hatte I. R. keinen Grund zum Selbstmord. Die Gendarmerie verhört nun Zeugen. Gestohlene und wiedrrgefundene Motorräder. In.der letzten Zeit werden in Prag häufig Motorräder von der Strahe w.g gestohlen. Die Polizei fahndete bisher umsonst nach den Tätern. Es scheint, datz es sich hier vorwiegend um Leute handelt, die gern ein bißchen herumfahren.— Vorgestern nachmittags um 4 Uhr lieh der Gefreite C. Suda in einer Strahe in Wrschowitz sein Motorrad, Marke „Ogar", stehen. Als er zurückkehrte," war das Vehikel verschwunden. Eine halbe Stunde später erlebte der Lackierer Franz C. eine ähnliche Überraschung. Ein Motorrad, Marke„Jawa", wurde ihm auf dem Brücke! gestohlen. Der Lackierer meldete den Verlust bei der Polizei an und ging dann zu Fuh nach Haus«. Als er um 19 Uhr vor seinem Hause stand, sah er sein Motorrad vorbeifochren. Er nahm rasch eine Droschke und eilte dem Diebe nach. Als dieser sah, datz man ihn erreichen werde, sprang er herunter und lieh das Rad auf der Strahe stehen. Unterdessen aber kam ein ein anderes Motorrad les war dasselbe, das nachmittags dem Gefreiten Suda gestohlen wurde), der verfolgte Dieb setzte sich auf den Soziussitz und es gelang den beiden Dieben zu verschwinden. Aber ihr Pech war noch nicht zu Ende. Unterwegs erlitt der eine Panne und war gezwungen, eine Reparatur zu unternehmen. Ein Schlosser wollte ihm helfen, aber der Führer des.Ogar" hatte ein schlechtes Gewissen, er dachte wahrscheinlich, dah es sich um einen Verfolger Handl«. Deshalb stich er das Motorrad auf der Erde liegen und verschwand in den Feldern. So kamen beide gestohlenen Vehikel noch ast demselben Tage in die Hände der Eigentümer zurück. Die Diebe blieben jedoch unerkannt. Aenderungen und Ergänzungen in der Regulierung von Zijko». Beginnend mit 10. September legt di: staatliche Regulierungskommission in ihrer Kanzle'. in Prag l. neues Rachaus, 3. Stock, für die Zeit von vier Wochen, das ist bis 7. Oktober 1938,«in- schliehlich den Ergänzungs- und Aenderungsentwurf des Regulierungs- und Verbauungsplanes. eines Teiles von Prag Xl-Zijkov mit dem anliegenden Teile von Prag XIII-Strasnice zur öffentlichen Einsichtnahme auf. Weniger Schulkinder in Prag. Für das neue Schuljahr sind in Prag insgesamt 68.055 Kinder eingeschrieben worden, um 3528 weniger als, zum vorigen Schuljahrsbeginn. Besonders auffällig ist dir Rückgang der Zöglinge in den Bürgerschulen. Während vor zwei Jahren noch fast 27.000 Einschreibungen vorgenommen wurden, beträgt die Zähl Heuer nur noch 21.700. Der Unterricht an der zweiten Bürgerschule in Dubentsch wurde ausgelassen. Tie Gemeindeschule für Knaben in der Straußgasse wurde ebenfalls vorübergehend eingestellt. Außerdem sind Schulklassen aufgelassen worden in der Mädchenschule auf dem Mälteserplatz und in drei Schulen in Karlin.(DND) Tie StaatSbahnen veranstalten einen Ausflug zur Ausstellung in Pilsen für 55 XL, einschließlich Mittagessen, Eintrittsgeld. Versicherung und Führung bei Besichtigung der Stadt; Rückkehr am Sonntag abends. Ferner werden folgende Exkursionen veranstaltet: 17. bis 28. September Bes- k'den(auf den Belkh Polom) für 430 XL. nach Karp ath oru hlan d für 490 XL und in die Hohe T a t r a für 560 XL. Anmeldungen und Informationen im Referat der Ausflugszüge im Basar neben dem Wilsonbahnhof. Telephon 383-35. Er wollte sich den Hof vergrößern In der Gemeinde Shkokitz schenkt««in Bauer Namens Marx der Gemeinde einen Weg, weicher ihm gehörte. Nach nicht allzu langer Zeit bemerkte er. aber, dah der Weg auf einmal gerade dort, wo er am Hause der Bäuerin Anna Cerny vorbeilief, viel schmäler wurde. Marx verlangte, eine Ge- meindekommission möge feststellen, ob nicht ein Te:l seines Geschenkes der Gemeinde veruntreut wurde. Es geschah. Eine Kommission, geführt vom Gemeindevorsteher Schulz, sollte die Sache überprüfen. Doch als sie zum Hause der Cerny kamen und als sie auf den Hof gehen wollten, um zu sehen, ob die Planken des Zaunes nicht zuungunsten der Gemeinde verschoben worden waren, lief ihnen der Sohn der Bäuerin, der 25jährige Karl§ e r n h, entgegen und schob sie aus dem Hofe wieder auf den Weg hinaus. Dabei nahm er.«ine drohende Hal- eltuna »!■■■■■ tung ein und schrie, dah dort keine Kommission etwas zu schaffen habe und er werde es schon jedem zeigen, der sich da etwas herausnehmen möchte. Die Kommission muhte unverrichteter Dinge zurückkehren und gestern stand der hitzige junge Bauer vor dem Strafsenat des OGR. Dr. M a re- Lek, verklagt vom Staatsanwalt Dr. Radechov- sky wegen öffentlicher Gewalttätigkeit. Er bekam, weil er noch nicht vorbestraft ist, zwei Monate be-' dingt auf ein Jahr. z' mg. Ein photographischer Apparat auf der Schwimmschule Zwei Freunde, der 26jährige Schneidergehilte Franz Hof lichter und der 20jährige Otw Wolfgang, trafen einander an einem heihen Tage in der Schwimmschule. Das Wasser war kühl, rund herum gab es schöne Frauen und die zwei konnten nicht wissen, dah ihnen der angenehme Tag je drei Monate schweren Kerkers eintragen werde. Eine der badenden£ auen hatte dort einen photographischen Apparat und dieser weckte die Sehnsucht der Freunde. Um ihn zu ergattern, beschäftigte sich einer der Freunde mit der Dame, erzählte ihr, wie schön sie sei und welchen tiefen Eindruck sie auf ibn gemacht habe und der andere nahm sich inzwischen des Apparates an., Dann kam die Anzeige. Bor Gericht wollten die Freunde nichts von einem Diebstahl wissen. Sie haben angeblich das schöne Stück nur betrachtet, sie wissen nicht, wo es daun hingeraten sei. Beide sagten gleich aus und damit sie also auch sonst gleich find, bekam jeder von ihnen vom Senat des OGR. Dr. M a r e L e k drei Monate schweren Kerkers. Der schöne Nachmittag wird sie noch lange kränken. mg. 'Kunst und Wissen Spielplan des Deutschen Theaters. Samstag 19.30:»Cyrano von Bergerace"(B 2). — Sonntag 19.30:»Der fliegende Holländer"(CI).— Moniag 19.30:.Hamlet" (ermäßigte Preise).— Dienstag 19.30:„Cy- rano von Bergerac"(A2),— Mittwoch 19.30:.Gärtnerin aus Liebe"(B 2).— Donnerstag 19.30:.Banditen".— Freitag 19.30:.Banditen"— Samstag 19.30:1 »Die Kameliondame"(A 1).— Sonntag'' 19.30: ,,LouiseM i lle r, Oper von Verdi. Erstaufführung(Bl) Spielplan der Kleinen Bühne. Samstag 20 Uhr:„Flitterwochen".— Sonntag 20:„H o- tel Sylvia Dünn"?— Montag 20 Ubr: „GeorgeundMargerett".— Dienstag 20: »Flitterwoche n".— Mittwoch 20 Uhr: ^Zweierlei Matz".— Donnerstag 19:30: „Dreißig Sekunden Liebe". Lustspiel. Erstauffiichrung.— Freitag 20:.Dreißig Sekunden Lieb e".— Samstag 20:»Hotel S'vlvia Dünn".— Samstag 19.30:..Komödie der Irrungen" Der Mnr Gefängnis ohne Gitter Der Film des bisher kaum bekannten französischen Regisseurs Oguy, der in vielen Zügen dem unvergehlichen deutschen Film„Mädchen in Uniform"! und im Problem dem großartigen Russenfilm„Der| Weg ins Leben" ähnelt, ist weder ein so geschlossenes- Kunstwerk wie der deutsche noch ein so wüchsiges Er,: lebnis wie der russische Film. Manches an dem französischen Film wirkt wie«in tastender Versuch, manches wieder hat«ine überraschende Leichligkest. eine Jugendlichkeit und einen französischen Charme, der an| die wunderbare ,.Maternelle" erinnert,— kurzum,| es ist ein nicht mehr neues, aber immer wieder gutes' Thema auf«ine eigene Art gestaltet worden, die schon' deshalb erfreulich wirkt, weil wirklich eine ganze j Reih« junger darstellerischer Kräfte hier zum ersten Male Gelegenheit hat. Können und Persönlichkeit zu zeigen. Der Film spielt in einer Erziehungsanstalt für junge Mädchen, einer Korrekttonsanstalt alten Ssils. in der die Zöglingk wie Sträflinge behandelt werden.' bis die junge, von einer neuen sozialen Regierung eingesetzte Letterin aus der Strafanstalt ein wirkliches Jugenderziehungsheim machen will, die Gitter und die Grausamkeit zu Fall bringt, eine ewige Ausbrechern durch Vertrauen und Güte zu ihrem besseren Selbst erweckt und an die Stelle der Strenge und des Mißtrauens die Freude und das Verstehen setzt. Diese Wandlung vom Hatz zur Heiterkeit, dieses anschauliche Exempel, dah mit gutem Willen und mutiger Menschlichkeit Besseres zu erreichen ist als mit brutaler Gewalt, ist in sehr eindrucksvollen Szenen dargestellt. Es folgt ein dramasischer Konflikt, den die Liebe verursacht, nicht die gefährlich abwegige Liebe der„Mädchen in Uniform", sondern die jugendlich unbefangene des AnstaltSzoglingS'zum An- staltsarzt, der unglücklicherweise der Verlobre der Leiterin ist. Die übrigen Zöglinge benützen diese Liebe zu erpresserischen Zwecken, die Leiterin gerät in Gefahr, an ihrem Glauben irre zu werden, aber dann er.tschlieht sie sich, ihrem Werke freu zu bleiben— auch um den Preis ihres eigenen Glücks, daS sie der Jungen opfert, jener einstigen„Unverbesserlichen", der sie. weil sie ihr schon so viel gab, nun auch noch das Letzte nicht verweigern kann. Aus der Liebesgeschichte, die eine Weile wie ein konventioneller Theaterkonflikt aussieht, ist so am Ende no