Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh/ Einzelpreis 75 Heller Rebattion u. Berwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantw. Redakteur i. B.: Zdenko Neuwirth, Prag 18. Jahrgang Freitag, 16. September 1938 Der ,, Führer" geflohen-kämpfen soll das Volk! Warnung der freien Gewerkschaften Nr. 218 Hochverratsverfahren gegen Henlein / Bürgerkriegshetze aus dem Ausland Das Dritte Reich hasardiert mit dem Leben des deutschen Volkes inov gaindA 2 Lord Runciman nach London berufen Chamberlain zurückgekehrt, heute englischer Ministerrat Prag. Wenigstens für so lange, als die Rundfunk verbreiteten Aufruf, der in Asch ver- tschechische Geschäftsleute haben in aller Eile, parole ans! Die Kriegsparole! Jetzt steigen Besprechungen zwischen dem Premierminister sammelten SdP- Führer an die Sudetendeut- richt nur des Boykotts, sondern offensichtlicher in einem großen Teile der„ Gefolgschaft" BeChamberlain und Adolf Hitler unterbrochen schen, sich mit allen möglichen Mitteln zu weh- Bedrohungen wegen, das sudetendeutsche Gebiet denken auf, beginnt sich eine gewisse Ernüchtefind, für einige Tage also, darf man an den ren, und durch Konrad Henleins verbrecherische verlassen. Das gesamte Geschäftsleben leidet rung zu zeigen. Das haben wir nicht geWeiterbestand des Friedens glauben. Denn Proklamation. Gott segne uns!" schließt die außerordentlich. Tausende, viele tausende sube- wollt!" Nein, das ſudetendeutsche Volk will u daß Deutschland die Verhandlungspause 3n ser Aufruf. Gottes Segen zu weiteren Ber- tendeutsche Geschäfts! ente und Gewerbetreibende, feiner überwiegenden Mehrheit keinen Krieg, es einer Aktion gegen die Tschechoslowakei ansnüßt, brechen am sudetendeutschen Volk? Ist die gläubige Anhänger Henleins, werden mit ver- im Genusse voller Gleichberechtigung leben und will auf seinem Heimatboden in Frieden und iſt äußerst unwahrscheinlich; es würde sich vor Zahl der Opfer noch nicht groß genug? Wieber mehrter Existenzschwierigkeit das Abenteuer im Genusse voller Gleichberechtigung leben und aller Welt so sehr ins Unrecht sehen, es würde ist es, wenn auch glücklicherweise nur noch in ihres Führers" bezahlen müssen, auch dann, Friedenswillen auch bekunden! Dann muß es arbeiten. Dann muß es aber diesen seinen fich dadurch England so sehr zum unerbittlichen vereinzelten Fällen, zu Ausschreitungen verwenn wie wir immer noch hoffen der sich abwenden von Henlein, dem Führer ins Feinde machen, daß an ein solches Unternehmen Hetter SdP- Anhänger gekommen, wieder haben wohl keiner der Ratgeber Hitlers zu denken SDP- Leute geschossen, und das Stanbrecht Friede erhalten bleibt. Wie schwer werden die Werderben, und von der Sdp! Wir sind nicht wagt. Einige Tage find gewonnen und das mußte über fünf weitere Bezirke ausgedehnt Wirtschaftsschäden wieder gutzumachen sein, die überrascht von der Selbstentiarvung der SdP. ist immerhin ein wertvoller Gewinn. Zeit- werden. Man darf festhalten, daß sich die Si- Henleins und seiner Mitschuldigen Politik dem Wir haben sie von den ersten Tagen ihres Ausgewinn für neue Bemühungen zur Rettung des tuation im sudetendentschen Gebiete wesentlich Sudetendeutschtum zugefügt hat! tretens an als nationalsozialistische, als dem Friedens. Gelingt es Chamberlain, der über- gebessert hat, daß die tschechoslowakischen Be- Kann jemand, dem- leider! leider! ein so reichsdeutschen Nationalsozialismus untertane raschend zur Berichterstattung an die Kabinetts- hörden die Lage beherrschen. großer Teil des sudetendeutschen Volkes so un- Partei bezeichnet, wir haben seit Jahren das London ben bedingtes Vertrauen schenkte, schwerer gegen fudetendeutsche Volk vor den verhängnisvollea Frieden zu retten, ihn auf einer für die Tichedas eigene Bolt sündigen als Heulein? Vor Ergebnissen der Henlein- Politik gewarnt. Nun, doslowakei ebenso wie für Frankreich und aller Welt war sichtbar geworden, daß anf eine späte Erkenntnis braucht nicht zu spät sein. England würdige Art zu erhalten, dann wird friedlichem Wege alle vernünftigen judetendent- Noch kann das sudetendeutsche Voik Entscheidensein Name in die Geschichte eingehen, als der schen Wünsche erfüllt werden können, in so wei- des beitragen zu einer vernünftigen und geeines der erfolgreichsten Staatsmänner. tem Maße, wie es mit dem Gesamtstaatsinteresse rechten innerpolitischen Lösung des tschechischüberhaupt vereinbar ist. In diesem Augenblick deutschen Problems und zur Abwehr der Kriegsentfesselt die SdP cinen Putsch), gibt Henlen gefahr, wenn es in entscheidender Stunde der aus der sicheren Emigration die Loslösungs- notwendigen politischen Wandlung fähig iſt! Was geschehen ist, ist aber schlimm genug, und die Folgen des heinleinistischen Aufstands versuches sind noch gar nicht abzusehen. Franea, Kinder und Greise, die in ihren Wohnorten sich nicht mehr sicher fühlen konnten, mußten aus ihrer sudetendeutschen Heimat flüchten und den Wenn die Sd etwas beitragen konnte zur Schutz und die Gastfreundschaft der tschechischen Störung der Bemühungen Chamberlains, so Demokratie in Anspruch nehmen. Die subeten hat sie es getan durch den vom reichsdeutschen deutschen Kurorte sind verödet, jüdische und Eine vierstündige Unterredung Emigrant Henlein Neue Besprechung in einigen Tagen angekündigt Berchtesgaden. Hitler hatte gestern auf dem Obersalzberg mit dem britischen Premierminister eine Besprechung, in deren Verlaufe- wie das reichsdeutsche DNB fagt ein umfaffender und offener Meinungsaustausch über die gegenwärtige Lage stattfand. Der britische Premierminister fährt heute nach England zurück, um sich mit dem britischen Kabinett zu beraten. In einigen Tagen soll eine neue Besprechung stattfinden. Das Sudetendeutschtum rückt ab ruft zu Staatsverbrechen auf Strafverfolgung eingeleitet Die Besprechung dauerte vier Stunden. Chamberlain hat gegen 20 Uhr den Berghof verlaffen und sich nach Berchtesgaden begeben, wo er im Grand- Hotel Wohnung genommen hat. Reuter meldet: Als Ministerpräsident Cham-| für die nächsten Tage ankündigt, hat die Hoffnehmen mit der tschechoslowakischen Regierung berlain ins Hotel zurückkehrte, war ihm anzu- nung in allen hiesigen Kreisen leicht se sehen, daß er außerordentlich ermüdet war und es hoben. fchien, daß er auf den deutschen Gruß der Menge, Es heißt, daß die nächste Zusammenkunft die vor dem Hotel versammelt war, zerstreut Chamberlains mit Hitler nicht in Berchtesgaden antwortete. stattfinden wird. Die sehr optimistische Ansicht, die während Infolge der Nüdkehr Chamberlains wurde des ganzen Tages in Berchtesgaden überwog, ver- für heute nachmittag eine Sitzung des britischen wandelte sich am Schluß des Abends in Pessi- Kabinetts anberaumt. mismus, aber das offizielle Kommuniqué, das eine neue Unterredung Chamberlain mit Hitler Neville Chamberlain Lord Runciman kehrt nach London zurück Prag. Die Miffion Lord Runcimans hat heute um 0.20 Uhr folgenden Bericht ausgegeG Auch das sudetendeutsche Bürgertum rüdt von dem Emigranten Henlein ab. So erflärt die Bohemia": Brag. Donnerstag haben die reichsdeut- und seine Gefolgschaft feige im Stiche lies. Pas schen Rundfunkstationen zwei Kundgebungen der Sudetendeutschtum will den Frieden. Es hat Sudetendeutschen Partei ausgesandt, eine Kund- Konrad Henlein kein Recht gegeben, in des Volkes gebung Konrad Hessleins, worin er ein Einver- Namen die Irredenta zu verkünden und namenloses Unheil über die ganze Nation zu bringen. für definitiv unmöglich erklärt und nach der Konrab Henlein, der Emigrant. der die irreHeimkehr der Deutschen in der Tschechoslowakei geführte Gefolgschaft ihrem Schicksal überließ, ins Deutsche Reich ruft und ferner eine Kund- wird nicht erleben, daß das Volk seinen verbrechegebung der in Asch versammelten Führer der rischen Schritt billiat. Sudetendeutschen Partei mit der Ankündigung, daß sich die Sudetendeutschen mit allen möglichen Mitteln wehren werden, und in der er in lügnerischer Weise die Verleumdung ausspricht, daß auf dem von Deutschen bewohnten tschechoslowafischen Gebiete die unschuldige deutsche Bevölke-" Zu diesem Aufruf Konrad Henleins stellen rung beraubt und gemordet werde Diese Kund- wir auch für unsere Leser, deren Meinung uns gebungen wurden von der Sudetendeutschen gerade jetzt täglich aus hunderten und aber hun Bartei in Brag nicht publiziert. Die Kundgebung derten Buschriften bekanntgegeben wird, folgendes Konrad Henleins wurde vom Deutschen Nach fest: Konrad Henlein hat mit diesem Aufruf nicht richtenbüro( DNB) in seinem Zirkulardienst an nur einen Trennungsstrich zwischen sich und dem die Welttelegraphen- Agenturen verbreitet und die Staat gezogen, sondern auch zwischen sich und zweite Rundgebung wurde gleichfalls ins Aus- jenem Teil des Sudetendeutschtums, das ihm bisAuf Einladung des britischen Premiermini- land übermittelt. Das tschechoslowakische Preffe- her bei den Wahlen sein Mandat als Voltsführer büro ist von den zuständigen verantwortlichen nur auf Grund seiner damaligen, so ganz fters Chamberlain kehrt Lord Runciman begleitet Stellen ermächtigt, zu diesen Kundgebungen zu ander3 gearteten Programme gegeben hat. von Mifter Ashton- Gwatkin für einige Tage nach erklären, daß das Einschreiten in diesen Fällen Diese Programme erklärten mit denkbarem Nachs London zurück zwecks Beratung mit dem Premier- den zuständigen staatlichen Organen überant- druck die Loyalität und Gesetzestreue des Sudetenminister und feinen Kollegen im Zusammenhang wortet worden ist. deutschtums. Sein heutiger Aufruf zum Irredentismus belastet die Sudetendeutschen mit allen mit den Berchtesgadener Besprechungen. Dieser Aufruf Henleins steht im Wider- Folgen eines Staatsverbrchen 3, zu spruch mit den bisherigen Loyalitätserklärungen solcher Aufforderung haben ihm diese Wähler Konrad Henleins med vor allem mit dem Mandat, weder Stimme noch Mandat gegeben. Die Ver das ihm das Sudetendeutschtum gegeben hat. antwortung für diesen Aufruf trägt Konrad HenMan kann deshalb diefen Aufruf lediglich als die lein also ganz allein und nicht jene SudetenRundgebung eines Privatmannes anfeben. deutschen, auf die er sie unbefragt und ohne jede die er allein zu verantworten hat, als die Rücksicht auf ihre sich daraus ergebenden SchickKundgebung eines ehemaligen Führers, der sale auch überbürden möchte. Im übrigen hatten ben Zusammenbruch seiner dunklen Bläne erlebte selbst die in Prag anwesenden Mitglieder des ben: Inzwischen appelliert Lord Runciman an alle Barteien und Personen, sich jeder Aktion zu enthalten, welche die bestehende Lage erschweren tönnte, solange das Ergebnis der weiteren in naher Bukunft zwischen dem britischen Premierminister und dem Reichskanzler beabsichtigten Besprechun gen schwebt. Brag, am 16. September 1938. Scite 2 parlamentarischen Klubs der SdP, die ohne Verbindung mit Eger und Reich sind, keine Kenntnis vor dem Aufruf." Das miẞglückte SdP- Ultimatum Das Ultimatum, das der Stellvertreter Konrad Henleins, K. H. Frant, Dienstag nachts an den Weinisterpräsidenten Hodža richtete, ist nicht nur ein eindringlicher Beweis für die Selbstüberschäßung der SdP- Führung, sondern auch ein Beweis für den schlechten Willen, von dem sie beseelt ist. Das Ultimatum, dessen Abdruck gestern freigegeben wurde, hat folgenden Wortlaut: „ Die Führung der SdP stellt fest, daß eine große Zahl Sudetendeutscher durch Staatsorgane und tschechische Grenzler getötet und verlegt worden ist. Bei dieser Lage sieht sich die Führung der SdP außerstande, frei und unbeeinflußt über Recht und Schicksal des Sudetendeutschtums mit der Regierung zu verhandeln, wenn die Regierung nicht folgende Maßnahmen trifft: 1. Die Erklärung des Standrechtes wird sofort zurückgenommen. 2. Aus allen Bezirten mit deutscher Bevölke rungsmehrheit wird die Staatspolizei zurüdgezogen. Die Ausübung der Polizeigewalt wird den Bürgermeistern und Gemeindevorstehern übertragen, die auch für die Einrichtung der entsprechenden Ersatzorgane für die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung zu sorgen haben. 3. Die Gendarmerie und alle übrigen Organe der SOS sind auf ihre normalen Funktionen und ihren normalen Stand zu beschränken. Sie haben gleichzeitig mit der Zuziehung der Staatspolizei das Einvernehmen mit den Bürgermeistern und Ge meindevorstehern herzustellen, um weiteres Blutvergießen zu vermeiden. Freitag, 16. September 1938 General Weygand in London London.( Reuter.) König Georg VI. ist Donnerstag früh aus Balmoral in London ein getroffen. Er empfing gegen Mittag den Schatz tanzler Sir John Simon, um mit ihm die gegen wärtige politische Lage zu erörtern. Die Audiens dauerte eineinhalb Stunden. Nachmittags empfind. sing der König Lord Halifax. Mr. 218 Beratung bei Roosevelt Washington.( Reuter.) Donnerstag gebnis die Zusammenkunft Chamberlains mit abends fam Staatssekretär Hull mit Präsidenten Sitler zeitigen werde. Für heute nachmittags Roosevelt zusammen und übermittelte ihm die lekAmerika ist für alle Fälle vor. wurde der Nationalrat der Labour Party einbe- ten Nachrichten über die Ereignisse in Europa. rufen, in dem der Kongreß der Trade Union und die Parlamentsorganisation der Partei vertreten bereitet und kann sehr rasch keine Kriegsflotte bei den Hawai- Inseln versammeln. Soweit es um Gerüchte geht, wonach die Vereinigten Die Mehrzahl der Kabinettsmitglieder und Beratungen bei Lebrun Staaten im Falle eines Weltkrieges Australien die Chefs der Departements für die NationalverParis.( Havas.) Präsident Lebrun ist gegen Japan schützen wollen, begnügen sich die teidigung versammelten sich Donnerstag in den Kanzleien des Ausschusses für die Nationalvertci- aus Rambouillet in Paris eingetroffen und dem amerikanischen Staatsdepartement nahedigung. Unter den Anwesenden befanden fich empfing Donnerstag nacheinander den MinisterLord Halifax, Instip, Hoare, Kingsley Wood, präsidenten Daladier, den Senatspräsidenten stehenden Kreise mit einem bloßen Verweis auf Vereinigten Sore Belisha, MacDonald, Duff Cooper und Jeannench und den Vorsitzenden der Kammer Her- den allgemeinen Standpunkt der riot. Dann kehrte der Präsident nach Rambouil- Staaten. Die Kriegsflotte Amerikas ist zum Generalstabschef Vicomte Gort. Schutze der Interessen der Amerikaner bestimmt. Es ist aber notwendig, zu erwähnen, daß diese Interessen in einigen Fällen mit den englifchen Intereffen gleichlaufen. Herriot konferiert mit Litwinow Wie die... N." berichten, hat das britische let zurück. Der französische Botschafter in Warschau Kabinett die Vorbereitungen für die militärische Mobilifierung genehmigt. Zu dieser Entschei- Leon Noel sprach Donnerstag beim Stellvertreter dung hat in bedeutsamer Weise die offizielle Nach des Außenministers Szembek vor. richt beigetragen, welche das Außenministerium an diesem Tage aus Varis erhalten hat, ba Frankreich sich entschieden hat, seine Zusage der ilfe für die Tschechoslowakei auch auf den Fall auszudehnen, wenn die Tschechoslowakei nicht direkt von Deutschland, sondern von einem in neren Feinde angefallen würde. Den Ernst, mit dem die militärischen Stellen ihre Vorbereitungen treffen, dafür zeugt die Tatsache, daß in London der Generalissimus der französischen Armee, General Weygand, eingetroffen ist. Der für die Koordinierung der Verteidigung, Thomas Inskip, wurde dann gegen Abend im Buckinghampalast vom König emp4. Sämtliche militärischen Formationen sind in fangen. ihren bitationen und in rein militärischen Objekten zu laſernieren. Sie sind von der Zivilbevölkerung Parlamentssitzung fernzuhalten. Falls diese Forderungen des Sudetendeutsch tums zur Herstellung eines normalen Bustandes, unter welchen allein verhandelt werden kann, nicht binnen sechs Stunden angenommen, angeordnet, veröffentlicht und insbesondere durch den Rundfunk verbreitet werden, lehnt die Führung der SdP jede Verantwortung für die weitere Entwid Iung ab." Bekanntlich ist das Ultimatum ohne Antwort geblieben. Hingegen haben die SdP- Raditalen durch ihr Verhalten selbst den Nachweis dafür geliefert, daß die Schußmaßnahmen der Staatsgewalt gegen Terror und Ausschreitungen unbedingt notwendig waren, wenn die Sicherheit der sudetendeutschen Bevölkerung garantiert werden sollte. Die Unauffindbaren Die SdP- Abgeordneten Rundt und Dr. Peters sowie der Prager SDP- Stadtvertreter Prof. Dr. Pfitzner sind unauffindbar. Es wird angenommen, daß fie fich ins Ausland begaben. Sitzung des Ministerrats Prag. Donnerstag nachmittags 16 Uhr trat das politische Ministerkomité zu einer Sitzung im Ministerratspräsidium zusammen. Die nach Chamberlains Rückkehr? London. Nunmehr wird angedeutet, daß das Parlament sofort einberufen werden wird, sobald Ministerpräsident Chamberlain aus Berchtes gaden zurückkommt. Das Datum ist noch nicht festgelegt, weil man bieber nicht weiß, wie lange jih Chamberlain in Deutschland aufhalten will. Das Parlament wird vom Ministerpräsidenten selbst den Bericht über den Erfolg seiner Verhandlungen mit Hitler entgegennehmen. Die Dominien einverstanden Die Dominien einverstanden Paris. Der Vorsitzende der französischen Kammer, Herriot, der Mittwoch nachmittags in Genf eintraf und am Abend wieder die Rückreise hntrat, hatte Unterredungen insbesonbere mit den Vertretern der Kleinen Entente und mit dem sowjetrussischen Außenminister Litwinow. Versammlungsverbot in Frankreich Baris. Die französische Regierung hat alle Versammlungen und Manifestationen ver boten, auf deren Programm außenpolitische Fragen stehen. Chamberlains Abreise von London Der Ruf der englischen Menschen: Es lebe die Tschechoslowakei! London. Ministerpräsident Chamberlain ver-[ Obersalzberg wurde Chamberlain, in dessen Beließ London um 8.35 Uhr morgens. In seiner gleitung sich der Berliner Botschafter Heiderson, Begleitung befanden sich Sir Horace Wilson und Sir Wilson und William Strang befanden, von William Strang. Hitler begrüßt. Von deutscher Seite waren anweAls Chamberlain Downing Street verließ, send Minister Ribbentrop, Staatssekretär von um seine historische Reise nach Deutschland anzus Weizsäcker, Botschafter von Dirksen, Minister treten, lächelte er. Eine große Menschenmenge Meißner und Major Schwundt. bereitete dem Ministerpräsidenten begeisterte Ovationen, als sein Wagen durch Withe Hall fuhr. Bur Abreise Chamberlains hatten sich Lord Hali fag, Unterstaatssekretär Cadogan, Lord Brocket, Lord Londonderry und Vertreter der deutschen Botschaft eingefunden. Chamberlain erklärte, bevor er das Flugzeug bestieg: London.( Reuter.) Der australische Mini-... Ich befinde mich auf dem Wege zum deutschen sterpräsident Lyons sandte an Chamberlain eine Reichstanzler, weil es mir scheint, daß die Lage so Depesche, in welcher er ihm versichert, daß die ist, daß versönliche Besprechungen zwischen ihm und australische Regierung auch weiterhin seine Poli- mir möglicherweise nüßliche Folgen geitigen fönnten. tit unterstüßen werde. Meine Politik ist stets die gewesen, den Frieden zu Der tanadische Ministerpräsident Makenzie sichern, und die bereitwillige Annahme meiner AnKing ſandte an Chamberlain ein Telegramm, in der Hoffnung, daß mein Besuch nicht regung durch den Reichsfangler ermutigte mich in dem es heißt, daß die kanadische Regierung die sein wird." ohne Erfolg Nachricht von seiner Reise zu Hitler mit tiefer Auf dem Flugplatz wurde eine große Mens Befriedigung empfangen habe. schenmenge von einem Polizeifordon zurüdgehal Der Ministerpräsident von Neuseeland Saten. Sie begrüßte den Ministerpräsidenten sowie wage hat eine Erklärung abgegeben, in welcher die Menge in den Straßen mit dem Ruf ,, Es es heißt: Wir müssen an der Seite Großbritan- lebe die Tschechoslowakei!" niens stehen. Die Abtei von Westminster war während des Tages mit Gläubigen überfüllt, die um Erhaltung des Friedens beteten. Unter der Menge be= Beratungen des Komités waren der durch das Vor- Gemeinsame Sitzung gehen der Leitung der Sudetendeutschen Partei Labour Party- Gewerkschaften fand sich auch die Gattin des Ministerpräsidenten Chamberlain, die sich der Gruppe, die beim Grab In der Sitzung des Erekutivausschusses der des Unbekannten Soldaten in der Abtei betete, Labour Party wurde in einer dreistündigen Deanschloß. geschaffenen Situation gewidmet, die wie befannt Prag verlassen hat. Um 17 Uhr fand Ministerkomités beim eine Beratung des politiſchen ant. In beiden BeraPräsidenten der Republik statt. tungen wurden Beschlüsse über die Maßnahmen gefaßt, die die heutige Situation erfordert. 11 Die neue Sintflut Roman von Noëlle Roger Aus dem Französischen übersetzt von Irma Rippel Jedem, der ihm in den Weg tam, wieder holte Mar:„ Das Wasser kann doch nicht bis in alle Ewigkeit steigen. Ihr werdet ſehen. Gleich Nach langem Suchen hatte Hubert einen Fahrplan gefunden, und blätterte fieberhaft wird es wieder fallen." darin. „ Der erste Zug geht um sieben Uhr.. Aber wie kommen wir hin? Mit dem Auto? Ter Chauffeur hatte in die Garage gehen wol Ten... Man hatte ihn durchs Wasser waten schen... bis zum Gürtel war er darin versunfen... dann war er in der Dunkelheit verschwunden und nicht wiedergekehrt... satte die gegenwärtige Situation durchberaten. Mittags um 12.30 Uhr traf das Flugzeug Attlee und Greenwood gaben Erklärungen ab. in München ein, von wo die Fahrt nach Berchtes Man fam zu der Ansicht, abzuwarten, welches Er- gaden im Sonderzug fortgesetzt wurde. Auf dem ersten Stodes sah Hubert die Umrisse der Dinge deutlicher werden, und immer erschreckender wurde der Eindruck erbarmungsloser Ironie. Von den Villen der Landzunge sah man nur noch die Firste: schiefwinklige Dächer auf grauem Wasser. Aus den Dachfenstern lugten Stöpfe, fuchtelten Arme bilfeheischend. Auf dem Wasser trieben die buns testen Dinge. Sie verliehen dem Unheil ringsum eine Note grausamer Lächerlichkeit: Tennisschuhe schautelten wie treibende Möven, hier sah man im Wasser ein langes Tennisnes, dort lagen Radetts flach auf den Wellen, bunte Badeanzüge, aufgerollte Zeltblätter... Auf dem Wasser sah : aus wie nach einem gigantischen Schiffbruch. Hubert neigte sich aus dem Fenster, um einen Blick auf die Dächer des Fischerdorfes am Fuße der Kreidefelsen zu erhaschen. Nichts war zu schen als das Wasser, das schon die Felswände hinantroch. Und aus den Fluten heraus ragte, in grotester Verfürzung, der schlante Turm der Stirche mit seinen nunmehr verstummten Glocken. Sonnenstrahlen zerrissen die Nebel zu Feßen. Der Himmel hellte sich auf; unter den ersten Der Ozean hatte seine scheinheilige Miene wieder abgelegt. Vom farblosen Horizont kamen unablässig rasende, grünliche Wogen mit vom Winde gepeitschten Schaumkronen herangerollt, die gleich Mähnen wildgaloppierender Rosse durch die Luft flatterten. May. Lokale Gefechte in Spanien Barcelona.( Ag. Esp.) In der Ebrozone ist der Feind dabei, seine von ihren gestrigen Angrif fen furchtbar mitgenommenen und dezimierten Truppen zu reorganisieren. Ihre Tätigkeit beschränkt sich auf Gewehr- und Artilleriefeuer von geringer Heftigkeit. Ein feindlicher Handstreich gegen unsere Stellungen an der Levantefront im Abschnitt Caudiel ist audie ist völlig zurüdgeſchlagen worden. Nach einer Minensprengung an der Straße nach Estremadura beseßten unsere Soldaten den entstandenen Erdtrichter und halten ihn hartnättig fest. Wenige Minuten vor Mitternacht DienstagMittwoch überflog ein ausländisches Wasserflugeug französisches Gebiet etwa drei Stilometer von Cerbère. Es wurde von den französischen Scheins schüße einige Schüsse gefeuert hatten, in der Richwerfern erspäht und floh, nachdem die Abwehrgetung auf das Meer. Vergangene Nacht hat ein von Mallorca ge= tommenes feindliches Wasserflugzeug einige Puntte an der Küste südlich von Barcelona bombardiert. unternehmen, einen Rettungsdienst organisieren.[ anter dem Fenster, anlegte... und in das es Mar erwog Teise einige Möglichkeiten, aber Hubert jezt hinunterzuspringen galt. zudte nur nervös mit den Schultern. Mit einem Saß war May darin und streckte „ Es gibt doch noch ein Mitgefühl!" flüsterte den Frauen die Arme entgegen. Keine Angst! Ich bin ja hier, ich fange euch auf." Er lachte und versuchte zu scherzen, um das bange Mitleid zu verbergen, das ihn beim Anblid dieser angstverzerrten Gesichter erfaßte. Und auch einen Egoismus im Angesicht einer großen Gefahr", knurrte Hubert. " Wenn niemand kommt", sagte Mag entschlossen, so werden wir die Frauen und Kinder auf Türflügel verstauen und sie schwimmend aufs Trockene bringen. Wir sind beide gute Schwimmer, mein Lieber!" Eva sprang als erste. Sie schloß die Augen aus Schnell!" fommandierte der alte Fischer. Angst vor dem Wasser, und fühlte im selben Sie blickten auf das entfesselte Element, auf Augenblick schon die fräftige Umschlingung ihres das schlammige Wasser, das schon den ersten Verlobten. Da tam ein schwacher Trost über sic. Stock erreichte, und sie verstummten. Mar bezog Er setzte sie auf die Bank und rief: wieder seinen Posten am gegenüberliegenden Fenster. Sie hatten aufgehört zu handeln, aufgehört zu denken. Sie konnten nur noch warten. Yvonne!" Sie gehorchte... Ganz bleich, mit geschlosfenen Augen glaubte sie sich in den Tod zu stürAn diese Stunde sollten sie noch denken. zen, und war fast erstaunt, als sie neben ihrer Da rief May Hubert leise an. Er wies auf Er wies auf Schwester sich wohlbehalten wiederfand. drei Boote, die langſam hintereinander fuhren. tags zuvor befragt hatten. Sie riefen ihn an. 3m ersten erkannten sie den alten Fischer, den sie Der Mann hob sein fahles Gesicht und bemerkte sie. Er steuerte auf das Haus zu. Das fieine Fahrzeug tauchte und hob sich; es näherte sich der Rosenvilla. ,, Können Sie nicht ein zweites Boot herbcirufen?" rief Mag dem alten Fischer au. Wir sind hier eine ganze Menge." Und er wies auf die zitternden Geschöpfe, die sich um ihn drängten. „ Und das Gepäck?" Nacheinander fing Max die beiden vergnügt reischenden Kleinen auf. Frau von Miramar sprang und wußte selbst nicht wie. Die ganz kopfloſe Gouvernante mußte Hubert hinunterreichen, ebenso die alte Magd, die ohnmächtig geworden war. Frau Andelot wollte sich um keinen Preis ven einem großen Patet trennen, das sie unter dem Arme hielt. Mit Herrn von Miramar mußte man erst verhandeln, bis er darauf einging, seine mit Büchern gefüllten Koffer im Stiche zu lassen. " Ich brauche sie für meine Arbeit", jam merte er. Er zeigte dem Fischer ein Bündel Schriften und versuchte, ihn zu erweichen: " Wozu denn Gepäck? Ihr könnt doch die Steffer nicht schleppen!" sagte Hubert immer wieder, als er sah, daß seine Schwestern ihre Kleider padten und Miß Maud die Sachen der Kleinen zu ordnen und zu verpacken begann. In einer Ede hockten die Kleinen und fingerten an Hubert erschauerte. Jetzt, da die Katastro ihrem Spielzeug. Sie verstanden nicht, warum phe im Tageslicht sich offenbarte, würde man doch man ihnen heute erlaubte, mitten in der Nacht sicher Boote ausschicken. Wieder öffnete er das zu spielen. Frau von Miramar erschöpfte sich in Fenster. Verzweifelte Hilferufe drangen zu ihm nußlosem Sommen und Gehen. Jeder suchte in Es wagte es nicht in diesen Chor einzufallen, aus Nehmen Sie mir wenigstens das mit!" etter, wenn auch noch so nutlosen Betätigung ein Angst, die Seinen noch mehr aufzuregen. Nur Da fiel Hubert ihm mit fester Stimme ins Bentil für seine Angst. Und dazu das unausge- nit Mar besprach er die Größe der Gefahr und setzte Plätschern dieser verfluchten Flut, die mit schweigend spähten sie in die Ferne. Man würde Es ist nicht einmal sicher, daß wir an alle Deine Mappe mit den Manuskripten soll noch Lieber Vater, Bücher kann man ersetzen. ihrem dumpfen Rauschen die Nacht erfüllte, und sie doch nicht umkommen lassen! Weit hinten auf Villen werden herankommen können, die Beit das schaurige Heulen der klagenden Glocken. den Felsen standen die bis jetzt noch verschonten drängt." mitkommen. Du hast sie ja unter dem Arm. Aber Endlich graute der Morgen und beschien fahle Hotels, ihr internationales Publikum bestand aus Nun dachte niemand mehr an die Koffer. Der Stoffer ist zu schwer. Das Boot ist sowieso Unendlichkeit. Nebel füllten den Raum und ver- Männern, Offizieren, Aerzten, ein Abgeordneter Alle Gedanken klammerten sich an dieses schau- schon überlastet." mischten den Horizont. Aus einem Fenster des tvar auch darunter. Irgendettvas werden sie doch telnde Boot, das hart an der Mauer, zwei Meter ( Fortsetzung folgt.). Das Gepäd muß zurückbleiben", erklärte der Fischer entschieden. Und er winkte den Dienstboten, ab, die vor dem nächsten Fenster die Stoffer aufstapelten. Wort: " I J r. 218 B C e 3 9 - כ- כי . r t r 3118CLIN e 1. Co 3 h r 0 : t t f t Neue Ausschreitungen von Freitag, 16. September 1938 den Behörden schnell unterdrückt Ein Mord und zahlreiche Terrorakte am gestrigen Tage Pra g.( Amtlich.) In der Nacht vom 14. sen worden war. Der Führer dieser Gruppe war auf den 15. September ereigneten sich wiederum der Wirtschaftsadjunkt Erich Lorenz vom Gute einige ernſtere Ausschreitungen, die das Leben Oberhof, der( wahrscheinlich nach Deutsch. eines Gendarmen forderten. Die Sicherheits- I a n d) geflohen ist. organe griffen überall ein und stellten die Ruhe Donnerstag vormittags demonstrierten in wieder her. In allen Fällen find die Ur Warnsdorf 4000 Personen, welche die Post, das heber der Ausschreitungen und die Anführer Gericht und die Gendarmerieſtation umzingelten. der Zusammenrottungen vor dem Eingreifen der Die Menge forderte die Freilaffung von drei BerSicherheitsorgane geflüchtet und haben sonen, die Mittwoch abends verhaftet worden haben fonen, die Mittwoch abends verhaftet worden meistenteils jenseits der Grenze Zuflucht gesucht waren und bei welchen Waffen vorgefunden worund die übrigen ihrem Schicksal den find. Nach Eintreffen der Bereitschaft wurde überlaffen. die Ruhe wieder hergestellt. Auch in Sch Inde. In Wernstadt( Bezirk Tetschen) über. na u herrschte vollkommene Nuhe. In Nizdorf fiel eine Menge von 70 bewaffneten Personen die wurde die Haltestelle und die Berladerampe NigGendarmeriekaferne und das Postamt. Die Gen- dorf Oberer Bahnhof überfallen. Unter Assistenz darmen, der Lehrer der tschechischen Schule und von Gendarmerie wurde die Haltestelle sofort geder Vorstand des Postamtes wurden gefan- fäubert. Um Mittag herum wurde ebenfalls ein gengenommen, auf das Stadtamt ge- Versuch zur Besitzergreifung der Haltestelle 3 c i dschleppt und dort mishandelt. Die Genan er gemacht, was gleichfalls von einer Militärten wurden von einer Militärabteilung, die sich patrouille verhindert wurde. Zwischen den Sta an Ort und Stelle einfand, befreit. Eine tionen Polis- Sandau und Franzenthal am VolUntersuchung ist im Gange und es wurden sen wurden die Telegraphen- und Telephondrähte Haus durchsuchungen vorgenommen. durchschnitten und eine Eisenbahnweiche beschädigt. In Sebastiansberg( Bezirk KomoIn Komotau rottete sich vormittags auf tau) beobachtete um Mitternacht in der Nacht auf dem Stadtplatz eine Menschenmenge zusammen; den 15. b. M. Gendarmerie- Stabswachtmeister die Demonstrationen währten von 9 bis 11 Uhr. Johann Heřmánek, der von dem Soldaten In Schwader ba ch befinden sich gegenwärtig Laburda begleitet war, einen verdächtigen vier Ordnerpatrouillen, die mit kurzen HandfeuerRadfahrer, der die Ordner müße trug. Als waffen ausgerüstet sind und dort den Ordnungsder Gendarm ihn anhielt, sprang der Radfahrer dienst versehen. Die Leichen der bei dem Zusam vom Rad und begann sofort zu schießen. Der menstoß getöteten Gendarmen wurden aus SchwaStabswachtmeister wurde auf einer Entfernung derbach weggeführt. Die Mehrzahl der Zwischenvon einem Schritt durch eine Sugel in den fälle vom Donnerstag war vorübergehender Art Mundgetroffen und getötet, der Solund die Sicherheitsorgane stellten rasch die Ruhe dat erhielt einen Bauchschuß. Durch einen wieder her. weiteren Schuf wurde ein Bürger tschechischer Weitere fünf Bezirke Nationalität verletzt. Der Täter entkom. In Bensen verfammelten sich am Mittwoch abends etwa 2000 Mitglieder der Sdp, die die Post überfielen und die telephonischen Leitungen durchschnitten. Es wurde eine Bereitschaftsverstärkung der Polizei herbeigerufen, die die Menge mit den Gummiknüppeln zerstreute. Einige Wachleute erhielten Fußtritte. Der Chauffeur des Polizeiautokars wurde durch cinen Stich in die Hand verletzt. Die unterbrochenen Telephonleitungen wurden wieder instandgesetzt. unter Standrecht Prag. Der Landespräsident von Böhmen hat im Einvernehmen mit dem Präsidenten des Obergerichtes und dem Oberprokurator Donnerstag auch über die Bezirke Komotan, Warnsdorf, Meichenberg, Rumburg und Schluckenau das Standrecht verhängen laſſen. Scite 3 SdP will Generalstreiks anzetteln! Eine Warnung der freien Gewerkschaften Die Sudetendeutsche Partei versucht in verschiedenen Bezirken Generalstreiks anzuzetteln. Es steht fest, daß es sich nur um parteipolitische Aktionen der Gdp handelt, die weder den Arbeitern und Angestellten noch den Unternehmern Vorteile bringen, sondern die wirtschaftliche Lage im fudetendeutschen Gebiet verschlechtern. Die im Deutschen Gewerkschaftsbund vereinigten freien Gewerkschaften verurteilen auf das Schärffte diesen Mißbrauch der deutschen Arbeiter und Angestellten für offensichtlich parteipolitische Zwecke. Der Deutsche Ger werkschaftsbund fordert im Namen der ihm angeschlossenen Verbände alle Mitglieder der freien Gewerkschaften auf, überall ihrer Erwerbsarbeit in Ruhe und mit Besonnenheit nachzugehen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund belastet die unternehmer, die ihre Betriebe wegen solcher verwerf. licher Streiks einstellen, mit der vollen Verantwortung für jede Gefährdung der Arbeiter und Angestellten an Gesundheit und Leben und macht sie haft bar für den vollen Verdienst. Entgang. Mitglieder der deutschen freien Gewerkschaften, befolget nur die Weir fungen eurer Verbandsleitungen und der Zentralgewerk schaftskommission des Deutschen Gewerkschaftsbundes! Die Zentralgewerkschaftskommission des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Reichenberg. Bürgerkriegsparole HenleinsFriedensruf der Sozialdemokratie Das Verhalten Konrad Henleins und der Kanzlei des Klubs der SdP- Abgeordneten in obersten Funktionäre der Sudetendeutschen Par- Rudolfinum zeugt von entschwundener Pracht. tei zeigt sie auf dem Gipfel der Verantwortungs- Einzelne dieser Herren haben sich als das enthüllt, jigkeit gegenüber dem Schicksal des Sudeten- als was wir sie immer angesehen haben: als deutschtums. Die Führung einer Partei, zu der Abenteurer, die auf dem Rücken des Sudeten nich bei den letzten Wahlen die Mehrheit des ju- deutschtums emporgeflettert sind, das Volk mit detendeutschen Volfes bekannt hat, hat sich in romantischen Ideen gefüttert, mit einer Flüster fiere ut gebracht und erläßt von dort aus propaganda ohnegleichen getäuscht haben, denen Parolen, durch welche die Bevölkerung zur Auf- des Schicksal der einzelnen Menschen völlig gleichlehnung gegen die Staatsgewalt verleitet werden gültig ist, die mit den Menschen, deren Leben. fell; die Folgen sollen die Massen des Sudeten- deren Glück und Wohlergehen spielen, um sich deutschtums tragen. In Prag liegt das Braune dann im entscheidenden Moment in Sicherheit zu Haus verlassen da, leer sind die schönen Kanzleien, bringen. welche sich die Herren eingerichtet haben, niemand reckt sich in den bequemen Klubfauteuils, nur die Als Henlein noch vom Frieden sprach …… Elend unserer Heimat, dem notwen digen Schlachtfelde dieses Krieges, bringen müßte. Was... kann die Bilanz eines Krieges zwischen diesen Staaten sein? Am Mittwoch abends scharten sich in den Straßen von Rumburg Gruppen der Bevölferung zufammen und schlugen Fenster und Aus- Herr Konrad Henlein war keineswegs immer lagsscheiben ein. Auch in der Nachbargemeinde so friegerisch gestimmt wie heute. Nicht nur, daß Niederchrenberg demonstrierten etwa 2000 Per er früher ganz einfach leugnete, Nationalsozialist fonen. Die Polizei griff mit den Gummifnüppeln zu sein und vorgab, Herrn Hitler und seine Grundein. Verletzt wurde niemand. Während der De- säße gar nicht zu fennen; er sprach sich auch für monstration entstand ein Brand in einer Säge, eine friedliche Lösung des sudetendeutschen Proder in etwa einer Stunde gelöscht werden konnte. biems aus und anerkannte das Anrecht des tschechoslowakischen Voltes auf seine Freiheit und Unabhängigkeit, und außerdem war er einmal ein sichtsvoll genug, einen Krieg als das schlimmste bes Unheil anzusehen, das dem Sudetendeutschtum In Schönlinde( Bez. Numburg) fanden ebenfalls nach 23 Uhr Demonstrationen der Mitglieder der Sudetendeutschen Partei statt. Die Menge schickte sich an, den sozialdemokratischen Konsumverein zu überfallen, doch wurde durch die Intervention des Bezirkshauptmannes ohne weiteres Eingreifen der Sicher. heitsorgane die Ruhe wieder hergestellt. widerfahren könne. Am 21. Oktober 1934, also vor kaum vier Jahren, hielt Konrad Henlein seine bekannte Leipaer Rede, in der er über das Zusammenleben von Tschechen und Deutschen u. a. folgendes sagte: „ Ein halbes Jahrhundert war erfüllt von dem Gedanken des Pangermanismus und Panflawismus. Die Verwirklichung folcher Ideen aber seht den Vernichtungskampf aller Völker gegeneinander voraus. In Warnsdorf rotteten sich am Abend etwa 2000 Personen zusammen, die die Grenze nach Deutschland überschreiten wollten, doch lich man sie bei den Zollschranken nicht passie. ren. Die Menge ging auseinander, ohne daß sich Zusammenstöße ereignet hätten; kleinere Gruppen In Mitteleuropa sind die Verhältnisse derart demonstrierten noch während der Nacht in der verwickelt, so sehr greifen verzahnend die völkischen Stadt und zertrümmerten einige Auslagsscheiben. Siedlungsbereiche ineinander, daß sich in diesem Naume Volts, und Staatsgrenzen niemals voll. Der Gendarmeriewachtposten in Eger kommen gedeckt haben und sich auch niemals voll. beobachtete Donnerstag früh in der Nähe der kommen deden werden. Gendarmeriefaserne einen verdächtigen jungen Wer dennoch daran denkt, alle und nur AngeMann, bei dem ein Dolch gefunden wurde. Als hörige desselben Volfes in einem Staate zu verer mit dem Auto auf die Wache gebracht werden einigen, der muß naturnotwendig mit den sollte, wandte er sich zur Flucht und befolgte auch Staaten in konflikt kommen, die Teile jenes nicht die Aufforderung zum Stehenbleiben. Ein Boltes in ihren Staatsgrenzen beherbergen und er Gendarm fandte ihm einen Schuß nach, durch den muß Teile des Nachbarvoltes ver er ihn leicht verletzte. Der junge Mann lief weiter nichten, die die Einheitlichkeit des Sprachgebietes und versteckt sich in einem Hause in der Graben- unterbrechen. straße. Ueber Aufforderung der Gendarmerie hielt Daß sich aber so bedrohte Staaten mit äußerster der Hausbesørger den jungen Mann an, der dann Leidenschaftlichkeit und auch mit dem letzten Enfante nach ärztlicher Behandlung dem staatlichen Polian Gut und Leben wehren, ist selbstverständlich. zeiamt in Eger eingeliefert wurde, wo man ihn Denn kein Volf verzichtet lampflos auf ererbten als Alfred Wilhelm Mayer, wohnhaft in Eger, identifizierte. Nach der Sicherstellung wurde Boden und auf feine erworbene staatliche Geltung. Mayer in das Krankenhaus gebracht. In der Bangermanismus wie Panflawismus führen unausGrabenstraße wurde einige Male auf die Gen- weichlich zur Katastrophe. darmeriewacje geschossen. Bestenfalls die Auf Itung bes vorhandenen zustandes bei un geheueren Verlusten an Menschen und Gütern. Dies sollten sich allenthalben die einmal Ular vor Augen halten, die fo gern mit dem Gedanken eines neuen Krieges spielen. Wer wirklich nüchtern und verantwortlich zu denken vermag, muß sich ganz darüber im flaren sein, da der Krieg das unge eignette Mittelift, die europäische Ent wicklung im Sinne dauernder Befriedung der Völker weiterzutreiben." icht Damals also hat Henlein erkannt, daß jich die Staatsgrenzen mit den Volksgrenzen nicht decken können und sich niemals gedeckt haben, da die Siedlungsbereiche zu sehr untereinander verzahnt sind. Damals hat er erkannt, daß Teile des Nachbarvoltes vernichtet werden müßten, wenn die Einheit von Volts- und Staatsgrenzen herdaß sich so bedrohte Staaten mit äußerster Leidengeſtellt werden soll. Dama 13 bat er erkannt, schaftlichkeit und auch mit dem letzten Einsas an Gut und Leben wehren würden. Damals hat er erkannt, daß man mit allen imperialistischen Ideen brechen müsse, wenn man den Frieden erhalten will. Damals hat er erkannt, daß ein rieg zwischen Deutschland und der Tschechoslowatei namenloses Elend über unser Volk bringen müßte. Als Konrad Henlein dies sagte, war die Lage unserer Volksgruppe schlechter als sie in den letzten Monaten und Wochen gewesen ist. Damals bestand noch keine Aussicht auf eine so weitgehende Regelung der Nationalitätenfrage, wie sie durch das Nationalitätenstatut geplant war und durch die Vermittlung der englischen Mission hätte er reicht werden können. Und dennoch hat Senlein seine damaligen Ueber noch hat er der friedlichen Lösung die kriegerische vorgezogen und damit die historische Verantwortung für das Unglück übernommen, das im Gefolge eines Krieges über das Sudetendeutſchtum tommen müßte. russinteressen, mit ihrem Besitz an ein bestimmDie Bevölkerung aber, die mit ihren Betes Gebiet gebunden ist, kann ihnen nicht in Massen dorthin nachlaufen, wohin e flüchten, sondern muß auf diesem Boden ihre Existenz finden, ihren Beruf ausüben, den Kampf ums Dasein führen. Man erinnere sich nur daran, was die radifalsten und nationalsten Führer des Sudeten deutschtums im Jahre 1918 getan haben. Wo blieb da der Mann, den die Sudetendeutschen wie men Herrgott verehrt haben und dem sie die Pferde seines Wagens ausgespannt haben, Herr Karl Hermann Wolf, der von den Männern und Frauen Deutschböhmens bejubelt wurde? Wo blieb der mährische Abgeordnete Teufel, der sich als der deutschejte von allen hinstellte, wo blieben die Pacher und Langenhahn und wie sie alle hie= Ben? Keiner von ihnen getraute jich 1918 zu rückzukehren und überließ es den anderen, vor allem den Sozialdemokraten, das deutsche Wolk nach der schweren Niederlage des Weltkrieges wieder aufzurichten und von dem neugewonnenen historischen Boden aus den Kampf um die Existenz der Massen des deutschen Volkes weiterzuführen. Wir sind der festen Ueberzeugung, daß die Geschichte den Verrat, den in Wahrheit die Führer der SdP an den Lebensinteressen des Sudeten deutschtums geübt haben, die schwere Blutschuld, die sie auf sich luden, weil sie mit dem Leben Zehntausender von Sudetendeutſchen spielen, feſthalten und verzeichnen wird. Wir haben nur den einen Wunsch, es möge nicht zu spät werden für dieses von seinen Füh rern irregeleitete und zuletzt im Stiche gelassene fen und das wir einem besseren Leben entgegenVolk, für deſſen Glück und Wohlfahrt wir kämpführen wollen aus der chaotischen Zeit, in der wir uns befinden, das wir bewahren wollen vor der größten Katastrophe, die diesen Zweig des Deutschtums mit dem Gesamtdeutschtum, dem es angehört, treffen könnte. Die SdP ist aufgetreten mit der die Menfchen betörenden Formel, sie führe nur einen Rechtstampf um die nationalen Eristenzinteressen des Sudetendeutschtums, sie wolle nichts anderes die Gleichberechtigung der Deutschen in diefem Staate. Und nun, nachdem die Maske gefallen ist, sehen wir sie mit der Brandjackel des Strieges, welche sie in eine Welt werfen wollen. die in mehrtausendjähriger Stulturarbeit aufgebaut wurde. Dieses Spiel mit dem Krieg droht das Volt zu dezimieren und zu vernichten, die ganze Nation in den Abgrund zu reißen aus dem es einen nationalen Aufstieg erst nach Jahrzehnten geben fönnte. Wenn die Massen des sudetendeutschen VolWer es daher wahrhaft ernst mit dem Frieden in Europa meint und das Neden vom Frieden nicht als In Hennersdorf in Schlesien beob- eine leichtgefagte Unverbindlichkeit betrachtet, der achteten Finanzorgane auf dem Gute Oberhof eine muß endlich mit jenen imperialistischen Ideen einer verdächtige Bewegung. Sicherheitsorgane, die sich vergangenen Zeit ein für allemal brechen. dort einfanden, hielten zwei Männer an, von Nur wer erkennt, daß weder der Bangermanisdenen der eine, Angehöriger der FS, eine mus, noch der Panflawismus konstruktive Elemente eugungen schnöde verraten. Den Pistole ausländischen Ursprungs bei sich hatte. Der Hof wurde umzingelt, wobei für den Neuaufbau Europas und Mitteleuropas find, kann ehrlich an eine friebliche Zukunft Europas aus dem Hofe auf die Gendarmen geschoffen fes sich noch ein bißchen Vernunft bewahrt haben, wurde. Als jedoch Polizeiverstärkungen an Ort Keine verantwortungsbewußte Politik fann nach ein bißchen Gefühl für Gerechtigkeit und Wahrund Stelle eintrafen, ergaben sich die Exzedenten haftigkeit, dann muß, wenn auch im versteckten Kampflos. Es wurden dort 14 Angehörige der FS den Schreckniffen jüngsten historischen Geschehens Gibt es einen eindringlicheren Beweis für Winkel vieler Herzen jener, welche die Legitimaverhaftet, die dem Bezirksgericht in Troppau, neuerdings mit dem Kriege als einem Mittel der die Verantwortungslosigkeit und die Unwahrhaf- tion der SdP in der Tasche und für ein natioübergeben wurden. Sie geben an, in Oberhof eine Politik rechnen. Ganz abgesehen davon, daß ein Krieg, der uns tigkeit der Henleinpolitit? Gibt es einen eindring- nales Ideal zu kämpfen die Ueberzeugung haben, Zusammenkunft gehabt zu haben, deren Zweck sie nicht näher erläutern wollten. Bei den Verhafte- unmittelbar berühren würde, nur ein Strieg zwi- licheren Beweis für die Gewiffenlosigkeit, mit der das Gefühl lebendig sein, daß die sudetendeutsche ten wurden keine Waffen gefunden, trotzdem von chen Deutschland und der Tschecho. die SdP- Führung jene Grundfähe verrät, mit Sozialdemokratie, die zwar durch die Entwicklung bem Gute aus auf die Sicherheitsorgane gefchof- flowakei fein tönnte und namenloses denen sie das fudetendeutsche Bolk geködert hat? Der Ereignisse zahlenmäßig geschwächt, aber sich glauben. Site 1 Freitag, 16. September 1938 Strüppel des lebten Strieges( od) unter and baben ihrer historischen Rolle beivußt ist, eine Funktion allem Lebenswillen, der in uns stedt, wollen wir den Krieg einzusehen, au einer Beit, da wir bie) cefüllt, für die ihr die Nachnwelt und das gesamte Volk einst dankbar sein werden. Die Anhänger unserer Partei, ihre Funktionäre, die Männer vnseres Vertrauens haben die schwersten Wochen und Monate hinter sich, sie haben der größter. Bedrängnis standgehalten, sie trozen allen Gefahren, sie lassen sich durch keine Bedrohung ihrer Eri stenz, ja ihres Lebens abschrecken und bleiben doch dabei besonnen und pflanzen mit ihren starken Armen die Fahne des Friedens, der Gerechtigkeit, der Menschlichkeit auf. Wie in einem tobenden Meere, das von Stürmen aufgewühlt ist, ein Schiff mit sicherem Kurs dahinfährt, weil seine Bemannung den unbeugsamen Willen hat, in den Safen zu gelangen, so steht die Garde der ſudetendeutschen Sozialdemokratie unerschüttert da. Trotz aller unendlichen Schwierigkeiten wissen mir, daß die Möglichkeit besteht( wie wir in dem Aufruf sagen, den wir an unsere Oeffentlichkeit gerichtet haben),„ auf dem heiß umfämpften Boden Böhmens und Mährens ein Friedenswerk zu vollbringen und damit einen entscheidenden Beitrag zur friedlichen Neuordnung Europas zu Icisten". Wir sind in einer Welt, in der alles znjam menzubrechen droht, was der menschliche Geist und des Menschen Hand in Jahrtausenden geschaffen haben, der äußerste Vortrupp des Friedens, derjenigen, die die Welt vor dem Abuns dieser Aufgabe gewachsen zeigen! Nach allen Nachrichten, die uns zugehen, hat der vom Borsißenden der Partei unterfertigte Aufruf einen tiefen Eindruck auf die sudetendeuts iche Bevölkerung gemacht und es fann wenig Menschen guten Willens geben, in denen nicht das Gefühl von ein bißchen Verantwortung nach dem Lesen dieses Aufrufes hervorgerufen wurde. wir wissen, daß es um ein nationales Problem geht und wir haben in den letzten Jahren uns immer wieder bemüht, eine Lösung dieses Problems, das auch eine soziale Frage für das Suectendeutschtum ist, zu erreichen. Wir wollen Gleichberechtigung, gleiches Recht, Arbeit, Brot, Kultur für das fudetendeutsche Volt, aber wir wollen die Sicherung der Lebensinteressen unseres Volkes im Frieden, denn dies ist der einzige Weg, um das Sudetendeutsch tum vor dem granenhaftesten Verderben zu bewahren. Möge das Sudetendeutschtum ſchon jetzt begreifen, daß der Friede das kostbarste Gut ist und nicht erst, wenn es zu spät ist, wenn die Katas strophe hereingebrochen ist und unendliches Leid über unser Volt gebracht wurde. In der Finsters nis, die über die Welt gekommen ist, wollen wir die Fadel des Friedens und der Menschlichkeit erheben, auf daß die Köpfe der Menschen erhellt und uns jedes Kriegerdenkmal in unserer Heimat daran erinnert, daß unsere Väter, Söhne und Brü Nr. 218 Deutsche Wehrwissenschaftler Warnen der dafür ihr Leben gelassen haben, daß wir Kämpfe Mit deutscher Gründlichleit wurde und wird um Lebensrechte von Nationen anders als mit den Greuein eines Krieges erfämpfen werden. Auch in im Dritten Reich die Kriegswissenschaft gepflegt. den ferneren Jahrhunderten werden Deutsche und Nicht nur alle Seiten der Kriegstheorie wurden Tschechen räumlich Nachbarn sein und oft mitein- dieser Pflege teilhaftig; auch die seelischen Vors ander wohnen. Wir müssen es uns gerade in dieser auslegungen und Wirkungen des modernen Stunde fagen: daß verschiedene Nationen, vor allem, Strieges, des Material- und Wirtschaftsfrieges, wenn sie Nachbarn find, sich unbedingt friedlich des totalen Krieges wurden und werden genau einigen müssen, da sie sich doch keineswegs gegen- studiert. Wie die Basler National- Zeitung" beseitig durch endloses Blutvergießen vernichten richtet, find allein 200 Fachleute im Auftrage fönnen. Sollte wirklich das Ende der bisherigen der Heeresdienststelle für Psychologie" mit sol Kulturentwicklung wiederum nichts anderes als die cher wissenschaftlicher Arbeit befaßt. Was sie bisVernichtung von Menschenleben sein? ber als Ergebnis ihrer Untersuchungen in Büchern Wir Deutsche sind ein Volf der Arbeit und der niedergelegt haben, tann unmöglich friegsermuti Kultur und als ein solches Volf doch zu einem vor gend wirken. nehmeren Stampf befähigt, als es Aufstandsversuche und Bürgerkriege find. Bewahren wir vollkommene Ruhe und tragen wir alle dazu bei, daß Ruhe und Ordnung bald wies der hergestellt werden, welche die Voraus. fetung für eine friedliche Lösung der herrschenden Spannungen sind. Die geschichtliche Schuld Konrad Henleins Herr Konrad Henlein hat der Mission Runciman mitgeteilt, daß er ihr für ihre Arbeit danke, deren Ziel die Regelung der Nationalitätenverhältnisse gewesen ist". grund zurückreißen wollen, solange es noch mög- und die Herzen erwärmt werden, auf daß die lich ist, das unendliche Unglück zu verhüten, Menschlichkeit den Triumph davontrage über die Millionen von Menschenleben zu retten und Euch, Sudetendeutsche, der Verantwortung bearauenhafteste Zerstörung aller Zeiten. einen Kontinent vor dem Verderben zu bewußt, vor Euch, vor Euren Frauen, vor den Kinwahren. Die Geschichte hat uns diese große dern und vor der Zukunft Eures ganzen Wolfes! Aufgabe zugewiesen, mit aller Energie und mit Bejinnt Euch, bevor es zu spät ist! Entscheidet für den friedlichen Ausweg, vereinigt Euch zur rettenden Tat! verantwortliche Führer der Sudetendeutschen Ein Aufruf zum Frieden Im Melniter Sender wurde gestern nach 19 Uhr der folgende ergreifende Aufruf des fatholischen Politikers Bát gesendet: Das Gebot der Stunde lautet: mit allen Mitteln den Frieden zu erhalten! Dieses Gebot gilt für das gesamte außenpolitische Gebiet, da ein neuer Weltkrieg die Schäden im vergrößerten Maßstabe wiederbringen müßte, die wir heute noch nicht überwunden haben. Dieses Gebot gilt auch für unfere gejamie Innenpolitit, deren Ziel nur sein kann: den Frieden zwischen den einzelnen Nationen in der Tschechoslowakischen Republik wieder vollkommen herzustellen und für die Zukunft zu festigen. Es hat augenblicklich wenig Sinn, immer wie der alte Wunden aufzureißen und die Schuldfrage für den gegenwärtigen Stand zu diskutieren. Jetzt heißt es vor allem, rajchestens aus diesem Zustand herauszukommen und den inneren Frieden wieder herzustellen, der eine wesentliche Voraussetzung für den äußeren Frieden ist. wenig liegt und daß er bedenkenlos den Krieg will. Denn in Zeiten so großer Spannungen weiß niemand, was ein Schuß im unrichtigen Augenblide bedeuten fann, ia, was selbst aus einer gewöhnlichen Gasthausrauferei werden kann. Man muß leider annehmen, daß es sich in solchen Fällen um Menschen handelt, die sich von den Greuen eines heu tigen Strieges feine Vorstellung machen können. Sie find sich auch gar nicht darüber klar, daß, soweit es sich um mitteleuropäische Fragen handelt, eine Lösung durch den Krieg teine Lösung wäre. Immer wieder würden durch eventuelle friegerische Eingriffe die Probleme nur von dem einen Punti auf den anderen innerhalb des mitteleuropäischen Raumes verschoben. Das liegt im Wesen des mitteleuropäischen Gebietes, das mit einem Handstrich einfach nicht geändert werden kann. Nicht aus Schwäche oder Angst, sondern aus verantwortungsbewußten Erivägungen heraus muß man den Frieden wollen. Darüber sind sich auch alle ernsten und besonnenen Menschen vollkommen Eine Erkenntnis für eine günstige Entwicklar. Und wenn schon heute diese Frage, ob Kriea lung der weiteren Verständigungsarbeit ist jedoch oder Frieden so sehr im Mittelpunkt steht, dann muß notwendig, und zwar folgende: daß diejenigen, welche die Staatsgewalt zum sofortigen Einschreiten den Krieg, für oder gegen den Frieden ist. jeder klar und deutlich sagen, ob er für oder gegen gezwungen haben, der Sache des Sudetendeutschtums feinen guten Dienst erwiesen haben. Die außenpolitische und innerpolitische Lage war so, daß jeder Versuch, sich gegen die öffentliche Ordnung und gefeßliche Macht aufzulehnen, zusammenbrechen mußte. In einer solchen Lage das Volk zu solchen Handlungen aufzureizen, ist zumindest unüberlegt. Man fann feiner Staatsmacht zumuten, daß sie die Besetzung von Amtsgebäuden oder Angriffe auf die Organe der öffentlichen Sicherheit duldet. Jeder denkende und besonnene Mensch muß sich sagen, daß man auf diese Weise die judetendeutsche Frage nicht lösen kann und auch nicht lösen wird. Im Gegen-| teil. Solche Vorkommnisse erschweren die Lage und fönnen schließlich bei den heutigen Spannungen sehr leicht den Funken zu einem Brand werfen, dessen Ausdehnung nicht vorauszusehen ist. Aus diesem Grunde ist es von besonderer Bedeutung, daß überall die Ruhe und Ordnung raschestens wieder hergestellt und die Regierung in die Rage versetzt werde, die außerordentlichen Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Ruhe wieder aufzuheben. Es gilt heute, überall Ruhe zu behalten und die Es ist vollkommen unsachlich und ungerecht, wenn man alle jene Menschen, die eine friedliche Lösung bestehender Spannungen einer friegerischen Auseinandersetzung vorziehen, als schwache oder Aar mutlose Menschen bezeichnet oder ihnen gar ungenügendes nationales Bewußtsein, wenn nicht gar Verrat vorwirft. Diese Mitteilung ist geschichtlich bedeutsam. denn sie besagt nichts Geringeres, als daß der Bartei dem vermittlungsbereiten England die Tür vor der Nase zugeschlagen hat und sich nunmehr ausschließlich auf den Weg der nationalsozialistischen Erpressungspolitik begeben wird. Die Folgen dieser Politik zeichnen fich heute schon in voller Slavheit auf dem europäischen politischen Horizont ab: die Kriegsgefahr war niemals gröer als jetzt, und es ist klar, daß die Kriegsschrecken zunächst über das sudetendeutsche Gebiet fämen. Karl Pint cho vius sagt in dem Buche „ Die seelische Widerstandskraft im modernen Kriege": " Soldaten ohne Angst find in einem neu zeitlichen Kriege undenkbar. Der feelische Widerstand wird in erster Linie ein Intelligensproblem, eine Frage der Einsicht und der Meinungsstabili tät. Es hängt die Widerstandskraft von dem Grade der Ueberzeugtheit und Getvisheit ab. Der Stellungstrieg schließt den Menschen ständig ab. Die unvermeidliche Folge find moralische Erschütterungen und Einbuße an Angstüberwindungsträften. Der seelische Wider stand wird von drei Seiten bedroht: durch mili tärische Waffenwirkung, durch Bersehungsein flüsse der feindlichen Propaganda und durch Wirtschaftstampf. Angst, Mißtrauen und Sunger treten zu gemeinsamen Reigen an... Die Materialschlacht erstickt den foldatischen Geift. Bei der Furchtbarkeit der Schlacht ist es längst unmöglich geworden, den pflichtmäßigen Einsatz auf die Dauer au erzwingen. Was die Besinnungsvollen vor moralischen Zusammen bruch und Selbstaufgabe retten kann, ist nur die Stimme der Vernunft und wenn diese von der Gegnerischen Propaganda fo beeinflußt ist, daß fie nein sagt? Die erste Voraussetzung eines pflicht mäßigen Einsatzes an der Front ist Einsicht indie Notwendigkeit der erfor derlichen Opfer und ein Wissen um die Vernünftigteit der politischen Maßnahmen. Niemand außer den Aben teurernträgt seine Haut für ein als fadenscheinig erkanntes Ideal zu Markte." " Der Aufruf der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei, der in der Nacht des Verhandlungsabbruches erlassen wurde, steht im Wissen um die Vernünftigkeit politischer Beichen der Verantwortung für das sudetendeutsche Volk und das sudetendeutsche Gebiet. Die Maßnahmen" nun, die Mehrheit des deutschen Arbeit der englischen Mission hatte in kritischer Volkes ist heute sicher von der Unvernunft der Zeit den Weg zu einer friedlichen Lösung des deutschen Politik überzeugt, und die reifen nationalen Problems geebnet und es ist kein Männer, die man an die Fronten schicken Zweifel, daß hunderttausende Sudetendeutscher müßte, haben das Ideal, für das sie kämpfen solerleichtert aufatmeten, als sie hoffen durften, daß len, längst als fadenscheinig erkannt. Hat die ihre Heimat nicht verwüstet werden würde. Wehrpsychologie bei den politischen Entscheidungen Der Mann aber, der immer vorgab, um das Wohl mitzusprechen, dann wirkt sie gegen den Krieg! Kommt es aber doch zum Krieg, dann wer des Sudetendeutschtums besorgt zu sein, hat mit einer einzigen brutalen und verantwortungslosen den die Voraussagen der Wehrpsychologen bestä denn Pitchovius hat gewiß recht, Aeußerung die Voraussetzung fast völlig ver- tigt werden schüttet. Die au einer friedlichen Lösung gegeben wenn er sagt: waren und durch eben diese Verantwortungslosig keit den radikalen Elementen in seiner Partei das Signal zu weiteren Ausschreitungen gegeben. " Die Stimmungsfrage und die Belastungsfähigkeit der Bevölkerung beide Momente haben in der Kriegsführung noch nie so viel bedeutet wie heute. Der Kampfville des Volkes ist zur empfindlichsten Stelle der Front geworden das verdanken wir dem sogenannten totalen Kriege, der viel eher un fer Fluch als unsere Rettung sein wird." Vermittlung im Pariser Bauarbeiterkonflikt Paris. Der Arbeitsminister Pomaret empfing Die historische Schuld Konrad Henleins an der Entwicklung zur Katastrophe steht eindeutig fest. Wir wußten schon vor seiner Erklärung an die Mission Runciman, daß er den Frieden nicht wolle, sondern nur einen Vorwand suche, die Verständigung zu verhindern. Die Erklärung hat nun volle Klarheit geschaffen. Konrad Henlein hat sich nicht als verantwortungsbewußter VoltsSolchen Vorwürfen und einer solchen Verächt- führer eriviesen, sondern als schyvächliches, ge- im Bestreben, den Stritt der Bauarbeiter des lichmachung gegenüber sei gesagt, daß in dieser missenloses Werkzeug der Berliner Kriegspartei. Pariser Gebietes baldigst zu beenden, nacheinStunde viel mehr Verantwortung, viel mehr Kraft Das sudetendeutsche Volt wird Gelegenheit be- ander die Abordnung der Arbeiter und die Abund Mut dazu gehört, sich eindeutig im Interesse des fommen, seinen Richtspruch über die SdP und ordnung der Arbeitgeber. gesamten Volles und der sudetendeutschen Volls, insbesondere über den Mann zu fällen, der sich in gruppe im besonderen für den Frieden einzusehen historischer Stunde als so klein und verant und daraus alle Folgerungen zu ziehen, als sich für wortungslos erwiesen hat. Sudetendeutsche Flüchtlinge in Prag Der Zar von Bulgarien kehrt zurück London. Das bulgarische Königspaar hat London verlassen, um sich über Paris wieder in feine Heimat zu begeben. Berliner Luftschutzübung abgesagt Berlin. Die für diese Woche vorgesehene Luftschußübung in Form eines Fliegeralarms und einer Verdunkelung ist aus technischen Gründen auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Jüdischer Journalist aus Italien ausgewiesen Ein erschütterndes Bild, das man in Mit- Aber nicht nur diesen Institutionen ist wärms teleuropa seit den Weltkriegstagen nicht mehr fah, stens zu danken, auch der Prager tschechischen bot sich Dienstag und Mittwoch auf den Prager Bevölkerung. Sie wendet den armen BerBahnhöfen und in den umliegenden Straßen: triebenen ihre Sympathien, aber auch ihre Hilfs Lösung der spannungserfüllten Frage ienen au& I ich I ing e, Menschen, aus deren Gesich bereitschaft zu. Immer wieder konnte man beob Nom. Der jüdische Journalist Najurhb. Verüberlassen, die durch die Verfassung und ihre geseb- tern noch die Angst sprach, mit ärmlichem Gepäck, achten, daß tschechische Männer und Frauen sich Prasva" und der„ Neuhork Sviat" ist von der treter der Warschauer Zeitung". Informacja liche Stellung hiezu berufen sind. mit alten Stoffern, Säden, in denen in Eile zu teilnahmsvoll den sudetendeutschen Arbeiterfrauen Bolizei mit sofortiger Wirkung ausgewiesen Die Frage, um die es heute immer noch geht, ſammengeraffte Wäsche und Kleider verpackt näherten und ihnen Geld gaben, ja, vor den Bahn- worden. ist die weitreichende und entscheidende Frage: Krieg waren, oder Bündeln, die aus Leintüchern ge- höfen wurden fogar spontane Geldsammlungen oder Frieden. Wer zu unüberlegten Hand- knüpft waren. In jenen Orten, in denen der Hen- veranstaltet, und die Kinder wurden mit Süßig- Beratungen der Opposition in Polen lungen greift, wer Anlaß zu blutigen Zusam- lein- Terror am schlimmsten wütete, in denen sich feiten und Obst beschenkt. Warschau.( PAT) Die Präsidien der oppos menstößen gibt, beweist, daß ihm am Frieden also die Arbeiterbevölkerung nicht mehr ihres Le- frauen mit ihren Kindern aus der Heimat vertrie- bis 24. d. M. zusammen, um über die Stellung " Voltsgenossen" haben deutsche Arbeiter- fitionellen Parteien treten in der Zeit vom 16. bens ficher fühlen konnte, entschlossen sich schweben! Die tschechische Demokratie hilft den Ver- au den Wahlen in die gefeßgebenden Körperschafren Herzens die Frauen mit ihren Kin Es gibt heuer eine gewisse Art Leute, der n zur Abreise. Die wenigen Männer, die sie jagten! ten zu entscheiden. meist junge Dichter, die das Wort Deutsch begleiteten, sind fast alle wieder zurückgekehrt. Wahr geworden ist binnen wenigen Stunden Hitlers Wort von den Sudetendeutschen, die wie Militärische Kontrolle fust immer mit offenen Nasenlöchern aus- Mit größtem Dantan alle, die sich der wehrlose Tiere gejagt werden aber die Iäder rumänischen Industrie sprechen. Ein sicheres Zeichen, daß bei die- Flüchtlinge annahmen, stellen wir fest, daß die ger find deutsche Nationalso Bukarest. Von Donnerstag an treten alle sen Leuten sogar der Patriotismus Nach- ürsorgeämter der Stadt Prag. zialisten! Opfer eigener Volksgenossen sind mit der Landesverteidigung im Zusammenhang ahmung ist. Wer wird immer mit dem Deut- as" Rote Kreuz", die" Solidarität" es, die in Prag die Hilfe der tschechischen Demo- stehenden Industrien in Numänien unter militä und unsere St epublikanische Wehr" fratie beanspruchen müssen! schen so dicke tun? Ich bin ein deutsches eifrig zusammenwirkten, um die Flüchtlinge au rische Kontrolle. Die rumänische Bresse bezeichnet Die Prager Bevölkerung aber ehrt sich selber die Maßnahme als normal. Sie ist nichts anderes Mädchen." Ist das etwa mehr als ein engli- betreuen. Das Bara- Kinderheim ist voll besetzt, durch diese Hilfe. Sie beweist, daß es eine demos als eine durch die internationale Lage geforderte sches, ein russisches, ein otaheitisches? im Nachtashl in Wysotschan wurden viele Flücht- kratische das ist eine rein menschliche Solidari- Notwendigkeit. Als Industrien, die so beaufsichtigt Wollt ihr damit sagen, daß die Deutschen linge untergebracht, andere in Garderoben des tät gibt, die sich in der Stunde der Not bewährt. werden, nennt man die metallurgische SchwerMasaryk- Bahnhofes. Das„ Rote Kreuz" hat die Der Dank der sudetendeutschen Demokraten: ihre industrie, die Textil- und Lederindustrie sowie ärztliche Fürsorge übernommen, die Stadt Prag Trene, ihre opferbereite Treue zu überhaupt alle Industrien, die der Ausstattung Die Ausspeisung, unferem gemeinsamen Staat! der Armee dienen. auch Geist und Talent besitzen? ( Lichtenberg: Aphorismen) A Ke 38 = et 23 te t ie ng Nr. 218 Neuwahlen in Polen Freitag, 16. September 1938 Die Hintergründe der Sejm- Auflösung/ Vor einer Demokratisierung? Hand der Regierung des Generals Slawoj- Skladfowsti befinden, in der die linken Pilsudstiften offenbar die Oberhand gewonnen haben. Ehe die Regierungs- Anweisungen für die Neuwahlen beSrite 5 An die Funktionäre und Mitglieder der Partei! An die Untergliederungen der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei ist folgende zentrale Parteiweisung ergangen: fannt werden, wird man in der Frage der Zu 23ardau, 14. September 1988. ren den Kampf für die Neuwahlen und die Demo- lassung der Kandidaten nicht klar sehen, die Die Auflösung der beiden gesetzgebenden fratisierung Bolens führen, Forderungen, denen Grenze, bis zu der die Regierung gehen will, nicht Körperschaften der Republik Polen durch eine Ver- sich der Präsident der Republik und die einsichtigen erkennen können. Man erwartet im Lande jedoch fügung des Präsidenten der Republik, die gestern Sträfte des Regierungslagers faum noch entziehen allgemein eine stärkere Berücksichtigung der For Alle Angestellten und Funktionäre der Partei nachmittag bekannt gegeben wurde, hat die pol- lönnen. derungen der großen demokratischen Parteien, haben so wie bisher auf ihren Bosten zu bleiben. nische Deffentlichkeit in diesem Augenblick überAber Präsident und Regierung sind heute deren Ziel die Wiederherstellung der Demokratie Wer ohne bestimmten Auftrag seinen Platz verraſcht. War in den letzten Tagen das allgemeine Gefangene ihrer eigenen Verfassung. Eine Aende- in Polen ist. Von der Erfüllung dieser Forderun Intereſſe auch in Bolen auf die gespannte euro- rung der Wahlordnung kann trop autoritärer gen werden diese Parteien auch ihre Entscheidung läßt, entkleidet sich damit felbft seiner Funktion. päische Lage gerichtet, so hat es sich mit einem Verfassung der Präsident der Republik nicht her- über die Beteiligung an den Neuwahlen abhän- Wenn es außerordentliche Situationen unmöglich Schlage wieder ganz den schweren innerpolitischen beiführen. Sie muß der Sejm beschließen, der- gig machen. Das ist jedenfalls der Standpunkt der machen, neue Weisungen der Parteizentrale ein Problemen Polens zugewendet, die schon lange was die Wahl des Oversten Slaivet bewiesen ha- Sozialistischen Partei. zuholen, find die Bezirksleitungen der Partei ereiner Lösung harren. In den breiten Massen des ben dürfte in seiner Mehrheit dieser notwenDer Präsident der Republik hat als Grund mächtigt, im Einvernehmen mit den Organen des polnischen Volkes begrüßt man die Verfügung des digsten Voraussetzung für die Gesundung des poliPräsidenten als den ersten Schritt auf dem Wege tischen Lebens in Polen einsichtslos gegenübersteht. für die Auflösung der Parlamente die Notwendig staatlichen Sicherheitsdienstes die notwendigen Be. zu einer solchen Lösung, deren Gelingen freilich and selbst die jetzt erfolgte Auflösung des Seims feit einer stärkeren Beteiligung der breiten Massen schlüsse zu fassen. noch von zahlreichen bisher ungeklärten Voraus schafft noch nicht ohne weiteres die Voraussetzung der Nation am Leben des Staates angeführt. In In diesen Tagen ist es die Hauptaufgabe segungen abhängig ist. für eine Demokratisierung. Denn die Neuwahlen feiner Verfügung heißt es weiter, daß er vom Die beiden Parlamente, die zwei Jahre vor zum Sejm, die nach einer heute veröffentlichten neuen Sejm eine Stellungnahme zur Wahlordnung aller Parteifunktionäre, jeder unbegründeten Ablauf ihrer Legislaturperiode von der politischen Anordnung der Regierung am 8. November d. 3. erwartet. Diese Formulierungen lassen eine opti- Banif kaltblütig entgegenzuwirken. mistische Prognose zu. Sie zeigen, daß der Ruf Bühne abtreten, verdankten ihre Existenz keinen stattfinden, müssen nach der alten Wahlordnung Als Richtschnur für das Verhalten der einWahlen in demokratischem Sinne. Der Sejm, das durchgeführt werden. Alles kommt also auf die der Demokratie in Polen nicht mehr zu überUnterhaus, wurde zwar im September 1935 durch baten zuständigen Körperschaften an, in denen die hoffnungen. Im Bewußtsein des Volkes hat die lung unserer historischen Aufgabe den Einfah Entscheidungen der für die Zulassung der Kandi hören ist. Durch das Land gehen neue Zukunfts- selnen Parteiangehörigen gelte, daß die Erfül. allgemeine Wahlen gewählt, aber auf Grund einer Wahlordnung, die es der herrschenden ParStadträte den Ausschlag geben. Realtion gestern schon eine schwere Niederlage eines Höchstmaßes von Gesinnungstrene und erlitten. tei der Pilsudslisten ermöglichte, Kandidaten der Ten ausgeschrieben worden. Sie sollen in großen Inzwischen waren in Polen Gemeindewah Kampfentschlossenheit erfordert. Vom internationalen Gesichtspunkt aus be Oppositionsparteien auszuschalten. Die Mitglieder zeitlichen Abständen im November und Dezember trachtet ist es interessant, daß der Präsident und Prag, 15. September 1938. des Senats, der die Rolle eines Oberhauses spielt, B. S. und über die folgenden beiden Jahre verteilt die Regierung ihre für das Land lebenswichtige Jakich wurden zum Teil ernannt, zum Teil von mit dem Wahlrecht privilegierten Personen gelvählt. Diese nach einer neuen Gemeindewahlordnung stattfin- Entscheidung inmitten einer internationalen Wahlordnung ist die Frucht einer im Jahre 1935 den, die eine Aenderung der Zusammensetzung der Spannung, einen Tag nach der Hitler- Rede in geschaffenen Verfassung, die Polen der schon seit Stadträte mit sich bringt. Die Auflösung der Par- Nürnberg getroffen haben. Das wird als ein Zeidem Pilsudsti- Putsch entmachteten Demokratie be Tamente greift nun diesen Veränderungen in den chen dafür gewertet, daß Polen entsprechend seiner Gemeinden vor. Die Auswahl der Kandidaten für außenpolitischen Linie vor außenpolitischen Konden Geim bleibt tatsächlich den alten, heute am fliften felbft bewahrt zu bleiben hofft und destierenden Gemeindeverwaltungen und Stadträten halb glaubt, Zeit für die Bereinigung seiner innevorbehalten, die sich im Großen und Ganzen in der ren Probleme zu haben. Sudetendeutscher Zeitspiegel SdP- Flucht aus Prag Deutsche Angestelltenjugend für Demokratie und Frieden Taub. Kampf- und Freiheitslieder singend durch das herrliche Isergebirge nach Reichenberg. Dieser Feſtzug eviveckte bei den Einwohnern der durchwanderten Dörfer und den zahlreichen Sonntagsausflüglern äußerst starken Eindruck. Nach einer kurzen Stadtbesichtigung erreichte das Treffen in einer Abschlußlundgebung, für welche sich der geräumige Versammlungssaal des Verbandes in der Schloßgasse als viel zu flein ers wies, seinen Höhepunkt. Die Ansprachen des Verbandssekretärs Ernst Grünzner und des Hauptjugendleiters Hermann Müller erwed ten durch das eindeutige Bekenntnis des Ver bandes und der Verbands- Jugendleitung zu den demokratischen Grundanschauungen und damit Das nordböhmische Jugendtressen, das der für die Erhaltung des Friedens und der Freiheit nichtendenwollenden Beifall der Jugend und Allgemeine Angestellten- Verband Reichenberg and spontane Begeisterungstundgebungen. Das Rei10. und 11. September in Reichenberg ver- pontane anstaltete, ſtand völlig im Zeichen der Friedens- henberger Jugendtreffen hat den beſten Nachweis unter unerwartet großer Beteiligung fand das lichen Haltung auch in der schwersten Zeit auf sehnsucht und des Bekenntnisses zur Demokratie. erbrachi, daß der Allgemeine Angestellten- Verband mit seiner eindeutigen freigewerkschafts Treffen auf der Königshöhe( im Naturfreundeseine Jugend bauen kann. feier seine Einleitung. In einer kurzen Be haus) am Samstag durch eine würdige Abendleiter Hermann Müller, Reichenberg, ben Slowakische Volkspartel grüßungsansprache kennzeichnete HauptjugendErnst der Zeit und des Schicksals der sudeten deutschen Jugend. Seine der Freiheit und der Unabhängigkeit unseres Staates gewidmeten Worte fanden durch ernste Kollektivdarbietungen der Jugend und die begeisterte Zustimmung eine fräftige Unterstreichung. Nach dem sportlichen Programme am Sonntagvormittag marschierte die Jugend in einem langen, diszipliniert geordneten Zug, voran die roten Verbandsfahnen. beim Präsidenten raubte. Sie legt die Auswahl der zu den Seimwahlen zuzulassenden Kandidaten in die Hand besonderer Körperschaften, an denen zwar auch die Sozialverbände, wie Gewerkschaften und Arbeitgeberorganisationen teilhaben, in denen aber die von der Regierung abhängigen Gemeindeverivaltungen die Mehrheit besitzen. Die Antwort der Oppositionsparteien der Linken und Rechten war ein allgemeiner Boykott der Seim- Wahlen im Jahre 1935. Er hatte zur Folge, daß sich an den Wahlen nicht einmal 40 Prozent der Wahlberechtigten beteiligten, was einer Verurteilung des Regierungssystems durch die polnische Nation gleich fam. DieBereits seit dem Montag dieser Woche hat ses Urteil wird noch deutlicher, wenn man berüd eine bemerkenswerte Flucht der SdP- Leute aus sichtigt, daß die nationalen Minderheiten, die 31 Prozent der Gesamtbevölkerung Bolens barstellen, Brag eingesetzt. Den Bortritt hatten, wie es sich gehört, die Herren Führer und Funktionäre, die in ihrer großen Mehrheit auf Grund von Ueber- allerdings in galanter Weise ihre Gattinnen voreinkommen mit der Regierung sich an den Wahlen beteiligten. Das Ergebnis der damaligen Wahlen und ihren Frauen einen recht seltsamen und geausschickten. Natürlich machte es unter den Nazis waren Parlamente, die ausschließlich aus Pilsudſliſten und einigen wenigen Minderheiten- Bertre- bedrückenden Eindruck, als sie schon zu Betern zuſammengesett, der Regierung das Mißginn der Woche erfuhren, daß die Frau Kundt bewaren. Sie haben nach der reits ihre Stoffer gepadt hatte. Und viele Hundert Verfassung das Recht, der Regierung das Miß dp- Mitglieder, denen es ihre Existenz nicht trauen auszusprechen, die Regierung selbst wird erlaubt, so ohne weiteres auszureißen, bliden mit aber vom Präsidenten der Republik ernannt. Scheelem Staunen auf die Begünstigten, die im Handelte es sich nun beim Sejm auch um Bollbetvußtsein ihrer völkischen Chargen ins sudes eine ausschließlich aus Regierungsanhängern aus tendeutsche Gebiet oder aber nach Deutschland sammengesezte Körperschaft, so war sie doch aus hinüberwechseln. Nach den uns vorliegenden Be verschiedenen Gruppen mit recht verschiedenen In- richten ist der Strom der aus Prag verschwinden teressen gebildet worden. Seit dem Tode des Mar- den Nazis insbesondere seit gestern gewachsen. schalls Pilsudski hoben sich ihre einzelnen Schat- Es scheint, daß etliche unter den Helden von pas tierungen immer deutlicher ab. Um dem drohen- nischer Furcht ergriffen sind. Man berichtet von den Verfall des Regierungslagers entgegen zu Prager Sdp- Hausfrauen, die eben erst alle mög arbeiten, entschloß man sich vor eindreiviertel lichen Vorräte an Lebensmitteln unter Dach und Jahren zur Gründung des sogenannten„ Lagers Fach gebracht hatten und die nunmehr Hals über der Nationalen Einigung" unter der Führung des Kopf Haus und Hamsterwaren im Stich lassen. damaligen Kommandeurs der Legionärverbände, Das Bemerkenswerteste aber ist, daß die rauhen Die heutige deutsche Obersten Koc. Er besaß in hohem Maße das Ver- Kämpfer nicht etwa nur Frauen und Kinder aus trauen des Marschalls Rydz- Smigly, des Nachfol- Prag wegzuschaffen bemüht find, sondern in grogers Pilsudstis. Dieser Versuch erwies sich jedoch ßer Zahl eben auch sich selber dorthin bringen, von Anfang an als ein Fehlschlag. Er rüttelte wo sie in romantischer Illusion sich besonders lediglich die demokratischen und übrigen oppositio- sicher glauben. In prachtvollem Gegensatz zu die nellen Kräfte im Lande auf, die in den Unternehser Erscheinung steht die Tatsache, daß die deutmungen des Obersten Koc den Versuch einer Faschen und tschechischen Demokraten des Grenages schisierung Polens befürchteten. Aber auch im eiges bietes, insbesondere die deutschen sozialdemokratinen Lager gab es zahlreiche Widerstände, die zum schen Männer, ausnahmslos auf ihren Posten Teil aus Bedenken gegen ,, totalitäre" Programme, blieben und bleiben. zum Teil aus Rivalitätsgründen resultierten. Im November 1937 trat Oberst Koc unter dem Druck Die ,, Zeit" erscheint illegal? der demokratischen Volksmeinung und rivalisieren- Dienstag erschien bekanntlich die letzte Num der Gegenkräfte von der Leitung des sogenannten mer der Zeit", da die Herausgeber das Blatt Einigungslagers zurück. Gleichzeitig nahmen die freiwillig eingestellt hatten. Nunmehr teilt das Regionärsverbände im ganzen Land sehr eindeu- Cesté Slovo" mit, daß Dienstag abends eine tig gegen alle totalitären" Experimente Stel- illegale Ausgabe der Zeit" erschienen sei, die in Brünn: 17.25 bis 17.33: Prof. Leo Redensnahme der effektiv eingezahlten Spenden um lung. Der Nachfolger des Obersten Koc, General einer bisher noch nicht festgestellten Druckerei herdorf: Sportbericht. Aftuelles aus dem Sportleben. 1,943.115.25 Kč aus, wodurch sich der GeStwarcszinsti, trat weniger an die Oeffentlichkeit, gestellt wurde. Diese illegale Ausgabe sei in den 17.33 bis 17.48: Prof. Biftor Oppenheimer: Ma- samtstand der eingezahlten Spenden auf und alle neuen Versuche, das„ Lager der Natio- Städten und Dörfern jener Bezirke verteilt wor- faryk und die Kunst. 17.48 bis 18.00: Schallplatten. 510,415.258.10 Kč erhöht hat. Die Zahl der nalen Einigung" zu einem richtungsmäßig weni- den, über die noch kein Standrecht verhängt wor- Mähr. Ostrau: 18.20: Elternschulung: Dr. Spender ist um 3759 Personen auf 240.712 ger festgelegten Sammelbecken zu machen, schlugen den iſt. Friedr. Spizer: Erbkrankheiten im Kindesalter. Personen gestiegen. an inneren Widerständen fehl. Die rechten Ele= mente schieden zum Teil aus dem Lager aus oder ſuchten Anschluß bei den rechten Oppositions- Wie flüchte ich parteien. ins Gefängnis? Inland- Sendung Brag- Weinit: 8.00 bis 8.05: Schulfunt. 10.15 bis 11.00: Trostreiche Stunde( Gesang Gerda Redlich). 12.15: Dr. Heinrich Parthen: Im Herbst der Körper in Hochform. 18.00: Maurice Ravel: Sonatine( Klavier Fr. Saroscm). 18.10: Sefr. Oblowski, Eger: Bei den Galgenbauern in Schön bach. 18.20: Sportorafel. 18.35: Arbeitersendung: Atruelle zehn Minuten. 18.45: Baul O'Moniis: Modernes und klassisches Kabarett. 19.30: Dr. Jellinek: Aerztliches zu Schulbeginn. 19.45: Plauderei: Was die Woche brachte. 20.00: Der eiserne Heiland, Oper von Bruno Warden. Musik von Mar Oberleithner. 22.00: Tiergeschichten von Martin Grill. 22.30 bis 23.00: Moderne deutsche Musik ( Gejana Margot Lefébre. Einleitende Worte: S. S. Studenichmidt.)- Nachrichten um 12.30 uſw. Donnerstag mittags die Vertreter der flowvali Prag. Der Präsident der Republif empfing schen Volkspartei Hlinkas, Abg. Dr. Josef Tiso. Senator Dr. Josef Buday, Abg. Josef Sivát und Abg. Dr. Martin Sokol, mit denen er ein freundschaftliches Gespräch über die einzelnen flowa tischen Fragen und über den Vorgang bei deren Lösung fübrte. Die Aussprache wird fortgesetzt werden. Parlamentssession geschlossen Prag. Der Präsident der Republik hat dem Vorsißenden der Regierung Dr. Hodža folgenden Beschluß gesandt: Herr Vorsitzender der Regierung, ich erkläre die Session der beiden Kammern der Nationalversammlung mit dem 16. September 1938 als beendet. Dr. Edvard Beneš m. v. Die Schließung der Session der beiden Häuser dec Nationalversammlung erfolgt jä brlid) zweimal, im Frühjahr und im Herbst. Für die Staatsverteidigung. Der Spendens ausweis zum 14. September weist eine ZuEs ist bitterschwver, im Zuchthaushstaat ins Aber er gab den Plan nicht auf, lief ein Straßenkreuzung einen Augenblick pausierte und paar Straßen weiter und trat in einen Fleischer- an seine Braut dachte. May ballte ihm die Faust laden. Was wolln Se?" fragte der rotbädige unter der Nase und schrie:„ Rotfront! Nieder mit Diese Bertlüftung, die sich im Sinne widerdicke Schlächtermeister mit der blutbefleckten dem ganzen Krempel!" Der Polizist schaute ihn spiegelte, wurde ganz offensichtlich anläßlich der Von Trompetentlängen wird niemand auf Schürze. May antwortete nicht. Der Fleischer entgeistert an und sagte dann halblaut:„ Mensch! Neuwahl eines Seim- Marschalls( Präsident des Sejm) im Frühling dieses Jahres. Nach heißen die Dauer satt. Obwohl der ruſſiſche Phyſiologe säbelte unverdroſſen an einer mageren Kalbsteule Ich bin im Dienst! Jeh bloß weiter!" und hob Fraktionslämpfen wurde der Führer der Obersten Bawlow nachgewiesen hat, daß ein Hund bei herum. Jetzt griff Mag plötzlich hastig nach einem wieder den Arm in Ausübung seines Amtes für gruppe. Oberst Slawek, der Schöpfer der heutigen Trompetenstößen ein erhöhtes Quantum Magen- Stück Wurst, das auf einen Teller lag, und behielt durchfahrende Autos. Verfassung und Wahlordnung, gewählt, ein Geg faft absondert. Es ist also verständlich, daß der es in der Hand. Nee, Sie, junger Mann, det ner des Einigungslagers und vielgenannter Me- troß allen Fanfaren arbeitslose Max Schmidt in tenn Se hier nich machn!" ſagte der Fleiſcher Gefängnis zu gelangen, wenn man es will. Mag präsentant der Zusammenarbeit der rechten Pil- Berlin keinen besseren Ausweg aus seiner Ver- ruhig. Ich will ins Gefängnis! Holen Sie die verlor fast den Mut. Da- ein Lichtblick! Eine ſudſtiſten mit der reaktionären und selbst faschisti- zweiflung sah als das Tor zum Gefängnis. Dazu Polizei!" rief Max.- Wat brauchn wir dazu Kolonne S- Leute hielt marschbereit vor einemt schen Opposition. Seine Gegnerschaft zum Prä- braucht man nur zu stehlen, dachte er. Die Nazi de Pollezei? Vill anders als im Nittchen is et hier großen, mitsakenkreuzen geschmückten Hause. Mar sidenten der Republik, Professor Moscicli, und den dulden so etwas nicht, sobald ein anderer es tut. draußen ooch nich. Nehm' Se de Wurscht; da ham schritt auf den Anführer zu, der gerade andächtig linken Elementen der Regierung, die von dem Also hinein in einen Väderladen, ein paar Sem- Se noch n paar Fennje, und dann verschwindn seine Fingernägel musterte und brüllte ihm ins Gesicht: Rotfront! Das ganze Nazipack soll verFinanzminister Kwiatkowsti geführt werden, ist mein ergriffen und stehen geblieben: Lassen Sie Se!" Mißmutig ging Mag hinaus. Er hatte sich recken!"- Der Anführer der SA sah entsezt auf bekannt. Weit tiefer ist allerdings seine Gegners mich verhaften! Ich hungere und will ins Geſchaft zu den breiten Maffen des Voltes, die in fängnis!"- Es war ein hübsches sauberes doch alles reiflich überlegt und würde hinter Schloß und flüsterte: Sei doch ſtille! Du bist wohl vers borderster Linia von der demokratischen Bauern Mädel, die Verkäuferin; sie hatte Mitgefühl: und Niegel vielleicht eine Reitlang vor der ärgsten rüdt? In der breizehnten Reihe is n Nazil" Not geschüßt sein. Kurz entschlossen ging er auf Kann man begreifen, daß Mar die Hoffnung partei und der Sozialistischen Partei repräsentiert..sier, nehmen Sie auch noch diese! Und da leinen Verkehrspolizisten zu, der gerade an einer aufgab, ins Gefängnis zu flüchten? werden. Es sind die gleichen Kräfte, die seit Jah Sie reichte ihm noch etwas Geld. 3tltr fl Freitag. Ist Scjifcmfirr 1038 Nr. 218 Vor Madrid eine 3ageawuk$eitm sind, und ich hoffe, daß auch dieser Heine Betrag' suchte. Der Mann trat auf den Beamten zu und Die City Gewiß» mehr Polizei als je liegt jetzt in Beisan, aber sie hat nur die Aufgabe, den fried« lichen Teil der Betvohner der Stadt vor Ueber- fällen und Erpressungen arabischer Terrorbanden zu schützen. Prag für die StaatSverteidigung. Der Pra« ger Stadtrat hat mit dem 14. September, dem Jahrestage des Ablebens des Präsident-Befreiers die sogenannte Prager Aktion zugunsten des Fonds für die Staatsverteidigung eingeleitet. Sofort nach Zustellung des brieflichen Appells bildeten sich bei den Schaltern der Postämter Fronten opferbereiter Spender, deren es gestern 10.993 gab, die insgesamt 2,298.863 XL erlegten. Unter den ersten Spendern befanden sich der Präsident der Republik mit Gemahlin und der Primator der Hauptstadt Prag, Dr. Petr Zenfl mit Gemahlin. Spitzbergen photographisch»entdeckt". Die Flugexpcdition des norwegischen staatlichen Spih- bergen-KontorS ist am Dienstag nach Tromsoe zurückgelehrt. Die Expedition hat 28.000 Quadratkilometer der Insel Spitzbergen aus der Luft photographiert und damit die Luftkartographie- rung der insgesamt 83.000 Quadratkilometer großen Inselgruppe vollendet. Frtedenlblumen für Hitler. In der Nacht vor der Schlußrede Hitler- in Nürnberg sah«in Schutzmann, der vor dem Jeanne dArc-Denkmal auf dem Pariser Place Saint»Augustin patrouillierte,«inen Mann über den um diese Stunde menschenleeren Platz gehen, der ganz offensichtlich irgend etwas mehr. Deimoch klagten diese Soldaten nicht, und keiner trat aus den Reihen", meldet ein zeitgenössischer Bericht. Die fremden Freiwilligen hatten Gewaltmärsche von Norden her gurückgelegt, um Madrid zu Hilfe zu eilen. Monatelang hatten sie in unaufhörlichen Kämpfen in Asturien, Navarra und Catalonien gegen di« Tarlisten gekämpft, bei HneSka und Barbastro schwerste Verluste erlitten. Ihr Oberst Conrad war bei Barbastro gefallen; von 3000 Maim der internationalen Brigade, die meist auS Deutschen und Franzosen bestand, waren zuletzt nur no? 2000 Mann geblieben. Diese 2000 Mmm schlugen im Verein mit den Spaniern und den polnischen Lanzenreitern die Carlisten vor Madrid, so daß das Schicksal der Rebellion der Carlisten entschieden war, wenn sich der Krieg auch noch zwei Jahre hinzog bi» Carlos im Herbst 1889 aus Spanien flüchtete. vor französische Außenminister Georges Bonnet im Zage zusammen mit'dem sozialistischen Abgeordneten Grumbach, Mitglied der französischen Delegation, auf der Reise zur Tagung des Völkerbundsrates kamen die Beduinen zur Göttin des heilenden Trankes. Geduldig lagen und saßen die Leidenden vor der Schwelle, bis die Reihe an sie kam. Jeder bezahlte in bar: fünf bis fünfzehn Piaster für eine Konsultation. Zwischen den Fellachen hockten ein paar me« dizinbediirftige Polizeibeamte. Wenn sie wirflich krank waren, hatte die Aerztin ein gutes Herz und verordnete ihnen Erholungsurlaub. Verständlich, daß eines Tages der Polizeichef zur Aerztin kam und ein wehmütiges„De- halib"(hab' Erbarmen) rief:„Du hast.zu viel auf Ferien geschickt; ich hab' schon fast keine Mannschaften mehr..." » Natürlich brauchte Beisan seine Polizei. Fand nicht an jedem Donnerstag vor den Toren der gewaltige Markt statt, in weitem Umkreis der größte, so daß er mit Gesetz und Uniform geregelt und überwacht werden mußte? Fluteten hier nicht auS allen Teilen des Juda» und Jordanbezirkes, des Emek und deS Galil die Söhne des Morgenlandes zusammen, ein wogender Strom, ein handelndes Heer? Glöckleinumklingelte Kamelkarawanen, starrköpfige Rinder, apathisch einhertrottende Schafe, herrlich gesattelte Pferde, in dieser Tierwelt wandelnd Jünglinge und Männer in prächtigen Mänteln über weitpumpigen Hosen und unter Fezen und Tarbuschen— ein Jugendtraum wurde Wirklichkeit: alle Zirkusse Europa» waren auf einem Platz versammelt und aus Tausendundeiner Nacht wurde ein Tag des Jahres 1984... Heute, nach ztvei Jahren der Unruhen ist der arabische Handel sd gut wie lahmgelegt, und es gibt in Beisan kaum einen Markt, auf dem die Polizei Ordnungsdienste versehen müßte. » Die jüdische Aerztin von Beisan hatte eine zwölfjährige kleine Bedienerin: die anmutige Sa- rifa, die Tochter eines armen Beduinen aus den blauen Bergen Transjordaniens. Behängt mit einem welßroten Gewand, das die Herrin ihr geschenkt hatte» begleitete sie uns auf unseren Spaziergängen durch die Stadt. „Tarife, was wird geschehen, wenn wir deinen Vater treffen? Was sollen wir ihm sagen, wenn er dich zurückverlangt?" „Dann lauf« ich fort, verstecke mich bei deinen Freunden hinter den Palmen und komme erst nach drei Tagen zurück, wenn der Vater wieder über den Fluß ist." (Mit dem Fluß war der Jordan gemeint, er ist ja die Grenze nach Transjordanien. Die Freunde hinter den Palmen waren die Angehörigen einer jüdischen Familie, die in der Landwirtschaftsstation der Regierung arbeiteten... Und nun richtete ich selbst noch zwei Fragen an Tarife): „Warum willst du denn nicht nach Hause zurück?" „Ich wurde so viel geschlagen und bekam so wenig zu essen." „Und wenn ich Abreise— in die große Stadt am Meer oder in die heilige Stadt in den Bergen — möchtest du da auch mitkommen?" „O ja, Herr, nimm mich mit. Und nicht ein einziges Schaf brauchst du für mich zu zahlen..»" Die Stadt ohne Arzt Von Erich Gottgetreu(Jerusalem) In der palästinensisch-arabischen Tageszeitung„Falestin" war dieser Tage ein Notruf der Einwohner von Beisan zu lesen. Beisan ist eine kleine, etwa fünftausend Einwohner zählende Stadt im Osten von Palästina, nahe der Jordanebene gelegen. 2n den letzten zwei Jahren war von ihr häufig in den Polizeiberichten die Rede, denn sowohl in Beisan als auch in seiner Umgebung ereigneten sich terroristische Zwischenfälle aller möglichen Art. Schon zu Beginn der Unruhen wurde der jüdische Arzt von Beisan erschossen, einer der wenigen Juden, die bis zu jener Zeit in dem Orte ansässig waren. Und in einem engen Zusammenhang mit die- sein Mord steht jetzt der Notruf der Araber von Beisan. Sie stagen nämlich, ob sich denn gar kein arabischer Arzt findet, der bereit ist, sich in Beisan niederzulassen. Die Stadt von fünftausend Einwohnern ist seit zwei Jahren ohne Arzt. Drei Jahre vor dem Verbrechen von Beisan, im Herbst 1988, wohnte ich für vierzehn Tage in dieser Stadt. Täglich kam ich mit der jüdischen Aerztin deS Ortes zusammen.(Später, als sie einen längeren Urlaub antrat, wurde sie von einem männlichen Berufskollegen abgelöst, aber nach diesem tragischen Ende konnte sie natürlich nicht mehr in die Stadt zurückkehren.) Ihre Praxis übte die Aerztin in zwei von ihrer Wohnung isoliert gelegenen Räumen aus. Tageweit reichte der Ruf ihrer K^tnst: tief auS Transjordanien, zu Kamel, zu Pferd und Esel, hilft, den tapferen Widerstand der bewundernswerten Genossen im Sudetengebiet zu stärken. Mit heißen Wünschen und unserem Gruß Freiheit bin ich Ihr E. H. Solidarität Ein emigrierter deutscher Schriftsteller, Mitarbeiter unseres Blattes und jetzt in Paris lebend, schreibt unS: Lieber Genosse, ich bestätige Ihnen dankend die Ueberweifung vom 9. d. M. in Höhe von Fr. 80.— und bitte Sie um frdl. Mitteilung, für welchen Beitrag diese Summe bestimmt ist. Sie können sich denken, wie meine Gedanken jetzt bei Ihnen in Prag sind, und ich fühle mich sehr ohnmächtig bei dem Gedanken, wie wenig ich für die tschechischen Genossen tun kann. Ich wollte Ihnen eigentlich irgendeinen besonderen Beitrag für die Zeitung schicken, aber es liegt mir sehr wenig, Phrasen zu schreiben, und es käme mir obendrein recht unwürdig vor, aus der(relativ sicheren) Etappe anfeuernde Worte für die zu schicken, die heute in der vordersten Linie stehen. Da ich aber trotzdem ivgendtoie etwas tun möchte, bitte ich Sie, von meinem Honorar-Gut- habcn XL 80.— zu nehmen und sie für die Genossen, die bei den letzten Zwischenfällen verletzt wurden, zu verwenden. Ich weiß, daß fünfzig Kronen recht wenig Sommer 1837 Als die Truppen des Carlos beim Morgengrauen in den Borstädtcn erschienen, empfing sie Geschütz« und Gewehrseuer. Der preußische Artillerieoffizier Rahden ließ durch die carlistt» scheu Batterien das Feuer erwidern. Unter dem rasenden Feuer der Verteidiger brach der Sturm der Carlisten zusammen. Die Truppen Espar» teroS gingen zum Angriff itber. Die polnischen Lanzcnreiter ritten Attacke. Die Carliste» wichen. Spanische Bataillone, englische, französische, deutsche Freiwillig« stießen vor. Am Nachmittag war die Carlistenarmee auf der Flucht. Die Lanzenreiter wurden zur Verfolgung eingesetzt. Madrid war gerettet.„Kein einziger Soldat hatte Schube, ihre Röcke bestanden aus Lumpen, Hemden kannten sie schon lange nicht Kein Druckfehler im Titelt Auch vor hundert Jahren wurde' um Madrid gekämpft. Damals galt es die Rebellion der Carlitten abzuwehren. Und auch damals kämpften gegen die Rebellen Freiwillige aus anderen Ländern. Die nachstehende Schilderung ist ein Vorabdruck aus einem demnächst im Sebastian Braot-Verlag, Paris, erscheinenden Buche„Unter Freiheit»- sahnen. Deutsche- Freiwillig« in der Beschichte" von Kurt Ker st en. Die Nachricht vom Anmarsch der Rebellen aus Madrid rief cm ersten Augenblick große Verwirrung in der Stadt hervor, dem» niemand war auf eine Abwehr vorbereitet. Die Augustsonne verbrannte das Gra-, dörrte die Felder aus, verwandelte den Manzanares in eine Mulde von Geröll. Die Regierung hatte nur wenige Formationen zur Verfügung. Bei LaS Rosas hatten die Carlijten die letzten Feldstellungen der liberalen Negierung überrannt, die geschlagenen Bataillone strömten auf der Straße von La Coruna ausgelöst in die Stadt. Kein Widerstand schien mebr möglich, man rechnete mit dem Einzug der Don Carlos innerhalb 24 Stunden, er würde sich zum König proklamieren, die junge Christine ab- jctzcn, die liberale Verfassung aushcben, die Cortes für geschlossen crllärcn und da- absolute Regime wiederaufrichten, wie cS unter Ferdinand bestanden hatte. Alle Mühen und Opfer eines langjährige» Krieges um die Freiheiten deS Volkes würden vergeblich gebracht sein, die Reaktion in ganz Europa, die seit der französischen Julirevolution vom Jahre 1830 in die Defensive gedrängt war, würde gestärkt auS dem Ringen hervorgchen und in allen Ländern die Offensive ergreifen. Der General der liberalen Regierung, Espartero, hatte sein Hauptquartier' in Caraban« chcl ausgeschlagen, sammelte die versprengten Formationen, beriet sich kurz mit der Negierung und rief zum Widerstand auf. Mit einem Schlage wich der Druck, der die Widerstandskraft des Volkes gelähmt hatte, verschwand die Angst, im Falle einer Belagerung bei der Dürre zu verdursten und zu hungern, verschwand auch die Furcht vor den Gebeimorganisationen in der Stadt, die mit den Carlisten vereinbart hatten, im Falle ihres Erscheinens vor Madrid zu putschen und alle Ver« teidigungSmaßnahmen unmöglich zu machen. Espartero gab Befehl, die Nester der Verschwörer auszuheben, bekannte adelige Carlisten zu ver«! haften, die gefährlichsten Führer zu erschießen. An den AuSgängen der Stadt wurden Schützengräben ausgehoben, Geschütze fuhren in Stellung, Barrikaden wuchsen in wenigen Stunden aus der Erde. Auf der Plaza Major, bei der Puerta del Sol, wurden Batterien eingerichtet. Das arbeitende Volk von Madrid wurde be« Ivaffnet. Am Nachmittag ritt Espartero durch die Straßen Madrids, neben ihm iah man den Engländer Wylde, einen der Kommandeure der englischen Freitvilligen dieses Krieges. Die besten Truppen folgten dem General. Eine Schwadron von Lanzenreitern fiel besonders auf, es waren Polen, die vor sieben Jahren auf den Schlachtfeldern ihrer Heimat gegen Paskowitsch gekämpft hatten, um Polen wiederaufzurichten. Jetzt kämpften sie in Spanien für die liberale Verfassung vom Jahre 1812, deren wichtigste Be- stimmungen von der Erklärung der Menschenrechte auSgingen, und die der französischen Konstitution vom Jahre 1791 nachgebildet war. Die Truppen des Carlos näherten sich an diesem Tage nicht mehr der Stadt. Man zögerte im Lager des Infante», den Angriff sofort zu unternehmen. Am anderen Tage wollte man in Madrid einziehen. fragte ihn sehr höflich nach der Adresse von Adolf Hitler. Der Schuhmann war natürlich äußerst verblüfft und erkundigt« sich, warum er denn unbe, dingt Adolf Hitler sprechen wolle.'„Ich habe nämlich ein Rendezvous, ich muß mit ihn» die sudetendeutsche Frage besprechen." Der Polizist war fassungslos. Der Mann fuhr aber ruhig fort und .sagte in vertraulichem Ton:„Wissen Sie, das wird gar nicht schwer sein, es wird nur einige Minuten dauern, denn ich-bin der einzig« Mensch auf der Welt, der die Möglichkeit kennt,-«inen Krieg zu vermeiden. Kommen Sie, wir wollen am den Champr- Elysöer ein paar Blumen pflücken, wir bringen das Bukett zu Hitler, der Blumenduft wird ihn schon besänftigen." Nun wußte der Schuhmann fteilich Bescheid. Er ging sofort darauf«in und sagt«:„Aber bitte sehr, gehen wir ruhig zu den Champs-Elyske»' und pflücken wir den Strauß." Unterwegs bestimmte er ohne weitere Schwierigkeiten seinen Be- gleiter, ihm in ein Haus zu folgen, das natürlich das nächste Polizeikommissariat beherbergt«. Dort wurde festgestellt, daß eS sich um den 27jährigen Dekorateur Andrö Delorme handelte, der in Irrenanstalt überführt wurde. Mexikanische Gefangene Halm rS gut. Gefangenen im StaatSgesängniS von Mexiko habm einen formellen Beschluß gefaßt, in Zukunft nicht mehr auSzubrechen. Dieser Beschluß geht darauf zurück, daß laut ihrer eigenen Erklärung daS Leben der Gefangenen in den Gefängnissen gar nicht mehr schöner gedacht werden könnte. Die letzten Reformen der Regierung CardenaS haben den Strafvollzug in Mexiko außerordentlich humanisiert, Schwimuibäder-Anlagen sind eingebaut, Tennisplätze und Lesezimmer dienen zur Zerstreuung, und das Staatsgefängnis gleicht mehr einem Sanatorium als einer Strafanstalt. Den Gefangenen scheint«s mit ihrem Beschluß durchaus ernst zu sein. Sie haben einen Italiener, der aus dem Gefängnis flüchtete, in aller Form aus ihrer Gemeinschaft geächtet. Kein mexikanischer Bandit darf ihn mehr unterstützen wie auch überhaupt keinen Flüchtlingen die geringste Hilfe mehr leisten. KindeStausch aus Raffegründm. Die Warschauer Staatsanwaltschaft hat eine Klage gegen zwei Frauen erhoben, deren Namen der Oeffenilich- keit nicht preiSgegebm werden, da der Fall äußerst merkwürdig liegt und es sich Kvar um ein ganz eindeutig strafbares Vergehen handelt, da» aber trotzdem nicht gerade al» Verbrechen bezeichnet werden kann. Im Jahre 1988 gebaren beide Frauen fast gleichzeitig zwei Mädchen. Sie verließen auch am gleichen Tage die Entbindungsanstalt. Die eine der Fraum ist Katholikin, die andere ist Jüdin. Mik Erstaunen stellte die erste alsbald fest, daß das Kind em ausgesprochen jüdische» Aussehen hafte. Im Lause der Jahre trat auch eine frappante Aehnlich- kcit mit dem Mann ihrer jüdischen Bekannten ein. Beide Mütter waren sicher, daß man die Säuglinge in der Entbindungsanstalt verwechselt hatte. Sie fragten in der Anstalt nach, dort konnte man natürlich nach einer Reihe von Jahren nicht» mehr feststellen, mußte aber zugeben, daß ein solcher Fall durchaus möglich sei. Beide Mütter liebten die Kinder, aber sie beschlossen trotzdem, sie auszutauschen. Sie taten die» ohne jede Formalität, und gerade darin wird eine strafbare Handlung gesehen, denn sie hätten natürlich die Behörden benachrichtigen müssen. Da» Alter der Londoner Taxichauffeure. Daß ein Teil der Londoner Taxichauffeure sich aus recht betagten Herren zusammensetzt, kam diesen Tage bei einer Verhandlung vor dem Londoner Polizeigericht zufällig zutage. Dort hatte sich ein Taxichauffeur wegen einer Fahrlässigkeit zu verantworten. Der. Mann gab an, 72 Jahre alt zu fein. Der Richter war sehr erstaunt über diese» hohe Alter, ließ einen Sachverständigen kommen, der ihm die Frage beantworten sollte, ob es nicht eine Grenze für das Alter attwer Taxichauffeure in London gäbe. Tiefer setzte dem Gericht auseinander, daß dies nicht der Fall sei, und daß er selbst eine Reihe von Taxichauffeuren kenne, die 80 Jahre und darüber zählten. Es seien ober alle» sichere Fahrer, denn sie würden gemäß den Bestimmungen jeden Monat einmal ärztlich untersucht. Da» Schiff als Gemüsegarten. Im Hafen von Manchester befindet sich seit dem veraangenen Sommer da» spanische Handelsschiff..Bartolo", das seine Anker bis heute nicht lichten, weil sich die englischen Behörden noch nicht entschieden haben, ob das Schiff der spanischen Regierung oder Franco gehöre. Als dem Kapitän und den Matrosen im Frühjahr das Warten zu langweilig wurde, kauften sie Erde und Dünger, verwandelten das Deck in einen Garten uno pflanzten Kartoffeln, Zwiebeln, Gurken und Salat an- In diesen Tagen ernteten st« die Früchte ihres Fleiße»; es war so viel, daß sie einen großen Teil davon im Hafen verkaufen konnten, und der Kapitän erklärt den Besuchern, die scharenweise das merkwürdige Schiff besuchen, er hoffe, die englischen Behörden ließen ihm noch so viel Zeit, auch Oliven und Weintrauben zu kultivieren. ES wären dies die ersten Oliven und Weintrauben, die man in England gepflanzt hätte...(MTP> Wetterbericht. Wetterlage in Europa, lieber das Gebiet der Republik dringt nunmehr vom Nordwesten her kühle Luft ein, wobei daS Wetter eine fortschreitende Verschlechterung erfährt; in Böhmen fällt stellenweise Regen, hie und da treten Gelvitter auf. Um 14 Uhr wurden'in Dresden um 9 Grad, in Prag 13, in Bratislava 21 Arad verzeichnet. Im Bereich der Ostkarpathen bettägt die Temperatur bei schönem Wetter 28 bls 28 GrÄ>. Bei weiterem Zufluß von kühler Lust wird der allgemeine Witte- rungScharatter in den nächsten Tagen veränderlich bleiben.— Wahrscheinliches Wetter heut«: Unbeständig, veränderlich, zeitweise beträchtliche Bewölkung, bei nordwestlichem Wind kühler, später erneut leichte Besserung des Wetter». — Wetteraussichten für morgen: Wechselnd bewölkt, nacht» kühler, tagsüber wieder ein wenig wärmer.. Nr. 218 Freitag, 16. September 1938 Volkswirtschaft und Sozialpolitik " Gewerkschaften" im Dritten Reich Im nationalsozialistischen Deutschland ist es zur tiv hoher ist, läßt die genannte und durchaus objektiv Gewohnheit geworden, daß auf der Paradeschau des errechnete Summe entsprechende Rückschlüsse auf die jogenannten Barteitages der Versuch unternommen niedrige Höhe des Unterstübungssabes im Einzelfall wird, einen Rechenschaftsbericht" über die Gestal- au. Es muß erwähnt werden, daß hierher auch die tung der sozialen Verhältnisse der Arbeiterschaft zu Ausgabeposten des joa. KD- Erholungswertes zu geben. Nach Dr. Len wurde 1933 von den Gewerk- buchen sind, so daß die tatsächlichen Unterstübungen schaften der verschiedensten Richtungen fünfeinhalb noch wesentlich geringer find. Millionen Mitglieder in die DAF übernommen, die diesen Bestand durch..freiwillige Beitritte" 1934 auf neun Millionen, 1935 auf 11 Millionen, 1936 auf 14 Millionen, 1987 auf 18 Millionen und 1988 auf fait 20 Millionen erhöhte. Wit Einschluß der neuen Mitglieder aus Oesterreich beziffert Dr. Len den Mitgliederstand der DAF mit über 21 Millionen. Das ist zweifellos ein Stand, der die Arbeiter fait zu 100 Prozent erfaßt, was auf die reiwilligkeit" der Zugehörigkeit den sichersten Schluß auläßt. Interessant ist nun, daß 1983 die fünfeinhalb Millionen freigewerkschaftlicher Arbeiter ihre Arbeitsbedingungen durch dreizehntausend Tarif verträge geregelt hatten. Herr Dr. Len den Stand der Arbeitsbedingungen für die 21 Millionen Mit glieder der DAF aber nur mit ii e ben tausend Tarifordnungen im Jahre 1938 für genügend geregelt hält. Wenngleich die früheren Tarifverträge auch den Nichtmitgliedern der Gewerkschaften augute famen, so war doch zweifellos, daß bei der Rahl von über dreizehntausend Tarifverträgen es noch sehr viel ungeregelte Arbeitsverhältnisse aab. weil der Stand der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter namentlich in der Heiminduſtrie und ähnlichen eine Wenn unter der Herrschaft Dr. Leys fast alle Arbeiter tarifliche Regelung nicht durchzusehen vermochte. Deutschlands durch die DAF erfaßt find, müßte man folglich annehmen, daß die Rahl der Tarifverträge wesentlich höher geworden wäre. Es ist aber das genaue Gegenteil eingetreten. Die Entwicklung von 13.000 Tarifverträgen auf nur 7000 Tarifordnun gen läßt nur den Schluß zu, daß sehr viele Spezial verträge aufgehoben worden sind, die die teilweise örtlich und gewerblich besonders gelagerten Möglichfeiten zur Besserstellung der Arbeiter heute ausschlie ken. Es ist also eine allgemeinere Angleichung der Lebensverhältnisse der Arbeiter erfolat, auf Stoften der Bewegungsfreiheit derjenigen Arbeiter, denen der Tofale Stand ihres Gewerbes erlaubt hätte, bessere Arbeitsbedingungen au erzielen. . Wir haben ähnlich die Ausgaben für Sch u una im lebten Berichtsjahr mit 15,8 Millionen oder 3,6 Prozent errechnet. Wenn man berücksichtigt. daß in diese Summe alle Ausgaben der Presseerzeugnisse der DAF fallen, fann man nur darüber staunen. daß sich mit dieser Anteilsumme zu brüsten versucht wird. Dagegen ist der Bauetat der DAF für 1938 mit 107 Millioner RM ausgewiefen, gleich 21,4 Prozent. Das ist eine gigantische Summe. Die annehmen lassen müßte, daß durch den Wohnungsbau DA eine sehr namhafte Rückvergütung der Beiin Form von Kleinsiedlungen den Mitgliedern der träge verschafft würde. Das ist jedoch ein Fehlschluk. Nur ein Bruchteil dieſer Summe wird für den tatfächlichen Wohnungsbau verwandt, während der Sauptteil in öffentlichen Bauten des Staates, so unter anderen 50 Millionen für die Volksautofabrik investiert wurde. Interessant ist auch die Angabe des Bankguthabens der DA, das nach dem bisher itiz aierten Beitragsaufkommen und den Ausgaben in Form von Rüd Ia a en für Unterſtübungsverpflichtungen der DA einen ungeheuren Stand aufweisen müßte. Da das gesamte Bankauthaben der DAN aber nur 450 Millionen RM beträgt, ist die Rüdlage für das lebte Berichtsjahr( mit dem obigen Prozent. Modus errechnet) nur ca. 113 Millionen oder 25 Sier genügt wieder der einfache Hinweis, daß jeder Gewerkschaftler weiß, wie hoch im Vergleich bazu der Rüdlagenanteil an den Beitragsaufkommen im normalen gewerkschaftlichen Leben ist, ganz abgesehen davon, daß der tatsächliche Stand der Rüd lagen infolge der fortschreitenden Geldentwertung in Deutschland noch wesentlich geringer ist. Stellt man die Ausgaben des letzten BeitragsDie neue Leitung der Brüxer Braunkohle 100 Reichsmart. Markmünzen jahres der DAF anteilmäßig zusammen, so ergibt| Man erhält für sich, daß sie für Unterstüßung. Schulung. Bauaus gaben und Rüdlagen insgesamt 68,4 Prozent der Beitragseinnahmen betragen, so daß für die Verwal tung ein Verbrauch von 81,6 Prozent oleich 142,2 Millionen nötig war. Das ist die beste Illustration Au der Behauptung Dr. Ley's. daß Verwaltungsausgaben keine Erhöhung im lebten Berichtsjahr erforbert hätten, wobei er die positive Angabe der Summe verschweigt. Rechnet man diesen Betrag auf die ans gegebene Rahl der Angestellten um, so ergibt sich, daß das Durchschnittseinkommen der DAF- Bonzen ca. 4000 RM im Jahre beträgt. einkommens der Arbeiter nach der sogenannten Demgegenüber ist die Darstellung des LohnSelbsteinschäßuna. aus der sich die Söhe des Beitra ges für die DAF ergibt, interessant. Nach Dr. Leh ist der Durchschnittsbeitrag von 1,24 Mt im Jahre 1988 auf 1,95 Mit im Jahre 1988 gestiegen( Steigerung 57,4 Prozent). Wollte man nun annehmen, daß der Lohn tatsächlich in derselben Höhe gestiegen wäre, so wäre das ein absoluter Fehlschuz. Nach den Anaaben des Statistischen Reichsamtes in der Zeitschrift Wirtschaft und Statistit" ist im Vergleich des Lohneinkommens vom September 1933 aum September 1987 eine nur 25prozentige Steigerung im Reichsdurchschnitt eingetreten. Daß diese Stei mindestens den gleichen Anteil ausgeglichen wurde. iſt gerung durch die Erhöhung der Lebensmittelpreise um unſchtver nachzuweisen. Dagegen hat sich die verdiente Cohnſumme vom Jahre 1938 bis 1938 um ca. 63% Prozent aeſteigert, was ausbrüdt, daß gegenüber dem Jahre 1983 eine höhere Rahl an Arbeitern beschäftigt und eine ungleich höhere Rahl Arbeitsstunden geleiſtet wird. Bei allen diesen Angaben muß vorausgesezt werden, daß es sich nicht um im Detail ausgewiefene Riffern der Du handelt, sondern um die summari fchen Angaben des Dr. Leh. Da genügend bekannt ist. daß die Bankguthaben nur in Reichsschabanweisun aen bestehen, und unter die Baukosten der DA auch die Summen der SDR- Schiffe fallen, die in Wirk lichkeit Silfsschiffe der Kriegsmarine darstellen, so fann ohne Uebertreibung behauptet werden, daß der größte Teil der den Arbeitern aleich vom Lohn abgezogenen Beiträge der DAF für Ausaaben des Reiches au Rüftungszweden neben den Gehältern der Bonaen verwendet wird und nur die geringe Summe von 18.4 Brozent für Unterſtübungen. einschließlich der KD- Vergünstigungen, und des geringen Anteils von 3.6 Prozent für Presseerzeugnisse etc. den Mitaliebox. dern zugute kommt. Frachtverkehr der Emission 1931 ihre Gültigkeit. Die Frachtbriefe für den inländischen und für den internationalen Frachtverkehr, die am 1. Oktober 1938 ihre Gültigkeit verlieren und von denen für den Frachtvertrag noch kein Gebrauch gemacht wurde, werden bei den Stempelverschleißämtern gegen neue Frachtbriefe umgetauscht werden. 100 rumänische Lei. 100 polnische Bloth 100 ungarische Bengö 100 Schweizer Franken 100 franzöfifche Francs 1 englisches Pfund 1 amerikanischer Dollar 100 italienische Lire 100 holländische Gulden 100 jugoslawische Dinare 100 Belgas. 100 dänische Kronen 100 schwedische Kronen Rumäniens Oelproduktion stark rückgängig @cite 7 Pæ Kč 468.695.17.60 553.50 578.50 666.80.45 143.29.134.40 1587.64.80 490.633.733. Die rumänische Delproduktion weist in den bisherigen Monaten des laufenden Jahres gegen über den vorhergehenden Jahren einen starken Stückgang auf. Nach dem Vericht der Erdölindustriellen für das erste Halbjahr 1938 ist im Vergleich zu demselben Zeitraum in den beiden vorhergehenden Jahren folgende Förderung an Rohöl zu verzeichnen( in 1000 Tonnen): Erstes Halbjahr 1938 1937 1986 Rohölförderung. 3380 3645 4352 Rohölverarbeitung 3027 3418 3957 Bohrleistung.. 162 208 165 Gegenüber dem ersten Halbjahr 1936 ist demnach die Rohölproduktion Rumäniens um 28.4 Prozent niedriger; die Rohölverarbeitung ist um 28.5 Prozent zurückgegangen. Etwa im gleichen Ausmaß ist auch die Ausbeute der Raffinerien rüda läufig. Die Ausfuhr von Petroleum ist sogar noch stärker gesunken. Betrug die Ausfuhr in den er sten fünf Monaten 1936 2,691,476 Tonnen, fo in der gleichen Zeit des laufenden Jahres mur 1,752.394 Tonnen; das ist also um rund 40 Prozent weniger. Der empfindliche Rückschlag in der rumänis schen Erdölindustrie ist zum Teil auf das Abnehmen der Ergiebigkeit der Erdölreserven zurückzuführen. Gleichzeitig ist aber auch ein Nachlassen der Ausbeutungstätigkeit der Erdölgesellschaften festzustellen. In keinem Weltteil haben sich die Völker so vermischt wie in Europa; in keinem haben sie so stark und oft ihre Wohnplätze und mit denAuf Grund der Petschef- Živnotransaktion Aber nicht nur nach dieser Richtuna hin ist der sind bei der Nordkohle schon vor einigen Tagen und Bericht Dr. Ley's intereſſant. Nach ihm nibt es heute jetzt auch bei der Brüger Braunkohle die Verwal 36.000 hauptamtliche..Mitarbeiter" der DAF, eine wirklich stattliche Zahl des früher so gehaßten Bon tungsräte neubesetzt worden. Bei der Brüger zenstandes. An Beiträgen beaiffert Dr. Leh Braunkohle sind aus dem Verwaltungsrat ausges die Jahreseinnahme für das leste Berichtsjahr mit schieden Dr. Bäcker, Jaques Duboin, Rodolphe Die früheren Stempelmarken werden umgeselben ihre Lebensart und Sitten verändert. In 450 Millionen RM( monatlich 87% Millionen). Wie d'Adler und Ing. Ludwig Wesely. Neu gewählt tauscht. Gemäß der Kundmachung des Finanami- vielen Ländern würde es jetzt den Einwohnern, wird nun diese ungeheure Summe im Interesse der wurden: Dr. Jaroslav Preiß, Antonin Tille und nisters vom 13. April 1988, S. d. G. u. Vda. zumal einzelnen Familien und Menschen, schwer Arbeiter verwandt? Da die Ausachen für Schulung Protop Cipera( alle drei Živnobank) sowie der Nr. 83, fönnen die früheren Stempelmarken der sein, zu sagen, welches Geschlechtes und Volkes und Unterstübung von 1988 bis 1988 nur in ihrer stellvertretende Verwaltungsratvorjizende der Gesamtzahl genannt werden und dazu nur einige emite en 3 in gebrauch mir bis am 20., to the sind, ob sie von Gothen, Mauren, Juden, Kar, Westböhmischen Saolin Dr. Rudolf Berger. Svezialausgaben des Jahres 1938. ist es nicht ganz leicht, sich in dieser Frage ein flares Bild zu verGebrauch genommen werden, mit thagern, Römern, ob sie von Gallen, Kymren, welchem Tage sie außer Verkehr gesezt werden. Burgunden, Franken, Normanen, Sachsen, SlaDie Verwendung dieser Stempelmarten zur Ent- ven, Finnen, Illyriern herstammen, und wie sich richtung von Gebühren, Steuern und Abgaben in der Reihe ihrer Vorfahren das Blut gemischt nach dem 30. September 1938 ist der Nichterfül hat. Durch hundert Ursachen hat sich im Verlung der geseßlichen Stempelpflicht gleichzuhalten folg der Jahrhunderte die alte Stammesbildung und zicht die in den gefeßlichen Gebührenvors mehrerer europäischer Nationen gemildert und schriften angeordneten nachteiligen Folgen nach verändert, ohne welche Verschmelzung der Allgemeingeist Europas schwerlich hätte erweckt werden mögen. schaffen. Wir haben deshalb den Durchschnittsbetrag Umtausch der Eisenbahnfrachtbriefe. Gemäß für Unterstübungen bro Jahr( 66 Millionen) durch der Kundmachung des Finanzministers vom 11. eine entsprechende Berechnung, die die 57vrozentiae Juli 1938, S. d. G. u. Vdg. Nr. 153, verlieren Beitragseinnahmenſteigerung von 1938 bis 1988 die bisherigen Frachtbriefe für den internationalen pro Mitglied berücksichtigt, mit dem Jahresbetrag des Frachtverkehr der Emission 1928 am 30. Septemlegten Berichtsjahres 82 Millionen RM für un ber 1938 ihre Gültigkeit mit Ausnahme der bister it is una en, aleich 18,4 Prozent errechnet. herigen Frachtbriefe für den tschechoslowakisch sich. Unverwendete und unbeschädigte, außer Verund dabei ganz unberücksichtigt gelaſſen, daß infolge sowjetischen direkten Frachtverkehr, welche einst- tehr gefeßte Stempelmarken werden bei den mit der Mehrbeschäftigung der Unterstübungsanteil ein geringerer geworden sein muß. Da ieder Gewerk- weilen auch nach dem erwähnten Tage in Geltung dem Verschleiße von Wertzeichen des Stempelge= schaftler weiß, daß der normale Anteil für Unter- bleiben. Mit demselben Tage verlieren gleichfalls fälles betrauten Aemtern gegen neue Stembel= stübungsausgaben vom Beitragsaufkommen ein rela- auch die früheren Frachtbriefe für den inländischen marken umgetauscht werden. Im schützenden Hafen Ein spanisches Kind in Dänemark Im Kopenhagener Socialdemokraten" be richtet Lehrer C. C. Kragh- Müller, seit November vergangenen Jahres pädagogischer Leiter eines der beiden Heime für spanische Flüchtlingslinder in Dänemark, über die Erfahrungen, die er während dieser Zeit mit einem der ihm anvertrauten Kinder gemacht hat. Wie sich unsere Leser über zeugen werden, verdienen sie auch unser besonderes Interesse. Stragh- Müller erzählt: sonders bemerkt: Hier sind ja teine Flieger und Geñorita sagt, ihr dort oben habt auch Ruhe vor ihnen." Diese Briefe von der Schwester sind des fleinen Spaniers größter Schap. Er versteckt sie in Schlaffaal unter dem Kopftissen und geht zu weilen hinauf, um sie wieder und wieder durchzuIefen oder auch nur, um sie zärtlich zu küssen. Wehe dem armen Menschen, der sich zu ihnen unerlaubten Zugang verschafft! Da schäumt in Manuel das südliche Temperament auf und ein zwar fairer, aber doch sehr scharfer Kampf be= ginnt, der erst beendet wird, wenn Manuel seine Kostbarkeiten wieder in der Hand hält. Dann aber wirft er sich für einen Augenblid aufs Bett und schluchat. Johann Gottfried Herder ( ,, Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit") meines Lebens. Nicht wegen der lederen Kuchen, die das Gerät Mensch und Tier bietet, überzeugt. mit denen wir bewirtet worden, sondern wegen der Auch Humor fehlt den Kindern keineswegs. Nach offensichtlichen Liebe, mit der wir von den däni- einem Fußballkampf, den die Spanier gegen gut schen Menschen behandelt wurden. Wir fahen manche Dinge, die es bei uns zu Hause nicht gibt, wo allerdings heute gefämpft wird, um die gleiche allgemeine Bufriedenheit schaffen au fönnen. Sier in Dänemart hat der Bauer feine eigenen Stühe, Schweine und Gerätschaften und wird nicht miß braucht und ausgesaugt von den Gutsbesibern wie in Spanien. Diese Bauern schiden ihre Milch in die genossenschaftliche Meierei, und von dort wird sie an die Verbraucher weitergeleitet. Die Tiere werden in die kooperativen Schlachthäuser gebracht, und wenn der Bauer eins für sich behalten will, so fann er das auch tun. Sogar Eier werden erit von einer Sammelstelle aus an die Kunden verfauft. Sind welche von ihnen schlecht, so schickt man sie, da sie mit besonderen Marken versehen sind, an den Hühnersüchter zurüd. spielende dänische Kinder verloren hatten, seßte ich mit meinem gebrochenen Spanisch ziemlich lange auseinander, weshalb die Partie so ausfallen mußte. Am nächsten Tage konnte ich folgende Zusammenfassung meiner Ausführungen lesen: Señor M. besprach die Gründe, weswegen vir gestern verloren. Der wesentlichste war, daß die anderen gewonnen hatten." Wir saben auch ein sehr großes. schönes und altes Schloß, wo einst nur die Mitglieder des Königshauses hingehen durften, jetzt aber auch der ärmste Mann im Staat sich all die schönen Säle bewundern fann. Buletzt besuchten wir ein ArbeitsTosenlager, wo junge Männer im Alter von 18 bis 22 Jahren, anstatt auf den Straßen müßigaus gehen, alles mögliche lernen. Dort bekamen wir Schokolade und Kuchen, und durften auf ihrem Blak Fußball spielen. Am Abend gaben sie sogar eine Theatervorstellung für uns. Bei der Behandlung der spanischen Flüchts linge muß man besonders darauf bedacht sein, ihren Tatendrang zu entfalten. Anerkennung zu zollen und ihren Hunger nach Liebe zu stillen. Ihr Sinn für Rücksicht und Fürsorge gegenüber den Kameraden ist hervorragend entwickelt, an Gehorsam gebricht es ihnen jedoch, wenn sie nicht das Sinnvolle und Gerechte der Anordnung einschen. Fordert man ein Kind auf, ein Stüd Papier, das es nicht selbst weggeworfen hat, aufzuheben, so bekommt man etwa folgende Antwort: Einem Augenblick, Señor, ich werde fra= gen, wer das Papier dort hingeworfen hat oder den, der für die Sauberkeit auf dem Hofe zu for= gen hat, holen." Eine Bemerkung, dies Papier sei der Schönheit des Hofes abträglich, führt da= gegen meistens zu der prompten Erfüllung des Verlangens. Er ist zwölf Jahre alt und heißt Manuel. Vor anderthalb Jahren lebte er noch mit seinen Man könnte glauben, Manuels Schicksal Eltern und einer kleinen Schwester in der nordspanischen Stadt Santander. Nun wohnt er, von habe aus dem schwergeprüften Stinde einen feeli ihnen getrennt, dafür aber in der Gemeinschaft schen Strüppel gemacht. Aber dem ist nicht so, von 70 anderen Kindern seiner Heimat in einem denn er ist ja kein Erwachsener, der wahrscheinlich großen roten Hause in der Nähe von Kopenhagen. darüber verrückt geworden wäre. Wenn die Kin= Von seinen Eltern weiß er nichts, vermutlich wei- der auch dann und wann die spanischen Lieder len sie nicht mehr unter den Lebenden. Seine fingen, mit welchen ihre Väter und Brüder in leine Schwester jedoch hat zusammen mit 800 den Stampf gezogen waren, Hefte und Bücher mit leinen Spanierinnen Unterkunft in einer leer- Flugzeugen und Bomben bemalen und immer stehenden Fabrik in der Pariser Umgebung ge- neue Schimpfworte für den verhaßten Feind erfunden. Sein Vater war Fabritarbeiter; das sinnen( wie die dänischen Kinder zur Kriegszeit letzte Mal sah ihn Manuel, als er in einer Gruppe einmal schwedische Teufel" und ein andermal ben Familienvätern singend an die Front abmar- deutsche Hunde" sagten), so drängen sich doch schierte. An die letzten Stunden, die er mit seiner blißschnell die heiteren Gedanken vor, die ihnen Mutter verbracht hat, erinnert er sich kaum noch. das Gastland suggeriert. Manuel äußert sogar Eines Tages warfen Flieger über einer Gaffe die höchstens mit der Spärlichkeit der Nachrichten Bomben ab, wo sie gerade mit der kleinen Schive- aus dem Kriegsüberzogenen Lande zu begründende ſter auf der Suche nach einem Stück Brot für ihn Seffnung, er werde in nicht allzu ferner Beit mit dige Vergleichen mit den heimischen Verhältnissen gangsstiegen und pust mir meine Schuhe mit war. Manuel ist allein zu Hause. Bomben, Brand, allen seinen Lieben in der Heimat Wiedersehen findet man bei all den kleinen Spaniern. Manuel einem Liebe auf den Lippen, das mit den WorGas... Manuel ſicht weber Mutter noch Schwe- feiern. Nachts freilich ſetzt er sich manchmal im bemerkt in ſeinem Bericht von einer Kleinstadt- ten beginnt: Quien quire ir con migo al rio ſter wieder, er wird mitgenommen von Fliehen- Schlaf oder auch Halbschlaf auf, streckt die Hände besichtigung:„ Es muß einen großen Reichtum para banar( Wer will mit mir zum Flusse gehen den.- Jeßt läuft er- dank der wunderlichen wild von sich und schreit voller Entsezen: Flie- für eine Kleinstadt wie Fage sein, eine Stätte au und baden?)." Inlängst, als er zum erstenmal befizen, wo alt und jung umsonst bei der eben diese Arbeit verrichtete, steckte ich in den einen Elastizität der Kinderseele und spielt Fußball ger, Flieger!" Der Tag hingegen gehört fast ausschließlich falls kostenlosen Entleihung guter Bücher beraten Schub ein Fünföre- Stüd als Belohnung. Und bor dem roten Haus bei Kopenhagen. Und er lächelt, denn gestern hat er von seiner Schwester den vielen Eindrücken auf Wanderungen und werden." Einer seiner Stameraden erklärt, er habe was tat Manuel? Er kam herauf und lieferte die einen Brief erhalten, worin sie in der unmittel- Besichtigungen. Hier eine Probe aus seinem bisher die elektrische Melkmaschine für Tier- Münze mit dem Bemerken ab, daß er mein quälerei gehalten, nach eingehender Untersuchung Freund sei und nicht mein Diener. Ist es baren Sprache der Zehnjährigen erzählt, wie Schulheft: Der Ausflug, zu welchem wir gestern ein- des ganzen Vorganges und das Stecken eines verwunderlich, daß ich zugleich beschämt und beglücklich sie bei dem guten Effen, der reinen leidung und den vielen Spielkameraden ist, und beDann fuhren wir in unser eigenes Lager zurüd, wobei wir aus Herzenslust alle unsere lies ben spanischen Lieder fangen." Der sprichwörtliche Stolz der spanischen Nation zeigt sich allenthalben. Da ich diese Zeis Die scharfe Beobachtungsgabe und das stän- ler schreibe, sist Manuel unten auf den Eingelabur Ausflug ang ber fönsten Erlebnijje Fingers in ein Saugrohr sich von der Wohltat, glüdt über diese Borte B. Brith N Prager Zeitung Die Zahl der unachtsamen Chauffeure steigt. In Prag find an einem Tape vier Kinder über fahren worden. Der Chauffeur G. Bernard aus I una buna la u überfuhr in der StráTovská in Lieben die fünfiährige Helene Weiß, der Mechanifer M. Ne vor al überfuhr den fünfjähri gen Janác Dvořák aus Bizfov, in Košir erfaßte ein Auto die fünfjährige Henriette Racovitá, und ein ebenfalls nicht sichergestellter Motorfahrer verlegte in 28 rfchowitz die vierjährige Hedwig Mate š. Alle Kinder sind leicht verlegt. Fabrikbrand. Gestern um 3 Uhr früh brach in den Lagerräumen der Firma Paulus u. Co., in Mich I e, Karlova 77, ein Brand aus. Die Feuer wehr fonnie in furzer Zeit das Feuer löschen. Die Ursache des Brandes ist unbekannt. Der Schaden ist beträchtlich, aber durch Versicherung gededt. Gerichtssaal Der Herr Fabrikant hält den Vertrag nicht ein Der Metallarbeiterverband schloß am 20. September 1937 einen Kollettiv- Vertrag mit der Firma Marfus Bergoffen. Beleuchtungskörperfabrik in Wys sotschan. Diese Firma nahm in ihre Dienste am 26. Jänner 1988 ein Mitglied des Metallarbeiterverbandes, den Schleifer Otto L. Sie vereinbarte mit ihm einen Stundenlohn von 5 Kč, obwohl er Taut Stollektivvertrag 6 Kč bekommen sollte. Otto L. war bei der Firma bis zum 21. Mai beschäftigt, dann wurde er zur Militärübung einberufen und fam am 16. Juni wieder zurüd. Er befam aber keine Arbeit mehr. " Sozialdemokrat" Hoffnung, der Chef werde ihn dann fristlos ents laffen. Der Chef bestreitet aber, daß ihm Soffmann gekündigt hätte, und daß er überhaupt erwähnt hätte, daß er den Poften verlassen möchte. Nur mit den Schindeleien ist es richtig. Der Oberkellner gab in der Küche gefälschte Blods ab und verursachte auf diese Art dem Eigentümer einen Schaden von 40.000 bis 50.000 Kč. Diese falschen Blocks sind bei ihm auch gefunden worden. Dem Hoffmann half es nichts, daß auch seine Geliebte für ihn aussagte, er sei nie verschwenderisch gewesen, sein einziges Vergnügen sei einmal in der Woche eine Kinounterhaltung gewesen. Seine Schuld wurde unzweifelhaft festgestellt und das Ges richt berurteilte Hoffmann auf fünf Monate unbedingt. mg. Genossinnen, Achtung! Wir ersuchen alle jene Genoffinnen, die sich für Fürsorgearbeiten zur Verfügung stellen wollen, heute, Freitag, nachmittags von 16 bis 18 Uhr im Parteiheim zur Diensteinteilung einzufinden. Für das Bezirksfrauenkomitee: Gift Pa u 1. Kunst und Wissen Der Metallarbeiterverband verklagte nun die Firma beim Arbeitsgericht auf den Unterschied des Lohnes für 524 Stunden zu Kč 1.-; d. i. 524 Kč und 386 Kč für die Wochenfündigungsfrist, die nicht eingehalten wurde, denn der Arbeiter sollte nach der Militärübung wieder aufgenommen werden. Das Arbeitsgericht verurteilte die Firma zur Bezahlung dieser Beträge, diese legte aber Widerspruch ein. Das Berufungsgericht unter Vorsiz des Gerichtsrates Dr. So a á k war sehr erstaunt, daß die Firma dem Kläger den fälligen Lohn während der Militärübung ist empört, die Familie nicht minder, aber schließlich nicht bezahlte. Außerdem ließ sich der Fabrikant vom Arbeiter Otto 2. eine Bestätigung ausfolgen, daß dieser nicht Witglied des Metallarbeis terverbandes fei, mit welchem ein Stollektivvertrag der Firma besteht. Die verklagte Firma zahlt auch in anderen Fällen niedrigere Löhne, als sie nach dem Stollektivvertrag zu zahlen verpflichtet ist. Die Berufung wurde verworfen, die Firma muß den verklagten Betrag samt Sosten dem Otto L. bezah Ten uns es wurde außerdem eine weitere Klage gegen sie eingereicht, denn der Besizer der Firma drohte den Arbeitern. daß er sie entlassen werde. wenn sie weiter Mitglieder der Gewerkschaftsorganisation bleiben werden. mg. Ein Kellner wollte reich werden Vor dem Straffenat des OGR. Dr. Hruška stand gestern der 25jährige Oberfellner Franz offmann, der sich auf sehr merkwürdige Weise vericidigte. Hoffmann war in einem Staffeehaus auf der Letná beschäftigt, er sagt, es habe ihm dort nicht gefallen und deshalb habe er gekündigt. Der Chef wollte ihn aber nicht missen und ließ ihn nicht fort. Er versuchte also auf die Weise loszulommen, daß er fleine Schwindeleien beging in der Spritzfahrt nach Jugoslawien Der kleine Dampfer, der mittags von Budas pest abfuhr, hat uns gegen Mitternacht nach Mohacs gebracht, dem berühmten Schlachtenort, dessen Nennung jedem mitteleuropäischen oder Freitag, 16. September 1938. Nr. 218 verständlich, daß Serr Dude als pflichtgetreuer| ten T. G. Masaryk und bezeichnete es als shm Museumswanderer eine originelle sympathische Gebolisch. daß die Nation gerade im gegenwärtigen ftalt ist. Frau Warnholt hat als Schwägerin Zeitpunkte auf so hervorragende Weise ihre Eins Grazias nicht viel Anlaß. hervorzutreten, ist ein heit und die Entschlossenheit bekundet, die Integria Huges, ein bißchen boshaftes Weibchen, und Frau tät und die Freiheit der Republik zu verteidigen. Stein eine gutmütige, verängstigte Gattin des bolternden Generals. Stück und Spieler bekamen viel -fbBeifall. Spielplan des Deutschen Theaters. Freitag 20 Uhr: Banditen". Samstag 19.30 Uhr: Die Kameliendame"( A1). Sonntag 19.30: Louise Miller". Oper von Verdi. Erstaufführung( B1) Spielplan der Kleinen Bühne. Freitag 20: Dreißig Sekunden Liebe". Sams tag 20: ,, otel Sylvia Dunn". Sonn tag 19.30: ,, omödie der Irrungen". 3732 221 Für eine Frau ist es angenehm, wenn sie bewundert wird. Sie kann es durch verschiedene Mittel erzielen. Eines von den sichersten ist die Kleidung. Sier bietet ihr der angeborene weibliche Sinn für Eleganz und Mode die Gelegenheit dazu. Die Frau versteht es, ein solches Kleid zu wählen, welches ihr paßt. Ein solches Kleid sehen Sie auf der Abbildung, es ist aus Jersey, welches in allen Modefarben ge= tragen wird. Der Sattel und die Aermel haben eine grüne Verzierung. Grüne Knöpfe und brauner Samischgürtel. Dieses Modell kostet Kč 159.-. Gezeichnet nach Modell Nehera. ,, 30 Sekunden Liebe". Lustspiel von Aldo de Benedetti.( Sleine Bühne, Erstaufführung.) Grazia, die Frau des jungen Zahnarztes Tullio Siriani, hat heimlich Autofahren gelernt, wurde von ihrer Schwägerin mit dem Autolehrer im Wagen gesehen, deshalb vor versammelter Familie heimlicher Zusammenfünfte mit Männern besichtigt, will sofort beweisen, daß sie tatsächlich gelernt hat, einen Wagen zu lenfen, überfährt einen jungen Mann, der auf dem Trottoir stand, um fie von ferne anzuschmachten, ihr Mann foll 150.000 Lire Schadenersab zahlen, aber der verliebte Ueberfahrene will auf alles verzichten für einen 30 Sekunden währenden Kuß. Frau Grazia sind, troß aller Empörung über das ungeheuerliche Anfinnen, alle familienangehörigen doch der Meinung. daß man dieses..Geschäft" sehr wohl machen önnte. Frau Grazia, noch immer entrüftet, nun auch über die Familie, will den Kuß in Gegenwart aller. ärgert fid), weil der junge Mann scheinbar gleich gültig darauf eingeht, treibt die Verwandten aus dem Bimmer und wird nicht gefüßt. Die Verzicht erflärung aber unterschreibt der junge Mann. Nun erst, wütend über dieses Verschmähen, hebt sie den Gatten aegen ihn aber als der junge Mann allein zurüdfommt, ia, da wird der Kuk. diesmal ganz ungeschäftlich. doch gefüßt. Dieses ganze nicht schr erhebliche, aber unterhaltende Geschehen nimmt einen raschen Verlauf und gefällt den Zuschauern ungemein. Er na Zerrel erlebt alle Stadien der Empörung. Jodt zur Verständigung. ist wieder empört, ist immer sprüh- lebendig, bebt vor Entrüftung über den Verzicht und ist hingebungsvolle Liebende in den doch erlebten 30 Sekunden. Boltern der Krafmeier, so wie man sich einen rauben General vorstellt, ist Herr Volter, wendiger. öliger Advokat Serr Co it a. den jungen Mann spielt zurüdhaltend. bescheiden launig Herr Sauroby. den Gatten Der Vorsigende des Verbandes der DTJC, AbGrazias als netten, harmlofen nur idiver in die geordneter Vaverta, gedachte in seiner GröffWolle au bringenden Mann Herr Winner. Selbst- nungsansprache des Todestages des ersten PräsidenSport- Spiel- Körperpflege Bereit zur Verteidigung der Freiheit und Demokratie Kundgebung des DTJ- Verbandes In Prag fand am Mittwoch, den 14. September, cine Sibung des Ausschusses der IV. Tschechoflowakischen Arbeiter- Olympiade statt, die für das Jahr 1940 in Prag geplant ist. nen) einen langweiligen, fast verschlafenen Ein- die Tische der Gassenrestaurants fällt, an denen druck, erinnert es an mährische Provinzstädte, be- sich Produktion wie Konsum, Zubereitung wie tont es seinen bürgerlich- westlerischen Charakter. Verbrauch der Speisen in gleicher Weise vor den Aber geh in den Abendstunden durch die breite, Augen der Deffentlichkeit vollzieht. schöne Hauptstraße! Aus dem Innern der Häuser hat sich das Leben auf die Straße verpflanzt und ist laut und ungebunden geworden. Da stehen an einer Ede vier Burschen( kleine Straßenfänger, Unter stürmischer Zustimmung erklärte hierauf Abg. Vaverka namens des DTJ- Verbandes, daß alle Mitglieder sich in Bereitschaft befinden und jeder zeit bereit sind, zur Verteidigung der Freis heit und der Demokratie der Tschechoslos wafischen Republik anzutreten. Die DTJ- Ange hörigen billigen das entschiedene Vorgehen der Res gierung gegen die umstürzlerischen Elemente und sie find entschlossen, diese Maßnahmen mit allen Kräf ten und unter allen Umständen zu unterſtüßen. Hierauf würde über die für die IV. Arbeis fer Olympiade bereits getroffenen Vorberei tungen verhandelt. Aus den Berichten ging hervor. daß troß der Schwere der Zeit und der Ungewißheit in allen Gliederungen der DTJ reges Leben herrscht und das Interesse für den vorbereiteten Kulturfeiertag der Arbeiterschaft die IV. Tschechoslowakische Arbeiter Olympiade ständig wächst. Fußball- Länderkampf Norwegen gegen Finnland. Im neuen Stadion in Helsinki fand anfangs September vor 7000 Zuschauern der Länderweit fampf AJF Norwegen gegen Tul Finnland statt. Die Norweger waren technisch überlegen und gewannen verdient mit 6: 3( 4: 2). Während der Bause fanden einige Teichtathletische Wettkämpfe statt, in denen Savolainen die 100 Meter in 10.6 und dic 200 Meter in 22.0 Sef. Tief, wohl zur Zeit die testen Leistungen in der SASI. Internationale Schwimmwettkämpfe fanden Ende August in Helsinsti statt. Dabei wurden einige beachtenswerte Resultate erreicht. Die 100 Meter Rüden gewann Pedersen( Norwegen) in 1: 21.0 Min. und über 100 Meter Freistil siegte Puranen ( Finnland) in 1: 10.4 Min. Urania- Kino Doppelprogramm! Bühnenschau: Betja Milstaja mit Eugen Hoffmann, Rolf Often, Leo Volé! „ Frl. Liselott", Lachfilm. Normale Preise! 6 Uhr ohne 49 Uhr mit Bühnenschau! VERLANGET UEBERALL VOLKS ZÜNDER SOLO A.S.I Urania- Kino, Klimentská 4. Fernsprecher 61623. Heute: Doppelprogramm bei normalen Breisen! Auf der Bühne: Betja Mitstaja, Eugen Soffmann, Rolf Often, Rap. Vole.. Dazu: Fräulein Liselott Lachfilm mit Magda Schneider, Günther Lübers, Datar Sima, Albert Lieven usw. J starkbesuchten Restaurants, sind bedeutend seltener als in Belgrad, vor den paar„ noblen" Kaffeehäufern sißen, wie in Brünn, Teplitz oder Reichenberg, die mehr oder weniger angestrichenen arischen und Ja wir fahren auch zum Kalimegdan nichtarischen Bourgoisfrauen und erledigen den hinauf, dem Part, in den die ehemalige, von Prinz obligaten häuslichen, geſellſchaftlichen und politi Eugen bezwungene Festung umgewandelt ist und schen Tratsch und die Geschäfte auffallend viele von welchem wir einen schönen weiten Ausblick Buchhandlungen! zeigen dieselben Auslagen wie bei uns. Mitten unter den Geschäftshäusern zumindest jedem tschechoslowakischen Gymnasiasten sondern wahrscheinlich Studenten), lassen sich auf Save- und Donaugelände haben; wir ergehen eine Kirche; ganz modern: hell, prunklos, völlig im geringsten beirren und stimmen ihren Kantus an. Ungern löst man sich aus der dahinflutenden Menge. uns unfehlbar die Jahreszahl 1526 auf die Lippen und beschauen das vornehme Villenviertel vor dem unmystisch. zaubern würde. Die Stadt selbst zeigt sich nicht hochgelegenen, für gewöhnliche Sterbliche nur teilunseren Blicken. Aber wenn man von LandungsNicht ohne stille Betrachtungen geht man an stelle und Bahnhof auf ihr Gesicht schließen darf, weise sichtbaren Königspalast. Den Bemühungen den zwei großen Denkmälern der unteren Stadt so stehen hier städtische Sauberkeit und geschicht- Viel betäubender wirkt natürlich die Lebhafs der jugoslawischen Architekten, zu einem eigenen vorüber: das eine stellt, hoch zu Roß, den Säbel liche Bedeutung in einem argen Mißverhältnis tigkeit Belgrad 3. Auge und Ohr werden in nationalen Bauſtil zu gelangen, versagen wir zückend, I ellačič dar, Feldzeugmeister, Bazueinander. Das Hauptmerkmal ist der auf allem gleicher Weise in Anspruch genommen. Das Ohr: nicht unsere Aufmerksamkeit und wir betrachten nus und sozusagen militärischer Nationalheros der Tagernde Kohlenstaub. Wir sind deshalb keines- ieder von den vielen Dahinhastenden, Dahin- mit dem gebührenden Respekt des großen Plasti- Kroaten( unseligen Angedenkens für die Wiener wegs unglücklich, als uns nach fieben Uhr ein schlendernden scheint auf einen sehr vernehmlichen fers Meštrovič Bildhauerarbeiten. Aber: am meis und die ungarische Freiheit von 1848-49), das " Bügle" über die ungarische Grenze bringt, und Gebrauch seines Sprechorgans erpicht zu sein. Die ster interessiert und bewegt uns doch jene höchst andere, tünstlerisch ungemein interessante, den laffen uns auch von dem vielzitierten„ extra Sun- Unzahl von oft trassen Gegensäben aber drängt lebendige Berührung zweier verschiedener Kultur- streitbaren Bischof Stroßma her. Theolog. gariam nultam vitam"( nur in Ungarn läßt sich's sich, nicht minder intensiv, dem Gesichtssinn freise. Politiker und Kulturorganisator großen Stils, sicherlich Teben), das freilich in einer längst entschivundenen auf: Morgen- und Abendland stoßen zusammen, - nicht ganz erreichtes ein Vorbild Ganz anders die zweitgrößte Stadt des Reis Zeit geprägt wurde, nicht weiter zurückhalten. die verschiedensten nationalen und religiösen Be- ches, das Kroatenzentrum 3a greb, das alte Hlinkas. Esseg ist die erste jugoslawische Stadt, die kenntnisse mischen sich durch einander, tiefftes Agram. Den Entwicklungsgang, den Belgrad in slawischer Städte. Serajevo, das wir links liegen Esseg, Belgrad, Agram drei Typen jugowir, wie Hermann Wendel sich gern ausdrückte, soziales Elend und überfeinerter Lurus müssen unseren Jahrzehnten zurücklegt, hatte Agram schon lassen mußten, vertritt wohl einen vierten Typus. ein wenig gründlicher„ beschnuppern" können. sich nebeneinander vertragen. Ein Bild: wir sind vor Beginn des Weltkrieges hinter sich. Wenn Ueber Sušak und Cilli geht die Fahrt Heimwärts. Durch Wendel, den guten Kenner und warmherer am Samstagabend- auf dem wenig haupt- Friedrich Hebbel die Stadt 1850 mit einem erſt Wir widmen auch ihnen eine Reihe von Stunden; zigen Freund der Jugoslawen, haben nicht wenige städtisch anmutenden Landungsplatz ausgestiegen halb angekleideten Menschen verglich, so hat der betriebsamen Handels- und Hasenstadt, noch Deutsche Land und Leute besser zu würdigen ge- und haben uns der start überfüllten, rasch dahin- Agram unterdessen längst vollständige und recht vor zwei Jahrzehnten kaum auf der Landkarte Ternt. Seit seine Bücher über den Ballan heraus- jagenden Elektrischen anvertraut. Menschenmassen sorgfältige Toilette gemacht. Dem Freunde des zu entdecken, heute stolze Nachbarin und Rivalin kamen, ist freilich wieder mehr als ein Jahrbut- steigen aus, andere fluten herein. Uns gegenüber Charakteristischen und Originellen wird natürlich des um seine Zukunft besorgten Fiume, und der zend verflossen und die Entwicklung um ein be aber fist ruhig die schmußstarrende, in ihrer zu die historisch denkwürdige Oberstadt mehr zu sagen alten römischen Siedelung mit ihren stillen Gasträchtliches Stüd fortgeschritten. Diese Entwid- fammengewürfelten Kleidung merkwürdig groteste haben als die fast zu geledte tiefer liegende Neu- sen und verschwiegenen Winkeln, aus denen sich Tung heißt: Europäiſierung. Sie schafft jene Ge- Gestalt eines alten, echt orientalischen Bettlers, stadt: Auf dem Markusplak z. B. endigte 1578 die Erinnerungen an die deutsche Zeit der gensätze, die jeder Balkanreise ihren eigenen Reiz der bedächtig die Münzen feiner Papierdüte zählt. ein Aufstand des leibeigenen kroatischen Landvolts Stadt kaum so bald verflüchtigen werden. Auch verleihen. Auch schon einer, die gar nicht weit nach Unterdessen saust die. Tram einmal durch stille mit der Verbrennung des Anführers Matija hier mancher wertvolle Eindruck. Aber das Bild, dem Osten vorstößt. Sleinstadtstraßen mit Reihen ebenerdiger Häuser, Gubec auf einem glühenden Eisenthrone. Die das wir in diesen Tagen von der Entwicklung des Wir verspüren das sogar in der ehemaligen dann vorbei an stattlichen Brachtbauten und dann untere Stadt" dagegen unterscheidet sich nicht sehr westjugoslawischen Städtewesens gewonnen haben, Sauptstadt von Slavonien. Bei Tag macht dieses wieder durch geräuschvolle Geschäftsviertel, in von anderen gleichgroßen mitteleuropäischen wird kaum durch wesentliche neue Züge bereichert. Esseg( oder Ossegg, wie es die Einheimischen nen- welchen der Blick durchs Fenster vor allem auf Städten: Die" Buffets", die kleinen, billigen, 2. Kohler. Bezugsbedingungen: Bei Austelluna inssaus oder bei Bezua durch die Boit monatlich Kč 17.- vierteljährig Kč 51.-, halbjährig Kč 102.-. aanzjährig Kč 204.Tarif billigit berechnet.- Nüdstellung von Wianuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarten- Die Beitungsfrantatur wurde von der Boft- u. Telegraphendirektion mit Erlas Nr. 13.800 VII/ 1930 Inserate werden la'n bewilligt( Kontrollpostamt Braba 25.- Druderei:..Orbis". Drud. Verlags- u. Beitungs- A.- G. Saa