Sozialdemokrat Sentralorgan ber Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme bes Montag täglich früh/ Einzelpreis 75 Heller Redaktion u. Berwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantw. Redakteur i. V.: Zdenko Neuwirth, Prag 18. Jahrgang Samstag, 17. September 1938 Abg. Jaksch im Rundfunk: Das Gebot der Stunde Nr. 219 Sudetendeutsche Partei aufgelöst Die zweite nationalsozialistische Bewegung im Sudetendeutschtum endet wie die erste Ernüchterung und Empörung über die Flucht der ,, Führer" Chamberlain berichtet dem König Prag. Auf Beschluß der Regie- und deren Führer vom Auslande aus zur Jr.| führerlos geworden, ist desorientiert. Henleins, nicht gewollt, wollen sie jest recht nicht! Nun rung wurde die Sudetendeutsche Par- rebenta aufruft. Ebenso selbstverständlich it Flucht wird mehe und mehr verurteilt, gerade sie erkennen, daß Henleins abenteuerliche und tei aufgelöst. Ebenso wurde gegen an das Verbot der FS, der Kampftruppe der Sdß. die gläubigsten Anhänger wurden durch fie am wider das eigene Wolf verbrecherische Politit fie dere umstürzlerische Organisationen Brager deutsche Sender jest sehr aftiv ist, daß tum" ist, vom Anslande her durch den Rundfuak die Ernüchterung ein. Sie kann noch, zum Wohle Mit Genugtung stellen wir fest, daß der schwersten erschüttert. Daß das nicht„ Führer- so nahe an das Unheil herangebracht hat, sett von den zuständigen Behörden bereits er jetzt sehr energisch der Lügenpropaganda des zum Kampfe aufzufordern, das ist eine Auf des Sudetendentschtums, politisch wirksaw, fie früher mit der Auflösung und anderen reichsdeutschen Rundfunks entgegenwirkt und faffung, die bereits ziemlich allgemein ist. Uebri- fann noch ein Friedensfaktoz werden, wenn die Maßnahmen vorgegangen, durch die wertvolle positive Arbeit leistet durch die Mah- gens hat der rasche Zusammenbruch des Auf- Abwendung von der Hochverrats- und Irreberen weitere Tätigkeit unmöglich ge- nungen zur Vernunft, zur Ruhe, zur Selbst- standsversuches sehr dentlich erwiesen, daß das denta- Politik positiv wird, wenn die Ernüch deren weitere Tätigkeit unmöglich ge- besinnung, welchem Zwecke am Freitag beson- Sudetendentſchtum nicht revolutionär iſt. Nicht terten sprechen! Würde vor aller Welt sichtbar, ders die Ansprachen des katholischen Politikers die Volksmasse hat sich erhoben, sondern eine sehr daß die Masse des sudetendeutschen Volkes Hen3af und des Paters Reichenberger und des fo- kleine Minderheit hat einen Butsch versucht, der leins Abenteurerpolitik ablehnt, daß sie die zialdemokratischen Parteivorsitzenden Abg. bald zusammengebrochen ist. Unklare Vorstel- Lösung ihres Volksproblems auf dem Boden des Jaksch dienten. Iungen von irgendeinem Kommen" Hitlers Staates anstrebt dann wäre das die einhaben wohl sehr viele Sudetendeutsche gehabt. dentigste Demonstration gegen jeden Interven Eine das Land verheerende Revolution, einen tionsversuch, die wirkungsvollste Tat für den Bürgerkrieg und gar einen Weltkrieg haben sie Frieden. ' macht wurde. Die Anhängerschaft der SdP ist durch die Desertion Henleins, feines Stellvertreters Frank und anderer Leute des„ Stabes" Henleins Das Geheimnis von Berchtesgaden Zweite Zusammenkunft in Godesberg noch nicht gelüftet Prag. Nichts, gar nichts weiß man bis jest über das Ergebnis der Anssprache des eng lischen Ministerpräsidenten mit Hitler. Alles, was darüber die englischen und französischen Blätter sagen, ist Annahme, Vermutung. Es ist wohl auch selbstverständlich, daß keiner ber wenigen Teilnehmer an dieser Zusammenkunft ausgeplaudert hat, was vertraulich behandelt werden mußte. Chamberlain selber hat in einer furzen Rundfunkansprache knapp nach seiner Heimkehr erklärt, die Aussprache sei offen, aber freundschaftlich gewesen und er sei darüber zufrieden ,,, daß jeder von uns jetzt weiß, was der andere denkt". Aus diesen Worten Chamberlains darf man schließen, daß zwar Hitler seine bekannte Auffassung vorgetragen, daß aber auch Chamberlain ihn über Englands Standpunkt London. Ministerpräsident Chamberlain teilung erfolgte, daß die Unterredungen unter- Ị Brinzips gestellt wurde. Falls Chamberlain cin unterrichtet hat. Wie Hitler aber diese Mit- fehrte Samstag nach London zurück. Vor der brochen wurden und daß eine neue Bufammen- zweitesmal mit Hitler zufammentrifft, wird es teilungen Chamberlains aufgenommen hat, Abreise sprach er einige englische Worte in das tunft beabsichtigt sei, bekundeten deutsche Kreise feine Aufgabe fein, ihm die Antwort auf diese das dürfte auch der Ministerpräsident nicht Mikrophon des Münchener Senders, mit welchen laut ihre Befriedigung. Jetzt zeigte sich aber, daß vorläufige Frage zu stellen. Man hält es für wissen. Besonders in französischen Blättern er für den freundlichen Empfang in Deutschland gerade diese Abkürzung der gestrigen Unterredung selbstverständlich, daß diese zweite Zusammenwird die Befürchtung laut, daß Hitler auch dankte. auf eine reichlich ernste Situation hinweist. In funft überflüffig wäre, wenn diese Antwort den Chamberlains Wunsch nach der Aussprache und Berlin und in Berchtesgaden hatte man vermutet, deutschen Standpunkt nicht entsprechen würde. den Besuch in Berchtesgaden als Schwäche und daß Chamberlain schon durch seinen Entschluß Diese Verzögerung beunruhige die deutschen poliNachgiebigkeit dentet, und daß die Radikalen zur Fahrt nach Deutschland andeuten wollte, daß tischen Kreise. Großbritannien bereit ist, die deutschen Forde. in Hitlers Umgebung ihn in dieser Auffassung rungen hinsichtlich der Sudetendeutschen im Brinbekräftigen. Ist Hitlers Meinung so, dann zip anzunehmen und daß nur noch über die Modürfte er aber auch noch immer an dem Glauben dalitäten gesprochen werden wird, unter denen die London. König Georg empfing Freitag festhalten. Troy Chamberlains Erklärungen, Selbstbestimmung und das Plebiszit durchgeführt um 21.30 Uhr den Ministerpräsidenten Chamberdaß im Ernstfalle Frankreich und England doch werden soll. Berlin und Berchtesgaden erwar- lain in besonderer Audienz. Samstag um 11 Uhr Deutschland gewähren lassen würden. teten also nicht, daß von Großbritannien auch das vormittags tritt der Ministerrat zusammen. Prinzip dieser Verfügung in Zweifel gezogen wird. Die rasche Abreise Chamberlains nach der Daladier und Bonnet einzigen Zusammenkunft mit Hitler beweist zur Genüge, daß schon zu Beginn des Gespräches entgegen den deutschen Erwartungen die Frage des Hat sich auch, so weit man ans der Haltung der deutschen Presse schließen darf, nichts an der Starrheit der deutschen Politik geändert, so fann man doch wenigstens daraus, daß es zu einer neuen Zusammenkunft zwischen" Chamberlain und Hitler kommen soll diesmal in Bad Godesberg am Rhein gewiß Hoffnun gen schöpfen. Wahrscheinlich wird der französische Ministerpräsident Daladier am Samstag in Begleitung des französischen Außenministers nach London kommen, um mit den englischen London. Es wird gemeldet, daß die nächste Zusammenkunft des britischen MinisterPräsidenten Chamberlain mit Reichskanzler Hit ler keineswegs in Berlin, wie ursprünglich angenommen wurde, sondern im Städtchen Godesberg bei Köln a. Rh. stattfinden soll. Paris. Der Berliner Havasberichterstatter meldet: Die Zusammenkunft Chamberlains mit Hitler hat, wie es scheint, weder die eine noch die andere Seite befriedigt. Gewiß ist, daß Deutschland auf weitere Unterredungen vorbereitet war, und zwar für Freitag und vielleicht auch Sametag, denn für die nach Berchtesgaden gekommenen Journalisten wurden in fieberhafter Eile gestern abends Fernsprechzellen errichtet. Als die MitPlebiszit undiskutabel Eindeutige Erklärung Minister Bechyněs König G Chamberlain beim König nach London Paris. An informierten Stellen werden die Nachrichten bestätigt, daß sich der französische Ministerpräsident Daladier und Außenminister Bonnet wahrscheinlich Samstag nach London begeben, um dort mit dem britischen Ministerpräsi= benten Chamberlain nach dessen Nückkehr aus Berchtesgaden eine Aussprache zu pflegen. Inzwischen wird sich der britische Premierminister mit feiner Regierung beraten. Auf der Londoner Konführenden Staatsmännern zu beraten. Auch Brünn. Der Stellvertreter des Vorsißenden in der Angelegenheit gar keine Lösung herbeifüh- ferenz der franzöfifchen und der britischen Minidas gilt als wahrscheinlich, daß Daladier an der Regierung, Eisenbahnminister Rudolf Bechyně, ren, denn mindeſtens eine Million Deutscher ſter, die Neville Chamberlain über feine Unterder Besprechung in Godesberg teilnehmen wird. empfing Freitag einen Redakteur der Brünner würde aus dem Plebiszitgebiete ins Innere des redung mit dem Reichskanzler Hitler informieren Wie schon so oft, taucht auch diesmal die Kom-" Lidové Noviny", welcher dem Miniſter die Frage Landes flüchten- und so würde eine neue deutsche wird, werden dann die Vertreter der franzöfifchen bination einer Viermächtekonferenz auf. Sie vorlegte, was er über die Nachrichten halte, die Minderheit bei uns entſtehen, welche ein neuer und der britischen Regierung zu der Meinung und am gestrigen Donnerstag in Prag verbreitet wor- Vorwand wäre für eine neuerliche fudetendeutsche den Forderungen Hitlers Stellung nehmen. Bis hat wenig Wahrscheinlichkeit für sich. den sind, und welche das Gerücht zum Gegenstande Frage und damit gleichzeitig auch ein neuer Bor- zum vollständigen Abschluß der Berchtesgadener Während die englische und französische nahmen, daß ein Plebiszit im gemischtsprachigen wand für einen neuen Druck auf die Tschechoslo- Besprechungen wird an amtlichen Stellen ein zuDiplomatie mit Hochbruck arbeiten, während sich Gebiete Böhmens verhandelt werden soll. watische Republit bis zu deren vollständigen Ber- rückhaltender Standpunkt zu den Nachrichten und mintims. Cagen Sie Ihren Lefern, Sie mögen Bermutungen eingenommen werder die hoffende und bangende Erwartung aller Friedensfreunde bereits der Zusammenkunft in Minifter Bechyně äußerte sich dahin, daß ein ihre Nuhe bewahren. In diesem Staate wird es Berchtesgaden zuwendet, nehmen auch die Blebiszit den allerkürzesten Weg zum Kriege dar- lein Blebiszit geben und keine internationale Boli. Quiese Gerüchte? innerpolitischen Ereignisse einen dramatischea stelle. In der Tschechoslowakischen Republit fin- sei. Wir haben felbst die Ordnung bei und er. Berlauf. Das wichtigste, aber nicht mehr über- det sich nämlich keine Regierung, die ein Plebiszit neuert und wir tönnen fie auch felbft aufrechterakzeptieren würde. Und wenn sich eine derartige halten. Wir werden den Beweis erbringen, daß raschend wirkente, sondern als Selbstverständ- Regierung bennoch finden follte, so würde fie bin- wir unser Programm durchführen können, daß auf lichkeit betrachtete Ereignis ist der Regierungs- nen einer einzigen Stunde gestürzt werden, ge- die vollkommene Gleichberechtigung aller Natia beschluß, die Tätigkeit der SDP einzustellen. stürzt von der erbitterten Nation, welche lieber den nen in der Republik abzielt. Ich bitte die Deffent. Kein Staat der Welt kann eine Partei bestehen Tod wählt, als eine Verkrüppelung ihres Vater- lichkeit, volles Vertrauen zur Regierung und zur laffen, die einen Aufstandsversuch unternommen landes. Uebrigens würde auch ein folches Plebiszit Armee zu haben." 1 München. Zu den im Ausland neuerdings aufgetauchten Gerüchten, wonach eine Proflamation des Reichskanzlers bevorstehe, wird in Berliner unterrichteten Kreisen erklärt, daß derartige falfche Gerüchte nicht dadurch wahrer würSen, daß man sie wiederhole. Eine Proklamation des Reichskanzlers steht nicht bevor. Ceite 2 Samstag, 17. September 1938 Labour Party lehnt Plebiszit ab Henlein verachtet Fahnenflüchtige Wortbruch und Feigheit eines ,, Führers" London. Der Exekutivausschuß der Labour Party trat Freitag in London zu einer Sigung zusammen und beriet über die interWährend wir diese Zeilen schreiben, bringt nationale Situation. Es wurde der Beschluß ge= faßt, um eine Audienz beim Ministerpräsidenten der deutsche Rundfunk ein Geſpräch mit einem Chamberlain nachzusuchen und zu dieser eine aus angeblichen fudetendeutschen Emigranten, der sich Herbert Morisson, Hugo Dalton und Sir Walter bitter beklagt über den Terror, den die tschechi Citrine zufammengefekte Delegation zu entfen schen Grenzler in Graslih angeblich schon den. Diese Delegation ist beauftragt, Chamber- jahrelang ausgeübt haben. Zu dieser Propaganda und zur Beschimpfung. lain zu erklären, daß die Arbeiterpartei, was auch immer in Berchtesgaben diskutiert wurde, fest des tschechischen Volkes, die Stunde um Stunde im hinter der Integrität und Unabhängigkeit der deutschen Rundfunk im Namen des Deserteurs Tschechoslowakei steht und in keinem Falle ein Konrad Henlein erfolgt, gibt es eine eindringliche Plebiszit als Löfung des sudetendeutschen Pro- Illustration: eine Aeußerung, die Konrad Henlein vor nunmehr vier Jahren über das Zusammenblems unterstützen wird. leben von Tschechen und Deutschen und über den moralischen Unwert politischer Deserteure tat. Es handelt sich um ein Interview, das Henlein am 6. Oftober 1934 dem„ Večer"-Redakteur Trpák gab. In diesem Interview sagte Henlein u. a.: Niagara Falls. Der Kongreß der ta na d is schen Arbeiterpartei hat eine Entschließung angenommen, in welcher die Einberufung des Parlaments gefordert wird, das über den Standpunkt ,, Die Oeffentlichkeit hat von mir und meiner im Falle eines Krieges entscheiden soll. In der Partei eine sehr falsche Anschauung. Ich wundere Entschließung wird die kanadische Regierung auf mich nicht. Was alles wurde über mich geschrieben, gefordert, gegen die Schredensherrschaft der Dil- fei es von der einen oder von der anderen Seite. tatoren mit den Demokratien zusa... menzu arbeiten. USA- Maßnahmen im Falle eines Krieges Washington. Präsident Roosevelt hatte Freitag eine wichtige Unterredung mit Staatssekretär Hull und Finanzminister Morgenthau. Der Sprecher des Weißen Hauſes erklärte, daß diese Beratung den Maßnahmen gegolten hat, die die Vereinigten Staaten im Falle eines europäiſchen Konfliktes in finanzieller und wirtschaft licher Hinsicht, aber keineswegs militärischer Art ergreifen würden. Der Präsident hat alle Verpflichtungen, die ein Verlassen Washingtons erfordern würden, abgesagt, so auch die beabsichtigte Reise nach Bougteepsie, wo er Samstag sprechen sollte. Wie Hitler mit Minderheiten umgeht heute nicht mehr seiner damaligen Worte erinnert, erinnert sich doch das VoI an fie. Und es meint, daß es gut ist, zu diesen Worten zu stehen: Defertenre von der Art Konrad Henleins find für das Volk erledigt. Und damals hat Henlein auch dem tschechis schen Volte hohes Lob ausgesprochen und den nationalen Frieden propagiert. In eben diesem Interview sagte er: Nr. 219 Bersonen, deren Bewaffnung ausnahmsweise vom Ministerium für nationale Verteidigung zum Pwede der Hilfeleistung bei der Landesverteidigung bewilligt wurde. Ausnahmen von diesen Verfügungen bewilligk die Landesbehörde in besonders rücksichtswürdigen Fällen, insbesondere wie dies die Sicherheit der Pers fon ober des Eigentums unumgänglich erfordert, für Einzelne, für einen bestimmten Pers fonentreis oder einzelne Teile der Verival tungsbezirle, ferner für Gewerbetreibende, die zur Erzeugung oder zum Verkaufe von Waffen befugt sind, und für Eigentümer von privaten Waffensammlungen, und insoweit es sich um Explosivstoffe handelt, hauptsächlich für den unumgänglichen Bes darf beim Betriebe des Unternehmens oder Gewer tes. Solche Ausnahmen können jederzeit aufge. Diese Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Wer immer die Loyalität gegenüber hoben werden. dem Staat außer acht läßt, oder wenn es sich zeigt, daß er Verbindung mit irgendeiner au 8 Iän- Berlautbarung in Kraft. bifchen Organisation hat, die sich gegen diesen Staat richtet, wird er rücksichtslos mit vorbereiteter Berpadung zweds ordentlicher ALPA Franzbranntwein mildert Rheuma Aber was ich verkünde und sage, ist wahr! Niemals habe ich Listen und Ausflüchte gebraucht. Wenn ich ja fage, dann ja, wenn ich nein sage, bann ändere ich mich nicht... Es geht mir um das größte Problem, das die Zeit felt, unb es ist dies ein sehr ernſtes Problem um das endgültige ruhige Zusammenleben und ausgefchloffen. Ich beachte forgfätis die Zusammenarbeit der beiden Nationalitäten.. eure tschechischen jungen Leute, ich bewundere ihre Ich sage vollkommen klar und verantwortlich: Bildung, Begabung, ihren Mut, ich kenne ja sehr Ich hatte und habe nichts ge- gut die Eigenschaften unserer deutschen Jugend. mein mit dem Hitlerismus. Der Warum fich nicht nähern? Unsere Burschen kehren deutsche Nationalsozialismus endet für uns an aus dem Militärdienst zurück und find voll Begeiden Grenzen, wie dort die SHF endet. Wir sind sterung, was die Tschechen für gute Kameraden keine Fortsetzung der Krebs- Partei und es sei ein- sind, wie gerecht sich die tschechischen Offiziere zu mal ganz offen ausgesprochen, daß wir Krebs und ihnen benehmen. Sollte man dies nicht im bürgerdie ihm ähnlichen Führer, die de fer tieren, lichen Leben erzielen können? Wenn ich in fage, aus der Seele ver a chten. Wenn jemand vor dann ja, wenn ich nein fage, dann ändere der Verantwortung flicht, dann ist er für uns ich mich nicht." erledigt." Damals also hat Henlein über die Fahnen flüchtigen sehr hart geurteilt und offen ausgesprochen, daß die Deserteure für ihn und das sudeten deutsche Volk erledigt seien. Wenn schon er sich Die Uebergeber der Waffen werden aufmert. fam gemacht, daß die Abgabe der Waffen einzeln Einlagerung vorgenommen werden muß. Die abgelieferte Waffe muß der Abliefernde weiter mit einer an der Außenseite der Umhüllung befestigten( aufs geklebten) Adresse( genauer und leserlicher Name des Besizers und dessen Wohnort) versehen. Die angeordnete Abgabe bezieht sich selbstver fländlich auf Waffen aller Art, insbesondere auch auf die im§ 1 der Regierungsverordnung vom 19. Juni 1986, Nr. 157 S. b. G. u. V., angeführten Waffen. Personen, bei welchen nach Ablauf der in der Verordnung festgefeßten Frist Waffen, angeführt im §18 des Gesetzes zum Schuße der Republik vom 19. März 1928, Nr. 50 S. d. G. u. V., gefunden werden, werden in Haft genommen und wegen Verz Frechens bat. Vergehens nach dieser gesetzlichen BeStimmung verfolgt. Die Kundgebung bezieht sich auf folgend: Bezirke in Böhmen: Politischer Bezirk: Neu haus, Wittingau, Kaplis, Böhm.- Krumau, Pras catis, Schüttenhofen, Klattau, Taus, Bischofs temiz, Mies, Tachau, Gerichtsbezirks Pilsen des velitischen Bezirkes Pilsen, Polizeibezirk Tepl, Marienbad, Ludik, Podersam, Preßnitz, Kaaden, Caaz, Komotau, Brür, Bilin, Dur, TeplitSchönau, Aussig. Leitmerib, Tetschen, Schluf Heute sagt der tapfere deutsche Mann nein Jenau, Rumburg, Warnsdorf, Gerichtsbezirk Ma zu dem, zu dem er damals ia sagte. Er ist nicht netin des politischen Bezirkes Stralovice, politi nur ein Deserteur, sondern auch ein Wort- fdjer Bezirk Karlsbad, Elbogen, Eger, Asch, Fal brecher, der das tschechische Volt ebenso zu be- fenau a. Eger, Graslik, Neudef, St. Joachims trügen versuchte, wie er das deutsche betrogen hat. thal, Nová Pala, Königinhof a. E., Trautenau, Braunau, Nachod, Nové Město n. M., Rychnov n. Sn., Senftenberg, Landskron, Leitomischt, Po= 1: čka, Deutschbrod, Böhm.- Leipa, Dauba, Ge richtsbezirk Weißwasser und Bösig des politischen Vezirtes Münchengräß, politischer Bezirk Deutsch Cabel, Friedland i. B., Reichenberg, Gablonz a. N., Turnau, Semil, Starkenbach, Hohenelbe. Im Lande Mähren- Schlesien bezieht sich die wahrung zu übergeben. Die gleiche Pflicht haben Verordnung auf folgende Bezirke: Hohenstadt, die zur Erzeugung oder zum und Munition Belgrab.( Infa). Die jugoffatiſchen Zels Ablieferung Ablieferung von Waffen und Munition Alle Beſikergten treibenden affen Mähr.- Schönberg, Freiwaldau, Jägerndorf, Freu tungen melden, daß die Nazi- Behörden im Burgenland die kroatische Winderheit ihrer Rechte beraubt haben, die sie genoß: das Recht auf froatische Lehrer und Gebrauch de Kroatischen in Verordnung des Landespräsidenten für einige Bezirke der Schule als zweite Sprache. Die Nazi- Behör den zwingen die kroatischen Lehrer, um VersetBrag. Die Landespräsidenten von Böhmen zung an eine deutsche Schule nachzusuchen und be- und Mähren- Schlesien haben für einige Bezirke ſeßen die leere Stelle mit einem Lehrer, der des beider Länder eine Verordnung über das Berbot Kroatischen nicht mächtig ist. An anderen Orten und die Einstellung von Berechtigungen zum Bewird auf die Eltern ein Druck ausgeübt, damit sie iis von Waffen und zum Waffentragen und zum einen deutschen statt eines troatischen Lehrers für ihre Kinder verlangen. Die Stroaten im Burgen Beis von Munition und vom Beſik von Sprengmitteln erlassen. Diese Verordnungen enthalten Yand find um so empörier hierüber, als ihnen von felgende Bestimmungen: den führenden Nazi beim Einmarsch nach Oesterreich feierlich erklärt worden war, ihre nationalen Rechte und Privilegien würden geachtet werden. Tschechenverhaftungen in Wien Wien. Die Verhaftungen der Wiener Tiche then erfolgen, wie verlautet, im Zusammenhange mit den letzten Ereignissen in der Tschechoslowa fei, und zwar wegen des Verdachtes antideutscher Propagandatätigkeit. 12 Die neue Sintflut Roman von Noëlle Roger Aus dem Französischen übersetzt von Irma Rippel Der Gelehrte war verzweifelt. Nicht einmal auf die Dauer des Sprunges trennte er sich von seinen tostbaren Schriften und mit der Mappe unter dem Arm sprang er ohne Hilfe hinunter. Mar fing ihn auf in seinen starten Armen und septe ihn neben Frau Andelot. Diese sah ihn mit einem mitfühlenden Lächeln an. Ich habe einige Feuersteine in meine Tasche gestedt", raunte er ihr zu. Der Fischer und Mag ergriffen die Ruder und mit plumpen Schaukeln entfernte sich das schwer belastete Boot von der Nosenvilla. Das Meer brandete an den Felsen, dessen Kante es noch nicht erreicht hatte. Andere mit Frauen und Kindern vollbesetzten Boote folgtem in der gleichen Richtung. Man hörte fernes Weinen und flehende Rufe. Rasch, nur rasch!" wiederholte der Fischer. ..Es warten noch viele..." ,, Wer hat denn den Rettungsdienst organis fiert?" fragte Hubert plötzlich. Und als der alte Mann ihm verständnislos sein hageres Gesicht zuwandte, in welches seit dem gestrigen Tage die Anstrengung und das endlose Entseßen noch tiefere Furchen hineingepflügt hatten, fügte Subert hinzu: Ich meine, wer hat Sie denn zu uns ges schickt? Wer hat Sie beauftragt, die Sommergäste au retten?" Der Besitz und das Tragen von Waffen und Munition jeder Art und der Besitz von Explosivstoffer ist verboten; alle in dieser Richtung erteilten Befugnisse werden eingestellt und verlieren ihre Gültigkeit. denthal, Römerstadt, Mähr.- Trübau, Mähr. von Explosivstoffen sind verpflich den anzumelden, welche Mengen von Explosivstoffen Land Troppau, Hultſchin, Wagstadt, Mährischtet, in der angeführten Frist bei den Bezirköbehör- Sternberg, Bärn, Litovel, Olmüß- Stadt, Olmütze und welcher Art' fie haben und sich nähere Weisungen Oſtrau, Freistadt, Teschen, Mistel, Friedet, Neuhinsichtlich ihrer weiteren Einlagerung einzuholen. titschein, Mähr.- Weißtirchen, Göding, Nikoleburg, Bon den vorstehenden Bestimmungen, insoweit Auspitz, Znaim, Mähr.- Kromau, Brünn- Stadt, sie Waffen und Munition betreffen, sind folgende Brünn- Land, Mähr.- Budweis, Datschizz, Gerichtsausgenommen: bezirk Wischau und der politische Bezirk Iglau. Deffentliche Beamte und Bedienstete, die zum Waffentragen berechtigt find, jedoch nur hinsichtlich jener Waffen, die nach der Vorschrift zu ihrer AusFür die Staatsverteidigung. Der SpendenAlle Bejißer von Waffen und Munition find rüstung oder Amtsuniform gehören; ausweis zum 15. September weist eine Zunahme verpflichtet, diese innerhalb von 24 Stunden nach das den Dienst ausübende beeidete Forst. der effettiv eingezahlten Spenden um Kč Verlautbarung dieser Verordnung bei der Bezirks- Jagd- und Fischereiperſonal, sowie das Aufsichtsper( Staatspolizei-) Behörde oder im Orte, wo eine fonal, das den gleichen Dienst verſieht, ferner fonfti- 4,512.060.90 aus, wodurch sich der Gesamtstand folche Behörde nicht besteht, bei der Gendarmerie- ges öffentliches Wachpersonal, dem die Bezirks- der eingezahlten Spenden auf Kč 514,936.319.station, in deren Sprengel der Besizer der Waffe Staatspolizei-) Behörde den weiteren Befiz der erhöht hat. Die Zahl der Spender ist um 13.559 ( Munition) sich aufhält, gegen Bestätigung zur Ver- Dienstwaffen eigens bewilligt hat; Personen auf 254.271 Personen gestiegen. er nach der breiten, prozigen Front der Hotels, die sich, den Strand beherrschend, mit ihren Nebengebäuden, Garagen und gepflegten grünen Gärten aneinander reihten. Dann fuhr er mit verhaltener Stimme fort: ,, Sturz vor Sonnenaufgang ist der Ort versunten. Es war vorauszusehen. Darum haben wir in der Nacht die Frauen und Kinder fortgebracht. Für die höher gelegenen Villen war noch Zeit, nicht wahr. Und so tamen wir denn später hin. Dort, hinter der Landzunge sind andere mit ihren Booten an der Arbeit. Man kann doch die Menschen nicht einfach ersaufen lassen!" Und kräftig ruderte er weiter. „ Es gibt doch noch anständige Leute“, sagte Hubert leiſe. Sie gelangten an den Fuß der weißen, im Morgensonnenschein gleißenden Felsen. Es handelte sich nun darum in irgend einer Einbuchtung anzulegen. Da bot sich eine Kleine, von blühendem Heidekraut bedeckte Rinne, in die das brodelnde Waffer allerlei herrenloses Gut schwemmte. ,, Achtung!" kommandierte der Fischer. Und das Boot lief auf das nasse Farnkraut auf, mitten unter Radetts und Hutschachteln. Schon hatte Mag seine Braut emporgehoben und auf den Masen gestellt. Dann bolte er die bei ben Kleinen heraus, die laut jubelnd sofort wieder aum Waffer liefen, um die schönen Spielsachen herauszufischen. Indessen schickte der Fischer sich an, mit dem leeren Boot wieder hinauszurudern. ,, Vielen Dank, mein Bester, Sie haben uns das Leben gerettet", sagte Herr von Miramar und hielt ihm einige Geldscheine hin. Der Alte aber hatte seine Ruder wieder gepadt und schüttelte den Kopf. Nächstens", sagte er... Und viel Glüd auf ,, Ach," sagte der Alte und ein lautloses den Weg allerseits." Lachen erschütterte seine Büge. Die Rettung der Er blidte auf die Blondköpfe der beiden Sommergäste! Glauben Sie, daß sich die dort Kleinen, die frohlockend einen Krockethammer cben darum fümmern?" Und mit der Hand wies sawangen und seine Augen trübten sich leicht. ..Nächstens..." Das Boot zog wieder hin-, aus auf die stürmische See. Welch sonderbaren Klang bekam das Wort im Munde des Alten, der sich da aufs neue aufmachte, um anderen Menschen Hilfe zu bringen. ja ..Wir werden ihn nicht wiedersehen! Er wird ertrinken!" rief Yvonne mit Tränen in den Augen und so laut sie fonnte, schrie sie ihm nach: ,, Dant... vielen, vielen Dant..." ..Jch sollte mit ihm hinaus", flüsterte Mag. In ihm war ein Kampf zwischen jener Menschen pflicht, die der alte Seemann so selbstverständlich erfüllte und seinem Instinkt, der ihm befahl, diese Frauen und Kinder, diesen Greis... seine Familie in Sicherheit zu bringen. ..Oh May, verlaß uns nicht!" flehte Eva. Hubert riß sie mit sich fort. Von dem Bedürfnis getrieben, wieder andere Menschen zu schen und ihre eigene Not der allgemeinen Not anzuschließen, eilten sie zum nächsten Hotel. ..Um sieben Uhr fährt ein Bug. Bis dahin haben wir noch eine Stunde Zeit", sagte Hubert. ,, Vielleicht können wir ein wenig heißen Kaffee für Mama und die Kleinen bekommen." mütige Kleine Komtesse von Weck hockte zusam mengebrochen auf ihren Stoffern und schluchzie haltlos, weil feiner sie ihr zur Bahn tragen wollte. Nun tamen auch noch die Gäste aus den Villen und erhöhten die Verwirrung. Sie unter schieden sich von den anderen durch ihre hohlen Augen, die eine ganze, bange Nacht den Tod ges schaut hatten. Da tauchte der Portier plößlich in der Halle auf. Ein reich mit Ordensbändern geschmüdier Herr hielt ihn fest und seine gebieteriſche Stimme übertönte den Lärm: ..Halt, mein Lieber, sehen Sie denn nicht, daß ich zu Ihnen spreche? Sorgen Sie dafür, daß mein Gepäck zur Bahn gebracht wird." ..Ausgeschlossen, mein Herr! Der Autobus und die Wagen sind in der Nacht fortgefahren." ,, Dann besorgen Sie uns für das Zeug da einen Karren, irgendein Fuhriverk!" Und er deutete auf den Haufen großer und kleiner Koffer, Hutschachteln und Ledertaschen. Daneben fiand in seidenem Abendkleid und weißem Pelzumhang seine Frau, mit einem flatternden Schleier um den weißen Hut, und zählte fieberSchon am Hoteltor stießen sie mit toll hins haft die Gepäckstücke. und herlaufenden Badegästen zusammen. Männer„ Ich bin Abgeordneter," beharrte er, ich und Frauen in Reisemänteln rannten aufgeregt werde mich erkenntlich zeigen... Sie friegen durcheinander; ohne Unterlaß ging es treppauf, leinen Tabakladen... einen Orden... was Ihnen treppab. Bestürzte Gruppen drängten zueinander nur Freude macht." und stoben sofort wieder auseinander, fallenden" Rein", entgegnete der Mann, dem es ge= Vlättern gleich, die ein Windstoß zusammenweht lungen war, den Abgeordneten abzuschütteln. ,, id) und gleich wieder verstreut. Die einen schleppten gehe jest ins Hotel hier nebenan, mir meine Frau Koffer hinter sich her, schrien nach dem unsichts holen und pfeif Ihnen was auf Ihren Tabat taren Portier, und an allen Eden und Enden laden!" der Halle häufte sich Gepäck. Andere schimpften Er ließ ihn stehen, stieß sich mitten durch die auf den verantwortlichen Hoteldirektor, der ver- Leute hindurch einen Weg und weg war er. fchivunden war, gleich nachdem er sich sämtliche Rechnungen hatte begleichen lassen. " Idiot! Tölpel! Grobian!" schrie der Abgeordnete außer sich. Dann wandte er sich an seine Frau: Inmitten dieses Wirrwarrs, in diesem viel sprachigen Geschrei, Gefluche, Gejammer, beteten ,, Meine Liebe, wir werden die Dinge, an einige Frauen laut vor sich hin. Schrilles Ge- denen dir am meisten liegt, selbst tragen und zu flingel gellte aus allen Stockwerken, ohne daß Fuß gehen. Es läßt sich sonst nichts machen." jich auch nur ein einziger Sellner zeigte. Die hoch ( Fortsetzung folgt), Nr. 219 SamStag, 17. September 1938 Veit« S Das Gebot der Stunde Von V/enxel Jaksch Der Partelvirsitzeudi der DLAP, Abgerrdnrter Wenzel Jaksch, hielt gestern abends stier den Melniker Lender felgende Ansprache an die Tudetendrutschen: Deserteur Henlein di«täfle einmal vöMg Aar ausgesprochen werden, daß und Krebs und»die ihm ähnlichen Führer, welche desertieren, au» der Seele zuwider sind. Wenn jemand»ar der ver- ant Wartung flieht, ist er für uns erledigt. (Konrad Henlein am S. Oktober 1934.) So sieht, Sudetendeutsche, der Mann aus, ter sich als euer Führer bezeichnet hat, dem ihr zugejubelt hobt, der euer Herrgott war, desien Wort euch heilig gewesen ist. Vor fast genau vier Jahren hat er die Männer der damaligen nationalsozialistischen Partei, die Krebs und Jung, als Deserteure bezeichnet, die für ihn erledigt sind. Run ist er selbst Deserteur geworden, ist nach sei. nen eigenen Worten vor der Verantwortung geflohen und damit selbst erledigt. Welch furchtbare Enttäuschung hat er denen bereitet, die an ihm geglaubt haben! Sie sahen in ihm den Einiger des Volkes, ihren Mann, der ihnen von Gott gesandt war, daS Recht zu erkämpfen, dem deutschen Bolt die Gleichberechtigung zu erstreiten. Als aber der Augenblick der Gefahr gekommen war, wo eS galt, Mut und Standhaftigkeit zu beweisen, als der Augenblick da war, wo es galt, Führer zu fein, hat sich Herr Henlein davongemacht und ist nach München in die Emigration gegangen. Es scheint ein Gesetz der sudetendeutschen Politik zu sein, daß die nationalistischen Führer davonlaufen, wenn daS Voll in Gefahr ist. Man kann heute schon aufstcllen eine Ehrentafel der geflüchteten BolkSführerr 1918 Wolf, Hummer und Teufel 1923 Baeran 1933 Krebst und Jung 1938 Henlein und Frank In zwanzig Jahren hat sich saft dieselbe Generation viermal entsetzlich täuschen lassen, ist sie viermal nicht Volksführern, sondern VolkS- verführern erlegen. Ist eS nicht, so muß sich jede:; emst denkende Sudetendeutsche fragen, wirklich Zeit, nach diesen vier Enttäuschungen zur Ernüchterung zu kommen, ist eS nicht Zelt, das Volk zur Erkenntnis der Wirklichkeit zu erziehen,«st fähig z» machen, die nationalistischen Phrasen zu durchschauen, mit denen eS immer wieder betört wird? Wo bleibt die mannschaftliche Erziehung des Mannes, der jahrelang Obmann und noch jetzt Ehrenobmann des Deutschen TurnverbandeS gewesen ist, in dem das heldisch-männliche Ideal der Turnerschaft als erfüllt angesehen wurde. Nicht wie ein Mann hat sich der Ehrenobmann des Deutschen TurnverbandeS und der Führer einest großen Teiles de» Sudetendeutschtums benommen, sondern wie eine Memme. Was werden nun die Funktionäre und die Anhänger der Sudetendeutschen Partei machen? Nur wenige können flüchten» die meisten müssen da bleiben, wohin sie ihr Schicksal gestellt hat. Die Bauern könne» nicht ihre» Hof im Stich lassen, die Gewerbetreibenden nicht ihr Geschäft, die Angestellten und Arbeiter nicht ihre» Beruf. Mit ihren Lebensinteressen sind sie an ihre Heimat gebunden. Sie müssen in dieser Heimat leben und sie müssen hier auch politisch leben. Wie wollen die von der SdP gewählten Gemeindefunktionäre ihre Gemeinde verwalten, wenn sie von einer Partei erkoren wurden, deren Führer steckbrieflich verfolgt ist, der Hochverrat geübt hat, Was werden die Universitätsprofessoren machen, die den Geflüchteten als ihren politischen Führer anerkannt haben, die Mittelschüllehrer, die Lehrer an Bürger- und-Bolkstschulen, die Staatsund öffentlichen Angestellten, die in Konrad Henlein ihren politischen Führer gesehen haben? Wird der Deutsche Lehrerbund weiter zu Konrad Henlein, dem Geflüchteten, stehen, oder bekennen sich unsere Lehrer zum demokratischen Staate? Will der Kulturver-and weiter öffentliche Subventionen beziehen und einen Hochverräter als Führer anerkennen? Heute werden vielleicht manche von jenen, die an der Spitze dieser Organisationen stehen, einsehen, wie wenig ManneSmut und wie wenig politische Voraussicht sie bewiesen haben. ES bleibt nur eines übrig: ein offenes, männliches Bekenntnis, daß man einen Fehler begangen hat und daß man seinen Irrtum eingesteht. Man muß dem Volke sagen, welche» Verbrechen Henlein und Frank begangen haben und man muß ein offenes Bekenntnis zur Demokratie ablegen. Viele sind zu Konrad Henlein gestoßen, weil sie geglaubt haben, ihrem Volke zu dienen; sie sollen ihrem Volke weiter dienen, aber nicht in den Reihen der Anhänger dessen, der sein Volk im Stiche gelassen hat, sondern in der Armee jener, die für ein« glücklichere Zukunft des deutschen Volkes kämpfen, welche die nationale Frage in Frieden lösen und die eS zu keiner Katastrophe kommen lassen wollen, in der daö deutsch: Volk und alle seine Kulturgüter zugrunde gehen. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, Farbe zu bekennen, deutschen ManneSmut zu zeigen und dem Volk« zu dienen, est vor dem Abgrund zu retten, der Welt zu zeigen, daß ein Teil des Sudetendeutschtums demokratisch gesinnt ist und nichts mit den Hasardeuren zu tun haben will, die Europa in den Abgrund stürzen woflen. Wir haben Konrad Henlein— im Gegensatz zu vielen Deutschen und Tschechen— nie für «inen loahlen Bürger dieses Staates gehalten, sondern immer für einen Nazi, wir haben an seine Tarnung nicht geglaubt, weil wir da» Wesen des Nationalsozialismus kennen. Wir haben gewußt, welche Gefahren diese Bewegung mit'sich bringt,, daß sie zu Krieg und Zusammen». »Das Gebot der Stunde ist B e s i n n u n g. Lassen wir unst nicht einreden, daß da» eine Voll nur aus Teufeln besteht und das andere nur aus Engeln. Ob uns eine deutsche oder eine tschechische Mutter geboren hat: vergessen wir nicht, daß wir auch Menschen sind. Um jeden Toten weint eine Mutter. Jedes Menschenleben, sei eS nun als Opfer gewissenloser Verführer oder in Ausübung beschworener Dienstpflicht gefallen, ist ein unersetzlicher Verlust. Lassen wir nicht zu, daß künstlich erzeugte Giftschwaden de» Hasses da» Land überfluten und die Sonne des Friedens verdunkeln. Heute ist es Mannespflicht, laut' und flar die Stimme der Menschlichkeit zu erheben. GenugderZwietracht, genug des Hasses! In allen Parteilagern gibt es Menschen, die das Beste wollen für ihr Volk. Sie streben es vielleicht auf verschiedenen Wegen an, aber sie tun eS aus idealen Motiven. Die Zeit ist gekommen, in der das Trennende zurückweichen und das menschenverbindende Wollen obsiegen muß. Die Sache, die uns alle angeht, steht einfach so: Tschechen und Deutsche können einander nicht auSrotten. Jede Nation hat ihre Schwachen, aber auch ihre Vorzüge. So»der so müsse« endlich die Formen eineehrenvollen friedlichen Zusammenleben- der Ratto««« gefunden werden. Nicht nur bei un- im Lande, sondem in ganz Europa. Ja ich bin der Ueberzeugung, daß genug LebenSraum für alle europäischen Menschen vorhanden sein wird, sobald sie sich gemeinsam auf die Bahn des sozialen Aufbaues und der wirtschaftlichen Zusammenarbeit begeben. Europas Stellung in der Welt ist begründet auf der Buntheit seiner Struktur und auf der Fülle der Löl- kertalente, die es in tausendjährigem Werden hervorgebracht hat und noch unendlich zu entwickeln vermag. Jawohl, auch wir Deutsche haben Anspruch auf einen Platz an der Sonne. Auch die Sudetendeutschen müssen Ausblick auf eine gesicherte nationale Zukunft und auf ausreichende soziale Lebens« Möglichkeiten gewinnen, damit die guten Geister der Lebensbejahung, der menschlichen Verbundenheit und der nationalen Verträglichkeit wieder die Oberhand gewinnen. Au» tiefster Ueberzeugung sage ich hier, daß dl« Möglichkeit greifbar vor un- liegt,«inen Au», weg im Guten za finden und unser schöne- Gtenz- land wieder in«ine Heimstatt de- Frieden- und des frohen Schaffen- z« verwandeln. Hunderte von Zuschriften au- allen Schichten der Bevölke» rung haben e- i« den letzten Tage« ausgesprochen: Wir wollen unser-ule- Recht, wir wollen nicht- mehr von Versprechungen wissen, wir wollen einen nationalen Frieden-pakt auf der Last- voller Gleichberechtigung, der aber nicht aus dem Papier bleiben darf, sondem nach jeder Richtung hin verbürgt sein muß. Aber wir wolle« wieder zur Ruh« kommen. Dir können nicht dauernd Objekt der großen Machtpolitik bleiben. Und tausendfach habe ich im sudetendeutschen Grenzland immer wieder den Wunsch gehört: Mr wolle« Arbeit, Arbeit, Arbeit! So denkt noch immer die Mehrheit der Arbeiter, so denken viele Bauern, Geschäftsleute und Gewerbetreibende, so denken vor allem die Frauen und Mütter, die um den Frieden, um das Lebest ihrer Teueren bangen. Die Blicke einer besorgten Welt sind auf unser unglückliches Grenzland gerichtet. Wird hier die Flamme eines neuen Weltbrandes zuerst aufzüngeln oder wird von uns aus eine Botschaft des Frieden- durch die Länder gehen? Das ist die bange Frage, die auf aller Lippen schwebt. An uns liegt es, sie zu beantworten. Die Sudetcndeutschen können sich mit goldenen Lettern in die Geschichte unseres Zeitalter» einzeichnen, wenn sie in historischer Stunde den Frieden bejahen. Ein gewaltige» Schicksal hat e» so gefügt, daß ein Stück der Entscheidung über die Zukunft Europas in unserer Hand liegt. Jawohl, wir können dem eigenen Bolle und den Völkern Europas einen gewaltigen Dienst erweisen, indem wir der Hoffnung auf die Ge bruch führt. Moralisch und politisch stehen wir heute gerechtfertigt da, und mögen wir eine Minderheit sein, wir haben die bessere Erkenntnis und die größere, echtere Liebe zum deutschen Volk. Deswegen glauben wir, daß unsere Fahne wieder stolz im Winde wehen wird. Noch ist die Frage, ob Krieg oder Frieden nicht entschieden: aut der angekündigten neuen Konferenz werden die Würfel fallen und wird es sich entscheiden, ob ein großer Teil Europa» ein Meer von Blut werden wird oder ob wir durch den Engpaß hindurch in eine bessere Zukunft gelangen werden. Wie aber auch die Entscheidungen der nächsten Tage fallen mögen: Wir kämpfen für eine große Idee, und so, wie e» sich schon heute zu zeigen beginnt, daß wir innenpolitisch recht behalten werden, so werden sich auch in der ganzen Welt die Demokratien als die Stärkeren erweisen, werden Wahrheit und Recht siegen, mit besseren Argumenten oder mit besseren Waffen! walt entsagen und die Sttmme der Menschlichkeit hell aufllingen lassen in diesen Tagen. Wahrlich, auch daS tschechische Boll braucht den Frieden und ich sage offen an seine Adresse, daß es diesen Friede» durch Verzicht auf all« Methoden erkaufen muß, welche die deutschen Mitbürger alS Zurücksetzung, nationale Bedrohung oder wirtschaftliche Vernachlässigung empfunden haben. In diesem Punkte sind keine Halbheiten mehr möglich, sondern nur eine volle und ganze Lösung kann die Rettung bringen. Möge dieser große Augenblick nicht ungenützt vergeudet werden. Welch ein Segen für da» Land, wenn eS gelänge, es zum Ausgangspunkt einer neuen Epoche des europäischen Friedens zu machen! Der Schlüssel dazu liegt in aller unser Hand. So rufen wir denn alle Gutgesinnten zu einem mutigen Bekenntnis auf. In welchen Parteienformen sich die weitere Entwicklung vollziehen wird, ist zur Stunde reichlich uninteressant. So wie wir unsere Ueberzeugung respektiert wissen wollen, so hat auch gute nationale Gesinnung vollen Anspruch darauf, respektiert zu werden. Streiten wir nicht darüber, in wessen Herzen die Liebe zur Nation tiefer und fester verwurzelt ist, beweisen wir diese Liebe zu ihr und zu den arbeitSfrohcn sudetendeutschen Menschen, die wahrhaftig ein bessere» Lo» verdienen, al» die Massengräber eine» neuen Völkcrringen» zu füllen. Einigkeit tut not, aber sie kann nicht durch Terror und Blutvergießen erzwungen werden, sondern sie muß auf den Gleichllang der Herzen beruhen. Bielleicht haben wir in verschiedenen Parteilagern stehend doch dasselbe gewollt, ein gesicherte- Dasein unserer Menschen, eine schöne Zukunft unsere- BolkrS. Diese hohen Ziele sind nur in Frieden und in Freundschaft mit unseren Nachbarn zu erreichen. Ein neuer Tag bricht an, sobald der unbestreitbare Friedenswille der sudetendeutsche» VollSmehrheit politisch zum Durchbruch kommt. Laßt unS alle Kräfte'zusammenschließen in den« Bestreben, daß unser heimatliches Grcnzland weder Kriegsursache noch Kriegsschauplatz werde. Laßt un» die höheren Formen eines guten Zusammenlebens zlveier Volks- stämme schaffen, die einen gemeinsamen Schick- salSboden bewohnen und berufen sind, Brücken- fchläger zwischen deutschem und flaivischcm Wesen zu sein. Es geht heute nicht darum, ein neues Parteiprogramm zu entwickeln und neue« Meinungsstreit zu entfachen. Wenn die Gutgesinnten aus allen Lager« sich finden, wird ihnen die heiße Liebe zum Volkstum und die Verantwortung vor Europa Führerin zu guten Ratschlüssen sein. Wo ein Wille, da ein Weg. DaS Gebot der Stunde lautet: Rückbesinnung auf die Gesetze der Menschlichkeit, DorwürtS- strebe«!« ein friedliches Europa gleichberechtigter Völker!" Die Enttäuschung und Erbitterung unter den Hcnleinleuten über die feige Flucht der Führer, die das Sudctendeutschtum an den Rand des Krieges und sich selbst in Sicherheit gebracht haben, ist ungeheuer. Aus allen Städten und Dörfern Ivird eine starke Ernüchterung unter den Henleinleuten gemeldet. Aber auch Unterführer, die bis jetzt die Hasardeur-Politik der SdP-Führung mitgemacht haben und also ein gut Stück Verantwortung tragen für das, was angerichtet wurde, beginnen sich anscheinend zu besinnen. So begab sich am Freitag der SdP-Senator Ludwig Frank mit einer Abordnung auf die Bezirksbehörde in Marienbad. Er erklärte dort, daß er sich den Behörden zur Verfügung stelle, daß man über die Niederlage der Radilalen froh sei und für Ruhe und Ordnung sorgen werde. — In Asch begab sichrer Bezirksführer der SdP. Otto Ritter, auf die Bezirköbehörde, um eine ähnliche Erklärung abzugeben. Dieser Schritt Ritters ist besonders deshalb wichtig, weil Asch ganz unter der Herrschaft der SdP stand. Ritter sagte, daß die SdP-Anhängcr über die Haltung Henleins konsterniert seien und ihm nicht zu folgen beabsichtigen. In einigen Städten haben bisherige Anhänger der SdP die Auflösung dieser Partei verlangt. Die sichtbarste Wirkung der Henleinprojlamation besteht darin, daß überall Ruhe herrscht und die Bevöllerung sich noch weniger al» bisher geneigt zeigt, den verbrecherischen Parolen der SdP Folge zu leisten. Der Teplitzer SdP-Führer Dr. Zippelius ist geflüchtet. Solidarisch mit der Tschechoslowakei Eine einstimmige Adresse des Pariser Volksfront-Klubs Die Versammlung de» Klub» der Volksfront hat am 14. September inParjS, nach Anhören eine» Exposes de» Sozialisten Philippe L a m o u r, der eben von der Tschechoslowakei zurllckgekchrt ist, folgende Tagesordnung bri Anwesenheit von 1500 Klubmitgliedern einstimmig angenommen: „Im Hinblick darauf, daß die Sudete n- frage nur ein Lorwand ist, der dazu benützt wird, um die Zrrsetztmg de» tschechoslowakischen Staate» al» eine erste Etappe de» europäischen Hegemonieplanr» und der Attacke gegen Frankreich zu betreiben, so wie sie in„Mein Kampf" geschildert sind, und im Hinblick darauf, daß die Lerteidigung der Tschechoslowakei eng mit der Berteidigung Frankreichs verknüpft ist, entsendet die Bersammlung brüderliche Grüße dem Präsidenten Bene», dem sie zu seinem Mute, zu seiner Klarheit und zu dem Werke beglückwünscht, die er auf dein Borposten der Demokratie sür sein Land» für s ränkreich, für die Freiheit und für den Frieden beiträgt." Slowakische Volkspartei: Die gemSfllgte Richtung Im Vordringen Für die Aenderung, die in der innerpolitischen Situation eingetreten ist, ist auch kennzeichnend die Annäherung der Slowakischen ÄolkSpartei an die Regierung. ES ist kein Zweifel, daß nach dem Tod: Hlinka» der gemäßigte Flügel der Partei allmählich Oberwasser bekommt. Diese Gruppe ist geführt vom ehemaligen Minister T i s o, der seit jeher den Standpunkt eingenommen hat, e» liege im Interesse der Slowaken, zu einer gewissen Zusammenarbeit mit der Prager Negierung zu gelangen. Der radikale Flügel beherrscht vorläufig durch den Chefredakteur de» „Sloväk", Sidor, die Presse, während in der Partei selbst der Einfluß Tiso» größer ist. Bezeichnend war, daß einige der Führer der Partei in der letzten Zeit Erklärungen nicht in dem Blatt ihrer eigenen Partei, im Sloväk", sondern im Blatt de» Ministerpräsidenten„Slovenskh Hla»" abgaben. Vorgestern waren beim Präsidenten der Republik vier Vertreter der Slowakischen Volkspartei zum Mittagessen geladen, unter ihnen befand sich Sidor nicht. Während man noch vor einigen Tagen geglaubt hat, es werde zu einer Zusammenarbeit zwischen der SdP und der Slowakischen Bolkspartei kommen, bat nun die Slowakische VolkSpartei ihre Beziehungen zur SdP abgebrochen. Falls die Verhaiwlungen zwischen der Regierung und den Slowaken gut au»fallen, ist e» nicht ausgeschlossen, daß die Slowakische Volkspartei'in die Regierungskoalition eintritt. Prag. Der Vorsitzende der Regierung Dr. Milan Hodja empfing Freitag vormittag« in Audienz den Gesandten Künzl-Jizerskh, der vorübergehend den Vorsitz in dem Koordinationskomitee für die Berichterstattung führte, da» beim Ministerratspräsidium errichtet wurde. Der Vorsitzende der Regierung danlle dem Gesandten Künzl-Jizerslh für die Bereitwilligkeit und die Aufopferung, mit der er sich seiner Aufglwe ge- widmct hat. Gesandter Kiinzl-Jizerskh versieht iveiterhin seinen Dienst im Außenministerium. Ter Vorsitzende der Negierung empfing auch den englischen Gesandten Newton und den rumänischen Gesandten CrutzeScu. Da« Manifest der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei, da» Freitag in alle sude- tendeutschrn Orte kam, hat ungeheure- Aufsehen erregt. Bor den Plakatsäulen in Trplitz und Rei- chenberg stauen sich die Menschen. Die Flugblätter mit der Frirdrnsproklamation wurden den Kolporteuren buchstäblich au» der Hand gerissen. In Reichrnberg zahlten die SdP-Leute sogar untereinander für ein Exemplar eine- solche» Flugblattes bis zu k> KL. Die mutige Initiative der sozialdemokratischen Partei wurde mit großem Beifall aufgenommr». * Vier, die sieh meiden... Herr Dr. N e u w i r t h, SdP-Abgeordneter und Rechtsanwall, teilte uns gestern aus seiner Kai^lei mit, daß die SdP-Abgeordneten K u n d t und Dr. Peters und der Prager SdP-Stadt« Vertreter Prof. P f i h n e r nicht unauffindbar und nicht ins Ausland abgcgangen seien, sondern vielmehr sich in Prag befinden und hier ihren „bürgerlichen Pflichten" nachgehen. Wir bringen diese Feststellungen des Herrn Abgeordneten Dr. Neuwirth der Oeffentlichkeit zur Kenntnis. Sowohl die Tatsache als auch der Umstand, daß sie uns eigens mitgeteilt wird, sind kemerkenSwert. Um so mehr, als die große Masse der SdP-Hauptführer mit Konrad H enl e i n an der Spitze eben au s g e- ri s s e n sind und ihren bürgerlichen Pflichten bereit» direkt imDrittenReich nachzukommen Ichemenl Enttäuschung und Erbitterung Unterführer gegen die Geflüchteten Scite 4 Samstag, 17. September 1938 Sudetendeutscher Zeitspiegel Wir wollen Frieden, Frieden, Frieden! ,, Schweigen ist Verrat" Der sudetendeutsche Katholische Briefter ner besonderen Aufgabe als Kulturträger und StulReichenberger sprach Freitag abends im turbrücke zu den statischen Völkern wohl bewußt, mag Prager Rundfunk. Er führte u. a. aus: auch im Augenblick strupelloser Terror und hemFür unsere Heimat ist die Stunde gekommen, mungslose Propaganda den flaren Volkswillen verda Reden zur Pflicht, Schweigen zum Verrat fälschen und die Volksstimme erstiden. Noch ist der wird. Wir stehen vor einem Abgrund. Maßlose Were Friebe zu retten. Noch haben die Diplomaten, noch hegung hat die ersten Todesopfer gefordert. Im faben Vernunft und guter Wille das Wort. Noch Grenzgebiet herrscht das Standrecht. Das Militär sprechen nicht die Kanonen. Bald kann es zu spät ift zum letzten Einfas bereit. Ohne Unterbrechung sein. Darum wende ich mich an alle Volksgenossen, tagt der Kriegsrat der Weltmächte. Ein Totentanz vor allem an jene, die bisher denselben Weg mit mir foll beginnen, entsetzlicher, schauerlicher, blutiger als gingen und mir ihre Treue bekundeten: anno 14. Es kommt in Jahrhunderten kaum eine Gelegen Ich spreche in diesem Augenblid als Deutscher, heit, die fobiel Möglichkeiten zur Sicherung unseres der Voll und Heimat wirklich liebt und vor dem Lebensrechtes, aur nationalen Befriedung böte, wie Untergang bewahren will. Wir dürfen nicht mit dem der gegenwärtige Beitpunkt. Die Staatsführung hat Haß und Fluch der Mitwelt belastet sein. Ich spreche ein Angebot gemacht, das weit über den bisherigen als Mensch und Christ, der Gottes Ebenbild in jeder Zustand hinausgeht, das uns Gleichberechtigung, Menschenseele sieht, der an würdigere Formen mensch Freiheit und besonders den Friede nfichert. Die Welt licher und zwischenstaatlicher Auseinandersetzungen| wacht darüber und bürgt dafür, daß es nicht bei Verglaubt, als Krieg und Vernichtung, nachdem wir 2000 Jahre Chriftus den Herrn erlebten. Ich spreche als Priester, der nicht Waffen segnen kann, die alle und alles vernichten. Ich weiß mich eins mit den besten deutschen Menschen in aller Welt, mit allen aufrechten Europäern, mit den Leitern der WeltKirche. Hunderte von Briefe aus allen Teilen und Schichten des sudetendeutschen Volkes fordern mich auf, in ihrem Namen zu sprechen und dies zu bezeugen: Das sudetendeutsche Bolf kennt keinen Saß und will feinen Strieg und hat nur einen Wunsch und eine Sehnsucht: Frieden, Frieden, Fries den! In dieser Stunde stellen wir vor der Welt öffentlichkeit fest: Es gibt gewiß manche ungelöste Probleme in diesem Lande. Die Wirtschaftsnot lastet schner auf vielen unserer Volksgenossen. Die rationale Gleichberechtigung ist bisher nicht restlos verwirklicht. Es ist aber unverantwortlich, die Tsche sprechungen und papiernen Abmachungen bleibt. Unfer guter Wille, unsere Bereitschaft zur Busammenarbeit, unser ehrliches Bekenntnis zum Staate er öffnen weitere Möglichkeiten. Dieses Angebot in weltgeschichtlicher Stunde darf nicht zurüdgewiesen, aber auch nicht mit Forderungen belastet werden, die mit der nationalen Befriedung, mit dem Problem des Busammenlebens der Menschen dieses Raumes nichts zu tun haben. Die Sudetendeutschen müssen als eigenberech gter Träger bodenständiger PoTitit handeln, feineswegs dürfen sie als Objekt machtpolitischer Tendenzen mißbraucht werden. Haben die judetendeutschen Unterhändler nicht mehr den willen und die Freiheit zum nationalen Ausgleich, dann müssen sich Menschen finden, die Bolt und Hei mat wirklich lieben und die Friedensarbeit aufnehmen. Keinesfalls aber darf unser Bolt vor der Welt und der Geschichte mit der Blutschuld und der Verantwortung für eine Weltfatastrophe belastet werden. Jeder aber muß ein Apostel des Friedens sein! In der Familie, an der Arbeitsstelle, im täg lichen Verkehr. Ernster Appell Nr. 219 an die Sudetendeutschen Freitag mittags wurde im Melniker Rund. funk der nachstehende Appell an die sudetendeutsche Bevölkerung gerichtet: Tönnte. Deutsche Mitbürger unseres Landes! Fremde Drahtzieher wollen aus dem ficheren Hinterhalt das Sudetendeutschtum in einen Bürgerkrieg und in eine unermeßliche SataEure Städte und Dörfer strophe treiben. sollen geopfert werden, Euer Leben will man Die Hebe muß ein Ende nehmen. Sie gefährdet in Gefahr bringen. Keine Neue und Klage nicht bloß Leib und Leben, sie erſchlägt den Frieden. würde das gutmachen, was unüberlegte HandSie ist in solcher Zeit wahrhaftig Bolfsverrat. Und wer außerhalb unserer Grenzen uns und der Welt lungen gegen das Gesetz zur Folge haben dienen will, der darf unmöglich in Presse, Rundfunk Wer sich in Gefahr begibt, und Flüsterpropaganda an die Instinkte appellieren, sondern muß für Recht und Wahrheit eintreten. Auf kommt in ihr um. Wer einen Bürger. jeden Fall: Wir lassen uns nicht verheben. Die ano- krieg entfesselt, handelt gewissenlos gegen seine nhmen Hezer bringen sich rechtzeitig in Sicherheit; eigenen Mitbürger. Keine Frage ist so kompli ihr alle aber müßt die Folgen der Werhebung tragen, sudetendeutschen Männer und Frauen, Eure Kinder! ziert, daß sie nicht im Einvernehmn gelöst wer Sudetendeutsche Männer und Frauen! Bedenkt ben könnte. Die deutsche Frage in der TschechoEuere Verantwortung vor Gott, der Seimat und flowakei wird im Einbernehmen gelöst werden, unserem Boltel Betet, arbeitet, opfert für den wenn der gute Wille auf beiden Seiten vorhanden ist. Frieden! Gott will es! E. Reichenberger. Mit dem Widerstand gegen die Sicher Emanuel Reichenberger ist ein deutscher tatho- heitsorgane seht man sich nur selbst ins Unredit. lischer Priester, der seit 1912 unter den Subeten An Euch liegt es, Ruhe und Ordnung zu wahren deutschen wirkt. Er ist seit 1918 Generaldirektor des und alle Heter selber unschädlich zu machen. Wolfsbunbes beutſcher Statholifen in ber Tich- choilo Guer Leben und Euer Gut sind nicht in Gefahr, walei( der größten deutschen katholischen Organi wenn Ihr das Gesetz achtet. Bedenkt, daß Euce fation). Auf Grund seiner geraden politischen Haltung wurde er in der letzten Beit von der SdP Heimat in erster Linie in Gefahr ist, wenn es heftig angegriffen; trok des Terrors haben sich am verantwortungslosen Heßern gelingt, einen 28. August dieses Jahres auf einer Delegierten nenen Weltkrieg zu entfesseln. Tagung des Bolfsbundes die Vertreter von 93 Ortsgruppen von 210 offen zu ihm bekannt. Aus vielen Schriftlichen Erklärungen und einem umfangreichen Briefeingang ist ersichtlich, daß sein Einfluß weit über diesen Kreis hinausgeht, so daß Emanuel Rei chenberger berechtigter Sprecher eines Großteils der fudetendeutschen katholischen Bevölkerung ist( der fatholische Bevölkerungsanteil ist laut amtlichem Ausweis in Böhmen 78 von Hundert). Koslowakei als ein Land des Terrors, der Willfür, Was heißt sudetendeutsch? nen. Er möge nur im Namen seiner bei weitem der Unterdrüdung zu bezeichnen, die Sudetendeutschen als Freitvild tschechischer Brutalität" hinzustellen. Es ist unverantwortlich, zumal in einem Beitpunkt aufreibender Verhandlungen die Staatsführung und das tschechische Volf in seiner Gesamtheit zu be= schimpfen in Gegenwart und ohne jeglichen Widerstand sudetendeutscher Führer, die selber tschechisches Blut in den Adern tragen. cher für alle hier lebenden Deutschen anzuerlens unter dreieinhalb Millionen bleibenden Parteis Unter diesem Titel veröffentlicht die Bamitglieder fordern, aber nicht im Namen der Deuts seler National- Beitung" die Zuschen dieses Staates. schrift eines unabhängigen Deutschen aus der Tschechoslowakei, der seine Betrachtungen also schließt: verschämt die sudetendeutsche nennt, während es sich um Teutschlands freien Weg nach dem Osten bandelt, so ungeklärt wie bisher. Wir wollen also lieber in unserer Heimat abwarten, ob wir mit dem Blut der Männer und den Tränen der Mütter uns zur Heimat bekennen müssen, weil einige Unverantwortliche sie in unser aller Namen Au berleugnen die Stirn haben." Das Waffenlager der Loyalen Des weiteren aber ist die so oft zu Propa- Brag. Bei einer Durchsuchung des Gutes gandaziveden genannte Bahl eine beabsichtigte Oberhof in Sennersdorf, Bezirk Jägern Entstellung der Wahrheit, um kein stärkeres Wort horf, wurden in einem Schweinestalle drei Niſtchen „ Ein großer Teil von uns Deutschen dieses au gebrauchen, weil es sich nur um die Summe Niemand wird uns überzeugen, daß man mit Staates wollen nicht durch die Henlein- Partei und ter im deutschen Kataster des Staates Geführten mit Handgranaten reichsdeutschen Ursprunges geHeze, Lüge, Verleumdung den Frieden, das Bu- auch sonst durch niemand erlöst werden und befen bandelt, nicht aber um die Auslesung jener Deut- funden, weiter zehn automatische Pistolen reichssezen und diese deutschen Ursprungs, 27 Schachteln mit Pistolensammenleben der Nationen, die nun einmal aufeinan- ner uns nicht als ihre Gefolgschaft. Mag es auch ichen, die nach den Rass der angewiesen sind und bleiben, sichern könne. Nie ein neues Schlagwort sein, wer sich hier nicht als müßten für das Erlösungsbestreben maßgebend munition und zwei Maschinenpistolen mit 2000 mand, daß es hier nur um die Lebensrechte der Sudetendeutsch bekenne, sei kein Deutscher, sondern sein- als Deutsche zu gelten haben. Solange Gefchoffen. In dem genannten Gute hatten sich edtendeutschen ginge. Wer Haß fät, muß aß ernten. nur ein deutschsprechender Mensch, so ändert dies Henlein die Raffefrage noch nicht öffentlich als nichts an der Tatsache, daß bei den dreieinhalb seinem Programm entsprechend anerkannt hatte, Aufrührer festgesetzt, die am 14. d. von den Ich lebe und arbeite ein Menschenalter unter dem Wiillionen zu erlösenden Sudetendeutschen all die riochte er von den dreieinhalb Millionen Deut- Sicherheitsorganen umzingelt wurden und sich sudetendeutschen Bolte. Ich kenne es aus tausenden Seutschen Sozialdemokraten mitgezählt werden, faen dieses Staates sprechen. Nach seinem offe- nach einer Schießerei ergaben. Die verhafteten von Bersammlungen, leine seiner Nöten und Sorgen ebenso jene, die einer politischen Partei niemals nen Bekenntnis zur nationalsozialistischen Belt- Aufrührer wurden in die Gerichtshaft eingeist mir als Prieſter fremd geblieben. Darum muß angehört haben oder seit Einverleibung ihrer frü- anschauung hat er nicht mehr das Recht, zu tun, ich bezeugen: Das sudetendeutsche Bolt will den Fries heren Partei in die Henlein- Partei es vorgezogen als wisse er nicht, wieviele Juden und JudenUnd wenn es aulest einer Partei die Berhaben, jett feiner Bartei mehr anzugehören. Sol- stämmlinge er mit seiner Propagandaziffer mißantwortung übertrug, so lautet der Auftrag an die fen wir aufhören, freie Menschen zu sein? Wars braucht. Rechnet man also uns, die wir nicht beUnterhändler: Frieden, Arbeit und Brot, aber nicht um geht nicht ein Vorschlag dahin, daß jene gehen glückt und erlöst sein wollen, und die, die der ErKrieg, Elend und Not! mögen, die es ins Deutsche Reich zieht und daß lösung aus Rassegründen nicht teilhaftig werden unabhängig davon der Willfür ein Ende gemacht werde, eingesessene Staatsbürger eines Landes, in dem sie geboren wurden und wo sie freie, gleich berechtigte, erwerbende, steuerzahlende Bürger waren, für das sie gleich allen anderen im letzten Strieg gefämpft haben, aus diesem Lande zu vertreiben? Es sei also festgehalten, daß ein großer Teil der„ Sudetendeutschen" Henlein keineswegs Gefolgschaft leistet und es ablehnt, ihn als Spre Ich weiß aber auch und muß bezeugen, daß die Mehrheit unseres Volfes, wo immer sie auch polis tisch stehen mag, bereit und entschlossen ist, mit den anderen Nationen, mit denen uns die Geschichte von von Jahrhunderten verbindet, auf dem Boden unserer Heimat in Ruhe und Ordnung zusammenarbeiten. Der Gedante des Anschlusses" kommt nicht aus dem sudetendeutschen Volke, sondern ist von außen herangetragen. Unser Bolt ist sich seiner Eigenart und sei Bilderbogen aus Lumbarda Von Ruth Körner fönnen, ab, so schrumpft die schöne Ziffer bedentlich zusammen. Einen noch weit größeren Ausfall tönnte man feststellen, wenn man unter Hen eins Anhängern Nüdfrage hielte, wer zur Auswanderung ins deutsche Paradies bereit sei. Die Entzauberung träte rasch ein. liefert. Mitteilungen aus dem Publikum. Als Mittel gegen rheumatische Schmerzen ist Alpa- Franzbranntwein von ganz besonders schmerz beruhigender und angenehmer Wirkung! Der Arzt wird Ihnen sicherlich gern bestätigen, daß regelmäßige und gründliche Massagen mit Alpa- Franzbranntwein den Blutkreislauf beschleunigen und regeln, die Muskeln stärken, die Nerven beruhigen Da aber niemand daran glaubt, daß es um und den Schmerz lindern. Alpa wird nur in Origi die Sudetendeutschen geht, wenn von ihnen ge-| nalflaschen mit der blauen Etikette und Plombe bersprochen wird, bliebe die große Frage, die man lauft. 100 tung! Von Mund zu Mund in Bindeseile wurde die Nachricht durchgegeben und vierundzwanzig Stunden lang geschah nichts Illegales in Lumbarda. del in Lumbarda. Die Einwohner sind sehr ge-| hatte niemals baden dürfen und niemals arbeis| Kind: im Meerbusen liegt das Finanzboot. Achs nügsam richtige Musterbeispiele von Selbst- ten. Aber sie mußte arbeiten, weil ihre Mutter versorgern und die Natur ist reich. Oliven, Mandeln, Feigen, Aepfel, Birnen, Zitronen wach sen auf den Bäumen; Tomaten, Melonen, Traus ben, Mais stehen auf dem Feld; Salz schwemmt Ch wie heiß es ist! Wie unerträglich heiß! das Meer an; Fische zieht man aus der See; Das Meer aligert, die Sonne scheint, der Himmel Wolle liefern die Schafe; Fleisch die Biegen; bola ist sehr blau, Agaven blühen im Süden nichts nimmt man aus den Binienwäldern; und Kleider Besonderes. Aber man muß es trotzdem wieder und auch Leinenschuhe schneidert man selbst. Das sagen, weil es so wunder- wunderschön ist. Und gibt viel Arbeit. Und arbeiten macht müd. Und es gibt Sand, in dem man liegt, und fleine Wege wenn sie müd sind, fluchen diese Insulaner, pridurch den Weinberg, auf denen man am Abend geln die Kinder, oder schlafen. Morgen ist schließwandert, und es gibt dichte Pinienavälder und lich auch ein Tag. Myrthensträucher, es gibt Boote und ausgespannte Fischerneße, und es gibt steile Felsenufer und Da sißt die Großmutter gebulbig von früh Eidechsen und viele Muscheln. Und dann gibt es bis nachts auf ihrem Sessel vor der Gartenmauer den kleinen Ort Lumbarda, den die Ver- und spinnt und spinnt. Wieviel sie schon gespongnügungsreisenden und Sommergäste noch taum nen hat im Leben? Das weiß sie selbstverständentdeckt haben, und die Gostions mit ihrem lieben lich nicht. Sehr viel? Was ist sehr viel? Wirt und guten Wein, und all die kleinen großen Mehr als die andern?- Wahrscheinlich mehr. Sorgen, Mühen und Freuden der Inseleinwoh3st sie die Aelteste im Dorf? Bielleicht. ner. Lumbarda liegt nämlich auf Korčula Die Zeit vergeht so schnell. Kann man das früher bekannt als Curzola und Korčula ist in Lumbarda merken?- Es wird doch Frühling von Spalato jest Split- vier Stunden mit und dann Winter und wieder Sommer. Und die dem Eildampfer entfernt. Rinder, die werben groß. Und dann war Strieg. -Sie spinnt und spinnt und ihre Tochter stridt und häkelt und ihre Urenkel spielen Matrosen. Außerdem liegt Lumbarda noch auf einem hohen Hügel. Die Straßen sind sehr eng und eigentlich mehr Stiegenhäuser als Wege. Rechts Ein langer stiller Zug wandert am Ufer. und links find Steinmauern und man muß steis Born geht der Priester und hinter ihm gehen bier gen: über Stufen, Stufen und nochmals Stufen. Snaben, die einen fleinen Sarg tragen. Und Desvegen gibt es teine Wagen in Lumbarda. hinter ihnen gehen Frauen, Männer, Kinder. Nur Maultiere, die Lasten tragen, und Menschen. Das Mädchen Drina ist gestorben. Sie war zwölf welche Lasten tragen. Auch gibt es feinen Banel Jahre alt und zart und blaß. Sie huitete und trant ist, die Gescpvister flein sind und wenn sie mit der Arbeit fertig war, wollte sie sich erholen. Sie schwamm ins weite, blaue Meer hinaus, sie hustete, sie starb. In einer Hütte, einem Bett, weint leije jetzt die Mutter. Auf dem Friedhof, auf den die Sonne niederglüht und die Bypressen teinen Schatten werfen, heben zwei Männer das tote Mädchen aus dem Sarg. Senten den Körs per in die Gruft. Die Gruft ist tief und gementiert. Es ist au heiß, der Boden ist zu sandig. um Leichen einfach zu vergraben. Und wo die Erde dunkel, fruchtbar ist, muß jeder Streifen ausgenügt werden, wächst Wein und Mais und blühen Obstbäume. Heute ist Festtag für die Eintvohner. Der Fischer Mirko heiratet. Und das geht jeden an, auch wenns ihn eigentlich nichts angeht. Alle sind guter Stimmung, legen ihre Arbeit hin, werfen sich in den Sonntagsstaat und feiern. Die Gloden läuten; das ist hübsch, aber nicht weiter aufregend. Sie läuten ziemlich oft und manch mal unbegründet. Viel wesentlicher ist, daß Mirko die Musikanten auf den Stirchplatz ruft und nach dem steifen Trauungsatt, an dem sich nur die nächsten Anverwandten beteiligen( denn in die Kirche fann man immer gehen), sehr lang und ungehemmt getanzt wird. Der Fischer Mirko heiratet! Und viele Liebespaare schwören sich mit Rüdjicht auf die Aftualität der Sache- den gleichen guten Abschluß der Beziehung. Ins zwischen gehen sie in die Weinberge und freuen sich für Mirto und freuen sich, vor allem, an si Im viel zu fleinen Meerbusen am großen Strand liegt das Finanzboot. Es ist sehr ele gant, schneeweiß gestrichen und fährt sehr rasch. Immer sind Schmuggler unterwegs. Sie bringen Buder bom nahen italienischen Lagosta. Er ist dort billiger. Fast um die Hälfte. Italien demonstriert den Wohlstand und Preisabbau. Aber im Land kostet der Buder mehr als selbst selbst. in Jugoslawien. Lagosta ist ein Freihafen. Ein Propagandastein im Schachbrett Adria- Mittel meer. Und immer schleichen Frauen an den Strand. Gebüdt und scheu, im Schweiße ihres Angesichtes, heben sie mit den Löffeln oder flei nen Spachteln das Schwemmfalz aus dem Stein. Das ist verboten. Schädigt es doch das Monopol. Wenn sie ertappt werden, bestraft man diese armen Weiber. Aber sie verden nicht ertappt. Denn binnen einer halben Stunde wußte es jebes Südliche Nächte... Sternenhimmel, so hoch, so far. Und Wind, so weich und warm vom fers nen Ufer tommend. Und Lichter in den kleinen Säusern. Musit. Gesang. Die wilden Lilien duften. Leise plätschern die Wellen und schaukelt irgendwo ein Stahn. Südliche Nächte, Sternen himmel, so oft geschildert und immer wieder neu und tief ergreifend und überwältigend und wuns berbar Nr. 219 SamStag, 17. September 1938 Seite 8 Bei den Flüchtlingen in Prag Auf dem Masaryk-Stadlon Als schon alle verfügbaren Quartiere besetzt waren und immer noch Hunderte von Flüchtlingen mit Sack und Pack auf den Stufen der Bahnhofsgebäude sahen, immer neue Züge, immer neue Ankömmlinge brachten, ist man darangegangen, in den Garderoben der Masarhk-StadionS Massenquartiere aufzuschlagen. So wälzte sich in den Abendstunden der Mittwoch«in trauriger Zug von der Haltestelle der Straßenbahn hinauf-um Stadion gegen einen eiskalten Wind: Frauen mit einem Kind auf dem Arm, einigen anderen am Rockzipfel, Männer mit schweren Lasten, die Alte und Kranke führten. Immer neue Scharen kamen. Und alle waren ruhig, ernst und besonnen, verhärmt. Das war der Einzug inneue Heim. Schwestern vom Roten Kreuz, Beamte der Stadt, freiwillige Helfer standen zu ihrem Empfang bereit. Nicht- war vorher besprochen oder organisiert, aber olle» klappte wie am Schnürchen. Jeder half da, wo e- nötig war, und bald war jeder an seinem Platz untergebracht. Dann kamen Strohsäcke und Decken zur Verteilung und äußerlich war aller in Ordnung. Zwischendurch galt e- noch Kranke zu Aerzten zu führen, schreiende Kinder zu beruhigen, verzweifelte Frauen zu trösten. Auch dar ist gelungen und die erste Nacht war schließlich doch schon für olle fast eine Erlösung. Zunächst sind alle diese Menschen noch betäubt von dem Unglück, dar sie betroffen hat. Besonders die Leute aus dem Egerer Gebiet erzählen immer wieder^ wie man ste einfach au» der Arbeitsstätte jagte, weil die Anhänger ihrer politischen Gegenpartei erklärt haben, datz sie nicht mehr mit den Roten arbeiten.„Denken Sie nur: Deutsche gegen Deutsche", da» sagen ste alle, immer wieder, in jeder Gruppe. ,,Sie haben Spottlieder auf un» gesungen, al- wir wandern mutzten, von denen noch da- mildeste war:„Mutz i denn-um Städtele hinaus". Die Deutschen haben un» au» unserer Heimat vertrieben, un» unsere Arbeit genommen." Das ist ihnen am unbegreiflichsten, liegt wie ein schwerer Alb auf allen. Eine Mutter ist dabei mit einem Kind von vierzehn Tagen, eine andere hat rin sechswöchige» Kindchen bei sich und dann gibt e» Kinder in allen Altersstufen. Diese Rinder wiffen nicht, was mit ihnen geschehen ist, sic spielen miteinander, lassen sich da» Esscn schmecken, wa» ihnen geschenkt wird und sind guter Ding«. Nur ein scheuer Blick wird dann und wann auf die Erwachsenen geworfen, die so besonder- ernst umherblicken, ihnen so wenig verbieten. Ich spreche mit den ,Frauen. Sie sind grenzenlos dankbar/' wenn man ein guter Dort an'sie richtet, geben bereitwillig auf alle» Antwort. Spricht man ein liebe» Wort zu ihren Kindern, gibt man denen gar«in Stückchen Schokolade, so verzieht ein glückliche» Lächeln ihr abgehärmte» Gesicht. Alle wollen wiffen, wa- in der Welt lok ist, und alle fragen immer wieder:„Mutz e- denn Krieg geben? Soll unsere schöne Heimat auch noch verwüstet werden? Wir wollen keinen Krieg." Allen ist da- Weinen näher al» do- Lachen. Aber sie sind unendlich tapfer. In ernsten Gesprächen stehen sie auf ihren Plätzen vor den Strohsäcken. Wenn einer jungen Frau einmal die Tränen kommen, dann trösten sie die anderen sofort, stehen ihr zur Seit«. Alle sind wie eine einzige grotze Familie. Die rührende Dankbarkeit dieser gehetzten und geplagten Leute zeigt sich an Neinen Beispielen. Sie bemühen sich krampfhaft tschechisch zu sprechen, antworten sogar auf deutsche Fragen tschechisch, so weit sie e- nur irgend können. Selbst die Kinder eifern ihnen hierin nach. Ich habe mich eine Zeitlang mit einer Gruppe wilder Rangen beschäftigt, damit die Eltern sich in Ruhe um Schlafsäcke und ihre Habseligkeiten bekümmern können. Al» ich meine Schützlinge wieder austeilen will, erhebt sich in ihren Reihen ein Tuscheln und ein Bub wird vorgeschoben, dreht verlegen di« Mütze, sagt aber nicht». Da ruft ein keckes Mädelstimmchen au» der Mitte der Gruppe: „Mit dem Buben da vorn können sie tschechisch sprechen, er übersetzt e» un»." Aber niemand war mehr erleichtert al» der kleine Dolmetscher, al» ich auf seine Dienste verzichtete. Draußen gibt e» keine Sprachunierschiede: Trautzen gibt e» nur guten Willen und in die Tat umgesetzte Menschenliebe. Der tschechische Arbeiter, der die auf Lastauto» von den Bahnhöfen kommenden Gepäckstiicke autlädt,.hat für jeden ein Scherzwort und zaubert trotz seiner derben Art manch' schönet Lächeln auf die verhärmten Gesichter. Die Schwestern greiien zu, wo man sie braucht, ihnen ist keine Arbeit zu viel und wo ihr« Sprach« versagt, schasst die Tat ihnen Zutrauen und Dankbarkeit. Ich bin von Gruppe zu Grupp« gegangen und habe olle nach besonderen Wünschen gefragt, vor allem auch noch dem Gesundheitszustand und besonder» notwendigen Dingen. Niemand hat auch nur den kleinsten Wunsch für sich geäutzert. Einzig und allein die Mütter kleiner Kinder haben gefragt, ob sie abend» Milch für die Kleinen bekommen können. Zu einer Frau sag« ich dabei:„Ja, und Sie bekommen auch zu effen, Sie sehen au», als ob Sie e» bitter notwendig hätten."„Ich habe auch zwei Tage nicht gegessen", war di« ruhige Antwort.„Ich habe nur Sorge um die Müder." Die Mütter mit den Säuglingen empfinden ei am schwersten, datz ste die Kleinen nicht richtig pflegen können, sie nicht so sauber halten, wie sie e» gewöhnt sind und«in Mnd e» braucht. Immer und immer wieder stellen ste die bange Frage:„Wird e» tcm Kleinen auch wirklich nicht schaden?" Alle, di« auf dem Stadion untergekommen sind, kennen da» Leben nur von der schwersten und härtesten Seite. Leben war für sie immer noch gleichbedeutend mit: kämpfen und entbehren. Jetzt sind ie autzerdem noch heimatlos. Aber doch haben sie den Glauben an die Menschen, an Freiheit und Ge- rechttgkeit nicht verloren. Für ihn leiden sie jetzt ein Märtprerschicksal: still und klaglos tragen sie auch dieses Lo». Wenn sie aber einen Wunsch äußern so ist eS der: Seid auch Ihr standhastl Dient auch Jhc der guten Sache mit all' Euren Kräften l Kämpsr auch Ihr weiter, bi» der Mensch wirklich frei geworden ist! 3m Baxa-Helm Im Bara-Kinderheim der Stadt Prag, da» mitten im gepflegten und gehüteten Havliäek-Park liegt, sind zum grötzten Teil die Frauen und Kinder au» Westböhmen untergebracht. Ein herrliche» Gebäude, da» eher an ein Schloß erinnert mit seinen breiten marmorenem Treppenaufgang, ist nun das Heim unserer Getreuen geworden. In allen Zimmern sind saubere Betten, moderne Möbel, Licht und Reinlichkeit sichtbar. Die Zufriedenheit der Frauen mit ihrem Ouar- tter ist überall zu hören. ES ist auch die Berpslc- gung wirklich reichlich und vorzüglich. Nach den Strapazen und Sorgen der letzten Tage wirkt der freund- liche Speisesaal mit den vielen einzelnen Tischen, den netten, sauberen Tischtüchern, den schönen Möbeln direkt beruhigend. E» muß anerkannt werden, datz die Schwestern, da» gesamte Personal vom Portier angefangen bi» zur Fürsorgebeamtin der Stadt Prag, Frau Toutova, ehrlich bemüht sind, in jeder Weise zu helfen. Die Kinder hatten sich im herrlichen Park auf, wo«» auch Spielplätze gibt, viele Frauen benützen die Gelegenheit und sehen sich die Stadt an. Wenn sie etwa» bedrückt, so ist e» die Sorg« inn ihre Männer, di« in selbstloser Weise für ihre Idee Leben und Familie«Insctzen. Wer kann e» z. B. einer Familie au» der Nähe von Eger verdenken, daß ihnen schwer um» Herz ist, wenn die drei Frauen, die wir sprachen, erzählten, sie seien au» einer Familie, die Großmutter ist auch mit und„da sind unsere acht Kinder, unsere drei Männer stehen im Grenzdienst, wir sind um Mitternacht alarmiert worden und mußten im Augenblick unser Häufl und alle», Iva» wir zusammen in den Jahren erarbeitet haben, ini Stich lasten! Schng'r Genossen, sagte die eine, vor an' Krieg hätt'n mer kane Angst, aber diese Henleinleute sind so schlimm, die hätt'n un» und d' Kinder um'brachtl" Jetzt sind sie froh und danken der Partei für ihre Fürsorge. Ein Parteifunktionär, der für den Parteivorstand unsere guten Mütter und Kinder begrüßte und ihnen allen im Namen der Partei die Hand drückte, sagte ihnen gleichzeitig, daß die Partei sie nicht vergißt und alle» tun wird, um ihr Lo» zu erleichtern. Da» Baxa-Kinderheim hat alle modernen l Einrichtungen eine» solchen Heime», e» ist, wenn notwendig, auch ärztliche Hilfe bei der Hand. Die Flüchtlinge bleiben nicht ohne Information, da ihnen täglich in genügender Anzahl der„Sozialdemokrat" unentgeltlich zur Berfiigung steht. Dankbar muß man sich auch der Stadt Prag erinnern und seinem hochherzigen Primator, der diese» schöne Heim unseren Frauen und Kindern zur Verfügung stellt«. Tschechische Mütter, die sich im Havliäek-Park mit ihren Kindern aufhalten, beschenken unsere Kinder mit Obst und versuchen sich mit ihnen, oft nur mit ein paar deutschen Brocken, zu verständigen. Und e» ist erhebend, wenn man Worte hört wie diese:„Wer für un» ist, für den sind auch wirl" Vie Situation im sudetendeutschen Grenzgebiet am Freitag Prag. Fast in allen gemischtsprachigen Bezirken ist die Lage vollkommen ruhig. Man kann noch eine Flucht von Angehörigen der Sudetendeutschen Partei über die Grenze beobachten, aber zugleich sind umgekehrte Bestrebungen deutlich zu. sehen: Biele Mitglieder und Funktionäre der SdP bleiben auf ihrem Platz und bemühen sich zur Beruhigung beizutragen. Die Sekretariate und Braunen Häuser der SdP im Karlsbader Bezirk sind vollständig verlosten. In der Gemeinde T u p a d l, Bezirk Dauba, wurde auf zwei Milttärpatrouillen zweimal geschossen". Verwundet würde üirmand. Im Wald» Hotel H e i d h o f, Bezirk Römerstadt, wurden zwei Angehörige der Sudetrndeutschen Partei, die Waffen hatten, vrrhastet. In Neustadt an der Taftzlficht« gab eS am Donnerstag Streik und in WarnSdorf wurden zwei Trlephonmasten atgesägt. Um Mitternacht ertappte eine Patrouille der StaatSverteidigungömochc am Rande eine- WaldeS tri der Gemeinde Schlappenhof in der Nähe von Eger einen Mann in Ord» neruniform, den ste aufforderte, stehen zu bleiten. Der Mann ging gegen die Patrouille vor, worauf auf ihn geschossen wurde. Er wurde getroffen und war auf der Stelle tot. ES ist, wir srstgestrllt wurde, der Wandermustkrr Johann Pförtner, der offensichtlich einen Kurierdienst für die SdP versah. Die Nachricht deS reichSdentschen Rundfunks, datz der BezirkSführer der Sudetendeutschen Partei Karl HauSmann in Eger erschossen worrn sei, ist nicht wahr. HauSmann ist nach Deutschland entflohen. In Kreibitz, Bezirk WarnSdorf, wurden in der Nacht die Fenster deö Postamtes elnseschlagen. Die beispiellose Verantwortungslosigkeit der deutschen Provinzpreise Seit Jahr und Tag und Insbesondere seit der Vervollkommnung der Gleichschaltung nach dem Falle Oesterreichs hat die deutschbürgerliche Provinzpreffe ausnahmslos in das Horn der SdP geblasen. Alle Wendungen hat sie zugleich mit ihr mitgemacht, bedenkenlos hat sie mitgeholfen, das sudetendeutsche Volk mit an den Rand des Abgrunds zu führen. Diese Verantwortungslosigkeit der sudetendeutschen Provinzblätter* hat in den letzten Tagen einen unvergeßlichen Höhepunkt er«, reicht. Wir müßten Bände zusammenschreiben, wollten wir für die Geschichte nur einen Ueberblick darüber geben, was diese Blätter, von der„Reichenberger Zeitung" angefangen, insbesondere seit Hitlers montägiger Rede, von ihnen mit Begeisterung ausgenommen, mit dazubeitrugen, um das sudetendeutsche Volk völlig zu verblenden. Der Historiker unserer Tage, der einmal die Aufgabe haben wird, dem Geschehenen und der Volksstimmung während dieses beispiellos bedeutsamen Abschnittes nachzuspüren, wird Wohl ungläubig und fassungslos dastehen, wenn er wird feststellen müssen, daß, von der sozialdemokratischen Presse abgesehen, in der sudetendeutschen Provinz in diesen Septembertagen sich auch nicht«ine einzige sudeteudeutsche Zeitung fand, die den Bürgern die Gefahr und daS Grauen eines Krieges auf sudetendeutschem Schauplatz und eines Weltkrieges vor Augen geführt hätte. Noch gestern beispielsweise wagte Nach den bisherigen Meldungen herrscht vollkommene Ruhe in folgenden größeren Städten und Bezirken: In Träutenau, Reicherberg, Schluckenau, Komotau, Preßnitz, Böhm.-Leipa, Kaadcn. im Bezirke Tachau, im Bezirke Braunau, im Bezirke GraSlitz, im Bezirke Neudek, in Falkenau, in Teplitz-Schönau, wo die Mehrziihl der Geschäfte geöffnet ist, in Karlsbad,-in B'sckof» teinih, im Bezirk Dauba, in Rumburg, im Bezirke Böhmisch-Krumau, im Bezirke San',, im Bezirke Clbogen und im Bezirke Joachimsthal. Begräbnis der Opfer aus der Exekutive Prag. Am 17. September findet um 13.48 Uhr in Fallenau a. E. das militärische Begräbnis von acht Gendarmen statt, die in Ausübung des Sicherheitsdienstes ermordet und so zu Opfern des Aufstandes wurden. Es sind dies Oberwachtmeister Frantisek N o v ä k, Fähnrich Jan Koukol, Wachtmeister Josef Briäk, Wachtmeister Josef Falber, Wachtmeister Antonin K k e p e l, Wachtmeister Bäclav R ä j, Gendarm auf Probe Vladimir E e r n h und Gendarm auf Probe Stanislav R o u b a l. Die Leichen der genannten Gendarmen werden nach dem militärischen Begräbnis in ihre Heimat übergeführt, wo das kirchliche Begräbnis stattfindefl Das Begräbnis des Stabswachtmeisters Jan H e k m a n e k, der in Ausübung des Sicherheitsdienstes in St. SebastianSberg heimtückisch ermordet wurde, findet am 18. September um 18 Uhr in Unitice bei Roztok statt. es die„Brüxer Zeitung" das Mailänder Blatt„Regime Fascista" kommentarlos zu zitieren, um darauf hinzuweisen, daß„heute ein Krieg für die Demokratien nicht wie der von 1914 sei. Frankreich würde vor der unüberwindlichen deutschen VerteidigungSmaucr stehen und England hätte nicht nur keine aktive Unterstützung Irlands, sondern auch wahrscheinlich nicht der Dominien." Mit einem Worte: in dem Augenblick, in dem ungezählte Millionen anständiger und denkender Menschen in der ganzen Welt vor dem AuSbruch des Unermeßlichen zittern und da auch im sudetendeutschen Gebiet viele von den lange genug Betörten zu begreifen beginnen, worum es geht— noch in diesem Augenblick also versuchen die Schriftleiter, die Gehirne der Menschen zu umnebeln und ihnen verbrecherisch daS ungefähre Bild eines preußischen Spaziergangs vorzugaukeln, bei dem die Demokratien, natürlich voran die Tschechoslowakei, alles zu verlieren hätten, aber selbstverständlich Hitlerdeutsch« land und die SudetonaziS nur alles zu gewinnen! Wir sind davon überzeugt, daß Vernunft sich auch entgegen der sich Überschlagenden reichsdeutschen Rundfunkhetze und entgegen der Gewissenlosigkeit der heimischen Schriftleiterpreffe durchsetzen kann. Wir hoffen eS. Aber ob so oder so— den Herren Schriftleitern wird ihreHaltungvonheuteundmorgen keineswegs vergessen werden! So wie vor 1914 haben sie sich auch in diesen Wochen mit der fürchterlichsten Mitverantwortung für alle fluchwürdigen und verderbenbringenden Möglichkeiten beladen. Wiederum melden sie nicht tieWahrheit—, sogar die Flucht Henleins, Nachtisch für unerwartete Gäste (schnell und einfach herxustellen) 6 Semmeln werden in fingerdidte Scheiben geschnitten, mit etwas Wein oder Himbeersaft übergossen und darin eingeweicht. Die Scheiben werden mit Ei und Semmelbröseln paniert, in Keibern Ceresfett hellbraun gebacken und dann mit Staubzucker bestreut. - 100* Dreines Pflanzenfett Achtung! Dm adrig bleibende Ceres* Speisefett kann immer wieder sum Ausbacken verwendet werden, denn Ceres Ist unbegrenzt haltbar. Frank« und der übrigen Nazi-Größen suchen sie dem Volke zu verheimlichen!— sondern streuen ihnen Sand in die Augen und, weit' entfernt davon, auch nur einen Handgriff für die Republik und für die Demokratie zu tun, fühlen sie sich einzig und allein Herrn Ad olf Hitler unter st ellt. Nicht mit einem Worte hat diese verdammte Schriftleiterpresse gegen daS Uebermaß von Lügen protestiert, daS die deutschen Sender und die deutschen Zeitungen zumal in den jüngsten Tagen in die Welt setzten, mit nicht einem Worte haben sie die tollgewordenen Fanatiker zur Mäßigung zu verwarnen versucht, mit nicht einem Worte steuern sie etlvaS zum wahren Interesse de» sudetendeutschen Volke« bei. So bedenkenlos verfälschen sie die Wahrheit, so bedingungslos machen sie die Katastrophenpolitik Hitlers und Henleins mit, daß diejenigen, die sich in Sicherheit brachten, glauben durften, auch die Einstellung der„Zeit" werde an den Dingen nichts ändern, denn die„Reichenberger ZeituNg", der„Teplih-Schönauec Anzeiger", die„Brüxer Zeitung" und wie sie alle heißen, würden schon dafür sorgen, daß die Sudolendeut» scheu weiter im Sinne der davongelausenen„Zeit" unterrichtet würden. Da» haben die Herren Haupt- schristlciter denn auch gründlich besorgt— und haben dabei gar nicht bemerkt,, daß der Wind, der durch di« sudetendeutsche Bevöllerung und überhaupt durch die Republik weht, sich einigermaßen zu drohen beginnt. Die Tätigkeit der PreiSkommiffäre: 892 Kommissionen— 26 Bestrafungen. Die Tätigkeit der auS der böhmischen Provinz in Prag konzentrierten sechzig P r e i S k o m m i s s ä r e, die den Prager LebenSmittelmarkt kontrollierten sollten. geht sehr rasch vonstatten. Bisher wurden 292 Geschäfte kontrolliert. Die Kontrolleure richten ihr Augenmerk nickt nur auf die Preisgestaltung, sondern auck darauf, ob die Kaufleute au» spekulativen Motiven nicht Vorräte anhäufen. Bisher sind 26 Fälle den vorgesetzten Behörden zur Durchführung von Strafverfahren angemeldet worden. Propagandaministerium eingerichtet Prag. Der Präsident der Republik hat Freitag ein Handschreiben folgenden Wortlautes erlassen: „Herr Bavreöka. Ich ernenne Sie zum Minister. Dr. Milan Hodja m. p. Dr. Edvard Beneö m. p. Laut Information von Regierungsstellen wird der neuernannte Minister Hugo Bavreäka mit der Leitung de« zentralisierten Nachrichtendienstes betraut. kunclrnan In London eingetroffen Prag. Das Sekretariat der Mission Lord Runciman hat Freitag folgenden Bericht ouSge- gebcn: Lord Runeiman wurde Freitag um lü Uhr vormittags vom Präsidenten der Republik empfangen und reiste später in Begleitung de» Herrn Ashton-Gwatkin im Flugzeug nach London ab. Die Gattin des Lord Runciman und die übrigen Mitglieder der Mission bleiben in Prag. Um 3 Uhr nachmittags empfing die Mission den Abg. Dr. Angelo Goldstein, Jng. Ernst Frischer, Dr. Kohn-Schanzer und Dr. Viktor Fischl, die der Mission als Vertreter der jüdischen Partei in der Tschechoslowakei ein Memorandum vorlegten, Lady Runciman, Herr und Frau Peto, Herr und Frau Henderson und Herr Stephens nahmen Freitag abends an einem Mnstkabend teil, wobei ste einer Einladung Dr. Bouöeks und seiner Frau folgten. London. Lord Runciman ist auf dem Flugplatz von Croydon um 17.18 Uhr ringetrof. fen. Er«rllärte:„Die Situation ist äntzerst deli- tat. Sie liegt in Gotte» Hand." Abkürzungen: Dt. Sdg.= Deutsche Sendung.Na. Nachrichten. OK Orchesterkonzert. Sch. Schallplatten. TM= Tanzmusik. UM Unterhaltungsmusik. Vt.= Vortrag. Inland Rundfunk der Woche Dt. Na. 15.25 Volkslieder. 19.45 Das Prag- Melnik an allen Wochenta- Wohltätigkeitsfest, Drama. 20.20 UM. gen: 6.00-8.00 Morgensdg. 12.30 Mähr. Ostrau: 8.00 Arbeiterfk. Vt. Nachrichten. 12.45 Schallpl.- Konz. ü. Arbeiterakademie. 9.35 Sch. 15.30 14.00 Börse. 19.15 u. 22.15 Nachrichten. UM. 17.00 Vt. ü. Sommerlager. 18.50 Prag an allen Wochentagen: 6.00 Dt. Na. Morgensdg. 8.45 Sicherheitsdienst. 10.45 Frauenfunk. 11.55 Landw. 13.50 Industrie. 16.00, 19.00 u. 22.00 Na. Sonntag, 18. September Prag- Melnik: 9.00 Gottesdienst a. Zettlitz bei Karlsbad. 10.00 Sch. 10.10 Hörf. ü. Theodor Fontane v. Dr. Emil Faktor. 11.00 Symph. Konz.( Sch.) 12.00 Lieber Hörer! 12.05 Presse. 12.25 KO( Dir. Fritz Rieger). 13.30 Gerh. Hüsch singt Lieder aus Schuberts ,, Winterreise" u. Die schöne Müllerin"( Sch.) 14.00 Bauernpredigt. 14.15 bis 14.30 Arbeitersdg. 18.00 Aus Böhmens musik. Schatzkammer( OK.) Werke v. H. F. v. Biber( Cembalo: Fr. Holeček). 18.30 Herbstlicher Wein, Sch.- Folge. 19.15 Na. 19.30 Sportber. 19.40 Lachen ist gesund ( Sch.). 20.30 Ruff u. Hurvin spielen auf 2 Klavieren. 21.00-22.00 Prager Kirchen u. Kapellen. Hörf. v. Multerer. 22.00-22.15 Sch. 22.15 Na. 22.35 bis 23.30 TM( Sch.). Prag: 6.45 Morgensdg. 7.20 Sicherheitsd. 7.30 UM. 8.00 Arbeiterfk, 8.20 OK. 8.45 Erwägungen. 9.00 Lieder. 9.30 Industrie. 9.45 Popul. Konz. 10.40 Dvořák: Slaw. Tänze. 11.00 Tschech. Chöre. 11.30 OK a. Preßb. 12.05 Na. 12.25 Buntes Progr. 14.10 Sch. 15.30 UM a. Ostrau. 17.00 Vt. 17.15 UM. 17.45 Buntes Progr. 18.15 Der Einzige, Episode. 18.30 Blaskonz. 19.00 Na. 19.20 Sch. 19.30 Rusalka, Oper v. Dvořák. 21.15 Von d. Janáček- Ausstell. 22.15 Na. 22.40 TM. Brünn: 9.00 Tartini: Sonate G- dur f. Violine u. Cembalo. 9.15 Ges. a Sch. 14.10 Dt. Landw. 17.35 Dt. Sdg. Christl. Ballade u. Legende; Wenn an d. Donau d. Trauben reifen, Hörf.; Der Ausflug, Hörf. v. F. Nagl. 18.50 Ausland Sonntag, 18. September Deutschlandsender: 9.00 UM. 11.30 Festkonz. 12.30 Mus. a. Flensburg. 14.00 Hein Oi u. d. Teufel. Spiel nach Fr. Blunck. 14.30 UM. 15.00 Polnische Volkslieder. 16.00 Fußballk. Deutschg. Polen. 16.40 UM. 18.00 Herbstnacht i. d. Heide, Hörsp. um Löns. 18.30 Klaviermus. von Chopin. 20.10 Falstaff, Opernnovelle ü. Verdi. 22.30 Kammermus. 23.00 OK. 1.05-2.00 UM. Montag, 19. September tuelle zehn Minuten. 18.45 Schrammelmus. 19.30 Gust. Lerch: Zur Geistesgeschichte d. Bauernbefreiung. 19.45 Der fidele Bauer, Operetterv. Leo Fall. 21.45 Aus schönen Büchern ( Aus den Geschichten aus d. Salzburgischen" v. Joh. Freumbichler). 22.30-23.00 Moderne Mus.( Dir. K. Ančerl). Strawinsky: Geschichte vom Soldaten. die v. Oscar Wilde. 21.15 OK. 22.30| Sdg. Burgruinen im Sudetengebiet: bis 23.00 OK( Mus. v. Lehár). Jugendstd. 18.20 Arbeiterfk. Sozialinf. Prag: 12.10 Sch. 12.45 OK a. Ostrau. 19.25 Mähr. Gelage, Volksbild. 20.00 15.15 UM a. Kaschau. 16.35 BlasquinPopul. Konz. 22.20 Sch.- Revue. tett. 17.25 Kulturber. 18.20 UM. 19.25 Mähr. Ostrau: 10.35 Sch. 15.45 Sch. 19.30 Masaryks geistiges VerNordmähr. Burgruinen. 17.40 Luftrei- mächtnis. 20.00 OK a. Brünn. 20.45 sen in Polarzonen. 18.00 TM. 18.20 ArHerbstverse. 21.00 Uebertragung v. beiterfk. Vt. ü. Bildungsarbeiten. 18.30 Janáček- Festival. 22.25 Esperanto a. TM. Prag: 12.10 Sch. 12.45 OK a. Mähr. Ostrau. 15.15 UM. 15.45 Film u. Armee. 16.10 UM a. Brünn. 17.10 Jugendstd. 17.30 Brahms: Trio Es- dur f. Klavier, Violine u. Waldhorn. 18.10 Arbeiterfk. Aktualitäten. 19.25 Mil. Mus. a. Kaschau. 20.45 Vt. ü. d. siebzigjährigen Klofáč. 21.00 UM a. Preßbg. 22.20 UM a. Brünn. Brünn: 11.50 Sch. 13.50 Industrie. Prag- Melnik: 8.00-8.05 Schulfk. 10.15-11.00 Sch. 12.15 Vt. Prof. Ernst Ziak: Steuern u. Gebühren. 18.00 Kinderstd. Am Lagerfeuer". 18.30 Katechet Georg Stumpf: Der Katechet als 15.45 Vt. ü. gefährl. Pilze. 16.10 UM. Freund d. Jugend. 18.45 OK. 19.30 16.40 Buntes Progr. 17.40 Dt. Sdg. ArSch. 19.45 Aus d. tschech. Kulturle- beitersdg. Soziale Inform. Fürsorgeben. 20.00 Beim Fürsten Esterhazy arbeit d. Gemeinde Brünn; Landw. Horbild um Jos. Haydn. 21.00 Die 18.20 Musik. Wochenschau. 18.30 Sch. Verpflegung einer Stadt, Report. 21.30 Mähr. Ostrau: 12.45 OK. 13.50 InOK. 22.00 Aus schönen Büchern dustrie. 15.45 Poln. Vt. 17.30 Lieder. ( Oskar Wilde: Der glückliche Prinz). 18.10 UM. 20.45 Vt. ü. Programm d. 22.30 Sch. 22.40-23.00 Na. Prag: 12.10 Sch. 12.45 OK a. Preßb. 13.50 Arbeitsmarkt. 15.15 UM a. Kaschau. 16.10 UM a. Kaschau. 17.05 Kinderstd. a. Ostrau. 17.40 Klaviersonate. 18.10 Arbeiterfk. Vt. ü. Upton Sinclair. 18.20 UM. 19.25 Radiorevue a. Brünn. 20.25 Stahlhände, Hörsp. 21.25 Streichquartett. 22.20 Sch. Brünn 12.00 Landw. 13.50 Arbeitsmarkt. 17.20 Balalajka- Konz. 17.40 Dt. Sdg. Lieder v. Carl Loewe; Rud. Bittner: Herbstzauber. 18.20 Neue engl. Literatur. 18.35 Arbeiterfk. 19.25 Radiorevue. Mähr. Ostrau: 10.45 In d. Pflaumenzeit. 15.45 Hechtfang. 17.05 Kinderstd. 17.20 Blasmus. 18.00 Sch. 18.10 Dt. Sdg. Arbeitersdg. Aktualitäten. Liederkonz. Dienstag, 20. September Prag- Melnik: 10.15 F. d. Frau: Einsiedekurs( Gemüse). 10.30 Carl Maria v. Weber- Stunde( Ges. Tilly de Garmo, Klav. Edith Steiner- Kraus). 11.10 Schulfk. Querschnitt durch Hans Heiling". Oper v. Marschner. 11.50 Sch. 18.00 Erna Bergener singt( Klav. R. I. Schubert). 18.30 Lebendes Tschechisch( Dr. Paul Eisner). 18.45 Sch. 19.30 OK. 20.00 Bunbury, KomöMontag, 19. September Deutschlandsender: 12.00 Musik a. Leipzig. 14.00 Sch. 15.15 Walzer ( Sch.) 16.00 OK a. Leipzig. 18.00 Konz. 19.15 Sommerabend im Dorf, Hörf. m. Liedern. 20.10 Konz. d. Berl. Philh. 22.30 Kammermus. 23.00 UM. 24.00-2.00 UM a. Frankf. Berlin: 12.00 OK a. Hambg. 14.15 UM. 15.15 UM. 17.00 UM. 20.10 Kammermus. 21.00 UM. 22.30 OK a. Köln. 24.00-3.00 Mus. a. Köln. Breslau: 12.00 OK a. Leipzig. 14.00 Sch. 16.00 Konzert a. Leipzig. 17.00 UM a. Gleiwitz. 19.00 UM. 20.10 AbBerlin: 11.00 Hörf. 11.30 Schubert- schied v. Sommer, Hörf. 23.30-3.00 Sch. 12.00 UM. 14.00 Sch. 15.30 UM. Mus. a. Köln. 16.00 UM a. Saarbr. 18.00 UM. 19.20 UM. 20.10 Lieder u. Tänze( OK u. Chor). 22.30 UM. 1.00-3.00 Mus. a. Hambg. Breslau: 10.05 Sch. 12.00 Mus. a. Berlin. 14.30 Sch. 16.00 UM. 18.00 Hörf. ü. Spitzweg. 19.30 UM. 22.45 UM a. Berlin. 24.00-3.00 Musik aus Hamburg. Leipzig: 10.00 Sch. 12.00 UM aus Berlin. 14.05 Sch. 15.20 Nord. Klaviermusik. 16.40 UM. 18.00 Vt. ü. Besteigung der Eiger- Nordwand. 18.15 UM. 20.10 Symph.- Konz. 22.30 TM a. Stuttg. 24.00-3.00 Mus. a. Hambg. Wien: 9.30 UM a. Berlin. 13.00 OK. 14.00 Sch. 15.35 Haydn: Streichquartett C- dur. 16.00 UM. 18.00 Vt. über Eiger- Nordwand. 18.15 Konz. 20.50 Mus. a. Saarbr. 22.30 UM. 24.00-3.00 Mus. a. Hambg. Beromünster: 16.45 Titus, Oper v. Mozart. 18.05 Hindemith: Sonate f. Klavier. 18.45 UM. 19.25 Lieder des Arbeiterinnenchors Ostermundingen. 20.00 Schweizer Mus. 20.50 Hörf, ü. Pestalozzi v. E. Bringolf. 21.50 Schweizer Lieder. Straßburg: 17.00 UM. 19.30 Lieder. 20.30 Blasmus. 21.00 Elsäss. Std. 23.00 TM. Mailand: 17.15 UM. 21.00 Die Witwe, Lustsp. v. Simoni. 23.15 TM. Warschau: 17.40 UM. 18.40 Wochenschau. 20.05 Sch. 21.00 Heitere Sdg. 22.00 Hörf. ü. Krakau. Budapest: 17.00 Jazz. 18.30 UM. 20.10 Hörsp. 22.20 Mil. Konz. 23.30 Sch. Moskau- Komintern: 17.30 Konzert. 18.00 Volkslieder. 19.00 Solistenkonz. 21.30 Na. Nachrichten in deutscher Sprache ( außer Sonntags) Sch. 15.40 Vt. ü. d. Dichterin Lulu v. Leipzig: 12.00 OK. 14.00 Sch. 15.25 Strauss u. Torney. 16.00 OK. 18.20 Lieder. 19.00 Kammermusik. 20.10 TM. 22.30-3.00 Mus. a. Köln. Wien: 12.00 OK a. Hambg. 14.10 Sch. 16.00 OK a. Leipzig. 18.00 Vt. ü. Grimms Märchen. 18.20 Sch. 18.40 Hörbilder v. Hafenstädten. 20.10 UM. 21.25 Pech muß man haben, lust. Szene. 22.30-3.00 Mus. a. Köln. Ostrauer Oper. Mittwoch, 21. September Prag- Melnik: 10.15 Schulf. Vorsicht auf d. Schulwege!" 10.35-11.00 Sch. 12.10 Sch. 12.15 Alexander Ferrini: Vor d. Globus. 13.50 Arbeitsmarkt. 18.00 Jugendstd. ,, Entdecker". 18.20 Arbeitersdg. Dr. Sylvia Eltz: Krieg u. Völkerrecht. 18.40 Sozialinform. 18.45 Blaue Stunde( Ges. Wilma Kürer, Rolf Hartman, Klav. R. Ruff). 19.30 Das deutsche Handwerk, kulturhist. Hörfolge. 20.00 UM. 20.50 Beethoven- Konz.( Dir. Fr. Rieger). 21.20 Dr. Doležal: Der liter. Widerhall v. T. G. Masaryks Tod. 21.40 Alte heimische Musik auf alten Instrumenten( Kammermusikvereinigung Pro arte antiqua"). 22.30-23.00 Popul. Mus.( Sch.). Prag: 12.10 Sch. 12.45 Buntes Progr. a. Kaschau. 15.15 Sch. 16.10 Popul. Konz. 17.40 Sch. 18.10 Vt. ü. Schule u. Familie. 18.20 UM. 19.15 Polit. Aktualität. 19.25 Mähr. Gelage a. Brünn. 20.55 Herbstsymphonic. 22.20 Klavierkonz. 22.50 Sch. Brünn: 10.00 Sch. 12.00 Landw. 13.50 Arbeitsmarkt. 14.10 Landw. 17.40 Dt. Donnerstag, 22. September Brünn. Brünn: 14.10 Landw. 17.05 Sch. 17.25 Dt. Sdg. Weinkost auf dem Prag- Melnik: 10.15 F. d. Frau: Im Lande, Hörsp., Sch., Saxophonsolo, Foyer, eine Plauderei f. Theaterfreun- 20.00 OK. 22.25 Esperanto- Na. 22.25 de. 10.45-11.00 Sch. 12.10 Sch. 18.00 Sch. Kammermus.( Viola: Anton Krafft, Mähr. Ostrau: 12.45 OK 17.05 Neue Cello: Fr. Holeček). 18.20 Landw. Bücher. 17.15 Lieder. 17.35 Violinmus. 18.45 Sch. 19.00 Polit. Wochenschau. 18.10 Dt. Sdg. Elternschulung( Seh-. 19.30 Georg Fr. Händel u. Reinhard Hör- und Sprechstörungen im KinKeiser, Hörf. 20.00 Sch. 21.30 Kam- desalter). mermus.( Prager Streichquartett). 22.00 Sch. 22.30 TM. Prag: 12.10 Sch. 12.45 OK a. Preßbg. 15.15 Mil. Konz. a. Preßbg. 16.10 OK a. Mähr. Ostrau. 17.10 Literatur. 17.40 Lieder. 18.40 Lieder. 18.10 Arbeiterfk. Vt. ü. Klofáč. 18.20 UM. 19.15 Aktualitäten. 19.25 Opernstd. 20.35 Menschen auf d. Eisscholle, Schausp. v. V. Verner( a. Brünn). 22.20 TM a. Ostrau. Brünn: 13.50 Dt. Arbeitsmarkt. 17.40 Dt. Sdg. Arbeitersdg. Ferd. Jurda: Die Sozialversicherung im Auslande, Ing. Hubert Golda: Die Vögel ziehen fort. 18.35 Arbeiterfk. 20.35 Menschen auf d. Eisscholle, Schauspiel v. V. Verner. Mähr. Ostrau: 16.10 Popul. Konz. 16.45 Buntes Progr. 17.40 Sch. 18.00 Sch. 18.10 Dt. Sdg. Dr. Walter Michalitschke: Neue Bücher; Eva Peter: Heitere Kinderstd. 22.20 TM. Freitag, 23. September Prag- Melnik: 8.00-8.05 Schulfk. 10.15-11.00 Trostreiche Stunde( Ges. Hilde Raave). 12.15 Anton Wagner, Reichen: Ueber die Entstehung der Welthilfssprache Esperanto. 18.00 Lieder( Ges. Reine Hallaperä). 18.20 Sportorakel. 18.35 Arbeitersdg. AkWien: 12.00 OK a. Frankf. 14.10| musik. 20.10 Konzert d. Berl. PhilUM. 15.30 Sch. 16.00 UM. 18.30 UM. harm. 22.30 Kammermus. 23.00 OK. 21.15 Schubert- Konz. 22.30 TM aus 24.00-2.00 OK a. Stuttg. Köln. 24.00-3.00 OK. Beromünster: 18.00 UM( Sch.) 19.00 Honegger: Pacific 231( Sch.) 19.05 Hindemith: Sonate f. Klavier. 19.25 Völkerbundsber. 19.55 Burleskes Hörspiel. 21.10 OK. 22.00 TM( Sch.). Straßburg: 17.00 UM. 18.00. Sdg. d. Arbeiterhochschule. 18.30 Sonate für Violine u. Klavier. 20.30 Tänze( OK). 21.15 Bunte Sdg. Mailand: 19.30 OK. 21.00 Passionsmusik. Budapest: 18.00 Zigeunermusik. 19.20 OK. 21.30 Konz. 23.10 Jazz. 18.30 Konz. 19.00 Konz, 20.00 Konz. Moskau- Komintern: 16.30 Musik. 21.30 Na. Mittwoch, 21. September Deutschlandsender: 12.00 Musik aus Berlin: 12.00-14.00 OK aus München. 14.15 UM. 15.15 UM. 16.30 Kammermusik. 17.00 Sch. 18.00 UM. 19.00 Sch. 20.15 UM a. Frankf. 22.30 UM a. Stuttg. 24.00-3.00 OK a. Danzig. Breslau: 12.00 OK a. Gleiwitz. 14.15 UM a. Berlin. 16.00 OK a. Görlitz. 18.20 Klaviermus. 19.00 Hörf. ü. Arabien. 20.10 OK( Werke v. Wagner). 22.30 UM a. Stuttg. 24.00-3.00 Mus. a. Danzig. Leipzig: 12.00 OK a. München. 14.00 Sch. 16.00 OK, 18.20 Kammerkonz. 20.10 Wiener Volkssänger. 22.30 UM a. Stuttg. 24.00-3.00 Mus. a. Danzig. Wien: 12.00 OK. 13.15 OK. 14.10 Opern- Sch. 15.30 Ballettmus.( Sch.) 16.00 OK a. Leipzig. 18.00 TM. 19.09 Mus. f. Viola. 20.10 Wiener VolksDanzig. 14.00 Sch. 15.15 Schöne Stim- sänger. 22.30 UM a. Stuttg. 24.00 bis men( Sch.) 16.00 OK a. Leipzig. 17.00 3.00 Mus. a. Danzig. Ungar. Musik. 17.30 Zeitgen. Musik. 19.15 UM. 20.10 Kammermus. 20.30 Der Weise u. der Ruhm, Gespr. v. Paul Ernst. 21.10 UM. 22.30 KammerBeromünster: 17.00 UM. 18.30 Vt. ü. Seide. 19.55 Ital. Mus. 21.15-22.15 Wochenschau und Schweizer Dialekt- musik. 23.00 OK. 24.00-2.00 Konzert sdg. aus Frankfurt. Straßburg: 17.00 Mus. 18.30 Poln. Volkslieder. 19.30 Sch. 20.30 Französ. Theater. Mailand: 19.30 UM. 21.00 Kammermusik. 21.40 Revue. 23.15 TM. soli. 19.30 UM. 21.10 UM. 22.00 Warschau: 17.25 UM. 18.10 KlavierKammermus. v. Haydn bis Ravel ( Sch.) Budapest: 17.30 Zigeunermus. 18.45 Klaviersoli. 21.00 OK. 22.10 UM. 23.10 Zigeunermusik. Moskau- Komintern: 18.30 Popul. Musik, 19.00 Liter, Progr. 20.15 Konzert. 21.30 Na. Dienstag, 20. September Deutschlandsender: 12.00 Mus. aus Stuttg. 14.00 Sch. 15.15 Sch. 16.00 UM. 18.15 Schubert: Klaviertrio B- dur. 19.15 UM. 21.15 OK m. Solisten. 22.30 Beethoven: Sonate f. Horn u. Klavier. 23.00 Lieder u. Tänze. 1.05 bis 2.00 Konz. a. Stuttg. Berlin: 12.00' Konz. a. Frankf, 14.15 Sch. 15.00 UM. 16.00 OK a. Königsberg. 18.00 UM. 19.00 UM. 20.10 UM. 21.15 Zauber d. Stimme.( Sch.) 22.30 TM a. Köln. 24.00-3.00 Konzert aus Wien. Breslau: 13.15 OK. 14.15 UM a. 5.45 Paris Mondiale. 7.55 Luxem- Köln. 16.00 OK. 18.30 Heitere Klaburg. 8.20 Straßburg. 10.05 Brünn. viermusik. 19.15 Mus. Hörfolge. 20.30 12.30 Prag- Mělník. 13.55 Brünn. 14.00 Die Fahne, Hörsp. 22.30 TM a. Köln. Prag u. Preßbg. 18.15 Moskau. 18.45 24.00-3.00 Musik aus Wien. Brünn, Mähr. Ostrau u. Preßbg. 19.00 Leipzig: 12.00 OK a. Frankf. 14.00 Luxemb. 19.15 Prag- Mělník. 19.45 Be- Sch. 16.00 UM a. Köln. 18.00 Volksromünster. 20.00 Straßburg. 22.00 mus. a. Schweden. 18.25 Vt. ü. Kölner Moskau. 22.15 Prag- Mělník. 22.30 Dom. 18.45 Mus. Kabarett. 22.30 TM. Straßburg. 22.50 Bukarest. a. Köln. 24.00-3.00 Mus. a. Wien, Berlin: 12.00-14.00 OK a. Stuttgart. 14.00 Sch. 16.00 UM a. Gleiwitz. 18.00 Hörf. ü. Breslau. 19.00 UM a. Gleiwitz. 21.00 TM. 24.00-3.00 OK a. München. Breslau: 12.00 OK a. Stuttg. 14.00 folge über Breslau. 19.00 UM a. GleiSch. 16.00 UM a. Gleiwitz. 18.00 Hörwitz. 21.00 TM. 24.00-3.00 OK aus München. Leipzig: 13.15 OK a. Stuttg. 16.00 UM. 21.00 OK. 22.30 Mus. a. Wien. 24.00-3.00 Mus. a. München. Wien: 12.00 OK. a. Stuttg. 14.10 Sch. 16.00 OK a. Salzburg. 18.20 Serenaden. 18.40 Hörbilder a. d. Gailtal. 21.00 OK. 22.30 Mus. aus Wien. 24.00-3.00 OK a. München. Beromünster: 17.00 Herbsttage, mus. Zyklus. 17.35 UM. 18.30 Sch. 19.10 Sch. 19.25 Vt. ü. Zool. Garten, 19.55 OK. 21.25 TM( Sch.) Straßburg: 17.00 OK. 18.30 Lieder u. Cellomusik. 20.30 Tanz- Suite von Chopin. 21.15 OK m. Solisten. Mailand: 17.15 TM. 17.50 Kammermus. 21.00 OK. 22.10 Orgelkonz. 22.40 TM. 23.15 TM. Budapest: 17.30 Werke v. Sarasate 22.20 ( Sch.) 20.10 Ges. 21.00 OK. Zigeunermus. 23.10 TM( Sch.) 21.30 Na. 23.00 Deutsches Progr. Moskau- Komintern: 17.30 Oper. Donnerstag, 22. September Beromünster: 18.10 Sch. 19.10 Sch. 19.20 Hist. Vt. 20.00 UM. 21.10 Columbus, Hörsp. v. Scheffler. 21.45 TM. Straßburg: 18.30 Orgelkonz. 19.30 UM. 21.00 Lustsp. v. Pirandello. 23.15 TM. Budapest: 17.00 Ges. 18.10 Orgelkonz. 19.20 Zigeunermus. 20.00 Hörspiel. 22.30 Mil. Konz. 23.10 Jazz. Moskau- Komintern: 16.30 Volksmusik. 18.00 Opern- od. KonzertUebertr. 21.30 Na. Freitag, 23. September Deutschlandsender: 12.00 Mus. aus Hambg. 14.00 Sch. 15.15 Kinderlieder. 16.00 UM. 17.00 Aus junger Dichtung 1. Musik. 18.00 Gerh. Hüsch singt. 18.30 Sch. 19.15 UM. 20.10 Romeo u. Julia, Tragödie v. Shakespeare. 21.45 Ital. Arien( Sch.) 22.30 Kammermus. 23.00 Tschaikowski- Konz, 24.00-2.00 UM a. Frankf. Samstag, 24. September Prag- Melnik: 10.15 F. d. Frau: Dr. Alice Ertl: Kinderturnen. 10.30-11.00 Sch. 12.10 Blasmus.( Kapelle Harmonie"). 12.45 Sch. 14.10 Jugendstd. ( Wehrerziehung). 14.40-15.10 OK ( Werke v. Lehár). 18.00 OK( Dir. Fr. Binder, Ges. Julius Guttmann). 18.30 UM. 19.30 Feierabend v. Multerer. 20.15 Richard Strauß- Abend( OK). Dir. Fr. Rieger, Ges. Kurt Baum, Jos. 21.10 Buntes Progr.( Klav. R. I. SchuSchwarz, Rud. Bandler, Lore Meyer. bert, Dr. Kurt Behr). 22.30-23.30 TM ( Sch.). Prag: 12.10 Sch. 12.45 OK, 15.20 UM. 16.50 Theater f. d. Jugend. 17.50 Arbeiterfk. Vt. ü. soziale Verhältnisse d. Landarbeiter. 18.20 Konz. 19.20 Buntes Progr. a. Ostrau. 20.35 Der Korsar, Operette a. Preßbg. 22.20 Sch. 22.35 TM. Brünn: 13.50 Industrie. 14.10 Landw. 17.35 Sch. 17.40 Dt. Sdg. Klavierkonz. 18.25 Sch. 18.35 Kunstber. Mähr. Ostrau: 15.00 Hebräische Lieder. 17.35 Sch. 17.50 Sch. 18.00 Sch. 18.20 Arbeiterfk. Vt. ü. Karwiner Bergleute i. d. Vergangenheit. 18.30 Sch. 19.20 Buntes Progr. Beromünster: 17.00 OK, 18.00 Kinderstunde. 18.45 Wochenschau. 19.10 Brahms- Trio a- moll. 19.55 Kantate. 20.20 Hörsp. ü. Pirandello v. W. Franke. 21.10 Sch. 21.30 Sch. 21.45 Zeitgen. Komponisten. Straßburg: 18.30 Lieder u. Klavier. 19.30 Mus. 20.30 Faust- Konz, 23.00 Symph. Konz. Neapolit. Lieder( Sch.) 22.00 BlasMailand: 17.15 TM. 19.30 UM. 21.00 musik. 23.15 TM. Warschau: 17.05 TM. 18.10 Klavierkonzert. 19.00 Lieder u. Arien. 19.30 UM. 21.10 Hörf. m. Mus. 22.00 Symph. Konzert. Budapest: 17.25 Klaviersoli. 18.00 Zigeunermusik. 19.40 Aida, Oper von Verdi. 23.10 Zigeunermus. Moskau- Komintern: 16.30 Musik. 17.30 Oper. 21.30 Na. 23.00 Deutsches Programm. Samstag, 24. September Deutschlandsender: 12.00 Mus, aus Königsbg. 14.00 Sch, 15.15 Sch. 16.00 UM. 18.05 Kammerkonz. 19.15 Jery u. Bätely, Singspiel v. Goethe. 20.10 Die lustige Witwe, Operette v. Lehar, 22.30 Bach: Präludium u. Fugen a. d. 24.00-2.00 Konz. a. Stuttg. Wohltemperierten Klavier. 23.00 UM. Berlin: 12.00-14.00 Konz. a. Wien. 14.15 Sch. 16.00 UM a. Köln. 18.00 Opern- Sch. 20.10 UM. 22.30 TM. 2.00 bis 3.00 Mus. a. Breslau. Breslau: 12.00 OK. 14.00 Sch. 16.00 UM a. Frankf. 18.40 Andalus. Tänze. 20.10 TM. 22.30 TM a. München. 24:00 bis 3.00 UM, Sch. 16.00 OK m. Solisten. 19.00 Leipzig: 12.00 OK a. Wien. 14.00 Tänze u. Lieder a. d. 18. Jahrh. 20.10 Der Prinz von Thule, Operette von Wallek u. Kahr. 22.30 TM a. Berlin. 2.00-3.00 Musik aus Breslau. Wien: 12.00 OK. 14.10 Sch. 15.30 Vt. ü. engl. Volksleben. 16.00 OperettenUM. 15.15 UM. 17.00 Sch. 18.00 UM. konz. a. Stuttg. 22.30 UM. 24.00-3.00 Berlin: 12.00 Konz. a. Saarbr. 14.15 19.00 Sch. 20.10 Klaviermus. v. Mozart. 20.30 UM. 21.30 Symph.d. Groß24.00-3.00 Mus. a. Königsberg. stadt( OK). 22.30 Konz. a. Leipzig. Breslau: 13.15 Mus. a. Hambg. 14.00 Sch. 16.00 UM a. Danzig. 19.15 Kammermusik a. Görlitz. 20.10 Bunte Std. 22.30 UM. a. Görlitz. 24.00-3.00 Mus. a. Königsbg. UM a. Breslau. Beromünster: 18.30 Ländlermusik. ( Sch.) 19.30 Ballettmus.( Sch.) 19.55 Mil. Mus. 20.20 Popul. Abend. 22.15 TM( Sch.) Rimsky- Korsakoff. 19.30 Konzert aus Straßburg: 17.00 OK. 18.00 Mus. v. Rennes. 20.30 Heitere Mus. 21.00 Sch. 21.15 OK. 23.00 TM. Mailand: 19.30 UM. 21.00 Arlésionne, Oper von Cilea. Leipzig: 13.15 Konz. a. Saarbr. 14.00 Sch. 16.00 UM a. Danzig. 18.20 Konz. a. Paris. 22.45 OK. 24.00-3.00 Musik. 19.00 Lieder. 21.10 UM. 22.00 Kammerkonz. 19.00 Blasmus. 20.30 Warschau: 17.00 TM. 18.10 Alte Mus. a. Königsbg. Ueberraschungen. Wien: 12.00 Konz. a. Saarbr. 14.10 Sch. v. Dtschl.- Sender. 15.30 Zeitgen. Deutschlandsender: 12.00 OK a. Klaviermus. 16.00 OK. 19.20 HeimatBreslau. 14.00 Sch. 15.15 Hausmusik. lieder( Sch.) 20.10 Sch. 20.30 Konz. 15.40 Virtuose Mus.( Sch.) 16.00 UM. a. Paris. 22.50 Konz. a. Leipzig. 24.00 17.10 UM a. Leipzig, 18.30 Klavier- bis 3.00 Mus. a. Königsberg. musik. 20.15 Zarah Leander singt. Budapest: 17.25 OK, 19.00 Zigeuner21.40 OK. 23.10 TM( Sch.) Moskau- Komintern: 17.30 Musik. 18.00 Musik. 19.00 Konz. 21.30 Na. Mr. 219 Die Schweiz in Abwehrstellung 3. W. Zürich, 14. September. Raum in einem anderen Land, das nicht " Partei" ist, wird die Entwicklung der tschechoslos walischen Frage jest mit ähnlicher Spannung verfolgt wie in der Schweiz. Das hängt mit den Sympathien zusammen, die man in der demolcas tijchen Schweiz für den Kampf um die tschechoslos wafische Demokratie empfindet, aber auch mit den Befürchtungen, die die Schweizer um ihr eigenes Land haben. Noch vor einem Jahr erschien es absurd, daß der Griff Deutschlands bis in die Schweiz reichen könnte, aber in diesem einen Jahr ist viel geschehen, das auch unmöglich schien, und es gibt viele Menschen in der Schweiz, die fürch ten, Deutschland könnte auch die Deutschschweizer zu den Deutschen außerhalb des Dritten Reiches rechnen, die eigentlich zum Reich gehören". Vorbei ist die ruhige Beschaulichkeit und Sicherheit, welche aus der Schiveia ein fleines Paradies machte. Wir waren in Basel auf der Rheinbrüde. als Arbeiter die Brüde aufrissen und große Minen hinein versenkten. Viele Menschen standen dabei und schauten mit einem Gemisch von Ungewißheit und Furcht auf die andere Seite des Rheins. Was geht dort vor? Wird es eines Tages nötig sein, die Brücke in die Luft zu sprengen, um einem unerwünschten Eindringling den Durchmarsch zu versperren? Samstag, 17. September 1938 England und der Völkerbund Genf. In einer Plenarsizung der Bollvers wird die englische Regierung weiter ein sammlung des Bölferbundes sprach der englische Se o m promiß auf Kosten der Bertreter Lord de la warre. Er sagte, er Grundprinzipien annehmen, die in der teile in der Frage des fakultativen Charalters Bräambel des Völkerbundes festgestellt sind." und des Artikels 16 den Standpunkt der Delo sie wird jederzeit ihr Möglichstes tun, damit diese Gruppe. Man müsse den Mut haben, sagte er, die Prinzipien in der ganzen Welt anerkannt werden. wirkliche Situation ehrlich anzuerkennen. Wahr- Im Batte felbst ist kein bedenklicher Fehler au fcheinlich habe man auch die Zwangsmaßnahmen finden und die juridische Grundlage der Insti und die endlose Aufrechterhaltung des Status quo in der Interpretierung des Baltes allzuschr tution darf nicht geändert werden." Als Gegenbetont. Dann aber gab de la Barre eine Er- leistung für die Anerkennung des fakultativen flärung ab, die beachtenswert ist, weil sie Eng- Charakters der follettiven Bwangsmaßnahmen lands positive Stellung zum Wölferbund präzis fordert er alle Staaten auf, den Grundsat fiert. Die englische Regierung ist fest entschlossen, der Abwehreines Angriffes gegen den Völkerbund aufrechtzuerhalten, da die Not- ein Mitglied des Böllerbundes wendigkeit eines Mechanismus der internationa- auf rechtzu erhalten, da es sich um einen len Zusammenarbeit größer erscheint als je. Ob- Grundsatz handelt, der die größte Bedeutung für wohl fie geneigt ist, sich der Auffaffung der ftan- die Zukunft des Völkerbundes hat, der alle Mitdinavischen Staaten in der Frage der vorläufigen glieder interessiert und der eine Haltung der Interpretierung des Artikels 16 anzuschließen, Gleichgültigkeit nicht erlaubt". England will ,, ehrenvollen Frieden" Der Daily Telegraph" bemerkt in seinem Leitartikel über die Berchtesgadener Reise Chamberlaina u. a.: Die authentischen Berichte von Augenzeugen, ganz zu schweigen von den Verlustlisten, befunden die Absurdität der Behauptung, daß die Sudetendeutschen„ wehrlos" waren... Jeder, auch die unmittelbar streitenden, müssen sicher anerkennen, daß ein europäischer Krieg das unwirtsamste Mittel wäre, den Streit zwischen Tschechen und Sudetendeutschen zu schlichten. Das Broblem fann nur von der Vernunft, nicht von der Gewalt gelöst werden... Aber eins ist außer Rexisten nach FS- Muster Brüffel. Im Rahmen der Erhebungen über die militärischen Organisationen der Registen in den Reihen der flämischen Nationalisten wurden Hausdurchsuchungen bei den Abgeordneten Daye und Wylie durchgeführt. Es wurden zahlreiche Dokumente beschlagnahmt und Schriften entdeckt, bie die militärische Organisation der Truppen beweisen, auch Dokumente, die darauf hinweisen, daß Pläne zum Eindringen in die Armee, Gendarmerie und Polizei vorbereitet wurden. Japanische Offensive Seite 7 Die Verteidigungsminister bei Chamberlain Englands vier Verteidigungsminister, Sir Kings leh Wood, Hore- Belisha, Duff Cooper und Sir Thomas Instip sowie die Vertreter der drei Ge neralſtäbe hielten zusammen mit dem englischen Premierminister, bevor diefer sich nach Deutsch land begab, eine Konferenz ab. Hier begeben sich Viscount Gort, der Chef des Generalstabes, Duff Cooper und Sir Roger Backhouse, der erste Seelord der britischen Admiralität( von links nach rechts), nach Downing Street 10. am Jangtse eingestellt Die chinesische Gesandtschaft in Prag stellt folgenden Bericht über die gegenwärtige Lage auf Wer sind die Opfer des Putsches? den chinesischen Kriegsschaupläßen zur Verfügung: Der chinesische Generalstab teilt mit, daß die Prag. Die Abgeordneten Msgr. Bohumil jopanische Offensive an beiden Ufern des Ingtse Stašet, Dr. Martin Mičura, Oldřich Dtáhal, endgültig eingestellt wurde, obwohl die Japaner Dr. Josef Patejdl, Ferd. Richter, Dr. Jaroslav in den letzten Stämpfen immer mehr Giftgas ver- Stránský, Dr. Lad. Rašin, Ing. Dr. Frant. wendeten. Die bei Kiuliang fämpfenden Abtei- Toušet und Dr. Vlastimil Klima haben heute an lungen erhielten beträchtliche Verstärkungen und den Vorsitzenden der Regierung nachfolgendes eröffneten einen mächtigen Angriff gegen die ja Telegramm gerichtet: panischen Stellungen am Westufer des Bojangfees, wo sie bereits eine Reihe von Dörfern beDie Sorge um die Tschechoslowakei ist gegenwärtig das einzige Gesprächsthema. Es zeigt sich, daß trop der vielen Zeitungsartikel, die täglich die ersten Seiten der Blätter füllen, die Vorstellungen und Informationen der Menschen über die Borgänge im Sudetengebiet ziemlich unklar find. Die Sympathien stehen uneingeschränkt auf Seite der Tschechoslowalei. Gab es vor einigen Wochen noch Leute, welche sagten Die Tschechoslowakei ist weifel: daß der Waffenstillstand, der jetzt nötig weit weg, was geht sie uns eigentlich an", so haben ist, nicht nur im Sudetengebiet hergestellt werden heute alle, von den Konservativen bis zu den er muß, sondern auch bei den Beitungen und Laut tremen Linfen, begriffen, daß der diplomatische sprechern und vor allem bei den TruppenmobiliKampf der Tschechoslowakei der Abwehrfampf der fierungen." Das Blatt gibt der Hoffnung Auseuropäischen Demokratie schlechthin ist und Demo- drud, daß Lord Runcimans Mission, wenn die fratie ist dem Schweizer, der sie sich in sechshun- Spannung gemildert sein wird, ihre Arbeit wiedert Jahren geschaffen hat, etwas Heiliges. Im der aufnehmen lann. Es war das Hauptverdienst übrigen beginnt eine wachsende Beunruhigung der Reise Chamberlains, daß ihre Art und Weise wegen der Tätigkeit der vielen Auslandsdeutschen Herrn Hitler die Gelegenheit gab, bie Borteile um fich zu greifen. Es gibt zahlreiche Vereins- eines gemäßigten Kurses einzusehen. Wenn der gründungen nationalsozialistischer Tendenz und in Premierminister sich unglüdlicherweise bei seinem Basel wurde die Initiative für ein Geses lanciert, großen Bemühen um den Frieden enttäuscht sehen das die Propaganda nationalsozialistischer Ten sollte, wird er wenigstens vor seinem eigenen Gefeßten. denzen auch unter Ausländern verbieten will. Das wissen und vor seinen Landsleuten die Genugdurch ist der Kanton Baselstadt in Konflikt mit der tuung haben zu wissen, daß kein Mensch mehr Regierung gefommen, welder aus außenpolitischen hätte tun tönnen." Gründen eine Deutschland richtet, Initiative, die fich gegen Deutschland richtet, nicht angenehm ist. Zweifellos wird die Initiative durchbringen man hat heute in der Schweiz wohl erkannt, welche Gefah- sondern die Bedingungen einer für Europa und ren entstehen können, wenn man die nationalso- die britische Diplomatie chrenvolle Lösung mit sich zialistische Propaganda weiter arbeiten läßt. Ve- führt." Der Manchester Guardian" schreibt: zeichnend für die gesunde Demokratie dieses Lan- Mr. Chamberlain wird bedenken müssen, daß es des ist die Tatsache, daß die Schweizer" Fronti- Leute in Deutschland gibt, die seinen Besuch als sten", eine faschistische Organisation, die noch vor Reichen der Schwäche betrachten, aber er fönnte einigen Jahren ziemlich viel Lärm machen fonnte, zeigen, daß es nicht so ist, daß England fest bei heute vollkommen abgewirtschaftet haben. feinen Ansichten bleibt, und daß es sein einziges Motiv ist, einen Frieden zu finden, der in Ehren akzeptiert werden kann." ..News Chronicle" schreibt zur Chamberlein Reise: Wir hoffen, daß Chamberlain in feiner Attentasche teine weiße Sahne ber Stapitulation, 170 Flugopfer In Barcelona Was wird die Schweiz tun, wenn in Europa ein Konflikt ausbrechen sollte? Die Schweizer auffen die Achseln. Die schweizerischen Reservisten haben ihre Uniform oder ihr Gewehr zu aus. Wenn der Rundfunt und die Blätter eine Mobili- Barcelona. Die Stadt wurde Freitag bom-| sation ankündigen sollte, werden sie nach Hause bardiert. Dabei wurden awet englische Schiffe. gehen, sich die Uniform anziehen, das Gewehr neh- und zwvar die„ Botvier" und die„ Caulale", ges men und mit dem nächsten Zug zu ihrem Trup- treffen. Auf dem Schiffe Powier" wurde die penkörper einrüden. Und dann? Einer Partei- Stommandobrüde zerstört und ein Mitglied der nahme wird die Schweiz natürlich ausweichen, Besatzung verwundet. Das Bombardement von aber sie wird sich auch hüten, ein weites Belgien Earcelona hat 30 Menschenleben als Opfer gezu werden und ihre 300.000 Soldaten werden fordert. 140 Menschen wurden verwundet. die Grenzen der Eidgenossenschaft zu einem Hins " Schmuggler bei uns Am Nordufer des Jangise kam es nach dem großen Siege der Chinesen bei Savangji nunmehr bei Sufung wiederum zu größeren Kämpfen, in denen eine starke japanische Abteilung und die japanischen Operationsbasen bei Huangmei verthe per Herr Ministerpräsident! In unserem Ges wissen durch die persönliche Verantwortung, die auf jedem von uns ruht, berührt, erachten wir es als eine Unerläßlichkeit, daß die Geltends machung der Rechtsordnung dort, wo sie durch die Henleinsche Rebellion gestört oder bedroht wurde, nicht weiter aufgehalten werde durch irgendwelche Müdjichtnahme. Sobald das Parlament zusam mengetreten sein wird, werden wir uns gestatten, Es wird geschätzt, daß in den beiden letzten vorzuschlagen, daß den Koalitionsmitgliedern des Bechen die Japaner in den Kämpfen am Jangtse verfassungsrechtlichen Ausschusses sämtliche Bean die 30.000 Mann verloren haben. Während lege und Eintragungen über Instruktionen unters der letzten vier Wochen haben die chinesischen breitet werden, welche die Regierung den Behör Stüſtenbatterien und Flugzeuge auf dem Jangtse den gibt. Weiters bitten wir, daß der Oeffent insgesamt 60 japanische Schiffe verschiedener lichkeit die Namen der unschuldigen Opfer der Revolte mit der ihnen geziemenden Ehrerbietung Typen verfentt. bekanntgegeben werden. Es ist, so scheint es uns, fein Grund vorhanden, daß inzwischen, wo in den von dem Verbrechen verseuchten Gebieten Natio naltrauer für die ums Leben gekommenen Webertreter der Rechtsordnung erklärt wird, die Opfer ihrer Verbrechen namenlos registriert werden. Die am 7. September im Norden eröffnete chinesische Generaloffensive längs des Ostabschnits tes der Lunghaibahn nimmt ihren Fortgang und ihr Hauptstoß zielt auf die Beherrschung des Eisenbahntnotenpunktes Sitschau ab. Friedensgebete in England Der Erzbischof von Canterbury hat einen Aufruf erlassen, in dem er ersucht, den tommen den Sonntag als Tag des nationale. Gebets im Hinblick auf die internationale Situation zu bes trachten. In dem Aufruf sagt er:„ Die nächsten paar Tage sind erfüllt von ernsten Entscheidungen, von denen der Friede Europas abhängen kann." Täglich neue Lügen des reichsdeutschen Rundfunks Brag. Freitag um 7 1hr früh behauptete der reichsdeutsche Rundfunk, daß in Südmähren elf slowakische Soldaten die Grenze überschritten hätten und in Sachsen 51 slowakische Soldaten in dernis machen, das nur schwer überschritten wer- Balencia.( Ag. Esp.) Donnerstag früh Der König von England hat dem Aufruf des Erz- geschlossener Formation sich den reichsdeutschen den kann. In den letzten Monaten sind die Gren 5 1hr bombardierten Invasionsflugzeuge Alme- bischofs feine Zustimmung erteilt. Auch die zen immer mehr befestigt wor worden, die Flugwaffe via und hatten den„ Erfolg“, fünf Menschen, dar- tir che von Schottland hat einen Behörden gestellt und erklärt hätten, sie würden wird verstärft. Aber die Folgen der gespannten unter drei Frauen, au töten und zwei Personen Appell veröffentlicht, den Sonntag als Gebets nicht auf Sudetendeutsche schießen. Es ist selbsts politischen Situation zeigen sich auch hier schon auf zu verlegen. tag für den Frieden zu betrachten. verständlich, daß diese Meldung frei erfunden ist. wirtschaftlichem Gebiet. Die allgemeine Zurüd haltung ist groß, die Ungewißheit liegt über dem die ständig von Deutschland mit Grenzübertritt- Dem Devisenschmuggel versuchte die Tscheganzen geschäftlichen Leben. Könnte die Schweiz scheinen herüberkommen, um unser- Bier her choslowakei durch jenes Geseß, das Inländern verihre Sympathie der befreundeten Tschechoslowakei überauschmuggeln, weil sie den deutschen Met" bietet, Auslandsforderungen in tschechischen Banknicht auch dadurch bezeugen, daß sie jetzt in ver- Wenn man etwas von Schmugglern hört, nicht mehr trinten können. In größeren Mengen noten anzunehmen, einen Riegel vorzuschieben. mehrtem Umfang tschechoslowakische Waren ab- hat man bei uns immer das Gefühl, es müffe fich trägt man uns Fette, Textilien und Schuhe da- Troßdem wird der Devisenschmuggel ständig sos nimmt? Die Fachleute zucken die Achsel. Der um eine Angelegenheit handeln, die in weiter Ents von, dafür wird uns Saccharin gebracht. Da han- wohl im Großen als im Stleinen betrieben und größte Schuldner der Schweiz ist Deutschland, fernung vor sich geht, in Amerika gder Afrifa zum delt es sich bereits um eine großangelegte Aftion, erst fürzlich gelang es, wie erinnerlich, einer or andererseits ist die Schweiz mit ihrer Ausfuhr von Beispiel. Und gerade bei uns blüht und gedeiht der gegen die der Verband der Zuckerindustriellen ganisierten Bande dadurch auf die Spur zu komDeutschland abhängig. Möglichkeiten hätten also Schmuggel zumindest genau so gut wie in andern einen harten Kampf führt. Die gepaschten Men- men, daß man die betreffenden Personen vor dem nur die Spezialerzeugnisse, welche man nur in der Ländern, ja, er hat in den letzten Jahren durch gen Saccharin werden nämlich an einen Groß- Abflug ins Ausland auf dem Flugplatz verhafTschechoslowakei bekommt. Aber darüber wird sich den Mangel an geivissen Rohstoffen in Deutsch händler weitergeleitet, der sie durch Agenten unter tete. Da gibt es so mancherlei Verstede für Geld, erst in ruhigeren Zeiten reden laffen. Und solange land noch in beträchtlichem Maße zugenommen. Die Käufer bringt. Man hat daher festgestellt, allen Striminalromanlesern wohlbekannt; in Schus die Rheinbrüden unterminiert sind und hundert Die nordböhmische Grenze sowohl als seit Neue- wieviel Buder fährlich in der Republik gebraucht hen mit Doppelsohle, Autos mit Doppelboden, in tausend Schweizer stündlich damit rechnen, eine stem auch die Randgebiete zur ehemals österreis wird stimmt diese Summe mit der getauften Strümpfen, im Kleiderfutter, in Hutkrempen oder telegraphische Einberufung zum Heeresdienst zu hischen Grenze find die Zentren für jene Einzel- Budermenge nicht überein, so ist der Nest durch gar im Stühler des Autos. bekommen, tann man nicht von ruhigen" Bei- gänger" geworden, die sozusagen gewerbemäßig geschmuggeltes Saccharin gedeckt worden. Der Ver ten sprechen. Die Grenze mit Schmuggelwaren überschreiten. band der Zuckerindustrie hat eine SonderbelohEine Zeitlang war eine Spezialität hoch in nung von zweihundert Kronen für die Beschlag Mode: der Margarineschmuggel, der von den deutsnahme von je einem Stilogramm Saccharin ausAuch Indien hinter England schen Behörden offiziell geduldet und unterstübt geschrieben. Ein besonderes Kapitel müssen wir den New Delhi. Der Maharadscha von Bilanir, wurde. Es handelte sich hier um eine deutsche Spezialität, ein Dumping im Kleinen, da man sportlichen Schmugglern" einräumen. Das sind dessen Reich unter den indischen Staaten der Größe den tschechoslowakischen Grenzgebieten deutsche iene Leute, die während der Reise, wenn sie den nach an siebenter Stelle steht, und ethpa 10 Millio- Margarine billiger verfaufte als man sich fie Grenzen nahen, au zittern beginnen, weil sie aus nen Einwohner zählt, hat an den Vizekönig ein bom deutschen Käufer bezahlen ließ. Ein zweiter Sport in ihrem Gepäck kleine Sachen verstaut im Großen betreiben, handelt es sich meist um Telegramm gesendet, in dem er erklärt, daß der Biveig dieses Schmuggels aus dem Reich, der ja haben, die sie nicht zum Bergollen melden wollen. Ausländer, die ein fleineres Risiko laufen, weil König von England und Kaiser von Indien im gegenüber den Gesamtmengen geschmuggelter Da kann man, wenn sie erwischt werden, oft die man den etwaigen Schaden nicht durch ihr EigenFalle eines Krieges, an dem sich Großbritannien are eigentlich geringfügig ist, war das Baschen lustigsten Szenen beobachten. Oder sie tommen tum decken kann. sind sie beteiligen müßte, mit seiner Armee und mit allen und billiger" waren als die hiesigen. Aber nur Giligeres zutun haben, als den Mitreisenden von Mitteln feines Reiches rechnen könne. langeblich. Viel lustiger sind schon jene Stumpane, ihrer Heldentat" au erzählen. Als neuer Zweig des Schmuggels ist in den legten Jahren das Paschen verbotener Literatur über die Grenzen aufgekommen. Flugblätter und Broschüren aus dem Dritten Reich, aber auch in großem Maß von uns, werden geschmuggelt, um im andern Staat die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Bei Berufsschmugglern, die Devisenschmuggel Man sieht: schmuggeln ist keine Angelegen heit, die es bei uns nur in Filmen gibt... E. Nr. 219 Samstag, 17. September 1938 Jagesneuigkeiten Schutz der Lebensmittel vor Gas Kleine Herbstansprache Es wär schon an der Zeit, vom Herbst zu fingen, vom Sterben der Natur und manchen andern bei Lyrifern mit Recht beliebten Dingen doch laßt die Phantasie noch weiter wandern: etwa bis Frühling, wo die Knospen springen! Nicht nur, weil's schöner ist, zu überschlagen tm Lebensbuch die schwarz getönten Seiten Man follte Schweres in der Stille tragen und fingen nur von neuen Helligkeiten und den Gedankensprung des Herzens wagen. Drum fprecht: Wie lange wird es denn schon dauern, bis Blätter, die jest well am Boden liegen, verweht find und as grauen Häuſermanern entlang fich Frühlingspärchen schmiegen? So macht statt Herbftesnebel Lenz euch schauern... Renée Tyl. Dreierlei Emigranten I. Allgemeines 1. Die Nahrungsmittel sind bei ihrer Produktion, beim Transport, ihrer Einlagerung in den Magazinen, Läden wie Haushaltungen zu schüßen. Als Stoffe, welche die Nahrungsmittel zum Genuß ungeeignet machen, Leben und Gesundheit bedrohen, fommen namentlich Yperit und Lewisit in Betracht. 2. Kampfstoffe werden wirksam hei Vergafung bestimmter Gebietsabschnitte. Es ist nicht möglich, mit ihnen ganze Städte und große Flächen auf einmal au vergasen und die Nahrungsmittel sind. soweit fie nicht auf dem Felde stehen( Getreide, Kartoffel. Gemüse) nicht der direkten Berührung mit den Gifts stoffen ausgefeßt. In Betracht kommt eine Verschlep vung dieser Stoffe durch Wind in Form eines feinen Nebels, ihre Verdunstung und lebertragung aus dem vergasten Gebiet durch unvorsichtigkeit, und avar durch Menschen. Fuhrwerke. Tiere. Ungeziefer usw. II. Haushaltungen 1. Es ist darauf aufmerksam zu machen, daß es überflüssig wäre. Vorräte für längere Reit als eine Woche anzulegen. Was die Vorräte an Trink- und Nußwasser betrifft, genügt es soweit es fich nicht um Mineralwasser bandelt sie in einer Menge vorrätig zu halten, die dem normalen Tagesbedarf entspricht. 2. Die Nahrungsmittel tann man gegen die Einwirkung der Kampfstoffe durch ihre Verwahrung in entsprechenden Badungen und Gefäßen schüben. Viele Nahrungsmittel gelangen bereits jept in aivedmäßigen Badungen aus Blech. Bellophan, Glas, in Tiegein aus Baraffinvavier usw. auf den Markt. Es ist daher zu empfehlen, beim Einkauf den in diefer Weise geschüßten Nahrungsmitteln den Vorzug au geben. Soweit die Nahrungsmittel nicht bereits im Handel entsprechend ausgestattet sind. sichern wir fie gegen die Vergasung durch Kampfstoffe folgendermaßen: 3. Frisches Fleisch verwahrt man in qut verfchloffenen Töpfen. Sim Vorrat halten kann man eingeialzenes oder in laschen eingefochies oder neräuchertes Fleisch. Die diversen Sveisefette verwahrt Aber einige Tage darauf erfuhr er auf dem Konsulat, daß dieses Jahr keine Einreisebewilligung mehr Was soll er tun? Ein Ende machen? Doch noch weiter versuchen, durchzukommen? Karl ist nur einer von vielen, vielen, die täglich mit diesem schrecklichen Entweder- oder ringen. Nur einer von den vielen Heimatlosen, die nicht wissen, was sie mit sich anfangen sollen. Ein Leser schreibt uns: Zweimal fand ich in Ihrer Freitagnummer das, ach so vertraute, Wort Emigrant". Einmal bezeichnet es einen Schrift steller, der aus Deutschland wegmußte und nun den sudetendeutschen Opfern des gleichen Terrors, der ihn aus seinem Vaterlande gejagt hat, eine Spende zuwendet. Das andere Mal ist der Konrad Henlein Emigrant genannter, der mit einer Anzahl seiner Leute unser Land verlassen hat, weil sie offen seine Zerreißung gefordert oder sich für die Gewalttaten ihrer Stameraden" gegen staatliche Einrichtungen und Beamte, wie gegen Private, und für die aufgedeckten Waffenlager in gewissen ihrer Parteihäuser verantwortlich fühlen und der gesetzmäßigen Bestrafung entgehen wollen, der sie ihre einfachen Gefolgsleute überlassen. Sie sind ihren Krebs, Jung, Schubert, Viererbl usw. gefolgt, in jenes Reich, aus dem Zehntausende fliehen ten, um sich vor Ermordung oder mindeſtens War- erteilt wird. terung zu schüßen und in der Fremde eine neue Eristenz als Ersatz für die ihnen geraubte zu juchen. Soweit sie Vermögen, Pensionsrechte, Krantenversicherung in Deutschland erworben oder hingebracht hatten, ist es ihnen zusammen mit ihrer Staatsbürgerschaft geraubt. Sie alle haben jich nicht gewaltsam gegen den deutschen Staat erhoben, nicht auf seine Berreißung hingearbeitet, kein Poſtamt, feine Bahnstation, keinen Beamten ongegriffen, teine staatliche Aufschrift verschmiert eder mit ausländischen Zeichen übermalt, sie sind nicht in Wohnungen von Anhängern der Regierung und der Verfassung eingedrungen und haben feis ren von ihnen erschlagen, verwundet, mißhandelt... aber sie mußten fliehen, weil aus dem Rechtstitel der Reichstagsbrandstiftung alles Recht im Dritten Reich abgeschafft wurde... Und seit einigen Tagen strömen Tausende demokratische Deutsche und Tschechen aus den Randgebieten ins Innere der Republik, viele von ihnen verwundet durch die Nazis, alle nur mit ein paar jämmer lichen Habseligkeiten, und alle brüderlich auf genommen von den Landsleuten im gleichen Staat, die nur eine andere Muttersprache als diese neuesten Opfer des Fenriswolfs, der die ganze Welt auffressen möchte, aber dort, wo er noch nicht anbeißen kann, wenigstens seine halbwüchsigen Jungen hinheit... ―r. Was soll er tun? Karl war sechsundzwanzig Jahre, Absolvent der Technit, als er sein Heimatland verlassen mußte. Er ging mit viel Optimismus und wenig Geld in die Schweiz. Dort hoffte er Arbeit zu bekommen. Aber die guten Empfehlungen erwiesen sich als Bei der Luftschutzübung. Die japanische Agentur Domei meldet, daß es Donnerstag abends zu zahlreichen Unfällen bei einer Luftabwehrübung kam. Bei Yokohama stieß ein Wagen der eletirischen Straßenbahn mit einem Auto zusammen. 119 Passagiere wurden verletzt und außerdem tamen zwei Mitglieder des Luftschußes ums Leben. Naubüberfall. Vier Mastierte drangen in eine Bant in Parral( Staat Chihuahua, Merito) ein. Sie fesselten drei Beamte und raubten 350.000 Pesos in barem Gelde. Hundert Tote bei einer Ueberschwemmung Aus Nahavend, Humadan und Kirmanschah in Iran werden große Ueberschwemmungen gemel det. Bisher wurden 100 Todesopfer verzeichnet. Der größte Teil der Stadt Nahavend wurde vernichtet. man in undurchlässig und luftdicht verschlossenen Gefäßen, Milch in verschlossenen Flaschen oder Kannen mit fest anliegenden oder gut eingepakten Dedeln. 4. Gier verwahrt man am besten in Wasseralas oder Kallmilch. Durch das Waschen und Einfetten der Eier wird die Gefahr erhöht. Brot verwahren wir, in entsprechend imprägniertem Bavier gewidelt, in Schachteln mit gut schließenden Deckeln. 5. Trodenes Gebäd, Rwicbad, Kers usw. schützt man durch ihre ursprüngliche Vervacuna aus Papier. Blech oder Zellophan. 6. Müllereiprodukte. Hülsenfrüchte. Reis und andere Küchenvorräte muß man, ie nach ihrer Menge. in Säden, die allseitig mit imprägnierten Blachen umgeben werden, in Vorratsfästen aus Glas, Hola oder Metall unter luftdichtem Verschluß. oder zumin best in aweifachen Bavierfäden verwahren. Ruder. Sala. Gewürz. Kaffee. Tee. Katao. Teigwaren usw. beläßt man in ihren Ursprungspadungen, oder verwahrt sie wie die oben genannten Nahrungsmittel. 7. Kartoffel in fleinen Mengen schützt man durch Einlagerung in Kiften, welche mit einem starten oder mehrfach gefalteten Pavier oder auf andere geeignete Weise bededt werden. In größeren Mengen( auf dem Lande) werden sie in Startoffelgruben verwahrt, die mit einer starken Lehmschichte überdedt werden, oder man schüttet sie im Steller zu Haufen. Bei Fliegergefahr werden die Keller nach Möglichkeit abgedichtet oder die Kartoffel forafätia mit imprägnierten Bla chen oder einer stärkeren Strohschichte bedeckt. Obit und Gemüse werden in derselben Weise aeschüßt wie die Kartoffeln. Im Haushalt verwahren wir Obit und Gemüse eingefocht in Konservengläsern, in trodenem Zustand in derselben Weise wie den übrigen Stüchenbedarf. 7. Ein jeder kann sich eine verläßliche Paduna aus Baraffinpapier selber zu Hause herstellen, wenn er ein Papier oder eine Papierdüte mit flüffigem Baraffin bestreicht oder das Pavier auf den warmen Ofen leat und mit einem Stück Paraffin oder einer Baraffinterze darüber streicht. den zehn so ausgewählten wird den großen Staatspreis für Malerei erhalten. Seite net worden. Die jungen Mädchen lernen hier nicht nur Säuglingspflege, sondern auch Hauswirtschaft, und awat unter besonderer Berücksichtigung der in Mandschufuo herrschenden Verhältnisse Beide Schus len befinden sich im Norden von Japan, um die Zöge linge an das rauhe Klima, werden in herricht, zu gewöhnen. Weitere Schul andſchutus Kürze eröffnet werden. In der Oeffentlichkeit finden die Maßnahmen der Regierung sehr großen Beifall, und war namentlich von seiten der Familienväter, Schach ins Valk Schachaufgabe Nr. 409 Von W. Haring. Schwarz: Kc4, Ta3, d4, Bc6, e5, 14, 16.( 7) 6 5 abcdefgh abcdefgh Matt in 2 Zügen!. 8 7 Weiß: Kd8, Df3, Tel, h4, La7, Sc5, 15, Ba4, c3, d6.( 10) Lösungen sind bis längstens 14 Tage nach Erscheinen der Aufgabe an Wenzel Scharoch, Dra kowa 32, Post Modlan einzusenden. Lösungszug zu Nr. 406: Bg3- g4! Richtige Lösungen sandten ein: Dinnebier Emil und Amler Rudolf, Tetschen; Schöffel Anton, Schöbritz; Beutel Wilhelm, Arnsdorf b. Tetschen; Tepper Franz, Karlsbad, Pichrt Wenzel, Bergesgrün; Lohmuller Hans, Habl Erwin, Kreusche Franz, Freundl Anton, Holfeld Otto, Schindler Robert, sämtliche Nestersitz; Hyna Franz, Hostamitz; Stiller Emil und Stiller Günther, Arnsdorf b. Arnau a. d. Elbe; Schöpka Josef, Dux; Havel Franz, Modlan; Berger Josef, Kleinaugest; Ulbert Rudolf, Proseditz; Mildorf Adolf, Tischau. Sektionsgründung in Janegg Am 16. August beriefen die Schachgenossen in Janegg eine Schachkonferenz ein und beschlossen, den regelmäßigen Spielbetrieb wieder aufzunehmen. Die Sektion Janegg, welche seit 1931 keinen Spielbetrieb aufweisen konnte, wird nun wieder in die Reihen der aktiven Schachsparten treten. Wir wünschen der jungen Sektion und ihrer Leitung alles Gute. ZuDienstag Spielabende. Bisher sind 11 Mitglieder zu verzeichnen. schriften sind an Franz Vlček, Janegg 61, zu richten. Bräute für Mandschukuo. Die Tatsache, daß die japanische Regierung die Anwerbung und Ausbildung von jungen Mädchen, die sich nach Mandschutuo verheiraten wollen, organisieren wird, ist bereits vor einigen Monaten gemeldet worden. Jetzt ist der Dr- J ganisationsplan vom Kolonialministerium ausge arbeitet und bekanntgegeben worden. Zunächst ers fährt man, daß diese Attion in einem sehr viel gröBeren Ausmaße erfolgen soll, als man je gedacht hat. Bereits in den nächsten zwei bis drei Jahren sollen nicht weniger als 100.000 Bräute nach MandSchufuo geschickt werden. Dabei ist die Zahl der Mänbie fid) be bereits zur Ansiedlung in Mondjunts Am Dienstag, den 20. eptember, findet is the Die ner, gemeldet hat, zugrundegelegt. Insgesamt sollen jähr lich 50.000 Männer und Frauen, wenn irgend möglich, junge Ehepaare, nach Mandſchukuo gesandt wer den. Diese Quote soll nicht weniger als 20 Jahre aufrechterhalten werden, so daß, die natürliche Vermehrung der Bevölkerung eingerechnet, man bereits nach einem Jahrzehnt mit einer Million japanischer Kolonisten rechnen tann. Die ersten beiden Bräute schulen sind in Miagi und Yagamata bereits eröffDie heutige deutsche Inland- Sendung In der neugegründeten Sektion Turn gab Genosse Fischer am 8. September ein Simultanspiel gegen 10 satrke Spieler. Ergebnis 7+ 1-2..Café Bauer" die gründende Versammlung statt. Schachfreunde werden gebeten, sich recht zahlreich einzufinden. Partie Nr: 163 Gespielt am 29. März 1937 zu Bern, Schweiz. Weiß: Wiggeler, Biel. Schwarz: Thomas, Kopenhagen. d7-85 1. d- d4 2. c2- c4 3. Sg1-13 4. Sb1- c3 5. e2- e3 6. Lf1- d3 7. Ld3xc4 8.0--0 e7- e6 Sg8-16 Sb8- d7 Lf8- e7 d5xc4 0-0 c7- c5 In diesem Abspiel des Damengambits sehr gut, da ja die Gefahr des vereinzelten Damenbauers nicht besteht. 9. Dd1- c2 a7- a6 10. b2- b3? Dieser Zug birgt den Keim zun fer mit Tempogewinn, besetzt die c- Linie und die weißen Figuren hängen in der Luft. 10. b7- b5! Ein merkwürdiges Naturphänomen. Auf der Bes fizung eines gewissen Eugène Carpentier in Fontaine- le- Bourg ist zur Zeit ein sehr eigenartiges Germat: Freizeitgestaltung der Hausfrau, eine PlauBrag- Melnif: 10.15 Für die Frau: Dr. Olga Naturphänomen zu beobachten: ein Apfelbaum trägt gleichzeitig auf der einen Hälfte Früchte und auf der berei. 10.30 Schallplatten. 12.10 Blasmusik der Post- Verlust in sich. Schwarz verdrängt den weißen LäuTer. 14.00 Jugendstunde: Funtszenen aus Wallenanderen Blüten. Vermutlich ist die Erklärung dieser steins Lager". 14.10-15.00 Symphoniekonzert Erscheinung so, daß auf der jetzt blühenden Seite die( Dir. Franz Binder). 18.00 Orchesterkonzert( Dir. Senospen durch die Fröste im Mai nicht zum Blühen Franz Binder), Musit von Lehar. 18.20 Unterhal sich bald erweist. lamen. Aber auch diese Erklärung ist eigentlich unzu- tungsmusit( Schallplatten). 19.30 Feierabend von reichend, denn sie macht es nicht verständlich, wieso Multerer. 20.15 Bunte Szene und Musit. 22.30 bis fie jest im Herbst noch aufgebrochen sind. Auf der 23.30 Tanzmusik( Schallplatten).- Nachrichten ab andern Seite sind die Früchte bereits völlig reif. Ea Brünn: 17.40 Deutsche Sendung: Lieder im Weil, Brünner Typographensängerbund). 12.30. 11. Lc4- d3 Besser war noch Le2, wie es 11. Lc8- b7 c5xd4 Ta8- c8 12. e3-04? 13. Sf3xd4 14. a2- a3 Um b4 abzuwehren Es ist aber schon zu spät. Material geht auf alle Fälle verloren. 14..... Sd7- e5! Aufgegeben, denn es geht eine Figur verloren. ebenso nublos wie seine guten Zeugnisse. Doch gab wird interessant sein, zu beobachten, wie weit nach Volkston( Tenor: Viktor Matuschka, Dir. Ernst| Eine von Schwarz unbefangen und kräftig gespielte er die Hoffnung nicht auf. Mit dem spärlichen Reste seiner Barschaft ging er in ein anderes Land. von dem gute Befannte behauptet hatten, Leute mit sei nen Fähigkeiten könnten sich dort eine Eristenz gründen. Er belam sogar wider Erwarten bald eine Stelle. Er verlor sie, als der Betrieb militärische Aufträge erhielt und nun den Ausländer nicht mehr beschäftigen durfte. Start ließ aber die Hoffnung nicht so bald sinten. Er lief, Empfehlungsschreiben in der Tasche. arbeitsuchend von einem Unternehmen zum anderen. Ohne Erfolg. Nun verlor er den Mut. Ein junger Mann, der arbeitswillig ist und etwas kann, soll von Unterftügungen leben? Er machte einen Selbstmordverdem Blühen auch auf der im Mai erfrorenen Seite noch eine Fruchtbildung einsetzt. Partie. 25 Kilometern die Strecke zu betvältigen, während das zweite Tagi so schnell wie möglich fahren sollte. In beiden Wagen nahmen Reporter Platz, um zu kontrollieren, daß nach den Vorschriften gefahren würde. Hundert Jahre Kabel. Die Welt wird das hundertjährige Jubiläum des Unterwasserfabels erst Wer langsam fährt, im Jahre 1950 feiern, und das ist insofern richtig, fährt schnell als erst 1850 das erste Stabel unter dem Kanal zwischen England und Frankreich gelegt worden ist; die Verkehrsexperiment in London Arbeiten dauerten 24 Stunden, was für die damalige Technit eine Glanzleistung bedeutet. Aber die MTP London, im September. Die Londoner Um elf Uhr vormittags begann dieses eins Erfindung des Kabels datiert aus dem Jahre 1838, Verkehrsschwierigkeiten werden von Jahr zu zigartige Rennen mitten durch den dichtesten wo es in England patentiert wurde. Es dauerte Jahr größer. Diese größte Stadt der Welt mit Verkehrstrubel Londons. Tausende von Zu übrigens noch zwanzig Jahre nach der Erfindung, einem Auto- und Autobusverkehr, wie er in schauern hatten sich auf den Straßen angefambis das Stabel seine eigentliche entscheidende Rolle Europa einzig daſteht, besikt dennoch nicht die melt. Aber die Polizei sorgte dafür, daß der gezu spielen begann, denn erst 1858 wurde das erste breiten, schnurgeraden Avenuen der amerikani- wöhnliche Verkehr aufrechterhalten blieb, denn Transozeantabel von England nach Amerika gelegt. ſchen Großstädte, und so wird die Lösung des sonst hätte ja der Wettbewerb seinen Wert verDas erste Cablogramm wurde von der Königin Vic- Verkehrsproblems in London tatsächlich von Tag loren. Selbstverständlich wurden viele Wetten abtoria an den Präsidenten Lincoln nach Washington zu Tag dringender, zumal die Ziffern der Un- geschlossen und, um es gleich vorweg zu sagen, cs gesandt. Sein Eingang wurde in den Vereinigten fallsstatistik erschreckend anschwellen. wurde bei diesen Wetten sehr viel verloren, denn Staaten überall mit Volksfesten und in New York Vor allem wenden sich die Klagen des das Ergebnis des Wettlaufes war recht überfogar mit einem Feuerwerk begrüßt. Dieses Feuer- Publikums gegen die Schnellfahrer. Diese Klagen raschend. wert hatte allerdings eine böse Folge, denn das Rats werden auch in anderen Städten erhoben, aber in Als erster kam der Radfahrer an, ihm folgte Haus von New York fing Feuer, und dieser Brand London hat man jest zum ersten Mal im Rahmen eine Minute später der Läufer, dann kam eine blieben als der Eingang des ersten Kabels. ist weit mehr in der Erinnerung von New York ge- eines höchst originellen Wettbewerbes den Beweis lange Pause, und erst zwei Minuten später dafür erbracht, daß Schnellfahren in verkehrsrei- wurde eines der beiden Taxis gesichtet, aber nicht Staatliche Maler in der Türkei. Die türkische chen Großstadtstraßen deshalb sinnlos ist, weil etwa das schnelle", sondern das ,, langsame". Sunstatademie hat eine schredliche Feststellung ge- man auf diese Weise nur um so langsamer vor- Das schnelle" brauchte noch eine weitere Minute, macht, nämlich die, daß die türkischen Paysagisten nur wärts kommt. um, höhnisch begrüßt, als letter in der Fleet ganz wenige ,, berühmte" Landschaften malen, während Wie wurde dieser Beweis erbracht? Die Rei- Street einzutreffen. die sonstige Türkei in feinen Bildern verewigt wird. tung Sunday Expreß" organisierte ein Wett- Aus den Verichten der Teilnehmer ergab Um diesem Zustand abzuhelfen, ist ein Dekret erlassen rennen während der verkehrsreichsten Zeit, das sich, daß sich der Läufer und der Radfahrer sehr worden, wonach jährlich zehn Maler auf staatliche von der Liverpool- Street- Station bis zum Ge- leicht durch den Verkehr hindurchwinden konnten. nicht mißlingen. Aber er wollte doch nicht einfach austneifer, Roften in die verschiedenen Provinzen des türkischen bäude der Zeitung in der Fleet Street ging. also Das langsam fahrende Tagi konnte durchaus ohne bis zur äußersten Grenze der Möglichkeit Not, Reiches einen Monat lang gesandt werden, mit der durch die überlasteten Straßen führte. An diesem gleichmäßig vorwärtskommen, während der schnelle Ungemach, Obdachlosigkeit zu ertragen, und fiche. Verpflichtung, mindestens drei Bilder der verschie Wettrennen beteiligten sich: ein Läufer, ein Rad- Wagen dreimal länger vor den Haltefignalen fein Ausharren wurde belohnt, er erhielt von einer denen Landschaften zu malen. Eines dieser Bilder fahrer und zwei Tagis. Das eine Tari hatte den stoppen mußte als der langsame, der immer dem großen Firma in Südamerila eine Stelle augesagt. wird in engere Stonfurena fommen, und eines von Auftrag, mit einer Geschwindigkeit von höchstens Verkehrsstrom gefolgt war. sud). Wie alles, was er in den letzten Monaten an gepackt hatte, mißlang auch dieser Versuch. Karl wurde gerettet. Aber weil es so seltsam ist, nicht wahr?, so ungewöhnlich, daß ein junger gesunder Mann lebensüberdrüssig ist, wurde er einige Beit hindurch unter psychiatrische Beobachtung gestellt. Schließlich wurde er als völlig gesund entlassen. Wieder versuchte er sein Glück. Und sein Suchen hatte Erfolg! Er befam eine Stelle als Mits arbeiter bei einem Hochschulprofessor. Aber nicht auf lange. Auf Drängen einer Gruppe von Studenten, die in Starl einen Marristen" witterten, mußte der Hochschullehrer ihn entlassen. Wieder Suche nach Arbeit! Diesmal mit einem letzten Aushilfsmittel in der Tasche. Karl hatte sich ein schnellwirkendes Gift zu verschaffen gewußt. Nun war er zu allem bereit, und diesmal sollte ihm der Versuch, dem Leben zu entrinnen, " Rr. 21» SamSta», 17. September 1938 Seite j. jähre. Genaue Zahlen kennen wir noch nicht, schätzungsweise sind aber pro Hektar 18.8 q Aci« zen anzunehmen. Die Gesamteimt« wird daher heuer um 2.660.000 q höher sein alt im Vor« jahre und dürfte 16,618,000 q betragen(im Vor« jahre 18,958.000 q). Wenn unsere Welzenernte im vergangenen Äahre ausreichte um uns zu der« sorgen, dann mutz man Heuer noch weniger Be- süMhtung haben, daß sie nicht au-reichen würde. Zur Vollständigkeit ist hier hinzuzufügen, daß die im Vorjahre importierten Weizensendungen genau dem Quantum unseres Mehl« und Weizen« getreide-Exporte« entsprach. Auch die Erntefläche des Kornes war dieses Jahr Höher als im Bor« fahre, sie betrug 1,016.000 Hektar(im Vorjahr« 976.000 Hektar). Die Fechsung pro Hektar ist mit 17 q einzuschätzen. Die gesamte Kornernte wird demzufolge 17,272.000 q betragen(im Bor« jahre 14,846.000 q). Die Kornernte ist also um 2,426.000 gröher alS im Vorjahre. Es ist allerdings wahr, daß wir im Vorjahr« an Kornmangel litten, und daß wir deswegen 1,250.000 q aus dem Ausland» importieren muß« ten. Bei der heurigen Ernte sind die Befürchtungen, dast eS zu einem Brotmangrl kommen wird, ganz unbegründet, insbesondere dann, wenn diese« Jahr die Preise de« Tierfutter» vernünftig ge« regelt werden. Aber nicht nur bei un«. sondem auch in an« deren groben Staaten ist die Ernte an Getreide diese« Jahr bedeutend gröber al« im Vorjahre. Amerikanischer Weizen wird auf den nördlichen Gctreidemärkten um 78 bis 79 AL pro Hektoliter ausgeboten. Der beste russische Weisen um 74 AL. Die Unwetter haben nur einen ganz unbe« deutenden Teil unserer Ernte vernichtet. Vielleicht 1 bis 2 Prozent. Auch mit Mais, Gerste und Hafer sind wir genügend versorgt, so daß gar kein Grund zu Befürchtungen vorliegt. IMUwüWuift mul äoriaipHkM Der Arbeitsmarkt In Nordböhmen In den 45 Bezirksanstalten in Nordböhmen wurden im August 1988 18.768 Vermittlungen erzielt. Die Vermittlung von Hopenpflückern erscheint in diesen Erfolgen nicht eingerechnet, weil dies alljährlich aus technischen Gründen erst in der Statistik für den Monat September geschieht, da diese Vermittlungen in ihrer Gänze und gleichzeitig von den Anstalten, die die Pflücker abgcfer« tigt haben, sowie von denjenigen, in deren Bereiche sie geschickt wurden, ausgewiesen werden soll. Aus dem nordböhmischen Bereiche gingen nach vorläufigen Daten aus die HopfenpflÜcke 38.926 Personen, von denen auf die Bereiche der Arbeit-« Vermittlungsanstalten in Aussig ä. E., Bilin, Brüx, Dux, Gorkau, Aarbitz, Koniotau, Oberleu« tcnSdorf, Teplitz-Schünau und Weipert 88.794, also fast 87 Prozent entfallen. Den BerufSgrup« pcn nach handelt es sich bei den Vermittlungen— abgesehen von den Hopfenpflückern— um 8498 Bauarbeiter, 8276 Arbeitskräfte bei der Landwirtschaft, 2388 Tag«, 1888 Textil« und 1512 Hilfsarbeiter, 1075 Personen im Haushaltung«« dienstc, 760 Metall« und Maschinenindustriearbeiter, 752 Glasarbeiter, 749 Personen der Lebensmittelindustrie(besonders zufolge der saisonmä» tzigen Besserung in der Süßwarenindustrie, sowie der Obst« und Fischkonservenerzeugung) und 546 Lehrlinge und Lehrmädchen. Auch in anderen Be« rufen wurden beträchtliche Erfolge erzielt. Seit Ende November 1981 sank die Anzahl der Arbeitslosen da« erstemal unter 50.000. Die Anzahl der Arbeitslosen betrug am 81. August 16.749, wobei noch berücksichtigt werden muh. daß eine ziemlich große Anzahl der al« arbeitslos gerechneten Bewerber bei der HopfenpflÜcke, eben noch Ende August, eigentlich in Arbeit standen. Gegenüber Ende August 1931 zeigt sich heuer ein Rückgang um 9284, d. i. um 16.6 Prozent, gegenüber 1932 um 67.501, d. i. um 59.1 Prozent, gegenüber 1988 um 82.900, d. i. um 68.9 Prozent, gegenüber 1934 um 69.613, d. i. um 59.8 Prozent, gegenüber 1985 um 66.294, d. i. um 58.6 Prozent, gegenüber 1986 um 55.204, d. i. um 49.3 Prozent, gegenüber 1987 um 12.282, d. i. um 20.8 Prozent, gegenüber Juli 1988 um 9808, d. i. um 17.6 Prozent und ge« genüber der höchsten Anzahl der Arbeit-losen vom Feber 1988 um 142.194, d. i. um 75.8 Prozent. Sin teilweises Bild der Entwicklung der Lage am Arbeitsmarkte geben die Zahlen über die Anzahl der Arbeitslosen in den wichtigsten Berufsklassen: BeruflAaffe: 1981 1988 1987 1988 Landwirtschaft, • 2.275 5.051 1.198 968 Bergbau.,, W 1.858 8.581 1.822 1.149 Ton iiia 888 1.504 760 468 GlaS«aia 8.516 20.275 6.646 5.488 Metall.,, g 8.770 9.782 8.610 2.075 Maschinen a„. W 1.282 2.588 864 568 Holzbearbeitung 1 1.298 4.784 2.687 1.767 Textil... 9.877 26.424 11.700 10.745 Bekleidung,, 1 1.081 8.794 2.110 1.925 Baugewerbe,, 8.674 8.870 4.014 2.987 Hilfsarbeiter, 1 18.405 20.057 7.067 5.020 Angestellte(• W 1.299 4.044 8.714 2.978 Tagarbeiter., 8.464 0.782 8.654 2.062 .Haushaltung-personal 1.828 2.882 2.000 1.880 Al- die erfreulichst« Erscheinung kann diesmal der Rückgang der Arbeitslosen in der Textil, und Glasindustrie betrachtet werden, auch wenn in mancher anderen Beruf-gruppe— hauptsächlich aÖ Saisonerscheinung— ziffernmäßig ein gleicher oder noch höherer und prozentuell bedeutender Rückgang verzeichnet werden kann. Bei den zeitweise Arbeitslosen zeiat sich ein ziemlich großer Rückgang in der Metallindustrie. Zur Linderung der Arbeitslosigkeit haben auch die Notstands- und JnvestltionSarbeiten beigetragen; bei 247 Arbeiten haben 7105 Personen Beschäftigung gefunden. Beruhigung unter den Einlegern Prag. Die Ereignisse der letzten Tage haben zu einer Behebung von Einlagen bei Geldinstituten in erhöhtem Maße geführt. Die Geldinstitute haben dabei eine volle Liquidität bewiesen und sie konnten allen Ansprüchen der Einleger genügen. Unter den Einlegern ist eine Beruhigung eingetreten, schon die Behebungen am Donnerstag waren viel geringer, al« am Tage zuvor. Diese Umstände an und für sich widerlegen am besten die Meldungen des reich-deutschen Rundfunks. Gute Getreidevorräte „ffefli® Iobo" schreibt: Da- Volk versorgt sich in diesen Tagen mit Vorräten. Vernünftig betrachtet braucht man hierin keine Panik» machcrei zu sehen. Jedermann weiß, daß wir in der Tschechoslowakei genügend Lebensrnittel zur Verfügung haben. ES ist erwiesen, daß die TIer< Vorräte bei»ns gerade jetzt einen Höchststand er reicht haben. Bei den Getreidevorräten sieht die Sache folgendermaßen auS: Die Erntefläche Äir Weizen war dieses Jahr größer als im Vorjahre. Insgesamt wurden 898.000 Hektar besät(im Vorjahre 853.000 Hektar) mißerdem ist die Ernte pro Hektar dieses Jahr besser gewesen als im Bor- Die Wanderungen der Anniviarden MTP. Pari-. So oft man dies seltsame Bild auch schon gesehen haben mag. so stark weiß«» den Beschauer doch immer wieder zu fesieln, dieser Auszug eine» Bergvolkes au» sämtlichen Dörfern de- Tales, mit Kind und Kegel, mit Vieh und Habe. Die erste Wanderung beginnt im Feber, wenn der Frühling die winterliche Eisdecke der Rhone bricht. Dann verkästen die Anniviarden»hr immer noch von Eis und Schnee starrendes Hochtal, beladen ihre Wägelchen und steigen in« Nebengelände von SiderS hinab, da- schon die auen Römer„die löbliche Gegend- nannten. Erst nach der Ernte, im August, kehren sie wieder zurück. Kinder und alte Leute, Ferkel und Ziegen, Lämmer',und. Hühner, Trüben und.Mchkngerqjc, Rebstecken und Werkzeuge stauen sich in malerischem Durcheinander auf den kleinen, gebrechlichen Wägelchen. Einer kutschiert; der Rest der Familie trottet mit den marschfähigen Stallgenosten hinten nach. Wie ein von Hau« und Hof vertriebene» Völkchen, daS sich ein anderes Land suchen muß, muten diese Wanderzügr an. Tag um Tag wiederholen sie sich, bi» sozusagen das letzt« Bein die Talschast verlosten hat. Aber auf den Gesichtern dieser Wanderer lasten weder Wehmut noch Verzweiflung. Sie sind keine Flüchtlinge, die von einem verwüsteten Besitz ins Ungewisse ziehen, sondern arbeitsame Landlente, die einfach die Scholle wechseln, um sich weiter unten im Tal auf altererbtem Besitz neu anzusiedeln. Neuerdings bestellen sie manchmal auch«in Lastauto. Aber das kostet Geld, und die Anniviarden sind ein arme- Volk. An einigen Orten werden Dorfwachen zn- rückgelaffen, an anderen begnügt man sich mit Schloß und Riegel und dem unerschütterlichen Vertrauen in die traditionelle Ehrlichkeit der an« niviardtschen Mitmenschen. In drei Dörfern oberhalb von SiderS, von denen die.„Hauptstadt" Muraz allein rund 600 Einwohner ausninunt, öffnen sich di« Fensterläden, und die Kamine beginnen wieder zu rauchen. An den Fensterbrüstungen wehen bunt« Windeln. Die Krämer schlagen ihre Buden auf. Der Pfarrer schreitet mit dem Räucherfaß in die Kirche. Gestern hat der Sigrist noch in dem 2000 Meter hohen Schweizer Grenzdorf Chandolin den Glockenstrang gezogen; h«ute läutet er den Berg« schwalben der„Noble Lontrke" den englischen Gruß. Die Hühner stürzen sich auf da- lang entbehrte Gewürm und Grünsutter in den Matten und gackern zuerst heiser und verworren bald aber im alten Rhythmus ihren Eiersegen. Schweine wühlen in den Düngerhaufen, Maultiere tragen gefüllte DUngersäcke in die Weinberge hinaus. Sind die Grundstücke bearbeitet, so werden in gemeinsamer Arbeit die Gemeindeweinberge in Angriff genommen. Die Frauen werden zwar tüchtig angespannt, aber mit der Arbeit im Weinberg haben sie nicht- zu tun; ihre Ausführung geht vielmehr in ausgesprochen militärischen Formen vor sich. Früh um 6 Uhr stellen sich die Trommler und Pfeifer an die Spitze de- Arbeiter« bataillonS, und wie früher mit Spieß und Hellebarde versammelt sich die Truppe mit dem Winzergerät unter dem Kommando de« Rottenmeisters. Die Winzer tragen da« altgewohnte Werkzeug ihrer Ahnen, vom gleichen Holz und Schnitt, und führen auf einem abwechselnd mit der Hand gezogenen Wägelchen ein Fäßchen Wein. Zinnkannen, hölzerne Becher und«ine Anzahl Brot« Kreditanstalt üer VMfchen | i e| II■><•«> n R ie dakasfemge» Shndrftbn»*«Ön OeldßefchSft« CraDalteia«la*faI BiooMÄHmi K» mit. Der Fahnenträger schwingt da- Banner in den alten anniviardischen Farben Blau-Wciß- Grün; Trommler und Pfeifer musizieren, und der Zug schwenkt im Dogen in die Gaste ein. mieten durch da» Dorf rechtwinklig hinauf zum,.Mette'.!", wo er einen Krei» beschreibt. Fahne, Musik und Troß gruppieren sich in der Mitte. Dann kmeen alle nieder, der Pfarrer spricht das Gebet, und die Winzerschar verteilt sich in zwei Arbeit-Häuten in die Weinberge. Abends marschiert die Truppe unter den Klängen der Musik wieder zuriick und läßt dann noch eine oder zwei Stunden, je nach dem Ertrag de« vorigen Jahre», den Holzbechcr kreisen. Bier oder fünf Wochen später räumen die Anniviarden di« Hänge von SiderS und ziehen sich wieder in die Berge zurück, aber noch n'cht in ihre Dörfer. In den tiefer liegenden«Mann» säßen- bestellen sie die Felder, pflanzen Kartrf» seln und Saubohnen, säen Hanf und Roggen. Damit ist die Wanderung aber noch lang nicht zu Ende. Dort, wo noch keine Kollektivwirtschaft besteht, wandert der Anniviarde sogar da» ganze Jahr hindurch. Man kann im Sommer, im Frühling oder im Herbst in» Bal d'Annivier» hinauswandern, immer wird man einige Weiler ein,am und verkästen finden. Da» Eigentum der Anniviarden ist derart zerstückelt, daß«» Familien mit mehr al« hundert Flecken Land gibt, die trotzdem oft kaum mehr al» da» Futter für einen ganz kleinen Viehbestand abwerfen, aber Stunden oder sogar Tagereisen auSeinanderliegen. Nach der Erntezeit folgt deshalb eine zweite Wanderung. Mehr al« zwei Monate bleibt da« kleine Volk nun im Rhonetal, wo auch die Winterschule beginnt. Gegen Mitte Dezember sind dann die Heuvorräte verzehrt; die Anniviarden verschwinden und klettern auf tiefverschneiten Pfaden zu ihren Heimstätten empor, bi» hinauf in den dunklen Eidtrichter von Final. Dort raucht der Hausherr dann in Ruhe sein Pfeifchen, die Frau hütet da» Vieh, zupft den Hanf und die Wolle, schürt den mächtigen Giltsteinofen, und da» Anniviarden« Völkchen wartet auf die nächste Wandening. Die ethnographische Wissenschaft hat sich Über die Anniviarden, die sich sehr selten mit Fremden vermischen, lange vergeblich die Köpfe zerbrochen. Schließlich entdeckt« man abrr in ihrem Dialekt, der von der französischen Schriftsprache in Wortbildung und Satzbau stark abweicht, ausfallende Anklänge an da« in Graubünden gesprochene Rätoromanisch, die Häufigkeit blauer Augen und ausgesprochen keltischer Schädel ergab weitere Anhaltspunkte, und heute ist man sich allgemein darüber einig, daß die Anniviarden— wie die Rätoromanen Graubündens, dir Ladiner Südtirol» und die Friauler Istrien»— die letzten Reste der mit den alten Iberern, Etruskern und wahrscheinlich auch mit den heutigen Albanesen verwandten rätoromanischen Rasse darstellen. E. K. Vom scheidenden Sommer und abgebrochenen Zelten Der Feuilletonteil der Tageszeitungen ist jetzt oft mit Ferienberichten und Schilderungen herrlicher. Sonimerfreudcn auSgefiillt. Fast all« diese Berichte stammen von Reisenden, die den Urlaub in fernem Land oder in idyllischer Einsamkeit verlebt haben. Ich gehörte nicht zu diesen Glücklichen, sondern muß meine Gommergeschichte dem grauen Alltag entnehmen, wie ihn das Leben an der Peripherie der Großstadt auSfüllt. Dabei ist das eine völlig unpolitische Geschichte, obwohl sic Zeichen unsere» Zeitgeistes enthüllt. Zwischen großen Häuserblock» liegt vor den Fenstern meiner Wohnung in grünen Rasen eingebettet ein Kinderspielplatz, von dem fröhliche» Treiben der Jungen und Mädchen täglich die Freuden des Sommer» kündete, wie sie die Kinder der Großstadt erleben. Jetzt ist e» stiller geworden; die Schul« hat wieder begonnen. Doch ich wollte von vergangenen Sommertagen erzählen. Nicht da» lebensfrohe Haschen und Jagen der Kinder war mir besonders ausgefallen, sondern da» Treiben upt ein kleine» Zelt herum, daS unweit des Spielplatzes auf grünem Nasen von kundigen Knabenhänden errichtet war. Wenn in den Mittagsstunden die Sonne recht heiß brannte und Straßen und Plätze von den Menschen gemieden wurden, dann barg diese». Zelt trotz seiner Kleinheit und Enge täglich einige Kinder, währet» es an den übrigen Stunden de» Tage» fast unbeachtet dastand. Erst am Wend sammelten sich die Kinder wieder um da» Zelt. Neidische Blicke der Kleinen bewunderten jene größeren Jungen, die mit einer Wolldecke ausgerüstet nun da» Zelt bezogen, um dort die Nacht zu verbringen. E» war kein weiche» Lager, wie ich mich selbst, al» ich da» Zelt besichtigte, überzeugen konnte. Dem einen oder anderen mochte di« fürsorgliche Mutter ein kleine» Kcpfkifsen für die Nacht hineinreichen, sonst aber ivar die tägliche Badehose auch Bekleidung für die Nacht. Im übrigen kümmerten sich di« Eltern der Kinder herzlich wenig um diese-Jungen, die mit einbrechender Dunkelheit einschliefen und am frühen Morgen einander mit dem Tartenschlauch bespritzten, um wieder einen neuen Tag in gleicher Weise zu beginnen. So floß während der großen Hitze da» Leben einiger Wochen für die Kinder dahin, denen kein Gommeraufenthalt im Gebirge oder an herrlichen Badeseen möglich war. Und trotz aller Schlichtheit und spartanischen Einfachheit bot diese» Leben um da» Zelt herum sen« herrliche Romantik, wie sie nur Kinder erleben und wie sie Kinderherzen mit dem Einerlei des Alltags äussöhnt. Man konnte«s an der immerwahrenden Fröhlichkeit erkennen und Ivenn gar ein Gewitter beraufzog und ein heftiger Regen niederging. war die Freude diese» Zeitlebens besonders groß. Da» Zelt mochte durchaus keinen genügenden Schutz fegen den Regen gewähren, die Kinder fühlten sich >»och gut in thm geborgen und mit lautem Triumph verließen sie e» erst, wenn nach dem Regen die großen Pfützen ringsum neue Zielgelegenheiten boten. Wurde in der Frühe oder am Abend der Rasen gesprengt, dann gab e» eine sioh« Abwechslung, weil Jungen und Mädchen darin wetteiferten, einen nassen Strahl auf den Körper zu erhaschen. Doch nicht all« Daheimgebliebenen brauchten auf diese primitive Art Erfrischung zu suchen. Wer kennt nicht die Moldau-Ufer an Sommertagen, wie sie von Badenden in großer Zahl gesäumt sind? Ost lenkt« ich meine Schritte dahin, »m mich selbst nach einem erquickenden Bad in die Ungezwungenheit de» Lagern» zwischen die unbekannten Menschen zu begeben, die der Zufall hier zusammenführt. Auch dort gab e» Zelte, in denen übernachtet wurde und um die herum tagsüber braungebrannt« Gestalten in seligem Lungern dir Zeit verbrachten. Gegenüber dem Kinderzelt zwischen den Häuserblock» boten diese Zelte am Moldau-Ufer nichts Ungewöhnliche», bis eines Tages ein Zelt größeren Format» und au» ganz neuen Stoff gefertigt auftauchte. Wenn man sich diesem Zelt näherte, so fesselt« sowohl da» Arußere tole da» Innere den Blick, denn e» stand weit aufgeschlagen, damit jeder seine Pracht bewundern könne. Ein wesch bereitete» Lager mit reichlichen Decken und Kiffen füllte da» Inner« de» Zelte», während draußen Leinen gespannt waren, an denen Wäsche getrocknet wurde. Viele Frauen benutzten ja die Gelegenheit de» Baden», um in dem Weichen Flußwasser«In Wäschestück au»zu« waschen und er auf dem spärlichen Rasen zu trocknen. Doch gn.dem neuen Zelt hingen fein säu« berlich neben den Kinderschürzen solch« Wäschestücke, die daheim d«n Schmuck der Hausfrau bilden und um die Gründlichkeit zu vervollständigen, fehlte auch nicht da» klein« Detail der Wäscheklammern, die. sonst mitzunehmen wohl keinem Badenden einfällt. Vor dem Zelt« spielten einig« Kinder und di« Mütter war ängstlich bemüht, st« nicht an Wäsche und Zelt herankommen zu lassen. Auch sonst tönte fortwährend der Kommandoruf der Mutter in di« Ohren, dieser Kinder, und wenn sie schlafen sollten, durften sie nicht selbst da« Lager des Zelte» aufsuchcn, sondern sie wurden von der Mutter darauf gebettet, damit nicht» beschmutzt wurde. Ucberhaupt glich diese» Zeltleben einem in die Natur verpflanzten WohnnngSleben und mußte den Kindern wohl da» Erlebnis jener Romantik nehmen, die bei dem Zeltleben zwischen ten Häuserblock» so natürlich schien. Mese» Zelt war ja auch nicht zu diesem Zweck hier aufgeschlagen. Seine Eigentümer saßen in der Nähe und studierten«Zeit- und „Rundschau- und liehen in Gebärden und Haltung erkennen, daß ihr Zeltleben einer neuen Romantik entsprechen sollte, die den„Aufbruch- deS sonst al» Spießer twhinlebenden Kleinbürger» deutscher Zunge kennzeichnet. Obwohl sie laut miteinander politisierten und di« Badeiwen ihrer Umgebung nur mit geringschätzigen Blicken maßen, wurden sie kaum beachtet und in keiner Weise belästigt. Die Ungezwungenheit deS Badeleben», die tschechische und deutsche Bürger an der Moldau vereint, hatte auch um sie den Pogen de» großen Himmelszelte» mit seinem Frieden geschlagen. Wer hätte hier wohl „Unterdrückung»"-Merkmale entdecken wollen, von denen die genannten Zeitungen behaupten, daß sie überall zu finden wären? E» war im Gegenteil«ine wohltuend« Ruhe überall, in der eher der laut« deutsch« Disput hätte herausfordernd wirken können. Doch jeder ließ den anderen„nach seiner Fasson selig werden-. Nun sind die Zelt« sowohl hier wie dort abgebrochen. Die Romantik de» KinderzeltlebenS ist der de» Drachensteigens und anderer herbstlicher Spiel« gewichen. Die Romantik neudeutscher Art aber wirst sort, die Tage de» Nachsommer» mit Bedrohungen de» Frieden« erfüllend. Leboz. Scite Sozialdemokrat" Samstag, 17. September 1938. Nr. 219 Prager Zeitung jungen Mann" aus dem Spiel gelassen hätte. mg. Genossen, Genossinnen Taufende unserer deutschen Genossen und und Gut, Heimat und Haus verlassen, weil sie an Leib und Leben bedroht waren. Eine neue Aushilfe der Prager Gemeinde den Sie hätte beffer getan, wenn sie den unbekannten Genoffinnen aus den Grenzgebieten mußten Hab Familien eingerüdter Referviften. Das Prager Rentralfozialamt hat gestern im Stadtrat den Antrag gestellt, daß laut§ 22 des Wehraefebes den Familien derjenigen Reservisten, die au außerordentlichen llebungen einberufen werden und deren Familien in Brag sich augenblicklich in schwerer Lage befinden. vorderhand für zwei Wochen freiwillige Unterstübung in der Höhe von 20 Kč wöchentlich auerfannt werde. Außerdem sollen alle Kinder der Reservisten, die noch nicht das 14. Jahr erreicht haben, in den Schulfüchen sechs Tage in der Woche verlöftigt werden. Aus den Mitteln des Komitees für..Silfe den Arbeitslosen" foll Arbeitslofen, die einberufen wurden, eine Aus hilfe von 10 bis 20 Kč als Reiferelutum ausbezahlt Die Marktfrauen vom Tylplats für die zugerei. ften Grenzler. Die Marfifrauen vom Thlplas hatten untereinander ein volles Laftautobus Obst und einige Hundert Kč gesammelt, um es den Grenglerfindern. die nach Prag gekommen find, au schenken. Auch Basfanten haben sich an dieser Sammlung beteiligt. Die Stadt Prag gab ihnen ein Dach über Sie wollte die Nachbarin schrecken den Kopf und sorgte für ihre Ernährung. Viele der Gestern stand vor dem Straffenat des OGN Menschen, Männer und Frauen, Kinder und Inaplan die 32jährige Frau eines Mechanikers, Marie Fingermann aus Prag XVI, die vom gendliche, entflohen ihrer Heimat, ohne sich auch Staatsanwalt Dr. Spinar wegen Verbreitung nur mit dem Notdürftigsten an Kleidung und unwahrer Nachrichten angeflagt wurde. Wäsche versehen zu können. werden. Frau Fingermann wußte, daß die Frau Marie Unsere Pflicht ist es, ihnen Hilfe angedeihen C., welche in demselben Hause wohnte wie sie und eine Mangelmaschine bejißt, sehr furchtsam und weis zu laffen. Genossen und Genoffinnen, bringt sonerliche Natur jei. Sie tam zu ihr am 28. Mai fort, was Ihr an warmer Kleidung, Wäsche, und erzählte Sachen, daß der Frau die Haare au Verge standen. Die Regierung habe angeblich ein Schuhen und Strümpfen für Erwachsene und Kinltimatum erhalten, Mittags solle der Umstura der entbehren könnt. durchgeführt werden, einige Generäle feien erschoss Keiner schließe sich aus, jeber beweise seine sen worden, furz und gut, alles geht brunter und drüber. Frau C.. die tatsächlich vor Schreden laum Solidarität! Reiner vereinbare es mit seinem Geauf den Füßen stehen konnte, rief gleich eine andere wissen, daß in seiner Nähe deutsche Männer und Selbstmordverfuch. Gestern nachis wurde in fel- frau herbei und erzählte ihr die Siobsnachrichten. Frauen, Kinder unserer Klaffengenossen nicht geUnd dann wußte bald die ganze Straße, daß fürch terliche Sachen bevorstehen. nügend bekleidet sind, frieren müssen. dahin, daß fie der C. bloß Schreden einjagen wollte nimmt: Arbeiterfürsorge, Prag II., Fügnerovo Nur einwandfreie Kleidungsstücke überund übrigens babe sie nicht das gesagt, was ihr zur Lait gelegt wird, sondern sie babe nur darüber geprochen, daß irgendwelche Spione erschossen wur den, dann habe sie über Genlein geredet und ge= glaubt, daß Frau C. das, was ihr anvertraut wurde, nicht weiter erzählen werde. nem Zimmer in Prag XII. der 32jährige Bant beamte Josef K. aus remfier bewußtlos aufgefunden. Josef K. hat in Brag vorübergehend Quar tier genommey. In felbstmörderischer Absicht hat er fich Schnittwunden an der linken band mit einem Rajsiermesser zugebracht. Er wurde ins Krankenhaus geschafft, wo seine Verlegung als leicht qualifiziert wurde. Er hinterließ einen Brief an seinen Bruder. worin es heißt, daß er aus Lebensüberdruß sterben wolle. Gestern verantwortete sich Frau Fingermann Die Anflagefchrift betont aber, daß es genügt, Ein Frau wollte fich mit Gas vergiften. Gestern wenn dergleichen unwahre Nachrichten einer einzigen nach 7 1hr abends wurde in das allgemeine Krans Verson mitgeteilt werden, von welcher der Täter fenhaus die 29jährige Josefa S. aus Wricho winter gegebenen Umständen annehmen kann, daß sie gebracht, die bewußtlos in ihrer Wohnung gefunden fie weiter verbreiten wird. Bei einer Frau, die eine wurde. Der Bahn der Gaszufuhr war offen. Sie Mangelmaschine besitzt, liegt es ja auf der Hand, wollte sich wahrscheinlich mit Gas vergiften. Weshalb daß von ihr viele solche Nachrichten erfahren werden. fie den Selbstmordverfuch unternahm. ist nicht be- besonders an einem solchen Tage, wie es die dem fannt. Sie wurde von ihrem Bruder aufgefunden. 21. Mai nachfolgenden Tage waren. Frau Fingermann wurde zu fünf Tagen schiveren Kerkers unbedingt verurteilt. Kunst und Wissen mg. Täglich über zwanzig größere Wuerfälle in Prag. Viele Spekulanten in Prag haben die große Nachfrage nach Waren zur Steigerung der Preise ausgenügt. Es kommt vor, daß Feit, welches 9 Kč foftet, um 18 Kč verkauft wird. Deshalb hat sich der Prager Magistrat entschlossen, rüdsichtslos gegen dies fen Wucher einzuschreiten. Die Anzeigen werden sofort erledigt, der Wucherer wird noch am selben Tage bestraft. Die Strafen sind aroß. bis au 50.000 Premiere im D 39. Am Dienstag, den 20. Kč. Außerdem können auch noch Freiheitsstrafen auf- September, findet im D 89 die erste Premiere der erlegt werden, und zwar bis au sechs Monaten Ge- Jubiläumsiaison statt; es wird das Wert Vittor fängnis und Verlust der Gewerbebefähiguna. Die Dhts Die revolutionäre Trilogie" Einwohnerschaft Prags wird aufgefordert, dem Ma- aufgeführt. Die drei einzelnen Stüde, aus denen aistrat jeden derartigen fall bekanntzugeben, denn die Trilogie" besteht- Die Morgenröte"," i die Behörden find fest entschlossen, dem Wucher ein garo" und" Die Besiegten" wurden im tíchechischen Theater gleich nach dem Umsturze gegeben. Das Ende zu seven. Schreibmaschinen nicht am Fenster stehen laffen! Ein intereſſanter Diebstahl wurde in den Räumen der Firma Neuchatel" in der Wenzelsstraße in Brag II verübt. Man liek dort nämlich unachtfam das Fenster offen und ein vorübergehender Dieb hat durch3 Fenster eine Underwoodschreibmaschine entwendet, die einen Wert von 2000 Kč hat. Außerdem nahm er einen Hubertusmantel. Auch., eiserne Bestände" werden gestohlen. Die Diebe tragen der modernen Reit Rechnung. Jeder schafft sich jetzt..eiserne Bestände" an, um im Falle des Strieges nicht au berhungern und das wissen die Diebe sehr gut auszunüßen. Die Eigentümerin einer Villa in Sr tich war gewiß unangenehm über raicht, als ihr eines schönen Tages der ganze Vorrat ausgeraubt worden war. Es waren darunter viele Flaschen Weines. Geselchtes. Fleisch. Konserven und anderes mehr. Eine junge Automatendiebin. In den Brager Automaten wurden in der levien Beit vielen Frauen ihre Taschen oestohlen. Der Rivilvolizei gelang es. ein junges Mädchen bei frischer Tat au ertappen. Ihr Name darf nicht öffentlich genannt werden, weil sie noch zu jung iſt. Gerichtssaal Der erste Fehltritt 89 führt zum ersten Male nach 20 Jahren Dyla dreiteilige dramatische Komposition wieder auf. Sonntag, den 18. September, spielt das D 39 aum letzten Male„ Die Volksfuite". Sonntag Erstaufführung Luife Miller" von Verdi, nach Schillers Stabale und Liebe".( B1). Erste Aufführung in Prag! Hauptpartien: Efrimiadis( Luise). Kindermann( Gräfin). Andersen ( Präsident). Baum( deffen Sohn). Gutmann ( um). Hagen( Miller) etc. Regie: Dr. Schramm. Dirigent: Rtvein. Donnerstag neuinszeniert..Don Carlos" bon Schiller( 2) mit Valt. Wünsche, Lohner. Stepanet, Slippel. Siedler. Trabauer. Richter. Afritsch etc. Regie: Gellner. Wiederholung nächsten Samstag. ( A 2). Nächsten Sonntag anläßlich des JanácekFestivals Jenufa"( Abonn. aufgehoben.) Vorverkauf im Theater und im Prager Barod. Wochenspielplan des Deutschen Theaters. Samstag. 19.30: Die Kameliendame"( A1). Sonntag. 19.30: Luise Miller". Erstaufführung. Montag, 20.00: Peripherie". Dienstag, 20.00: ..Banditen". Mittwoch, 19.30: Die Kameliendame". Donnerstag, 19.00:..Don Carlos". Freitag, 19.30: Chrano von Bergerac". Sams tag, 19.00:.Don Carlos". Sonntag, 19.30: ..Jenufa"( Janáček- Festivals). Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Samstag. 20.00: Hotel Sylvia Dunn". Sonntag. 19.30: ..Somödie der Irrungen", neu inszeniert.- Mons Dienstag, 20.00:..Dreißig Die 28jährige Anna DoInit ist ein hübsches tag, 20.00: Delila". Mittwoch, 20.00:..otel Mädchen aus der Slowakei. Sie fam seinerzeit nach Sekunden Liebe". Sylvia Dunn". Donnerstag. 20.00: Dreißig Prag wie so viele Mädchen vom Lande, um sich hier, Freitag. 20.00: Flitter als Dienstmädchen das Brot zu verdienen. Zuerst Sefunden Liebe"." - Samstag, 20.00: Dreißig Gefunden ging alles gut. Ihre Arbeitgeberin, Frau H., war wochen". Sonntag, 20.00:..Was Ihr wollt." mit ihr sehr zufrieden. Dann aber lernte die brave Liebe". Anna junge Burschen fennen, sie ging oft tangen und hatte auf einmal für gar nichts anderes mehr Sinn. Eines Tages entdeckte sie, daß sie schwanger sei. Was sollte sie nun tun? Sie wollte sich des Sindes entledigen, dazu aber brauchte sie Geld. Und so verschwanden aus dem verschlossenen Sekretär ihrer Arbeitgeberin 2200 Kč. Die Anzeige wurde erstattet und tatsächlich wurden auch bei dem Mädchen noch 1700 Kč gefunden. Der Film Schneewittchen und die sieben Zwerge náměstí. Helfet sofort, noch heute! | ZUM AUSKOCHEN Sini menuur SCHPULVER " Denimdïnunt" WASCHPULVER Filme in Prager Lichtspielhäusern Urania- Kino: Frl. Liselott." Gastspiel Milstaja. Broadway: Sensationeller Erfolg:„ Gräs fin Waleista." Garbo, Boyer. Adria:„ Ertiach 3000 Jahren." Harold Lloyd. A. Alfa: „ Schneewittchen und die sieben 3 wer Ge." Abendfüllender Farbfilm. Disneys. Apollo: Pépé le Moto, der Abenteurer von Algier." Art II., Václavsté nám. 18: Die silberne Wolfe." Während die Schönheit Schneewittchens und ihres Tich. Avion:„ Das Ideal der Septima." J. Prinzen und die eitle Verworfenheit der bösen Köni Piachta. Tich. Bajkal: Klapperzahns XI." Tich. gin genau so feen- und herenhaft dargestellt sind, wie Beranek:„ Wandas Sorgen." Tich. Fenig: es das Märchen vorschreibt, hat Disnens Sumor die Die Zunft der Kuttenberger Jungfrauen." Tich. Figuren der Zwerge und die Erscheinungen der lora:„ Wandas Sorgen." Tsch. Hollywood: Tiere, die er an der Handlung mitwirken läßt, mit Das Ideal der Septima." Tich. Hvězda:„ Er. allen Reichen seiner humorvollen Erfindungsgabe nach 3000 Jahren." Harold Lloyd. A. Juliš: verschen. Aus den sieben Zwergen hat er sieben Cha- Der weiße Rabe." Tic). Kinema d. VI. B.: rafterinpen von heiterer Konsequenz im Betragen Journale, Grotesfen, Reportagen.- Koruna Aft. Kotva: und Erleben gemacht, aus den Vögeln und Vier- Th.: Journale, Grotesken, Reportagen. Lu. füßlern hat er wunderbare, teils spielzeugartige, teils Gefängnis ohne Gitter." Fr. findlich menschliche Wesen gemacht. Und ganz start cerna:„ Die Zunft der Kuttenberger Jungfrauen." erweist sich seine Kunst in der Gestaltung der..Sze- Tich. Metro:„ Du und ich." A.- Baffage: Ge Braha:„ Der nen", der idyllischen wie der dramatischen. Der Zufängnis ohne Gitter." St. sammentlang von Farbe. Bewegung. Musik und Kolben aus Elfenbein." A. Radio: Wölfe der phantastischer Pointierung ist immer wieder hinrei- Großstadt." Victor MacLaglen. A. Staut:„ Die Bend. und der Erfola Disneys, der darauf beruht. baltischen Matrosen." Russ. Světozor: daß feine Schöpfungen zu Gemüt und Phantasie der„ Der weiße Rabe." Tich. Veletrhy:„ Gefäng Belvedere:„ Das Kinder ebenso sprechen wie zum Kunstverſtand an- nis ohne Gitter." Fr. fbruchsvoller Erwachsener, iſt dem Schneewittchen" nadte Modell." L. Rainer, W. Powell. A.- Beseda: Film von vornherein sicher. -cis- Wandas Sorgen." Tsch. Carlton:„ Ducháček - Lido II: schafft alles." Vlasta Burian. Tich. Slapperzahns XI." Tich.- Louvre: Goldwyn Hollies." A. Macesta: Die baltischen Olympic:„ Marco Polo." atrosen." Rusi. Cooper. A.-- Nogy:„ Mapperzahns XI." Lich. Tatra- Weinberge: Klapperzahns XI." Tich. 1 Bejvodu:„ Vier Spione." Mad. Carroll, Peter Lorre. A.. Balbek:„ Es war die Zeit der Liebe." Donald, Eddy. A. Urania- Kino Doppelprogramm: Liselott". Gaits per programm:" räulein flotte und Solo! Normale Preise! 6 Uhr ohne. 9 1hr mit Bühnenschau! 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Nr. 13 Postsparkassen- Konto Nr. 89.020 Unbeschränkte Haftung der Stadtgemeinde und des Bezirkes Reichenberg Anglo- Elementar Versicherungs- Aktiengesellschaft in Wien Der lange erwartete große Walt Disney Film, der erste gezeichnete, nein: gemalte film. der Und so stand gestern die hübsche Anna vor dem die volle Länge eines gewöhnlichen Spielfilms hat. Jarmila Kšírová in dem Film ,, Die Laterne" OGR Kaplan und beichtete ihre Schuld. Sie erfüllt die Erwartungen, die man in die Kunst des beichtete aber falsch, denn sie gab an, daß sie das unübertrefflichen und trop der vielen NachahmungsGeld nicht genommen habe, sondern ihr Verehrer, versuche unerreichten Schöpfers der„ Midey- Mouse"= ein unbekannter junger Mann habe es mahrschein- Filme und der Silly- Symphonies" feßen konnte. lich gestohlen, als sie ihn einmal in die Wohnung Daß die alte, iedem bekannte Märchenhandlung bis eingelassen hatte und er gab ihr davon jene 1700 Kč. aum lebten Augenblid die Aufmerksamkeit des Ru Das Gericht glaubte dieser Erzählung natür schauers feffeln kann, ist der beste Beweis dafür, daß Tich nicht und so half es Anna nichts, daß ihr ihre die Art, wie Disnen sie gestaltet hat, ettvas EinmaliArbeitgeberin ein sehr gutes Zeugnis ausstellte uno ges ist. Dabei hat er nicht ettva aus dem Märchen daß sie, von Mitleid erfaßt, sogar versprach, sie wie etwas anderes als ein Märchen gemacht, aber er hat der in den Dienst zu nehmen, denn Anna wurde nach alle Möglichkeiten ausgenüßt, die Elemente dieses der Verkündigung des Urteils ohnmächtig. Sie leis Märchens mit Farbendet nämlich an peraichwäche und wurde deshalb auch Bhantasie und Buner Belveaunaszauber mit nicht wegen des Abortus verklagt. Für den Dieb cheln über das märchenhafte Filmschema von Schönstahl erhielt sie aber drei Monate Sterter unbedingt. heit. Bosheit. Liebe und happy end Au beleben. Direktion für die ČSR in Prag Generalagentschaft Reichenberg 3907 empfiehlt sich zum Abschluß von Feuer-, Unfall-, Haftpflicht-, Einbruch-, Auto-, Transport-, Glas-, Maschinenbruch-, Zeitkarten-, Reisegepäck- und Wetter- Versicherungen zu kulantesten Preisen Bargarantiemittel in der CSR 63 Millionen Büros: Prag, Národní tř. 17, Reichenberg, Schützengasse 21, Brünn, Theatergasse 6 Bezugsbedinguna en: Bei Auſtelluna insSaus oder er bei Bezua durch die Poft monatlich Ke 17.- vierteljährig Kč 51.- halbjährig Kč 102.- ganzjährig Kč 204.- Inserate werden lan Tarif billiaft berechnet. Rüditellung von Manuftripten erfolgt nur bei. Einsendung der Retourmarfen. Die Zeitungsfrantatur wurde von der Post- u. Le carabbendirektion mit Erlaß Nr. 13,800. VII/ 1980 bewilligt( Rontrollpoftamt Braha 25.- Druderei:..Orbis". Drud. Berlags- u. Beitungs A.-G. Baa 8939