Sozialdemokrat Zentralorgan ber Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erſcheint mit Ausnahme des Montag täglich früh/ Einzelpreis 75 Heller Rebaltion u. Berwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantw. Rebatteur i. B.: Zdenko Neuwirth, Brag Dienstag, 20. Geptember 1938 18. Jahrgang Auch London keine Entscheidung Chamberlain morgen in Godesberg Nr. 221 Gebietsabtretung empfohlen? Chamberlain morgen zu Hitler/ Aufruf zur Ruhe und Disziplin Prag.( Tschechosl. Presbüro.) Die Ergeb-| fchloffen ihre Beratungen mit einem einheitlichen| fichtsvunkt der Notwendigkeiten und tatsächlichen! nisse der Beratungen der französischen und Vorschlag zur Lösung dieser Frage für ihre Re- Lebensintereffen des tschechoslowakischen Staates britischen Staatsmänner wurden in London und gierungen ab. prüfen. Der Regierung der Republik wird es Paris Sonntag Mitternacht in dem Sinne Ueber die Ergebnisse diefer Beratungen wird nur dann möglich sein, diese Interessen zu wah charakterisiert, daß sie in eine Anregung für die nun in der Weltpreffe berichtet werden. Die tfche- ren, wenn sie die tschechoslowakische DeffentlichRegierungen Großbritanniens und der Re- hoslowakische Regierung fordert die tschechoslowa- feit fo wie bisher durch strenge Disziplin und publik Frankreich ausklangen, den Prager Re- tische Oeffentlichkeit auf, diese Nachrichten mit dem würdige Ruhe unterstützen wird. ruhigen Bewußtsein aufzunehmen, daß alle ver- Wir fordern darum alle Bürger auf, in diegierungsstellen eine Lösung der heutigen Lage faffungsmäßigen Faktoren, der Präsident der Re- fen Augenblicken volles Vertrauen zu ihren verdurch territoriale Regelungen zu vublik und die Regierung, sowie die politischen antwortlichen Faktoren zu bewahren, die in voller empfehlen, welche auf der anderen Seite durch Nepräsentanten des tschechoslowakischen Boltes in Ginigkeit und in vollem Bewußtsein für das tatdauernde Garantien der Sicherheit des tschecho- Permanens tätig sind und mit allen Regierungen füchliche Wohl des Staates und der Nation, sowie flowakischen Staates anfgewogen würden. der befreundeten Staaten in Verbindung stehen. der Sicherung seiner Zukunft arbeiten, im Sinne Diese Charakteristik der Ereignisse der Lon. Die Regierung wird die Lage und die Ergebnisse der lehten Rundgebungen des Präsidenten der doner Konferenz der englischen Minister mit ben dieser englisch- französischen Beratungen vom Ge- Republik und des Vorsitzenden der Regierung. französischen Ministern ist eine vorläufige und daher eine ungenaue und es ist darnm notwendig, für die Beurteilung der Lage die detaillierten offiziellen Nachrichten abzuwarten, Der tschechoslowakische Rundfunk verlautwelche den amtlichen und Regierungsstellen barte Montag um 11 Uhr eine Kundgebung, in werden mitgeteilt werden, die fie einem ein- der es heißt: gehenden Studium unterziehen werden. Bleibt besonnen! Prag.( Tschil. Presbüro. Die Minister Großbritanniens und Frankreichs, die Sonntag in London gemeinsame Beratungen über die in Mitteleuropa durch das Problem der Deutschen in der Tschechoslowakei gefchaffene Lage abhielten, Parteikonferenz Werte Genoffinnen und Genossen! Im Sinne der Bestimmungen des Parteistatutes berufen wir die Parteikonferenz für Mittwoch, den 21. September, 10 Uhr vor mittags, nach Prag I., Perštyn 11, Oborový dům( Gewerkschaftshaus) ein. Jakich. Mit Parteigruß: Die Parteifonferenz besteht aus: a) dem Parteivorstand; b) dem Frauenreichsfomitee; ,, Noch nicht das letzte Wort!" wahren, die in voller Einigkeit und im vollen Bewußtsein für das tatsächliche Wohl des Staates und der Nation, sowie der Sicherung seiner Zukunft arbeiten, im Sinne der letzten Kundgebungen des Präsidenten der Republik und des Vorsitzenden der Regierung. Im Engpass Von Wenzel Jaksch Wovor wir warnten und was zu vermeiden gewesen wäre, ist nun eingetreten. Die Sudeten, deutschen sind zu einer Schachfigur im Spiel der darüber Freude oder Trauer zu empfinden, das Großmächte herabgesunken. Wer mehr Grund hat, werden vielleicht die nächsten Tage entscheiden. werden vielleicht die nächsten Tage entscheiden. Das Ereignis des Montag war die Bekannt gabe der Beschlüsse der franto- britischen Staatsmänner- Konferenz in London. Diese Konferenz hat der Tschechoslowakei die Abtretung eines Tei les der deutschen Gebiete empfohlen und für die neuen Grenzen die Garantie nicht nur der westlichen Großmächte, sondern auch der Nachbarn angeboten. Das Angebot war offens sichtlich talttischer Art. Hitler soll dadurch daran gehindert werden, den angedrohten Krieg zu beginnen. Die Tschechoslowatei sollte durch die Opferung eines Teiles ihres Staatsgebietes erhöhte Garantien für ihre neuen Grenzen eintauschen. Ob die führenden Männer Frants reichs und Englands wirklich so naiv waren, in diesem Austveg eine dauernde Sicherung des europäischen Friedens zu erblicken, steht dahin. Partner nicht übersehen haben, welche weiter im Im Rathaus von Limehouse sprach am Sonn- Spiele bleiben. Der eine ist die Kriegspartei in tag der parlamentarische Führer der Labour- Parth, Berlin, der andere ist das tschechische Die Londoner Beratungen der franzöfifchen C. R. At t I e e, über die außenpolitische Lage und Volt. Die Kriegspartei in Berlin braucht einen und englischen Rabinettsmitglieder find eine sagte dabei: ,, Es handelt sich nicht nur um die Tsches viel größeren Erfolg als die Abtretung einiger Etappe in der dramatischen Entwicklung der heslowakei, es stehen viel umfassende re judetendeutscher Notstandsgebiete. Dort fann sie Dinge auf dem Spiele. Die Frage ist, wie feinesfalls jene Rohstoffe finden, die man zum gegenwärtigen europäischen Krise und bedeuten lange die Welt unter einer militariſtiſchen Drohung Ringen um die Weltherrschaft braucht,- Del noch nicht das letzte Wort. Teben fann." Attlee wies auf die demokratischen Lei- vor allem und Erz und Kautschuk sondern nur Die tschechoslowakische Regierung wird offistungen der Tschechoslowakei hin, die man nicht Armut und Hilfsbedürftigkeit. Das tschechische siell erst durch den britischen Gesandten in Prag aufopfern dürfe. Volt wiederum steht vor einer Entscheidung um Netvton und den französischen Gesandten De LaSein oder Nichtfein. Wie die Dinge liegen, hat Croix über die Ergebnisse dieser Beratungen in formiert werden. Wir machen neuerlich darauf aufmerksam und betonen wiederum, daß bisher feine sicheren Wieldungen über die Reichweite der Vorschläge vorliegen, die die Regierungen Englands und Frankreiche der tschechoslowakischen Regierung Die Labour- Party unterbreiten werden und daß alle bisherigen Nach richten offensichtlich ungenau sind und begreif cherweise den konkreten Inhalt der Londone: Beschlüsse nicht wiedergeben können. In diesem Augenblic treten die Mitglieder der Regierung in der Prager Burg beim Präfis denten der Republik zur Beratung über die durch die Londoner Konferenz geschaffene Lage zu fommen. steht zu Prag! Borläufig muß man annehmen, daß sie die zwei Der Labour- Abgeordnete Greenwood, der in den letzten Tagen an der Spitze der Labour: Delegation mit Chamberlain berhandelt hatte, fagte allen Grund, irgendwelchen Garantiezusagen lang ndi eirager Glepjis entgegenzusehen, und Englands, Frankreichs und Deutsch Stampffraft seiner Armee zu verlassen. sich mehr auf seine Befestigungslinien und auf die bei einer Rede in Morley:„ Eine Krise aufschieben, bedeutet nicht, sie abwenden. Solange die bisherige Politik nicht geändert wird und die Ambitionen der Diftatoren nicht zurückgewiesen werden, wird die Taub. Seriegsgefahr in all ihrer schred lihteit bestehen blei ben." c) aus zwei Vertretern der Parteifontrolle und aus je einem Vertreter der Kontrolle der Presse und der Parteibetriebe; Wartet in Ruhe und festem Selbstvertrauen, das sich auf das Recht und die Wahrheit der tsche choslowalischen Sache stüßt, die Beschlüsse ab, die die verfassungsmäßigen Faktoren fassen werden. Amtlich wird gemeldet: Die Minister Großbritanniens und Frankb) aus je a tvö If Vertretern jener Kreise, deren Martenumsatz innerhalb der letzten zwei reichs, die gestern in London gemeinsame BeratunJahre monatlich 6000 Marten überstiegen hat, gen über die in Mitteleuropa durch das Problem aus je neun Vertretern jener Streise, deren der Deutschen in der Tschechoslowakei geschaffene Martenumfat monatlich) 4000 Warten über Lage abhielten, schlossen ihre Beratungen mit einem einheitlichen Vorschlag zur Lösung dieser Frage für ihre Regierungen ab. stiegen hat, aus je se ch 3 Vertretern jener Kreise, deren Martenumfat monatlich 2000 Marten über stiegen hat, Frankreichs und Englands Für die Sudetendeutschen selbst ist die Auswerden in einen Teil, welcher der deutschen ficht feineswegs verlockend, auseinandergerissen zu Kriegswirtschaft eingegliedert wird und in einen anderen Teil, der mit den Tschechen und Slowa fen zusammen in einem Staatsverband bleibt. Das tschechisch- deutsche Problem würde auch in Sozialisten beraten diefer Form weiter bestehen. Und die deutsche London.( Reuter.) Der Labour- Natio- Kriegspartei stünde nach wie vor vor der unlöss nalrat beschloß in feiner heutigen Konferenz, in baren Aufgabe, ein größeres deutsches Mittelder er über die Lage beriet, Vertreter der fran- europa zu schaffen, ohne die Selbständigkeit kleizöfifchen fozialistischen Partei, der Arbeiter- nerer und mittlerer Völfer vernichten zu müssen. Internationale und der internationalen Föderation der Gewerkschaftsorganisationen einzuladen, so rasch wie möglich zu Beratungen mit dem Labour- Nationalrat nach London zu kommen. Es verlautet, daß diese Konferenz bereits morgen in London stattfinden wird. Man muß immer wieder die Dinge auf das rechte Maß zurüdführen, auch wenn es im Augenblicke wenig ersprießlich erscheint. Der National sozialismus ist teine großdeutsche Bewegung mehr. Er ist ganz in das Fahrwasser des Imperialismus der alten Herrentlassen Deutschlands geraten. Darum fann er bei Teilerfolgen im Sudetengebiet nicht stehen bleiben, sondern würde durch sie erst recht ermutigt, den Kampf um die Weltherrschaft aufzunehmen. Wo dann die Sozialdemokratischer Grenze gesezt wird, an der der Krieg beginnt, mag für uns eine schmerzliche Frage sein, doch Wahlsleg in Schweden Stockholm.( Havas.) Sonntag fanden sie ist in einem großen historischen Vorgang nicht in ganz Schweden die Wahlen in die Gemeinde- von entscheidender Bedeutung. Seit Karl dem ten Angaben verzeichnen die Sozialdemokraten Kontinent einem einzigen Herrscher untertan zu auf Kosten der Rechten bedeutende Erfolge. Die machen. Napoleon eilte von Sieg zu Sieg, bis Ergebnisse bei den anderen Parteien bleiben mehr er von Mostau als Geschlagener zurüdtehrte. Die oder weniger gleich. Im Stadtrat von Stockholm deutsche Machtpolitik wird sich früher oder später werden die Sozialdemokraten die Majorität haben, mit den Gegenträften einer bedrohten Welt auseinanderseßen müssen. Ueber die Ergebnisse dieser Beratungen wird nun in der Weltpresse berichtet werden. Die tfchechoslowakische Regierung fordert die tschechoslowaaus je drei Vertretern der übrigen Kreise. e) Aus je e ine in Delegierten des Klubs der fische Deffentlichkeit auf, diese Nachrichten mit dem Abgeordneten und Senatoren, der Zentralge- ruhigen Bewußtsein aufzunehmen, daß alle verwerkschaftskommiffion, des Verbandes der deut faffungsmäßigen Faktoren, der Präfident der Me. schen Wirtschaftsgenossenschaften, des Verban publit und die Regierung, sowie die politischen Redes Republikanische Wehr, Arbeiterfürsorge, präsentanter des tschechoslowakischen Boltes in der Atus- Union, des Sozialistischen Jugend Permanenz tätig sind und mit allen Regierungen verbandes, des Arbeitervereines Kinderfreunde, der befreundeten Staaten in Verbindung stehen. des Verbandes der Kleinbauern und Häusler, Die Regierung wird die Lage und die Ergebnisse und Provinzräte statt. Nach den bisher bekann- Großen ist es nicht mehr gelungen, den ganzen weiter aus je e i ne m Delegierten des sozial- diefer englisch- franzöfifchen Beratungen vom Gedemokratischen Klubs der Landesvertretung fichtspunkte der Notwendigkeiten und tatsächlichen für Böhmen und Mähren- Schlesien, der von Lebensintereffen des tschechoslowakischen Staates der Partei eingesetzten Beratungskörperschaf prüfen. Der Megierung der Republik wird es nur ten, des Verbandes der deutschen Arbeiter bann möglic) fein, diese Intereſſen zu wahren, Gesangbereine, des Bundes proletarischer Frei- wenn fie die tschechoslowakische Deffentlichkeit so ba fie von 100 Mandaten 55 erhalten haben. denfer, des Arbeiter- Abstinentenbundes, des wie bisher durch strenge Disziplin und würdige Gegenüber den letzten Wahlen haben sie einen Freien Radiobundes und der sozialdemokrati-| Ruhe unterstützen wird. Wir fordern darum alle Zuwachs von zehn Mandaten zu verzeichnen. Die schen Aerzte-, Juristen- und Lehrervereini- Bärger auf, in diefen Augenblicken volles Ver- Communiſten gewannen gegen früher zwei Mantrauen zu ihren verantwortlichen Faktoren zu be- date, die Rechte verlor fieben Mandate. gung. Zur Stunde ist es noch unentschieden, wo die Grenze der unblutigen Erfolge Hitlers liegt und wo sie nur um den Preis des Einsatzes der Reichs- Existenz fortgesetzt werden können. Die Seite 2 ſind, desto größer wird ihr Wut. In den Sudetengebieten bangen aber Millionen Menschen um den weiteren Lauf der Dinge. Die Führer sind in Sicherheit, das Volt ist in Gefahr. Dienstag, 20. September 1938 Die Kundgebung Hodžas Mahnung zur Besonnenheit Am 18. September 1988 um 12 Uhr hielt Ministerpräsident Dr. Hodda eine Rundfunk Rede, in der er u. a. sagte: Mr. 221 Außerordentliche Vorschriften für den Postverkehr und Quart. tschechoslowakische Regierung hat ihren Standpunkt am Sonntag durch die Rundfunkrede Dr. Hodža s präzisiert. Die Negierung dürfte, In Verfolg der Einführung von außer. ohne den Plan der Westmächte, ihre Bereitschaft ordentlichen Maßnahmen gemäß der Regierungs. befunden, ihn als Basis weiterer diplomatischer Besprechungen mit London und Paris betrachten. und trots feines Aufruhrverfuches, baf die Regierung berordnung vom 17. September 1938. S. b. G. Die Verantwortung liegt wiederum bei Paris und nichts an ihrer bisherigen Politik der Berständigung u. B. Nr. 177 wird für ins Ausland bestimmte London. Fraglich bleibt weiter, ob das nationalmit ben Nationalitäten und befonders mit ben Sube- Sendungen folgende Einschränkungen festgejezt: sozialistische Regime seine aufgeputschten Anhän tendeutschen ändert, wobei fie die volle Integrität a) Briefe müssen nur offen aufgegeben werden. Es wurde demnach in den letzten Monaten die ger durch den Gewinn einiger Sudeten- Bezirke des Staates verteidigen und die Verhandlungen auf Schriftliche Mitteilungen sind nur gestattet, fofern befriedigen könnte. In einer Dresdner Emigran Politik der Regierung unter dem Gesichtswinkel einer der Grundlage ihrer letzten Vorschläge führen wird. sie in tschechoslowakischer, fleinrussischer, russischer, ten- Versammlung wurde Montag abends davon doppelten Verantwortung geführt, mit dem BewußtDie Regierung braucht hiezu heute nicht Henlein und polnischer, deutscher, ungarischer, ferbokroatischer, gesprochen, daß die tschechisch- deutsche Frage mit ſein der Verantwortung für die unbedingte Erhaltung bie entflohenen Führer; benn die Ereignisse bei uns rumänischer, französischer, englischer und italienischer der Waffe in der Hand" gelöst werden müsse. der staatlichen Autorität in entscheidenden Augenund der Zusammenbruch des Aufruhrs zeigen am fontrollierbaren Schrift oder Sprache, einer Ges Je weiter die Herren SdP- Führer vom Schusse blicken und dann mit dem Bewußtsein der Verant deutschen Volkes vor sich hat, deren überwältigende heimschrift, Kurz( Stenographie-) schrift, alles dessen, wortung für alle möglichen Folgen, welche fich aus beſten, daß die Regierung heute Waffen des jubeten fontolt abgefaßt find. Die Verwendung einer une dem tschechisch- deutschen Verhältnis, so weit es noch Mehrheit eine friebliche Regelung ber nationalen was durch indizierte Stilliſierung, Chiffern und der. nicht geregelt iſt, ergeben können. Daher unsere un Berhältnisse und des nationalen Broblems wünscht. gleichen Werbacht erregen würde, iſt nicht gestattet. erschöpfliche Ausdauer bei den Verhandlungen, daher Wir begannen eine Politik der nationalen Die Mitteilung muß in genauer unser ehrliches Bemühen, weder die Veranlassung noch den leiſeſten Anschein suzulaſſen, die Berants Regelungen, die wir in einer Reihe von Regierunge Schrift verfaßt sein und bark atvei Geiterlider wortung für die weitere Entwidlung auf unsere anträgen formulierten. Vor kurzem hat fast noch nie format nicht überschreiten. Für Briefe können nur Schultern zu wälzen. Nicht nur einmal hat so man- mand in diesem Staate daran gezweifelt, daß diese einfache Umschläge verwendet werden; b) Wertbriefe und Wertschachteln müssen cher von uns die Geduld schon verloren und die Anträge zur Befriedigung führen werden. Während Regierungsorgane der Schwäche bezichtigt. Nun aber aber die Regierung daran arbeitete, daß alle Natio- gleichfalls offen aufgegeben werden und dürfen feine wird die Situation wohl jedem flar sein. Mit unserer nalitätenprobleme im Wege des Friedens und der schriftlichen Mitteilungen oder exponierte, jedoch Politik, die im geeigneten Augenblide zuwartend, Vereinbarung gründlich gelöst werden, wurden von nicht entwickelte Filme, photographische Platten und aber auch unnachgebig ist, haben wir die Anerken der anderen Seite anonyme Aftionen unternommen, ähnliche photographische Gegenstände enthalten. Der nung unserer Freunde und auch aller objektiven die auf eine Zerstörung hinzielen. Auf der einen Poſtannahmebeamte hat sich davon zu überzeugen. Beobachter erzielt, daß wir uns um den Frieden ver- Seite also unbestreitbare Arbeit für den Frieden, auf Sodann legt der Aufgeber in Gegenwart und unter dient gemacht haben und daß wir bei aller unserer der anderen Seite unbestreitbare Arbeit für die ständiger Kontrolle des Annahmebeamtens den Werts inhalt in den Umschlag( Schachtel) ein, verschlickt Entschlossenheit das unsere zu verteidigen einer Berstörung. und versiegelt ihn mit dem Privatsiegel, das er mits Einigung fähig sind und daß daher die Tschechoslobringt. Der Brief wird dann amtlich bersiegelt. Für wakei ein verläßlicher Arbeiter für den Frieden ist. die offene Aufgabe und die amtliche Versiegeluna Dieſe Tatsache ermöglicht es der Regierung, eine wird eine Gebühr nicht eingehoben, ein Vermer! Staatspolitik auf fester Grundlage sowohl im Innern, als auch in der Außenpolitik zu führen. Mit der Politik der letzten Monate erzielten wir in diesen Tagen unersetzliche Ergebnisse für die Republik. Heute kann man sagen, daß die Tschechoslowakei alle aus ihrer Verantwortlichkeit erfließenden Aufgaben erfüllt hat. Es liegt nunmehr an allen anderen, das gleiche zu tun. Alles, was wir in den letzten Tagen der fudetendeutschen Oeffentlichkeit sagten, wird jeder geschichtlichen Prüfung standhalten können. Nach wie vor sind wir der Meinung, daß eine Gleich berechtigung ohne Krieg zehnmal besser wäre, als eine Gebietsteilung, selbst wenn sie friedlich er folgt. Wenn aber doch das Risiko des Krieges damit verbunden ist, dann werden noch viele darüber wehtlagen, daß sie den Friedensruf der Sozialdemokratie überhörten. Die weiteren Entscheidungen werden nicht mehr von dem Willen und von den Lebensinteressen der Sudetendeuts schen abhängen. Es hat keinen Sinn, den Vertres tern der Großmacht- Politik neue Ratschläge zu geben. Sie entscheiden nicht nur über uns, sondern auch über ihre eigenen Völker und über die Zukunft Europas. Wir haben unseren Teil getan. Ob die anderen bestehen oder versagen, ist zu gleich Bestimmung ihres eigenen Schicksals. Seit den ersten Anfängen der Arbeiter bewegung ist noch niemals den sozialistischen Menschen eine solche Prüfung ihrer Seelenstärke und ihrer Gesinnungstreue auferlegt worden. Die deutsche Sozialdemokratie hat heute die AufEs ging und geht auch heute nicht um etwas Geringeres als um einen ſyſtematiſch geführten polis tischen Angriff gegen die bedeutendsten Voraussetzun, gen des tschechoslowakischen Staates. Wir stehen, das muß ich betonen, vor einer großen histori fchen Prüfung. Es geht nicht nur um ein Teilproblem; es geht darum, daß wir nicht nur durch unsere internationale Stellung, sondern auch hauptfächlich und vor allem durch unsere immere Stärke jeden Versuch, uns zu bebrohen abwehren, und daß wir jeden Zweifel beseitigen, der unser Zusammen halten untergraben könnte. Es geht nicht nur um die selbstverständliche Einheit der Herzen, fondern auch um die Einheit der Vernunft und der Erwägungen und dann um die Einheit der Kraft. Diese Einheit wird notwendig sein, besonders in der allernächsten Zeit, wo wir vor die schwierigen Aufgaben gestellt sein werden. überzählt" wird nicht angebracht; c) Paletsendungen dürfen ebenfalls feine schriftlichen Mitteilungen enthalten. Auf den Abschnitten von Postbegleitadressen und anderen Be gleitpapieren wie auch auf den Abschnitten von Post. anweisungen dürfen gleichfalls leine schriftlichen Mitteilungen enthalten sein. Diese Einschränkungen gelten für die Dauer von drei Monaten, beginnend mit dem 17. Gus tember 1938. Zur Lage Im Sudetendeutschtum Der DND meldet: Während die Leitung des Deutschen Kulturverbandes" im Lande geblieben ist, hat sich die Leitung des Bundes der Deutschen" nach Deutschland begeben. Die Leitung des Deut schen Turnverbandes" übt keinerlei Tätigkeit aus. Die Regelung der tschechisch- deutschen Begabe zu lösen, für Freiheit und Menschlichkeit bis ichungen kann und darf nicht die Quelle eines neuen Streites und auch kein Hindernis fein, das dann zum Leßten einzustehen, ohne das Leben ihrer psychologisch die kommende Zusammenarbeit der WölAnhänger sinnlos zu opfern. Möge jedem von fer gerade in jenen Teilen Europas, wo auf der uns das Bewußtsein Riesenträfte verleihen, daß friedlichen und aufbauenden Zusammenarbeit biefer ein Stüd des gewaltigen Menschheitsschicksals in unsere Hand gelegt ist. Der Engpaß, in dem sich Völker der Friede, der Fortschritt und das Glück beWir wissen, daß die Prüfung, vor der unsere die Entscheidung eines Jahrhunderts zusammen ruhen, unmöglich machen würde. Das soge. nannte Plebiszit tann unter Republik steht, eine schwere Prüfung ist und daß die zwängt, ist da. Wir müssen hindurch, so befiehlt teinen Umständen eine Lösung Anforderungen an unseren Opfermut und an unsere es der Ruf unserer roten Fahnen und die unverbringen, die diesem großen Biele Kraft mit jedem Tage wachsen. Die Jahrhunderte gängliche Jdee des Sozialismus! entspräche. Hierin find fich nicht nur alle jene, haben uns gelehrt, daß niemand vom Frieden träubie hier zu Hause die Verantwortung tragen, sondern men darf, der unfähig ist, zu kämpfen. Deshalb wolDer Aufruf des Abg. Jatsch, Senator Kostlas, auch die objektiven Kenner der nationalen und ter- len wir auch in den nächsten Tagen ruhigen Herzens Sitte zur Bildung eines„ Sudetendeutschen Nation Generaldirektor Reichenbergers und des Dozenten Völkerbund gegen Japan itorialen fo komplizierten Berhältnisse der Tschecho entgegengehen, wie Menschen, welche sich zu wehren nalrats" hat ein lebhaftes Echo gefunden. Die Geslowakei und Mitteleuropas einig. Dort, wo Bolts verstehen, geschehe was immer, denn sie sind sich selbst nannten haben zahlreiche Buschriften erhalten, in Ein weltreichender Beschluß In Genf abftime, worben. imb Frieden! Wir haben und wir brauchen: teine und auch Organisationen das Get f. Der Bölkerbundrat beschloh in einer Wenn das Plebiszit ein geeigneter Weg zur Rege- starken Worte. Wir brauchen und haben auch feste deutsche Nationalrat" selbst ist geschaffen worden, vertraulichen Sihung, der Forderung der chine- lung des Nationalitätenproblems in der Tschechoslo. Entschlossenheit und starke Herzen. fischen Regierung, daß im chinesisch- japanischen wakei hätte sein können, wäre es als willkommenes um in die durch die Abwesenheit der SdP- Leitung entstandene Lüde einzutreten. Jene Teile des Su Konflikt der Artikel 17 des Paktes zur Anwen- Mittel von der Friedenskonferenz angewendet wor Aufstandsversuch mißbil. bienen Regelung der find fie auch ätenfrage treu. Wir wollen Frieden und Freiheit, und Freiheit benen i Vertrou bringen. Der Sudeten bung fomme, zu entsprechen. Diesen seinen Be- den. Das Plebifsitinber Tschecho. Grenzzwischenfall im Fernen Osten igen, haben hier eine Vertretung gefunden. slowakei ist daher un annehmbar, schluß wird der Rat der öffentlichen Sigung benicht nur vom fubjektiven Standpunkt des Staates, kanntgegeben und auf Grund dieses Artikels fondorn auch objektiv beshalb, weil es eine Reihe Japan auffordern, die Beilegung des Konfliktes neuer Fragen aufrollen würde. Die Tschechoslowa. den Verbindlichkeiten unterzuordnen, die vom fifche Republik ist bereit, auch im Augenblick der henBölferbunde allen auferlegt wurden. Wenn Ja- tigen Spannung in ihrer Friedensarbeit fortzufah. pan dies ablehnen sollte, werden im Sinne des biefes Staates erkläre ich trots der Ablehnung Henren. Jun Namen aller gelehmäßigen Autoritäten Artikels 16 Sanktionen angewendet wer- leins, sich mit der tschechoslowakischen Regierung über die Regelung des Nationalitätenproblems zu einigen den fönnen. 14 Die neue Sintflut Roman von Noëlle Roger Aus dem Französischen übersetzt von Irma Rippel „ Endlich Paris!" seufzte Frau von Miramar erleichtert auf. Eine überreizte Menschenmenge drängte sich an den Zugängen der Gare d'Orléans, riß sich die Abendblätter aus den Händen und kommentierte die verworrenen Nachrichten. Als Herr von Miramar seine nach Lawendel und Kampfer duftende Wohnung betrat, rief er vor allem feinen Bruder an. Der Doktor kam Charbin, 19. September.( Havas.) Die Unabhängig hievon vollzieht sich die Neubildung japanische Presseagentur Domei meldet, daß eine der aktivistischen Gruppen, insbesondere ihres bauers Abteilung Sowjettavallerie Sonntag abends in lichen Teils. Selbstverständlich werden sich dieſe der Nähe von Mandtschuli die Grenze überschrit- Gruppen dem Nationalrat unterstellen. Die Be ten habe. Die Sowjet- Reiter begannen die Mand- ratungen der Aktivisten stehen im Schatten der weltschu- Grenzwache zu beschießen. Die Mandschu- Maßnahmen, die im Fall weltpolitischer Verschie politischen Ereignisse und befassen sich auch mit jenen wache erividerte das Feuer und vertrieb die bungen oder eines offenen Konflittes nötig er Sowjetioldaten. fcheinen. „ Wieder abreisen?" rief Frau von Mira-| wiederholte Hubert wie verzweifelt. Wie gerne| nicht. Alle unsere Kleider haben wir dortgelass mar, die zusammengesunken in einem Fauteuil bätte er, angesichts dieser allgemeinen nents fen", sagte sie zu Charles- Henri.„ Auch uniere iak. schlossenheit, der gebieterischen Stimme in seinem Stoffer und das Auto. Das ist alles, was ich für " Ja, abreisen, ins Gebirge, feinen Tag mehr Herzen, die ihn unaufhörlich quälte, freien Lauf meinen Teib gerettet habe!". warten... Wir müssen fort... ich weiß es gelassen. ... ich weiß es...", wiederholte Hubert wie im Fieber und es war, als ob die allzulang zu üdgedrängten. Worte gegen seinen Willen aus ihm hervorsprudelten. Und ohne auf ihre Einwendungen zu achten, wandte er sich an jeden einzeinen von ihnen und flehte sie an. " Jns Gebirge... wir müssen... wir müssen... Heute geht es nicht mehr... aber morgen, unbedingt..." und So viel Angst und Sorge lag in seinem Ton Blick, daß sie einander schweigend ansahen. Hubert hat recht", entschied Charles- Henri. auch fast augenblicklich. Er traf die Reisenden, die Gelehrte, indem er sich vor seinen Bruder hin Aber ivas befürchtest du denn?" fragte der gerade eine improvisierte Mahlzeit beendeten, erstellte und ihn fest ansah. frischt und entspannt an. Die Mädchen lachten in„ Wer das wüßte?" antwortete dieser. Im Was für eine düstere Miene du aufsetzt, Angesichte einer Statastrophe von solchen AusmaOnkel", rief Yvonne.„ Man könnte meinen, daß ken. Wo wird das Meer halt machen? Sicher du zwölf Stunden ohne Essen in der dritten ist, daß die Seine wieder eine ungeheure UeberKlasse und mit vierzehn Personen in einem Abteil zusammengepfercht gefahren bist!" nervöser Reaktion. Und daß du deine unentbehrlichsten Bücher eingebüßt hast", fügte Herr von Miramar hinzu. Doktor Charles- Henri verhehlte nicht seine Unruhe. Mit jeder Stunde tamen schlechtere Nachrichten. Die Seine stieg mit unheimlicher Ges schwindigkeit. Man sprach von einer Ueberschwem mung in der Gegend von Bercy. Dieses Vordrin gen des Meeres... diese Angst und Schrecken berbreitenden Telegramme aus allen Orten der Küste... was sollte daraus werden? schwemmung anrichten wird. Später wird es schwerer sein fortzukommen. Alles wird auf ein mitgemacht... ihr wisset ja. mal fort wollen. Ihr, habt es doch schon einmal " " „ Ach ja! Wir wissen...". flüsterte bonne. „ Trachtet doch einer neuen Banif aus dem Wege zu gehen... Reiset morgen!". Du fommit doch mit uns?" fragte Francois von Miramar seinen Bruder. " Ich bin nicht frei", sagte Charles- Henri ernst. " Ich muß bei meinen Kranten bleiben. Wenn Paris geräumt werden sollte, dann werde Hubert war aufgestanden. Totenbleich wandte ich euch nachkommen. Ein Mann allein tommt er sich an seinen Water: immer irgendwie durch... Wir müssen unverzüglich wieder abreis sen", sagte er. Einen Augenblid war man sprachlos. " Wohin sollen wir?" stöhnte Frau von Miramar. In die Schweiz... in die Schweia...". " Ich glaube", fügte der Doktor ernst hinzu, daß es das Beste ist. Nehmen wir sogar an, daß das Meer schon morgen still steht, so wird doch lein Mensch an die See zurückwollen. Alles wird in die Berge ziehen. Wenn ihr sofort abreiset, so werdet ihr wenigstens noch Zimmer in den Hotels bekommen." „ Wir kennen die Schweiz nicht... wir kennen das Gebirge nicht..." murrte Frau von Miramar. Mama", rief Yvonne, da ist doch dieses Dorf, wie heißt es doch nur? Ja, Champért, to Hotel oder einer Schutzhüttel" Ican Lavorel den Sommer verbringt; er wird uns helfen, wird uns Unterkunft verschaffen, in einem " Champéry? Warum nicht?" meinte der Gelehrte. " Morgen früh müssen wir reisen", erklärte plößlich Frau Andelot.. Bisher hatte sie nichts gesagt, hatte teinerlei angit gezeigt. Es war, als bewegte sie fich amifajen logischen, bereits vorausgesehenen Ereigs niffen, die sie ohne jedes Staunen zur Kenntnis nahm. " Mag! Du fommst doch mit uns!" bat Eva inständig. Er zögerte eine Weile. Seine Eltern waren in den Phrenäen und in Sicherheit. Er hatte vierzehn Tage Urlaub. Ja, er würde mittom men, um seine zukünftige Familie dort oben unter zubringen. En atmete Eva auf. Was fümmerte es sie, ob Meer oder Gebirge, wenn sie sich nur von dies fcm lieben Jungen nicht trennen mußte, dessen heiße Umarmung im flutenumtosten ahn ihr so ungeahnten Trost gegeben hatte! " Jeßt, da die Entscheidung getroffen war, lächelte sie und hielt ihm ihr Sandtäschchen hin. Es enthielt einen Schlüsselbund, Postkarten und die Liste der Hochzeitsgäste. " Frau Andelot verdankte ich es, daß ich meine Manuskripte, meine Notizen und meine Bettel have", sagte der nunmehr ebenfalls lächelnde Gelehrte. " Und ich", flüsterte Eva Mag zu, ich habe meine Liebe..." und für sie beide war dieser fürchtetliche Tag vergessen. Als das Tari sie zum Lhoner Bahnhof brachte, erstrahte die Stadt prächtiger unter der aufgehenden Sonne. Frau von Miramar bes trachtete durch die Wagenscheiben die vorbeizies henden, in rosiger Feuchtigkeit schimmernden Straßen. Am Sai stieß sie einen Schrei aus: von einer riesenhaften Springflut aufgewühlt. rollte die Seine ihre reißenden Fluten stromaufwärts und die aufgepeitschte schlammige Masse umwvogte schon den Belag der Brücken. Eine gafs fende Menge stand sprachlos vor dem Schauspiel. Ja, es war höchste Zeit fortzukommen. Frau von Miramar sagte au ihrem Sohne: " Dich hat Gott erleuchtet!" Ich fann kein Wasser mehr sehen, Mama". ftöhnte vonne. zerstörbaren Feldwände begrüßten sie alle mit den Die Berge von Ain, diese großartigen, uns Worten: Hcit." Wir sind gerettet... wir sind in Sichers Bellegarde!.. Beim Verlassen des Tunnels erschloß sich ihren Bliden das Genfer Tal, das wie ein edler Bolal zwischen den weit zurüdtretenden Bergen Wir haben eine Nacht, um uns vorzuberei- talag. ten", jeufate Frau von Miramar. Biel ist das ( Fortschung folgt.), Wr. 221 Dienstag, 20. Septemser 1938 Seite 3 Chamberlain morgen in Godesberg Kein Plebiszit/ Pariser Ministerrrat einstimmig unter den Binnendeutschen X/U& WLUICVKIK Will vyiuKPK.ii l|i uun evvif*"»*•*** in u Q»> v I**| da». W« Mäalick tum«tat«i» in tftfittfiülf 16 aeäffnet Kaj, scher und slowakischer Sprache, unverkennbar von Deutschen gesprochen, die zwar tschechisch können, aber keineswegs akzentfrei, geboten wird, noch da» zu unter dein Titel„Die Wahrheit, siegt"! Unvorstellbar, was das Dritte Reich damit bezweckt, alltäglich und allabendlich maßlose Beleidigiingen unseres Präsidenten, die sich schon aus Gründen des guten Geschmacks der Wiedergabe entziehen, in die Runde zu funken. 'Und wie steht es mit der Abwehr durch unsere Sender? Sie sind wirklich, einschließlich des Melniker, auf ihrem Poste», sie antworten würdig, mannhaft und entschieden. Aber sie beschränken sich vorläufig nur auf die A b w eh r. Aber vielleicht wäre es möglich, etivaS rascher zu reagieren, Die deutschen Lügen und Berleumdün» gen sind so evident, daß ihre Widerlegung und Festnagelung meist keiner weitläufigen Erhebungen bedarf. Der Schlag aufs Lügenmaul muh erfolgen, kaum daße- L o n d o n. Es verlautet, daß bei, der vormittägigen Beratung de- Kabinett« die von den englischen und französischen Ministern be- schlossene Politik genehmigt wurde. Da« Reuter- Bureau erfährt: Man hat von einem Plebiszit abgesehen und der Vorschlag» ans dem sich Großbritannien und Frankreich geeinigt habe«, wird nunmehr der tschechoslowakischen Regierung vorgelegt werden. Dieser Vorschlag beruht auf dem Grundsatz einer Grenzrevision. Bon diesem Vorschlag werden, solange er von de, tschechoslowakischen Regierung durchberaten werde« wird, keine Detail« verössentlicht. Ministerpräsident bhamberlain Hot sich einstweilen entschlossen, Mittwoch nach Deutschland zu einer Unter den nationalsozialistischen Binnendeutschen hat die Nachricht, daß die englische und französische Regierung eine Lösung de« mitteleuropäischen Konflikte« durch territoriale Zugeständnisie der Tschechoslowakei Vorschlägen, nicht nur keine Begeisterung, sondern Bestürzung erweckt. Wie sie sich die„B esreiung" sämtlicher Sudetendentscher, auch der Bewohner der verschiedenen Sprachinseln, vorgestellt haben, ist schleierhaft— jetzt jedenfalls packt sie Bestürzung bei dem Gedanken, sie kön nie»— fall« es zu der seht von ihnen befürchteten Regelung käme— gegen die demokratischen Deutsch«» au« den Randgebieten ausgetauscht werden. Sie wollen aber nicht an« ihrer Heimat fort, empfinden zugleich, daß sich ihre nationalpolitische Situation nicht verbessern könnte, wenn die Zahl der Sudetendeutschen geringer würde und sind nun die Ratlosesten, Berwirrtesten aller ehemaligen SdP-Anhänger. lich dos 8lecht zu einem Rat auf, wenn e« sich auch um einen, dringlichm Rat handelt. Allerdings ist auch da« Gegenteil wabr, daß miß diese Mach« nur in dem Blaße zusteht, in dem wir entschlossen find, unsere Verpflichtungen einzuhalten. Ader e« gibt noch eine Sache, die von selten zweier großer Staaten gegenüber einem kleinen Staat unerträglich wären, nämlich, wenn sich diese einbilden würden, sie könnten mit der Tschechoslowakei nur nach ihrem Willen verfahren. Diese Erwägung ist auch eine Warnung, so schießt Lkon Blum. Dat GewerkschafiSblatt„P e u p l e" schreibt in einem„Er ist noch Zeit" betitelten Artikel: Die Tschechoslowakei ist nicht Oesterreich und Dr. Bene« ist nicht Schuschnigg.$n diesen letzten Tagen zeigte dar tschechoslowakische BoU und seine Regierung völlige Selbstbeherrschung und entschlossene Kaltblütigkeit, die aufrichtige Bewunderung erregten. Diese« Volk, dar Freiheit und Frieden will, hat dar Recht, noch auf internationale Solidarität zu hoffen, deren Garantie ihm versprochen wurde und welche im Mai der heurigen Jahre- Hitler gezwungen Hot, seine Angrisf-operation einzustellen. Dar Blatt betont, daß die wiederholten Konzessionen, die den Angreifern ständig gemacht werden, ihren Mut stärken und ihre Ansprüche erhöhen werden. Die völlige Annahme von Kriegssorderungen würde die Sicherheit der Böller nicht sicherstellen. Ein Krieg würde auch nicht- lösen, denn er würde nur eine Erhöhung der Not, Trauer und Bernichtuna bringen. Man müsse den Frieden retten. nichts ohne die Tschechoslowakei Blum schreibt im»P» pulair e", der sozialistischen Partei: Ich glaube, Lion dem Organ daß die tschechoslowakische Regierung vor jeder Entscheidung zu einer Aussprache zugezogen werden wird. Der«schechostowakische Staat existiert noch. Da» Recht der freien Behandlung, welche« sich Reichskanzler Eitler mit einer solchen lleberbcblich. kei« angemosst hat, gilt nicht nur für die Sudetendeutschen. Die Verpflichtungen Frankreich« gegenüber der Tschachossowakei»nd die Folgen, die sie für da« französische Volk haben würden, legen tm« sicher» Dle Antwort der slowakischen Mehrheit Preßburg. Die slowakischen Abgeordneten der Regierungsparteien, die Vertreter der Mehrheit des slowakischen Volkes, hatten am Montag in Bratislava eine Beratung unter dem Vorsitze des Abg. Ursiny, in der sie über aktuelle politische Fragen debattierten In der Beratung wurde die völlige N e b e r e i n st i m m u n g der Anschauungen über die gegenwärtige politische Lage konstatiert. Im Zusammenhang mit den slowakischen Angelegenheiten wurde über den Beschluß der slowakischen Volkspariei gesprochen, wobei betont wurde, daß eS insbesondere jetzt notwendig sei, alle parteiischen Angelegenheiten zu vertagen und die Einheit der Slowaken für die Sicherheit und Verteidigung der Tschechoslowakischen Republik herzustellen, und zwar gerade im Interesse der Erhaltung der Freiheit der Slowaken. Der Aktionsausschuß der slolvakischen Koalitionsabgeordneten fordert das slowakische Volt auf, mehr als jemals zuvor sich um den Präsidenten der Republik, Dr. Eduard Benes, und seine Regierung zusammenzuschließen. Einführung der Vorzensur Auf Grund der Regierung«verordnung über außerordentliche Maßnahmen wurde Montag abend« über die gesamte Presse die Bor« zensur verhängt. Die Zeitungen müssen zwei. Stunden vor dem Erscheinen zur Zensur vorgelegt werden. Da« macht einen viel früheren Redaktionsschluß notwendig, um ein verspätete« Erscheinen der Zeitungen zu vermeiden. Vorverlegung des Redaktionsschlüsse« bedeutet Verzicht auf die Veröffentlichung und Besprechung vieler erst spät nachts einlaufender Nachrichten. Dio Maßnahme der Negierung war notwendig« die durch den früheren Redaktionsschluss ,»nächst, für die ersten Tage, verursachte Bermiuderung der Aktualität der Nachrichten wird bald wieder ausgeglichen werden. Stellungnahme der Slowaken Beharren auf dem Pittaburner Vertrag Pressburg. Unter dein Vorsitz dcS?tbg. T i s o fand am Montag in Preßburg eine gemeinsame Beratung de« Abgeordneten« und Senatorenklub- der Slolvakischen Volkspartei statt. Nach der Beratung wurde ein Kommuniquee auSgegeüen, in dem einleitend erklärt wird, daß da« Verhältnis der Slowaken und Tschechen noch nicht befriedigend gelöst ist und daß die Abgeordneten und Senatoren der Slowakischen Vollspartei unerschütterlich über die nationalen slowakischen Interessen wachen und auch in den ärgsten Zeiten vorbereitet sind, da» Volk politisch zur siegreichen Sicherung seiner nationalen Existenz zu führen. Da« Kommuniquee mahnt zur Ruhe und Besonnenheit und sagt dann wörtlich: Wir haben und hatten weder ein schriftliches noch mündliches Abkommen über die Zusanimonarbeit mit den nichtslowakischen politischen Parteien. Wir glauben an die Kraft und an den Sieg des Rechtes unsere» Volke». Es wurden folgende Forderungen der Slowakischen Vollspartei aufgestellt: 1. Volle Respektierung der Eigenart des slowakischen Volke» und der slowakischen Sprache, 2. Sofortige und definitive Lösung der slowakischen Frage auf Grundlage de« Pittsburger Vertrages und des letzten parlamentarischen Antrages der Slowakischen Volkspartei mit einem gesetzgebenden Landtag für die Slowakei. Zum Schluß de» Kommuniques heißt e«:»Als christliches Voll verurteilen wir die Bestrebungen zu einer blutigen und gewaltsamen Lösung der nationalen Probleme deS Staates. Wir geben der tiefen Ueberzengung Ausdruck, daß schließlich ein g u t e S B e r- .hältnis der Tschechen und der Slowaken und damit eine Stärkung de« Tschechoslowakischen Staate« im Innern und nach außen werden erreicht werden. Wir wollen ein freies und zufriedene» slowakisches Voll, eine autonome und glückliche Slowakei, eine konsolidierte Tsche- chojlowakische Republik» Der Stündige AusschuS tagt Nach der Sitzung der Koalitionsparteien mit dem Ministerpräsidenten trat unter dem Vorsitz Jan MalqpetrS der Ständige Ausschuß zusammen. Die Vertreter der SdP und der Vertreter der magyarischen Opposition blieben der Sitzung fern. Die Vertreter der Slowakischen Vollspartei hatten ihr Fernbleiben mit wichtigen Parteiberatungen entschuldigt. Dem Ausschuß lag der Regierungsbericht über die Kundmachung des Standrechtes und über die außerordentlichen Maßnahmen vor. Zum Referenten über diese Berichte wurde Abg. Beran bestellt. Die Regierung legte dem Ausschuß auch die Novelle zum Währuugsschuvgesetz und einen Regierungsentwurf über die Aenderung einiger Bestimmungen über die Zettelbank vor. In der Nachmittagssitzung des Ständigen Ausschusses wurden die Berichte der Regierung und die Entwürfe einstimmig g e» nehmigt. Die Lüge rast durch den Reiher Cs ist einfach unfaßbar, was der reich»- deutsche Rundfunk in■ den letzten Tagen an Greuelmärchen und Tatarennachrichten über die, Tschechoslowakei und ihre»hussitische Soldateska", von sich gegeben hat. Noch nie, seit diese Neuzeit», licke Einrichtung zur Verbreitung von Lügen existiert, hat es eine derartige Verpestung des Aether» gegeben I Es ist unmöglich, alles das, was die 1 deutschen Sender an Lügen, Verdrehungen, Fäl- i schungen, Verleumdungen und Erfindungen pro« j dozierten, auch nur zu registrieren und wir müssen uns mit einer kleinen Blütenlese begnügen. Wir haben schon berichtet, daß SamStag auf allen deutschen Wellen Lügen über den Abg. Jakfch! verbreitet wurden. Sie haben auch van dem im\ Propagandaministerium in Berkin fabrizierten. angeblichen Aufruf deutscher Sozialdemokraten au» Brüx und Reichenberg erzählt. Niemand hat' hier!m Lande einen solchen Ausruf versaßt,- nie« i mand bat ihn verbreitet, niemand ihn gesehen, aber die Lügensender an» Wien und Berlin, Leipzig und München wußten e» ganz genau, wo er am SamStag verteilt worden ist. Der GoebbelS- funk hat jedoch die Sudetendeutsche Sozialdemokratie, die er besonders ins Herz geschlossen hat, noch mit einer anderen lieblichen Erfindung bedacht: mit einer angeblichen Korrespondenz unse« rcr.Republikanischen Wehr", die den Nazi an«, geblich in die Hände gefallen, ist. Wenn ein RW- Mann der Verlesung dieser.Briefe" gelauscht haben sollte, wird er baß erstaunt gewesen sein, zu hören, daß man bei uns Briefe mit dem Gruße .Hoch MoSkauI" schließt, und außerdem die Adressaten versichert»Moskau schützt unS". Es ist überhaupt ganz sinnig von unserer RW eingerichtet, daß sie immer da» schreibt, was Goebbels gerade im Augenblick für seine Propaganda benötigt. So steht in einer dieser Episteln»Hoch die Sowjet- Moldaurepublikl" 2a, ganz genau so schreibt man bei uns.... Einen breiten Raum im Programm der reichsdeutschen Sender nehmen gegenwärtig die »Unterredungen" mit sudetendeutschen Emigranten ein. Unglaublich, waS die alle» erzählen, wovon man hierzulande nichts weiß! Und wie sprechen diese angeblichen sudetendeutschen Arbeiter? Eine kleine Probe: Ein angeblicher Schwaderba- cher meinte, alle» da», nämlich die Unterdrückung de» Aufstandes der Nazi, sei»ein Werk der Kommune" gewesen. Da» ist ein Berliner Kaschemmenwort au» der Heroenzeit de» Nationalsozialismus. da» die Sudetendeutschen überhaupt nicht kennen. Und wie sie fälschen! Wieder nur eine lleine Probe. Bechynk hat bekanntlich ein Plebiszit mit den Worten abgelehnt, daß ein solches direkt zum Krieg führen würde. Der Goebbelrfunk gibt die Erklärung also wieder: Bechynö lehnt daS Plebiszit ab, auch wenn aus dieser ablehnenden Haltung ein Krieg entsteht. Dann wird berichtet, daß die tscheckoslowaki- schen Staatsangestellten deutscher Nationalität SamStag eine Erklärung zur Unterschrift vorgesetzt erhielten, daß sie sich gegen Konrad Henlein auSsvrechen und ihre Loyalität gegenüber der Republik bekunden. Kein Staatsangestellter hat eine derartige Erklärung vorgelegt erhalten,(obwohl er das gute Recht des Staates wäre, sie zu verlangen!. aber kommt denn niemand von den deutschen Lügenfunkern auf den Gedanken, daß ein Hörer im Dritten Reich sich auch sagen könnte, daß ein Staatsbeamter ohne absolute reue nicht nur zum Staat, sondern auch zum gegenwärtigen Regime in Deutschland das Kind eine» vielleicht langsamen, aber doch sicheren Tode» wäre? Wichtig ist. daß nunmehr auch der deutsche Rundfunk eS aufgegeben hat, von dem todesmutigen Kon rad zu erzählen, daß er noch in sudetendeutschen Landen weile. So ganz ohne Rückzugsgefecht konnte man natürlich nicht zugeben, daß er ausgerissen ist, oder wie man das bei so hochgestellten Herrschaften auS- drückt,„sich auf reichsdeutsche» Gebiet begeben" hat. Wenn man den deutschen Sendern soviel glauben könnte, wie man ihnen nicht glaubt, war dieser Ritter ohne Furcht und Tadel SamStag nachmittag in Falkenau(1). Da gerade daS Begräbnis der Opfer statifand, die feine Auftraggeber auf dem Gewissen hätten, wenn sie eine» halten, fej er unerkannt geblieben. Hierauf»begab" er sich in» gelobte Land, daS ihn in Wirklichkeit schon einige Zeit beherbergt. Es gibt noch unzählige handgreifliche Lügen von drüben, die man• auf der Stelle entlarven könnte. Aber da» ist nickt notwendig, wenn man den Hörern etwa».über den LebenSmittel- mangel in unserem Lande, über das Schlau« gensteben vor den Geschäften, über die Run» aus die Bänken erzählt. Denn daS glaubt nickt einmal der letzte dem davongelaufenen Er-Fübrer trengebliebene Hakenkreinler. Aber glauben eS vielleicht nickt dock. die. Menschen im Dritten Reick, die nie ein freie», nie ein objektive» Wort hören oder lesen? Nein, dazu ist diese Art der Propaganda zu öutriert, dazu überschreit und iibcrschlägt sie sich zu sehr in llnwahrscheinlickkei- ten. Wer.soll e» In Deutschland glauben, daß in der Tschechoslowakei, im Land deS Zuckerexport», Not an Zucker herrscht? Mit feiner Ironie bat der Prager Sender diesen Blödsinn mit hen Worten pariert:- Wir haben hier soviel Zucker, daß wir unS ibn nickt erst au» Holz macken werden! Da« GroteSkeste vom Grotesken ist aber wohl Hodia: Die Vorschläge werden studiert Pro,. 2n die Nachmittagssitzung des Ständigen Ausschusses fand sich der Ministerpräsident Dr. Milan H o d J a ein und gab im Namen der Regierung folgende vom Ständigen Ausschuß ein- timmig angenommene Erklärung ab: „Die Ergebnisse der Beratungen der Vertreter der britischen und französischen Regierung find bereit» Gegenstand diplomatischer Verhandlungen. Der Inhalt dieser Verhandlungen wird mitgeteilt werden, sobald er genau formuliert sein wird. Die tschechoslowakische Regierung hat sich dieser Frage mit allem Ernste zugewendet, wie er sich au» der gegenwärtigen Situation ergibt. Wie ich gestern erklärt habe, find alle Regierung«- und Lerfas- sungssaktoren in den Anfichten über die Situation einig und werden diese Einheit unter allen Umständen einhalten. Mit Rücksicht auf die Zustimmung diese» Ausschüsse» der Nationalversammlung, welcher unser gesamte« Volk repräsentiert, erklärt die Regierung mit Genugtuung, dass sie alle» tun wird, um die Lebensinteressen der Ration und de« Staate» nicht zu schädigen." Die Koalition wird Informiert Prag. Der Vorsitzende der Regierung Dr. Milan Hodja kam Montag vormittag« in« Abgeordnetenhaus,wo er mit den parlamentarischen und KoalitionSfaktoreu, die sich hier zur Sitzung de» Ständigen Augschusses versammelt hatten, Fühlung nahm. Der Vorsitzende der Regierung hatte eine Beratung mit den den Koalitionsparteien angehörenden Mitgliedern de« Ständigen Ausschusses, die unter Beteiligung der Vorsitzenden der einzelnen Koalitionsparteien und der Vertreter der parlamentarischen Koalitionsklub» stattfand. Der Vorsitzende der Regierung informierte die Repräsentanten der Koalition in dieserLeratung über die Lage und betonte, dass private Informationen über Inhalt und Ergebnisse der gestrigen anglo-franzö- fischen Beratungen In London mit größter Zurückhaltung ausgenommen werden müssen, da» dieselben nicht genau find und nicht genau sein können. Frankreichs Volk: „Wir winseln nicht um Frieden l M Pari«. Zahlreiche französische Politiker berührten in ihren heutigen Kundgebungen vor ihrer Wäh- lerschas, auch die internationale politische Lage und die Tschechoslowakei. Raymond Patenotre erklärte, die Rettung Europas liege in diesen drei Grundsätzen: Im Willen, ohne Provokation stark zu sein, im Willen, versöhnlich zu sein, ohne dabei die Ehre und das Recht anderer Bölter anzutasten, im Willen nicht« von der definitiven Sicherheit der gegenwärtigen Staaten zu opfern. Der Sozialistenführer und ehemalige Innenminister Dormvy erklärte in Montlucon: Die französische und britische Demokratie verdoppeln ihre Anstrengungen, Europa vor dem Schrecken eine» Kriege» zu bewahren. Doch die Bewahrung de» Frieden» hängt hauptsächlich von Hitler ab. Er möge wissen, daß unser heißer Wunsch nach dem Frieden nicht eine Sache des Gefühle», der Angst oder der Feigheit ist. Wir wollen den Frieden, aber wir winseln nicht um ihn. Frankreich ist ein freier Staat und tvill zweiten Beratung mit Reichskanzler Hitler ab» zureisen. Pari«.(HavaS.) Die Minister traten Montag vormittag« im Eluske unter Vorsitz de» Präsidenten der Republik zu einem Ministerrat zusammen. Die Sitzung begann inn l0 llhr 30 Minuten und wurde mittags beendet. Am Schluß de» Ministerrates Verla» Innenminister Sar« raut vor den Pressevertretern folgendes Kommunique: Daladier und Bonnet haben Bericht über die Londoner Verhandlungen und über die Bedingungen erstattet, unter denen ein Abkommen mit der Regierung von Großbritannien zu- standegekonunen ist. Der Ministerrat hat einstimmig seine Zustimmung zu den Erklärungen über die Haltung de» Ministerpräsidenten und zu den im Einvernehmen mit der britischen Regie» 1 rung vorgeschlagenen Lösungen gegeben. S» e« bleiben. E» will sich mit allen einigen und bedroht die Freiheit niemandes, aber Frankreich wird nicht zulassen, daß seine Freiheit von irgeirdjemandem bedroht werde. Und die Freiheit Frankreich» wäre bedroht, wenn die Tschechosiowakische Republik vernichtet oder an Deutschland angeschloffen würde. E» geht hier nicht um eine Ideologie, wenn wir auch mit den Sympathien, die wir zu der tschechoslowakischen Demokratie haben, nicht zurückbalten. E» handelt sich um da« LebenSrecht der Völker, Murn: Scife Dienstag, 20. September 1938 Mr. 221 wieder lebende sionismus Neue Kämpfe in der Ebro- Zone Ungarischer Das Waffenlager pisdesbo ni wieder lebendig Immer neue Waffenfunde 119 in der Totenkammer Budapest.( MTJ) Mehrere tausend Demons stranten veranstalteten Mißerfolge der Rebellen Die im Dienste der ausländischen Invasion alteten heute Sympathiekundgebun- fiehenden Truppen, die neue Verſtärkungen an deutschen und der pol- Menschen und Material erhalten haben, nahmen am Sonntag die Gegenoffenfibe in der Prag. Sonntag legte der verhaftete Paul Dritten Reiches aus gehalten und in der er den gen vor der italieniſchen, der d Ebro one wieder auf. Während des ganPalan, Mechaniker aus Bratelsbrunn bei Nitols. Tschechen hundertfache Vergeltung für alles das nischen Gesandtschaft und brachten nach Absingen burg in Südmähren, das Geständnis ab, Waffen aus versprach, was man den Unschuldslämmern von der ungarischen Nationalhymne Hochrufe auf die zen Tages haben ausländische Batterien und FlugDeutschland in die Tschechoslowakei geschmuggelt zu der SdP angetan habe, suchte er auch eine Erklär ungarisch- italienische, die ungarisch- deutsche und die geschwader unaufhörlich unsere Stellungen in der haben. rung dafür zu geben, warum Henlein und seine ungarisch solnische Freundschaft sowie auf den ene von Gaeta und südlich von Musol bearbei Bereits Samstag fander unsere Sicherheitsbe- Stumpane ausgerissen sind, obwohl bekannt- Reichsverweser und die Staatsoberhäupter der breitet. Die Rebellen- Infanterie wurde zum Angriff auf einige Höhen nördlich und nordöstlich des Abhörden in der Wohnung Palans eine größere Menge I ich für Henlein jemand, der befreundeten Nationen aus. Die Menge demonhangs Gaeta vorgeschickt, aber ihre vier aufeins von Pistolen reichsdeutscher Herkunft. Die Mehrzahl vor der Werantwortung das von ihnen trug die Marke Walter, drei waren Ervonläuft, erledigt ist. Also Sand- ſtrierte gegen den Trianoner Friedensvertrag und anderfolgenden Versuche wurden völlig zurückges zeugnisse der Deutschen Werke in Erfurt. Ferner ner war sich des niederschmetternden Eindruds, verlangte die Selbstbestimmung für die ungarische schlagen. Der Feind hatte enorme Verluste. Rebellenangriffe auf die Höhen 496, 477 wurde eine Menge von Magazinen, Waffen Reini den die Flucht der Hauptleitung gemacht hatte, Bevölkerung der Slowakei. Sine Gruppe von Demongungsmittel, Zündschnuren und Sprengkapsel, sowie sehr gut bewußt und bemühte sich, den Kamera- stranten wollte vor die tschechoslowakische Gesandt, und 426 südlich von Musol wurden ebenfalls völlig zurückgeschlagen und der Feind dezimiert. über 3000 Patronen gefunden. Jeder Pistole war den da und dort eine Erklärung zu geben, die schaft ziehen, wurde jedoch durch die Polizei daran Am frühen Nachmitag überschritten einige eine schriftliche Gebrauchsanweisung beigefügt. Neben dem Schmuggel biefer Waffen, die in Woodbrenner" hatten nämlich die Absicht, so er- berhindert, die die Umgebung der Gesandtschaft beseiner Wohnung gefunden wurden, gestand Palan erzählte er, die gesamten Führer der SdP im Ege- reits vorher abgesperrt hatte. auch ein, daß er weitere Waffen in der Totenkammer rer Parteihaus zusammenzuschießen, Südtirols Kerkermeister des Bratelsbrunner Friedhofes verborgen habe. nein, war zu wenig, niederzufartätschen. Und dar Sonntag wurden diese Waffen dort gefunden. Es hanum begaben sie sich lieber ins Land ihrer jahredelt sich um vier automatische Maschinenpistolen mit lang verleugneten Sehnsucht. Magazinen und Patronen reichsdeutscher Herkunft, Der Kölner Sender, der nachher zu Worte feindliche Truppen den Fluß Matarana bei Fayon und besetzten die Höhe 136. Aber ein unverzüglicher Gegenangriff der spanischen Soldaten ber trieb sie wieder aus dieser Stellung, die von den für Plebiszit Republifanern zurückgeworfen wurde. Wir mach Triest.( Havas.) Sonntag vormittags um ten zahlreiche Gefangene und erbeuteten viel Kriegsmaterial. 80 gambgranaten reichsbeutſcher Proveniens, neun kam, trieb es noch ärger. Er wußte von gräßlichen Mussolini an Bord des Torpedobootzerstörers„ Ca- motor- Saboyas die Safenzone von Tarras 10.25 1hr traf der italienische Miniſterpräsident Sonntag, 10 Uhr, bombardierten fünf DreiPistolen des reichsdeutschen Systems Walter mit Schandtaten der Warristen in und um Eger zu gona und bald darauf, aus 3000 Meter Höhe, Munition und vier Büchsen mit Sprengstoffen, die berichten. Feuer habe man gelegt. Teiche abgelas- micia Nera" in Triest ein und hielt vor 200.000 Andurch die bekannte Del- Warfe Fantolin" getarnt sen, Petroleum und Benzin in die Scheunen gehesenden eine Rede. Er verwies zunächst darauf, Alicante. Durch etwa 40 Bomben auf das waren. Diese Waffen stammen aus Munitionsfabri- gossen und die RW habe sogar den Plan ausges as alles für die Förderung des Triester Hafens ge- Siadtzentrum wurden zwölf Gebäude zerstört und Yen, die für die reichsbeutsche Armee arbeiten. heckt, die im Hotel Welzel versammelten Partei- tan worden sei, und ging dann zur außenpolitischen 22 Personen verletzt. führer allesamt zu vergasen. Das haben die Herren von der SdP gewußt, wenn auch fast eine Woche von diesem Wissen feinerlei wie immer gearteten Gebrauch gemacht und deshalb hätten fie den Boden des Dritten Reiches betreten. Angriff auf ein tschechoslowakisches Zollhaus Prag. In der Nacht auf Sonntag wurden um Mitternacht die Kaserne der Finanzwache und das Zollgebäude in Neuhausen bei Asch durch Maschinengewehrfeuer und mit Handgranaten angefallen. Der Ueberfall wurde durch eine bewaffnete Bande durchgeführt, die aus Deutsch land lam. Die Angreifer waren mit automatischen und Maschinenpistolen, mit Handgranaten und Petarden bewaffnet. An der Stelle des Ueberfalles wurde viel Munition reichsdeutschen Ursprunges sowie eine nichterplodierte Handgras nate gefunden. Diese Handgranate trägt einen Jetzt fehlt nur noch jemand, der den Sandner und Konsorten die Räubergeschichten glaubt, die sie zur Begründung ihrer feigen Flucht sich so aus dem Finger saugen, wie das deutsche Propagandaministerium die Schauernachrichten, die es über die Tschechoslowakei verbreitet. Die Schichtwerke Waffenfabrik? eine Neue Exzesse des Lügenfunks Der reichsdeutsche Rundunt hat gestern die gelben Streifen mit der Aufschrift: Brenndauer fauftdice Lüge verbreitet, in den Auſfiger Schicht jieben Sekunden". Der Angriff dauerte ungefähr Werken würden unter der Leitung eines kommu15 Minuten und wurde direkt von der reichsdeutschen Grenze aus gegen tschechoslowakisches Genistischen Kommissars Handfeuerwaffen und biet geführt. Die Angreifer fehrten nach der Tat Bomben erzeugt. Die ganze Welt weiß, daß in den wieder nach Deutschland zurück. Schicht- Werken Margarine, Speise Die gefundene nichtexplodierte Granate fett, Backpulver und Wasch mit trägt einen Fabriksstempel neuesten Datums und te hergestellt werden, mit welchen Dingen man das Gehäuse ist aus neuem Blech und frisch mit schwarzem Lad gestrichen. Der Griff der Gras belanntlich nicht schießen kann. Wie sich Maschinen nate iſt voulommen neu. Durch die gefundene zur Erzeugung von Speiſefett plößlich in MaſchiGranate und durch die übrigen Funde ist einnen zur Erzeugung von Revolvern und Gewehren wandfrei festgestellt, daß die Angreifer reichsdeut- umwandeln können, weiß nur der reichsdeutsche sche Waffen benüßten. Bei dem Angriff wurden Rundfunk zu erklären." zwei tschechoslowakische Finanzwvachbeamte verlegt. Lage über. Die einzige Lösung in der tschechoslo. hatischen Frage, sagte er, heiße Plebiszit. Die Er eignisse können sich wie eine Lawine überſtürzen. Es fei deshalb notwendig, schnell zu handeln. Des wei teren sprach sich Mussolini lobend über die Politik " eville Chamberlains aus, den er den„ fliegenden Friedensboten" nannte. Seine weiteren Ausführungen waren dann gegen Moskau gerichtet. Zum Schluß erklärte er: Wenn in Angelegenheit der Tschechoslowakei ein Krieg ausbrechen sollte, so sei es bereits entschieden, welche Stellung Italien in diesem Konflikt einnehmen werde. Der weitere Teil seiner Rede war mit Angriffen gegen das Judentum ausgefüllt. Sympathiekundgebungen in Polen Bauarbeiterstreik in Paris Paris. Montag vormittags ist im ganzen Pariser Bezirk ein Streit der Bauarbeiter ausge brochen. Er ist fast vollkommen, da nicht ganz zehn Prozent der Arbeiter arbeitet. Es ist zu einigen Zusammenstößen zwischen Streifenden und Arbeitern gekommen. Die Polizei schritt ein und hielt ungefähr 60 Personen an. Auch in Lyon und in einigen anderen Städten ist die Bauarbeiterschaft in den Solidaritätsstreit ge= treten. Die Streifenden fordern eine Regelung der Kollektivverträge und der Löhne. In Deutschland keine Sympathie für die Aufrührer Brag. Am Sonntag, den 18. September, fand in Zittau in Deutschland eine Versammlung von Aufrührern statt, die aus der Tschechoslowakei geflüchtet sind. Es wurden ihnen Vorwürfe gemacht, daß sie dem deutschen Gedanken, dem Geiste und der nationalsozialistischen Ideologie nicht treu genug gewesen seien. Die Mehrzahl der Aufständischen hätte ihre Aufgabe nicht erfüllt und die Führer bät ten fich feige gezeigt. Diese Vorwürfe haben bei den judetendeutschen Aufständischen große Niedergeschla genheit und Befürchtungen vor der Zukunft hervors gerufen Warschau. Die polnischen Bauernmassen ver anstalteten am Sonntag eine eindrucksvolle Stund gebung für die Tschechoslowakei. Auf dem Kongreß der oppositionellen Bauernschaft aus Klein polen und der schlesischen Wojwodschaft in Rzeszow wurde eine Entschließung angenom men, in der die unverantwortlichen Elemente vers urteilt werden, die auf die Entfesselung eines neuen Völlermassacres drängen. Die Nichtung der polnischen Außenpolitik, die an das tragische Schicksal von eineinhalb Millionen Polen in Deutschland nicht denti und die polnischen Interessen in Danzig vernachlässigt, steht im WiderEs muß besonders betont werden, daß unDerjenige Lügenfunk behauptete, in der Grospruch zu den vitalen Interessen der polnischen sere Zollbeamten von der Schußwaffe leinen Ge- ßen Chemischen würde unter der Leitung des Nation und des Staates. Die polnische Voltsbrauch machten, damit nicht etwa die deutsche Pro- berüchtigten Kommunisten Počapta" des Be- partei widersetzt sich entschieden einer solchen paganda behaupten könnte, daß auf deutsches Getriebsratsvorsitzenden, der Giftgastrieg gegen die Politik, entsprechend der Haltung der gesamten biet geschossen wurde. Der Zwischenfall ereignete sich nämlich in unmittelbarer Nähe der reichsdeut sudetendeutsche Bevölkerung organisiert. Počapta polnischen Oeffentlichkeit. Die Sundgebung schließt mit einer warmen Sympathie erflärung schen Grenze. Deshalb Leschränkten sich die tiche ist ein alter, liebenswürdiger Vertrauensmann für die brüderliche tschechoslow a choslowalischen Finanz- und Zollbeamten, obzwar der sozialdemokratischen Arbeiterschaft, von dem tische Nation und sagt, die Grenzzwistig ſie ſich in großer Lebensgefahr befanden, nur auf auch der fanatischeste SdP- Mann nicht annimmt, leiten sowie die Angelegenheit der Rechte der pol= das Abfeuern einer Leuchtrafete als Alarmsignal. daß er Stommunist sei, geschweige denn Mord- nischen Minderheit in der Tschechoslowakei fönn Verlanget überall ten in schiedsgerichtlichem Wege zwischen den Warum sie ausgerissen sind anschläge auf die Sudetendeutschen organisiert. brüderlichen Nationen ausgetragen werden und In der blutrünstigen Rede, die Herr Sand- Aber dem reichsdeutschen Hörern des Lügen dürfen feine Gelegenheit zur Ausnüßung dieser ner gestern in Dresden vom sicheren Port des funks darf man eben alles vorseßen. Mißverständnisse durch eine dritte Vartei bilden. Theodor Fontane Zu seinem 40. Todestag am 20. September I. II. Trautenau. Bei Nieder- Albendorf versuchte eine Gruppe sudetendeutscher Aufrührer, aus Deutschland auf tschechoslowakisches Gebiet au flüchten. Sie wurde iedoch umzingelt und von den reichsdeutschen Grenaorganen nach Deutschland zurückgebracht. Volkszünder des Volkesund namentlich des preußischen Ursache war. Jede fortschrittlichere Literatur-| Förderer der schönen Literatur sein. Dennoch schon verbogen und verbrochen. Aber es waren geschichte berichtet uns auch, daß troß seiner ein Menschenleben des ausdauernden Fleißes, aufrechte und ganze Männer, die freiheitlichen Kriegsberichterstattertätigkeit kein Soldatenkult wechselnder Erfahrung und bunter Begebenheiten und geraden Sinnes waren; mit ihnen hat Biz- in ihm auffommen konnte. Die verherrlichende hat manchen Menschen noch im hohen Alter zu mard alles andere, nur feinen leichten Stand ge- Anbetung des Soldatischen ist jedoch der kenn solchem Werk befähigt, das den Meister lobt." habt. Das erst in der folgenden Generation aufzeichnende Zug des Preußentums; erst diese Als Sechzigjähriger schrieb Fontane seinen ersten tommende byzantinische, bülow- eitle Strebertum, Eigenschaft aber macht" den Preußen. Fontane Roman( Vor dem Sturm"). Er blieb erfolg Auch ihm war, wie vielen Schriftstellern in das Wesen geistloser Phrase und säbelrasselnden aber hat sich später, als anerkannter Roman los. In den folgenden Jahren entstanden Novels der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts, Bluffs, das im Nationalsozialismus noch einmal schriftsteller, selbst dagegen ausgesprochen, ein len, die Romane Irrungen, Wirrungen" und Landschaft und Voltstum der Inhalt seines dich eine Renaissance erlebt, war diesen Männern Preußendichter zu sein. Man spürt aus den fol- Frau Jenny Triebel". Als Siebzigjähriger terischen Schaffens. Was Adalbert Stifter der fremd. Zu ihnen den aufrechten Achtundvier- genden zwar ironisch gemeinten Worten dennoch schrieb er sein bestes, fortdauerndes Wert, den Böhmerwald, Theodor Storm die Nordsee und zigern gehörte Theodor Fontane. feine ärgerliche Erregung. Ich bin mit., Maria Bovaryroman ,, Effie Brieft". ihre Halliginseln, das war ihm die Mark Bran Stuart" zu Bett gegangen und mit Archibald Es gab Erfolgreichere zu seiner Zeit. Und denburg. Man nennt ihn den ,, Dichter der Mark", Douglas aufgestanden. Das Nomantisch- Phan wenn Hehse und Spielhagen anscheinend forts oft auch den Preußendichter". War Fontane Der als Sproß französischer Hugenotten am tastische hat mich von Jugend auf entzückt und schrittlicher, einer in der atheistischen, der andere jedoch ein Preuße in des Wortes übler Bedeu- 30. Dezember 1819 in Neuruppin geborene bildet meine eigenste südfranzösische Natur. Und in der demokratischen Tendenz waren, so waren tung? In seinen Schriften lesen wir nichts über Theodor Fontane wurde, wie sein Vater, Apo- nun tommt Hart und sagt mir, ich sei ein guter, sie dennoch so sehr in ihrem Zeitgeist befangen, bie Arbeiterfrage, nichts über ſoziale Probleme. Theter. Im Jahre 1848 befindet er sich in Ber- Teiblich anständiger Kerl, aber Stodphilifter mit paß fie heute faum mehr geleſen werben. YonDie Helden seiner Romane und Balladen find lin. Der junge Provisor geht auf die Barrikade; einem preußischen Ladestock im Rücken. Ddu tanes Werk aber steht wenn auch weniger bemärkische Junter, und da seine menschliche Güte die Berliner machen ihn zu ihrem Wahlmann". himmlischer Bater!" stärker war als seine realistische Betrachtung, er- Nach der gescheiterten Revolution wendet er sich scheinen die von ihm geschilderten milder und lie- der Schriftstellerei zu, wird Journalist und Hausbenswürdiger, als Junker sonst im Leben find. lehrer. Er schreibt Balladen und Reisebücher, über Die Worte, die fein Freund, der Novellist So fanden seine Bücher wohl Eingang in die England, die Wanderungen in der Mart Bran- Paul Heyse, dem Maler Böcklin widmete, hätten Ein liebenswerter Charakterzug Fontanes Salons des Adels die Herzen des schaffenden denburg". Später, während der drei Feldzüge, ist auch an ihn gerichtet ihren Sinn nicht verfehlt: soll noch verzeichnet werden. Als Förderer der Wolfes aber blieben ihm verschlossen. er Kriegsberichterstatter. Im deutsch- französischen Stunft ist ein Schaß und Geister hüten sein. Wer Literatur nahm er sich besonders der Jungen an. Heute geht ein Raunen durch die Welt: das Striege gerät er als solcher unter Spionagevers glaubt und schweigt, tann ihn heraufbeschwören. Mancher Schriftsteller der Generation zwischen deutsche Volt habe im Nationalsozialismus nur dacht in französische Gefangenschaft. Troßdem ist Wer spricht, dem wird der Zauber nicht gedeihn." ihm und uns hat als Junger am Familienfaffec das gefunden, was seines Wesens ist. So, wie er nach Beendigung des Krieges wohl der erste Ein ganzes Menschenleben lang hat Fontane nur tisch des alten Fontane gesessen. Um wieviel mehr vor Zeiten Tacitus die Deutschen beschrieben und Deutsche, der Frankreich besucht. Balladen, Gelegenheitsgedichte und Auffäße ge- wäre es manchem der heutigen Jungen zu wüngegenwärtig mancher Schriftsteller zu erklären Die meisten Literarhistoriker verschweigen, daß schrieben, und sonst gewartet geglaubt und ge- fchen, die rats und tatlos, nichts mit der sich übers fucht, sei es: barbarisch brutal, gewaltanbetend, ihm nach dem Krieg ein Ehrenfold des Kultur schwiegen. Er kannte die Grenzen seiner Bega stürzenden Zeit, und realtionär. Dawider stehen jedoch die Männer des ministeriums entzogen wird, daß er das erst bung; als Vierzigjähriger sagte er von sich: ,, Aber nichts mit dem eigenen Jch zu beginnen bermögen, auf sich selbst besinnend, vorigen, des großen Bürgerjahrhunderts", und wenige Monate innehabende Sekretariat der nur ganz große dichterische Naturen haben ein weil es klein und nichtig wird in diesem anscheis es sind ihrer so viele troß der Totgeschwiegenen Künste niederzulegen und seine Stellung bei der Recht, ihr Leben an die Sache zu sehen. Ich bin nend alles germalmenden Zeitablauf. Die heus und Bergessenen daß vor ihrer Bedeutung jene Kreuzzeitung" aufzugeben gezwungen ist. Der gewiß eine dichterische Natur, mehr als tausend tigen Jungen haben keinen Fontane, aber die Behauptung nichtig wird. Freilich, ihre Aufgabe Grund wird nur angebeutet; es ist schwer zu er- andere, die sich selber anbeten. Aber ich bin keine Ertenntnis, daß sie das Erbe jener Männer zu haben sie nicht gelöst; zuviel war unter dem fahren, daß eine Proteststellung gegen den rück- große und feine reiche Dichternatur." Er wollte übernehmen haben, um zu lernen aus ihrem Beis Drud der drei Dugend Despoten am Charakter jichtslosen Gewaltfrieden über Frankreich die zunächst auch nichts anderes, als ein Freund und spiel und aus ihrem Wert, III. deutend so doch in einer Reihe mit den Besten der deutschen epischen Literatur, mit Adalbert Stifter und Gottfried Keller, Wilhelm Raabe und Theodor Storm. M- 3. flr. 221 Seite 5 Dienstag, 20. September 1038 2disuitott Sebekowsky verleumdet Jaksch Montag abends hat der geflüchtete SdP« Führer Sebekowskyin einer Dresdner Emi« granienverfammlung wiederum die bereits widerlegte Lüge von der angeblichen BestechungSfumme in der Höhe von 600.000 KC wiederholt, die Abg. Jaksch angeblich von einem tschechoslowakischen Minister erhalten haben soll. Dazu teilt Mg. 2 a k s ch mit: Sebekowsky galt bisher als einer der wenigen anständigen Menschen in der Führung der ehemaligen SdP. Er hat sich durch die Uebernahme dieser dreisten Lüge de» deutschen Rundfunk» nunmehr als nichtsivürdiger Verleumder entpuppt. SebekowSsky kann sich nach seinen eigenen Erfahrungen wahrscheinlich überhaupt keinen Politiker vorstellen, der nicht von dieser oder jener Regierung ausgehalten wird. Daß Sebekowsky diese ehrabschneiderische Behauptung erst nach geglückter Flucht gewagt hat, nachdem er der Aufgabe enthoben ist, vor einem tschechoslowakischen Gericht den Wahrheitsbeweis antreten zu müssen, richtet ihn in den Augen aller anständigen Menschen. Mit Gangstern zu polemisieren, ist nicht meine Ausgabe. Diejenigen, welche an die perfide Behauptung SebekowskyS glauben sollten, daß meine Gesinnung käuflich ist, fordere ich auf, sie In einer Form zu wiederholen, die eü mir ermöglicht, ihr vor einem tschechoslowakischen Gericht entgegenzutreten. Dort will ich mich jedem Beweisverfahren unterziehen, tuelcheS festznstellen hat, ob ich jemals in meinem Leben von irgendeiner Stelle anderes Geld angenommen habe, alS mein verdientes Gehalt und ob ich in irgendeiner Bank des In. und Auslandes oder sonstwo auch nur eine Krone Ersparnisse angelegt habe. Dutzende meiner politischen Freunde und zahlreiche ausländische Journalisten konnten sich in den letzten Wochen davon überzeugen, daß ich er in meiner zwanzigjährigen Laufbahn zu nichts gebracht habe, als zu einer bescheidenen Zweizimmerwohnung, die jeder SdP-Politiker als nicht standesgemäß abgelehnt hätte. Es mag für die in geschenkten LuxuSautoS emigrierten SdP-Hänpt- linge peinlich sein, dah auch ein großer Teil ihrer Anhänger, wie ich a»S vielen Zeugnissen weiß, von meiner Ehrenhaftigkeit überzeugt ist, und auch ein Sebekowsky wird durch freche Lügen daran nichts ändern können. Der Frontkämpfer Henlein In Theorie und Praxis Manche jener, die den Weltkrieg mit all den Uitgeheuerlichkeiien jenes entsetzlichen Völkermorde- an der Front erlebt hatten und die in den NachkriegSjahren bescheiden ihrem Berufe gelebt und nur in gewissen Dämmerstunden mitteilsam von dieser Hölle fürLebende erzählt hat- t.n, schüttelten zweifelnd den Kopf, als der Vorturner Henlein ettvas reichlich spät die sudetendeutsche Not entdeckte und noch später den vom Krieg her eilvaS abgegriffenen Begriff„Kamerad", damals nur für tvenige erkennbar, mit Katzensilber überzog. Henlein stellte sich nicht nur an die Spitze einer politischen Partei, sondern— was den ehemaligen Frontkämpfer viel mehr mitriß— eö stellte seine heldenhafte Kriegs« Dienstleistung in strahlende Glanzlichter einer ge« schickten Propaganda und appellierte an die Kameradschaft des einfachen Mannes, dem dieses Wort schon seinerzeit in der Praxis keineswegs e ne Phrase Ivar. Geschickt verband er zwei Begriffe zu einem;„Heimat"— nach der sich Mil lionen einstens gesehnt, an der sie mit allen Fasern des Herzens hingen— und„Front", den Begriff, der unauslöschlich bei allen Kriegsteilnehmern vor der Seele stand--- Heimat- fr o n tl Man ging der Kriegstätigleit Henlein» gar bald nach! Aal Der Oberkamerad Henlein, der solch wunderbare Aufrufe an die Heimatsöhne im Weltkriege— wenn auch kaum verfaßte— so doch als Feldherr großen Stil»„zeichnete", war während des Weltkriege» eingerückt— das ist Tatsache. Es wurde ermittelt, daß er beim ehemaligen Anf.-Reg. Nr. 73 seine Ausbildung als gemusterter Landstürmer erhielt; e» mag auch gerne zugegeben werden, daß Henlein zu Ende dcS Jahres 1018 soweit zum Frontkämpfer ausgebildet war, daß er mit Irgendeinem der letzten Marschbataillone ins Feld abging, um dort ge- i.ide recht zur Gefangenschaft oder zur Rückkehr in die Heimat zu kommen. Eine langwierige Umfrage bei ehemaligen 78ern, wer mit Henlein eigentlich an der Front war, blieb ergebnislos, er scheint daher den Krieg als detachierter Einzelkämpfer mitgemacht zu haben I— Es dürfte im weiten Sudetenland kaum einen Mann geben oder gegeben haben, der so viel von Kameradschaft sprach und sich so auffallend al» tapferer Frontkämpfer feiern ließ wie Konrad Henlein, obwohl in den Listen der dekorierten 78er der Name Hen- lcin nicht auffindbar ist. Die Zeit des Weltkrieges hat also Herr Henlein zur Erbringung des Beweise» über seine Tapferkeit versäumt, er nahm aber dafür in den letzten Jahren reichlich Vorschußlorbeeren für sein gottbegnadete» Führertum rind verpaßte aber darüber die zweite Gelegenheit— Tapferkeit und Kameradschaft in der Praxis zu zeigen: Herr Henlein fehlte bei S ch w a d e r b a ch und in Eger, er desertierte feige über die Grenzen! Nach KriegSrecht feder kämpfenden Truppe— eilte solche ist die FS— steht auf Flucht vor dem Feinde die Todesstrafe. Diese Strafe setzt an Henlein zu vollziehen, tväre Sache der reichsdeutschen Drndersormation der FS, also der SA. Nun— Herr Henlein hat da nichts zu fürchten. Ter Führer gehört vor die Front jener, zu deren Führer er bestimmt wurde— oder sich selbst bestimmte, denn das Wort Führer kommt von der Tätigkeit„führen". Tausenden jungen Menschen wurde Henlein Vi einem Verführer, erbittert und zerstört— in» Innerste getroffen— sieben sie vor der ersten er- l-bten großen Erbärmlichkeit ihres Leben»; fas- kungSko» hören sie im Geratter der Maschinengewehre. die ihnen der Führer in die Hand gab. daß Herr Henlein vorzog, in Deutschland die Ge« haltSbezüge eine» HofrateS einzustecken. Während am Rande des Erzgebirges, im Böhmerwald und im Riesengebirge verführte Jünglinge ihr Leben für den Führer aufopfern— fährt Held Henlein imLuruSwagen zur Sendestation, um zur Tapferkeit und zum Durchhalten anfzurnfen. Sudetendeutsche Mütter weinen um ihre verführten Kinder, tausende bangen nm HauS und Hof, in schlaflosen Nächten droht die durch Krieg verwüstete Heimat, doch von sicherer Stelle auS hetzt Herr Henlein znm Krieg: der Führer wird zum feigen Verbrecher am ganzen deutschen Volke. Troppauer SdP gegen Henlein SamSiag fand in Troppau eine Sitzung der dortigen Bezirksvertretung statt, in welcher die deutschen Sozialdemokraten einen Antrag einge- bracht haben de» Anhalt», daß die Bezirtsvertre- tung mit der Politik Konrad Henleins nicht über« einstimme. Dieser Antrag wurde, einstimmig, auch mit den Stimmen der SdP-Berireter, angenommen. An Troppau werden eine große Menge Waffen abgeliefert, In den Kirchen wird für den Frieden gebetet. Ueberall in Gassen und Park» wurden Hunderte von SdP-Abzeichen weggeworfen. eine Kundgebung der demokratischen Hochschaler Der Freiheitsbund deutscher Hochschüler sendet un» eine längere Kundgebung, in dec vor allem gegen die Agitation Stellung genoinmen wird, die deutschen Hochschüler mögen anderswo al» in Prag und in Brünn studieren.„Die deutschen Hochschüler", so heißt es wörtlich,„werden auch in Zukunft ihre Lehr« und Fortschrittstätigkeit vollkommen uneingeschränkt und ungehindert durchführen. Alle Befürchtungen, daß da» Studium durch äußere Einflüße gehindert werden könnte, sind gegenstandslos... Es besteht gar kein Grund, Prag oder Brünn fernzubleiben, die Inskription zu verzögern oder sich an andersstaatlichen Hochschulen einschreiben zu lassen." Es wird dann weiter die Berücksichtigung nur der wissenschaftlichen Eignung und des Bekenntnisses zur demokratischen Verfassung bei der Besetzung der Lehrkanzeln, die volle Gleichberechtigung der deutschen Hochschulen, die Durchführung der notwendigen Bauten und die rasche Besetzung der vakanten Lehrkanzeln geforderte Noch ein Todesopfer Henleins Der Bodenbacher Polizeibericht meldet: Am 17. d. M. in den Nachmittagsstunden wurde auf der Bahnstrecke zwischen Bodenbach und Mittelgrund der au» Bodenbach stammende W. V. durch einen Streckenmeister im schwerverletzten Zustanoe aufgefunden. Laut Feststellung wollte W. B. auf einen fahren Lastzug springen, wobei er jedoch abrutschte und mit beiden Beinen unter den fahrenden Zug kam. Der Vorletzte wurde dem Tetschner Krankenhaus zugeführt, wo er in der Nacht noch verstarb. MUDr. Bühn» leistete dem Verletzten die erste Hilfe. Dazu wird berichtet, daß B., dem beide Beine von den Rädern abgetrennt worden waren, den Lastzug nach Deutschland benützen wollte und „schwarz" dahin zu gelangen trachtete. Er kann füglich al» ein Opfer der Hetzpolitik Konrad Henleins angesprochen werden. Deutscher Arbeitersängerbund In der CSR An alle Mitglieder! Genossinnen und Genossen 1 In bittersten Stunden wendet sich der Bundesvorstand an Euch. Die von den deutschen faschistischen Kräften über höheren Austrag in unserem Staate mit Lüge und Heuchelei betriebene hochverräterische Politik hat da» sudetendeutsche Volk in einen Bürgerkrieg zu treiben versucht, wodurch die Gefahr eines Weltbrande- von unermeßlichen Auswirkungen in bedrohliche Nähe gerückt ist. Mitschuldig au diesen Zuständen, die auch Menschenopfer gefordert haben, ist der Sudetendeutsche Sängerbund, welcher sich der politischen, daß-Gotierbarm-Führung Henlein» unterstellt hat. Da» muß vor aller Oeffentlichkeit ausgesprochen werden. Auch für die weiteren schlimmen Folgen, die sich au» der Politik der gewesenen SdP ergeben sollten, muß die Miwerantworwng de» Sudetendeutschen Sängerbünde» schon jetzt festge« stellt werden. Der Deutsche Arbeiter-Sängerbund, hat im Gegensätze zur Tätigkeit de» Sndetendeulschen Sängerbünde» seine Aufgabe immer darin erblicke. Bildung«« und Erziehungsarbeit zu leisten und dem Frieden und der Völkerverständigung zu dienen. Von diesem Bestreben wird auch die weitere Tätigkeit de» Deutschen Arbeitersängerbunde» geleitet sein. Die derzeitigen Verhältnisse lassen den Gesang leider in den Hintergrund treten. Dafür gibt e« andere wichtige Aufgaben zu erfüllen. Jede» Mitglied unsere» Bunde» wird sich in diesen sorgenvollen Tagen gerne der Partei zur Verfügung stellen und den ihm von derselben zugelviesenen Posten gewissenhaft ausfüllen. Je mehr Kräfte in unserer Bewegung lebendig werden, und dazu beitragen, die Zabl de» faschistischen Anhänge» zu vermindern, desto größer wird die Chance aus Erhaltung de» Frieden» sein. Gewiß ist von unseren Funktionären in diesem Sinne bisher da» menschenmöglichste geleistet worden, wa» Dank und uneingeschränkte Anerkennung verdient. Der Kampf ist aber noch nicht zu Ende. Er geht weiter und da muß jede» Mitglied unerschrockener, unerschütterlicher und tatkräftiger Helfer sein. Genossinnen, Genossen! E» gilt jetzt mehr denn je, alle» einzusehen für die Rettung de» höchsten Gute» der Menschheit, de» Frieden». Nur im Frieden kann Kunstsinn gedeihen, nur im Frieden kann Bildung und wahre» Kulturleben. sich entfallen. Daher alle Kräfte eingesetzt zur Bekämpfung de» Faschismus und damit für die Erhaltung de» Frieden». Der Bundesvorstand. Demonstrationen in London Während die englischen und französischen Mi- nister am Sonntag in London berieten, sammelte sich in Whitehall eine Menge, die im Laufe der Zeit auf 18.000 Personen awvuch». Sie zog demonstrierend durch die Straßen und man hörte Stufe: Halter fest zur Tschechoslowakei! Haltet Hitler und den Krieg aufi und Fort mit Chamberlain I Hunderte von Polizisten mußten zusammengerufen werden, um die Demonstranten immer wieder zu zerstreuen. Der Verkehr in Whitehall wurde durch die Demonstration zum Stillswnd gebracht, so dah die Straße von der Polizei gesperrt werden mußte. Downing Street, wo die Beratungen slatlsanden, wurde für da» Publikum völlig gespenrt, und nur einigen wenigen Personen wurde erlaubt, schriftliche Petitionen an Chamberlain» Adresse abzngeben. Besonder» scharf mußte die deutsche Gesandtschaft bewacht werden. Drei Demonstranten wurden verhaftet. Ansprachen an die Demonstranten hielten die Abgeordneten Ellen W i l k i n s o n, Eleanor Hathbone und W. Robert». Amerikanische Kundgebungen für die Tschechoslowakei Wie der New-Yorker Korrespondent de» „Daily Telegraph" meldet, hat Senator P i 11• in a n, der Vorsitzende de» Außenpolittschen Se- iiat»au»schusse», in einer Rede an der Pazisikküste erklärt, angesicht» der Bedrohungen der kleinen Demokratien durch die Diktatoren hätten die Tschechen ein Recht darauf, von denen unterstützt zu werden, die für die Schaffung ihre» Staate» mitverantwortlich seien. Am Sonntag sagte der Rew-Porker Gouver- neuer Lehmann in einer Rede:„Wir wären unzttrechnungSfähig, wenn wir unsere Augen vor der Drohung verschlössen, die heute die Diktatur für die Demokratien bedeutet."— Die größte amerikanische Zeitung„New Nori Times" schreibt:„Welche Garantie könnte Hitler dafür geben, daß er, wenn Deutschland die Minderheiten im Sudelengebiet bekäme— die Tschechen, Slowakei und anttnazistischen Deutschen—, ihre Rechte schützen würde? Er hat nicht» vorzuweisen als einen fünfjährigen Rekord berechneten und kaltblütigen Terrors." Die„Denver Post" bemerkt:„Keine Einigung, die jetzt zivifchen Britannien, Deutschland und Frankreich erreicht wird, lvird den Krieg verhindern. Jede Vereinbarung wird Hitler mehr Zeit geben, seine Kriegsmaschine ztt stärken und den Tag vorzubereiten, an dem die Nazi» Frankreich bekämpfen werden, um Revanche für die Niederlage des Weltkrieges zu nehmen." Ueber den Hartspiritus Es ist noch nicht so lange her, daß auf dem Markte die weißen Würfel und Plättchen erschienen, die man anzünden konnte, und die mit leicht bläulicher Flamme brannten. Sie fanden besonder» für kurzdauernde Erhitzung: für kleine Kocher, Brennscheren, für Reisezwecke und Camping im Freien Verlvendung und ettviesen sich al» sehr praktisch. Dian nannte und nennt die Diasse meist Hartspiritus, weil sie eine Art Brennspirilu» in fester Form darstellt. Chemisch betrachtet ist die Bezeichnung nicht ganz richtig. ES handelt sich um einen Körper, den die Chemie al» Metaldehyd bezeichnet. Dargestellt wurde da» Produkt bereit» von dem großen deutschen Chemiker JustuS von Liebig im Jahre 1882. Wenn man Azechlen mit Schwefelsäure zusammenbringt, die etwa» Ouecksilberoxyd enthält, bildet sich Azetal« dehyd, ein in reinem Zustande unbegrenzt haltbarer Körper. Unter dem Einfluß voll Spuren von Chlorfalzen zerfällt er jedoch in da» früher in der Psychiatrie vielfach al» Schlafmittel verwendete Para!« dehyd und da» Metaldehyd. Die Herstellung de» weißen Pulver», da» einen leichten Geruch nach Methylalkohol au»strömt, ist an sich einfach. Um aber 100 Gramm Metaldehyd herzustellen, braucht man etwa ein Kilogramm Azetal- dehyd. Die Herstellung größerer Mengen erübrigte sich, solange keine industrielle Verwendung für die Substanz vorhanden war. Erst spät erinnert man sich daran, daß da» Metaldehyd al» Wärmespender eine große Kraft besitzt. Bei der Verbrennung von einem Kilogramm Metaldehyd werden 6200 Kalorien Wärme produziert. Damit kommt e» al» Brennkraft dem besten Brennspiritu» gleich. Da» Metaldehyd al« Pulver brennt außerordentlich schnell, fast explosivartig ab. Um e» brauchbar zu machen, muß e» stark komprimiert werden. Die so erhaltenen festen Massen brennen auf sehr eigentüm« liche Weise. E» ist nämlich nicht eigentlich da» Metaldehyd. da» brennt. E» ist manchem Verbraucher von Hartspiritu» vielleicht schon ausgefallen, daß man die Tabletten brennend in der Hand halten kann, wenn man nicht direkt mit der Flamme in Berührung kommt, und daß man— ist die Flamme ausgelöscht — mit Erstaunen feststellt, daß da» Stück keineswegs heiß ist. Man kann ein brennende» Stück Hartspiritus mit der Hand auslöschen. Durch die Wärme der Flamme verwandelt sich nämlich da» Metaldehyd in Azetaldehyd. Dieses bildet um die Tablette eine Schicht von kühlem Gas, da» hindert, daß die Flamme an da» Metaldehyd selbst kommt. E» ist also eigentlich da» Azetaldehyd, Iva» brennt. Dadurch regelt sich die Flamme automatisch und brennt sehr ruhig. Sobald die Flamme näher an den Hartspiritu» herankommt, wird die Garschicht dicker und entfernt die Flamme. Er entwickelt sich also eine immer gleich bleibende Menge brennbaren Gase». Neuere Untersuchungen haben nun noch ein theoretisch und praktisch sehr interessante» weitere» Phänomen bei dem Produkt entdeckt. Wie bei industrieller Herstellung fast immer handelt es sich nicht um einen chemisch ganz reinen Körper. E» hasten den Metaldehydkristallen winzige Beimischungen eine» Katalysator» an. Dazu müssen wir erst erklären, wa» ein Katalysator ist. Man bezeichnet damit chemische Körper von meist sehr komplizierter Struktur, die eine eigentümliche Funktton bei manchen chemischen Prozessen haben. Ihre Anwesenheit ist bei manchen Vorgängen noüvendig, ohne daß diese Körper selbst bei dem Prozeß durch Zersetzung oder Hinzufügung beteiligt sind. Eine solche katalytische Substanz ist also im rohen Metaldehyd vorhanden. Man kann sie mit chemischen Mitteln neutralisieren, und man kann auch das Mataldehyd chemisch rein darstellen. Dann erlebt man die Ueberrafchung, daß da» Metaldehyd auch in fest komprimierter Form sehr schwer anzuzünden ist. Brennt e» aber einmal, dann erhitzt e» sich im Gegensatz zu dem Produkt mit dem Katalysator außerordentlich stark. Löscht man die Flamme, dann bleibt lange Zeit ein Nebel von Metaldehyd in der Lust. Der Katalysator ist also für da» ruhige Brennen d<» Produkte» durchaus notwendig, für seine gute Konservierung aber mindesten» überflüssig, wenn nicht unerwünscht. Die Industrie hat aber auch hier ein Mittel gefunden, da» den katalytischen Fattor bei normalen Temperaturen unwirksam hält, ihn bei höheren Temperaturen aber aktiviert. Erst dadurch ist ein wirklich j vollkommen brauchbarer Brennstoff erhältlich gewesen. Bisher war da» VerwendungSgebiet de» Hartspiritus relattv beschränkt. Er war eigentlich nur ein für manche Gelegenheiten recht praktischer Ersatz für den Brennspiritu», dessen Gebrauch an sich schon durch die elektrischen Apparate immer stärker eingeschränkt wird. Nachdem man jetzt da» Metaldehyd in großen Mengen industriell herstellt, haben sich Weitere Gebiete ihm erschlossen. So verbraucht zum Beispiel die Farben- und Lackindustrie schon ganz bettächtliche Mengen de» Präparate». Auch bei der Herstellung von Feuer« Werkskörpern wird e» verwandt. Eine besonder» interessante Anwendung aber gibt e» in der Landwirtschaft, zur Bekämpfung von Ungeziefer. Da» Metaldehhdpulver wird im Berhältni» von 60 Gramm auf ein Kilo der Kleie zugesetzt. Diese» Gemisch wird auf Beeten auSgelegt, die von allerhand Schnecken heimgesucht werden. Salat, Erdbeeren, Kohl und andere» Gemüse leidet bekanntlich beson- dr» an feuchten Stellen und in feuchten Jahren sehr stark unter der Schneckenplage. Die Schnecken werden nun von den Kleiehäufchen angezogen. Sobald sie mit ihnen in Berührung kommen, wird ihre Schleimproduktion so stark angeregt, daß die Tiere innerhalb weniger Stunden absterben. Wir haben, wie au» diesen Ausführungen her« vorgcht, in den so unscheinbar und appetitlich au»« sehenden Täfelchen de» Hartspiritu» ein Prakttsch und theorettsch gleich interessante» Produtt vor un», -dessen Brauchbarkeit sicherlich noch nicht erschöpft jste Dr. E. L, Seite 6 Dienstag, 20. September 1938 Mr. 221 Jagesneuigkeiten Upton Sinclair Zu seinem 60. Geburtstage am 20. September Der heute weltberühmte amerikanische Schriftsteller, der mehr als nur ein Schriftsteller, der Revolutionär, Sozialpolitiker und Anwalt der Unterdrückten und Entrechteten ist, hat immer anerkannt, daß man ihn in Europa früher als in feiner Heimat schäßen gelernt hat. Vor allem die Arbeiterschaft Europas war es, die dem vor dreißig Jahren begonnenen Kampfe des mutigen, lange Zeit in feinem Lande fast völlig vereinſamten Schriftstellers ihre Aufmerksamkeit und ihre Verehrung zugewandt hat. Zu einer Zeit, als es in Amerika noch keine organisierte Arbeiterschaft ven nennenswerter Bedeutung und kaum etwas von dem heute schon fühlbaren sozialen Gewissen der Oeffentlichkeit gab, hat Upton Sinclair es war 1906 in seinem Buche„ Der Sumpf" am Beispiel der Chicagoer Schlachthöfe das System der Ausbeutung und des rücksichtslosen Vrofits angeprangert, und Jack London hat das mals dieses Buch des jungen Sinclair mit dem Noman Onkel Toms Hütte" verglichen, der so viel zur Befreiung der Negersflaven beitrug wie Upton Sinclair zur Befreiung der Lohnsklaven beitragen wollte. Er ist seinem Ziel nie untreu neworden, und wenn er vor der Wahl stand, stilistische Feinheiten oder seine Tendenz zu opfern, hat er immer das ästhetische Opfer dem sozialen vorgezogen. Dabei wirken seine Bücher, ob sie nun die Form des Romans, der Reportage oder der dokumentarischen Darstellung haben, immer auch durch die Prägnanz ihrer Sprache und die Leidenschaft des Gewissens, mit der Upton Sinclair seine nie wirklichkeitsfremden Stoffe bewäl tigt hat. Wenn wir den gesellschaftskritischen Neman Metropolis", die Industrieromane „ König Kohle" und„ Del", den ergreifenden Kriegsroman Jimmie Higgins", den Justiz roman" Boston" und die Darstellung der SchickEs wird Herbst 202 Ertrunkene. Dei den ersten Aufräumungsarbeiten im Ueberschwemmungsgebiet von Rabavand( Persien) wurden 202 Todesovfer gefunden. Zahlreiche Personen werden noch vermißt. Die heutige deutsche Inlandsendung Brag- Melnik: 10.15 Für die Frau: Einsiedes furs( Gemüse). 10.30 Carl Maria von Weber Stunde( Gefang: Tilly de Garmo, Klavier: Edith Steiner- Kraus). 11.10 Schulfunt: Querschnitt durch „ Hans Heiling". Oper von Marschner. 11.50 Schallplatten, 18.00 Erna Bergener singt( Klavier: R. J. Schubert). 18.30 Lebendes Tschechisch( Dr. Paul Eisner). 18.45 Schallplatten. 19.30 Orchesterfonzert. 20.00 Bunbury", Komödie von Oscar Wilde. 21.15 Orchesterkonzert. 22.30-23.00 Ors ajesterfonzert( Musik von Lebar). Brünn: 17.40-17.45 Arbeitersendung: Sos ziale Information. 17.45-18.00 Arbeitersendung: Gen. Dr. J. Brügel: Neue Bücher für Arbeiterleser. 18.00-18.15 Landwirtschaftliche Sendung: Arch. Frizz Wenzel: Wirksame Bekämpfung von Obst- und Baumschädlingen im Gartenbau. 254.972 eingeschriebenen Sendungen entfiel ein Berlustfall. Es lohnt also Briefe eingeschrieben au schiden; die Gefahrenquote wird dadurch um neun Zehntel verringert. Sie ist übrigens annähernd so groß, wie die Chance bei der Klassenlotterie einen Treffer über 100.000 Kč zu machen. Blutspender gesucht! Der Verband der Blutspender in der Tschechoslowakei ruft alle Bürger der Republik in den Dienst der Nation. Es ist die Pflicht eines jeden von Euch, der Armee und allen Mitbür gern mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu helfen. Meldet Euch als freiwillige Blutspender. Werdet eine zweite Armeeder Repu blif! Unterstüßet die große Aktion, durch welche wir der ganzen Welt beweisen werden, daß wir bereit sind, alles, was wir haben, für das Vaterland zu opfern. Meldet Euch persönlich oder schriftlich in der Sanzlei des Verbandes Prag XII., Rimjfá 9, Tel. 28768. Der Verband wird die notwendige Feststel Sie erhalten die ordentlichen Legitimationen und lung der Blutgruppe und Blutprobe selbst besorgen. werden Mitglieder der offiziellen Organisation, die diesen Dienſt bereits seit 1933 bejørgt. lämpfer Sinclair so lange gewesen ist. Und sein, fuhr, trug in großer Schrift in tschechischer Sprache Buch" No pasaran" zeigt ihn als leidenschaft- die Aufschrift:„ Wir gehen mit Euch!" lich anteilnehmenden Schilderer des spanischen Freiheitstampfes, als glühenden Gegner des Fa fale des Filmtönigs William For nennen, dann schismus, deſſen Bekämpfung heute Upton Sin erinnern wir zwar nur an einen kleinen Teil des clair als seine und aller Sozialisten und TemoGroßen Lebenswertes Sinclairs, aber jedes dieser raten wichtigste Aufgabe erkannt hat. Erst vor Fünf Minuten ,, Aktuelles Allerlei." In der Bücher war eine große Bekundung eines kämpferi- furzem haben wir einen ergreifenden Aufruf verAuto gegen Zug: drei Tote. Ein Auto mit Nachmittags- Sendung von Prag II., wird jetzt am schen Gewissens und einer mutigen Intelligenz. öffentlichen können, den Sinclair an alle Freifins Infaffen stieß am Sonntagabend beim BahnMontag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag in der is Sinclair 1933, im Beginn der Aera Noose- Seitsfreunde der Welt gerichtet hat, sich zum telt, für den Posten des Gouverneurs von Stali- ampfe gegen die Gefahr der faschistischen Ditt Baiersbronn in Württemberg mit einem Ber- Beit von 15.25 bis 15.30 Uhr unter dem Titel tatur zu vereinen. -cisfornien kandidierte, bewies er seine Bereitschaft, für die von ihm vertretenen Ideen auch praktisch einzutreten. Sein damaliger Mißerfolg hat ihn nicht entmutigt. Seine letzten Bücher" Co- op" und der Fordroman vom„ Autokönig" zeigen ihn als Vorkämpfer der Genossenschafts- und der Gewerkschaftsbewegung in Amerifa, als Anwalt der neuen sozialpolitischen Bestrebungen, deren Vorfonenzug zusammen. Drei Insassen des Wagens. wei Frauen und ein Junge, waren sofort tot. Der Wagenlenter und ein Mädchen wurden schwer verlegt. Aftuelles Allerlei" eine ständige Chronik über wissenswerte altuelle Dinge gebracht. Es sollen in die fer Sendung die neuesten Erfindungen, die besten Filme und fulturellen Ereignisse besprochen werden, sowie Interessantes für die Sportler, die Photoamateure, die Schachspieler usw. mitgeteilt werden. untermalt. Beneš kondoliert Frau Svina. Der Präsi Sent der Republik Dr. Eduard Beneš sandte Samstag, den 17. September, folgendes Kondo- Flugzeugabsturz in England. Sonntag bor Tenztelegramm an die Gattin des ehemaligen Mi- mittags stürzte bei Erveth Forge in der Grafschaft nisters Dr. F. Spina:„ Gnädige Frau! Die Durham( England) ein Bombenflugzeug ab. Gymnastik für Kinder. Der deutsche Sender Nachricht von dem plöblichen hinscheiden des Beide Besatzungsmitglieder famen ums Leben. Prag 11., bringt ab nächster Woche jeden Freitag Bett Dr. Sping hat mich tief getroffen. Er war Auf eine Mine aufgefahren. Auf der bon 15.20 bis 15.30 Uhr zehn Minuten Gymnastik ein aufrechter Mann mit tiefem Verständnis für Straße Jaffa Haifa in der Nähe von Tel- Aviv für Kinder unter dem Titel„ Heut' turnt Mutti mit die historischen Wurzeln des Zusammenlebens der ist ein mit jüdischen Polizisten besetzter Patrouil- 3!" Die Leitung dieser Kindergymnaſtik hat eine Nationen in unserem Staate. Ich fühle mit Tenwagen auf eine Wine aufgefahren und ervlo- diplomierte Gymnastiklehrerin, die Uebungen werden Ihnen in Ihrem Schmerz. Dr. Edvard Beneš." diert. Drei Polizisten wurden getötet und sechs von einem Kinde mitgeturnt und mit Kinderliedern Freiwillige für die Tschechoslowakei. Der New verwundet. In Jerusalem ist ein arabischer PoYorfer Berichterstatter der Havasagentur teilt ist erschossen worden. Das Wetter. Das schöne Weiter dauert in una mit: Der tschechoslowalische Konsul hat mitgeteilt, Ift die Post zuverlässig? Die Postverivaltung und schwachem Südwind stiegen die Temperaturen feren Gegenden an. Bei anhaltendem Sonnenschein daß im Laufe der letzten Wochen die in den Ver- hat eine Statistit ihrer eigenen Sünden aufgestellt. Montag nachmittag durchschnittlich auf 20 Grad an. einigten Staaten ansässigen Im Durchschnitt des letzten Jahres ging jeder tiefen ozeanischen Depreffionen ist auf das Festland 27.090te Brief verloren, während im Jahre 1930 eingedrungen und hat in Frankreich) stellenweise noch auf je 11.061 Briefsendungen eine Beschädigung entfiel. Was Palete anlangt, so Wetter Dienstag: Im Westen des Staates etwas Balete last, to Better Sternscheinliche sind im vergangenen Jahre 1810 Pakete beschädigt verstärkte Bewölkung, im ganzen jedoch noch schön worden, also eines auf je 18.543. Intereffant ist und ziemlich warm. Im übrigen Gebiet heiter. der Vergleich zwischen gewöhnlichen Sendungen und weitere Erwärmung. im Osten nachts noch fühlbar fühl. Schwacher Wind aus südlichen Richtungen. WetWir gehen mit Euch!" Samstag, turz vor rekommandierten Sendungen. Während bei gewöhn Mittag, traf in Prag eine Erpedition der alade- lichen Sendungen, wie erwähnt, auf je 27.090 ein bern wechselnd bewölft, einzelne Schauer möglich. teraussichten für Mittwoch: In den böhmischen Län mischen Settion der jugoslawisch- tschechoslowaki- Verlust entfiel, war die Quote bei den eingeschries in der Oithälfte des Staates schön. Temperatur ajen Liga Laibach ein. Der Autobus, in dem sie benen Sendungen fast zehnmal geringer. Erst auf überall ohne wesentliche Aenderung. einige tausend Dollars für den en Sie fällt für das Postministerium sehr günstig aus. Eine schwach ausgeprägte Randstörung der ziemlich gungsfonds gespendet hätten. Das tschechoslowa fische Konsulat wird mit Anfragen überhäuft, die den Militärdienst in der Tschechoslowakei betref fen. Diese Anfragen kommen von Tschechoslowas fen, die im militärpflichtigen Alter sind und auch von Amerikanern. Downing Street Nr. 10 Gitte. Allerdings wiffen wenige, daß sie von Kö- Morgenrod. lich figiertes Gesetz, wohl aber uralte überlieferte in Pyjama und einem schnell übergeworfenen die Tür sich wieder geschlossen hat. so besteht auch für die Anwesenden keine Möglichkeit, sich nig Wilhelm III. herstammt, der kein Wort Eng Der Kabinettsraum selbst, in dem in diesem zu erfrischen. Es gibt weder etwas zu trinken noch lisch verstand und deshalb den Kabinettssibungen Augenblic vielleicht weltentscheidende Entschlüsse zu essen, möge die Sißung auch fünf Stunden fernbleiben mußte. Seitdem hat kein englischer gefaßt werden, ist ein besonders häßliches, holz- lang dauern. Es stehen zivar in einer Ecke des König die geheiligten Räume mehr betreten. getäjeltes Bimmer mit einem Riesentisch und Zimmers zwei oder drei Wasserkaraffen mit einieinigen Seifeln und Stühlen. Eine Wand ist teil- gen Gläsern, aber dieser Vorrat ist schnell geleert, eise von einer Bibliothek uralter Schmöter be- und es ist ausgeschlossen, daß die Karaffen, sodeckt, in die, wie versichert wird, noch niemals lange die Sigung dauert, wieder gefüllt werden iemand einen Blick geworfen hat. Die Wände sind tönnen. Die einzige Erholung besteht darin, daß schalldicht, und die Doppeltür läßt nicht das ge- man an das große Fenster des Raumes treten ringste Geräusch durch. fann, von dem aus man einen herrlichen Blick auf Kleine Indiskretionen aus dem Sitzungszimmer des britischen Kabinetts MTP London. Downing Street Nr. 101 Die Blicke der Welt sind auf dieses unscheinbare Dagegen hat der Premierminister die Pflicht Haus mit seiner schmalen Tür gerichtet, und Hun- und Aufgabe, sich nach wichtigen Kabinettsbeschluss derte von Londonern stehen in diesen Tagen stun- sen unverzüglich zum König zu begeben, um dies denlang in der Umgebung, mit ängstlichen, fra fem den Inhalt der Beschlüsse mitzuteilen. In genden Gesichtern. Aeußerlich herrscht Ruhe, der diesem Fall hat er zu jeder Zeit Eintritt. UnmitEngländer, möge es der Ministerpräsident oder der telbar vor der Kriegserklärung Englands an Mann auf der Straße sein, versteht, Haltung zu Deutschland 1914 war der entscheidende Kabi- Keinem der anwesenden Minister ist es er- den Part hat. bewahren und sich nichts anmerken zu lassen, aber nettsrat erst nach Mitternacht zu Ende, und der laubt, sich über die Beratungen Aufzeichnungen Im allgemeinen wird am Schlusse einer Kadennoch spürt auch der oberflächlichste Beobachter damalige Ministerpräsident Asquith ließ den Kö- zu machen.. Jeder hat zwar vor seinem Plaß Notiz binettssitzung nicht formell abgestimmt. Der Presofort, daß etwas in der Luft liegt. nig um ein Uhr nachts aus dem Bett holen, um papier liegen, auf die er sich Bemerkungen auf- mierminister benügt sich am Ende mit einem Réihm die Mitteilungen zu überbringen. schreiben darf, die er für seine Reden oder Ein- fumé, aus dem sich der Beschluß ergibt. Allerwendungen braucht, aber diese Papiere dürfen dings gibt es außerordentliche Gelegenheiten, wo nicht mit aus dem Zimmer genommen werden. es sich notwendig erweist, durch Handaufheben zu Zwei Setretäre sammeln sie nachher und vers entscheiden. Es genügt die einfache Mehrheit. brennen sie. Dann wird die Sißung ohne Zeremonie aufgeho " Was hinter den geschlossenen Türen vor geht, weiß niemand, kein noch so fühner Reporter Die Einberufung eines Kabinettsrates er hat jemals in das Zimmer eindringen können, in folgt, ebenfalls uralter Sitte gemäß, durch einen dem das britische Kabinett tagt, fein Bild hat je formellen Brief, in dem His Majesty's confidenmals zeigen können, wie es dort aussieht. Das, tial servants" eingeladen werden, sich zu einer was man weiß, stammt von ehemaligen Beamten bestimmten Stunde im großen Saale von Dow- teine Aufzeichnungen über Kabinettssißungen, erst ihre Aemter zurück oder nach Haus. Nur der PreIn früheren Zeiten besaß man also überhaupt ben, und die Minister begeben sich entweder in des Foreign Office oder der Ministerien, die später ning Street Nr. 10 zu versammeln. Obwohl es gegen Ende des Weltkrieges- es war gerade eine mierminister fährt gegebenenfalls zum König. im Nuhestand ihre Memoiren geschrieben haben im allgemeinen der Premierminister selbst ist, der Periode schwerer Krisen entschloß man sich, dem Dieses geschieht freilich nur in Ausnahmeund die ein Zipfelchen von dem großen Geheim- diesen Kabinettsrat einberuft, erhält er jedoch anwesenden Kabinettssekretär zu gestatten, Auf- fällen, nämlich dann, wenn wirklich bedeutsame nis lüften. ebenfalls denselben formellen Einladungsbrief.zeichnungen über die Beratungen zu machen. Seits Entscheidungen, sei es auf dem Gebiete der InDie Leute warten vor dem Hause, und ich Wenn es sich freilich um außerordentliche Sißun- dem hat man diese Sitte beibehalten. Diese Auf- nen-, sei es auf dem Gebiete der Außenpolitit höre, wie eine Frau neben mir einen Mann fragt: gen handelt, die schnell einberufen werden müssen. zeichnungen werden in einem besondere Safe aufgefaßt worden sind. In diesen letzten Tagen ist " Jetzt sind sie alle da, Chamberlain, Halifax, und wie es in diesen gewitterschwülen August und bewahrt und sind späterhin nur Ministern aus Chamberlain nicht zum König gefahren. Draußen Simon, und Hore- Belisha aber warum ist Septembertagen wiederholt der Fall war, benutt gänglich. eigentlich der König nicht dabei, wenn es um so man Telephon. Telegraph oder schickt Boten. Es erwartete ihn der Wagen, der ihn abholte, oder Sabinettsjißungen in Downing Street Nr. er blieb in seinen Amtsräumen zurück, unsichtbar Lebenswichtige Entscheidungen wie Krieg und Fries hat Kabinettssigungen gegeben wie die wäh 10 sind kein Vergnügen: da niemand die Sibung für die Menge. Aber wird der Moment kommen, den geht?" Der Mann zudt die Achseln: er weiß rend der Arise von 1920 wo die Minister aus stören darf und nur in allerdringendsten Fällen wo er nach einer langen Sibung den von Tabakes nicht, er weiß nur, daß der König niemals nach dem Schlaf gerissen nicht einmal Reit hatten, sich ein im Vorzimmer wartender Sekretär das Recht qualm erfüllten Sißungssaal verläßt und seinem Downing Street Nr. 10 tommt. In der Tat darf anzuziehen: in jedem Falle präsidierte der dama hat. Telegramme hereinzubringen in diesem Chauffeur den Befehl gibt, ihn nach Buckingham der König nicht lommen, das ist apar night ichrift- liae Ministerpräsident Lloyd George der Sigung Falle wird die Sigung solange unterbrochen, bis Palace oder Balmoral au bringen? Nr. 221 Dienstag, 20. September 1938 Volkswirtschaft und Sozialpolitik Die tschechischen freien Gewerkschaften solidarisch mit den deutschen Für die Integrität und Sicherheit des Staates, für Arbeit und sozialen Schutz Die Zentralvertretung der Gemeinsamen Gewerkschaftszentrale Odborové sdruženi Československé hat sich mit den Aufgaben der Gewerkschaften unter der gegenwärtigen Situation befast und billigte die Haltung des Zentralgewerkschaftsrates, welcher sich klar und eindeutig auf die Seite der Staatsverteidigung gestellt hat. Die Zentralvertretung der Gewerkschaftszentrale fordert die Verbände, Gewerkschaftsräte, Ortsgruppen und die Mitgliedschaft auf, unerschütterlich an der eingeschlagenen Linie festzuhalten, die Integrität des Staates und seine Unab. hängigkeit zu schützen, sowie auch die Ideen der Gewissensfreiheit und der sozialen Gerechtigkeit zu verteidigen. Im Geiste dieser Ideen erklären die Vertreter der Gewerkschaftsverbände im Odborové sdruženi československé, daß sie entschloffen sind, jedes Opfer zu bringen, welche die Einheit und Suveränität des Staates und seine demokratischen Einrichtungen erfordern würden. Wenn auch die Zentralvertretung der Ge-| Interesse der Arbeiterschaft nicht nur die Arbeit werkschaftszentrale davon überzeugt ist, daß die sicherzustellen, sondern Arbeitsgelegenheit auszuSudetendeutsche Partei keinesfalls als der allei- dehnen und zu vermehren. Die Beunruhigung der nige Vertreter der deutschen Bevölkerung dieses Produktion und die willkürliche Einstellung der Staates angesehen werden kann, erblickt sie in den Unternehmungen führt nur zu einer weiteren letten Anträgen, welche die tschechoslowakische Re Verschlechterung der wirtschaftlichen gierung ihren Vertretern vorgelegt hat, die Verhältnisse, die in ihren Auswirkungen am mei äußerst c, unüberschreitbare sten die Arbeiterschaft trifft. Es kann und darf Grenze, wenn die Einheit des Staates, die daher die Arbeiterschaft in ihrem eigenen Nuhe und die wirtschaftliche Entwicklung sicherge- Intereffe die verantwortungslofen Streitstellt werden sollen. aftionen nicht unterstützen, die nur einen politischen Grund haben. Diese Anträge, insoweit sie die praktische Gleichberechtigung der Staatsbürger, welche ohnedies durch die Staatsgrundsätze garantiert wird, erfüllen, find nur zu begrüße 1. Steigender Anteil am Welthandel Gutos licht Seite 7 schützt Kinderaugen! enoneD Kinderaugen brauchen besonders gutes Licht, Licht, das nicht blendet. Innenmattierte OsramD- Lampen geben billiges Licht. Sie können also Ihren Kindern jetzt mehr Licht geben. and magnuit 19bö OSRAM D Verlangen Sie immer ausdrücklich die OSRAM D die Qualitätslampe von Welteuf Jene Anträge, welche jedoch in ihrer prakti Nach den Statistiken, die bisher über die schen Durchführung den wirtschaftlichen Zerfall Entwicklung des Welthandels im ersten Halbjahr Gruppe der Nahrungsmittel verzeichnet. Hier ganzen Monat hindurch verfolgt werden, verzeich und die soziale Reaktion bedeuten würden, find 1938 vorliegen, hat der Welthandel im Vergleich rar vor allem eine Verteuerung aller Fleisch- nen: Prag 696( 691), Brünn 667( 663), cntfchieben abzulehnen. Wir be- um Vorjahr einen Rückschlag erlitten. Die vom forten zu verzeichnen. Diese Verteuerung be- reßburg 688( 686), Pilfen 667( 672), Reigrüßen jene Vorkehrungen der Regierung, die zum Wölferbund geführte Welthandelsstatistit reicht nänt: bei Rindfleisch 3.4 Prozent, Schweinefleischchenberg 715( 708) und Mährisch- Oſtrau 677 Schuße des Lebens, des Vermögens und Arbeit vom Jänner bis Mai 1938. Sie bringt zugleich zwölf Prozent, Kalbfleisch 4.5 Prozent und bei( 680). der Mitbürger in jenen Gebieten ergriffen wurden, ie Ziffern über den Anteil, den die einzelnen Selchfleisch mehr als sechs Prozent. Infolgedesin welchen die Sudetendeutsche Partei einen rüd. Länder an der Welt- Ein- und Ausfuhr haben. fen zogen auch die Preise einiger Selchwaren und sichtslosen Terror durchführte. Saraus ergibt sich, daß vom Jänner bis Mai be- von Schweinefett an. 3u einer beträchtlichen Wir fordern die Regierung auf, konfedeutende Verschiebungen in dem Anteil der Län- reiserhöhung fam es außerdem noch bei Butter quent zu bleiben und durch entschiedene, wenn der stattgefunden haben. Es betrug der Anteil( um elf Prozent) und bei Eiern( um 18 Proauch außerordentliche Maßnahmen den Schuh an der zent). Die angeführten Verteuerungen wurden der Bürger gegen den politi icdoch zum großen Teil durch die saisonmäßige ichen und wirtschaftlichen Ter Berbilligung der Kartoffeln( um zwölf Prozent) ror ficherzustellen. Insbesonders veraller Gemiscarten( um 10 bis 30 Prozent) und von Aepfeln( um 17 Prozent) ausgeglichen. langen wir, daß dringende wirtschaftliche Vorkeh- Tschechoslowafci rungen in der Richtung getroffen werden, daß Deutschland Arbeit und Beschäftigung garan Schweiz tiert werden. Durch geeignete Kreditope= Pelgien rationen, eventuell durch eine Staats. Frankreich Welteinfuhr Weltausfuhr in Prozent Jänn. Mai Jänn. Mai 1.17 1.54 1.78 1.93 9.71 9.82 9.67 9.62 1.46 1.54 1.17 8.39 3.49 3.28 Unbeschränkter Autofrachtverkehr für einen Monat Das Eisenbahnministerium hat sich entschlossen, den Autofrachtverkehr für eine vorübergehende Zeit, vorerst für einen Monat völlig freizugeben und zwar sowohl für den gewerbsmäßigen als auch für den nicht gewerbsmäßigen Frachtenverfehr. Die Beschränkungen aus den sogenannten AutoIm Gruppeninder der Ernährung äußerten flauseln fallen weg, ebenso die Beschränkungen aus 1.33 ich diese Preisverschiebungen bei der Arbeiter dem sogenannten Autoabkommen zwischen der 3.26 familie durch eine Erhöhung um 0.7 Prozent und Eisenbahn und den Autoverfrachtern auf Grund6.46 5.84 4.39 3.65 bei der Beamtenfamilie um 1.6 Prozent. Die Tage des Gesetzes über die Verfrachtung auf Autoanleihe, find Mittel zu zu beschaffen, um plan. Grbritannien 19.94 15.18 11.07 14.16( leſamtindizes der eben hat gut( Bahlen in mäßig die Unterſtützung des Wirtschaftslebens und Bereinigte Staaten 8.14 7.65 15.37 14.16 D. 3. betragen im mit Juli( Bahlen in sprechende Anweisungen bereits erhalten.- Der fahrzeugen. Die Eisenbahndienſtſtellen haben entWiederaufrichtung der Betriebe Die Tschechoslowakei hat demnach nach der der Klammer): Bei der Arbeiterfamilie in einer Grund für diese Maßnahme besteht in dem erhöhund Befchaffung von Arbeit be- vem Völkerbund geführten Welthandels- Statistik geſchüßten Wohnung 691( 689), in einer Weh- ten Bedarf an Lastfahrzeugen. sonders in jenen Gebieten und Industrien zu un im Mai 1938 ihren Anteil am Welthandel im rung ohne Mieterschuß 776( 773); gewogener terstützen, welche eine stärkere Arbeitslosigteit ausweisen. Entschieden müssen auch die Negierung und die Gemeinden der unberech tigten Vertenerung von Lebensmitteln entgegentreten, welche fich gewiffenlose Menschen zu schulden kommen lassen. Gegen die gewissenlose und unbegründete Vertenerung ist als gegen Hochverrat einzuschreiten. Die Versorgung der Bevölkerung durch Lebensmittel ist durch ge cignete wirtschaftliche Maßnahmen in Angriff zu nehmen, nach dem Plan, welcher im Einverneh men mit den zentralen Wirtschaftstorporationen vorzubereiten und durchzuführen ist. Gegen die Streikhetze der SdP Verantwortungslose Elemente, die durch die SdP verführt wurden, in ihrer Aktion fortseßend. beunruhigen die Arbeit in den Betrieben, ja for= dern in manchen Orten und Unternehmungen zum Streit auf. Der Deutsche Gewerkschaftsbund in Neichenberg hat seine Mitglieder bereits aufgefordert, sich an diesen Aftionen nicht zu beteiligen, da sie sowohl gegen den Stant, als auch gegen die Lebensinteref= fen der Arbeiter und Angestellten gerichtet sind. Die Gemeinsame Landeszentrale Odborové sbruženi československé, erhebt die gleiche Warnung und fordert nicht nur die deutsche, sondern auch die tschechische Arbeiterfchaft in gemischtsprochigen Gebieten auf, sich entschieden gegen die verantwortungslosen Aktionen zu stellen, die eventuell die Anhänge der dp organisieren. Es liegt im 100 ungarische Bengö 100 Schweizer Franken ΚΕ VIM VIM putzt alles Feines und Grobes Keine Sorge weiBen und farbigen Lackanstrich putzt VIM völlig schonend. Dabei bleibt auch nicht die geringste Schmutzspur zurück. VIM enthält Seife deshalb löst VIM auch den größten Schmutz und hinterläßt dabei niemals Schrammen oder Kratzer. Weldie Vorräte hat Deutschland? In der„ Hospodářská Politika" heißt es darüber: In Nürnberg hat Ministerpräsident Göring auseinandergesetzt, daß Deutschland in das neue Erntejahr mit großen Vorräten geht, so daß es für Jahre der Ernährungssorge entheben ist. Diese Behauptung ist beträchtlich übertrieben. Der Vierjahresplan hat die Einfuhr von wichtigen Rohstoffen nicht überflüssig gemacht Weder Metalle, noch Holz, noch Leder können bisber ersetzt werden, außer in einigen Teilgebieten. Mein Rohstoff wurde unentbehrlich, im Gegenteil. Die emporgepeitschte Ersaßindustrie, die gesteiacrte Rüstung mit der großen Materialabnügung. der erhöhte Verbrauch von Brennstoffen, Transportmitteln usw. trieb den Verbrauch wichtiger Nobstoffe auf eine solche Höhe, daß es heute notwendiger ist. trok der erhöhten Produktion mehr Eisenerze, Metalle, Benzin und Kautschuk einzuführen als vor dem Vierjahrplan. Soweit es sich um die Sicherung der Errährung handelt ist es richtig, daß nach den amtlichen Angaben das Reich in das neue Erntejahi mit ungefähr einer Million Tonnen Getreide eht. Diese Million Tonnen Getreide ist der Rest auch Lackanstriche! er aufäßlichen Getreideeinfuhr, die im laufenden Jahr ungefähr vier Millionen Tonnen betrug und Sic vollzogen werden mußte trotz des Devisenmangels, weil die Ernte des vergangenen Jahres Vergleich zum Jänner. 1938 nicht unwesentlich| Surchschnitt 750( 748). Bei der Beamtenfami- ungenügend war.. Eine Million Tonnen ent erhöhen können. Bei der Welteinfuhr ist der An- lte 754( 750). spricht dem Getreidebedarf des Reiches für zwei tcil von 1.17 auf 1.54 gestiegen, bei der WeltDer Nahrungsmittelinder, für Wochen. Die heurige Ernte ist sehr gut. Ihre ausfuhr von 1.78 auf 1.93. Es ist besonders be- den Turchschnitt des ganzen Staates in der mitt- zahlenmäßige Schäßung in Deutschland ist bisher achtlich, daß der Anteil der Tschechoslowakei an leren Woche des August ist gegenüber dem Vor- nicht bekannt. Wenn sie in gleicher Höhe anneder Weltausfuhr im Mai 1938 sogar höher war monat von 724 auf 715, d. i. um 1.2 Prozent rommen werden würde wie die Rekordernte im cls im Jahre 1929, das den bisher günstigsten gesunken. Im Durchschnitt des ganzen Staa ahre 1933 und wenn mit einer nur um fechs Außenhandelsstand für die Tschechoslowakei ge- tes äußerte sich zwar ebenfalls eine Berteuerung wir zu einem Quantum von ungefähr 24 503.- bracht hatte. Damals betrug ihr Anteil an der aller leischforten, Selch waren, Fett, det berringerten Anbaufläche gerechnet wird, Weltausfuhr 1.84 Prozent. Auffällig ist, daß Butter und Eiern wie in Prag, doch ist hier Millionen Zonnen. Das wäre eine Ernte, die nahezu alle anderen aufgeführten Staaten einen die Erhöhung der Preise nicht so intensiv, da die den beschränkten Verbrauch decken fönnte, aber Rüdgang ihres Anteils an der Welteinfuhr und Teuerungswelle bisher die Slowakei und Kar- teine Lockerung der Skonsumbeschränkungen zus -Ausfuhr zu verzeichnen haben. vathorußland noch nicht erreicht hat. Die faisons ließe. In das Erntejahr 1939 würde allerdings mäßige Verbilligung von Kartoffeln, Gemüse und fein Ueberschuß hinübergeleitet werden. Von Obst ist jedoch stellenweise noch stärker als in Prag, einer Verbrauchsdeckung für Jahre kann man also so daß die Verbilligung die Verteuerung über nicht gut reden. Diese Berechnung nimmt freis freigt. lich feine Rücksicht auf Desterreich, das immer In den einzelnen Ländern beträgt der Nah- einen jährlichen Einfuhrsbedarf von einer Milrungsmittelinder im August( Bablen in der Klam lien Tonnen hatte und das ihn auch bei der hens mer): In Böhmen 724( 780), in Mähren und rigen guter Ernte haben wird. Es ist also notSchlesien 700( 709), in der Slowakei 719( 787) wendig, die Behauptung von der Sicherung der und in Karpathorußland 771( 794). Was die deutschen Ernährung auf Jahre hinaus mit Negroßen Städte anbelangt, in denen die Preise den serve aufzunehmen. Man erhält für 100 Meichsmart. Markmünzen 755.100 rumänische Lei. 100 polnische Bloth 17.60 553.50 578.50 666.100 franzöfifche Francs 80.45 1 englisches Pfund 143.1 amerikanischer Dollar 100 italienische Lire 100 holländische Gulden 29.134.40 1587. 64.80 100 Belgas 491.1 100 dänische Kronen 633.100 schwedische Kronen 733.100 ingoflawische Dinare. Index der Lebenshaltungskosten Der vom Statistischen Staatsamte nach dem Stande der mittleren Woche des Monates August ermittelte Inder der Lebenshaltungs testen in Prag hat sich gegenüber dem Vormonat mäßig erhöht, und zwar bei der Arbeiter familie um 0.3 Prozent und bei der Beamten familie um 0.5 Prozent. Preisverschiebungen wurden in dem erwähren Beitraum nur in der Scite 8 Prager Zeitung Sozialdemokrat“ Dienstag, 20. September 1938. Mr. 221 Spielplan ber Kleinen Bühne. Dienstag, 20.00: Doppel antrat und ob die vom DNB verbreitete Dreißig Sekunden Liebe". Mitwoch, 20.00: So Nachricht bezüglich seiner tschechoslowakischen Staatss Donners 20.00: Dreißig burgerſchaft der Wahrheit entſpredje. tel Sylvia Dumn". Sekunden Liebe". Mittwoch, 20.00:..otel Sylvia Dunn". Donnerstag, 20.00: Dreißia Sefunden Liebe". Freitag, 20.00:..litterwochen". Samstag. 20.00: Dreikia Sekunden Sonntag, 20.00:.. Was Jhr wollt." Genossen, Genossinnen! Gefangstmitler vor und erntete hier auch mit Recht Biebe Tausende unserer deutschen Genossen und Genoffinnen aus den Grenzgebieten mußten ab und Gut, Heimat und Haus verlassen, weil sie an Leib und Leben bedroht waren. Die Stadt Prag gab ihnen ein Dach über den Kopf und sorgte für ihre Ernährung. Viele der Menschen, Männer und Frauen, Kinder und Ju gendliche, entflohen ihrer Heimat, ohne fich auch nur mit dem Notdürftigsten an Kleidung und Wäsche versehen zu können. Unsere Pflicht ist es, ihnen Hilfe angebeihen zu lassen. Genossen und Genoffinnen, bringt fofort, was Ihr an warmer Kleidung, Wäsche, Schuhen und Strümpfen für Erwachsene und Kin der entbehren könnt. Reiner schließe sich aus, jeder beweise seine Solidarität! Reiner vereinbare es mit seinem Gewiffen, daß in seiner Nähe deutsche Männer und Frauen, Kinder unserer Klassengenossen nicht genügend bekleidet find, frieren müssen. Nur einwandfreie Kleidungsstücke über nimmt: Arbeiterfürsorge, Prag II., Fügnerovo náměstí. Helfet sofort, noch heute! Sonderzug zur Melnifer Weinlefe. Das Ausflugsreferat der Staatsbahnen veranstaltet am 28. September die traditionelle Fahrt zur Weinleie nach Melnik für 42 Kč inklusive Mittagessen. Dem Zug wird ein Tanzwagen angefoppelt werden. Anmeldungen und Informationen im Referat der Ansflugszüge der Staatsbahnen neben dem Wilsonbahnhof. Telephon 38835. Kunst und Wissen Luise Miller stürmischen Beifall. berr agen singt den Miller mit Noblesse und Kultur, Herr Gutmann mit gefunder großer Stimme den Wurm. Frau Kindermann bringt ihre lyrischen Stellen sehr ausdruds. schön, Fräulein Kut ban betreut eine fleine Vartie timmfiar und wortdeutlich. Gine arge Weblbefeßung in jeder Hinsicht Herr Andersen als Präsident. 2. G. Es gab viel Beifall. Komödie der Irrungen Der Film lush nel Eine sportfreie Zeit und ein abgesagtes Länderspiel, Das Wochenende und sein Sonntag besonders waren infolge des durch die Regierung verfügten Versammlungsverbotes fast völlig frei von sports lichen Veranstaltungen. In Prag sollte am Sonn tao ein Fußballänderfampf Tschechoslowakei- Ungarn stattfinden, der aber infolge einer Verfügung nu tinc u.19 ungarischen Staatsbehörden nicht abgehalten werden TENSIOTION Die silberne Wolke fonnte. Die ungarische Mannschaft, die sich schon am Samstag auf tschechoslowakischem Boden befand, ist ein stvar gemütvoller, aber nicht gerade kunstraußte in Böhm.- Trübau auf Geheiß eines Beamten voller tschechischer Film, der im Studentenmilieu ter Prager ungarischen Gesandtschaft den Zug nach spielt und mit dem Erscheinen einer jungen, ihrem Brag verlassen und sofort wieder nach Budapest zu Als erste Neuinszenierung in dem Shakespeare, geliebten Manne entlaufenen Frau zur Tragödie rüdtehren. Der Schiedsrichter, ein Italiener, taur hin geführt wird, die mit dem Mordanschlag und Sonntag vormittags in Prag an vergeblich: es Zyklus, der mit„ vamlet" und" Maß für Maß" Selbstmord der eifersüchtigen Freundin eines in die gab nichts zu schiedsrichtern! Trotzdem gab es 1500 ( hier zweierlei Maß" genannt) eingeleitet wurde. entlaufene Frau verliebten Studenten ihren Höhenentwegte, die zum Spartaplate pilgerten, um erschien am Sonntag in der„ Kleinen Bühne" die punkt erreicht. Was dann folgt, ist ein Wechsel von enttäuscht zu vernehmen, daß das geplante LänderKomödie der Irrungen", die ein in fast allen tübriamen, fomischen und idyllischen Szenen, die sich spiel abgesagt war und das abgehaltene Jugendspiel Shakespeareschen Lustspielen wiederkehrendes Motiv, fchließlich in einem happy end auflöſen, bei dem fich stischen GSK Preßburg und CSK Uzhorob fahon zu die Verwechslung verwandter( oder verwandelter) Tochter und Vater versöhnen, die Liebenden nach Ende fei. Die Presburger getvannen 5: 3( 0: 3) Personen in ihrer einfachsten Form zum Duell der ter glüdlichen Operation des fast erblindeten Ge- bor 42 Zuschauern. Heiterfeit macht. Zwei Zwillingsherren mit alvei liebten finden und noch einmal die Melodie von In den deutschen Gebieten wie auch in den Symbol der Lietichechischen fanden teine Sportveranstaltungen Zwillingsdienern, die so wenig voneinander zu unter der filbernen scheiden sind, daß zwei Schwestern und eine Dienerin bessehnsucht, bent einst, als die statt. Nur in Mähren und in der Slowakei wurden dieser Männer wegen in ergöglichste Verwirrung ge- fremde Frau erschien, in einem Gemälde fefthielt. mit Bewilligung der Behörden einige Fußballspiele raten, dazu zwei Kaufleute, die in Streit geraten, Der Regiffeur Genet Sie gl. der bisher nur als curdgeführt. weil ihr geschäftliches Mißtrauen durch den mit sich Schauspieler bekannt war, hat die allzu gefühlsselige, jcbit offenbar nicht identischen Kunden auf den in ihren tragischen und fomischen Zufvizungen zu Auslandsfußball. Agram: Agram gegen BuGipfel getrieben wird, und die Auseinanderschungen absichtliche Handlung liebevoll inszeniert, und man bapest 6: 1( 3: 0)." Dublin: Irland gegen zwischen den Dienern, die ihre Herren, und den Her- fann dem Film nachsagen, daß er wenigstens fein Schweiz 4: 0( 3: 0)! Oslo: Norwegen gegen ren, die ihre Diener verwechseln, es ist, als hätte gana plumber Kitsch geworden ist. Unter den Dar- Dänemark 1: 1( 1: 1).- Buremburg: Lugem sich Shakespeare hier das Schema feiner Komödien- ftellern machen sich Jiti Dohnal und Zita Kaburg gegen Schweiz 8 2: 1( 0: 0. Chemniß: handlungen geschrieben, das sich eng an das flassisch bátová als das leidvolle Liebespaar bemerkbar, Deutschland gegen Bolen 4: 1( 1: 0). antile Lustspiel hält, Wendungen, der Nebenrolle einer hilfreichen Bildhauerin fchaus ſchrieb. Aver mit wieviel geistreinen er Römer aber eigentlich erweist nur Selena Buschov& in -cisvicviel weltfroher Laune und nachdenklicher Philos spielerische Bedeutung." sophie und wieviel Schattierungen in der Charatteri fierung der Bwvillinge und der Schiveſtern und schließlich auch mit wieviel dichterischen Worten von Liebe und Treue und ihrem Gegenteil hat Shate. speare das Schema ausgeführt! Selbst die recht robuite Bearbeitung, die Hans Rothe der Komö die der Irrungen" auteil werden ließ. hat den pocti schen und psychologischen Reis des Wertes nicht zum Verschwinden gebracht und erweist sich im übrigen als geschidte Herausarbeitung der theatralisch wirksam ften Situationen des Stüdes. Urania- Kino Urania- Kinos leinA isbnenie Ungarische Premiere Lovagias ügy" Salamon, Ulfa- Woche. Nur drei Tage. 6, 49 Uhr. ( Ehrenaffaire) mit Kabos, Perezel, Maday, Gozon, Sport- Spiel- Körperpflege Fragezeichen ,, DFV". Das Prager Deutsche Theater Inüpft iezt durch Man könnie dasselbe von der Inszenierung die Ausgrabung der Luise Willer" in schöner Absicht an die insbesondere deutscherseits vor Jahren begonRenato Mordos in der Kleinen Bühne sagen, Am Sonntag fand in Prag eine Vorstandssitnene Renaissance außerhalb Italiens unbekannter wenn sie in ihrem Eifer nicht zuweit gegangen wäre. oder vergessener Verdi- Oper an. Es wird sich wohl Die Zusammenfassung der Szene auf einen ung des tschechischen Fußballverbandes( C) ſtatt. Diese Sigung befaßte sich hauptsächlich mit auch an diesem Falle erweisen, daß unsere Väter Schauplaz( zwiſchen Hafen und Haustoren) läßt dem DEV und nahm einstimmig den Antrag an, die und Großväter in gewissen künstlerischen Dingen sich. auch wenn sie die Vorgänge zuweilen unflar richtig urteilten und daß eine dauernde Bereicherung macht, rechtfertigen; anfedibarer aber ist die Koff als Staatsverband aufzufordern, eine außer des Spielplans auf solche Weise nicht zu erzielen ist. ſtimierung der Personen, die ja nur, wenn sie in ordentliche Tagung zur Bereinigung des Verhält antilen Gewändern( wie es auch Shakespeares it hiebei, daß der DFV, der vor einer Woche die niffes mit dem DFV einzuberufen. Von Interesse Auch durch Neubearbeitung fann das Libretto sumal vor den Augen des deutschen Bewunderers der Namensgebung andeutet) erschienen, die komödien Verhandlungen mit der Eja abbrach, nun selbst Stabale und Liebe" nach wie vor nur an den ganz hafte Doppelverwechslung wenigstens in die Näbe tas Verlangen nach Einberufung einer außer wenigen Stellen dieser Vertonung bestehen, an denen der Wahrscheinlichkeit bringen föunten. Ganz vers ordentlichen Tagung stellte! der Genius des damals 36jährigen Verdi über den fehlt aber ist es sveifellos. durch eine Rutschbahn, Durchschnittsgeist dieser typischen Auftragsoper ein Schwungseil und Kletter Einlagen dem Humor triumphierte. So hinreißend an der Persönlichkeit Shakespeares auf die Beine belfen zu wollen. Das Giuseppe Verdis auch das ist, daß er sich immer find leberflüssigkeiten, um nicht au jagen: Abern wieder gerade vom Feuergeist Friedrich Schillers heiten. inspirieren lies, so sicher ist es doch auch, daß nicht einmal im„ Don Carlos" der italienische Meister einen Höhepunkt erflomm, gar nicht zu reden von feinen Overifierungen der Räuber", des Fiesco" derungfrau" und eben auch der. Stabale und Liebe". Was will Roderich Menzel? Mit Roderich Menzel, dem deutschen Tennis spieler im tschechoslowakischen Tennissport, hat sich die, sportliche Deffentlichkeit schon des öfteren befaßt und in besonderem Maße in den letzten Wochen. Roderich Menzel, der anscheinend den Zenith feines könnens schon überschritten hat und deſſen Niederlagen immer von merkwürdigen Begleiterscheinungen umgeben sind und werden, besibi nun wohl den Ehrgeis. nicht nur auf sportlichem Gebiete bollends abzuwirtschaften. 1 Die Europameisterschaften in der Frauen- Leicht. athletik wurden in Wien ausgetragen. Im Hochferung wurde der Weltrekorb durch die Nazisportlerin Ratjen auf 1.70 Meter verbessert. Der Besuch war am Samstag dürftig und deshalb wur diundfunk fowie in Zeitungen aufgefordert, diese den am Sonntag alle Fußballspiele verboten und im Veranstaltung im Stadion zu besuchen. An den Meisterschaften nahmen 14 Nationen teil, nachdem Frankreich und Jugoslawien ihre Teilnahme abge sagt. Tschechoslowakische Sportlerinnen waren ebenfalls nicht am Start. Die wichtigsten Ergebnisse: 80 Meter Hürden: Testoni( Italien) 11.6 Set.; 100 Meter: Walasiewicz( Polen) 11.9 Gef.; 200 Wieter: Walafiewica 28.8 Set.; 4 × 100 Meter: Deutschland 46.8 Sef.; Hochsprung: Ratjen( Deutschland) 1.70 Meter( Weltrekord); Weitsprung: Pract( Deutschland) 5.88 Meter; Distus: Mauermaher( Deutschland) 44.80 Meter; Speer: Gelius Deutſchland) 45.58 Meter; Kugel: Schröder Deutschland) 18.29 meter. Mitteilungen aus dem Leserkreis Vertrauen auf den ersten Blid. Die Glühlampe ist eine Maschine, die die aufgenommene elektrische Leistung in Lichtleistung umformt. Das Verhältnis zwischen diesen beiden Posten zeigt uns an, ob diese kleine Maſchine auch w i'r i ſch af t I ich arbeitet, und zwar sind die Glühlampen am wirtschaftlichsten, die für eine bestimmte Lichts Die Darsteller waren es, die Shakespeare bei leistung den garantiert geringe alledem zu seinem Recht verbalfen. List Ma chei ften Wattberbrauch haben. Früher war ner und die diesmal sehr natürlich wirkende Inge jedoch auf den Glühlampen nur ihr Verbrauch in Wa e r n gaben den beiden Schwestern lebendige und Watt aufgestempelt, nicht aber die Lichtleistung. Der herslide Seiterfeit und den wißigen und anmutigen Lichtverbraucher mußte es also auf Treu und GlauKlang ibrer erregten und verliebten Reden. Walter Das Textbuch der Quise Miller" entfleidet den Taub und Karl Padlesal( in Mohrenmasten) ben hinnehmen, wenn ihm der Verkäufer die LichtleiSchillerfchen Stoff völlig des revolutionären inter- pflanzten ein föstliches Dienerpaar auf, und bestung einer bestimmten Glühlampe nannte. Hierfür grundes und der Staatsaltion; von Schillers hin- sonders Taub brachte Charafter und Philosophie sei- Am Samstag verbreitete das DNB die Mitteis gibt es ein internationales Maß, das ,, Lumen", das reißendem Schwung der Handlung und der Sprache nes phlegmatischen, rebellischen und genießerischen lung, daß der bei einem Tennisturnier in Meran Behnfache eines Lumen beißt ,, Dekalumen". Dieses if feine Spur vorbanden und nur im legten Bild Dromio bezwingend zum Vorschein. In fleineren mitwirkende Roderich Menzel fich geweigert habe. Maß wird jekt auf dem Stolben jeber Osram- D der Over fommt die unsterbliche Größe der Dichtung Rollen taten sich Vilma Kürer und Lotbar mit Cejnar das Doppel zu bestreiten. Ferner foll Lampe neben dem Wattverbrauch mitangegeben. Auf zu fongenialem Ausdrud. Im übrigen dominieren Newalt hervor. Von dem Darsteller der eigent Menzel nach der gleichen Quelle erklärt haben, daß den ersten Blid ersicht der Käufer von Osram- DBerniedlichungen und Schablonenhaftes. Es ist nichtlichen Hauptrolle, Sanz Joachim Arendt, läst fic er endt mehr die Farben der Tichele herr Lampen nunmehr die gebotene Lichtleistung und da der Mühe wert, im einzelnen feitaustellen, wie wel- freilich nur sagen, daß er in seiner sprachlich und treten fönne, da er sich nicht mehr als Angehöriger mit die Wirtschaftlichkeit der von ihm gewählten teniveit der Librettist Cammarano sich von Schiller mimisch noch feineswegs reifen Art auf au erponier- diefes Staates fühle". entfernte, tem Plake stand und daß der fleinere" vil- Die ELTA als Staatsverband hat sich Sonn- Lampengröße. Wer innenmattierte Osram- D- LamVerdis Mujit enthält viel Konventionelles, in- ling, den Schi ihm über tag telegraphisch an den in Meran weilenden Men- pen kauft, kann das Vertrauen haben, gutes und bilnerlich unempfundenes. Unbedeutendes oder höchstens legen war. rntrans brachte die ael gewandt, bekanntzugeben, warum er nicht im Tiges Licht zu erhalten. DNettes; Gelegenheitswerf innerhalb einer langen Dienerinnenrolle nicht an der Seiterkeit. die mög Depressionsperiode in Verdis Schaffen, allerdings lich gewesen wäre. Und Arnold Marlé spielte aber doch an genug zahlreichen Stellen bereits die feinen Goldschmied zwar ausgezeichnet, sprach ton nahe Wende anfündigend, die der Rigoletto" be aber nicht ebenso. deutete. Er und noch späterer Verdi fündigen sich melodisch an. Von innerer Bartheit ist das Quartett. boll dramatischer Leidenschaft das erite große Ensemble, prachtvolle Stimmung trägt das Duett schr ermunternd.bu Amalia- Ferdinand, hinreißend die große Tenor- Arie, grandios das Schluß- Terzett, durch das wahrhaftig bie innere Gewalt der von Schiller geschauten Sterbefzene noch erhöht wird. Der Gesamteindrud der Aufführung war trok der bemerkten Mängel erfreulich. Der Beifall war in Anbetracht des leider schwachen Befuches - eis. Was Fische können Na, wohl nichts Besonderes, werden viele denken, schwimmen und fressen, sonst nichts. Fische können aber viel, viel mehr! Kämpfer unter den Fischen sind zahlreich. aber es gibt einen Fisch, der Kämpfe aufführt, Jaroslav Kvapil fiebzig Jahre alt. Jaroslab über. deren Ausgang Wetten abgeschlossen werKvavil gehört zu den Gründern der modernen den. Es ist dies der fiamefische Bitterfisch, der Die Wirkung der Prager Aufführung darf, was auf politischem Gebiet, wo er große Attionen au gwitterfische werden paarweise in gläserne Aquatschechischen Theaterkunst. Er ist aber nicht fremd den Eingeborenen zur Unterhaltung dient. Die den lezzien Teil der Oper anlangt, als start bezeich= organisieren verstand und net werden. Nachhaltig wird sie nicht sein. Rühmens Krieges hervorgetan hat. Seine Theatertätigkeit been untergebracht, die Zuschauer schließen Weterſtand und ſich ſchon während des wert ist die Leistung Kapellmeister Zweigs, der das muſikaliſche Bild rein und schön entſtehen lich. Theater abgewandt. Sein siebzigster Geburtstag veifampf lann beginnen. Die Tiere stürzen mit gann im Jahre 1900 und er hat sich seither nie dem ten auf das Männchen oder Weibchen ab und der für eine tadellose Einstudierung gesorgt hatte und wurde mit der Neuaufführung seines Schauspiels einer Wut und Verbissenheit aufeinander und die Steigerungen überzeugend zum Ausdruck brachte. Leider waren ihm nicht durchwegs vollwertige Sän-| Begangen. Dem heutigen Zuschauer imponiert dieses Die Wolfen" vom Ständetheater Samstag feierlich balgen sich, daß das Wasser hoch aufspritzt. ger zur Verfügung gestellt. Frau Iftimiades Wert durch den inneren Aufbau, mit welchem Kvapil vor allem rechtfertigte nur wenig, daß die Bartje feinerzeit schöpferiſch in die tschechische dramatiſche der Luiſe der Oper den Namen aab; zwar ſpricht Stimit eingegriffen hatte. Die Tragödie aber, die ihre Stimme in der ruhigen Santilene angenehm sich da ſonſt vollzieht, ist aber uns modernen Men und in der Führung der Ensembles dramatisch an; schen schon fremd. Was waren das für idyllische aber die Unfertigkeit im Gesangstünstlerischen ist doch zu sinnfällig; außerdem kommt dieſe Luise darſtellerisch nicht einmal in die Nähe ihrer Aufaabe, Wiederum entsteht hier der Eindruck, daß der Res giffeur( chra mm) insbesondere bei jungen, führungsbedürftigen Künſtlern versagt. Seine Infzenie rung haftet am Aeußerlichen und auch da nicht immer schön. Zu Beginn des letzten Bildes beispiels weise sitt Luise mit dem Rüden sowohl zu den Freundinnen als auch zum Publikum oder hanDer Fisch als Fischer Vor einiger Zeit wurde ein sonderbarer Fisch entdeckt, auf den der Name, den er erhielt, vortrefflich pakt. Es ist der„ Anglerfisch", der seine Beute auf die gleiche Art angelt, wie es die Fischer 49 herrschenden Dunkel ein sehr brauchbares Lod= mittel abgibt. Fische als Landstreicher Nicht alle Fische leben ausschließlich im Wasser. Der fleine Schlammhüpfer im westlichen Stillen Ozean scheint sogar den Aufenthalt auf trockenem Boden vorzuziehen. Wenn er bei seinen Spazier cängen am Ufer von der Flut überrascht wird, lettert er auf Steine, Wurzeln oder Baumstämme, um nur nicht naß zu werden. einen besonders entwickelten Flossen und Siemens. Der ägyptische Lauffisch unternimmt auf festgestellt, daß dieser Fisch in ztvei Morgenstunplatten lange Wanderungen über Land. Man hat den fünf Kilometer zurückgelegt hat. Der Kletterbarsch in Indien nimmt sich bei feinen Wanderungen über Land sogar einen Wass nes Störpers unterbringt. fervorrat mit, den er in besonderen Behältern seiMusikanten An der Küste Ceylons hört man in stillen Gie fonnte, ob ein verliebter Junge laut dem Wunsche fadenförmigen Ausstülpung seiner Kopfhaut, an fommen vom mufizierenden Schalfisch. Nicht nur Zeiten, als sich die Tragit des Lebens darum drehen zu tun gewohnt sind. Mit Hilfe einer langen Nächten Teiſe Sqrfentöne aus dem Meer. feiner Mutter Geistlicher werden oder ob er fein deren Ende sich ein hautartiger Köder" befindet. dieser, sondern noch eine ganze Reihe anderer Liebchen heiraten soll! Der Jubilant wurde stürmisch vor den Vorhang gerufen und mit Blumen be- odt er fleine Fische an. Sobald sie ihm auf den Fische bringen wunderliche Töne hervor. schenkt, denn es wurde hier die ganze fünstlerische Möder" gehen, fängt er sie sich. Aufbewahren Tätigkeit und menschliche Fähigkeit eines reich be- tann er sie allerdings nicht, so schlingt er sie sogabten Menschen gefeiert. fort hinab. Ter Anglerfisch fängt aber nicht nur Fische. Manchmal gelingt es ihm, mit seinem Möber" Kleine am Wasser lebende Vögel zu fanqen, manchmal fängt er sogar Wildenten. Eine Abart des Anglerfisches, die im tiefsten natürlich auch keinen Kehlkopf haben, durch abDiese Geräusche werden von den Fischen, die Szean lebt, hat an Stelle des hautartigen wechselndes Spannen und Lodern der Wände Stöbers" einen Leuchtkörper, der in dem dort ihrer Schwimmblase hervorgebracht. mg. Spielplan des Deutschen Theaters. Dienstag: 20: delte es sich, Herr Regisseur, um vorschriftsmäßigen..Banditen". Mittwoch, 19.30: Die Kamelien Verzicht auf Manieren? Einen außerordentlich anten dame". Donnerstag, 19.00:..Don Carlos". Abend, stimmlich, gefanglich und darstellerisch hatte Freitag, 19.80: Chrano bon Bergerac". Sams Herr Baum( Ferdinand); seine große Arie trug tag, 19.00: Don Carlos". Sonntag, 19.30: er in geradezu bewunderungswertem Stil allererster..Jenufa"( Janáček- estivals). wässern lebt, stößt im Augenblick der Gefahr einen Der Schleimfisch, der in den tropischen Gewirklichen Schrei aus. Der Sägebarsch brummt stundenlang eintötig durch die Nacht und der Nestfisch singt qurrend und quatend sein Lied. Beaugsbedingungen: Bet Ruitelluna insaus oder bei Beaua durch die Boft monatlich Ke 17. vierteljährig Kč 51- halbjährig Kč 102. aanziäbria Kč 204 Tarif billigit berechnet. Nüditelluna von Vianuskripten erfolgt nur bei Einiendung der Retourmi irfen. Die Zeitungsfrankatur wurde von der Boit u Teleoronhendirektion mit Erlak Nr. 13.800. VII/ 1930 Inierate werden lai bewilligt( Stontrollpostanu Braba 25. Druderei: Drbis". Drud. Berlaase u. Beitunas.... Saa