Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme bes Montag täglich früh/ Einzelpreis 75 Heller Rebaltion u. Berwaltung: Brag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantw. Rebatteur i. B.: Zdenko Neuwirth, Prag 18. Jahrgang Dienstag, 27. September 1938 Verordnungen nach dem Staatsverteidigungsgesetz: Oberste Wirtschaftsbehörde Arbeitspflicht Die tschechoslowakische Mobilisierung erfolgte auf Rat der Westmächte Offene Kriegsdrohung Nr. 227 Daladier, Bonnet und Gamelin erneut in London/ Chamberlains Sondergesandter Wilson bei Hitler Telegramme Roosevelts an die unmittelbar Beteiligten C'e Zwelmächte- Konferenz London. Seit Samstag hielten die Rabinette von Paris und London fast ohne Unterbrechung Beratungen ab. Auf Wunsch der englischen Regierung trafen Sonntag Daladier und Bonnet| London. Die beiden letzten Tage standen im Zeichen von politischen Ereignissen, von wel chen sonst ein jedes für sich ausschließliches Recht auf Beachtung hätte fordern können. Zum zwei tenmal binnen kurzer Frist wurden der französische Ministerpräsident Daladier und Außenminister Bonnet von der englischen Regierung nach London geladen. Die Bedeutung dieses Besuches wurden dann durch die plötzliche telephonische Berufung des französischen Generalstabschefs Gamein London ein, nachdem vorher eine Regierungsmarzu den Beratungen in deutlicher Weise unterſtrichen. Geitern erfolgte dann die ebenso unerberatung in Paris den beiden Ministern feste Richtlinien gegeben hatte. Montag früh flog auch der Chef des französischen Generalstabs General Gamelin nach London, wo er zu den Beratungen in Downing Street zugezogen wurde. Gamelin hatte anschließend eine Besprechung mit dem britischen Minister für die Koordinierung der Verteifuch Daladiers und Bonnets spricht von voller Nebereinstimmung zwischen beiden Regierungen. Die beiden französischen Minister verlicken London Montag mittags. bigung. Das amtliche Rommuniqué über den BeGeneral Gamelin blieb in London und hatte gestern nachmittags eine längere Unterredung mit hem Chef des britischen Generalstabes Gort. Nachher hielt er eine Beratung mit den militärischen Fachmännern der franzöſiſchen Botschaft ab. Erſt dann ist Gamelin nach Paris gestartet. wartete Entfendung des Sonderbeauftragten Chamberlains, Sir Horace Wilson, zu Hitler und schließlich der Appell Roosevelts an die europäischen Staatsmänner, durch welchen sich die Vereinigten Staaten im kritischesten Augenblick in die europäische Politik eingeschaltet haben. Appell Roosevelts an alle Staaten Kein Volk könnte den Folgen einer Weltkatastrophe entgehen Washington.( Reuter.) Präsident, die amtlichen Stellen die Lage als so ernst anRoosevelt sandte an Reichskanzler Hitler, Präfi- sehen, daß der Präsident die Absendung dieses denten Dr. Beneš, Ministerpräsidenten Daladier Fricbensappells nicht mehr länger aufschieben und Premierminister Chamberlain cin Tele- konnte. gramm im Umfange von 500 Worten. In diefem Telegramm wird u. a. gefagt: Im Namen der: 130 Millionen Menschen in Menschheit willen bitte ich Sie ernstlich, die # Frankreich erinnert an den Kellogg- Pakt Washington.( Havas.) Die Antworten Frankreichs und Großbritanniens auf die Botschaft des Präsidenten Roosevelt sind bereits in Washington eingegangen. Prag. Hitlers Rede im Berliner Sportpalast brachte nicht die schon für heute erwartete endgül tige Entscheidung, aber sie seßte einen Ter min fest. bis zu dem die Tschechoslowakei die neuen Forderungen Hitlers zu erfüllen hat, widri genfalls! Was dann geschehen wird, ist auch nicht mit eindeutiger Klarheit gesagt worden, aber hitler ließ doch erkennen, es wurde drohend genug zu verstehen gegeben, daß Deutschland sich die beanspruchten Gebiete wird holen wollen. Hitler hat sich in der Besprechung des Godesberger Memo randums geradezu als nachgiebiger Friedens freund ausgespielt, hat so getan, als sei dieses Memorandum, das die ganze Welt in Erregung ge trieben hat, eigentlich nur Durchführungsbestim mung der Berchtesgadener Vereinbarungen. Ein für die in der Rede mit neuen Verhöhnungen fu d. Die heftigen Drohungen aber, mit denen die Rede gespidt war, die Berufung auf Deutschlands einzigartige Rüstung, soll nochmals die bei den demokratischen Großmächte unter stärtſten Vereinigten Staaten wird um der ganzen Drud ſegen, sie sollen Einschüchterungsversuch, Berhandlungen um eine friebliche, faire Preſſionsmittel scheweren Stalibers ſein. Auf das und konstruktive Beilegung der strittigen Fra englische Unterhaus soll dadurch eingewirft wer Dazu teilt die Agentur Havas mit: Die An- gen nicht abzubrechen. In allem Ernst den, es soll, wenn es am Mittwoch zusammentritt, wefenheit General Gamelins bei den Beratungen wiederhole ich, daß, solange Verhandlingen mei- Die französische Regierung fandte folgende ganz unter dem Eindrucke der deutschen Drohungenügt, um die Bedeutung der Besprechungen her- ter gehen, Differenzen beigelegt werden fönnen. Antwort: Ihr eindrucksvoller Appell erreicht mich gen stehen. vorzuheben. Es scheint die Annahme logisch zu sein. Sobald cumal Berhandlungen abgebrochen in London gerade in dem Augenblick, in dem Hitler versuchte, indem er beteuerte, nur die daß Chamberlain und Daladier in erster Linie die werden, schwindet die Vernunft und es kommt die Franfreich in enger Zusammenarbeit mit England Lösung des judetendeutschen Problems zu wollen diplomatische Seite des Problems geprüft haben, Gewalt zu Worte. Und Gewalt bedeutet keine die höchsten Anstrengungen macht, irgendeine allerdings auf seine Art, in der von ihm bedie durch die deutschen Forderungen gegenüber der Lösung für die Zukunft, für das Wohl und die Möglichkeit der freundschaftlichen Beilegung des stimmten Form, in dem von ihm festgesetzten IlmTschechoslowakei entstanden ist. Zu dem drakoni- Monschlichkeit. Das Telegramm schildert dann Skonfliktes zu retten, der den Frieden bedroht. Ve- fange in Frankreich und England die Vorstelschen Charakter der deutschen Forderungen konnten das furchtbare Bild eines Krieges, der das Le- fondere Bedeutung messe ich dem Umstand bei, daß lung zu erwecken, daß in Europa endgülitg Ruhe die führenden Londoner und Pariser Faktoren nur bon von Millionen Männern und Frauen in unter ihrer hohen moralischen Autorität so feier sein werde, wenn man Hitler in Mitteleuropa freic ihre vorbehalt lofe Nicht zu ſt im- iedem Lande fordert und den Zusammenbruch der lich die Ergebenheit des gesamten amerikanischen Hand laſſe. Hitler hat die Welt vor ein fermung aussprechen. Die Forderungen werden gesellschaftlichen Ordnung bewirkt. Volkes für die Grundsäße in Erinnerung gebracht wiegendes Entweder oder geauch von der öffentlichen Meinung der beiden Län Das amerikanische Volt, fährt das Tele- wird, die von allen Signataren des Kellogg stellt. Entweder sie läßt ihn gewähren, sie fügt sich der für unaunehmbar gehalten. Es ist demnach gramm Roosevelts fort, ist sich auch der Tatsache Pattes anerkannt und öffentlich besiegelt wur- icinen neuen Forderungen und weicht vor seinen offensichtlich, daß die britische Regierung auf ihrem bewußt, daß ein Volt den Folgen den. Getreu diesen Verpflichtungen werden wir neuen, wilden Drohungen zurück, dann sichert sie Standpunkt beharrt, den fie bereits eingenommen einer derartigen Weltkata auch weiterhin mit einem Eifer, dem keine Schwie für eine zwar nicht genau feststellbare, aber keineshat, als sie die deutschen Forderungen Prag über strophe entgehen könnte. Wir sind rigkeit den Mut rauben wird, irgendeine Proze wegs lange Zeit den Friedenauf Kosten der reichte. Es ist sicher, daß Großbritannien Deutsch- der Ueberzeugung, daß kein Problem so schwierig dur suchen, bei welcher eine Formel der Einigung Cristenzfähigkeit und tatsächlichen Unabhängigkeit land Widerstand leisten will, wenn der deutsche ist, daß es nicht cher auf dem Wege der Ver- mit der Würde und den Lebens der Tschechoslowakei, und rettet den Frieden, indem Blan die Freiheiten des tschechischen Volkes ver- nunft. als durch rohe Gewalt gelöst werben interessen der Parteien vereinbart ist, um sie Hitler zum Herrn Mitteleuropas und bald auch nichten oder einen Teil seines Gebietes gewaltsam könnte. Südosteuropas werden läßt. Oder sie erkennt, daß annektieren wollte. Gleichzeitig schlägt Chamberdieser Friede" nur ein Scheinfriede und auch ein lain in dem letzten Bestreben zur Wahrung des solcher nur auf begrenzte Zeit wäre, der den Friedens unzweifelhaft den franzöfifchen MiniGroßmächten die Auseinandersetzung mit dem naſtern eine Tette Demarche in Berlin als letztes tionalsozialistischen Imperialismus nicht erspart, Zugeständnis an die diftatorischen Methoden vor. sondern sie nur aufschiebt, bis für Frankreich und lehnen, deren Annahme eine Vernichtung des tfche England die Situation unglinſtiger ist. Erfennt choslowakischen Staates bedeuten würde. Groß man das in London und in Paris- und vieles London.( Havas.) Das englische Par- britannien müsse sich in bestimmter Weise gegen spricht dafür, daß sich diese Erkenntnis durchsetzt Berlin. Sir Horace Wilson ist gestern lament ist für Mittwoch, den 28. d. M., einberu- einen Angriff aussprechen. Icht ist kein Raum für dann wird man, dann muß man sitZweifel oder Zögern. nachmittags auf dem Flugplak Tempelhof einge- fen worden. ler Salt gebieten. Es war immer unAuch Churchill hatte mit Chamberlain eine serelleberzeugung, daß eine feste, entschlossene Sal troffen. Er wurde um 17 Uhr von Hitler empfan- Wie das Unterhaus, wurde auch das Oberhaus für diesen Mittwoch einberufen, doch wird Unterredung, die etwa 50 Minuten dauerte. Er tung Englands und Frankreichs Hitler schon viel, Wie Neuter mitteilt, hat die Botschaft Cham- sich das Oberhaus, um feinen Mitgliedern die erließ gestern vormittags eine Proklamation, in viel früher hätte Einhalt gebieten können, daß die berlains an Hitler den 3wed, einen Appell an Möglichkeit zu geben, von der Tribüne der Pairs der er u. a. ausführt:" Die britische, die franzö- europäische politische Situation nie so gefährlich Hitler mit dem Bestreben, die Tür für den Frieden im Unterhaufe die Rede anzuhören, die Chamber- fische und die sowjetruffische Regierung sollten der geworden wäre. Noch immer ist es nicht zu offen zu laffen, zu vereinigen. Es verlautet, daft lain im Unterhause halten wird, sofort auf Don- deutschen Reichsregierung entweder gemeinsam på t! Noch kann der Friede gerettet werden, oder gleichzeitig eine Note übermitteln, welche eine der wirkliche Friede, wenn die Demokration, fich die Botschaft Chamberlains nicht blonerstag vertagen. feierliche Warnung enthält, daß ein Einfall in die vor allem England, sich zu dem Entschluß durchauf einen Appell beschränkt. Tschechoslowakei bei der gegenwärtigen Situation ringen, fest, unmißverständlich, in einer Sprache, als eine Kriegshandlung gegen diefe Mächte an- die Hitler versteht, erklären: bis hierherund gefchen werden würde. nicht weiter! Sir Wilson bei Hitler gen. Teilmobilisierung Roosevelt und Staatssekretär Hull arbeiteten den ganzen gestrigen Tag an der Vorbe reitung diefer Depesche. Es wird angedeutet, daß Morgen englisches Parlament Attlee und Churchill welche es sich handelt. Vertrauensvoll werden wir dem Ideal der Gerechtigkeit und des Friedens bis zum Ende dienen, die beide unsere Völker verbinden. Gezeichnet: Eduard Daladier." an Chamberlain Hitler hat sich bemüht freilich auf so auch in England Aftfee und Greenwood besuchten gestern ben MiLondon.( Reuter.) Die Oppositionsführer Anrufung des Völkerbundes plumpe Art, daß selbst die vertrauensseligsten und von Frankreich vorbereitet glaubenswilligsten englischen Politiker, schon gar London.( Savas.) Das Kriegsministe- nisterpräsidenten Chamberlain in Downing nicht aber die einfachen Menschen dadurch nicht berium hat eine Verfügung erlaffen, durch welche Street. Gen f.( Neuter.) Die Mitglieder des Völker einflußt werden können im voraus eine Prager die Offiziere und Mannschaften der Formationen Major Attlee, hatte an den Ministerpräsiden- bundrates wurden Gerſtändigt, daß Frankreich be- Schuld zu konstruieren. Es ist so einfach: Prag des Landheeres einberufen werden, die zur Luft- ten Chamberlain ein Schreiben gerichtet, in wel- abfichtige, den Rat zu ersuchen, die entsprechende braucht nur alles zu akzeptieren, was in Berchtes gbwehr und zum Küstenschutz gehören. In offiziel- chem es heißt: Der Wortlaut des Memorandums Action im Sinne der Paktvorschriften einzuleiten, gaden beſtimmt wird, dann gibt es keinen Strieg. len Kreifen wird bemerkt, daß sich die Mobilifie- Hitlers hat meiner Meinung nach in der britischen wenn Deutschland einen Angriff auf tschechoslo- gibt es feine weiteren Sonflitte, ist alles in Ord= rung dieser Einheiten von einer allgemeinen Mobi öffentlichen Meinung eine tiefe Erregung hervor, wakisches Gebiet unternehmen sollte. Der Völker- nung! Dieſe Plumpheit der Argumentation mag lisierung unterscheide, die das gesamte Landheer gerufen. Die tschechoslowakische Negierung kann bundrat würde entweder in Genf oder in Paris auf die abgeſtumpften Ohren reichsdeutscher Vernights anberes tun, als berartige Forderungen ablaufammentreten, sammlungsbesucher und Rundfunkhörer wirken, jie unifaffen würde. - Sette 2 DlenStag, 27. September 1938 Nr. 227 dersagt der Welt gegenüber. Die ganze Welt Hat übereinstimmend anerkannt, daß die tschechoslowa« kische Regierung eine Opferbereitschaft ohnegleichen bewiesen hat. Wie könnte dann diese Welt in Prag die Schuld suchen, wenn au. diese Opferbereitschaft nicht genügt? Nicht nur wir, nicht nur die Bevölkerung der Tschechoslowakei, und nicht nur das willenlose Volk Deutschland» sehen einer schicksals» schweren Entscheidung entgegen. Für die ganze Welt lvird entschieden! Entschieden wird aber keineswegs etwa bloß in Berchtesgaden und in Prag I Die wichtig st e Entscheidung fällt in Pari» und London. Hitler Kat zu verstehen gegeben, daß er sich die beanspruchten Gebiete holen wird, wenn die Tschechoslowakei sic nicht bis zum 1. Oktober übergibt. England und Frankreich müssen nun r c ch t z e i t i g s a g e n, was sie tun werden, wenn Hitler seine Drohung wahr machen will! Hitlers sechs Punkte Eine amtliche tschechoslowakische Stellung nahme an Hitler» Memorandum, die auch im Rundfunk verlautbart wurde, weist nach, daß die (Forderungen Deutschland» auf die politische und wirtschaftliche Existenzunfähigkeit der Tschechoslo wakei abzielen. Für Durchführung der Forderun gen schlägt Deutschland vor: 1. Zurückziehung der gesamte« tschechische« Wehrmacht, der Polizei, der Gendarmerie, der Zollbeamten und der Grenzer au» dem aus der tibergebenen Karte bezeichneten Räumung-gebiet, da» am 1. Oktober an Deutschland übergeben wird. 2. Das geräumte Gebiet ist in den« derzci» tigenFistand zu übergeben(stehe nähere Anlage.! Die deutsche Regierung ist damit einverstanden, daß zur Regelung der Einzelheiten der Modalitä ten der Räumung ein mit Vollmachten auSgeftat» tetrr Vertreter der tschechischen Regierung»der de» tschechischen Heere» zum deutschen Oberkommand» der Wehrmacht tritt. 3. Dir tschechische Regierung entläßt sofort alle sudetrndeutschen Wehrmacht, und Polizei angehörigen auf dem gesamte« tschechischen Staatsgebiet in ihre Heimat. 4. Die tschechische Regierung entläßt alle wegen politischer Vergehen inhastirrten deutsch- st ämmigen Gefangene». K. Die deutsche Regierung ist einverstanden, in den näher zu bezeichnenden Gebieten bi- späte stens 25. November eine Volksabstimmung statt finden zu lassen. Die auS dieser Abstimmung stch ergebenden Korrekturen der neuen Grenzen wer den durch eine deutsch-tschechische oder eine inter nationale Kommission bestimmt. Die Abstimmung selbst findet unter der Kon trolle einer internationalen Kommission statt. 5. Zur Regelung aller weiteren Einzelheiten schlägt die deutsche Negierung die Bildung einer autorisierten deutsch-tschechischen Kommission vor. Schließlich wird gefordert, daß im zu räu menden sudetendeutschen Gebiet die militärischen, wirtschaftlichen und PerlchrSanlagen nicht un brauchbar gemacht Ivcrden dürfen und das gesamte Eisenbahnmaterial und alle Versorgungsmittel unbeschädigt übergeben werden. Rom. Mussolini hat gestern bereits die achte Rede in dieser Woche gehalten. In Verona wieder holte er sinngemäß die früheren Ansprachen und verteidigte den Standpunkt Hitlers. so Oie mm fatftül Roman von Noelle Roger Aui dem FramBalichtn Obereetit von Irma Rippet War es die Dämmerung schon, die ringsum alles Feindliche in Nebel hüllte. Der Hirt schätzte die Entfernung ab, die sie noch vom Ueber- gang trennte und mit sedem Augenblick wurde seine Stimme drängender. „Schneller... noch schneller... dor- wäts..." Nun senkte der Pfad sich zum Wildbach hinab, der in Kaskaden auf die tiefer gelegene und bereits versunkene Terrasse niederstürzte. Der schmale HimmelSstreifen zwischen den Felsen erlosch in der Dämmerung und das Dunkel der Schlucht wurde noch undurchdringlicher. »Endlich dec Wasserfall!" murmelte der Hirt. Ein schwarzer reißender Strom, den die Tiefe anzusaugen schien, trennte die beiden Wände. Einer hinter dem anderen und bis zu den Knien im Wasser gingen sie hinüber; die Männer stützten die Frauen; dann erklommen sie die gegenüberliegende Wand. Die Schrecken diese» Tage» wollten kein Ende nehmen. Max und Hubert, die einzigen, die ihrer Sinne noch mächtig waren, fragten sich, ob dieser Kampf erst eine Stunde oder schon Jahrhunderte dauerte. Der Himmel schien sich iiber ihnen wieder zu öffnen und einzelne Sterne leuchteten auf. So gab es also doch noch Licht auf dieser verdammten Erde! Zu ihrer Rechten erhob sich in mattem Schimmer ein Gletscher. Der Weg unter ihren Füßen wurde weniger steil. Stolpernd schleppten sie sich weiter auf dem noch immer ansteigenden Pfad. Aber plötzlich Mch» Zwischen des vÄrtz Hitlers neue Drohrede 1. Oktober als„letzter Termin“ Liebeswerben um den Westen Die mit großer Spannung erwartete Rede Hitler» brachte keine besondere Ueberraschung. Sie war mit den üblichen Schimpfereien und Ausfällen, aber auch mit den üblichen Entstellungen und GcschichtSklittcrungen gespickt. Besonder» war sie darauf angelegt, zwischen da» tschechoslowakische Volk und seinen Staatspräsidenten einen Keil zu treiben und „Oes letzt» Problem“ liebet die Tschechoslowakei führte Hitler u. a. au», daß sie da» letzte Problem darstelle, da» gelöst werden müsse. Ihr gegenüber habe er die letzte territoriale Forderung, die er in E u r o p a zu erheben habe. Hitler gab nun seine Lelart über die Entstehung der Tschechoslowakei zum besten. Die Tschechoslowakei verdanke ihre Entstehung einer Lüge .......!-.«. 7. Er sagte, daß er an dem Schicksal der anderen„unterdrückten" Nationen Teilnahme zeige, aber nur für die Deutschen reden wolle. Man wisse, wie Herr BeneS die Kantonisierung gelöst habe: er habe mit einem Terrorregime begonnen.''. „« Hltler be hauptete, daß nicht weniger al» 600.000 Deutsche die Tschechoslowakei hätten verlassen, weil sie hätten sonst verhungern müssen. Die Entwicklung von 1018 bi» 1938 ist ganz klar. Dteqe»«Staate» vevten»e sich der Bolschewismus al» Eingangspforte, al» Kanal nach Mitteleuropa. Dieser Staat, der nur eine Regienmg al» Minderheit besitzt, zwingt seine Nationalitäten, eine Politik zu machen, die sie eine» Taae» zwingen würde, gegen die eigenen Brüder zu schießen. Herr Beneö kordert da» von den Deutschen, er fordert da» gleiche von den Polen und Ungarn und von den Slowaken. Da» slowakische Volk will Frieden und keine Abenteuer. >... i..» Wie lange soll so etwa» andauern 1 Zwanzig Jahre lang hat da» deutsche Volk in der Tschechoslowakei und da» deutsche Voll>m Reich dem zugesehen, mußte zusehen, weil e» wehrlo» war. Ich höbe im Feder im Reichörnt«klärt, daß da» mm and«»»erde« muß Die» ging fa f»n, di» endlich d« 21. Mai kam. ES war eine Harle Probe für die Geduld deS deutschen Volke». Dies« 21. Mai«ar schon unerträglich."...... ».,,,. nämlich die milatrische l»o> setzung der deutschen Gebiete, die er auch jetzt aufrecht erhält in der Hoffnung, solange seine Scher» »en da sein würde«,«erde r» niemand wagen, gegen ihn auszntreto«. Dann kam die infame inter- nattonale Lügen hetze, daß Deutschland mobilisiert habe. Ich hatte noch die Hoffnung, daß die Tscheche» doch in letzter Minute Einsicht bekomme» werden'' ..... i.»cnn er sei gedeckt durch England und Frankreich Md wenn allo Stricke reißen, durch Sowjetnißland. So war di» Antwort diese» ManneS: Dann kam die Forderung von Nüniderg, wo ich rS aussprach, daß die Selbstbestimmung, 20 Jahre nach der Erklär»«» von Wilson. Wirklichkeit. werden müsse I I h Und dann ram England. Ich habe Herrn Chamberlain eindeutig erllärt, was wir jetzt al» einzige Möglichkeit sehen. Ich weiß, daß alle Nationalitäten nicht mehr bei Herrn Jene» bleiben wolle«. Aber üb bin in erster Linie Sprecher der Deutschen und in ihrem Namen habe ich erklärt, daß ich nicht gewillt bin, tatenlos zuzusehen, wie dreieinhalb Millionen in Ketten gehalten werden. Ur will In der ganzen Tschechoslowakei abstimmen lassen! ES ist eine Eigenart unserer Mentalität, immer wieder etwas hinzmiebinen, aber einmal kommt der Augenblick, in dem damit Schluß ist. Frankreich und England haben schließlich an die Tschechoslowakei die Forderung gerichtet, das deutsche Gebiet endlich preis« zugeben. Angesichts der Drängens dieser Länder fand BeneS den Ausweg, daß er zwar der Abtretung dieser Gebiete an Deutschland zustimmte, sie aber nicht durchführte, sondern jetzt die Deutschen ans dem Lande treibt. Benes hat seine militärischen Maßnahmen sofort verschärft. Zehntausend. Zwanzigtausend, ja bi» heute 214.000 Deutsche flüchteten inS Reich, ganze Striche werden enwölkert, Ortschaften Niedergebra nnt. Frankreich und England werden ihm schon helfen. Nun ist der Zeitpunkt gekommen, wo man Fraktur sprechen muß. Wenn jemand zwanzig Jahre eine solche Schande und Schmach er«, duldet, kann man nicht bestreiten, daß er friedliebend ist. Benes hat sieben Millionen Tschechen, hier steht aber ein Volk von über 75 Millionen. Ich habe der britischen Regierung ein Memorandum zur Ber- süguiig gestellt, da» nur die Realisierung dessen fordert. was Benes schon zugestanden hat. Jene» Gebiet, das seinem Volke nach deutsch ist und seinem Willen nach zu Deutschland will, kommt jetzt zu Deutschland, und zwar nick'« dann \, ,...«... sondern jetzt und zwar sofort. Ich habe nur jene Grenzen gewählt, die auf Grund de» seit Jahrzehnten vorhandenen Material» über die sprachliche Austeilung der Tschechoslowakei feststehen. '.», Darum habe ich oon vornherein festgesetzt: Die endgültige Grenzziehung überlasse ich dem Votum der dort befindlichen Volksgenossen selbst. Damit niemand der Abstim« muna. die dann in diesem Gebiete ftattflnden wird, nachkaqen kann, sie gebe nicht den wahren VolkSwil- len wieder, habe ich da» Saarstatut zur Grundlage der Abstimmung genommen. I ch war nun bereit, in der ganzen Tschechoslowakei abstimmen zu lassen, dagegen Wandten sich Bene» und seine Freunde. Er vergleicht sich mit Benell Hier habe Ich nachgegeben und die Ueberprü- sung der Abstimmung durch eine internationale Kontrollkommission zugestanden. Ich bin noch weiter gegangen und war bereit, die Grenzziehung einer deutsch-tschechischen Kommission zu überlassen. Neber Chamberlain» Wunsch stimmte sch auch der Zurückziehung der deutschen Truppen und der Entsmdung der britischen Legion in» Abstimmungsgebiet zu. Ich wollte nur die praktische Ausführung dessen, wo» tschechischerseit» schon zugestanden«ar und da» Mter große» internationalen Garantien. Benei erklärt,»s bestehe eine neue Lage? Wieso? Weil er nun endlich einmal ein versprechen halten soll. Er sagt, sie können au» dem Gebiet nicht abziehen. Er stellt sich vor, daß dieses Gebiet Deutschland al» Rechtütitel gut- geschrieben, aber von den Tschechen verwaltet wird. Die» ist jetzt vorbei. Am 1. Oktober wird uns Benet diese» Gebiet übergeben müssen. Bene» hofft nun auf die Welt. Benet hofft jetzt aus den Sturz Chamberlain» und die Hilse Rußlands. NM treten zwei Männer gegeneinander auf: da ist Herr Benei und da bin ich. Ich habe Chamberlain erklärt, daß ich de» tschechoslowakischen Staat nach Lösung seiner Minderheiten- probkeme garantieren will; denn wir wollen gar keine Tschechen. In bezug auf das sudetendeutsche Problem ist meine Geduld zu Ende. Mein Memorandum fordert nicht» al» die RralisierM» dessen,«a» Benei bereit» versprochen hat. Er hat e» jetzt in seiner Hand: Krieg oder Frieden. Er soll dm Sudetendeutschen die Freiheit geben, oder wir werden un» diese Freiheit holen. Eine» kann die Welt mir nicht nehmen: km Krieg und dann im politischen Leben bin ich niemals feige gewesen. Ich gehe meinem Balke voran. sSo wie Wilhelm U. Die Red.) al» sein erster Soldat, und hinter mir marschiert da» Volk, ein andere» Volk al» das von 1018. In dieser Stunde wollen wir einen heiligen, gemeinsamm Willen haben, stärker al» Not und Gefahr. Wir find entschlossen: Herr Benei mag jetzt wählen!" Dio deutsche Aufrüstung Im übrigen Teil feiner Rede beschimpfte Hitler die Demokratien. Dann sagte er, daß da» deutsche Volk eine?lusrüstung vollzog, wie sie di« Welt noch nicht gesehen habe. Er, Hitler, habe aber immer eine Friedenspolitik getrieben si) Dann machte Hitler die übliche Verneigung vor den anderen Mächten, in der Hoffnung, sie durch sanfte Worte beruhigen und von der Tschechoslowakei isolieren zu können. So redete er vor allem Polen freundlich zu. aber auch Frankreich und England und vor allem Italien. Von all den Problemen, die Deutschland zu lösen hatte, seien nur zwei übrig geblieben: Oesterreich und die Tschechoslowakei. Deutschland habe e» nicht mehr ertragen können, daß zehn Millionen Deutscher außerhalb der ReichSgrcnzen leben. Das österreichische Problem sei gelöst. Wie gut e» gelöst sei, da» habe die Abstimmung gezeigt, in der Oesterreich ein ..glühendes" Bekenntnis zum Reich abgelegt habe. DaS andere Problem sei die sudelendeutsche Frage. Abwehrmaßnahmen in Paris Pari». Innenminister Sarraut behandelte Sonntag vor den Vertretern der Presse die Maßnahmen über die zivile Verteidigung von Paris. E» wurden alle Vorbereitungen für einen glatten und schnellen Verlauf einer Evakuierung im Bedarfsfälle getroffen. In Pari» fungieren mehr als 160 Alarmsirenen. Für den Fall«ine» Anfluges sind gegen 43.000 Deckungen vorbereitet. Ebenso wurden zahlreiche Sanitätsstationen errichtet. Alle erforderlichen Maßnahmen sind durchgeführt worden. Gipfeln dehnte sich unter dem sternenbesäien Himmel ein Tal. „Da» Tal von Susanfcl" verkündete der Hirt und bald horte man ihn rufen: „Bist du'», Jnnocente? Oh, gut, daß du un» enigegenlommsti" Wirre» Rufen antwortete ihm. Fvonne fühlte sich von starken Armen emporgehoben, während«ine rauhe, aber liebevolle Frauenstimme sagte: »Oh, du arme» Kind komm mit mir." Bevor sie sich diesem fremden Willen überließ. der sich ihrer bemächtigte, wandte sie sich zurück und sie sah andere Gestalten sich über ihre Mutter neigen und sie forttragen. Da schloß Dvonne die Augen und öffnete sie nur einen Augenblick wieder, al» man sie auf den harten Boden bettet«. Beim Scheine eine» flackernden Lichte» sah sie«ine eigenartige Frau in Männerkleidung,«Ine Steinmauer, einen engen Raum, und ganz in ihrer Nähe die bleichen Gesichter ihrer Mutter und ihrer Schwester. Sie schloß die Augen und verlor da» Bewußtsein. IV.- Da» Tal von Susans e. E» gibt wirklich noch Gipfel, auf die man sich flüchten kmn. Da» war Maren» erster Gedanke, al» er vom Hauche der eisigen Morgenröte geweckt, die Augen öffnete. Er sah sich auf steinigem Boden liegen, fest in seinen Mantel gewickelt und zwei Schritte weiter stand di« steingefügte Sennhütte, in der die Frauen schliefen. Im Dämmerlicht sah er da» hohe, spitze Dreieck de» Dent du Midi, dessen langgestreckter Grat sich am Horizont mit dem gekrümmten Rücken de» Col de Susanfe vereinte. Mühsam drehte Max sich auf seinem Steinlager um und gewahrte den Gletscher, der am Fuß« schneeiger Kuppen grüvleuchtend im Wx« genschein seine riesenhaften Stufen aufbaute, lieber sein Gesicht strich ein ihm neuer, leichter, erfrischender Hauch, der seine Tatkraft belebte. E» war, al» ob eine im Raum schwebende Kraft ihm neue Hosfnung einslößte. „Man kann dreitausend Meter hoch flüchten", überlegte er. Wenn dann das Meer noch immer stieg, dann allerdings, dann wäre cs das Ende. Aber man muß sich weiter wehrens „Steht es denn dafür?" murmelte Hubert, der auch nicht mehr schlief und den Blick bemerkt hatte, mit welchem Max die Höhe der Bergspitzen abschätzte. Schweigend sahen sie einander an, dann Ivandtcn sie ihre Augen nach der Talöffnung, in der schreckenhaften Erwartung, das Wasser auch dort eindringen zu sehen. Da» Tal stieg in sanften Abhängen nieder wie ein« ovale Schale zwischen dem Gletscher, den schneebedeckten Gipfeln, und den hohen, hellen Bergen, deren harte Linien und grelleuchtende Kahlheit von keinerlei Gehölz gedämpft wurden. Zwischen den glatten Steinen, mitten unter verstreuten, zufällig in ihrem Sturz aufgehaltenen Steinblöcken, wurden die grünen Rasenflächen immer kümmerlicher, je höher sie die Abhänge binaufkletterten. Man sah auf den höher gelegenen Wiesen die schwach umrissenen Gestalten der Schafe sich bewegen. Steine und Blumen färbten sich im Scheine de» rotflammenden Himmel». Dieser heitere Frieden, der über allem lag, verblüffte die beiden Männer. «Noch nichts zu sehen dort unten?.,.* sagte Max leise. Langsam färbte der Himmel sich in immer stärkerem Licht. Was würde wohl dieser Tag, der so zart und geheimnisvoll anbrach, der sterbenden Welt bringen? Max erblickte den Hirten. Dieser prüfte seinen Stock als wollte er sich auf eine Wande- > rung begeben. „Sie gehen hinunter?" fragte Max.„Ich gehe mit." Und mit langen Schritten gingen die beiden talabwärts. Die anderen erwachten aus dem Schlafe der Erschöpfung. „Max? Wo ist Max" fragte Eva in der Hüttentür, an die Mauer gelehnt. Sie fühlte sich so zerschlagen, daß sie sich nur mit Mühe aufrecht hielt. Hubert beruhigte sie mit einer bei ihm un« geivohnten Zärtlichkeit. Dann verharrten sie beide still am Lager ihrer Mutter, in Furcht vor dem BerzweiflungSauSbruch, der ihrem Erwachen folgen würde. Allein, al» die Augen dieser Mutter sich öffneten, erkannten sie ihre Kinder nicht mehr. Sie blieb unbeweglich und still und hörte auch nicht die Stimme ihres Gatten... Willenlos ließ sie sich auf den Felsen vor die Türe führen. Auch gvonne erwachte aus ihrem schweren lethargischen Schlaf. Flehend streckte sie die Arme aus und jammerte: «Ohl Frau Andelot! Frau Andelotl" Diese beugte sich zu ihr nieder und beruhigte sie zärtlich. Sie waren allein in der engen Hütte und hockten auf dem nackten Erdboden. „Ich will nicht sterben, Frau Andelot.., meine Lieben sollen nicht ertrinken..." „Sie werden nicht sterben, liebe Uvonnc", versprach Frau Andelot. „Ach, damals haben Sie gesagt,„alle werden gerettet werden I" Und nun sehen Sie..« mein armes kleines, Schwesterchen!" Schluchzend erstickte ihre Stkmme. .«Frau Andelot, erinnern Sie sich an jenen Abend in Paris, beim Verlobungsfest«,. da sagten Sie:„DaS große Wasser... da» große Wasser wird wiederkommen und über die Erde fegen." Sie haben es also gewußt, Frau Andelot, Sie haben e» gewußt?" ltFoxtsetzuyg folgt.) Nr. 227 Dienstag, 27. September 1938 O Seite 3 Hitlers Memorandum Eine Früh- Ausgabe beabsichtigt völlige wirtschaftliche, politische und militärische Entmachtung der Tschechoslowakei Der tschechoslowakische Rundfunk sendete| dieser Forderungen auf dem Gebiete des Verkehrs-| territorialen Lage auch keine neuen Befestigungen gestern abends eine Mitteilung, die im Wesents wesens zusammen. Infolge der Abtretung der im lichen besagt: bauen könnte. Das Memorandum läßt das Bestreben erkennen, den tschechoslowakischen Staat bis zur vollständigen wirtschaftlichen und politischen Macht losigkeit zu lähmen und auf diese Weise die vollständige Beherrschung des mitteleuropäischen Raumes durch das Deutsche Reich anzubahnen. des ,, Sozialdemokrat" wird ab Mittwoch, den 28. September, erscheinen. Die Ausgabe wird zwei Seiten umfassen und ist zur Informierung jener Leser Einstellung der örtlichen Parteiblätter die in der Provinz bestimmt, denen durch die tägliche sozialdemokratische Zeitung verloren ging. wird am Abend des vorhergehenden Tages Die Früh- Ausgabe des„ Sozialdemokrat" fertiggestellt und in den ersten Morgenstunden in allen Provinzgebieten zu haben sein. Der Einzelpreis ist 30 Heller. Memorandum Hitlers geforderten Gebiete würden In der Nacht vom 24. auf den 25. Septem- die Hauptverbindungslinien der ber wurde von der englischen Gesandtschaft in Eisenbahnen und Straßen der Res Prag das Memorandum Hitlers übergeben, wel- publit zerrissen werden. Die direkte ches Chamberlain in Godesberg entgegengenom- Verbindung Prags mit der Süd- und der Nordmen hatte, um dessen Ueberreichung an die tsche slowakei wäre ebenso unmöglich gemacht, wie die choslowakische Regierung zu vermitteln. Es wurde Verbindung Brags mit Südost- und Nordmähren. Die tschechoslowakische Regierung hat den in Prag in der Voraussetzung entgegengenommen. Die ganze Republik wäre verkehrstechnisch über besten Willen zur Lösung der judetendeutschen örtlichen Parteiblätter wird zur Gänze beDer Verteilungsapparat der bisherigen daß es auf den Grundsäßen des englisch- französi haupt in drei Stücke zerrissen Frage dadurch befundet, daß sie bis an die äußerste liefert werden, bis auf jene Gebiete, in deschen Vorschlages vom 19. September stehe, welche und ohne ordentliche und direkte Verbindungen. Grenze gegangen ist und den französisch- britischen nen der Postverkehr erschwert ist. in Berchtesgaden vereinbart worden waren und Sicbei käme die Tschechoslowakei auch um ihre Vorschlag als Grundlage zu einer Vereinbarung welche die tschechoslowakische Regierung auf den Umschlagpläße an der Elbe und um den Zugang angenommen hat. An diesem festen und entschiede Rat der französischen und englischen Freunde an- zu Bratislava. Mit einem Worte, sie wäre in vernen Willen hat sich auch unter der neuen Regie genommen hatte, obwohl sie sich der schweren Opfer Lehrstechnischer Hinsicht bis zur vollständirung nichts geändert, an deren Spiße der Inspekbewußt war, welche die Durchführung dieses Vor- gen Ohnmacht gelähmt. Die Durchführung for der Wehrmacht General Syrový steht und mit schlages bedeuten würde. Sie glaubte durch diese des Memorandums Sitlers würde unter diesen der sich alle staatsbildenden tschechoslowakischen schaft veranstaltete eine große Volksmenge Kundge Opfer die weitere freie Entwicklung des tschecho- Umständen die Republik aber auch militärisch Parteien voll identifizieren. Die tschechoslowakische Orten fam es zu solchen Manifestationen, bungen für die Tschechoslowakei. Auch in anderen jlowafischen Staates zu sichern und glaubte ferner, lähmen. Das tschechoslowakische Staatsgebiet, feis Regierung ist überzeugt, daß man immer noch zu daß sie die versprochenen internationalen Garan- ner natürlichen Gebirgsgrenzen beraubt, durch einem wirklichen Einvernehmen und zur Rumänische Warnung an Polen die Abtrennung ausgedehnter deutscher, aber auch Erhaltung des Friedens unter der VorausBukarest.( Reuter.) Gang Rumänien ist von somiter und rein tichechiſcher Gebiete eingeengt, fekung gelangen fann, daß die westlichen Großwäre dem Deutschen Reiche aufmächte frankreich und England auf einer Sympathiewelle für die Tschechoslowakei erfaßt. Gnade und Ungnade ausgelieden in Berchtesgaden vereinbarten Vor- Die amtlichen Stellen verfolgen die Entwidlung fert, und zwar umso cher, als es seiner Kriegsschlägen beharren, welche sie der tschechoslowaki aib Acht!" überschriebenen Leitartitel erinnert der der Ereignisse sehr aufmerksam. In einem..Volen, industrie und seiner wichtigsten Befestigungen ver-| schen Regierung am 19. September vorgelegt ehemalige rumänische Ministerpräsident Prof. Jorga luftig ginge und angesichts der dann gegebenen haben und welche von dieser angenommen wurden. Die Polen daran, daß sie sich mit ihren Ambitionen Gefahren ausfegen, denen gegenüber die fleine Revanche in der Angelegenheit des Teschener Schlesien eine ausgesprochene Sleinigkeit sei. In seinem Artifel fragt Prof. Jorga, ob der polnische Außenminister Bed auch nur einen Augenblid glauben fönne, daß Reichsfangler Hitler, der die österreichischen Deuts tien erhalten werde. Die Prüfung des neuen Memorandums hitnicht um die Durchführung des englisch- franzöfischen Planes vom 19. September, sondern um neue Vorschläge handelt, welche den Rahmen des englisch französi schen Vorschlages weit und we fentlich übersteigen und neue Forderun gen Hitlerdeutschlands gegenüber der Tschechoslomafci, und zwar in einer Form darstellen, aus welcher das nackte brutale Bestreben ersichtlich ist, alle Lebensmöglichkeiten lers hat deutlich gezeigt, baft es sich bei sich Der Widerhall im Ausland tifiedhoff it desenate li eiten eine freien Die Politik der ständigen Konzessionen ist tschechoslowakischen Staates zu vernichten Das Memorandum entwickelt den Plan einer Abtrc= falschen in a fiert einsunlièdern, die Deutdas Meich geführt habe bennicht fet. Sudetendeutschen fchen in Bommerellen, Oberschlesien oder in den ge tung des fudetendeutschen Gebietes mit mehr war gestern die, daß die Godesberger deutschen walt abermals gesiegt habe, die nationale Regie- fchen Korridor, die in das deutsche Gebiet hineinreiLondon. Die allgemeine Ansicht in London was der Welt seinen würde, daß die Lehre der Gemischten Gebieten vergessen wird, sowie den polni als 50 prozentiger deutscher Minderheit Friedensbedingungen" vielleicht einem total besieg rung wohl zerfallen fönnte." an das Deutsche Reich, und fordert neben diesen ten einde geboten werden könnten. Sicher ist, daß Montag berichteten Citrine und drei weitere chen und ehemals Wilhelm II. gehörten. Gebieten auch ausgedehnte, vorwiegend tsche Chamberlain die öffentliche Mein una Arbeiterführer dem Nationalrat der Labourparty chische Gebiete. Englands in Betracht ziehen muß, die immer über ihre Pariser Besprechung mit den franzöſiſchen Befürchtungen in der Türkei Die Durchführung dieses Planes würde nämiärter die Sondeiiions politif gegen Sozialisten und den Vertretern der Sozialistischen Istanbul.( Savas.) Ebenso wie die übrigen lich die Angliederung von 3,736.037 Bewohnern über itler für falsch hält. Die und der Gewerkschafts- Internationale. der böhmischen Länder an Deutschland bedeuten, verbreitet. Samstag und Sonntag wurden au= Balfanstaaten empfindet auch die Türkei Befürchtun letten Tage haben diese Ueberzeugung ungemein von welchen 2,823.247 Deutsche und 81 6.359 jende Versammlungen im ganzen gen wegen der verschleierten deutschen Projefte, sich In Jugoslawien territorial nach dem Osten auszudehnen. Die türkische Tschechoslowafen wären. Da die Zahl Lande von den Liberalen, der Arbeiterpartei, den Demonstrationen für die CSR Breise ist war in ihren Kommentaren gemäßigt, der in den überwiegend deutschen Gebieten der Kommunisten, zahlreichen Friedens- und unpolitis zeigt jedoch die Tendenz. den Standpunkt DeutschBelgrad. Obwohl das Innenministerium alle lands und Italiens zu verurteilen. Das Blatt..Res böhmischen Länder wohnenden Tschechen auf schen Organisationen gegen die Politik Chamber Zusammenfünfte und Versammlungen an öffentlichen publifa", das noch vor furzem Zeit germanophil war, 382.000 gefchätzt wird, ist es flar, daß der neue lains in bezug auf die Tschechoslowakei abgehalten. Orten verboten hat, wurden Samstag vormittags in fritiiiert heute offen Deutschland und seine Bariner Vorschlag mit der Einverleibung eines In Birmingham, der Heimat der Chamberlains, den Belgrader Straßen dennoch Kundgebungen für und stellt fest, daß fie bewußt einen allgemeinen tschechischen Mehrheitsterrito- war diese Protestversammlung wohl das größte die Tschechoslowakei veranstaltet. riums mit 434.000 Tichechen rechnet. iationen der Eisenbahner, der Flugzeugarbeiter, der plak von Split bei großen Sundgebungen gegen Verantwortung dadurch auf sich nimmt, daß es sich Brand entfesseln wollen. Das Blatt fügt hinzu, daß jemals dort abgehaltene Meeting. Große Organi- Demonstranten verbrannten auf dem Markt Italien, um Deutschland zu gefallen, eine schwere Das Memorandum begnügt sich allerdings nicht Elektroarbeiter usw. haben ihrem erregten Protest Deutschland in Split eine große Fahne mit dem den Demofratien entgegenstellt und die Tschechoslo einmal mit dieser Forderung, sondern verlangt, Ausdrud gegeben. Vor der polizeilich abgesperrten Safenfreuz. daß in weiteren vorwiegend tfchechi Downingstreet sammelten sich große Menschenmen wafei übersicht, die trotz allem., ein beachtenswertes Element fei". schen Gebieten über die Zugehörigkeit zur gen, unter ihnen Deputationen der großen Gewerf Tschechoslowakischen Republik oder zu Deutschland schaften, Vertreter von Jugend- und anderen Ver: durch ein PI cb if zit entschieden werde. Es han- bänden, die Proteste bei Chamberlain abgeben wolls delt sich insgesamt um ein Gebiet mit 1,300.942 ten. 10.000 Menschen zogen zur sschechoslowakischen auch als eine der feitesten Garantie der Erhaltung Tokio.( Reuter.) Der Sprecher des java. Einwohnern, von denen 1.116.084 Tschechen und Gesandtschaft und dann nach Whitehall, dem Sis des Friedens in der Welt und der Garantie der Sinischen Außenamtes antwortete auf eine Frage, des Foreign Office. Die Massen hatten ständig solcherheit aller Minderheiten der Völker und Staaten daß zwischen Japan, Deutschland und Italien keine 144.711 Deutsche sind. 3m ganzen bedeutet das chen Zuzug, daß der Verkehr angehalten werden Mitteleuropas und des Balfans ansehen. Memorandum, daß an das Deutsche Reich mußte. Nach Downingstreet wurden nur offizielle Als Samstag abends die ersten tschechoslowaki Verhandlungen und Beratungen über eine gemein816.359 Tschechen angegliedert werden follten. Bersönlichkeiten durchgelassen. In den lezten drei fchen Refervisten von Belgrad abreisten, verabschiede ſame Front bezüglich der Lösung der ſudetendentwährend im Rahmen der böhmischen Länder bloß Tagen haben hunderte junge Männer der tschecho ten sich von ihnen große Massen. Vor der Gesandt- schen Frage stattgefunden haben. 102.980 Deutsche verbleiben würden. flowalischen Gesandtschaft, teils persönlich, teils brieflich, angeboten, in die tschechoslowakische Armee Sympathicfundgebungen ein. einzutreten. Mit jeder Post treffen dort unzählige Es ist klar, daß in dem neuen Memorandum der deutsche Reichsfanzler die Maste des Interesses an der Selbstbestimmung und an der Gerech tigkeit für die Deutschen in den böhmischen Ländern abwirft und daß er den Weg rücksichtsloser Ansprüche auf Gebiete betritt, welche nicht nur nie mals deutsch waren, sondern die auch nicht von Deutschen bewohnt sind. Die jugoslowischen Intelleftuellen erflärten, daß alle Serben, Strocien und Slowenen die Freiheit und Unabhängigkeit der Tschechoslowakei nicht nur als ein Poſtulat der Wahrheit und der Demofratie, sondern Japan steht abseits Panikstimmung im Dritten Reich Die wachsende Empörung gegen die Politik Chamberlains bleibt nicht ohne Wirkung auf die Konservative Partei, und unterstützt Berlin. Wenn man auch die Gerüchte von[ terfchied in der Stimmung ist wie Tag und Nacht. eine von 30 ihrer Abgeordneten ein- fchweren Unruhen oder fogar Aufständen in Deutsch Alles ist aufs ticffte deprimiert. Das liegt nicht nur geleitete Aftion. Diese haben an Lord Salifar land mit großer Vorsicht aufnehmen muß, fo fann daran, daß man heute beffer als damals weiß, was einen Brief gerichtet, in dem sie erflären, daß sie man doch zuverlässigen Berichten glauben, daß in ein Krieg bedeutet, sondern man ist viel mehr be. in der bevorstehenden Parlamentstagung gegen die den Berliner Arbeitervierteln diskutierende brüdt über die absolute Hoffnungslosigkeit in bezug Die gleiche Absicht, alle Lebensmöglichkeiten Regierung ftimmen würden, wenn Hitlerdeutschland Menschengruppen zu sehen sind, die sich leidenschaft auf den Ausgang des Krieges für Deutschland. In zu vernichten, verraten die territorialen Forderun weitere Stonzessionen auf Kosten der demokratischen lich gegen einen Krieg aussprechen, um freilich beim unserem Betriebe ist seit Wochen jede Frühstückspaufe gen Hitlers auch vom wirtschaftlichen Tschechoslowakei gemacht würden. Die Führer der Herannahen der Polizei und einer Razitruppe oder ein einziger Landesverrat. Es gibt nur noch das eine Gesichtspunkte aus. Sie zielen auf die Grundlagen Regierungspartei machen alle Anstrengungen, um auch von erkennbaren Spiteln sofort auseinanderzu Gesprächsthema vom Kriege. Obwohl wir ein paar der wirtschaftlichen Eristenz der Tschechoslowafi einen offenen Bruch in der Partei zu verhüten. nehen. Besonders stark ist die ziemlich offen auftre- stramme Nazis dabei haben, ermuntert man fich schen Republik selbst ab, denn sie berauben sie sehr lains ab. Chamberlains Freunde hoffen, daß er Alles hängt von der Parlamentsrede Chamber tende Kriegsgegnerschaft auch in am burg. negenseitig ganz offen, im Ernstfalle einfach zu defer. Ein Vertrauensmann aus einem größeren Bertieren. Ich bemühe mich jetzt viel, mit Arbeitern aus ausgedehnter industrieller und land= imstande sein werde, nachzuweisen, daß er wirklich liner Betrieb berichtet: anderen Betrieben zu reden. Von allen wird mir he. wirtschaftlicher Produktionseinen großen Schritt zur Befriedung Europas un,, Wie noch nie zuvor find alle Kreife von der richtet, daß es in ihrem Betriebe ganz genau so aus. zweige und zerstören damit die Verkehrsternommen habe, aber sie wissen, daß auch die Ston- Kriegsangft befallen. Ich habe 1914 erlebt. Der Un- ficht. und Wirtschaftsintegrität der fervativen mehr verlangen als nur schöne Säße, Republik. Mit der Durchführung dieses Vorschla- wenn sie der Politif des Premiers treu bleiben solges würde die Republik aller ihrer Indu len. Typisch für viele Konservative ist eine Erflästriezentre n, mit Ausnahme Prags, 3lins rung des Abg. Harold Nicholson, daß..wenn und Pilsens beraubt werden. Die Tschechoslo- die Regierung sich zu Konzessionen bereit erffäre, wakei würde ihrer gesamten Hopfen produktion beraubt werden, sie läme um den größten Teil ihrer Wälder, die die Grundlage der PapierRiesendemonstrationen in Chicago Chicago. Dem Präsidenten der Republik Doktor Edvard Benes wurde aus Chicago folgendes Telegramm gesandt: Jugoslawien und Rumänien werden sich an den Vertrag halten Hilfeleistung für die Tschechoslowakei bei ungarischem Angriff und Holzindustrie bildet. Sie fäme um den größe= ren Teil der Eisen industric, um die Baum= wol I industrie, um die GI as industrie, um ihre Budapest.( Neuter.) Nach Nachrichten, informiert sei, daß im Falle eines ungarischen Anferamische und chemische Industrie usw. die aus Bukarest und Belgrad eingelangt sind, griffes auf tschechoslowakisches Gebiet Jugoslawien Alle Industriezweige, auf welchen der tschechoslohaben der rumänische und jugoslawische diploma- und Numänien verpflichtet wären, die der Tsche wafische Erport beruht, würden vernichtet oder , 70.000 amerikanische Bürger versammelten sich tische Vertreter in Prag der tschechoslowakischen choslowakei als Mitglied der Kleinen Entente geverstümmelt. Die naturgemäße Folge davon wäre Sonntag im Stadion von Chicago zu einer Mani Negierung bekanntgegeben, daß ihre Regierungen genüber übernommenen Verpflichtungen zu erdie Herabsetzung des Lebensstandardes der ge- festation für die tschechoslowakische Demokratie und samten Bevölkerung, die Erhöhung der Arsenden Ihnen und der ganzen Nation den Ausdruck sich weiterhin durch die Kleinen- Entente- Verträge füllen. beitslosigkeit und der Auswande der Betounderung und Sympathie, die von dem ge- verpflichtet fühlen, die Tschechoslowakei im Falle rung. Siezu würde für die Tschechoslowakische famten demokratischen Amerita acteilt wird. Die eines unprovozierten ungarischen Angriffes mit Republik das Problem treten, für die Massen der Amerikaner tschechoslowakischer Abstammung in Waffenhilfe zu unterstützen. Diese Nachrichten tschechischen und der deutschen Bevölkerung zu for Chicago und im ganzen Lande haben einträchtig Ihre werden in hiesigen rumänischen diplomatischen gen, welche das Gebiet, welches an Deutschland Barole zu der eigenen gemacht:„ Wir werden uns Streifen bestätigt. fallen sollte, aus Furcht vor dem einseitigen, bru- behaupten," und werden mit allen Kräften dahin arbeiten, Guerer gerechten Sache zum Siege zu vers talen nazistischen Regime verlassen würden. helfen." uch in anderen großzen amerikanischen Städten Mit diesen wirtschaftlichen Schöden hänger auch noch weitreichende Tolgen der Durchführung wurden selbe Meetings abgehalten. Unterredung Comnen- Stojadinović Bufarest. Außenminister Comnen traf Sonntag auf der Rückreise von Genf in Sinaia ein, wo er augenblicklich von König Carol empfangen Der Belgrader Havasberichterstatter meldet: wurde, dem er ein ausführliches Exposé über die Ich erfahre aus gutinformierter Quelle, daß in internationale Lage und über die Beratungen erBudapeſt eine jugoslawische und rumänische De- ftattete, die er mit dem jugoslawischen Miniſtermarche erfolgt ist, damit die ungarische Regierung präsidenten Stojadinovič hatte. Seite 4 Dienstag, 27. September 1938 Bei unseren Flüchtlingen II. Bericht über zwei Rundfahrten ungebrochen wie die andern. Man hilft ihm, die Ein herrlicher Sonntag. Wunderbarer SonSolidarität der Armen und Gedrückten versagt nicht. nenschein über der böhmischen Landschaft. Der Wald so still, quälend der Unterschied zwischen Wieder eine Bezirksstadt im rein tschechischen dem Frieden in der Natur und dem drohenden Ge- Gebiet. Wir gehen auf dem weiten Marktplaß und spenst des Krieges, das dem geistigen Auge erscheint. hören dort deutsch sprechen. Es ſind Genossen und Wir fahren von Prag weg. Taub, der getreue Genoffinnen aus Arnau, die dort und in der näch Eftehard der Partei und die Abgeordnete Kirpal ſten Umgebung untergebracht sind. Eine Gruppe wollen die Lage jener prüfen, welche aus der Hei von ihnen hat es besonders gut getroffen, fie mat fortmußten, weil sie an ihrer Ueberzeugung wohnt in einer Touristen- Herberge, jeder hat ein festhielten und weil sie ihre Freiheit nicht auf weißes Bett. Die tschechischen Einwohner find sehr geben wollen. zuvorkommend und haben ihnen ganze Körbe Obst gebracht. Der Bürgermeister, ein junger Mann, beaufsichtigt alles und sorgt für die Leute. Obdach gefunden haben. Im schönen Garten des Mr. 227 Siechenhauſes gehen die Leute, die von der oftböh- Standrecht im Bezirke Plan Eldesablegung der neuen Minister Prag. Der Präsident der Republik empfing am 26. September die neuernannten Minister Dr. Imrich Karvaš und Matuš Černák, die den von der Verfassung vorgeschriebenen Eid in seine and ablegten. mischen Grenze gekommen sind, spazieren. Sie Prag. Der Landespräsident von Böhmen bringen gleich die Köchin geschleppt, der sie vor hat gestern im Einvernehmen mit dem Präsiden uns hohes Lob bringen. Sie sind versorgt, ein ten des Obergerichtes und mit dem Oberprofura schließlich einer Mutter, die sieben Kinder hat, es tor das Standrecht im politischen Bezirk Plan bei ist ein herziger und zugleich ergreifender Anblick. Marienbad verhängt. Ein Legionär, der DTI- Mann ist, betreut alles. Es ist spät abends, als wir mit abgeblende ten Lichtern auf der dunklen Landstraße nach Prag zurüdfahren. Wir sind still, voll der Erlebnisse des Tages. Wir haben viel menschliches Elend gesehen, aber auch viel menschliche Hilfsbereitschaft. tapfere Gesinnung und besonnene Haltung. Soldaten ziehen an uns vorüber. Wir begrüßen fie herzlich, denn sie verteidigen das Land, das auch unsere Heimat ist und aus der man ihre besten Söhne und Töchter vertrieben hat. Aber wir wis- Dur während der Kämpfe mit dem tschechoslowakis ſen: wie auch unser Schicksal sich gestalten mag, schen Militär gefallen, wie viele find erschossen wor wie der Gang der Ereignisse sein wird, unsere den, wie wurden sie von den Bolschewifen gemar Die letzte Station ist N., wo die Geflüchteten Heimat wird, früher oder später, wieder frei sein. tert und anderes mehr, was sie alles aus dem Rundim Bezirks- Siechenheim und in zwei Dörfern ein| funt erfahren haben. Sie fonnten aber natürlich nichts anderes jagen, als daß das alles Lügen find. Zum Schluß fragte man jie:..Was haben euch also getan?" Und man war sehr enttäuscht Kopf st. Oberste Wirtschaftsbehörde Arbeitspflichten, en nur und Kommunisten aus der Warnsdorfer Gegend. Zwei Verordnungsentwürfe nach dem Staatsverteidigungsgesetz nicht deshalb, weil man ihnen etwas angeian hätte. Den Regierungsverordnungsentwurf über den Beginn der Wirksamkeit der Obersten Wirtschaftsbehörde. Die Wirksamkeit dieser Behörde beginnt mit dem Tage der Kundmachung der Verordnung. auf den Befehl aber Sobald diese Informationen den Behörden mitge Prag. Die Regierung hat gestern fol| Körperarziehung belaffen. Ebenso bleibt die teilt wurden, wurden die Flüchtlinge in den Baraden sende Regierungsverordnungsentwürfe gench- Wirtschaft mit Waffen, und Munition dem Mini- von SA. eingeschlossen und niemand durfte mehr au sterium für Nationalverteidigung überlassen. migt: ihnen. Die zurückgekehrten Flüchtlinge sind nun froh, Ferner hat die Regierung den Verordnungs- daß sie wieder zu Hause sind." entwurf über die Arbeitspflicht wäh rend der Wehrbereitschaft des Rumänischer General stellt sich der Staates genehmigt. Tschechoslowakei zur Verfügung Da der Zustand der Wehrbereitschaft des Staates eingetreten ist, unterliegen der ArbeitsBukarest. Der rumänische Divisionsgeneral pflicht bereits nach dem Staatsverteidigungs- Jon Anastasiu hat sich der tschechoslowakischen Regesek alle Angestellter: registrierter Unterneh- gierung zur Verfügung gestellt. mungen und anderer für die Staatsverteidigung wichtigen Unternehmungen, denen die Verpflich tung nach§ 98 des Staatsverteidigungsgesetzes auferlegt wurde. Der erste Ort, in dem wir haltmachen, ist die tschechische Bezirksstadt 3. Wir gehen zum Bezirks hauptmann, um zu fragen, wie viele der Geflüch teten sich in dem Bezirk befinden und wo sie uns tergebracht sind. Wir erhalten bereitwillig Ausfunft, der Bezirksschulinspektor, der sich an die Spize eines Aftionskomités gestellt und alles in Gile organisiert hat, geleitet uns. Bald sind wir bei den Flüchtlingen. Es sind Sozialdemokraten Sie sind am Abend zuvor eingetroffen und haben eine vorläufige Unterkunft erhalten. Sie erzählen uns übereinstimmend, daß sie von der tschechischen Bevölkerung gut aufgenommen wurden, früh belamen jie Kaffee und Brot. Taub spricht mit ihnen. Die Freude leuchtet ihnen aus den Augen, da sie sehen, daß man an sie nicht vergessen hat. Wir geben ihnen den Sozialdemokrat"- sofort be ginnen sie zu lesen, sie wollen wissen, was in der Welt los ist. Sie erzählen uns von dem Leid, das ihnen in den letzten Tagen in der Heimat von Die Oberste Wirtschaftsbehörde wurde nach einem verrohten politischen Gegner bereitet wurde, dem Staatsverteidigungsgesetz als besonderes ihnen, die zur Gemeinschaft des deutschen Kultur- Ministerium für die Zentralverwaltung der volfes mehr gehören als ihre Peiniger, die einige Staatswirtschaft mit Sachmitteln geschaffen. Ihr unserer braven Genossen nach Deutschland vers Zwedt ist, für die Sicherung der Versorgung der schleppt haben. Einer drängt sich vor und jam- Wehrmacht und der Bevölkerung und für die mert, daß er seine Frau verloren hat, er fümmerte Befriedigung anderer Bedürfnisse der Staatsversich darum, bis der letzte bedrohte Genosse aus sei- teidigung Sorge zu tragen. Nur die Wirtschaft nem Ort weg war und als er in den letzten Auto- mit Heilmitteln und ärztlichen Apparaten wird bus stieg, sah er die Frau nicht mehr. Wir beru aus dem Wirkungskreis der Obersten Wirt higen ihn und versprechen nachzuforichen, wo die schaftsbehörde ausgenommen und dem Mini Frau geblieben ist. Als wir dann mitteilen fönsterium für öffentliches Gefundheitswesen und nen, daß ein ausgiebiges Mittagessen im Arbei terheim unserer tschechischen Genossen vorbereitet und am Nachmittag der Abtransport in ein in der Nähe gelegenes Erholungsheim erfolgen wird. teigt die Stimmung gleich um einige Grade. Einige der Flüchtlinge haben noch besondere Anliegen, Taub notiert alles, Abschiedsgrüße, Freis heit"," Freundschaft" wird uns zugerufen, wir müssen weiter, um andere Flüchtlingslager zu besuchen. Außerdem ist es notwendig, die Arbeitspflicht allen Personen aufzuerlegen, die in denjenigen Arbeitsgebieten beschäftigt sind, welche zur Verhinderung von Störungen des regulären Ganges des Lebens im Staate unausweichlich notwendig sind. Völliger Sieg Tisos Die Annäherung zwischen der Slowakischen Volkspartei und der Regierung macht immer schnellere Fortschritte. Nach dem Eintritt Cermats in die Regierung, die mit ausdrücklicher Zustim mung des Abg. Tiso erfolgt ist, dürfte der nächste Schritt die lebernahme einer wichtigen Funktion durch den Abg. Tiso selbst erfolgen. Tiso wird in fürzester Zeit in den Staatsverteidigungsrat berus fen werden. In der entscheidenden Sißung der Volkspartei hatte Tiso erklärt, daß die Vorschläge, die ihm durch Staatspräsidenten überreicht worden zwar voll Neue Ueberfälle aus dem Hinterhalt herben find, ibn alber nicht bell befriedigen fön. Angriffe von reichsdeutscher und polnischer Seite Brag. Der tschechoslowakische Rundfunk ver- zwei Handgranaten. Als die Abteilung das breitete gestern abends folgende Meldung: ren, um Waffen zu ſchmuggeln und Terror- Afte zu verüben. Die Verhafteten verrieten Verstede im Walde, wo 33 Handgranaten, 17 automatische Pistolen und 8" Kilogramm Munition vergraben war. Feuer erwiderte, entflohen die Angreifer. VerIn der Nacht auf Montag wurden im Brau- wundet wurde der Gendarmeriewachtmeister No Wir fahren los, da plöblich in einem Dorf nauer Bezirk zweimal Patrouillen der Staatsver- vat. In der Gemeinde Jablunkov, Bezirk Tichean der Landstraße sehen wir eine Gruppe von teidigungswache von rückwärts durch bewaffnete chisch Teschen verhaftete die Polizei 9 Polen, die Menschen. Wir bleiben stehen, richtig, es sind Angehörige der Sudetendeutschen Partei über- aus Polen auf unser Gebiet entsandt worden waFlüchtlinge aus der Gegend von Wildstein, die erſt fallen. Während des lleberfalles bei Schönau im Prager Stadion untergebracht waren und dann wurden zwei Aufrührer erschossen und zwei gehicher geschafft worden sind. Wieder freudige Be- fangen genommen. Der zweite Ueberfall ereignete grüßung, Wünsche werden laut, die Menschen er-| sich bei der Gemeinde Wiesen. zählen. Sie weisen mich an einen älteren Mann. Gegen das Zollamt in Zinnwald wurden in Er erzählt: 100prozentiger Striegsinvalide. Ihn der Nacht auf heute 9 Handgranaten geworfen, und seine Frau haben FS- Leute in ihrem Haus die jedoch nicht explodierten. überfallen, aus den Betten gerissen und geschlagen, Vor 3 Uhr früh wurde eine Abteilung der bis Gendarmen sie befreit haben. Die Frau zeigt Staatsverteidigungswache bei der Gemeinde Raj, uns die Wunden wir sind zutiefst erschüttert Bezirk Freistadt aus dem Hinterhalt beschossen. ob der Grausamkeit, zu der man junge Deutsche Die hinterlistigen Angreifer schossen aus automaerzogen hat, eine alte Frau zu schlagen. Wir gchen tischen Piſtolen und Gewehren und waren auch halten. Im Gebiete der Polizeidirektion TschechischTeschen wurden bisher 224 Handgranaten, 78 Kilogramm Sprengstoffe, 32 Schachteln Zündförper, 41 Pistolen und eine Menge Munition gefunden. Ein Teil der gefundenen Waffen war 14 fäden mit dem Zeichen der polnischen Staatsbahnen( PKP) verwahrt. Die Rückkehr der Enttäuschten nen, daß sie jedoch unter Berücksichtigung der Ausnahmsverhältnisse, die Tschechen und Slowaten gleichmäßig bedrohen, ein wertvoller Anfang find. Der radikale Flügel innerhalb der Führung Sidor geführt wird, ist gegenwärtig völlig isoder Slowakischen Volkspartei, der bekanntlich von liert. Sidor ist übrigens nicht mehr Breiiechef der Slowakischen Volkspartei sondern lediglich Chef redakteur des„ Slowak". Entscheidend für den Imbruch in der Slowafischen Bollspartei war bas Bekanntwerden der deutsch- volnisch- ungarischen Forderungen auf eine Aufteilung der Slowakei. Zwei junge Minister. Die beiden neu er nannten slowakischen Minister sind die jüngsten Mitglieder der Regierung. Minister Dr. Emerich arvas ist Professor der Volkswirtschaft an der Preßburger Universität, 1903 geboren, also 35 Jahre alt. Dozent wurde er 1930, außer ordentlicher Professor 1934. Minister Matúš Cernát ist gleichfalls 1903 geboren und ist seit 1928 Mittelschulprofessor, war erst in Thr nau, dann in Preßburg als Professor tätig. Bei den letzten Gemeindewahlen wurde er für die Stadtvertretung in Preßburg gewählt. Seit der Slowakische Volkspartei sum Mitglied der Mobilisierung leistete er Militärdienste. Flugangriff auf Barcelona in den Saal des Gasthauses, auf dem Boden ist Stroh gebreitet, 150 Personen sind da, darunter Kinder von drei Monaten angefangen. Taub wird Eine Zentralzensurkommission treffend die vorübergehende Einschränkung der von den Leuten bestürmt, der eine fragt, wie er Prag. Die Regierung hat gemäß§ 125 des Auszahlungen der Einlagen bei den Banken ein. zu ſeiner Sozialrente kommen foll, eine Frau Staatsverteidigungsgesetzes eine Zentratzenfur- Abgeordneten Dr. Dolanský ins Referat Der bezügliche Regierungsentwurf wurde dem flagt, daß sie nun ihre Wöchnerinnenunterſtüßung fommission errichtet und diese dem Minister des nicht erhalten werde. Wir erteilen bereitwillig Innern Jan Cerny unterstellt. Die Zentratzenfur- negeben. Auskunft, lassen die Leute einen Vertrauensmann fommission hat die Aufgabe, gemäß den EntscheiIn der zweiten Sißung des Ausschusses er= beſtimmen, damit alles in Ordnung gehe und ivre- dungen und Weisungen des Ministers des Innern an den sich eine Debatte anschloß. Zuerst sprach stattete Abgeordneter Dr. Dolanský seinen Bericht, chen auch mit den Einwohnern des Dorfes, damit die Zensur einheitlich zu leiten, zu richten und zu die Abgeordnete Zeminová, dann Senator Dr. die Flüchtlinge Decken, die Kleinkinder Milch er- fontrollieren. Die Mitglieder der Kommiſſion wer Smeral, der erklärte, daß die Mitglieder seiner des Nationalverteidigungsministeriums bejagt, Barcelona.( Havas.) Wie ein Kommuniqué den vom Nationalverteidigungsministerium und Wieder geht es weiter: in die Bezirksstadt den übrigen beteiligten Ministerien ernannt. Die Partei für die Vorlage stimmen werden. Schließ- wurde der Vormarsch der Nationalisten an der N. Dort sind 200 Flüchtlinge im Arbeiterheim Organe, welche die Zenjur handhaben, sind bei der flärung abgab, ohne jeden Kommentar für die vante- Front haben die Republikaner mehrere Polich Abgeordneter Hampl, der gleichfalls die Er- Ebro- Front zum Stillstand gebracht. An der Le= der tschechischen Genossen, die sich um alles füm Durchführung dieser ihrer Tätigkeit der Zentral- Vorlage zu stimmen. Der Regierungsantrag fitionen erobert. mern, untergebracht. Eine junge tschechische So- zenjurlommission direkt unterstellt. Die Zensur be= zialdemokratin, welche auch deutsch spricht, ist uns zieht sich auf Presse. Theater, Filme, Telegramme, wurde sodann zum Beschluß erhoben. Samstag mittags griffen 15 italienische unterbrochen tätig. Die Leute haben Strohjäde, Telephongespräche. Post und andere Sendungen, Damit war die Tagesordnung erschöpft Dreimotor- Savoia 81 aus großer Höhe Stadt die Verpflegung ist gut.( Die Flüchtlinge sind aus gegebenenfalls auch auf Einrichtungen für Ton- und die Sizung wurde geſchloſſen. Die nächste und Hafen Barcelona an. Mehrere Häus Friedland und Umgebung.) reproduktion( Grammophonplatten, phonogra Sigung findet heute um halb 10 Uhr vormittags fer wurden völlig zerstört, die in einem der am Nach kurzer Unterhaltung gehts wieder wei- phische Walzen, perphorierte Papiere, Brechstrei- statt. stärksten bevölferten Stadtteil standen. Es find fer. Ein größeres Dorf, in welchem sudetendeutsche fen u. ä. für Tonreproduktionsgeräte) und falls zahlreiche Tote und Verwundete zu beklagen. Sozialdemokraten aus dem Schaßlarer Gebiet un es erforderlich ist, auch auf andere Gebiete. tergebracht sind. Alte Freunde begrüßen uns. Die Zentralzensurfommission ist ein Organ, Tschechoslowake in Palästina getötet Jerusalem. Mit einer Gruppe von Arbeitern, nach Deutſchland bewegen ließen, folgenderiveise: die begleitet von vier Gendarmen in Südpaläſtina In den letzten Tagen famen viele Flüchtlinge, die eine Leitung reparieren sollten, wurde auch Roich nach Deutschland begeben haben, in ihr heim man Cap, der Sohn eines evangelischen Pfarim Durer Gebiet zurück. Es sind dies Verführte, die rers aus Böhmen getötet. Cap war verheis fich von ihren Führern bewegen ließen, die Tschecho- ratet und hinterläßt eine Witive und ein Kind. slowakei zu verlassen in der Meinung, daß die Eristenz des Staates aufgehört habe. Sie blieben aber in Deutschland nicht einmal eine volle Woche und auch diese furze Zeit genügte zu ihrer vollkommenen Ernüchterung. Es wurde ihnen erzählt, daß man sie in Deutschland mit größter Freude empfangen Gestern nachmittags fanden zwei Sißungen werde. Aber schon nach zweitägigem Aufenthalt wurPrag. Dem Präsidenten der Republik ging des Ständigen Ausschusses unter Vorsiẞ des Kam- den sie in Arbeitsfolonnen eingereiht und jeder, der in den letzten Tagen wieder eine große Menge von merpräsidenten Malypetr statt, zu denen sich auch dagegen protestierte, wanderte ins KonzentrationsZustimmungsfundgebungen seitens der Bevölle der Ministerpräsident General Syrový eingefun- lager. Am wenigsten hat man drüben Freude an den rung zu. Da es nicht möglich ist, fie einzeln zu er den hatte. Der Vorsitzende machte zunächst Mittei- Frauen, die aus der Tschechoslowakei aeflüchtet sind. lebigen, spricht die Kanzlei des Präsidenten der lung von der Verhängung des Standrechtes in In ihrer Unbefangenheit erzählen sie Vieles, wodurch Republik allen, welche folche Kundgebungen ge- nennung der neuen Regierung bekannt. Durch Die zurückgekehrten Frauen erzählen a. B., wie man einigen weiteren Bezirken und gab auch die Er- die deutschen Frauen über den wahren Bustand der Dinge in der Tschechoslowakei informiert werden. fandt haben, auf diese Weise den herzlichen Dank zuschrift des Ministerpräsidenten lief beim Stäns fie bei ihrer Ankunft in Deutschland umringte und des Präsidenten der Republik aus. Sigen Ausschuß die Regierungsverordnung be- livic fie gefragt wurden, wie viele Deutsche sind in Die Národní Politifa" beschreibt die Einchungen seid Genossen". Sie bei welchem während der Dauer der Wehrbereits drücke, die diejenigen mitbringen, die sich zur Flucht Es mangelt den Leuten fchaft des Staates die Stompetenz aller Behörden an manchem, aber sie wissen, es braucht einige in Benfurangelegenheiten zusammengefaßt wird. Zeit, bevor die Hilfe organisiert ist. Da ist ein da die Handhabung der Zensur während der Mobi Mann, dessen Frau vor kurzem gestorben ist und lisierung im Interesse der Staatsverteidigung ein der mit vier Kindern flüchten mußte. Aber er ist rasches und wirksames Eingreifen erfordert. Ständiger Ausschuß Dank des Präsidenten der Republik Die Einschränkung der Auszahlung der Einlagen Ausfuhrbeschränkung in Frankreich Paris.( Havas.) Im Amtsblatt wird die Liste der für die Nationalberteidigung wichtigen Waren fundgemacht, deren Ausfuhr vorläufig eingestellt ist. Es handelt sich hauptsächlich um Kauf schuf, die wichtigsten Metalle und chemische und pharmazeutische Produkte. Neue Einberufungen in Schweden Stockholm. Zur sofortigen Stärkung ber berufungen einer bestimmten Anzahl von Offi Wehrbereitschaft des Landes sind ergänzende Einzieren und Unteroffizieren der Reserve namentlich bei der Flotte und Rüstenartillerie erfolgt. Mr. 227 Dienstag, 27. September 1938 Seite 5 Jagesneuigkeiten Wandlung des Straßenbildes Wie anders ist in wenigen Tagen das Straßenbild geworden! Nicht nur in der Hauptstadt, in der freilich die Wandlung am auffallendsten ist. Ueberall, wenigstens gilt das für die tschechischen Städte, tau chen in von Tag zu Tag wachsender Rahl die Gasmasten auf. So häufig sind die Männer und Frauen. aber auch die Kinder geworden, die die stahlgrauen Behälter mit den Gasmasen umhängen haben, daß man ihnen nicht mehr, wie vor kurzem noch, erstaunt rachschaut. Vor ein vaar Tagen: ein Mann mit der Gasmaske fiel auf. Man lächelte noch über ihn. Nur zögernd, widerwillig waren die Bewohner der großen Städte der Aufforderung gefolat, Gasmasten zu faus fen. Man tat es schließlich. ia, aber man nahm die Aftion nicht allzu ernst. Alles sträubte sich ja in unse rer ruhigen, friedliebenden Bevölkerung gegen den Striegsgedanken. Nun aber hat man sich mit ihm vertraut gemacht und nimmt gefaßt und ernst alle Pflichten gegen sich, die Nächsten und die Gemeinschaft, die aus dieser Gefahr erstehen, auf sich. Rast so häufig wie die Menschen mit Gasmasken find die mit Rollen blauen oder schwarzen Baviers zum Verkleben der Fenster. Die Verdunkelungsvors schrift traf viele unvorbereitet. Bei den früheren llebungen behalf man sich meist auf die einfachste Art: man ſaß ein vaur Stunden im Finstern. Moraen, das wußte man, fonnte man sich ja wieder unbekümmert des Lichtes freuen. Nun aber fann die Verdunkelungsnotwendigkeit nicht nur Tage, sondern eine unbe grenzt lange Zeit dauern. Also: Käuferandrang in allen Geschäften, in denen schwarzes oder blaues Papier zu haben ist, auch in allen, in denen man blaue Lampen zu bekommen hofft. Nun sieht man auch schon viele Fenster, die freuzweise mit Papierstreifen überflebt sind: Schub gegen das Glassplittern im Falle von Detonationen. Nirgends mehr gibt es abends in den Geschäftsstraßen die gewohnte grelle Lichtreklame. Alle Fenster find dunkel. Die Organe der CPO prüfen forafältig, ob aus irgend einem Fenster ein Lichtſchimmer dringt. Die Straßenbeleuchtung ist auf ein Mindestmaß eingeschränft; sie fann übrinens jederzeit in einem Augenblick ganz abgestellt werden. Gesvenitische blaue Lichter huichen dahin: die Lichter der Autos. Unheimliche dunkle Schlangen aleiten durch die Nacht: die lichtlosen Straßenbahnwagen. Auf den Gebsteigen schieben und tasten sich die Paijanten vorwärts. So ist's in Prag. so ist's in den anderen Städten. Eines nur ist in den sudetendeutschen Städten anders: die Gasmasken sieht man viel seltener. Die Henlein- Leute waren, ia immer davon überzeugt, daß Hitler alles, was er nur will, ohne Strieg bekommen könne. Daß im Falle eines Krieges unsere fudetendeutschen Bezirke Striegsgebiet fein werden, haben sie nie geglaubt. So trifft der Krieg. falls er nicht doch noc, wie wir au hoffen wagen, bermieden wird, die Sudetendeutschen viel unvorbereiteter als die Eichechen. Auch in dieser Beziehung würden ite, wie in mander anderen. Opfer ibres blinden Glaubens an Hitler und seinen Gefplasmann SenTein werden. schen zurück VIM VIM putzt alles Feines und Grobes Selbst die festhaftenden Speisereste gehen mühelos vom Teller, wenn man VIM zum Abwaschen nimmt: der Seifengehalt löst Fett und Schmutz, durch einfaches Abspülen wird nach dem Putzen mit VIM das Geschirr blendend rein. VIM wirkt schonend und ... doch gründlich. Die heutige deutsche Inland- Sendung Brag Melnit: 10.15: Für die Frau: Sanna Reiner Sven: Wie faufe ich gut und prattich en? 10.30: Voltsmusik( Ges. Elisabeth Kramme, Sa vier R. J. Schubert. 11.10: Schulfunt. Vom Mob. zuder zum Rübenzuder. 11.50: Unterhaltungsinufif ( Schallplatten.) 13.45: Schallplatten. 18.00: alb lieblein von J. v. Schein( Kanumerchor Kabelat Cembalo. Solečer). 18.30: Lebendiges Tschechisch ( Dr. Paul Eisner). 18.45: Unterhaltungsmuff. ( Schallplatten.) 19.30: Berühmte heimische Mukte gelehrte. Sörbericht mit Musif. 20.00: Unterhaltungsmusif. 20.45: Orchesterfonzert( Dir. Fr. Ries ger). 21.45: Graf Spord und Johann Sebastian Bach. Hörbericht( Gesang Lore Meyer. Kurt Mahr). 22.30 bis 23.00: Orcheſterfonzert( Werke von J. Strauß). Brünn: 17.40 bis 17.45: Arbeitersendung: So. ziale Information. 18.00 bis 18.15: Landwirtschaftliche Sendung. Rundfunknachrichten im Sender Prag II. Im Sender Prag II werden von jetzt ab die Nachrichten des Tschechoslowakischen Pressebüros an folgenden Beiten gesendet: Von 7.00 bis 7.05 Uhr Nachrichten. bon 7.15 bis 7.30 Uhr Blätterschau, von 11.00 bis 11.05 Uhr Nachrichten, von 12.30 bis 12.45 Uhr Nachrichten, auch Porzellan! Madridten, bon 16.00 bis 16.05 11hr, Machrichten, bon 19.15 bis 19.30 Uhr Nachrichten, von 21.00 bis 21.15 Uhr Nachrichten, von 22.15 bis 22.30 Uhr 22.40 Uhr gesendet, die englischen Nachrichten von Die französischen Nachrichten werden von 22.30 bis 22.45 bis 22.55 Uhr. am 25. Juni, in einer Zeit der Hoffnung und des Glaubens an einen günstigen Verlauf der innenund außenpolitischen Ereignisse, die Ausstellung feierlich eröffnet wurde. Dieses regionale Weat dauerte 92 Tage und erfreute sich des großen Interesses der Besucher auch in den letzten Tagen. Die Ausstellung wurde von 400.000 zahlenden Perörtert. Hiebei wurde der gegenseitige Kontakt| tveiblichen Kapitäne Ossipenko und Rastowa star- Nachrichten, bon 23.30 bis 23.35 Uhr Nachrichten. und die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen teien am 24. September um 8.12 Uhr zum Nonstop Institutionen und dem Gesundheitsministerium flug von Moskau nach dem Fernen Osten. Sie bes hergestellt und die augenblickliche Durchführung nüßten ein zweimotoriges Flugzeug. Am Start der genehmigten Beschlüsse angeordnet. Gleich waren Volkskommissär Saganowitsch, der Chef des seitig fand im Gesundheitsministerium eine Be Militärflugwesens Lottinow u. a. anwesend. Wäh ratung der öffentlichen und privaten sanitären rend des ganzen 24. September hielt Moskau die Institutionen statt, bei der Minister Prof. Verbindung mit dem Flugzeug aufrecht. Um 17.34 Dr. Mentl über dringende Fragen der Sicherung 1hr befand sich das Flugzeug in der Höhe von 3000 der Gesundheitsfürsorge für die Zivilbevölkerung Meter, gab genau seine Lage bekannt und berichtete sprach und sich die wirksame Mitarbeit dieser über die Flugbedingungen, die sehr günstig lauInstitutionen sicherte. teten. Hierauf war das Flugzeug in cine Zone von Schnee und Regen gekommen. Der weitere Flug zum Bailalsee fand unter ungünstigen Witterungssjonen besucht. Außerdem wurden 20.000 Eintrittsfarien zum halben Preis ausgegeben. Die Ausstelbedingungen statt. Die radiotelegraphische Verbin dung mit dem Flugzeug war unregelmäßig. Deftlich lung war ein Musterbeispiel für das Aufblühen Pi vom Baifalsee wurde das Wetter wieder besser. Am sens und Westböhmens in den 20 Jahren unserer 25. September um 6.05 Uhr und um 0.53 1hr Republit. Bürgermeister Pit schloß seine Rede mu Moskauer Zeit trafen zwei Radiogramme des 3dar- Rufen für die Republik, den Präsidenten unt Flugzeuges ein. Hierauf wurde die Verbindung unterbrochen. Es wurde nicht festgestellt, wo das Flugzeug gelandet ist. Nach dem Flugzeug wird geforscht. Professor Rauchberg gestorben die Armee. Deutsche Tänzerinnen als Spioninnen? Die französischen Behörden haben mit sofortiger Gültigkeit alle deutschen Tänzerinnen und Artistinnen aus der Libanon- Republik und vor allem aus Beiruth ausgewiesen. Die Ausweisung ge schah auf Grund des begründeten Verdachtes, daß einige dieser Artistinnen Spionage betreiben. Ein schweres Fährbootunglüd ereignete sich am Sonntag nachmittags auf dem Rhein bei Stoblenz. Der mit sieben Personen besetzte Fährnachen, der den regelmäßigen Verkehr zwischen Engers und Kaltenengers verſieht, stieß mit dem belgischen Motorschiff„ Charlotte" aus Antwerpen zusammen und ging sofort unter. Fünf. Personen, darunter der Fährmann, ertranten, nur zwei Personen konnten gerettet werden. Gestern ist in Prag der ehemalige Professor der Statistik an der Deutschen Universität, Dr. Heinrich Rauchberg, im 79. Lebensjahr gestorben. Rauchberg, ein Wiener, war ursprünglich im öfterreichischen Statistischen Staatsamt beschäftigt, habilitierte sich an der Wiener Universität und wurde dann Professor an der Deutschen Universität in Prag. Er war eine der Zierden der Prager Deutschen Hochschule und ein hervorragender Wissenschaftler, der auch innerhalb der deutschen Arbeiterbewegung Desterreichs und später der Eine nächtliche Heirat in einer Kirche in Tschechoslowakei manche Freunde hatte. Vor etwa Prag. Eine ungewöhnliche Heirat fand in der fünfunddreißig Jahren hat er das bahnbrechende Nacht auf Samstag in der Kirche in der Spálená statistische Wert über die Deutschen in Böhmen ge- in Prag statt. Es handelte sich diesmal nicht nach schrieben, in welchem er die soziale Struktur des amerikanischem. Muſter um Eheleute, die etwa im deutschen Volkes einer eingehenden Untersuchung Badekostüm heirateten oder dergleichen, wie e3 die unterworfen hat. Eines der wissenschaftlichen Er- Amerikaner manchmal tun. Um 2 Uhr nachts gebnisse dieser Arbeit war seine Erkenntnis, daß wurde der Priester des dortigen Pfarramtes erinfolge der Tatsache, daß die industriellen Arbei- sucht, die Ehe des Reserveoberleutnants Josef ter einen großen Teil des Sudetendeutschtums Subin mit Fräulein 3. Švadlenka aus Sudetendeutsche Soldaten ausmachen, Sozialpolitik die beste Prag zu segnen. Es gab feine formalen Einhalten die Wacht am Spitzberg Nationalpolitit sei. Diese seine stati- wände gegen den Wunsch des Oberleutnants, wel Sie weisen einen Angriff der sudetendeut- ſtiſche Arbeit wurde auch von Renner und Bauer her mobilisiert wurde und so fand nach 2 Uhr in ihren Werken, von Seliger in seinen Referaten nachts in der spärlich beleuchteten Kirche diese erste benüßt und zitiert. Unvergessen bleibt Rauchberg Kriegsheirat dieser Zeit statt. Gleich darauf begab auch, daß er im Jahre 1907 für das allgemeine sich der junge Gatte an den Ort seiner Bestim gleiche Wahlrecht eingetreten ist. In den letzten mung. zwanzig Jahren hat sich Mauchberg mit praktischen Zur Bekämpfung des Wuchers. Das Lant- Jahre ist, sondern vielmehr auf das respektable Alter sozialpolitischen Fragen befaßt, so mit dem Woh- desamt in Prag gibt bekannt, daß die Kanzlet von genau 300 Jahren zurüdbliden fann. Diese Tatnungsproblem, der Sozialversicherung, und war der Abteilung des Landesamtes( ehemalige fache geht einwandfrei aus einem Manuskript hervor, Obmann der Deutschen Landesstelle der Pensions- Abteilung zur Bekämpfung des Wuchers) sich in das soeben im Haag von A. Jubinal aufgefunden anstalt für Angestellte. Sein Tod hat in die sude- Prag I, Národni třída 9, erster Stod, Tele- wurde. Dieses Manuskript stellt die Tagesbuchauftendeutsche Wissenschaft eine Lücke gerissen, die phon Nr. 2357-56-57 befindet, wohin sich das zeichnung einer Reise zweier Holländer nach Paris offen bleibt. Bublikum in allen Angelegenheiten wenden kann, im Jahre 1635" bar. Darin findet sich folgende welche die Verteuerung, bzw. die Verheimlichung Eintragung:„ Wir haben einen Mann gesehen, der oder Anhäufung von Vorräten aller Bedarfs eine großartige Entdeckung gemacht hat, wie man begegenstände, bzw. die Verteuerung notivendiger quem schreiben kann. Er stellt Gänsefiele aus Silber Leistungen betreffen. her, in deren Stil er Tinte hineinfüllt, die niemals Wiedereröffnung einiger Fluglinden. Die trocknet. Und ohne eine solche weiter zu benutzen, fann Direktion der tschechoslowakischen staatlichen man damit auf Papier sofort schreiben. Er hütet sein Aerolinien macht darauf aufmerksam, daß be- Geheimnis, wie er die Tinte hineinfüllt und laufen ginnend mit Montag, den 26. September, die läßt, aber er wird reich werden, denn es wird nic Flugverbindungen nach Paris, Straßburg, manden geben, der seine Gänsetiele nicht würde haBrüssel, Pieštany, uhorod, Klausenburg und ben wollen. Wir ſelbſt haben bei ihm mehrere beBukarest normal betrieben werden. Die übrigen stellt. Sie foſten 10 bis 12 Louisdors." Es wird Verbindungen sind bis auf weiteres eingestellt. intereſſant ſein, ob man durch weitere Nachforschun Nähere Informationen im Reisebüro der tschecho- gen den Namen des Erfinders wird feſtſtellen könslowakischen staatlichen Aerolinien Prag I, Na nen. Přitope 35. Telephon 34-329 und 35-509. Wie die sudetendeutschen Soldaten, die zur tschechoslowakischen Armee bereitwillig und pünft lich eingerüdt jind, ihre Pflicht erfüllen, zeigt nicht nur die Tatsache, daß der weitaus überwies gende Teil bereitwillig dem Mobilisierungsbefehl nachgekommen ist, sondern auch ein Vorfall, den die„ Lidové Noviny" verzeichnen. Auf der Ausbildungsstelle auf dem Spißberg bei Eisenstein im Böhmerwald wurde am Sonntag ein Angriff von Angehörigen der sogenannten sudetendeutschen Legion unternommen. Die Besatzung des Spißber ges, welche aus achtzehn tschechoslowakischen Soldaten besteht, die durchwegs deutscher Nationalität sind, hat den unternommenen Angriff ungesäumt und mit aller Straft zurückgewiesen und die Angreifer über die Grenze gejagt. Das Verhalten die ser deutschen Soldaten der tschechoslowakischen Armee zeigt, daß das demokratische Sudeten deutschtum die Freiheit zu schäßen weiß, deren es sich in der Tschechoslowakischen Republik erfreut und daß die sudetendeutschen Soldaten bereit sind, durch ihr Verhalten ihre Loyalität zum tschechoSlowakischen Staat zu befunden. Nichtteilnahme am Unterricht In Prag entschuldigt be= Schutzmaßnahmen In Mährisch- Ostrau Ablieferung der Radio- Geräte Mähr. Ostrau. Das Polizeiamt in Mähr. Ostrau hat für seinen Rayon eine Kundmachung erlassen, mit welcher allen Kaufleuten und Konzessionsinhabern aufgetragen wird, ihre Radiogeräte sogleich abzuliefern, die in staatliche Verwahrung übernommen werden. Diese Kundmachung wird von den heutigen Ostrauer Abend blättern abgedruckt. Die Radiogeräte werden bereits in den von der Kundmachung angeführten zahlreichen Zentren ordnungsgemäß abgeliefert. Angesichts der außerordentlichen Bedeu tung des Oſtrau- Karwiner Industriebeckens wurde in Mähr.- Ditrau ein besonderes Kommando des Mähr.- Oftrauer Reviers errichtet. Sämtliche Anordnungen dieses Kommandos für Anschläge erlassen oder durch den lokalen Rundfunt verbreitet werden Das Schulministerium gibt auf Anfrage an die Bivilbevölkerung werden durch öffentliche kannt, daß die Nichtteilnahme am Unterricht den Prager Volks- und Bürgerschulen entschuldigt wird, da das Ministerium nichts gegen einen 2 andaufenthalt der Kinder einzuwenden hat. Vorausseßung ist, daß die Eltern den Beschluß der Schuldirektion bekanntgeben und trachten werden, den Schulbesuch ihrer Kinder auf dem Lande fortzusetzen. Die sanitäre Staatsverteidigung Brag. Das Beratungsfollenium für die sanitäre Staatsverteidigung hielt am 24. September unter dem Vorsiz des Ministers für Ges sundheitswesen Dr. Mentl eine Arbeitssigung ab, an der die Vertreter aller beteiligten Institutionen und Behörden sowie des Gesundheitsministeriums teilnahmen. In dieser Sizung wurden die wichtigsten Fragen der Staatsverteidigung vom Gesichtspunkt der öffentlichen Gesundheitsfürsorge für die Zivilbevölkerung erZugskatastrophen Barcelona.( Reuter.) Unweit von Barcelona fam es zu einem Eisenbahnunglück, wobei 50 Personen getötet und 200 verlegt wurden. Neapel. Der aus Rom eintrefende Schnellzu beachtete heute kurz vor der Einfahrt in den Bahnhof von Neapel ein Sperrsignal nicht und stieß mit einem Güterzug zusammen. Vier Reisende sind ums Leben gekommen. 40 Reisende wurden mehr oder minder schwer verletzt. Zichimg in Pilfen. Am 28. September findet auf dem Gelände der Jubiläumsausstellung in Pilsen die Ziehung der Ausstellungslotterie mit Gewinnen im Werte von 86.000 Kč statt. Dreihundert Jahre Füllfederhalter. Man wird außerordentlich erstaunt ſein, zu erfahren, daß ein uns allen gewohntes Requisit, der Füllfederhalter, feineswegs eine Erfindung der letzten 20 oder 30 Wer wird durch ihr Blut gerettet werden? Wollte die Stunde schlagen, wo Mars triumphiert, werden die freiwilligen Blutspender des Roten Sereuzes tausende Soldatenleben retten. Keine Frau tann heute wissen, ob unter diesen geretteten Soldaten nicht auch gerade ihr Mann, Sohn, Vater oder Bestattung eines weiteren Opfers der Ege. Streuz kennt feine nationalen, sozialen oder religiöBruder sein wird. Das Tschechoslowakische Rote tutive. Montag un: 14 Uhr fand vom Prager Divi- sen Unterschiede, er kennt nur Hilfsbedürftige und sionstrantenhaus aus das militärische Begräbnis bittet daher alle Bürger der Tschechoslowakischen Ne des Finanstvachaufsehers Frant. Opočenský statt, publik, sich in die Reihen der freiwilligen Blutspend der in Petersdorf bei Trautenau in Ausübung des zu melden. Ihre persönliche oder schriftliche Au Grenzwachdienstes erschossen wurde. Am Sarge des meldung richten Sie an den Rotkreuzverein im Orte Gefallenen wurde unter anderem ein Kranz des ihres nächstgelegenen Krankenhauses. Präsidenten der Republik sowie weitere Kränze von Das Wetter. Die Wetterlage erfährt nahezu Finanzminister Dr. Ralfus, von dem Kommandan- leine Veränderung. In unseren Gegenden dauert das ten der Staatsverteidigungswache, vom Innen- heitere Wetter an und die Nachmittagstemperaturen ministerium und von der Landesfinanzdirektion niedergelegt. Die sterblichen Ueberreste Frant. Opočenskýs wurden nach Durchführung der militä rischen Beremonien auf dem Friedhof in Prag XII bestattet. Abschluß der Ausstellung in Bilfen. Sonntag Ein verschollenes Sowjet- Flugzeug wurde in Bilsen die Jubiläumsausstellung mit einer Moskau.( Taß.) Die bekannte weibliche Kundgebung des Ausstellungsobmannes, des Bür Sowjetpilotin, die Abgeordnete des Obersten germeisters der Stadt Pilsen 2. Pit geschlossen. Sowjets der Sowjetunion Grizobudowa und die Abg. Pik erklärte, daß gerade vor drei Monaten, steigen auf 21 bis 23 Grad. Der Einfluß von DruckStörungen über Südwesteurova breitet sich nur sehr langsam gegen das Binnenland aus und das regne rische Wetter bleibt noch immer auf Frankreich beschränkt. Wahrscheinliches Wetter Dienstag: Am Südwestrand des Staates stellenweise etwas verstärkte Bewölkuna. ansonsten schön; namentlich im Starpathengebiet nachts relativ fühl, tagsüber überall Mitt tv o ch: Voraussichtlich weitere Betvöltungswarm, mäßiger Südostwind. Wetteraussichten für Aunahme von Südwesten her. iebob teine wesentliche Verschlechterung. Dienstag, 27. September 1938. Nr. 227 Seite 6 Volkswirtschaft und Sozialpolitik Wirtschaftliche Besorgnisse unbegründet Brag. Eine ausländische Propaganda verbreitet unwahre Gerüchte des Inhaltes, als ob während der allgemeinen Mobilisierung in der Deffentlichkeit dadurch eine Panit entstanden sei, daß die Naisen der Geldinstitute belagert werden. Diese Institute, so heißt es weiter, könnten den Ansprüchen der Einleger nicht gerecht werden. Diezu sind wir von amtlichen Stellen folgendes ermächtigt zu erflären: Eine internationale politische Spannung, wie wir sie eben jetzt durchmachen, pflegt immer von einer Behebung von Einlagen der Geldinstitute und von einer Thesaurierung von Bargeld begleitet zu sein. Ein derartiges Verhalten läßt sich jedoch heute bei uns in feiner Weise wirtschafts lich begründen. Um den Folgen eines derartigen unbegründeten Einlagenabflusses zuvorzukommen, war es notwendig, die Auszahlung der Einlagen einzuschränken. Diese Einschränkung erfolgte durch die Regierungsverordnung vom 21. September d 3., sie trägt jedoch nur vorübergehenden Charafter und bedeutet im Wesentlichen eine Auf= teilung der Auszahlung der Einlagen auf eine längere Zeit. Sozialdemokrat" calle Trager Zeitung Keine Angst um die Kinder! beschäftigten Mädchen. Als er Fleisch schnitt, warf nach ihm die 16jährige V. K. aus W rico wit Prag. In Prag werden Gerüchte verbreitet, einen Korb. Das regte den Lehrling derart auf, daß Kinder bis zu 14 Jahren würden ohne die Müter auf sie ein Meffer warf, das sie in den linten tec nach Rumänien evakuiert werden. Wir Schenkel traf. Das verwundete Mädchen lief in das machen darauf aufmerksam, daß es sich um voll- erste Stockwerk in demselben Hause, wo sie infolge ständig grundlose Gerüchte handelt, welche, Erschöpfung zu Boden sank. Später wurde sie dann mögen sie aus was immer für Quellen ſtammen, bewußtlos aufgefunden. Man schaffte fie sofort ins geeignet sind, Verwirrung und Nervosität unter Krankenhaus, wo festgestellt wurde, daß sie eine tiefe der Bevölkerung zu verbreiten. Dies ist durchaus Wunde hat und daß ihr eine Sehne durchschnitten nicht am Plage. Höret daher auf keine solchen wurde. Die Hilfe, die man ihr angedeihen ließ, war Nachrichten und Informationen der Einflüsterer vergeblich, das Mädchen starb infolge großen Blut und verantwortungsloser Menschen. Alle Maß- verlustes binnen einigen Stunden. Gegen den Knaben nahmen, die die Situation erfordert, jind von wurde Strafuntersuchung eingeleitet. den zuständigen amtlichen Stellen im voraus und umsichtig erwogen worden und die Deffentlichkeit wird auch immer darüber rechtzeitig, sei es durch den Rundfunk, sei es durch die Presse, unterrichtet werden. Der Gesundheitsdienst In der Hauptstadt Gerichtssaal Das Schwurgericht vertagt Für die Flüchtlingshilfe! Der Verein ,, Arbeiterfürsorge hat für die im Deutschen Haus untergebrachten Flüchtlinge eine Flüchtlingshilfe eingerichtet und ersucht die Genoſſinnen, sich für den Dienst als freiwillige Helferinnen zur Verfügung zu stellen. Anmeldungen sind an die Arbei. terfürsorge", Prag II, Fügnerovo nám. 4, ( Anna Appelt) zu richten.( Telephon 51351.) Auch Kleiderspenden, die für die Flüchtlingshilfe bestimmt sind, sind bei der ,, Arbeiterfürsorge" abzugeben. den, und Ronald Colman spielt die Hauptrolle des zu den Seligen entführten, von ihnen zweifelnd flüchtenden und zu ihne. fämpfend zurückkehrenden Polititers auf eine sehr anständige, nie übertre: -cisDie Schwurgerichtsperiode, die gestern mit dem vola berauben und erschießen wollten, beginnen Prag. Der Minister für öffentliches Gesundheitswesen Prof. St. Mentl empfing Montag den sollte, wird erit übermorgen beginnen. Der heuttae Prozeß wurde auf unbestimmte Zeit vertagt, weil Gesundheitsreferenten der Hauptstadt Prag, Stellvertreter des Primators, Dr. Jeřávet, und führüden mußten. Fürs nächſtemal wurden aber andere zwei Aerzte, die Gerichtssachverständige sind. einrende Beamte des Prager Gesundheitsdienstes. In Sachverständige eingeladen und alle Prozesse, die der Beratung wurden Fragen der Gesundheits- an die Reihe kommen sollten, werden auch stattfin fürsorge der Hauptstadt während der Zeit der den. Am 29. September findet ein Prozeß gegen die Gleichzeitig ist diese Einschränkung jedoch so Wehrbereitschaft des Staates behandelt. Der Ge- Eheleute Václav und Marie Chlupf a statt, die geregelt, daß durch sie das Wirtschaftsleben nicht ſundheitsminister forderte einen detaillierten We- des Mordes angeklagt find, am 3. Oftober der Pros seß mit Jaroslav Vorticet, der ebenfalls des bedroht oder gar die Ernährung der Bericht über den Stand der zivilen Luftabwehr beMordes angeflagt ist und am 10. Oktober wird der völkerung gefährdet wäre. züglich der Gesundheitsfürsorge, über den Stand Mörder Franz oráčel vor dem Gericht stehen. und die Organisierung von Ambulatorien und so Außerdem gibt es drei Fälle der Norzucht, dann weiter ein und wurde auch über die Schwierigtei einen Kindesmord und zweimal Mißbrauch der ten informiert, welche in den erwähnten Richtun- misgewalt. Bezeichnend ist, daß die Sensationsgen bestehen. Der Minister versprach dem Geſund- just in dieſer Zeit vollkommen verschwunden ist. heitsdienst der Stadt Prag zweckmäßige Mitarbeit zum heutigen Prozeß tam außer den Müttern der und soweit dies erforderlich ist auch Unter- unglückseligen Jungen tein Mensch! stüßung. Prozeß gegen drei Jungen, die den Chauffeur Rb vende und immer intelligente Art. Daher ist diese Einschränkung der Auszahlungen dort von wesentlich geringerem Umfang, wo es sich um die zum Betriebe von linternehmun gen notwendigen Mittel handelt. Die Einschränfungen beziehen sich überhaupt nicht auf Mitte!, die der Unternehmer zur Auszahlung der Gehälter und des Lohnes der Angestellten braucht. Es iſt auch nicht wahr, daß im Zusammen Freiwillige Diensthelfer, Achtung! Kunst und Wissen hang mit der Einschränkung der Auszahlungen bei uns irgendwo Geschäfte geschlossen wurden. Aus aller Welt mg. Urania- Kino „ Ihr Leibhusar", Lachfilm. Halmah etc. 6. 9 Uhr. Sport- Spiel- Körperpflege Der Tennis Länderkampf Tschechoslowakei gegen Rumänien in Bukarest wurde am Sonntag bes ender. Die Rumänen fiegten mit 3: 2, da die Tiche choslowaken infolge der politischen Situation nicht in der Lage waren, ihre besten Vertreter zu entsenden. Nur Cejnar wurde den Anforderungen gerecht, während Ambros alle seine Spiele abaab. In der ungarischen Fußball- Meisterschaft wurde am Sonntag der Mitropacup Finalist Ferencvaros von Hungaria mit 0: 3 geschlagen. Neben Hungaria ist in der laufenden Meisterschaft noch livest unge schlagen, welche in Szolnok ebenfalls 3: 0 gewannen. Zwei Fußballspiele in Wien sind eine magere Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. Angelegenheit im Vergleich früherer besserer Tage. Heute. Dienstag: Geſchloſſen._Mittwoch. Wenn noch dazu Vienna gegen den Grazer AC nur 19.30 Uhr:„ Ein Sommernachtstraum"( Sha- 2: 1 gewinnen fonnte und Admira von Austria- Fiat tespeare- Zyklus).- Donnerstag: 19.30 Uhr: Don mit 3: 4 geichlagen wurde, wird der Vergleich mit Carlos". Freitag: Geschlossen. Samstag, 19.30 der früheren Wiener Fußballschule immer trostloser. Uhr: Luise Miller". Einen neuen Weltrekord im Gehen über 25 20 Kilometer stellte am Sonntag in Riga der, lettische Ein neues Ausbildungszentrum für Freiwillige, die sich zur Verrichtung von Diensten melden, die mit der Staatsverteidigung zusammenhängen, wurde geschaffen; zum Befehlshaber des Ausbildungszen irums wurde der Kommandant der Nationalgarde Nr. 190, Stabskapitän Pine ernannt, der einen Ka der von Instruktoren zusammenstellie und Weisungen für die Durchführung der Ausbildung erteilt. Die Werbebüros( unter einheitlicher Leitung Uhr: Momödie der Krummen Vilton, Ge Geber gicplains auf, der für diefe Strede eine Beit des Oberstleutnants Radechovský) senden die anges ſchloſſen. Donnerstag, 19.30 Uhr: Nora". meldeten Freiwilligen zu diesem Ausbildungszen- Freitag: Geſchloſſen. Samstag, 20 Uhr:..Große trum; die Kanzleien befinden sich: Für Prag I- III Liebe"( volkstümliche Vorstellung). V- VI: Auf der Schüßen- Insel, Fähnrich Hanzlif, Kommandant der Nationalgarde Nr. 1. Für Prag IV- XIX- VII: In der Kadettenschule in Prag IV, Stabsfapitän Pine, Nationalgarde 190. Für das übrige Prag: Prag I, Ostrovní ul. 26. Nationalgarde 2. Der glückliche Verkehrsunfall. Ein Verkehrs unfall, der von der Polizei als überaus glücklich" bezeichnet werden muß, hat sich in Paris ereignet, und ſeine näheren Umstände würden ein gutes Ege: nario für einen striminalreißer geben. Ein gewisser Dudon wurde mitten in der Nacht von zwei Män nern, Bondouy und Ledevedec, mit vorgehaltenem Revolver aus dem Bett geholt. Er fannte sie beide, aver das hinderte nicht, daß sie ihn nach allen Regeln ausplünderten und in zwei Stoffern alle seine Wertsachen davonirugen. Diese Koffer wurden in das Auio von Bondoun berpadt, Ledevedec sezte sich ans Sicuer, fuhr aber auf einen haltenden Autobus herauf. Es gab den schönsten Verkehrsunfall, und die beiden Männer, die zuerst in der Menschenmenge zu verschwinden versucht hatten, wurden gefaßt. Aber Der Anfang des Unterrichts an allen Schu als sie von den Beamten auf das Mommissariat gelen in Prag um eine halbe Stunde verschoben. bracht wurden, trafen sie dort zu ihrer grenzenlosen Amtlich wird verlautbart: Der Anfang des SchulVerblüffung Dudon, der gerade die Anzeige gegen unterrichts an allen Volts, Mittel- und Fachjie wegen Raubüberfall erstattete. Die Polizei stellte schulen in Groß- Prag wird bis auf weiteres auf schnell fest, daß die beiden vorbestrafte Verbrecher halb 9 1hr verschoben und zwar vom 27. Septem= waren, aber auch die Persönlichkeit von Dudon ist ber 1938. Die Unterrichtsstunden sollen derart nicht ganz einwandfrei. Die Erklärung jedenfalls, reduziert werden, daß das Ende des Unterrichts die Bondouy über den Raubüberfall abgab, ist mehr dasselbe bleibt. als mertwürdig: Dudon habe nämlich seit einiger Erweiterung des Lokalverkehrs. Die Direktion Zeit zwei Sinder, deren illegitimer Vater er sei, bei der Staatsbahnen in Prag teilt mit: Der gegenihm in Stoft gegeben, habe aber seit langem das Soft- wärtig giltige Eisenbahnfahrplan wird von Montag. geld nicht mehr bezahlt. Es seien jezt bereits 600 den 26. September. ab im Prager Lokalverkehr Francs, und da er Dudon fannte, blieb fein anderes ziemlich erweitert werden. Näheres auf den AnschlagMittel, als auf diese eigenartige Weise seine Schuld einzutreiben. Die Polizei fand die Art und Weise ebenfalls eigenartig und behielt zunächst alle drei in Saft. tafeln in der Station. Kleinen Bühne. Univ. Professor MUDr. Chodounsky schreibt: Die alkalisch- muriatischen Quellen des BADES LUHAČOVICE sind die besten Europas. Fordern Sie diese überall. Der Film Der verlorene Horizont von 2: 00: 25.4 St. benötigte. Die leichtathletischen Meisterschaften der USSM. die in Charlow durchgeführt wurden, brachten 15 neue russische Reforde, darunter sechs von Frauen erzielte. Die besten Leistungen erreichten Ozolin im t Stabhochsprung mit 4.20 Meter und Serafin na menster über 10.000 Meter mit 31: 14.4 Min., Be tiajew im Weitsprung mit 7.48 Meter. Awanĭom sprang 1.90 Meter hoch. Liafow fam im Disfuswer fen auf 45.45 Meter und Maxinow liek die 800 Meter in 1: 54.8 Min. Ein Fußballwettkampf Rumänien- Deutschland fand in Bulareit statt, den die Nazis mit 4: 1( 1: 0) dant der Mitwirkung von acht Wiener Spielern ges wannen. Die Rumänen waren im Feldiviel ein gleichwertiger Gegner, versanten aber vor dem Tore durch Schußunsicherheit. Das Schachturnier der vier USSM- Meister der siebenten und vorleßien Runde Ragozin mit 5.5 Alatorcew, Khan, Ragozin und Riouniu sicht nach vor Sthan mit 4 Vunften in Führung. Die amerikanischen Tennismeisterschaften im sofort in bar cinbrachte, in der Tasche haben. Man erhält für Die Verwaltung Eine Insel der Seligen diesmal nicht im Ozean, sondern mitten in der unzugänglichen zen tralajiatiſchen Hochgebirgswelt- ist die einen vision, die in Uebereinstimmung mit Sehnsucht vieler in unseren unheilschwangeren Forest Hills brachten im Männer- Einzel den Sica Tagen von dem Romanschreiber James Hilton be- von Budge und im Frauen- Einzel von Marble. Budge nüßt und von dem amerikanischen Filmregisseur schloß damit seine Amateur"-Tätigkeit ab und soll Frant Capra auf die Leinwand gebracht wurde. Schon einen Profi- Vertran. der ihm 150,000 Dollar In diese Traumwelt, wo ewiger Friede, ewiges Brag wird die Kinder der Reservisten erhalten. Glück und beinahe ewige Jugend herrschen, wird ein Der Stadtrat von Prag hat entschieden, daß den Fa- Häuflein Europäer entführt, da vor irgendwelmilien der eingerüdten Reservisten eine außerordent- chen asiatischen Striegsstürmen flüchtete. Einer von liche Unterstüßung ausgezahlt werden soll, soferne Auf der Suche nach dem fibirischen Meteoriten. sie sich melden werden. Jede Reservistenfrau wird Es ist dreißig Jahre her, seitdem sich in Ostsibirien 20 Kč wöchentlich bekommen und die Gemeinde wird eine furchtbare Naturkatastrophe ereignet hat. In die Kinder der Reservisten bis zu 14 Jahren erhals dem Gebiet der Podkamennaja Tungusta, einem Ne ten. Kinder bis zu sechs Jahren werden in den Kinbenfluß des Jennissej, ging ein ungeheurer Meteorit dergärten und Krippen gespeist werden, ältere Kinder nieder. Diese Tatsache wurde einwandfrei registriert, in den städtischen Küchen. Für Kinder über 14 Jahren jedoch war es bis heute nicht möglich, in die Urwäl- wird die Gemeinde den Müttern 12 Kč wöchentlich zah der an der Tungusta einzudringen und den genauen len, aber nur dann, wenn es sich um einen Studenten Umfang der Katastrophe festzustellen oder gar den Meteoriten selbst aufzufinden. In diesem Sommer ist hat. Der Stadtrat will veranlassen, daß die zur Ausoder um einen Lehrling handelt, der kein Einkommen aber eine Expedition ausgerüstet worden, die endlich zahlung der Unterhaltsbeiträge an die Verwandten Stlarheit über das seltene Naturphänomen geschaffen der Reservisten notwendigen Formalitäten vereinfacht hat. Die Expedition hat sich eine Grungenes bedient das 50 Stunden lang das ganze Gebiet überflog und werden. Bisher dauerte es sehr lange, bevor die Aus1500 Aufnahmen gemacht hat. Aus diesen Aufnah- ahlung durchgeführt wurde. Die Frauen der Refermen geht flar hervor, daß noch heute die Zerstörun- bisten, die ein Gesuch um den Unterhaltsbeitrag eingen, die der Meteorit verursacht hat, nicht von der gereicht haben, mußten abwarten, bis ihnen diejenige Natur selbst wieder ausgeglichen worden sind. Den militärische Formation, zu welcher ihr Gatte einbeWeg, den der Stein genommen hat, ist auf den Photos rufen wurde, beſtätigte, daß der Reservist eingerückt deutlich zu erkennen. Dagegen hat man den Meteo- ist und die ganze Dienstpflicht vollendet hat. Die Forriten selbst nicht gefunden; man nimmt an, daß er malitäten würden große Vereinfachung erfahren, beim Aufprallen auf die Erde zerbrochen und tief wenn die Militärbehörden die Bestätigung über den unter die Erdoberfläche eingedrungen ist. Auf Grund Dienst des Reservisten ohne besonderes Gesuch aus der Aufnahmen wird in der Akademie der Wissen- stellen würden und wenn sie sie direkt den Evidenzschaften jetzt eine detaillierte Karte des Gebiets her- referaten schiden würden. gestellt, die im nächsten Jahre dazu dienen soll, eine neue Erpedition auszurüsten, die diesmal zu Fuß in 100 dänische Kronen die Taiga vordringen soll. 100 schwedische Kronen Beдuasbedingungen: Bei Ruſtellung inssaus oder bei Bezug durch die Boft monatlich Ke 17.- vierteljährig Kč 51.-, halbjährig Kč 102, ganzjährig Kč 204.-Tarif billiaft berechnet. Rüditellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken. Die Beitungsfrankatur wurde von der Poſt- u. Telearabbendirektion mit Erlak Nr. 18.800 VII/ 1930 bewilligt( Kontrollvostamt Praha 25. Druderei:..Orbis" Drud. Verlags- u. Beitungs- A.- G. Praa. . Ein Fünfzehnjähriger erschlägt ein Mädchen. Ein fünfzehnjähriger Lehrling, der in Prag II. be schäftigt war, fam in Streit mit einem dort ebenfalls 100 Reichsmart. Markmünzen Der beiliegende Erlagschein ist zur ihnen ist ein englischer Staatsmann, angehender Bezahlung der Abonnementsgebühr zu Außenminister, dessen Evangelium einer glüdscher jener seligen Kloster- Insel davon überzeugt hat, licheren Menschenzukunft den Gründer und Herrverwenden! daß dieser Engländer berufen ist, der neue Dalai- die Partei und deren Presse Wer im Rückstande bleibt, schädigt Lama" des Friedens- Klosters zu werden und von dort aus der Menschheit, wenn sie sich in ihrer Brus talität erschöpft haben wird, die Lehre des Friedens zu verfünden. Das alles soll wahrscheinlich nur ein Traum des englischen Politifers sein, und der nicht leicht, einen Wunschtraum im Film anschauihrer Wirklichkeit immer offen bleibt. Aber es ist Film zeigt die Vorgänge so, daß die Frage nach lich zu machen, und die Gefilde der Seligen wirken. wenn sie auf der Stinoleinwand erscheinen, notwen digerweise banaler als man sich die Seligkeit au wünschen pfleat. Es ist bezeichnend nicht nur für die Möglichkeiten der Filmgestaltung, sondern für das Problem der Glückseligkeit und der Wunschträume, daß die sensationellen Schreckensszenen des Films, die lucht vor dem Striege und dann die Flucht aus dem Kloster der Seligkeit( zu der das Verlangen nach der„ zivilisierten Weit" manche glüdlichen Gefangenen treibt) wirkungsvoller geraten sind als die Veranschaulichung des ewigen Glücks, spannender vor allem als die konfliktslose Ruhe, nach der man sich sehnen, für die man wirken und opfern, aber die man sich kaum anschaulicher ausmalen fann. Auch ein so geschickter Regisseur wie Capra hat es nicht verhindern können daß der Film stredenweife titschig und dann wieder reißerisch sensationell wirft. Aber wirkungsvoll ist er bei alledem gewor Kč 389.• 495.17.35 473.50 448.50 657.50 " 77.95 0 • 139.25 . 6 29.10 109.40 100 rumänische Lei 100 polnische Bloth 100 ungarische Pengö 100 Schweizer Franken 100 franzöfifche Francs 1 englisches Pfund . 1 amerikanischer Dollar. 100 italienische Lire 100 holländische Gulden 100 jugoslawische Dinare 100 Belgas • 1567.64.80 494.633.720.Injerate werden lat