Sozialdemokrat 8entralorgan ber Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme bes Montag täglich früh/ Einzelpreis 75 Heller Rebaltion u. Berwaltung: Brog XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantw. Redakteur i. B.: Zdenko Neuwirth, Prag 18. Jahrgang Donnerstag, 29. September 1938 Ueberraschende Wendung in kritischester Stunde Seite 4: Det staatliche Unterhaltsbeitrag Nr. 229 Vierer- Konferenz in München Chamberlain, Daladier und Mussolini zu Hitler Die vorbereitete deutsche Mobilisierung um 24 Stunden verschoben Prag. Durch die Einberufung einer Vierer- Konferenz zwischen] Nach einer inzwischen dementierten Meldung soll Hitler der VorChamberlain, Daladier, Hitler und Mussolini hat der deutsch- tschecho- schlag gemacht worden sein, das sudetendeutsche Gebiet durch englisch. flowakische Konflikt eine neue Wendung erhalten. Die Einladung zu französische Truppenkontingente zu besetzen. der Besprechung, die heute um 15 Uhr in München beginnt, erging von Der Einberufung der Vierer- Konferenz gingen diplomatische Aktionen Hitler, nachdem Chamberlain an ihn einen legten Appell gerichtet hatte Botschafter Francois Poncet und der englische Botschafter Henderson lange in Rom und Berlin voraus. Im Laufe des Tages hatten der franzöſiſche und Mussolini, dem der britische Botschafter in Rom Lord Perth eine Aussprachen mit Hitler. Der amerikanische Botschafter in Rom übergab Botschaft Chamberlains überbrachte, telephonisch ersucht hatte, Hitler Mussolini eine persönliche Botschaft Roosevelts. Graf Ciano hatte zwei möge seine geplante Attion vertagen. Unterredungen mit Perth. Brag. Ganz überraschend hat sich die Situation wieder gewandelt. Zum Besseren insofern, als die Tatsache neuer Verhandlungen auch zu neuer Hoffnung berechtigt, zur Hoffnung, daß eine Lösung gefunden wird, die den Frieden rettet, ohne die opfern Lebensmöglichkeit der Tschechoslowakei zu Schwebezustand zwischen Hoffen und Bangen dauert an. Mit welcher Sammlung. Gefastheit und Nuhe ihn die Bevölkerung unseres Staates erträgt, ist wahrhaft bewundernswert. Chamberlains Unterhausrede Bekanntgabe der Vierer- Konferenz in München Das Unterhaus ohne Debatte bis Montag vertagt London.( Reuter.) Ministerpräsident ter.) Wi Chamberlain wurde von allen Seiten im Unterhaus begrüßt, als er aufſtand, um feine mit Ungeduld erwartete Erklärung über die internationale Lage abzugeben: Die Einladung zur Viermächte- Konferens ist, mie Premierminister Chamberlain in seiner Rebe vor dem Unterhause mitteilte, von Hitler ausge- Die Situation, in der wir uns im Juli gangen. Gleichzeitig aber teilte Chamberlain mit, befanden, beruht darin, daß die Verhandlungen daf Hitler sich mit einem Aufschub der Mobilifie- zwischen der tschechoslowakischen Regierung und rung um vierundzwanzig Stunden einverstanden den Sudetendeutschen am toten Punkt angelangt erklärt habe. Da Deutschland bereits vor Wochen waren und Befürchtungen bestanden, daß falls mit einer großen Mobilifierung, die als Einberu- dieser tote Punkt nicht rasch überwunden wird, fung zu Manövern nur wenig verschleiert wurde, die deutsche Regierung einschreiten wird. Die begonnen hat, kann es sich bei der jetzt geplanten, britische Regierung hatte drei Wege, zwifchen die um einen Tag verschoben wurde, nur um eine benen sie wählen konnte: Entweder konnten wir allgemeine Mobilisierung gehandelt haben. Hitler drohen, daß wir gegen Deutschland in den Krieg war also zum fofortigen Krieg offenbar entschlof- schen, falls es die Tschechoslowakei überfällt fen. Ob er nicht noch immer genau so entschloffen oder wir konnten zur Seite stehen und den Er. ift, ob nicht die Biermächte- Konferenz, beren Ge- cigniffen ihren Lauf laffen oder wir konnten lingen oder Scheitern ganz in seiner Hand liegt, fchließlich versuchen, eine friedliche Lösung durch ihm nur den Vorwand liefern foll, als friedens- Vermittlung zu finden. bereiter Staatsmann zu erscheinen, der zu einem letzten Versuche bereit war das bleibt dem Bereiche der Vermutungen überlassen, bis man über Verlauf und Ergebnis der Münchener Beratung Bescheid bekommen wird. Den ersten Weg haben wir abgelehnt. Wir hatten teinen Vertrag, der und an die Tschechoflowakei gebunden hätte und wir haben es immer abgelehnt, eine solche Bindung auf uns zu nehmen. Die zweite Möglichkeit widersteht uns ebenfalls und so wandten wir uns dem dritten Weg zu, das ist der Aufgabe des Vermittelns. Hierauf schilderte Chamberlain hie weiteren Vermittlungsbestrebungen Runcimans, denen die ständig auftretenden Zwiſchenfälle im Wege itan den und sagte: bentrops gegenüber dem britischen Botschafter in Berlin Ausdruck gab, daß die deutsche Regierung ihre Stellung zur Mission Runcimans sich vorbehalte und die Angelegenheit als ein rein briti sches Intereffe betrachtet. Im weiteren Verlauf der Nede teilte Chamberlain mit, daß ihn Reichskanzler Hitler für morgen nach München eingeladen habe. Hitler hat auch Muffolini und Daladier eingeladen. Chamberlain teie auch mit, daß Reichskanzler Hitler sich mit einem Aufschub der Mobili Als Henlein am 2. September nach Berchtes fierung um 24 Stunden einverstanden ergaden fam, brachte er eine Botschaft Nuncimane flärt habe. Chamberlain fandte einen neuen Appell an Hitler, in welcher der Hoffnung Ausdruck ge- an Hitler, worin er den Antrag stellt, daß er be geben wird daß Hitler die Fortsetzung der Ver- reit ist, wiederum nach Deutschland zu kommen, handlungen genehmigen und unterstüßen werde. wobei er auch an Mussolini appellierte, er möge Senlein gab Nunciman keine direkte Antwort, fich an einer Konferenz beteiligen, die binnen kehrte jedoch mit der Ueberzeugung zurück, das Wochenfrist die Details feſtſchen würde. ChamHitler eine friedliche Lösung wünsche. Die Be berlain fagt, es wird mitgeteilt, er habe Hitlers mühungen Lord Runcimans hatten im großen Einladung angenommen. Ich werde fahren, um Maße Erfolg und brachten die Sudetendeutschen zu sehen, was ich als lekte Anstrengung und die tschechoslowakische Regierung näher zu machen kann. Nach diesen Worten standen alle im fammen. Inzwischen machte die Entwicklung der Unterhaus auf, grüßten stürmisch den MiniſterEreignisse in Deutschland selbst der britischen Ne- präsidenten und applaudierten begeistert dieser gierung große Sorgen. Am 28. August schrieb Mitteilung. Hierauf wurde das Unterhaus bis Montag Lord Halifax Ribbentrop einen persönlichen Brief, worin er sein Bedauern über die Aeußerung Nib- vertagt. Roosevelts Botschaft Jede Anwendung von Gewalt ist unberechtigt Man kann annehmen, daß sich Hitler unter dem Eindruck der neuen Depesche des Präsidenten Chamberlain spendete dann der Tätigkeit Moosevelt zur Einladung Chamberlains, Dala- Runcimans Lob und stellte fest: Wenn Lord Washington. Der Appell Roosevelts| Ungerechtigkeiten, die in der Vergangenheit diers und Muffolinis entschloffen hat, diefe De Runciman zum Schluß doch nicht erfolgreich war, besche Roosevelts ist eines der wahrhaft großen war das nicht sein Fehler. Aber nicht nur wir, an Hitler, der um 3 Uhr in der Nacht auf gestern vorgekommen sind. Es ist dies eine Frage des Schicksals der Welt von heute and menschlichen Dokumente unferer Zeit. Sie spricht sondern ganz Europa muß ihm und feinem Stab erging, lautet: so undiplomatisch menschlich, sie spricht so ergrei- für ihre lange und erschöpfende Bemühung um Ich gestatte mir, die Antwort Euerer Erzel- morgen. Die Welt fordert von uns, die wir fend von der Verantwortung für das Leben jedes den Frieden dankbar sein, während welcher fie lenz auf mein Telegramm vom 26. September in diesen Augenblicken Oberhäupter der Staaten Menschen, der Opfer eines Krieges werden die Achtung und das Vertrauen beider Seiten er zu bestätigen. Ich war überzeugt, daß Sie Ihrer find, die überragende Fähigkeit, fönnte, daß sie von tiefster Wirkung auf jeden worben haben.( Zustimmung.) Chamberlain Sustimmung zu meiner. Ansicht Ausdruck geben um die Geschicke der Völker so zu leiten, daß ihnen menschlich Fühlenden sein mußte. Wenn man auch führte weiter aus, Witte Auguft habe es fich flar werden, die sich über die unvorhergesehenen Fol- nicht die Verkrüppelung oder der Tod von Williodie derzeitigen deutschen Machthaber nicht zu ihnen gezeigt, daß die Kluft zwischen der Karlsbader igen und über das unermeßliche Unglück aussprach, nen Bürgern aufgezwungen wird. Die Gewaltzählen kann, fo find fie fich doch im Klaren über Mede Henleins und den Anträgen der tschecho- das durch den Ausbruch eines europäischen Krie- anwendung im Weltkriege hat keine Ruhe gebracht. die Wirkung dieses Appells Roosevelts und über flowakischen Regierung zu tief ift, als daß fie ses über die ganze Welt hereinbrechen würde. Die Sieg und Niederlage sind gleich unfruchtbar. Dicic die Wirkung, die eine absolute Nichtbeachtung ha- Berhandlungen zwischen den Parteien auf diefer Frage, vor der die Welt heute steht, Herr Reids- Lehre follte die Welt bereits zichen. Und darum, ben müßte. Es ist unter diesen Umständen begreif Grundlage gestatten würde. tanzler, ist keine Frage irriger Annahmen of er vor allem aus diesem Grunde, habe ich Euer Erzellenz, Dr. Benes, Daladier und Chamberlain meine Rundgebung vom 25. September gesandt. ftrittigen Angelegenheiten zwischen der deutschen und der tschechoslowakischen Regierung mit friedlichen Mitteln gelöst werden sollten, und daß 2. die Alternative, die mit der Gewaltanwendung in einem Maße droht, das wahrscheinich einen allgemeinen Krieg zur Folge hätte, eben. fo überflüffig wie unberechtigt ist. Es ist also höchst wichtig, daß die Verhandlungen ohne Unterbrechung fortgesetzt werden, soiange lich, daß die vom englischen Gesandten in Rom dem Ministerpräsidenten Mussolini vorgetragene neue Anregung zu einem lekten Verhandlungsversuch ferenz zu. Auch die Bevölkerung der Tschechoslowa- Sorgen..." Das heißt, daß es ganz ohne Zwei- Ich fuchte zwei Punkte zu betonen: 1. Daß die in Form einer Konferenz zwischen Chamberlain, fei hofft auf Rettung des Friedens, Aber in diefe fel zu einer Lösung des fudetendeutschen Problems Daladier, Hitler und Muffolini, welche Anregung Hoffnungen mischen sich doch auch Besorgniffe. Die im Rahmen des tschechoslowakischen Staates gevon Mussolini in einem Telephongespräch mit Hit- Besorgniffe, es tönnten unferem Staate wieder fommen wäre, wenn Deutschland eine solche Lö Ter an diesen empfehlend weitergegeben wurde, zufung zugelaffen hätte. Deutschland wollte einfach Opfer zugemutet werden... stimmend beantwortet wurde. Im gleichen Sinne Chamberlain hat in seiner Nede vor dem die fudetendeutschen Gebiete und bediente fich der dürften auch der franzöſiſche und der englische Ge. Unterhaufe deutlich, wenn auch in zurückhaltender fudetendeutschen Bevölkerung als Mittel zur Erfandte in ihren Vorsprachen bei Hitler gewirkt Form, zu verstehen gegeben, daß es zu dem reichung dieses Zieles. Und es wollte und will mehr beutsch- tschechoslowakischen Konflikte gar nicht durch als die Randgebiete unferes Staates: cs will Was von dieser Konferenz zu erwarten ist? den Willen der Sudetendeutschen gekommen fei, freie Bahn nach dem Südosten. Das wird jene nicht eine gerechte und konstruktive Lösung erzielt Niemand vermag es zu sagen. Chamberlain hat auch nicht durch den Willen der SdB." Die Be- Welt, die immer noch bereit ist, einer Erklärung 18 hatten in in großem Maße des Dritten Reiches Glauben zu schenken, der zum erklärt, er reise nach Berlin, um zu sehen, was mühungen Muncimans er als lekte Anstrengung machen könne. Die Kon- Erfolg und brachten die Sudetendeutschen und die Beispiel, daß es nach Löfung des fudetendeutschen ferens in München ift lehtes Bemühen, in letter tschechoslowakische Regierung einander näher. In- Problems keine territorialen Ansprüche in Europa Stunde den Frieben zu retten. Millionen Menschen zwischen machte aber die Entwicklung der Ereignisse mehr habe, schon noch erfahren, freilich nicht mehr aller Welt wensen ihre Hoffnungen dieser Kon- in Deutschland der britischen Regierung große rechtzeitig. haben. wird. Mögen die gegenwärtigen Gegensätze welche im mer fein und möge deren Wesen wie immer fein wir brauchen darüber kein Urteil auszuspre chenmein Appell sielte lediglich darauf ab, Seite 2 daß die Beratungen fortgefekt daß Anwendung Gewalt Donnerstag, 29. September 1938 Militär Nr. 229 werben und bes her something on coronit, Absolut unannehmbar!" Berchtungen der Bevölkerung vorgebeugt Die Verhandlungen noch immer offen. Sie können fortgesetzt werden, wenn Sie Ihr Wort sprechen. Wenn die Notwendigkeit offenbar werden sollte sie zu ergänzen, werden kann. Die tschechoslowakische Antwort auf das Memorandum Berlin. Dienstag zwischen 16 und 21 Uhr fuhren durch Berlin motorisierte Abteilungen aller Gattungen, u. av. vom Norden und Westen in der Richtung gegen Südosten auf der Wil helmstraße vor der Reichskanzlei und dem Flugministerium. Die Soldaten hatten weder auf der Stappe noch am Sragen Nummern. Auch die Num mern der Wagen sind verdeckt. Diese Abteilungen hätten leicht der Hauptstadt ausweichen können, man nimmt jedoch an, daß die deutschen Führer auf diese Weise Hitlers Rede von Montag mit dem zugehörigen Bilde ergänzen wollten. Eine unge heure Menschenmenge auf den Gehsteigen verfolgte diesen ununterbrochenen Marsch der Kriegsmaschi nen ohne Begeisterung, ja sogar mit Unruhe. In der Bevölkerung steigern sich von Stunde zu Stunde die Befürchtungen. steht dem nichts im Wege, daß ihr Inhalt zu einer London. Am Dienstag wurde in London die vorangegangenen Regierung übernimmt, die grau Konferenz aller Völker erweitert wer- Note veröffentlicht, die am 25. September Ge- famen Bedingungen des sogenannten englisch de, die ein direktes Intereffe an der gegenwärtigen fandter Ian Masaryk dem Ministerpräsiden- franzöfifchen Plans zu erfüllen. Kontroverse haben. Eine folche Konferenz müßte ten Chamberlain und Außenminister Lord Halifax Nach der Rückkehr des Ministerpräsidenten fofort an irgend einem nertzalen Orte stattfin- übergeben hat, Die Note hat folgenden Wortlaut: Chamberlain aus Godesberg wurden der tschechoden. Meine Neberzeugung in diesen beiden Bunk-„ Die tschechoslowakische Regierung hat mich fo- slowakischen Regierung durch den englischen Geten verstärkte sich, weil die verantwortlichen eben beauftragt, mit Rücksicht darauf, daß die fandten in Prag neue Anträge vorgelegt, mit der Staatsmänner feſtſtellten, daß im wesentlichen be- franzöfifchen Staatsmänner heute nach London ergänzenden Information, daß die englische Rereits ein Einvernehmen zwischen der deutschen und kommen, der Regierung Ihrer Majestät mitzu- gierung nur als Bermittlerin handelt tschechoslowakischen Regierung erzielt wurde, ob teilen: und auf keinen Fall raten oder die wohl über die genaue Zeit, die Methode und die Die tschechoslowakische Nation hat eine einzig- tschechoslowakische Regierung dränEinzelheiten der Durchführung dieses Einver- artige Disziplin an den Tag gelegt und diese Hal- gen will. Dr. Krofta hat bei der Entgegennehmens noch nicht entschieden ist. Eine Konferenz tung in den vergangenen Tagen bewiesen, ohne nahme des Planes aus der Hand des englischen würde die Möglichkeit gewähren, dies und die dar- Rücksicht auf die neue grobe und vulgäre Gesandten in Prag versichert, daß die tschechosloauf Bezug habenden Fragen im Geiste der Ge- Kampagne des deutschen Rundfunks und der watische Regierung den Plan in demselben rechtigkeit, des fairen Vorgehend und aller mensch deutschen Preffe gegen die Tschechoslowakei und Geiſt prüfen wird, in dem sie bisher mit den Botschaft an die Jllegalen lichen Voraussicht zufolge mit größerer Dauer ihre Führer, besonders gegen Dr. Beneš. Die Regierungen von Frankreich und England zuhaftigkeit zu lösen. Meinem wohl überlegten Ur- französische und die britische Regierung sind sich fammengearbeitet hat. reil und den Erfahrungen dieſes Jahrhunderts deſſen gut bewußt, daß wir unter äußer ft Die tschechoslowakische Regierung prüft jest London. Die Führer der Labourparty, habet in Deutschland zufolge find ununterbrochene Verhandlungen der har tem Druck eingewilligt haben zu dem soeinzige Weg, auf dem das unmittelbar gegebene genannten englisch französischen Plan und der das Dokument und die beigelegte Karte. Es han- sorgfältig gerade diesen Augenblick gewählt, un Problem auf einer dauernden Grundlage geregelt Abtretung eines Teils der Tschechoslowakei. Wir belt fich de facto um ein Ultimatum, wie es ein Manifest an die deutsche Arbeiter gewöhnlich einer befiegten Nation über- schaft zu richten. Die Veröffentlichung wurd haben diesen Plan unter äußerst schwieWenn Sie Ihre Zustimmung zu einer Re- rigen Verhältnissen angenommen. Wir reicht wird und nicht einem souveränen Staat, der zurüdgehalten, bis die Nachricht eintraf, daß sid gelung in diefer friedlichen Weise geben würden, hatten nicht einmal Zeit, gegen einige feiner un- die größtmögliche Bereitschaft, für die europäische das Manifest in den Händen der Hauptführe fo bin ich überzeugt, daß hunderte von Millionen anwendbaren Teile Einwendungen zu er- Beruhigung Opfer zu bringen, gezeigt hat. Auch Deutschlands befinde, die Jahre hindurch heimlid in der Welt Ihr Vorgehen als hervorra nicht die geringste Spur einer folgearbeitet haben, um den demokratischen Geist it genden geschichtlichen Dienst an in der Voraussetzung, daß er das Ende der den Bereitschaft zu Opfern wurde von der der unterdrückten deutschen Arbeiterschaft zu erder ganzen Menschheit anerkennen an uns gestellten Forderungen ist, Regierung des Reichskanzlers Hitler gezeigt. Die halten. Längere Zeit hindurch bestand bereits ein würden. Geſtatten Sie, daß ich meiner vorbehalt die fich aus dem englisch- französischen Druck er- tschechoslowakische Regierung ist über den Inhalt ständige Verbindung zwischen der westlichen bemo lofen Ueberzeugung Ausbruck gebe, daß die Ge- geben, daß diese zwei Mächte die Verantwor- weit über das hinaus, was im foge- Deutschland. So hat sich ein ganzes System unter der Note erstaunt. Die Anträge gehen tratischen Bewegung und den Arbeitern it schichte und daß die Seele eines jeden Mannes, tung für unsere verkleinerten einer jeden Frau und eines jeden Kindes, deren Grenzen übernehmen, und ihre Hilfe für den nannten englisch franzöfifchen irdischer Verbindungen entwickelt. Das Manifef Plan gebilligt wurde. Diese Anträge der britischen Labouristen wurde wie mitgeteit Leben in einem drohenden Kriege verloren gehen Fall, daß wir überfallen werden, garantieren. berauben uns jedes Schutzes unserer nationalen wird durch einen Sonderfurier befördert unt würde, uns zur Verantwortung Die vulgäre deutsche Kampag- Existenz. Wir sollen auf einen großen Teil unserer in Deutschland durch den Geheimsende: rufen werden, wenn wir irgend einen ne wurde fortgefekt. fo forgfältig vorbereiteten Verteidigungsmittel verbreitet. Die britischen Labourführer find über Appell zu feiner Berhinderung außer Acht laffen Während Ministerpräsident Chamberlain in verzichten, und die deutsche Armee soll weit in das zeugt, daß diesmal zum ersten Male Milliones würden. Godesberg war, erhielt die tschechoslowakische Re- Land einrücken, che wir das Land auf neuer deutscher Arbeiter wissen, daß die öffentliche Mek gierung von den Vertretern Frankreichs und Eng- Grundlage organisieren oder irgendwelche Borbe- nung der Welt gegen Hitler ist. lands folgende Nachricht: Wir haben uns mit der reitungen zu ihrem Schut treffen könnten. Unsere franzöfifchen, refp. englischen Regierung geeinigt, nationale und wirtschaftliche Unabhängigkeit würde die tschechoslowakische Regierung zu informieren, durch die Annahme des Planes des Reichskanzlers daß die Regierungen Englands und Frankreichs Hitler automatisch verschwinden. Das ganze Pronicht weiter die Verantwortung übernehmen kön- blem der Verschiebung der Bevölkerung würde sich nen für den Nat, daß die tschechoslowakische Regie- beschränken auf die panische Flucht jener, rung nicht mobilisieren soll. die nicht das nationalsozialistische Regime annehmen wollen. Sie müßten ihre Heimat verlassen ohne das Recht zu haben, ihr persönliches Eigentum oder, falls es Bauern sind, ihr Bich mitzunehmen. Die Regierung der Vereinigten Staaten hat in Europa keine politische Verpflichtungen und sie wird keine Pflichten übernehmen, soweit es sich um die Führung der gegen wärtigen Verhandlungen han delt. Aber wir selbst anerkennen unsere Verantwortung als Teil der Welt, in der die Menschen nebeneinander leben. Das Gewiffen und der dringende Wunsch des Volkes von mir, daß sich die Sti meines Landes fordern Stimme der amerikanischen Regierung immer und immer wieder erhebe, da mit einem Kriege vorgebengt und damit er verhindert werde. heben. Dennoch haben wir den Plan angenommen Die neue tschechoslovakische Regierung unter der Führung des Generals Syrový erklärte, daß sie die volle Verantwortung für den Beschluß der fa. Regierung absolut und bedingungslos un annehmbar find. Rundfunkrede Daladiers Paris.( Havas.) Ministerpräsident Daladier sprach gestern Abend im Rundfunk. Der Ministerpräsident sagte: Die tschechoslowakische Regierung wünscht, daß ich feierlich erkläre, daß die Forderungen Hitlers in der heutigen Form für die tschechoslowakische unannehmbar find. Gegen diese neuen und grausamen Forderungen fühlt sich die tschecho flowakische Regierung verpflichtet, den energischesten Widerstand zu leisten, und wir werden dies mit Hilfe Gottes tun. Die Nation des Seiligen Wenzel, des Jan Hus und Masaryk wirb nicht eine Nation von Sklaven sein. Wir vertrauen auf die beiben großen westlichen Demokratien, deren Wünsche wir beträchtlich gegen unser eigenes Urteil zu erfüllen versprochen haben, daß sie in der Stunde der Prüfung hinter uns stehen." Ich habe angekündigt, daß ich heute Abend dem Lande die internationale Lage schildern werde. Zu Beginn des Nachmittags erhielt ich jedoch von der deutschen Regierung die Einladung morgen in München mit Hitler, Mussolini und Chamberlain zufammenzutreffen. Diese Einladung habe ich angenommen. Sie werden gewiß verstehen, daß ich am Vorabend so wichtiger Verhandlungen die Schilderung der internationalen Lage, die ich ihnen geben wollte, verschieben muß. Doch würde ich vor meiner Abreise nach Mündjen gerne dem französischen Volfe für sein Verhalten danken, das voll Mut und Würde ist. Ins besondere will ich jenen Franzosen dafür danken, die unter unsere Fahne berufen wurden, daß sic einen neuen Beweis ihrer Kaltblütigkeit und EntIn allen Ländern Vorbereitungen für den Kriegsfall schlossenheit geliefert haben. Meine Aufgabe ist schwer. Bereits seit Beginn der Schwierig- London.( Neuter.) Die britische Admi-| Anstalten wurden Mittwoch vormittags aus Feiten, die wir gegenwärtig durchmachen, habe ich ralität gab gestern bekannt, daß als vorläufige cherheitsgründen aus London weggebracht. nicht aufgehört, mit allen Kräften daran zu ar- Sicherheitsmaßnahme beschlossen wurde, die bribeiten, daß der Frieden und die Lebensinteressen tische Flott zu mobilisieren. Vormittags wurden, Frankreichs gewahrt werden. In diesen Bemühun- nachdem der König die Proklamation, durch gen werde ich morgen, geleitet von dem Gedanken welche die Marinereferviſten einberufen werden, fortfahren, daß ich darin mit der ganzen Nation erlassen hat, sofort die entsprechenden Instrutcinig bin. tionen ausgegeben. Diesen zufolge hatten sich fämtliche Männer auf den britischen Inseln, welche der Reserveklasse der königlichen Flotte angehören, am 28. September vormittags zu ihren Ausrüstungsstationen zu begeben, ohne eine persönliche Einberufung abzuwarten. Alle übri gen Marinereservisten und Ingenieure werden, Mobilisierung der britischen Flotte Reichswehr entfernt Freischärler Brag. Von militärischer Seite wird mitgeteilt: ..Bei der Kundgebung des Reichstanzlers im Sportpalast hörte man aus der Versammlung den Sprech chor flandieren: Wir wollen Krieg!" Es sei vor der ganzen Welt festgestellt, daß er erste Ruf nach Strieg aus Hitler- Deutschland ertönt ist. Die Welt möge wissen, wer den Strieg als Mittel zur Lösung von Broblemen wünscht." entschlossen, in seinem Grenzgebiet die Ordnung wiefalls ihre Dienste notwendig sein sollten, individnell einberufen werden. Marinebesprechungen Amerikas Washington. Drei leichte amerikanische Schon seit längerer Zeit beklagen fich Rundfunt und Breffe des Deutſchen Reiches, daß im Kreuzer, die in San Diego vor Anter liegen, tschechoslowakisch- deutschen Grenzgebiet feine Ord- nehmen in beschleunigtem Tempo Vorräte für nung herrsche. Erst jetzt hat man in Deutschland be- sechs Monate auf. Die Kreuzer werden heute aus griffen, daß die verschiebenen Insidente nicht von fahrbereit sein. Ihr Ziel ist unbekannt. tschechoslowakischer Seite herrühren, sondern haupt- Zahlreiche amerikanische Handelsschiffe, die sächlich von SA und SS, meist in der Uniform der in verschiedenen Staaten disloziert sind, haben Sudetendeutschen Legion. Das Deutsche Reich hat sich Befehl erhalten, sofort nach Europa abzudampfen der herzustellen. Gestern nachts wurden in einzelne und den amerikanischen Staatsangehörigen, die Grenzgemeinden Einheiten des Heeres entfandt. Die in die Vereinigten Staaten zurückkehren wollen, tschechoslowakischen Soldaten sehen ihre Kollegen zur Verfügung zu stehen. gerne auf der anderen Seite der Grenze, denn fie erwarten, daß sich beutfche Militärs nicht zu folchen heimtückischen Ueberfällen hergeben werden, wie fie der Londoner Kinder von den Freischälern- Sorben ausgeführt wurden. Wir haben aber niemanden zum Besuch unseres GrenzAuf die Aufforderung der Regierung, fich gebietes eingeladen. Es ist eine felbstverständliche zum neuerrichteten Frauen- Hilfstorps zu melden, Voraussehung, daß das internationale Recht refpel- laufen von den Frauen massenhafte Anmelduntiert wird. Im eigenen Staat machen wir selbst Ordnung. Deshalb wollen wir glauben, daß die dent. sche Armee nicht versuchen wird, auf unserem Gebiet einzugreifen. Teil- Evakuierung gen ein. Alle förperlich schwachen Kinder der den Londoner Behörden unterstehenden Schulen und Gasmaskenzuteilung in Paris Wichtige Beratungen in Belgrad Belgrad. Gestern fanden in Belgrad beson ders wichtige Beratungen der Repräsentanten det Staates statt. Ein detaillierter Bericht wurde bis her nicht ausgegeben. Japan würde Deutschland nur moralisch unterstützen Tokio.( Reuter.) Es verlautet, daß gewiss interessierte Mächte in Japan sondiert haben, wi die japanischen Absichten für den Fall eines euro päischen Krieges sind. Es verlautet weiters, das bie japanische Antwort bisher nicht weiter ging als in einer Versicherung einer moralischen Un terstüßung für Deutschland und Italien. Zustimmung der Dominien Weltreiches strömen Sympathiekundgebungen nad London. Von allen Seiten des britische London. Der ägyptische Premierministe gab in der Kammer die Erklärung ab, das Aegypten unverzüglich England beistehen werde Fast alle indischen Fürsten haben Ergeben heitstelegramme abgeschickt. Der Hohe Kom missfär für Indien in Großbritannien erklärt Indien sei bereit, England zur Hilfe zu kom Der Herrscher des größten indische Staates, Heidarabad, sandte dem englischer Vizekönig ein Telegramm, in dem er ihm all Silfsmittel des Staates zur Verfügung stellt. An tatkräftigsten dürfte England von Austra Si- lien, Kanada und Neuseeland un terſtüßt werden. Aber auch die Hilfe Süd, afritas scheint nach der Erklärung Herzogt gesichert zu sein. Gasmasken an die Bevölkerung, die in den näch= Paris. Mittwoch begann die Zuteilung von sten Tagen fortgesetzt werden wird. Die Gasmastenerzeugung wurde gesteigert und die Behörden haben alle Masken in den Lagern der privaten Firmen requiriert. Einberufungen in Holland Amsterdam.( Savas.) Die für die Verstär kung der militärischen Grenzabteilungen bestimmten Militärpersonen find mobilisiert worden. Luftschutzübungen in der Schweiz Bern.( SDA.) In der Nacht zum Mitts och wurden in der ganzen Schweiz einheitliche Berdunkelungsübungen durchgeführt, die ohne Störungen verliefen. Ungarn dementiert Mobilisierung Budapest. Das Ungarische Presse- Bureau teilt mit: Im Ausland sind Gerüchte verbreitet. daß Ungarn mobilisiere. Demgegenüber stellen amtliche Streise fest, daß es in Ungarn au teiner Mobilisierung gekommen ist und daß außer den unumgänglich notwendigen Vorsichtsmaßnahmen, die bereits vor mehr als einer Woche wegen der Mobilisierung im tschechoslowakischen Grenzges biet getroffen wurden, keine anderen Maßnah men erfolgt sind, Der Völkerbundrat bleibt in Bereitschaft Genf.( Havas.) Die Völkerbundsversamm: lung dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach heut bundrat wird, wenn man so sagen darf, aud oder morgen abgeschlossen werden. Dem Völker nach Auflösung der Versammlung im Zustand der Bereitschaft bleiben. Reichsdeutsche wollen englische Staatsbürgerschaft London.( Havas.) Wie gemeldet wird, hai fich eine große Zahl deutscher Staatsangehöriger, die in London wohnen, an das Ministerium des Innern mit der Bitte um Verleihung der englis schen Staatsbürgerschaft gewendet. Ausfuhrbeschränkungen in Belgien Brüssel.( Havas.) Moniteur" veröffent licht eine Verordnung, auf Grund deren eine vorläufige Bewilligung für die Ausfuhr einer be stimmten Zahl von Waren, insbesondere von Waffen, Munition, Kriegsmaterial, Explosiv stoffen und allen Rohstoffen eingeholt werden muß, die für die Erzeugung von Explosivstoffen, Schießpulver und in der Erzeugung von Kriegs. material verwendet werden. Heute Rundfunkrede des Papstes 18.30 Uhr eine Rundfuntansprache für die Er Rom.( Reuter.) Der Papst wird heute um haltung des Friedens halten Manöverbeginn in Bulgarien gestern die kombinierten Militärmanöver beSofia.( Reuter.) In Südbulgarien haben gonnen. sid namn «r. 229 DomrerStag, 29. September 1938 Sette 3 Bürger, Achtung! Glaubt keinen Gerüchten über die Partei I In den verschiedensten Orten bemühen sich die Henletaleute, da« Vertrauen der Sozlaldemo- braten zur Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei und Ihren Funktionären durch allerlei Gerüchte zu untergraben. So wird behauptet, daß da und dort RW-Leute übergelaufen seien, daß sich führende Funktionäre In„Sicherheit“ gebracht hätten u. ä. Wir stellen fest, daß an all diesen Gerüchten nichts Wahres ist. Ueber einzelne UOberläufer, die den Parteimitgliedern genau bekannt sind, haben sich diese schon das entsprechende Urteil gebildet. Die Führung der Partei ist intakt. Die Angestellten der Partei erfüllen, soweit sie ihre Tätigkeit an ihrem ursprünglichen Wirkungsort nicht mehr ausüben können und soweit sie nicht eingerückt sind, wichtige Aufgaben im Dienste der Fiüchtllngahilfe: sic betreuen die in den einzelnen Lagern untergebrachten Flüchtlinge aus der sudetendeutschen Provinz. Die Parteimitglieder erhalten die Weisungen für ihr Verhalten weiterhin durch ihre Vertrauensmänner, die mit den Behörden Zusammenarbeiten. Aua diesen Gründen fordern wir alle Genossen und Genossinnen auf, den Gerüchten keinen Glauben zu schenken, die von den Henlelnleuten zum Zwecke einer Demoralisierung unserer Anhänger verbreitet werden. Die Sache der Demokratie steht in der ganzen Welt gut. Wir haben deshalb keinen Grund, die Nerven zu verlieren! Hürt auf die Funktionäre der Partei! leset die sozialdemokratische Presse! Folgt den Weisungen der Behörden! Leiter^Wirtschafts-Ministeriums Ministerpräsident Syrovy Prag. Der Präsident der Republik bat gestern folgendes Handschreiben«rlaffen:.„Herr Borsitzender der Regierung, ich betraue Sie mit der einstiveiligen Leitung deS Obersten Wirt- schaftSamteS. Dr. Eduard Benei m. p. Ausgleich Tschechen—Slowaken In der tschechoslowakischen Innenpolitik hat sich ein wichtiges Ereignis vollzogen: Zwischen der Slowakischen BolkSpartei und dem Staat-Präsiden« ten ist eine Vereinbarung über die Lösung des slowakischen Problems getroffen worden. Damtt ist ein jahrelanger Streit begraben und die Uchecho« slowakei gerade in dieser kritischen'Zeit außerordentlich gestärkt worden. Die Ättsache der Vereinbarung wurde vom Chefredatteur deS„Sloväk", Abgeordneten S i d o r» gestern im Rundfunk bekannt gegeben. Sidor erklärte u. a.: „Slowaken und Slowakinnen! Ich gebe euch bekannt, daß der Borsitzende-Gtellverlreter der Slowakischen BolkSpartei, Abgeordneter Dr. Josef Tis», zweimal vor dem Präsidenten der Republik Dr. Eduard BrneS stand und alleS erreichte, waS unser slowakisches Bolk braucht, um in seinem Lande und in der Tschechoslowakei auf seine Art zu lebe«... Lerlaffet euch alle, Brüder und Schwestern, auf u»S. Seid gehorsame Bollstrecker der Befehle der übergeordneten Obrigkeit und der nationalen Repräsentanten. Rur durch solch« Diszipliniertheit sichern wir die slowakische Zukunft und die Unversehrtheit deS slowakischen Lande-, unserer teuren Heimat. Rur die Einheit, der Gehorsam und die Diszipliniertheit bewahren unS davor, daß die Slowakei zum Schauspiel von Ausschreitungen, Zusammenstößen und Blutvergießen werde." Treuebekenntnis rum Präsidenten der Republik Prag. Die Präsidien der tschechoslowakischen Sokolgemeinde, des Verbandes der Arbeiterturnvereine» des tschechoslowakischen Örel, der tschechoslowakischen Legionärgemeinde, der Unabhängigen Vereinigung der tschechoslowakischen Legionäre, der Gemeinde der Freunde der Legionäre, des Verbandes der Lehrerschaft, der Vereinigung der Kriegsbeschädigten und des Skaut-BerbandeS gaben Mittwoch eine Kundgebung heraus, in welcher es heißt: „Herr Präsident! Der Mann, der heute im Namen der großen Nachbarnation spricht, bat unS gedroht, uns zu Werfallen, wenn wir nicht sofort auf die Bedingungen eingehen, wie sie sonst dem Besiegten auferlegt werden. Wenn wir ihm entsprechen würden, sprächen wir Wer unS selbst moralisch und schließlich auch materiell das Todesurteil. Wir versichern Ihnen, daß wir ohne Unterschied der Partei und alles das vergessend, waS uns trennte, hinter Ihnen stehen bis zum letzten Atemzug. Wir bleiben, wo wir standen. Treu in der Arbeit, treu im Kampfe, treu im Leiden, treu bis zum Grabe. Wir harren aus, bis wir siegen. Ole 56P bereitet neue Mischungen vor Prag. Das Tfch. P.-B. teilt mit: Wir wurden aufmerksam gemacht, daß die Sudetendeutsche Partei einen neuen Schachzug vorberei« Spart mit allem I ..An Zeilen der Mobilisierung ist die ganze Nation Eigentümerin der vorhandenen Nahrungsmittel. Deshalb darf auch nicht da» kleinste Stückchen verschwendet werden, weder in der Hauswirtschaft, noch in Restaurant» oder Automaten. Aeder soll nur soviel bestellen, al» er auf» essen kann. Laßt keine Reste auf Euren Tellern zurück, teilt Eure Sveiserationen mit Bedürftigen. Zu Hause verwendet jede» Stückchen Brot, Kartoffel, Rei» und Zuspeise." Schutz bei Gasangriffen In der Tage»pr«sse werden Weisungen veröffentlicht, daß sich Personen, die keine Ga»- marke haben, bei einem Gasangriff so retten können, daß sie durch ein zusammengüegte» mit Essig getränktes Taschentuch atmen. Dazu wird aufmerksam gemacht, daß diese Art de» Schuhe», der gewöhnlich gegen Rauchgase(bei Bränden) angewendet wird, gegen die Wirkung von Kampfgasen nicht genügend wirksam ist. Personen, die keine Gasmaske besitzen, ist zu empfehlen, im Falle eine» Gasangriffe» durch ein zusammengelegke» in einer Lösung von Waschsoda oder wenigsten» gewöhnlichem Wasser getränkte» Tuch zu atmen. (hautteure mögen sieh melden Die Militärverwaltung fordert alle Angehörigen der Wehrmacht im Alter von SV bi» SO Jcchren, die Chauffeur« sind und sich im Lenken von Kraftfahrzeugen auskennen sda» sind Automobil« und Motorräder) mich wenn sie keinen Führerschein haben,auf,sich freiwillig zum aktiven Militärdienst zu melden, sie mögen Angehörige welchen Truppenkörper» auch immer sein. Die Meldung soll nur persönlich bei den Ersatzrotten der Automobilbataillone erfolgen. Der Standort dieser Truppenkörper ist beim nächsten Garnisonskommando oder beim nächsten Truppenkörper zu erfahren. kurz telephonieren I Im Rundfunk wurde verlautbart: .Telephonieret auf da» kürzeste. Die Postbeamtenschaft arbeitet seit Wochen Tag und Nacht aufopfernd, damit auch bei Telephonge- Prag. Der tschechoslowakische Rundfunk verbreitete gestern: Unsere Feinde sind mit allen Mitteln bestrebt, unsere moralische Widerstandskraft zu schwächen, denn sie wollen eine moralische Desorientierung bewirken und in der Bevölkerung den Eindruck erwecken, als ob die Führer dec Nation und der Parteien nicht einig wären. Deshalb verbreiten sie verschiedene alarmierende Nachrichten, die unsere geistige Widerstandskraft brechen sollen. Sie tun dies durch den Rundfunk, durch Flüsterpropaganda, Flugzeuge u. ä. Ihr Vorgehen ist ungemein raffiniert. Sie hüllen die freche defaitistische Lüge in da» Gewand vorgetäuschter Befürchtungen um den Staat, und sind bestrebt, den Eindruck der Glaubwürdigkeit zu erwecken. Von direkten Angriffen in ihren Sendestatkonen gehen sie zu Andeutungen Wer, die von Mund zu Mund verbreitet werden. Alles das verfolgt nur einen Zweck: auf die Nerven einzuwirken, den gewöhnlichen Bürger dazu zu bewegen, daß er niemandem mehr glaubt und in Verwirrung gerät. Die Feinde wissen nämlich, daß unsere stärkste Waffe in der Einheit ist und gerade deshalb ist ihr Bestreben darauf gerichtet, diese Einheit zu zerstören, uns in kleine gegenseitig sich bekämpfende Gruppen zu spalten und unS dann getrennt zu schlagen. Erst vor einigen Tagen verbreitete der rung getragen werden soll. Die Sudnendeutsche Partei beabsichtigt, im Ausland tschechische Zeitungen auSzugeben, und zwar sollen cS gleich drei Blätter auf einmal sein. Die Blätter sollen „Närodni Politika",„EeskS Slovo" und»Rudi Prävo" heißen. Die ganze äußere Aufmachung, und zwar das Format, das Papier, der Drucks Inserate und«in Teil des Inhaltes soll eine getreue Abbildung der Originale sein, so daß derjenige, der ein solches Falsifikat in die' Hande bekommt, der Ueberzeugung sein muß, daß es sich tatsächlich um die„Närodni Politika", da» „Eeskc Slovo" und daS„Rudk Prävo" handelt. Naturgemäß würden Nachrichten in diesen Fälschungen nach den Rezepten der ausländischen Propaganda hergerichtet. Sorgen, die sie zermalmen! Die„Brürer Zeitung" gehört zu jenen Presseorganen, die Henlein hätschelte und also die Kriegsgeister rief; sie stöhnt jetzt auf; sprächen und den Verbindungen In der Zeit der Mobilisierung alle» klappt. Wir werden der Armee und dem Staate helfen, wenn wir in unseren Telephongesprächen so kurz wie möglich sind. Da» bedeutet: Kein..tzailol", kein: ,Ach bitte" oder:„Sind Sie so freundlich", sondern sofort: Titel, Name, ich will da» oder da», kurze Antwort und dergleichen. Fe kürzer wir in unseren Telephongesprächen sein werden, desto mehr kann das Telephon militärischen, staatlichen und öffentlichen Anteressen dienen. Also: Wenn wir in unseren Telephongesprächen duz sind» dienen wir einer guten Sache." Für den Verteidigungsfonds Am Hinblick aus zahlreiche Anfragen und auf da» von der Oeffentlichkeit bekundete Interesse teilen wir mit, daß die Lande»bank von morgen ab einen eigenen Kassenschalter eröftnet, wo Geschenke für den Aubiläumtfond» für die Verteidigung de» Staate» von solchen Spendern ent» gegengenonpnen werden, die nicht genannt sein wollen, und zwar sowohl in lii wie auch in Valuten und Gold. Weisungen an die Lehrer Der Ministerialrat de» Schulministerium» Dr. Josef Keprta hielt im Rundfunk einen Vortrag, der sich an die Lehrer wandte. Der Vortragende sagte, daß e» notwendig sei. soweit e» möglich ist, den Schulbetrieb in den Schulen auftechtzuerhalten. Sollt« die» vielleicht au» irgendwelchen Gründen nicht möglich sein, müssen sofort Vorkehrungen getroffen werden, um den Unterricht zu ermöglichen. Solche Vorkehrungen waren die Verbindung von Klaffen, Zusammen- legung von Schulen, Einschränkung gewisser Gegenstände, Herabsetzung der Unterrichtsstunden usw. Die Lehrerschaft wird die Pflicht haben, dafür zu sorgen, daß die Jugend regelmäßig die Schule besucht und auch außerhalb der Schule beschäftigt wird. Skauts und ältere Schüler, die zu Dienstleistungen im Interesse de» Staate» berufen werden, erhalten schulftei. wobei aber darauf zu achten ist, daß die Schüler in diesem Dienst einander ablösen. Eltern, die mit ihren Kindern abreisen, sollen daran nicht gehindert werden. Die Kinder sind freilich verpffichtet, weiter die Schule in dem neuen Wohnort zu besuchen. rcichsdeutschc Rundfunk verleumderische und absolut erlogene Meldungen über die Mitglieder deS politischen AuSschuffeS R. Bechynk und Dr. Ivan Dkrer und griff den Führer der deutschen Demokraten Abg. Jaksch an. Heute hat die Flüster« und Flugblattpropaganda ihren Stachel auch gegen den Vorsitzenden der Republikanischen Partei Aba. R. Beran, gegen die ehemaligen Minister Dr. Cernh und F. Machnik gerichtet und behauptet von ihnen verschiedene Ungeheuerlichkeiten, um dadurch die Bevölkerung irrezuführen. Dabei arbeiten alle diese Leute, über welche ungeheuerliche Verleumdungen verbreitet werden, zähe und unermüdlich für da» Wohl unseres Staates, sitzen im politischen Ausschuß, beraten täglich mit dem Präsidenten der Republik u. ä. Unter unseren Politikern gibt eS heute weder die geringsten Differenzen, noch das geringste gegenseitige Mißtrauen; alle verfolgen sie das einzige Ziel, in Eintracht und im absoluten Einvernehmen alle Schwierigkeiten der Zeit zu überwinden. Wir müssen unS dessen bewußt sein, daß alle diese mündlich verbreiteten Meldungen, gleichwie die Behauptungen der feindlichen Rundfunkpropaganda bloß wüste Lügen und freche Erfindungen sind. Jeder, der die Verbreitung dieser Gerüchte zuläßt und sie selbst verbreitet, arbeitet unbewußt zugunsten unserer Feinde. seitig kreuzen und noch keinen freien Ausblick auf das gestatten, was schließlich geschehen wind, sind sichtlich starke Kräfte am Werk, um der Welt den Frieden zu erhalten und sie vor dem drohenden Sturz in die Katastrophe zu bewahren. Die europäische Politik bewegt sich am Rande eines Abgrundes, aber— es wird verha ndelt und so lange Menschen miteinander reden, können sie zusammenkommen. Wir haben noch fünf Tag« vor uns und dürfen nicht aufhören zu hoffen, daß der letzte von ihnen d e n n o ch die Erlösung von den Sorgen bringt, die unS zermalmen, und daß er den Sieg des Rechtes und der Vernunft verkünden wird." 0 Schon zermalmen sie di« Sorgen! Wir fürchten aber, daß bi« Erkenntnis zu spät kommt. 0» Schwert des Heiligen Wenzel für General Syrovf Die katholische St. Wenzels-Liga bereitet eine gross« Prozession mtt dr» Gebeinen des Heiligen Wenzel und des Heiligen Adalbert in Prag vor. Seinen Höhepunkt wird der Umzug im St. 'ettSdom erreichen, wo nach einer Ansprache deS ardinals Kaspar dem Minffterpräsidenten und General Syrovh da» Schwert de» Heiligen Wenzel überreicht werden wird. Damit soll da» Festhalten an der tausendjährigen tschechoslowakische» Staatlichkeit»mu AuRwvck gebracht werde». „Die Lage ist von einem nicht zu schildernden Ernst, aber die Hoffnung auf eine schließliche friedliche Lösung der Fragen, die Europa in solche Aufregung versehen und in deren Mittelpunkt unser sudetendeutsches Volk die Entscheidung seine» Schicksals erwartet, bleibt aufrecht. Tenn trotz der Forderungen, Ablehnungen, Einwendungen, Be tet, durch welchen in dis f HM-si W“ Ul ctantes argen- Weist die Flüsterpropaganda zurück! Ole Ablieferung der Radio-Apparate Im sudetendeutschen Gebiet Am Montag wurde eine Nachricht am Zen« tralpostamt in Aussig angebracht, daß im Lause des Tages alle Radioapparate abzuliefern seien. Es dürfte wohl in vielen Bezirken da» glcickic gewesen sein. Nicht die Tatsache einer solchen Anordnung soll hier registriert, sondern es soll geschildert werden, welchen Eindruck sie hervorrief. Es wird natürlich in diesen Tagen voller Spannung jeder neue Aushang an den AmiSgebäuden mit tiefem Ernst studiert, aber außer dem Mobilisierungsbefehl hat leine Anordnung einen solchen Eindruck hervorgerufen, wie diese. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht und, obwohl nur verhältnismäßig wenig Leute sie lasen, sah man schon bald darauf von allen Ecken und Enden der Stadt den ganzen Tag hindurch die Menschen zum Postamt strömen. Die Straßenbahnen waren gefüllt mit Menschen, die ihre Apparate in Schachteln. Kisten und Paketen auf dem Schoß hielten und zur Post fuhren. Dort sah man eine Frau mtt dem Apparat im Buckelkorb, hier zogen Mann und Frau«in kleine» Stoßwagerl, da war ein Kinderleiterwagen mit dem Radioapparat bepackt. Sogar Kinderwagen aller Art wurden zum leichteren Transport benützt. Nicht ein Wort der Kritik wurde über diese behördliche Maßnahme gehört. Bei dem Ablieferungsschalter drängten sich die Menschen und manche Stimme ivurde laut, die von vielen zustimmend angenommen wurde und die erklärte,«S wäre heure bester, wenn es kein Radio gebe oder: Endlich wird e» im Hause nicht mehr solch« Aufregungen geben.— Um halb 8 Uhr abends wurde der Strom ausgeschattet, und solche Nazi», die glaubten, die Hitlerrede trotzdem hören zu können, wurden recht enttäuscht und bekämen wieder einmal Respekt vor den Staatsbehörden. Geschäftsreisende und Vertreter, meldet Euch zu freiwilligen öffentlichen Dienstleistungen. Anmeldungen nimmt entgegen da» Zentralsekretariat der Union der Geschäftsreisenden und Vertreter im EinheitSverbande der Privatangestellten, Prag II., Na Zbokenei 18, und alle Sekretariat« in der Provinz. Faihrr Divine und da» sudeiendeutsche Problem. In Anbetracht de» Ausmaße» der europäischen Krise gibt e» wenigstens einen Amerikaner, der nicht untätig beiseite stehen will. Man wird erfreut sein, zu hören, daß der Mann, Um den eS sich handelt, immerhin von Tausenden und Abertausenden für allmächtig gehalten wird. Denn eS ist niemand ander» al» Father Divine, der Gottvater der Neger von Harlem. Er weiß auch im Falle der sudelendeutschen Frage, was man hätte tun müssen oder sogar noch tun sollte, und er hat, wie da» irdische Hauptquartier seiner „Engel" offiziell der Presse mitgeteilt hat, an Roosevelt, Hitler, Chamberlain und Daladier telegraphiert, um ihnen seine Patentlösung vorzuschlagen. Diese Lösung ist außerordentlich einfach: da» sudetendeutsche Gebiet soll verkauft werden, und zwar an den Meistbietenden, der in diesem Falle zweifellos Deutschland sein würde. U. E. A., England und Frankreich sollen diesen Kauf sanktionieren. Hitler aber empfiehlt Father Divine auch noch eine höchst wirksame Methode, sich daS notwendige Geld zu diesem Ankauf zu beschaffen: die Sudetendeutschen würden c» bestimmt gern in Form einer Sonderabgabe aufbringen. Father Divine meint eS, wie ausdrücklich versichert wird, absolut ernst mit diesem Vorschlag und weist darauf hin, daß er mit Erfolg die gleiche kommerzielle Methode zur Errichtung seines irdischen Reiches in Krum Elbow angewandt hat. Er gewann die Wette auf fünf Groschen. Im polnischen Dorf Zytniow, Gemeinde Rudniki, Kreis' Wielun, brannte daS Anwesen der Malgorzata Mike» nieder. Der Brandschaden beträgt über 8000 Zloty. Im Verlauf der Untersuchung trat eine ganz sonderbare Ursache de» Brandes zutage. E» stellte sich heran», daß der 11jährige NachbarSsohn Stanislaw Kulik mit einem anderen Burschen eine Wette auf fünf Groschen einging, daß«S bei der Miko» brennen werde. Um die Wette zu gewinnen, setzte er die Scheune in Brand. DaS Feuer griff rasch um sich und ergriff da- ganze Anwesen. Al» die leichtsinnigen Burschen, sahen, waS sie angerichtet haben, bekamen sie eS mit der Angst zu tun. Ihrer nahmen sich die zuständigen Behörden an. Ihr gespendete» Blut lebt länger al» drei Wochen. Wenn Sie sich in die Reihen der freiwilligen Blutspender de» tschechoslowakischen Roten Kreuze» melden, widmen Sie den eventuellen künfttgen Verwundeten keine tote Flüssigkeit, sonderen lebendige» Blut. Ahr Blut lebt noch einige Wochen— selbst wenn e» den Körper schon verlassen hat— sa, e» verliert nicht einmal die Fähigkeit, in diesem Zustande Bakterien zu vernichten. Noch nach 23 Tagen wird e» imstande sein, einen schwerverwundeten Soldaten, der ohne Ihr Blut uiUviedcrbringlich verloren ttKtrc, das Leben zu retten. Meldet euch daher noch heute persönlich oder schriftlich beim Rotkreuzvcrein im Orte de» nächstgelegenen Krankenhause». Der vorteilhaftere Termin. — Also die Stelle können Sie haben. Fangen Sie morgen um 6 Uhr früh an. Der Btun- denlohn beträgt sechs Kronen. Später mehr. — Schön, Herr Direktor, dann fange ich später anl @cite 4 Donnerstag, 29. September 1938 Volkswirtschaft und Sozialpolitik ** Der staatliche Unterhaltsbeitrag Die Frage der Versorgung der Angehörigen der fommen arbeitsunfähig sind, haben Anspruch auf den Wehrmacht, die zum aktiven Militärdienst einberufen doppelten Interhaltsbeitrag. Die völlige Arbeitss worden sind, ist in der tschechoslowakischen Republik unfähigkeit muß durch Zeugnis eines Amtsarztes er« durch das Gesch vom 23. September 1919, Elg. wiesen werden. Nr. 530, über den staatlichen Unterhaltsbeitrag ge= regelt. Beitungsmeldungen zufolge sollen die Bestim mungen dieſes fast zwanzig Jahre alten Geiebes in der allernächsten Zeit abgeändert werden. Im Fol genden geben wir die wichtigsten Bestimmungen wieder, die vorläufig für die Angehörigen der derzeit Einberufenen in Geltung stehen. Wer hat Anspruch auf den Unterhaltsbeitrag? Der Unterhaltsbeitrag wird im Falle der Mobi lisierung u. a. den Angehörigen der tschechoslowatischen Staatsbürger gewährt, die in der tschechoslowafifchen bewaffneten Macht aktiven Dienſt leisten, sei es pflichtgemäß. fei es freiwillig, sofern sie nicht zum Stande der Berufsfoldaten gehören und auch nicht den gefeßlichen Präsenzdienſt leisten.( Für die Angehörigen der Berufsjoldaten und derjenigen, die den Präsenzdienst leisten, ist auf Grund anderer Bestim mungen vorgeforat.) Die Angehörigen der zu Kriegsleistungen einberufenen Verionen haben den Anspruch ebenso wie die Angehörigen der Soldaten. Anspruch auf den Unterhalts beitrag haben Personen, die nach den Bestimmungen des allgemeinen bürgerlichen Gefeßbuches regen den Einberufenen einen Unterhaltsanfbruch haben. Es sind dies die Ehefrau, Kinder Enkel, Urenkel( Deszendenten), sowie Eltern, Großeltern, Urgroßeltern( Aizendenten). Den Alimenta tionsanspruch und demgemäß auch den Anspruch auf Interhaltsbeitra haben in aleicher Weise eheliche und umeheliche Kinder, natürliche und Adoptivfinder. Bedingung des Anspruches ist es aber, daß der Unterhalt des betreffenden Angehörigen in der Zeit der Einberufung von dem Arbeitseinkommen des Soldaten wesentlich abhängig war und durch die Einberufung gefährdet ist. Personen, die sich ſelbſt erhalten haben oder deren Unterhalt nicht ber drobt ist, haben alio feinen Anspruch. Die Behörde ann den Unterhaltsbeitrag auch solchen Personen zuerkennen, die nach dem bürgerlichen Gefeßbuch war einen Alimentationsansbruch gegen den Einberufenen haben, wenn sie na chweifen. daß ihr Unterhalt; ur Gänze von dem Arbeitseinkommen des Einberufenen abhängig war und durch die Einberufung gefährdet ist. Diese Bestim mung fommt hauptsächlich für mit dem Einberufenen nicht verheiratete Lebensgefährtinnen in Betracht. für Schwiegereltern und Schwiegerfinder, Stieflinder und Stiefeltern, nichtadoptierte Pflegefinder. Diese Personengruppe hat feinen Anspruch auf den Unterhaltsbeitrag, die Behörde hat vielmehr nach ihrem freien Ermessen au entscheiden. Die Höhe des Unterhaltsbeitrages Nach dem Gesetze von 1919 ist der Unterhaltsbeitrag je nach der Größe des Ortes, in dem die becechtigte Person im Zeitpunkt der Entstehung des Anspruches ihren Wohniis hatte, abgestuft. Dabei wird noch unterschieden, ob die berechtigte Person mit dem Einberufenen im gemeinsamen Haushalt gewohnt hat oder nicht. Die Summe der wegen Einberufung cines Soldaten zu zahlenden Beitrages darf je nach dem Ort abgestufte Beträge nicht übersteigen. Verfonen, die allein mit dem Einberufenen im gemeinsamen waushalt gewohnt haben und dauernd voll22 Die neue Sintflut Roman von Noëlle Roger Aus dem Französischen übersetzt von Irma Rippel Troß ihres Alters war sie rüstig und sah in Männertleidern gut aus. Sie überraschte ie bei ihren schweigenden Betrachtungen. Weil fie die Berge liebte, glaubte sie, die anderen seien in Andacht davor versunken. ,, Der Grand Ruan, der Petit Ruan und der Tour Salière," zählte sie auf, indem sie unwill fürlich in ihre Führergewohnheiten verfiel. ,, Meine Touristen sagen immer, dies bier is einer der schönsten Flecke auf der Erde." „ Auf der armen, untergegangenen Erde." murmelte Yvonne. Innocente hielt plößlich inne und ihre hohe Gestalt überragte die hingetauerte Gruppe. Ihr rauhes, von tiefen Linien durchfurchtes Gesicht erstarrte und man sah zwei Tränen langsam über ihre Wangen rollen. Sie dachte an Jüliez, ihr Heimatdorf, an die Kirche und an den kleinen, terrassenartig über dem Tale aufgebauten Friedhof, in dem sie einst zu ruhen gehofft hatte. Dann sagte sie in jenem barschen Ton, in welchem sich immer die Resignation einfacher Menschen ausdrückt. Begünstigungen des Unterhaltsbeitrages und Schutz des Staates gegen Mißbrauch Auf den Unterhaltsbeitrag fann feinerlei Erefu tion oder einstweilige Verfügung geführt werden. Der Anspruch ist unveräußerlich, unabtretbar, nicht verpfändbar und nicht pfändbar. Der wissentlich unberechtigte Bezug macht strafbar. Der zu Unrecht bezogene Beitrag muß stets zu rüdgestellt werden. In rücksichtswürdigen Fällen fann von der Rückforderung Abstand genommen werden. Wo ist der Anspruch geltend zu machen? Personen die im Inlande leben, haben den Anspruch beim Gemeindeamte ihres ordentlichen Wohnsizes anzumelden. Den Anspruch kann der Einberu fene selbst geltend machen, seine berechtigten Angehörigen oder deren gefeßlichen Vertreter( Vormund). Aber auch die Gemeinde selbst, öffentliche Hilfsstel len und Ge toerlichaftsorganisatios nen, deren Mitglied der Einberufene war, sind zur Anmeldung des Anspruches berechtigt. Gleichzeitig war es ein Gebot der Zeit, Maßnahmen zu treffen, die auch einen möglichst ungestörten Gang unseres gesamten wirtschafts lichen Lebens in allen seinen Gliederungen sicherstellen würde. Es handelt sich vor allem um Der Anspruch kann jederzeit erhoben werden, solange der Militärdienst des Einberufenen dauert, fowie binnen fechs Monaten nach Beendigung des Militärdienstes. Die Anmeldung des Anspruches für Gefallene, infolge des Kriegsdienstes Gestorbene und Vermiste fann jederzeit bis zum Ablauf von sechs Monaten nach der allgemeinen Demobilisierug ers folgen. Mr. 229 ordentlichen Erfüllung aller Borschriften über bis wirtschaftliche Organisation unter der Wehrbereit. fchaft des Staates zn. Als selbstverständlich wird von jedermann die weitere gesetzliche Vorschrift angesehen werden, welche bildlich gesprochen sich bestimmt an den Türen sämtlicher Amtsstellen der Obersten Wirr schaftsbehörde befinden wird: daß nämlich die Oberste Wirtschaftsbehörde darauf Rücksicht nimmt Die entscheidenden Behörden und das Ver- und nehmen muß, daß die wirtschaftlichen Bedürf nisse in der Reihenfolge der Dringlichkeit und fahren vor ihnen. Wichtigkeit vom Gesichtspunkte der Staatsverteidi. gung somit vor allem die Bedürfnisse der Wehrmacht befriedigt werden. Ueber die Querkennung. Anweisung und Eins stellung des Unterhaltsbeitrages entscheiden die Bes Airks- und Landes- llnterhaltsfommissionen. Dies Ihre gute Funktion wird außerdem dadurch find öffentliche Behörden, die dem Ministerium des garantiert, daß die Oberste Wirtschaftsbehörde auch Innern unterstehen und aus Beamten sowie Ver mit sämtlichen in Betracht kommenden Gliederungen tretern der Bevölkeruna zufammengesetzt sind. Das und Gebilden des privaten Unternehmertums orga Gesetz will gewährleisten, daß diese Behörden gewis- nisch eng zusammenarbeiten wird. Die Behörde ienhaft vorgehen und den Parteien ungünstige Er- fann nämlich diese Wirtschaftsorganismen, be gebnisse der amtlichen Erhebungen vorhalten, damit stehende und el entuell neu zu errichtende( Shndis fie fich äußern und ihre Behauptungen beweisen fön fate, Gesellschaften u. ä.) betrauen, in ihrem Na nen. Den Parteien steht jederzeit das Recht der men einzelne ihr zustehende Funktionen auszuüben. Akteneinſicht zu. Gegen die Entscheidungen sind Be- Die Entscheidungen dieſer betreuten Organismen rufungen binnen 30 Tagen zulässig. Das Berufungs werden dann für ihre Mitglieder, eventuell auch für recht hat auch der Vertreter der Finanzverwaltung. andere Personen, bindend wie auch ausführbar Die Parteien müssen eine Belehrung darüber erhal sein. ten, daß sie berechtigt sind, zu berufen und wo die Berufung zu überreichen ist. Der Unterhaltsbeitrag wird in Salbmonatsfriſten im Vorhinein gezahlt, die am 1. und 16. jeden Monates fällig werden. Alle Eingaben, Protokolle, Beilagen und Bestätt aungen in Angelegenheiten des Unterhaltsbeitrages find von Stempeln. Gebühren und auch vom Porto befreit. E. Sch. Aus diesen groben Umrissen der Organisation und der Mission der Obersten Wirtschaftsbehörde geht hervor, daß die Behörde das gesamte Bestreben auf die möglichst beste und ausgiebigſte Nonzentration unserer gesamten volkswirtschaftlichen und moralischen Sträfte der zwedmäßigsten Wehr, fähigkeit des Staates in sich verkörpert. Gesundheitsmaßnahmen für die Wehrbereitschaft des Staates alle Bezirksbehörden aufgefordert, in ihrem Vers waltungsbereich ein sentrales bilfs. Die Kompetenz der Obersten Wirtschaftsbehörde as Ministerium für Gefumbbeitswefen Sat Brag. Angesichts der außerordentlich ernsten| Die Oberste Wirtschaftsbetomitee aus Vertretern der lokalen Wohltätigpolitischen Situation, in welcher sich unsere Repu- hörde nimmt ihre Tätigkeit als besonderes feitsvereine und autonomen Faktoren zu bilden. blit befindet, hat befanntlich die Regierung nach der Ministerium auf. Ihr obliegt die Zentral. Dieses Komitee wird Organisationen errichten zur Mobilisierung den Stand der Wehr beverwaltung der staatlichen Bewirtschaftung aller Gewährung einer unentgeltlichenärzt reitschaft des Staates verkündet. Sachmittel, insoferne fie nicht ausbrücklich ausge- Ii chen Fürsorge für die unbemittelte Bis schlossen sind. Ausgenommen aus ihrer Kompetens vilbevölkerung, und es wird eine hinreichende Ans find eigentlich nur zwei Angelegenheiten: die Be. zahl von Silfspflegepersonal sicherstellen und die wirtschaftung der Arzneien und ärt materiellen Mittel für Arzneien und für die lichen Geräte steht auch weiterhin dem Mini Durchführung der Heilpflege beschaffen. Mit dieser fterium für öffentliches Gesundheitswesen, und die Maßnahme verfolgt das Ministerium den Zwed, die Sicherſtellung der allerwichtigsten wunition und Waffen dem Minifteriumferung zu erhalten, und es verläßt sich darauf, daß Bewirtschaftung von Spreng mitte einen tadellosen Gesundheitszustand der Zivilbevöl lichen Funktionen, d. i. der Versorgung der für Nationale Verteidigung zu. Es stellt fomit die jeder Bürger alles, was in seiner Möglichkeit steht, Armee und der 3ibilbevölkerung mit den allerwichtigsten Sach- und Lebensbedürf Oberste Wirtſchaftsbehörde das sentrale admini tun wird, damit die Gesundheitspflege der Bibil. strative Wirtschaftsorgan dar zum Unterschied von bevöiferung in allen Verwaltungsbezirken voll gefiWirtschaftsagenda. Insoweit diese oder jene untist schon im Gange und deswegen werden die angeder früheren fachmännischen Ressortgliederung der chert ist. Die entsprechende Verfügung der Behörden tion in Wirtschaftsangelegenheiten, sei es indu- führten Korporationen gebeten, sogleich mit den Vorstrielle oder landwirtschaftliche Produktion, Handel bereitungsarbeiten zu beginnen und dadurch die ErVerkehr, Schiffahrt, Konsum u. a., vor der Errich richtung der vorgeschlagenen Komitees zu beschleus tung der Obersten Wirtschaftsbehörde von anderen Aemtern versehen wurde, hört nun diese ihre Wirk. nigen. famkeit in jenem Umfange auf, wie fie gegenwärtig der Obersten Wirtschaftsbehörde zusteht. gepakt werden: die Erzeugung, Distribution, nissen. Diesem obersten Gesichtspunkt muß alles an= Außenhandel, Kapital und Arbeit, fotic naturgemäß auch der ganze nationale Konsum. Mit der vorerwähnten Aufgabe der Mobilisierung aller tschechoslowakischen Wirtschaftskräfte, der Sicherstellung ihrer Quellen, wie ihrer zwedmäßigen Organisation wurde die neuerrichtete Oberste Wirtschaftsbehörde betraut, welche ihre Tätigkeit bereits aufgenommen hat. Es fonnte dies dank der Ilmsicht erfolgen, mit welcher im Sinne des Gesetzes über die Verteidigung des Staates bereits vorher jämtliche nonvendiaen organisatoris schen Vorbereitungen für ihre Aftivierung getroffen wurden. Unter dem Gesichtswinkel der gegenwärtig äußerst verantwortlichen Verhältnisse wird dadurch eine einheitliche Leitung und Führung unserer ge= samten Wirtſchaftspolitik und Adminiſtrative er zielt. Weiter wird die wünschenswerte Verein. Die Regierungsverordnung über die Errich- fachung sowie rasche Erledigung tung der Obersten Wirtschaftsbehörde wurde in der aller wirtschaftlichen Notwendigkeiten, wie es die Sammlung der Gesetze und Verordnungen vom Wehrinteressen unseres Staates bedingungslos ers 26. September 1938 veröffentlicht. Wir verweisen fordern, erzielt. in dieser Richtung weiter auch auf das bereits zitierte Gesez über die Verteidigung des Staates vom Jahre 1986, Nr. 131 Sig. d. G. u. V., welches die Hauptbestimmungen über die Konstrution der Behörde sowie über den Umfang und den Inhalt ihrer Wirksamkeit enthält. Tage hier einrichten, bis das Wasser fällt-, sagte Mar, der sich schon wieder mit den Aufgaben befaßte, die das Leben stellte. Man erwog die Ernährungsmöglichkeiten. ,, Vich haben wir genug. Seht doch die vielen Schafe." Und Innocente wies mit dem Finger auf die breiten, gelben Häuschen, die sich auf den höher gelegenen Hängen bewegten. Zahlreiche Ziegen sah man bis auf die Schieferwände des Dent du Midi Klettern und noch höher bemerkte man noch andere, leichtfüßige Gestalten, die nach den Gipfeln strebten. ,, Gemsen haben wir auch," sagte der Hirt. ,, Und Vögel!", rief Yvonne. In ganzen Scharen flogen sie vom Felsen auf und der Schlag dieser vielen Flügel erzeugte ein Rauschen wie von Seide. Singvögel besäten den steinigen Boden mit schwarzen Pünktchen. Es gab Schwärme von Tauben und große Raubvögel zogen darüberhin langsam ihre Spreise. ,, Wer hat denn sie gewarnt?", flüsterte Yvonne. Und dann gibt es noch meine Hühner, die ich heraufgebracht habe," ſagte Innocente mit breitem Lächeln. ,, Sört mal, gerade gadert eins!" Bei dem vertrauten Laut, der in dieser Umgebung so sonderbar Klang, schweiften aller Augen unwiüfürlich über das Tal hin, als ſuchten sie das Dorf. ,, Na also", sagte May ,,, wenn wir zugrunde gehen, so wirds nicht vor Hunger sein." ,, Aber vielleicht vor Leid", sagte leise vonne. Die Männer zogen ihre Streichholzschachteln ..Wir können daran nichts ändern. Gott hat aus den Taschen. Aber womit sollte man in dieuns eine schwere Prüfung gesandt." sem baumlosen Tal, wo nur einige RhododendrenAlles schwieg. Yvonne erhob sich und zog büsche wuchsen, ein Feuer unterhalten? ihre Schwester mit sich. ,, Komm zu Mama," sagte sie. Am Nachmittag verkündete der alte Sane, daß der Stand des Wassers weiterbin unverändert blieb. ,, Los, Kinder!" kommandierte Innocente. Geht hinunter nach Portes- Neuves und sam melt soviel trockene Rhododendren, als ihr nur findet." Kunst und Wissen Bühne bleiben wie die meisten anderen Prager Spielbetrieb wird sobald als möglich wieder aufDas Neue Deutsche Theater und die Kleine Theater in den nächsten Tagen geschlossen. Der genommen. Urania- Kino Der Obersten Wirtschaftsbehörde steht in fämtlichen Preisfragen die aus. schließliche Kompetenz 31. Nur fic Letter Tag„ Ihr Leibhufar" mit Englisch, ist berechtigt, Preise für die Sachmittel festzusetzen. Schneider, Kemp. 6, 49 Uhr. Der Obersten Wirtschaftsbehörde steht weiters das Morgen: Premiere ,, Schwarzfahrt ins Glüd" Recht der breitesten Kontrolle und Revision der mit Ballasto, Lüders, Deltgen, Platte. ,, Nur dann, um es zu zerkleinern", begann der Hirt aufs neue ,,, ich habe nichts als mein Messer.". Sie bemühte sich zu lächeln. Es mißlang ihr. zu schwer bedrückte sie diese dumpfe Trauer, die auch auf allen anderen lastete. Ueber ihrem Haupte fühlte sie die zermalmende Gewalt dieser einsamen hohen Bergriesen, unter sich sah sie diese andere unendliche Wüstenei der unbewegten Fluten mit ihren zahllosen Leichen sie umlauern. ven Miramar, sich gewaltsam aus seiner Lethargie ,, Es ist eine Springflut", sagte plötzlich Herr waltiger, als die der Sintflut." aufraffend ,,, eine gewaltige Springflut, noch geVollkommene Stille nahm diese Erklä Langsam senkte sich die Dämmerung von den hohen Bergen herab und sie verschwanden einer nach dem anderen. Die Schwermut dieser Stunde Tastete schwer auf den Gemütern der bei der Hütte ,, Mut, Eva, morgen werden wir uns schon versammelten Männer und Frauen. Weder die besser einrichten", flüsterte Mag seiner Braut ins Flammen des brennenden Gestrüpps, noch das Dhr. lärmende Treiben der Kinder rings um Innocente, die am Feuer ein Ridklein briet, vermochte sie ihrer lärmenden Ermattung zu entreißen. Die einen schiviegen, einige murmelten irre Worte vor sich hin; Herr von Miramar hatte wieder seine Mappe ergriffen und hielt sie an sich gepreßt; die Erzieherin, die den ganzen Tag unsichtbar gewesen war, jammerte um ihren Regenschirm, den sie nun nie mehr würde ersetzen können. Roſe und Virginie hatten sich müde geweint und saßen nun ganz still neben Frau von Miramar, die ihr klares Bewußt sein noch immer nicht wiedergefunden hatte. Yvonne verschmähte die Milch, die man ihr gab und Eva dachte mit Sorge an die kommende Nacht, rung auf. die sie eingepfercht zwischen Mutter und Schives Ja", fuhr der Gelehrte fort mit seiner ster, mit der Erzieherin und einigen Bäuerinnen vollen, dozierenden Stimme ,,, cs sind die typischen in der engen Hütte würde verbringen müssen; Symptome einer seismischen Ueberschwemmung: nicht einmal ausstrecken würde man sich können, das Meer, das weit umher aus seinem Bette steigt so eng war die Sütte. Die vergangene Nacht hat- und durch die Gewalt seines Ansturms alles fortten fast alle Bäuerinnen auf ihren Säden im schwemmt. Und wahrscheinlich gingen diesem VorFreien an einer windgeschüßten Stelle vor der gang Erdbeben voran, welche wir nicht haben be Hütte verbracht. Aber diese Nacht schien alle An- obachten können." zeichen nach fälter zu werden. Selbst Hubert schauderte bei der Aussicht, die Nacht im Freien zu verbringen und auf den matten Schein des bereits heruntergebrannten Feuers weisend, seufzte er: ,, linser erstes und letztes Feuer!" ..Oh", entgegente Ignaz, der Sirt ,,, ich weiß schon, wo es Holz gibt; morgen hole ich welches." Diese Worte schienen Marens Energie neu u beleben. ..Ich weiß auch", sagte er ,,, ich gehe mit." Beide dachten an die graue Wasserfläche, auf welcher Trümmer, Baumstämme. Bretter unerschöpfliche Mengen Strandgut trieben. Sie rückten näher heran und horchten jetzt auf seine Worte mit so gespannter Aufmerksamkeit, wie sie ihm seine Hörerschaft an der Sorbonne niemals gezollt hatte. Man hörte Frau Andelot respektvoll fragen: ,, Sie meinen also, daß das Wasser wieder finfen wird... daß das Meer in sein früheres Bett zurückfehren wird?" ,, Wie lange wird das noch dauern?" rief Mag aus. " ..Die Bibel sagt hundertundfünfzig Zage", wagte Eva sich verzweifelt vor. ( Fortseßung folgt) Barfuß, weil sie sich so wohler fühlten, schof..Bir müssen uns, so gut es geht, auf einige fen die Mangen aus Barmaz davon. Bezugsbedingungen: Bet Rutelluna insaus oder bei Beaua durch die Voit monatlich Kč 17. vierteljährig Kč 51.- halbjährig Kč 102. aanzjährig Kč 204.-- Inserate werden laut Tarif billiaft berechnet. Rüditellung von Wianust pten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarten. Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post- u. Telegraphendirektion mit Erlak Nr. 13.800 VII/ 1930 bewilligt( Kontrollvoitamt Braha 25.- Druderei:..Orbis". Drud. Verlags- u. Beitungs- A.- G. Prag.