Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh Einzelpreis 75 Heller Redaktion u. Berwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantwortlicher Redakteur: Rarl Rern, Prag 18. Jahrgang B Donnerstag, 13. Oktober 1938 Aus dem Inhalt: Regierungsmaßnahmen für Wohnungsfürsorge Keine Neuaufnahmen in den Staatsdienst Die Gewerkschaften beim Ministerpräsidenten Der Kampf um den Balkan Der Aufstand in Palästina Der Autonomismus im Elsaß Nr. 241 in Berlin Die Gefallenen leben“ Chvalkovský heute in Berlin Der erste offizielle Besuch seit 20 Jahren Pra g, 12. Oktober. Der Minister für auswärtige Angelegenheiten der tschechoslowakischen Republik Dr. František Chvalkovský trifft Don nerstag, den 13. Oktober, in Berlin ein und wird sich vormittags in das Auswärtige Amt begeben, wo er den Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop aufsuchen wird. Dies ist seit dem Beginn der Existenz der Tschechoslowakischen Republick der erste offizielle Besuch eines tschechoslowakischen Außenministers in Berlin. London, 12. Oktober. Die englische Regierung ist an die Regierung der Dominien herangetreten, ob für die tschechoslowakischen Flücht linge etwas unternommen werden könnte. Alle Regierungen haben zugestimmt, dieses Problem mit verschiedenen Fachleuten zu beraten und genau zu erwägen. Man glaubt, daß die Antworten von Neuſeeland und Australien besonders günstig waren. Es werde aber noch eine geraume Zeit dauern, bis eine Entscheidung erwartet werden kann. Jouhaux und Hicks in Prag In der„ Přítomnost" veröffentlicht die Schriftstellerin Wilena Jesenská, die durch ihre interessanten Schilderungen des wirtschaftlichen und politischen Lebens in den sudetendeutschen Gebieten seinerzeit auf sich aufmerksam gemacht bat, einen sehr bemerkenswerten Aufsatz über die sudetendeutschen demokratischen Flüchtlinge. Sie schreibt u. a.: Aus den Sudetenländern, die von deutschem Paris, 12. Oktober. Der Gene Militär bejeßzt jind, kommen deutsche Demokraten. ralsekretär des Allgemeinen Arbeits- Ich werde nicht des langen und breiten erzählen, verbandes Jouhaug flog heute nach was jie durchleben, was sie in ihrer Heimat er Prag, um der tschechoslowakischen Gelebt haben und was sie erwartet, wenn sie zurüd,, News werkschaftsbewegung die Sympathie fehren müssen. Viele von ihnen wurden ins Die Auswanderungsfrage arenicle" berichtet, daß 500 Grem- und wahrhafte Solidarität des franzö- Dritte Reich genau so verſchleppt wie tschechiſche Bücher„ Die Tſchechoslowakei von inGrenzler, Gendarmen und Finanzwachleute. nen" von„ Diplomaticus" und" Die Tschechen und fischen Volkes zum Ausdruck zu brin Diejenigen, welche erst jest weglaufen wollten, ihre Minderheiten" von Bertram de Colonna, die gen, wie dies das erweiterte Präsi tönnen es nicht mehr. Diejenigen, welche früher an Mitglieder der Britischen Legion kostenlos ver dium des Verbandes beschloffen hat. weggelaufen sind, sind hier ohne Heimat, ohne teilt wurden, diesen wieder abgenommen worden Gleichzeitig flog auch der Vertreter der Essen, ohne Geld, ohne Arbeit und ohne Aussicht jind. Die Bücher waren direkt von dem Verleger Trade- Unions Abg. George Hicks nach darauf. Es sind Frauen darunter, welche keine Butterworth den Mitgliedern der Legion zugeschickt Prag. Beide Repräsentanten der fran- Ahnung haben, wo ihre Männer sind und die worden. Vorher hatte Butterworth bei dem Präji- zösischen und der britischen Gewerk. nicht wissen, wie und ob sie sie wiedersehen wer denten der Britischen Legion, Sir Frederic Man- fchaftsbewegung werden sich über die den. Ja, es sind auch vereinsamte Kinder da. In rice, schriftlich angefragt, ob er dieser Sendung zu Verhältnisse in der Tschechoslowakei ganz Prag iſt kaum ein Haus, wo sich nicht stimme. Wie Butterworth dem News Chronicle" einige Flüchtlinge ducken. Das sind die Glückund über die Lage der Flüchtlinge in erklärte, habe er von Sir Frederic Maurice eine zulichen, welche einen Bekannten hier haben. Taustimmende Antwort erhalten und die Bücher wurden den besetzten und in den Grenzgebie- jende von Leuten aber sind ins Ungewisse gegandann kostenlos der Britischen Legion zur Verfügung ten informieren. gestellt. Es sei nicht wahr, daß es deuische Bücher seien. ,, News Chronicle" berichtet aber, daß die mei sten britischen Legionäre, nachdem sie einen furzen legationen, und zwar jede Gruppe für sich, die Einblick in die Bücher genommen hatten, ſie fofort vorgelegten Fragen studieren. Donnerstag, den ale antitschechische Veröffentlichungen erfannt und 13. Oftober, um 9 Uhr früh werden die Delega beiseite gelegt hatten. Die Bücher sind dann der tionen die Beratungen fortsetzen. Legion wieder abgenommen worden. Daily Telegraph" drudt eine Unterredung mit dem sozialdemokratischen Abgeordneten Jakich ab. Dieser sagt, daß die englische Regierung für die judetendeutschen Fragen jetzt ein gewisses Verständnis zeigt. Obzwar er bisher ein konkretes Versprechen der englischen Regierung betreffend die Gewährung von Kolonisationsland in den britischen Kolonien und Dominien nicht hat, hofft er, daß die englische Regierung etwas unternehmen wird, um den fudetendeutschen Emigranten ein Ajhl zu gewähren. Britische Legion fahrtbereit London, 12. Oktober.( Havas.) Das erste Kontingent der Freiwilligen der Britischen Legion für die Tschechoslowakei ist nach Tilbury abgereiſt. Die Freiwilligen gehen an Bord zweier Dampfer, die aber erst die Anker lichten werden, bis sie neue Weisungen erhalten. gen. Ich will nicht ihre Not, ihre Angst und ihr Leiden beschreiben. In den letzten fünf Jahren haben wir mehr als oft gesehen, wie Deutsche leben, die vor der deutschen Voltsgemeinschaft flüchten. Die Flüchtlinge bei uns leben genau so. Ich bin ein tschechischer Zeuge dafür, daß biese Leute fünf Jahre lang im Norden, jeder einzelne und alle zusammen mit unglaublicher Eine Intervention Jugoslawiens Tapferfeit an der Seite der Tschechoslowakischen Die Verhandlungen mit Ungarn London, 12. Oktober. Die englischen Republik gestanden haben. Sie kämpfen schot Bratislava, 12. Oktober.( Amtlicher Blätter berichten aus Berlin, daß die jugoffa- fünf Jahre. Die Tschechoslowafische Republik und Bericht.) Die tschechoslowakische und die unga wifche Regierung in Berlin und Nom vorstellig niemand von uns kann und darf daran verrische Delegation hielten Mittwoch, den 12. Of wurde und beide Regierungen ersucht habe, offi- gessen. Aber von inniger Dankbarkeit und tober, um 12 Uhr eine gemeinsame Sinung ab, siell in Budapest und Warschau zu intervenie- ichmerzlicher Achtung können diese Leute nicht die Nachmittag um halb 15 Uhr endete. In dieren, damit die Forderungen einer gemeinsamen leben. Wenn wir Krieg gehabt hätten, hätten wir fer Sitzung legte die tschechoslowakische Delega polnisch ungarischen Grenze fallen gelassen wer- heute wahrscheinlich einige Hunderttausende Tote. tion einen Gegenvorschlag bezüglich eines Teiles ben. On Berlin full bicier dritt inte in dieſem Frieden haben wir einige Hunderttauder ungarischen territorialen Forderungen vor. Aufnahme gefunden haben, während die Haltung Nachmittag werden die Fachleute der beiden De Noms reserviert gewesen sei. Englands schwierige Lage in Palästina Forderungen des panislamitischen Kongresses Kairo, 12. Oktober. Der vanislamitische vergleichen Palästina mit dem Sudetengebiet. Kongres nahm am Dienstag eine Reihe von Die Tschechen und die Deutschen lebten jedoch Entschließungen an, in denen folgende Forderun- durch Jahrhunderte beisammen, hatten die gen gestellt werden: gleiche Religion und es zeigten sich bei ihnen 1. England soll sofort auf die BalfourErklärungen verzichten. 2. Die Einwanderung von Juden nach Pa3. Balästina soll unbedingt ungeteiltes arabisches Land bleiben. 4. Wit sofortiger Wirkung soll eine arabische Regierung in Palästina gebildet and sollen Barlamentswahlen ausgeschrieben werden; mit England soll ein Vertrag nach dem Vorbild des Bertrags mit dem Irat abgeschlossen werden. 5. Verfündung einer politischen Amnestic. Weiter wird festgestellt, daß die Erfüllung der obigen Forderungen die Voraussetzung für die Freundschaft zwischen England und den isla mitischen Staaten sei, eine Nichterfüllung hin= gegen ein Aft der Feindschaft, der mit entspre= chenden wirtschaftlichen und politif otabimaßnahmen beantwortet würde. Bei allen arabinicht solche Unterschiede der Sitten und Gebräuche, wie sie die jüdischen Einwanderer und die bodenständigen Araber im Heiligen Lande voneinander trennen. Troßdem erachtete Lord Runciman die Selbstbestimmung der Sudeten deutschen für unausweichlich, was ihre politische Abtrennung bedeutete. Die Times" verweisen weiter auf ein in dem Blatte abgedrucktes Schreiben, in dem Sir Arnold Wiljon eine englisch- französische Zusammenarbeit zur Lösung der Palästinafrage beantragt und in diese Rege lung auch Syrien als Ganzes einbezieht. Eine aus dem Syrischen Staat, dem Libanongebiet, jend Gefallene, aber diese Gefallenen leben. Der lebende Mensch will essen und leben. Und wir, in deren vorderen Linien diese Leute gefallen sind, fönnen ihnen das wohl dauernd nicht geben. In den Schrecken des Krieges ist noch etwas wie ein dem jüdischen und dem arabischen Palästina und schwacher Abglanz der Gerechtigkeit. Wir waren Transjordanien zusammengeseßte Förderation in Waffen und alle auf unserem Posten und wir würde den syrischen Arabern die Einheit gewäh- wären gefallen, wie die Stugel geflogen wäre. ren, die sie bisher vermissen. Es gebe feinen In den Schrecken des Friedens aber ist eine Grund für die Annahme, daß die freundschaftliche grausame und ausgesprochene Ungerechtigkeit: e 3 Zuſammenarbeit zwischen der britischen und der fielen alle, welche für uns waren.. französischen Regierung nicht auf den Nahen Osten ausgedehnt werden sollte und daß sie nicht Früchte in einem Abkommen tragen sollte. Die Revolution in Palästina Die geflüchteten deutschen Demokraten sind nicht nur ein menschliches Problem und die Sache irgendeiner Humanität. Das ist vor allem ein Tompliziertes innerpolitisches Problem. Wird es nicht gleich und planmäßig gelöst, tann aus dies Jerusalem, 12. Oktober.( Reuter.) Als sem Problem eine Schwierigkeit erwachsen. Unser eine Abteilung britischer Sappeure das Haus Volt ist zwar geduldig, liebenswürdig und gut. eines arabischen Terroristen in Nablus verließ mit einem tiefen Sinn für Recht und Unrecht, und sich bereit machte, dieses in die Luft zu aber dieses Volt ist gleichzeitig tief getroffen, gesprengen, wurden sie mit Schüssen und Bom- reizt und verlegt. Vom Schmerz und der Ueberbenwürfen aus den benachbarten Häusern müdung, von der großen Belastung und Entempfangen. In einem über eine Stunde dauernden Gefecht wurden vier arabische Aufständische getötet. Die Engländer erlitten feine Verluste und sprengten das Haus nach der Säuberung der Umgebung in die Luft. Der Autonomismus im Elsaß flammt auf täuschung ist zum Gefühl der Nachsucht nur ein Kleiner, gefährlich fleiner Schritt. Von jeher war die Nache der Ausdruck der gemarterten Rechtlosigkeit und niemals hat sie sich dort ausgetobt, wo sie sollte, sondern dort, wo sie konnte. Die Rache ist ein Aft der Schwachen gegenüber den noch Schwächeren. Werden wir gezwungen sein, unser Volf so zu belasten, daß es überlastet wird, werden wir flar wissen, gegen wen sich wahrscheinlich sein Aerger fehren fann. Lassen wir es zu- oder aber lassen es die westlichen GroßParis, 12. Oktober. De Nérillis verweist| muß man sie sich doch zu Bewußtsein bringen mächte zu, daß aus Menschen, welche zur schen Fürsten und Regierungen wird ersucht wer in dem Blatte„ L' Epoque" auf den Ernst der und ihr vom Anfang an begegnen. Arbeit gehen müssen, Menschen werden, welche den, die Forderungen gemeinsam zu befürworten. Die Beschlüsse werden gleichzeitig England, autonomistischen Bewegung in Elsaß- Lothringen. Daily Expreß“ meldet aus Straßburg, daß anfangen, Unschuldige über Bord zu werfen Frankreich und dem Völkerbund mitgeteilt. Die Der autonomistische Abgeordnete Roffe erklärte die franzöſiſche Polizei im deutschen nationalisti- oder über die Grenze-( und in diesem Fall Rongreßarbeiten werden durch einen ständigen in der antonomistischen Presse:„ Wir fordern, vorgenommen hat. Bei dieser Gelegenheit fei fämpfer) wird unser Volf einen schweren moras schen Hauptquartier des Elsaß eine Haussuchung nicht nur Unschuldige, sondern unsere Mitarabischen Ausschuß weitergeführt, dem die Parlamentsvorsitzenden von Syrien, Libanon und daß uns Frankreich die Freiheit gibt, die es schon eine große Zahl von Flugblättern befchlagnahmt lischen Schlag bekommen, von dem es sich nicht dem Irak angehören. lange versprach, die wir durch zwanzig. Jahre worden, die Autonomic für Elsaß und Lothrin- so leicht erholen wird." beim Völkerbund suchten und die in diesem Teile der deutschen Sache im Elsaß auch insofern ge- Sammlungen zu sprechen, die in Frankreich und gen verlangen. Die fürzliche Kriegsfrise habe Die Verfasserin kommt sodann auf die Europas natürlich ist". Weiters wird darauf nüht, als fünf bedeutende elfaf- lothringische England für die Flüchtlinge aus dem Sudeten= aufmerksam gemacht, daß sich in Elfaß- Lothrin- friegsindustrielle Unternehmungen nach dem In- gebiet veranstaltet werden und sagt dazu: nern Frankreichs verlegt wurden, was die Be- Sammeln ist wenig. Wie sehr wir auch die schäftigung im Elsaß ungünstig beeinfluffe. Ein private Initiative von Menschen zu schäßen Proteſt gegen diefe Verlegung foll dem Minister Chautemps vorgelegt werden. ,, Times" für Preisgabe? gen Flugblätter mehren, welche die Autonomic London, 12. Oktober. Die heutigen Times" heben die Schwierigkeiten, respektive die Unmöglichkeit hervor, aus so gegensäßlichen Elementen, wie es die Juden und die Araber sind, fordern. Das Blatt ſchreibt: Obwohl es nicht not: eine, palästinensische Nation" zu bilden und wendig ist, die Angelegenheit zu dramatisieren, wissen, welche an unserem Schicksal nicht beteiligt waren, z. B. den schwedischen Aufruf an alle Seite S Donnerstag, 18. Oktaler 1988 Ih. Nt Nationen,„der hungernden Tschechoslowakei zu helfen", so sehr vermissen wir einen Plan der Westmächte, der die Menschen retten soll, die wir dauernd nicht ernähren können. Ich weiß zwar gut, waü Sammlungen sind. Daist Suppe und abgetragene Kleider für Leute ohne Heimat. Das ist zwar eine augenblickliche Hilfe— aber um die augenblickliche Hilfe geht es nicht. Borläusig hungert in der Tschechoslowakei niemand. Auch wir werden Suppen ausgeben. Wir geben sie schon aus. Es handelt sich nicht um die Hilfe für die hungernde Tschcchoslo- wakei— cS handelt sich darum, wie und wohin die Leute aus wandern wollen, welche zwischen zwei Gefahren stehen: zwischen der Gefahr der Konzentrationslager im Dritten Reich und der Gefahr völliger Arbeitslosigkeit in einem verarmten Lande, welches alle Kräfte anftrcngt. um seine Zukunft zu sichern und seinen Menschen Arbeit zu geben. Die Tsche- choftowakei ist für diese Menschen eine Neber« gangSstaiion geworden. Aber wie eine Neber« gangSstation schaffen, wenn die Grenzen aller' Staaten hermetisch abgeschlossen sind... l Durch die Zerteilung der Tschechoslowakei hat man nicht nur einen Krieg, sondern auch große ftnanzielle Verluste für die französische und wahrscheinlich auch englische Regierung verhindert. Ein Bruchteil dieser Verluste genügt, um für die deutschen Flüchtlinge in der Tschechoslowakei eine neue Existenz zu finden." Die Verfasserin gelangt zu folgenden Schlüssen. 1. Die Grenzen sranzösischer oder englischer Kolonien für deutsche Auswanderer zu öffnen. 2. Die gesammelten Gelder zu plan« mäßiger und geordneter Uebersiedelung dieser Leute zu verwenden. 3. Der tschechoslowakischen Regierung mitzuteilen, bis wann sie mit dieser Hilfe rechnen kann. In der Ucbergangszcit wird die tschechoslowakische Regierung für Hilfe sorgen müssen. Japanischer Vorstoß In SUdchlna Tokio.< Reuter.) Die japanischen Blätter veröffentlichen eine amtliche Meldung, die besagt. daß Mittwoch-wischen 3 und 5 Uhr früh in einer südchinesischen Bucht japanisches Militär ausgeschifft wurde. Die chinesische Verteidigung ist, ohne Widerstand zu leisten, zurückgewi- chen. Heute vormittags teilte der japanischeAußen- minister den Vertretern der Mächte mit, daß sich die japanische Regierung entschlosien hat, einen Angriff auf die südchinesische Provinz Kangtung zu unternehmen, um den Sturz der Regierung Tschiangkaischeks zu beschleunigen. Rach zuverlässigen Meldungen wird die Stärke der japanischen Abteilungen, die in Südchina auSgeschifft wurden» auf 40.090 Mann geschäht. G London.(Renier.) Der diplomatische Renier-Korrespondent erfährt aus kompetenter Quelle, daß der britische Botschafter in Tokio der japanischen Regierung kürzlich den britischen Stand« punkt zu den gegenwärtigen militärischen Operationen Japans in Südchina miigeteilt habe. Der Korrespondent erklärt, der britische Botschafter habe die japanische Regierung daran er« innert, daß die britische Regierung auf dem bereits einige Male vorher bekanntgegebenen Standpunkt verharre und daß sie jedweden Zwischenfall an der Grenze von Hongkong demnach als Verletzung der freundschaftlichen Beziehungen der beiden Regierungen ansehen werde. Der Reuter« Korrespondent sagt, daß es sofort zum Einschreiten des britischen Botschafters kam, als die Nachricht von der Ausschiffung japanischer Truppen in der südchinesischen Bucht von BiaS bekannt wurde. Dank an die Freiwilligen Barcelona. lAg. lksp.) Alle Parteien und politischm Organisationen sowie die promi- nonten Persönlichkeiten der Republik, so Cortes- präsident M. Barrio, mehrere Minister und der Rat der katalanisch«! Generalidad, haben den entlaffenen ausländischen Freiwilligen herzliche Abschiedsbotschaften übermittelt. Darin spreche» sie von der ewigen Dankbarkeit Spaniens an die Freiwilligen, die gekommen seien» nicht nur nm für die bedrohte spanische Unabhängigkeit, sondern auch für die Freiheit der Welt zu kämpfen. Die Gesamtzahl der ausländischen Kämpfer in der republikanischen Zentrumsarmee betrug rund 2590, und zwar Franzosen, Eng« länder, Nordamerikaner, Tschechen, Polen, Deutsche, Italiener, Belgier, Holländer und Schwe« den, Kein einziger Ausländer war in der Fliegerei des Zentrums tätig. Der„Daily Workec"(komm.)' berichtet, daß von den 2000 Engländern, die zur spanischen Volksarmee gingen, 432 gefallen und zahlreiche andere als vermißt gemeldet und Wohl auch gefallen find. 1203 wurden verwundet, von denen die meisten nach Heilung wieder an die Front gingen, 404 sind invalid. Für die Verwundeten und die Familien der Spanienkäntpfer sind '45.574 Pfund Sterling(etwa 6.5 Millionen XL) gesammelt worden. Dasselbe Komitee wird nun die entlassenen Kämpfer nach England heimbringen. Ein neuer Sammelaufruf ist u. a. von Major Attley, Sir Norman Angell, Lord Par- moor, H. G. Wells, I, B. Priestley und dem Dekan von Chichester unterzeichnet. Der Kampf um den Kalkan Deutscher Druck und englische Gegenbemühungen Istanbul.(HavaS.) Reichswirtschaftsminister Funk, der von hier zur wirtschaftlichen Verhandlungen nach Sofia abreiste, erklärte, daß er auch von der rumänischen und griechischen Regierung «ingeladen worden sei, aber nach Berlin zurückkehren müsse, um sich mit den Fragen zu befassen, die mit dem Anschluß der sudetendeutschen Gebiete an das Reich verknüpft sind. Unter anderen erklärte der deutsche Minister, daß Deutschland bei den llnierhandlungen mit den Balkanstaaten bilateralen Verträgen über den Warenaustausch den Vorzug gebe. Der Minister deutete an, daß Deutschland später ähnliche Abkommen mit Amerika und England zu treffen gedenke. ... und denn Italien London. Der„Daily Telegraph" lenkt die Aufmerksamkeit der Leser auf den wirtschaftlichen Druck, den Deutschland auf die Balkanländer aus- iibt, von dem ein langer Bericht des Berliner Korrespondenten des Blattes spricht, in dem eS heißt, dah das,>vaö als anglo-franzöfische Ge genoffensive auf dem Balkan bezeichnet wurde, jetzt nicht mehr al» ernsthafte Bedrohung aufge« faßt wird. Wenn Großbritannien und Frankreich fortfahren werden, die Handelsmöglichkeiten an sich zu reißen, die in den Augen der Deutschen eigentlich dem Reiche gebühren, dann werde Deutschland in einem oder in zwei Jahren seine Befestigungen im Osten beenden, um seine wirtschaftliche Exklusivität in Mittel« und Südosteuropa zu beweisen. Man werde sehen, bi» zu welchem Maße sich auf dem Balkan die Interessen Deutschland» und Italien» werden vereint» gen lassen. Deutschland wird wahrscheinlich bereit sein, sich mit Italien in die Früchte seiner Arbcft während einiger Zeit zu teilen; dann aber werde es den Anteil Italien» verdrängen, weil dort wenig Platz für Konkurrenten sein wird. In deutschen WirtschäftSkreisen, die den britischen Einfluß in der Türkei nicht unterschätzen, hält man den Abschluß eine» türkisch-deutschen Abkommen» fiir ein Zeichen dafiir, daß auch die anderen Länder, die Reichsminister Funk besucht, der deutschen Schmeichelei leicht zum Opfer fallen werden. Befürchtungen der französischen Gewerkschaften Erhaltung des Friedens um jeden Preis Paris, 12. Oktober. Der erweiterte Vorstand des Allgemeinen Arbeitsverbandes beendete heute um halb 3 Uhr nachts nach lange» Debatten feine zweitägigen Beratungen. Abgesehen von 15 Delegierten, die sich der Stimme enthielten, wurde einstimmig eine Resolution angenommen, die der Generalsekretär Jouhaux vorgelegt hatte. Diese Resolution spricht sich für die Notwendigkeit einer Entpolitisierung de» Allgemeinen ArbeitSverbandcS und für die Notwendigkeit der Erhaltung des Frieden» aus. Der französische Allgenieine Arbeitsverband hat den Arbeiter- GewerkschaftSorganisationen in der Tschechoslo- walei und dem tschechoslowakischen Volke eine Kundgebung übersendet, die sie der brüderlichen Sympathie und der wahrhaftigen Solidarität de» französischen Volkes versichert. Der Allgemeine Arbeitsverband spricht seine Befürchtung aus, daß das Münchener Abkommen der vier Mächte keine Garantien für einen wirklichen Frieden bringt, und gibt dem Wunsche Ausdruck, daß in Uebereinstimmung mit der Botschaft des Präsidenten Roosevelt baldigst eine.Weltkonferenz einberufcn wird, die alle Staaten ohne Unterschied ihrer Ideologien, Ueberzeugungen oder polittschen Regime» umfaßt. Diese Konferenz sollte die Probleme und Möglichkeiten einer allgemeinen Verständigung erwägen. Der Allgemeine Arbeitsverband hat sich ferner für die Verwirklichung einer internationalen Bereinigung der ArbeitergewerkschaftSorganisatio« nen und ihrer gemeinschaftlichen Anstrengungen für die Erhaltung des Frieden» ausgesprochen. Bezüglich der innerfranzösischen Probleme beharrt die Entschließung auf der Forderung der 40stündigen Arbeitswoche, der Kollektivverträge und der Gewerkschaftsorganisationen. In der Schlußrede sagte Generalsekretär Jouhaux u. a.: Wir verhehlen un» nicht die Schwierigkeiten der gegenwärtigen Lage, aber wir glauben nicht an den kommenden Krieg. Die Bewegung würde ihrer Sendung untreu werden, wenn sie in Kenntnis der Gefahr sich nicht bemühen sollte, sie abzuwehren. Auch die Regierungen müssen die» begreifen. Die vom Allgemeinen Arbeitsverband vorgeschlagene internationale Konferenz schließt Verhandlungen mit Hitler und Mussolini nicht au». Der apostolische Nuntius Im Berliner Außenamt Berlin» 12. Oktober.(Havas.) Der apo« fwlische Nuntius Msgr. Orsenigo stattete dem Staatssekretär des deutschen Außenamtes Woer« man» einen Besuch ab. An offiziellen deutschen Stellen wird bemerkt, daß in diesem Besuch kein offizieller Protest des Heiligen Stuhles gegen die Zwischenfälle zu erblicken ist, die sich am Samstag und Sonntag in Wien ereignet haben. Es wird angedeutet, daß sich der apostolische Nuntius zunächst über die Ereignisse der Untersuchung der deutschen Behörden informieren wollte. Es verlautet, daß der Reichskommissär für Oesterreich, Gauleiter Bürckel, der die Untersuchung in Angelegenheit der Demonstrationen gegen den Kardinal Jnniher leitet, morgen einen amtlichen Bericht veröffentlichen wird. In einem Erlaß des Reichsinnenministers wird den Beamten und Lehrpersonen der Erwerb der Mitgliedschaft und irgendwelche Betätigung in berussständischen konfessionellen Vereinigungen verboten. Mitgliedschaft oder BetAi« gung in einem derartigen Verband ist sofort zu lösen. Korridor durch den Korridor? London, 12. Oktober. Der„Daily Expreß" berichtet aus Berlin, daß geheime Verhandlungen zwischen Deutschland und Polen über den Freistaat Danzig und den polnischen Korridor unmittelbar vor dem Abschluß stehen. Der Korrespondent erfährt, daß Polen zugestimmt habe, Danzig Deutschland zu überantworten. Hitler dagegen werde auf die deutschen Ansprüche hinsichtlich de» polnischen Korridor» verzichten. Die Polen hätten ferner zugestimmt, daß durch den Korridor eine neutrale Zone gelegt werde, welche Reichsdeutsche, die von oder nach Ostpreußen reisen, ohne irgendwelche Schwierigkeiten, Zollformalitäten usw. werden passieren können. Der Abfall von Handln Paris, 12. Oktober.(HavaS.) Der Bürgermeister von Mühlhausen, Alfred Wallach, gab Flandin seine Resignation auf die Mitgliedschaft im leitenden Ausschuß der demokratischen Allianz. Diese Resignation steht im Zusammenhang mit dem Telegrammwechsel zwischen Flandin und l Hitler. Gestern traf Flandin in Begleitung seiner zwei Söhne in Mailand ein. Es handelt sich um «eine Privatreise. > i > i Keine Neuaufnahmen In den Staatsdienst Pro». Die Regierung hat über Antrag de» Finanzministers die zeitweilige Einstellung der Aufnahme neuer Kräfte in den Staatsdienst b-> schlossen. Diese Maßnahme gilt auch für alle Un« ternehmungen de» Staate», ebenso für Bolks- i und Bürgerschullehrer. Ein allfälliger Mangel an I Kräften in bestimmten Bereichen soll durch überzählige Kräfte au» anderen Bereichen behoben werden. Da» Verbot der Aufnahme neuer Kräfte , gilt nicht für diejenigen, welche auf Tage»« oder Leistungslohn für bestimmte Arbeitsleistungen ausgenommen werden. via Entlassung der Reservisten aus den besetzten Gebieten Prag. Da» Ministerium für Nationalverteidigung trng allen Militärformationen auf, sofort alle tschechoslowakischen Staatsangehörige» zu entlassen, welche dauernd im Ausland« wohnen und dort angestellt sind und die bei der Mobilisierung bei ihren Formationen einrückten und nunmehr ihre Entlassung verlangen. .Alle diese Militärpersonen erhalten das Reisegeld bi» zu ihrem auch außerhalb der Republik liegenden Wohnort und die BerpflegSgebühren für drei Tage.■ GroB-Relchenbers Berlin. Der„Völkische Beobachter" schreibt, daß der Gedanke, die Reichenberger Vorstädte mit dieser Stadt zu vereinigen und so ein Groß- Reichenberg zu schaffen, bereit» in der nächsten Zeit tm positiven Sinn gelöst werden wird. Dadurch wird die Zahl der Einwohner Reichenberg» von 40.000 auf 80.000 steigen. Slowakisch Staatssprache in der Slowakei. Minister Dr. DurLcknskh hat in seiner Eigenschaft al» Stellvertreter des Vorsitzende» der slowakischen Regierung eine Verordnung heraus» gegeben, welche da» Slowakische al» ausschließliche Sprache beim Gebrauch der Staatssprache in der Slowakei bestimmt. Nr. 241 Donnerstag, 13. Oktober 1938 Seite 8 Was schreibt die tschechische Presse? Ruf nach neuer Polifik und neuen Männern gewährt man Statistik entfallen Dieser Artikel ist vor allein der Judensrage gewidmet. Der Verfasser sagt, daß in der Tschechoslowakei von einem RastenantisemiiiLmuS keine Rede sein kann, daß aber die Judensrage mit Rücksicht auf die sozialen Interessen gewisser tschechischer Menschen in einzelnen Berufen gelöst werden müsse. Insbesondere wird auf die Uebersüllung de» Aerzte- und AdvokatenberufeS durch Juden hingewiesen. Auch die Die Vormehr genehmigte der Ministerrat die Aushebung der gleichfalls zur Zeit der Mobilisierung erlassenen Regierungsverordnung, welche den Apotheken die Verpflichtung auferlegt, bestimmte größere Vorräte an einigen Medikamenten zu halten. Die von der Regierung den hiesigen oder den ausländischen Staatsangehörigen deutscher Nationalität bereits erteilte Amnestie für politische VerlvaltungSdelikte wurde in eine Amnestie für Verwaltungsübertretungen hiesiger oder ausländischer Staatsbürger polnischer und ungarischer Nationalität erweitert. Schließlich behandelte der Ministerrat die Grundsätze einer konsequenten Oekonomisierung der Verwaltung bei der Neuorganisierung des Staates. Die Rechtspresse beschäftigt sich immer wieder Mit den aus dem sudetendeutschen Gübiet gekommenen Flüchtlingen, insbesondere, sofern sie Deutsche oder Juden sind. In der„Närodni Politika" veröffentlicht Dr. Nikolau einen Artikel unter dem Titel„Verteidigen wir uns rechtzeitig". höhe) entdeckt worden sei. Das Flugzeug war cM 1. Oktober von Frankfurt a. M. mit zehn Passagieren und drei Mann Besatzung nach Mailand gestartet und seither verschwunden. Einschränkung fremdsprachlicher Schulen wird verlangt. In dieselbe Kerbe haut der„Beöer", der sich Insbesondere dagegen wendet, daß jüdisches Kapital In die tschechischen Gebiete übersiedelt. Da- Blatt polemisiert in diesem Zusammenhang gegen da» „Prävo Lidu", da- dafür eingetreten ist, e- mögen neuen Industrien Steuererleichterungen werden. Die Teilung Schlesiens Im„Prävo Lidu" finden wir eine über das dreigeteilte Schlesien. Danach auf den polnischen Teil 87.899 Tschechen, 84.545 Polen und 11.188 Deutsche. Auf den deutschen Teil: 142.487 Tschechen und 62.948 Deutsche. Auf den tschechoslowakischen Teil: 104.787 Tschechen, 1078 Polen und 4881 Deutsche. jener Formel, die später als Meißner-Formel berühmt geworden ist: „Die Freideutsche Jugend will auSeige» ner Be st immun g, vor eigener Verantwortung, mit innerer Wahrhaftigkeit ihr Leben gestalten. Für diese innere Wahrhaftigkeit tritt sie unter allen Umständen geschloffen ein." WaS ist auS der Freideutschen Jugend geworden, was aus der Meißner-Formel? Zehntausende der besten deutsche,: Jünglinge verbluteten aus den Weltkriegüschlachtseldern. Nach dem Kriege zersplitterte sich die Jreideutsche Jugend, Viele erlagen dem deutschen Nationalismus. Und übrig blieben die äußeren Formen der deutschen Jugendbewegung: das Wandern und die Wanderkleidung, der Volkstanz und das Lautenspiel, bei manchen auch der Verzicht auf Rauschgifte. Dec innere Gehalt ging verloren. Die deutsche Jugendbewegung hielt nicht, waS sie versprochen hat. ES war nicht allein die Schuld der Jugend. Auch Schuld der politischen Parteien, die sich gar bald der Jugend annahmen, ihr die Formen der Jugendbewegung ließen, die Formen aber mit dem ach so alten Inhalt füllten! Am klügsten und geschicktesten gingen die Nationalsozialisten vor, die bis jetzt noch unerreicht sind als praktische Mastenpsychologen. Sie wußten die Jugend zu gewinnen, indem sie ihr den Schein der Bewegung zunächst ließen, ihrem Geltungsdrang Rechnung trugen durch den Hinweis auf die große Aufgabe,„Deutschland zu befreien"- und nach und nach aus dem, was einst Jugendbewegung war, Jugendpflege, Jugendführung im strengsten Parteisinne machten. Erinnern wir unS: Aus dem Protest gegen den tobenden Nationalismus entstand die Freideutsche Jugendbewegung! Geworden ist auS der deutschen Jugendbewegung eine fanatische Kampfschar für das alte alldeutsche Programm! ■ Erinnern wir unS: aus eigener Bestimmung, vor eigener Verantwortung und mit innerer Wahrhaftigkeit wollte die deutsche Jugend ihr Leben gestalten! Und sie verzichtete schließ« Iich ganz auf alles, was die Dreitausend auf dem Hohen Meißner gelobten! Sie stieg vom Hohen Meißner in die Niederungen... Da und dort noch ein Mann, ganz vereinsamt, der dem Schwur auf dem Hohen Meißner, den er als Jüngling abgelegt, treu geblieben. Und doch wollen wir nicht glauben, daß die hohen Ideale, diese schönen Persönlichkeitsideale der Selbstverantwortung, denen sich 1918 so begeistert der beste Teil der deutschen Jugend zuwandte, für immer in der deutschen Jugend vergessen sind. Nicht nur deshalb gruben wir er nicht, weil ja doch die alten Bindungen der ,,bün« dischen Jugend" insgeheim da und dort noch fortbestehen, sondern weil die Liebe zur Freiheit und die Sehnsucht nach ihr in der Jugend doch immer wieder neu geboren wird. Die Jugend kann nicht dauernd in der Niederung bleiben. Nicht jene Jugend, die der Selbstbesinnung fähig ist. Auch Frau Grete Thoma» gestorben. Die Frau de» Chefredakteurs des„Prager Tagblatt", Grete Thomas, ist ihrem Mann Rudolf Thoma- wenige Stunden nach dessen Ableben in den Tod gefolgt. Sie starb nach dem gemeinsamen Selbstmordversuch, ohne das Betvußtsein wiedererlangt zu haben. Die Ueberführung der körperlichen Hebet« teste de» Dichter» K. H. Mächa nach Prag. Die Leiche de» bedeutenden tschechischen Lyriker» K. H. Mächa, der in Leitmeritz begraben war, ist in den letzten Tagen nach Prag übergeführt worden. Sobald nach Prag die Nachricht von den Münchner Vereinbarungen kam, hat sich der Kulturrefe- rent der Stadt Prag, Professor Zipek, mit dem Primator Dr. genkl und mit dem Ministerium für Schulwesen in Verbindung gesetzt und e» wurde beschlossen, die Ueberreste Mächa» nach Prag zu überführen. Da» geschah Sam-tag, den I. Oktober. In Leitmeritz wurden die Ueberreste de» Dichter» aus dem Sarg genommen und in einen neuen Sarg gelegt. Dieser Sarg ist vorläufig im Prager Krematorium untergebracht und e» wird über die definitive Grabstätte noch entschieden werden. Zahlungen in» Ausland durch die Post. Die Ueberweisung von Geld in» Ausland durch Postanweisungen und die Versendung tschechoslowakischer und ausländischer Zahlungsmittel nach dem Auslande durch die Poft ist nur mit Bewilligung dec Nationalvank gestattet. Unter Ausland wird auch da» an Deutschland, Polen und eventuell Ungarn angeschloffene Gebiet verstanden. Zur Einstellung de» Hochschul-Unterrichts. In Ergänzung seine» Erlasse» vom 4. Oktober 1988, durch den bi» auf weitere Entscheidung der Anfang der ordentlichen Einschreibungen an allen Hochschulen verschoben wurde, setzt das Ministerium für Schulwesen und Volkskultur fest, daß bis zu weiteren Maßnahmen an allen Hochschulen auch jede UnterrichtStätigkeit eingestellt wird und besonders auch die Vornahme von Prüfungen aller Art(Kolloquien, Vorprüfungen, Rigorosa, Staatsprüfungen u. a.). Zugleich mit der Anberaumung der Zeit für die ordentlichen Einschreibungen für den Beginn der Unterrichtstätigkeit und für die Vornahme der Prüfungen wird eine angemessene Verlängerung der durch die Prüfungsordnungen vorgeschriebenen Prü« fung-termine festgesetzt werden. Davon werden auch alle StaatSpriifungSkommiffionen an den Hochschulen verständigt. 17 Todesopfer eine» WaldbrandeS. Die Zahl der Personen, die bei dem in den amerikanischen Staaten Ontario und Minnesota wütenden Waldbrand umS Leben gekommen sind, ist bereit» auf 17 gestiegen. Darunter befinden sich elfKknder. Zwei Arbeiter getötet. In der Lubliner Fabrik de» polnischen staatlichen Tabakmonopol» hatten sich zwei Arbeiter in eine Kammer zur Fermentierung de» Tabak- begeben. Durch Unvorsichtigkeit hatte fich die hermetische Tür der Kammer automatisch geschlossen. Als da» Unglück bemerkt wurde, waren die beiden Arbeiter durch die heißen Tabaldämpfe bereit» getötet. Gold für Ist Milliarden Dollar. Der Wert der letzten Goldsendung au» Europa, besonder» au» England, nach den Bereinigten Staaten, wird auf 45 Millionen Dollar geschätzt, so daß seit SamStag Gold im Gesamtwerte von 125 Millionen Dollar in die Vereinigten Staaten eingeführt wurde. Den letzten Angaben zufolge besitzen die Bereinigten Staaten nunmehr Gold im Werte von 18 Milliarden Dollar. Rach hitlvrdeutschem Muster. Der Korporationsminister hat verfügt, daß Handelskonzessionen und die Genehmigung zur Üebernähme von im öffentlichen Dienst stehenden Einrichtungen an Juden nicht mehr erteilt werden dürfen. Gleichzeitig werden bereit» erteilte Lizenzchewil« ligungen suspendiert.(Nach einer amtlichen Statistik beträgt die Zahl der in Italien ansässigen Juden 57.426.) Bei der Flugzengkataftrophe in Söst in Westphalen kamen u. a. der deutsche Journalist Paul Ullmann, außenpolitischer Redakteur der„Wiener Neuesten Nachrichten" und de»„Berliner Tageblattes", sowie Friedrich Luther, Generaldirektor des Die tschechische Presse von« Mittwoch besch Sftigt sich mit der Frage, ob die neuen Verhältnisse ei« andere» politische« System und andere Männer erfordern. Eine klare Vorstellung ist noch nirgend», die verschiedensten Rezepte werden da auSgegeben. Vom Hohen Meißner In die Niederung Ain 12. Oktober war ein Jubiläum zu feiern, an da» nur wenige gedacht haben und das, wenn etliche sich des Anlasses erinnerten, kaun« andere als schmerzliche Gedanken erweckte. Am 12. Oktober waren es fünfundzwanzig Jahre, daß sich etwa dreitausend junge Burschen und Mädchen, Angehörige von dreizehn Jugendver bänden, zu jener Tagung auf dem-Hohen Meiß ner versammelten, die strahlender Höhepunkt der deutschen Jugendbewegung war und Beginn einer „neuen, edlen Jugendkultur" zu sein schien. 1918 war daS Jahr der Zentenarfeier der Völlerschlacht bei Leipzig. Studentische Korpora- fionen, Kriegervereine und der gesamte patrio tische Apparat gedachten den Festtag in der über lieferten Form zu feiern: mit militärischen Auf märschen, schwungvollen„vaterländischen" Reden und viel Bier. Ein Teil der deutschen Jugend aber— und man darf wohl sagen: ihr wertvoll ster, innerlich tüchtigster Teil— wollte von die sem ihn« widerlich erscheinenden Treiben nichts wissen. In Deutschland gab eS schon seit dem Ende deS vorigen Jahrhunderts die Wander vogelbewegung. Eie war entstanden als Protest gegen den Zwang, der in Schule und Wohnimg auf die Jugend auSgeübt wurde, um sie in be stimmte Bahnen zu zwingen: in bestimmte For men des Denkens, in bestimmte gesellschaftliche Formen, auf den Karriere-Weg. Je feiner, edler, enrpfindsamer die jungen Menschen waren, umso härter ertrugen sie diesen vielfachen Zwang. Sie flüchteten zunächst in eine Welt, die sie sich sel ber schufen, sie wanderten gemeinsam in Horden, Sonntag für Sonntag und in den Ferien, sie lehnten den Modetanz ab und erneuerten den alten deutschen Volkstanz, sie kamen im„Nest" zusammen und diskutierten. Die Jugend hatte sich selber entdeckt. Wandern und tanzen, über alle Dinge der Welt diskutieren— da» genügte den Regsam sten dieser Jungen bald nicht mehr. Sie toollten sich klar werden über den Weg, den die Jugend zu gehen hatte. DaS empfanden alle sofort, als die üblichen patriotischen Feiern vorbereitet wur den: daS ist nichts für uns, das machen wir nicht mit! Die Jugendverbände erließen einen Aufruf, in dem sie sagten:„ noch fehlt da» Fest der Jugend, die, der Gegenwart zugewendet, im Gelöbnis der Tat die wahre Vaterlandsliebe be kunden will." Wa» die Jugend tun sollte, dar über sollte auf dem Hohen Meißner beraten werden. Auf dem Hohen Meißner bei Cassel wech selten Schargesang, Tanz und ernste Rede ab. Welcher Geist diese Tagung beseelte, mögen einige Sätze aus der Rede Gustav Wyneckens zei gen:„Soll eS dahin kommen, daß man Euch nur gewisse Worte zuzurufen braucht;„Deutschtum", „national", um Euren Beifall unch Heilruf zu vernehmen?"—„Vergessen wir nicht, daß die Größten jener Zeit(1918) Weltbürger waren, in dem Sinne, daß sie das Heil der ganzen Menschheit dem eines einzelnen Bolles, auch des eigenen, Lberordnetenl"., u, Die auf dem Hohen Meißner versammelte deutsche Verkehrsflugzeug aus demTambö-Glet Jugend wählte für sich die Bezeichnung„frei- scher(Andula-Grnppe an der italienisch-schwei deutsch", und was sie wollte, wurde festgelegt in zerischen Grenze westlich von der Splügen-Paß, Verschollenes deutsches Flugzeug gefunden Dübendorf, 12. Oktober. Der hiesige Zivil« I slugplatz hat auS Splügen eine Meldung erhalten, der zufolge da» seit zwölf Tagen vermißte 77..“-‘7------.'t- scher(Andula-Grnppe an der italienisch-schwei- >« Nicht nur Jahre entscheiden So schreibt der ,Mnkov": Richtiger ist der Ruf nach fähigen Leuten. E» genügt nicht nur, die Alten gegen Junge auszutauschen... Notwendig ist eher ein neuer Geist, dessen Träger neue Leute sein müssen, Der neue Geist bringt auch eine neue Methode, «ine neue Form. Hier entscheiden nicht nur Jahre... Alle wissen, daß man nach Konzentration, Einheit und Einschränkung des Parteiensystems ruft, aber jeder wartet auf den anderen. Niemand fängt selbst cm. Im Gegenteil, die Prollamationen, welche bisher von den Parteien ausgegeben wurden, bestätigen den alten Geist und sind ein Beleg dafür, daß sich nicht» ändert, daß es keine neuen Methoden und keine Neuen Erkenntnisse gibt. „Verknöcherter Mechanismus* 1 „Lidovt Listy" treten der Meinung, man müffe mit dem Parteiensystem Schluß machen, entgegen und sagen, daß diejenigen, welche die Liquidation der politischen Parteien empfehlen, auch sagen müßten, wie diese zu ersetzen seien. Wir stehen vor der Wahl des neuen Präsidenten der Republik und e» muß jemand da sein, der ihn wählen wird. Weiter» wird darauf hingewiesen, daß die Slowakei, welche fich soeben ein neuer Regime geschaffen hat, diese» auf der Koalition der dortigen autonomistischen Parteien aufgebaut habe. Ist e» möglich, in den histori« scheu Ländern ein anderes System zu begründen, al» e» in der Slowakei ist? fragt da» Blatt. Allerding» ist auch da» Organ der Katholischen Volkspartei nicht blind gegenüber bisherigen Mängeln. E» schreibt:„So wie die ganze Nation müssen sich auch die politischen Parteien den neuen Verhältnissen anpassen, auch sie müssen sich regenerieren, fich mit neuem Geist erfüllen, mit neuen Methoden und mit neuen Menschen. Geben wir zu, daß sie zu einem unbeweglichen und verknöcherten Mechanismus erstarrt sind, der neuen Ideen und einer besseren Orientierung entgegensteht. Da» hat in den Parteien zur Unterdrückung von Persönlichkeiten gefiihrt, wa» in Hinkunft nicht möglich sein wird. Für Aenderung des Wahlsystems Im„Närodni Osvobozeni" gelangt Abgeordneter Dr. Patejdl au» ähnlichen Erwägungen heran» zu dem Schluß der Notwendigkeit der Aenderung de» Wahlsystem». Er schreibt: ,Heder, der sehen will, sieht, daß da» extreme System de» politischen Parteienwesen» durch verschiedene Methoden mit einem unbegreiflichen Konservatismus erhalten wird, ein System, welche» der Staat politischer Parteien genannt wurde, eine schwere Krankheit war und ist, welche am meisten in der Zeit unserer Staatskrise zum Auidruck gekommen ist und welche man heilen muß, damit der von ihr ergriffene Patient nicht sterbe. Jene, welche die Auslösung aller Parteien und ein Korporativsyfiem verlangen, find Chirurgen, welche sich nicht besten bewußt werden, daß ein von ihnen durchgeführter operativer Eingriff den Tod de» Patienten al» Folge haben könnte." Patejdl empfiehlt deswegen eine Aenderung de» Wahlrechte» und eine Einschränkung de» System» der gebundenen Kandidatenlisten. Person be» Kandidaten soll wieder mehr in dergrund treten, die Wahllreise sollen nicht alt fünf bis acht Abgeordnete zählen. Kein» Isolierung Da»„Eeskt Slobo" hebt hervor, daß keine Politik der Isolierung treiben, sondern die Beziehungen zum Ausland wieder anknüpfen müsse. E» schreibt:„Man darf die Verbindung mit der Welt nicht außer acht lasten. E» wurde schon über die Notwendigkeit finanzieller Mittel geschrieben, welche wir al» gesunde Grundlage unserer Währung brauchen und deshalb, damit wir un» eine genügende Menge von Kreditmöglichkeiten beschaffen. In England verhandelt gerade eine Delegation unserer Finanzverwaltung wegen einer großen Anleihe, die England sich insbesondere moralisch zu gewähren verpflichtet fühlt, da die Tschechoflowakei es durch ihre ungeheuren Opfer vor weit größeren Krieg»« auSgaben bewahrt hat. Vielleicht wird da» gleiche Entgegenkommen auch Frankreich zeigen. Da» sind allerdings nur offizielle Verbindungen, welche ihre Grenzen haben. Wir aber müssen auch fiesere Verbindungen suchen, wir müssen die freundschaftlichen Bande mit der ganzen Welt erneuern und befestigen und überall suchen, wo man un» helfen kann. Schämen wir un» nicht, zu sagen, daß wir Hilfe brauchen. Wir suchen sie nicht deswegen, damit wir von Gnadengeschenken leben können, wie die» Be- ruf-bettlec tun. Bischer sind wir niemandem etwa» - schuldig geblieben und werden e» auch nicht in der Zukunft, weil wir arbeiten können, well wir arbeiten wollen und weil die Fähigkeit tschechischer Hirne und Hände durch unser nationale» Unglück nicht verloren gegangen ist. Im Gegenteil: wir fühlen«S al» nationale Pflicht, noch mehr zu arbeiten und unsere geistigen Fähigkeiten noch ergiebiger au»« zunutzen." kegierungsmsknshmen für Wohnungsfürsorge Erweiterung der Amnestie— Benzinverkauf wieder frei Prag. Der Ministerrat hielt Mittwoch nach mittags eine Sitzung ab und genehmigte die Re gierungsverordnung über außerordentliche Maß nahmen über WohnungSsürsorge, durch welche in jenen Gemeinden, in welchen ein Mangel an Woh nungen besteht, die Unuvandlung von Wohnräu men zu anderen Zwecken al» zu Wohnzwecken eingeschränkt, die Wohnungen insbesondere für Personen, die durch ihren Beruf dort gebunden sind, gesichert und Strafen für die Verteuerung von Wohnungen festgesetzt werden. Weiters genehmigte der Minister eine Re gierungsverordnung. durch welche die Beschrän kungen de» Verkaufes von Benzin und Benzin mischungen, die in der Zeit der Mobilisierung angeordnet worden war, widerrufen wird. Weiter Naue Zugsverbindungen Die Staatsbahndirektion in Prag gibt bekannt: Vom 18. Oktober verkehrt regelmäßig täglich der beschleunigte Personenzug Nr. 28 Prag« DeniSbahnhof(Abfahrt 19 Uhr 40 Min.) König g r ä tz(Ankunft 21 Uhr 45 Min.) Von: 14. Oktober verkehrt regelmäßig täglich der beschleunigte Personenzug Nr. 25. König« gräh(Abfahrt 8 Uhr 35 Min.), Prag-De« niübahnhof(Ankunft 8 Uhr 45 Min.). Beide Züge halten in Lysä n. L., in Nym- Iburk, Podibrad Läznk» Belkh Osek und Ehlumec nad Cidlinou. Mit Güttigkeit vom 12. Oktober verkehrt täglich der Personenzug Nr. 2469 von Smichov (Abfahrt 20 Uhr 21 Min.) nach Beroun (Ankunft 21 Uhr 20 Min.); mit Gültigkeit vom 18. Oktober verkehrt täglich der Personenzug Rr. 860, Abfahrt von Beroun 5 Uhr 14 Min., Ankunft Smichov 8 Uhr 07 Min. Beide Züge halten in allen Stationen und Haltestellen der Strecke Smichov—Beroun. Seite 4 Eiferunerfsgesellschaft ,, Rheinmetall- Borfig" in Dif feldorf ums Leben. Paris- Reise des belgischen Königs. Mittwoch um 9.17 Uhr trat der König der Belgier in Beglei tung seiner Suite die Reise nach Paris an. Das Wetter. Unter dem Einfluß eines Drudhochs, das munmehr über Mitteleuropa liegt, hat sich das Wetter in der' epublik größtenteils aufs geheitert. Die Besserung dürfte jedoch nur vorübergehend sein. Im Zusammenhang mit der ozeanischen Störung fällt bereits in England neuerlich Regen. Wahrscheinliches Wetter Donnerstag: Wechselnd bewölkt, meist troden. Nachttemperaturen um 15 Grad, Minima um 5 Grad. Im Osten wär mer. Zeitweise auffrischender Westwind. Wetter aussichten für reitag: Vom Westen her neuer liche Zunahme der Bewölkung und Neigung zu Regenfällen. Bei Südwestwinden leichte Erwärmung. An den Karpathenländern Andauern des heiteren Wetters. Der demokratische Gedanke wird von Bestand sein! Mögen noch Jahre darüber vergehen: die letzte Entscheidung zwischen der Demokratie als Idee menschlich- staatlicher Lebensformung und jenem jest so breit ausladenden Geisteszustand antidemofratischer Prägung wird nicht durch die Mittel der Politit gefällt werden, deren Element, wie gesagt, die Macht ist. Es liegt im Wesen dieses wie jedes Zustandes selbst, daß er ein vorübergehen der ist. Auch große nationale Erfolge, die ein Volk mit Stolz, ja mit Rausch zu erfüllen und dadurch feinen Zustand zu verlängern vermögen, fönnen auf die Dauer den tief in jeder menschlichen Natur begründeten Willen zu persönlicher Freiheit nicht ab töten. Schärfster staatlicher Drud fonnte seine Wir menschliche Eigenschaft, mit deren Funktion man be" Sozialdemokrat" Volkswirtschaft und Sozialpolitik Donnerstag, 13. Oftober 1938. Mr. 241 durch einen Monat aufrechterhalten. Man rechnet damit, daß bis dahin die Verkehrs- und andere Fragen geregelt sein werden. Auch andere Unternehmungen bemühen sich, den normalen Betrieb aufrecht zu erhalten, damit die Angestellten und die Arbeiterschaft und damit auch die demobiliDie Gewerkschaften beim Ministerpräsidenten een beter die Arbeitsgelegenheit gefichert haben. Trager Zeitung Vorlage des gemeinsamen Programms der Zentralen Prag. Der Vorſizende der Regierung entertaif- und Kreditpolitif die Entwicklung zentralen, daß mit allen Mitteln der Finanz-, Armeegeneral Jan Syrový empfing am 11. d. M. die Vertreter des Gemeinschaftsrates der Ge- des privaten Unternehmertums unterstützt wer wertschaftszentralen, die im Namen von 2 Millio- den solle, insbesondere die Aufrechterhaltung des nen Mitgliedern der gewerkschaftlichen Arbeiter Betriebes der verbleibenden Unternehmungen und Unterbringung deutscher Flüchtlingskinder. und Beamtenorganisationen dem Ministerpräsi- der Ausbau einer neuen Induſtrie, die wir be- Die Deutsche Hauptstelle für Stinderschutz und denten ihre Ergebenheit zum Ausdruck brachten nötigen. Jugendfürsorge Prag II., Preslová 7, Telephon und ihre Bereitwilligkeit betonten, bei der Lösung Als eine dringende Aufgabe betrachten die 391-92 hat in Zusammenarbeit mit der Sozial der wirtschaftlichen und sozialen Probleme, die Gewerkschaftszentralen die Sicherung der Aus- beratung der Stadt Prag die Unterbringung von nach dem unseligen Münchner Dittat sich ergeben fuhr unserer Erzeugnisse und das Aufsuchen deutschen Flüchtlingsfindern übernommen und haben, auf das wirksamste mitzuarbeiten. neuer Absatzgebiete. Sie empfehlen zu diesem richtet an deutsche Familien, die bereit sind, sols Die Abordnung legte dem Vorsitzenden der Zwede auch die Errichtung von Exportsyndikaten. chen Kindern für eine vorübergehende kurze Zeit Regierung auch Vorschläge vor, die sich auf die Weiter verlangen sie eine einheitliche Regelung fostenlos Unterkunft und Kost zu geben, die herzUebergangswirtschaft und auf die zukünftige der Arbeitsvermittlung und wünschen unter an- liche Bitte, ihr ihre Adressen brieflich oder teles Wirtschaft der Republik beziehen und namentlich derem auch eine organisierte Auswanderungs- phonisch bekanntzugeben. die Schaffung einer obersten wirtschaftlichen fürsorge. Sentrale verlangen, die die systematische Tätigkeit Der Vorsitzende der Regierung nahm die gealler Bestandteile unseres wirtschaftlichen Lebens meinschaftliche Erklärung der Vertreter der Gezu einer gedeihlichen wirtschaftlichen Erneuerung werkschaftszentralen zur Kenntnis und sagte, daß hinführen würde. Im Rahmen des Wirtschaftspro- r die Mitarbeit begrüße, die in den Wirtschaftsgramms betont die Eingabe der Gewerkschafts- organen des Staates möglich gemacht werden solle. Die Wirtschaftsziele der Regierung Prag. Der tschechoslowakische Rundfunk verbreitete folgenden Bericht: gen jovohl dem Staate als auch der arbeitenden Bevölkerung zwei Vorteile: einmal einen mora lischen Vorteil, der darin besteht, daß der arbeitenden Bevölkerung nüßliche Arbeit und nicht demoralisierende Unterstützungen gegeben werden, und zum zweiten einen wirtschaftlichen Vorteil, der darin besteht, daß die Arbeitsfrüchte der Mit glieder der Arbeitslager dauernde Werte sein verden, und daß der Staat für den gemachten Einrichtungen erhält, die im Rahmen der nor malen Investitionstätigkeit zu schaffen nicht möglich wäre. Dr. Wolf- Zdekauer gestorben. Am Dienstag verstarb im 73. Lebensjahre JUDr. Karl Wolf 3defauer, eine der befanntesten Persönlichkeiten des Prager deutschen Bürgeriums. Dr. Zdelauer, der ein Prager Banfunternehmen leitete, hat sich insbeson dere durch seine Mitarbeit im Prager Deutschen Theaterverein verdient gemacht, dessen Vors sisender er viele Jahre war. Die demobilisierten Handschuhmacher mögen sich sofort bei ihren Arbeitgebern melden. Die arbeitslosen Handschuhmacher mögen ihre Meldung in der Kanzlei der Handschuhmachergenossenschaft, Brag II, Stratovská ul. 20, 1. Stod, erstatten, wo täglich von 4 bis 5 1hr nachmittags amtiert wird. Sie erhalten dort sofort einen Arbeitsnachweis. Wiederaufnahme von Autobusstrecken. Die Staatsbahndirektion in Prag eröffnet am 13. d. M. flab, 1011 und 1012 Prag- Kouřim Kutná Hora, 1008 Prag- Sázava, 1002 Prag- Mladá Bole 1041 Prag- Kladno über Buštěhrad. 1044 Brag Louny, 1050 Prag- Libochovice und 1004 PragVoděbrady nach den bisher gültigen Fahrplänen. am 13. d. M. einen beschränkten Autobusverkehr auf Die Staatsbahndirektion Prag eröffnet des weiteren der Autobusstrede Nr. 1016 Praq- Jilové u Prahy. auf den Autobusitreden Nr. 1019 Branché 30povice und Nr. 1020 Prag- Týnec n. Sáz. nach dem Winterfahrplan. In allen Zweigen der Staatsverwaltung fung noch stets nur eine gewisse Zeit ausüben. wird an vielseitigen wirtschaftlichen Maßnahmen Jedem Menschen und gewiß dem Deutschen ist das Bedürfnis eingeboren, auch einmal seine eigene gearbeitet, deren Zweck es sein wird, während der Meinung zu haben sie mag falsch oder richtig, Beit des wirtschaftlichen Umbaues des Staates dumm oder klug sein. Dies ist eine elementare Die Staatsverwaltung bemüht sich, insbesondere Aufwand den Gegenwert dauernder nützlicher den Autobusverkehr auf den Straßenlinien Nr. die Arbeitslosigkeit der Bevölkerung zu mildern. die demobilisierten Soldaten aufzufangen und ihnen einen glatten Uebergang in das bürgerTiche Leben zu ermöglichen. Damit soll erzielt werden, sowohl in der Erzeugung als auch in der Jene, die Mitglieder der Arbeitslager sein alles getan, daß auch der Lebensstandard der Behalten, ihre Familienangehörigen erhalten VerVerteilung Störungen zu vermeiden. Es wird werden, werden Kleidung und Verpflegung eröfferung und ihre Kauftraft nicht vermindert ſtimmt rechnen darf und die noch immer erneut in Wirkung getreten ist gegenüber jedem Versuch, sie durch hermetische Abschließung von jeder geistigen Auseinandersetzung zu unterdrücken. Der Mensch ist, newiſſen anderen lebenden Raisen zum Unterschied, maI„ Nein!" jagen zu dürfen. Nimmt ein Wesen, das den Drang in sich hat, auch ein verden. pflegung und die Arbeitenden auch eine Geldentman ihm hierzu jede Möglichkeit, unterdrüdt man schädigung. Damit werden aber die Vorteile der durch Zwang diesen natürlichen und legitimen Trieb, Zu diesem Ziele arbeiten die Regierung und Mitglieder der Arbeitslager nicht erschöpft sein. so speichern sich, je länger je stärker, die Widerstands alle Ressorts in drei Richtungen. Die erste Der Hauptvorteil wird der sein, daß die Mitglie fräfte innerlich auf, bis sie eines Tages durchbre Gruppe der Fürsorge bezieht sich auf die pri der der Arbeitslager überall dort, wo es sich um chen müssen. Dann wird ein solcher Geisteszustandvaten unternehmen. Die Regierung die Stellenbeschaffung entweder bei ordentlichen zwangsläufig sein Ende finden. bemüht sich, mit allen Mitteln, die Vorausseßun staatlichen Investitionsarbeiten oder bei der Eingen der privaten industriellen und gewerblichen reihung in den normalen privaten ProduktionsProduktion zu erhalten, damit die Privat- Unter- prozeß handeln wird, den Vorzug genießen wernehmer nicht gezwungen werden, die Zahl ihrer den. Deshalb wird auch die Zugehörigkeit zum Angestellten zu vermindern. Eine zweite Gruppe Arbeitslager feine dauernde sein. Die Arbeitswidmet sich der planmäßigen Investitions- lager werden zu Reservoiren der Arbeitskräfte, Fürsorge. In allen Ressorts sind bereits um aus deren sowohl der Staat als auch die Privatfangreiche Investitionsprojekte ausgearbeitet wor- unternehmungen dauernd schöpfen werden. den, zu deren Durchführung in der nächsten Zeit geschritten werden wird. Der demokratische Gedanke aber wird von Bestand sein. Denn er ist die Idee vom ethischen Ausgleich zwischen Recht und Pflicht, zwischen Trieb und Zwang, zwischen Autorität und Freiheit, zwischen Mensch und Gemeinschaft. In ihrer Verwirklichung freilich ist diese Idee dem Gestalt wandel der Zeiten unterworfen. Die Formgestaltung dieser Idee war, als sie der griechischen Demokratie die Kraft zur Ueberwindung der persischen Uebermacht Da jedoch zu erivarten ist, daß bei starkem Tich, eine andere als die der Demokratie des neun zehnten Jahrhunderts. Weil eine Idee von Dauer Bustrom von Arbeitskräften und bei den großen ihren Kern bildet, hat die Demokratie den Gesezen Aenderungen, deren unsere Wirtschaft derzeit der Entwicklung zu folgen. Sic darf und kann nicht unterworfen ist, es nicht möglich sein wird, alle in einer bestimmten Form erstarren, sondern muß Arbeitslosigkeit durch diese zwei Mittel abzuwenlebendig bleiben. Auch jener spezifische Geisteszu- den, arbeitete die Regierung das Projekt der stand dieser Jahre enthält Elemente und das Arbeitslager aus, in deren jener Teil der schmerzlichste Geschehen geschichtliche Lehren, welche Arbeitslosen erfaßt werden soll, die in den Pridie Demokratie in sich und für ihre Fortentwidlung vatunternehmungen oder bei den ordentlichen ( ,, Bohemia") bracht werden können. Diese Arbeitslager brinDie Schwierigkeiten in M.- Ostrau Mitteilungen der Urania« Masaryk Volkshochschule. Tschechisch für Anfänger. Kursbeginn heute 18 Uhr! Urania- Kino Lezzier Tag Goldfieber" in deutscher Sprache mit Clark Gable, Loretta Young, Jad Datie! 6, 49 Uhr.- Morgen: Premiere ,, Schwar& fahrt ins GIüd"! Mähr. Ostrau. Die Ostrauer Industrie befindet sich unter den heutigen Verhältnissen, da die Hauptstrecke der Eisenbahn durch die Oltu Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins vation unterbrochen ist, in einer schwierigen Lage. Saus oder bet Bezug durch die Bost monatlich Kč 17.-. Einige große Werke wurden durch die Offupa- vierteljübrig Kč 51.-, halbjährig Kč 102.-, ganzjährig tion in zwei Teile zerrissen. So können z. B. die Ke 204.-.- Inferate werden laut Tarif billigt berechnet. Witkowißer Eisenwerke aus ihren Brüchen in Stramberg feinen Saltstein einführen, den sie für ihre Hochöfen brauchen. Troßdem fönnen die Wit Rüdftellung von Manuffripten erfolgt nur bei Einfen. bung der Retourmarken. Die Zeitungsfranfatur wurde 13.800/ VII/ 1930 bewilligt.( Stontrouvostamt Braba 25). von der Poft- und Telegraphendirektion mit Erlas Nr. verarbeiten sollte. Um so schneller und kraftvoller öffentlichen Investitionsarbeiten nicht untergefowißer Eisenwerke den normalen Betrieb noch| Druderei ,, Orbis". Drud, Verlags- u. Zeitungs-.- G., Prag wird sie sich erheben! 34 Die neue Sintflut Roman von Noëlle Roger Aus dem Französischen übersetzt von Irma Rippel " Ignaz, siehst du sie nicht?" fragte Mag, über den Abgrund geneigt. Der Hirt schüttelte den Kopf. Und mit seiner ganzen Straft stieß er jenen Ruf aus, der einst seine am Fuße der Denis Blanches verstreuten Herden zu sammeln pflegte. Es war ein langge= 80gener, schriller und zugleich schwermütiger Jodler, ein nicht endenwollender Lockruf. Das Echo wiederholte ihn, verstärkte ihn hundertfach. Und das ganze Gebirge hallte wider von dieser mensch lichen Stimme, die beharrlich forschte und rief. Endlich ging dem Hirten der Atem aus und er hielt inne. Da hörte man aus der Schlucht, faum hörbar, einen ebensolchen Nuf aufsteigen, der seine Töne aus weiter Ferne decrescendo aneinanderreihte. " Das ist einer aus unserer Gegend", rief der Hirt. Aufs neue sandte er seinen Jodler aus. Und die beiden Stimmen schwollen an, folgten einander, erwarteten einander mit Inbrunst. Im gleichen Augenblid fast sah man auf dem weißen Grund drei dunkle Gestalten auftauchen. Sie schienen zwischen den Felsen durch zufriechen. Sie erflommen die Höhe von Soir. " Schnell!" schrie Jean. Sie sprangen den Abhang hinunter, Iandeten auf dem schräg abfallenden Boden der Schlucht. Die beiden Gruppen näherten sich. Plötzlich rief einer: Soyez les bienvenus!") Ein Mann löste sich aus der Gruppe und lief *) Willkommen. mit ausgestreckten Armen auf sie zu. Er war flein von Gestalt, sein Rüden war geivölbt; er hatte einen langen grauen Bart und schüttere weiße Haare. In dem Knopfloch seiner zerfetzten Jacke prangte die Rosette der Ehrenlegion. Sein erschöpftes Gesicht war bleich vor Erregung. " meine Herren, meine Herren", wie derholte er immer wieder, indem er Mag und Lavorel die Hände schüttelte, meine Herren..." Dann, fich dem blonden Walliser zuwendend, sagte er immer wieder: " Dante... dante..." Eine Flut von Fragen drängte sich auf seine Lippen. Woher sie kämen... ob sie die einzigen Ueberlebenden seien... Seine beiden Gefährten hatten ihn eingeholt: ein tahlköpfiger Mann, dem seine Lumpen um den abgemagerten Leib schlotterten und ein Schultern, ein schniger, kräftiger Mensch, den der fräftiger Gebirgler mit rotem Haar und breiten Hirte plöglich freudig anrief: . ,, Ei, das ist ja der Jorris Emil!".. " Du, Ignaz!" rief Jorris zurück. Und da lag auch schon der Jüngling an sciner breiten Bruſt. Die Ueberlebenden von Soir betrachteten die Die anderen schauten einander verblüfft an. Ueberlebenden von Susanfe und bestaunten ihre Fellgewänder, ihre abgehärtete Haut, ihr träf tiges wildes Aussehen. Sie selbst waren nur noch ausgemergelte, zerlumpte Gestalten, deren ganzes Wesen von Entbehrungen und unendlichem Elend zu und bemühte sich zu lächeln; aber plötzlich brach sprach. Der Kahlföpfige wandte sich Jean Lavorel er auf den Steinen zusammen, berbarg sein Gesicht in den Händen und weinte. Die Mittlerweile hatte der mit der Ehrenlegion Sprache wiedergefunden. " Gestatten Sie uns, daß ich mich vorstelle und Sie mit meinen Gefährten befannt mache!" Sier in dieser Einöde, am Rande des abgrundtiefen Wassers flang diese Höflichkeitsformel aus früheren Tagen etwas sonderbar aus dem Munde dieses verwahrlosten Greises, dem die nadten Knie durch die zerlumpten Hosen schienen. „ Herr Frizz Schmideli aus Basel, Schullehrer und begeisterter Botanifer, dem es um die Pflanzen noch mehr leid tat als um die Menschen, und der Führer Emil Jorris aus Champéry, dem wir unser bißchen Leben verdanken. dergewonnenen Unbefangenheit standen die soeben Im Angesicht dieser weltmännischen, wie Angekommenen verdußt da. Aber schon wirfte sie anstedend. Die herkömmlichen Phrasen wedien ähnliche in ihrem Munde. Beinahe hätte Mar gejagt, als er dem Lehrer seine Hand hinstreckte: " Sehr erfreut, mein Herr, Ihre Bekanntschaft zu machen". Da begann er zu lachen. Der Baseler sah ihn freundlich an und in seinen Augen standen Tränen; schweigend drückte er jedem die Hand. Und ich... Georges Grisolles... aus Paris..." " Georges Grisolles, der Schriftsteller!" rief Jean Javorel. Er selbst", antwortete Grisolles bescheiden. Und schvermütig fügte er hinzu: Genugtuung dieser Art bleiben..." " Ihre Ueberraschung wird wohl meine letzte Grisolles, Mitglied der Académie Francaise, der Modeautor, dessen auflagenreiche Romane in alle Sprachen übersetzt worden waren, der Schilderer des mondänen Lebens, der mit kundiger Feder die" Chronique scandaleuse" mit idealen Gewissen zu beruhigen verstand. Betrachtungen zu verflechten und ein verschrecktes " Wie sonderbar", sagte Jean leise, daß wir uns hier treffen". ,, Ach ja!" wiederholte Grisolles, sonder= bar... und was haben wir alles durchgemacht." Sie verstummten. Grauenhafte Bilder füllten dieses Schweigen. " Ihr habt euch besser angepaßt als wir..." begann der Schriftsteller wieder. Da trat Mag vor, und wie aus einem Traum erwachend, stellte auch er seine Gefährten vor. Dann fügte er hinzu: " In Susanse werden Sie meinen Schwiegervater, Francois de Miramar, treffen, den Sie wahrscheinlich schon dem Namen nach kennen..." " Ob ich ihn kenne!" rief der Schriftsteller aus, wie oft habe ich in seinem schönen Werke: fragte Ignaz den Jorris. Vergleich der Mythen" nachgeschlagen. ,, Wieviel Ziegen habt ihr dori oben?" 34 Städter von ihrer Gewohnheit, unnötige Worte Er dachte wahrscheinlich bei sich, daß diese verschwenden, noch immer nicht geheilt waren. der Schriftsteller sprach immer weiter, ohne auf Sie wandten sich nun der Talsohle zu und die Steine zu achten, gegen die er stolperte. ,, Ach, was wir für ein Leben führen, es ist unausdenfbar... Es war uns nichts anderes übriggeblieben als den Tod zu erwarten, aber wir waren nicht in unser Schicksal ergeben... Ihre Gegenwart belebt uns auf's neue... Und Sie, Sie haben Hütten, Sie haben Feuer?... Sie können sich Essen zubereiten und sich wärmen?" Er konnte sich vor Staunen nicht erholen. Man hörte Jorris lachen: Feuer?" Teufel... fuhr Grifolles fort. Ein tranfer Engländer, ein russischer Fürst, ein Finanzmann... eines der größten Vermögen des Kontinents.. Dobreman, Sie wissen, der, welcher die schöne Frau Moreau- Delval entführte... wie man sich erzählte... die Frau des einstigen Ministers... Sie erinnern sich doch, sie waren das Tagesges spräch von ganz Paris! ,, Wir sind hier ein ganzes Häuflein armer May nickte. Diese Namen weckten in ihm das ferne Echo einer Standalaffäre. Zwei Monate ... ein Jahrhundert hatten sie aus seinem Gedächtnis fortgefegt... ( Fortsetzung folgt) 18 To