2 Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh/ Einzelpreis 75 Heller Redaktion u. Berwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantwortlicher Rebatteur: Rarl Kern, Prag 18. Jahrgang Freitag, 14. Oktober 1938 Kein Plebiszit! Jr. 242 Chvalkovský nach Berchtesgaden Keine Einseitigkeit Nach dem Besuch bei Ribbentrop at ni Berlin, 13. Oktober. Der tschechoslowakische Außenminister Doktor Chvalkovský, der heute früh in Berlin eingetroffen ist, reist heute abends nach 21 Uhr in Begleitung des tschechoslowakischen Gesandten in Berlin Dr. Mastný nach Berchtesgaden, wo er vom Reichskanzler Hitler empfangen werden wird. Berlin, 13. Oftober.( Tich. P.-B.) Der Dr. Chvalkovský mit Reichsaußenminister von fschechoslowakische Außenminister Dr. Chvalkovsky Ribbentrop dauerte zwei Stunden. Sie begann ist heute früh um 6.30 Uhr in Berlin eingetrof. um 11 Uhr und war um 13 Uhr beendet. Jen. Er wurde durch den hiesigen tschechoslowakifchen Gefandten Dr. Mastný fowie Mitgliedern Starker Eindruck in Paris Diese Berichte machten in Paris an allen politischen Stellen, in der Oeffentlichkeit und in der Preffe bedeutenden Eindru d. Die Presse beschränkt sich bisher allerdings auf die Depeschen der Nachrichtenbüros oder ihrer Berliner Korrespondenten. Die Verhandlungen, welche augenblicklich mit Ungarn wegen der magyarischen Minderheit in der Tschechoslowakei und einer neuen Grenz ziehung geführt werden, bieten ein ganz anderes Bild als jene Ereignisse, die zum Einmarsch der. deutschen und polnischen Truppen geführt haben. Während Deutschland und Polen ultimative For Der Berliner Korrespondent des„ Temps" derungen gestellt haben, welche die Tschechoslowa bemerkt, daß dieser Besuch nicht nur der Rege- tei nady Lage der Dinge annehmen mußte, werTung der durch die Besetzung der fudetendeutschen den mit Ungarn sozusagen normale diplomatische Gebiete entstandenen Fragen gilt, sondern auch Verhandlungen geführt, in denen Vorschläge er die Beziehungen zwischen beiden Staaten auf stattet und mit Gegenvorschlägen beantwortet. nene Grundlager stellt. Der„ Temps" verzeichnet werden. Das liegt nicht daran, daß etwa die Unferner die fühlbare Wendung in der Schreibweise garn geringere Ansprüche stellen, als sie Deutschder deutschen Presse gegenüber der Tschechoslo- land und Polen bereits durchgesetzt haben, sonwakei und schreibt weiter: Diese Tendenz nach dern hat seine Ursache darin, daß die internatio ber tschechoslowakischen Gesandtschaft empfangen. Paris, 13. Oktober. Sämtliche Pariser einer Annäherung zwifchen Deutfchnale Lage Ungarns schwieriger ist. Nicht nur die Im Namen der Reichsregierung begrüßte der Abendblätter referieren an hervorragender Stelle land und der Tschechoslowate i Tschechoslowakei weist magharische Minderheiten Stellvertretende Chef des Protokolls den tschecho- über die Ankunft des tschechoslowakischen Außen- fommt auch i.. privaten Gesprächen mit Deutschen auf, sondern auch Rumänien und Jugoslawien. flowalischen Außenminister. Miniſter Dr. Chval- ministers Dr. Chvalkovstý in Berlin, über die zum Ausdruck. Diese erklären allgemein, daß fie Diese beiden Staaten hegen Befürchtungen, daß Yovffy, von Legationsrat Masařit begleitet, hat im Ehrung, die er dem deutschen Unbekannten Sol- gegenüber dem tschechoslowakischen Volfe keinerlei alls die ungarischen Ansprüche an die Tschechos Hotel Adlon Wohnung genommen. Um halb 11 baten erwies und darüber, daß er sich nach der Feindschaft empfinden, deffen Wut und Würde fie flowakei weitgehend Lefriedigt werden sollten, die Uhr legte Dr. Chvalkovský Unter den Linden beim Unterredung mit dem Reichsaußenminister von achten, mit den diefes Volt eine feiner härtesten Magyaren auch an die beiden genannten StaaEhrenmal einen Kranz nieder. An dem Vietäts- Ribbentrop wahrscheinlich noch heute Abend zu Prüfungen überstanden hat. Sie wären aber ten herantreten würden. Ungarn aber kann hft nahm auch Gesandter Dr. Maftuh teil. Um 11 Reichskanzler Hitler nach Berchtesgaden begibt. dessen ungeachtet nicht überrascht, wenn sich beim sich nicht mit allen seinen Nachbarn zugleich zerhr begab sich der tschechoslowakische Minister in tschechoslowakischen Volke den Deutschen gegen schlagen. Die verhältnismäßige Zurückhaltung bas Auswärtige Amt, um dem Außenminister von über nicht gleich eine gleichartige Disposition ein- Ungarns hat aber noch einen anderen Grund. Die Ribbentrop einen Besuch abzustatten. Die Unterstellen würde, weil es in dieser Angelegenheit die Magharen werden von Deutschland anscheinend redung des tschechoslowakischen Außenministers Rolle des Opfers spielt. nicht so unterstützt, wie sie sich dies gedacht haben. Deutschland will die entscheidende Rolle in Mit tel- und Osteuropa spielen und kann die gemein fame Grenze Polens und Ungarns, an die die bei den Staaten gedacht haben, nicht brauchen. Die geschwächte Tschechoslowakei hat Deutschland weniger zu fürchten als ein startes Polen und ein wies dererstarftes Ungarn. Bezeichnend ist, welchen Widerhall der Wunsch der Starpathoruffen gefun den hat, die ihr Selbstbestimmungsrecht so auss üben, daß sie ihr Weiterverbleiben bei der Tsche choslowakischen Republik wünschen. Auch die SloBahnhof Schönbrunn neutralisiert Mähr.- Ostrau, 18. Oftober. Wie wir aus gut informierter Quelle erfahren, wurde zivi Ungarn bricht Verhandlungen ab Tschechoslowakische Vorschläge ungenügend Preßburg, 13. Oktober. Heute um 19 Uhr 20 Minuten fand sich in dem Gebäude der Bezirksbehörde in Komárno, wo die gemeinsamen Bera tungen der tschechoslowakischen und der ungarischen Delegierten stattgefun den haben, die ungarische Delegation mit Außenminister von Ranha an der Spitze ein und gab bekannt, daß sie ihrerseits die weiteren Beratun gen abbreche, denn auf Grundlage der vorgelegten tschechoslowakischen Bedingungen könne nicht mehr weiter verhandelt werden. Minister von Kanha übergab dem Vorsitzenden der Regierung Dr. Tiso eine Note, in der er diesem die Gründe mit der Bemerkung mitteilt, daß sich die ungarische Regie rung zwecks Entscheidung der strittigen tschechoslowakisch ungarischen Fra gen an die Großmächte wenden wird. HisW alb na schen den deutschen und den tschechoslowakischen Behörden vereinbart, daß der Bahnhof Schöns brunn- Witkowitz und die Ausweiche Bolanta n. Odrou sich auf neutralem Boden befina den und daher nicht von deutschen Truppen besetzt werden. Die deutschen Behörden stellen zur Aufrechterhaltung der Ordnung vier Finanzwach Teute zur Verfügung, die tschechoslowakischen Bez hörden stellen die erforderlichen Beamten zur Bewachung des Eisenbahnmaterials und der Frachtgüter bei. Der Bahnhof in Schönbrunn und die Ausweiche in Bolanta samt Geleisen, Sicherheits-, Telephon- und Telegraphenanlagen werden den tschechoslowakischen Staatsbahnen fibergeben. Den gesamten Betrieb wird dortselbst das tschechoslowakische Bahnstationsamt Schön brunn- Willowiß leiten. Der Personenverkehr swischen Mähr. Ostrau und der Haltestelle Pos Tanta wird nach weiterem Einvernehmen eröff net werden. Ebenso wurde die Art der Sichers stellung und der Personenkontrolle bei der Eisens bahnüberführung auf der Straße MährischOstrau- Troppau in Schönbrunn vereinbart. Diese Vereinbarung erfordert allerdings die Gediese Freimachung wird auch dem Raummangel Chamberlains und Daladiers. Diese Zusammen- nach in allen Mähr.- Ostrauer Bahnhöfen abgeholfen, kunft soll auf einer Yacht entweder in der Umge- fen von Gdingen zum tschechoslowakischen Exportweil es möglich ist, in Schönbrunn und Polanla bung von Genua oder von Neapel im November und Transithafen werde. Teere Waggons, Material und eventuell zurüd stattfinden und der Festigung des Viererpaktes gehaltene Sendungen zu deponieren. Die Signal- dienen. Ferner foll über das Kolonialproblem und und anderen Einrichtungen sind unversehrt ge- über die Frage einer allgemeinen Abrüstung verblieben. Nach beiden Dienststellen wurde sofort handelt werden. Es soll auch die Teilnahme des das dort früher beschäftigte Eisenbahnpersonal amerikanischen Staatssekretärs Hull sowie eines japanischen Vertreters nicht ausgeschlossen sein. abgesandt. Außer der erwähnten Agentur, deren Informationen die Blätter zitieren, wurde diese Nachricht on feiner anderen Quelle beſtätigt. Rätselraten um die Zukunft Neue Vierer- Konferenz? Berlin will gute Beziehungen mit Prag Paris, 13. Oktober. Die Blätter veröf- will, die den Zielen der Diplomatic Sitlers zu fentlichen einer Meldung der„ Central Neus" sagen würden. In erster Linie würde es sich darentsprechend einen Bericht über eine beabsichtigte um handeln, nicht zuzulassen, daß die Tschechoslo o Verkehrsbeziehungen walen betonen, seit dem sie ihr Autonomieprogramm durchgesetzt haben, mehr als früher ihre Verbundenheit mit den Tschechen. Wenn also die flowatische Regierung bei den Verhandlungen in Stomarno mehr Glüd haben wird, als die tschechoslowakische in der internationalen Kommission in Berlin, so ist dies nicht so sehr der Geschicklichkeit der Slowaken zu verdanken, wie der günstigeren Situation, in der sich die Slowakei Ungarn gegen über befindet. Das Hauptopfer für die Erhaltung des europäischen Friedens haben die historischen Länder gebracht. Diese Vorgänge zeigen, daß die internatio nale Situation bei einer vorsichtigen Politik der Tschechoslowalei nicht so ungünstig sein muß, wie man es nach den furchtbaren Schlägen, die das Land zwischen dem 1. und 10. Oftober erlitten hat, dachte. Die Aufgabe der neuen Tschechoslowafei wird wohl darin bestehen, ähnlich, wie es die Schweiz tut, ihre Neutralität zu wahren. Die Republik kann nicht von dem Extrem der früheren westlichen Orientierung zum anderen Extrem zeigt sich schon jetzt bei den Verhandlungen über die englische Anleihe, daß das Land die Westmächte braucht trotz allem, was vorgefallen ist. nehmigung der vorgesetzten Behörden. Durch neuerliche Zusammenkunft' Muſſolinis, Hitlers, wadern, daß der Has einer rein deutschen Orientierung verfallen und es Deutscher Staatssekretär in der Slowakei Ein neuer Rüstungswettlauf Auch im Innern wird eine extreme Politik Pari 8. Der Berliner Havas- Bericht nicht im Interesse des neuen Staates sein. Ein erstatter meldet: Die Verstärkung der britischen Staat und Volk in der Situation, in welcher sich Rüstungen und der in England in diesem Sinne das tschechoslowakische Volt jetzt befindet, hat alles verbreiteten Propaganda beunruhigt deutſche vo- Interesse, seine nationale und staatliche Einheit zu litische Streise ernstlich. In zahlreichen Artikeln erhalten und den neuen Staat nicht durch innere sprechen die deutschen Blätter von einem Rüstungs- Kämpfe erschüttern zu lassen. Es tann es sich nicht Der ehemalige Ministerpräsident Leon fieber, das im Widerspruch zu der Münchener erlauben, sich bloß auf eine Gruppe der Be Blum schreibt im„ Populaire": Niemand in Atmosphäre ſtehe. Die deutſche Preſſe erklärt, daß völkerung zu stützen. Gerade zu dem augenblick= In einem, Interview, welches der Vorſizende Frankreich, auch diejenigen nicht, die das Mün- Deutſchland diefen Nüftungen gegenüber nicht lich größten Problem, zum wirtschaftlichen Wies der ſfolvatiſchen Regierung, Dr. Tiso, einem Ver- cheney Abkommen am wärmsten begrüßt haben, gleichgültig bleiben könne und was die eigenen deraufbau, braucht man die Arbeiterschaft, die treter bes Camburger Fremdenblatt" gegeben sieht dieſes als ein Ende an. Die Ereignisse der Rüstungen anlange, zu den notwendigen Kon- ihrerseits ihre Kräfte durch die einheitliche Zuhat, erklärte er, die ſlowafische Regierung wolle letzten acht oder zehn Tage, die militärischen fequenzen gezwungen werden könnte. Die Preſſe ſammenfassung aller Gewerkschaften stärken und auch nicht einer Deutſchen in der Slowakei ent- Operationen in der Tſchechoslowakei, die Rede wälzt die Verantwortung für diese neue Miß auch durch eine Stonzentration ihrer politischen nationaliſieten. Den Deutſchen werden alle Rechte Hitlers in Saarbrüden, Francos Ablehnung einer trauenshaltung" auf England ab. Die Frank- Kräfte die Stellung behaupten kann, die sie bisin Wirtschafts- und Kulturfragen gegeben werden. Vermittlung, das alles sind Ereignisse, die keine furter Zeitung" schreibt:„ Deutschland kann der her im politischen und wirtschaftlichen Leben des 3m Brinzip wurde bereits entschieden, daß das günſtige Atmosphäre schaffen. Léon Blum rät neuen Rüftungswelle in Frankreich und England Landes innegehabt hat. Die Bevölkerung braucht Amt eines Unterstaatssekretäre für die Angelegen- ebenfalls zur Bereitschaft und zum Vorbereitet gegenüber nicht gleichgültig bleiben. Die Nebe des vor allem Brot und Arbeit, und dazu ist ein planheiten der slowakischen Deutschen geschaffen fein Frankreichs, denn in einem Monat oder in Führers in Saarbrüden hat flar gezeigt, daß mäßiger Wiederaufbau der Wirtschaft notwendig, drei Monaten fönnen die Ereignisse und Schwie- Deutschland gezwungen ist, eine Rüstungspropor- ebenso die Durchführung großer wirtschaftlicher werde. rigkeiten noch ärger sein. tionalität in Erwägung zu ziehen." Die Natio- Arbeiten, wie die Schaffung neuer Industrien. Wie das Nude Právo" mitteilt, hat der eheDer Berliner Korrespondent des Lenalzeitung" fagt:„ Den englischen verantwortli- Darauf muß man die Hauptaufmerksamkeit des malige Abgeordnete der Sudetendeutschen Partei, Karmasin, von der slowakischen Regierung die Be- Iour" schreibt: Es gibt keinen Zweifel darüber, chen Kreifen muß bewußt sein, daß im Falle die Volkes lenten und es ist die Aufgabe der Politiker willigung zur Gründung einer neuen politiſchen daß Deutschland schon jetzt bestrebt ist, die begreif- Müftungspropaganda fortgesetzt werden sollte, und Presse, die Bevölkerung in diesem Sinne au Bartei unter dem Titel ,, Deutsche Partei" erhal- liche Bitterkeit der Tschechoslowakei gegen die che: Deutschland zu eignen Schritten gezwungen fein beeinflussen. Nicht kleinliche Maßnahmen gegen ten. Die neue Partei hat ein totalitäres. Pro- maligen Verbündeten auszunüßen und daß es mit könnte, was das Gleichgewicht der Kräfte anbe- ein paar sudetendeutsche Flüchtlinge können das Los des Staates und Volfes bessern, sondern mur gramm. der Prager Regierung Beziehungen herstellen trifft." " Seife 2 Nr. 242 Freitag, 14. Oktober 1038 Neue Kämpfe in Palästina Jerusalem, 13. Oktober. Auf der Straße Jerusale m—Hebron ist rS zu einem schweren Kampf zwischen englischem M ilitärundArabern gekommen, der zahlreiche Opfer forderte. Eine Mili- tärpatrouille wurde auS dem Hinterhalt beschossen und der Kraftwagen wurde umgeworfen. Drei Soldaten wurden dabei verwundet. Daü Militär forderte Hilfe an, worauf weitere englische Truppen und zweiFlugzeugeinden Kampf eingriffen. Eine englische Maschine wurde a b geschossen, jedoch find der Flugzeugführer und der Begleiter angeblich unverletzt. Im Verlauf des Kampfes wurden zwei Soldaten getötet. Die Araber hatten mehrere Tote und Verletzte. Auch in Jerusalem selbst ist eS zu mehreren Zwischenfällen gekommen. So wurde in der Altstadt ein Araber ermordet. Gegen einen Lastkraftwagen wurde eine Bombe geworfen. Jerusalem, 13. Oktober. Auf die Eisenbahnlinie Lydda—Haifa wurde heute ein Bombenanschlag verübt. Dabei»ourde ein englischer Pionier verwundet. In H a i f a wurde ein englischer Offizier, der Führer eines Spähtrupps, durch Schüsse verletzt. Bei einen« Bombenwurf auf einen Lastkraftwagen wurden vier Juden verwundet. Bei H a f a r H a s s i d e m wurden die einem Juden gehörende Lederfabrik sowie zwei andere Gebäude i n B r a n d g e st e ck t. Bei der Durchsuchung deS Dorfes Beit Habala nordwestlich von Lvdda wurden 180 Araber, d. h. fast die ganze männliche Bevölkerung deS Dorfes verhaftet. Bei einein Angriff auf den Flughafen von Gaza wurde ein Araber erschossen. Araberfftthrer ermordet Jerusalem, 13. Oktober. Das Mitglied deS Jerusalemer StadtrateS und der arabischen Verteidigungspartei Palästinas Hassan S i d k i D a.s ch a n i, auf der Reise von Jerusalem nach Jaffa erschaffen worden. Hassan Daschani gehörte zu den Anhängern des geflohenen Mufti von Jerusalem und war ein bedeutender Jurist, der in der letzten Zeit oft aufständische Araber vor dem britischen Militärgericht verteidigt batte. Jerusalem, 13. Oktober. Bis jetzt wurde noch nicht sestgestellt, unter tvelchen Umständen er ermordet wurde, eS scheint aber unwahrscheinlich, daß er während einer Autonwbilfahrt erschaffen wurde, wie man anfangs meinte. Man glaubt, er sei von Räubern entführtund ermordet ivorden. Gestern in der Nacht wurde in der Nähe deS DamaSkuStoreS in Jerusalem ein Sack gesunden, in dem sich die abgeschlagenen Köpfezweier marokkanischen Muselmänner auS Jericho befanden, die vor einigen Tagen verschwunden sind. Beide gehörten zu der ehemaligen Leibwache deS Mufti von Jerusalem. England will die Ruhe wiederherstellen London, 13. Oktober. Der Hohe Kommissar für Palästina, SirHaroldMaeMichael, ist heute von Southampton auf der Reise nach Palästina nach Alexandrien abgeflogen. Gestern wurden die Konferenzen über die einzelnen Gesichtspunkte deS palästinensischen Problems abgeschlossen, die seit Donnerstag der vergangenen Woche, da MacMichael in London eingetroffen war, täglich mit den« Kolonialminister und den übrigen zuständigen Faktoren erörtert wurden. Es wurden bereits weitere Maßnahmen bekanntgegeben, die als Abschluß dieser Beratungen zu dein Zwecke getroffen wurden, um in Palästina die Ruhe Wiederherz u st eilen. Meldungen des Kolonialministeriums zufolge hat der Staatssekretär für Kolonien gemeinsam«nit dem Hohen Kommisffar eingehend die politische Lage Palästinas geprüft, die, wie erwartet wird, durch den Bericht des Woodhead-KomiteeS noch weiter beleuchtet werden wird, der noch im Verlaufe dieses Monats erstattet werden wird. Jerusalem, 18. Oktober. Für Reisen nach dem benachbarte«« Transjordanien ist der Bisumszwang eingeführt worden. DaS Bisuin muß mindestens sechs Wochen vor dem Grenzübertritt beantragt werden. Man vermutet, daß damit ein schnelles Entkommen politischer Flüchtlinge auf legalem Wege erschwert werden soll.— DaS Militärgericht hatdrei Araber, die bei den« Zusammenstoß unweit voi« Ramallah gefangen genominen worden«varen, z u n« Tode iverurteilt. S üßzügige WirtschaftSmaßnahmen. Wir haben on einigemal gesagt, daß wir die Erregung deS tschechischen Volkes voll begreifen, aber das Unglück darf ein Volk nicht kleinlich finden und man muß den Mnt haben, den« Bolle zu sagen, welche Mittel notwendig sind, nrn wieder bessere Tage herbeizuführen. Der plamnäßige Ausbau der Wirtschaft ist vor allem noüvendig und dazu sind alle Staatsbürger ohne Unterschied der Nationalität bereit, ist auch die kleine deutsche Minderheit bereit, die nach dem Münchner Diktat in der Tschechoslowakischen Republik zurückgeblieben ist. In den« großen Anfbautoerk, welches der erste Schritt in eine bessere Zukunft sein muß, werden die demokratischen Deutschen dieses Landes, die an Fleiß und Begabung den« tschechischen Volk nicht nachstehen und die ihre Staatsgesinnung in den schwersten Tagen, die die Republik durchgemacht bat, unter Beweis gestellt haben, deS tschechischen Volkes wertvollste Mithelfer sein. ItsUens Bilanz in Spanien Vorläufig 12.147 Mann Rom, 13. Oktober(Stefan!). Wie die italienische Presse«neidet, sollen die Schiffe, welche die italienischen Freiwilligen aus Spanien zurückbefördern, von einer Abteilung der italienischen Kriegsflotte begleitet werden. Gleichzeitig wird die offizielle Berlnstliste der italienischen Freiwilligen-Formationen vom Begin«« des spanische» Bürgerkriegs bis zum 10. Oktober l. 3. bekanntgegeben. In dieser Zeit find in Spanien 227 Offiziere gefallen und 607 wurden verwundet. Air Legionären sind 2430 Mann gefallen und 8161 wurden verwundet. In Gefangenschaft gerieten drei Offiziere und 351 Mann. AuS Ursachen, die mit dem Dienst zusammenhän- gen, sind 278 Mann gestorben. Etwa 2000 Le-, gionäre haben so schwere Verwundungen erlitten, daß sie dauernd invalid, bleiben werden. Die Gesamtzahl der Verluste beträgt 12.147. Kein Plebiszit! Deutsch-tschechischer Ausschuß regelt die Option—Grenzkorrekturen? Berlin.(HavaS.) Der auf Grund der Münchener Abmachungen errichtete internattonale Ausschuß trat heute zi« einer Sitzung zusammen, ««ach welcher folgendes Konnnuniquk auSgegeben wurde: „Der internationale Ausschuß für die Regelung der sirdetendeutschen Frage trat heute nach- «uittngS zusammen. Er stellte fest, daß die endgültige Abgrenzung deS an Deutschland fallenden sudetendeutschen Gebietes auf der Grundlage der am 5. Oktober vom Ausschuß festgestellte» Linie erfolgen kann, und zwar mit den etwaigen A b ä n d e r n n g e n, die der Ausschuß nach den« Wortlaut deS Artikels 6 deS Münchener Abkommens Vorschlägen könnte. Unter diesen Umständen hat der internationale Ausschuß einstimmig beschlossen,daß von Volksabstimmun gen abzu sehen sek. Der Ausschuß nahm Kenntnis von dem zwischen der deutschen und der tschechoslowakischen Regierung erzielten Einver- nehmeir darüber, die Arbeiten zur Berichtigung und endgültigen Festsetzung der Grenze auf der Grundlage der vorerwähnten Linie sofort aufzu- nehmen. Außerdem hat er von der Bildung deS in« Artikel 7 deS Münchener Abkommen- vorgesehenen deutsch-tschechoslowakischen Ausschusses Kenntnis genommen, der die Ausübung deS Option-rechte- regeln soll. Schließlich hat der internationale Ausschuß de« Bericht des wirtschaftlichen Unterausschusses ent- gegengenommen und mit Befriedigung die beachtenswerten Fortschritte vermerkt, die bei der Lösung der schwebenden Fragen ViS jetzt erzielt worden sind. Zerfall der Volksfront Ein Beschluß der Radikalsozialisten Paris. Der Vollzugsausschuß der Radikalen Partei nahm in der gestern abends stattgefundenen Sitzung eine Resolution an, in der konstatiert wird, daß die Kommunisten dadurch, daß sie in der vergangenen Woche sowohl gegei« die Außenpolitik der Regierung alö auch gegen die Erteilung der Vollmacht an die Regierung in Finanzangelegenheiten stimmten» bewußt und absichtlich die Solidarität der Volksfront verletzt haben, auf die gerade sie sich am meisten beriefen. Die Radikale Partei behält sich vor, auS diesem Verhalten der Kommunisten die weiteren Kon sequenzen zu ziehen. ES scheint, baß die erste Folge dieser Entscheidung der Radikalen die praktische Trennung der Radikalen von den Kom- nniniste«« bei den Ergänzungswahlen eine- Drittels deS Senates(07 Senatoren), die am 23. Oktober stattfinden werden, sein wird. Der Vollzugsausschuß der Radikalen Partei verurteilte auch streng die politischen Methoden, die der ehemalige Ministerpräsident und Vorsitzende der Partei der demokratischen Bereinigung Flandin in der letzten Zeit angewendet hat. Spanien wird nicht geteilt I Eins Erklärung dsl Vayos Rumänien kauft Waffen In Italien Bukarest, 13. Oktober.(Stef.) Zwischen der rumänischen Regierung und einem italienischen Konsortium«ourde ein Abkommen über Waffenmrd Kriegsmaterial-Lieferungen im Gesamt-, «verte von 30 Millionen Lei für die rumänische Armee unterzeichnet. Großes Agrarprogramm der USA Washington, 18. Oktober. Der Landwirtschaftsminister gab bekannt, daß das Agraramt ein Ricsenprogramm zum Verkauf überschüssiger landwirtschaftlicher Erzeugnisse an bedürftige Familien zu erheblich herabgesetzten Preise» erwäge. Das Programm will die Ueberschüffe an landwirtschaftlichen Erzeugnissen abbauen und dadurch die Lebensmittelpreise stützen. Die mit dem Verkauf der LebenSmittel zu billigen Preisen verknüpften Verluste will die Regierung tragen. Barcelona, 12. Oktober.(HavaS.) Bei der Feier deS„Tages der spanischen Rasse" hielt der Außenminister deS republikanischm Spanien AlvarezdelBayo eine Rede, in welcher er hervorhob, daß, wenn jemand dav spanische Problein so unsinnig zu lösen wünsche wis das bei einige» der Fall ist, eS sehr unsinnig wäre,«nit der Einheit der Spanier zu rtech- Nei« und dabei daS Land z«« teilen. Ich bin überzeugt, daß jeder eine solche überwältigende Mehrheit um« Spaniern, sei es nun auf dem der Regierung treu gebliebene» Gebiet oder. auf dem von den Aufständischen besetzten Gebiet, finden würde» die geeint gegen jeden Versuch einer Teilung Spanien- auftreten würde. Seine Rede schloß dann der Minister mit den Worten:„Wir würden Verrat an allen Spaniern üben, die für ein freies und von allen Eindringlingen befreites Spanien gefallen sind, wenn wir früher Frieden schließen würden, bevor nicht der letzte dieser Eindringlinge daS Gebiet Spaniens für immer verlaffen hat." Kleine Gefechte an der Ostfront Barcelona, 12. Oktober.(Ag. Esp.) Unsere Soldaten haben zwei feindliche Handstreiche auf Roca del Pitillo im Abschintt Llavorfie zurückae- schlagen. In der Ebrozone haben wir im Gegen» angriff die Ausläufer der Höhe 384 im Coll del Coso zurückerobert, dabei Gefangene gemacht und Kriegsmaterial erbeutet. Die Truppen der Invasion haben den ganzen Tag über diese Stellung angegriffen, wurden aber immer wieder zurückgeschlagen. Unsere Infanterie schoß ein italienisches Flugzeug ab, das unsere Linien mit Maschi« nengewehrfeuer belegt hatte. Reichsdeutsche Offiziere In BrUnn Am Mittwoch erregte die Ankunst ztveier deutscher Militärautos, in denen reichsdeutsche Offiziere saßen, in Brünn die größte Aufmeä« samkeit. Vor dem Hotel„Slavia", wo die Autos anhielten, sammelte sich eine größere Menschenmenge an, die sich aber wieder verlief, als die deutschen Offiziere sich mit tschechoslowakische» Offizieren in den Speisesaal des Hotels begaben. Die deutschen Offiziere, die auch Fachleute der Wiener Staatsbahndirektion mitgebracht hallen, verhandelten mit den tschechoslowakischen Offizieren über die Verkehrsregelung auf der Eisenbahnstrecke Brünn—Lundenburg und über die Regelung des kleinen Grenzverkehrs, lieber die Behandlungen wurde kein amtlicher Bericht ausgegeben. Die reichsdeutschen Offiziere verließen Brünn Mittwoch abends. Gegen unwahre Gerüchte Prag. Unverantwortliche Elemente verbreiten die durch nichts belegten Gerüchte, daß einige Orte, die von deutschen Truppen besetzt wurden, «vieder geräumt worden seien. Die Bevölkerung der betreffenden Orte hat, durch solche Gerüchte irregeführt, vielfach die Konsequenzen aus ihnen gezogen und schreitet mancherorts auch zu Gewalttaten. Die Okkupationsbehörden treffen in dieser Lage gegen die Verbreiter solcher Gerüchte scharfe Maßnahinen und drohen den Anstiftern von Unruhen mit strengen Strafen. So«varen z. B. im Ostrarier Gebiete unwahre Gerüchte über die Rückerstattung der von deutschen Truppen besetzte«« Ortschaft Schönbrunn verbreitet. Meldung der Angestellten der Krankenver- sicherungSanstalten, di« daS besetzte Gebiet verlassen mußten. Die ZentralsozialversicherungS« anstatt gibt allen Angestellten der Krankenversicherungsanstalten, die bis zum 10. Oktober 1038 ihren Dienswrt im besetzten Gebiet verlaffen mußten, bekannt, daß sie sich bei den Be« zirkSkrankenversicherungSanstalten» beziehungsweise soweit eS sich um Angestellte von landwirtschaftlichen Krankenversicherungsanstalten handelt, bei den landwirtschaftlichen Krankenversicherungsanstalten, in deren Sprengel sie sich am 12. Oktober 1088 aufgehalten haben, melden mögen. Sie erhalten bei diesen Anstalten weitere Weisungen. Es ist daher überflüssig, daß die Angestellten in ihren Personalangelegenheiten bei der Zentralsozialversicherungsanstalt vorsprechen. Neuer Landespräsident der Slowakei. Durch ein Dekret des Innenministers des Landes Slowakei vom 11. Oktober 1988 wurde der Oberrat der polittschen Verwaltung Dr. Julius Simko mit der zeitweiligen Leitung des Landesamtes für daS Land Slowakei betraut. Bei der britischen Kronkolonie Bomben auf Barcelona Barcelona, 13. Oktober.(Reuter.) Heute Um 11 Uhr vormittags warfen Francoflugzeuge ungefähr 40 Bomben auf Barcelona ab. Dabet wurde der britische Dampfer„Stancrost" beschädigt, der nachmittags sank. Negrln appelliert an die Welt B a rc e l o n a, 13. Oktober.(HavaS.) Ain Freitag, den 14. d. M., wird Ministerpräsident Regrin eine Rundfunkansprache an die gimze Welt halten. Im Anschluß an die(Hebe wird der Text in stanzösischer, deutscher, italienischer und portugiesischer Sprache übertrugen werden. 140.000 K« täglich für die Britische Legion London, 13. Oktober. Der mit der Füh- rnng der Abteilung der Britischen Legion, die für die Tschechoslowakei bestimmt ist, betraute Major Sir Francis Fetherstone-Godley wird heute eine Unterredung mit Außenminister Lord Halifax haben. Die in London vorliegenden Meldung;» Mine» ein« Abstimmung für nicht besonders wahrscheinlich zu halten. Die Kosten für die Erhaltiliig der 1200 Mann starten Trupp« betrügt dem„Daily Telegraph" zufolge, etwa 1000 Pftmd täglich. General Miaja von Mexiko ausgezeichnet. Bei der feierlichen Uebergabe des mexikanische«! Militärverdienstordens erster Klaffe an General Miaja sagte der Botschafter Mexikos, Oberst Tejeda:„Ich bin glücklich, mein General, an Ihre Brust das Zeichen des Verdienstes heften zu können, das Präsident Cardenas Ihnen gewidmet hat. Er will damit seine und unseres ganzen Bolles Bewunderung und herzliche Zuneigung für den tapferen Verteidiger von Madrid bekunden, den Mann, der für Spanien und im Dienste einer weltumfaffenden Idee kämpft gegen Soldaten— oder bester gesagt gegen Männer—, die ihren Schwur und ihre Pflicht verleugnend, Krieg gegen ihr eigenes Volk führen, zusammen mit jenen, die die Souveränität Spaniens angreife»!" Japaner landen Trupp«» In SUdchlna Hongkong.(Reuter.) Mittwoch und heute brachten die Japaner unter dem Schutze von Kriegsschiffen ununterbrochen Truppen und Kriegsmaterial in der südchinesischen Bucht PiaS an Land. Die chinesischen Truppen leisteten überhaupt keinen Widerstand. ES wird angenommen, daß sie sich den Japanern erst weiter im Inneren deS Landes entgrgenstellrn werden und darum wird erwartet, daß eS in den nächsten Tagen zu Kämpfen kommen könnte. Die erste große Schlacht dürfte wahrscheinlich in der Umgebung der Stadt Waitschau geschlagen werden, wo bedeutende chi- nesische Streitkräfte konzentriert sind und das Terrain zahlreiche natürliche BerteidigungSmittel, z. B. Sern und ausgedehnte Hügel darbietrt. Die Stadt Waitschau und die umliegenden Ortschaften wurden heute von mehr als 100 japanischen Flug- zeuge» bombardiert, die einen Anflug auf daganze südliche Gebiet der Provinz Awantung unternahmen. Washington.(HavaS.) Der amerikanische Botschafter in Tokio übermittelte nach Washington eine japanische Note, in«velcher die amerikanische Regierung von der Ausschiffung japanischer Truppen in Südchina verständigt wird. Amerikanische diplomatische Stellen bemerken, daß die britischen Jntereffen in diesem Gebiet weit größer und direkter bedroht sind als die amerikanischen Jntereffen. Es liege demnach an der Energie Großbritanniens, über irgendwelche Aktionen neben einer diplomatischen Aktion zu entscheiden. Es wird daran erinnert, daß Staatssekretär Hüll einige Male erklärt hat, daß er die amerikanischen Jntereffen wahren werde und daß er sich bisher immer dagegen ausgesprochen hat, die amerikanische Fahne vor den militärischen Ambitionen zu senken. Dieselben Kreise verweisen ferner darauf, daß diesmal die Interessen der Bereinigten Staaten, Englands und Frankreichs der gleichen Bedrohung ausgesetzt sind nnd daß demnach irgend eine gemeinsame oder wenigsten- parallele Aktion nahe liegt. ES«vird der Wunsch ausgesprochen, daß sich die Lage In Europa ehestens, stabilisiere, damit die französische und die britische Regierung ihre Aufmerksamkeit den fragen im Femen Osten widmen können. Sobald )aS Staatsdepartement die Prüfung der japanischen Note beendet haben«vird, werden diplomatische Beratungen zwischen den drei Großmächten ausgenommen werden. Rr. 242 Freitag, 14. Oktober 1038 Sette 8 Was schreibt die tschechische Presse? Hat es ein Mann verschuldet? In der„Pkttomnost" veröffentlicht einer der führenden tschechischen Journalisten, Ferdinand Peroutka, einen interessanten, aufklärendvn und nützlichen Artikel unter dem Titel:„Hat r» ein Mann verschuldet?" Er untersucht darin die Politik deS abgetretenen Staatspräsidenten Dr. Beneö. Wir heben au» dem Artikel die entscheidenden Stellen hervor. Peroutka sagt: „Co ist wahr, daß Dr. Beneö bei uns der sichtbarste Vertreter der sogenannten westlichen Orientierung gewesen ist, und daß diese Orientierung sich in kritischer Zeit nicht bewährt hat. Wenn man die Schuld für diese westliche Orientierung auf ihn allein abwälzt, weicht man von der Wahrheit ab. Et war die» im großen und ganzen die Orientierung der gesamten Nation, nicht erst in den letzten zwanzig Fahren, sondern im ganzen letzten Jahrhundert gewachsen. Nicht nur ein Mann hat sich verlassen, sondern alle. Unsere Crwecker, die Generation unserer Crwecker— alle haben sich auf Frankreich verlassen und es geliebt. Unsere nationalen Gräber sind angesilllt mit Männern, welche von Herzen den Westen geliebt haben und mit ihm gemeinsam allen Gegnern trotzen wollten. Seien wir nur aufrichtig: wie lange hat man in dieser Nation schon Vive la France gerufen! Man hat so gerufen und so gedacht, früher, al» irgendeiner von uni geboren wurde, die wir jetzt leben... Fm übrigen reden wir nicht von Staatsmännern, sondern vom Volke. Stellen wir unS vor, daß bei uns damals(Peroutka meint 1918) irgend jemand aufgetreten wäre und empfohlen hätte, wir sollten statt mit dein siegreiche» Frankreich mit dem besiegten Deutschland ein Bündnis abschließen. Soweit wir ehrlich bleiben wollen, müssen wir zugeben, daß er nicht begriffen und von allen Leuten und allen, die damals mit Wort oder Schrift gewirkt haben, verflucht worden wäre. Es war das ganz einfach eine gefühlsmäßige Unmöglichkeit, über welche niemand hinwegkommen konnte. Wenn Masaryk und Beneö die auswärtige Politik de» selbständigen Staate» im Zeichen de» Bunde» mit dem Westen eingeleitet haben, taten sie da» in vollkommener lltbereinstimmung mit den Gefühlen der Nation... Wa» in den späteren Jahren kam, kann man nun, da wir da» Ergebnis kennen, eine Sammlung der versäumten Gelegenheiten nennen. Die Mehrzahl von ihnen versäumte unsere Politik wiederum mit der lebendigen Zustimmung der Nation. Im Fahre 1999, da die Verfassung geschaffen wurde, war vielleicht die Gelegenheit, sich um die Gewinnung der Zustimmung unserer Deutschen zur Existenz diese» Staate» zu bemühen. Ich glaube nicht, baß damit alle» abgewendet worden wäre, wa» später gekommen ist und daß bei un» nicht Deutsche entstanden wären, welche die Sehnsucht hatten, Heil Hitler zu rufen. Aber der Ansturm hätte gelinder sein können. E» ist genügend bekannt, daß unsere öffentliche Meinung gegen eine solche Regelung der Verfassung stand. Im Jahre 1919 war vielleicht auch die Möglichkeit, ein andere» Verhältnis zu Polen zu finden, al» e» dasjenige war» welche» Ende September de» heurigen Jechre» in dem für un» schwersten Augenblick in einem polnischen Ultimatum gipfelte. Er war da» der Augenblick de» Kampfe» um Teschen. Wenn un» noch irgendein Sinn für Ge« rechtigkeit übrig geblieben ist, müssen wir anerkennen, daß e» gerade Dr. Beneö war, welcher damals eine» guten Verhältnisse» zu Polen beinahe feine ganze politische Karriere geopfert, indem er ein Kompromiß empfohlen hat. Wer weder er noch iemand au» dem Volke wollte damals den einzigen Preis zahlen, welcher wohl notwendig gewesen wäre, um ein gute» Verhältnis zu Polen zu erreichen: da» ganze Teschener Land ,.. Da» Bündnis mit Frankreich lösen hätte im Grunde genommen bedeutet, sich Deutschland auf Gnade und Ungnade zu ergeben uiw auf seine Großmut vertrauen. Der Revision der Grenzen wären wir nicht einmal in diesem Falle entgangen, denn Deutschland ist von einer pangermanistischen Partei beherrscht, welche die Vereinigung aller Deutschen in einem Staat im Programm hat. Allerdings, die Gewalt der Ereignisse wäre nicht so scharf gewesen, e» wäre nicht zurSchafsimg einer Atmosphäre gekommen, in welcher man unter dem Druck von Ultimaten und der Mobilisierung gehandelt hätte, die Verhandlungen wären normaler und die Opfer kleiner gewesen, obwohl die Opfer unausweichlich waren. Es ist ein Unterschied, etwa» im normalen diplomatischen Verhältnis oder in einem fast krieg»« mäßigen Zustand zu verhandeln, in dem e» sich gezeigt hat, daß eine Front tielweise nicht fungiert." Zum Schluß de» Artikels kommt Peroutka noch einmal auf die Person de» Dr. Beneö zurück. Er sagt: ,,E» ist tvahr, daß er sich in Frankreich geirrt hat. Aber gleichfalls ist es wahr, daß sich in ihm fast die ganze Nation geirrt hat und hauptsächlich, daß sich wähl Frankreich selbst in sich geirrt hat. ES scheint, daß sich dieses Land seiner Schwäche zur eigenen Neberraschung erst im letzten entscheidenden Augeichlick bewußt geworden ist. Denn sonst wäre sein Handeln völlig unentschuldbar. Frankreich war «S, da», indem«S un» mit voller Absicht an sich fesselte, verhindert hat, daß wir zu einem besseren Verhältnis zu Deutschland gelangten. Anfang September hat Präsident Beneö, durch verschiedene Erscheinungen in Frankreich beunruhigt, die sran- göstsche Regierung energisch aufgefordert, sie möge ihm ihre Politik unS gegenüber klar auseinander« sehen'? er fügte hinzu, daß sich die Tschechoslowakei auch anders orientieren könnte. Ich weiß nicht, wie Man den Umstand beurtellen soll, daß ihm auS Frankreich noch damals die Versicherung wurde, die Tschcchoslotvakei möge mit der französischen Hilfe tcechnen. Damit hat Frankreich' verhindert, daß wir unS mit unserem Nachbar auszugleichen versuchten, c» hat im» daran gehindert und un» dann kurz darauf mitgeteilt, wir möchten mit seiner Hilfe nicht rechnen. Darin konnte keine Absicht sein, da» war ein Versagen der Nerven, da» Frankreich selbst nicht vorauSgesehen hat und da» auch bei un» niemand vorauSsehen konnte. Diese Dinge wird man noch öfter» analysieren. Mer schon bei Anbeginn dieser Analyse mögen wir unS bestreben, gerecht zu sein, und nicht die gemeinsame europäische Schuld auf da» Haupt«ine» Manne» abzuwälzen. Er war der Ausdruck seiner Zeit. Wenn e» wahr wäre, daß er versagt hat, hat er mit dieser ganzen Zeit versagt. Niemand, glaube ich, konnte ein so große» Versagen voraussehen, daß er darin den Verlust der Großmachtstellung Frankreich- und die schwer« Bedrohung de» britischen Imperium» eingeschloffen hätte. E» war vielleicht vorauSzusehen, daß un» die westlichen Demokratien schließlich zu opfern bereit waren. Aber niemand konnte vorauSsehen, daß sie auch sich selbst opfern würden. Da» ist mehr al» ein politische» Ereigni», da» ist eine Katastrophe." Das Verhältnis zu Deutschland In den„Närodni Listy" spricht sich Abgeordneter Jaromir Spaöek für die Verbesserung der Beziehungen zu Deutschland au». Er sagt: Die Voraussetzung für«ine gute Innenpolitik„ist rin dauernd gute» international-wirtschaftliche» Verhält« ni» unser«» Staate» zum mächtigsten Nachbarn, des« sen guten Willen wir früher nicht rechtzeitig gewinnen konnten, aber ohne welche wir keine erträgliche Gegenwart und Zukunft haben können. ES ist notwendig, die» offen und ehrlich in unseren Reihen und nach außen hin zu sagen. Die Grundlage unserer Zukunft muß Wahrheit und Wirllichkeit sein, im Verhältnis zu Deutschland also unsere geographische Situation, die geopolitischen Bedingungen unserer staatlich-nationalen Existenz, denen schon seit den Zeiten de» hl. Denzel auch unsere Vorfahren Rechnung tragen mußten." Die Zukunft unserer Armee Wa» weiter mit unserer Armee? Diese Frage stellt in der.^idovö Novinh" der bekannte Militärschriftsteller Stanislav Pester. Er meint dazu: „Eine» ist sicher und davon müssen wir al- von einer unveränderlichen Tatsache auSgehen.. Unsere Armee kann nicht mehr gegen Deutschland gebraucht werden, mit dem wir nach dem durchgesührten Selbstbestimmung-recht der Sudetendeutschen vielleicht keine strittigen Probleme mehr haben werden. Sobald die Fragen der polnischen und magyarischen Minderheiten gelöst sein werden, werden wir auch mit Polen und Magyaren keinen Streit haben. Die Großmächte werden angeblich unsere Neutralität sichern, wie sie die» mit Belgien getan haben. Aber Belgien unterhält trotzdem eine Armee. Aehnlich auch Dänemark und die Schweiz. E» handelt sich da um «ine Armee zur Sicherung der Neutralität und nicht um Kräfte, welche in irgend«inen Kriegsblock eingegliedert würden. Wir bezweifeln, daß mit der Ab- tretung unseres Minderheitengebiet» an Deutschland, Polen und Magyarien der europäische Krieg auf lange Jahre verscheucht wäre. Wenn es in abseh-, barer Zeit zu irgend einer europäischen Konflagration käme, wird e» notwendig sein, mit allen Mitteln zu verhindern, daß wir in sie hinekngezogen werden und daß unser Gebiet zum Kriegsschauplatz der sich bekämpfenden Block» gemacht werde." Die Staatsbahndirektion in Prag teilt mit: Beginnend mit dem 18. Oktober fahren täglich di« regelmäßigen Eilzüge Nr. 26 und 23 von Prag Denis-Bahnhof nach Königgräh. Abfahrt von Prag um 19.40, von Vhsoiany um 19.80, von Lysa n. L. um 20.20, Nymburk 20.85, Podöbrady 20.44, Vellh Osek 21.00, Chlumee n. Gibt 21.22 und Ankunft in Königgräh um 21.45 Uhr, Rückfahrt von Königgräh um 6.85 früh, Chlumec n. Cidl. 7.00, Velky Osek 7.28, Podöbrady 7.88, Nymburk 7.47, Lysä n. L. 8.80, Vhsoöany 8.87, Ankunft in Prag DeniS-Bahnhof um 8.45 Uhr. Beginnend mit dem 14. Oktober fahren täglich die regelmäßigen Personenzüge Nr. 812 auf der Strecke Prag Denis-Bahnhof—Königgrätz, Abfahrt von Prag um 12.11, Ankunft in Königgräh um 15.88, Zug Rr. 818 von Königgrätz nach Prag Denis-Bahnhof, Wfahrt von Königgrätz um 12.56 und Ankunft in Prag Denis-Bahnhof um 16.24 Uhr; ferner fährt der Personenzug Nr. 1210 Prag Denis-Bahnhof—Jglau über Lysa n. L., Velkts Osek, Kolin, Wfahrt Prag Denir-Bahnhof um 8.56 und Ankunft in Jglau um 14.02, der Personenzug Nr. 1209 Jglau—Prag Denir-Bahnhof über Kolin, Velkh Osek, Lysä n. L., Abfahrt in Jglau um 15.40 und Ankunft m Prag DeniS-Bahnhof 20.48. Die Züge Nr. 812, 818, 1210 und 1209 halten in alle» Stationen und Haltestellen. Auf der Strecke Prag Wilsonbahnhof—Böhm.« Bttdwei» werden ab 14. Oktober täglich bi» auf Widerruf folgende Züge verkehren: Der Personenzug Nr. 904, Wfahrt Prag Wilsonbahnhof um 10.15. Ankunft Bohm.-Budwei» um 16.10 Uhr. In umgekehrter Richtung der Personenzug Nr. 905. Abfahrt in Böhm.-BudweiS um 18.45, Ankunft Prag, Wilsonbahnhof 19.15 Ubr. Beide Züge halten In i allen Stationen und Haltestellen. Pllsen, 13. Oktober. Durch die Okkupation-« Arbeitslosigkeit und Arbeitslager Mit diesem Thema befaßt sich an leitender Stelle da»„Ceskö Slovo": Es schreibt: „Die Hoffnungen auf den allmählichen Mbau der Arbeitslosigkeit sind definitiv geschwunden. Demgegenüber ist«» sicher, daß in absehbarer Zeit die Arbeitslosigkeit Wachfen wird. Schon jetzt ist der Anblick de» Arbeitsmarkte- kein rosiger. Zum üblichen herbsllichen Rückgang der Beschäftigung kommen ganz besondere Momente hinzu. Di« Zahl der Arbeit»losen wächst und wird wachsen. In einigen Zweigen vorübergehend, in einigen für längere Zeit. Je nachdem, oh die betreffende Branche für den Jnlandkon« sum oder für di« Ausfuhr arbeitet, ob sie au» heimischen oder au» ausländischen Rohstoffen erzeugt. E» ist wahr, daß sich«in« große Fülle öffentlicher Arbeiten, Arbeiten zum Zwecke de» wirtschaftlichen und technischen Aufbau«» de» übrig bleibenden Staatsgebiete» ergeben wird. Eisenbahnen, Straßen, Wafferwege, Erschließung neuer Bergwerke, Bauten usw. Da» sind aber alle» Arbeiten, welche im Voranschlag unsere» staatlichen Leben» nicht enthalten war««:. Wenn sie warten sollten, bi» wir sie auf üblichem Wege, da» heißt auf Grundlage eine» normalen Voranschlag» werden durchführen können, würden wir sie niemal» vollführen." Deswegen sind nach der Ansicht de» Verfasser» Arbeitslager notwendig. „Wir sind un» bewußt", so wird weiter gesagt,„daß man mit den Arbeitslagern nicht alle Probleme löst". Man kann nicht die Angehörigen aller Berufe in den Arbeitslagern beschäftigen. E» gibt Arbeiter, von denen da» Schicksal unserer OualitätSerzeugung abhängt, mit der wir auf den Weltmarkt müssen. Auch da» Problem der unbeschäftigten Intelligenz ist durch Arbeitslager nicht zu lösen. Immerhin werden auf einem gewissen Abschnitt de» Arbeitsmarkt» di« Arbeitslager eine Erleichterung fein, im übrigen muß aber die ganze Nation ein Arbeitslager sein." NgesneuigLeitek Lieh selber treu bleiben Viel, unfaßbar viel ist in den letzten Wochen und Tagen wankend geworden. BI» in die Grundfesten wurde erschüttert, was wir al» unseren Bau betrachten durften. Und damit hat nicht nur AeußereS sich verschoben, sondern auch und gerade tief in un» drin klassen jetzt Risse, stehen Wunden offen, die sich so bald nicht schließen werden. Irgendetwas von unserer seelischen Gesundheit ist verloren gegangen— und wie Kranke beginnen inanche, an sich selber zu mäkeln. Bei vielen ist so etwa» wie eine Sucht nach allgemeiner Revision deS früheren Lebensweges auSgebrochen, und Versuche zeigen sich, UeberkommeneS über Bord werfen, als richtig Erkanntes zu nullifizieren, als ob alles falsch gewesen wäre und als ob man nun auch von innen her völlig neu beginnen müßte. Gerade solcher Versuch aber vermag sehr viel zur Verwirrung des Einzelnen beizutragen, ihm den schweren Lebenskampf, der uns nun bevorsteht, noch schwieriger zu gestalten. Gewiß ist'» jetzt noch weniger leicht als sonst, in sich selber Hineinzuhören und gewissermaßen bei sich felber inwendig Ordnung zu machen— zu viel Lebens« not, zu viel Kümmernis um das Heute und Morgen ist unS erwachsen. Aber daß cS schwierig ist, will sicherlich nicht besagen, daß eS nicht dennoch und nicht erst recht notwendig sei. Je toller äußere Umstände unS um soziales, familiäres, existenzielle» Gleichgewicht gebracht haben, desto dringlicher wäre eS, unser inneres Gleichgewicht wieder herzustellen. Wenn wir der Weisheit Goethes vertrauen, müssen wir uns sagen, daß eS ztvecklos wäre, wenn wir uns nun sozusagen innerlich umzulrempeln i rsuchen wollten. In Tinte, in der sich auch Lititz und Dobrzan bei Pilsen auf der Strecke Pissen—Eisenstein befinden, wurde der Zugsverkehr über Lititz und Dobrzan unterbrochen. Die Staattbahndirektion in Pissen hat heute eine Kundmachung erlassen, derzufolge sie am 12. Oktober den Betrieb auf einer neuen Straßenautobuslinie der Staatsbahnen von Pissen über Nebilovy nach Pieitice eröffnet hat. Die Autobusse dieser Linie haben in Pkeötice zum größten Teile Anschluß an die Züge der Strecke Klattau—Pkeö- tice—Ehlumiany und an die Autobusse der Linie Pkeötice—Merklln—Staükov. Ab SamStag, den 15. Oktober, wird ein neue» PersonenzugLpaar über Kolin, Deutschbrod, Tiönov und Brünn nach Mähren und in die Slowakei verkehren. Der direkte Personenzug Nr. 804 von Prag nach Preßburg fährt von Prag. Masaryk« Bahnhof, um 7 Uhr 10 Minuten ab und kommt in Preßburg um 0.80 Uhr an. Zurück von Preßburg fährt der Zug Nr. 801 M um 8.10 Uhr ab und kommt in Prag, Masaryk-Bahnhof, um 1.20 Uhr an. Der direkte Personenzug Nr. 404 M Prag, Masaryk-Bahnhof—Prerau fährt von Prag um 15.20 Uhr ab und kommt in Prerau um 8.20 Uhr an. Rückfahrt von Prerau mit dem Zug Nr. 407 M um 22.80 Uhr, Ankunft in Prag, Masarykbahnhof, um 10.45 Uhr. Beginnend mit dun gleichen Tag«' wird der Personen-Lokalverkehr auf der Strecke Prag—Kolin geregelt. Den Reisenden wird empfohlen, sich auf den Bahnhöfen zu informieren, wo bei den Per« fonenkaffen die Abfahrtszeiten aller Züge affichiert find. Beginnend mit 15. Oktober werden die An- fchlüff« in Beneschau bei Prag—Olbramovice und in Täbor an und von den neu eingeführten Per« sonenzügen Nr. 904 und 905 aus der Strecke Prag —Befeli—Mezimosti geregelt. Nähere Informationen erteilen den Reisenden die Bahnämter. „Dichtung und Wahrheit" steht das wohl ewig gültige Wort:„Der Mensch mag sich wenden, wohin er will, er mag unternehmen, was eS auch sei, stets wird er aus jenen Weg wieder zurückkehren, den ihm die Natur einmal vorgezeichnet hat." Suchen wir also nicht, unserer Natur zu entrinnen, sondern versuchen wir nur, die Bewältigung neuer Aufgaben in Einklang mit unserem Wesen zu bringen I Noch keine Entscheidung über das Optionsrecht DaS Innenministerium teilt amtlich mit: Einige Blätter veröffentlichten die Nachricht, dass daS tschechoslowakische Innenministerium die Ansicht vertrete, dass sich da» Recht zu optieren, nur auf T s ch e ch e n, die in dem deutschen besetzten Erbiet leben und auf Deutsche beziehe, die bereit» f r ü h e r im gegenwärtigen Gebiet der Republik ansässig waren. Dazu wird amtlich mitge. teilt» dass darüber, wer ein Option-recht infolge territorialen Veränderungen besitzen wird, nicht da» Innenministerium, sondern die zuständigen internationalen Faktorrn entscheiden. Diese haben bisher keine Entscheidung getroffen und darum konnte auch da» Innenministerium eine derartige Ansicht nicht vertreten. Zehn Tote bei einem Autounglück Wien, 13. Oktober. Ein mit 29 Personen besetzter Lastkraftwagen raste infolge Berfagen der Bremsen in Felsenberg(Niederdonau) in einer Kurve gegen eine Mauer und stürzt« um. Zehn der Insassen Ivurden getötet. Die Uebrigcn trugen schwere Verletzungen davon. TranSportgebühren nach dem Tarifweg. DaS Presscreferat des Eiseichahnministeriums teilt mit: Durch die Besetzung eines Teiles des Gebietes der Tschechoflowakischen Republik sind einige Durchgangsstrecken der Staatsbahnen un« terbrochen worden, weshalb die Sendungen über andere Wege geleitet werden müssen. Das Eisen« bahnministcrium hat festgesetzt, daß die Transportgebühren einstweilen nach dem Tarif» weg berechnet werden, und zwar auch dann, tvenn die Beförderung über die unterbrochenen Abschnitte auf einem Hilföwcge oder durch andere Verkehrsmittel der tschechoslowakischen Sfaats« bahnen vovgenommen wird. Generalrazzia in Sofia. Einem amtlichcir Kommunique zufolge wurden Donnerstag auf Beschluß des Ministerrates HauSdurchfuchungen in der bulgarischen Hauptstadt vorgcnommen. Die Polizeibehörde» haben in Begleitung von Militärpatrouillen nachgcforscht, ob sich in der Stadt nicht Persönlichkeiten verbergen, denen der Aufenthalt verboten ist. Der Straßenverkehr war infolge dieser Maßnahme, soweit ec nicht dem Transport von Lebensmitteln und anderen dringenden Bedürfnissen dient, eingestellt. Sin Abenteurer. Der französische Abenteurer Bernardi Sigoyer, der vor einem Jahre der Beteiligung an der Verschleppung des amerikanischen Tschechoslowaken Rychnovskh angeklagt worden war, hatte sich Dienstag wegen eine» anderen Vergehens zu verantworten. Bei der Ueberführung vom Gericht in die Anstalt für Geisteskranke, in die er vor einigen Monaten zur Beobachtung eingeliefert wurde, gelang e» ihm, zu entfliehen. Unruhen in Lemberg. Die Polnische Tele« graphenagcntur meldet: Infolge des antipol« nifchen Standpunktes, den in dem polnisch-tsche-' chischen Konfliktsfall« die Schüler des griechisch- katholifchen Seminars in Lemberg eingenommen haben, kam cs gestern abends vor dieser Anstalt zu blutigen Zusannnenstößen, wobei«ine Person getötet und mehrere verwundet wurden. Ein Oelbehälter brennt. Zu der Meldung über die Explosion eines Petroleumbehälters in Linden(New Jersey) wird ergänzend berichtet, daß 1500 Feuerwehrleute zur Bekämpfung des riesigen PctroleumbrandcS eingesetzt sind, daS nach der geftrigen Explosion eines Behälters aus einem Gebiet im Ausmaß von acht Acres eine Hölle gemacht hat. 25.000 Zuschauer verfolgen das Feuer, dessen Flammen aus 15 Behältern bis 00 Metern Höhe emporschlagen. Der Schaden Wird auf mehr als eine Million Dollar geschäht. Eine Granate entdeckt Gold. Wie ein Korrespondent deS Blattes„Asahi Shimbun" aus Muiang meldet, haben japanische Truppen bei dec Verfolgung einer chinesischen Abteilung im Wangitanggebirge, etwa 20 Kilometer südwestlich von Vangshin eigenartige Gesteinsbrocken gefunden, die von einer chinesischen Granate aus den Felsen herausgesprengt worden waren. Unter den Japanern befand sich ein Geologe von der meiallurgischen Abteilung der Universität Fukuoka, der einen beträchtlichen Goldgehalt der Gesteinsbrocken festgestellt hat. Es stellte sich heraus, daß das chinesische Geschoß zur Entdeckung eine» Golderzlagers geführt hatte. Einige Gesteinsbrocken wurden auf dem Luftwege nach Fukuoka zwecks Analyse geschickt.» Da» Wetter. An der Vorderseite eines ausgedehnten ozeanischen Tiefdruckgebiete», dessen Zentrum Donnerstag nachmittag südlich von Island log, strömt dem Festland erneut wärmere Lust zu. Der Himniel ist hier halbheiter bis vortvieqend bewölkt, stellenweise fällt Regen oder Sprühregen bei Temperaturen von 15 bis 17 Grad.— Wahrscheinliche» Wetter Freitag: In der Westhälfie de» Staate» ziemlich bi» wechselnd bewölkt mit Neigung zu Regenfällen. Temperaturen zwischen 10 bi» 15 Grad, auffrischender West- bi» Südwestwind, in der Slowakei und in Karpathorußland vorläufig noch. Andauern deS ziemlich günstigen Wettert Neue zage Seite 4 ,, Sozialdemokrat" Volkswirtschaft und Sozialpolitik Wie werden die Arbeitslager eingerichtet? Freitag, 14. Oftofer 1938. Nr. 242 meinde anzuzeigen, die zur Vermietung als Woh- 13usammenarbeit der Angestellten- Organisationen mi nung geeignet sind. Die Hauseigentümer sind ver- der Regierung und mit den Behörden, die auf die pflichtet, der Gemeinde diese unbewohnten Räum wirtschaftliche Erneuerung abzielt, zur Kenntnis. lichkeiten mitzuteilen und weiters alle Wohnungen Die Gewertschaftszentralen haben auch Anträge für anzuzeigen, die in der nächsten Mietperiode unbe- diese Erneuerung vorgelegt, in der Arbeit, Brot und wohnt sein werden. Frieden gesichert sein sollen. Sie wollen bereittvillig Die Regierungsverordnung setzt die Strafen weiter mit allen Teilen des Wirtschaftslebens an ihrer entweder als Geldstrafen bis zu 60.000 Kč oder Verwirklichung zusammenarbeiten. Die in den rich als Gefängnisstrafen bis zu sechs Monaten fest tunggebenden Beratungen ausgesprochene Zusammen Auch Frauen werden in den Arbeitsformationen organisiert werden für diejenigen, die sich einer unangemessenen arbeit darf jedoch nicht durch Sonderaktionen auf Einzelheiten über die Arbeitsformationen Woche gearbeitet werden wird, wird sich der Mietzinssteigerung schuldig machen. Darüber, ob einzelnen Gebieten gestört werden. Die gewertschaft. führt V. C. Sl." an. In die Arbeitslager wer- Wochenverdienst auf etwa 30 Kč stellen, also auf die Miete unangemessen hoch ist, entscheidet die liche Einigung, der die Gewerkschaftszentralen zus den alle Leute berufen werden, die über 18 weit mehr, als die Arbeitslosenunterstüßung für Bezirksbehörde nach freiem Ermessen aller Umstreben, muß der Ausdrud eines gemeinsamen Wil Jahre alt sind und keine Arbeit haben. Sie er- Ausgesteuerte betrug( 10 Kč für Ledige und stände unter Rücksichtnahme auf alle Besitzvor- lens aller sein, nicht aber der einiger Gruppen. Die halten einen Zettel, der sie in die Reihen der 20 Kč für Verheiratete). teile, die der Vermieter außer der Miete gefor- gemeinsame Beratung der Gewerkschaftszentralen Arbeitsabteilungen beruft. Vor ihrer Einreihung Die Lagerinsassen haben überdies Anspruch dert, oder sich oder anderen gewähren oder ver wird sich ernst mit der Frage befassen, welche heute werden sie ärztlich untersucht werden. auf ärztliche Behandlung. Spitalsbehandlung sprechen ließ. In gleicher Weise wird auch der das Denken der Angestellten bewegt und Ausdrud des und eine Rente im Falle der Invalidität. Die Mieter bestraft, welcher sich oder einem anderen Strebens nach Einigkeit und Zusammenarbeit it. Militärverwaltung stellt für alle Lager kom einen Vermögensvorteil aus der Ueberlassung der Sie verlangt allerdings, daß die Organisations mandanten und Instruktoren zur Verfügung und Wohnung gewähren läßt. Das, was in dieser gliederungen der einzelnen Gewerkschaftszentralen wird sich um den geregelten Gang des Lager Form dem Hauseigentümer oder dem Mieter, der eine gemeinsame Entscheidung abwarten. um die Erhaltung der Disziplin die Wohnung überlassen hat, gewährt wurde, fann mitsamt den gefeßlichen Zinsen zurüdgefordert werden. Auf diesen Anspruch auf Rückerstattung fann nicht im vorhinein verzichtet werden. Der Anspruch auf Rückerstattung verjährt binnen sechs Monaten nach Erlöschen des Mietvertrages. In die Arbeitslager werden nur gesunde und arbeitsfähige Menschen aufgenommen. Kranke und Arbeitsuntüchtige werden auch weiterhin Arbeitslosenunterstützung beziehen. In die Arbeitslager werden auch arbeitslose Frauen, die von niemandem erhalten werden, einberufen. Sie werden von Aerztinnen auf ihren Gesundheitszustand untersucht werden. fümmern. Streiks in London London.( Reuter.) Der Streit der Londoner Eisenbahner wächst. Die Streifenden drohen, daß sie, sollten ihre Forderungen nicht so rasch als möglich erfüllt werden, den gesamten Güterver tehr nach allen Londoner Magazinen lahmlegen werden. Der Vorsitzende des Streiffomitees er klärte, daß die streifenden Arbeiter eine Zusiche Eisenbahngesellschaften beschäftigten Arbeiter erhalten haben. Damit kein Arbeitsloser das Arbeitslager umgehen kann, wird angeordnet, daß Unterneh mer ihre Angestellten ausschließlich aus den Die Arbeitslager werden in jenen Kajernen Reihen der Arbeitslager beziehen müssen. Jede untergebracht werden, die nicht voll besetzt sind, freie Stelle muß unverzüglich der amtlichen ArDiese Bestimmungen beziehen sich nicht auf ferner in leerstehenden Fabriksobjekten, in Schubeitsvermittlung gemeldet werden. Diese besetzt Häuser des Staates, des Landes, der Bezirke und len oder in eigens hiefür errichteten Holzbaraden. Die freie Stelle mit einem Angehörigen des Ar- Gemeinden oder der von dieſen Korporationen Das Essen wird sich jede Abteilung selbst fochen. beitslagers. verwalteten Fonds, sowie auf Häuser, die sich im Die Insassen der Arbeitslager werden Mi Die Insassen der Arbeitslager werden nur Eigentum oder in der Verwaltung der Eisenbahnung der Unterſtüßung aller bei den drei übrigen Titäruniformen tragen, deren es genug in den für solche Arbeiten eingesetzt werden, die ansonoder Eisenbahnfonds befinden. Weiters beziehen Moniurdepots der Militärverwaltung gibt. Die sten nicht durchgeführt worden wären, sie dürfen sich diese Bestimmungen nicht auf Häuser, die die Uniformen werden allerdings keine militärischen unter feinen Umständen dazu verwendet werden. Träger einer Sozialversicherung für ihre Zwede Abzeichen wie Aufschläge, Metallknöpfe und der um privaten Unternehmern Konkurrenz zu benüßen, auf Säuser diplomatischer Missionen gleichen haben. Außer Verpflegung und Unter machen. Man rechnet damit, daß nun die zu bil- oder Konsularämter und schließlich auf Räumlichfunft wird ein Tagessold in der Höhe des Solds denden Arbeitsformationen bis zum Frühjahr zuteiten, die zum Betrieb einer Gewerbeberechti für Soldaten( Kč 1.50) gezahlt. Rückt ein In- sammengehalten und dann rasch verschwinden gung, zur Beherbergung von Fremden, d. s. Hosasse zum Leiter einer Arbeitsgruppe auf, erhöht werden, da im Frühjahr 1939 mit der Realisie- tels und ähnliches bestimmt sind. Diese Verordjich sein Tagessold auf 2 Kč. Rüdt er weiter rung von großen Bauprojekten begonnen werden nung tritt mit dem Tage der Kundmachung in zum Kommandanten eines Arbeitszuges auf, soll, die an private Unternehmer vergeben wer- raft, mit ihrer Durchführung ist der Minister für wird sein Sold mit Kč 2.50 bemessen. Neberdies den. Ehe es aber dazu kommt, werden die Ar- foziale Fürsorge im Einvernehmen mit dem Jus erhält jeder Lagerinsasse 40 Seller für jede Ar- beitslager Tausenden die Möglichkeit eines besse- tiz- und dem Innenminister betraut.., beitsstunde im Tage. Da 48 Stunden in der ren Lebens, Arbeit und Brot geben. Vor der Vereinigung Die Regelung des Wohnungsmarktes der Metallarbeiterverbände Wie das Právo Lidu" mitteilt, hat am Montag, den 10. Oftober, in Prag eine Berastattgefunden, des„ Svaz kovodělníků" und des Prager Zeitung Autobusverkehr. Die Staatsbahndirektion teilt mit: Seute, am 13. d. M., wurde der Verkehr der Autobuslinien der Staatsbahnen Nr. 1013 PragChocerady, Nr. 1015 im Abschnitt Olešovice- Prog -Benešov bei Prag, Prag- Olešovice, Nr. 1050 Prag- Libochovice, Nr. 1085 Prag-- Beroun aufgenommen. Urania- Kino Premiere Schwarzfahrt ins Glüd". Hellberg! 6, 149 Uhr. Die Regierungsmaßnahmen gegen Wohnungsnot und Wohnungswuchertung ber zwei großen Metallarbeiterverbände achfilm mit Lüders, Deltgen, Ballasko. Blatte, Brag. Zu dem Bericht über den Ministerrat In diesen Gemeinden ist der Hauseigentü- Odborového sdruženi čs. lovopracovnitů". Es vom Mittwoch geben wir detailliertere Informa- mer verpflichtet, unbewohnte Räumlichkeiten, die wurde eine grundsätzliche Einigung darüber ertionen über den Entwurf der Regierungsverord zum Bewohnen geeignet sind, im Auftrag der Bezielt, daß eine gewertschaftliche Einheit aller nung betreffend außerordentliche Wohnungsfür- zirksbehörde als Wohnung binnen 15 Tagen an Metallarbeiter geschaffen werden müsse. In den forge- Maßnahmen, die vom Ministerrat ange- Personen zu vermieten, welche entweder in der nächsten Tagen werden die Vorstände beider Ornommen wurden. Gemeinde oder in irgendeiner Gemeinde des Be- ganisationen zusammentreten, um endgültige befaßt sich bereits mit der Frage der Statuten und der Interſtüßungseinrichtungen des neuen Verbandes. Beide Organisationen haben ein gemeinsames Manifest an die Arbeiter der Metallindustrie herausgegeben, damit in den Betrieben der Boden für die Vereinigung der gesamten Metallarbeiterschaft in einer einheitlichen Orga nisation vorbereitet werde. Nach diesem Entwurf der Regierungsverord- zirkes ihren Beruf als Staats- oder öffentliche Beschlüsse zu fassen und sich über alle Modalinung werden die Fälle von Veränderungen und Funktionäre nachgehen, oder welche Bejizer oder täten zu eigen, welche mit der Vereinigung der Art der Benützung von Wohnungen geregelt. Angestellte von Bergiverks, Fabrils, Gewerbe, zusammenhängen. Eine besondere Kommission und zwar so, daß die Auffassung einer Wohnung Landwirtschafts- oder Geschäftsbetrieben sind, durch deren Anschluß an eine andere Wohnung, allerdings, soweit sich diese Betriebe in der Geoder an andere Räumlichkeiten, oder die Haltung meinde befinden. von zwei oder mehr Wohnungen in der gleichen Falls der Hauseigentümer der Anordnung Gemeinde nur mit Bewilligung der Bezirksbe- der Bezirksbehörde nicht Folge leistet, bestimmt hörde gestattet ist. Eine Bewilligung ist für die Bezirksbehörde binnen acht Tagen den Mieter, Räumlichkeiten nicht erforderlich, die der Woh dem der Hauseigentümer die Wohnungen zu vernungsinhaber oder die Angehörigen dessen Fami- mieten verpflichtet ist. Wenn es zwischen dem Tie zur Ausübung ihres Berufes brauchen. Diese Mieter und dem Hauseigentümer über die Höhe und die weiteren Bestimmungen gelten bloß für der Miete zu keinem Einvernehmen kommt, beGemeinden, in welchen unter dem Einfluß der ge- stimmt die Bezirksbehörde die Miete unter Begenwärtigen außerordentlichen Verhältnisse sich dachtnahme auf die ortsübliche Höhe von Wohein Wohnungsmangel zeigt und die Bezirksbes nungsmieten gleicher Größe, Qualität und Lage hörde bestimmt durch Kundmachung die Gemein den, auf welche sich die neuen Maßnahmen bis auf Widerruf beziehen. 35 Die neue Sintflut Roman von Noëlle Roger Aus dem Französischen übersetzt von Irma Rippel * Keine bloßen GruppenVereinbarungen! Eine gemeinsame Beratung der Vertreter der in der Gemeinde. Die Gemeinden sind verpflich Gewerkschaftszentralen nahm in der Sigung vom tet, der Bezirksbehörde über Aufforderung jämt- 13. Oftober 1938 mit Dank die Erklärung des Vorliche unbewohnten Räumlichkeiten in der Ge- fitzenden der Regierung über die Notwendigkeit der Felsen zu ersteigen?" warf der Baseler ein. ,, Unerhört, was für Wunder der Schred zu vollbringen vermag." Frau Vatter aus Tetschen a. E. soll der Redaktion ihre Adresse bekannt. geben. Sie wird von ihrem Mann Ernst Batter und ihrem Kind gesucht. Urania- Kino, Klimentská 4. Premiere Fernsprecher 61623. Schwarzfahrt ins Glück Beauasbedingungen: Bei Zustellung ins Saus oder bei Bezun durch die Boll monatlich Kč 17bierteljährig Kč 51.- halbjährig Kč 102- anzjährig Ke 204-- Inferate werden laut Zarif billigft berechnet. Rudstellung von Manuffripten erfolgt nur bet Einfen. bung der Setourmarfen.- Die Reitumastrantatur wurde von der Rost. und Telegrabbendirektion mit Erlos Nr. Druckerei„ Orbis", Drud, Verlags u. Zeitungs... G.. Trna 13.800/ VII/ 1930 bewilligt.( Kontrollvoftamt Braha 25). 7 ,, Warum habt ihr feine bessere Zufluchtsslätte gesucht? Habt ihr denn nicht an das Sufanfétal gedacht?" Der überhängende Felsen schützte sie taum] nicht mehr... Er will nicht aufstehen, nicht vor dem Regen. Die Panit war in Champéry so gehen..." plößlich ausgebrochen, daß sie als über Kopf Mar sah sich um; er erblickte die steile Ter.st sie denn hier?" fragte Mar. frigerannt waren, ohne auch nur das Geringste raffe und die zwischen Gletschern und„ Wasser ein,, Sie ist einen Monat später gestorben, mitzunehmen. Nicht einmal Zündhölzchen hatten neengte Schlucht. arme Frau", antwortete der Schriftsteller... sie. Als der Führer nach einigen Tagen zu ihnen ,, Eine Ruine... Sie war tranf geworden, von gestoßen war und gesehen hatte, daß es in dieser ihrer Schönheit war nichts mehr zu sehen, ihr clsenfestung nichts gab, womit man hätte Feuer Haar verlor seine Farbe und so sah sie ihre große nachen fönnen, hatte er seine Zündhölzchen für" Herr", sagte der Führer,„ kaum war ich Liebe dahinsterben... Konnte denn ein Dobre- seine Pfeife verbraucht, denn Holz gab es feines zwanzig Schritte weit, hielten sie sich schon für Der Schriftsteller dämpfte die Stimme, als man seine Liebe einer Frau bewahren, die den... Sie nährten sich von der Milch der Schafe. verloren. Und meinen Sie, ich hätte mich mit er weiter sprach, vielleicht fürchtete er, die umlie- ganzen Tag stöhnte, allen im Wege war, unauf- Am Abend drängten sie sich aneinander. Und denen da auf die Felsgrate wagen fönnen?" Gr genden Felsen tönnten seine Worte wiederholen: Hörlich hustete und der die Kleider in Fezen vom bange forschten sie am Himmel nach dem Wetter, wies auf den Mann am Boden, auf Grisolles und ,, Er hat sie während eines Festes entführt, Leibe hingen?... Nur einmal sah ich sie lächeln denn der erste Schnee mußte ihnen den Tod Dobreman. das er ihr zu Ehren gegeben hat... ein Ver-... als sie die Erlösung nahen fühlte... Wir bringen. mögen hat es gekostet... Jede Frau stellte einen haben den Leichnam fortgetragen, um ihn in Wie ist es möglich, daß wir nicht schon hunEdelstein dar. Die Salons, die jeder in einer einiger Entfernung im Wasser zu versenken. derimal gestorben sind", seufzte Dobreman. anderen Farbe mit Satin ausgeschlagen waren, Allein die Flut brachte ihn wieder hoch. Und jeden Auf seinem Gesichte las Mar nichts als Angst bildeten eine Reihe riesiger Schmuckschatullen... Tag zur Zeit der Flut tauchte diese grauenhafte Frau Moreau- Deval fam als Opal.... Wäh- Besucherin wieder auf. Des abends, des nachts, rend der Nacht verschwand sie mit Dobreman... ich wußte, daß sie immer da war, sehen Sie, dort, Der Gatte hatte die Augen geschlossen, denn am Fuße des Felsens..." Dobreman finanzierte ein Wiederaufbaugeschäft Er hielt inne und wies mit dem Finger auf befestigt." im zerstörten Frankreich, an welchem der Eg- die glatte Felswand, die das graue Wasser beminister beteiligt war. Aber seine Duldsamkeit spülte. genügte ihnen nicht mehr... Ja, das war eine Endlich hat Jorris Steine an ihre Röde schöne Bassion. Man näherte sich einer Felsplatte unter einem ausladenden Felsen am Rande der Schlucht. Da gab's Kieselsteine, einige farge Grasbüschel und sonst nichts als feindlichen Boden und Meer. Der Schriftsteller stolperte gegen einen Stein und hielt sich so ungeschickt an einem Felsen fest, daß er sich die Hand wund rieb. So geht das alle Tage, stöhnte er. Ach! Wieder auf einer Straße gehen, welch ein Genuß! Und wenn man bedenft, daß es teine mehr gibt!" Er lächelte, wie um sich zu entschuldigen, und nahm seine Erzählung wieder auf. " „ Und außerdem haben wir noch den Russen!" seufzte Jorris. Der hat keine Ahnung von einem Berg,... was ist da zu machen?" vor Kälte und vor Hunger, vor den tausend Qua Ein langer Bursche kam schleppenden Schrit len, die seinen Körper bedrohten. Da entdeckte tez daher. Er hatte ein sanftes, blasses Gesicht, Lavorel in einiger Entfernung eine Tange, am eine flatische Nafe, hellblaue Augen und über seiBoden hingeftredte Gestalt. Er näherte sich, sab nem ganzen Wesen lag die Last vorzeitigen Steinen zusammengebrochenen und wie aus den ein mageres ziegelfarbenes Gesicht, einen auf den Alterns. Fugen geratenen Riesenförper. das geringste Zeichen der Verwunderung. " How do you do?" sagte der Engländer ohne Sind Sie trant?" fragte Lavorel als Arzt. Ter Engländer schüttelte den Kopf und schwieg. Mein Chauffeur", sagte Dobreman in seis ner lässigen Art. " Fürst Orlinsth". vollendete der funge die Hand reichte. Mensch mit liebenswürdigem Lächeln, indem er „ Es ist sonderbar", sagte Lavoret, daß kein einziger Walliser sich mit euch gerettet hat!" der Führer.„ Ach, der versteht ja kein Wort haben alle ihre Häuser im Tal. Die find hin... rant im Stopfe, glaub' ich wohl", sagte „ Ach! Die Walliser", erividerte Jorris, die flanzösisch", fügte er hinzu, als Antwort auf eine unter, um Hab und Gut zu retten... Ich hätt's ,, Dort ist Dobreman", sagte der Baseler. warnende Gebärde Lavorels. Und was war das auch getan, ganz sicher..." Ein junger, sehr großer Mensch erhob sich doch für ein fräftiger Kerl! Er hat mit mir den und ging den Fremden entgegen. Matte Gesichts- lufstieg auf den Dom und auf die Feitung ge- die zwischen dem Gestein nach unauffindbarem Er erhob sich, um die Schafe zu sammeln, farbe, schmale, schwarze Augen, eine gebogene macht. Wir waren bereits seit drei Tagen dort Grase suchten. Sie waren im Auto im Champéry ange- Nase, ein regloses Antlik mit abwesendem Aus- chen unterivegs, als das Unheil hereinbrach. Wir Der Schriftsteller folgte ihm mit den Augen Tommen, gerade in der Nacht vor der Katastrophe. drud; eine gefallene, gedemütigte Gottheit. hatten wenigstens nicht viel zu tun, um uns zu und halblaut sagte er: Wir waren im selben Hotel. Wir flüchteten, jeder ,, Ach, meine Herren, wenn Sie wüßten, was retten. Wir haben es fommen geschn... Den wie er fonnte, und haben einander hier wieder wir durchgemacht haben, wiederholte er, indem Engländer, den hat's umgeschmissen. Er hat sich unser Glück." " Daß wir diesen Mann da hatten, das war getroffen..." seine zarten, weiß gebliebenen Hände die rauh auf den Stein hingelegt und hat gejammert: Engie ist es dieser Dame gelungen, diese gewordenen Hände der Anfömmlinge umschlossen. Tand... England... Seitdem spricht er fast! ( Fortschung folgt) I บ 9 11 n 11 ft tr PERFF& MA BREAKE