Kr. 180. pimtnrüi• KediagunM: Abonnement»>Pr«t» pränumerando! vterleljährl. SLV Mt.. monall. 1.10 Mt.. «öcheutltch» Pf», frei tn» Hau». «nzelne Rümmer V Pf». Sonnta»»» Rummer mU illustrierter Sonntag»- Seil-»«.Tie Reu« Welt" 10 Psg. Poft- «bonnement: 330 Marl pro Quartal. «ingetragen in der Post- Zeitung»» Pr«i»ltst« für ISSS unter»r. 7g«X Unter«reuzband für Teutschland und Oesterreich'Ungarn»Mark, für da» iibrige Autland 3 Marl pro Monat. «rschewl läglich«uAer Moni«»». Veelinev VolKsblskk. IS. Jahrg. Ate Znstrtions. Gebühr beträgt für dt« fechtgefpaltene«olonel- »eile oder deren Raum 40 Pfg., für politisch« und gewerlfchastliche Vereins- und Versammlung»-Anzeigen 20 Pfg. „zileine Zlufeigeu» jede» Wort S Pfg. (nur da» erst« Wort fettl. Inserat« für die nächst» Nummer müssen dt» 4 Uhr nachmittag» tn derExpedition abgegeben werden. Dt««xpedttion ist an Wochen- tagen bt» 7 Uhr abend», an Sonn- und Festtagen bt» S Uhr vormittag» geöffnet. Fernsprecher!»mt l, Dr. IVOS, Telegramm- Adresse: „SorialdrmoKrat verllu" Centrawrgan der socialdemokratisthen Partei Deutschlands. Ledaktionr SM. 19, Beutlz-Stratze 2. Freitag, den 4. August Expedition: SW. 19. Beuth-Slra�g. Schulze-Delitzsch. An diesem Freitagvormittag wird das Schulze-Delitzsch- Standbild enthüllt werden— auf einem der be- scheidensten und unscheinbarsten Plätze, die in Berlin zu finden waren. Jahrelang stritt das Denkmalkomitee, verbündet mit Magistrat und Stadtverordneten, um ein Obdach für das Werk des Bildhauers. Eine hohe maßgebliche Staatsregierung ver- weigerte erst den Alexanderplatz als Standort; ebenso später, unter endloser Verzögerung der Entscheidung, den Haus- vogteiplatz. Endlich hatte man Glück mit dem Winkel, in dem Jakob- und Köpnickerstraße sich verlieren. Immerhin mag das liberale Bürgertum mit dieser, wenn auch wider- strebenden Duldung seines Vorkämpfers zufrieden sein, den» noch das Standbild W a l d e ck s fand seine Stätte nur auf einer jener umgitterten Todteninseln im flutenden Großstadt- Verkehr, auf denen die Denkmalsfreiheit von jeher eine ge- wisse Anerkennung fand. v Wenn man so die von den Genossenschaften und den städtischen Vertretungen geplante Festlichkeit nicht erwähnen kann, ohne gleichzeitig der niederdrückenden Empfindung dar- über Ausdruck zu geben, wie sehr unsere re- gierenden Schichten jeder Noblesse der Ge- sinnung bar sind— einer Empfindung, die durch die Behandlung der Märzgefallenen jüngst noch ganz allgemein geweckt worden ist— so können wir, als Organ der deutschen Socialdemokratie, heute mit um so größerer Nuhe und Offenheit dem Toten gerecht werden, mit dem unsere Partei einst in heftiger Fehde lebte, uni so mehr als ein reaktionärer Klüngel den Verschiedenen bis über das Grab hinaus mit kleinlichen Ehikanen verfolgt. Wir wissen nicht, wie der Konflikt mit Lassallc auf Schulze-Delitzsch persönlich gewirkt hat. Aber zweifellos war er für die Würdigung des einst halbvergötterten VolkSmanneS in Arbeiterkreisen geradezu tragisch ver verhängnisvoll. Der„Apostel der Arbeiter", wie ihn in der Versanimlung des Berliner Arbeitervereins im März 1863 Max Wirih nannte, als er in dem„Leuchten der Augen" der Arbeiter und den bei dem Vortrage Schulzes aus denselben Augen hervordringenden„Thränen" den Beweis sah.„daß diese Stunde eine historische Stelle in den Annalen der Weltgeschichte finden werde"— der„König im socialen Reich", wie ihn in demselben Jahre die Sprecher des kleinen Bürgertums bei einer festlichen Begrüßung in Köln feierten, der alte Achhindvierziger, den der Märtyrcrschein der poli tischen Maßregelung und Verfolgung umglänzte, sah sich Plötzlich durch Lassalles Bastiat- Schulze mit ätzendem Spott und Hohn überhäuft, wie sie nur einem Lassalle in seiner erbitterten Gereiztheit zu Gebote standen: ? frage» Sie über mich Freund wie Feind. Und wenn es olche Feinde sind, die selbst etwas gelernt haben, so Ivird Ihnen Feind wie Freund einstimmig von niir bestätigen: Ich schreibe jede Zeile, die ich schreibe, bewaffnet mit der ganze» Bildung meines Jahrhunderts I Und ein Mann, um mit Schelliug zu reden, von der Bildung eines BarbierS, wagt mir Halb wissen und Dreistigkeit vorzuwerfen I... Das also ist der König im socialen Reiche, wie ihn die Herren Georg Jung, Heinrich Bürgers und Hellwitz in Köln in festlicher Rede apostrophiert haben I Das ist der Chef und Führer der Fortschrittspartei I DaS ist der große Mann unserer samt lichen liberalen ZeiMngen aller Schattierungen, von der„Volks Zeitung" bis zur.Rheinischen Zeitung" und zur„Berliner Reform" I... In dem Augenblick, wo ich dies Werk in die Presse gebe. können Sie sich für tot betrachten, und in dem Augenblick, wo es einige Tausend Leser gefunden hat, auch für be g r a b e n I Diese Worte, so befremdend sie uns heute annluten, klangen seit 1864 unaufhörlich durch alle socialdemokratischen Urteile über Schulze-Delitzsch hindurch.„Wir sind fertig mit Ihnen," schrieb, lediglich in zutreffender Wiederholung der allgemeinen Anschauung seiner Anhänger, v. Schweitzer 1868 in seiner Schrift wider den„toten Schulze". Die Zeit überbrückt viele alte Gegnerschaften. Nachdem einmal der trennende Schnitt zwischen dem opposittonellen Bürgertum und den klaffen- zielbewußten Arbeitern vollzogen war. nachdem ein Rückfall der polittsch thättgen Arbeiter- schichten in einlullende manchesterliche Einbildungen niemals nichr zu befürchten war, konnte man auch die Bedeutung der liberalen Oppositton und der liberalen Wirtschaftsbestrebungen für das polittsche und wirtschaftliche Leben Deutschlands zu- treffender einschätzen. Schritt für Schritt vollzog sich die Aendening. Die Schulzesche Agitation für ein volles, freies Koalittonsrecht in Preußen begegnete noch einem Uebermaße von Mißtrauen. Versöhnender wirkte schon der mann- haste Kampf des Führers der kleinen Frattion der Linken im konstttuirenden Reichstag: gegen jede Minderung der Volksrechte, gegen die Einschränkung des Etatsrechts durch das Müitärpauschquantum, die Abschwächung der Ministerverantwortlichkeit und die Entziehung der Diäten für die Volksvertreter— für die Festlegung von Grund» rechten in der Verfassung und für das neue Reichswahlrecht, dem selbst ein Waldeck noch zweifelnd gegenüberstand. In den siebziger Jahren hat Langes„Arbeiterfrage" diel dazu bei- getragen, Licht und Schatten gleich zu verteilen. Neben Waldeck, den er in demokratischem Empfinden häufig übertraf, räumte man Schulze- Delitzsch wieder den alten Platz als einem Ebenbürtigen ein. Die Handwerker gefolgschaft, mit der ihn bis an sein Lebensende sein unermüdliches Wirken für das Genossenschaftswesen in engster Verbindung hielt, war ihm, nur zu einem Teile, untreu geworden, so daß sich 1883 sein Leichenbegängnis in Potsdam zu einer großartigen Kundgebung der Trauer und persönlichen Hochschätzung gestaltete, an der auch die Social- demokraten sich beteiligten. So können wir, des alten Haders vergessend, heute dem toten und doch in der Erinnerung Tausender und in seinen Genosscnschaftsschöpsnngen fortlebenden demokratischen Klein- bürger sein Denkmal von ganzem Herzen gönnen. Von Jugend auf hat er seinen Mann in der jahrzehntelangen Auseinander- setzung des Bürgertums mit dem morschen alten preußischen Feudalstaate gestanden. Er war ein unerniüdlicher Mit- arbeiter au den liberalen Reformen, welche die Grundlage zu Deutschlands Aufschwung schufen und damit auch zur freieren Entfaltung der deutschen Arbeiterbewegung. Er hat. als 1878 die politische und wirtschaftliche Rückflnt anhob, sein Haupt auch nicht der modernen Fcudalität der Großindustrie gebeugt. Wenn wir heute an dieser Stelle seiner gedenken, so ge- schicht es mehr im Sinne des ersten Urteils Lassalles, das der leidenschaftliche Parteikänipfer über ihn fällte, als er mit dem fortschnttlichen Führer noch nicht in todfeindliche Fehde verfallen war: „Er ist das einzige Mitglied seiner Partei, der Fort- schrittspartei, welches— und es ist ihm eben deshalb nur um so höher auznrcchneu— etwas für das Volk gethau hat I „Er ist durch seine unermüdliche Thätigkeit und obwohl alleinstehend und in gedrücktester Zeit der Vater und Stifter des deutschen Genossenschaftswesens geworden, und hat so der Sache der Association überhaupt einen Anstoß von den wcitgreifendsten Folgen gegeben, ein Verdienst, für das ich ihm, so sehr ich in theoretischer Hinsicht sein Gegner bin, indem ich dies schreibe, im Geiste mit Wärme die Hand schüttle. „Wahrheit und Gerechtigkeit auch gegen einen Gegner— und vor allem geziemt es dem Arbeitcistand, sich dies ttef einzuprägen l— ist die erste Pflicht des Mannes." AuS dem Lcbensgang von �Schulze-Delitzsch heben wir das Folgende hervor: Hermann Schulze wurde am 29. August 1898 als der Sohn des Bürgermeisters und Richters Schulze in Delitzsch geboren. Den Beinamen Delitzsch führte er seit 1848, als ihn der Kreis Delitzsch in die Nationalversammlung in Berlin entsandte. Hier schloß er sich dem linken Centrum an. Seine erste Rede trat dafür ein, daß die Stationalversammlnng selbständig berechtigt sei, die Verfassung festzustellen und soniit den Charakter nicht einer vereinbarenden, sondern einer konstituierende» Ver- sammlnng beanspruchen müsse. Viel itiett wurde später von den Reaktionären die Schnlzcsche Rede zur Verfasiung, ob der Beisatz„von Gottes Gnaden" zu dem Titel des Königs bei- behalten Iverden solle. Schulze-Delitzsch sprach sich dafür ans. die Nationalversammlung möge diese Frage formaler Natur unberührt lassen. Nachdem sie aber einmal zur Sprache gebracht sei, so könne er nicht dafür sein, daß die. Firma aus dem bankrott gegangene» AbsolutisnrnS hinübergcnommcn»verde in die neu zu errichtende konstitutionelle Monarchie". Die National- vcrsanmrllmg lehnte denn auch den Beisatz mit großer Mehrheit ab. Noch der letzte Beschluß dieser Vertretung vor ihrer endgültigen Auf- lösung durch Militärgewalt bestand am lö. November 1848 in der Annahme eines Schulzeschcn Antrages'„Anstatt der absoluten Steuervcrwcigernng(Antrag v. Kirchmnnn) den eventuellen Beschluß auszusprechen, daß das Ministeriu.., Brandenburg nicht berechtigt sei, über Staatsgcldcr zu verfügen und Steuern zu erheben,„ s o lange die Natroiialvcrsannnlung nicht ungestört ihre Beratung in Berlin fortzusetzen vermag". Gegen 42 der zustimmenden Abgeordneten, unter ihnen Schulze« Delitzsch, wurde dann ein Monstreprozcß eingeleitet. Man hatte zuerst versucht, sie wegen Hochverrats unter Anklage zu stellen. Aber die Anklagescnate hätten das parlamentarische Verhalten der Abgeordneten als nicht unter die strafrechtliche Verantwortlichkeit fallend erklärt. Die Anklage knüpfte nunmehr an an die weitere Verbreitung des Be- schlusscS der Steuervertveigcning außerhalb des Parlaments und formulierte daraus den Versuch des AnftuhrS. 17 Tage nahm die Prozcßvcrhandlung vor den Geschworenen in Anspruch. Am 21. Februar 18ö0 wurden dann sämtliche Angeklagte freigesprochen. Nach ein paar Jahren, die er unter den blödesten Regierungs- chikanen als Siichter an, Kreisgcncht in Dreschen zubrachte, verlangte Sch. seine Entlassung aus dem Justizdienstc. Er kehrte nach Delitzsch uriick, wo er sehr bald eine rege Thätigkeit für Rohstoff-Associationen, Zorschußvereine und ähnliche Genossenschaften der Hand- werker entfaltete. Der gewerbliche Mittelstand, von den alten Polizei- und Zunftfesseln gehemmt, vom Großkapital noch wenig bedrängt, wurde hier durch ein lebendiges materielles Interesse mit dem fortschrittlichen Liberalismus verbunden. Die liberale Genossenschaftsbewegung gewann so einen raschen Auf- schwung. Im Juni 1859 fand in Weimar der erste Genossenschaftstag, ein Vereinstag„deutscher Vorschuß- und Kreditvereme, welche auf der Selbsthilfe der Kreditbedürftigcn und der kleinen und mittleren Gewerbestände beruhen", statt. Hier wurde die Bildung eines„Central- Korrespondenzbureaus" dieser Vereine beschlossen, um dessen Leitung Schulze ersucht wurde. 1861 wurde die Ccntralstelle zur„Anwaltschaft der deutschen GewcrbS- und WirtschaftS-Genoffenschasten erhoben" und 1364 auf dem Genossen- schaftstag in Mainz durch ein ausführliches Statut der Organisation eine feste Gnmdlage gegeben. Bald nach seiner Wahl in Berlin zum Mitglied des Ab» geordnetenhauseS im Jahre 1861 war Schulze nach Potsdam übergesiedelt. Von 1867 an gehörte Schulze auch dem Reichstage an, und zwar alö Vertteter des sechsten Berliner Wahlkreises, der 1867 noch nicht ein Zehntel so viel Wähler wie heute umfaßte. Auch 1874 hatte Schulze-Delitzsch nochmals den sechsten Berliner Kreis in der Stichwahl mit 9313 gegen 6019 Stimmen, die auf Hasenclever entfielen, gehalten. Da er zugleich in Wiesbaden gewählt war, lehnte er das Berliner Mandat ab, das dann dem fortschrittlichen Dr. Banks-Hamburg zufiel. Das Wies- badcner Reichstagsmandat behielt Schulze-Delitzsch bis zu seinem Tode, am 29. April 1883. Sein Landtagsmandat legte er 1872 nieder. Als Anwalt der Genossenschaften konnte Schulze-Delitzsch sorgen« frei leben. Als ihm 1863 ein Ehrengeschenk von 150 OVO M. überreicht wurde, nahm er nur einen kleinen Beitrag für die Erwerbung seines Wohnhauses in Potsdam in Anspruch, den Hauptbetrag übcP- wies er einer Stiftung zur Förderung genossenschaftlicher Zwecke. Volikiflsze Mvbevfirtzk. Berlin, den 3. August. Die Zuchthaustreiber. Der Vorstand des Arbeitgeberbundes für das Baugewerbe von ganz Deutschland war am Mittwoch unter dem Vorsitz des Baumeisters Fetisch in Berlin versammelt. Es wurden folgende Beschlüsse gefaßt: „Im Anschluß an die örtlichen Bauarbeitgeber-Vereinigungen sind in ganz Deutsckland obligatorische Arbeitsnachweise auf »»paritätischer Grundlage zu errichten. Einheitliche Ent- laffnngsscheine, deren Wottlant vom Vorstand festgesetzt ist, werden in Anschluß an die Arbeitsiiachweise eingeführt. An den Bundesrat ivie an die Ministerien sämtlicher Bundesstaaten, ferner an die Mitglieder der konservativen Fraktion und des Centrums ivird ein Protest gegen Er- r i ch t u ii g paritätischer Arbeitsnachweise gesandt, Die Arbeitgeber-Berbäudc von ganz Dcntschland find zu ver» anlassen, Resolutionen zu Gunsten des Gesetzentwurfes zum Schich des gewerblichen Arbeitsverhältnisses zu fassen und diese dem Rcichslag, Bundesrat und dem Reichsamt deS Innern zu übersenden. Die Herren Baumeister und Bauspckulantcn wollen also Herren in den Häusern bleiben, die ihnen die Arbeiter bauen. Aus diesen Kreisen stammte von Anfang an die wüsteste Agitation für die ZuchthauSvorlage. Entweder ein gefügiges Werkzeug, oder die Auswahl zwischen Zuchthaus und Hunger — das ist der Zukunftsstaat dieser brutalsten Vertteter des Kapitalismus. Der Arbeiter darf kein gleiches Recht haben. Darum sind diese Herren Todfeinde paritätischer Nachweise. Sie wollen nach ihrem Gutdünken die Arbeitsgelegenheit ver- geben, und wer etwa ein Hetzer ist, gegen den werden die„einheitlichen Entlassungsscheine" ausgespielt, die als schwarze Listen den Arbeitssuchenden aus dem Hinter- halt überfallen. Der Haß gegen die paritätischen Ar- beitsnachweisc ist für dieses Unternehmertum noch bezeich- nender als ihre Schwärmerei für die Zuchthausvorlage, von deren praktischer Ungefährlichkeit für sie selbst sie übrigens fest überzeugt sein müssen; sonst würden sie nicht mit demselben Atemzuge in ihren imparitätischen Arbeits- nachweisen für eine Organisation zur Verhinderung an freiwilliger Arbeit eintteten und den Znchthausfchutz der Arbeits- willigen verlangen. Sie haben einen unerschütterlichen Glauben an das zweierlei Recht.—' Tie Lage in Belgien. Die Lage ist schwieriger, als Herr d e S m e t sich ein- gebildet hatte, als er die Bildung des neuen Ministeriums übernahm. Bis zum Augenblick, wo wir dies schreiben— Donnerstagabend— hat der Telegraph noch nicht gemeldet, daß die Bemühungen des Herrn de Smet von Erfolg ge- krönt seien. Das Wölfische Bureau übersendet folgende Depesche: De Smet de Naher halte heute eine lange Unterredung mit Vaiideiwecredoom,»im denselben zur Ucbcrnahme des Eijendahn- ministeriimis zu bewegen. Vandenpeereboom, der entschlossen ist. ans der Regierung zu scheiden, lehnte ab und verabschiedete sich von den Höheren Beamten des Eisenbahiiniinisteriuiiis. Nach dein„Etoile belge" wird das neue Ministerium folgender- nmßen ziifammengcsctzt(ein: Vorsitz und Finanzen De Smet de Naher; Krieg General Tony; Auswärtiges Chevalier Dös- camps; Inneres Libaert; Ackerbau Vandcnbruggen; Justiz Theodor oder Neri»; Industrie Cooreman. Man glaubt icdochfiiicht, daß vor morgen die endgültige Liste bekannt gegeben wird. Innerhalb der fvciolistischcn Gruppe der Kammer scheint sich eine Spaltung vorzubereiten. Die sociälistischen Deputierten von Möns erklärten in einer gestrigen Versammlung, sie würden sich jeder Vorlage betreffend die proportionale Vertretung widersetzen. Die Deputierten Bandervclde und Berlrand, welche die Mehrheit der sociälistischen Deputierten vertreten, erklärten dagegen, sie würden eine loyale Vorlage über die proportionale Vertretung aimehmen. Dies die neuesten telegraphischen Nachrichten; der Ver- such des Herrn de Sniet, den gefallenen Vandenpeereboom wieder aufzunchten und in sein Ministerium einzupflanzen— wenn auch in das bescheidene Amt des Eisenbahnniinisteriums — dem er ftüher lange vorgestanden— zeugt weder von be- sonderem Takt noch von besonderem Selbstvertrauen. Und Herr Vandenpeereboom, der einen harten Kopf besitzt, hat sich auch zu dem Experiment nicht hergegeben. Was über anscheinende Differenzen in s o c i a l i st i- s ch e n Kreisen gesagt wird, bezieht sich jedenfalls auf die gestern schon von uns besprochenen Gerüchte, bei denen vermutlich der Wunsch Vater des Gedankens— und des Ge- nichts war oder ist. Van der Velde hat sich bisher stets in Fühlung mit der Mehrheit; der Genossen zu halten verstanden, und er wird diese Fühlung ivohl kaum in dem jetzigen, so kritischen, ja entscheidenden Moment verlieren oder absichtlich preis' geben. Daß verschiedene Persönlichkeiten je nach ihrem Ternperament sich verschieden geäusiert haben, z. B. D es f u i s s e a n x anders als der besonnene B e r t r a n d— versteht sich von selbst, läßt aber nicht auf tiefe Meinungs� Verschiedenheiten schließen. Der Beschluß des Generalrats war kräftig und chizwei- dcutig. Bei der Disciplin der belgischen Genossen ist nicht zu befürchten, daß er von einenr Teil der Abgeordneten� mißachtet werde. Bei einer so tüchtigen Organisation, wie die Belgier sie haben, ist ein Disdplinbruch einfach aus' geschlossen; ausgeschlossen ist natürlich nicht, daß, falls die Voraussetzungen sich ändern, unter denen jener Beschluß ae faßt wurde, der alte Beschluß abgeändert wird. In der Politik wie in der Liebe darf man nach dem französischen Sprichwort nie niemals sagen und nie immer. Was über Differenzen zwischen Socialisten und Liberal-Radikalen in bürgerlichen Blättern gesagt wird, entbehrt bis jetzt der Begründung. Der Zwischenfall L o r a n d, der von der klerikalen Presse zu einem großen Ereigniß ausgebauscht wurde, hat, wie schon gestern gemeldet, � 1 152 der Gewerbe-Ordmmg nicht berührt würden. Das kann natürlich nur insoweit- zutreffen, als diese Landesgesctze dem Reichs- I gesetze nicht e n t g e g e n st e h e u. Das ist aber hier durchaus der.Fall, durch die Art, wie der Begriff.öffentliche Angelegenheiten" zurrchtdesiniert wird. Als solche sind nämlich nach der Entscheidung anzusehen die Thätigkeit. welche der Verband im I Interesse eines großen Teiles der Ar berter i I socialötonomischer Hinsicht entfaltet. Ja noch mehr! diese ÄriteriniuW schlechthin Statuten pfhatsache wird sogar als erschwerende indem man ohne bestimmtere Definition daß sich der Verband nach§ 1 seiner mit öffentlichen Angelegenheiten befasse. Dieser § 1 enthält aber nur die Bestimmungen, wie sie über Zwecke und Ziele in allen deutschen Gewcrkschaftsorgamsatioiicn so ziemlich gleich- lautend sind. Ohne die Bethätiamtg in.socialötonomischer Hinsicht" ist eine Vethätigung der gcwerlschastlichen Arbeiterorganisationen über hanpt nicht deitlbar. denn die Erringnng besserer Lohn- un» Arbeitsbedingungen— Hauptaufgabe der Gewerkschaften tz — ist doch im wesentlichen gleichbedeutend dam». Der§ 152 der Gewerbe• Ordnung.aiebt den Arbeitern und Arbeiterinnen ohne llnterschled deS Alters Mpp und klar daS Recht. sich in der. Weise zu bethättaen, sich zu dein Zivecke zu organisieren� ~'....." n Mnisteriums dürsten dann auch ansehe», sagt. Nach der Logik deS Arbeiterinnen IWPWWWMWWWWWWWWWMRWM» an solchen Vereinigungen nicht beteiligen. und die Stählten, die das zulassen und dem R e i ch K g e s e entsprechen, wären in Sachsen ungesetzlich. Die Verfolgungen gegen die Gewerkschaften seitens der sächsischen rasch seine Erledigung gesunde». Kurz, so weit sich übersehen Behörden sind ja sehr alt. Bisher handelte es sich dabei aber immer läßt, herrscht Einheit im Lager der O p p° s i t i o n.-| WWW>pp Russische Leichenrede. Nachdem die Friedenskomödie gänzlich resultatlos mit den üblichen konventionellen Phrasen geschlossen hat, darf natürlich seitens des Einfädlers und Hauptakteurs der Posse das nachträgliche Befriedigungsattest über das gelungene Zu- sammenspiel nicht fehlen, und so veröffentlicht denn der russische„Regierungsbote" ein längeres Höflichkeits- Eommunigue, durch welches in erquälten Sätzen nachzuweisen 5-�.5, 5�« O.--v„..ot...2_______ � ,r____ r•_ ir.• r r.. Mi versucht wird, daß die Friedenskonferenz allerlei ethische j Erfolge erzielt hat. Zunächst wird in dem Conrmimiquc _.__ M M_________ der sympathischen Aufnahme gedacht, die der Aufruf des Kaisers Nikolaus bei den Mächten gestinden hat. Dann heißt es weiter: Die Ergebnisse der eben beendeten Konferenz haben den Er- Wartungen der Regierung völlig entsprochen. Die endgültige Eni- schewung der komplizierten Frage hinsichtlich des Jnnehaltens in den Rüstungen hat die Konferenz bis zur vollständigen Klarlcgung dieser Ungelegcnheit durch die einzelucn Regierungen aufzuschieben für notwendig befunden. Jedoch ist schon jetzt durch eine einstimmig gefaßte Resolution eine Erleichternng der militärischen Lasten als dringend wünschenswert für alle Völker aiierkaimt worden. Andererseits werden die Arbeiten der Konferenz uiizlveifelhaft Einfluß auf die Regelung der Kriegsgebränche und ans die Be- leUigung von Grausamkeiten ausübe». Die Staaten sind einig alle Kräfte zur Erhaltung des Friedens und z»t Bc- feitigung der Kriege anzuspannen. Es ist festgestellt, daß crne Vernnttelung, welche bisher von dem guten Willen der mtercssierten Staaten abhängig war, künftig von einer m"®facht aus eigener Initiative angeboten werden kann. Ter »Regierungsbote" rekapituliert sodann die von der Konferenz er- reichien„Resultate" und führt aus, daß dieselben, ohne die Hoheitsrechte der einzelnen Staaten zu schmälern, eine neue Gnmd- tage für den inteniationalen Frieden geschaffen haben. Die zum erstenmale auf die hochherzige Initiative des Kaisers Nikolaus zur Beratung gestellte Aufgabe habe eine feste Griindlage erhalten und die Möglichkeit und Notwendigkeit ihrer Lösung sei von allen Verlangen„sonstiger Auskünfte", Verhinderung des„Jnverbindun! tretcns" nsw. Letzteres ist. jetzt nicht mehr möglich, und da offenbar der Kern der Entscheidung der, den den Arbeitern schaffene» geringen Vorteil zu nehmen. Die Entscheidung des msteriumS statniert das in offenbarer, mit der Gewerbe-Ordnmig in Widerspruch stehenden Weise.— Um sich dem Ceiitrnm zu empfehle» 1 Aus Nürnberg wird uns geschrieben, daß sich bei der H aup tv ersa mmlun des bayrischen Lehrervereins kem Regierungsvertretcr sehen ließ. Die liberale Regierung weiß offenbar, was sie der neuen ultrayiontanen Kammermehrhcit schuldig ist, die den Lehrervcrein für ein besonders bösartiges Werk des Teufels hält. Staaten einstimmig anerkannt worden. Die Zeit lind der iveitere Gang der historischen Ereignisse würden ans die Mittel hinweisen, welche zum Wohl der Menschheit»ur vollständigen Erreichung des vorgesteckten Zieles anzuwenden seien. Das ganze Schriftstück ist nichts als ein konventioneller Sennon, durch den verdeckt werden soll, daß die von allen heute gegebenen Bedingungen absehende Anregung des russischen Zaren nur den einen Erfolg gehabt hat, der Welt zu zeigen, daß, so lange unsere heutigen wirtschaftlichen Verhält nisse mit den in ihnen wurzelnden Interessengegensätzen zwischen den verschiedenen Nationen bestehen, an eine wirksame Abrüstung nicht zu denken ist. Dieses Ergebnis ein zugestehen, � hieße jedoch der Voraussicht des russischen Mini' steriumS ein schlechtes Zeugnis ausstellen, und so hilft man sich, wie der vorstehende Auszug auS dem Communique zeigt, emfach mit der Behauptung, die Ergebnisse der Frieden; konferenz entsprächen völlig den Erwartungen der russischen Regierung.� Eine Behauptung, die ernst genommen, nur den Schluß zuläßt, daß die russische Regierung sich von vornherein über die völlige Ergebnislosigkeit der Konserenz klar ae Wesen ist.— •• Deutsches Reich. Vom Alten. Der„Hann. Courier" plaudert„Vom Reichs- kanzler": «Gegenüber einem hervorragenden konservativen Parteiführer, der seit den letzten Neuwahlen dem Reichstage nicht mehr an- gehört, hat Fürst Hohenlohe vor geraumer Zeit in einem Privatgeiprach seine � Bereitwilligkeit zu erkennen gegeben, im Bundesrat die Gewährung von Diäten an die Reichstags- Abgeordneten und die Aufhebung des§2 des Jesuiten- g e s e tz e s gemäß dem bekannten ReichStagsbeschlnsse zu befürworten. Der betreffende konservative Herr gab in sichtlicher Erregung_ zur Antwort, daß die konservative Partei alles aufbieten Iverde, um beide Maßnahmen zu verhindern; sollten diese dennoch diirchgeführt werden, so wurden die meisten konservativen Reichstags-Abgeordneten solches mit der Niederlegung ihrer Mandate beantworten. Seither ist, Wie gesagt, geraume Zeil verstrichen, ohne daß die beregten Pläne des Reichskanzlers eine weitere Förderung erfahren hätten." � n stli ch mag ja Fürst Hohenlohe für Reichstags- dinten ebenso sehr eingenommen sein, wie etwa für Einlösung sciiics Versprechens, das Verbindungsverbot für die Vereine anfzU' heben— aber in seinen Amts stunden begnügt er sich, Zuchthaus- vorlagen zu verteidigen. Wenn beiläufig jener konservative Herr die Annahme von Diäten als so unehrenhaft empfand, daß er mit dem Generalstreik seiner Genossen drohte, so sind die Junker im preußischen Abgeordneten- haus weniger penibel. Amüsant ist es, daß ein Konservativer noch niit der Androhimg der Mandatsniederlegung Eindruck zu erzielen �obenlohe wäre, so würde er den! glaubt. Wenn Hohenlohe nicht Konservativen einfach ersucht machen.— Die Jnterpretationskuttsi sächsischer Behörden erscheint, so schreibt man uns aus Dresden, neuerdings durch eine im Wortlaut vorliegende ministerielle Entscheidung wieder einmal im hellsten Lichte. Vor kurzem wurde berichtet, daß eine Filiale des deutschen Tcxtilarbeiter-Berbandes in Kirchberg unter das Vereins- gcsctz gestellt und die Ausschließung der Minder- jährigen verlangt worden ist. weil sich der Berein mit.öffent- lichcn Angelegenheiten' beschäftigt. Diese Maßregel ist auch vom Ministcrillm bestätigt worden. Die Begründung dieser Entscheidung ist sehr interessant. ES heißt da zunächst aiisdrücklich, daß die i» Frage kommenden L a n d e S- gesetze— hier also VereinSgesctz— von den Bestimmungen deS Neue AuSiveisiingen a»S dem rheinisch-wesrfälischen Kohlen rebier berichtet die„Franks. Ztg. Der Landrat des Kreises D o r t m n n d wies aus einer Gemeinde die gesamte Familie des Bergmanns P a n z ans Ocstereich aus unter den Ausgewiesenen befiiideu sich auch Kinder von 6 bis 10 Jahren. Alle Ausländer, die beim letzten Ausstande sich als lästig erwiesen oder agitatorisch hervorgethan, werden abgeschoben. So wirkt die Heranziehung anslandischcr Arbeiter als eine Umgehung des Koalitionsrechts. In dem Augenblick, in dem es die Ausländer wagen, sich als proletarische Klaffengenosseu zu fühlen und zu bethätigen, wirft man sie aus dem Lande. Gegen die Aus länder tan» man das AuSnahniegesetz handhaben, das unserem Unternehmertum gegenüber den staatsangehörigen Arbeitern fehlt. Die ansländischen Arbeiter werden nicht nur als billige, sondern auch als politisch rechtlose Elemente heiß begehrt von denselben Nationalen, die sonst gegen Polen und Czechcn wüten.— Ter Humor auf dem Schafott. Wie das„Leipziger Tage blatt" meldet, wurde der Schriftsteller Wcdekind wegen Majestäts beleidigung, begangen durch Gedichte im„Siinplicissimus", von der Strafkammer des dortigen Landgerichts/zu sieben Monaten fängnis unter Anrechnung von einem Monat Untersuchungshaft ver- urteilt. Wedekind hatte sich erkühnt, die Palästinareise in lustigen Reimen zu besingen, ohne zu bedenken, daß man bei uns die Pasquille nicht mehr niedriger, sondern ihre Urheber höher hängt Er war zuerst ins Ausland geflohen, hatte sich dann aber steiwillig gestellt. Da sage man noch, daß die freie Kunst bei uns nichts ew- bringt— sieben Monat« Hülsenfrüchte. Daß Wedekind in Leipzig gehenkt werden komite, obwohl der„Simplicissimus" in M ü n ch e n erscheint, gehört zu den Schön heilen unserer Rechtspraxis. Für die Beurteilung solcher Kunst lcistungen ist eben eine sächsische Straflammer„zuständiger" als ein Münchener Schwurgericht.— Begnadigt. Großes Aussehen erregten im Oktober vorigen Jahres die Unterschlagungen, die der Superintendent Merbach in Rochlitz an ih,n anvertrauten Geldern beging. Er hatte cirka 80 000 M. Schulden gemacht und sich än Mündelgeldern vergriffen. Merbach wlirde dann am 12. Oktober vom Land gcricht Chemnitz zu 1 Jahr und 9 Monaten Gefängnis verurteilt. Jetzt meldet unser Chemnitzer Parteiblatt, daß Merbach vor einigen Tagen begnadigt worden ist. Er hat also nur reichlich neun Monate seiner Strafzeit verbüßt. Merbach hat sich»ach Gadderbaum bei Bielefeld begeben, Ivo ihn sein ehemaliger Amts b rüder, der bekannte Pastor v. Bodelschwingh, aufgenommen hat. Stihnmchrtt. Ueber die von dem Direktor der„Württem bergischen Metallwarenfabrik" in Geislingen, Kommerzienrat Karl ~ ä g e l e, in seiner Machtsphäre ausgeübte Herrschast ist in letzter eit in süddeutschen Blättern manches zu lesen gewesen. Eiiie» neuen Beweis, wie stramm das nach dem Muster des Königreichs Stumm organisierte Fürstentum Hagele regiert wird, bringt der Beob.": Eine angesehene württembcrgische Finna wandte sich an die„Geislinger Zeitimg", die das Amtsblatt für den Ober- amtsbezirk ist und sich im Mosseschen ZeitungSkatalog als ver- breitetstes Organ im gewerbe- und indnstriercichcn Filsthale anpreist, mit dem Ersuchen um Aufnahme eines Inserats, worin bei hohem Lohne und dauernder.Stellung Gipsfonner gesucht wurden. Die umgehende Antwort lautete: „Ich bedauere, beiliegende Anzeige nicht ausnehmen zu können und möchte Sie bitten, dieselbe einem andern Blatte zuweisen zu wollen. Hochachtungsvoll C. Maurer, Verlag der GeiSl. Zeitung." Warum wies wohl Herr Maurer eine Annonce zurück, in der Arbeiter aus der Metallwarenbranchc gesucht werden, während doch ein großer Teil seiner Leser der Arbeiterschaft angehört?.Die Ant- Wort", sagt das genannte Blatt,»liegt nahe! Der Kommerzienrat Hagele sieht eS nicht gern, wenn Arbeiter der Mctallwaren- fabrlk Geislingen solche Anzeigen lesen I Sie sollen an die Scholle gefessellt bleiben I Es ist bezeichnend für den durch Hagele groß- gezogenen Terrorisnms, wenn ei» Blättchen, das den stolzen Titel „Amtsblatt" führt, sich zum willenlosen Werkzeug einer Firma stempeln läßt."— Zehn Jahre Zonentarif. Zehn Jahre sind, so schreibt die „Wiener Arb.-Ztg.", eben verflossen, seit der ungarische Minister Gabriel B a r o ß den Versuch wagte, den Zonentarif für den Eisen- bahnverkehr einzuführen und damit eine bahnbrechende Reform im BerichrSwesen zu inaugurieren. Heute kann I-»erieyrsiocien zu mauguricren. Verne rann man sagen, daß dieser aben, leine Drohung wahr S» Versuch tstanzend gelungen ist und daß diese That des Handelsministers eines sonst sehr rückständige» Landes das Verkehrsleben mächtig gefördert hat. Bedeutende Theorettker be« Verkehrswesens waren gegen das Wagnis, und eS schien fast, als ob sich Ungarn in ein kostspieliges Abenteuer stürze, daS von ganz falschen Erwägungen diktiert sei und in seiner Durchführung daS Staatsbudget schwer schädigen werde. Anfangs machte sich die Sache auch so, als ob die Warner Recht behalten sollten»- trotz der wesenttich reducierten Preise hob sich der Berkehr nicht. Aber schon in wenigen Monaten änderte sich da« Bild. Der Verkehr hhob sich in ungeahnter Weis«. Im Jahre 1838 wurden von den ungarischen Bahnen 5 047 500 Personen befördert, im Jahre 1896 aber Nicht weniger als 38 146 400. Die Eimiahmen aber stiegen während dieser Zeit von 6 811 000 fl. auf 21 472 000 fl. Der Erfolg de» Zonen- tarifcs ist also ein durchschlagender, und er wird allerorten, wo man heute dem Beispiel Ungarns schon gefolgt ist, um so größer werden, je koiiseqnenter man die einmal betretene Bahn einhält. In Preußen hört man nichts von solcher Reform— dieweil die Junker dagegen find.— Ein Examenhelser.„Wunder des hl. Antonius v o n P a d u a" stnden sich, wie die„Deutschen Stimmen" mitteilen, in jedem Hefte der Zeitschrift„Antonius von Padua" illustrierte Rtonats- schrift für alle Verehrer des Heiligen, für Gottseligkeit und thütigcs Christentum; gesegnet und besonders gutgeheißen von dem hoch- würdigsten Gencraloberen des Franzistancr-Ordeiis P. Aloisius de Parma. Herausgegeben von nichrercn Ordenspriestern." Unter der stehenden Rubrik:„Der hl. Antonius hilft" bemerkt die Redaktion: Diese sowie die folgenden Rubriken stehen jedem Verehrer des hl. Antonius zu Danksagungen und Empfehlungen offen. Alle derartigen Mitteilungen beliebe man zu richten: An die Redaktton von Antonius von Padua in Landshut in Bayern. In welchen Nöten er hilft, mögen einige Beispiele lehren. Jahr- gang 1895. Juniheft S. 191:„Ich hatte den hl. Antonius um seme Fürbitte angefleht, er möge mir die Versetzung in die Prima erwirken. Ich stand derartig schlecht, daß alle meine Freunde der festen Ansicht waren, ich könnte mein Ziel nicht erreichen. Aber siehe dal Mein Wunsch ist.erfüllt. Damit sage ich hiermit öffentlich dem rofeen Heiligen meines herzlichsten Dank. Mögen nur alle tudiereiiden"in ihren Anliegen sich an den hl. Antonius wenden. M. K.. Berlin." Daß der Heilige auch ein hilfreicher Freund in Examens- nöteu ist, beweist ein zweites Wunder, von dem Jahr- gang 1886, Dezemberheft S. 376. beriihtet:„Herzlichen Dank dem hilfbereiten Heiligen von Padua für glückliche Bestehung eines folgenschweren Examens. Der betreffende Kandidat war so schwach, daß der Vorsitzende der PNlstngskommnnssion die Arnßenmg machte:„Weun dieser durchkommen soll, dann«wß ein Wunder geschehen." Voll Vertrauen wurde der Student dem hl. Au- tönius empfohlen. Das Wunder geschah, daS Examen fiel über alles Erwarten' so gut' auS, daß der nämliche Herr nachher sagte: „Wie das zugegangen ist, begreife ich nicht." Antonius hat ans- fallend geholfen, ihm sei innigster Dankl B. v. B." Wenn»im trotz des heiligen Antonius ein Prüfling durchsallt, wer trägt dann die Schuld?— Ten Nord-Ostsec-Kanal passierten i» der Zelt vom I.April 1898 bis 31. März 1899 insgesamt 25 816 abgabepflichtige Schiffe(gegen 23 108 in, Vorjahre). Daninter befanden sich 11005 Dampffchiste und 14 811 Segel- und Schleppschiffe. Die Schiffe und Fahrzeuge der deutschen Kriegsmarine und der Kanalverwaltuna, welche von der Abgabe befreit sind, sind in diesen Zahlen nicht enthalten. Von der deutschen Kriegsmarine haben 402 Schiffe und Fahrzeuge den Kanal befahren. Der Durchgangsverkehr,, das ist der Verkehr, bei welchem der Kanal auf der ganzen Strecke befahren wurde, hatte 6781 Dampf- schiffe und 6977 Segel- amd Schleppschiffe, zusammen 18 75« Schiffe aufzuweisen(gegen 10849 im Vorjahre).—- Bon allen Schiffen führten 22 540(87,31 Proz.) die deutsche Flagge.— An Gebühren wurden 1590483,30 M. vereinnahmt(gegen 1269 996,40 M. UN Jahre zuvor).— Saccharin.- Der Verein der deutschen Zuckerinduprie hatte beim Bundesrate die Anträge gestellt, den Verkauf von Saccharin in die Apotheken zu verweise» und über die Verwendung von Saccharin zu Nahrungsmitteln von neuem ein Gutachten de? tauer« lichcn GesundhcitsanlteS einzuholen. Der Bundesrat hat beschloffen, den Eingaben keine Folge zu geben. Ausland. Schtveiz. St. Galle», 1. August,(«ig. Ber.) In der sonntägigen Bolls- abstimmung ist die Vorlage, betreffend die Erhöhung des Hypothckarzinöfnßes von 4 auf 4»/, Prozent mit 21 799 gegen 12 774 Stimme» angcnqminen worden,«in Resultat, daS wohl niemand erwartet hat, denn die Optimisten rechneten im günstigsten Falle nur auf eine kleine Mehrheit. Nur 2 von den 16 Bezirke» haben verworfen. Davon ist der eine(Oberrheinthal) dertenige, von dem die ReferciidumSbewegung gegen den Beschluß deS Regierungs- und Bundesrates ausging. Die Stadt St. Gallen brachte 2692 Ja und 51« Nein auf, welch' letztere wohl zum größten Teil von den Arbeiten,. zum andern Teil von Hypothekenschuldnern herrühren dürfte». Der„St. Galler Staats-Anz." giebt in seinen Betrachtmiaen über die Abstimmung zu, daß sich die Zinsfußerhöhung tn ein« zelnen Gegenden des Kantons zu einer schweren Kalamität aus- wachsen kann. Frankreich.' General Mereier. Wie der»Figaro' und die.Petite Re« publique" berichten, plant General Mereier einen Coup vor dem Kriegsgericht. Man versichert mich, schreibt Jaurös nach einem Telegramm des ,,B. T." in der„Pettte Republiqne". Mereier schickt sich an, zu erklären, daß im Jahre 1894 Graf Münster, der deutsche Botschafter, ihm gesagt habe:»Dreyfu» ist schuldig, aber wenn Sie erklären, was lch Ihnen gesagt habe, werd« ich Ihnen ein Dementt geben I" Wenn General Mereier, so sagt Jaurös weiter, in die Enge getrieben und in Todesangst zu dieser schänd- lichcn Lüge seine Zuflucht nimmt, wird er damit die Grenze des Verbrechens überschritten haben, und zwar umsonst. Mit der Be« hauptung, jener hat mir dies und das erklärt, aber mir gesagt, daß er mich dementieren werde, falls ich es sagte, mit solchen Mittel» kann man sich die unverschämtesten Lügen gestatten." Andererseits schreibt Merciers BnndeSgenoff«, der.Jntranstgeant': General Mereier hat einem seiner Freunde eine energische Erklärung abgegeben, die wir so glücklich find, wiederholen zu können. Er agte:»Drenfus wird zweifellos von neuem verurteilt werden, denn in dieser Affaire giebt es sicher einen Schuldigen. Ent- weder ist der Schuldige er, oder ich bin es. Da ich e» nicht bin, ist e» DreyfuS. I» geheimer Verhandlung oder öffentlich, ich werde reden und alles sagen. Drehfus ist ein Verräter, ich werde es beweisen."— Paris, 3. August. Die Regierung bat die Ersetzung des General Negrier folgendermaßen beschlossen. General Garnier erhält im Kriegsfalle das Kommando über das östliche Armeekorps und die Juspettion der Armee. Die Befugnisse Negrier« als Mit- glied des obersten KriegSratcS sind dem General Pierron zuerteilt worden; derselbe ist ein Verwandter deS bekannten katholischen Journalisten Veuillon.— Rusiland. Studenten- DheeklnbS unter profesioraler Obhut. Aus Petersburg berichtet das„Wolfffche Bureau": Der Minister für BoUSaufllärung hält eS in Anerkennimg der großen Bedeutung eine« innigen Zusammenhanges zwischen ittofefforen und Studenten für notwendig, daß die Obrigkeit der höheren Lehranstalten mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln die Erreichung dieses Zieles anstrebe. Zur Erreichuyg dieses Zweckes empfiehlt der Minister die Einrichtung praktischer Zeschäftigungen unter Leitung der Professoren. Der Minister mpfichlt semer die Begründung litterarischer und iviffen- chaftlicher Studentenzirkel unter unmittelbarer Aufsicht und Leitung >er Hochschullehrer. Ein weitere« Mittel zur Herstellung engerer Beziehungen zwischen Lehrern und Swventen erblickt der Minister in der Errichtung von Studentenkonvikten, wozu die Regierung größere Summen uuszuwerfen beaostchtigt. Die russischen Studenten haben manchmal den Einfall, gegen die Regierung und ihre fürsorglichen Bemühungen um das geistige Wohl der russischen LandeSlinder zu opponieren. Das ist der Re- gierung unangenehm, und so ist sie, wie scheint, auf den Gedanken verfallen, stir ihre lieben Hochschulkindec Bewahranstalten einzurichten, in welchen die Stubenten unter gütiger Beaufsichtigung der Herren Professoren ihre Mußestunden hlnbringe.t können, damit fis auf leise politische Dummhelten verfalleil.— Amerika. Eine Meldung aus Port-au-Prince bezeichnet die politische Lage daselbst als ernst; zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenoumien, darunter die deö ehemaligen Finanzminijtcrs MenoS Fouchard und des früheren Ministers des Auswärtigen. Mehrere andere Personen flüchteten in die amerikanische Gesandtschaft.— Ans Santo Domingo wird gemeldet, eS seien dort an den Mauern Plakate angeschlagen worden mit der Aufschrift„Nieder mit den Tyrannen, es lebe die Revolution 1" Zwei an der Ermordung de» Präsidenten Heurcaur beteiligte Personen sind ergrissen und als- bald erschossen worden.— Gin Kapitel zur Leutenot. Man schreibt uns Es wird behauptet, daß man die Ursache eines Uebels an der Ouelle studieren müsse; mithin hätte man den Gründen der„Leute- not" auch nur auf dein Lande, in den Dörfern, Gütern sc. nachzuforschen. Jin allgemeinen mag dieses zwar richtig sein, aber es giebt noch eine andere Quelle. das ist— der Gerichtssaal I— Hier findet man beide Parteien und hört ihre Ansichten, gewinnt einen Einblick in die Dcukungsweise von „Herr" und„Knecht" und man erfährt serner, wie der Herr seine Leute zu behandeln beliebt. Hier einige hervorragende Beispiele, welche bei dem Landgericht Grandenz, Westpreußen, m der kurzen Zeit von etwa zwei Monaten zur Verhandlung gekommen sind. Es ist unnötig, noch nähere Betrachttingen und Erörterungen darüber anzustellen, jeder Leser wird sich sein Teil sehr wohl selbst denken. 1. Der Gutsbesitzer Wilhelm Bastcck aus Kl.- Krebs, Kreis Marieilwerder, war im Verein mit dem Tischlermeister Hermann Krause der Freiheitsberaubung und Körperverletzung angeklagt. In einem dem B. gehörigen Hause hatte nämlich der Arbeiter Friedrich Gnatz eine Wohnung gennetet. Beim Mieten erklärte G., als er den in der Stube stehenden Ofen bemerkte, daß er zwar seinen eigenen Ofen besitze, aber trotzdem den augenblicklich vorhandenen benutzen wolle. Jni Februar 18ö9 kam nun eines Tages Basteck zu Gnatz gefahren nnd wollte diesem den Ofen fortnehmen, da G. ja seiner Zeit erklärt hätte, er besäße einen eigenen. Gnatz verweigerte aber die Heraus- gäbe des Ofens, da er einmal die Wohnung init dem Ofen gcmiekvt habe und ihm dieser, jetzt mitten im Februar, unentbehrlich sei, umso mehr, als er gleichzeitig als Kochherd diene. Hieraus schickte Basteck zwei mitgebrachte Dienstjungen hinein, die den Ose» gc- waltsam fortnehmen sollten. G. verivies beide aus seinem Zimnier und es kam infolge dessen mit Basteck zu Thätlichkeiten. infolge deren beide Männer zu Boden fielen. B. rief in diesem Augenblick dem mitanwesenden Krause zu, einen Strick zu holen, damit Gnatz gebunden werden könne. K. erfüllte sofort diesen Wunsch und nun banden beide dem am Boden liegenden Gnatz kreuzweisedieHände; da der Gefesselte sich aber nicht allein aufhebe» konnte, so legte V. ' den Strick um einen am Hinterteil seines Kastenwagens befindlichen Knauf und zog so lange am Strick, bis G. unter Erduldung der entsetzlichsten Schmerzen empor gezerrt war, dann wurde W. an den Wagen gebunden. Jetzt fuhr Basteck mit dem Wagen davon, dem Gnatz selbstverständlich, da er ja oaran angebunden war. folgen mußte: unterwegs stolperte er aber, und weil er vollständig macht- loS war, so wurde er eine ganze Strecke hinterher geschleift. Am Dorftrug rief G. um Hilfe, und es eilte dem» mich ein Dienst« mädchen herbei, um den Gefolterten loszuschneiden, Basteck litt das jedoch nicht, sondern nahm dem Mädchen das Messer fort. Dem jetzt hinzukommenden Wirt teilte er mit, daß er den Gnatz im Gasthofstall anbinden wolle. Als ihm dieses aber nicht gestattet wurde, zog er den G. nach einem in der Nähe stehenden Baum und band ihn dort fest. Bei diesem Anbinden mußte er wohl nicht vorsichtig genug gewesen sein, denn es gelang dem gequälten Menschen, sich wenigstens voni Baum loszumachen und davon zu laufen. Basteck sah es, sprang hinterher, ergriff das nachschleppende Ende des Strickes und versuchte seinen Gefangenen unter Fußtritten wieder nach dem Baume zu zerren. Glück- licherweise eilte in diesem Augenblicke die Frau des Gefesselten herbei und es gelang ihr unler energischem Proteste, ihren Mann auS den Händen des Basteck zu befreien, Aus Befragen des Vorsitzenden des Gerichtshofes, wie B. sich so ungeheuer brutal habe bcnehnien können, entschuldigte sich der Gutsbesitzer einfach mit den Worten:„Ich wollte mal meinen Willen durchsetzen". Auch der Staatsanwalt rügte das Verhalten des Angeklagten, besonders das des Bastcck, indem er hervorhob, es wäre kaum zu glauben, daß in unserer heutigen Zeit noch derarttge, geradezu unerhörte Roheiten vorkommen könnten. Der Gerichtshof verurteilte den Basteck zu 4 Monaten und Krause zu 14 Tagen Gefängnis. Ist da« nicht eine Scene, wie fie sich im wilden Westen Amerikas nicht schlimmer ereignen kömite? Ein Mann, der einzig und allein sein gutes, ihm gesetzlich zustehendes Recht ausübt, wird so behandelt, nur, weil der .Herr" seinen Willen durchsetzen wolltel Doch weiter: II. Auf dem Rittergut Renkowken, welches von dem Ad- ministrator S e l l e n t h i n verwaltet wird, wurde im Januar 18W von der Frau S. ein Fräulein Martha Zemba aus Kulm als„S t ü tz e" engagiert. Beim Eintreffen des jungen Mädchens erklärte jedoch die gnädige Frau, sie könne die Z. nicht gebrauchen, da sie zu schwächlich und unscheinbar aussehe. Hierin hatte Frau S. allerdings recht, denn Fräulein g., welches ca. 20 Jahre alt war, sah aus, als wen» sie 14— lü Jahre zählte. Schließlich kam man dahin überem, daß die Z. zur Aushilfe beim Nähe» und beim Stnbenreinigen helfen sollte. Sehr bald war die Behandlung aber derartig, daß die Z. sich veranlaßte fühlte, in einem Briefe an ihre Eltern über dieses Verhalten der Herrin zu klagen. Hiervon machte sie den anderen Dienstmädchen auch Mitteilung und fügte hinzu, unter solchen Umständen wäre eS schon besser, wenn sie alle zusammen in der Stadt sich vermieteten. Unglücklicherweise bekam die gnädige Frau die Antwort der Eltern in die Finger und da ferner von feiten der liebenswürdigen Kolleginnen jene Aeußerung der Z. über das Fortziehen der Herrin ebenfalls hinter» bracht worden war, so stellte diese das junge Mädchen zur Rede und ohrfeigte sie dabei ganz gehörig ab. Um min sich weiterer Mißhandlungen zu entziehen, riß daS gepeinigte Wesen sich los und berührte hierbei die Gnädige mit dem Ellen- bogen. Außerdem aber rief Martha Z.— wie es ja auch sehr be- grciflich erscheint, wenn man die beschimpfende Behandlung berück- sichligt—„WaS wollen Sie von mir, ich bin ein an- ständiges Mädchen."— Und draußen auf dem Flur soll sie hinzugefügt haben:„So'n Pack schlägt ein anständiges Mädchen."— Während dessen hatte die gnädige Frau nach dem gnädigen Herrn geschickt und als dieser anlangte, schlug auch er auf die Martha Z. derarsig ein, daß sie ans der Nase blutete.— Schließlich wurde die Z. noch angezeigt und auch wegen Beleidigung und körperlicher Mißhandlung mit 20 bezw. 10 M. — bestraft. Bei der infolge Berufung stattgefundenen Verhandlung vor der Strafkammer hatte man Gelegenheit die einzelnen Personen zu betrachten, und man konnte sich eines bittern Lächelns nicht er- wehren, wenn man die nach Länge und Breite weit über menschliches DurchschnittSmaß hinausragende Gestalt der gnädigen Frau be« trachtete und dabei bedachte, daß diese kolossale Figur, wie eS in der Anklage hieß, von der verkümmerten, schwächlichen und verwachsenen Angeklagten mißhandelt sein sollt«. besonders wenn man die gerade nicht sehr zierlichen Händchen der Gnädigen sich ansah.— Die Figur des gnädigen Herrn entsprach ganz der seiner Frau. nur daß dieser ein paar Streitkolben gleiche Fäuste besaß. Wenn man nun ferner bedachte, wie diese beiden baumstarken Menschen aus die zierliche Angeklagte losgeschlagen hatten und daß die Mißhandelte noch obendrein gerichtlich bestraft wurde, so kann sich wohl niemand wundern, wenn die ländlichen Dienstboten au« dem Bannkreis der Dienstherrschaft flüchten. Die Strafkammer sprach>die Angeklagte von der Mißhandlung frei, bestätigte aber die Beleidigung. III. Ein Jnstmann bcrmietet sich nnd muß einen Vertrag unterschreiben, nach welchem er verpflichtet Ivar, von morgens 4 Uhr bis abends 10 Uhr ans dem Gut bezw. in den Stallungen zu arbeiten. Seine Fra» dagegen sollte uütcr Umständen auch schon morgens 6 Uhr bis abends 6 Uhr ans dein Gut zc. thättg sein. Danach hatte der Mann also 18 und die Frau 12 Stunden täglich Arbeit zu leisten.(Ist es da ein Wunder, wen» die Kinder derartiger Familien verkommen und verwahrlosen?) Als der Mann mit dem Handgeld nach Hause gekommen war und er sich die Sache ruhig überlegte, sah er ein, daß die von ihm über- nominelle Verpflichtung doch zu schwer wäre und er gab daher am anderen Morgen das Handgeld zurück, mit' der Bitte, ihn von seinem� Vertrage zu entbinden. Der Gutsherr ging aber nicht darauf ein, sondern bestand auf„seinen Schein". Als der Zichtag herankam, zog der Jnstmaim jedoch nicht zu, und er wurde auf Antrag seines Herrn gerichtlich mit 6 M. bestraft. Sein Bitten, und sein Hinweis auf die geradezu unerhört lange Arbeitszeit konnte natürlich vom Richter nicht berücksichtigt werden, da hier nur seine Unterschrift unter dem Vertrage maßgebend war. IV. Auf einem anderen Gut hatte der Herr Administrator zwei Jnstlcute auf 3 Tage beurlaubt, diese Erlaubnis aber im Drange leiner vielen Geschäfte vergessen. Als die beiden anderen Leute am anderen Morgen nicht zur Arbeit kamen, wurde von ihm deren Eni- lassung verfügt. Bei ihrer Rückkehr waren die beiden nicht wenig erstaunt, wie ihnen von ihrem Vorarbeiter die Mitteilung ihrer Entlassung gemacht wurde. Im festen Glauben, der Herr Administrator würde die Entlassung zurücknehmen, wenn er an jene Beurlaubung erinnert wird, begaben sich die beiden nach dem Stall, wo ihr Herr sich gerade befand. Dieser läßt sie aber gar nicht zu Wort kommen, sondern schreit ihnen schon von weitem zu:„Raus— raus— raus 1" Die beide» Jnstleute sind hierüber ganz verblüfft und da jetzt der Administrator aus dem Stall auf den Hof geht, so folgen sie ihm auch dorthin und wiederholen ihre Bitte, sie wieder ciuzustelleu, da sie doch beurlaubt gewesen seien. Der gnädige Herr bleibt bei seinem„Raus— raus— raus I" und da die beiden»och immer nicht gehen, weil ihnen so etwas eben ganz unbegreiflich vorkommt, so zeigt der Administrator die Leute an und beide werden wegen. gemeinschaftlichen Hausftiedensbruchs mit 2 Wochen Gefängnis bestraft. Das sind also Fälle, die innerhalb zweier Monate in einem einzigen Landgerichtsbezirk zur Sprache gekommen sind. Man kann sich danach ein ungefähres Bild davon macheii, wie viel derartige Fälle zusammen in allen übrigen Landgerichten innerhalb eines Jahres ungefähr an das Tageslicht' gezogen werden. Andrerseits ist hieraus zu entnehmen, wie ungeheuer nötig es ist, besonders hier im Osten Aufklärung zu schaffen, damit auch die auf dem Lande arbeitenden Leute nach einem menschenwürdigen Dasein zu ringen beginnen.— Die Ursachen der Leutenot sind die Leuteschinder I u—•) PiU'U'i- M srltviklzkett. Der Genosse Albert Schmidt in Magdeburg hatte am Dienstag eine Vernehmung in seiner Sache wegen-Beleidigung des Kaisers nnd eines Mitgliedes des königlichen Hauses. Es ist das die bckanilte Angelegenheit, ivegeu der Genosse Müller vier Jahre nil Gefängnis sitzen soll. Es scheint, daß die Voruntersuchung gegen Schmidt nunmehr abgeschlossen ist. Das Parteiprograuiin der geplanten finnischen Arbeiter- Partei, wie es der Ausschuß angenommen hat, lautet: „Die fiiiimischc Arbeiterpartei geht von den Grundsätzen der allgemeinen Arbeiterbelvegung aus, betreffend die Gesellschafts- cutwicklung und macht eS sich zur Aufgabe, in allen Richtungen die ökonomische und sociale Befreiung der Arbeiter Finnlands durch- zusetze». 1. Allgemeines, gleiches und direktes Stimlnrecht bei allen politischen und kommunalen Wahlen vom 21. Lebensjahre an und ohne Aiisehulig des Geschlechts. Proportionelles Wahlsystem. Zweijährige Legislaturperioden. Die Wahlen finden an einem gesetzlich bestimmten Feiertag statt. 2. Das Volk übt durch seine Repräsentanten das Gesetzgebungs- und Sclbstbesteuerungsrecht aus. 3. Absolute Vereins«, Versanimlungs-, Rede- nnd Druckfrciheit. 4. Es soll erstrebt werden, daß die Arbeitszeit auf 8 Stunden herabgesetzt wird. Der Staat und die Kommunen gehen mit dem Beispiel des Maximalarbcitstages und Mimmallohiies voran. 6. Allgemeiner Schulzwang. Freier Unterricht bei- allen Lehr- anstalten. Die Volksschule ist die Grundschule für den höheren llnterricht. ö. Herabsetzung der Militärlasten. 7. Vollständige Gleichstellung von Mann und Weib. 8. Allgemeines Verbot gegen Herstellung und Verkauf von be- rauschenden Getränken. (Eine speciell jfinilische Bestimmung nach dein Muster Nor- wegens.) g. Die Arbeiterschutz- Gesetzgebung muß erweitert, die Zahl der Gewerbe-Jnspcktoren erhöht werden. Arbeiter müssen zur Inspektion zugezogen werden. Weibliche Gewerbe-Jnspektoren.) 10. Progressive Einkommen- und Erbschaftssteuer. Abschaffung aller indirekten Stenern. II. Arbeiterversicherung von Staats wegen. 12. Unentgeltliche Rechtspflege und ärztliche Hilfeleistung. 13. Die Lage der Besitzlosen, Häusler, Pächter und kleinen Be- sitzer muß verbessert werden. Polileiliches, Gerichtliches ufiv. Bochum, 2. August. Redacteur O. Hue von der„Deutschen Berg- und Hüttenarbeiter-Zeituiig" wurde heute vom hiesigen Land- gericht zu 200 M. Geldstrafe oder 20 Tagen Gefängnis verurteilt. Er soll in einem Artikel geuaunter Zeitmig die fiskalischen Bergbeamte» am Deister beleidigt haben, indem er ihnen den Vorwurf gemacht, daß mit ihrem Vorwissen in den dortigen Schächten mehr Gewicht auf Kohlenförderung als auf peinliche Beobachtung der Schutzvorschriften gelegt würde. Der komnlisiarisch vernommene Berginspektor hat' bekundet, daß, nach Angabe der be- leidigten Beamten, alles in Ordnung gehalten würde. Der Einsender der Zuschrift dagegen hat versichert, daß er alles wahrheitsgemäß berichtet, aber ßebeten, um ihn vor Matz- rcgelung zu schützen, seinen Namen mcht zu nennen. Der Schutz des§ 193 wurde dem Angeklagten nicht zugebilligt, da er nicht als Vertreter der Bergleute gelten könnte. Der Staatsanwalt hatte drei Wochen Gefängnis beänttagt. Geivevkfchttftlilszes. Berlin und Nmgcgcnd. An die Töpfer Berlins und Umgegend k Kollegen l Am 26. Juli wurde eine Kommission gewählt, bestehend ans drei Kollegen des Eenttalverbandes und drei Kollegen der lokalen Vereinigung zur Einleitung der Lohnbewegung. Diese Kollegen berufen Euch hiermit zu einer Dienstag, den 8. August, abends Ü Uhr, im Englischen Garten stattfindeirden öffentlichen Versammlung. In dieser Ver- sammlung soll die Tarifvorlage nochmals durchbcraten werden, daim wird Euch berichtet werden, ivieweit die Vorarbeiten zur Durch« führung der Lohnbewegung gediehen sind. Auch soll Beschluß gefaßt werden in Sachen der einheitlichen Streikmarke und werden von der Kommission dahin gehende Vorschläge gemacht werden; bis dahin finden die Sammlungen in der alten Weise statt, die Marken werden in den bekannten Zahlstellen in alter Weise ausgegeben. Agitiert für guten Besuch der Versammlung und tretet energisch zur Samm- lung des Streikfonds ein. I. A.: H. David, Vertrauensmann der Töpfer Berlins. Deutsch«» Reich. Der Manrerstrelk in Halle a. S. ist nunmehr beendet und hat den Jimungsnieistern docb noch eine Niederlage beigebracht. Nach dem Schiedsspruch de« EiniaunaSamtS wollten fie nicht 47 Pf. pro Stunde bewilligen, und jetzt. bezahlen sie nun 43 Pf. und vorn 1. April 1900 50 Pf. pro Sttlndc. Die Bauarbeiter bekommen 35—38 Pf. und vom 1. April 1900)40 Pf. pro Stunde.' Pie'Arbeit ist Mittlvoch auf allen Bauten wieder aufgenommen. Die Metallarbeiter sind in einen Kampf wegen 4>«r Beseitigung der Ueberarbeit eingetreten und verlangen laut Beschlüß einer am Dienstagabend stattgefundenen Versammlung, die pön ca. ItXD Personen' besucht>var, für jede Ueberstunde einen Zu- schlag von 20 Pf. Einige Fabrikbesitzer haben die Forderung uc- willigt.-.,. l Zum Maureransstaude in Hanau nahm eine von sämtlichen Maurern besuchte Versammlung auf die Kundgebung der Unternehmer folgende Resolution an:' _„Die heutige Maurerversammlrmg drückt ihr lebhaftes Bedauep darüber aus, daß die Herren Arbeitgeber durch ihre schriftliche Mt- teilung, sowie durch die Veröffentlichungen in den Zeitungen Hanaus jede weitere Unterhandlung rundweg ablehnten. Die Versammlung erblickt hierin die Absicht der Herren Arbe.it- geber, einen Streik vom Zaune zu brechen, anstatt sine gütliche Rege- lnng herbeizuführen, wozu unsererseits die größte Berettioilligkeit gezeigt wurde. Dies Vorgehen der Herren ist daher zu verurteilen. Die Versammlung ist im weiteren der Ansicht, daß die schwebenden Differenzen zu einer so ablehnenden Haltung keinen Anlaß geben, zumal die von uns gestellten Forderungen äußerst minimal upd gerecht sind und von jedem der Herren Arbeitgeber unseres Gewerbes in Hanau bewilligt werden köimten. Deshalb ist die Versammlung auch der Ueberzeugung, daß bei.etwaigem Entgegenkommen der Herren eine Einigung zu beiderseitiger Zufriedenheit sehr leicht zu erzielen sei. In Erwägung dieses be- schließt die Versammluiig solgendcS: 1. Die 5tommission Ivftd beauftragt, die gefaßte Resolution sofort den Herren Arbeitgebern zugehen'zu lassen mit der höflichen Bitte um Mitteilung ibber Stellung hierzu bis längstens Freitag, den 4. d. M. 2. Im weiteren wird die Kommission beauftragt, am Sonuabend, den 6. d. Pä, nachmittags 1 Uhr, eine weitere Versamniluilg anzuberannien, ihn die Antwort der Herren Arbeitgeber entgegenzunehmen und die eilt- sprechenden Maßiiahmen zu treffen. Fast snnitlicho Ofensetzer von Plauen i. B. haben die Arbeit eingestellt. Ursache: Die Arbeitgeber haben einen Arbeits- Nachweis gegründet, der unter olleinige Führung der Meister kommen soll. Die Gehilfen haben den Nachweis einstimmig ab- gelehnt. Anstand. Der Streik der Maschinisten nnd Heizer auf den RHrfn- schleppschiffen in Holland ist, wie der„Franks. Ztg." aus dem Hgag gemeldet wird, nach nur viertägiger Dauer beendet worden. Die Arbeiter errangen einen vollständigen Sieg.' Sorittlosi. Reform der ärztlichen Hilsplcifltzng in Nußlaud. Beknimt- lich besteht in Rußland die Einrichtung, daß die Fabrmmternehlner Acrzte anstelle» niüssen, die den Arbeitern Hilfe in Krankheitsfällen zu leisten haben. Die Fabrikanten»lachen sich die Sache jedoch so billig wie möglich, fragen nicht danach, ob der Arzt von Fabrik- Hygiene etwas weiß oder nicht, bezahlen ihn so schlecht, daß sein Haupteinkommen durch Privatpraxis erwerben muß und mit der ärztlichen Hilfe für die Arbeiter ist es deshalb traurig be- stellt. Jiifolgedcssen beabsichtigt nun die Regierung, wie russische Blätter melden, die FabriM-ztc der Regierung zu unterstellen. Sie will die Acrzte selbst direll anstellen. auS den von den Unter- ncbmern au die Ltcntämtcr zu zahlenden Beiträgen besolden UNS ein Staatsexamen für Fnbnkhygiene einführen, das die an- zustellenden Aerzte zu bestehen hätten. Aus den Beittägen der Unter- »ehmer sollen auch Fabrikapotheken errichtet und überhaupt Arzneien beschafft werden._ Sociale Nethkspflege. Das unzureichcilde„Belagsgeld". Der Hausdiener G. war von dem Bäckermeister Lehmann gegen Gewährung von Lohn, Kost und Logis angestellt worden. Als er zum Beschaffen von Brot- belag(Wurst zc.) für die ganze Woche nur 50 Pf. erhielt, erklärte G. diese Summe für zu germa, worauf Lehmann antwortete, »ach seiner Hausordnung gebe es nicht mehr, und wenn G. mit der Hausordnung nicht einverstanden sei, dann könne er ja aufhören. G. verließ auch die Stellung und verklagte Lehmann wegen emer Entschädigiiilg beim G e w e r'b e g e r i ch t. Er machte geltenh, daß er für 50 Pfennig sich nicht die ganze Woche mit Belag versorgen könne, und daß ihn der Beklagte durch sein Verhalten gezwungen habe, das Arbeitsverhältnis zu ihm vorzeitig aufzugeben.— Auf Befragen gab Lehmann zu, daß unter freier Kost auch Belag für das Avendbrot zu verstehen sei. Die Kannner VI unter dem Vorsitz des GewerberichterS Krause verurteilte den Beklagten. an G. als Entschädigung 23,30 M. zu zahlen. Zur Begrünoung wurde ausgeführt: Zur Kost eines Hausdieners in Berlin gehöre auch Belaq'zu dem des Abends gewährten Brote, Ein„Belagsgeld" von 50 Pf. für sieben Tage sei aber durchaus ungenügend. Da nun dem Kläger neben dem Geldlohn auch Kost und Logis zugesagt worden sei, so müsse wegen des ungenügenden Belaggeldes an- genommen werden, daß der Beklagte die Lohnvereinbarungen nicht g ehalten habe. Der Kläger sei deswegen berechtigt gewesen, die Arbeit bei Lehmann aufzugeben, was ihm übrigens dieser selbst anheimgestellt habe; auch habe der Hausdiener daS Recht gehabt, eine Entschädigung zu fordern. Kein Giitlafsuiigögrnnd. Der Konditor Sch. war mit seinem Arbeitgeber Blume ivege» der Arbeit in Streit geräteü.'' Im Ldüfe der erregten Unterhaltung forderte Herr Blume den Gehilfen auf, ruhig zu sein, und wiederholte die Aufforderung, als der Gehilfe fortfuhr, auf ihn einzureden. Der Streit endete mit der Eni« lassung des Gehilfen Sch., der dann den Arbeitgeber beim Gewerbe« gericht aus Lohnentschädigung verklagte.'Der Beklagte wandte ein, daß die Entlassung wegen des Ungehorsams des Klager« recht- lich begründet sei. Der Kläger hätte auf seine mehrmalige Auf- fordernna ruhig sein müssen. Nach der Zeugenvernehmung wurde der Beklagte mit folgender Begründung zur Zahlung von 35,56 M. verurteilt: Die sofortige Entlassung des Klägers sei als berechtigt nicht anzusehen. Aeußerungen, die eine grobe Be- leidigung darstellen, seien nicht erwiesen worden. Es habe sich vielmehr nur um einen, wenn auch heftigen Wortlvechsel gehandelt. Von einer GehorsamSverwelgerung, die zur so- fortigen Entlassung berechtigt hätte, köime nicht die Rede sein, wenn auch der Kläger der Aufforderung, rnhig zu sein, nicht gefolgt wäre. Ein Eiitlassuiigsgnmd hätte dann vorgelegen, wenn der Kläger zugleich die Arbeit hätte ruhen lassen. Er habe jedoch ruhig weiter gearbeitet, während er sprach. Est» eigenartiger Thatbestand lag einem Urteil zu gründe, das die Kammer V des Ge Werbegerichts gefällt hat. Der Schlosser G. war für die Maschinenbau-Anstalt von Müller engagiert worden. Als er dann zur festgesetzten Zeit in der Fabrik erschien. wurde er abgewiesen. Man sagte ihm. er hätte doch am Abe.nd vorher durch einen jungen Mann bestellen lassen, daß er nicht kommen wolle, weil er sich die Sache überlegt habe. G. war verblüfft. denn er hatte weder einen jungen Mann nach der Fabrik geschickt, noch daran gedacht, die Stellung nicht anzutteten. Er betont« dies auch gleich, die Stelle war aber schon anderweitig besetzt worden. Er wandte sich dann an das Gewerbegericht mit dem Antrage, die Firma Müller zu einer vierzehntägigen Lohnentschädigung zu verurteilen. Da« Gericht er- kannte auch demgemäß und sprach dem Kläger 54 M. zu. Der Vor- sitzende führte begründend aus, daß derarttge Meldungen nicht legitimierter Personen nicht ohne wettere» geglaubt werden dürsten. Da Kläger unzweifelhaft engagiert gewesen sei, müsse ihm die Lohn- entschädigung«»gesprochen werden. Gvv iiszks-Bc if u«ß. Ei» Fabrikb efitzer im Kiwipf gegen eine»„socialdemo kratischen Hetzer und Agitator". Slm 10. Oktober v. I. uni die Mittagszeit hatte der Arbeiter Felix Weinberg vor dem Ein gang zur Doppschen Fabrik, Eichcndorffstr. 20, Aufstellung genomine» um im Auftrage der Metallarbeiter-Organisation an die aus der Fabrik kommenden Arbeiter Zettel zu verteilen, welche zrlm Besuch einer Metallarbeiter-Versammlung einluden. Der Fabrikant D o p p der durch seine Buchhalter von der Anwesenheit Weinbergs unterrichtet wurde, ging hinaus, um, wie er sDopp selber sagt, den«socialdemokratischen Hetzer und Agitator", der schon öfter versucht habe, seine Arbeiter aufzuhetzen, ain Verteilen der Zettel zu hindern. Das ist nun allerdings dem Fabrikanten Dopp nicht gelungen, Weinberg kam seiner Pflicht auch gegen den Willen des Dopp nach und der in seinen vermeintlichen Rechten ge kränkte Fabrikant, der sich vergebens bemühte,„mit der Kraft seines Bauches" den Zettelverteiler von der Straße zn verdrängen, ließ zwei Schutzleute holen, die aber keinen Anlaß fanden, gegen Weinberg einzuschreiten, da er in ruhiger Weise seine Zettel verteilte, wozu er durcharis bcrech tigt war. Andererseits hat Herr Dopp nach der Behauptung Wein bergs diesen als„v e r f l u ch t e r S o c i a I d e m o k r a t",„B r and- st i f t e r",„A n a r ch i st" usw. geschimpft und dadurch einen Menschenauflauf verursacht. Nachdem weder die Kraft des Doppschen Bauches noch die Polizei die ruhige Pflichterfüllung Weinbergs hindern konnten, sann Herr Dopp darüber nach, wie dem liebet Ihäter, der es wagte,„seine", des Herrn Dopp Arbeiter zn einer Versammlung einzuladen, beizukommen wäre. Da niag ihn, wohl die Thatsache zum Bewußtsein gekommen sein, daß der Grobe Unfug- Paragraph sich schon so oft als ein geeignetes Mittel erwiesen hat, socialdemokratische Hetzer und Agitatoren zu verdonnern. Herr Dopp fetzte sich also hin und schrieb eine mit Ausdrücken wie:„social demokratischer Hetzer" reich gespickte Denunciation, worin er Wein herg des groben Unfugs beschuldigte. Aber zum Schnicrz des Herrn Dopp versagte der zn so trauriger Berühmtheit gelangte Paragraph vom groben Unfug diesmal. Das Gericht sprach Weinberg frei. Dopp beruhigte sich noch nicht. �hm fiel ein, daß er nicht nur Fabrikant, sondern auch Hausbesitzer fei, und daß Weinberg das Doppsche Hansrecht verletzt habe, indem er die Grenzen des geheiligten Doppschen Eigentums um ein oder zwei Schritte übertreten hatte, als er mit dem Zettelverteilen beginnen wollte. Herr Dopp reichte nun eine Anzeige wegen Hansfriedensbruchs gegen Weinberg ein, denn derselbe sollte, ehe Dopp von der Kraft seines Bauches Gebrauch machte, der Aufforderung zum Verlassen des Doppschen Hausflurs nicht sofort Folge geleistet haben. Diesmal sah Dopp seinen Herzenslvunsch erfüllt. Das Schöffengericht verurteilte Weinberg wegen Hans- ftiedensbruchs zu einerWoche Gefängnis; es»ahn, von der Verhängnng einer Geldstrafe Abstand, weil, polizeilicher Auskunft zufolge, Weinberg mittellos sei und die Geldstrafe jedenfalls von anderer Seite bezahlt werden würde. Gegen dieses Urteil legte Weinberg Berufung ein und es hatte sich'deshalb die 2. Ferien Strastammer am Donnerstag mit der Angelegenheit zu befassen. Der Hauptzcuge, Fabrikbesitzer Dopp, kam sich augenscheinlich als die wichtigste Person in dem Gerichtsverfahren vor. Mit unendlicher Weitschweifigkeit bemühte er sich, das Verhalten Weinbergs in möglichst ungünstigem Licht erscheinen zu lassen und dem Gerichtshof die Thatsachen, aus denen der Hausfriedensbruch gefolgert werden sollte, vorzuführen. Mehrmals ersuchte der Vorfitzende den Zeugen Dopp eindringlichst, bei der Sacho zu bleiben. Die Ans- sagen Dopps wurden unterstützt durch die Angaben zweier Buchhalter und eines Werkmeisters der Doppschen Fabrik. Letzterem Zeuge», dem Werkmeister H e n k e r. hielt der Vorsitzende vor. daß er bei seiner polizeilichen Vernehmung gesagt habe, Weinberg habe seine Zettel in überlauter Weise ansgeschrien. Ueber diefen Umstand befragt, gab der Zeuge jetzt zu, daß Weinberg über hgupt»icht geschrien, sondern seine Zettel schweigend den Arbeitern überreicht habe. Der Vorsitzende sagte darauf ZU dem Zeugen:„Auf I h r e Aussage vor der Polizei gründete sich das erste Verfahren gegen Weinberg, fin dickes Aktenstück ist dadurch entstanden, »nd das alles, weil Sie nicht zu wissen scheinen, was . man unter„Ausschreien" v e r st e h t". Schließlich wurde auch noch der Sohn des Zeugen Dopp vernommen. Dopp Vater glaubte wohl, er müsse seinen Sohn als einen klassischen Zeugen kennzeichnen, denn er sagte � ohne jede Veranlassung mit wichtiger Miene, sein Sohn sei Offizier, Ingenieur und Prokurist. Der Einwand des Verteidigers, daß nach dem Grundsatz: Wegen ein und derselben Handlung darf jemand nur einmal zur Verantwortung gezogen werden, das Verfahren gegen Weinberg eingestellt werden Misse, da das Gericht schon in dem U n f u g p r o z e ß sich mit der nämlichen Handlung beschäftigt habe, erkannte der Gerichtshof nicht an, denn es lägen hier zwei verschiedene, wenn auch zeitlich eng zusammenliegende Handlungen vor. Den Hausfriedensbruch hielt der Gerichtshof für erwiesen, er setzte aber die vom Schöffengericht erkannte Gefängnisstrafe auf eine Geldstrafe von 30 M. herab. Ei» Augenblick der Schwäche hat die unverehelichte Schreiberin Marie Sch. ans die Anklagebank geführt. Sie stand gestern unter der Beschuldigung des Diebstahls vor der 132. Abteilung des Schöffengerichts. Die Angeklagte hat dem Juwelier Stoß in der Mohrenstraße mehrfach Kundinnen aus ihrem Bekanntenkreise zugeführt. Am lg. Mai hatte sie an Stoß telephoniert, daß sie m der Mittagsstunde mit einer Dame erscheinen würde, die ein ?5aar Ohrringe mit Brillanten kaufen wollte. Beide Personen er- chienen auch und der Juwelier legte ihnen eine Anzahl Ohrringe zur Auswahl vor. Die Käuferin konnte aber nicht zu einein end- gültigen Entschluß komme», sie entfernte sich mit der Angeklagten unter dem Versprechen, wiederkonmien zu wollen. Der Juwelier legte die vorgelegten Kleinodien beiseite, ohne sie nachzuzählen, er hatte einen dringenden Geschäftsgang zu erledigen. Erst als er nach einigen Stunden zurückkehrte, legte er die Ohrringe wieder an ihre Stelle. Er entdeckte dabei, daß ein Paar Ohrringe zum Werte von 3000 M. fehlten. Er fuhr sofort mit eineni Kriminalbeamten nach der ihm be- kannten Wohnung der Angeklagten. Diese bestritt, daß sie sich die Ohr- pinge angeeignet habe, als sie aber die Wohnung der Dame angeben sollte, welche sie begleitet hatte, brach sie in Thranen aus und holte die Ohrringe aus dem Ofenloch hervor, Ivo sie dieselben in der Asche versteckt hatte. Sie gab auch vor Gericht zu, daß sie sich einen Augenblick durch den Glanz der Steine hatte verblenden lassen. Die That habe sie sofort gereut, sie habe die Ringe zurückbringen wollen und sef zweinial im Laden des Juweliers gewesen. Das erstemal sei derselbe nicht zu Hause gewesen und beim zweitenmal habe sie sich wieder entfernt, weil mehrere Personen im Laden waren. Ihre Angaben wurden bewiesen und erkannte der Gerichts- Hof deshalb nur auf die geringe Strafe von 10 Tagen Gefängnis, tvährend der Staatsanwalt 1 Monat beantragt hatte. Unter cineui schwere» Verdachte stand gestern der Strecken- arbeiter Wilhelni D r e ß le r vor der 130. Abteilung des Schöffengerichts. Im Monat Mai gelangten wiederholt Betrugsfälle zur Anzeige, welche in übereinstimmender Weise begangen waren. Ein Mann, mit einer Joppe mit blanken Knöpfen und einer Dienst- mütze bekleidet, hatte sich an einen der durchreisenden westpreußischen Arbeiter Heraugemacht, sich als Landsmann vorgestellt und ihm die bereits gelöste Fahrkarte unter irgend einem Vorwande abgeschwindelt. Der„Landsmann" war dann mit der Fahrkarte verschwunden, wahrscheinlich, um sie auf einem anderen Bahnhofe zu verwerten. Nach längeren Ermittelungen lenkte der Verdacht sich auf den auf dem Schöneberger Bahnhof angestellten Streckenarbeiter Dreßler, welcher früher Schaffner gewesen, aber wegen Diebstahls entlassen worden war. Verschiedene seiner Mitarbeiter bekundeten, daß Dreßler am 16. Mai gegen 12 Uhr mittags mit dem Zuge von Schöneberg nach Berlin gefahren und gegen 3 Uhr nach Schöneberg zurückgekehrt war. Zwischen 12 und 1 Uhr war einem westpreußischen Arbeiter auf dem Bahnhofe Friedrichstraße seine Fahrkarte abgeschwindelt worden. Mehrere Untecbeamte, welche auf dem Bahnhofe Friedrichstraße angestellt waren und den Angeklagten von früher kannten, bekundeten auch, daß sie ihn dort zu der fraglichen Zeit gesehen hatten. Der Angcklagie behauptete ini Termine mipgller Entschiedenheit, daß er das Opfer einer Pcrsoucnbcrwechsclung geworden sei, obgleich die Belastungszeugen dabei blieben, daß sie sich nicht irren könnten. Der Staatsanwalt hielt den Angeklagten für überführt und be- antraate gegen ihn eine Gefängmssirafe von sechs Monaten. Der Ger'chtsbof hielt die Möglichkeit, daß seitens der Zeugen dennoch eine Personenverwechsclnng vorliege, nicht für ausgeschlossen und sprach den Angeklagten mangels Uebcrfiihrung freu J» dem bekanutc» Fall Rothenburg hat jetzt auch das Reichs- gericht in der Klage der Frau Baumeister Rothenburg gegen die Ai» gehörigen, welche ihre achtjährige Jnternierung in der städtischen Anstalt Hcrzbcrge seiner Zeit aus pekuniären Gründen veranlaßten, entschieden. Es hat der schwergeprüften Frau vorläufig 6S M. monatlich als notdürftigen Unterhalt zugesprochen und zwar nur bis zum 1. Januar 1800, da das neue Bürgerliche Gesetzbuch die Alimentationspflicht der Verwandten aufhöbe. Die weitere Anfechtung des Frau R. enterbenden Recknerschcn Testaments welches während der Jnternicrnng der Frau Baumeister Rothciu bürg die obigen Angehörigen, spccicll ein Fräulein M. Reckner zu Pyritz i. P., zu Erben einsetzte, schwebt zur Zeit noch bei dem Land- gericht Stargard i. P._ Vevfnnnnluttßem Eine Vertraucnsmämicr- Versaminlnng der Bautischler fand am Mittwochabend in Cohns Festsälen in der Beuthstraße statt. Auf der Tagesordnung stand: Die Lohnbewegung der Tischler. Zunächst wird festgestellt, ob alle Vertrauensmänner an- wescnd sind, die der letzten Versammlung beiwohnten; es fehlen nur wenige, meist aus den Vororten. Dagegen sind eine große Anzahl von Werkstätten neu vertreten. Glocke führt aus, daß es wohl keiner Frage bedarf, daß die Bautischler ein- mal in eine Bewegung eintreten müßten, um die günstige Konjunktur für sich auszunutzen. Es könne sicki lediglich darum handeln, festzustellen, ob etwa zur Zeit schwerwiegende Be denken gegen eine Lohnbewegung aus dem Kreise der Kollegen geltend gemacht werden. Fuchs ist der Meinung, daß die Be- ivegung für dies Jahr verspätet ist. Wenn eS selbst gelänge, Vor teile zu erringen» würden diese schon in kurzer Zeit von dem Unter- nehmertnm illusorisch gemacht werden. Die Forderungen hätten lange schon dem Unternehmertum unterbreitet werden müssen, da die Unternehmer ihre Kalkulationen nach den alten Preisen gemacht hätten und vielleicht gar nicht in der Lage wären, höhere Löhne zu bewilligen. F e n d e l führt aus,' daß die Arbeiterschaft gar nicht nötig habe, auf die Abschlüsse der Unternehmer Rücksicht zu nehmen, da diese ja ebenfalls über die Köpfe der Ar- beitcr gemacht worden seien. Wenn in der Folge die Unternehmer tatt eines Reingewinnes von 20 Proz. nur noch einen solchen von 10 Proz. haben, so sei das auch genug. Von anderer Seite wurde ausgeführt, daß auch ein Teil der Arbeitgeber bereits Lohnerhöhungen in ihren Kontrakten vorgesehen ihabe, da sie bei der günstigen Konjunktur eine Lohnbewegung voraussahen. Die Stimmung im allgemeinen ist für den Eintritt in eine Bewegung. Man ist der Meinung, daß man die jetzt günstige Gelegenheit nicht vorüber- zehen lassen darf. Mit allen gegen fünf Stimmen wurde mrauf beschlossen, in die Bewegung einzutreten. Glocke schlägt nun vor, daß die einzelnen Wcrkstättcn-Vertreter ihre Tarife einreichen, damit die Kommission daraus einen Grund- tarif feststelle, der dann den Meistern unterbreitet werden soll. Es handelte sich dann weiter um die Höhe der Abschlagszahlungen bei Accorden und schließlich um die Frage der Stellung des Werkzeugs durch die Unternehmer. Ob es möglich sei, auch diese letztere For- dermis schon diesmal durchzusetzen, läßt Redner dahingestellt. In der Diskussion wird als Abschlagszahlung zumeist ein Wochenlohn von 27 M. verlangt. Beznglicki des Grundtarifs wird festgestellt, daß derselbe in den. einzelnen Werkstätten natürlich nach den eweiligen Verhältnissen zu modifizieren ist, daß seine Sätze aber als Minimalsätze zu gelten haben. Ein Redner verlangt auch die Einführung von Lohnbüchern, da jetzt vielfach nur der Meister am Sonnabend den verdienten Lohn feststelle. Ein anderer Redner hält es unbedingt für notwendig, daß Hobelbank und Werkzeug in Zukunft von den Unternehmern zu beschaffen seien, um den sogenannten„Frühlingsmeistcrn" das Handwerk zu legen, die den reellen Meistern auf Kosten der Arbeiter Schmutzkonkurrenz machen und statt selbst Werkzeug zu stellen, den Arbeiter dazu treiben, von seinem geringen Lohne sich— womöglich auf Ab- zahlung— eine eigene Hobelbank anzuschaffen, während bei an- tändigen Meistern die Hobelbänke leerstehen. Doch wird davor gewarnt, diese Frage zur Kardinalfrage zu machen. da man doch die Kollegen, welche sich die Last eigenen Werkzeuges aufgeladen haben, nicht zwingen kann, nun ihrerseits dies Werkzeug beiseite zu stellen und durch Streik ihren M-ister zur Beschaffung des Werkzeugs zu zwingen. Maß 'chlägt vor, an Stelle einer festen Abschlagszahlung eine solche in Höhe des Dnrchschnittsverdienstes zu verlangen, um den Meistern den Vorwand zu nehmen, daß sie manchen Kollegen mehr Kostgeld geben müßten, als diese im Accord verdienen. Kendel hält dem- gegenüber an einer Abschlagszahlung von 27 M. fest und läßt nur in ganz besonderen Fällen eine Ausnahme nach unten zu. Es wird mit großer Majorität beschlossen, eine Abschlagszahlung von 27 M. zu verlangen, in Ausnahmefällen sbci alten und chwachcn Arbeitern) kann jedoch, auch ein geringerer Abschlag, edoch nicht unter 24 M.. znoelaffen werden. Es wird dann be- 'chlossen, p r i n c i p i e l l zu fordern, daß Bank und Werkzeug vom Meister zu stellen ist. Kann aus finanziellen Gründen ein Meister dieser Forderung nicht sofort nachkommen, so soll den Kollegen über- lassen werden, demselben eine bestimmte Frist zu setzen. Ein An- trag, in die Reihe der Forderungen die auszunehmen, daß die Meister Hobeln und Schneiden zu bezahlen haben, wird abgelehnt, um durch die Masse der Forderungen die Bewegung nicht zu gefährden. Es wird dann noch eine Anzahl von Wünschen geäußert, die von der Kommission berücksichtigt werden sollen. In die Kommission zur Durchberatung� des Grund- tariss werden dann elf Kollegen gewählt. Zum Schlüsse bittet noch Hoffmann, daß die Werkstatt- Kollegen den Einsetzern in ihreni Kampfe nicht in den Rücken fallen mögen, und fordert zum treuen Standhalten auf. Die Korbmacher tagten am Montag, den 24. Juli bei Wilke, AndreaSftraße. Nachdem über verschiedene Werkstätten verhandelt war, wurde angeregt, den Vorfall in der F r a n k e s ch e n Werkstatt zn veröffentlichen, wo dem Kollegen Fritz, weil er für ein Stück Arbeit 1 M. mehr verlangte, nicht nur die Worte Ausverschämthcit. Frechheit an den Kopf geworfen, sondern ihm sogar noch Backpfeifen angeboten wurden. Auch wegen der Z w e r n e r s ch e n Werkstatt in Friedrichsfeldc stellte G ü t t e den Antrag, die Zustände in der„Holz- nrbeitcr-Zcitung" zu veröffentlichen, da dort die traurigsten Ver- Hältnisse herrschen sollen und die Kollegen zn nichts zu bewegen sind. Im Verschiedenen teilte H a u s s ch i l d noch mit, daß sich noch 18 M. in seinen Händen befinden; er empfahl, diese den dänischen Arbeitern zu überweisen, was von der Versammlung einstimmig angenommen wurde. Hierauf erfolgte Schluß der Versanmilung. Der Centralverband Deutscher Maurer hielt am Mittwoch bei Keller(Koppenstratze) eine gut besuchte Versammlung ab, in der A. Hofmann über:„Auf was wir stolz find" referierte. Eine Diskussion über den mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag wurde nicht beliebt. Einstimmig beschloß die Versanmilung nach kurzer Debatte, den dänischen Arbeitern 1000 M. als Unterstützung zu überweisen und an den Hauptvorstand in Hamburg 5000 M. aus dem Streiffonds abzuführen. Hierauf gab der Hanptkassierer W. Schulz die Abrechnung vom Streikfonds der Zahlstellen Berlin und Umgegend. Danach betrugen die Einnahmen in der Zeit vom 1. Januar bis 31. Juli d. I. inkl. des alten Bestandes von 28 388.47 M.» insgesamt 86 587.17 M.. die Ausgaben 80 570,37 M., sodaß ein Bestand von 16 016,30 M. verbleibt. Unter den Ausgaben figurieren unter anderen folgende Posten: Streikunterstützung 17 324,55 M., Reise-Unterfiützung 8008.30 M., Bausperren 20 118 M., Gemaßrcgeltcn-Unterstützung 3112,50 M., Unterstützung an dle Familien Inhaftierter 2563,05 M., Rechtsschutz 2280 M., Gerichts- kosten 837,70 M., zurückgezahlte Streikunterstützung an den Haupt- vorstand 15 000 M., Unkosten der Arbeitsvermittelung während des Streiks 880,65 M., Drucksachen 1632,05 M. Unterstützung an die Krefelder Weber 1000 M.— Die Diskussion über den Kassenbericht wurde bis zur nächsten Versammlung vertagt. Die Einnahmen der gesamten zum Sireikgcbiete gehörenden Zahlstellen(ohne den Streik« fonds) betrugen im verflossenen Quartal, wie der Kassierer O. Braun berichtete, 17 788,70 M., die Ausgaben, darunter 12 172.22 M. an die Hauptkasse, ingesain- 14 651,33 M. Ten Zahl- stellen gehörten 6634 Mitglieder an. Die Berliner Zahlstelle allein, der 4330 Mitglieder angehören, haben in derselben Zeit, inkl. des alten Bestandes von 1487.32 M., eine Einnahme für Eintrittsgelder und Beiträge von 11 543,87 M. und eine Ausgabe, darunter 7654,20 M.' an die Hnnptkaffe. von 3366,20 M. zn verzeichnen, sodaß ein Bestand von 2183,67 M. verbleibt. Auf Antrag der Re- visoren wurde dem Kassierer nach einer kurzen Diskussion die Eni- lastnng erteilt. Nachdem der Vorsitzende P a n s e r nun noch auf die Lohnbewegung der Steinarbeiter und die diesbezüglichen Beschlüsse der letzten Baudeputierten-Versammlung hingewiesen hatte, erfolgte der Schluß der Versammlung. Der Jnteressenverei» der Kistcumacher hielt am 31. Juli in den„Arminhallen" seine Generalversammlung ab. Zum ersten Punkt der Tagesordnung gab Hauke die Abrechnung vom zweiten Quartal. Die Einnahme mit dem Generalbestand betrug 761,46 M., die Ausgabe 522,25 M., mithin bleibt ein Bestand von 233,21 M. Alsdann erfolgte die Wahl der Lohn- und Agitationskommission. Zur Lohnkonimission wurden die Kollegen Merten, Wolter, Noak, Martin, Franz Torfstecher, Seeger, Talken- berger, Karl Krause und Sprung gewählt. Zur Agitations- kommission wurden die Kollegen Gillert, Franz Splinter, Tschernig, Oskar Schmidt, Barnack. Tschiche. Bartholomens, Jan der, Sievert und Gleditsch gewählt. Zum dritten Punkt regte der Kollege Merten an, daß der Vorstand mit den Kommissionen und den Fabrikanten zusammen beraten solle, ob es nicht möglich wäre, in Berlin einen einheitlichen Tarif zu schaffen. In der Diskussion sprachen sich alle Redner snr die Ausführungen Mertens aus. Zum Schluß verlas der Vorsitzende einen Brief des Fabrikanten Rudorf, über welchen noch eine längere Debatte geführt wurde. In einer öffentliche» Bautischlcr-Versauimlung, welche m Weißen see stattfand, referierte Kollege Kendel- Berlin über die bevorstehende Lohnbewegung der Berliner Kollegen. Nachdem der Referent die wichtigsten Forderungen derselben begründet hatte. erklärten sich alle anwesenden Bautischler einstimmig bereit, zu gleicher Zeit dieselben Forderungen zu stellen. Erfreulich war es, daß sämtlichejWeißenseer Bauwerkstellen vertreten waren,»nd aus der Begeisterung der Kollegen war zu ersehen, daß es auch hier endlich Zeit ist, die erbärmlichen und verschiedenartigen Accordpreise, den jetzigen Zeitverhällnissen entsprechend, zu verbessern. Nachdem von einigen Kollegen noch zum Anschluß an den Holzarbeiter-Verband aufgefordert worden war, erfolgte Schluß der gut besuchten Ver- sanunlung. Nixdorf. Hier tagte am 31. Juli eine Versammlung der Bau- tischlcr, die nach einem Referat des Tischlers B l e e k eine Resolution annahm, in der sich die Versammelten mit dem Vorgehen der Berliner Bautischler einverstanden erklären, und sich für den An« schluß an diese Bewegung aussprechen. Den Vertrauensmännern wurde der Austrag erteilt, einen Tarif auszuarbeiten, der den Berliner Vertrauensmännern unterbreitet werden soll._ In Groß- Lichtcrfelde tagte am Montag eine öffentliche Ver- sammlung der gewerblichen Arbeiter und Arbeiterinnen, die si-b mit den Zuständen in der dortigen Gummifabrik C. Schwnnitz u. Eomp. beschäftigte. Der Referent Schumann führte aus, daß die Lohn- Verhältnisse in der genannten Fabrik als befriedigend bezeichnet werden könnten, während dagegen die Behandlung der Arbeiter seitens des Meisters sehr viel zu wünschen übrig lasse. Es sei vor- gekommen, daß Arbeiter, die infolge ihrer langjährig. n Thtttigkeit bei der Firma Anspruch auf die für solche Fälle ausgesetzte Prämie gehabt hätten, infolge der rigorosen Behandlung seitens des Meisters ihre Stellung aufgaben. Der Umstand, daß gerade ältere Arbeiter hierunter zn leiden hätten, lasse den Verdacht aufkommen, daß man sich derselben entledigen und dadurch die Prämie sparen wolle. Uebergehend zu den hygienischen Verhält« niffen in der Fabrik bemerkte der Redner, daß die Ventilation, die für derartige gesundheitsschädliche Betriebe gesetzlich vorgeschrieben sei. gänzlich fehle.— In der darauf folgenden ziem« lich erregten Diskussion nahm der Sohn des Meisters das Wort und suchte die Ausführungen des Referenten zu widerlegen. Die Un« zulänglichkeit der hygienischen Einrichtungen gab derselbe zu mit dem Bemerken, für eine Besserung derselben eintreten zu wollen. In seinem Schlußwort forderte Schumann die Anwesenden auf, ihrer Pflicht als Arbeiter eingedenk zu sein und sich zu organisieren; nur kraftvolle Organisationen könnten dem Unternehmertum mit Erfolg entgegentreten.— Der weitere Punkt der Tagesordnung: Wahl »ines Delegierten zum Gewerkschaftskartell, wurde vertagt. Uetzke Machvirtzketr und Veprfchen. Berlin, 3. August.(W. T. B.) Aus Apia ist heute Nachtrag« lich noch folgende Meldung vom 17. Juli eingegangen: Auf Bor- schlag des Munizalpräsidcnte» Dr.«olf einigte sich die Kom» Mission dahin, den amerikanischen Generalkonsul Osborne zum Ver« treter des Oberrichtcrs Chambers zu bestellen. Dieser reiste am 14. Juli nacki San Francisco ab. An demselben Tage fand in Mulinnu unter Leitung der Kommission eine Versammlung der Häuptlinge beider Parteien statt. Am folgenden Tage unter- zeichneten je 13 Häuptlinge als Vertteter beider Parteien den Be- ickluß der Kommission, der das Königtum abschafft.— Heute verlassen der deutsche und der amerikanische Kommissar an Bord des amerikanischen Kriegsschiffs die Samoa-Jnseln. Wie», 3. August.(W. T. B.) In der heutigen außerordentlichen itzung des Gcmeinderates brachte Bürgermeister Dr. Luegrr eine Entscheidung der Statthalterei zur Kenntnis, nach welcher l er Rekurs der„Neuen Freien Presse" gegen die Ausschließung des Blattes von der Journalislenllibüne des Genicinderates abgewiesen worden sei. Rcicheubcrg, 3. August.(W. T. B.) Vorgestern und gestern fanden hier Straßenkundgcbungen gegen die Erhöhung der Zuckersteuer statt. Die Gendarmerie ging mit gefälltem Bajonett vor, ein junger Mann wurde durch einen Bajonettstich verwundet, mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen. Christiania, 3. August.(W. T. T.) Die iuteruatiouale Friedenskonferenz nahm einen Antrag des lvkarqnis Pandolfi an, in welchem der Wunsch angesprochen wird, daß derartige diplomatische Konferenzen, wie deren erste in: Haag ans Einladung des Kaisers Nikolaus siattgcfnnden, möglichst oft lvicderholt werden möchten. damit der Grundsatz eines permanenten Schiedsgerichts unter den Nationen so weit als möglich zur Anwendung gebracht werden könne. Bilbao, 3. August.v a l t- ichaft gegeben. Der.Schutzverein gegen unlauteren Wettbewerb" richtete eine Eingabe an die Polizei und erhielt darauf die Antwort, daß die Staatsanwaltschaft gegen den Inhaber des Warenhauses Louis Grand bereits eingeschritten sei. Grand hat dann die etwaige polizeiliche Schließung seines Geschäftes nicht erst ab gewartet, sondern den Betrieb selbst eingestellt. Die Inhaber von Coupons erhalten den auf sie fallenden Betrag gegen Rückgabe der Scheine ausgezahlt. Die Geschäftsbücher und Papiere des Grand ind beschlagnahmt worden. Der erste Post-Accumulatorenwagen, der ausschließlich den Päckcreiverkehr zwischen den Bahnhöfen vermitteln soll, ist heute vonnittag in Bettieb gesetzt worden. Das Gefährt ist ein großer Kastenwagen, genau so gebaut wie die gewöhnlichen Post-Fuhrwerke, und besitzt 42 Accumulatoren. Der Wagen kann in der Stunde 40 Kilometer zurücklegeil und ermöglicht bei einmaliger Speisung eine Fahrtdauer von acht Stunden. Während der ersten acht Tage wird der neue Postwagen leer fahren und einen beladenen Wagen begleiten, dann wird das Gefährt drei Monate hindurch den Päckcrei- verkehr nach den Bahnhöfen vernntteln und von einem leeren Post- wagen begleitet werden. Arbeitcrristko. Beim Fensterputzen verlor gestern ein Arbeiter im zlveiten Stock des Hauses Johannisstraße 18 das Gleichgelvicht und stürzte auf die Straße. Schwer verletzt wurde der etlva 32jährige Mann einem Krankenhause zugeführt. Auf der Unfallstation der Steglitzerstraße ist gestern eine Dame eingeliefert worden, die am Nachmittage beim Spazieren- ähren schwer zu Schaden kam. Ihr Gefährt karambolierte mit einer Equipage so unglücklich, daß sie aus dem Wagen geschleudert und bedenklich verletzt wurde. Durch eine» Schuß in die Schläfe schwer verwundet ist gestern morgen um 7 Uhr der 20 Jahre alte Ziegeleiarbeiter Heinrich Newitzki aus Mahlow im Tiergarten in der Nähe der Reiterbrücke bei der Ronsscau-Jnsel aufgefunden worden. Der Verletzte, deii ein Schutzmann in ein Krankenhaus brachte, giebt an, daß er von einem ihm unbekannten Menschen angeschossen und beraubt worden sei. Uhr nnd Portemonnaie fehlten ihm, einen Revolver fand man in einiger Entfernung von der Stelle, wo der Verletzte lag. Die Polizei hat die Waffe beschlagnahmt, da nach der Darstellung Nelvitzkis die Schuld eines anderen in Betracht kommt; sie nimmt jedoch an, daß lediglich ein Selbstmordversuch vorliegt. Erschossen hat sich in der Nacht zum 2. August d. I. in einem hiesigen Cafs ein etwa 22 Jahre alter, gut gekleideter Mann, dessen Persönlichkeit bis jetzt nicht hat ermittelt werden können. Unbekannten Personen gegenüber soll er geäußert haben, er heiße Oberländer und wäre von Wien gekommen. Der Unbekannte ist etwa 1,65 Meter groß, hat dunkelblondes Haar, graue Augen, große breite Nase, kräftige nmskulöse Gestalt, schmales Gesicht, Anflug von Schnurrbart. Die Kleidung besteht aus schwarzem Tuchanzng, grauen Gnmmihosenträgern, weißem Oberhemd und Kragen, weißem Schlips, weißen Unterhosen, weißem Taschentiich, grauem Sommer- Überzieher mit Sammetkragen, hohen Lack- Schnürschuhen, gelblichen baumwollenen Strümpfen mit blauen Streifen und schwarzem weichen Filzhut. Etivaige Rekognoscenten wollen sich im Leichen- schauhause, Haimovcrschestraße 6, melden. Ei» Opfer geistiger Uebcranstrengnng. Einen Mordsrausch hatte der stua. med. Gustav M., welcher gestern nach der»cnen Charits übergeführt wurde. Vier junge Männer, die in der vor- gestrigen Nacht gegen 12 Uhr die Hambnrgerstraße passierten, beobachteten dortsclbst eineii Droschkenkutscher, der sich vergeblich bemühte, einen in seiner Droschke liegenden betrunkenen Mann zum Aussteigen aus der Droschke zu veranlassen. Die vier Passanten nahmen sich des sinnlos Trunkenen an nnd trugen ihn, nachdem sie seine Personalien festgestellt hatten, nach seiner in der vierten Etage gelegenen„Bude". Kaum oben angelangt, wurde M. jedoch recht munter. Diese Munterkeit»lachte sich vor allen Dingen dadurch bemerkbar, daß der Student den Versuch machte, das seiner Wirtin gehörige Möblement zu zertrümmern. An der Ausführung dieses Planes wurde M. jedoch gehindert. Nunmehr eilte der Student nach dem Fenster, riß dieses auf und versuchte sich auf die Straße hinabzustürzen. Den im Zimmer weilenden Leuten gelang es jedoch im letzten Augen- blicke, den mit dem Oberkörper bereits im Freien schwebenden Trunkenbold festzuhalten und nach kurzem Kampfe in das Zimmer zurückzuziehen. Es wurden jetzt zwei Schutzleute zu Hilfe geholt und durch diese ein Arzt herbeigerufen. Dieser stellte fest, daß M. an einem Anfall von Delirium tremens leide, worauf der Kranke nach der Neuen Charits gebracht wurde. Durch eine Acetyleugnö-Explofion ist ein Dienstmädchen zu Schaden aekonime». Der in der Schönhauserstraße wohnhafte Biichcrrcvffor Feinberg hatte die Laterne seines Fahrrades, zu deren Erleuchtung er Acetylengas benutzte, gereinigt und die Rückstände in das Becken des Kloscts geworfen. Eine Zeit darauf goß das Dienst- mädchen unreines Wasser in dasselbe Becken und nahm dabei einen eigenartigen Genich wahr. Um die Ursache zu ergründen, entzündete es, da der betreffende Klosetraum dunkel ist, ein Zündholz und leuchtete damit umher. Kaum ivar das Hölzchen indessen entflammt, so erfolgte eine heftige Explosion. Das Acetylengas, welches im Klosetraum sich angesammelt hatte, entzündete sich und die entstehende Feuersäule verbrannte dem Mädchen die Stirnhaare, die Augenbrauen und brachte ihr noch weitere, jedoch nur leichtere Verletzungen bei. ohne größeren Schaden anzurichten. Erschossen hat sich der Tnchhändler Hermann Friedrichs auS der Lindenstraßc Nr. 106. Nach dem, ivas man sich in der Nachbar- schaft erzählt, führte Friedrichs, der in kinderloser Ehe lebte und sein Geschäft seit 14 Jahren betrieb, ein flottes Leben und soll dadurch in geschäftliche Schwierigkeiten geraten sein. Seit Sonn- abend war er Verschivundcn, am Dienstag Abend erschoß er sich an einem entlegenen Orte des Schlesischcn Bahnhofs. Seinen Verletzungen erlegen ist der Sohn der Arbeiterwittve Nauschütz aus der Brunnenstraße Nr. 101, der ans dem vierten Stock auf den Hof hinabfiel. Der unglücklichen Mutter, die seit zlvei Jahren Wittve ist, sind aus einer irrigen Angabe des Polizeiberichts Unannehmlichkeiten erwachsen. Der Knabe war nämlich nicht zwölf Monate alt. wie der Polizeibericht mitteilte, sondern 11 Jahre. Frau Nauschütz war zum Beiuch ihrer Verwandten nach Schlesien gefahren. Während nun die beiden Töchter auf dem Hofe spielten, hörten die im dritten Stock wohnenden Droschkenkutscher Koseschcn Eheleute plötzlich den Sohn über sich schreien:„Helft mir, helft mir, ich falle!" Die Leute sahen de» Knaben noch zwischen Himmel und Erde schweben. Mit der einen Hand hatte er das Fcnsterkreuz umklammert, mit der anderen suchte er sich an dem Schutzblech des Fenstergesimses festzuhalten. Bevor man ihm beispringen konnte, versagten seine Kräfte, und der Be- dauernslverte stürzte in die Tiefe hinab. DaS Mctropol-Dheatcr, das sich bekanntlich dem Specialitäten- fach ergeben hat, schreitet auf der neuen Bahn mit gutem Glücke vorwärts. Die immer noch unvermeidlichen englffchen Tanz- sängerinnen fehlen allerdings auch hier nicht im Programm und hopsen ebenso flott wie sie schlecht singen, doch beanspruchen sie immerhin nur einen bescheidenen Teil des Interesses. Weit beachtens- werter als diese Nachfolger der Barrisons sind zwei Söhne AlbionS, Robinson- Baker, die unter passiver Assistenz der Frau Mama die Springkunst mit ungewöhnlicher Gewandtheit ausüben. AIS must- kalische Pierrots stehen die Herren Jim und Jam auf der Höhe, ivogegen die Werner- Amoces- Company in einer Pantomime „Beim Flirten erwischt" das Menschenmögliche an derber Komik auf« bietet. Ueberaus hervorragende Künstler auf ihrem Gebiete sind die acht Fuhnschimas, eine japanische Jongleurtruppe, die an Ge« chicklichkeit Unglaubliches vollbringt und die gewagtesten Leistungen ihrer europäischen Kollegen mit Eleganz in den Schatten stellt. Die heitere Revue„Berlin lacht" füllt den zweiten Teil des Programms ans. Nach wie vor bewähren hier die drolligen Bilder im Berein mit der schlagfertigen Situationskomik ihre Anziehungskraft. Feuerbericht. Während der letzten 24 Stunden waren aus« nahmsloF nur unbedeutende Brände abzulöschen. Bei der Explosion einer Spirituslampe wurde W i l s n a ck e r st r. 17 ein junger Mann an der Brust und den Händen nicht unerheblich verletzt. Da« ent« standene Feuer konnte leicht beseitigt werden. Kleinere Wohnungs- brände waren Lehrterstr. 51 und Chorinerstr. 45 zu ver« zeichnen. Ein Alarm nach Lange st r. 23 erfolgte aus geringfügiger Ursache._ AuS de» Nachbarorte». Der Socialdcmokratische Verein von Johannisthal-Nieder- Schvnewcidc hält seine Mitgliederversammlung nm 5. August, abends 8'/» Uhr, im Lokale von Strecker in Nieder-Schöndweide ab. Eine Sperre, die aber nicht von socialdcmokratischen Terroristen verhängt, sondern durch einen seines Amtes waltenden Regte» rungs-Baurat verfügt worden ist, wird zur Zeit in S ü d e n d e viel besprochen. Zwischen den Eisenbahndämmen der Anhalter und Dresdener Bahn liegt ein von acht Familien bewohntes Haus. Ur« sprünglich hatte es einen direkten Zugang von der in unmittel- barer Nähe vorbeiführenden Landstraße; dieser Zugang wurde aber in den siebziger fahren durch die. Errichtung eines Eisenbahn- dämme« versperrt. Dafür stellte nian jedoch nicht weit von dem ursprünglichen Zugang einen Durchlaß unter den, Eisenbahndamm ber. der de» Zugang zu einer an jener Stelle errichteten, aber seit Jahren wieder eingegangenen Haltestelle bildete, lind auch seitdem von den Lewohnern dcS genannten Hauses umsonichr benutzt wurde, als dieser Weg die einzige unmittelbare Verbindung mit dein Ort Südcnde und der Bahnstation darstellt. Dem Besitzer des Hauses wurde seiner Zeil, wenn auch nicht durch Vertrag, versichert, daß der neugeschaffene Durchgang unter dem Babnkürpcr an die Stelle des durch den Bahnbau versperrten ursprünglichen Verkehrsweges getreten sei, und der Durchgang ist auch, wie gesagt, seitdem anstandslos von den Hausbewohnern bc« nutzt worden. Jetzt Ivird das genannte Grundstück, welches seit langen Jahren cincin pensionierten Eiscnbahnbeamtcir St. gehört, für die Verbreiterung der Vorortstrrcke der Anhalter Bahn gebraucht. Namens des Eisenbahnfibkus unterhandelte der Negierungs-Baurat Gräfe wegen Ankaufs des Grundstückes mit dem Hausbesitzer St. Die Verhandlungen hatten kein Resultat, und eS wurde deshalb gegen St. das EnteiignungSverfahren eingeleitet. Nach dem Abbruch der Verhandlungen mit St. ließ der Negierungs- Baurat den Durchgang unter dem Bahnkörper, d.h. einen seit vielen Jahren benutzten Verkehrsweg, durch einen Staketenzaun absperren, in den jedoch unbekannte Hände eine Lücke rissen, so daß der Durchgang nach wie vor passiert werden konnte. Um die Absperrung wirksam zu machen, wurde mm vor etwa 8 Dagen der Durchgang vollständig mit Brettern, die durch eiserne Bänder zu- samniengehalten werden, geschlossen, und zum Uebcrfluß noch auf jeder Seite der Bretterplanke ein tiefer Graben ausgehoben uns ein kleiner Wall aufgeworfen. Die Bewohner des St.schen Hauses können jetzt nur auf einem bedeutenden Umwege den Ort und den Bahnhof Südcnde erreichen. Das Passieren dieses Weges ist namentlich im Dunkeln nicht ohne Gefahr, denn er führt über eine Stelle, wo bereits die Bauarbeiten für den neuen Bahnkörper in vollem Gange find. Der Ausbruch einer Fcnersbrunst dürfte für das Haus und seine Bc- wohner von den schlimnisten Folgen begleitet sein, da der nächste Hydrant jenseit der Brettcrplanke liegt. Die Vorstellungen, welche der Hausbesitzer St. dem Regierungs-Baurat wegen der Sperre des Weges machte, hatten nicht den geringsten Erfolg. St. hat sich nun an den Eiscnbahn-Muiister gewandt und diesen um Aufhebung der eigenartigen Sperre ersucht. Der Bescheid des Ministers steht noch aus. Konserdatibe Agitation gegen die Regiernng. Am Sonn- tag ist in den nördlichen Vororten Berlins ern kräftig gehaltenes socialdemokratisches Flugblatt verteilt worden, eine Dhasi durch die unsere Parteigenossen abermals in hohem Grade aufklärend gewirkt und sich de» Dank der Ausgebenteten in Stadt und Land ertvorben haben. Auf diese löbliche Maßnahme haben die Konservativen mit einem vermeintlichen Eegenschlag pariert. indem sie am Dienstag gleichfalls ein Flugblatt verbreiteten. Dies wäre an sich nun nichts merkwürdiges, wenn die Zuchthausschwärmer ihrem Blatt Papicrnicht einen vonihremStandpunkt aus recht beb enklichcn Inhalt gegeben hätten. Das Blatt enthält nämlich jene Rede ab- gedruckt, die Staatssekretär Graf Posadowskh am 21. Juni im Reichstag hielt und mit der er durch die geheimnißvolle Erzählung von dem Streikterrorismus, der unter den Schulkindern jener nach wie vor im Schatten tiefsten Geheim- nisics verhüllt gebliebenen Stadt verübt Ivorden ist, bei der Mehr- hcit des Reichstages ungeheuren Jubel erntete, während die kleine Zahl seiner Zuchthausfreunde sich dem peinlichen Gefühl verblüffter Betretenheft hingab. Was mit der Verbreitung dieser Rede, die der Minister selber gewiß am liebsten ungedruckt gesehen hätte, eigentlich bezweckt »verde» soll, ist unersichtlich. Entweder wollen die Konservativen den Minister kamarillenhaft diskreditieren, oder die Stützen von Thron, Altar und Geld- sack halten die Bevölkerung an der Peripherie der Reichshauptstadt für so bodenlos dumm, daß sie meinen, der Staats- biirger würde beim Lesen der von Herr» v. Posadowsky der Oeffent- lichleit preisgegebenen Schauergeschichten das Gruseln kriegen und schleunigst vor dem Zuchthaus als dem Palladium der göttlichen Weltordnung auf die Knie sinken. Die beleidigende Zumutung solcher Dummheit würde aber sowohl den Konservativen als auch der Re- gierung. die naturgemäß vielfach für die Aktionen ihrer Stützen verantwortlich gemacht wird, recht übel bekommen. Auf jeden Fall haben die Herren Konservativen der Regierung mit der Verbreitung jenes Flugblattes eine arge Verlegenheit bereit. Wem zum Nutzen t Die Frage der Mitbeuutzmig der Ferufprechleitungeu der Teilnehmer durch Fremde hat in den Berliner Vororten noch keineswegs eine zufriedenstellende Lösung gcftmdcn, obgleich durch die erst im Mai d. I. entstandene allgemeine Protestbewegung gegen die Verfügung der Postverwaltung, daß für Gespräche von Nicht- teilnehmern die Teilnehmer 25 Pf. Extragebühr zahlen sollten, diese Verfügung wieder rückgängig gemacht bezw. dahin eingeschränkt worden ist, eS solle bei der früheren Praxis verbleiben rmd die Extragebühr nur in denjenigen Fällen erhoben werden, in welchen die Benutzung der Teilnehmcrleitungen durch Fremde„miß- bräuchlich- geichehe. Der Begriff des„Mißbrauchs" scheint mm aber von den einzelnen Postämtern der Vororte auffallend ver- schieden aufgefaßt zu werden. Denn während von den«inen— und zwar namentlich in den großen Vororten mit bereits ausgedehntem Fernssirechwefen und eigenen Vermittlungsämtern— der Benutzung der Teilnehmerleitungen durch Nichtteilnehmer— genau, wie in Berlin, überhaupt nicht? in den Weg gelegt wird, dulden in ver- schiedenen kleineren Vororten die Postbeamten, welche hier die Anschlüsse nur nebenbei herstellen, nicht, daß von Fremden die sogenannten„Verbindungsleitungen" für den Verkehr mit anderen Orten benutzt werden, sie verweigern sogar die Benutzung der Teilnehmerleitunaen im eigenen Orte, oder erheben dafür eine Extragebühr. Die Handhabung der Fernsprechvermittlung hat nun zur Folge, daß der Telephonverkehr m jenen Vororten nur sehr geringe Fortschritte macht. Die Reitpeitsche. Große'Empörung rief am Mitllvochnach- nsittag in Schöneberg das überaus rohe Betragen eines schnei- digen, schon in älteren Jahren stehenden Radfahrers hervor. Der- selbe radelte die Gleditschstraße entlang, auf deren Fahrdamm sich cnie Schar halbwüchsiger Knaben in munterem Spiele tummelten. Ohne jedlvcdeS Glockenzeichen fuhr der rohe Patron in die Kinder- schar hinein und hieb rücksichtslos, um sich Platz zu verschaffe», mit einer mitgeführten Reitpeitsche um sich. Hierdurch erhiett der neun« jährige Sohn eines in der Nähe wohnenden Tapezierers einen so wuchtigen Hieb in das Gesicht, daß dem armen Jungen das Blut nur so herunterlief. In gerechter Empörung machten sich einige erwachsene Augenzeugen sofort an die Verfolgung des rohen Patrons, jedoch gelang eö diesem leider, zu entkommen. Derartige Flegeleien verdienen sicher strengste Ahndung. In Groß- Lichtelffekde ist der schon lange gesuchte Gärtner Nademacher verhaftet worden. Tie gesetzwidrige Gastrolle, in der er austrat, bestand darin, daß er sich de» Gartenbesitzern als fach- mänmsch geschulter Gärtner mft guten Verbindungen vorstellte und ihnen durch den Verkauf hauptiächlich von Blumen, die er„in Kommission" übernehmen wollte, reichlichen Verdienst in Aussicht stellte. Hatte er seinen Zweck erreicht, dann verschwand er auf Nimmerwiedersehen.— Zu derselben Zeit wurde auch der Reisende einer Magdeburger Wurstwarenfabrik durch die Gendarmerie wegen Unterschlagung beträchtlicher Beträge verhaftet. Die Steglitzer Gemrindevertretting wird sich heute(Freitag) mft dem Entwurf einer Grenz st raße gwifchcu Schöueberg- Friedenau und Steglitz,»vie er nach Abänderung eines früheren Beschlusses von der Schöneberger Stadtverordneten- Versammlung angenommen worden ist, beschästigen. Der Schöneberger Magistrat hat bei den Steglitzer Gemeindebehörden � beantragt, den Beschluß vom 7. April im Sinne des neuen Schöneberger Entwurfs abzu- ändern. H'Ine der bevorzugtesten Partie» des«nmewaldbezirks, Pichelsberg« und Piche lswerdcr. wird mm bald die schon langst er- wünschte Verbesserung der Verkehrswege erhallen. Nach laug- »vicrigen Verhandlung«» zwischen den beteiligten Faktoren. Re- giermig, Kreis Teltow und Osthavclland, Gemeinden und Privat- nitercsscntcir ist es endlich durchgesetzt»vorden, daß die Insel Ptchelsiverder, die auf dem Landwege von der Schildhorn- Chaussee mittels einer über den Stößensee fiihrenden Pontonbrücke zu erreichen ist. in ihrer ganzen Ausdehnung aber nur zum Teil sehr unwegsame Fußsteige anfiveist, von einer neu zu bauenden Fahr- straße durchquert wird, die von der Brücke ihren Ausgang nimmt und zur entgegengesetzten Seite der Insel führt. Gleichzeitig wird die seit Jahren projektierte, bisher indcß immer an dem Widerspruch einzelner Jutercisciitcn gescheiterte Verkehrsstraße von PichclSwerder nach dein Fischerdorf Ticfiverdcr, im Anschluß an die Charlotten- burger Chaussee zur Ausführung kommen. Ein unheimliches Abenteuer hatten Mittwochnachmittag zwei Handwerksburschen zwischen Erkner und Friedrichshagcn zu bc- stehen. Vom Marsche einlüdet, hatten sie sich an einem Ab- hange gelagert; einer der Wanderer machte es sich bc- sonder» bequem und zog Schuhe und Strümpfe auS. Auf einmal fühlte er am' Fuße eiiren stechenden Schmerz, der, wie er bald bemerkte, vom Bisse einer sich am Boden hin- windenden Kreuzotter herrührte. Der Gefährte beugte sich sofort über den Fuß des Gebisirnen, sog die Wunde aus und sorgte für deren gründliche Reinigung. Zum Glück war auch im Fläichchen noch ein kräftiger Schluck' vorhanden, der bei Schlangenbissen be- sonders wohlthun soll. Da der Verletzte bald im stände ivar, die Wanderung fortzusetzen, scheint es, daß das Abenteuer keine schlimmen Folgen hatte. Zwischen der Stadt Köpenick und den Herren Gebr. Budde ist ein Vertrag zum Abschluß gekommen,»vonach die Gasanstalt, bisher Eigentum der beiden genannten Herren, sowie eine dazu gehörige Villa am t. Ottober ILOO für 650000 M. in den Besitz der Stadt übergehen. Wegen Verdachts deS KindeSmordeS ist die Arbeiterin Stage in das Untersuchungsgefängnis zu Moabit eingeliefert Ivorden. Sie war ihrem in R a t h e n ö>v ivohnenden Ehemann davon- und hatte als Dienstniagd eine Stelle beim Bauern zn Falkcnhagcn(Kreis Osthavelland) angenommen. Im vorigen Monat brachte sie ein»»eheliches Kind zur Welt, das 10 Tage später unter verdächtige» Anzeichen starb; die Leiche wurde beschlagnahmt und ist zunächst obduziert ivorden; sodann wurden Körperteile behufs genauerer Untersuchung nach Berlin geschickt. Vev�nnmlttnsen. Berichtigmig. Zu dem Versaminlungsbericht des Central- Verbandes der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter in Nr. 177 deS„Vonvärts" vom 1. August, welcher geeignet ist, meine Person der Arbeiterschaft Berlins gegenüber in ein schlechtes Licht zu stellen, habe ich folgendes zn erklären: Gleich nachdem der„Vorwärts" die Mißstände, unter welchen die Angestellten der Norddeutschen EiSwcrke in RnmmelSburg zu leiden haben, aufgedeckt hatte, nahm ich als Vertrauensmann meiner Organisation(Verband der Handels- und Transport- Arbeiter Berlins und Umgegend) Veranlassung, die Organisiermig dieser Angestellten in unserem Verband zu bewerkstelligen. Um diesen Zweck zu erreichen, hatte ich die Arbeiter von meinem Vorhaben ver- ständigt. Ich fand bei denselben eine begeisterte Zustimmung, und wurde mit deren Einverständnis zum MilNvoch, den 26. Juli, das Lokal„Bellcvue" zu einer Versammlung dieser Angestellten ge- mietet. Da mm gleichzeitig an diesem Abend von der Arbeiterschaft Rummelsburgs eine Versammlung der Delegierten der Orts-Kranken- taste stattfand, so wurde später die Versammlung rückgängig gemacht und die Versammlung zum Dienstag, den 1. August, cniberufcn. Nachdem ich am Donnerstag, den 27. Juli, im „Vorwärts" durch eine entsprechende Notiz die Arbeiterschaft dieses OrteS auf diese Versammlung auf- merksam gemacht hatte, nahm sich auch der Vorsitzende des Centralverbandes der HandclS-Hilfsarbeiter, O. Schumann, der Sache an. Schumann ließ am Sonnabend vorher Zettel ver- breiten, daß abends eine öffentliche Versanimlung in einem andern Lokale stattfinde. Die Angestellten dieser Eiswerke, hierdurch stutzig gemacht, benachrichtigten mich über den Vorgang. Ich ließ deshalb am Nach- mittag desselben Tages Handzettel' unter den Angestellten verbreiten. in welchen ich darauf hinivies, daß die von mir im Einverständnis mit der Arbeiterschaft Rummelsburgs einbenifene Versammlung nach wieljvor am 1. August stattfinde; an anderweitige Quertreibereien möge man sich nicht kehren. Ich überlasse es nun jedem denkenden Arbeiter darüber zu urteilen, ob Schumann durch sein Verhalten nicht gerade bewirkt hat, daß sich die Arbeiter nunmehr überhaupt der Organisation fern- halten»verde». Ich bemerke ferner noch, daß mir der Eintritt in die Versammlung am Somxabend gewaltsam verweigert wurde. A. Uthes, Bautzeuerstr. 6. Die in der Berichtigung gegebene Schilderung bietet gerade kein mrgenehmcs Bild aus unserer Gewerkschaftsbewegung und wir möchten beiden Teilen doch vorhalten, wie ivenig eine solche „Agitatton" im Interesse der Organisasion liegt. Ist es denn gar zu schwer, einheitlich zu arbeiten und sich zu verständigen? Verichtiguug. J-'-t Bericht der Putzerversammlung in der Nunmicr li9 vom Dvmwrstag ist es unrichtig, daß sich die Unter- uehmer dahin ausgesprochen hätten, sie wäre» geneigt, vom 1. September 7,50 M. und vom 1. April 8 M. zahlen zu»vollen; es hat uur einer der Herren den Vorschlag geinacht. In dem Kassen- bericht»nuß es statt 13. September 13. Dezember heißen. Die Brauerei Pichelsdorf sendet uns folgende Berichtigung: „Der Bericht über eine Versammlung, die zur Besprechung von Angelegenheiten unserer Brauerei am Souutag stattgcsimden hat, enthält' die Wiedergabe einer Anzahl thatfüchlicher Jrrthümer, deren Berichtigung»oft in unserem Interesse, soivie in dem aller Be- teiliateii liegend erachte»». Es ist zunächst Erivähnung gethan der Stelluiignah»ne, die wir nmnnehr zu der organisierte»'» Arbeiterschaft angeblich geirommcn hätten, der wir dadurch„den Krieg erklärt" hätten. Wir haben berichtigend mitzuteilen, daß wir überhaupt der organisierten Arbeiterschaft gegenüber in keiner Weise irgendivie Stellung ge- nommen haben, wir haben bis jetzt lediglich organisierte Arbeiter beschäftigt und im übrigen keinen Unterschied zivischen organisierten und nicht organisierten Arbeitern gemacht»ind denken dies auch nicht in Znkuilft zu thmr,— jegliche Feindseligkeit gegen die„organisierte" Arbeiterschaft liegt außerhalb unserer Inteutioncii I— Wenn»vir die Arbeitszeit verändert und die Löhne etivas reduziert haben, so haben»oft»»»fttels dieser Maßnahmen lediglich die Gleichheit bezüglich Arbeitszeit»urd Arbeiterlöhne mit den andere» Brauereien Berlins und Umgegend hergestellt.— Es hat bei uirserer Brauerei, während in den anderen Brauereien von Berlin und Umgegend 60— 62 Swnden in der Woche die gebräuchliche Arbeits- zeit ist, bis vor eiirem Jahre eine Arbeitszeit von nur 54 Stunden be- stauden, die auf Antrag der Arbeiter vor Jahresfrist ohne Lohnreduktion sogarauföl Stunde»per Woche herabgemindert»vorden ist und so bis vor eiuigen Tagen verblieb. In ähnlichem Verhältnisse waren die Löhne höher; der Genuß von Freibier stand den Arbeitern bei uns unbeschränkt zu, während er bei den anderen Brauereien auf 4 Liter pro Mann und Tag festgesetzt ist. Schließlich»vor unsere Brauerei dir emzige größere Brauerei hiesiger Gegend, die ihr Personal bis vor wenrg Tagen von dem Arbeitsnachweis der organisierten Ar- beiter bezogen, lvähre»rd die übrigen größeren Brauereien sämtlich seit langer Zeit hiervon abgesehen haben.— W«m die höheren Löhn« und die kurze Arbeitszeit nicht aufrecht erhalten werden komrten, sondern die bei den anderen Brauereien von Berlin mid Umgegend gellenden Normen hierfür auch bei unserer Brauerei jetzt eingeführt worden sind, so hat dies seinen Grund in der Beeinttächtiguna. die unser Geschäft und dessen Ertrag in der aller« jüngsten Zeit durch Agitationen erfahren hat. die gerade ans Kreisen ausgegangen smd, bon welchen»vir in Hinblick auf die Besserstellung nnscrcs Personals bezüglich Lohn und Arbeitszeit-c. 2C. eher eine Förderung, jedenfalls aber alles eher, als ciiie feindliche Haltung erlvartet hatten; die Verluste, die uns durch die Agitation der Spandaucr Lokalkommission zugefügt wurden, nötigen tmS nunmehr leider, bei unseren Ausgaben die Gründe der Sparsamkeit»nehr mitsprechen zu lassen. Wir sind rndeß, wiewohl die Löhne außer- halb Berlins bekanntlich billigere sind, bei der Herabictziuig der Löhne unseres Personals doch nicht unter die gegangen, die in den Berliner Brauereien durchweg eingeführt sind. Mögen iminerhin Maßnahmen bezüglich Lohn und Arbeitszeit, zu denen»vir leider geradezu geirötigt»vorden sind, von den Betroffenen, die gegenüber den Berliner Braucrei-Angestellten besonders günstig gestellt waren, unlieb einpfnildcn worden sein, so kann die neue Fcstsetzuiig doch aber, da lediglich die Gleichheit in Lohn und Arbeitszeit mit den anderen Brauereien durch die erörterten Veränderungen her- gestellt ist, einen Grund zu einer berechtigten Beschlocrde nicht bilden. Wenn der Bericht weiter von einer„Maßregelung" der Brauerei-Arbeiter spricht, so muß dem gegenüber berichtige»»!» bemerkt werden, daß deren in Wirklichkeit nicht eine einzige stattfand, »vieivohl ein Teil unserer Arbeiter sich an Agitationen gegen uns beteiligt hat; eS Ivnrdc denselben sämtlich vielmehr �ohne Ausnahme freigestellt, uiiter den veränderten Arbeitsverhältnissen zu bleiben; ein Teil hat hiervon Gebrauch gemacht; diejenigen, denen dies nicht konveirierte, wurden— selbstverständlich unter Wahrung ihrer aus der 14tägigen Kündigungsfrist herrührenden Rechte— entlassen und soweit notiveiidig durch andere ersetzt. Es ist nach»vie vor unser dringendster Wunsch, in Frieden und Eintracht ebenso mit den organisierten, wie mit den Nichtorganisierten Arbeitern zu leben und allen berechtigten Wünschen derselben thun- lichst zu entsprechen und geben wir der Hossimng Ausdruck, daß auch andererseits die Agitationen gegen uns, zu denen wir keinen berech- tigenden Anlaß gegeben haben und die unS daher vollstäirdig unbegreiflich sind, einmal endlich zur Einstellung gelangen."— Dein Wunsch, in Eintracht mit der Brauerei Pichelsdorf zu leben,»verde» sich ohne Ziveifel die Lokalkonrmission tn Spandau wie auch die Gewerkschaft auschließeir. Nur sei bemerkt. daß der Friede von der Brauerei gestört Ivurde. Die Arbeiter sind in der Zivangslage, auf die Saalinhaber einen Druck auszuüben, daß sie ihnen, wie allen anderen Parteien, ihre Räume zu Ver- sanunluilgen zur Verfügung stellen; Ivcirn die Brauerei Pichelsdorf von diesem ihrem bisher geübten Grundsatz abivich, dann kann sie sich»richt wundern, Ivenn die Arbeiter die Mittel gegen sie in Anwendung bringen, die ihnen zur Verfügung stehen. Mit der Her- stelluiig des alte»'» Zustandcs wäre jeder Konflikt beseitigt und unserer Meinung nach geschähe es gewiß zum Vorteil beider Teile. Daß sich fcrilcr die Arbeiter gegen eine Verschlechterung des Arbeits- Verhältnisses»vehren, ist nur zu erklärlich, Unrecht ist der Direktion in keiner Weise geschehen, wie dies auch nur die Berichtigung bestätigt._ Vevmisichkes. Unfall des KaiserbootcS. AuS Mel wird uns berichtet: Als gestern Vormittag V»ll Uhr der Kaiser sich»nit seinem Verkehrsboot von der Kaiserjncht„Hohenzollern" zur kaiserlichen Werft begeben »vollte, rannte das Boot derartig an die Kaimauer, daß das Vorderteil des Bootes zerttümmert und die Insassen auf ihren Sitzen in heftige Erschütterung gerieten. Der Unfall ist darauf zurückzuftchrcn, daß der Bootssteurer das Boot an der An- legebrücke anlegen lassen»vollte, jedoch im letzten Augenblick der Befehl gegeben»vnrde. an dem Fallreep anzulegen. Während das Sieucr dein Befehl sofort nachkam, sprang der Motor»ficht sogleich aus„Rück>värts„ an. Verletzt ist niemand. AuS Bremen meldet die„Wcscr-Ztg." vom 2. August: Ein entsetzlicher UnglückSsall ereignete sich heute vonnittag 10 Uhr am Sichcrheitshafen auf dein dort arbeitenden Elevator Nr. 1, dessen etiva 30 Meter lange eiserne Eimerlcitung plötzlich mit lautem Ge- löse zusammenbrach mid gleich einem Taschenmesser zusaimncnklappte. Dabei»vurdcn von den vier zur Zeit an der Eimerleitung thätigcn Arbeitern zlvei eben unterhalb der Bruchstelle zwischen den zu- sammengeschlagenen beiden Hälften der Eimerleitimg festgeklemmt mid in furchtbarer Weise gequetscht. Die Beftciung� der beiden Un- glücklichen, die völlig verdeckt waren, war eine äußerst schwierige Arbeit, an tvclcker sich außer den Arbeitern die sofort zur Hilfe genlfcne Sniiitätslvackie der Feucnvchr mit großer Aufopfenmg beteilig!?. Erst nach Ablauf einer halben Sttnide gelang es, den ersten der Verunglückten, den 24 Jahre alten Baggerarbeiter Lüder-Himmels- kamp aus seiner ftirchtbareu Lage zn befreie»?. Er»vnrde sofort mit dc»n Krairkenivagen ins Hospital gebracht. Ihm sind beide Beine gebrochen. Mit weit größeren Schivicrigkciten war die Befreinng des ziveiten Verunglückten, des dreißigjährigen Arbeiters Johann Meher verknüpft, da hierzu die vollstäirdige Zerschneiduug der Eimer- leituug an der Bruchstelle nötig war. 41/e Stunden lang mußte der Unglückliche in seiner furchtbaren Lage ausbarren, bevor eS den rastlosen Bemühungen der Feuerivehrleute und Schlosser gelang, ihn frei zu machen. Ihm sind der rechte Oberschenkel und der linke Fuß gebrochen. Beide Teile müssen»vahrschcinlich amputiert werden. Auch er wurde im SauitntStvagen nach dem großen Kraukeuhause befördert. Die Verunglückten sind beide verheiratet. Reklame für den SimplicissimuS. Gestern mittag erfolgte in M ü n ch e n anf Anordnung der Staatsanwaltschaft bei sämtlichen Verkaufsstellen und in allen Gasthäusern und Cafös, wo der „Simplicissimus" aufliegt, die Konfiskation der letzten Nummer wegen einer im Beiblatt' befindlichen Stelle, aus der ein Vergehen gegen die Religion gefolgert wird. Ii» Klauseilburg ist der Schauspieler. Dichter und Uebersetzcr dciltscher Dramen, K o v a c s. au den Folgen eines Somrenstichs gestorben, den er bei einem Vortrag in Schaßburg erlitten hat. Umgestürzter Postwagen. Der von Bad Schimberg nach der Bahnstation Eiitlcbuch(Kanton Lnzcrn) fahrcitde Postlvcmen fiel gestern früh infolge Schculvcrdens der Pferde in den Straßen- graben. Ein Herr rettete sich durch Abspringen, während vier weib- liche Insassen des Wagens, daruirter zlvei deutsche Damen, ziemlich cnrstlich verletzt»vurdcn. Explodierte Schiffe. Man berichtet aus Budapest: Bei dem Zusaininenstoße des Dampfers„Hungarta" mit zwei Schleppern auf der Save bei Sickobac wurde bckaimtlich eines der mit Ealciuur- carbid beladenen Schiffe in Sicherheit gebracht, während ein anderes explodierte. Das Schiffspersonal wagie eS tagelang nicht, das ge- rettete Schiff zn betteten. Nun kommt die Nachricht, daß auch dieser Schlepper gleich dem andern in die Lust geflogen ist. Auf beiden Schiffen waren zusammen 3200 Meter-Ceiitner Caleiuincarbid, welche einen Wert von etwa 80000 fl. repräsentierten. Vom Flaschenbier. Der„Gcneral-Anzeigcr für Delikateffen- Handlungen" berichtet von dem 26. Deutschen Gastwirtstage in Dresden:„Es wurde seitens eines Redners betoirt, daß kürzlich der Stuttgarter Magistrat eine Enquete über die Sauberkeit der Bierhandlungen veranstaltet hätte, die zu dem Resultat geführt hatte, daß von 615 Bierhandlungen nur 302 reinlich »varen, 86 weniger reinlich, während 107 als unrein und 110 als sehr unrein bezeichnet werden mnßtcn. Weiter ergaben u. a. die Untersuchungen, daß in eine,» Falle Flaschenbier in einer Schlaf- kammer eingefüllt wurde, wo die Familie, Elten» und 4 Kinder zusanunenlebten, ja, baß die Flaschen in den Badezobern gereinigt wurde»». Die Folge dieser Uutersuchimgen war. daß man in Stuttgart ortspolizeiliche Vorschriften für den Flaschenbierhandel erlaffen will(1) Daß eine Rc» Vision des Flaschenbierhandels auch an allen anderen Orten vor- genommen werden muß und eine Bcaufsichsiguiig der Flaschenbier« Handlungen durch die Behörden ebenso notwendig ist wie die Beauffichsigung der Schankbetriebe. wird jeder obzettiv Denkende okine lucitcrc-S zugestchcn. Wenn der Gastwirt verglich der Sander- keit seiner Schankapparate einer sehr strengen Kontrolle untersteht, so darf man ein Gleiches für die Flaschcnbierhandlungen fordern. Amerikanische ZeiinngSreNauie. Zu einem sonderbaren Mittel hat, wie ans New Dort gemeldet wird, die amerikanische Abendzeitung„New Dort Ercning Telcgram" gegriffen, um für sich Reklame zu machen. Eine junge Frau wurde von dem Blatt mit dem Bemerken vers'flichtet, sie hätte nichts anderes zu thnn, als täglich in den Straßen New Dorks spazieren zu gehen. Ihre Photo- graphie wird nun Tag für Tag in dem Blatt veröffentlicht, und der ersten besten Person, der es gelingt, die Frau zu identifizieren, ist eine Belohnung von 25 Dollars ausgesetzt. Da jede Frau, die mit der Photographie auch nur die entfernteste Achnlichkeit hat, in Gefahr ist, auf offener Straße belästigt zu werden, hat nian das Einschreiten der Polizei angerufen. Wie die Frömmigkeit bequem gemacht wird. Aus New Dort wird gemeldet, daß die am Montag erfolgte Eröffnung der Baptisten-Kirche in Ohio großes Aufsehen erregt hat, da die Kirche wegen fysc or.g.'nellen inneren Ausstattung als Unikum in ihrer Art gelten darf. S.'S ist genau wie ein Theater eingerichtet. Da giebt es Privatlogen, vokHÄffe und Klappsitze. Der Chor und die Musiker— im ganzen 40 Pcrsone,?— sitzen in einer Vertiefung vor der„Bühne", die genau dem Räume eietspricht, der in den Theatern für das Orchester reserviert ist. Die Kanzeil �s Predigers hat die Form einer Bühne. Auch eine Anzahl von Gardee'e'.ben find zur Be- quemlichkeit des Publikums errichtet worden. Hoffentlich' Schien auch die Kellner nicht. In Santiago de Kuba ist als ein Opfer der Wissenschaft der prakt. Arzt Dr. med. Friedrich Wilhelm F a b r i z i u s aus Spcicr gestorben. An, 25. Juni erlag er dem gelben Fieber, zu dessen Studium und Bekämpfung er nach Kuba gegangen war. Der Verstorbene war Militärarzt in der amerikanischen Armee. In Kiew erwürgte eine 18jährige Bäuerin, welche als Kinder- Wärterin diente, zwei Kinder ihrer Herrschaft, Knaben im Alter von 7 und 4 Jahren. Tie Morde wurden innerhalb einiger Tage voll- bracht. Als der plötzliche Tod der bis dahin gesunden Kinder Ver- dachr erregte, wurde eine Untersuchung eingeleitet, bei welcher die Wärterin ein Gcständniß ablegte. Man nimmt an, daß die Mörderin geistesgestört ist. Eine Warnung bor dem Küssen ans die Augen liefert ein trauriger Krankheitsfall, den Prof. Dr. Uthoff, der Direktor der Univcrsitäts-Augeuklinik in Breslau, in seiner Vorlesung zur Sprache brachte. Die'„N. Fr. Pr.* berichtet darüber: Vor einiger Zeit wurde die seit zwei Jahren in glücklicher Ehe lebende junge Frau eines Rittergutsbesitzers aus der Umgegend von Breslau mit einer heftigen Augmeutzündung in die Privatklinik des genannten Pro- fessorS anfgcnommcn. Lange war man im Zweifel darüber, welcher Ursache die bösartige Erkrankung zuzuschreiben sei, bis die Patientin schließlich auf Befragen nutteiltc, daß ihr Gatte die Gewohnheit habe, sie häufig auf die Augen zu küssen. Es wurde nunmehr zur� mikroskopischen Untersuchung des Sputums des Mannes ge- schritten, und diese ergab, daß in demselben zahlreiche Pncumo- kolken enthalten waren. Es sind dies die Erreger der Lungen- entzündung. Die nunmehr bei der Patientin«ingeleitete Behandlung durch Auswaschungen mit ätzenden Flüssigkeiten vermochte zwar dem weiteren Umsichgreifen der Entzündung Einhalt zu thun, es waren aber bereits in der Hornhaut so starte, nicht wieder zu beseitigende Trübungen entstanden, daß die Sehkraft beider Augen fast voll- ständig verloren war. Da das Vorkommen von Pneumokokken im Munde nichts Außergewöhnliches ist, so bildet dieser Vorfall eine ernste Warnung, zumal sich der Verlauf der Entzündung bei deren Vernachlässigung auch noch schlimmer gestalten kann. Die Pneumo- kolken rufen', ins Auge gelangt, zunächst eine Bindehaut-Entzündung hervor, die dann im weiteren Verlaufe auf die Hornhaut übergeht, Für den Inhalt der Juserale überuimmt die Redaktion dem Pnblikin» gegenüber»eincrlri Perantwortung. TTzettkev. Freitag, den 4. August. Leffing. Großmama. Ans.?>/, Uhr. Westen. Hamlet. Ansang 7 Uhr. NeneS. Die Trutziae. Auf. 8 Uhr. SchiNer. Der Waffenschmied. Anfang?>/, Uhr. Ventral. Der HeiratSmar». Ansang 8 Nhr. Friedrich- WilhclmstüdtischcS. EharleyS Tante. Anfang 8 Uhr. Aleranderplatz. Nana. Anfang 8 Uhr. Ostend. Maria Stuart. Anfang Metropo?. verlin lacht! Anfang 8 Uhr Bcllc-AUiance. SpecialitSten-Vor- stclluna. Anfang 8 Uhr. Apollo. Frau Luna. Spccialttäten- Vorstellung. Anfang 8 Uhr. Rc chohallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Pasing«» Panoptikum. Speciali- täteii-Vorstellung. Urania. Hnvalidenstr. S7/«S. Täglich abends von b— 10 Uhr: Sternwarte. CchislerAeater lWallner-Theater). Hlorwltz-Oper. Freitag, abends 7V, Uhr: Volkstumliche Opern-Vorstellung bei halben Preisen: Waflrenschmicd. Sonnabend, abend s?>/, Uhr: Vorletztes Gastspiel Heinrich Btftel: Die welnne Dame. Sonntag, nach itt. 3 Uhr bei halben Preisen: Marth» oder: Dor Zckarkt zu Richmond. Sonntag, abend? 7V, Uhr: Gastspiel Simeon I.ngartl: Die JUdin. Montag, abends 7»/, Uhr: AdschtedS■=---"*' 3o i Düte Heinrich Cenkpol Thenter Direktion: äoss Ferenczy. 8nsti>ie('tfiiientblc(grvl.Mllly Krause vom kgl. Schauspielhaus. Herr Otto Pahlau voi» Schiller-Theater, Herr Rieh. Ewald vom Thalia-Theater als Gäste.) Der Heiratsmarkt. Schwank in 3 Akten v. G. Okonkowski. Anfang 8 Uhr. Morgen und folgende Tage: Die- selbe Lorstillung. Wih-Kttl Ätifi-Thcllttt. Gr. Franksnrtersirafie 1»?. Drittletztes Gastspiel der russische« Hof- ichanspielerin Elisabeth Gorewa. Vknrtlr Stttnrk. Trauerspiel in 5 Akten von Fr. V.Schiller. PW Anfang 7>/j Uhr.-iJBQ LorzugSbillcts haben Gültigkeit. Sonnabend: Maria«Marl. Sonntag: Adricnne Lecouvreur. Heute im Garten: Neues August- Programm. Theater- Vorstellung. vis Crossstadtpiraten, Operette von E Felfch. 27 Nummern. Ans. BV, Uhr. Sonnabend: SommcrnachtSfest. Metropol-Theater. Behrenstr. 56,57. Grlisster Salsou-Erfolg!!! Berlin lacht! nnd das reizende Pr esse-Ballett. Hierzu: Neues Speciallt.-Programm. U. a.Roblneon Baker-Trio. Japanesen Fuhushima Truppe. Werner-Amoros- Company etc. eto. Anfangs Ehr. Neichshallett. Garten resp. Saal täglich: Stettmer Sänger (Metiscl, Pietro, Britton, Stcidl, Krone, K t r ch in a y e r, Schneider und Schräder). Ansang wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Vorher: Konzert. Entree 60 Pf., Vorverkauf für die Wochentage 40 Pf. Numeriert u. Loge 76 Pf. bIL 2 M. Jeden Freitag; Neues Programm. R. Ballschmieders „Kastanieuwäldclieu" Konzertgarteil u. PraWlc Badstr.w. Gesundbrunnen. Badstr. 16. Täglich: Gr. Promenaden- Konzert. Jeden Donnerstag: Elite-Ttrcich-Kouzert. Sonntags: Groher Ball im neuerbauten Saal. Empfehle meine Säle zu allen Fest- lichkeitc'' R. Ballschmleder. dort Trübungen verursacht und so daS Sehvermögen beeinträchtigt oder ganz vernichtet. In besonders schweren Fällen kann sich die Entzündung auch durch die Hornhant ins Innere des Auges fortpflanzen, womit dann fast immer der Verlust dcS ganzen Auges verbunden wäre._ Berliner Arbeitervertrctcr- Verein tagt jeden Dienstag nach dem ersten im Monat bei B u s k e, Greuadierstr. 33, Abends S'/j Uhr. Unent geltlicher Rath wird erthellt: Im Norden BerlinS: Für Unfall-, Jnvaliditäts- und Altersversicherung Abends von 7— S Uhr: A. Da ohne, Deinmüierftr. 38, v. 3Tr. K. Gutheit, Wtesenstr. 29a, von 8— 9 Uhr Abends. F. Pieschel, Gartenstr. 66, v. 2 Tr. E. Sinianowskt, Äartenstr. 78, Portal 2, 2 Tr. M. S t n h l in an», Cbcrbctaetstt. 37, 4 Tr., von 8—9 Uhr Abends. A. Voigt, Wiesenstraße 41/42. E. Warn st, Kolbergerstr. 7, van 6—7 Uhr Abends. P. Reim an n, Bellcrmannstr. 83. I. Krause, Gartenstraße 13, 2. Eing. pari.— N u r für Jnvaliditäts- und Altersversicherung: F. Blume, «trelitzerstraße 68. F. T r a p p, Schwcdenstr. 14, von 7 bis 8 Uhr Abends W. M o h S, Swineuiünderstr. 64, vorn linker Aufgang. Im Osten: Nur für Jnvaliditäts- und Altersversicherung: E. Bader, Gr. Fraitkjurterstr. 34, v. 4 Tr.— Für Unfall-, Jnvaliditäts- mid Altersversicherung: A. S ch ü tz, Holzinarktstr. 60 1. Im Süd-Osten: Für Unfall-, Jnvaliditäts- und Altersversicherung: Schalthoff, Michaelkirchstr. 18.— Nur für Jnvaliditäts- und Alters- Versicherung: SB. Kühne, Psuelstr. I. I in Süden: Für Unfall-, Jnvaliditäts- und Altersversicherung: F. S t ü a e I nl a t e r, Grimmstr. 89. Im Süd-Westen: Nur für Unfallversicherung: G.Hänel, Solmsstr.44. Im Nord-Westen: Für Unfall-, Jnvaliditäts- und Alters- vttM.eniNg: M. Stephan, Cuxhafenerstr. 2.— Nur für Jnvaliditäts» und Ä.Vercversicherung: R. R e h b e i n, Rostockerstr. 43. C. G u s e, Rostockerstr.-43. Im Nor. 6- Osten: Nur für Uufallversicherung: E. Löffler, Wadzeckstr. 16, vom s>art.(Abends 8 Uhr). G. Günther, Greisswalder- straße 3, II links. Jm Zentrilin: Für: Unfall-, Jnvaliditäts- und Altersversichemng: A. Sattler, Kl. Hamburgerptr. 2. Bei sämmtlichen vorgenannten Personen, bei denen hier keine Sprechzeii angegeben, ist dieselbe Wochentags von 7—9 Uhr. Briefkasten der Redaktion. DI« inrlstilckie SPrechstnndc luird Dienstags, TonncrStagS und Freitags abends von 6 bis 8 Uhr atfirrhalte». ®. Sl. Sehr schlimm, allein ohne ärztlichen Rat ist dabei nichts zu machen. O. B. 1. Das erfahren Sie in jedem guten Sämerei- Geschäft. 2. Fragen Sie in einem Geschäft nach, welches derartige Halter verlauft. F. Kiesel. In Parts waren in den Jahren Ibü? und 1339 Welt- ausstellunacii. A. H. KSK. Hier unbekannt.— N. B., Lichtcnv. Nein.— Mcliuer. Gerichtstrasie. Der Betrefsenden steht kein Rechr �u.— (E. H. 100. Solcher Prozeß kann 6 Monate bis zu 2 Jahren bäum. — Drei Streitende. 1. und 2. Soweit Unentbehrlichkeit vorliegt: neun 3. Ja.— C. D. 1000. Wenn Sie hilfsbedürftig sind und Ihre Ge- schwister im stände sind, ohne Beeinträchtigung des standesgemäßen Unter- haltS für sich und ihre Familie, Sie zu unterstützen, so sind sie hierzu bis zum 1. Januar 1900 verpflichtet.— Schulz. Sie inüffen als Beistand Ihres minderjährigen Sohnes zugelassen werden. Es genügt Ihr münd- licher Antrag im Termin.— Zl. B.. Ebarlottenburg. Ist jetzt zu spät. —(5. S. LO. Sie haben nicht für den Unfall aufzukommen.— Kekiistock. Leider ist in Ihrer Sache nichts zu machen.— P. 1 100. Nein.— P. R. 1. ES wird nur Alters- oder Jnvaltdenrente(diejenige, die höher ist) gezahlt. 2. Immer.—!oggeu_ Htter-Berst»„ nfer gut , mittel, - gering, Richtstroh, Heu f) Erbsen f-ISpeisebohue»„ TlSinsen„ Kartoffeln, neue Rindsteisch, Keule Ikg do Bauch„ *) Ermittelt pro 16,- 15,- 13,60 15,00 14,90 14,30 4,40 6,40 40,- 60,- 70,- 10,-, 1,60 l,20l Tonne Schweinefleisch Kalbfleisch Hamnielflelsch Butter Eier Karpfen Aale Zander Hecht« Barsch« Schleis Bleie Krebse IKa 60 Stück 1 kg per Schock 1,60 1,60 1,60 2,40 4,- 2,001 2 IS 1,1 2,50 ii:- i;- i- 2,- 2,20 1,80 1,20 1,20 1,20 0,80 1,10 0,80 2,— 14,70 13,80 13,- 16,— 14,40 13,80 25'- r- b.- 1,20 1- ,—.................. von der Centralstelle der Prenß. Landwirt- schaftskaiiiuier— Notierungsstelle— und wngerechnet vorn Polizeipräsidwm für den Doppel-Centner. ch) KlelnhanbelSpreise. Produkten markt vom 3. August. Die Preise für Weizen und Roggen stellten sich bei schwachem Umsatz nur um>/«— V- M. höher, da mehrfaches Jnlandsangebot wie auch van Rußland ein stärkeres An- ziehen nicht zuließ. Hafer wenig verändert, Mais still und uuvcrnndeA. R ü b v l beffer behauptet, sonst aber ruhig. Die Kauflust am Spiritus- in a r k t war auch heute zienilich schwach. Die angebotenen 6000 Liter 70 er Locoware fanden nur mit 42,60 M.(— 0,10 M.) Unterkommen. Termine lonntcn sich auch nicht behaupten und gaben um 10 Ps.»ach. September notierte 47 M.— Kartoffelsabrikate. Feuchte Kartosselstärle per IVO Kg. brutto inkl. Sack— M. Prinia trockene Kartoffelstärke per 10fr Kg. brutto inkl. Sack und Mehl 19,3fr M. Supra trockene Kartoffelstärke per 10fr Kg. 20,00 M., do. Sekunda 14,00-17,00 M. Prima Kartoffelmehl per 100 Kg. 19,30 M.. da. Supra 20 M., do. Seklinda 14,00-17,60 M.- Berlins Getreide- und Meylzufuhren zu Waffer vom ?. August»liltags bis 3. Anglist inittags betrngm 596 Tonnen Wetzen, 224 Touiieii MatS, 2496 Doppel-Centner Weizenmehl. Eierbericht. Normale Eier je nach Qualität 2,65—2,96 M. per Schock. Aussortierte kleine Ware je nach Qualität von 2,16—2,20 fl)!. i er Schock. Kalkeier je nach Qualität von— M. per Schock. Tendenz: still. WiiV.-'nngSiibersicht vom 3. August 1890, morgens 8 Uhr. Stationen «S 89- Swinemdt Hamburg Berlin Wiesbaden Miiuchen Wien Ii gBwt« 704 RWW 765 N 764i0 tili 7.NNO 766 O 764 N a« c 7. 2 heiter l! Nebel — iwolkenl l Regen liwollenl Iwolkenl Stationen H il 1 1 s? "■ a| Wetter p öS p-- vaparanda Petersburg Cork Aberdten PariS � 7b2 NW 76l'o 768 OSO 7611310 2�eiter üblb.bed 2 bedeckt I heiter 11 20 14 20 Wetter-Prognose für Mreitag, bei» 4. Äie.stnst 1899. Zunächst ziemlich heiter und sehr warm bei mäßigen in.dKftlichen Wiichen, nachher zunehmende Bewölkung, Gewitterregen und AbNihfittlg. Berliner tis e l i e r o n r r n �Lssjje-fsiivflticum Geöffnet von 9 Uhr früh bis 10 Uhr abends. Ken! Ken! Das urkomische Biickebiirger Dauern' Ensemble. Ansang der Lor- stellnng 6 Uhr abends. »°» CASTAHS PANOPTICÜffij Die seii«atloncIleii jM- lebenden-� Photographien!| In Lebensgrfiese. Die russische Ujnnon" Damenkapelle ��miyilUIl In moekowltlschen Kostümen. Tlele nene plastische Gruppen und Figuren. Ostbalm-Park Hermann Imbs 71 Nnderödorfcr Straße 71, am K ü st r i n c r Platz. Täglich: Honaiert. Theatcr- imb Specialitäten-Borstellung. Nur aretklassige Nummern. Anfang: Sonntags 4Uhr. Entree 20 Pf. Kinder 10 Pf. SpmiU, Siachiahl.20 Pf. Anfang: Wochent. 6 Uhr. Entret lO Pf. Kinder 10 Pf. Sperrsitz vtachznhl. 10 Pf. Jeden Dienstag: Korddentsehe Sünder. Hernian» JmbS, Direktor. Dnlilmanns Vauöeviüe-I'bokter Inhaber F. Lehman», Schöuh. Allee 143, Kastan.-Allee 97/99. Täglich: Xoazivrt, Idsater li. Specials täten-Vorstellniig. Pra ter-Tlieater Kastanien-Allee 7/9. Benefiz zur Feier des 3öjährtgcn Bühnenjubiläums für den artistischen Leiter Hugo Nchulz. Berlin, fliie es lömtiiilh lacht. Bolksstück mit Gesang von Kalisch. Auftreten sämtlicher Specialitätcn. Konzert u. Ball. Ans. 411hr. Eintritt »fr Pf.. NM». Platz S« Pf. Kalbo. W. Naacks Theater, Brunnenstraße 16. Täglich: Theater- u. Tpecialitäten- Borstellung. Der xrauen-Ksugreß. Poffe mit Gesang in 1 Akt v. Groggert. Sken! Ken! Die Lindenwirtitt. Llcdersptel tn 1 Akt van O. Richter u. E. Braune. Musik van R. Thiele. Im Saale: Tanztrünzcheu. Euipsehle Freunden u. Genossen mein Weiß- ii. Bayr.-Vier-Lokal. Robert Dieseler, f�i«.' Prima harte_ Schlackwurst nud Salami, a Pfund 1,10 Marl. ketten.. a Pfd. 56 Ps. wyvlt/„lageren. ,60„ Lalldschillktll,�.- 90- j. Striepling vom. E. Kläbn, Kfrpnlckerstr. 163. Uhren u. Goldwaren neueste Muster, billigste Preise. Goldene Damen-Uhren v. 16, 20,«5 M. etc. Silberne, Nickel, Stahl-Uhren 9, Dt, 15 M.[16600* Regulator 9, 14, SO M. etc. G. Wagner Skalitzerstr. ISO, nahe Kottb. Thor. Ke�raturen gut u. schnell. Victoria-Brauerei Lnhowstrafic III IIS. Im Aiatn, xai te» otlcr Snal: Tägifcli Htiiuvristischc Soiree der lioi'Meulseken Zünder tFllhrmann,. klerst, zValdel. ,fr' Ans. Sonntags 1 präc. 7, wochentags 8 Uhr Entrce 50 Pf.. Vorverk. 10 P| Fantilienbillets 3-1 M. __ Sonntag und_ Tonnerstag nach der Borstellung! Van�Irränsehen. Apollo-fheater- Fn'lSII 1.111141 mit dem lönftballott „Grig�olaitis". » Oito Eeutter« O l�ebnis � Gorten-Kotitert 7 Uhr. Anfang der Vorstellung 8 Uhr. Billet-Vorverkauf ttipllch un Theater und beim„KOnstlerdank", Unter den Linden 69. Max Kliems Sommer-Theater Hascnlieldc 14—15. Artistisch« Leitung: Paul Milbitz. Täglich: CroßeS CMai-KöWt. Zluftrete» des gesamte» Schauspiel- n. Speeialttäten-Personals. SM- Stur erstklassige Kräfte. Georg Fischer(Liedersänger), Emst KUhne(Eharakter-Komiker), Frilil Verrl (Kcstüm- Soubrette), Fleete Garelln-Trcupe(Mslana«-Alt), Klara und F»u> Diemens(Transforniations- Duo), llng-Fulng lEhmesifche Akrobateti), _ The Cowas(Ortginal-Ercentrics). jMk Neues gediegenes Kamillen• Projcrnnim.-7WW jEntrec: Wochentags 20 Ff.| Kntrec: Sonntags 35 Ff. Numerierter Platz 40 Pf I Numerierter Platz 50 Pf. Anfang des Konzerts taglich 4 Uhr| Anfang der Vorstellung 6 Uhr. I» de» Festsalen! ZWf Großer Ball, Tie Kafsecküche ist geöffnet._ Max Kllem. Schweizer-Garten Arn KöuigSthor(Ringbahn) Zli» Fricdrichshain. Täglich: Theater- und SpecialiMen-Uorsteüung. Jeden Mittwoch: Grones Familien-' nnd Ninverfestk. .Auftreten des neuen KUnstlcr-Ensembles, Jeden Abend von 10—11 Uhr: Novität. Der Novität! Ober-Bouse von Kiautschou. AuSstattungs-Burlesk« mit Gesang in 3 Bildern von I. Sisner.— Musik von Max Schmidt.- Volksbelustigungen aller Art. Im Saale: BSlSSn - chmerzloses Zahnziehen ohne Narkose! Platienloser Zahnersatz. KQnStl. Zälme, brauchbar.. von 58,- Mk. ,', von 1�60 Mk. Plomben, schmerzlo»... Linde TAglloh viele An erkenn ungfen, Herr Dohrer S. schreibt: Alle meine zu Ihnen empfohlenen Bekannten sind mlt mir eritaunt über die exakte Wirkung dieses schmerzaufhebcnde» Mittel« zur Operation. Ich kann Sie nur aufs beste empfehlen sc. zc. Frau Kaufmann L. schreibt n. n.: Ueber de» günstigen Erfolg de« bei mlr angewandten schmerzlosen Vsrfahren» bei der großen Operation(Entfernmig von 15 Zähnen) bin ich Ihnen zu grogem Danke verpflichtet. Ihre Geschicklichkeit ver- dient die vollste Anerkennung. 211SL* § Köpnickerstr. 76 sprechzeii 9-e. iiö-. Sonntag, den 6. August 1899; Grosses Sänger-F est veranstaltet vom Arbeiter-Sängerbund Berlins und Uiugegeud. 200 Gesangvepeine. I 4 Musik-Kapellen. Sänger-Festzug. I Massen-Gesänge. Brillant- W asserf euer wer k. Volks- und Rinderbelustigungen aller Art. Laut kontraktlicher Vereinbarung steht der groiSKe anschlleasende Kebenpark den Festteilnehmern zur Verlügung. Die Kafifeeküclien sind den geehrten Damen von früh 8 Uhr geöffnet. Von nachmittags 4 Uhr ab TP /A lAT gegen Nachzahlung von in beiden Sälen 8. Xm. ia 50 Pfennig. Blllets vorher SO Pfennig:."VU W Billets an der Kasse SO Pfennig:.' Anfang 8 Uhr vormittags. Fahrgelegenheit: Vom Königsthor bis Schloss Weissensee Pferdebahn 10 PI., Eingbahnzüge, sowie Kremser und Thorwagen je nach Bedarf. Billets sind zu haben bei den Vorstandsmitgliedern: Otto Rasche, Mariannetistr. 23 i'on-Greschäft); Kob, Meyer, Mariannenstrasse 2(Blumen-Geschäft); Ad. Xeuinnnn, i.rünnen3tiasse 1B0(Eestaurant): Ad. HUbner. Wilhelmstr. 134, Hof L, sowie, bei allen Bundesvereinen und in den mit Plakat belegten Handlungen. Abgabe der Billets an Vereine nur gegen'Vorzeigung der Vereins-Bundes-Mitgliedskarte bei obigen Vorstands- ig/i? Mitgliedern. CelM-KüMil- ii. Stttbe- k» der Tischler u. anderer gewerblicher Arbeiter. Eingeschr. Hilfskasse Nr. 3 sHamburg). �ertliche Verwaltung Berlin IT. Mitgliedtt-Ammliiilg Montag, 7. August, abends 8Vz Uhr, bei Herrn Neumann, Brunnenstr. 150. Tages-Ordn ung: 1. Abrechnung vom II. Quartal ISSS. 2. Bericht der Delegierten von der Generalversammlung. 3. Verschiedenes. 183/18 Mitgliedsbuch legitimiert. Die Ortsverwaltung. Achtung!« Allen Genossen. Kollegen, Freunde» und Bekannten zur Nachricht, daß ich das Schankgeschäft von Franz Glcinert. MtUlcr- strasse 7a, übernommen babe. Vereinszimmer stehen zur Verfü'.mg. Um regen Zuspruch bittet. Julius Krause 2291S*]€JastwVrt. vpliastoffe Sanch MS" Veslo in Rips. Daniast, ErSPe, Phantasie, Oiobcliu und Plüsch spollbillig![1609Ü; Proben franco! in alle» Onaliliite» LlillstlltSsst zu Fabrikpreisen. II kut8ebe8ebub-ssbrik vorm. v. MarKUL A lto., Ges. m. beschr. H. Erfurt Jlversgehofeu Renommirtes Fabrikat. Beste Zuthaten. Emil Lefevre, Berlin S., Oranienstr Rr. 158. I.Geblisrdt Gharlottenburg 106, Bcrllnerstrassc 106. Gold- nnd S*llber-Waaren Reparatur-Werkstatt. Nirgends besser! Nirgends billiger; DeMrr Heute, Freitag, abends 8'/, Uhr. de» Oohi», Bcnchstr. S0-S1: Sitzung,- der Orts- Verwaltuug. Fachf ereiu der Musikinstrumenten- Arbeiter und Bsrufsgenossen Berlins und Umgegend. Sonuabcno. den 5. August 1899. abends S'/s Uhr, im Lokal Süd-Ost des Herrn Brüder, Waldmarstr. 73: Qenvi'sI.VerssmmBuiig. Ergänzungswahl Antrag der D des elcgierten- Tages-Ordnung: 1 Abrechnung vom zweiten Quartal I8gg. 2. Vorstandes. 3. Bericht der Kommisstonen. 4. Versammlung. S. Berciiisangelegenheiten. De» Kollege» zur Nachricht, das; die Ver- Ti(]] ill II u I snwmlnng nicht Oranienstr. 180 stattfindet. sondern wie oben angegeben ist. Den Nindorfer Kollegen zur Nachricht, daß der Vorstand in Rixdorf eine Zahlstelle eingerichtet hat, und zwar Berlinerstr. 55 im Lokal des Herrn Gries)(vormals Brokmann). Dort können seden Sonnabend von 8 Uhr an Beiträge bezahlt werden. Neue Mitglieder'werden daselbst auf- genommen. sl42/l0j Der Borstand. Vtttiii der Leiterßerüstbaiier Berlins und Unigegend. 2S8/9 Sonntag, 6. August, vorm. v Uhr, bei Herrn Zu b eil _ Lindenstr. 106: 268/9 IMT Versammlung. �WU Bitte die Kollegen recht zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Centralverband der Maurer Teutschlands. Zahlstelle 1 Berlin(Patzer). Sonntag, den 6. August, vormittags 11 Uhr, in den Armlnhallen, Kominandantenstrafie 20: Mitgliedei'-Versamuiluug. Tages-Ordn ung« 1. Abrechnung vom zweiten Quartal. 2. Berichterstattung über die Verhandlung mit den Arbeitgebern über unsere Forderungen. 134/16 Tie örtliche Verwaltung. Bereiu der Bau-Anschläger Berlins und Umgegend. Sonntag, den 6. August 1899, vormittags lO'/s Uhr: General- Versammlung bei Baske, Grenadierttraste Nr. 33. Tages- Ordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Antrag Pseffer. 3. Vereins- angelegcnheiten. 4. Verschiedenes und Fragekasten. 33/9 Beiträge werden nur zwischen 10 und Ii Uhr angenommen. I»cr Vorstand. Chetrlottrnbttvq. M. Schnicrberg:(229ÖL» Wllmersdorterstrasse 127, Uhrmacher nnd Goldarbeiter. Grobes Lager von Uhren nnd Roldsvaren zu äub. bill. Preisen. Optische Artikel. Ohrlöcher werd. schmerzlos gestochen. 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Gustav-Adolf- straße 16._ Verantwortlicher Redacteur: Robert Schmidt in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlaa von Mar Badina in Berlin.