Anterhaltungsblatt des Vorwärts 18] Nr. 18. Dienstag, den 26. Januar. ( Nachdruck untersagt.) Bei den Schneidemaschinen. Roman von M, A, Šimáček. 1897. Er war ohumächtig, bewußtlos, auf seinem Gesicht lag Leichenbläffe opt Es entstand eine schreckliche Verwirrung. Veruna war dabei mit aufgesperrten Augen; dann lief fie dhinab und sah, wie Wenzel's regloser Körper nach dem Laboratorium transportirt wurde. Die Füße versagten ihr den Dienst. Sie folgte in einiger Entfernung bei der ungewohnten Stille dem traurigen Zuge, ohne ein Wort zu sagen, ohne eine Thräne zu vergießen. Bei der Rübenkammer war eine Schaar von Weibern und Mädeln, sie rangen die Hände, weinten und jammerten. Autorisirte Uebersetzung aus dem Czechischen. " Ich! Wenn Du muckst, zeig' ich Dich an, daß Du den Bavel erschlagen hast." Bei diesen mit unterdrückter Wuth vorgebrachten Worten richtete sich Wenzel vor Lena auf und sah sie spöttisch an. Erst heute, nachdem Lena sich entfernt hatte, war ihm die Drohung eingefallen, als er auf ein Mittel sann, wie er alle Beziehungen zu ihr endgiltig abbrechen und sich furchtbar machen könnte. Er jubelte, als sich ihm's so schickte, er er innerte sich an alles einzelne, was Lena ihm von den be= wußten Pavel seinerzeit erzählt hatte, und schöpfte wieder Verdacht, daß es mit einer bloßen Verwundung damals nicht abgethan war." Möglich, ich treib' fie so am besten von Rzepowitz fort,"" kalkulirte er und freute sich bereits auf die Wirkung seiner Drohung. Ein altes Weib umarmte mit einem Male Veruna und rief schluchzend: Du mein liebes Kind, das hat noch über Dich kommen müssen! Darauf warst Du nicht gefaßt.... Und er hat Dich so gern gehabt „ Er?...." versetzte Veruna bündig und trocken. Es klang ein Vorwurf und eine Verneinung heraus. " Und wo ist die Verrückte?" rief ein anderes Weib mit rauher, heiserer Stimme. Nicht auslaffen aus der Fabrit, bis der Gendarm tommt!" schrie jemand. Einen Augenblick lang wußte Lena nicht, wie ihr geschah. Die Männer hatten Wenzel ins Laboratorium gebracht Ihre Augen rollten wild, die Hände ballten sich. Dann und betteten ihn sorgsam auf ausgebreitete Decken. Man wandte sie rasch den Kopf, als wollte sie sich vergewissern, öffnete ihm aufmerksam Blouse und Hemd. Am Brustkorb daß niemand sie beobachtete. Sie sah die Arbeiter, die die und Nacken waren breite, blutunterlaufene Striemen. Rüben in die Handwagen strichen, und fuhr sich mit den dem Munde kam ein Röcheln, die Augen waren verglast. Händen ins Haar, als rief fie sich etwas ins Bewußtsein." Da giebt's wohl keine Hilfe mehr..." bemerkte der Gleichzeitig brachte sie ihr Gesicht dicht an dasjenige Wenzel's Adjunkt. Aus heran und sprach mit gedämpfter, aber vor höchster Aufregung Auf die von großen Schweißperlen bedeckte Stirn legte zitternder Stimme, auf jedes Wort Nachdruck legend:" Du man dem Verwundeten einen kalten Umschlag. mich anzeigen?... Du?.. Ich erschlag' Dich... Du... Sein röchelnder Athem ward unregelmäßig, setzte zeitweilig niederträchtiges Vieh!..." aus. Es war ein schreckliches Schauspiel. Dabei erhob sie drohend ihren Arm über Wenzel's Kopf. Ringsherum standen der Direktor, die Adjunkten, der Er lachte frech auf und sagte halblaut mit deutlichem Maschinist, und etwas weiter weg drängten sich Schlosser von Spott: Kriegst paar Hiebe und trollst Dich wie jede der Tag und Nachtschicht, Arbeiter von den Diffusoren und andere!" Dann mit erhobener Stimme: Hundsfott die Filtern, die Weiber und Mädchen aus der Rübenkammer. Vor Messer reich' mir!" Er setzte über die Treppe und stellte dem Laboratorium harrte die übrige Arbeiterschaft. sich auf die Plattform der Schneidemaschine. ... In Lena's Innern loderte es wild auf. Ihr Herz pochte zum Zerspringen. Eines zusammenhängenden Gedankens war sie nicht mächtig; sie reichte in einem fort die unrichtigen Einlagen hin, und es war ein Wunder, daß Wenzel sie nicht mit dem Hammer schlug. Anzeigen will er mich... er?" wiederholte sie sich ftets. Wegen des Pavel?. Hab' ich ihn denn er schlagen? Er kam ja bald wieder auf... und der Er will aber lügen, die Kanaille... werden... er muß sterben Schuft weiß es sicher. Er will mich los es muß sein!" Als die Messer eingesetzt waren, wankte sie zurück auf ihren Platz. Wenzel sprang von der Plattform herab und rief ihr noch zu: Laff' die Maschine sofort angehen, wenn ich Dir's sag'!" Hierauf nahm er die Deltanne und drückte fich, um das Lager einzuschmieren, zwischen den ruhenden Riemen hindurch... Es war um ihn geschehen. Eine wilde Flamme brach aus Lena's Augen hervor. Sie flog auf die Estrade, war mit einem Satz bei dem Hebel, schob ihn mit dem Fuße weg und stemmte sich gegen die Wand, damit man sie nicht fortreißen könne. Die Riemen setzten sich schnurrend in Bewegung. Warte... so war..." Ein langer, gellender, entsetzlicher Schrei... Die Schneidemaschine ging leer. Abstellen! Abstellen!" schrien die Arbeiter. Lena stand wie festgerammt, den Fuß am Hebel. Ein Arbeiter sprang auf sie zu, wollte sie hinabreißen. Sie padte ihn bei der Gurgel und schleuderte ihn zurück. Lass' mich! Er hat's verdient...!" Sie rief es mit schrecklicher Stimme, dann preßte sie die Hände an die Schläfen und fiel mit einem Aufschrei auf den Boden der Estrade. Die Maschine abstellen!" hallte es mächtig durch den Raum. Darauf verftummte der Fabritslärm. Die Schneidemaschinen und Aufzüge standen still. Die Arbeiter liefen dort zusammen. Nachdem die Riemen entzwei geschnitten worden, zog man Wenzel hervor. Der Adjunkt beugte sich vor über den ausgestreckten Leib und sagte:" Es geht mit zu ihm End'!" Darauf kuieten alle nieder und fingen an zu beten. Kucharz, der neben Veruna in die Knie gesunken war, erinnerte sich jenes Tages, da Lena in die Fabrik gekommen, sowie der Unterredung, in der Wenzel das stolze Wort fallen ließ: ,, Die möcht' ich sehen, die sich rächen that'!" Als Kucharz sich über dieser Erinnerung ertappte, fuhr er sich mit der Hand die Stirn und betete lauter, um beim Anhören der Worte seine Aufmerksamkeit an diese zu fesseln und für das Gebet Erhörung zu finden. über Als nach kurzer Zeit der rasch herbeigeholte Arzt erschien, fonnte er nur noch den eingetretenen Tod konstatiren. Während dies im Laboratorium vor sich ging, lag Lena, das Gesicht nach oben, auf der Estrade, und neben ihr vornüber geneigt kniete ihr Vater, der aus dem Spodiumraum herbeigeeilt war. Erbsengroße Thränen rannen dem Riesen über die geschwärzten Backen und fielen in schmutzigen Tropfen auf die Brust der Tochter nieder. Unten bei den Schneidemaschinen stand ein Trupp Arbeiter. In dieser Ecke war es faft noch stiller und unheimlicher als im Laboratorium. Kein lautes Wort wurde gesprochen, niemand wagte es, Lena eines Mordes zu beschuldigen, niemand sprach ein Wort des Zornes und der Vergeltung. Alle fühlten, daß hier kein Verbrechen verübt worden war, und Es tam dem Unglück gegenüber verhielten sie sich stumm. die Tobsucht über sie," dachte die Mehrzahl der Arbeiter. Diejenigen aber, die Wenzel's Benehmen dem Mädchen gegenüber kannten, fügten wenigstens im Stillen noch hinzu:„ Er selber hat sich die Strafe zugezogen." " ,, Sie ist mehr zu bedauern als er", sprach einer mit leiser Stimme. „ Er hat sic ärger behandelt als einen Hund", bemerkte ein zweiter, und dann verstummten sie alle, so daß für einen Moment Grabesstille eintrat, als ob auch hier ein Mensch im Sterben liege... Lena war auch nicht weit davon entfernt. Während ihr Geficht früher von Fieber und innerer Erregung glühte, war es nun freidebleich; auch aus den Lippen war alles Blut entwichen. Von dieser fahlen Blässe hoben sich die blauen und 70 purpurnen Wunden deutlich ab. In dieses Gesicht hatte| Wenzel selbst sein Urtheil hincingeschrieben. Als endlich der Gendarm mit dem Gemeindevorstand sich am Thatort einfand, wurde ein Wagen requirirt, um die Schuldige aufzuladen. Alle Bemühungen, sie auf die Beine zu stellen, erwiesen sich als fruchtlos. Es war, als ob ein Rest von Kraft sich blos bis zum Vollbringen der letzten That in ihrem durch die Noth des Lebens gezeichneten Körper behauptet hätte. Man beförderte sie ins Inquisitenspital des Kreisgerichtes, wo sie am Abend des nächsten Tages an Hirnhautentzündung verschied In der Fabrik forderten der Direktor und der Adjunkt, kaum daß man Lena von der Estrade heruntergebracht hatte, die Arbeiter auf, ihre Plätze einzunehmen. Die Treibmaschine wurde in Gang gefeßt, die Schneidemaschine, die Toneza Jarosch bediente, verrichtete wieder ihr Werk, nur die andere stand noch still. Unten nähte der Riemer den Riemen zusammen, damit auch diese mobil gemacht werde. " 1 ,, Auf neue Rechnung! Hi hi hi! auf neue". Der Krämer spuckte ärgerlich weit über den Ladentisch hin; er war noch ver drießlich und Tobias das erste Opfer seiner schlechten Laune " Rechnung? So, so... Ja, ich werde Dir auch gerade neue Rech abverdienen. Aber die soll wohl null und nichtig sein, nicht wahr? ung gewähren, Du Lump! Nein, ich denke, Du sollst erst die alte Ich sage Dir, die Wände sollen Dir daheim widerklingen, Du bes trügerischer Hund, Schurke Du! Und damit Du es nur weißt, nun lasse ich) Dein ganzes Gerümpel draußen zur Auktion bringen!" Uber, liebes Väterchen, Ihr könntet doch noch warten, bis ich sehen kann, wie es mit dem Winterfisch geht, dann werde ich schon bezahlen." " Wie oft hast Du das nicht schon gesagt, Tobias! Dent nur einmal nach!" „ Ich werde schon, wenn Ihr nur Geduld habt, Väterchen! Ich habe doch schon manche Tracht Fische hergebracht und vieles Gute dafür bekommen. Das tann ich nicht anders sagen! Aber nun wollen wir vom Mehl sprechen." „ Meinst Du, ich soll Deine ganze Kinderschaar füttern?- Geh' zur Kaffe!" leuchtete in seinen Augen auf, und er zog mit einer gewiffen Würde fein in einer Messingscheide steckendes Messer hervor. Das letzte Wort durchfuhr Tobias wie ein Messer; ein Glanz Bald war der Riemen wieder ganz und wurde auf" Seht her, Väterchen! Hier leg' ich Euch mein Messer hin. geworfen. Die Schneidemaschine, bereits mit Rübe gefüllt, wenn Ihr zu Weihnachten schlachten lassen wollt, werde ich kommen wurde in Gang gesetzt. Die Riemen gaben einen knirschenden und es holen, und dann könnt Ihr für's Schlachten geben, was Laut von sich, im Korb knisterte es, und lange Schnitzeln Ihr wollt- wenn ich jetzt nur in mein Boot ein Viertel Mehl flogen aufs Blech heraus. Diese Schnitzeln rührten und ein wenig Hering mitbekomme... Und dann ein bischen Salz noch von den voll Wenzel eingesetzten Messern... und her! Arbeit zurückbeordert war, wunderte sich über die Schnitzeln, daß sie so weiß waren. Mein Gott, ist's denn möglich, daß alles so wie früher ist, als ob nichts geschehen wäre?- Bleibt denn die Maschine nicht von selbst stehen, wird die Schneidemaschine regelmäßig weiter schneiden, stürzt der Aufzug nicht zusammen, werden die Riemen nicht plazen, werden die Leute nicht fortrennen von der Arbeit, um über das Geschehene nach zusinnen und zu beten?..." So fragte sie sich in ihrer Erregung. Der Boden der Estrade brannte ihr unter den Füßen. Das Klappern des Aufzuges, das Geräusch der Schneidemaschinen, das Rufen bei den Diffusoren, das Runipeln der Schiebwagen betäubten sie. Eine unsägliche Angst, man tönnte in einem Augenblick wieder einen Todten irgendwo hervor zerren, bemächtigte sich ihrer. Sie erblaßte und zitterte. Die hohen Wände, der schwarze Balkenplafond, das graue, breite Fenster ängstigten und schreckten sie. Und noch mehr die Menschen hier. Sie haben kein Gefühl. Sie arbeiten, als wäre nichts geschehen, bewegen sich gleich den Maschinen nach wie vor. Und sie selbst schiebt sie denn nicht die Rübe in den Veruna, die gleichfalls, obzwar sie sich sträubte, zur Für keinen rothen Heller weiter! Aber das sollst Du haben, Du Lump, der Du bist. Lügst Du aber und kommst Du nicht, wenn ich nach Dir schicke, dann hast Du Dein Schlachtmesser hier zum legten Mal gesehen!" Er schloß es in die Schublade, so daß das Schloß fuackte. Rorb?.. Als Tobias in dem Regenwetter wieder am Lande entlang nach Hause fuhr mit Lebensmittel- Vorrath im Boote und er gegen die fürchterliche Meeresströmung zu rudern hatte, summte es ihm in den Ohren, daß der Landhändler ihm so bestimmt mit der Auktion gedroht hatte.. Aber er hatte dieses Wort schon so oft gehört und es war immer wieder nichts daraus geworden. Es war damit gerade so, wie wenn der Landhändler ihn einen Schurken und Lumpen nannte. Das war nur so ein Schlechtwetter- Laut, der damit verbunden war, wenn er feine Fische oder Lebern mit hatte. Erwar wie die Peitschenknalle über dem überheiten Pferde; dieses weiß auch, daß die meisten davon in der Luft verloren gehen. 4 Anstatt aber daran zu denken, wie er sich abrackern müßte und blechen und schinden, bald unter den Kosten der Exekution und bald unter denen der Auktion, zog er es lieber vor, davon zu träumen, was sie alle daheim sagen würden, wenn er nun ankäme. Und er fah jedes Gesicht vor sich, während er die Ruder handhabte und ab und zu schräg gegen die Wellen halten mußte, wenn sie allzu stark wurden. Aber er meinte, es würde recht gemüthlich werden, einige Alles ekelte sie mit einem Mal an, sie ward erfüllt von Tage in Frieden zu verbringen und unten im Bootschuppen zu aroder während der Abende am Herde git figen Trauer über sich selbst. Jetzt erst wäre sie im stande, über beiten die Komagen*) für Martha, Malvina und alle Wenzel und Lena zu weinen. Die Thaten beider erschienen und oder Jungen auszubeffern gir schmieren, während fie ihr nicht so entsetzlich. am Boden um ihn herumspielten und bald finnisch und bald norwegisch schwatzten. Die Stellung des Tobias in seiner Gemeinde war eine sehr verwickelte; man fonnte über sie durchaus nicht so leicht ins flare tommen. Und sie war auch nicht ohne ihre bedenklichen Seiten für andere. Er schwebte immer wie ein Vogel, über den man im 3weifel ist, ob er sich in der Höhe halten oder sich ermüdet niederlassen wird, gleichsam lothrecht über der Armentasse der Gemeinde. und mit dem spannenden Schauspiel, ob diese dürftige, ausgepreẞte reiche Familie herausrücken sollte, hatte er seine dafür äußerst Einrichtung mit Geld und Unterſtüßung für ihn und seine zahlinteresfirte Gemeindegenossen nun schon eine Reihe von Jahren unterhalten. Als sie früh Morgens aus dem Fabrifthor ins Freie trat, fagte fie zu Kucharz:" Gott soll mich behüten, daß ich noch einmal herkomm"." Kucharz tündigte die Arbeit noch am selben Abend. * * Die infolge des Unglücksfalles in der Rzepowitzer Zuckerfabrit eingeleitete gerichtliche Untersuchung ergab ein sehr geringfügiges Resultat. Nach ermüdender Einvernahme einer Reihe von Zeugen, Gerichtsärzten und Sachverständigen, erging seitens der Behörde der Auftrag, in der Mauer hinter der Transmission eine mannshohe Deffnung zu machen, damit es ermöglicht werde, die Lager einzuschmieren, ohne daß der Schlosser genöthigt sei, sich zwischen den Riemen hindurchzuwinden. Diesem behördlichen Auftrag wurde ungesäumt ents sprochen.Ende. ( Nachdruck untersagt.) Schlächter- Tobias. Erzählung von Jonas Lie. Einzig autorisirte Uebersetzung aus dem Norwegischen von E. Brausewetter. Um acht Uhr morgens, als der Kramladen des Landhändlers geöffnet wurde, stand, Schlächter Tobias" an der Thüre. " Willst Du bezahlen? Hast Du Fische?..." Nein, behüte, Väterchen! Diesmal nicht!" Dann ist es am besten, Du machst, daß Du weiter kommst... Alles muß einmal ein Ende haben, mein lieber Tobias!" Auf " Ich dachte nur an ein bischen Mehl, Väterchen! neue Rechnung.. Ich werde schon Fische bringen, wenn sie nur erst in den Fjord kommen." Daß diese gerade die freundlichen Zuschauer sein sollten, war nun eigentlich nicht zu erwarten. Jedes Kind, das ihm geboren wurde, tam gleichsam unter einem allgemeinen Seufzer der Gemeinde und sorgenvollen Stöhnen zur Welt. Jedes Kleine war nur ein neuer Saß in dem Drama, erhöhte die Erbitterung und die Spannung, wie es nun dem Tobias draußen auf der Klippe ergehen würde. Zwischen ihm und der Armenkasse war nicht mehr als Haares. breite, ja es war niemals mehr gewesen. Aber die Haaresbreite, die ihn davon trennte und der soviel Dunkles prophezeit war, hatte sich bis dato erhalten. Sie lag so günstig zwischen widerstreitenden Interessen, daß sie zu einer ganzen, wenn auch schwankenden Blanke wurde, auf der er über dem Abgrunde stand; denn stieß ihn der Lensmann rom Pflock und rupfte ihn wegen seiner Schulden ab, dann plumpfte Tobias mit Frau und allen feinen acht Kindern gerade in die Fürsorge der Armenkasse hinein; und dann batte man nur mit der anderen Hand zu bezahlen, was man ihm mit der einen genommen. Lappländer- Schuhe. - 71 Wie er in die Gemeinde hineingekommen war, diesen armen Und wäre nicht die Armenkasse gewesen, in die der Lensmann Kjefjord- Anex, wo er vom ersten Tage an so wenig hingehörte, wie ihn so ungern hineintreiben wollte, dann der Mond? So war der Himmel Tobine eigentlich immer voll drohender Das Unglück schrieb sich davon her, daß das gelbe Pierd Gewitterwolken. Das eine Unwetter vertrieb ständig das andere, Hans Harstadt's sich am Steinabhang das Bein brach. Natürlich aber dennoch ging es mit zerrissenem Segel und zerbrechlichem Boot wollte weder auf noch außerhalb des Hofes sich jemand zu der weiter. Zigeuner und Banditenarbeit hergeben, das Thier abzudecken. Aber die Haut mußte doch in irgend einer Weise herunter, und da waren sie froh, den Tobias dazu zu bekommen. Er war am Tage vorher auf den Instmannsplah gekommen ohne offenbar mehr sein eigen zu nennen, als die Birkenrindentasche mit kleinem Werkzeug, die er in der Hand trug, und dann eine Felldecke an einer Schnur auf dem Rücken. Er hatte weder Angehörige noch Verwandte dort in der Gemeinde, die über ihn er= röthet wären, wenn er ein Pferd abdeckte, dagegen konnte er eine Tageskost und ein blankes Zwölffchillingstück verdienen. Aber aus dieser Abdecker Geschichte auf Harstadt entstanden allerhand Konsequenzen! Denn da er es so fein und geschickt gemacht hatte, wurde ihnen sofort klar, daß er ein überaus nüßlicher und gewandter Kerl sein müßte, wenn man etwas zu schlachten hätte. Rein Loch oder eine dünne vom Messer herrührende Stelle war in der Pferdehaut zu sehen. Und als er dann auf eigene Rechnung das Thier öffnete und die Därme ausnahm, geschah es mit so gefchickten Auffchligungen und in solch einer Geschwindigkeit, daß Hans Harstadt ihm sogleich auftrug, seine beiden Weihnachtsschweine zu schlachten. Und damit war das Spundloch eingeschlagen! Nun bestellten sie ihn überall in den Höfen zum Schlachten. Das hieß natürlich einem fremden Tagelöhner ordentlich Eingang verschaffen; er wurde förmlich zum Gemeindeschlächter ernannt, gleich wie ein anderer Dorfschuhmacher oder Dorfschneider ist. Vier Schillinge für ein Schwein, acht für eine Ruh, sechs für eine Färse außer der Kost! Das Geld steckte er in die Tasche. Und dann hatte er seinen Antheil an den Därmen, aus denen er Schnüre für fleine Dorfchangeln machte und zum häuslichen Fischfang längs ganzen Kjefordstrandes verkaufte. Dazu tam, daß er sich überall nüglich zu machen wußte; er richtete Frieswaffen ein, stellte Rattenfallen auf, theerte Boote und setzte Fischgeräthe in stand. des Ab und zu verschwand er und blieb einige Monate fort, und dann konnten sie lange nach dem Tobias ausschauen, wenn sie Schlachttage angesetzt hatten. Aber zur rechten Zeit war er doch, so sicher, wie der Schlachtmionat im Kalender, wieder da, und zog von Hof zu Hof am Fjord entlang. Er hatte dann gern ein paar Dutzend Schneehühner mit, von denen er behauptete, daß er sie oben auf den Bergen in Fallen gefangen hätte. Ueberall war er beliebt und willkommen, da es auch ein ganz anderes Vergnügen für die Dorfleute war, beim Schlachten zuzusehen, wenn er es besorgte. Aber in derartigen schwierigen Lagen kann oft eine ganz kleine Ursache Katastrophen hervorrufen und so viel hinzufügen, daß das Ganze das Gleichgewicht verliert. Tobias hatte gleichsam eine Art gewitterschwüler Ahnung von etwas der Art in sich, als er eines Sonntags spät im Herbst unten am Boothause stand und sinnend einen seiner Komagen betrachtete, dessen Nath aufgetrennt war. Eines der Kirchenboote hatte ihm Botschaft vom Lensmann ge bracht, daß er am Dienstag in acht Tagen zu ihm zum Schlachten tommen müßte. Aber die Sache war nun die und das machte ihm solches Kopfzerbrechen, daß sich fast seine Haare firäubten daß auch der Landhändler für denselben Dienstag nach ihm ge= schickt hatte. Sie hatten wohl alle beide den Kalender um Rath gefragt; alle beide wollten schlachten, während der Mond noch im ersten Viertel stand, da das das Fleisch haltbarer macht. 3u wem sollte er nun zuerst hinfahren, zum Lensmann oder zum Landhändler? Mit dieser Frage im Kopf wanderte er langsam bergauf und kam endlich in die Stube hinein, wo Martha Malvina auf finnische Weise beim Herde kauerte, während der Kleine die Händchen nach den Zweigen ausstreckte, mit denen sie Feuer anmachte. Er stand eine Weile und schob seine Zipfelmütze hin und her, setzte sich dann auf den Bettrand und rückte weiter an seiner Müße. Diese konnte auf diese Weise mohl zweimal auf seinem durch Denken überanstrengten Kopf herumgekommen sein, als er es am besten fand, sein Herz dadurch zu erleichtern, daß er seine Sorgen seiner gelbbraunen, schiefäugigen Ehehälfte anvertraute. So?" platte sie plöglich heraus,„ Sie sind doch nicht verrückt und verdreht, daß Du an zwei Stellen auf einmal sein sollst"... Da müßte sie lachen! Aber so verrückt wären sie nun. Sie sah eine Weile ins Feuer und äußerte dann entschieden: Der Landhändler geht vor!" " Wenn aber der Lensmann böse wird? Dann?... Er bellt nicht, er schnappt gleich zu, der Kerl!" ,, Ach, er frißt die Leute wohl auch nicht auf, denke ich!" ( Fortseyung folgt.) Kleines Feuilleton. Das ideale Pferd. Die Wochenschrift Sport im Bild" theilt folgende Anekdote mit: Um ein Pferd zu kaufen, begab sich turz vor Weihnachten ein Mann auf eine Auktion. Er fand dort Aber die glücklichen Tage Tobiae, da er die Annehmlichkeit der eine ziemliche Auswahl von Thieren von guter Herkunft, doch schien Volkegunst in der Gemeinde genoß, sollten nur allzubald eine jähe der ein alter Bekannter von ihm war:" Ich kann ein solches Pferd ihm keines so recht zu passen. Endlich sagte er zu dem Auktionator, Veränderung erleiden. Der Lensmann war plöglich mit wahrem Feuereifer und Jagdlust hinter„ Landstreichern und allerhand losem nicht brauchen. Die fressen erstens zu viel, und dann sind sie zu schwer und auf der andern Seite wieder zu empfindlich. Gie Gesindel" her, das angehalten und zur Ansässigmachung gezwungen würden mehr Pflege brauchen, als meine Leute Zeit hätten ihnen wurde. Und eine Kathe drang der Lensmann selbst bei seinem Streifzug dem Tobias auf seinem eigenen Grund und Boden angedeihen zu laffen. Ich suche ein Thier, das wenig frißt, klein draußen im Kjefjord auf mit allen üblichen Klauseln und Bestim- und leicht ist, und doch ein elegantes Aeußere hat; dazu soll es ruhig und ausdauernd sein, soll sich eventuell für eine Dame eigneu, mungen betreffs einer hinterlassenen Wittwe und und auch wieder schnell sein, wenn es verlangt wird." Der gehörigen. Auktionator hatte aufmerksam zugehört, dann sagte er:„ Oh ja, ich verstehe Sie schon, doch was Sie da verlangen, das ist überhaupt kein Pferd, sondern ein Fahrrad!" aller AuEtwas anders dachte der Lensmann ja über die Sache, als er im Jahr darauf im Herbst einen Ausflug in die Scheeren hinaus unternahm und fand, daß Tobias dort mit Martha Malvina und zwei Kindern im Nest saß! Nun wollte er, daß sie von einander sollten und drohte mit der Strafe des Gesetzes! Martha Malvina sollte zu den Seefinnen heimgesandt werden, zu ihrem Vater drinnen in Sejebotten, wo Tobias seinen Wohnplatz gehabt hatte, bis der Lensmann ihm hier ein Haus zur Unterkunft gewährt. Dorthin er bei gutem viele Meilen wie schlechtem Wetter weit in all diesen Jahren über die Berge geklettert, seit er sie tennen gelernt hatte, als er einmal auf die Seehundjagd ging. Aber Tobias widersetzte sich nun der Gewalt; er ging zum Küster und verlangte Aufgebot und Trauung und Taufe- alles zugleich. war Und dann mußte der Pfarrer trauen und taufen, und der Küster sagte Amen dazu, obgleich er in der Armenkommission saß. Der Pfarrer predigte von Leichtsinn und Armuth und Martha Malvina weinte. Sie verstand es nicht beffer; aber sie meinte, es wäre so außerordentlich schön und so sonderbar, daß sie nun plöglich richtig verheirathet wäre und einen Jungen hätte, der wirklich Johann hieß, und einen, der wirklich Andres hieß und nicht nur so genannt wurden. Als sie heimwärts ruderten, und die Kleinen mit Kringelstücken im Munde im Hintertheil des Bootes lagen, war sie so überglücklich, daß sie sich fortwährend nach ihnen umsehen mußte, und dann in ihrem Halbfinnisch rief: Wieviel Kinder hast Du mit Deiner Frau, Tobias?" Aber daß es für kleine Leute nicht so günstig ist, einen Lensmann in Ungelegenheit zu bringen, das sollte Tobias dann sowohl gelegentlich der Grundmiethe, als der Kaufmannsschuld zu fühlen bekommen. Straffällige Zugverspätung. In Paris hat ein Arbeiter, der infolge Verspätung eines von ihm benutzten Zuges der Ringbahn zu spät zur Arbeitsstätte fam, die Ringbahn- Gesellschaft beim Friedensrichter auf Schadensersatz verklagt. Das Urtheil besagt, die Jurisprudenz sei einig in der Annahme, daß die Tarife der Eisenbahnen und ihre Fahrpläne in allen ihren Theilen, betreffend Fahrund Fracht- Preis, Art, Zeitpunkt und Dauer des Transports obliga: torisch sind und daß die Vorbehalts Klauseln nicht die Wirkung haben, daß die Eisenbahn- Gesellschaften von jeder Verantwortlichkeit befreit sind. Die Gesellschaft wurde somit zu 5 Fres. Schadensersatz an den Arbeiter für eine halbstündige Verspätung verurtheilt. - Eine Energische. Ein Chicagoer Blatt bringt folgenden Aufruf:„ Gestohlen oder verlaufen ein Individuum, das zu heirathen ich dumm genug war, als ich mich eines Tages außergewöhnlich einsam fühlte und zu faul war, mich nach einem andern umzusehen. Er schaut wie ein anständiger Kerl aus, doch ist er sehr charakterschwach; deffenungeachtet ist er flug genug, immer heimzukommen, wenn es regnet, es sei denn, ein hübsches Mädchen leiht ihm seinen Regenschirm. Er hört auf den Namen Tom. Das letzte Mal sah ich ihn mit Julia Harris herumlaufen, und er sah gerade so närrisch aus wie immer. Wer immer den armen Teufel greift und ihn mir zurückstellt, so daß ich ihm seine fahrende Laune und seine Neigung zu Liebesabenteuern gründlich austreiben kann, ist hiermit freundlichst eingeladen, mit mir eine Tasse Thee zu trinten. Henriette A. Smith." Theater. Im Friedrich Wilhelmstädtischen Theater wurde am Sonnabend das Volksstück von May Kreter,„ Der Lockvogel", zum ersten Male aufgeführt. Der Autor hat weder viel 72 Humoristisches. Können, noch viel Wollen an seine Arbeit verwendet. Genrebilder| Hauses zu vergleichen. Die Besatzung besteht aus 150 Personen, aus dem niederen Berliner Leben wurden ohne viel Mühe an wovon der dritte Theil auf die Bedienungsmannschaft der Maschinen einander gereiht. Manche treffende Beobachtung, mancher gut entfällt; 30 Leute sind auf Deck und 70 Mann in den Küchen und gesehene Charakterzug heben sich vom platten Grundton des Stückes zur Bedienung erforderlich. 32 Stewards sind zur Aufwartung da, ab. Es ist die alte brutale Geschichte. Ein junges Mädchen, die gleiche Anzahl Heizer und Trimmer hat die Maschinen, das in Berlin noch fremd ist, wird auf den Tanzboden geschleift, Refsel 2c. zu versorgen. Sechs Maschinisten sind engagirt, außerdem trifft dort den reichen jungen Mann, wird vom Wein erhitzt und 4 Offiziere und 16 Matrosen. „ fällt". All die Verführungsszenen in den Volksstücken sind so uniform, und die jungen Verführer sind allzusammen so uninteressant, so arm im Hirn. Der eigentliche Verführer im„ Lockvogel" ist wohl ein Weib, Rosa, die verlorene Tochter des Ehepaares Büttner. Sie ist der Lockvogel für Hanna Paasch. Wie sie verderbt wurde, so soll an andern auch geschehen. Sie duldet nichts Reines um sich und so ist es denn um Hanna geschehen. Auch Rosa zeigt dabei nicht viel Geist. Es sind im Grunde recht dumme Teufel, die in Kretzer's Bolts stück die Seele verschachern. Regie, wie Schauspieler gaben sich alle Mühe; ein lebhafter Erfolg wurde doch nicht daraus. Ganz wirksam gestalteten Frl. Holgers( Hanna) und die Herren Ottomeyer ( Hanna's Bater) und Samit ihre Rollen. Herr Samst spielte die originellste Figur des Stückes, den alten Büttner. Eine Medizinisches. bemerkenswerthe - Beinahe rasirt. Aus Metz berichtet die Meyer Zeitung":" Im Wartesaal erster Klasse des hiesigen Hauptbahnhofs spielte sich dieser Tage folgende luftige Szene ab: Mit Aufenthalt von tnapp 35 Minuten bis zur Weiterfahrt in anderer Richtung war ein ersichtlich wohlhabender Reisender eingetroffen, dem sein mehrere Tage alter Bartanflug lästig war, weshalb er dringend nach einem Barbier verlangte. Die Kosten spielten feine Rolle, und so wurde ihm in beflügelter Eile aus der Stadt ein solcher geholt. Figaro fam, mit allen schaumschlagenden Apparaten woh! verfehen, an und ſeifte den Reifenden nach allen Regeln der Kunst ein. Doch, o weh! Es ergab sich das Schreckliche, daß Figaro eine Kleinigkeit vergessen hatte das Rafirmesser und draußen pfiff die Lokomotive zur Abfahrt! Keine Feder be. schreibt die Miene des waffenlos befundenen Bartkünstlers, die Wuth und Verzweiflung des Eingeseiften und die unbändige Heiterkeit des durch den Lärm hinzugelockten Publikums. Auch Wasser war nicht zur Hand und der„ beinahe rafirte" Reisende durfte sich glücklich schätzen, so wie er war, in der legten Sekunde noch sein Koupee zu erreichen. Schneller aber wie er war Figaro verduftet. Er hatte sogar auf das ihm gebührende Trinkgeld" freiwillig verzichtet." Vermischtes vom Tage. Operation hat Dr. Frider in Odessa ausgeführt. Es handelt sich um die Deffnung des Magens einer 32jährigen Frau, in dem sich, nach der eigenen Aussage der Patientin, eine ganze Niederlage von Sachen" befand. Dr. Fricker berichtet über die merkwürdige Operation in der Deutschen Wied. Wochenschr.": Vor anderthalb Jahren hatte der Berlust eines Kindes eine bald vorübergehende Nervenftörung bei der Patientin hervorgerufen. Dieselbe wiederholte sich, als vor 3 Monaten ein zweites Kind starb. Die Krankheit steigerte sich diesmal bis zu ausgesprochener Melancholie. Die Frau tranf Petroleum und Karbollösung, verschluckte Nadeln, fleine Knöpfe und Nägel. Da Ein Sohn Friedrich Hecker's, des einstigen die gewünschte Wirkung nicht erzielt wurde, ging sie zu größeren Gegenständen über. Trotzdem die Patientin mittlerweile bereits in badischen Revolutionärs, ist in Belleville, Illinois( Nordamerita) cine Heilanstalt überführt worden war, wußte sie sich doch Stahl- irrsinnig geworden. In Rom ist der deutsche Romandichter Konrad federn, Drahtstifte und Haarnadeln zu verfchaffen, die sie verschluckte. Ferner der Reihe nach: eine Häkelnadel, Glasstücke, zwei Theelöffel, Telman( Bitelmann) infolge eines Schlaganfalles gestorben. Der seit einigen Tagen herrschende Schneefall erstreckt eine Gabel und ein größeres Stück Eisen. Die anfangs geringen Beschwerden nahmen immer mehr zu, so daß die Patientin, deren sich über ganz Mitteleuropa. Aus zahlreichen Orten kommen NachGeisteszustand allmälig wieder ein normaler geworden war, richten über Schneeftürme, steckengebliebene Eisenbahnzüge, Teleselbst auf sofortige Operation drang. Dieselbe wurde von grapheustörungen, völlige Absperrung von der Außenwelt. Gine Million Mark in Papiergeld wiegt: in Dr. Fricker in der Weise ausgeführt, daß nach Deffnung der Bauchhöhle ein 4 Zentimeter langer Schnitt in die Magen- Tausendmarkscheinen 2 Kilogramm, in Fünfhundertmartscheinen gegend gemacht wurde. Mit Hilfe einer fleinen 3ange gelang es dem 3,5 Kilogramm, in Hundertmarkscheinen 13 Kilogramm, in FünfzigOperateur, nicht weniger als 37 Fremdtörper aus dem Magen zu martscheinen 25 Kilogramm, in Zwanzigmartscheinen 46,44 Riloentfernen. Außer den bereits vorerwähnten zwei Theelöffeln befand gramm, in Fünfmarkscheinen 145 Kilogramm. Ein Lockmittel. Der beste Wiß, der innerhalb eines sich in dem Magen ein Schlüssel, zwei lange Drahtstifte, 12 Glasstücke, ein nahezu 10 Zentimeter langer eiserner Fensterhafen, eine Moncs von den Besuchern meines Lokals gemacht wird, für den Stahlfeder, neun Nähnadeln, ein Stück Graphit, ein Schubknöpfchen, fehe ich einen werthvollen Thalerhumpen als Prämie ans. Das Diese zwei Staniolkügelchen und die bereits erwähnte 111/2 Bentimeter Preisrichteramt haben drei Stammgäste übernommen." lange Häkelnadel. Die größte Schwierigkeit verursachte die Ent- Ankündigung hat vor einigen Tagen ein Berliner Kneipwirth losfernung der 2012 Zentimeter langen Gabel. Die meisten der Gegen- gelaffen. Eine gute Lunge. Ein junger Handwerker aus stände hatten durch den Magensaft start gelitten. Die Häkelnadel hatte übrigens die Magenwand durchbohrt und zur Kriwit i. M., der in Schwerin in Arbeit steht, wollte unlängst die Bildung eines Laubenei großen Abscesses in der Bauch: Bahn von Krimiz nach Schwerin benutzen, hatte sich aber verspätet. höhle Veranlassung gegeben. Die Operation gelang. Die Er- Als er auf dem Bahnhofe erschien, setzte sich der Zug gerade in nährung der Patientin erfolgte die ersten fünf Tage durch Bewegung. Schnell entfchloffen lief der junge Mann hinter dem Klyftiere, dann wieder durch den Mund. Die Operation war am 3uge her, vermochte auch noch eine der vom letzten Wagen 6. Juni ausgeführt worden, am 12. Juli verließ die Frau geheilt berunterhängenden Kuppelfetten zu erfaffen und machte nun, sich das Krankenhaus. Sie befindet sich sehr wohl und hat seitdem an dieser festhaltend, den Dauerlauf mit dem Zuge bis zu der bedentend an Gewicht zugenommen. Es dürfte bei dieser Gelegen- 6,3 Kilometer entfernten nächsten Station Sucow mit. Dort bestieg heit interessiren zu hören, daß bis jetzt in 54 Fällen auf operativem er den Zug und fuhr nun vergnügt bis Schwerin weiter. Von dem Millionennachlaß des Grafen von Wege die Oeffnung des Magens erfolgte. Davon sind 44 Fälle= 814/10 pCt. geheilt worden. In feinem einzigen Falle aber handelte Dörnberg erhält die Stadt Regensburg nichts. Der größte es sich um die Entfernung so vieler Fremdkörper wie in dem eben Theil des Vermögens ift für eine Waisenstiftung bestimmt, die den Waisen zu gute tommen soll. beschriebenen. bes ganzen Deutschen Reiche Alte man jüngst in Basel n Technisches. " " " 1 " die Großherzogin von Gerolstein" aufführte, mußte der General Bum- Bum seiner Landesherrin erklären, er fönnte nicht mehr MannDie meisten schaft aufbieten, da die anderen im Streit ständen. Statisten hatten den Dienst verweigert, weil sie als abendliches Spielhonorar nur 50 Centimes( 40 Pf.) erhielten. Der größte Dampfer der Welt. Die in Belfast fertig gestellte Pennsylvania" der Hamburg- Amerika- Linie ist aus Stahl erbaut. Die Länge des Schiffes beträgt 585 Fuß, die Breite 62 Fuß und die Tiefe vom Kiel bis zum Awningdeck 42 Fuß, der Tiefgang ift auf 28 Fuß bemessen worden. Das Deplacement der Pennsyl 3ur Negerin geworden ist in Wien eine Hausvania" beträgt 21 000 Tons. Das mit 12 Schotten verfehene befizerin, die sich gern mit weißer Schminke falbte. Sie nahm Echiff besitzt Quadruple Expansions Maschinen von 6000 gegen Rheumatismus Schwefelbäder. Da wurde ihr Gesicht, Hals, indicirten Pferdekräften, die ihm eine Durchschnitte Fahr Nacken und Arme so schwarz wie Ebenholz. Jezt fißt sie zu Hause geschwindigkeit von 14 Knoten verleihen. Der Dampf wird und wartet, bis ihr eine neue Haut wächst. In Lipto Szent in vier gewaltigen Kesseln erzeugt. Neun Ladelufen sind zur Großes Brandunglück. Einnahme der Fracht vorhanden, es stehen 18 Dampfwinden Mitlos( Ungarn) ist infolge des Brandes der Lederfabrik von und 4 Dampffrähne zur Verfügung. Für 200 Reifende I. Klasse Kovacs und Bodola ein ganzer Stadttheil vom Feuer ergriffen ift Raum vorhanden, in der II. Klasse können 150 Personen be- worden. fördert werden. 1000 Zwischendecker finden Unterkunft in den ausOpfer des Erdbebens. Nach einer Depesche aus gedehnten Räumen des Fahrzeuges. Sämmtliche Räume haben Buschehr wurden unter den infolge des Erdbebens auf der Insel elektrische Beleuchtung; es tommen hier 725 Lampen à 16 Kerzen Rischm( Tavilah) eingestürzten Gebäuden 1400 Leichen aufgefunden. Lichtstärke in betracht. Der neue Dampfer hat vier Decks und Im Krankenhause au Cherburg( Frankreich) die gleiche Anzahl Masten, der zweite Maft ist über Deck 27 Meter find infolge Ausströmens von Kohlengafen neun tranfe Frauen hoch. Der Umfang des Schornsteins 3,40 Meter, so daß erstickt. der Innenraum der Größe eines kleinen Zimmers gleichkommt. Die-In Roberval( Ranada) ist ein Nonnentlofter abgebrannt. Gesammthöhe des Schiffsrumpfes ist mit der eines achtstöckigen Sieben Nonnen famen in den Flammen um. Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin.