Anterhaltungsblatt des Vorwärts 8] Nr. 30. Donnerstag, den 11. Februar. ( Nachdruck verboten.) Jakob der Lehte. Eine Waldbauerngeschichte aus unseren Tagen. Von Peter Rosegger. Da, leset!" der Fremde überreichte den Bogen. " Oh, zum Lesen was," sagte der Waldstuber, ich kann nicht lesen," " 11 So! na, das ist ja wieder einmal recht erfreulich." Mein Vater hat immer gesagt, der Bauer kriegt nicht viel Schönes zum lesen, er sollt's lieber gar nicht lernen." „ Stenerrückstände!" brummte der fremde Herr, denn es war der Steuerbote aus Krebsau. " Hab' mir's gedacht," murmelte der Bauer, hab' mir's gleich gedacht. Wie viel denn?" " eh Fünfundzwanzig Gulden dreiundneunzig Kreuzer." " Oh, wie so denn?" fuhr der Bauer erschrocken auf. Und fünfzehn Gulden einundfünfzig Kreuzer Zuschläge." " Ei, doch nicht, doch nicht!" rief der Bauer entsetzt. " Wacht zusammen einundvierzig Gulden vierundvierzig Kreuzer, welcher Betrag binnen drei Tagen bei sonstiger Pfändung im Steueramt zu bezahlen ist." か Der Guldeisner fällt. 1897. Unten an der Sandach, wenn man gegen Sandeben hinausging, das letzte Haus hieß der Steppenhof. Es war der statta lichsten eines in Altenmoos. Es hatte ein großes Gehöfte, welches aber zum theil leer stand. An der glatten Wand des Hauses, deren Zimmerbäume nicht mit Aeyten behanen, sondern mit der Brettersäge geschnitten worden, waren große längliche Fenster mit hellen Glastafeln, blau angestrichenen Balfen und Fensterkreuzen. Es hatte große Stuben, wovon eine sogar mit Eschenholz ausgetäfelt, braun und mit rothen Falzrändern bemalt war. An der äußeren Seite der Thür stand oben als schlauer Herbergsspruch:" Herr, bleib' bei uns, denn es mill Abend werden!" an der inneren Seite, gerade über dem Weihbrunngefäß, war zu lesen:" Heute zahlen, borgen morgen," worunter allerdings ein Gast mit Kreide die Verbesserung angebracht hatte: Heute borgen, zahlen morgen." Der Steppenhof war nämlich ein Wirthshaus. Er hatte ja ursprünglich, wie jedes andere Haus zu Altenmoos, seine Felder, Wiesen und Waldbestände gehabt, aber weil er gar se nahe am Wege stand und so bequem am Wasser, so war allmälig ein Wirthshaus daraus geworden. Da mußte der Stepper bei den Gäften fizzen, oder in anderen Wirths häusern zu Sandeben selbst Gast sein, damit die Wirthe ge= Der Waldstuber schwieg, ging aber mit über dem Rücken legentlich wieder bei ihm einkehren sollten. Und so ward gelegten Armen rasch die enge Stube auf und ab, einmal vor lauter Wirthlauter Wirth- und Gastsein der Baueruwirthschaft das eine, einmal das andere Kind mit den Füßen von sich vergessen. Also gab's im Steppenhause nun Apfelmost, stoßend. Branntwein und sogar zwei Gattungen echten Traubenveines, " Himmel gottverflucht!" stieß er plötzlich hervor und wovon die eine Gattung der Ordinari", die andere„ der begann ein schauderhaftes Schelten und Wettern gegen die Beffere" genannt wurde. Jeden Gast, der Wein verlangte, Bauernabtrenner und besonders gegen den Steuerboten, der fragte der Wirth: Einen Besseren?" und wenn das ja zu manches scharfe Wort schon gewohnt, verblüfft stillschwieg und zuhörte. ,, Kann ich dafür?" versetzte er endlich. Glaubt Ihr, es ist mir ein Vergnügen, zu den Nestern im Gebirg herumzutlettern und Grobheiten einzustecken? Ich habe Kinder da heim, wie Ihr, aber schaut sie einmal an, ob sie so gefund und vollwangig sind, wie die Euren. Wir vom Amt sind die selben armen Teufel, wie Ihr oder ärmer! ärmer! Die Boshaften von uns haben wenigsten den Trost, daß sie andere ums Geld bringen können." " meist von den sparsamen Altenmoosern verneint wurde, so hatten diese sich alle Schuld selber beizumessen. Judeß hatte selbst der Ordinari" feine weiteren Untugenden, als daß er eben ehrlich sauer war. Auch Eierspeise und Kaffee konnte man haben beim Steppenwirth, und an Sonn- und Feier tagen Hammel-, Hafen- oder gar Schweinsbraten. Einer oder der andere der guten Altenmooser saß in der Wirthstube und trant, rauchte oder„ duselte". Wenn's zu Hause Verdruß gegeben, war es hier höllisch fein zu sitzen. Und wenn zu Hause alles gut ging, sah mancher nicht ein, warum er sich nicht ein „ Höllvermaledeite Zustände das!" schrie der Waldstuber, Seidel gunnen" solle. War ein vortheilhafter Bichhandel und sein Haar sträubte sich auf, und seine Wangen waren abgeschlossen, so saß sich's wie angegossen am Ahorntisch. erdfahl, ich hab' das Geld nicht. Ich muß Wiehl kaufen, und hatte einer Holz oder Hafer verkauft, so war daß wir was zu effen haben, den Kindern Gewand kaufen, gewiß die trockengeredete Kehle aufenchtungsbedürftig. Auch den Arzt bezahlen, das Steueramt soll warten. Jch lap gab es in Altenmoos Quartal- Lumpen; das waren solche, bitten!" setzte er kleinlaut bei. welche monatelang brav zu Hause blieben und arbeiteten, wenn sie endlich aber einmal ins Wirthshaus kamen, dann hockten sie tagelang darin fest, schliefen den einen Rausch auf der Ofenbant aus und tranten den anderen am Tische, bis ihr Geld, ihre Sackuhr und oftmals auch ihr Hock verthan war. Dann kehrten sie heim, und war ihnen wieder wohl auf ein Vierteljahr. Der Bote schüttelte die Achseln. er, der Kloiber- Franz in Sandeben so, ist gestern vergantet worden." " Nichts zu machen ,,, fagte hat auch so geredet, just Der Bauer schlug zum Boten gewendet die Hände zu sammen und rief: Seid Ihr denn nicht auch Menschen?" " Wie fo?" fragte der Steuerbote. Wir sind Staatsbeamte." Und der Staat?" ist kein Mensch." Der Teufel hol's!" schrie der Bauer. " In diesem Augenblicke trat der Waldmeister Ladislaus ein, um zu sehen, worüber denn hier so scharf gestritten würde. Als er die Sache begriff, und er begriff sie bald, fagte er lächelnd zum Waldstuber:" Du mußt heute andächtig zu Deinem Schutzengel gebetet haben." " Warum das wieder?" fuhr der Bauer, der sich gehöhnt glaubte, drein. An den Sonntagen Nachmittags waren die drei Tische der Gaststube stets voller Leute. Der Stepper hatte seine weiße Schürze umgebunden, sein grünes Sammtkäppchen auf die Kopfglaze gestülpt mud fein Gesicht zu einer behaglichen Gemüthlichkeit auseinanderzogen da war der Wirth fertig. War er bei Humor, so brachte er allerlei Sprüchlein und Schaltheiten vor, mit denen er bisweilen andere, öfter aber sich selbst verspottete. So fagte er: Nachbar! hautschlechter Mensch! Für Dich ist das frisch Wasser viel zu gut, Du mußt heute Steppenwirths Wein trinken, damit Du Deine Sünden abbüßeft." Oder: Nein, Brüderl, gesoffen wird nicht, aber trinken, so viel Du magst." Dder: Müller, Schneider und Weil er Dir einen Retter schickt zu rechter Beit," sagte der Waldmeister, und hielt ihm seine Brieftasche hin: Da Wirthe werden nicht gehenkt, sonst ginge das Gewerbe leer drinnen find Deine fünfhundert Gulden." " Der Bauer trat erschrocken einen Schritt zurück und starrte auf die Ledertasche, die der Waldmeister vor ihm hinhielt. Nimm's nur," sagte er freundlich, nimm's, es gehört Dir. Der Kampelherr schickt Dir's für Dein Haus und Grund." Igilid Jn Gottesnamen!" sagte der Waldstuber und nahm das Geld. D Da war er fremd in dem Hause seiner Bäter. aus." Oder:" Geh', gunn Dir ein Stündel Raft bei mir, beffer müßig gehen, als nicht arbeiten." Wenn einer seinen Rock auszog, fo eilte der Stepper dienstfertig herbei und sagte: „ Laß mich dazu. Das Leutausziehen können wir Wirthe am besten." Der Dreisam tommt, ein braver Mann, Christenheit ausgenommen!" Mit diesen Worten grüßte er an unjevem Sonn tage den Genannten, der heute langsam, mie unentschlossen in die Stube trottete. Was magft, Dreifam?" Heut' fragft Du mich umsonst, Wirth," sagte der Ein 118 getretene. Heut' soll mir Deine Alte ein feistes Pfannkoch| Silberthaler durch die Tischplatte stecken, ohne daß ein Loch machen, und Pfeffer drauf." Dann setzte er sich an den Tisch, war. Er konnte durch zwei Bauberworte ein entzweigeschnittenes hob mit der umgekehrten flachen Hand feinen Bart von der Schürzenband wieder zusammenfügen, ohne daß eine Spur Brust weg, weil er unterhalb desselben aus der Brusttasche sein Pfeifenzeug hervorsuchen mußte. " Pfannkoch und Pfeffer drauf?" fragte der Wirth. Hent' brauchen wir Durst ,, sagte der Dreisam. ,, Das ist brav, das ist brav," schmunzelte der Wirth, " Durst ist der beste Kellner." " Geht Dein Besserer wohl nicht etwan auf die Neige?" " Ich will die drei größten Altenmooser Stockfische damit ersäufen, was ich noch im Keller hab," antwortete der Stepper. Alsdann werden wir halt Eins trinken," sagte der Dreisam und schlug Tabaksfeuer. 97 Saferment noch einmal!" knurrte am anderen Tisch ein Holzknecht,„ Geld giebt's jetzt in Altenmoos, als ob die Guldenhäuteln auf den Haselstauden thäten wachsen. Sonst ist uns alleweil der Durst zu stark und das Geld zu schwach worden. Hentzutag geht's verkehrt." Eh wahr auch," stimmte der alte Luschel- Peterl bei, der an der Ofenbank saß. Auch er war heute ins Wirthshaus gegangen. Bring' mir ein Stamperl Branntwein," hatte cr vorhin zum Wirth gesagt, aber Geld hab' ich keins." " Thut nichts," darauf der Wirth," Geld macht nicht glück lich, wenn man teins hat." " Die Gimpeln und die Amseln werden nachher bezahlen, Du weißt schon." " Gut ist's, sagt der Teufel und dreht dem Pfaffen den Hals um," versetzte der Wirth und brachte nach allen Seiten hin das Verlangte. Für die Stubengäste konnte sich übrigens der Steppenwirth heute wenig Zeit nehmen. Draußen am Bachrande, auf grünem Auger unter der Linde, waren Tische und Bänke aufgeschlagen noch vom Viehmarkt her. Dort war es an diesem Nachmittage verwunderlich überfüllt. Der Bauer, der die ganze Woche im Freien ist, sitzt sonst Sonntags gern in der Stube, auch bei schönstem Wetter, ja vergißt sogar manchmal, ein Fenster aufzumachen; die dumpfige, rauchige und von Wein- und Menschendunst durchsetzte Luft muthet ihn sonutägig an. Aber heute war alles draußen. Es war nämlich dort das Unerhörteste zu sehen, was je in Altenmoos sich ereignen konnte. Der Guldeisner verkaufte sein Haus. des Schnittes zurückblieb. Er konnte einen langen Karrenstrick verschlucken und bei den Aermeln wieder herausspinnen. Mit Spielfarten machte er unzählige Künste, und allemal bedurfte er nur ein paar Beschwörungsformeln in der Kirchensprache ( im Lateinischen), um die Zaubereien zu vollführen. Einige Zuschauer waren von diesen Dingen vollends gefangen ge= nommen; mit schallender Verwunderung oder nachdenklichem Kopfschütteln begleiteten sie die unheimlichen Thaten des Waldmeisters. Anderen jedoch waren und blieben die Vorgänge am Lindentisch wichtiger, als der„ Leutzumbestenhaber". Aus der Stube waren sie hervorgekommen, und sie rückten sachte um die beiden Männer zusammen. Der Guldeisner hatte seinen schwarzen struppigen Kopf noch tiefer als sonst zwischen seine Schultern eingezogen. Der Hut lag neben ihm auf der Bant. Manchmal fuhr er sich mit der Hand rasch ins Haar, zauste an demselben, ergriff dann ebenso hastig das Trinkglas und goß dessen Juhalt in die Gurgel. " Teufel!" brummte er jetzt, es steigt mir der Graus auf!" Es war ihm verdächtig geworden, daß der Rampelherr für sein Gut eine so hohe Summe geboten hatte. Er schloß daraus, daß es noch weit mehr werth sein müsse und daß ihu der Herr überlisten wolle. " Ich habe niemals," sagte der Kampelherr überaus gelassen, auch draußen im Flachlande nicht, das Joch durchschnittlich theurer als mit sechzig Gulden bezahlt. Aber ich habe es bezahlt mit dreißig Gulden und habe es bezahlt mit fünfundzwanzig. Ihr Nachbar, der Ruatschel, hat zweiundzwanzig Gulden bekommen und steht noch im Vortheil. Das Joch zu fünfundzwanzig trägt mir als Waldboden kaum anderthalb Prozent, taum! Auf den Guldeisnergrund dreißigtausend Gulden zu dreiviertel Prozent anzulegen ist eine Thorheit. Nur der Jagd wegen, offen gesagt, hätt's mir dafür gestanden. Mit Feldbau und Viehzucht haben Sie drei Prozent; so gut wie der Bauer verwerthet den Boden Keiner. Behalten Sie Ihren Hof, Guldeisner, ich rathe Ihnen gut, behalten Sie ihn! Gefällig?" -Das Zigarrentäschchen hielt er dem Bauer hin, er selbst hatte sich während der Auseinandersetzungen eine frische in den Mund gesteckt. ( Fortsetzung folgt.) Breit an den Lindenbaum hingelehnt saß der Großbauer da und stemmte die Fäuste auf den Tisch. Er hatte eine kohlschwarze Fellhose an, die von den Knien ab mit steifem Leder besetzt war bis nieder zu den beschlagenen 2] Bundschuhen; dann eine schwarze Weste mit einer Reihe großer Silberknöpfe. Und er hatte eine kurze Jacke aus dunkelbraunem Tuche an und einen schwarzen seidenwolligen Hut mit schmaler eingeringelter Krempe auf. An seinem Berlaffen. Von R. Barantsewitsch. Autorisirte Uebersetzung. ( Nachdruck verboten.) Am häufigsten sah sie ihre Mutter, die seltsamerweise sehr wohl Ohrläppchen blinkten zwei goldene Scheiblein. Um den Bauch aussah und sehr fröhlich schien... Jetzt führt sie das Kind an Die Sonne übergießt alles mit trug er einen breiten, mit weißer Seide ausgestepptem Leder- der Hand in die Kirche... gurt, auf deffen Schild unter vielem Zierath die Buchstaben feurigem Glanze; auf der weißen Rappel der Kirche, auf der OberF. G. standen. Das war der Franz Guldeisner in seiner fläche des Sees, in jeder Blume, auf jedem Grashalm glitzern die Großbauerntracht. Ihm gegenüber saß ein Herr mit blondem, gutmüthig Lächelndem Gesicht, turzgeschnittenem Vollbart und Augen gläsern. Er hatte ein graues Tuchgewand am Leibe und feine Wäsche, die an Hals und Aermeln weiß und glatt hervorblinkte. Er war noch nicht alt, that aber behaglich und gab sich schlicht und zuvorkommend gegen jeden. Dort unter dem Vordache der Stallung stand sein Wagen, au welchem alles funkelte und der voran zwei Laternen aufgesteckt hatte. Ein Baner bemerkte darüber, da wäre es leicht, bis in die Nacht im Wirthshaus fizen, wenn man nachher in einem Wagen, der zwei Augen habe, heimfahren könne. Da glaube er schon. daß tein rauschiger Herr in den Bach falle. Die beiden Männer, der Guldeisner und der graue Herr, hatten vor sich auf dem Tisch hohe schmale Flaschen stehen, herrische Röhrlu", wie der Wirth darthat, aus welchen der Herr dem Bauer das Trinkglas füllte, so oft es hohl war. Die übrigen Bauern hielten sich in gemessener Entfernung, plauderten halblaut unter sich über Feld und Vieh, Wind und Wetter, spitzten aber insgeheim die Ohren den beiden Männern unter der Linde zu. Der Guldeisner und der Kampelherr! Unter den Bauern war auch der Waldmeister, was der Dreisam durch das Fenster hinein mit Wohlgefallen wahrnahm. Es sollte hernach ja an den Bart gehen. Ter Waldmeister hatte eine kleine Gruppe um sich, ber er allerhand Unterhaltung vormachte. Er fonnte einen Sonnenstrahlen. Die Kirche ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Auf den Fliesen liegt eine zahlreiche Menschenmenge in festlichen Gewändern, Muschits, alle in blauen Kaftans, Frauen und junge Mädchen mit bunten Tüchern und farbigen Bändern geschmückt Die Und jetzt sammelt sie mit Manta Pilze im Walde. Mutter hat ihren Korb schon voll und lacht, und Paraguka lacht, und beide sind so glücklich, so zufrieden. Waßjuta's Geschrei weckte sie auf. Das Kind zappelte in seiner wiege und weinte. Der Lutschbeute! lag an der Erde, war aber fast leer. Nichtsdestoweniger steckte Paraguta ihn dem Kinde in den Mund, und Waßjuta schwieg. Das schwache Tageslicht brach durch das Fenster, und nun bemerkte Baraguta, daß der Vater nicht in der Jsba war. Das gab ihr Muth, und da sie ebenfalls Hunger hatte, so ging sie zum Tisch, zog die schwere Schublade auf und suchte; aber es fand sich tein Stückchen Brot. „ Der Vater wird welches mitbringen, wenn er nach Hause kommt," dachte sie, um sich zu beruhigen. Dann ging sie zu dem Kinde. Aber in diesem Augenblick ers wachte Betfa, rieb sich die Augen, schnitt eine Grimasse und fing an zu weinen. Um ihn zu beruhigen, nahm ihn Paraguta auf den Schooß. Beruhige Dich, Petja, beruhige Dich.. Was willst Du denn?" " Ich... will... effen!" Warte, Petta; der Vater kommt bald; er bringt Brot mit!" " Ich will essen!" Petta's Geschrei weckte Waßjuta wieder auf, und dieser fing ebenfalls zu schreien an. Der Lutschbeutel war teer. 119 Paraguta fuchte auf's neue. Der Hunger quälte fie ebenfalls; aber noch weher that es ihr, ihre kleinen Brüder schreien zu hören. Sie ging wieder zur Schublade, kletterte auf die Bänke, auf den Schrant, unter den Tisch, auf deu Ofen; aber nirgends fand sich auch nur eine Krume! Zu dem Hunger gesellte sich der Durst. Sie schöpfte Wasser aus der Zonne und trant. Petta streckte den Hals nach ihr aus; fie ließ ihn ebenfalls trinken, dann tauchte sie den Lutschbeutel in das Wasser und steckte ihn Waßjuta in den Mund, der gierig daran fog; für einen Augenblick schien er sich zu beruhigen. Paraguka ging ans Fenster und blickte hinaus; es war nichts zu sehen außer dem unendlichen Schnee. Man hörte die Bäume im Walde sich bewegen und ihre entblätterten Kronen schütteln. So vergingen mehrere Stunden. " Ich will essen! schrie Petka plötzlich aus seinem Winkel. Baraguta zitterte. Dieser Schrei erinnerte sie daran, daß sie felbst noch nichts gegessen hatte. Und der Vater tam noch immer nicht! Sollte sie noch lange auf ihn warten? Ein plößlicher heftiger Schmerz drückte ihr den Magen zusammen, doch der felbe verging bald wieder. Waßjuta erwachte und fing an zu weinen. Paraguta fehte sich zu ihm und wieg e. Der Lutschbeutel war vollständig ausgefogen, doch das Kind schwieg nicht, es hörte nicht auf zu schreien, sondern steckte bald das eine und bald das andere von seinen kleinen Händchen in den Mund. Fast eine Stunde lang wiegte ihn Paraguka; aber er schwieg nicht; etwas schreckliches ging in ihm vor. Paraguta wiegte immer stärker und stärker, so daß sie in schließlich in der Wiege hin- und herwarf; aber nichts half, mit heiserer, gellender Stimme heulte Waßjuta aus Leibeskräften, und Petta begleitete das Geschrei des Kleinen. Ganz verzweifelt wollte sie die Jsba verlassen, denn sie wußte nicht mehr, was sie thun sollte. Sie drückte auf die Thür; dieselbe gab nicht nach. Sie drückte stärker; aber ohne den geringsten Erfolg. Entsetzt. nahm sie all' ihre geringen Kräfte zusammen und stemmte sich gegen die Thür. Da hörte sie plöglich Das Klirren des Vorlegschlosses. Jetzt begriff sie, daß sie eingeschlossen waren. Eine entfeßliche Angst preßte ihr das Herz zusammen. Ein lauter Schrei hallte in der Jsba wieder. Doch mir das dumpfe Grollen des Windes ant wortete ihnen aus dem Walde. Wieder vergingen mehrere Stunden. Dunkelheit erfüllte die Jeba. Zuerst fah man gar nichts mehr. Nur, wenn man länger und starr hinblickte, konnte man die Wiege mit dem Kinde unterscheiden, das von Zeit zu Zeit einen ängstlichen Schrei ausstößt; außerdem bemerkt man den dunklen Schatten eines Eleinen Kinderkopfes, der sich gegen die Fensterscheibe lehnt. Auch draußen herrscht tiefe Finsterniß. Mit dunklem Schleier ist die sternenlose und mondlose Winternacht herabgefunken, und hüllt die mächtigen Fichten und Buchen ein, zwischen denen von Beit zu Zeit ganz kleine Feuer erscheinen. Jeßt sieht man zwei; fie machen Halt und wenden sich dann nach einer andern Seite. Jetzt wieder zwei, und wieder und wieder; man konnte mehr als zehn von diesen fleinen Feuern zählen. Dunkle Schatten bewegen sich in allernächster Nähe, um plöglich in der Tiefe des Waldes zu verschwinden... Dann hört man langes, gräßliches Heulen, das einem das Herz zerreißt das Heulen der Wölfe. Und der Kopf des Kindes bleibt noch immer gegen die Scheibe gelehnt, nur seine beiden entsetzenstarrenden, fieberglänzenden Augen bohren sich in den schwarzen Raum. Auf was warten diese Augen? Auf was hoffen sie? Woran denkt dieser arme, fleine Kopf? | Der Vater setzt den Sack in die Ecke, trocknet sich mit seinem Aermel den Schweiß von der Stirn und streichelt mit seiner knochigen Hand den Kopf des Kindes. So! Prastovja", sagt er, sich an die Mutter wendend. Da ist Mehl; jetzt backe, was Du willst." Mamta macht sich schnell an die Arbeit; sie zündet den Ofen an, schiebt den Backtrog vor, tuetet den Teig und macht Kuchen für die Kinder. Und was für Kuchen! Warm und zart zergehen sie einem im Munde! Paraguta giebt Waßjuta und Betka davon; und sie selbst iẞt viel, sehr viel; dann seht sie sich auf die Bank und ißt, ißt immerfort... Und je mehr sie ißt, desto mehr will sie haben... und es giebt immer neue Kuchen, immer neue Kuchen... Und plöglich ist nichts mehr da! Weder Vater, noch Mutter, noch Kuchen! Nichts, als die schwarze, eisige Nacht, die ihr und der Wind, in die Augen blickt, der unaufhörlich sein düsteres Lied singt, und Waßjuta, der von Zeit zu Zeit traftlose Schreie ausstößt. Trinken!" ruft die Stimme Petta's. Paraguta will sich erheben und sich von dem Fenster loßreißen, aber eine dumpfe Schwäche überfällt sie, als wenn eine leichte, aber feste Spinnwebe ihre Glieder einschlösse. Ihr kleiner Kopf wirbelt ihr, und senkt sich nach und nach; und von neuem erscheint der Vater mit dem Mehlsack, und die Mamka mit den aufgekrempelten Aermeln, die eifrig den Teig knetet, dann tigelt ihr ein füßer Geruch von gebackenem Brot den Gaumen, und sie bewegt unaufhörlich die Kinus backen. ( Schluß folgt.) Kleines Feuilleton. " - Die Polizei als Zensor. Im Münchener Boltstheater werden gegenwärtig Hauptmann's Weber" gegeben. In den ersten Vorstellungen durfte Moritz Jäger, eine Person dieses Stückes, nach der Vorschrift des Dichters noch zum Polizeikommissar sagen:„ Du, hab' ich vielleicht schon mal Dir die Schweine gehüt't?" Die Zu muthung nun, daß ein Polizeikommissar jemals Schweine hüten tönnte, war dem um die Standesehre besorgten Münchener Kollegen so ungeheuerlich, daß er den Rothstift spielen ließ und in den Mund des Weberführers die zahmere Phrase legte:„ Hab' ich vielleicht schon einmal mit Dir Brüderschaft getrunken?" " Falsche Zobelpelze. Vor einigen Tagen bezeichnete sich in einer Bar i fer Gerichtsverhandlung, in der es sich um einen Diebstahl mehrerer Zobelpelze handelte, ein Zeuge als artiste fourreur ( Runsttürschner). Bei weiterem Ausfragen nannte er sich Zobelmaler. Seine Kunst besteht laut„ Voss. 3tg." darin, gemeine, einheimische Kaninchenbälge, die kaum einen Franken das Stück werth find, mittels Farbe und Pinsels in Zobelfelle zu verwandeln, die find, mittels Farbe und Pinsels in Zobelfelle zu verwandeln, die für mindestens 100 Frts. verkauft werden, oft sogar noch theurer. Die Kaninchenzucht bildet eine unerschöpfliche Hilfsquelle für das Pariser Kürschnergewerbe. Je nach der Mode verwandelt sich der Raninchenbalg in Zobelpelz, Hermelin, Blaufuchs und wie alle die berühmten Pelzwerke heißen. Vererbung von Geisteskrankheiten. In dem englischen Journal of Mental Science" giebt John Turner eine Statistit über die Vererbung von Geisteskrankheit. Turner hat über 1039 Fälle im Asyl der Grafschaft Essex Material gesammelt, um festzustellen, in welcher Weise die einzelnen Geisteskranken elterlicherseits belastet waren. Es hat sich herausgestellt, daß die weiblichen Nachkommen Wüste unter der Geisteskrankheit der Eltern häufiger zu leiden haben, ferner, daß die Gefahr der Vererbung dann größer ist, wenn der Vater geistesSo hatten 106 frank ist, als wenn dies bei der Mutter der Fall. geistestranke Väter mit normalen Müttern 107 geiftestrante Söhne Dagegen gingen aus 236 anderen und 138 geistestranke Töchter. Ehen, bei denen der weibliche Theil geistestrant war, nur 113 geistesfrante Söhne und 128 geistestrante Löchter hervor. Während also auf einen geisteskranken Vater mehr als 2 geiftestrante Rinder kommen, haben die geisteskranken Mütter im Durchschnitt nur ungefähr ein geistestrantes Kind. Im ganzen war die Vererbung auf die Töchter fast doppelt so häufig wie auf die Söhne. Kein Ausweg! Kein Gedanke in diesem Kopf! Leere, verworrene Empfindungen, Nummer, Angst, Einsamkeit, als die männlichen, und Hoffnungslosigkeit. Essen!" spricht eine flehende, klägliche Stimme aus einem Winkel. Aber der kleine Kindskopf bleibt unbeweglich, wie an das Fenster genagelt; und die Wimpern zittern über den weit aufgeriffenen, brennenden Augen, und große, dicke Thränen laufen eine nach der andern auf die Wangen herab. Er wird kommen, er wird kommen, der Bater!" murmeln die ausgetrockneten Lippen Er wird Brot bringen, viel, viel Brot... D wieviel Brot, wieviel Brot wird er mitbringen!" Und es kommt Paraguta vor, als tnirsche der Schnee unter Schritten, als nähere sich jemand der Jsba und berühre das VorlegeSchloß. In der Dunkelheit huscht sie tappend zur Thür, lauscht eifrig an dem Spalt, horcht auf jeden Ton, jedes leise Geräusch... Niemand! Nichts als der Wind, der mit flagender Stimme sein Nachtlied fingt. Und voll neuem lehnt sich die Kleine gegen das Fenster; von neuem schießt ihr ein ganzer Strom von wirren, abgeriffenen Gedanken durch den Kopf; fie glaubt Schritte zu hören und befindet sich wieder an der Thür. Essen, Paraguka! Gieb zu essen!... Mir thut das Herz fo web!" Die fieberglänzenden Augen erlöschen nach und nach; die schweren Wimpern senken sich, der kleine Kopf neigt sich. Geräuschvoll öffnet sich die Thür, und der Vater tritt ein; stöhnt unter dem Gewicht eines Mehlsackes. " er Bater! Bater!" ruft Paraguta, auf ihn zueilend und heftig bie Schöße seines Raftans erfassend. Literarisches. M. v. Egidy: Ueber Erziehung". Bern. A. Siebert. 1896. Preis 60 Pf. Das vorliegende Heftchen ist der dritte Band der von der Schweizerischen Gesellschaft für ethische Kultur herausgegebenen ethisch sozialwissenschaftlichen Vortragskurse. Der be. unklare Politiker v. Egidy, der seinen kannte Ethiker und Offiziersrock um sich der Agitation für ausgezogen hat, feine Jdeale, die Versöhnung der Klassen, zu widmen, verlangt in diesen Vorträgen vor allem die ständige Selbsterziehung von jedem, der irgendwie wirken will, in hervorragender Weise natürlich auch von demjenigen, der sich der Jugenderziehung widmet. Es fließt diese Forderung ja aus der selbstverständlichen Thatsache, daß das wesentlichste Moment in der Erziehung oder, wie Egidy es aus drückt, daß aller Erziehung Geheimniß das Beispiel ist. Die Dar stellung Egidy's ist etwas breit und schwülstig; die von ihm angeführten Gedanken und Forderungen, die er ohne Begründung aufstellt, lassen sich bedeutend türzer und klaver 120 faffen. Bemerkenswerth ist seine scharfe Gegnerschaft zum Christen-| liche Dampfmaschine und die beiden Dynamos ein, und der vordere thum; den Gedanken, daß wir nur elende, schwache Sünder seien, Theil, der ähnlich wie ein Schiffsbug, schnabelförmig zuläuft, um die nach Gnade und Erlösung durch andere rufen, bezeichnet er als den Luftwiderstand besser überwinden zu fönnen, bleibt für die eine uns eingeimpfte irrthümliche Vorstellung, die einem fräftigen Maschinenführer frei. Das ganze ist mit einem metallenen RegenBewußtsein von der Befähigung zu wollen und sich zu üben, diesen dach versehen. Die Höhe der Maschine beträgt faft vier Meter, ihre Grundfaktoren der Selbsterziehung, hinderlich sei. Vernünftiger- Länge von Puffer zu Puffer 18 Meter. Jeder der beiden Waggons weise verlangt er eine Beseitigung derartiger schädlicher Bor- hat vier Achsen; die ganze Maschine läuft also auf 16 Rädern, die ftellungen. Uebrigens geht er nirgends über schwache Andeutungen direkt durch die Dynamomafchinen aktionirt werden. Troß dieser dessen, was er wünscht, hinaus. Länge soll die Fusée Nr. 2", wie die Versuche gezeigt haben, ઢ 迎 Kurven gut überwinden. Der Schauspieler Emil Drach wird das Deutsche Theater in München am 11. April übernehmen und es am 18. April mit einem von hervorragenden Bühnen kommenden neuen Personal eröffnen. Die Geschichte dieses Münchener Mufen tempels" gleicht in vielen Stücken der unseres Theaters des Weſten3. tie Theater. ojak dan Aus dem Alterthum. Humoristisches. s - Ein Knall proh. In einer von den„ Münch. N. Nachr." wiedergegebenen Gerichtsverhandlung schildert einer von dieser Sorte sich selbst folgendermaßen: Nehmen's a mal an wia i ausschaug mit meine Fünfavierz'ge( fünfundvierzig Jahren)! Net z' dick und net z' mager, g'wachsen wia a Pfeifenröhrl, a Geld hamer, a Haus hamer, d' Einrichtung g'langt( reicht) für an Grafen, mei GoldBei den Ausgrabungen, die von dem deutschen und Stoanerzeugt( Brillantringe), wia i's da an mir trag, foſtet Archäologischen Institut in der Nähe des Areopags zu Athen mehrer wia ganzer G'wandladen z'jammt an Zuechlager! Nacher veranstaltet werden, ist dieser Tage ein unscheinbarer Gegenstand fimmt a feiner Fucker, a Furträrä( Forterrier, ein englischer Jagdgefunden worden, der ein eigenthümliches geschichtliches Interesse hund) is' dahoam, a Viecherl dös fünfhundert Mark unter Brüadern hat. Es ist das Bruchstück von dem Rande eines großen, schwarz werth is' und von meiner Frau, von dene weiten Aermel und dene gefirnißten Thongefäßes, in deffen Oberfläche mit einem scharfen Broschna und Armreif mog'i gar net reden, dös is' bekannt Werkzeug in alterthümlicher Schrift die Worte Themistokles in die beffer'n Familien der ganzen Stadt. Mein Bua, der Jakob, Phrearrios eingerigt sind. Offenbar ist damit der berühmte Staats- hat a Verluzibett( Velosiped Fahrrad), ganz vo' Nickt mann gemeint, und wir haben eine der Scherben vor uns, welche um 500 Martl, und trotzdem san mer mit jed'n Menschen bei dem 470 vor Chr. abgehaltenen Scherbengericht gemein, ham foan Protz und bilden uns nig ein. ( Ostrakismos) abgegeben wurden, durch das Themistokles genöthigt wenn mer an Charakter ham und uns von an armen Fretter nig'n ward, Athen zu verlassen. Derartige Dstraka sind bisher drei be- fagen lassen, wenn mer uns mit solchene Lent' fag' i, die höchstens fannt. Eine Scherbe trägt den Namen des Oheims, auf zweien so viel haben, als nothwendig braucha, überhaupts net abgeben, steht der Name des Vaters des Perikles verzeichnet. nacher wär' die Bagaschi beleidigt. I fann' so an Mensch'n gar net beleidigen, i verzicht auf die armen Leut 3 ganze Jahr und the damit Schluß." Physikalisches. Fester Sauerstoff. Die Verflüssigung der Luft, die epochemachende Erfindung des Prof. Linde in München, ist bereits übertrumpft. Der„ Electrical World" zufolge ist es dem Physiker Prof. Dewar gelungen, flüssigen Sauerstoff mit Hilfe von Magnetismus in den festen Zustand überzuführen. Dieser feste Sauerstoff hat eine gallertartige Beschaffenheit. " Technisches. = Aber Als Berthold Auerbach bereits einen literarischen Namen batte, fam einst ein Bauer zu feiner Mutter, die in Nordstetten auf dem Schwarzwald lebte, und sagte: " " Edel"( so hieß Auerbach's Mutter mit dem Vornamen), ich hab'" Dich fragen wollen, ich hab' ein Entele, der ist einer der besten in der Schule, der ist gar gut kopfet( hat einen guten Kopf), jetzt, wie ist's? Nimmt Dein Berthele nicht auch einen Lehrbuben an?" Er weiß es besser. Unlängst machte eine Batterie von der schweizerischen Artillerieſchule aus einen Ausflug übers Land. Boran reiten die vier Trompeter mit ihrem Instruktor, namens Schnepf. Wie sie gegen ein Landstädtchen herankommen, das zufälligerweise der Heimathsort des Hauptmanns ist, will fich Er reitet daher zum dieser den Bewohnern bemerkbar machen. Instruktor heran und fagt: Sägit, Schnepf, der blasirt doch eis („ Durch die Stadt durch.")„ Nei füri Gotfeel nüt, aber dür Tropete düre wei mer jetzt grad eis dür's Städli düre!" Hauptme," dür's Städtli düre blase mer mi " antwortete Schnepf, pfiffe." Vermischtes vom Tage. In Posen find drei Kinder erstickt. Die Mutter hatte sich für turze Zeit entfernt und die Thür verschlossen. Während ihrer Abwesenheit fiel der Ofen um und setzte die Wohnung in Brand.. Eine Urania" wird auch in Breslau ins Leben treten. - Heilmann's elektrische Lokomotive. Die vor etwa drei Jahren von der französischen Westbahn, zuerst in der Nähe von Havre und dann bei Argenteuil, angestellten Versuche mit der elektrischen Lokomotive, System Heilmann, haben zu so günstigen Ergebnissen geführt, daß die Betriebsleitung der genannten Bahn fogleich Auftrag für Befchaffung zweier neuen Maschinen der gleichen Gattung ertheilte. Diese beiden Lokomotiven, an denen noch wesentliche Werbefferungen angebracht worden sind, sollen, wie der Monde illustré" erfäbrt, nun beinahe fertig sein und im kommenden Frühjahr d. h. nach etwa zweijähriger Arbeit in Dienst gestellt werden. Ein Berichterstatter des genannten Blattes besichtigte eine der neuen Maschinen, die" Fusée Nr. 2", vor furzem und schildert nun die von ihr und ihrer Schwestermaschine gebotenen Bortheile. Bei der Konstruktion tant es vor allem darauf an, die bisher von den gewöhnlichen ExpreßzugDer erste diesjährige Schmetterling ist glücklich in Maschinen erlangten Geschwindigkeiten, sowie auch die lebendige, Westend angekommen. Hocherfreut meldet uns das ein Abonnent. an der Achse zur Verwendung gelangende Kraft zu vermehren. Der Falter ist ein bunter Feuerfalt".Beides ist in hervorragendem Maße erreicht worden; denn Ronservirte Tannenbäume giebt es jetzt. Gie während die bisherigen Maschinen nur ungefähr eine Zugkraft von halten ihre Nadeln wie lebende feft und verändern ihr Aussehen 600-700 Pferdefräften entfalten, soll die Fusée Nr. 2" 1500 Pferde- nicht. Man will mit ihnen besonders nach den Tropen ein Geschäft fräfte aufweisen. Die vor drei Jahren versuchte elektrische machen. Maschine erzielte in der Stunde eine Schnelligkeitsleistung von 108 Kilometern, wobei sie einen aus acht Waggons bestehenden Zug beförderte. Die jetzt in Rede stehenden Waschinen erreichen bei schwerfter Belastung 100 Kilometer, bei normaler Belastung sogar 130-140 Kilometer, beides auf ebener Strecke. Dant dieser erheblich gefteigerten Zugkraft der Heilmann'schen Maschinen gegenüber den bisherigen Lokomotiven fönnen nunmehr schwerere, längere und mit reichlicherem Komfort ausgestattete Waggons zur Verwendung gelangen, die Züge felbft länger sein, daher mehr Personen Personen und diese diese in kürzester Beit befördert werden. Außer diesen Vortheilen größerer Schnelligkeit und vermehrter Kraftentwicklung müssen dann noch die beiden weiteren der größeren Stabilität und des verminderten Verbrauchs von Brennmaterial in Rechnung gebracht werden. Die größere Stabilität wird hauptsächlich dadurch erreicht, daß die Maschine felbft ziemlich schwer ist( 110 Zonnen), während ihre Räder oder vielmehr die der beiden Waggons, auf denen sie untergebracht ist, sehr niedrig sind ( Durchmesser des. Radkranzes 1,16 Meter.) Auch der Bau der Maschine selbst trägt zur Bermehrung der Stabilität bei, denn die beiden Dynamos, sowie auch die Dampfmaschine Dampfmaschine befinden fich in aufrechter Stellung in der Mitte der die zwei Waggons verbindenden Plattform, so daß die durch die- In New York sind im verflossenen Jahre 252 350 Bewegung der Maschinentheile erzeugte Erschütterung nur sehr Zwischendecks- Bassagiere gelandet. wenig auf die Waggons des Zuges übertragen wird. Der Resfel In Futschau( China) brach in einem Tempel, in dem eine befigt eine außerordentlich große Heizsfläche, woraus fich die Material Theatervorstellung gegeben wurde, Feuer aus. Ueber 300 Personen, ersparniß erklärt, und ist auf dem hinteren Theile der Gesammt zumeist Frauen und Kinder famen in den Flammen um. Von den maschine untergebracht. Die Mitte nehmen, wie erwähnt, die eigent: 40 Schauspielern fonnten sich nur vier retten. Berantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. " - Ein eigenartiges Firmenschild ist seit einigen Tagen in Breslau zu sehen. Geht man am Abend über den Ring, so sieht man am Firmament in großen feurig- weißen Buchstaben den Namen einer Firma. Nach Verlauf von 15 Sefunden verschwindet das Ganze in tiefstem Dunkel, um nach 5 Minuten wieder in roth, blau, grün 2c. zu erscheinen. -Im städtischen Schlachthaus zu Königsberg find Fleisch vorräthe im Werthe von 60 000 m. verbrannt. Auf den galizischen Lotalbahnen ist infolge von Schneeverwehungen der gesammte Verkehr eingestellt. Paris. Der Präsident des Preßsyndikats erhielt einen mit 100 000 Fr. beschwerten Brief. Der Absender bestimmte das Geld als einen Preis, der demjenigen zufallen soll, der das beste Werk über Kunst, Industrie oder öffentliches Wohl verfaßt. -In der Provinz Malaga( Spanien) ist für 16 Millionen Zuckerrohr erfroren. =