Anterhaltungsblatt des Vorwärts 19] Nr. 41. Freitag, den 26. Februar. ( Nachdruck verboten.) Jakob der Lekke. Eine Waldbauerngefchichte aus unseren Tagen. Bon Peter Rosegger. " Nachher ist's recht," sagte sie und stand auf. Er wollte es auch thun, blieb aber in fniender Stellung vor ihr und schaute mit halbgeschlossenen zuckenden Augen zu ihr empor. Deb' Dich, Büberl!" rief sie schneidig, heb' Dich und merl' Dir's, mit tecken Dirndeln ist's nicht gut Krebsen essen." Dann wurde fie ernsthafter und fuhr fort: Mußt aber nicht glauben, Friedel, daß ich jedem Burschen so nachlauf', wie Dir. Ich weiß recht gut, was ich werth bin, aber Du gefällt mir und haft mir schon lang' gefallen. Du hättest mich nicht angesprochen, bis zum jüngsten Tag nicht. So lang' mag ich nicht warten. Ich sag' Dir's truz, Friedel, ich hab' Dich gern." Der Friedel- der sanfte Friedel sprang auf und riß sie stürmisch an seine Brust. " Oho!" rief fie und schob ihn fräftig zurück. Ich bin start genug, daß ich mich vertraue und bin stark genug, daß ich mich erwehre. Ein Bussel für diesmal und gut ist's." Und gut war's. Es ist nicht zu beschreiben, mit welchen Empfindungen der Friedel seines Weges ging, nachdem die FurchenbauernTochter mit ihrem Korbe umgekehrt war. Hundertmal war er stehen geblieben und hatte nach ihr umgeschaut und sie war doch längst nicht mehr zu sehen. Er schlug sich die Fauft auf die Brust und sagte mit unerhörtem Nachdruck: Die wird mein Weib!" " Dann ging er ruhig die rauschende Sandach entlang, fletterte dort, wo der Weg zerrissen war, flink an den Hängen hin, kam stillvergnügt heim, und das frohe Leuchten seiner Augen beglückte Bater und Mutter. Wie sehr that dem bekümmerten Jakob das Glück der Kinder wohl! Er dachte nicht allein an die feinen erwachsenen, sondern auch an die fremden kleinen, die völlig aufsichtslos in der Gegend umherliefen. 1897. fagte alte Naß war auf einem Ohr schwerhörig. Er hörte er zu den Kindern gern mit demselben Ohr nur der Leute Reden nicht immer ganz genau, besonders das Zischeln und Munkeln und Tratschen nicht, gottlob! Hingegen höre er etwas ganz anderes. Sein Ohr es war das rechte habe wunderlicherweise die Gabe, Thiersprachen zu verstehen, die von anderen Leuten nur für Bellen oder Blöken oder Zwitschern gehalten würden. Wenn die Menschen wüßten, was der Zugochs, oder der Kettenhund oder andere über sic sprächen! Zum Herzabdrücken wär's! Eines Tages führten mehrere Knaben den Naiz hinab zu den Bacheschen. Dort hatten sie Vogeljanghäuseln aufgestellt und der Naz sollte auch mitthun. Da hatten sie aus Stäben viereckige Häuschen so gezimmert, daß zwischen den Stäben Fugen blieben, durch welche man ins Innere schen fonnte. Das faum einen Geviertfuß weite und einen halben Fuß hohe Häuschen hatte über sich einen Falldeckel, der durch ein Stänglein zur Hälfte aufgespreizt werden konnte. Dann ruhte diese Spreize mit dem unteren Ende auf einem sehr Leicht beweglichen Querbrettchen, welches mitten im Häuschen wagrecht gespannt war. Auf dieses Querbrettchen waren Haufförner oder Brotkrümchen oder anderer Köder gelegt. So war die Vorrichtung nun ins Gebüsch oder auf den Baum gestellt. Kam der Vogel geflogen, um den Köder zu picken, so mußte er sich auf das Querbrettlein sehen, in dem selben Augenblick fiel die Spreize, der Deckel flappte zu und der Vogel war gefangen. Als sie nun zu den Eschen famen, erhoben die Knaben ein Freudengeschrei, in einem der Fanghäuschen flatterte ein herziges Rothkehlchen. Wie es luftig hüpft und singt!" rief einer der Knaben, denn das Thier flatterte angstvoll hin und her im engen Raum und zwitscherte erbärmlich. Der Natz fletterte auf den Stamm. Muß ich doch wissen, warum Du gar so lustig bist!" sagte er und hielt sein rechtes Ohr an das Häuschen. Mit dem Zeigefinger winkte er: Pst! fie sollten ruhig sein! Und that, als horche er dem Thiere. Das ist jetzt eine schöne Geschichte!" sagte er. Dem Vogel ist's nicht recht da drinnen." Dann horchte er wieder. -Armer Kerl!" rief er endlich und zu den Knaben gewendet: Er flagt und weint, daß sich ein Stein funnt erbarmen. Sein Weibchen, sagt er, size im Nest bei den Jungen, er sei ausgeflogen, Rörner und Käfer zu suchen, um seine lieben Lente zu speisen. Und jetzt sei er in dieses Unglück gerathen und die Seinen müßten verhungern und verderben." Im Altenleuthäusel des Grubbauernhofes, dort, wo der Donnersgrabenbach zur Sandach stößt, war früher die Schule gewesen. Die Bauern hatten den Schullehrer- der letztere war in Ermangelung eines besseren ein ausgedienter Feldwebel gewesen selbst versorgen müssen, sie hatten ihm kein Geld gegeben, sondern ihn mit Lebensmitteln ausgerüstet. Die 1 Auswanderungspest hatte auch diesen Feldwebel hinweggerafft. Auslassen, auslassen!" schrie einer der Knaben. Er verdingte fich in eine Eisenhütte als Kohlenschlepper, da" Siehst du!" rief der Natz gegen den Vogel gewendet, gab es Geld. Zwar mußte er es wieder ausgeben und mehr siehst du, wie du Glück haft! Sie wollen dich auslassen. als er hatte, so daß aus dem Gelde Schulden wurden. Aber Sind ja lauter brave Jungen, die ein Herz im Leib haben Baargeld in die Hand friegen und mit Baargeld umher- für ein armes liebes Bögerl." werfen, Kleider nach der Mode tragen und Sonntags mit filbernen Uhrketten den feinen Herrn spielen, für diesen Krämerspaß und solches Geckengeflunker opferten sie ihre frische freie Luft, ihre Kraft, ja ihr Leben. Um die Altenmoofer Schule fümmerte sich feine Behörde mehr. Die Bergbanern leisteten zwar ihre Steuer auch für die Schule; doch um des Bauern Geld erbaut man in den Städten Schulpaläste, Bildersäle, Komödienhäuser. In den Gebirgen oft weit und breit keine Schule. Dann wirst man dem Bauer Bald darauf zwitscherte eine Schwalbe. Was sagt sie?" vor, daß er roh und ungeschult ist, spottet seiner und be- fragten die Kinder den Nat. Bevor dieser noch den Mund nachtheilt ihn. Bauer! Wenn Du Dir selbst nicht mehr aufthat, trillerte die Schwalbe frisch und klar: helfen kannst, dann ist es aus mit Dir. sparen! Thut's sparen! Als ich fortzog im Herbst, sind alle Kisten und Kästen voll g'west; im Lenz, als ich wiederum fam', ist alles vertritschelt, vertratschelt!" Und Auslaffen, auslaffen!" schrien jetzt alle. Der Natz hob den Deckel und der Vogel flog wie ein Pfeil in die freie Luft. So trieb er's. Und einmal fam's besonders feltsam. Er ging mit mehreren Kindern über den Reuthofer Grund. als sie am Schachenraine waren, hörten sie, wie eine Wachtel ihr:" Bizimit! Biziwi!" schrie. Die Knaben lauschten und riefen: Hörst Du? Der Bogel sagt: Siehst mich nit! Juch, jetzt verstehen auch wir den Bogel." „ Thut's Jetzt, da es so stand zu Altenmoos, war der Pechölbrenner- Nat herfürgegangen aus seinem Donnersgraben und hatte dargethan, daß er die Buchstaben tenne, ja viele der- Der Nat war verblüfft, denn er hörte die deutlichen felben fogar mit Kreide an die Wand zu schreiben wisse, auch Worte des Vogels nicht allein mit dem rechten, sondern auch die Ziffern, und ob er diese merkwürdigen Künste nicht den mit dem linken Ohr, und was er den Kindern sonst nur vorfleinen Leuten beibringen dürfe, so lange sie noch zu schwach gefabelt, das hörte er jetzt selbst, ihm ward der Vögel Sprache wären, andere Arbeiten zu betreiben. Im Haselgebüsch schlug eine Amfel, fie schlug hell und munter, daß es weithin gellte in der sonnigen Luft, und ihr Sang ging plötzlich in die Worte über:" Folgt's ihm, Kinder, folgt's ihm, folgt's ibm! Der Natz ist ein braver Mann! Ist ein braver Mann!" fund! So hatten die wenigen Altenmoofer Kinder wieder einen Schullehrer, und einen gar luftigen! Er saß mit ihnen an Sommertagen gerne unter dem Ahornbaum, welcher vor dem verfallenen Wegerer- Hause stand, oder er ging mit den Kindern am Bache entlang, am Waldrain hin und sprach zu ihnen Freilich ging dem Nazz jetzt ein Licht auf, er erkannte über Bäume und Blumen und Wasser und Stein und Thiere, die Schelmenkunft des Luschel- Peterl, der im Gesträuche vers und erzählte alles, was er von solchen Dingen wußte. Der borgen war, hütete sich aber, die Kinder darüber aufzuklären. 162 Stahl Gelb ober Blut! Diese erzählten es daheim, die Vögel thäten fingen: Der Nat ist ein braver Mann! Auf solche Weise wurde der Pechöl- Nazz immer mehr der Mittelpunkt der kleinen armen Rinderwelt zu Altenmoos. Manch mal, wenn das behendige Männlein auf einem Steine oder auf dem grünen Rasen saß und die Kleinen sich im Kreise ver sammelten, erzählte es alte Geschichten, und wie es vor Zeiten zugegangen war in Altenmoos, wie die Leute gelebt und gearbeitet hatten und für einander eingestanden waren in aller Freud' und Noth; sang unter Bitherbegleitung sogar Lieder, wie sie die Vorfahren gesungen, und die Kinder sangen mit und waren voller Fröhlichkeit. Geld oder Blut!" rief es und am Fenster erschien der Brauntopf eines jungen Burschen. " Ja freilich," lachte die Angerl auf und verhüllte keusch ihre Andacht, der mich erschrecken wollt, der müßt' ein anderes Ausgeschau haben wie Du." Der junge Florian Hüttenmauser sah in der That nicht so aus, als ob die feinen Dirndeln vor ihm davonlaufen müßten. Den Kettenhund funnt'st just loslassen," sagte nun der Bursche. Fünf Junge im Robel! So eine Familie haben und an der Rette hängen! Was wolltest Du dazu sagen?" ,, Laß ihn nur los," sagte sie. " Ich bedank' mich," antwortete er. Wir zwei stehen nicht ganz gut miteinder, der Waldl und ich. Aber das magst mir glauben, so lang' das Bich nicht ledig ist, giebt's keine Ruh' in der Nacht. Es bellt nur an der Kette." Ja freilich, Dich wird sein Bellen irren drüben beim Hüttenmauser!" und ,, Drüben nicht, aber herüben," sagte der Florian, jetzt sei so gut, Angerl, und mach die Thür auf." " Nein, mein Bürschel," versetzte sie, die Thür mach' ich nicht auf." So steige ich beim Fenster hinein." Da geschah es auch, daß der Jakob der schon etwelche graue Haare auf dem Haupte trug-mitten unter den Kindern saß und horchte und mitthat und dann brütend in sich versant. Wie dieser Mann, schwerer Sorgen voll, zu altern begann, so ward der Pechöl- Naz wieder jung. Hatte er doch lauter frische, frohe Jugend um sich, und Jugend auch in der Erinnerung an sonnige Zeiten. Er war immer arm und verborgen gewesen, und wie sein Ohr taub war gegen schlimme Red', hingegen der Vögel Sang verstand, so war sein Auge stets blind gewesen für das Elend der Welt und hatte nur das Anmuthige und Erfreuliche gesehen. Er sah auch jetzt den Untergang nicht, er sah das Aufleben. An den Ruinen der Häuser ging er gedankenlos vorüber, an den jungen Lärchen- und Fichtenbeständen freute er sich und sagte: Das wird einmal ein schöner Wald! Je weniger Menschen sich fanden in Altenmoos, desto mehr sah und hörte er Gevögel, Hasen und Rehe, im Wasser Forellen, in den Höhlen Füchse, Marder und anderes Gethier. Das tam ihm Er schwang sich, steckte den Kopf herein, stemmte den lustig vor. Der Nat behauptete, daß vor Jahren eines seiner Arm nach ein Ruck und der junge hübsche Kerl stand in Weiber ihm schon einmal graue Haare ausgezupft hätte, jetzt der Stube. Dort war sein erstes, daß er die Art nahm und aber wären alle wieder schier schwarz. Wenn es so fortginge, mit dem Daumen ihre Schärfe prüfte. Hat eine gute so müsse er nochmals an eine Paarung denken, aber an eine Schneid"", sprach er, aber weißt, Dirndel, ich hab' eine noch flügere, als die früheren gewesen; es frage sich jedoch, ob es bessere." unter den zwanzigjährigen Mädeln eines gebe, das für ihn munter genug wäre. Die Liebe ist da! So stand zur stillen heiligen Hoffnung des Jakob neue Jugend auf in Altenmoos. Und in den Reuthof fast gewaltsam die Liebe ein. eine zog Eines Sommersonntages war der Jakob wieder einmal nach Sandeben gegangen. In Altenmoos waren die Handwerker abgekommen, so mußte man Kleider, Geräthe und Werkzeuge in Sandeben machen lassen. Jetzt sollte auch in Altenmoos Baargeld sein und um solcherlei hatte sich der Renthofer zu bekümmern an Sonn- und Feiertagen, da er sonst in seiner alten Bibel sich zu erbauen pflegte und frohe Sonntagsruhe gehalten hatte. Diesmal waren auch sein Weib und der Friedel mit nach Sandeben gegangen, erstere, weil das Fest der heiligen Dreifaltigkeit war, letzterer, weil er draußen in Sandeben etwas Liebes wußte. Er bewahrte seine Liebe zur Jderl als tiefstes Geheimniß und hatte keine Ahnung, daß sie aus seinen munteren Augen leuchtete, aus seinem hellen Jauchzen hinaustlang in die schöne Gotteswelt. Der Jakob und die Maria blickten sich manchmal verständnißvoll an. Furchenbauer's Jda! Sie hätten nichts dagegen, wenn's einmal so weit kommen und der Friedel ein junges Weib heimführen wird in den Reuthof. Wenn der Friedel gleichwohl nicht Jakob heißt, so soll er baß seinen ersten Buben so heißen, denn die Jakobe dürfen nicht abkommen in diesem Hause. Sie nahm die breite Holzart von der Wand, hielt dieselbe gegen das Fenster und sagte mit drohender Geberde: Sobald Du den Kopf hinein steckst, purzelt er unter den Tisch hinab!" Ist schon recht," antwortete er, ich will mich just einmal von Dir töpfen lassen." Jetzt, daß Du nicht umsonst hereingestiegen bist," sagte die Angerl und fuiete mit der Rosenkranzschnur wieder an den Tisch, jezt mußt Du mir beten helfen." Beten? Das kann auch jedes allein." " Zwei richten mehr aus als eins." Das wohl. Aber nicht beim Beten." So antwortete der Bursche und legte seinen Arm um ihren Nacken. " Uh, wohin willst denn mit mir fahren, daß Du mir ein so schweres Halsjoch anlegst?" fragte sie. ( Fortsetzung folgt.) Morgen, Mops! Vor Jahr und Tag lief durch alle gutgesinnten Zeitungen die Beschreibung eines Stalles, den eine Königin für ihre Hunde erbaut. Der begeisterte Sänger fonnte sich garnicht genug thun in der Schilderung, ein wie herrliches Leben diese auserforenen Vierfüßler führten. In hellen, hohen Gemächern, die von Marmelstein gleißten, wohnten sie, jeder habe sein eigenes Bettchen, für jeden werde extra gefocht; und wenn einer stürbe, werde er in einem schönen Park begraben, unter uralten Bäumen, und fein Bild tomme in die hündische Ahnengallerie. Ungefähr zu derselben Zeit brachten dieselben Blätter die Nach richt, daß alle Morgen hinter der Berliner Zentral- Markthalle ein Auflauf entstehe, hervorgerufen von Arbeitslosen, die sich um die halbverfaulten Aepfel rauften, welche die Hallenhändler in den innstein geschüttet. Ich weiß nicht, ob dainals diesen Hungernden und Frierenden die Beschreibung des ausländischen Hundeparadieses unter die Augen gekommen. Gut wäre es jedenfalls gewesen; denn überzeugender hätte ihnen die Gerechtigkeit der heutigen Weltordnung wohl nicht bewiefen werden tönnen. Da sich an diesem Tage auch die paar Dienstboten zerstreut hatten, theils ebenfalls in der Kirche, theils bei der Heerde auf der Weide waren, so fand sich die Angerl allein Die Welt hat sich seitdem gedreht. Und was vor Jahren nur daheim, um das Haus zu hüten. Sie verriegelte die Thür, tniete an den Tisch hin und hielt still und fromm ihre im Ausland möglich schien, hat heute auch im theneren Vaterlande Sonntagsandacht. Sie sprach den" goldenen Rosenkranz". Weil begeisterte Anhänger und Lobfänger gefunden. Mögen auch noch einige feinnäfige Zeitungsbefizer verärgert behaupten, die Hauptfie ganz allein war, so faltete sie recht herzinnig die Hände, mann'schen Dramen röchen nach Hundebraten, so ist es doch zur schaute mit ihren treuen unschuldigen Augen zu den Bildnissen unbestreitbaren Thatsache geworden:" Tout- Berlin", Ganz- Berlin des Hausaltares auf und betete:" Jesus mein' Lieb', Maria steht im Zeichen des Hundes, und Halb Berlin" selbstverständlich mein' Hoffnung, Josef mein' Chr', Joachim mein' Fürbitt, auch. Endlich hat ein würdiges Objekt gefunden, das man all seine Liebe, all feine Anna mein' Helferin! Steht uns bei in der Noth, jetzt und auf Bärtlichkeit, und Mitleids wenden auch in dem Tod, Jesus, Maria, Josef, Joachim und die ganze Fülle des Wohlwollens fann. Nicht mehr wird fernerhin die Langeweile spinnen in Anna!" den hohen Palästen, Billen und Pruntgemächern: Pinscher ist's Banier und foll es bleiben. Zu den offenen Fenstern leuchteten die gegenüberliegenden sonnigen Waldlehnen in die Stube, eine Hummel läutete zu einem Fenster herein, zum anderen hinaus. Es war ein heiliger Frieden ringsum und das Mädchen betete. Plöglich schlug draußen der Kettenhund an. man " Wie alle Blüthen der Zivilisation, ist der Kultur- Mops und Favorit- Hund nicht auf einmal über Nacht gekommen. Schon die älteften Geschichtsquellen erzählen von Seidenbündchen, die von und in Frauenzimmern wohl gelitten waren. Aber damals hatte man 163 • noch einen robusten Naturgeschmack, man gab etwas aufs Fell und| Stadtverordneten besitzt. Außerdem wählt jeder Stadtbezirk einen verstieg sich höchstens in der strengsten Kälte zu einem wärmenden Alderman auf Lebenszeit in den Gemeinderath, also das, was man Deckchen. Im vorigen Winter sah man in den Straßen Berlins bei uns in Deutschland Stadtrath nennt. Alle diese Wahlen sind schon ehrbare Möpse, angethan mit Stehkrägen und schwarzen vollkommen frei. Sie bedürfen feiner Bestätigung weder von seiten Halsbinden; und sie stiegen daher wie Honoratioren und Respekts- eines Ministers, noch von seiten der Krone. Aus den Aldermännern personen. Aber die höchste Blüthe war das auch noch nicht. Die und den Common councilmen setzt sich dann weiter eine Art Bezirkss ift erst vor kurzem aufgebrochen. Und von ihr singen und sagen die rath( wardmote) für gewisse kommunale Angelegenheiten zusammen. Chronisten also: Obgleich die Londoner Stadtverordneten Versammlung 206 Mit Der echte Kulturhund darf nicht zu groß und nicht zu klein glieder zählt, genügen doch schon 40 Mitglieder, also noch fein; die Rasse spielt teine Rolle. Er besißt sein eigenes Zimmer, nicht ein volles Fünftel der Gesammtzahl, für ihre Beschlußfähigkeit. das an das Boudoir seiner Herrin grenzt. Selbstverständlich schläft An der Spize aller städtischen Körperschaften steht der Oberbürgerer in seinem eigenen Bettchen und hat sein eigenes Nachtzeug". meister oder Lordmayor von London. Im Gegensatz zu den AlderHat er genug geschlafen, dann drückt er mit dem linken Vorderfuß männern, deren Aemter bloße Ehrenamter ohne jede Vergütung von an die elektrische Klingel. Sofort erscheint seine Kammerzose. Sie feiten der Stadt sind, bezieht der Lordmayor ein Gehalt von 200 000 wünscht ihm einen guten Morgen, hebt ihn aus dem Bette, wäscht, Mart jährlich; dazu stellt ihm die Londoner Bürgerschaft eine volltämmt und frisirt ihn. Dann schlüpft der Herr Hund in die Haus- tommen eingerichtete Amtswohnung und den freien Gebrauch der Kleider, die Filzpantoffelchen, und nimmt sein Frühstück ein. Darauf städtischen Equipagen zur Verfügung. Dennoch würde man sehr in wird er wieder gewaschen, aber nur um das Schnäuzchen herum. der Annahme irren, daß ein Lordmayor von London während seines Nun erscheint seine Herrin, um mit ihm zu spielen. Erst thut er Amtsjahres irgend welche Ersparnisse machen könne. Zweimal mürrisch, bald aber wechselt seine Stimmung, und er frißt Zucker, hunderttausend sind in der großbritannischen Metropole, wo man nach soviel er nur hinunterbringen kann. Davon muß er husten, und der Pfunden und nicht nach Mark rechnet, erst zehntausend. Bis jetzt ist Schrecken ist groß. Schon will man nach dem Arzt schicken. Da flingelt es noch kein Londoner Lordmayor bei den vielfach an ihn gestellten, draußen. Es ist der Schneider und er mißt dem Hunde Hosen und höchst kostspieligen gesellschaftlichen und Repräsentatiospflichten aus mißt ihm Westen an. Ein Laufmädchen tommt angeheizt und dem Mansionhaus ohne Zusatz eines guten Theiles seines eigenen bringt in einem Karton ein mit Spigen besetztes Schlafmäntelchen. privaten Einkommens oder Vermögens geschieden. Deshalb können Bello ist zufrieden, seine Herrin auch. Während sie sich zurückzieht, auch nur sehr reiche Leute dieses höchste Ehrenamt der Stadt um sich zur Ausfahrt anzukleiden, wird Bello in seinen Promenaden- London übernehmen, und schon mancher der Erwählten hat es anzug gesteckt. Er strampelt mit den Beinen, wird aber ruhiger, wegen der großen Kosten vorgezogen, die mit einer Ablehnung der als sein Mundkoch erscheint. Der liest ihm eine lange Liste leckerer auf ihn gefallenen Wahl verbundene Buße von 1000 Pfund Sterl. Speisen vor. Ab und zu murrt der Hund, und das ist das Zeichen,( 20 000 M.) zu zahlen. Aus dem Obigen ergiebt sich, daß der daß er das betreffende Gericht wünscht. Wieder erscheint die Herrin, Amtsbezirk des Lordmayors von London sich auf die innere Stadt Bello werden zierliche Lederstiefelchen angethan, der Wagen fährt beschränkt, so daß der größere Theil des ganzen London gesetzlich vor. Zuerst geht's in die Läden, dann zu Bekannten. Wo man und offiziell eigentlich nicht zu London gehört. Die Verschiedenheit niemand zu Hause trifft, werden Karten abgegeben. Auch der Einzelverwaltung in den verschiedenen Theilen der Stadt hat für den Herrn Hund eine. Sie lautet: Bello, Mops. man durch den sogenannten„, County council" auszugleichen ver Am Nachmittag fehrt man nach Hause zurücd. Bello sucht. Der County council entspricht einigermaßen den preußischen nimmt das Diner in Gegenwart seiner Herrin ein. Dann geht er in Provinzial- Landtagen. Aehnlich wie aus Berlin hat man aus fein Zimmer und legt sich auf sein Sopha, auf seinem Stopftiffen London seit dem Jahre 1888 ein besonderes Verwaltungsgebiet oder steht in Seidenstickerei:„ Schlummere süß" oder" Zum Geburtstag". Verwaltungsland( administrative country) gebildet; es umfaßt Jns Theater darf Bello leider noch nicht mit. Die Theater 694,6 Quadratkilometer. Der County council der Stadt London direktoren sind noch zu altväterisch. Hoffentlich bessern sie sich. Da hat alle die Befugnisse, welche der Zordmayor und die ihm zur für wird Bello von befreundeten Mit- Kultur- Hunden eingeladen, zu Seite stehenden Stadtbehörden nach Ortsverhältniß und bestehender Soupers, Bällen und Reunionen, welchen Einladungen er mit der Ortsverfassung auszuüben nicht imftande sind. watschelnden Grazie eines Kommerzienrathes nachkommt. Schlafen geht Bello pünktlich mit seiner Herrin. In seinem Gemach brennt ein mattes Nachtlicht. Und erst, wenn er die Augen zugedrückt, entfernt sich leise seine 3ofe.. Dieser unter unserer Bildungs- und Besizerême einreißende Hundekultus kann als ein sehr sinniger betrachtet werden, wenn anders das Wort noch Geltung hat: Sage mir, wen und was Du liebst, und ich werde Dir sagen, was Du bist. Aber einige Uebelstände wird er doch im Gefolge haben. Giger!! Menschenstind! Wer wird Deiner noch achten, wenn erst das Hundeviehcherl die allgemeine Werthschäßung erlangt? Und Ihr, fettumblühte Tenoriften, Ihr mähnenumflatterten Saiten reißer und Klaviertrommler, seht Euch ja vor, der Kulturhund geht um! Kleines Feuilleton. -Abgefertigt. Der Sophist Sidonius, der einst in Athen Beifall fand, hielt sich selbst eine Lobrede, die darauf hinauslief, daß er in jedem philosophischen Systemie bewandert sei. Und so prahlte er:„ Ruft mich Aristoteles in das Lyceum, ich folge; Plato in die Akademie, ich fomme; 3eno in die Stoa, ich bin da zu Hause; Pythagoras, ich schweige." Da erhob sich der Philosoph Demonay aus der Mitte der Zuhörer und sagte:" Heda, Sidonius, Pythagoras ruft Dich!" Weber die Verwaltung der Stadt Schweiß von der Stirne trockneten. Es wurde gewöhnlich in einer London Das Taschentuch bei den Alten. Die alten Griechen und Römer hatten fein„ Schnupftuch" in unserem Sinne, sondern nur ein Tuch, das sogenannte sudorium", womit sie sich den Falte der Tunika oder lose um den Hals geschlungen getragen. Die athenischen und römischen Stuter brachten die Mode auf, ein folches sudorium" in der Hand und ein anderes im Gürtel zu tragen. Aber auch sie brauchten sie beileibe nicht, wie wir heutzutage unsere Taschentücher benutzen, rau genöthigt war, ein Schnupftuch zu benutzen, konnte für den Ehemann Scheidungsgrund sein. In Rom vergewisserte sich ein junger Mann, der auf die Freierschaft ging, sorgfältig, ob seine Angebetete auch ihrer Nase mächtig wäre und sie keine Neigung zum Schnupfenfieber hätte. werden in der Allg. 3tg." einige bemerkenswerthe Angaben gemacht. Die Selbständigkeit ist den Bürgern Londons so über alles theuer, daß sie zu ihrer Ueberwachung einen besonderen Beamten, den denn dies galt als sehr unanständig, und nur Kindern City- Remembrancer angestellt haben. Der City- Remembrancer und ganz alten Leuten wurde es verziehen, wenn sie sich hat nichts anderes zu thun, als jeden im Parlament oder an anderer Stelle auftauchenden Vorschlag oder Gesetzentwurf, welcher coram publico die Nase säuberten. Eine Dame, die öffentlich erdie Vorrechte der Cityverwaltung bedrohen könnte, durch seinen Ein- chienen wäre und das Bedürfniß verrathen hätte, sich die Nase zu spruch sofort zu beseitigen. Die althergebrachte Stadtverwaltung er: pugen, würde alle Achtung verloren haben. Der Umstand, daß eine streckt sich alles in allem nur über 257 Heftar mit nicht ganz 60 000 Einwohnern. Dieser Theil Londons bildet im eigentlichsten Sinne des Wortes die Korporation der City of London. Um dies Weltstadtherz herum lagen sich im organischen Anschluß die verschiedenen Londoner Vorstädte und Vororte. Sie bedecken einen Flächenraum von alles in allem 443 421 englischen Acres(= 19 585,5 Hektar), und sind die Zu den eindruckvollsten Naturerscheinungen gehört die Wohnftätte von 5 690 000 Einwohnern. Jeder dieser Vororte hat Iuth, wie sie sich an der Mündung des Tsien- tang- fiang in die sein eigenes Rathhaus, seinen eigenen Bürgermeister und feine Bucht von Hang- tschou in Ost- China zeigt. Diese Springfluthwelle eigene Stadtverwaltung. Das erste Glied, gleichsam die Urzelle im entsteht dadurch, daß das mit großer Geschwindigkeit steigende Organismus der City- Berwaltung, bilden die wards oder alten Wasser aus dem tiefen Meere plöglich in die flache Flußmündung Londoner Stadtbezirke. Ihr Ursprung reicht bis weit in die alte eintritt. Die Beobachtungen haben gezeigt, daß während des Herau Normanenzeit zurück. Schon bald nach Wilhelm dem Eroberer nahens dieser Fluthwelle oberhalb derfelben noch ein starker Ebbestrom ( 1066-1087) zerfiel London in vierundzwanzig solcher wards, zu herrscht, wodurch der Kamm dieser Woge nur noch steiler wird. denen später durch Theilung noch ein fünfundzwanzigster und in Man denke sich eine wallähnliche Waffermasse von fast 3 Meter folge der bald darauf erfolgten Einverleibung des füdlich von Höhe unvermittelt mit einer Geschwindigkeit von von mindestens der Themse gelegenen Fleckens Southwark noch ein sechsund: 60 Metern heranbrausend. Eine regelmäßige Schifffahrt wird zwanzigster Stadtbezirk hinzukam. Die sechsundzwanzig wards find auf diesen Gewässern dadurch natürlich ganz unmöglich. Das in mehr als zweihundert Wahlbezirke eingetheilt. Jeder dieser tommen sogar Springfluthwellen von 5 Meter Höhe vor. Wahlbezirke schickt einen Common councilman in das Londoner Geräusch der sich heranvälzenden Fluth ist aus weiter Entfernung Mathhaus, also einen Vertreter, welcher, wenn auch nicht ganz fehr eigenthümlich, etwa wie eine entfernte Brandung, ein fort genau, so doch im großen und ganzen die Befugnisse eines deutschen währendes, ziemlich gleichmäßiges Rauschen, das uur gelegentlich von Es 164 ein em besonders lauten, aber dumpfen Ton abgelöst wird. Beim Vorüberziehen der Welle giebt der Lärm dem Getöse des Niagarafalles nur wenig nach. Für die Chinesen ist diese gewaltige Natur erscheinung ein Gegenstand des Aberglaubens. Wenn eine besonders hobe Fluth erwartet wird, so versammelt sich alles Volk mit den höchsten Behörden an der Spize auf dem riesigen Deich und sucht durch Gebete und durch Hineinwerfen von Opfergaben in den Strom den erzärnten Gott der Gewässer zu besänftigen. Brentano, Literarisches. Dr. Lujo, Professor an der Universität München, Die Stellung der Studenten zu den sozialpolitischen Fragen der Zeit. München 1897. C. H. Beck'sche Buchhandlung. 23 SS. RI. 8°. Preis 40 Pf. shes to do Technisches.nl sides muin den Eine neue Spizenmaschine. Nus Nottingham, einem der Mittelpunkte englischer Textilindustrie, wird über eine neue, von dem Spanier Julio de Bargus Machuca aus Alicante erfundene Maschine zur Anfertigung echter Spigen berichtet, die von der Levers- Maschine prinzipiell ganz verschieden und sehr klein und einfach sein soll. Ein Mann fann vier Maschinen bedienen. Sie stellt alle Arten Spitzen und Spitzenbesazartikel in Seide, Leinen, Baumwolle, Wolle, Felbel( Chenille) von beliebiger Breite und Größe her, die sonst von Frauen auf dem Riffen gemacht werden, ja fogar Gardinen in allen möglichen Farben- und Material- Rom arbeit zu unterscheiden wäre; die über den Kostenpunkt dieses Probinationen, ohne daß dieses Maschinen- Produkt von wirklicher Hands duktes aufgestellte Berechnung ergiebt, daß sich die Preise denjenigen der Imitations- Spitzen gleichstellen. Humoristisches. Was Brentano als Kritik des wirthschaftlichen Liberalismus, der dieser zur Eröffnung der Thätigkeit des sozialwissenschaftlichen Vereins von Studirenden an der Universität München gehaltene Bortrag gewidmet ist, beibringt, ist im wesentlichen richtig für Bildung und Besih. Vor einigen Tagen entund Tefenswerth, Aber sonst giebt er selbst der Kritik zahlreiche Blößen. Wenn er von dem selbstlosen schloß sich in Seyfrieds, einem Dorfe des politischen Bezirkes Interesse spricht, das die Studentenschaft beute den Waidhofen a. Th.( Nieder- Defterreich), ein Herr Fr. Gastinger als öffentlichen Angelegenheiten entgegenbringt, so ist das wohl dem Christlich- Sozialer für den Reichsrath zu fandidiren. Der Bublikum, vor dem er den Vortrag hielt, zu gute zu halten. Wir buchstäblich nach dem Manuskript gedruckte Wahlaufruf des frommen haben nur bedentliches Wachsthum des Streberthums in der Schäfchens hat folgenden Wortlaut: Als Kantibatt am 9. März 1897, Als Kattolischer Grist Studentenschaft beobachten können. Wehmüthig flingt die Klage, daß er sehr begabte junge Leute aus sehr guten Familien mit Be geisterung fogar zur Sozialdemokratie übergehen sah, obwohl sie dadurch von ihrer ganzen Familie sich zu trennen genöthigt wurden." Charakteristisch für die Untenntniß unserer Bewegung bei einem Universitätslehrer, der die Arbeiterbewegung zu seinem Spezial- ist das ist genau zu begreifen denn wir legt im Sofiell auf das er Studium gemacht hat, ist ist der es nicht mer er dragen kann. Satz, daß die Arbeiter heute auf allen Gebieten des Wirthschaftslebens die Verstaatlichung der Produktionsmittel verlangen, ohne Rücksicht auf die Schädigung, welche daraus den Intereffen der Gesammtheit erwachsen würden". Weiß denn der Hofrath Brentano nichts von der Debatte über Staatssozialismus und revolutionäre Sozialdemokratie" auf dem Berliner Parteitag vom Jahre 1892, durch die wir entschieden gegen den Staatsfozialismus Stellung nahmen? Unferer Meinung nach hat dieser Vortrag, dessen Inhalt ja durch die Zeitungen mehr oder minder schon bekannt war, eine felbständige Veröffentlichung nicht verdient. 20called dne Erziehung und Unterricht. -n. h. s. Ueber den Einfluß des Alkoholismus der Eltern auf die Gesundheit der Kinder hat Profeffor Bourneville, Arzt des Krankenhauses Bicêtre in Paris, einige interessante Beobachtungen gemacht. Die Trunksucht der Eltern spiele bei der Hervorbringung degenerirter, idiotischer, epileptischer, geistesschwacher und moralisch verkommener Kinder eine hervor ragende Rolle. Auf Veranlassung des Bureaus der franzöfifchen Gesellschaft für öffentliche Medizin Medizin und Gesundheitspflege" habe er 1000 anormale Kinder aller Kategorien untersucht, welche innerhalb der Zeit von 1880-1890 im Bicêtre eingetreten waren. Bei 171 ließ sich über die Entstehung ihres Leidens nichts Beftimmtes ermitteln. Dagegen war von 471 Kindern der Vater trunksüchtig, von 84 die Mutter, von 65 Vater und Mutter; nur bei 209 Eltern hatte kein Alkoholismus bestanden. In 57 Fällen war die Empfängniß während der Trunkenheit des Vaters erfolgt, in 24 Fällen hatte es sich höchstwahrscheinlich, wenn auch nicht ficher, ebenso verhalten. Aus dem Thierleben. drätte ich für das gemeine Follg for. 1. Das der Bauer stand ist heidzudage ein Beschwerlicher stand 2. Das der Gewerbetreiber nicht mer leisten kann als er Teisten tud. 3. Das der Kleinheiller heittzudage so Gestelt ist, wein es nicht Bo Seinen Eigenen mutte her untter Spartt Von der Hittn da fon laufen tonn. 4. Das die Rattolischen Prister und die Kattolifchen Lerer ir Rächt auf den Grift Kattolischen Glauben er halten und ich mith innen mih! wirken wolle. Seyfrieds, am 19. Februar 1897. e Franz Gastinger, Hausbesitzer im Nr. 4 Seyfrieds." Vermischtes vom Tage. Auch in Berlin besteht, wie uns mitgetheilt wird, ein Laboratorium, in dem photographische Aufnahmen mit X Strahlen ausgeführt werden. -In Eisleben sind in dem durch Hochwasser angeschwollenen Bache drei Schulfnaben ertrunken. - Völlig ausgebrannt ist in Frankfurt a. M. das große Waarenhaus Wronter. Ein Mann, der vom zweiten Stock des brennenden Hauses herabsprang, verletzte sich schwer. Der Zeitungsmann und Sozialistentödter Schwuchow hat auch in der Pfalz schon ausgespielt. Jezt will er in Berlin die Liberalen zusammenschließen" helfen. Der Pferdehändler Stephan aus Mannheim und sein Rutscher sind bei einer Fahrt im Rheine ertrunken. Organisten sind, streiten, wenn die Pfarrer nicht aufhören, auf der Die Lehrer in Oberösterreich wollen, soweit sie Kanzel über die Neuschule zu schimpfen. ce. Er wehrt sich. In einem französischen Blatte findet fich folgende Annonce: Herr Zolla, Weinhändler in Nantes, hat die Ehre, seiner Kundschaft mitzutheilen, daß er mit dem berüchtigten Schriftsteller E. 3ola in feiner Weise verwandt ist." -Del aus Schlangeneiern. Ein eigenthümlicher Erwerbszweig hat sich in dem au Wunderlichkeiten so überreichen Nordamerika in dem Staate Connecticut, besonders in der Umgebung der dort liegenden fleinen Stadt Hamburg, ausgebildet. Hier jagt man In London hat ein 18 jähriger Raufmann feinen Wirth, nämlich die Klapperschlangen, um aus ihren Giern ein in der ganzen mit dem er in Streit tam, verwundet und sich dann erschossen. Union geschätztes Del zu gewinnen. Die Amerikaner gebrauchen das. Der Verstorbene war der Sohn eines reichen Münchener Leder felbe gegen Rheumatismus und Neuralgien. Eine Unze davon kostet händlers. Vom Fahrrad. In London fand vor einigen Tagen 25-30 Dollars( 106-128 Mart). Die Ausrüstung des Klapperfchlangen- Jägers ist äußerst einfach. Er trägt eine Art Lanze, an eine Trauung statt, zu der die beiden Brautleute, deren Eltern, die deren Spize eine gefchärfte, gekrümmte Klinge befestigt ist. Hat er Familienmitglieder und die Eingeladenen auf dem Fahrrad kamen. eine Klapperschlange aufgestöbert, so richtet dieselbe sich zum An- Gepfefferte Reffame für den oder die Fahrradfrizen. griff in die Höhe, und diesen Augenblick benußt der Jäger, um ihr vermittelst der eben beschriebenen Waffe den Kopf abzutrennen. Alsdann wird der Bauch der Schlange, falls sie trächtig ift, aufgefchligt, die Eier werden herausgenommen und einige Zeit in heißem Wasser gekocht. Auf der Wafferoberfläche fekt sich eine Blige Maffe ab, die abgeschöpft und in einer Retorte abgedampft wird, um alles Wasser daraus zu entfernen, was etwa noch darin enthalten war. Das durch Der Hauptort des australischen Nordterritoriums, Muffelin filtrirte Del wird in Fläschchen versandt. Es hat das Aussehen von Vaselin und erzeugt, unverdünnt auf die Haut gebracht, Palmerston( Hafen Port Darwin) ist von einem Erdbeben, das auf derfelben eine schmerzhafte Entzündung, daher es auch nur von einem Orkan begleitet war, gänzlich zerstört worden. Die Pest in Bombey. Die Sterblichkeitsausweise der mit anderen milden Delen vermischt angeordnet wird. Da das Del außerordentlich gesucht ist, so nehmen bei der eifrigen Nachstellung, legten fechs Tage zeigen eine deutliche Abnahme der Epidemie der fie ausgesetzt sind, die Klapperschlangen in dem genannten Staate gegen die letzten Wochen. erstaunlich rasch ab, und die Klapperschlangen- Jäger sind schon jetzt barauf angewiesen, sich zur Ausübung ihres Gewerbes nach ce. Aus Weljuist( Sibirien) wird berichtet: Jm verfloffenen Sommer zogen 52 Tungusen mit ihren Rennthieren an die Lena zum Fischfang, der so schlecht ausfiel, daß die gefangenen Fische nicht einmal zur Fristung des Lebens der Fischer ausreichten. Die letteren waren daher gezwungen, ihre Nennthiere zu schlachten und Die Thiere waren sich von dem Fleische derselben zu ernähren. jedoch wahrscheinlich mit einer ansteckenden Krankheit behaftet, und die 52 Tungufen sind bis auf den letzten Mann ausgestorben. Die nächste Nummer des Unterhaltungsblattes erscheint Sonnlohnenderen Landstrichen der Union umzusehen.( Prometheus".)| tag, den 28. Februar. Berantwortlicher Nedakteur: August Jacobey in Berlin. Druck und Bertag von Mag Bading in Berlin.