Anterhaltungsblatt des Vorwärts Nr. 47. ndog de Sonntag, den 7. März. 25] Jakob der Lekte. Eine Waldbauerngeschichte aus unseren Tagen. Von Peter Rosegger. Das fremde Taheim und ein Gruß aus der Ferne. Allein blieb eigentlich der Vater Jakob nicht zurück in Altenmoos, wie die Angerl meinte. Es gab noch manche Lentchen, die entweder in seinem Hause oder in den verfallenden Huben und Hütten des Eugthales wohnten. 91 1897. Da war im Reuthofe ein Junge, ein Waisenknabe, den der Jakob nach dem Verluste des Jackerl's einer durch's Land ziehenden Dörcherbande abgenommen hatte. Dieser Junge hatte fuchsrothes Haar und einen schiefen Blick. Die Leute hießen ihn darob gerne den Rothschiagl", was aber der halberwachsenen unbehilflichen Burschen besonders gut und Der Hausvater war gegen den Jakob nicht leiden wollte. schenkte ihm Vertrauen. Auf den Ferdinand muß man recht acht geben," sagte er einmal zum Nazz, daß er nicht schlecht wird." der " Warum soll denn der Ferdinand schlecht werden?" fragte Nat, ist ja ein guter Bub." " " Er hat rothes Haar und schielt," sagte der Jakob. Bist Du auch so Einer, der auf solche Sachen schaut?" versetzte der Nat. Da war der alte Bechölbrenner Nat. Der hatte fich allmälig so fest beim Jakob eingeheimt, daß keine Rede mehr vom Fortgehen war und auch keine mehr vom Dableiben. Er machte ftillwegs in allem, was Haus und Hof betraf, Gemein schaft mit dem Bauer. Unser Haus," sagte er, unser Stubens" Freilich," antwortete der Jakob. Leute, die ein unans tisch, unser Bett. Und wie wird's unserm Friedel gehen beim genehmes Aussehen haben, sind in größerer Gefahr, schlecht Soldatenleben?" Und einmal, als sie beide in sternenbeller zu werden, als andere. Unter rothem Haar und Bart Nacht vom Felde heimkehrten, rief er aus: Jakob, Jakob! ist selten gute Art, heißt's, und ein schielend Aug, ein falsches Was wird's sein, wenn wir einmal im Himmel sind und unsere Herz." vier Weiber wieder haben!" Ich weiß mir nur eins," antwortete der Jakob, die übrigen drei gehören Tein." Ich denke," versette der Nah, wir halten auf dem Erdboden herunten aus, so lang es geht." " Und meinst also, Bauer, daß gerade falsche Leut' gern schielen?" Umgekehrt, Nah, schielende Leut' werden falsch. Gie werden dazu getrieben. Ist einer als Kind noch so brav, wenn er schielt, rothes Haar hat, ist tein Vertrauen zu ihm, Da war im Reuthofe eine alte Magd, die beständig im nur Verdacht, er muß zu allem Schlechten fähig sein. Fällt Hanje umberknurrte, sich mit niemandem recht vertragen irgendwo etwas vor, wer fann's gethan haben? Die Schielende. konnte, aber dem Jakob eine fleißige Hauswirthin abgab. Denkt sich der: Wenn sie mir's ohnehin zeihen, warum soll Wo sie dem Gesinde zu gunsten der Vorrathskammer etwas ich's nicht auch thun? Mein Bravſein ist ja nichts werth, sie abzwacken konnte, da that sie es, bis der Jakob zu ihr einmal geben nichts dafür. Ich habe mir oft gedacht, die Schön die schneidigen Worte sprach: Gardel! Beim Schlechteffen heit im Menschen soll man nicht gering achten, fie ist auch ist noch kein Bauer reich geworden, aber beim Gutarbeiten." eine Gnade Gottes; je schöner einer ist, desto leichter Gegen den Hausvater getraute sie sich nichts dreinzureden, wird ihm das Brausein gemacht. Trotzdem meine ich, wir meinte aber nach einem Verweis von ihm die halben Nächte sollten es auch dem Ferdinand nicht zu schwer machen." und drohte mit dem Davongehen oder gar mit dem Sterben. Und wenn sie sich dann vorstellte, wie sie daläge auf dem schmalen Brett und der Jakob hätte gar niemanden mehr auf der Welt, der ihn hege und pflege, da weinte sie noch mehr. Und ging nicht davon und starb nicht, sondern fnurrte und tnauferte und arbeitete und hatte heimlich Erbarmen mit dem armen Jakob. Wird wohl schier richtig sein, Jakob", sagte der alte Nat. Der Ferdinand war in der That ein stiller, gutmüthiger Junge, und Jakob meinte, es wäre zur Dankbarkeit dafür, daß er dem Stromerleben entrissen und einer Heimständigkeit zugeführt worden sei. Der Ferdinand konnte sich aus Stromer leben aber kaum mehr erinnern, nur daß er dem jest zwar nichts mehr fehlte ein behagliches Gefühl hatte, wenn er Da war der alte Luschel- Peterl. Dem hatte der Steppen- an Sonntagen draußen in Sandeben einen Gendarmen sah, wirth einmal eine Mücke in den Kopf gesetzt, und die wuchs denn da fiel ihm allemal ein: warme Rammer und sattessen. fich nach und nach aus zu einer Hummel und endlich gar zu So oft die Leute den Ferdinand Rothschiagl" hießen, einem Vogel. Weil der Peterl, wie wir wissen, die Vogel- nannte ihn der Jakob einen braven Burschen.stimmen so täuschend nachzumachen verstand, so sagte damals Da war endlich im Hause eine junge, zwergige Dirn, die Eine Tochter vom der Steppenwirth: Vögel müssen weit umfliegen in der Welt, sehr täppisch that und fortwährend lachte. soust hätten sie die Flügel umsonst." Flügel hatte der Peterl Guldeisner, wollten die Leute wissen. E3 stimmte vieles zwar teine, aber mit seinem Vogelgesang konnte er sich draußen dafür. Die zwergige Dirn war so bestellt, daß sie sich ihr in den Landwirthshäusern und in den Städten wohl ein Brot nicht verdienen fonnte, sondern als Einlegerin( PfründDie befferes Brot erwerben und ein vergnüglicheres Leben führen, nerin) hin und her geschummelt wurde in Altenmoos. als in Altenmoos, wo ihn die Waldvögel mit seiner Kunst Schäße hat der Guldeisner mitgenommen, die Lasten hat er denn einmal nicht auftommen ließen. Und eines Tages schnürte dagelaffen. Ein wahrer Zorn tam dem Jakob manchmal der Alte sein Bündel und wollte auf Kunstreisen. Der Jakob bei diesem Gedanken, aber der armen Dirn ließ er nichts sprach ihm vergeblich zu, daheim zu bleiben und nicht auf fremden Straßen sein Tobbett zu suchen. Er nahm seinen Wanderstab. Da hub die Gicht an, ihm abzurathen; sie redete nicht, sie zwickte an seinem Fleisch, sie grub und bohrte in feinen Gebeinen und der Luschel- Beterl mußte sich auf die Ofenbank legen im Reuthof. So lag und tauerte er seither die längste Beit, im Sommer wie im Winter, und schlief oder pfiff. Aber welche Halm- oder Laubblätter er sich auch auf die Bunge legen mochte, der helle Amselgesang, der liebliche Nachtigallenschlag wollte nicht mehr glücken, eher war's wie Raben oder Eulenschrei, und die alte Gardel zeterte ihm wiederholt zu, er solle doch still sein mit seinem Geträchze, er schrecke damit nur die Hühner und es sei ein Graus! " Ja," knurrte der Peterl. Still sein, fagft? Alte, ich werd' Dir was pfeifen!" und pfiff. Er schnitt sich weder Haar noch Bart, und sein Haupt war wie der Kopf eines weißen Bintschers. Allmälig wurde er sehr schwerhörig, wollte es aber nicht merken lassen, sondern nickte stets bestimmend den Kopf, wenn er sprechen sah, und als die biffige Haus hälterin einmal zurief:" Beterl, Du bist ein altes Schaf!", nickte er auch. entgelten. Sie ist ja nicht die einzige; die rüftigen Leute gehen alle davon und die Sascherln" bleiben alle da und der Reuthof, wo die Alten und Bresthaften Unterstand suchen, gleicht schier einem Armenhause. Der Kampelherr zahlt wohl seinen Betrag für das Siechenhaus in Krebsau, welchem die Pfründner vou Altenmoos zugetheilt waren; aber die Armen von Altenmoos meinten, sie wollten nicht in die Elendfabrit, da sei ihnen ihr eigenes Kleingewerbe von Jammer und Noth daheim noch lieber. Der Jakob seufzte unter den traurigen Laften und behielt die Leutchen, wenn sie nicht im Betteln umgingen, bei sich. Mit der zwergigen Dirn hatten die Einwohner des Reuts hofes mancherlei Ergößen. Die Boshafteren foppten und narrten fie und machten sie zum Stichblatt von allerhand Schaltheit. Sie saß jedem auf und schüttelte sich dann vor Lachen. Wenn fie fich ausgelacht hatte, dann weinte sie über ihre Dummheit. Jedem klagte sie ihre große Dummheit, sowie andere ihren Kopfschmerz, ihre Gicht klagen. Der Nazz fand sie eines Tages schluchzend am Brunnen stehen. Der Schufter war im Hause und hatte die zwergige Dirn ersucht, den schwarzen Bechlappen rein zu waschen. Bereits hatte sie eine ganze Stunde daran ihre Hände wund gerieben und der Lappen 186 wurde immer noch spröder und schwärzer. Blöglich fiel ihr| ein, daß sie möglicherweise wieder die Gefoppte sei und so tlagte fie dem herbeikommenden Nah, daß sie halt gar so viel einfältig wäre und ob es denn kein Mittel gebe gegen ihre Dummheit? Der Alte mochte sich an den Spruch erinnern, daß Er fahrung flug mache und weil ihm ein Boltswitz einfiel, so fagte er zur zwergigen Dirn:„ Ein Mittel thäte ich wohl wissen, daß Du gescheit würdest." Das wär ein Glück!" rief die Dirn und schlug ihre Hände zusammen, daß der Bechlappen quatschte und ihr wie dem Natz daraus das Wasser ins Gesicht sprang. Wird aber wohl gewiß recht hart zu haben sein, das Mittel?" fragte fie. " Der gute Willen gehört dazu," belehrte er." Pass' auf, Wenn die Gardel wieder einmal den Ofen heizt und Brot backt, so pass' auf! Wenn sie die gebackenen Brotlaibe aus dem Ofen zieht, so geh her, wirf Dein Gewand weg und frauch' eilends hinein. Die Bachih' wird Dir die Dummheit schon ausziehen." Der Alte dachte nicht weiter an den Spaß. Und einmal nach dem Brotbacken hörte die alte Gardel im Ofen ein erbärmliches Winseln und Jammern und wälzte sich drinnen die zwergige Dirn. Wohl kam sie glücklich wieder aus dem Fegefeuer und insoweit war sie auch wirklich gescheiter geworden, in den heißen Ofen troch sie nicht mehr. Aber auch der alte Nat war um so viel gescheidter geworden, daß er feinen Halbnarren mehr foppte, sondern nur fluge Leute. hon di sin 39 Aehnlicher Art waren also die Hausgenossen des Jakob Steinreuter und ähnlich war die übrige Bevölkerung von Altenmoos. Freilich standen auch Schlaue und Verdächtige darunter, aber der Jakob war vertrauensselig und fast dankbar dafür, daß sie dem Boden treu geblieben. 4 In der Zwieselteusche hatte sich ein Gesindel zusammengethan von Strolchen und Zigennern, die freilich nichts weniger als heimgesessen sein konnten. Sie gaben sich angeblich mit Korbflechten und Kesselflicken ab, es waren jedoch der Rörbe im Ueberfluß zu Altenmoos und lange nicht in allen Reffeln wurde gefocht. Der Jakob stand mit solchen Leuten nicht auf gutem Fuß und mußte zur Nachtzeit oft der Ferdinand auf der Wacht sein, daß aus der Scheune nicht das Korn, aus dem Stall nicht die Schase, von den Feld wägen nicht die Eisenbeschläge davongingen. Der Bauer zahlte zwar auch Steuern auf die gute Meinung, vom Staate gesetzlichen Schutz seines Eigenthums zu haben, aber der Herr Staat zuckt die Achseln:' 3 ist ein Waldbauer. Läßt sich nichts machen. Dem Waldbauer ist es halt einmal so aufgesetzt! würde der Wegerer sagen. Eines Tages tam ein Schreiben vom Friedel. Es war etwa fieben Wochen nach seiner Einrückung. Der Jakob wunderte sich über die Maßen, daß der Brief so munter war. Salg, Liebe Eltern!" hatte er geschrieben, das letzte Wort aber gestrichen und„ Bater" dafür gesezt.- Was hat denn Der so wichtiges zu denken, daß er der Mutter Absterben vergeffen fann! Jst er denn nicht selber dabei gewesen? So dachte der Jakob. Daß aber dem Burschen damals sein eigenes Abscheiden von der Heimath das Herz taumelig gemacht hatte, daß im Kopf eines braven Knaben Heimath und Mutter beis sammenwohnen, als ob eines ohne das andere nicht sein könnte, daran konnte der Jakob nicht denken. Der Friedel hatte in den Buchstuben noch den findlichen eckigen, aber deutlichen Zug von der Schule her, und er schrieb: ,, Lieber Vater! Ich wünsche, daß Euch meine paar Zeilen in befter Gesundheit antreffen möchten. Ich bin Gott sei Dank gesund und fehlt mir auch sonst nichts, wie sie sagen, daß man so Hunger leiden muß beim Militär, ich fann mich nicht beklagen. Das Exercierenlernen ist wohl nicht leicht, friegen Biele Straf, ich bin derweil noch glücklich drauskommen. Sonſt iſt es wohl ganz anders als ich mir's vorgestellt hab, Als Neuigkeit kann ich Euch schreiben, daß unser Feldwebel, heißt Johann Miesenbacher, die Sandeben kennt und auch einmal durch das Altenmoos gereist ist. Das ist mein befter Kamerad. Aufs Heimatl dent ich wohl oft und kommt's mir für, wenn nur dort etwas auf mich warten thät. Die Berg werden schon stehen bleiben, wenn ich nur das Leben glücklich heimbring. Auf meine Gesundheit schau ich wohl gut und die Zeit wird doch vergehen. Weil ich nur nicht bei der Kavallerie bin, die müssen länger dienen, heißt's. Wenn wir Krieg friegen, das macht mir nichts, wird doppelte Dienstzeit gerechnet und vor den Kugeln fürcht ich mich nicht, für mich ist keine gossen. Geld hab ich noch nicht von nöthen, daheim ist alles gut aufgehoben. Bleibet recht gesund und ich lasse alle Bekannten grüßen, auch in Sandeben und sie sollen nicht ganz auf mich vergessen. Ich beschließe mein Schreiben im Schuhe Gottes und verbleibe Euer dantschuldiger Sohn bis ins fühle Grab. Friedrich Steinreuter, beim 27. Infanterie- Regiment König der Belgier u. f. w." Munter" nannte das der Jakob! Als er jedoch den Brief das wiederholtemal las, da entging ihm nicht mehr der schwer müthige Hauch des Heimwehs, der in dem Briefe war. Nur der betrübte und verschämte Hinweis auf etwas, das seiner warten möchte, auf die Bekannten in Sandeben, ging unverstanden an dem Vaterherzen vorüber. Das hätte eine Mutter besser erlauscht. Der Jakob dachte an sonst nichts mehr als an seinen Hof und an Altenmoos und hatte vergessen, daß für einen zwanzigjährigen Knaben auch noch etwas Anderes auf dieser Welt sein kann. Sein Antwortschreiben an den Sohn enthielt folgende Stelle: " Und da ist mir was eingefallen, Friedel, wie Du geschrieben haft: Wenn nur daheim etwas auf Dich thät warten. Neben der Kapelle habe ich gestern einen jungen Weichselbaum gesetzt, der ist Dir vermeint. Es wartet alles auf Dich im ganzen Hof, aber der Weichselbaum ist ganz Dein, der wächst Dir zu und ist noch jung und frisch bis Du heimkommst. Wenn ein junger Mensch um ein paar Jahre älter wird, das macht nichts, da wächst er erst ins rechte Leben hinein. Bei einem alten ist's freilich anders, aber ich verhoff's auch noch zu erleben mit Gottes Hilf, daß Du ins Heimathshaus, in Dein Haus zurück tehrst So haben sie sich gegenseitig getröstet. Und den jungen Weichselbaum betreute der Jakob, als wäre er ein Mensch. So oft ihm ums Herz war: wenn ich nur jetzt dem Friedel etwas Gutes thun fönnte, ging er zum Weichselbaum, lockerte an dem Stämmchen die Erde, that von den Zweigen die Käfer, von den Blättern die Würmchen. Und allemal, wenn er in der Kapelle sein Abendgebet verrichtet hatte, ging er auch noch zum Weichselbaum, streichelte ihn und sagte:„ Gute Nacht, Friedel! Wie wird es Dir jetzt gehen draußen in der weiten Welt!-- Gute Nacht, Friedel!" ( Fortsetzung folgt.) Sonntagsplauderei. ihre Noch nicht 140 Jahre sind verflossen, da wurde einer der merk würdigsten deutschen Frauen das ehrliche Begräbniß verwehrt. Der Sarg, der die Ueberreste einer muthigen Kämpferin barg, wurde über die Mauer weg auf der Kirchhof geschleudert. Der Name des Eiferers, der das Kirchhofsthor verschließen ließ, ist der Nachwelt erhalten geblieben. Es ist der fächsische Pastor Michael Heinrich. Landen. Die unehrliche Frau, die der eifernde Pastor, eine Stüße Spießbürgerliche Unduldsamkeit gedieh schon von jeher in sächsischen der damaligen Gesellschaft, mit dem Baunfluche belegte, fodaß sie wie ein todter Hund begraben wurde, ist die Karoline Neuberin, die genau vor zwei Jahrhunderten geboren wurde. Was fie erftritten, was sie geduldet hat, das soll hier nicht im einzelnen aufgezählt werden. Sie war auf ihrem Gebiet eine tapfere UmLebensaufgabe gewandt: die deutsche Schauspielkunft zu revolus stürzlerin. Sie hatte Geist, Energie und Leidenschaft an tioniren, den deutschen Schauspielerstand über seine Misère hinwegzuheben. Damals war das deutsche Theater in Unflat und Böbelhaftigkeit versunken, und die wackere Neuberin focht, wie ein richtiger Mannsferl wider die Trägheit, wider den Schmuz und wider den riesenhaften Lümmel, den stumpfen deutschen Philifter. Mag fie in ihrem brennenden Eiser manchmal zu weit gegangen sein, es gelang noch tein Umsturz, wenn nicht zuvor übers Ziel geschossen wurde. Die Neuberin ließ den Hanswurst und mit ihm ein Stück volksthümlich neu erstanden, der Lümme! aber, der spießbürgerliche, hat es der komischer Kraft verbrennen. Der Hanswurst ist aus den Flammen Neuberin heimgezahlt, daß sie ihn aus seinem Behagen aufscheuchen und ihn an feinere geistige Nahrung gewöhnen wollte. Elend und mittellos war sie in den letzten Jahren ihres Leben auf Almoſen angewiefen; und als sie in Laubegaft bei Dresden in schweres Siechthum verfiel, da fürchtete der Hauswirth, zu dem sie geflüchtet war, die unreine, die ehemalige Schauspielerin, könne in seinem Hause sterben; was man dem verendenden Hund gönnt, war ihr nicht vergönnt; und die Todtkranke mußte sich aufmachen und einen anderen Winkel suchten, wo sie die Augen für immer schließen durfte. So geschab einer muthigen Frau, die auch das Verdienst hat, Gotthold Ephraim Lessing zum ersten Male auf deutschem Theater aufgeführt zu haben. Das erwähnte Kulturbild stammt aus dem Jahre 1760, dem Todes. jahre der Neuberin. 187 Es ist gut, von Zeit zu Zeit an Grausamkeiten vergangener| fein Michael Heinrich, fein zelotischer Pastor hätte mit den Perioden erinnert zu werden. Der ewig gleiche Haß der Klein- Unehrlichen," selbst nach ihrem Tode, um ein Gran mehr Ers gewachsenen gegen alles, was neue Bewegung, neues geistiges barmen gehabt. " Ringen, neues Jdeal verheißt, offenbart sich auch in der Geschichte Die damalige Zigeunerei fannte die nüchtern vorsorglichen Inder Neuberin. Wer irgendwo die fumpfigen Gewäffer aufrührt, stinkte nicht, die heute unter den Wechselbeziehungen zwischen dem wer irgendwo an erstarrendes Leben die reformirende Hand anlegen Befiz und der Prostitution auf dem Theater erwacht sind. Man will, gegen den fehrt man sich mit wüthender Geberde. Man weißt wanderte von Ort zu Ort, man lebte von einem Tag zum anderen, mit den Fingern nach ihm und mit dem Haffesruf: Umftürzler! von der Hand in den Mund. Aber die ängstliche Sorge, aus dem Umftürzler! entlädt man seinen Grimm. Noch ist es nicht so lange Bischen an Jugend und Schönheit möglichst viel Kapital zu schlagen her, daß selbst in Kreifen gutmüthiger Bürger ein Mann, der sich und es für die mageren Jahre hinüberzuretten, blieb den Zigeunern als Sozialdemokraten gab, mit geheimem Grauen beobachtet wurde; fremd. Kameradschaft und Berliebtheit gingen mit einander. Wer genau wie ein Unehrlicher der früheren Tage. Noch ist es nicht so dachte daran, die Angel just nach dem fetresten Fisch auszuwerfen? lange her, daß mancher Feigling einem sozialdemokratischen Wort- Auch das ist in gleichem Maß mit der bourgeoisen Entwickelung führer Herberge weigerte; nicht weil er felber in ihm einen Ber- anders geworden. Das Glück heißt unter Umständen der alte derber sah, sondern weil er üble Nachrede und Schikanen fürchtete, Ifraelson; wenn dieser Alte nur mit reichen Goldfüchsen in der wenn ein Unreiner" in sein Haus gekommen sei. In Kleinstädten Tasche flimpern fann; gleichgiltig, woher diese Goldfüchse stammen, und bei abhängigen Leuten fann man selbst heutzutage noch ob aus dem ergiebigen Handel mit Butstin oder mit Kalbleder. mancherlei Staunenswerthes in dieser Beziehung erleben. H Alpha. Die Nachwelt lacht über so tleinliche Unduldsamkeiten aus d früheren Epochen. Die Neuberin, wenn sie heute lebte, würde ihren Kleines Feuilleton. Augen nicht recht trauen. Wo sind die dürftig beleuchteten WanderWahlen in Nicaragua. Man schreibt dem„ Hamb. Rorr.": bühnen hin, auf denen sie mit ihrer privilegirten, Bande" noch auf Erbaulich ist es, in welcher Weise in der mittelamerikanischen treten mußte? Wo sind die Flicken und Lumpen hin, mit denen Republik Nicaragua die Wahlen zu den höchsten Staatsämtern ins die Schauspieler damals, als die Neuberin ihren Kampf um Hebung Wert gesetzt werden. Wenige Wochen vor dem Zeitpunkt, der für der deutschen Schaubühne begann, Könige und Ritter agirten"? die sogenannten Wahlen bestimmt ist, läßt die Regierung im Lande Heute baut man Schauburgen von blendender Pracht, selbst für das vertraulich bekannt machen, daß ihr natürlich kein Gedanke armfeligste zotige Genre; heute ist der Mann, der pompöse Aus- ferner liege als der, die freie Entschließung des Volkes stattungen zu arrangiren versteht, ein höchst werthvoller Herr im irgendwie zu beeinträchtigen, daß sie es jedoch für ihre Pflicht Theater; und heute verlangt man von jeder Ghorsängerin, daß sie in ihrer halte, bestimmte Personen, die namhaft gemacht werden, als allein Toilette auch zu repräsentiren verstehe. Heute fände die Neuberin geeignet für die neu zu besetzenden Staatsämter in Vorschlag so manche Berufsgenossen im Gotha'schen Adelsalmanach verzeichnet; zu bringen. Sollte jedoch der Fall eintreten, daß das Wolt mit heute wird faum noch draußen auf den Dörfern" der Ruf er den offiziellen Kandidaten nicht einverstanden ist, nun dann folgt schallen:" Thut die Wäsche fort von der Leine, die Komödianten ohne Gnade eine kleinere oder größere Revolution, je nach tommen!"; heute ist nur noch bei besonders würdevollen Familien Bedürfniß. Mit ewiger Gleichheit spielen sich die Ereignisse nunein Rest des alten Mißtrauens wider die unehrlich fahrenden folgendermaßen ab. Die verschiedenen Parteiführer belegen alle Schauspieler übrig geblieben und auch dieser Rest schwindet, wenn Waffen, die in ihren Bereich fallen, mit Beschlag und alle die Gage des betreffenden Schauspielers recht ansehnlich wird. Männer, die schon oder noch die Flinte tragen tönnen, werden " Freilich, eines würde die Neuberin heute weit von sich weisen, für eine zeitlang Soldaten. Die Regierung aber seht fofort und ihr helles, feuriges Auge würde aufflammen vor Born. Das nicht allein die ihr feindlich gesinnten männlichen Personen, Eine ist die unfagbare Nüchternheit, die im allgemeinen die deren sie habhaft werden kann, hinter Schloß und Niegel, Schauspielerei durchzieht, feit fie der kapitalistischen Bourgeoiste sondern nimmt auch ohne weiteres von allen Eisenbahnen, Heerfolge leisten muß. Rasch verglimmit der Jugend: Dampfschiffen, Wagen, Pferden, Maulthieren und allem möglichen enthusiasmus und die Jagd nach dem guten profitablen Brot Geschirr Besiz, schließt die Postämter, unterdrückt alle Zeitungen beginnt. Früh werden heutzutage die Hoffnungen eingefargt und und läßt den Telegraphen nur noch für ihre eigenen Zwecke spielen. manch einer, der ausgezogen war, sich eine Welt voll Ruhm zu er- Inzwischen werden von sogenannten Comisionados, die beide Parteien obern, ist nach ein paar flüchtigen Jahren froh, in einem stillen über das ganze Land aussenden, die waffenfähigen Männer mit Wintel eines Hoftheaters Unterschlupf gefunden zu haben; mit der Gewalt oder Güte in die Reihe der Truppen" gestedt. Wer eine Aussicht auf Altersversorgung natürlich. Oder er hat darnach ge- Kriegskontribution von etwa 1000 Dollars dazu aufwenden kann, lechzt, eines Dichters Worte gestalten zu dürfen und muß im Joch erhält selbstverständlich das Offizier patent, und wenn er sich eines Spetulanten, der die Schaubühne zum Tingeltangel macht, weigert, in anderer Eigenschaft, als der eines Obersten Dienst zu den Clown, den wirklichen Clown für eine blöde Menge thun, dann muß man ihn eben auf der Stelle oder wenigstens spielen. Und was war der Hanswurst von ehedem, der seine nach kurzer Zeit zum Obersten machen. Jedes Mal, wenn eine Späße aus dem Stegreif machte, gegen solchen Theaterclown Revolution ausbricht, fezt die Regierung, die gerade am Ruder ist, von heute? Ein Mann von Geist, auf den doch etwas vom ihre stärkste Hoffnung auf die regulären Truppen, aber oft macht Volkshumor und seiner derben oder stachligen Kraft übergegangen die Gegenpartei in dieser Hinsicht ihr einen bösen Strich durch die war, trotz alledem; troß seiner hohlen Maulschellen, troß seiner Rechnung, indem sie sich durch einen tähnen Handstreich der faftigen Boten, troz seiner Schelmenstreiche, die mitunter an Roh- Kasernen bemächtigt und die" Soldatesta" zwingt, unter ihren heit grenzten. Fahnen zu kämpfen. Zum Glück für die Bewohner pflegt freilich eine solche Revolution nicht lange zu dauern; sobald ein wenig Blut auf beiden Seiten gefloffen ist, zeigt man sich des Bruderzwistes müde und der Schwächere räumt dem Stärkeren das Feld. im Und erst die Frauenprostitution, das vielberufene Kapitel aus der modernen Theatergeschichte. In den Tagen der Zigeunerei ging es gewiß recht, ehrpuffelig" beim Volk der Komödianten zu. Aber ein Gespräch, wie es der Schreiber dieser Zeilen einmal in einem Ueber die Erzeugung fünftlicher Diamanten auf elektriSommertheater in der Nähe von Berlin anhörte, war damals kaum schem Wege liegen neue Versuche von Henry Moissan vor, bei möglich. Einige Damen von Berliner Theatern sprachen über eine welchen er das mit Kohlenstoff beladene Gußeisen dadurch zu Kollegin. Nichts Freundliches natürlich. Die eine ereiferte einer noch schnelleren Erfaltung brachte, daß ein Tropfen sich ganz besonders und in der Extase ihres Grolls sagte flüssigen Eisens, nachdem fie: Nu hat die X. schon das Glück und macht die Be- mit Rohlenstoff gefättigt hatte, von einer gewissen Höhe, in er sich elektrischen Ofen fanntschaft vom alten reichen Israelson und nichts legt sie sich zurück ein Quecksilberbad fallen gelassen wurde. Unter dem Schrot finden die Sau! Verzeihung für das Wort! Es ist zu charakteristisch. sich Kugeln oder abgeplattete Elipsoide von regelmäßiger Frln. X. gab nämlich gern aus, was fie einnahm. Das ist der Form, sowie unregelmäßige, beim Herabfallen zerschaumte Bug geschäftsmäßiger Nüchternheit, der in die intimsten Beziehungen Maffen. Lettere schließen teine Hohlräume ein und hinübergreift. halten Rohlenstoff nur in der Form von Graphit. Die regelmäßigen Kugeln dagegen enthalten Diamanten, theils durchsichtige in sehr fleinen Krystallen von zuweilen großer Regelmäßigkeit, theils schwarze. Literarisches. ente Die Neuberin, die als junges Mädchen mit einem Studenten einfach durchgebrannt war, hat sicher nie den Anspruch darauf gemacht, die päpstliche Tugendrose zu empfangen. Die begehrlichen Augen in ihrem vollen, runden, lebensprühenden Geficht, wie es auf Abbildungen erscheint, sind beredt genug Und es giebt Biographen der Neuberin, die es dem armen Menschenkindlein heute noch nach so vielen Das theuerste Buch der Welt dürfte, so schreibt Jahrzehnten gar übel vermerken, daß es so manchmal wider das man den M. N. N.", wohl die offizielle Geschichte des BürgerMoralgebot fich vergangen habe. In ihrer Ernsthaftigkeit haben frieges, die die Regierung der Vereinigten Staaten herausgiebt, Diese pathetischen Stockfischnaturen kaum eine Ahnung davon, wie werden. Es foftet der Regierung bereits 9710 000 M., wovon, der tomisch sie in all' ihrer Sittigkeit sind; mit jener prüfenden Richter- Westminster Gaz." zufolge, 4 640 000 M. auf Druck und Binden miene, die eines vollen Menschen Dasein in seine höchst respektablen tommen, während der Rest in Gehältern u. f. w. aufgegangen ist. Das und höchst unrespektablen Seiten zerlegt. Die Neuberin hat lachend Werk soll in drei Jahren fertig sein und seine Gesammtkosten sollen gefrevelt, wenn man es so nennen will, und weinend gebüßt. Aber dann auf 12 Millionen M. kommen. Es wird aus 112 Bänden was sie und ihresgleichen thaten, sie folgten dem unbesonnenen und einem Atlas mit 178 Karten bestehen. Bis jetzt sind 51 000 Bände Impuls, dem Rausch der Leidenschaft. Sie waren aus der Gefell- verkauft worden. schaft gestoßen. Was sollte sie das Sittengesetz dieser selben Gesellschaft bekümmern? Und hätten sie gelebt, wie die heilige Genovefa Theater. Mutter Erde", das neuefte Schauspiel Mar Halbe's, lebte, welchen Dant hätten sie zu erwarten gehabt? Die Gesell- das nächstens im Deutschen Theater in Szene gehen wird, ist auch fchaft wäre ihnen nicht um einen Fuß breit näher gerückt, und vom Wiener Burgtheater zur Aufführung angenommen worden. " Erziehung und Unterricht. " 188 Wir erhalten aus ärztlichen Kreisen zu unserer, der Wiener Elternzeitung Schule und Haus" entnommenen Notiz in Nr. 44, Ueber das Schnarchen der Kinder" folgende Buschrift: Ich möchte dringend vor dem dort empfohlenen Mittel UmTegen eines Gummischnürchens um die Kinulade warnen. Das " " " " ver Hauptmann's, Berfuntene Glode". Die Voff. Istabu, un hei de Schap tan sine Rechten stellt un de Bück tau 3tg." meldet aus Paris: Die Aufführung von Hauptmann's" Ber- fine Linken, denn röppt bei of nah mi: Johann Peter Wichmann, funkene Glocke" in Lugnepoes, Deuvre" war ein vollständiger Miß- wo best Du Dine Schap?" Denn awer düfer ick mi un versteck erfolg. Das Verdammungsurtheil der Kritik ist heute von beispiel- mi in den Hümpel, dat hei mi nich gewahr ward. Hei äwer röppt loser Einstimmigkeit und das bärteste, das hier seit vielen Jahren taum annern Mal: Johann Peter Wichmanu, wo heſt Du Dine über ein Stück gefällt wurde. Schap?" Un ick düter mi noch düller un segg fein Wurd. Aewer denn röppt de Herrgott taum drüdden Mal: Johann Peter Wichmann, wo heft Du Dine Schap?" Un denn seih ick jo, dat helpt mi nich, un id richt mi awer Enn': Ach, leiw Herrgott" segg id, ' t fünd feine Schap nich,' t fünd allens räubige Bück!"-„ Lüb', Lüd', denkt an den jüngsten Dag, dat ick nich luter Bück tau wisen bruk!" Das tapfere Bäuerlein. In dem zur Zeit in Schnarchen der Kinder ist fast stets ein Zeichen, daß die Nase für Bückeburg weilenden Löwentheater" ereignete sich uns Luft nicht genügend durchgängig ist. Diese Verstopfung der Nase ist aber in der ganz überwiegenden Zahl der Fälle bei längst, der Schaumb.- Lipp. Los.- Btg." zufolge, bei einer von LandKindern bedingt durch eine Bergrößerung der im Nasenrachenraume leuten stark besuchten Vorstellung folgender Vorfall. Nachdem die gelegenen, fogen. Nafenrachenmandel, eine Krankheit, welche man auch letzte Nummer des Programms ausgeführt ist, tritt die„ beldenals adenoide Begetationen" bezeichnet. Wollte man in solchen müthige Löwenbändigerin" vor das Publikum und ruft: 1000 Mart Fällen nach dem Rath von Schule und Haus" verfahren, so würde demjenigen, der es wagt, in den Löwenkäfig zu geben." Nachdem man nur erreichen vorausgesetzt, daß die Gummischnur wirkt, diese verheißungsvolle Aufforderung zum zweiten Mal einer ber hinteren Reihen ein was glücklicherweise meistens nicht der Fall sein wird, daß das flungen, erhebt sich aus Bauer und meldet:" Jc dau et." Allgemeines Erstaunen! Kind gar keine Luft bekommt. Der zweckmäßige und allein verDie Löwenbändigerin, welcher der Gedanke, die vor so nünftige Rath muß vielmehr lauten: Man gehe mit dem schnarchen vielen Benger verkündeten 1000 Mart möglicherweise zahlen zu den resp. mit offenem Munde schlafenden Kinde zum Arzt und lasse die adenoiden Begetationen" entfernen, was vom Munde aus durch müssen, durchaus nicht angenehm ist, bedeutet den Mann, daß das eine ganz leichte und fast absolut gefahrlose Operation- Aus- ruhig der Bauer. Aber bedenken Sie doch, die Löwen find sehr Unternehmen aber höchst gefährlich sei. Jck dau et", entgegnete tragung leicht bewirkt werden kann. Es ist dies nicht nur wegen wild, Sie begeben sich in eine gräßliche Gefahr." I dau et", ist des Schnarchens zu empfehlen, sondern, weil die Kinder erst dann die beharrliche Antwort. Sind Sie verheirathet?" Ja, ick dau genügend Sauerstoff zugeführt bekommen, ruhig schlafen und ge et aber." Haben Sie Kinder?" Ja, id dau et aber doch." Aus dem Thierleben. Wight no wenn Sie denn nicht hören wollen, so tommen Sie, ich will Sie in den Käfig führen!" Ja, ick dau et, laten Se man erst die Periodischer Zahnwechsel bei den Schlangen. 2öwen rut!" Nach Beobachtungen, die Professor Kathariner in Freiburg( Schweiz) neuerdings ausgeführt hat, tritt der Wechsel der Giftzähne bei Vermischtes vom Tage. isdu sisigijusde unferer Kreuzotter sehr häufig ein: im Sommer wenigstens bleibt ein ein solcher Zahn nur ungefähr sechs Wochen in- Der in Königsberg i. Pr. auf der altstädtischen HolzThätigkeit; hierauf wird er abgestoßen und durch einen viese stationirte Fährmann hat unlängst an einem und dem anderen erfeyt. Daß sich dies so verhält, fo schließt felben Tage zwei Menschen das Leben gerettet. Kathariner aus folgenden Wahrnehmungen: Er brach KreuzIn Konstanz hat ein Soloat ein schulpflichtiges Mädchen ottern die Giftzähne aus und fand, daß danach höchstens überfallen und vergewaltigt. Der Thäter wurde ermittelt und festfechs Wochen vergingen, bis nene, funktionsfähige Zähne vorhanden gesett. waren. Durch den gewaltsamen Eingriff des Ausbrechens, dem im Ju Trier ist das Maschinenhaus der Gasfabrik infolge Freileben der Schlange ein Abbrechen des Bahnes beim Beißen auf einer Schlagentzündung in die Luft geflogen. Verletzt wurde einen harten Gegenstand entspricht, wurde die Schnelligkeit des Er niemand. Pech. Ein Bauer taufte in Schrobenhausen( Bayern) fatzes durchaus nicht beeinflußt, vielmehr tam es einzig darauf au, wie lange der Bahn bereits thätig gewesen war und auf welcher ein Oechslein und stellte es auf dem Heimwege in Halsbach beim Stufe der Entwickelung demgemäß sein Ersatzzahn im fritischen Wirthe ein. Während sich nun das Bäuerlein seinen Durst löschte, Zeitpunkt gestanden hatte. Wäre der alte Zahn ohnedies bald aus: brannte das Dechslein durch und lief den Bahntörper entlang in gestoßen worden, fo trat Ersatz in fürzester Frist ein; hatte er aber der Richtung nach Schrobenhausen. Zwischen Schrobenhausen und feine Thätigkeit erft begonnen, so dauerte es bis sechs Wochen, ehe Edelshausen tam ein Bug und überfuhr den Ausreißer. Nun soll bie Schlange wieder zum vergiftenden Biß befähigt war. bahuzuges entgegensehen. der Bauer auch noch der Bestrafung wegen Gefährdung eines Eisenbeihen. 1 Technisches. 1850 " 11190 Na, Von 1882 bis 1894 find in Frankreich für die Er legung von 7853 23 ölfen 578 220 Frts. an Abschußprämien ges Für eine von Antonius Stradivarius gebaute Geige - Sechs Menschen sind in Petersburg, in der Borstadt Galeerenhafen, durch einen Brand umgekommen. Eine Kayennatur muß der Wirthssohn von Frichl - Eine bemerkenswerthe Erfindung veröffentlichen to fen( Bayern) haben. Er erhielt bei einer Rauferei mehrere canzösische Fachblätter. Gestützt auf die Erfolge, welche man in Stiche in den Unterleib, sechsmal war der Darm durchlöchert. den Spitälern von Paris durch die Anwendung von sehr schwachen, Das„ Züricher Tageblatt" brachte folgende Annonce: aber lange anhaltenden elektrischen Strömen erzielt hat, hat der Ertheile gründliche, alleinfeligmachende Glaubenslehre, die 1900 französische Phyfiter E. Najeau in Epinal diese Jdee verwerthet und nothwendig. Offerten unter u. f. w." fich patentiren lassen. Er verfertigt ein eigenartig präparirtes Hut. Wien. Auf der Station Brah( Borarlberg) ist ein Eine Frau leder, in welchem er zwei Metall- Elemente, ein positives und ein Gütereilzug gegen einen Personenzug gefahren. negatives anbringt. Beide sind so foustruirt, daß sie unter der wurde getödtet; zwölf italienische Arbeiter wurden verlegt, vier feuchten Wärme an Stirn und Schläfen einen ganz unmerklichen Wagen des Personenzuges sind zertrümmert. elektrischen Strom erzeugen, welcher sich auf die Organe des Kopfes überträgt. Durch die fortgesetzte Benutzung eines derartigen Leders fräftigt und spaunt sich", wie ein französisches Fachblatt berichtet, zahlt worden. die gesammte Muskulatur des Kopfes, der Gesichtsausdruck ver liert den Ausdruck nervöser Ermüdung, und namentlich schwinden zahlte man in Paris auf einer Auktion 11 800 Fr. auch allmälig die neuralgischen Gesichtsschmerzen. An ftelle des präparirten„ Najeau Leders" werden zum Zwecke ähnlicher heilsamer Wirkung ärztlicherseits sogenannte Leporin: ftreifen aus verwebten Wilds und Hasenhaaren jetzt vielfach em pfohlen, welche neben dem Vorzug der Billigkeit keine Aenderung der Gewohnheiten bedingen, wie überhaupt die elektrischen Eigenschaften gewisser Thierhaare 3. B. vom Fuchs, Wildkaze 2c. bekannte Thatsachen sind. Während aber die Metallplatten Schweißaus: dünstung verhindern und dadurch gesundheitswidrig wirken, ist bei den porösen Leporinstreifen das Gegentheil der Fall. Die Aus- Die höchsten Rechtsanwaltsgebühren, die wohl dünstung hat freien Abzug, und der Kopf bleibt stets troden.- je bezahlt worden sind, dürfte ein englischer Advokat in Kallutta, Mr. Patterson, für die Bertheidigung eines indischen Lieferanten eine geheimft haben, nämlich 24 000 Pfund Sterling( 480 000.). Die Auch eine Kanzelrede. Von einem Paftor Wich- nächsthöchsten Gebühren hat ein Rechtsanwalt in Pittsburg in Höhe mann tau Bapel bi Crimiz in Meckelnborg erzählt Felix Still von 120 000 Dollars erhalten. Die niedrigsten Gebühren sind das fried in der Zeitschrift Niedersachsen" folgende Kanzelrede: Ja, gegen dem englischen Justizaminister Sir John Holfer zu theil dor fitt Ji Kopp bi Kopp, un wüll ick hit min Räppi von de geworden, welcher dafür, daß er einen Landmann in der Kanzel smiten, dat fel nich up de Jrd'. Un füs des Sündags? Bibliothet des Unterhauses umberführte, von diesem einen Denn tünn id mit den Köfter hier Kuhlsäg spelen un Griep, wenn six pence( 50 Pfennig) betam. Am schlimmsten ist aber der uns dat Spaß möt, so leddig is't denn in de Kirch! Lüd', Lüd', schottische Dichter Sir Walter Scott weggekommen, der einst denkt Ji denn gar nich an den jüngsten Dag? Wenn denn einen Bilddieb zu vertheidigen hatte, und dafür von seinem Klienten unf' Herrgott up sinen Thron fitt un all' de Minschen üm emeinen Hasen versprochen erhielt. Humoristisches. " Der am Dienstag und Mittwoch über England dahin. gegangener zyklonartige Sturm hat ungeheuren Schaden angerichtet. Eine ganze Anzahl von Menschen wurden getödtet. In London wurden 50 Verwundete nach den Spitälern geschafft. In Irland wurde ein Eisenbahnzug von den Schienen geworfen. Auf dem Friedhof von Tiverton rissen die fallenden Bäume die Gräber auf, und der strömende Regen legte die Särge blos. 1 Verantwortlicher Redakteur: Augnft Jacobey in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin.