Unterhaltungsblatt des Vorwärts 81] Nr. 53. " " Jakob der Lehte. HD Dienstag, den 16. März. Jetzt hatte der Mann also Zeit zum Nachdenken. Wenn ihm der Staat für all die geleisteten Steuern an Geld, an Kraft, an Blut schon nichts geben konnte, so würde er dem treuen Unterthan doch wenigstens das gute persönliche Recht zu leben schüßen! So hatte der Jakob gemeint in seiner Bauerneinfalt. Jetzt faß er im Rotter und wollte vergehen vor Entrüstung. 10 1897. ( Machoruc verboten.) das uralte Holzbildniß in derselben mit seiner Andacht und mit feinem Schinerze. Neben der Kapelle stand und gebieh der udgie Weichselbaum; er blühte alljährlich und trug Früchte, als ob der Eine Waldbanerngefchichte aus unseren Tagen. Friedel, dem er geweiht, nicht schon längst in einem Maffengrab auf des Schlachtfeldes moderte. Es ist kein Band, es ist kein Verstehen Bon Peter Rosegger.in und kein Mitleben der Natur mit dem Menschen. Jedes Einsperren, mein lieber Renthofer," entgegnete der Ver- Wesen ist für sich allein; dantlos entsteht's, lieblos genießt's, walter geschmeidig. in heißem Streit vergeht's. cho chit sid eig Einsperren, weil ich ehrlich gewesen bin und selber an Wenn die stillen Tage der Nebel waren, da Altenmoos gezeigt habesti hai goje zugedeckt schien mit einem grauen bleiernen Deckel und die Nicht darum, sondern weil Ihr den Hirschen erschossen Tropfen an den Bäumen spannen, ging der Jakob bisweilen habt." ong Ishti siber Sandach entlang aufwärts durch die Schluchten bis in 16 Hab' ich ihn gestohlen?" sign! den Grund, genannt im Gottesfrieden.usting sido Dem Wildschüßen geht's oft mehr ums Schießen als ums Er ging an den Felsen hin, am lautlosen See vorüber Stehlen." lo ads mea und bis zum brausenden Wasserfall. Wenn der sinkende Luft" Ich bin kein Wildschüß, ich that's aus Nothwehr!" zug das Brausen niederdrückte, daß die Steine zu beben schienen Aus Nothwehr? Hat Euch der Hirsch nach dem Leben in der lauten Gewalt das that dem Jakob wohl. Da getrachtet?" 90 ftand er unbeweglich und blickte in das aus den nebeligen Er hat mir nach dem Leben getrachtet!" rief der Höhen niedergehende ungeheure Wasserband, welches weiß Jakob. Wenn ein fremder Mensch ins Haus bringt, um und schwer und flockend wie eine unaufhörliche Schneelamine mir das Brot wegzunehmen, so ist Nothwehr erlaubt. Hat in den quiclenden fluthenden Kessel stürzte. Wie in wildem in diesem Land der Hirsch einen größeren Schuh als der Borne sprangen die Gischten wieder hoch empor, schlugen mit Mensch?" Just now linse hundert Fittichen an die Felsenblöcke, umkreisten dieselben in Raisounirt nicht!" sprach der Verwalter, wenn Ihr im ihren Tümpeln, als wären sie auf der Flucht und könnten den Schatten fitt, habt Ihr Zeit, darüber nachzudenten. Vor- Ausweg nicht finden. Neben dem Hauptfall gingen in Stricken wärts!" dung aid und Schleieru fleinere Nebenfälle, von Vorsprung zu BorDer Schatten, ja, das war der Kotter. Achtundvierzig sprung hüpfend, nieder grell flüsternd wie zischelnde BosStunden! Es war ohnehin das allergeringste Strafausmaß, heit neben der gransen, wüthenden Leidenschaft. weil sie allerhand Milderungsgründe vorfanden, nur eben Dieser Wasserfall der Sandach war sein Gebet geworden den nicht, daß der Jakob nach Gottesrecht doch vielleicht un- nud sein Lied. Und so wie das Waffer dann still und klar schuldig war. Bisigarom of durch den Felsengrund floß, so geruhigt ward auch allemal sein Gemüth. O tiefe Wildnis, ruhsamer Wald, wie bist on in Ewigkeit jung und rein! Bom blutigen Kreuzweg der Menschen entweiht dich keine Spur. Wildniß, o Wiege ver laffener Seelen! Wie ein Wandervogel auf dem Baumaft fitt, so nahm die ans Ewigkeiten tommende Seele den menschlichen Leib zur kurzen Raft, ehe sie weiterfliegt in die Ewigkeiten. Und der Leib wieder liebt es zuweilen, feitab von der heißen Pilgerstraße in der Waldwildniß zu ruhen. Eine ähnliche Stimmung flang manchmal den Jafob an, er fühlte wieder das geheimnißvolle Band zwischen der äußeren Natur und dem Menschenherzen, und so trat er allemal mit feierlichem, erhobenem Gemüthe aus dem Felsengrund, ges Zum Glück wußte der Jakob nichts davon, daß sein nannt im Gottesfrieden. Nun wußte dieser durch sich und Stand so herrliche Bertreter besaß im hohen Rathe. Er andere aus der menschlichen Gesellschaft gleichsam verbannte wunderte sich am Ende nur noch, daß er frei gelassen wurde. Mensch, wo seine Kirche stand. Fm Gottesfrieden! Kein Eie hätten ihn mit demselben Rechte, als auf zwei Tage, ja Tempel hat einen schöneren Namen. Wer weiß, warum die gerade so gut auf Wochen und Monate gefangen halten Altvordern diesen Drt so geheißen haben! Wer weiß, ob draußen tönnen fein Mensch würde tein Mensch würde sich um den Waldbauern ge- zu Sandeben schon eine Pfarrkirche gewesen zur Zeit, als die fümmert haben. odbud ersten Steinventer den Reuthofergrund gerentet hatten! Wer weiß, ob der erste Jakob nicht mit dem Wasser im Gottesfrieden getauft worden ist! Was war zu Altenmoos nicht vorgegangen in den Jahrhunderten! Die Ansiedler, arbeitsam und bedürfnißlos, hatten sich feste Stätten gegründet, zur Gemeinde zusammengethan, hatten Ordnung und Zucht gehalten, hatten sich in Frieden vertragen und das entlegene Thal zwischen den hohen Bergen und Wildnissen war ein heiteres, gesegnetes Menschenheim geworden für lange Zeit. Draußen in der Welt oft Krieg und Empörung, im Waldlande Arbeit und Frieden. Die Bauern genoffen fect ihr ges sundes Leben, und wer einmal ein frantes zu tragen hatte, der trug es gebulbig. Jeder freute fich des Daseins und viele erreichten ein hohes Alter. Da fam die Best der neuen Zeit, die Gewinngier, der Streberwahn, da wurden die Menschen treulos gegen die Heimath und ihre Sitten, jagten 18 Feierliche Wildnik. Das Jauchzen verboten. Shin hinaus in das Elend der grenzenlosen Welt. Die wenigen Seit diesen Tagen ging der Jakob nicht mehr hinaus in Zurückgebliebenen werden erdrückt von dem Eigennut ber die Vorgegenden. Da er so sehr von der Welt erniedrigt Mächtigen. Ein großes Leben ist aufgestanden in Altenmoos, worden war, schüttelte der Etel seinen Rörper, wenn er an ein großer Mord ist an ihm begangen worden... Jm die Leute dachte. An Sonn- und Festtagen das Glocken Felsengrund zum Gottesfrieden hat sich nichts geändert; wie geläute ging ihm ab. Manchmal stieg er binan zur Sandler- es zu des ersten Jakob's Zeiten war, so ist es noch. Hätte höhe, wo man es flingen hören tonnte, wenn fie in Sandeben fich nicht auch hier etwas zu Geld machen lassen? Sie wollen läuteten und der Südwind zog. Wenn er aber dachte, daß es amd fönnen es nicht. Die ohnmächtigen Menschen. ber Glockenstrick von einer Kreatur gezogen werde, war Solche Gedanken zogen immer und immer wieder durch auch die Freude an dem Klingen dahin. Bald stieg er nicht das Haupt des Mannes, der so geruhig nach innen und so mehr auf die Sandlerhöhe, sondern betrente seine Kapelle und erbittert nach außen war. Das gehobene Herz, welches er Auch der Kampelherr saß. Er saß in jenen Tagen bereits im Reichsrathe und hielt glänzende Reden vom ehrlichen Mann der Arbeit mit der schwieligen Hand, von den hehren Menschenrechten des Armen, vom Schweiße des Landmanns, der den Staat fittet" n.[. w. கா " Nach seiner Freilaffung eilte er auf Umwegen nach Altenmoos. Den Förstern und Höfen wich er aus. Der Sträfling! Der Wildschütz, der eingesperrt war!" Man weiß ja, wie sie es treiben, die Braven, die es nur dann für sich zu einem Tugendglanze bringen, wenn ihnen gegenüber ein von Amtswegen armer Sünder steht. Die Fehler anderer sind ihre Tugenden.gischio sid Der Harsch- Haus begegnete ihm unterwegs, der schmunzelte ben Jakob boshaft an, sagte aber fein Wort. Als der Reuthofer erschöpft und abgezehrt heimkam, höhnte ihn niemand; nur die zwergige Dien lachte ihn aus, daß er bavongegangen sei, derweilen im Garten der Hirsch von Krähen verkostet wurde. Das klügste Lachen vielleicht, daß man von der zwergigen Dirn je gehört hatte. Hi 210 " aus dem Gottesfrieden allemal mitgebracht in den Reuthof, Sie trugen das Thier zum Brunnen, weideten es aus, sant bald wieder in Sorge und Traurigkeit zurück. Es war schleppten es in den Keller, thaten Stroh darauf und dann auf dem Hof teine Freude mehr, es galt nur mehr zur Noth legten sie sich wieder zu Bette. das Leben zu fristen. Vieh und Hafer verkaufte der Reut- Am nächsten Morgen war der Jakobstag. Die Baueru hofer längst nicht mehr, es war alles kümmerlich geworden halten an ihrem Namenstage gerne auch das Gedächtniß ihrer und reichte kaum für den häuslichen Bedarf. Indeß bedurften Geburt. Bierundsechzig Jahre!" sagte der Jakob zu sich fie nichts von draußen. Getrockneten Kümmel verwendeten selbst. Bei manchem Menschen braucht es lange, bis er ein fie als Salz. Ging eine Fensterscheibe in Scherben, so Spizbub' wird." gab eine alte Hauspostille die Blätter her, um das Loch zu verkleben. Loden aus der Schafwolle, Leinwand aus dem spärlichen Flachs, Leder aus den Häuten ward schlecht und recht bereitet vermittelst der alten Vorrichtungen aus besseren Zeiten, die sich noch im Hause fanden. Wie der Jakob im Gottesfrieden die Kirche entdeckt hatte, so hatte der Bechöl- Natz im Walde die Apotheke gefunden. Er sammelte Wurzeln und Kräuter, bei denen er sich austannte, tochte Saft daraus oder rieb sie zu Pulver. Wenn dann die Krankheiten und Gebrechen kamen, wurden die Mittel mit gutem Vertrauen angewendet; manchmal halfen fie, manchmal nicht ganz wie die Sachen aus der lateinischen Küche. Kleine Geräthe des Hauses schnitte der Natz mit seinem Taschenmesser. Bei solchem Schnitzen geschah es manchmal, daß aus dem Stück Holz ein Pfeifchen ward, oder ein Pferdetopf, oder gar ein ganzes Roß und der Reiter darauf, und daß nachher der Alte mit solchen Sachen spielte wie ein Kind. Und doch war er, zum herben Tage aufgeschreckt, als bald wieder wach und klug und half sich und dem Jakob tapfer das Leben tragen. Manchmal seufzte der Jakob tief auf, ohne etwas zu fagen. Da wußte es der Nah, er dachte an seine Tochter Angerl. Mit der stand's wohl kaum erfreulich. Ihr Mann, der Florian, war vom Feldzuge mit einem hölzernen Bein zurück gekommen. Bald darauf wurde der Steinhäusel- Pacht gelöst und sie zogen mit ihren Kindern von der Gemeinau fort. So viel wußte der Jakob, mehr wußte er nicht. Sie schrieben nicht, und daraus hätte ein anderer geschlossen, daß es ihnen nicht schlecht ergehen würde. Wie gerne hätte er ihnen seinen letzten Groschen geschickt! Die lieben Menschen, die ihm zu nächst standen in diesem Leben, sie darbten in der Fremde. Der Jakob fühlte, es lag auch hier eine Schuld vor. Er seufzte, aber er sagte nichts. So vergingen die Tage, so holperte es fort auf dem Reuthofe und hinten drein schlich das Schicksal.. Von diesem Schusse an hatte der Garten eine Weile Ruhe. Die Rehe und Hirsche tamen bis zum Rain herbei, schauten zwischen den Eschen mit langen Hälsen herüber auf den grünen Kohl, aber die Luft roch so ein wenig unheimlich und sie hatten nicht den Muth, ihr Verlangen zu stillen. So streckte einmal der Nah sein altes Gesicht mit den weißen Bartstoppeln vor und munkelte: Bruder Jakob!' 3 ist noch das rechte Mittel gewesen!" „ Ei der Satan!" sagte der Jakob hierauf. Hast Du die Mär von der Wildschüßenkugel nie gehört? Daß der Teufel von sieben abgeschossenen Wildschüßenkugeln allemal eine hinführt, wohin er will?" " Glaubst Du au solche Sachen?" fragte der Nazz. " Ich glaube nicht daran," antwortete der Jakob, aber ich meine, daß so Sagen und Aussprüche, die aus alten Beiten kommen und von Geschlecht zu Geschlecht fortleben, doch auch ihre Bedeutung haben müssen. Ich habe nur das schon erfahren: Wenn man den Finger an den Hahn legt, da denkt man an fein Gebot und kein Gesetz, da denkt man nichts mehr als treffen will ich. Und ist's doch so, als ob in Unsereinem ein böser Geist aufstünde, sobald man die Mordwaffe in die Hand nimmt." " Wird wohl eh nicht anders sein," entgegnete der Nah, wenn aber andere schießen, warum nicht wir auch? Geschossen ist geschossen, nur ob man's aus Luft oder aus Wehr thut, das ist der Unterschied." " Daß auch der Pechöl- Naz so mordgierig sein kann!" be: merkte der Jakob. Wundert mich selber," entgegnete jener, bin auch sonst gar nich so gewesen. Jedes Thierl hat mir derbarmt, aber weißt, Bruder, Du und ich, die zwei derbarmen mir halt noch mehr. Die Hauptsache ist, nur gut treffen, daß das arme Geschöpf nicht noch eine Weil' leiden muß." Wenn der Mensch auf weitem Feld zu treffen ist, so wird der Hirsch im Wald auch zu treffen sein," sagte der Einmal in einer mondhellen Nacht war's, daß der Nah Jakob. den Jakob aus dem Schlafe weckte. Es waren wieder die Es geschah nun- anfangs zwar felten, allmälig aber vierfüßigen Schelme draußen. Drei Rehe stiegen im Garten öfter und öfter,- daß in der Umgebung des Reuthofes um and graften die jungen Pflanzen weg. Der Naz war ein Büchslein knallte. Manchmal sah man den Oberförster diesmal besonders erbittert, er hatte vor wenigen Tagen erst Ladislaus durch die Gegend hasten und um den Hof schleichen. die Kohl und Salatpflanzen bei dem alten Weibe in der Er war schon sehr gebückt und sein jetzt kurzgeschnittener Lunselteusche erbetteln und dabei außer dem Erbettelten auch Bart war grau wie Eis, aber seine Augen sprangen noch sonst noch manches einstecken müssen. Das alte Weib hatte scharf und stechend ins Grüne aus und die Beine hatten schon gezetert, was das für eine saubere Baueruwirthschaft wäre, spite Knie, waren aber flink. In den früheren Jahren nicht einmal Setzpflanzen zu haben! Das Wild hätte sie ge- batte man den Waldmeister stets behäbig des Weges kommen fressen, berichtete der Nat. Warum hat denn mir das Wild sehen; jetzt, da er alterte, lief er gebückt, hastig und geräuschdie Pflanzen nicht gefressen? rief das Weib.„ Warum denu? Weil los, wie auf Socken, so daß es immer zu sehen war, als ich mein Bett draußen im Garten stehen hab' und weil ich schleiche er jemanden an. So geht's, wenn List die Kraft erdie ganzen Nächte wach bleib' und Strümpf' strick' und Lärm setzen muß, Der Ladislaus schien Verdacht zu haben auf den schlag', wenn die Bestien anschleichen. Müßt Jhr's halt auch Reuthof, es war da etwas nicht richtig! Aber es war nicht so machen! Aber na, die Herren vom Reuthof wollen sich dahinter zu kommen und das wurmte ihn. Sein Leben hätte die Nacht gut sein lassen und schmeckt's ihnen besser, die Set- er dran setzer mögen, eine Spur zu finden. Die Hirschen und pflanzen nachher von den armen Häuslerinnen zu erbetteln. die Wildschüßen waren ihm die wichtigsten Dinge auf Da haft ihrer, ich hol' mir Milch dafür." Als hierauf der Welt. " nach langem Bücken und Graben, wobei dem Alten schier Eines Tages begegnete er im Walde einem kleinen bardas Kreuz absprang", die Pflanzen glücklich im Garten stauden, füßigen Knaben, der Erdbeeren sammelte. Der Waldmeister hübsch der Reihe nach gesetzt und mit Jauche gebüngt, wollte fragte, wer ihn erlaubt hätte, hier Beeren zu pflücken? es erst nicht regnen und mußte der Natz alle Abende vom Brunnen viele Kübeln Wasser herbeischleppen und die Setzlinge jeden für sich begießen. Und jetzt, wie sie anhuben zu gedeihen, waren die Thiere da, um sie abzufressen. Das Kind schaute ihn erst mit großen Augen an und antwortete hernach schüchtern: Meine Mutter." Wer ist Deine Mutter?" Der Ruabe schaute noch erstaunter drein. Jetzt weiß der Der Nay gab dem Jakob das Gewehr in die Hand. nicht, wer meine Mutter ist. Und das Kind wußte es zulegt Baff! durch die Wandlute hinaus. Machte das Reh einen selber nicht. Die Mutter ist halt die Mutter," wimmerte Sprung in die Luft und stürzte zu Boden. Die zwei anderen es endlich, lief davon und verstrente im Laufen die ins fetten in hohen Sprüngen über den Zaun und dem Walde Körbchen gesammelten Beeren. Der Oberjäger blickte ihm zu, daß der Boden dröhnte. Ce martialisch nach. Das Beerenpflücken wie das Schwämme und Ameiseneier- Sammeln ist verboten! Was soll man sich von dem Schmarogergesindel das Wild verscheuchen lassen aus seinen Standpläzen! " Wirf den Rock nm," sagte der Jakob zum Nah, wir gehen hinaus. Ich hab's angezeigt, da haben sie mich ein gesperrt; jetzt zeige ich's nicht an, damit sie mich nicht ein sperren. Mau macht's, wie sie's haben wollen." So werden wir halt alleweil gescheidter," versetzte der Nazz. Es giebt aber Ausnahmen. Sah der Waldmeister einmal bas halberwachsene frische Töchterlein der böhmischen Kohlenbrennerin im Guldeisnerschlag. Die Alte war brummig, die 211-> Junge war es nicht, und diese fragte er schmunzelnd, ob sie| nicht manchmal in die Beeren gehe? " Möcht' schon," antwortete sie schämig. Es seien die Himbeeren reif, fagte er und er wolle ihr verrathen, wo die schönsten und süßesten stünden! " Herr!" flüsterte das Mädchen, Himbeeren brocken ist verboten." Er streichelte sie an der Wange und munkelte: Ver botene Früchte schmecken um so besser. Auf der Sandlerhöhe wachsen sie, wenn Du hinauf willst..." mehr. Am nächsten Tage hatte sein Rosenkranz" einen Knoten " ( Fortfehung folgt.) Cid, der brave Campeador. Man schreibt uns: Kleines Feuilleton. Einen Fächer für 400 000 M. hat Howard Gould, seiner Braut, einer ehemaligen Schauspielerin, geschenkt. Der Fächer der Sohn des verstorbenen New- Yorker Börsenhaies Jay Gould, wurde in Paris hergestellt. Es ist ein Empire- Fächer, dessen Gestell aus Elfenbein gefertigt ist, welches mit acht Miniatur- Gemälden, Kopien berühmter Meister, bedeckt ist. Jeder der Fächerstäbe ist 612 3oll lang, am Griff kunstvoll geschnigt und oben abgerundet. Der Beschlag ist von Gold, das Ganze mit Diamanten übersät. Der Fächer ist das Werk von acht Künstlern. Literarisches. Wie es gemacht wird. Im Montags- Abendblatt des Berliner Tageblattes" steht zu lesen:" In eigener Sache. Heute erhielt einer unserer Redakteure von einem bekannten Schriftsteller einen von Beleidigungen strohenden und mit Thätlichkeiten drohenden Brief, weil unser Redakteur dem Schriftsteller bei einer zufälligen Begegnung im Theater am Sonnabend den Gruß verweigert hat. Der Grund, der unseren Redakteur dabei leitete, dürfte die Deffentlichkeit intereffiren. Der Autor hatte nämlich vor einiger Zeit an einem anderen Bu jenen geschichtlichen Persönlichkeiten, denen die mythen- unserer Redakteure einen nichtswürdigen Bestechungsversuch gewagt. bildende Kraft des Volkes Eigenschaften angedichtet hat, die sie nicht nur aus Rücksicht gegen die Angehörigen des Autors wurde besaßen, deren Thaten der Nachwelt in durchaus anderem Lichte damals von einer Veröffentlichung der Angelegenheit abgesehen, überliefert wurden, als ihnen wirklich eigen, gehört man begnügte sich, den Autor prompt wissen zu lassen, daß er an den Unrechten der in unzähligen Liedern besungene und in unzähligen gekommen war. Der erwähnte Schriftsteller hatte de Vivar, dem Reden verherrlichte Spanier Ruy Diaz Berliner Tageblatt" nämlich einen Feuilleton nannt der Eid Campeador,( d. h. der Held Kämpfer). Der Roman zur Prüfung vorgelegt, zu Händen des zuletzt er. Ueberlieferung nach war dieser taftilianische Grande das Muster wähnten Redakteurs. Es lag ein Brief bei, welcher den Redakteur aller ritterlichen Tugenden, edel, gottesfürchtig, ein Schüßer der ersuchte, die Annahme des Romans bis zu einem bestimmten Tage Armen und Unterdrückten, ein Muster au Treue und Tapferkeit, zu bewirken. Dem Briefe war folgende Anweisung zugefügt: und so geliebt und bewundert von seinem Volke und ge An die Bank für Handel und Industrie. fürchtet von seinen Gegnern, daß sein bloßer Aublick den Berlin, Schinkelplats. legteren Todesfurcht, den ersten aber unbesiegbaren Muth einflößte. Ersuche dem Ueberbringer 200 M.( Zweihundert Mart) meines Als er schließlich bei der Vertheidigung Valencia's gegen die Mauren Guthabens für mich auszuzahlen, deren Empfang ich unter dem stirbt, wird feine Leiche in voller Rüstung auf ein Pferd gefeßt, und heutigen Datum hiermit quittire. um den schon todten Helden geschaart, erfochten die Spanier, die der Glaube, ihr Führer lebe noch, mit flammender Begeisterung erliegenden Begleitbriefe, daß er seinen Dank nach definitiver Anfüllt, einen glänzenden Sieg über die Ungläubigen. So die Sage. Und die Wirklichkeit? " ge= Valencia vermochte aber," lesen wir in G. Dierds' Geschichte Spaniens( Berlin 1896) Bd. 1, S. 555, Valencia vermochte aber dem rohen, chriftlichen, nur von Habgier und Selbstfucht beherrschten Söldnerführer Rodrigo Diaz de Vivar, genannt der Gio, feinen Widerstand zu leisten, sondern fiel demselben zum Opfer, wobei diefer von der Dichtung späterer Zeiten zum Nationalhelden gestempelte, charakterlofe und treubrüchige allerdings sehr fromme Freibeuter das Stadtoberhaupt auf die empörendste Weise zu Noch träftiger drückt sich Professor Müller( Königsberg) in feinem, als Band des Onden'schen Sammelwerts Algemeine Geschichte in Einzeldarstellungen" erschienenen Werke" Der Islam im Morgen- und Abendland" über unsern Helden aus: Da heißt es auf Seite 635: Zode martern ließ." ( Name des Autors.) Bugleich schrieb der Autor in dem uns noch im Original vors nahme noch weiter bethätigen werde. Der Adressat begnügte ich, wie gesagt, dieser unerhörten Zumuthung damit zu begegnen, daß er dem Schriftsteller Roman und Anweisung umgehend zurücksandte. Die hier abgedruckte Abschrift der Anweisung, von einem Beugen beglaubigt, wurde zurückbehalten. Im übrigen bewahrte der von dem Autor Beleidigte, wie erwähnt, längere Zeit Stillschweigen, bis er erft jüngsthin, nach der Première eines von Rollegenkreise zum besten gab. Darauf nun wurde vorgestern dem jenem Autor verfaßten Stückes, feine Erfahrungen mit diesem im Schriftsteller der Gruß verweigert, eine gewiß noch gelinde Abwehr, über die der Autor besser mit Stillschweigen quittirt hätte. Statt deffen ließ er jenen im Eingang erwähnten Brief vom Stapel und veranlaßt uns dadurch, keine weitere Schonung dem Bestecher gegenüber walten zu lassen. Wir geben seinen Namen hiermit der Verachtung aller anständig Denkenden preis. Es ist Herr Robert Misch.Theater. Um Valencia aber haufte ein Freibeuter auf den wir im Borübergehen einen Blick werfen müssen, nicht wegen der eigenen Bedeutung seiner widerwärtigen Persönlichkeit, sondern wegen des Im Schillertheater wurde am Sonnabend eine Tragi. Ruhmes, dessen er ungerechtfertigter Weise bis auf den heutigen Tag be- fomödie Die gerechte Welt" von Carlot Reuling zum ersten fitt. Es ist Rodrigo oder Ruy Diaz von Bivar, bekannt unter den Bei- Male aufgeführt. Ju einem Börsenblatt konnte man lesen, daß namen Eid und Campeador; einer von den Landsknechtsführern, dieses Schauspiel wie geschaffen sei, um im Verein der„ Rothen welche damals ihre Dienste je nach Laune und Bezahlung christlichen Nelfe" mächtig zu wirken. Für den bürgerlichen Spötter ist der oder muslimischen Fürsten zur Verfügung stellten, hat er gleichmäßig Ausdruck bezeichnend. Er meint damit: Ein Drama branche nur für die Benu Hud) von Saragossa und für König Alfons gefochten, groblinig zu fein und lärmenden Genossen" werde es behagen, immer aber gefehen, wo er am meisten Beute erwischen tönnte. wenn es nur die Sünden eines Kapitalisten recht schwarz male. Meineidig, trenlos und grausam hat er beiden Parteien empfind- Hätte er feinerzeit die Freie Boltsbühne" beachtet, er wäre eines lichen Schaden zugefügt, ohne je etwas anderes zu erstreben, als ein besseren belehrt worden. eigenes Fürstenthum für sich, gleichgiltig auf welche Weise es gewonnen wurde." n Man muß gestehen", fährt Professor Müller fort, die Spanier find in der Wahl ihres Nationalhelden nicht ganz glücklich gewesen." Und ferner: Sein Ziel hat das Scheusal nur für kurze Frist erreicht: 1099" starb er vor Wuth über die entscheidende Niederlage seiner Truppen, nachdem er natürlich vorher brav Kirchen gebaut oder ausgestattet hatte." Bald nach seinem Tode fiel Valencia in die Hände der Ungläubigen." Charakteristisch an der Eid- Legende ist noch, daß dieser " Held und biedere Kämpe" bald als Streiter der unverbrüchlichen Treue, des hundemäßigen Gehorsams gegen den angestammten König, bald als Vertreter der Rechte der Feudalherren gegenüber dem Königthum gefeiert wird. Die Sage paßt sich dem Gebrauch der rivalisirenden Parteien nach Bedürfniß an, bis endlich im 14. Jahrhundert der Absolutismus fest im Sattel fitzt, und damit auch die diesem genehme Lesart der Legende die Oberhand behält. Als der„ treue Diener feines Herrn" ist der brave Ruy Diaz de Vivar von da ab gefeiert worden, bis die historische Forschung auszog, das Original diefer fabelhaften Blüthe der Ritterlichkeit zu suchen und statt des Vorbildes alles Großen und Schönen einer " Freibeuter" fand." *) Ein maurischer Fürstenstamm. demokratische Predigt aufzufaffen! Welcher Frrthum übrigens, Carlot Reuling's Stüd als fozial Die Komödie erinnert an Beichnungen in Schwarz und Weiß. Schwarz und Weiß ist aber grell nebeneinander gestellt, ohne Abstufungen. Der Titel Die gerechte Welt" bedeutet eine Fronie die beiden Parteien, die Schwarz und Weiß darstellen, verförpern nicht eigentlich Kapital und Proletariat. Was hatte die Lehre, daß das Kapital Existenzen zerstöre, wenn es in die Hände von Schuften gerathe, mit sozialdemokratischen Anschauungen zu thun? Die verallgemeinern doch Wirken, und Wesen des Kapitalismus und fümmern sich nicht um diese oder jene Person. Wenn man dann die unschuldsvollen Leute ansieht, die zwei abgefeimten Börsengaunern in die Hände fallen! Da ist ein Werkmeister Hügel. Er hat sich, wie Richter's Sparagnes, durch seiner Hände Arbeit und dadurch, daß er darbte, Häring mit Pell fartoffeln war ein Sonntagsgericht ein Kapitälchen erworben. Das legt er in amerikanischen Papieren an, die 11 pt. abwerfen. Für einen biederen Kleinbürger verdammt prozentgierig! Natürlich fällt der kleine Hecht den größeren Hechten, den Baufschwindlern Großs mann zum Opfer. Die Spekulationspapiere waren faul. Nicht genug daran, der eine der Brüder Großmann hat Hügel's Schwester verführt; und als Großmann, den der Verzweifelte zur Rede stellt, unverschämt wird, da ergreift Hügel in blinder Wuth ein Messer und sticht den Großmann über den Haufen. Großmann ist indeß nur schwer verwundet. Nach mehreren Jahren wird Hügel 212 " Medizinisches.] Humoristisches. 001 aus dem Zuchthaus entlassen. Seine arme Schwester ist in Noth. die Achsendrehung von der Dauer der Bewegung um die Sonne auf Die Verführte hat ein Kind zur Welt gebracht. Was thun? feinen Fall erheblich verschieden sein fanu. Auch die Beobachtungen, Die Gesellschaft wendet sich an die Brüder Großmann um welche nach Aufnahme der vorliegenden Zeichnungen angestellt Hilfe. Die sind nach dem Bankbruch vermögend und hoch wurden, haben dieses Ergebniß bestätigt. maist angefehen. Der eine treibt fogar den Wohlthätigkeits sport und hat ein Waisenhaus erbauen lassen. Großmann, der Verführer, ist denn auch nicht ungnädig. Von seinem Ueberfluß Der eingelaufene Anzug. In die städtische Pfandwirft er ein paar Brocken hin, und Hügel wie deffen Schwefter leihauftalt zu 2iegui tam vor einigen Tagen eine Frau mit trollen sich fort. Bom Waisenhaus flingt feierlicher Orgelflang einem neuen Anzug ihres Sohnes den derselbe erst kurze herüber. Das ist der Lauf in unserer gerechten Welt. Die Arbeit, Beit vorher gekauft hatte. Auf die Frage des Pfandleihers, wie die ohne ihren satirischen Abschluß nach alter Voltsstück- viel sie auf den Anzug geliehen haben wolle, erwiderte die Frau: manier gerathen ist, gefiel dem Publikum des des Schiller„ Na, mer mechten doch wenigstens 10 Mart dafür, daß mer nich Theaters sehr. Es wurde auch wirksam gespielt. Jusbesondere gar zu viel dran verlieren."" Als der Pfandleiher darauf meinte, gelang Herrn Patry der verlumpte, gynische Großmann junior. wie sie eigentlich dazu käme, den neuen Anzug zu versetzen, Mit gefchicktem Taft gaben die Herren Froböse( Hügel) und gab die Frau folgende Erklärung:" Ja sehn Se, die Winterstein zwei jener Kleinbürger, die sich durch Fleiß, Aus Sache is nämlich a su: Mei Suhn hot for den Anzug 15 dauer und gute Sitten emporgeschwungen" haben. Solche Figuren, Mart gegaben, und do hatte ern vurigen Sunndag, wie der gruffe deren Bravheit nicht selten an überraschende Einfältigkeit grenzt, Regen war, 3' irschte Mal an. Wie er nun heem foam, zug ern fönnen leicht ins Lächerliche umschlagen. vabend wieder anziehn glei aus und ließ'n trucknen, und wullte, do gingen die Husen ock blus bis an de Knien und de Aermel warn o a gruß Stücke su turz, mit eenem Wurte, der Die Schädlichkeit des Schleier 3. Nach C. A. Wood Anzug woar a su fleen gewurn, daß ern nie nich tragen fann." ift die Mode, Schleier zu tragen, verantwortlich zu machen für eine Nachdem sich das Gelächter der Umstehenden gelegt hatte, gab ganze Reihe von Leiden, für die häufig feine Ursache vorhanden zu der Pfandleiher der Fran den Rath, den Anzug nur wieder einzu fein scheint, nämlich Herabfehung der Sehschärfe, Kopfschmerzen, packen und damit zum Lumpenhändler zu gehen, mehr sei er nicht Schwindel, Uebelleiten. Diese Folgezustände sind bedingt durch die werth. spild Anstrengung, die das Auge machen muß, um durch das ihm vorWild geworden. Zur Zeutenar Feier hat Herr liegende Hinderniß durchzusehen. Daß selbstverständlich eine unregel mäßige Beichnung des Schleiers oder ein solcher mit großen Tupfen Wilhelm Arent dreizehn Seiten Saijerlieder" erscheinen ganz besonders schädlich wirken, ist tlar; ebenso find doppelte Fäden laffen. Das letzte Poëm" trägt die Ueberschrift Der Sozialdes Maschengewebes zu verwerfen. Im allgemeinen tann man demokratie" und hat folgenden Wortlaut: sagen, daß die Beeinträchtigung der Sehschärfe in direktem Verhältniß zu der Zahl und Größe der Maschen sieht, so daß also ein einfacher Schleier ohne Zeichen und Eupsen, mit großen Maschen und einfachen Fäden relativ noch am unschädlichsten ist. Ganz besund rachebrütend in Verstecken lauern. fonders haben Damen mit schwachen Augen es durchaus zu ver meiden, durch den Schleier hindurch zu lesen. Eine andere un angenehme Nachwirkung des Schleiers im Winter ist die, daß die Nase darunter sehr leicht erfriert. Anflatt also Schutz gegen die Rälte zu bringen, bewirkt er das Gegentheil. Durch den Hauch des Mundes bildet sich beim Gefrieren eine harte Kruste, die namentlich bei engiaschigen Schleiern den Ausgleich der Luft zwischen Schleier und Gesicht und der Außenseite hindert. Gar manche rothe Nase ift auf das Schleiertragen im Winter zurückzuführen. Physiologisches. Die Wahrheit ist nur schön und hold den Guten, hil Die Bösen peitscht sie, wie mit Flammenruthen, so daß sie flieb'n und stumm im Dunkel tauern stasi drin sinDas Wallen ihrer macht'gen Simsonlocken Macht scheu das Blut in Schurkenaderu stocken; Ihr strenges Antlitz strahlt nur Licht den Besten, d Mit ihnen weilt sie bei Elifiumfesten. bostise Vermischtes vom Tage. 300 Poft säde mit Lorbeerblättern hat ein Triester für die Berliner Feststraße zum 22. März geschenkt. Die Blätter follen auf den großen Rasenflächen beim Opernhaus ausgebreitet werden. Berliner Dichter frenct Euch, da giebt es billigen Lockenschmuck! gerieth ein 17 Jahre alter Bohrer in die Transmission und wurde vollständig in Stücke geriffen. In Straßburg wurden anläßlich des Karnevals 148 Fahrräder versetzt. nt. Unempfindlichkeit gegen Bienenstich e. Es ist eine bekannte Thatsache, daß ein Thier, welches einmal einen nicht ganz tödtlichen Biß von einer Giftschlange empfangen hat, für die Folge Aus Landshausen( Baden) wird berichtet: Ein hiesiger gegen solche Biffe überhaupt gefeit ist. R. C. Td. Evans theilt der Bürger bemühte sich seit Jahren um eine Invalidenpension, weil ihm Londoner Zeitschrift" Nature" mit, daß ein ihm bekannter Fall eine ähn vom letzten Feldzug her eine Gewehrkugel im Oberschenkel Aiche Folge bei Bienenstichen wahrscheinlich macht. Der Verwalter eines ftece. Die Aerzte fonnten troß mehrfacher Untersuchung nichts von Bienengartens berichtete Evans, daß er kurz nach dem Antritt diefer einer Kugel entdecken, und so blieben die Gesuche des Mannes Stellung infolge der erhaltenen Bienenstiche für einige Tage au erfolglos. Dieser Tage nun wurde er nach Heidelberg ins Krankenheftigen Entzündungen darniedergelegen hätte, daß er aber bald haus beschieden, wo bei einer Photographie mittels Röntgen gegen das Gift des Bienenstachels unempfindlich geworden wäre. ftrahlen die Kugel deutlich sichtbar wurde. wasgredinol Evans beobachtete selbst, wie der Mann in wenigen Minuten In der Werkzeug- Maschienenfabrit Schieß in Düsseldorf mehrere Male gestochen wurde, während er einen Bienenstock in einen anderen ausleerte, da er gegen die Gewohnheit der Bienenhälter mit unbeschützten Händen ar beitete. Der Mann versicherte ihm, daß er während des Stiches ein scharfes Prideln fühlte, im übrigen aber nicht die geringsten Folgen davon zu leiden hätte. Vielleicht besitzt das Gift des Bienenstachels, das im allgemeinen als eine der Ameisensäure entsprechende Verbindung betrachtet wird, dieselbe Wirkung für die Unempfindlichkeit des Verlegten wie das Schlangengift. Derselben Zeitschrift wurde bald darauf von Strickland noch über einen ähnlichen Fall berichtet. Ein Bienenwirth wurde beim Aufsehen eines Stodes fo heftig gestochen, daß er mehrere Wochen krant war; auch bei ihm führte aber diese von großen Schmerzen und dicken Geschwülsten begleitete unfreiwillige Impfung zu einer vollständigen unempfindlichleit. Dieser letztere Fall ereignete jich bereits vor mehreren Jahren, bis zum vorigen Herbste jedoch war der Mann noch immer gleich un empfindlich gegen Bienenftiche. and add mahabadegi Astronomisches. -In Szaszivanfalva( Ungarn) wurde der Großgrundbesiger Zoktor von seinen beiden Söhnen ermordet. Ein Schlauer. Die römische Tribuna" erzählt: Bei den letzten französischen Wahlen strebte auch Herr X danach, in das Palais Bourbon als Voltsvertreter einzuziehen und verschmähte zu diesem Zweck auch krumme Wege nicht. Freilich, wenn er seinen Wählern geradezu Geld anbot, so konnte die Sache schlimm für ihn ablaufen. Der schlaue Mann wußte sich aber zu helfen. Seine Leute mußten den Wahlkreis durchziehen und den wählern Wetten um 5 Fr. anbieten, daß Herr 2. nicht gewählt werden würde. So sicherte er sich nicht nur die Stimmen der Wähler selbst, sondern diese waren auch noch eifrig bestrebt, für den Kandidaten andere Stimmen zu werben, und so ging der " Boltsvertreter" mit großer Mehrheit als Sieger aus dem Kampfe hervor. t. Neues vom Merkur. Nachdem der amerikanische Astronom Percival Lowell neulich eine große Zahl von Zeichnungen der Oberfläche des Planeten Venus veröffentlichte, hat er nun den Der vor einigen Tagen von St. Johns( Neufundland) in Astronomischen Nachrichten" solche auch von Mertur eingesandt. London eingetroffene Dampfer Late Winnipeg" hat eine furchtVettere zeigen deutliche dunkle Marten im allgemeinen als Linien. bare Reise über den Atlantischen Ocean gehabt. Die über das Beide Pole erscheinen schattirt und es läßt sich ein scharfes, Schiff schlagenden Wellen löschten die Feuer aus und der Dampfer Dunkles Band erkennen, daß den Südpol vou war mehr als einmal dem Untergange nahe. Sämmtliches auf dem dem übrigen Blaneten trennt, es setzt sich viele Längengrade weit Schiff befindliche Bieh, 400 Stück, mußte über Bord geworfen. fort, und möglicherweise ungürtet es den Planeten vollwerden. ftändig. Die Dauer der Umdrehung des Planeten um seine Frau Cleveland will fich von ihrem Manne, dem ehemaligen Achse ist gleich der eines Lauses um die Sonne, also ebenso wie es Präsidenten der Vereinigten Staaten, scheiden lassen. Sie führt Lowell für die Benus festgestellt hat. Leo Brenner hatte auch für Klage darüber, daß sie ihr Gatte geschlagen und über die Parquetten den Merkur eine Umdrehung von annähernd einem Erdentage au- gefchleift habe. Der Mann wieder meint, seine Frau hatte zu viel genommen, die Zeichnungen Lowell's beweisen aber durchaus, daß Geld verputzt". hung Verantwortlicher Redakteur: Angust Jacobey in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. red 6ned