Wnterhaltlmgsblatl des vorwärts Nr. 56. Freitag, den 19. März. 1897. lNachdrurl oeibolea.) Grittnevungen 2Z eines MmnnmneKampfevs. Von Henry B r i s f a c. Am nächsten Morgen kamen die Frauen mit ihren Körben an. Viele verbargen unter einer von Zärtlichkeit diktirten Lüge ihr eigenes Elend, daß nur ihre Gaben angenommen würden, und hungerten lieber selber. Die zu arm waren, sich ein Retourbillet zu kaufen, wanderten mit wunden Füßen wieder heim. Anfangs August wurden wir nach der Orangerie geschafft, hierauf, als sie geräumt wurde, nach dem„Bauhof*, einem dreistückigen Gebäude mit drei riesigen Sälen. Mit unseren Angehörigen durften wir frei verkehren: Zwischen ihnen und uns war keine Barriere. Am Tage nach unserer Umquartierung ließ mich der Direktor unseres Gefängnisses, Marceron, gleich- falls Lieutenant, rufen und sagte: „Ich habe die schlechtesten Nachrichten über Sie und mache Sie darauf aufmerksam, daß, wenn die geringste aufrührerische Bewegung in dem Saale, wo Sie sind, vorkommt, ich Sie ganz allein dafür verantwortlich mache" „Ich bin in der Hand meiner politischen Gegner", er- widerte ich,„und weiß wohl, wie ich mich zu benehmen habe." „Oh, meine politischen Gegner! Die traktire ich zuerst mit Ohrfeigen und mit einem Degenstich hinterdrein." Monsieur Marceron sprach die Wahrheit, wenigstens was den ersten Theil seiner Behauptung betrifft. Da seine politischen Gegner zugleich seine Gefangenen waren, so wurde seine Aufgabe dadurch, wenn nicht ehrenhafter, so doch bedeutend erleichtert. Lassen wir dem Monsieur Marceron Gerechtigkeit widerfahren: Nachdem er die Leute hatte binden lassen, prügelte er sie eigenhändig; er hat auch Greise geprügelt, aber die waren nicht angebunden worden. Ich habe später in Er- fahrung gebracht, was die oben erwähnten„schlechtesten Nach- richten" besagten. Sie lauteten:„Enragirter Journalist, sehr gefährlicher Mensch, einfach zu erschießen." In irgend einer, ich weiß nicht welcher, Zeitung waren Klagen über die Verwaltung des provisorischen Gefängnisses im Bauhofe erschienen- Oberst Gaillard ließ uns zusammen- kommen, schärfte seinen Soldaten ein, auf uns Feuer zu geben, wenn einer auch nur zu mucksen wagte, und theilte uns nach diesen Vorsichtsmaßregeln mit, daß wir Undankbare wären. Er habe uns bisher gut behandelt: aber er habe es mit un- verbefferlichen Leuten zu thun. Um jedoch ein Exempel zu statuiren, würden fünfundzwanzig der unnihigsten Köpfe von uns nach einem entfernten Fort geschickt werden. Ich hatte nicht einmal eine Ahnung, weshalb diese Expektoration erfolgte, und es lag kein Schatten von einem Grunde zu einer Bestrafung meiner Person vor. Die Lifte der zu Bestrafenden enthielt meinen Namen nicht. Die Zeit verstrich, ich fing an, mich ganz sicher zu fühlen. Da wurde in letzter Stunde ein Name gestrichen und der meinige an seine Stelle gesetzt, und ich erhielt Befehl, unverzüglich abzureisen. Wir reisten abends ab. Abermals führte uns ein Vieh- wagen von bannen. Wir entdeckten alsbald einige Löcher in den Wänden desselben und fragten uns, ob sie für die Lungen von fünfundzwanzig Menschen die unerläßliche Luftzufuhr ge- währen würden. Die Plätze der Bevorzugten waren zur Seite dieser Löcher, kostbar wie Wassertropfen für die lechzende Brust; aber bei Gefahr allgemeiner Erstickung durfte man seinen Mund ihnen nicht zu nahe bringen. Den nächsten Tag Nachmittag nahm uns ein Boot auf und wir landeten, die Rhede von Cherbourg durchfahrend, an einer steilen, vom Meeresschaum bespülten Treppe. Das Fort Pelee, auf einem Jnselchen erbaut, ragte mit seinen bezinnten Thürmen traurig in die Lüfte. In dem von Kasematten umsäumten Hofe angelangt, sahen wir hagere Gesichter durch die Gitter- stäbe glotzen: Gefangene, die seit den ersten Tagen des April da zusammengepfercht waren. Der Gefängnißdirektor erklärte, uns Beweise seines Wohlwollens geben zu wollen, wir möchten sie jedoch nicht mißbrauchen. Er fügte hinzu, wir würden von einer Kantine mit„mäßigen" Preisen sehr befriedigt sein. Ich habe später erfahren, daß der Kantinenwirth ein Verwandter des Direktors war. Aber die„Mäßig- keit" und das„Wohlwollen" haben nur Ungläubige gefunden. Wir betraten unsere finstere Stube. Die sehr niedrige Decke war mit Balkeit gestützt, ein schmaler offener Spalt ließ einen Streifen Tageslicht herein- fallen und das Brüllen der Wogen vernehmen. Am Boden im Staube lag Strohsack an Strohsack, alle aufgetrennt. Meine Gefährten, brave Arbeiter, fast alle Familienväter, beklagten gleich mir die Anwesenheit von vier oder fünf Gaunern. Ich mußte mich später mit dieser Gesell- schaft familiär machen. Der eine erzählte uns seine Helden- thaten in den letzten Tagen des Mai. Er hatte, ich weiß nicht wo, die Uniform eines Offiziers der Nationalgarde gestohlen, hatte sich für einen Kommandanten ausgegeben und als solcher mit bewaffneter Hand eine Requisition von— Uhren gemacht. Auch ein Magazin war ausgeraubt worden. Als er sah, daß seine Erzählung unzweideutig geäußerten Unwillen hervorrief, beeilte er sich hinzuzufügen, daß er, da er bettlägerig gewesen, eine leere, blos unterzeichnete Vollmacht ausgestellt habe, die einer seiner Freunde ausgefüllt und so Mißbrauch mit seiner Unterschrift getrieben Hab«. Ich bekam selten eine Zeitung zu Gesicht. Eine brachte einen Bericht über ein großes Gastmahl, das Thiers gegeben. Zwei Nachkommen von Philipp Egalite figurirte» dabei zu seinen beiden Seiten, der Graf von Paris und der Herzog von Aumalc. Sonderbares Mittel, das dieser Präsident der Republik ergriff, um seine höchst legitime Angst zu bannen. Eines Tages kündigten uns unsere Wärter den Besuch einer hohen Persönlichkeit an. Und sie kam, ehrfurchts- voll vom Gefängnißdirektor geleitet. Ohne sich erst Zeit zu nehmen, sich umzusehen und Athem zu holen, fuhr uns der terr mit überhoher Stimme barsch an:„Petroleur-Gefindel! a brummt ihr jetzt! O, diese Blödfinnigen, i nmer dieselben! Immer dieselben!" wiederholte er, wandte uns den Rücken und ging auf Nimmeriviederkehr. Es war der General Dumoulin. Mitte Januar wurde mir mitgetheilt, daß ich nach Versailles zurückzukehren hätte. Ich war allein in einem Kahne, der aber nicht direkt ans Ufer fuhr, sondern alsbald bei einem andern Fort anlangte, das mich in seine Arme schloß. „Wie heißt dieses Gefängniß?" fragte ich einen meiner neuen Gefährten. „Fort Hommet." „Wissen Sie vielleicht, warun, man mich hierher bringt?" „Damit Sie von hier wieder wo anders hingebracht werden." „Bah!"- „Fort Hommet ist thatsächlich ein Uebergangs-Gefängniß für diejenigen, die von Fort Pelve kommen. Sie können 24 Stunden, aber auch mehrere Wochen hier bleiben." Ich landete jedoch schon am dritten Tage im Hasen von Cherbonrg. Ein Gendarm schloß mit einer Kette mein rechte» tandgelenk an das linke eines anderen Gefangenen, auf die chultern ivltrde mir recht schweres Gepäck geladen und so gings durch die Straßen der Stadt. Es war Sonntag, die Leute lagen auf dem Boden vor ihren Häusern und gafften uns an. Endlich kamen wir nach dem, wie mich dünkte, sehr entfernten Bahnhofe und wir bestiegen diesmal nicht einen Viehwagen, sondern einen Wagen zweiter Klasse. Zwei Gendarmen saßen uns gegenüber. Der Brigadier betrachtete uns und nahm uns die Handschellen ab. Er versicherte mir, daß er durchaus kein Feind der Republikaner sei, daß er über- Haupt nichts von Politik verstehe, aber als Soldat seinen Vor- gesetzten gehorchen müsse. Wir kamen in Maus am Abend an. „Wollen Sie speisen?" fragte uns der Brigadier. „Gewiß!" „Dann muß ich Ihnen die Handschellen wieder anlegen. Seien Sie nicht böse, so ist die Ordre. Ich nehme sie Ihnen im Restaurant ab." Wir gingeil durch mehrere Straßen und kamen zuletzt zu einer billigen Kneipe.„Hier!" rief der Brigadier. Wir setzten uns an einen Tisch, der ein Tischtuch hatte. Unsere Hände ivurden frei gemacht. Wir stießen mit den Gläsern an und ich schlug einen Toast auf die Republik vor. Meine Gendarmen gingen mit Herzlichkeit darauf ein. Sie würden dasselbe ge- than haben, wenn es einen Toast ans das Kaiserreich gegolten hätte. Ich wünschte, Cigarren zu kaufen. Der Brigadier be- zeichnete mir einen Laden in der Nähe. Ich begab mich ganz allein hin, ohne Handschellen. Die Verkäuferin ahnte nicht, daß ich ein Gefangener war— ich fühlte etwas wie Stolz. Als ich auf die Straße trat, erwartete ich, mindestens einen Gendarmen vor der Thür zu finden— es war niemand da. Ich sah mich um und entdeckte den Brigadier, der mir den Rücken kehrte und sich nicht rührte. Starke Versuchung! Gleich zu meiner Linken war eine Straßenecke, und es war Nacht! Warum das Glück nicht versuchen, den Sprung ins Unbekannte wagen? Ich that es nickt und habe es hinterdrein bitter bereut. Mir fehlte die Erfahrung des Gefangenen. Die Volksvertretung, dachte ich, würde sich bald auflösen, die Gefängnisse würden sich leeren; eine solche Krisis könne nicht lange dauern. Es fehlten mir Zeitungen, und falsche Berichte nährten meine Illusionen. Ich kehrte zu meinem Gendarmen zurück, der nicht das mindeste Mißtrauen zu erkennen gab. (Fortsetzung folgt.) «4s Jakob dev Uetzke. Eine Waldbauerngeschichte aus unseren Tagen. Von Peter Rosegge r. (Schluß.) Im Gottesfrieden. Jakob legte sich in derselben Nacht wohl zu Bette, aber die Lider sanken ihm nicht. Am nächsten Morgen, als der Guldeisner im Hofe umher- stolperte und knurrend nach dem Reuthofer fragte, um ihm noch einmal zu sagen, daß er ein dummer Bauer sei, war der Jakob nicht zu finden. Ter alte Sauertopf, dem die Welt heute lange wieder nicht so drollig vorkam als gestern bei dem Apfelwein, mußte unverrichteter Sache weiter ziehen und den„dummen Bauern" in seinem eigenen Kopf verschimmeln lassen. Der Jakob war auch nicht zu finden, als der Ratz die Ochsen an den Pflug spannte, um damit auf die Herbstbrache zu fahren. Der Jakob that, als wäre auch heute noch Feier- tag, er strich an den Rainen hin, ging in den Schachen und auf die Au und wieder zurück am Rain, die Hände hatte er am Rücken und das Gesicht hielt er zu Boden gewendet. Voller Temuth in Freud' wie in Kummer! Um die Mittagszeit saß er auf dem Steinbaufen und schaute sinnend den tanzenden Mücken zu. Zwischen dem Ahorn und dem Sauerdorn quer durch fiel ein Sonnenstrahl und in demselben tummelte sich kreisrund ein Mückenschwarm. Ein kaum hörbares Summen war, sonst alles in tiefster Ruh'. Ueber der Gegend lag ein blauer wässeriger Sonnenäther, durch den die Bergzüge nur in blassen Umrissen schimmerten und der jeden Augenblick bereit schien, sich in Herbstnebel zu verdichten. Ueber einige Bergkänime wälzten sich in der That bleigraue Nebelhallen herein.— Kein Luflhauch, kein Vogel- sang, kein Zirpen der Heimchen. Daß es gar so still sein mag in solchen verlorenen Herbsttagen! Gar so herz- beklemmend still! Der Natz sah den Jakob sitzen und ging hinauf. Ist Dir was, Bruder?" redete er ihn an. Der Jakob überhörte die Frage. „Ist's nicht, daß wir die Ochsen aus die Eicht(Futtcrweide) treiben sollen? fragte der Natz. „Die Ochsen verkaufe ich," antwortete der Jakob. „Und spannen wir Zwei uns nachher selben an den Pflug?" „Der Pflug kann stehen bleiben," sagte der Jakob. „Was soll denn das werden?" fragte der Natz. „Ich reise nach Amerika," antwortete der Jakob. Der Natz blickte diesen erschrocken an und wußte lauge nicht, was da zu sagen war. „Bruder Jakob," sagte er endlich ganz weich und zärtlich. „Du gefällst mir nicht die letzte Zeit her. Du sollst einen Arzt fragen." ' Da las ihm der Jakob den Brief vor und als dieser zu Ende war, saß der Natz mit gefalteten Händen da und war ganz blaß. „Ich reise hinüber," sagte der Jakob. Der Natz saß da mit gefalteten Händen. Eine lange Weile so, dann räusperte er sich und sagte:„Jakob, wenn D>» ins Amerika gehst— dort wirst nit lang leben." „Ich will ja nicht dort bleiben. Ich will nur meine Leute herüberholen in das Alteumoos." „Herüberholen? Das müßte man wohl gut überlegen. Etwan geht es ihnen drüben besser als uns herüben. Dort geht's aufwärts, bei uns geht's abwärts." „Und ich hole sie doch herüber," sagte der Jakob.„Es ist eine Schickung Gottes. Es kann nicht sein, daß das Alten- moos ganz sollt' zu gründe gehen müssen, es kann nicht sein." „Wenn ein Gott im Himmel ist, so kann er Dein festes Glauben und Vertrauen auf Altenmoos nicht zu schänden werden lassen," sprach der Natz. „Es ist ein Gott im Himmel!" sagte der Jakob. Der Natz war still. Sein Auge richtete sich auf das Feld hinaus. Dort mitten im reifen Haferfeld graste ein Reh. „Pst! Bruder, rühr' Dich nicht!" flüsterte er mit gehobenem Finger. Unten im Hofe mußte es auch schon bemerkt worden sein. Von dort herauf schlich hinter den Büschen niit gekrümmtem Rücken der Ferdinand und brachte das Schußgewchr. „Ist es geladen?" fragte der Jakob, nach der Flinte langend. „Scharf," sagte der Ferdinand und hastete wieder hinter den Büschen davon. Der Jakob schlich an. Am Feldrain ließ er sich auf ein Knie nieder, richtete das Rohr zwischen den Halmen durch auf das Thier, welches ahnungslos im Hafer stand und die Rispen von den Halmen biß. „Halt!" rief es vom Erlenstrauch her.„Bauer, jetzt Hab' ich Dich!" Der Waldmeister Ladislaus kauerte dort und fuhr mit dem Schafte seines Toppelstutzeus gegen die Wange. Der Jakob hielt seine Flinte fest und als er sah, daß gegen ihn gezielt wurde, wendete er sein Rohr. „Das Gewehr weg!" schrie der Waldmeister. „Thust Du's, so thu ich's auch," antwortete der Jakob und blieb in seiner Stellung. „Das Gewehr weg oder ich brenne Dich nieder." „Ich wehre mich," sagte der Jakob und beide Feuerrohre waren gegeneinander gerichtet. „Reuthofer!" rief der Oberförster,„es ekelt mich. Dich zu tödten und ich rathe Dir gut. Mein Gewehr hat zwei Läufe!" „Das meinige hat einen," entgegnete der Jakob und sein Auge hatte einen seltsamen Glanz. „Ergieb Dich!" „Lieber sterben!" sagte der Jakob; hart an seiner Wange pfiff die Kugel vorüber— er drückte los. Mit einem gellen- den Schrei sprang der Waldmeister Ladislaus aus— und stürzte mitten im Gebüsche zu Boden. „So. Jetzt bin ich fertig," sagte der Jakob, warf die Flinte weg und faßte mit beiden Händen sein Haupt, als ob er es vom Rumpfe reißen wollte.—„Mörder!" Mörder!" schrie er mit greller Stimme.„So muß es enden! Zum Ge- richt! An den Galgen! S o muß es enden!" Jetzt war auf bebenden Füßen der Natz herbeigeeilt, um den davoustürnieuden Jakob zu halten. Dieser versetzte ihm mit der Faust einen Schlag und Hub an zn springen— zu springen wie ein verfolgter Hirsch. Am Rain sprang er hin, am Feldhaug sprang er hin, über die Matte sprang er ab- wärts gegen die Waldschlucht. Der Natz eilte ihm nach und rief:„Jakob! Jakob! So bleib' doch stehen, ich bin ja der Natz." Jener blieb nicht stehen. An den Ufern der Sandach— einmal am rechten, einmal am linken, oder auch mitten im Bache— liefen sie dahin. Noch sah der Natz den Fliehenden zwischen Busch und Baum, bald entschwand er ihm und der Alte brach endlich vor Erregung und Erschöpfung zusammen. Nach einer Weile kam er wieder zu sich.„Ist es?" fragte er sich,„oder ist es nicht? Der Jakob hat den Wald- meister erschossen."— Er raffte sich auf, um dem Flüchtling neuerdings nachzueilen. Zwischen Haselnußgebüsche mußte er sich winden, zwischen Erleustauden, zwischen Himbecr- und Bronibeersträucher. Sand- und Steinhalden kamen und auf dem Sande die Spur eines Menschenfußes. Der Natz rief und rief nach dem Jakob, bis er heiser war. Und schritt weiter und wankte und schritt weiter. Große Felsblöcke, von den Bergen niedergebrochen, lagen in der Schlucht und waren von Wildfarren und Schierling umwuchert. Die Augen des Ray suchten, ob er nicht irgendwo sitze. Jetzt galt's den Steinwall zu überklettern, der Alte lhat's, dann kam der stille Grund, 223 Die Unterhaltung gerieth ins Stocken. Eine vorübergehende Dame mit riesigem, auffallenden Hut nahm das Interesse des Biffigen" ganz in Anspruch. Als sie seinen Blicken wieder enter wieder an:„ Heute war ich in schwunden war, hob Da fam gerade der Oberst' rein. Er scheint der Kantine. " wo das Wasser war. Senkrechte, finstergraue Felsen zu beiden als ob er beißen könnte. Im übrigen ließen sich die Beiden durch Seiten. Hier werde ich ihn einholen, dachte der Natz, denn den Eindringling in ihrer intereffanten Unterhaltung nicht stören. hier fann er nicht weiter. Den Ladislaus soll er umgebracht Wie viel Mann haben Sie draußen?" fragte jetzt der Riese haben? Wer sagt denn das? Ift ja gar nicht wahr. Der über meinen Kopf hinweg. Jakob, ber feinem Käfer was zu leide thun kann, wird den allem glatt fein zur Festlichtfeit." 3wanzig." 3wanzig?"-Ja! Muß bis Freitag mit Das wird ein Trubel sein!" Förster umgebracht haben! Geschossen! Aus Nothwehr," Na und ob! Jch fage Ihnen!..." es mag ja sein, aus Nothwehr schießt jeder, wenn er das Rohr gegen seine Brust gerichtet sieht. Ich oder Du. Natürlich! Aber getroffen hat er nichts. Der Ladislaus, dieser falsche Mensch, hat sich nur verstellt, ist nur gefallen, weil er den zweiten Schuß gefürchtet hat. Jetzt wird er aus sein und die Schergen holen. Das ginge gut, die Schergen! Die mich gern zu haben, denn er lachte mich an und fragte: „ Na, Meister, was machen Sie hier?" Ich gleich ftramm sollen lange suchen, der Wald ist groß, der Steinhöhlen sind gestanden. Will man bloß einen Rachenputzer nehmen, Herr Oberst! genug und der Jakob ist unschuldig. Sind ihnen Rehe und" So, so, einen Rachenputzer", meinte er und lachte:" Und ich will Hirschen nimmer genug, müssen auch noch Leut' hezen. Noth mir eine Zigarre tausen", und dann rief er nach dem Unteroffizier. wehr war's, es kann ihm nichts geschehen." Jakob!" rief„ Wenn ich mir erlauben dürfte, Herr Oberst!" meinte ich nun und Jatob! So gehe doch herfür. Ich bin's, der Nay: Es hielt ihm meine Zigarrentasche hin. Zuerst sah er mich verdußzt an: ist nichts. Du triffst schandbar schlecht. Einen dummen Spaß Berfluchter Kerl!" Und?" Er nahm sie."- Haha" lachte der Niese; und hat er gemacht, der Waldmeister. Geh her, wir lachen darüber, der Biffige" lachte auch. Jakob!" er. Der Jakob ist nicht mehr gekommen. Der ist gelegen mitten auf dem tiefen grünen See und hat fich langsam um sich selbst gedreht. Dahier im Gottesfrieden, auf der stillen Wasserfläche ist der Jakob Steinreuter auf der Bahre gelegen einen ganzen Tag das Antlig gegen Himmel gerichtet, weit offen das gebrochene Auge. Dann kamen die Amtspersonen aus Sandeben und aus Dann tamen die Amtspersonen aus Sandeben und aus Krebsau und von weiter her. Jetzt fümmerte sich alles um den Jakob Steinreuter. Protokoll um Protokoll wurde aufgenommen, der alte Natz saß stundenlang vor dem Verhör und sagte aus, was er gesehen und gehört hatte. Die Leiche des Oberförsters und Oberjägers Ladislaus wurde mit Gepränge hinausgetragen auf den Kirchhof des Pfarrortes. Der Mörder und Selbstmörder wurde verscharrt in der öden Hochschlucht, genannt: Im Gottesfrieden. Die erste Nacht, da der Jakob ruhte in seinem Sandgrabe unter dem Felsen, war der treue Natz bei ihm und wachte. Hoch im Gewände schimmerte das Mondlicht und von fern her donnerte der Wasserfall. Der Alte saß auf einem Stein und redete halblaut auf den Grabhügel hin: " " " " Dann fragte er, ob wir mit der Arbeit bestimmt zum Freitag fertig würden, damit wir vom Kasernenhof' runterkämen?" Wie lange find Sie schon bei?" " Seit Montag voriger Woche." Lohnt sich's?" Hm, Hi!" „ Zwei Der Riese grüßte einen Vorüber" tausend M." gehenden. Gestern, das war spaßig", fing der Bissige" wieder an. " Wissen Sie, so'n junges Leutnantchen- ich hatte ihn nämlich nicht habenden Unteroffizier:„ Wer ist denn der Mensch da?" gegrüßt schreit da über den ganzen Kasernenhof nach dem Wacht Ich dachte bei mir:" Jungefen, daß Dir man sonst nichts paffirt." Na ja, man darf ja nicht rauf ohne Karte."„ Nein! Hier sehen Sie, das muß man vorzeigen." Er griff in die Brusttasche. ,, Renn' ich." " Ja! Sonst haben sie das Recht, jeden Zivilisten festzunehmen. und kann er sich nicht ausweisen, dann geht es nach der Polizeiwache, bis man festgestellt wird." " In meiner Zeit war es nicht so streng. Das ist wohl wegen der Rothen!"- Sätt ich nun nicht die Karte, dann.. Biffige" strich sich noch energischer als sonst seinen Schnurrbart, Hahaha!" lachte der Riese. Es entstand eine Pause. Der wandte seinen Kopf mit den schwarzen Augen bald rechts, bald lints nach der vorübergehenden holden Weiblichkeit". Da " Haben Sie noch den kleinen?" fragte jetzt der Riefe. " Nein! Wissen Sie der " Aber Sie sagten doch neulich selbst, daß Sie froh sind, daß Sie ihn haben." hatte ich ihn erst drei Tage. Und in so furzer Zeit wissen Sie. „ Na, Grendler fagte mir, er soll ein tüchtiger Arbeiter sein." tag auch arbeiten will. Muß nämlich für jeden Tag über die Tüchtiger Arbeiter! Sage ihm Sonnabend, ob er nicht Sonnfestgesetzte Zeit hinaus, wenn die Arbeit nicht fertig wird, hundert Mark blechen." " Feierabend gemacht, Reuthofbauer!" sagte er.„ Hast Recht. Auf dieser Welt ist nichts zu machen. Für uns schon gar nicht. Aber warte nur, bis wir auferstehen am jüngsten Tag! Da wollen wir es ihnen schon zeigen, denen Jenigen! Da wird's schon aufkommen, wer Recht hat. Vielleicht noch früher. Der große Säemann hat Dich in die Erde gelegt, so sollst icht schlafen, Jakob. Echlafen in der Altenmoofer Erden, die Dir das Liebste ist gewesen auf der Welt. Ein schönerer Friedhof ist nimmer zu finden. Wollt' mich zu Dir legen, Bischen happich."- Redet so'n Mensch: Sonntagsarbeit? aber ich habe mir was anderes vorgenommen. Der alte Js nich!"" Ja, man muß sich auf seine Leute verlassen tönnen." Mein' ich auch." Also deswegen!" Renthofer hat mir so viele Gutthaten erwiesen, daß ich mich beim jungen dafür bedanken will, und Vaters Segen über Schaben! Man immer' raus!" Ist das beste." bringen. Ich bettle mich um die halbe Weltkugel hinüber. und wieder hatte ich das Gefühl: Beide schwiegen. Ich sah dem Biffigen" gerade in die Augen, Achtung, Hunde!" Der Der Jackerl friegt Kinder. Ich bettle mich hinüber. Gute Omnibus rollte in raschem Tempo. Der Riese steckte sich jetzt mit Nacht, Jakob!" vieler Umständlichkeit eine Zigarre an und fragte wieder über meinen Kopf hinweg: Haben Sie schon was bei sich gemacht?" Wegen der Feier?"" Ja!"„ Aber gewiß doch! Habe zu sämmtlichen Miethern geschickt, daß sie illuminiren sollen." So?" Am nächsten Morgen ging der Nazz hinaus zum Reuthof. Hier wirthschafteten wieder die Amtmänner mit ihren Schriften. Sie schrieben den Neuthof auf die Gant. Der Alte tehrte sich nicht dran, nahm ein Stück Lärchenholz, nahm Säge und Art und zimmerte ein Kreuz. Das Kreuz steht heute noch in der öden Hochschlucht hart an der Felswand, nahe am See. Und auf dem Querbalken find die Worte: " Hier raftet in Gottesfrieden Jakob Steinreuter, insgemein Reuthofer, der letzte Bauer zu Altenmoos." Im Omnibus. ( Nachdruck verboten.) Endlich hatte ich ihn eingeholt. Mit vorgestreckten Händen griff ich nach dem Bügel und schwang mich auf das Trittbrett. Im Innern des Wagens war alles besetzt, nur draußen sollte noch ein Stehplah frei sein. Während ich überlegte, wohin ich mich wenden sollte, gab's einen Rud, und ich flog zwischen zwei Dickbäuche und stand da wie eingeteilt. Bei jedem Schleudern des Wagens trat ich dem Dicken hinter mir, einem riesigen Menschen mit glattem, feisten Gesicht, auf die Hühneraugen oder stieß dem Kleineren, der vor mir stand, meine Stockfrücke in den Bauch. Natürlich entschuldigte ich mich. Aber der Kleine sagte darauf fein Wort, drehte nur fortwährend feinen ungeheueren schwarzen Schnurrbart und sah mich dabei jedes Mal an, als wollte er sagen: Achtung! Hunde!" Er sah auch aus, " " angeboten. Na so'ne Leute da draußen " Ja! Weg mit Den Leuten von drei nnd vier Treppen habe ich sogar Lichter wiffen Sie der eine ist Buchhalter, der andere Schreiber, der dritte Arbeiter der einzige Anständige, den ich im Hause habe, ist der Gerichtsvollzieher, der bewohnt die ganze zweite Etage." " Haha," lachte der Riese, haben Sie's bequem, wenn Sie mal Der Biffige lachte auch: Auf dem obersten Balkon lasse ich wieder bengalisches Feuer brennen." " " Dachte auch schon daran, stinkt aber so sehr." " Macht bei mir der Portier. Ich nehme diesmal aber grünes." " Das sieht nicht schön aus." " 11 " Schad't nichts. Ist blos, um die Rothen" zu ärgern. Voriges Jahr bei der Sedanfeier da hatte ich rothes ich war der einzige in der ganzen Straße, und da fagten sie alle: Schmielte treibt Progaganda der That. Dies Vergnügen will ich Ihnen dieses Mal Auguststraße!" rief der Kondukteur. Ich war am Ziel und stieg ab; mit mir zugleich auch der Riese. Der, Bissige" fuhr weiter. Unwillkürlich sah ich ihm nach. # Ueber die Rothen" sind noch ganz andere grün geworden im Gesichte und vor erger", dachte ich und ging weiter. Sandomir. 224 Kleines Feuilleton. ein einziger der Schüßen die Scheibe. Der Chronikschreiber meint, daß dabei ohne Zweifel egliche Zauberei im Spiele gewesen". Als Gefrorene Milch. Zur Aufbewahrung der Milch man vier Stunden lang geschoffen hatte, war, so meldet wendet man in neuester Zeit in Standinavien und Dänemark die Chronik weiter, das Zündkraut zu Ende". Das folgendes Verfahren an: Die Milch der verschiedensten Meiereien heißt, das Pulver war alle" geworden, und der Bürgerwird in einer Hauptstation abgeliefert, dort bei einer Wärme von meister bemerkte infolge diefes dieses bedauerlichen Umftandes 75 Grad pasteurisirt und dann bis auf 10 Grad unter Null ab- sei, anjeho das Schießen unmöglich". Die Mitglieder des Gemeinde. gefühlt. Der gefrorene Milchklumpen kommt sodann in ein hermetisch raths stimmten ihm wie gewöhnlich bei bis auf einen, der ein wild verschließbares Faß, wo er nur ganz langsam und allmälig sich auf verwegener Kerl war und bemerkte: Ja, wo bekommen wir denn löst. Dadurch wird einem Gerinnen der Milch vorgebeugt, die auf unsern Schüßenkönig her? Oder sollen wir das nächste Jahr ohne solche Weise eine längere Eisenbahnfahrt mit dem Rütteln und König verbringen?" Das fiel nun dem regierenden Bürgermeister Stoßen des Eisenbahn- Waggons leicht und ohne jeden Nachtheil und feinen Getreuen schwer auf die Seele. Sie traten zu einer übersteht. Man hat nachgewiesen, daß so behandelte Milch drei geheimen Berathung zusammen. Sie dauerte lange. Aber was lange Wochen lang aufbewahrt werden kann und hat, gestützt auf diese währt, wird gut, sagt das Sprichwort. Erfahrung, nun eine große Milch- Ausfuhr nach England eingerichtet, wie man ja schon lange den englischen Markt mit dänischer und standinavischer Butter versorgt. Der hochmögende, wohlregierende Bürgermeister verkündete endlich das Ergebniß. Einen Rönig," so sagte er, müssen wir haben; fintemal und alldieweil aber alle vorbeigefchoffen, so lange noch Zündkraut vorhanden, sodann aber das Zündkraut t. Eine Acetylen- Verordunng wirb infolge der wachsenden zu Ende gegangen, und sonach nunmehr niemand mehr im ftande, Bedeutung dieses Stoffes für das praktische Leben am 1. April d. J. die Scheibe zu treffen, so haben wir, Bürgermeister und Rath, in England in fraft treten. Das Departement der inneren An- beschloffen und verordnen wie folgt: Unser Scheibenzeiger wird gelegenheiten hat zuvor besondere Erhebungen über die Gefahren annoch beauftragt, zu messen, wie nah und wie weit ein jeglicher angestellt, die mit dem Verkauf von Calciumcarbid, aus welchem das von den Schüßen an der Scheibe vorbeigefchoffen; derjenige aber, Acetylengas gewonnen wird, verbunden sein können. Diese Ge- so zunächst daran war, wenngleich ohne sie zu treffen, der sei unfer fahren bestehen darin, daß sich bei bloßer Berührung des letteren König!" Der alte Schulmeister, der sogar griechisch verstand, murStoffes mit Feuchtigkeit das Acetylengas entwickelt, welches bekannt- melte in dieser Sprache einen homerischen Spruch, der so viel belich hervorragend giftige Eigenschaften besikt. Von dem genannten deutete:" Der soll König sein und Herrscher!" Die anderen aber Zeitpunkt an wird daher der Verkauf von Calciumcarbid nur solchen schrieen:" Vivat der Bürgermeister! Hoch der weise Rath! So foll Personen gestattet sein, die eine besondere Erlaubniß dazu erhalten es sein! Und alles wäre in Ordnung gewesen, wenn nicht der Scheiben. haben. zeiger ein schauerlicher Esel gewesen. Er erstattete einen umständlich motivirten Bericht des Inhalts, daß die Kugeln teine Spuren ihrer Flugbahn in dem weiten Luftraum hinterlassen, wie nah und wie fern sie an der Scheibe vorbeigegangen. Da schüttelten alle die Köpfe, und das Hornberger Schießen war zu Ende. Aus dem Thierleben. Lebenszähigkeit von Süßwasser Polypen and Entenmuscheln. Im Dezember 1895 erhielt Profeffor C. W. Hargitt ein Stück Schlacke, welches in Bradwasser herumgefchwommen und sich mit Kolonien von Cordylophora und Enten muscheln bedeckt hatte. Er legte es in einen Behälter mit Brackwasser, worin es zweimal fest einfror. Man hielt nun die Thiere für abgestorben, benutzte den Behälter abwechselnd für See- und Süßwafferthiere und doch lebten die beiden Thierkolonien noch im Spätsommer 1896 troh mehrmaligen Einfrierens und des Wechsels ( Prometheus".) von Salz und Süßwasser. Aus dem Pflanzenleben. Technisches. Vermischtes vom Tage. In Wiesbaden fand man in dem Magen eines todten Papageis einen Brillanten. Der Bogel hatte den Stein aus dem Ohrring seiner Herrin gebrochen und verschluckt. Ein betrunkener Trompeter hat in Saarburg seinen Kameraden, der ihn nach Hause bringen wollte, niedergeschossen. - Menschenhandel in Deutschland? In der Pirmasenfer Zeitung" stand vor einigen Tagen zu lesen:„ Die auf gestern anberaumte Bersteigerung der Frau H. Lehnung Wittwe verlief resultatlos, da die Angebote den Forderungen nicht entsprachen. -In Oggersheim bei Ludwigshafen ist die Genickstarre ausgebrochen. Ju einer Familie find bereits zwei Knaben der Epidemie erlegen, ein Kind schwebt noch in Lebensgefahr. 1 Ueber eine neue Krautheit der 3uderrübe Sprach Prof. Sorauer unlängst im Klub der Landwirthe. Die Krankheit ist vor sechs Jahren durch einen Zufall entdeckt worden. Die ersten zur Untersuchung eingesandten Zuckerrüben waren aus Slavonien. Die Krankheitserscheinungen zeigen sich erst etwa eine Stunde nach dem Aufschneiden der Rübe. Dann nehmen die Ringe und Linien der Rübe eine schwarze Färbung an, und es quellen Tröpfchen hervor, die ebenfalls schwarz werden. Es hat sich gezeigt, daß diefe Der Kampf gegen den Teufel. Ju der ParkFlüssigkeit ungeheuere Mengen von Batterien enthält. Bei start erstraße zu München hat ein katholischer Pfarrer in einem frautten Rüben steigerte sich der Ausfluß sehr bedeutend. Ein Fach- Rückgebäude den Exorcismus( die Teufelaustreibung) vor mann, Dr. Busse, hat durch Jmpfversuche nachgewiesen, daß es sich genommen und zwar auf Wunsch einer Jnwohnerin. in der That um eine Batterienkrankheit handelt. Der„ Sput" äußert sich, wie sie behauptet, nachts durch startes Geräusch, Poltern, Seufzen, so daß die brave Frau und die Kinder in ihrer Nachtruhe gestört, werden. Zuweilen durchwandelt das Der Gebrauch seltener Elemente. In einer Bimmer auch eine schwarze Dame, die aber nie von der Frau, intereffanten Studie über die seltenen Metalle Perus giebt Herr sondern nur von den Kindern gesehen wurde. Auf die AusSo ge Balta nach der Berg, und Hüttenm.- 3tg." einen Ueberblick über räucherung hin soll der Sput etwas nachgelassen haben. diejenigen feltenen Elemente und Verbindungen, welche technische schehen anno Domini 1897. Verwendung finden. Es sind die Dryde von Cer, Lauthan, Thorium London. Nach einer bei Lloyds eingegangenen Depesche und Zirkonium, welche Wärme in Licht umsetzen; das Oxychlorür aus New- York ist der Postdampfer, Paris", nach Southampton bedes Rubidiums, welches die Seide schon in einer Verdünnung stimmt, bei Sandyhook gestrandet. von 1: 5 000 000 Theilen Waffer direkt färbt; das Selen, dessen elektrische Leistungsfähigkeit durch die Beleuchtung verändert wird; 4. März geschrieben: Kurz vor der Mittagsstunde ereignete sich in das Titanoryd, welches dem Porzellan Elfenbeinfarbe und den fünftlichen Zähnen das Aussehen natürlicher giebt; das Molybdän infolge der außerordentlichen Härte, die es dem Stahl verleiht; das Uran, welches den Stahl hart und elastisch, und das Banadin, welches ihn zähe macht; Fridium und Osmium durch ihre Härte, Unangreifbarkeit und Schwere. Das Uran wird ferner zum Gelb grünfärben des Glases verwendet, das Demium als Osmiumsäure zum Härten mitrostopischer Präparate, das Palladium zu Zündförpern für Selbstzünder. In der Fabrikation optischer Gläser spielt das Thallium eine Rolle und in Legirung mit Platin wird das Rhodium für thermoelektrische Elemente zum Messen sehr hoher Temperaturen verwendet. Humoristisches. Aus Boston( Nordamerika) wird der Magd. 3tg." unterm einem an der Kreuzung von Tremont und Boylston Str. gelegenen unterirdischen Ranal, der zur gemeinsamen Aufnahme von Draht- und Röhrenleitungen diente, eine furchtbare Explosion von Leucht gas, die Tod und Verderben nach allen Seiten hin verbreitete, großen Schaden an allen in der Nähe stehenden Gebäuden anrichtete, mehrere vorüberfahrende elektrische Straßenbahnwagen zervon diesen in Brand steckte. Sechs trümmerte und einen Personen fanden ihren Tod, und eine große Anzahl anderer verletzt. Die Explosion wurden mehr oder minder schwer wurde entweder durch einen Funken von einem elektrischen Bahnwagen oder durch einen schabhaften Leitungsdraht in dem Kanal selbst verursacht. Sie ereignete sich zu einer Zeit, als die Straße mit Menschen und Fuhrwerken überfüllt war. Unter einem Krach, der einem Donnerschlage glich, wurden große Massen Steine, Holzstücke und andere Trümmer aufwärts geschleudert, und die damit verbundene Erderschütterung machte sich in einem weiten Umkreise wie ein gewaltiges Erdbeben fühlbar. Aus der gähnenden Oeffnung im Boden sprangen die Flammen empor und zingelten um die Trümmer der elektrischen Wagen, einen Theil davon in Brand steckend. Die Panik war kaum zn beschreiben. Das Hornberger Schießen. Wie die Redensart entstand? II. Was eine alte Chronik meldet. Jn Hornberg hielt man auf Johannis 1667 ein großes Schießen. Der beste Schüße sollte, wie landesüblich, auf ein Jahr Schüßenkönig werden. Ju besagtem Jahr war nun nicht nur guter, sondern auch viel Wein gewachsen, also daß man einen großen irdenen Krug voll, so fünf Maß hielt, für wenige Kreuzer erwerben konnte. Nachdem man von dieser Wohlthat reichlichen Gebrauch gemacht, begann am Nachmittage das Hornberger Schießen. Seltsamer Weise traf auch nicht tag, Verantwortlicher Redakteur: Angaft Jacobey in Berlin. Die nächste Nummer des Unterhaltungsblattes erscheint Soun den 21. März. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin.