Anterhaltungsblatt des Vorwärts 9] Nr. 73. Dienstag, den 13. April. ( Nachdruck verboten.) Ein alfer Streit. Roman aus dem bayerischen Volksleben der sechziger Jahre von Wilhelmine v. Hillern. Es dauert lang, bis der Wirth zurückkommt. Er bringt eine Feuerleiter mit, die noch einmal so lang ist, als der Hausgang hoch. " Da kann man ja nicht aufstellen-!" brummt der Kommandant. " 1 1897. damit jeder Verdacht beseitigt ist, soust sind wir hier nimmer sicher." sfid " Ja, aber wie kommt's denn Ihr nacher' nans?" " Wann der Ofen abg'rissen ist, steigen wir andern durch die Fallthür' runter und der Sepp- der ist ja ein Schieferdecker, der riegelt hinter uns zu, legt die Trümmer auf die Thür und steigt dann über's Dach. Ans Werk, Kameraden! Sind die schlaufind wir's auch. Die foll'n uns nit friegen! Jetzt erst recht nit und wenn sie oder wir auf'm Platz bleiben müßten!" ' s thut mir leid aber i hab' kei andre!" entschuldigt o sich der Wirth. Ein lachender Pessimist. Also schnell' n Tisch her und' n Stuhl drauf das das Herrnstübl find so überfüllt, daß im Hausgang lange fangt bei der niedern Decke!" lla " Rasch ist der Bau gemacht und geräuschvoll steigt der hochgewachsene Mann hinauf. Es langt gerade, er kann die Klappe erreichen. Aber sie geht nicht auf er mag drücken und schieben wie er will sie giebt nicht nach." Ja, was ist denn das- die ist ja verrammelt." " Ah bei Leib nit sie wird nur verquollen sein und dann ja so, jetzt fallt's mir erst ein an alter Ofen steht droben und der ist vorig's Jahr' sammg'fallen und liegt scheint's grad' auf der Thür." Der Gendarm stemmt gewaltig die Schulter gegen die Fallthür, als müsse er die Welt aus ihren Angeln heben der Stuhl fracht unter seinen Füßen und droht zu brechen unter dem starken Druck. Der Kommandant muß es aufgeben. Er klopft mit dem Finger, ob das Holz hohl flingt. Neines muß also wirt lich eine Last darauf liegen. Er giebt die weiteren Versuche auf und horcht scharf. Drinnen hebt der Habermeister die Hand auf alles hält den Athem an, die leblose Materie fann nicht stiller sein. " Go jetzt steigen wir von außen hinauf und schauen hinein." „ Ganz wie S' wünschen!" sagt der Wirth heimlich lächelnd und trägt bereitwillig die Leiter herbei. Judessen geht's beim Hochbräu luftig zu. Der Saal und Bänke und Tische aufgestellt werden müssen, an denen die Leute sitzen, die nicht auf Mittag" essen, sondern nur ihr Bier zu einer mitgebrachten Wurst oder einem Stück! Käs trinken. Das wissen die Schenkmädeln geschickt einzurichten. Wenn die Gäste unter der Hausthür erscheinen, werden sie furz gefragt: Wünschen S' zu speisen?" Wer ja sagt, kommt Bitt' schön ins Zimmer, wer nein sagt, bleibt draußen. da drin ist schon alles voll!" dirigirt die gewandte Kellnerin, und die schüchternen Armen Leut" sehen sich pflichtschuldigst und seelenvergnügt zu ihrem kalten Imbiß in den zugigen Hausgang, froh, noch einen Platz bekommen zu haben. " = Auch hier schlägt's und läutet's zwölf Uhr, aber fein Mensch achtet darauf. Eine so große Gesellschaft schwatzt und fummit, lacht, ißt und trinkt und denkt nicht aus Beten. Und der Mittelpunkt von der ganzen Luftbarkeit ist heute Gemming, der schwarze Gustl! Nein, was dem nicht alles einfällt, grab todtlachen muß man sich. Wie auf dem Corbinimarkt beim" Billigen Jakob", so drängt sich alles um den Tisch herum, wo der Gemming sitt und seine Waare fo nennt er seine Wize feilbietet. Wieherndes Gelächter belohnt jeden nenen Einfall, und er ist darin geradezu unerschöpflich. Bald setzt er die Leute durch seine Kartenkunststücke in Staunen, bald taucht er den Ballen der geschlossenen Faust in Mehl und drückt ihn auf einer Schiefer platte ab, daß es eine deutliche Gems giebt, zu der er dann noch mit dem Griffel die Berge hinzeichnet. Oder er neckt die Mädels mit Räthseln, indem er aus vier Streichhölzern ein Viereck bildetwas ein Streichquartett bes beutet. Und so anständig ist heute die Unterhaltung, wahrscheinlich der auserlesenen Gesellschaft zu Ehren, daß " Mei', bei mir ist halt alles morsch und alt- wie i jogar die Damen, Schloß-, Beamten, Inspektors- und Hoffelber, Herr Kommandant! I bitt' tausendmal um Verzeihung stallersgattinnen aus Tegernsee, Hohenburg und daherum → dös ist mir aber so arg!" Sie wird angelegt und ragt weit über die Dachfirst hinans. Doch als der Gendarm hinaufsteigt,- bricht sie in der Mitte durch, gerade, daß der Wirth mit vieler Gewandtheit noch den Stürzenden auffangen kann:" Der Teufel hol' Eure Lotterwirthschaft was ist denn das für eine Leiter?" schilt der Kommandant. " Ja, das hätt' schlecht ablaufen können" brummt der Gendarm zwischen den Zähnen und untersucht genau die Bruchstellen der Leiter. Aber nichts ergibt sich, als daß es eben wirklich altes wurmstichiges Holz gewesen ist, was das Gewicht eines so starken Manues nicht mehr trug. Soll i's Jhna z'samm'binden?" frägt der Wirth mit größtem Diensteifer. sich mit den Fräulein Töchtern zu nähern wagen, was man sonst bei dem wilden Guftl" tann. Denn es reizt ihn oft genug, wie alle Feinde des Philisterthums, den Frivolen zu spielen und durch allzugroße Natürlichkeit Opposition gegen die künstliche Tünche der Halbbildung zu machen. Heute ist er aber ganz unschuldig. Das Vertrauen wächst immer mehr und man kann sich der harm lofen Unterhaltung des bildschönen gewaltigen Mannes doch Aber der Kommandant trant nicht mehr eine so elende auch einmal hingeben. Und wenn's ihn gelegentlich ankommt, Leiter und auch zusammenbinden!" Für heut ist's g'nug und feine Kraft gegenüber den Schwachen zu bethätigen, so läßt er das Ergebniß meiner Recherchen eine tüchtige Brellung das übermüthige Gelüft an einem Binnteller aus, den er zuwonicht gar Prellerei!" setzt er für sich hinzu, grüßt militärisch fammenrollt oder schlägt mit den Knöcheln der Hand, und geht weiter. nachdem er es zuvor gesagt, damit die Damen nicht erIn einiger Entfernung bleibt er stehen und sieht sich schrecken, eine Dalle in die Tischplatte oder zerbeißt mit um: Das Nest muß man sich doch genauer ins Auge fassen! seinen weißen Zähnen ein Glas. Kurz er be Der leere Raum da droben, der so fest verschlossen ist, der zaubert heute Mann, Weib und Kind. Der Hochbräu merkwürdige Zufall mit der Leiter da muß man sich bringt ihm immer wieder Halbekrügeln, und er trinkt den Sukkurs holen. Der Wirth ist ein schlauer Fuchs, dem nicht Leuten zu, mit einem so verführerischen Lächeln, daß kein zu trauen ist," Und eilenden Schrittes geht er weiter. " Jetzt ertönt der Schrei einer Wildente, was so viel heißt, als die Gefahr ist vorüber. Die Haberer lösen sich aus ihrer Erstarrung und öffnen die Fallthür. Wirth, hast Tei' Sach gut g'macht! Was kost' Dei' Ofen?" frägt der Habermeister. Warum?" Weil wir jetzt nig anders zu thun haben, als den Ofen abz'tragen und auf die Fallthür 3' wälzen. Denn der Kommandant geht jetzt nur und holt ein paar mit Werkzeug und Leitern. Dann soll er's so finden, wie's Du g'sagt haft Mensch widerstehen kann, ihm nachzukommen, wenn man auch schon übergenug hatte. Die Kellnerinnen fliegen nur so mit den leeren Gläsern zum Füllen herum. Es wird unmenschlich viel getrunken und die ganze G'sellschaft wird bald unterm Tische liegen," brummt Gemming verguügt in den Bart, denn das G'söff" tann nur sein ausgepichter Magen ertragen. bil " # Ihr seid's ein Mann, Herr Gemming," der Hochbrän klopft ihm auf di Schulter, so ein'n sollten wir immer hab'n, da gehet a G'schäft!" Er lächelt gönnerhaft dem Gemming zu und deutet nach den strozzenden Geldtaschen der Schantmädels. 290 ,, Sehr schmeichelhaft, Herr Bissinger, aber Sie wissen lassend nach allen Seiten. Ist da noch ein Plätzchen zu jaich thu' nirgends lang gut! Ich mag sein, wo ich will, haben?" ich mach' mich überall unmöglich!" Ah, warum nit gar!" protestirt der Hochbräu. " Ja, freilich, das ist amal mein Schicksal, so war's beim Militär und so wird's immer bleiben. Ich glaub', aus mir hätt' man zwei machen soll'n, die hätten besser hineinpaßt in das G'schachtelwert. Ich bin mir um ein'n z'viel!" Der Hochbräu lacht unbändig. „ Oder, für mich hätt eine Extrawelt g'schaffen sein soll'n,"- er breitet die mächtigen Arme aus- soa bißl a größere!- kann mich halt amal absolut nicht I ' nein schicken und vor lauter Probiren, zu werden wie andre Leut', wird man immer gemeiner, bis man z'letzt ganz ' runterkommt" murmelt er leise vor sich hin und ein Schatten ungewohnten Ernstes trübt einen Augenblick das Bild gedankenlos überschäumender Lebenskraft." Wissen S' ich kann kein' goldenen Mittelweg gehen,' s muß irgend was bei mir nit im Blut sein mich reißt's gleich' num so oder ' s ist so!" Er steht auf. Muß a bißl Luft schöpfen gar so heiß daherin!" Er geht hinaus. Unterwegs begegnet er einer der Kellnerinnen:„ Geh' her, Madl, gib mir a Bußlg'schwind, ich brauch eins!" " No ja weil Sie's find, Herr Gemming!" Sodas war a guter Ruß. Gieb mir glei no einen weißt, haft Dich vor mir nit z' fürchten, ich bin kei schlechter Kerl, aber heirathen thu' ich Dich auch nit." So" warum denn nit?" Weil ich a Weiberfeind bin!" Das Mädl lacht: Des wärt's mir der Rechte Weiberfeind sei und bußelu?" " a " Ja, bitte, Hochwürden Herr Pfarrer-" ruft der Wirth und eilt ihm mit seinem schlürfenden Gang entgegen. Ganz g'horsamster Diener, Herr Pfarrer. I hab' Ihnen heut'' n anders Plätl g'richt't. Dort in der Mitten könnt's ziegen, weil heut' so viel aus und eingangen wird. Schaugen S', da fizen viel beffer, in dem Eckerl- gelt'n G?" Der Pfarrer blickte hinüber nach dem Stammtisch. 〃 Aber der Tisch ist ja leer?" " Dwissen G, da hat der Lump, der Gemming, seine Kunststück'In g'macht, da müss'n G' nit hinfißen- möcht's Ihnen nit zumuthen, g'rad nach dem!" Die Thür geht auf und die Riesengestalt Gemmings steht wieder da. Ein allgemeines Halloh begrüßt den Zurückgekehrten: „ Daher, zu uns, Herr Gemming!" Nein, zu uns her!" " Wir hab'n scho g'meint, ös seid's uns durchbrennt!" So ruft's von allen Seiten. " Ja, meine Lieben, aller Spaß muß ein End' haben, ist der Herr Pfarrer da!" jetzt Und mit einer tadellosen Verbeugung tritt er zu diesem hin:" Hochwürden, ich mache mein Kompliment hab' schon lang nicht mehr die Ehr' gehabt," er streckt dem Pfarrer so vertraulich die Hand hin, daß dieser nichts anderes kann, als zwei Finger nicht eigentlich hineinlegen sondern nur flüchtig hindurchziehen. Aber wir haben, eh' Hochwürden kamen Tisch allerhand Hokuspokus getrieben, gestatten gleich alles weg." an Ihrem ich räume Und mit der Eile äußerster Zuvorkommenheit schafft er die Karten, den verbogenen Zinnteller, das zerbissene Glas und die Schiefertafel mit den Gemsen weg. Grad desweg'n bin ich einer, weil ich d' Madeln so gern hab'! Wann ich Dich heirathen thät, na' wärst ja Aber lassen Sie doch ich sehe mich nicht dahin-," auch a Weib, na' möcht' ich Dich nimmer!" Die Kellnerin giebt ihm einen Klaps auf die Backe und läuft davon. Gemming tritt hinaus. Die Tage find jetzt furz, es beginnt schon zu dunkeln. Er schlendert so g'müthlich zu den Wägen hinüber und schaut sich die vielen Fuhrwerke an. Da taucht zwischen den Rädern und Deichseln ein Mann auf, der dort versteckt war. Der Meister laßt fragen, wie's fteht?" " Schon alle voll! Heut Nacht kann's Sturmläuten und frachen wie's will die schlafen ihre Räusch aus. Aber jetzt muß ich aufhören mit Spassetteln machen, sonst gehen uns die Fremden nit fort und bleiben noch gar über Nacht,-so luftig sind's." " Wo treffen wir uns?" " Sowie sie alle g'nng haben und' s leer wird da drin, komm ich auf d' Malstatt. Wann ist Versammlung?" #Um Elf!" - der Pfarrer kommt." Gut! Duck Dich Der Mann verschwindet. Gemming schlendert, ein Liedchen summend, weiter. Der Geistliche, eine hagere asketische Gestalt, von etwas vorgebückter Haltung, fommit langsam näher und tritt ins Haus. " Guten Abend!" sagt er zur Kellnerin, und frägt fichtig: Wer ist denn alles drin?" " 11 sagt der Pfarrer, aber es hilft nichts. aber es hilft nichts. Schon ist der Tisch leer und Gemming steht mit dem dargebotenen Stuhl wartend da. Der strenge gemessene Mann muß sich wohl oder übel an eben den Tisch sehen, den er meiden wollte. ( Fortsetzung folgt.) Technische Rundschau. ( Verwendung und Herstellung des Wassergases. Messung hoher Temperaturen.) Das Wassergas, welches in Amerika eine sehr große Ver breitung hat, beginnt auch in Europa sich mehr einzubürgern. So hat in dem Wiener Vorort Mödling ein am Bahnhof gelegenes großes Fabritetablissement vor kurzem Wassergasbeleuchtung eingeführt. In den Werkstätten und Bureaus find 54 Flammen von je 100 Kerzenstärke angebracht; ferner wird zur Beleuchtung des Fabrit hofes und der Umgebung eine große Laterne von mehr als 1000 Kerzenstärke und weiter einige kleinere Flammen von 25 Kerzenstärke verwendet. Auch will die Desterreichische Südbahn- Gesellschaft den Versuch machen, den Bahnhof zu Mödling mit Wassergas zu beleuchten. In Amerika ist das Wassergas, wie gesagt, viel verbreiteter; in New- York dürften etwa 90 pet. aller Beleuchtung auf Wassergas tommen; selbst sehr kleine Städte von nicht mehr als 2000 Einvor- Anstalten. Im ganzen bestehen dort 350 bis 400 solcher Anlagen, wohner haben in den Vereinigten Staaten zuweilen WassergasBon Bekannten nur die Frau Verwalter mit ihre Töchtern, d' Frau Posthalter und der Herr Posthalter, der Herr Veterinär und d' Frau, nachher d'Frau Kommandant-" 901 „ Sie allein wo ist denn er?" frägt der Pfarrer und runzelt die Stirn. " Weiß wohl nit, Hochwürden! Dent, er fragt den Lorenz nach, der ist scho seit am Freitag fort und hat nit g'sagt wohin?" " Sind das alle, die da sind?" Halt noch die Leut' aus' m Dorf und a Massion Fremde. Ja, und dann der Herr Gemming, der Lieutenant der mit Gewesene Lieutenant!" verbessert der Pfarrer scharfer Betonung: So ist der wieder hier?" Er steht einen Augenblick unschlüssig: An welchem Tisch fißt er denn? Doch nicht an unserem Tarocktisch?" " Ja, was denken's denn, Hochwürden, so was wird doch der Hochbräu nit thun- naa! Uebrigens ist er grad' naus ganga, vielleicht kommt er nimmer auch." Der Pfarrer tritt nun hinein und grüßt höflich herabdie auf mehr als 300 Städte vertheilt sind. Das Wassergas, das bereits seit 1730 bekannt ist, besteht aus einer Mischung des farb- und geruchlosen Wasserstoffgases mit dem ebenfalls farblosen und wenig riechenden, aber überaus giftigen Kohlenoryd. Seinen Namen hat es von seiner Herstellung aus Wasserdämpfen bekommen. Wasser ist bekanntlich aus den beiden Elementen Wasserstoffgas und Sauerstoffgas zusammengesetzt; leitet man nun heißen Wasserdampf über glühenden Kohlenstoff, so zerfällt das Wasser in seine Bestandtheile Wasserstoff und Sauerstoff, von denen sich der letztere mit dem Kohlenstoff zu Rohlenoryd verbindet. In den in Amerika üblichen Apparaten wird in dem Generator( Erzeuger) meist Anthrazitkohle oder Koats zum Glühen erhitzt, worauf man den Wasserdampf über dieselben hinstreichen läßt. ala Das reine Wassergas giebt eine sehr wenig leuchtende Flamme, weil die in ihm enthaltene Kohle fast vollständig verbrennt; der Grund des Leuchtens der Gasflamme liegt darin, daß der im Gas enthaltene Kohlenstoff nicht völlig verbrennt, sondern nur bis zum Glühen erhitzt wird. Die stark leuchtenden Flammen können daher auch viel Ruß, d. i. unverbrannten Kohlenstoff, abscheiden. Um das Waffergas zur Beleuchtung verwenden zu können, muß man ihm noch Kohlenstoff zusetzen, das Gas carburiren, wie der technische Ausdruck lautet( von dem Lateinischen Worte carbo, die Kohle); denn die zugesetzte Kohle kann 291 nicht völlg verbrennen, und vielleicht dem Wassergas infoffener Flamme| glafirtem Porzellan, bei Temperaturen über 1400 Grab benutt man eine etwa doppelt so große Leuchtkraft, als das gewöhnliche Leucht- auch besonders hoch schmelzbaren Thon oder reines Kaolin gas besitzt. ( Porzellanerde). Die Carburirung des Wassergases geschieht in der Weise, daß Die Herren Holborn und Wien haben in der physikalischman aus einem Reservoir durch eine Anzahl enger Röhren in den technischen Reichsanstalt zu Charlottenburg mit solchen Elementen vor Generator, in welchem sich das Wassergas bildet, leichtere Erdöle, zwei Jahren Temperaturmessungen bis zu 1500 Grad anstellen können; fogen. Naphta, einfließen läßt. Die verschiedenen Naphta- oder in der soeben erschienenen Nummer der Zeitschrift des Vereins Petroleum Arten bestehen im wesentlichen aus Kohlenstoff und deutscher Ingenieure theilt Herr Holborn mit, daß die in der ReichsWasserstoff; diefe Flüssigkeit verdampft bei der Berührung mit dem anstalt fortgesetzten Versuche jetzt sogar Messungen bis zu 1700 Grad im Generator weißglühenden Wassergafe und zerfällt in seine Be- gestatten, wobei die Unsicherheit der Meffung nicht mehr als 8 Grad standtheile, wodurch dem ganzen Gasgemisch eine größere Menge Kohlen- beträgt, eine Größe, die bei den genannten hohen Temperaturen stoff beigemengt wird. Indem man den Zufluß des Wasserdampfes nicht ins Gewicht fällt. In der Reichsanstalt werden fortdauernd und der flüssigen Naphta in passender Weise regulirt, erhält man solche Le Chatelier'schen Thermo- Elemente geaicht, die in wenigen das Wassergas fast völlig zur Verwendung fertig, so daß nur noch Jahren eine ziemlich große Verbreitung gefunden haben. eine geringe Reinigung mit Wasser in einem einfachen Waschapparat nöthig ist. Kleines Feuilleton. Bt. Uebrigens ist die Bemerkung interessant, daß man durch das Wassergas zuerst auf eine dem heute üblichen Gasglühlicht ähnliche Beleuchtungsart gekommen ist. Beim Gasglühlicht erzielt man befannt lich durch vollständige Verbrennung des Leuchtgases, die durch starken Luftzutritt erreicht wird, eine fast gar nicht leuchtende Flamme, die allerdings außerordentlich heiß ist; in dieser heißen Flamme geräth dann ein unverbrennlicher Körper, der aus den Dryden der feltenen Metalle Ger, Thor, Zirkonium u. a. gebildete Strumpf, in die hellste Weißgluth. Wir haben oben bemerkt, daß das reine Wassergas mit einer nichtleuchtenden Flamme brennt; dagegen ist die Flamme wegen der vollständigen Verbrennung der Kohle sehr heiß. Daher ist es erklärlich, daß hier zuerst der Versuch auf tauchte, ein Gasglühlicht herzustellen. Fahnyhelm ließ in der heißen Waffergasflamme einen Kamm von scharf gebrannter Magnesia, sog. Bittererde"), stehen, der dadurch zum Glühen gebracht wurde. St. Denis, Troyes, Clermont- Ferrand. Später versuchte man, als Glühförper ein Netz aus dünnem Platindraht zu benutzen; doch ist das Gasglühlicht erst seit wenigen Jahren zu größeren Erfolgen gelangt. -t- Die größten französischen Städte nach ihrer Einwohner zahl werden im" Journal offiziell" nach der letzten Bolkszählung zusammengestellt; es werden 61 Städte mit einer Einwohnerzahl von über 30 000 aufgeführt. An der Spike steht natürlich Paris mit 2 536 834, dann folgt Lyon mit 466 028, dann Marseille, das Lyon zu überflügeln droht, mit 442 239, ferner Bordeaux 256 906, Lille 216 276- also5 Städte mit über 200 000 Einwohner; weiter Toulouse 149 963, St. Etienne 1361030, Roubair 124 661, Nantes 123 902, Le Havre 119 470, Rouen 113 219, Reims 107 963 also 12 Städte mit mehr als 100 000 Einwohner. Mehr als 50 000 Einwohner haben noch folgende 22 Städte: Nancy, Toulon, Nizza, Amiens, Limoges, Angers, Nimes, Brest, Montpellier, Tourcoing, Rennes, Dijon Orleans, Grenoble, Tours, Le Mans, Besançon, Calais, Versailles, Literarisches. " Der neueste Ratalog von Reclam's Universal. Die Temperaturen der nicht leuchtenden Gasflammen werden Bibliothet verzeichnet 3650 Nummern. Juteressant ist es, zu oft zu 1700 bis 1800 Grad angegeben; daher entsteht die Frage, erfahren, in welcher Weise sich der Absatz der verschiedenen Werfe wie so hohe Temperaturen denn zu messen sind. Gewöhnlich mißt gestaltete. Von Schiller's Tell wurden 619 000 Exemplare verkauft, man ja die Temperatur durch die mit der zunehmenden Wärme er von„ Hermann und Dorothea" 490 000 und von" Faust" I. Theil folgende Ausdehnung des Quecksilbers; da aber das Quecksilber bei 290 000 Exemplare. Von Bellamy's Rückblick" wurden 219 000 ungefähr 350 Grad verdampft, so ist ein Quecksilber- Thermometer in Exemplare abgefeßt, nicht viel weniger von Kennan's" Sibirien". höheren Temperaturen nicht mehr brauchbar. Allerdings Scott's" Ivanhoe" fand 45 000 Käufer und von Dicken's Pickverfertigt man aus Jenenser Glas seit einigen Jahren wicfiern" wurden 40 000 Exemplare verkauft. Das Merkwürdigste Thermometer, die über dem Quecksilber Stickstoff ent aber ist folgendes: In nicht ganz fünf Jahren sette die Universalhalten; diefer wird bei der Ausdehnung des Quecksilbers Bibliothet 33 000 Exemplare von Schopenhauer's sämmtlichen zusammengepreßt, drückt infolge deffen stärker auf das Quecksilber Schriften ab. und bewirkt dadurch eine Erhöhung des Siedepunktes, so daß das Quecksilber erst bei etwa 500 Grad zu verdampfen beginnt. Will man aber noch höhere Temperaturen messen, so muß man zu anderen Hilfsmitteln greifen. Bücherversteigerung. Im Hotel Drouot zu Paris wurden am 9. April die modernen Bücher der Brüder Gon court versteigert und trugen beinahe 10000 Fr. ein. Es befanden sich darunter einige feltene Ausgaben der Goncourt'schen Bücher auf Luxuspapier, wie die Kunst des 18. Jahrhunderts", die 295 Fr. erzielte, der Roman Soeur Philomène", 335 Fr., die Kulturstudie Eine La Femme au dix- huitième siècle"( 550 Fr.) u. a. m. Sammlung der Zeitungsartikel, die im Jahre 1870 dem verstorbenen Jules de Goncourt gewidmet worden waren, wurde für 2305 Fr. erstanden; eine Gedichtsammlung des phantastischen Grafen de des Bildnisses des Dichters, einer Originalzeichnung von La Gandara. Das gleiche gilt wohl von einem Bändchen Gedichte von H. de Régnier, deffen Porträt Jacques Blanche gezeichnet hat; es fand Eines der allerbequemften ist in einer merkwürdigen elektrischen Eigenschaft der Metalle gegeben. Bereits im Jahre 1821 fand Seebeck, daß in einer völlig in sich geschlossenen metallischen Drahtleitung ein elektrischer Strom zirkulire, wenn die Berührungsstellen der verschiedenen Metalle auf ungleicher Temperatur gehalten werden. Die Stärke dieses sogenannten thermoelektrischen Stromes liegt in gewisser Weise mit der Temperaturdifferenz zusammen, und dahr kann man aus einer Montesquieu für 455 Fr., nicht wegen der Gedichte, sondern wegen Beobachtung einen Schluß auf die Temperaturdifferenz machen. Einen hierzu benutzten Apparat, der aus zwei verschiedenen, an einer Stelle zusammengelöteten Metallen besteht, nennt man ein Thermo Element; der Lötstelle kann man sehr leicht die Form einen Abnehmer zu 205 Fr. einer feinen Spitze geben, so daß sie bequem an sonst unzugängliche Eine neue Byron Ausgabe wird binnen kurzem im Stellen gebracht werden kann, deren Temperatur sie dann annimmt. Verlag Murray in London erscheinen. Herausgeber ist Lord Man kann sie z. B. in den lebenden Körper einführen, etwa ins Lovetace, ein Sohn der Tochter Byrons. Diese Ausgabe wird eine Muskelfleisch stechen und so die bei einer Arbeitsleistung hervor reiche Fülle neuen Materials enthalten und die definitive Ausgabe gebrachte Erwärmung messen; denn die freien Enden der beiden der Byron'schen Werte sein.Metalle können durch Drähte zu den Klemmschrauben eines Galvanometers geführt werden, an welchem man die Stärke des durch die Leitung gehenden elektrischen Stromes ablesen fann. Um die hohen Temperaturen, die in den verschiedenen Theilen einer leuchtenden oder nichtleuchtenden Flamme vorhanden sind, zu messen, bedient man sich seit einigen Jahren meist des von Le Chatelier angegebenen Thermo- Elements. Die beiden verschiedenen Metalle, die mit dem einen Ende im Knallgasgebläse zusammen geschmolzen oder im Leuchtgasgebläse zusammengeschweißt werden, find hierbei reines Platin und eine Legirung von Platin und Rhodium, die etwa 10 pet. Rhodium enthält; bei größerem Rhodiumgehalt wird das Element zwar etwas empfindlicher, der Draht aber zugleich spröder, so daß sich seine Anwendung nicht empfiehlt. Um die beiden Drähte von einander gut zu isoliren, damit nicht der Strom direkt von dem einen auf das andere übergeht, ohne das Galvano meter zu paffiren, zieht man über den einen der beiden Drähte ein Rohr aus unglafirtem Porzellan oder Thon. Auch müssen die Drähte gegen den Zutritt von Heizgasen geschützt werden, durch die sie in ihrem Verhalten verändert werden; diesem Zwecke umgiebt man das ganze Element noch mit einem Rohr aus *) Magnesia ist das Dryd des Metalles Magnesium; man gewinnt es durch Erhitzen des auf dem St. Gotthard, im Zillerthal und an anderen Orten vorkommenden Minerals, Magefit des sogenannten Bitterspates. Theater. Als die Freie Bühne am Ende der achtziger Jahre auf tauchte, da drängte in der That manches Neue an's Licht. Aus dem Drang jener Tage ist nicht geboren worden, was die einzelnen erhoffen mochten. Aber es war doch Leben und Bewegung. Wenn jetzt die Freie Bühne aus der Versenkung taucht, so ist es der Schatten von einst, mögen die Leiter der Freien Bühne sich noch so anspruchsvoll geberden. Die Kampfstimmung ist vorbei; müde Theaterläufer erwarten nichts Besonderes mehr, was sie aufrütteln tönnte. So war es auch am Sonntag im Deutschen Theater, als die Freie Bühne das Drama„ Grethe's Glück" von Emil Mariot und die Szene„ Am Ende" von Ebner- Eschenbach aufführte. Mariot ist ein Pseudonym für die Wiener Romanschriftstellerin Frl. Mataja. Beide Dichterinnen aus Desterreich, nicht Frl. Mariot und nicht die greise Ebner Eschenbach brauchten jezt erst entdeckt zu werden. Beider Ruf ist fest umschrieben. Von ihrem katholisch- sozialen Standpunkt aus ist Frl. Mariot eine bittere AuKlägerin der Wiener Bourgeoisie in ihren sogenannten befferen Kreisen" geworden. Sie hat Wahrheitsmuth innerhalb der beengten Grenzen ihrer Weltanschauung. Was kann es ihr verschlagen, um einen leeren Theatererfolg zu wetteifern? Aber die wahnwigig lächerliche Ueberschäßung des Theaters lockt und lockt. Der arm seligste Laffe ist eben ein vielgenannter Mann, wenn ein Stück von ihm gegeben wird. Es könnte ein anderer eine Welt von Empfindung 292 im Felfengebirge in einer Höhe von ca. 8000 Fuß. Von dieser Quelle bis zur Vereinigung der drei Quellströme bei Three Forks ist die Entfernung 637 Kilometer, von Three Forks bis zur Mündung des Missouri in den Mississippi 4075 Kilometer und von dort bis zur weftlichen Durchfahrt im Mississippi Delta 2042 Kilometer. Danach beträgt die Gesammtlänge dieses längsten Flußsystems der Erde 6754 Kilometer, also etwa den sechsten Theil des Erdumfanges am Aequator. Meteorologisches. in ein lyrisches Gedicht von ein paar Strophen einschließen, wer be fümmert sich drum? Frl. Mariot ist in ihrem Schauspiel nicht gerade entgleist; aber die freie, lebengestaltende Kraft, die in den besten ihrer Erzählungen wirkt, ist in ihrem Drama nicht recht zu fassen. Nur im ersten Aft hat man starfe Anschaulichkeit, das übrige will wie mühsame Konstruktion, wie die Arbeit der vielen, die für's Theater nach mathematischen Plänen schreiben, erscheinen. Was im Leben hundertmal vorkommt und meist zu dumpfer Resignation oder faulem Rompromiß führt, soll in Grethe's Glück an einem be= sonderen tragischen Beispiel erörtert werden. Abgesehen von der -t. Perlschnurartige Blize. In dem letzten Heste der allzu lehrhaften Abfichtlichkeit im Drama ist dies besondere Beispiel Meteorologischen Zeitschrift" ist eine intereffante Mittheilung von nicht mit so durchdringend psychologischer Schärfe ergründet, daß. Riggenbach- Burkhardt aus Basel nebst einigen dazu gehörigen der endliche Ausgang wie eine unbedingte Nothwendigkeit er- Abbildungen wiedergegeben. Diese zeigen ein eingenthümliches, durch schüttert. Entweder hat man die Schlagkraft des Dramatikers, die Anwendung der Photographie entdecktes Verhalten bei manchen der mit ein paar Zügen die Seele eines Menschen aufschließt, Blitzen. Die eine Photographie wurde von einem Amateur oder man arbeitet mit den Feinheiten des Romanciers, der allmälig van der Valt während eines heftigen Nachtgewitters über das innerste Leben seiner Gestalten aufklärt. An dieser groß am 15. Juli vorigen Jahres in Davos erhalten, als der zügigen Schlagtraft fehlt es Fräulein Mariot. Ihre Grethe ist wohl felbe eine Camera in freier Hand längere Zeit gegen den als zart- empfindfames Wesen gedacht, das im reifen Leben kaum Simmel gerichtet hatte; auf der betreffenden Platte hatten sich selbständig zu wandeln gelernt hat. So wird es einer verknöcherten, mehrere furz aufeinander folgende Blige zugleich abgebildet. Neben im Durchschnittstrott versumpften Mutter leicht, das Mädchen an einigen gewöhnlichen Bligen zeigte sich auf der Platte an deren einen alternden Mann zu verschachern. Zu Grethe's und allerfGlück, einem Rande, leider nur zu einem Theil seines Verlaufs, ein Blizwie solche Mütter nun einmal glauben. Als aber Grethe flar zu strahl, der in lauter Punkte aufgelöst erschien, so daß er das Ausfehen beginnt, wie man sie einfing, wie die eigene Mutter sie mit sehen einer weitläufigen Perlenschnur besaß. Der Anblick der Lift von einem Jugendfreund, der sie liebt, trennte, wie man ein Photographie erweckt den Eindruck, daß einzelne Lichtpunkte in räumlich ganzes Netz um fie spann: da erfaßt sie der Ekel vor der Familie gleichen Abständen auf der gekrümmten Bahn des Blizes auf und der doppelte Ekel vor dem verhaßten, roh begehrlichen Gatten. einander gefolgt seien und blos infolge der Perspektive au einzelnen Ihr Scheinglück wandelt sich in verzweifelte Angst; ihr Geist bricht Stellen dichter gedrängt erschienen. Da, wo die Lichtpunkte auf zusammen, und der Wahnsinn umklammert die glückliche Grethe. dem Bilde am weitesten auseinander liegen, haben sie einen Abstand Dies in knappen Umriffen der Gang der Handlung. Fräulein von ziemlich genau einem Millimeter; wenn man annimmt, daß der Lehmann( Grethe) sejte all ihr echtes Können ein; mit allen Blizz in der Entfernung eines Kilometers vom Standorte des schauspielerischen Mitteln konnte sie doch nicht überzeugen, wie und Beobachters niederging, so würde daraus folgen, daß die einzelnen viel Brüchiges weist die Gefchen Schicksal verfallen müsse. So zichtpunkte unter einander einen wirklichen Abstand von etwa acht Gestalt selbst auf. Metern besessen hätten. Diese merkwürdige Erscheinung tann feine Die Szene der vielgefeierten Erzählerin Ebner Eschenbach allzu feltene fein, da es demselben Herrn schon früher einmal fit ein kleines, harmloses Genrebild aus dem österreichischen bei einem Gewitter an demselben Orte im Dezember 1895 gelungen Hochadel. Wärmende Güite und ein bischen Fronie laufen war, einen ähnlichen Berlenschuurblik zu erhalten. mit unter. Der alte Fürst Seinsburg lebte 26 Jahre lang von seiner Gattin getrennt. Die Trennung war durch die Kavaliers neigungen und das hohle Genüßlingleben des Fürsten verschuldet. Alt und einsam ist der Fürst geworden; mild und reif seine Gattin. Was sie einst empört hat, empfindet sie jetzt mit humoristischer Ueberlegenheit; und so gönnt sie dem einsamen Gatten die friedliche Raft an ihrer Seite. Solche Szenen können delikater gespielt werden, als durch Herrn Müller und Frau Meyer geschah. Völkerkunde. Ein eigenthümlicher Brauch herrscht unter den Sinite Indianern. Ist bei ihnen ein junges Mädchen ge storben, so wird ein junger Vogel so lange eingesperrt, bis er zu fingen anfängt. Dann wird er von der Familie oder von dem trauernden Liebhaber der Verstorbenen reichlich mit Küssen und Liebkosungen überhäuft und am Grabe der Todten freigelassen. Man glaubt, daß er dann geradewegs ins Geiſterreich fliege, um der Abgeschiedenen die Liebkosungen und Grüße ihrer Sinterbliebenen zu bringen. Oft zeugen dreißig und mehr Vögel, die zu gleicher Zeit auf einem Grabe freigelassen werden, davon, mit welcher Treue viele Ueberlebende der Gestorbenen gedenken. Geographisches. Schließlich giebt ein Architekt aus Basel an, daß er einmal während eines Gewitters im September 1894 in Schwanden( Kanton Glarus) rasch hintereinander 5-6 Blige in ungefähr derfelben Bahn aus einer nicht sehr dichten Regenwolte nach einem Felsenvorsprung habe schlagen sehen, welche sämmtlich in regelmäßige turze Striche aufgelöst erschienen. Die photographische Abbildung dieser Erscheinung wird jedenfalls dazu führen, daß deren Ursache weiter nachgespürt wird. Ead grud Jed Humoristisches. " -Ein Logiter. Neulich bricht sich ein reicher Bariser Bankier das Bein. Er fragt mehrere Chirurgen, und alle antworten einstimmig: Schneiden!" Da diese Aussicht nicht gerade angenehm ist, macht der Bantier einen letzten Versuch und geht noch zu dem berühmten Dr. X. Dieser untersucht und sagt dann:„ Ich versichere, daß man Ihr Bein retten tann."- D, Doktor!" wie Gut, dankbar werde ich Ihnen mein ganzes Leben lang sein!" gut, beginnen wir inzwischen die Kur!" Nach sechs Monaten besucht der reiche Bankier vollständig geheilt den Arzt, um die Rechnung zu begleichen. Herr Doftor, ich möchte wissen, wie viel ich Ihnen schulde." ,, 5000 Franken, mein lieber Herr." Wa- as! 5000 Franken!"" Jeder meiner Kollegen, den Sie vor mir befragt haben, würde ebenso viel verlangt haben." Das kann schon sein, aber Sie haben doch auch nicht amputirt." Vermischtes vom Tage. hardan ush " Der Praktische Rathgeber im Obst- und Gartenbau( Verlagsbuchhandlung Trowitsch u. Sohn in Frankfurt a. O.) feht zwei Preise von je 100 M. für Ansicht und Plan eines Gartenhäuschens aus. -In Posen hat eine Aufwärterin ihrem dreijährigen Enkel finde den Hals durchschnitten und sich dann selbst die Pulsadern geöffnet. -ie. Die Quelle des längsten Stromes der Welt. Die äußerste Quelle des Missouri Mississippi, des längsten Stromes der Erde, war bisher durchaus nicht genügend festgestellt; diefe Forderung zu erfüllen, unternahm J. V. Brower eine Er Die Pensionsanstalt deutscher Journalisten pedition, über deren Erfolg er in einem umfangreichen Werte be- und Schriftsteller hatte Ende Dezember 1896 598 Mitglieder; richtete. Brower ging, in Sommer 1895, nachdem er vorher havon waren 97 unterſtigende. Die Prämieneina 12, Die Jugees bereits die Mississippiquelle untersucht hatte, nach Three 1896 betrugen 49 412,90 m., die Zinsen 7584,49 M., außer Forts( Dreigabelung), wo sich der Gallatinfluß, der Madison ordentlichen Einnahmen 14 077,67 Wt. Das Gesammtvermögen der und der Jefferson vereinigen. Die ersten beiden haben ihre Anstalt bezifferte sich am Ende des vergangenen Jahres auf Quelle in dem berühmten Yellowstone National Park; der dritte, der 269 977,66 m. Jefferson- River, ist der längste dieser Quellflüsse und ist daher als der Hauptarm zu bezeichnen. Dessen Lauf verfolgte Brower aufwärts; weiter oben nimmt der Fluß den Namen Beaver Head Creet ( Bieberkopf- Bach) an, noch weiter oben den des Red Rock Greet( Rothfels Bach). Ungefähr auf der Grenze der beiden Staaten Montana und Idaho durchströmt der Fluß zwei Seen, den oberen und unteren Red Rock Late. Brower machte hier Halt, um die Zuflüsse des oderen diefer beiden Seen zu untersuchen, da sich hier die eigentliche Quelle des Missouri finden lassen mußte. Der obere Red Rock Lafe erhält zwei Wafferarme, einen im Norden und einen im Süden, die gemeinsam aus einem Cannon tommen und sich nach einem gekrümmten Laufe von etwa drei englischen Meilen wieder zusammen finden. Der Schlund dieses Cannon ist von rauhem Gebirgscharakter; an einer Stelle findet sich die Spur eines früheren Wasserfalls, jetzt eine Stromschnelle. Bisher wurde dieses Thal Hell Roaring Cannon( der Schlund des Höllenlärmes) genannt. Brower gab ihm den Namen Culvers Cannon, nach dem Namen eines Ansiedlers, der ihn bis zu dieser Stelle begleitete. Die eigentliche Quelle befindet sich nicht weit von dem oberen Ende dieses Schlundes in einer Vertiefung eines Gipfels Verantwortlicher Redakteur: August Jacobeh in Berlin. In dem Drte Oberheim bei Mainz haben einige Militärpflichtige bei ihrer Kneiperei einem Kinde von 7 Jahren so viel fpirituose Getränke eingegeben, daß das Kind an Altoholvergiftung geftorben ist. In dem Dorfe Brousse bei Castres( Frankreich) stürzte während der Messe das Gewölbe der Kirche ein. Zehn Personen wurden getödtet, 30 Mädchen theils leicht, theils schwer verwundet. In Bordeaux wurde durch die austretenden Wäffer der Garonne ein ganzes von Arbeitern bewohntes Stadtviertel überschwemmt. An 200 Personen sind obdachlos. An die Küste von Korsika wurde vor einigen Tagen ein Walfisch geworfen. Das 21 Meter lange Ungethüm wurde versteigert und für 102 Fres. drei Fischern zugeschlagen., Ga Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin.