Nr. 193. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags Nummer mit illustrierter Sonntags Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. Pofte Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1899 unter Dr. 7820. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich aufer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 16. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Fefttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Ternsprecher: Emf I, Br. 1508. Telegramm Adresse: " Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Papierschüsse. Was die Minister samt und sonders unterlassen haben, im Abgeordnetenhause feierlich und bestimmt zu erklären, holt nun die Kanalpresse nach den unbeugsamen Willen der Regierung. An dem freien Tag zwischen der zweiten und dritten Lesung wird das Menschenmögliche geleistet, um die Junker durch papierne Drohungen einzuschüchtern. Sonnabend, den 19. August 1899. liest: die Konservativen möchten so freundlich sein, doch wenigstens den harmlosen Dortmund- Rhein Kanal zu be willigen, damit ihre Opposition nicht gar zu umstürzlerisch aussehen und wirken möchte. Vom Mittelland Kanal ist gar teine Rede mehr. Und da es sehr wahrscheinlich ist, daß der Regierung der fleine Gefallen mit Hilfe des Centrums erwiesen werden wird und sie das Besänftigungs- Kanälchen erhält, so wird sich schon alles wieder zum guten wenden. Wenn die liberal- freisinnige Presse jezt mit solchen einfältigen Drohungen die Junkerschaft zum Umfall zu bringen bemüht ist, so ist es die noch dümmere und elendere Wiederholung des früheren jämmerlichen Manövers mit den kaiserlichen Kanalreden. Es ist anzuerkennen, daß sich wenigstens die eine„ Bolts- Zeitung" jetzt unserer Meinung anschließt und hervorhebt, daß der Ausgang des Kanalhandels vom tonstitutionellen Standpunkt ganz und gar keine unerfreuliche Erscheinung sei. " Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. wenn einfallen, der Regierung eine Auflösung des Abgeordnetenhauses zu empfehlen, irgend welche Bahnlinien abgelehnt worden wären? Grundsäglich liegen die Dinge jetzt nicht anders, wenn ja auch zugestanden werden muß, daß das Kanalprojekt außerordentlich weitgreifend war. Die Regierung kann aus dem Abstimmungsergebnisse ersehen, daß ihre Ueberzeugungen mit denen der Mehrheit der Volksvertretung nicht übereinstimmen. Bleibt sie in ihren Anschauungen fest, so wird sie kein anderes zweckmäßiges Mittel anwenden können als das fortgesetter Belehrung. Mit dem Gewaltatte einer Auflösung werden die Ueberzeugungen auf wirtschaft lichem Gebiete nicht geändert. Doch das sind Dinge, für die andere die Verantwortung tragen. Wie erbärmlich wir können kein anderes Wort ge brauchen haben sich aber in diesem Kampfe die„ un entwegten Vorkämpfer der Verfassung benommen, die sich immer theatralisch in den Mantel des Männerstolzes vor Königsthronen zu hüllen lieben! Wen bei dieser Art politischer Anreißerei und Anbettelei, wen bei dieser heuchlerischen Preisgabe Die Hoffnungen, die unsere Liberalen auf ihre Drohungen aller verfassungsmäßigen Grundsätze nicht ein Ekel erfaßt hat, der sehen, werden ebenso zu Schanden werden, wie ihre absoluhat die Fähigkeit des Ekels vollkommen verloren. Der Lehrsat von dem beschränkten Unterthanenverstande ist vom tistischen Sieges- Hymnen nach dem Tage von Dortmund. Liberalismus in einer Weise vertreten worden, wie er selbst von Die fonservative Presse zeigt sich durchaus nicht von dem den vormärzlichen Feudalen niemals vertreten worden ist." Uebermaß des Sieges bedrückt. Die ,, Kreuz- Zeitung" wendet Das müssen sich die Freisinnigen von der Deutschen Aehnlich knallt grausamlich die liberale ,, National sich und zwar mit Recht- gegen eine Auslassung des Tageszeitung" sagen lassen! Man sieht aber, wie geläufig Zeitung": Berliner Tageblattes", das behauptet hat, die Konservativen die Junker in wenigen Tagen die tonstitutionelle " Nach Informationen, die wir für autoritativ halten, hätten, stuzzig geworden über den unerwünschten Sieg, durch Sprache reden gelernt haben. Sie sind beinahe schon Umwird die etwaige Bestätigung der gestrigen Bedie Annahme zweier Paragraphen die dritte Lesung gestürzler, die in der reinen Parlaments herrschaft das Ideal schlüsse zweiter Lesung über die Kanalvorlage durch die rettet: britte Lesung eine entscheidende Wendung sowohl in der inneren Politit, als in dem Verhältnis der Krone zu den Konservativen, wie es in vielen Beziehungen in Preußen seit Jahrzehnten traditionell war, herbeiführen." Voran marschiert die demokratische Frankfurter Zeitung", deren Berliner Special- Falb vor ein paar Tagen noch die Annahme der Kanalvorlage seinem Blatt prophezeite, nunmehr aber als freiwilliger Offiziofus die königstreuen Rebellen mit einer Sperrdruck- Notiz zu beugen sucht, in der er aus zuverlässiger Berliner Quelle", d. h. aus sich selbst be stätigt, daß nach der Niederlage der Regierung an maßgebender Stelle eine sehr ernst e, entschlossene Stim mung herrsche. Wer Miquel hörte, fonnte merken, daß dieser Mann, der es machen" sollte, bald nicht mehr mit machen werde. Sein Rüdtritt werde bei der heutigen Stimmung nicht die einzige Folge des Scheiterns der Kanal borlage sein". " Noch lauter dröhnen die Böller Kruppscher Konstruktion, die in den ,, Berliner Neuesten Nachrichten" losgelassen werden, die von einer Stelle, welche über die Intentionen des Kaisers" gut unterrichtet sei, folgende Mitteilung erhalten haben wollen: " In dem Verhalten der tonservativen Partei zur Kanalvorlage erblidt der König eine persönliche Herand: forderung und eine völlige Verschiebung des Grundverhältniffes zwischen der Krone und der konservativen Partei. Der König ist entschlossen, den hingeworfenen Fehdehandschuh aufzunehmen und den Kampf rücksichtslos durchzuführen." Zugleich versichert das Blatt, es scheine bei den Freifonservativen Neigung zu einem gewissen Entgegenkommen zu herrschen. Es würde möglicherweise von ihnen eine Resolution an die Regierung eingebracht werden, mit der Aufforderung, ein anderes Kanalprojekt zur Verbindung des Rheines mit der Ems vorzulegen. " Endlich aber raffte sich die offiziöse Norddeutsche Allgemeine Zeitung" beileibe nicht der Reichs. anzeiger" zu einer durch den Druck start hervorgehobenen Meinungsäußerung auf, die sie unter die Rubrik ,, Letzte Depeschen" bucht, vermutlich um den Eindruck hervor. zuheben, es handle sich wirklich um ein Telegramm, eine telegraphische Kriegserklärung gegen den inneren Feind, die Junter. Das offiziöse Schriftstud lautet: " Wir sind bei dem„ Berl. Tageblatt" an viel gewöhnt; aber das ist doch ein starkes Stück, den Konservativen zu insinuieren, sie hätten darauf hingearbeitet, den„ Torso", den felbft die Nat.- 8tg." als etwas ganz Unlogisches ansieht, in die dritte Lesung zu bringen. Jeder, der die gestrigen Verhandlungen verfolgt hat, weiß, daß die Konservativen alles daran gesezt haben, die Angelegenheit gestern endgültig zu erledigen. Das Centrum hatte offenbar nicht allzu geschickt operiert, und die Art, wie mun der Abgeordnete Imwalle eingriff, um völlig unmögliche Paragraphen zur Annahme zu bringen, die Verhandlungen zu vertagen, war ein Beweis ungeschict offener Verschleppungstaftit. Bei der Auszählung stimmten für die unzu sammenhängenden§§ 6 ff.. denen ja jede Voraussetzung, nämlich die Kanäle fehlten, neben dem Centrum( mit wenigen Ausnahmen) sämtliche Liberalen, die Polen und eine fleine Zahl von Frei fonservativen, dagegen ihre große Mehrheit und die ge= schlossenen Konservativen. Nicht diese haben also die dritte Lesung ängstlich ermög licht, sondern die Liberalen mit dem Centrum. Und bei solcher Sachlage wagt das Berliner Tageblatt" seinen Lesern obige Säge aufzutischen. In der ganzen langen Kanalaffaire haben seit Monaten unsere Freisinnigen eine unsagbar fümmerliche Rolle gespielt. Immer mit Fittionen ge= rechnet, immer um die Regierung herum gebettelt oder abwechselnd gedroht, immer eine neue Erfindung über die Konservativen in die Welt gesezt nicht des Kanals wegen, sondern nur um den Konservativen zu schaden. Und zum Schluß stellt man die Thatsachen einfach auf den Kopf und knüpft daran unsinnige Bemerkungen. Ob es dem Centrum nun weiter mit Hilfe des Gesamtliberalismus gelingen wird, wie gestern die Möglichkeit der dritten Lesung, deren Vornahme möglichst lange hinauszuschieben, mit einem Worte weiter feine Verschleppungsund Berkoppelungstaltit zu verfolgen, wissen wir zur Stunde nicht; doch hoffen und glauben wir es nicht. erblicken. Als eine„ bollendete und unumstößliche" Thatsache bezeichnet die freifonservative ,, Poft" die Ablehnung der Kanalvorlage und rät im übrigen zu einer Politik der Sammlung auf Grundlage des Dortmund- Rhein- Kanals: „ Die Größe des Erfolges und die Kampfesweise der Kanal freunde läßt den Wunsch erklärlich erscheinen, den in der zweiten Lefung auf der ganzen Linie errungenen Erfolg zu einem vollständigen Triumph über die Kanalfreunde zu gestalten; allein, wer sich in der Hize des Kampfes den ruhigen Blick auf die Gesamtheit unserer politischen Verhältnisse bewahrt hat, wird nicht es patriotische Pflicht daran zweifeln, daß ist, einer solchen Versuchung zu widerstehen. Der Gegner von heute ist der natürliche und für den Erfolg not wendige Bundesgenosse der hauptsächlich fanalgegnerischen Parteien in den in den unmittelbar bevorstehenden Kämpfen um die Neuordnung der 8oll und Handelsverhält nisse Deutschlands für den Zeitraum eines halben Menschenalters. Bei diesen schweren Kämpfen, wie bei dem Kampfe gegen diejenigen Elemente, welche unsere gange Staats und Wirtschaftsordnung umzustürzen drohen, sind die Sieger von gestern auf das Zusammengehen sowohl mit der Regierung wie mit dem auf gleichem wirtschafte lichen und politischen Boden stehenden Teile der Kanalfreunde an gewiesen. Schon dieser Gesichtspunkt allein weist aus zwingenden Gründen der Staatsflugheit darauf hin, einen Abschluß zu suchen, welcher auch gegenüber der Regierung und gegen über den wirtschaftlich und politisch positiven Elementen in den Reihen der Kanalfreunde versöhnend wirkt. Die schwerwiegenden Gründe, welche vom monarchischen Standpunkte für eine solche Lösung ins Gewicht fallen, bedürfen der näheren Darlegung nicht. Eine solche Lösung würde voraussichtlich gefunden sein, wenn es gelänge, fich zu einem Beschlusse zu vereinigen, der die Bereitwilligkeit zu erkennen giebt, eine leistungsfähige Verbindung zwischen Dortmund und dem Rheine als selbständiges Unter nehmen unter der Voraussetzung zu bewilligen, daß mindestens für die laufende Legislaturperiode auf die Verfolgung des Mittelland- Kanals verzichtet wird." Die weiteren Pläne des Centrums und seines Kanal: gefolges und sie werden dabei natürlich von der Regierung unterstüßt scheinen dahin zu gehen: in dritter Lesung die Annahme des Rhein- Dortmund- Kanals, der ohne den Mittel- So ungefähr dürfte auch die Sache ausgehen, und die land- Kanal technisch schwer denkbar ist, durchzusetzen. Dann Regierung hat ihre Niederlage dadurch nur vergrößert, daß fie geht die so gestaltete Vorlage an das Herrenhaus; von diesem ihre liberalen Fanatiker und offiziösen Lärmtrompeter jett wird erwartet, daß es schließlich durch einen eigenen Antrag den wilde Drohungen in die Welt hinausgellen läßt, um dann ganzen Mittelland- Kanal wiederherstelle. Dann käme die Vorlage wieder an das Abgeordnetenhaus, auf das man dann mit einem Hinweis wirken könne, die eine Hälfte des Landtages habe ja die Kanalvorlage bereits angenommen. Dies der neue Kriegsplan, der durch die so sehnsüchtig betriebene Berschleppungstaftit endlich einen Erfolg verschaffen soll! Ob er sich bis zu Ende durchführen wird lassen, wird man abwarten müssen." sich auf ihrer Niederlage ruhig zu betten. B „ Die Ergebnisse der Abstimmungen der gestrigen zweiten Lesung der Kanalvorlage find sehr betrübender Art. Die tonservative Partei, nicht minder der größte Teil der freifonservativen Partei stimmten mit wenigen Ausnahmen nicht bloß gegen den ganzen Mittelland- Kanal, sondern auch gegen die Ver bindung des Dortmund Ems- Kanals mit dem Rhein und brachten, da auch ein Teil der kanalfreundlichen Parteien wegen provinzieller vermeintlicher Interessen gespalten war und aus taftischen Gründen bei der Hauptabstimmung sich das Centrum im wesentlichen enthielt, die Vorlage in beiden Abstimmungen zu Fall; den Dortmund RheinEs handelt sich aber nicht nur um eine Niederlage der Re Kanal allerdings nur mit einer Mehr gierung, nicht um die Ungeschicklichkeit der Thielen und Hammerheit von zwei Stimmen. Wenn diese Haltung der stein, nicht um die Zweideutigkeit eines Miquel. Nicht Personen tonservativen Parteien wider Verhoffen in der morgigen dritten haben diese Blamage erlitten, sondern das ganze System Lesung fortdauert, so liegt die Befürchtung sehr nahe, ist gerichtet. Der Scheinkonstitutionalismus, der Bick Back daß die bisherige Stellung der konservativen Parteien zur Sturs, die Politik der Sammlung, das persönliche Regiment Staatsregierung und selbst zur Krone infolgedessen eine Die Abrechnung mit den Freifinnigen ist durchaus ver- dieses System der Systemlosigkeit mußte mit erhebliche Erschütterung erleiden würde. Die Minister haben dient. In der That haben diese braven Mannesstolzen das Notwendigkeit auf solche Weise stranden. Es ist ganz gleichschon darauf hingewiesen, daß diese Frage nicht vereinzelt werden Maß ihrer politischen Sünden und Thorheiten durch das un- gültig, ob jekt die eine oder die andere ministerielle Amtskönne, und daß die Parteien alle Veranlassung haben, glaublich thörichte Verhalten bei der Abstimmung am person geopfert wird, ob sie alle zusammen gekündigt werden, in ihrem eigenen Interesse sie im Zusammenhang Donnerstag zum Ueberlaufen gebracht. Für wahrhafte Frei- ja ob- was uns ausgeschlossen scheint, energisch" vorgegangen mit der gesamten politischen und wirtschaftlichen sinnige fonnte es nur eine mögliche Tattit geben, die Vor- und eine Auflösung und ein Wahlkampf mit der Regierungs Lage des Landes zu betrachten. Wir können daher nur lage sofort gänzlich zum Scheitern zu bringen und dadurch parole„ Gegen die Konservativen" gewagt wird. Eingeklemmt die dringende Hoffnung und Mahnung aussprechen, daß die ton- die Regierung zu zwingen, Farbe zu bekennen. Statt dessen zwischen die widerstreitenden Interessen des industriellen und fervativen Parteien noch im legten Augenblide haben sie durch die sinnlose Zustimmung zu zwei Paragraphen agrarischen Kapitalismus, gebunden durch die reaktionäre auch von diesem Standpunkte aus die Frage betrachten und in der die enthauptete Vorlage in die dritte Lesung gelootst. Diese Tradition, eine stets besorgte Geschäftsführerin des Besizes, morgigen Abstimmung ihre bisherige schroffe Ablehnung Freisinnigen haben nicht nur Furcht vor einem Konflikt ohne den Mut und die Möglichkeit, den geraden Weg vor modifizieren. Die von den gegnerischen Barteien angeführten zwischen der Regierung und ihrer Partei, sondern sogar vor wärts zu gehen, kann die Regierung niemals die KonGründe und Bedenken gegen das große nationale Unternehmen einem Konflikt zwischen der Regierung und den Junkern, sequenz ihrer Handlungen tragen, die Politik der Folgefind im Laufe der Beratungen von allen Gesichtspunkten aus so ihren Todfeinden. richtigkeit ist ihr ebenso versagt, wie einheitliches, grundsäzvollständig widerlegt worden, daß denselben eine Henderung in Die Deutsche Tageszeitung", das agrarische Central- liches, entschlossenes Thun. Sie muß schwanken, sie muß sich ihrer Haltung um so leichter werden muß." organ, begnügt sich dem konstitutionellen Princip eine beugen, fie muß ihre Würde darin suchen, Niederlagen schwärmerische Huldigung darzubringen: lächelnd zu ertragen. " Die gestrige Entscheidung läuft den Wünschen Sr. Wollte die Regierung wirklich die Willensstärke beweisen, Majestät und den Heberzeugungen feiner Regie deren fie fich rühmt, so gäbe es ein wirksameres Mittel als rung zuwider. Das ist bedauerlich aber in jebem die Auflösung des Abgeordnetenhauses. Die parlamentarische tonftitutionellen Staate möglich. Wenn derartige Fälle an fich unmöglich wären, so hätte man füglich darauf ver- Junkermacht, unter der die Regierung jetzt zusammenbricht, ist zichten können, eine Verfassung zu fordern. Es ist wenig an- ja nur eine Folge des Wahlsystems. Mag sie dafür gemessen, ja gefährlich, den gegenwärtigen Fall über seine forgen, daß der Landtag eine Bolts vertretung werde. eigentliche Bedeutung hinaus aufzubauschen. Bem würde es und sie kann dieses Ziel auf die denkbar leichteste Die Junker wären Esel, wenn sie sich durch diese Papierschüsse irgendwie beeinflussen lassen würden. Gerade die äußerlich ziemlich bedrohliche Auslaffung der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" zeigt bei näherem Zusehen, wie bescheiden die Regierung in ihren Wünschen geworden ist. Sie verlangt mur noch, daß die konservativen Barteien ihre bisherige schroffe Ablehnung modifizieren". Das heißt, wenn man im Zusammenhang " " Weise erreichen. Das jezige Wahlsystem beruht ja auf einer der ihre durch eines der jämmerlichsten Wahlgeseke gebloßen Verordnung, es ist widerrechtlich aufoftroyiert worden. Die schaffene Position erschüttern könnte. Sie haben sich in letter Regierung hat nichts weiter zu thun, als endlich diese ver- Stunde mit den Interessenten der Großindustrie zusammenfassungswidrige Verordnung aufzuheben und den gefunden. früheren verfassungsmäßigen Zustand, d. h. das Wahlrecht vom 8. April 1848 wiederherzustellen. Sie könnte Die Refte der Kanalvorlage das thun ohne Befragung des Junkerparlaments, fie finden sich in der Zusammenstellung" der Beschlüsse würde damit nicht unkonstitutionell handeln, sondern im zweiter Lesung vor. Diese Drucksache Nr. 329 des AbGegenteil der durch die Kontrerevolution mißhandelten und geordnetenhauses ist wohl das fidelste Aktenstück, das je aus vernichteten Verfassung nach einer mehr als halbhundert- bem parlamentarischen Betrieb hervorgegangen. halbhundert- geordnetenhauses jährigen Willkürherrschaft wieder zu ihrent Recht verhelfen. Der Gesetzentwurf betreffend den Bau eines SchiffahrtsMit dieser endlichen Entfühnung des verfassungswidrigen fanals vom Rhein bis zur Elbe" sieht nämlich nach den BeGewaltstreichs der Reaktion würde sie nicht nur die schlüssen zweiter Lesung so aus: Tyrannei der Vormärzler brechen, sondern auch mit Hilfe des schlüssen zweiter Lesung so aus: alten eigentlich gefeklichen Wahlrechts eine Mehrheit für den Mittelland Kanal leicht gewinnen. Derart würde eine Regierung handeln, die in Wahrheit fo energisch ist, wie sie zu sein behauptet. Politische Webericht. " verordnen, unter Zustimmung beider Häuser des Landtags Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden König von Preußen 2c. der Monarchie, was folgt: Fällt weg. Fällt 1. ** gamily § 2. " Das Kleine Journal" wird sich nun wieder zurüdtaufen laffen müssen. Der rechte Junker kann nun einmal ohne ein bißchen Judenhege nicht bestehen. Das gehört zu seinen Jagdbergnügungen. Sicherheitsmaßregeln gegen die Pest. Nachdem bekannt geworden ist, daß die Bestfälle in Oporto zunehmen, find, wie wir hören, die Regierungen der Bundesstaaten sofort ersucht worden, die gesundheitsber Best unmittelbar bedrohten übrigen Häfen der pyrenäischen Halbinsel polizeiliche lleberwachung der Schiffe, welche aus Oporto und den von eintreffen, herbeizuführen. Der Erlaß eines Einfuhrverbots ist in Betracht gezogen. Bis es erlassen werden kann, sollen Waren, durch welche eine Einschleppung des Krankheitsstoffes zu befürchten ist, nur nach vorheriger wirksamer Desinfektion zur Einfuhr zugelaffen werden. Im übrigen wird der Verlauf der Epidemie in Oporto seitens der Behörden mit Aufmerksamkeit verfolgt, und es ist anzugriffen werden nehmen, daß erforderlichenfalls weitere Sicherheitsmaßregeln erVon Hamburg- Südamerikanischen Dampfschiffahrts Gesellschaft", deren Dampfer größtenteils Lissabon anlaufen, ist be reits, wie die Hamb. Börsenhalle" meldet, angeordnet, daß ihre Schiffe bis auf weiteres portugiesische Säfen nicht be rühren. Auch anderswo trifft man Maßnahmen gegen die Anftedungsgefahr. In Kopenhagen wurde heute eine Verfügung unterworfen werden. fstät meg.hliin otadini erlaffen, nach welcher die Sertünfte aus Portugal einer Quarantäne 7 Berlin, den 18. Auguſt. Abgeordnetenhaus. Fällt weg. Fällt weg. ugnis disdainos Fällt weg. Fällt weg. § 4. § 5. of§ 7 §7 Zwischenakts- Gespräche im Abgeordnetenhaus. Zwischen den Schlachten bemächtigt sich der Kämpfer eine be greifliche Nervosität. Die Empfindungen find zu sehr auf das Hauptinteresse gerichtet, als daß man eine objektive gesonderte Betrachtung der kleineren Angelegenheiten verlangen kömite. So war auch die heutige Sigung des Abgeordnetenhauses vollständig an- Uebrig geblieben sind allein die§§ 6 und 8 der Regefüllt von der Kanalvorlage, die nicht auf der Tagesordnung gierungsvorlage, die nun zusammen mit einem in zweiter stand. Sämtliche sieben Bunkte, die heute zur Beratung famen, Lesung eingefügten Paragraphen folgenden neuen aus drei wurden eigentlich mur in Hinsicht auf die Aussichten des Ranals geprüft. Daß man die Staatsverträge mit anderen Paragraphen bestehenden Entwurf ergeben: Bundesstaaten, die sich auf den Mittelland- Kanal beziehen, einstweilen aufschob, war ja, logisch genommen, selbstverständlich. Aber was das Haus hierzu bewog, war feineswegs die Logik, die man überhaupt mit der gestrigen famosen Annahme des§ 6 bereits abgeschafft hat. Das Centrum wollte sich in kein Borpostengefecht ein laffen, da es heute über seine eigene Stellung noch zu wenig orientiert ist. Bezeichnend war auch in dieser Frage wieder die völlige Gemütsruhe der Konservativen; diese erklärten mit ironischer Nonchalance, man tönne die Verträge heute ruhig besprechen und auch annehmen; in Kraft tönnten sie ja doch nur treten, wenn der Mittelland- Kanal gebaut werde. In dieser geringschäßigen Behandlung der pp. Staatsberträge lag eine deutliche Antwort auf den gestrigen Verfuch der Regierung, mit den Hinweis auf die bereits erfolgte Unterzeichnung bon Verträgen durch Se. Majestät Eindruck zu machen. Der agrarischen Fronde kann man nicht so leicht imponieren, wie den guten Patrioten auf der sogenannten Linfen. Sie fennt ihre Leute, die nur Fleisch von ihrem Fleische sind. Sie weiß, daß der Löwe der Regierung fein wirklicher Löwe ist, sondern nur Hans Schmock, der Schreiner. n § 1. Bei der Aufbringung und Unterverteilung der aus diesen Verpflichtungen den Provinzen, Kreisen und Gemeinden erwachsenden Lasten finden die gesetzlichen Vorschriften über die Mehr- und Minderbelastung einzelner Kreise und Kreisteile, sowie der§§ 9 und 20 des Kommunalabgaben- Gesetzes vom 14. Juli 1893( Gesetz famml. S. 152) Anwendung. § 2. Die Freifinnige Zeitung" findet unsere gestrige Bolemit gegen die Freifinnige Volkspartei" und Eugen Richter albern". Der Freifinn sei durch das Ergebnis der Abstimmung nicht blamiert; denn der Freifinn hat man staune die Vorlage gar nicht eingebracht: " Die Freifinnige Bollspartei aber hat sich für verpflichtet gehalten, den anderen Parteien die Möglichkeit offen zu laffen, die Kanalvorlage in dritter Lesung anzunehmen, nicht aus Loyalität“ oder„ Byzantinismus“ gegenüber der Regierung, sondern weil die Freisimmige Volkspartei für die Kanalvorlage fachlich eintritt und fachlichen Interesse nicht parteitaktischen Speku lationen unterordnet." " Stellen wir fest: Der Vorwärts" hat gegen Eugen Nichter so wenig polemisiert, daß wir überzeugt find, er teile im Grunde unsere albernen" Bemerkungen über seine Jammergarde, der gegenüber wir das Verhalten Richters rühmend hervorgehoben haben. Im übrigen, wenn der Verfasser der obigen Notiz die Blamage des Freifinns nicht empfindet, wenn er nicht die Dummheit einer Taltit einfieht, die der Regierung erspart, gegenüber der Junkerschaft sofort und Schroff Stellung zu nehmen, wenn er nicht die Kläglichkeit des Gleichzeitig mit der Fertigstellung des Mittelland- Kanals ist Gewiemers über den beschränkten Unterthanenverstand und der für Schlesien die Möglichkeit zu schaffen, auf dem Wasserwege oder Anbettelung des persönlichen Willens fühlt, jo vermögen wir ein auf dem Eisenbahnwege Montangüter von dem oberschlesischen solches intellektuelles und moralisches Deficit mit unferen aufdem niederschlesischen Industrierevier nach Berlin zu flärenden Bemühungen nicht zu decken. Wir schenken uns darum Frachtfäßen zu befördern, welche die heutige Spannung zwischen auch die Frage, warum denn anfangs bei der Abstimmung Eugen dem oberschlesischen, dem niederschlesischen und dem rheinländisch- Richter die Seinigen zum Niedersehen kommandiert hat, wenn es westfälischen Montanrevier nach Berlin aufrecht erhalten. nur gilt, für den Kanal sachlich einzutreten. Großes Reinemachen in den Ministerien fündigt die „ Münch. Allg. 3tg." an: und Die Königliche Staatsregierung wird ermächtigt, zur Vors nahme der hierzu erforderlichen Vorarbeiten zwei Millionen Mark zu verwenden. and § 3. Die Ausführung dieses Gesetzes wird, soweit sie nach den Bestimmungen der§§ 3, 5 und 7 nicht durch den Finanzminister oder unter seiner Mitwirkung erfolgt, dem Ressortminister übertragen. Urkundlich ze. Das ist die Kanalvorlage zweiter Lesung, eine Kanalvorlage ohne Kanal. " Deutsches Reich. Die Konservativen haben einen Führer von der Qualität, wie sie jetzt nötig wäre, nicht mehr. Denn Herr von Levezow ist alt, Graf Mirbach zu eitel, Freiherr von Manteuffel zu bequem und abgefunden und Graf Limburg ist, all seine schönen Eigenschaften in Ehren, doch nur ein Staatsmann en miniature. Bon den preußischen Ministern ist zur Zeit auch keiner mehr den Anforderungen der Gegenwart gewachsen; der einzige, der es noch sein tömte, err v. Miquel, ist in bei seinen feiner Gesundheit nicht mehr so feftJahren und nach seinen Leistungen in der That kein Wunder daß er einen Konflikt auf sich nehmen könnte, selbst wenn er es wollte. Es verlautet, daß in nicht zu ferner 8eit eine Neubildung des preußischen Ministeriums statt. finden wird. Der Kaiser foll aber Wert darauf legen, daß herr von Miquel das Vicepräsidium des Staatsministeriums behalte." Die ganze Sigung, bei der alles nur auf die Geschäftsordnungs- Debatte über die morgige Tagesordnung wartete, wäre bald beendet gewesen, wenn nicht wider Erwarten der Notstand infolge der Ueber schwemmungen im Spreegebiet eine längere Debatte veranlaßt hätte. Auch hier war das Bezeichnendste wieder die aggressive Haltung der Konservativen. Sie haben gar keine Veranlassung, sich ihrer gestrigen Abstimmung schämen, zu verkündete mit schnarrender Stimme Herr Ning. Derselbe Herr Dies Meisterwerk parlamentarischer Gesetzgebung sieht machte den Versuch, für die Mißstände im Spreewald den Spree- wie das Gestammel eines Tollhäuslers aus. Es ist aber die Oder- Kanal verantwortlich zu machen. Es wird eben überall, wo gemeinsame Kompromißarbeit des Centrums, der Nationales nur angeht, ein tanalfeindlicher Borstoß unternommen. Die Linte liberalen und nicht zu vergessen des Freisinns. befand sich dagegen durchaus in der Defensive; auch die Regierung war sehr entgegenkommend; doch konute sie trop aller Beklemmungen ihre bekannte Noblesse in Geldsachen nicht verleugnen. Sie meinte, der arme Staat tönne die Kosten für die Notstandsarbeiten nicht allein tragen, die Anlieger müßten sich auch beteiligen; sie weiß dabei Ein deutsch- franzöfifches Denkmal. Bei St. Brivat ist ein Es ist einer genau so gut, wie der andere. Kein Minifter ganz gut, daß diese Leute in ihrer Mittellosigkeit das nicht Denkmal bes 1. Garde- Regiments 3. F. enthüllt worden; es zeigt wird den Anforderungen der Gegenwart gewachsen sein, weil fönnen. die neuerdings vielverwandte Gestalt eines Michael. Der Kaiser er sich den Ansprüchen der 8ukunft versagen wird. Als der Präsident am Schluß der Sigung die Tagesordnung hielt bei der Enthüllungsfeier eine Rede, die folgendermaßen endigte: für morgen verkündete und die dritte Lesung der Kanalvorlage" Die gewählte Form des Denkmals ist abweichend von den Anarchistenfurcht. Ob man Königsmörder fürchtete? so fragt herauffezte, stand die Rechte kampfbereit da und jah herausfordernd sonst auf dem Schlachtfelde üblichen. Der gepanzerte Erz- die Tägliche Rundschau" in Anknüpfung an die von ihr mitgeteilte dem Sturm entgegen. Aber es erfolgte nichts. Herr Lieber, der engel stützt sich, friedlich ruhend, auf sein Schwert, geziert Thatsache, daß sich dem Kaiserzelt in Dortmund auf 300 Meter nur heute wieder seinen grünen Kompromißrod trug, muß abgewinkt mit dem stolzen Motto des Regiments: semper talis( immer gleich). wenige Personen nähern durften. Unser Elberfelder Parteiblatt haben: das Centrum stellte teinen Verschiebungsantrag. Nach Ich will daher, daß dieser Figur auch eine allgemeine Bedeutung bemerkt auf die Frage: „ Ei nun, das wissen wir nicht; das aber wissen wir, daß man minutenlangem Schweigen fonstatierte der Präsident topfichüttelnd, verliehen werde. Es steht auf diesem blutgetränkten Felde gleichsam daß ein Widerspruch gegen die Tagesordnung sich nicht erhoben habe. als Wächter für alle hier gefallenen braven Soldaten beider Tage zuvor schon bis nach beendetem Staiserbesuch die von früheren Man glaubt, daß morgen der Dortmund Rhein- st anal Heere, sowohl des französischen wie unseres. Denn Jahren her hier als der anarchistischen Bewegung zuneigenden Berangenommen und der Mittelland- Kanal fallen wird. Die tapfer heldenmütig für ihren Kaiser sonen polizeilich„ observiert" und jeden ihrer Schritte eifrig überBorlage geht dann wieder ans Herrenhaus, das sie dann in ab- und ihr Vaterland sind auch die französischen Soldaten wacht hat. Hatte solche arme polizeiliche Ueberwachungsseele ihr geänderter Fassung dem Abgeordnetenhause zurückschickt. Und dieses in ihr ruhmvolles Grab gesunken. Und wenn unsere Fahnen sich Opfer einen Moment aus den Augen verloren, so war sie in höchster anmutige Lawn- Tennis- Spiel mit dem Kanal- Rettungsball fann bis grüßend vor dem erzenen Standbilde neigen werden und webmuts Verzweiflung und beruhigte sich nicht eher, als bis sie den Pfad weit in den Oktober hinein fortgejezt werden. So wird der Ne- voll über den Gräbern unserer lieben Kameraden rauschen, so mögen ihres Opfers wieder gefunden hatte." gierung ihre Niederlage stückweise beigebracht. Und dann wird sie sie auch über den Gräbern unserer Gegner wehen, ihnen raunen, fich wohl zufrieden geben. Die Zeit heilt auch die schlimmsten Brügel, daß wir der tapferen Toten in wehmutsvoller Achtung gedenken. und inzwischen ist sicherlich wieder etwas anderes los. Bei uns mit tiefem Dante und Aufblick gegen den Herrn der Heerscharen, Stürzt teine Regierung über parlamentarische Niederlagen. Lucanus für seine unserm großen Kaiser gnädig bewährte Führung wollen Herauskomplimentierbuch enthält nur gänzlich unpolitische Sturz- wir uns vergegenwärtigen, daß auf den heutigen Tag die um des regeln. höchsten Richters Thron gescharten Seelen aller derer, die einst in heißem Ringen sich auf diesem Felde gegenüber standen, im ewigen Gottesfrieden vereint auf uns herabsehen!" -A V Die Reform des Gemeinde- Wahlrechts ist in der Kommission des Abgeordnetenhauses zu Falle gebracht und es läßt sich für die dritte Lesung eine Aenderung nicht erwarten. Schmerzlich ist der Verlust dieser Reform nicht, benn sie hätte an dem bisherigen Zustand recht wenig geändert. Die vorgesehene Zwölftelung bei der Klasseneinteilung zu den Wahlen in der Weise, daß die erste Abteilung fünf Zwölftel der Steuersumme, die zweite Abteilung vier Zwölftel und die dritte Abteilung drei Zwölftel enthalten sollte, hätte ungefähr den Zustand in der Klasseneinteilung hergestellt, wie er vor der Reform der direkten Besteuerung in Preußen bestand. erklärt. 9 dier und Man sieht, diese Kaiserrede liegt weit ab von dem Gedankengeordnetenhaus bewegt. kreis, in dem sich zur Zeit die preußische Regierung und das AbAus dem ersten Teil der Rede sei noch ein Saz wiedergegeben, der wieder einmal zeigt, wie ungeschickten Händen die Kaiserreden zur Redaktion anvertraut werden. Es heißt da in dem authentischen, auch vom Reichs- Anzeiger" benußten Wortlaut von dem Regiment: „ Obwohl es, durch seine Geschichte eng an mein Haus gegliedert, zur Erziehung der Prinzen und Könige besselben berufen, fo recht eigentlich als ein Familien- und Haus- Regiment angesehen werden darf, so hat doch meines Großvaters taiserliche Majestät teinen Augenblick gezaubert, diese ihm so teuere Truppe boll für des Vaterlandes Wohl einzusetzen." Obwohl? Es muß doch wohl heißen: gerade weil". Daß ein Regiment dem Monarchen besonders nahe steht, fann doch kein Grund sein, es dem Wohl des Vaterlandes nicht zur Verfügung zu " " Das Jocal der evangelischen Männer. Der Westfälische Familienbote". Organ des Verbandes der evangelischen Männer- und Arbeitervereine im Kreise Iserlohn, singt folgendes Loblieb auf den chinesischen Kuli: Der Chinese ist fleißig, nicht ausschweifend, sparsam und zufrieden mit höchst geringem Lohn, steht damit also in rühmlichen Gegensatz zu vielen unserer Arbeiter." Organisieren die Evangelischen die Arbeiter deshalb, um sie auf das rühmliche Ideal des bedürfnißlosen Kuli zu präparieren? Scharfmacher Schwindel. Die Augsburger Abendzeitung" schreibt: „ Bezüglich der Unruhen in der Wertachvorstadt scheinen fich mehr und mehr Beweise dafür zu ergeben, daß die Massen, welche sich bei der Demonstration der streifenden gegen die italienischen Maurer in der Sentelbachspinnerei ein gefunden hatten, wenigstens zum Teil teineswegs aufällig ba waren, um sich vielleicht die Heze" mit anzusehen, sondern vorher verständigt worden waren, daß es etwas geben" werde, die Italiener Prügel bekommen sollten u. dgl. In Fabritarbeiter- Streisen ist davon schon am Abend vorher ganz offen gesprochen worden. Die Untersuchung wird hoffentlich klarstellen, wer bei diesen Leuten die betreffenden Mitteilungen ver breitet hat und ob dies zu dem Zwede geschehen ist, eine größere Menschenansammlung herbeizuführen. Das wird in einem als Publikationsorgan der bahrischen ReZu einer durchgreifenden Reform des Wahlrechts, für das allgemeine, geheime, gleiche und direkte Wahlrecht ist eine Partei des Abgeordnetenhauses zu haben, da die Social demokratie keinen Vertreter in diesem Parlament hat. Man stellen. wollte nur ein wenig herumflicken an dem für die reaktionären Der Michael von Saint- Privat, dem der Kaiſer die Rolle Parteien so bewährten Wahlrecht. Aber selbst diese so be- eines deutsch- franzöfifchen Friedens engels zuwies, trägt einen tief gierung dienenden Blatte ungeniert geschrieben in dem Augenblice, scheidene Reform war den Nationalliberalen zu viel, fie herabwallenden Mantel, ein mächtiges Panzerhemd, wo der als Haupträdelsführer" verhaftet gewesene Genosse Buzz machen nicht mehr mit, wie heute die National- Zeitung" große Eisenschuhe, Beinschienen und einen hohen e I m. wegen völliger Grundlosigkeit der erhobenen Anschuldigungen außer Als Engel wird die Gestalt charakterisiert durch gewaltige, den Kopf Verfolgung gesetzt wird, eine Thatsache, die das Blatt seinen Lefern Die Ursache der Mißstimmung ist der verunglückte um die halbe Körperlänge überragende, aufwärts gerichtete Engels- nicht mitteilt. Werben die Beweise, die sich gegen die übrigen Berhafteten zu ergeben scheinen", weniger fadenscheinig sein oder flügel centrums nationalliberale Kompromißantrag Frißen- Sattler, Beffer konnte der Hersteller des Dentmals den bewaffneten will man nur den Schein für einige Zeit noch wahren? der es den Gemeinden nur mit Zweidrittel Majorität ge- Frieden" nicht charakterisieren. Nur scheinen uns auch die größten Militäranwärter Verband und Diktaturparagraph. Aus statten wollte, diese wunderbare Wahlreform der Zwölftelung Engelsflügel nicht start genug zu sein, um solchem Metallgewicht als Straßburg i. E. wird uns geschrieben: Die jüßen Flötentöne einzuführen. Die Nationalliberalen wollen ihren Besiz- Flugapparat zu dienen. der gouvernementalen Bresse über die angebliche Harmlosigkeit des stand in Rheinland und Westfalen sichern und das auch Sie bleiben die Alten! Das Kleine Journal", bas saubere Diftaturparagraphen, wie die scharfsinnig- juristischen Centrum hatte sich bereit erklärt, diesem Wunsche in dem Orgänchen für die kleine Gruppe der Hoffonfervativen, hatte neulich Deduktionen, mittels deren vor einigen Monaten ein Rechtslehrer Kaiser Wilhelms- Universität die rechtliche bezeichneten Kompromißantrag entgegenzukommen. Jedoch in recht ungetauftem Jubel verkündet, die Konservativen hätten sich der Straßburger fiel einer von den nationalliberalen Mannen, der Abgeordnete von ihren antisemitischen Frrtümern losgesagt. Gültigkeit jener gesetzlichen Ausnahme- Bestimmungen in Frage gestellt hat, erfahren Jetzt erklärt die Konservative Korrespondeng" in Sperrbrud: eine bezeichnende Beleuchtung durch Möller, um und damit verunglückte die ganze Wahlreform. Beschluß, den kürzlich die Generalversammlung der Der Baragraph wurde bei der Gesamtabstimmung abgelehnt. Es ist neuerdings mehrfach der Verfuch gemacht worden, in einen Die Konservativen sind sehr erfreut, daß die Mogelei der Bresse die Meinung zu erwecken, als sei die tonservative Partei reichsländischen Sektion des Deutschen Militäranwärter- Berbandes Die Herren wollen nämlich zur energischeren zwischen Centrum Centrum und Nationalliberalen nicht gelang. bon den im Tivoliprogramm niedergelegten, insonderheit von den gefaßt hat. auf die Judenfrage bezüglichen Grundsägen abgewichen. Diese Bertretung ihrer Interessen ein eigenes Breßorgan ins Leben rufen. Behauptung ist grundlos und unbewiesen. Eine Aenderung in Dasselbe foll aber nicht in Straßburg, dem Size des Sektionsder Stellung der Partei ist nicht eingetreten und wird von teiner vorstandes, sondern drüben, jenseits des Rheins, zu Kehl im Seite geplant." babischen Musterländle erscheinen. Als Grund für diese Maß Denn die Aenderung des Gemeinde- Wahlrechts hätte die Aenderung des Wahlrechts zum Abgeordnetenhause gefördert und die Junker lehnen sich gegen jeden Versuch auf, regtl führte man fürs erste die in t-ctsax- Lothringen erforderlichen hohen Kcmtimislcifhmgen bei Zeitungsgründungen, dann aber und das ist das Bezeichnende— den D i t t a t u rp a r a fl ra p h en an. auf Grund dessen das neuzuftründende Blatt unterdrückt werden könnte. Man bedenke, datz die Angehörigen der genannten Vereinigung durchweg lang- jährig gediente Soldaten sind, die sich den Anspruch auf Civil- Versorgung durch den Staat erworben haben, daß also von ihrem neuen Verbandsorgan jedenfalls nicht eine Sprache zu erwarten ist, die der Regicnmg und den Behörden zu Klagen über ZLgcllosigkeit und umstürzlerische Tendenzen Anlaß gegen könnte. Wenn sich die Herren Militäranwärter trotzdem vor dem Diktaturparagraphen über den Rhein ins Badische flüchten, dann ist wohl jenes Gesetzes- monstrum doch nicht der„leere Wahn", als den nian eS zum Zwecke der Beschwichtigung des Volkes gern hinstellen möchte.— Dritter Zionisten-Kongreß. AuS Basel, den 17. August, wird uns berichtet: Gestem nachnnttag machte Rabbiner Dr. Nabinowitsch(Ruß- land) den Vorschlag: eine Deputation an den Kaiser von Rußland zu senden. Wenn der russische Kaiser ebenso wie der deutsche Kaiser für die Zionisten-Bewegung eintreten würde, dann dürfte auch die türkische Regierung gewonnen werden.— Keßler(Transvaal) stürmisch empfangen, überbrachte Grüße von 1800 Zionisten. Von den 10 000 Juden, die in Südafrika wohnen, seien 7—8000 Aktien der jüdischen Kolonialbank gezeichnet worden. A s ch k e n a s i(Rußland): Man dürfe nicht verzagen.„Schon seit zweitausend Jahren und noch heute rufen wir:„das nächste Jahr m Jerusalem", weil wir die Hoffnung haben, daß diese Zeit herannaht; desto schwerer es scheint, desto überzeugter sind wir, daß sie kommen wird."(Stürmischer Beifall.) Rechtsanwalt Dr. W o l f fs o h n- Köln machte Mitteilungen über die Begründung der jüdischen Kolonialbank. Dieselbe sei am 20. März dieses JahreS gerichtlich in London eingetragen worden. _ Heute entspann sich eine sehr lange, bisweilen sehr stürmische Bciprechung über die Satzungen der jüdischen Kolonialbank. Es wurde beantragt, 2l) Gründeraktien dem Aktionskomitee zur Verleihung an um den Zionismus verdiente Männer zu verleihen.— M o tz k i n- Berlin wandte sich mit großer Entschiedenheit gegen den Vorschlag. Es wäre dies eine arge Verletzung der demokratischen Grundsätze. — Der Antrag wird zurückgezogen. Freitag finden noch die Wahlen zum Mionskomitee und den Kommissionen statt. Alsdann wird der Kongreß geschlossen werden. Ausland. Schweiz. Btrn, 16. August.(Eig.«er.) Der Bundesrat betreibt unab« lästig m zielbewußter und energischer Weise seine auf die Verstaat- limnng gerichtete Eisend ahnpolittk. Von der Bundesversammlung ließ er sich im Juni die Ermächtigung geben zur Ausgabe von 3 /eprozentigen schweizerischen Bundesbahn- Obligationen im vor- laufigen Betrage von 200 Millionen Franks, und nun offeriert er durch eine Bekanntmachung im neuesten Bundesblatt den Besitzern von gveprozentigen Obligationen der Iura- Simplonbahn, Central-, Nordost- und Gotthardbahn den Umtausch derselben gegen gleich- lautende Bundesbahn-Obligationen. Der Umtausch der Titel erfolgt gegenseitig al xari. Die Bundesbahn« Obligationen lauten air 1000 Franks und auf den Inhaber. Das ist eine sehr einfache und billige Geldoperatton, wobei nicht erst gewinnhungrige Banken au Kosten des Volke» ohne Arbeit und Mühe fette Profile„verdienen" können.— velgieu. Die Wahl t« SoignieS.(Eig. Ber.) Sonntag wird die Ersatzwahl SoigmeS für unseren Genossen Paquay stattfinden. Die Klerikalen werden sich der Abstimmung enthalten. Die Liberalen beteiligen sich nicht offiziell; aber einer der ihngen hat die Ver- pflichtung der liberalen Vereinigung gebrochen, als er sah, daß die Klerikalen keinen Kandidaten aufstellen. Er hofft, mit Hilfe der Klerikalen zu siegen. Er spielt sich als Kandidat der Proportional- Berttetung mit Pluralstimmen auf. Der socialistische Kandidat ist Dr. Rens Branckart. ein junger, beim Volke sehr beliebter Arzt und emer unserer besten Agitatoren. Bei der letzten Wahl erhielten die Socialistcn 22 000 Sttmmen, die Liberalen 14 000, die Klerikalen IL 000. Infolge der Enthaltung der Klerikalen ist die Situation sehr gespannt.— Der WaHlgesetz-Entwurs in den Abteilungen.(Eig. Ber.' Der Proportionalvertrewngs-Entwurs mit Pluralstimmrecht ist Mitt- Wochnachmittag in den Abteilungen der Kammer verhandelt. «ö Sttmmen waren für ihn. 51 dagegen; 12 Mitglieder enthielten sich der Abstimmung und 24 fehlten. Diese Abwesenden werden also über das Schicksal des neuen Kabinetts entscheiden. DieS Resultat ist wenig glänzend. Von der Linken hat nur Lorand für den Entwurf gestimmt. Die andern Liberalen stimmten dagegen. Einige liberal» Abgeordnete(welche fehlten) werden für den Entwurf stimmen, falls man die Wahlbezirke vergrößert, was eine Verbesserung des Gesetzes wäre. Dagegen verlangen eine große Anzahl klerikaler Deputierter, die für den Ent- wurf im Princip gestimmt haben, eine Verschlechterung desselben. Die Regierung wird also nicht über den Grundsatz der Proportional- verttetung, wohl aber über seine Anwendung fallen können. Der Chef der Regierung hat einige interefsantz! Erklärungen ab- gegeben. Er stellt sich einer Prüfung des Antrages der Linken, das allgemeine Stimmrecht einzuführen, nicht entgegen. Er will auch die Wahlbezirke vergrößern, falls sich in der Kammer eine genügende Majorität dafür findet. Aber die Zahl der Abgeordneten mit der Bevölkerungsstärke der Wahlbezirke m Einklang zu bringen, das verweigert er, wie es ja auch die deutsche Regierung verweigert. Die Berichterstatter der Abteilungen sind de Jacr, de Merode, Cooreman. Borbove,'t Kint, Fischet. Diese Herren bilden die Ceiuralabteilung, deren Berichterstatter wahrscheinlich der frühere Arbeitsminister, der sympathische Cooreman, sein wird. DaS ist die augenblickliche Lage.— Italien. Ueber die am Sonntag vollzogenen Ersatzwahlen, deren Ausgang der Telegraph schon geniclder hat, werde» nachträglich noch einige interessante Einzelheiten bekannt. Danach sind die in Mai- land, Forli und Ravenna Gewählten, der Socialist Turatt und die beiden Republikaner Chiesi und Andreis, die bekanntlich durch das Urteil des berüchtigten Kriegsgerichts zu Mailand im Sommer vorigen Jahres dauernd der politischen Bürgerrechte verlustig erklätt worden sind, mit völlig erdrückender Mehrheit der Stimmen wieder- gewählt worden. In Mailand erhielt nach den bis jetzt bekannt gewordenen Zählungen Turati 4350 Stimmen. während sein Gegner Dr. Vallardi fich mit 570 Stimme» be- gnügen mußte(bei der letzten Wahl fielen aus Turati imr 2564 Stimmen). Chiesi brachte es in Forli auf fast 2000 Stimmen, sein Gegenkandidat nur aus etwas über 1400. In Ravenna hatten sogar von vornherein die Anhänger der Regierung darauf verzichtet, dem Republikaner de Andreis eine ernsthafte Kandidatur entgegenzustellen, so daß er dort mühelos mit über 2000 gegen wenige zer- splitterte Stimmen siegte. Daß die Regierung die Gewählten als solche anerkennen wird, ist natürlich ausgeschlossen. Sie wird die Wahlen für ungiltig erklären und Neuwahlen anberaumen, die aber dasselbe Resultat haben werden.— Finnland. Russische Eensur. Der„Franks. Ztg." wird au? HelstngforS berichtet: Die hiesige Preß-Censur verfähtt infolge Befehls von höherem Orte überaus energisch und es vergeht kaum ein Tag, wo nicht diese oder jene Zeitung erst nachdem sie einen oder mehrere Auffätze ausgelassen hat, die Erlaubnis erhält, ui die Presse zu gehen. Oft bleibt es ganz unerklärlich, was die Be- denken des CensorS hat erregen können. So wurde vor einigen Tagen der Zeitung„ Jlmuittislektis' mitgeteilt, sie müsse einen in ihrer landwirtschaftlichen Abteilung aufgenommenen Arttkel über—„die Geschichte der Kartoffel" stretchen l Auch die Gendarmerie ist äußerst thätig; sie wird überall hingeschickt, wo die Einwohner sich in größerer Anzahl versammeln, sogar in die Kirchen, um zu höre», ob nicht etwa„schädliche" Aeuße- rungen fallen. Vor einigen Wochen empfing das Domkapitel in Nyslott ein Schreiben des finnländischen Senats, in welchem mitgeteilt wurde, der Chef der nach Finnland verlegten Gendarmerie-Abteiüing habe dem Generalgonverneur darüber Bericht erstattet, daß in mehreren Kirchen die lutherischen Pnester sich in ungebührender Weise über die gegenwärtige politische Lage ausgesprochen hätten. Das Domkapitel würde demgemäß ersucht, eine eingehende und gewissenhaste Unter- suchung anzustellen, um Gewißheit zu erlangen, ob sich irgend etwas dem ähnliches zugetragen habe. Das Schreiben des Senats ist bereits beantwottet worden und lautet dahin, daß der Bericht des Gendarmeriechefs jeder Begründung entbehre; gleichzeittg drückt das Domkapitel als seine Meinung aus, daß russische Gendarmen wohl kaum als kompetent angesehen Iverden können, den Inhalt lutherischer Predigten zu kritisieren.— Türkei. Kämpfe zwischen Knrdeu und Armeniern. Nach Meldungen. die in Koustantinopel eingelaufen sind, sollen an der kleinasiatischen Ostgrenze mehrfache Zusammenstöße zwischen Kurden und türkischen Grenzposten einerseits und eingedrungenen Armeniern andererseits stattgefunden haben. Man sagt ,' die Pforte werde an die russische Regierung das Ersuchen richten, sie möge die Ansammlung bewaffneter armenischer Flüchtlinge an der Grenze verhindern.— Amerika. Vorbereitungen zur Präsidentenwahl. Nach einem der „Franks. Ztg." aus New Uorl zugegangenen Telegramm sprach sich der Dcmokratenkonvent von Iowa gegen den Imperialismus, gegen Alliaucen und die Trusts aus und erklärte die Silbersrage für nebensächlich. Dieser Beschlutz ist bedeutsam, da Bryan selbst, der Verfasser des Passus über das Allianceprojekt, sehr scharf gegen Eng- land war und damit darthut, daß die Agitatton der Deutsch- amerikaner fruchtbringend gewesen ist. Wie schon der Schlußpasius des Telegramms besagt, ist die Wendung gegen das englisch-amenkanische Allianceprojekt eine Kom- pensation an die Deutsch-Amcrikaner, die den englisch-imperialistischen Quertreibereien der letzten Zeit durchweg feindlich gegenüberstehen. Auch die Jrländer, die in ihrer Masse demokratisch wählen, sind Feinde einer englisch-amerikanischen Alliance. Südamerikanischer Dreibund. Ein Telegramm der„Times" aus Buenos Aires berichtet: Dem Venrehmen nach ist ein Vertrag zwischen Brasilien, Argentinien und Chile abgeschlosten worden, nach welchem alle Meinungsverschiedenheiten zwischen den drei Staaten durch Schiedsspruch erledigt und die Landesverteidigung s- Kosten der drei Länder herabgesetzt werden sollen.— Für den Kampf auf den Philippinen. Laut Meldung der „Franks. Zeitung" ordnete der Präsident die Rekrutierung von zehn neuen Freiwilligen-Regimentern an.— Unruhen in Südamerika. In Venezuela haben, nach einer Depesche des„Daily Telegraph", die Negierungstruppen die Auf- ständischen von Los Andes völlig geschlagen. Auch in Columbia ist eine Verschwörung der Radikalen zum Sturz der gegenwärtigen Regierung entdeckt worden. Durch einen von sämtlichen Mitgliedern des Kabinetts unterzeichneten Erlaß ist über die Provinzen Cundinamarca und Santandcr der Belagerungszustand verhängt. Gleichzeitig ließ der Minister des Innern, Sennor Paladios, auf Beschluß des Kabinetts die angesehensten Führer der radikalen Partei in der Provinz Canca, Sennores Martinez, JZinores, Figueredo, Neira, Suarez, die Generale Uribe und Ruiz, einer eine große Anzahl Radikale in Codi, Palmira und Cartago, verhaften und ins Gefängnis führen. Die Radikalen sind, wie es heißt, überall aufs äußerste bestürzt und vollkommen überrumpett. Afrika. TranSbaalkrisiS. Eine offizielle Bestätigung, daß die Boeren- Regierung den Chamberlainschen Vorschlag oder die von Milner ge- stellten Wahlrechtsbedingungen annimmt, liegt noch nicht vor, doch wird dem„Standard" aus Johannesburg von„sehr gut unterrichteter Seite gemeldet, es sei wirklich die Absicht der Regierung von Trans- vaal, den Ausländern das volle Wahlrecht»ach Ablauf von 5 Jahren zu gewähren, und zwar solle von den verwickelten Nebenbestimmuiigen nicht mehr die Rede sein, nnt welchen mau das jüngste Wahlrechts- gesctz ausgestattet hatte. Es solle ferner den Ausländern der vierte Teil der Vertretung im Volksraad statt des fünften Teiles ein- geräumt werden, so daß sie von 36 Sitzen v erhalten. Diese Meldung wird durch eine andere, de»„Times" aus Johannesburg zugegangene Depesche bestätigt. Wie es in dieser letzteren heißt, werde wahrscheinlich der Plan Krügers vor der Wer- öffentlichung die Billigung der Regierung des Oranjc-Freistaalcs und des Afrikanderbundes erhalten, woraus dann der Zustimmungs- beschluß der Legislatur des Kaplandes folgen dürfte. Bestätigt sich diese Nachricht, so ist die TranSvaal-Negie- nmg England so weit entgegengekommen, wie sie konnte. Milners Forderungen sind damit bis aus einige kleine Nebensäch- lichkeitcn bewilligt. Ob allerdings Chamberlain und die englische kapitalistische Press« sich mit diesen Zugeständnissen begnügen werden, ist zweifelhaft. Für sie handelt eS sich, wie sich immer deutlicher zeigt, ja nicht um die sogenannten Rechte der Uitlauders, sondern um die völlige Majorisierung bezw. Unterwerfung der Südafrikani- 'che» Republik, und irgend welche Gründe zu iieucn Forderungen lassen sich bei einigem guten Willen leicht finden. Die „TimeS" machen damit schon den Ansang, indem sie ihren Korrespondenten bemerken lassen, in Uitlanderkreisen würden die Zugeständnisse, welche die Transvaal- Regierung machen wolle, mir größtem Argwohn betrachtet. Die Anerkennung der Dualsprache im Volksraad und die wirtschaftlichen Reformen seien unerwähnt geblieben. Man glaube, der wirkliche Beweg- grund sei, in Europa Sympathie zu wecken und so den Konflikt abzuwenden.— Australien. Die neue Samoa- Akte. Die Samoa- Kommission hat, wie bereits telegraphisch gemeldet wurde, eine neue Verfassung aus- gearbeitet, die das Königwm abschafft und die Regierung der Insel- gruppe einem von de» drei Vertragsmächten gemeimam zu ernennenden„Verwalter" überträgt. Die hauptsächlichsten Bestimmungen der Akte sind folgende: Art. 1. Die Samoa-Inseln werden neutrales Gebiet, auf dem die Bürger und Umerthanen der drei Vertragöniächre gleiche Rechte in Bezug auf Ansässigkeit, geschäftliche Thätigteit und persön- lichen Schutz genießen. Keine der Mächte übt eine getrennte Herr- ichaft über die Jnieln oder deren Regierung aus.— DaS Amt und der Titel eines Königs auf Samoa sind abgeschafft. Art. 2. In dem Fall, wo die Bestimmungen dieser Akte mit irgend einer Bestimmung eines anderen Vertrage's unvereinbar sind, sind die Festsetzungen dieser Akte entscheidend. Art. 3. Die ausführende Gewalt wird dem Verwalter von Samoa übertragen, der von den drei VerttagSmächten in gemein- amem Einvernehmen, oder, in Ermangelung des letzteren, durch...(hier wird ein europäisches Staatsoderhaupt erwähnt) ernannt wird. Er bezieht ein Jahresgehalt von 6000 Dollar in Gold oder dessen Gegemvert, das aus den Einnahmen der Regie- rung Samoas ausgezahlt wird. Falls diese Einnahmen dazu nicht ausreichen, wird der Fehlbettag durch die drei Mächte zu gleichen Teilen ergänzt.— Der Verwalter führt sämtliche ans den Samoa- Inseln geltenden Gesetze auS. Er ist beftlgt. durch den ausführenden Rat und mit dessen Zustimmung und Ratschlag sämtliche Beamten zu ernennen. Art. 4.§ 1. Die gesetzgebende Gewalt liegt bei dem Ver- »alter und dem gesetzgebenden Rate. Dieser Rat wird au« drei Mitgliedern bestehen, deren eine? durch die Veresnrgten Staate», eines durch das Deutsche Reich und eines durch das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Irland ernannt wird.— Ver- Walter und Rat bilden eine gesetzgebende Körperschaft, deren Vor- sitzender der Verwalter ist. Die drei Großmächte be- halten sich jedoch jederzeit das Recht und die Macht vor, die Gesetze der Regierung von Samoa zu ändern oder auf- zuHeben.—§ 2. Die Mitglieder des gesetzgebenden Rats bilden auch einen ausführenden Rat, der von Zeit zu Zeit mit dem Ver- Walter je»ach Bedarf in dessen Eigenschaft als ausführendes.Organ beraten soll. Z 3. Es besteht eine Versammlung der Eingeborenen, die aus de» Gouverneuren der verschiedenen Jnselbezirke gebildet wird. Die Mitglieder der Eingeborenen-Versammlung sind auf drei Jahre im Amt, doch ist der Verwalter befugt, jedes von ihnen wegen schlechter Führung zu entlassen. Die Versammlung der Ein- geborenen tritt jährlich in Mulinuu zusammen. Art. 5. Es lvird in Samoa ein Oberster Gerichtshof errichtet, der aus einem Richter mit dem Titel eines Oberrichters von Samoa bestehen wird. Der Richter wird einen Gerichtsschreiber und die übrigen Beamten ernennen, deren der Gerichtshof bedarf. Der Obernchter wird einstimmig durch die drei Bertragsmächte ernannt. Seine Entscheidungen über Fragen, die im Bereich seiner Gerichtsbarkeit liegen, find endgilttg. Die drei Mächte behalten sich jedoch das Recht vor, die Entscheidungen des Obersten Gerichtshofes, wodurch Fragen mit einem politischen oder vcrwaltungsrechtlichen Charakter oder ein Grundsatz des internationalen Rechtes betroffen worden, zu ändern oder aufzuheben.— Falls zwischen der einen oder der anderen Vertragsmacht und Samoa Schwierigkeiten entstehen, die nicht durch gemeinsames Einvernehmen beigelegt werden können, sollen diese Schwierigkeiten nicht als Kncgsursache gelten, sondern dem Ober- richter von Samoa behufs Beilegung auf ber Grundlage von Recht und Billigkeit unterbreitet werden. Die Entscheidung erfolgt schriftlich._ Von den Verhandlungen über die Zuchthausvorlage hat der Verlag, Buchhandlung Vorwärts, einen nochmaligen Nachdruck ver- anstal'tet. Die neue Auflage kommt am nächsten Mittwoch zur Ver- sendung. Der Verlag bittet um sofortige Angabe des Bedarfs. Die Krciskonfereuz des Wahlkreises Ruppi»- Demplin findet Sonntag, den 27. August, in Berlin, Ackerstr. 123 im Restaurant Dieke statt. Polizeiliches, Gerichtliches usw. Wegen„Blaumachcn" am Montage wurde ein Arbeiter in Friedenfels in der Oberpfalz(Bayern) mit einem Strafbefehl über 3 Tage Haft beglückt. Der Fall zeigt, welche Gesetzesruinen noch allenthalben im Deutschen Reiche des Abbruchs harren. I« Renues. Ueber die Mittwoch- Sitzung schreibt unser Berichterstatter aus Renne? unterm 16. August. Der Tag beginnt mit einer Enttäuschung. Da Labon glaubt, Montag seinen Platz auf der Verteidigerbank wieder einnehmen zu können, und Dreyfus die Anwesenheit LaboriS für notwendig hält, so hat er beim Kriegsgericht eine Vertagung von vier Tagen be- anttagt. Dieses Entgegenkommen iväre man dem Märtyrer wohl schuldig gewesen,' der fünf Jahre lang für_ das Verbrechen eines anderen gebüßt hat. Aber diese ttaurige Affaire soll sich nun einmal in Ungerechtigkeit und Betrug fortsetzen. 18S4 hat man für den Angeklagten die wichtigsten Dokumente unterdrückt, heute unter- drückt man ihm die Verteidiger. Die Ablehnung der Vertagung ist vom Kriegsgericht einstimmig beschloffen. Ist daS ein Bor- zeichen? Muß hieraus geschlossen werden, wie manche Pessimisten eS thun, daß alle Richter gegen den unschuldigen DreyfuS sind? Fast fürchte ich. daß eS sich so verhält. Die Lügenhaftigkeit der Militärs wirkt erschreckend. Diese Menschen, die durch ihren Kasten- geist von der übrigen Gesellschaft abgesondert, die unter die Disciplin gebeugt sind und von einer hochmütigen und verlogenen Traditton beherrscht werden, können nicht empfinden wie andere Meittckien. sie können die Gerechtigkeit nicht begreifen und sich den Thatsachen nicht beugen. Und so stützen sie sich auf Aussagen von Zeugen, deren Lügen offenbar sind, die aber die Generalsstetne auf den Schultern tragen. Den Mittelpunkt des heutigen Tages bildeten der frühere Minister Lebon, Madame Henry und der General Roget. Welches Gewicht von Verachtung lastete auf den Schultern des Folterers Lebon, ckls er am Zeugenstand erschien, um sich wegen der Peinignilgen zu entschuldigen, die er Dreyfus zugefügt hafl Das Opfer und der Henker, der sich in seiner Gegenwart erklären sollte, boten wahrhaftig einen Kontrast von dramattscher Wucht. Der Henker zitternd, sich an Kleinigkeiten klammernd, nach Um- ständen suchend, die sein Verbrechen mildern könnten, daS Opfer, dessen wunde Knöchel noch bluten, der aber vergessen will und am Schluß seiner Aussage ausruft:„Ich bin nicht hier, um zu klagen, sondern um meine Ehre und die Ehre meiner Kinder wieder zu erlangen." Madame Henry, der die Fälschungen ihre? Gatten hundert- tausend Franks durch die Subskription der„Libre Parole" ein- getragen haben, will nun erklären, weshalb ihr Gatte ein Fälscher wurde. Arme Fraul Jedermann würde fte beklagen, u üe sich nach dem Selbstmord ihres ManneS zurückgezogen hä. um das Verbrechen ihres ManneS in der Stille vergessen zu machen. Aber ncin l Durch die Jesuiten und die Mitschuldigen ihre? Mannes angetrieben, trägt sie die patriotische Fälschung des Oberst Henry umher. Sie hat ihr hunderttausend Franks durch die„Libre Parole" eingetragen, und ohne Zweifel hat sie Geschmack daran gefunden. Zum huudertsteumal haben wir von der Frau des FüliwerS Henry gekört, daß der Verbrecher das Verbrechen be- gangen hat, um die Ehre der Armee zu retten. Noch einmal: arme Frau! Schließlich tritt General Roget auf, um die Verteidigung des Generalstabes zu uutcrslützen. Seine Grundauffassung ist sehr ein- fach; er wiederholt beständig die Beweisführung Merciers, Eavaigngcs und der andern, lind die Komödie geht immer weiter. Er will abiolut, daß das Bordereau die Handschrift Drehfus zeigt; er will, daß Drehsnö allein es habe schreiben können. Da alle andenr Belastungen als Fälschungen erwiesen sind, so muß er sich an die erste, an das Bordereau klammern. Und Roget folgt Mercier und Cavaiguac. Wie sie, stützt auch er seine Behauptung auf die Verrücktheiten des Sachverständigen Bertillon. Man muß den General Roget auf den Zeugenstand gesehen haben, um von seiner schändlichen Parteilichkeit einen Begriff zu be- lonimen. man muß ihn gehört haben, um sich ein Bild davon zu machen, mit welcher Leichtigkeit er seine groben und feiuen Lügen vorbringt. Was für ein trauriges Schauspiel boten diese Tage, wo man diese Generale, diese früheren Kriegsminister sich wütend auf einen Menschen stürzen sah, wie Hyänen oder Schakale auf einen noch warmen Leichnam. Man hat den Eindruck einer Jagd auf einen Menschen, eines entsetzlichen LeichenfraßeS. Unter fünf Geueral-Kriegsministern und einem General ohne Portefeuille befand sich nicht ein einziger Z e u'g e. Wir hörten sechs Anklagereden voll Haß und Wut. Und DreyfuS, selbst Soldat vom Scheitel bis zur Sohle, sieht seine schurkischen und verlogenen früheren Chefs nnt erftauMer und unruhiger Miene vorbeiziehen. Er glaubte, seine Unschuld sei allgemein anerkannt, als erin Frankreich landete; welche Illusion I Er vernahm, welchen Kampf eS gekostet, die Revistön gegen Verbrecher durchzusetzen, die in ihren verbrechen versttickt sind. Jetzt sieht er Generale, frühere Minister vor sich, die noch nach seinem Untergang lechzen und er fragt sich, welche» Schicksal ihm noch be- vorstehe! ftüd Der Eintritt zur " Freitagsfihung des Militärgerichts Geheimakten General Mercier ihm an demselben Tage mitgeteilt haben soll. 1 Mannen der Nue Chabrol fich ruhig weiter bergnügen zu lassen, Ich gestehe, daß ich das seltsam finde. Wir sprachen forwährend weil die Knochen der Schuyleute für solche Scherze zu schade sind." sei, und General Gonse berührte nicht mit einem Wort das Gevon der Kriegsgefahr, die durch diese Angelegenheit hervorgerufen ständnis." Aus den Geheimnissen des Generalstabs. " Die letzten Depeschen besagen: Der vollzog sich in größter Ruhe. Wiederum ist eine sehr große Anzahl von Zuhörern erschienen. Im Saale ist u. a. Advokat Mornard, Rom, 18. August. Panizzardis Dementi im Figaro" ist in der Dreyfus vor dem Staffationshof vertrat, als Zuhörer anvesend. Die Sigung beginnt um 6/2 Uhr. Nachdem Dreyfus hereinfolge der Ermächtigung seitens der italienischen Regierung erfolgt, geführt worden ist, verlangt Wie der Verdacht auf Dreyfus gelenkt wurde, erzählte Oberst sich gegen die Angriffe und falschen Beschuldigungen im Prozeß Picquart Picquart am Freitag als Zeuge vor Gericht: Als er 1894 Bor- Dreyfus energisch zu verteidigen. Rennes, 18. August. Den Aussagen des verhafteten über die Angelegenheit Quenelly, welche Noget gestern erwähnte, steher der dritten Abteilung im Generalstab geworden, wurde einige Erläuterungen zu geben. Picquart Teugnet, jemals den Dreyfus zum Generalstab befohlen. Picquart, der selbst anti- Individuums, welches sich für den Attentäter Laboris aus Richtern Quenellys geheime Schriftstide mitgeteilt zu haben. Wenn semitische Gesinmungen hegt, muß bekennen, daß im Generalstab gab, wird wenig Glauben beigemessen. Die Befferung im Be " Ich finden Laboris schreitet fort. Der hier eingetroffene Advokat eine solche Mitteilung stattgefunden habe, ſo ſei es ohne sein Wiſſen verfekte Dreyfus in die Abteilung für geldiibungen, weil deren Bor- Mornard wohnte der heutigen Sitzung des Kriegsgerichtes bei. Die so der Antisemitismus bereits start herrschte. geschehen. Picquart geht sodann wieder zur Prüfung der Bordereaus über steher allein feine Rassenvorurteile zu haben schien. Als Genehmigung zur Vertretung Laboris soll ihm bisher nicht erund bespricht die Redensart:„ Ich werde zu den Manövern abreisen." im Oktober 1894 das Begleitschreiben kam und zur Schriftvergleichung teilt sein. Der Zeuge fagt, es sei gar nicht davon die Nede gewesen, auf be- gefchritten wurde, herrschte unter uns ein schweres Unbehagen. Uns Sociale Rechtspflege. stimmte Beit zum Generalstab tommandierte Offiziere( Officiers allen fiel ein Stein vom Herzen, als es hieß:„ Wir haben den stagiaires) zu Septembermanövern zu entfenden. Der Zeuge Schuldigen; es ist Dreyfus' Schrift!" Ich erhielt den Befehl, Briefe oder Schriftproben Dreyfus' herbeizuschaffen. Ich bekenne, ich fand Lohnforderungen beim Konkurs des Arbeitgebers. Der erörterte die Folgerungen der Schreibfachverständigen und geht sodann ihre Aehnlichkeit mit dem Begleitschreiben nicht groß. In der dritten Bildhauer St. machte beim Gewerbegericht gegen den SteinR. zur Prüfung der Abteilung war damals du Path de Clam, der sich immer vordrängte, megmeister Kramer, der Grabdenkmäler fabriziert, eine Lohnforderung über. wenn es etwas Besonderes gab. Man wußte, daß er sich mit in der Höhe von 112,48 M. geltend. Nachdem festgestellt worden Das Geheimaktenbündel läßt sich in zwei Teile zerlegen. Der Graphologie beschäftigte. Die Papiere wurden also ihm überwiesen." war, daß das Kramersche Geschäft seit mehr als einem Jahr unter erfte Teil umfaßt 1. das aus Avignon datierte und folgendermaßen Picquart erzählte den bekannten Diktatauftritt. Du Path de Clam Konkursverwaltung steht, wurde der Kläger wegen Unzuständiglautende Schriftstück:„ Doute. Preuve. Lettre de service. behauptete zuerst; Dreyfus habe gezittert; da das Diktat das Gegen- feit des Gewerbegerichts mit seiner Klage abgewiesen. Situation dangereuse pour moi avec un officier français. Aucune teil bewies, sagte du Paty de Clam:" Das Dreyfus nicht gezittert Vorsitzende führte aus, daß in Fällen wie dem vorliegenden relation, corps de troupes. Importance seulement sortant du hat, ist der stärkste Schuldbeweis; ich an seiner Stelle hätte gezittert!" auch die Lohnforderungen, gleich allen anderen Forderungen, an die Ministère."( 8weifel. Beweis. Gefährliche Lage für mich mit Picquart erzählt weiter, wie er auf Befehl Merciers den Gerichts- Konkursverwaltung zu stellen seien. Sie würden dann vor einem französischen Offizier. Keine Beziehung, Truppenförper. verhandlungen beiwohnte und täglich über seine Eindrücke berichtete, allen Kapitalforderungen bevorzugt. Das Gewerbegericht könne hier Wichtigkeit allein vom Ministerium ausgehend.) 2. das Schrift wie er erklärte, daß die Beweise ungenügend seien; wie dann Henry nicht eingreifen. Wegen Einbehaltung des Krankenkassenbuches und ce canaille de D."; 3. das Schriftstück, welches nichts ist seine bekannte theatralische Aussage machte:„ Eine ehrenwerte Persön Legitimationspapiere werden häufig Entschädigungsals ein Bericht über eine Reise in der Schweiz, unternommen lichkeit erzählte mir, der Verräter sei in der zweiten Abteilung, und anderer Das Gewerbefür Rechnung einer fremden Macht. Der zweite Teil hat das Aus- dieser Verräter: hier ist er! Wer die ehrenwerte Persönlichkeit sei? flagen beim Gewerbegericht eingebracht. Jahren in allen sehen einer Uebersicht und bildet eine Art Ergänzung. Er enthielt was der Kopf eines Offiziers wisse, das dürfe selbst sein Käppi nicht gericht erklärt sich aber seit mehreren 7 bis 8 Schriftstücke, darunter eines„ ce canaille de D.", das als erfahren!" Die ehrenwerte Persönlichkeit, die Henrh nicht nennen diesen Fällen für unzuständig, weil es sich nicht um Ansprüche aus Das Gericht beruft sich Vergleichsstück benutzt werden könnte, und die geheime Korrespondenz wolle, kenne ich. Ich habe ihr 1200 Frs. bezahlt. Sie war mit dem Arbeitsverhältnis handele. awischen A. und B. dem meineidigen Polizeispizel Guénée befreundet. Die Persönlichkeit dabei auf den Wortlaut des Gesetzes. Voraussichtlich wird die Picquart führt dann aus, daß das Schriftstück„ Doute. berkehrte aber thatsächlich auch mit den Militärattachés. Nun war Rechtslage nach der Durchführung der Gesezesreform eine andere Preuve." sich ebenso gut auf Esterhazy anwenden lasse wie auf gerade die zweite Abteilung die, wo sie von Davignon amtlich empfangen werden. Wie notwendig das ist, beweist die große Menge derDreyfus. Picquart spricht sodann von einem anderen geheimen wurden und alles offen erhielten, was sie offen verlangen durften. artiger Entschädigungsforderungen, die innig mit dem ArbeitsSchriftstück; es handele sich um eine wenig wichtige Wit- Die Bersönlichkeit kann also sehr wohl einmal Schwarztoppen oder verhältnis zusammenhängen, wenngleich fie dem Juristen nicht als teilung bon B. an A., worin gesagt wird, folle fich Panizzardi haben sagen hören, das und das werden wir von der Forderungen aus dem Arbeitsverhältnis erscheinen. von seinem Freunde gewisse Auskünfte verschaffen entgegen der zweiten Abteilung bekommen, und da sie die Diensteinrichtungen Ein interessanter Accordstreit. Die Rohrer B., W. und Auffassung du patys, welcher meinte, dieses Schriftstück lasse un nicht fante, mag sie wirklich geglaubt haben, daß man auf einen G. hatten es übernommen, gegen einen Preis von 17 Pf. für den bedingt auf einen Offizier des zweiten Bureaus schließen. Picquart Berräter in der zweiten Abteilung anspielte und mag das Guénée Quadratmeter sämtliche Rohrdecken in einem Neubau anzunageln. weist nach, daß durch das Schriftstück eine ganz nnerhebliche Aus- und Henry gesteckt haben. Sie erhielten vorläufig den Lohn für 718 Quadratmeter, ohne daß funft verlangt wurde. Picquart betonte, daß viele Offiziere des Des ferneren enthüllte Picquart in seiner Zeugenaussage: Alle die fertige Arbeit nachgemessen wurde. Thatsächlich waren noch 109 Generalstabes freundschaftliche und durchaus unverfängliche Note über Madagascar hat man ein vertrauliches Dokument von den bezahlten 718 Quadratmetern fertig zu stellen. Die und ehrenhafte Beziehungen zu ausländischen Miltär- Attachés bezeichnet, das damals in einem gewissen 3 immer, in welches brei Arbeiter perteilten am fraglichen Sonnabend das Geld gleichfeder Generalftabs- Offizier Zutritt hatte, von den Sekretären ab- mäßig unter sich. Am folgenden Montag tamen B. und W. nicht Zum Schlusse seiner Auseinandersetzungen über den ersten Teil geschrieben wurde. Man vergißt mun, daß in diesem selben Zimmer, wieder und G. machte die Arbeit allein fertig. Da ihm weder seine des Geheimattenstückes spricht Picquart sein Bedauern darüber wo vertrauliche Dukumente aller Art topiert wurden, auch Kollegen den Betrag für die Mehrarbeit erstatteten, noch der Arbeit aus, daß du Path de Clam nicht anvesend sei. Die Beugen- die ausländischen Militärattaché s aussage du Baths sei unentbehrlich, denn dieser habe zu dem Geheim- wurden, wenn sie, was häufig geschah, in den Generalitab tamen. geber Herr Juliusberg bereit war, dafür etwas zu zahlen, so hebt der Zeuge hervor, daß dieses Dokument nicht das Eigentum Bureau, welchem du Paty angehörte, entgegen der strengen nichts davon gewußt haben, daß noch 109 Quadratmeter zu berohren attenstück einen Stommentar abgefaßt. Hinsichtlich dieses Kommentars Als Pendant zu diesem Generalstabsidyll teilt Picquart mit, daß im verklagte G. den Unternehmer beim Gewerbegericht. Er bes anspruchte 14,17 M. B. und W. wurden als Zeugen vernommen. Sie wollen eines früheren Ministers gewesen sei, da es im Bureau des Nach- dienstlichen Vorschrift, die geheimsten Dokumente waren. Der Gerichtshof schenkte diesem Einwande keinen Glauben, war richtendienstes in einem ganz bestimmten Aftenstück registriert worden nicht von Offizieren, sondern von Soldaten topiert wurden. aber doch der Meinung, daß ein Verschulden der Firma oder ihres Ver fei. Im Augenblic, wo man diesen Kommentar aus dem Geheim- Vielleicht weil er die Aufdeckung dieses Mizbrauchs fürchtete, war treters vorliege. Der Vertreter des Beklagten hätte sich vor der aftenstüd entfernte, fügte Picquart hinzu, schaffte man unrecht- du Path beflissen, den Verräter in einem anderen Bureau als in dem Zahlung des ganzen Betrages davon überzeugen müssen, ob die mäßigerweise ein Dokument meines Dienstzweiges beiseite." jeinigen zu suchen. entsprechende Arbeit auch bereits geleistet sei. Auf das Zureden des ( Bewegung im Auditorium.) Vorsitzenden Leo zahlte der Vertreter der Firma freiwillig die 14,17 M. an den Kläger. Dr. Leo bemerkte noch, daß Juliusberg ja gegen die Zeugen B. und W. beim Gewerbegericht auf Erstattung des zuviel gezahlten Geldes klagen könne. hatten. er " General Mercier erklärt, er habe Picquart nicht beauftragt, dem Oberst Maurel Altenstücke zu überbringen. Picquart hält die Behauptung aufrecht, daß Mercier ihm einen verschlossenen Brief übergeben habe. Die Generale Noget und Mercier treten an die Schranken, um die Richtigkeit gewisser Erklärungen Picquarts zu bestreiten; dieser antwortet, er halte alles, was er gefagt habe, aufrecht. Die Witwe Henry. 10 Ein gefälschter Mörder? empfangen ist Picquart rechtfertigt sich bezüglich der gegen ihn erhobenen Vorwürfe, daß er gezögert habe, die Berfolgung Esterhazys in Angriff Ueber die Scene, die am Donnerstag Frau Henrh dem Unterzu nehmen. Er fragt fich, ob man sich nicht gelegentlich der fuchungsrichter Bertulus machte, haben wir berichtet. Es sei noch Busammenkunft in Basel bemüht habe, dem St. E. Stillschweigen eine kleine Ergänzung nachgetragen. Frau Henry rief dem Zeugen Der Societär. Der Schlosser Binner führte selbständig in aufzuerlegen. Er erklärt ferner, daß er über alles, was er zu:„ Sie sind ein Judas!" bezüglich Esterhazys gethan, dem General Boisdeffre berichtet sein Fach schlagende Arbeiten aus, auch hatte er eine fleine Wert Bertulus, der mit verschränkten Armen, faum einen Schritt statt. Buweilen ließ er sich bei der Ausführung seiner Aufträge und daß dieser sein Vorgehen Borgehen gegen Esterhazy völlig seitwärts von der Frau mit dem wallenden Witwenschleier stand und gebilligt habe. Picquart erinnert an die Unterredung, die er mit fühl zuhörte, erwiderte ohne Erregung:„ Ich werde einer grau natür- on dem Schlosser K. helfen, der fich bald durch ein gewiffes forſches Auftreten einen erheblichen Einfluß bei der Annahme von Gonje hatte, und in deren Verlauf er diese Antwort gab:" Das, lich nicht in diesem Ton antworten!" Witwe Henry( einfallend):" Ich Arbeiten sicherte. Gelegentlich einer Arbeit, über deren Aus was Sie da sagten, ist abscheulich, ich weiß nicht, bin feine Frau; ich bin Oberst Henry selbst, der hier spricht." führung St. ebenfalls mit dem Auftraggeber verhandelt hatte, lam was ich thun werde, aber ich werde das Ge- Bertulus( ruhig fortfahrend):" Ich will nur dem Herrn Vorsitzenden es zwischen K. und Binner zum Streit. K. verlangte die Hälfte heimnis nicht mit ins Grab nehmen." Picquart be- ein Schreiben überreichen, daß mir schon vor Tagen zuging und des Verdienstes, während B. ihm mur einen seiner Meinung nach stätigt, indem er sich zu den Generalen wendet, daß diese Unterredung mir anfündigte, Frau Henry habe sich vorgenommen, angemessenen Arbeitslohn geben wollte. R. wandte sich an thatsächlich stattgefunden, und erklärt, daß die Generale Gonse nach meiner Aussage hier einen wirksamen Bühnenauftritt das Gewerbegericht, vor dem sich B. bitter über das Vera und Boisdeffre sich dem widersetten, was er hinsichtlich Ester- zu spielen." Er überreichte damit das Schreiben. Die Witwe Henry halten des Klägers beklagte. S. sei zuletzt in der Werkstatt umher hazys zu thun beabsichtigte, und weist nach, daß zwischen wird feuerrot, starrt ihn einen Augenblick an und geht fast ebenso gelaufen wie ein brüllender Löwe", der alles an sich reißen möchte. den verschiedenen Machinationen ein Zusammenhang bestanden hätte. rasch ab, wie sie aufgefahren war. Bei Verhandlungen mit den Kunden habe er sich unangemessen vor Schließlich erklärt Picquart, daß die Nadierung auf dem Betit bleu" erst vorgenommen worden sei, nachdem er es in Händen gegedrängt und beinahe so gethan, als wäre er der Meister. Der habt hatte. Stläger führte demgegenüber aus, daß er allerdings die Uebernahme Als Attentäter wegen des Mordversuchs gegen Labori von Arbeiten erwirkt habe, die anzunehmen der Beklagte zu zach gewesen sei. Nach der Beratung riet der Vorsigende dem Beklagten, in Dol ein Mensch ergriffen worden, der sich Glorot nennt und den fraglichen Verdienst mit dem Kläger zu teilen. Es stehe fest, daß angiebt, aus dem Departement Côtes du Nord zu stammen. Er hat St. nie in einem festen Arbeitsverhältnis zu ihm gestanden habe. seine That eingestanden, doch ist das Geständnis verdächtig; Glorot Wenn nun auch der Kläger sich ihm in unschöner Weise aufgedrängt ist als Alkoholiker bekannt. Die Untersuchung wird fortgesetzt; man habe, so sei hier doch infolge der Nachgiebigkeit des Beklagten glaubt, daß Glorot nicht der wirkliche Mörder ist. thatsächlich eine Art Socitätsverhältnis zu stande gekommen, und Im Ministerrat teilte Ministerpräsident Waldeck- Rousseau eine es müsse angenommen werden, daß hier wirklich eine gemeinschaft Begen einer Störung im Betriebe des Telegraphen- Bureaus ist Depesche des Präfeiten des Departements Jle- et- Vilaine mit, in lich übernommene Arbeit vorliege. Im strittigen Falle habe über die Fortsetzung des Berichts ausgeblieben. der dieser die Verhaftung des des Mordversuches gegen Labori ver- dies der Kläger selbst die Uebernahme der Arbeit mit dem Auftrags dächtigen Glorot meldet, aber gleichzeitig diesen nur unter Vorgeber vereinbart. Die Schuld treffe den Beklagten, er sei eben nicht behalt als den Schuldigen bezeichnet. streng genug gewesen. Die Parteien verglichen sich dann auch auf 30 m. Unfall bei verbotener Arbeit. Eine Fähre in einem westdeutschen Flusse war ohne Bedienung, als sich einige Leute, die es Der Figaro" erklärt, er sei von dem Geschäftsträger eilig hatten, übersehen lassen wollten. Der Arbeiter Buchholz, " General Noget foll nach dem Verhandlungsbericht vor dem der östreichischen Botschaft in Paris ermächtigt, die gestern dem man es verboten hatte, überzusetzen, ließ sich schließlich herbei, Kriegsgericht erklärt haben, daß ich zur Zeit der Berhaftung des veröffentlichte Depesche des Obersten Schneider für richtig den fehlenden Fährmann zu vertreten. Hierbei verletzte er sich derartig Dreyfus an den Botschafter Reßmann Bericht erstattet hätte, in und authentisch zu erklären, in welcher das ihm zugeschriebene und die Hand, daß seine Erwerbsfähigkeit zurüdging. Er verlangte welchem ich erklärt haben soll, daß Schwarzfoppen Bevon Mercier in die Debatte des Kriegsgerichts hineingeworfene von der westdeutschen Binnenschiffahrts- Berufsgenossenschaft eine ziehungen zu Dreyfus hatte. Ich erkläre, daß Schriftstück als eine Fälschung bezeichnet wird. Unfallrente, wurde aber mit diesem Anspruche abgewiesen, weil Bieser Bericht niemals bestanden hat, daß ich die Buchholz bei einer verbotswidrigen Handlung verunglückt sei. angebliche Erklärung niemals abgegeben habe. Schiedsgericht als Berufungsinstanz verurteilte indessen die BerufsIch erfuhr den Namen des französischen Hauptmanns Dreyfus erst genossenschaft zur Rentengewährung und das Reichs Ver bei dessen Verhaftung, wie ich schon früher auf offiziellem Wege auf meine Ehre als Soldat und Gentleman er ficherungsamt bestätigte diese Entscheidung mit folgender Begründung. Zur Bedienung einer Fähre müsse immer jemand vorlärt habe. Oberst Panizzadi." handen sein. Wenn nun ein derartiger wichtiger Arbeitsposten im Fälschungen über Fälschungen. Der frithere italienische Bevollmächtigte in Paris, indis Banizzardi, erklärt in einem Telegramm aus Rom vom Donnerstag, den 17., im Figaro" zur Ehre der Wahrheit: * werden. Die Depesche des Oberst Schneider. Die Belagerung von Guérin. Das Held Guérin hat sich immer noch nicht ergeben. Eine Note der„ Agence Havas" fagt bezüglich der Agelegenheit, die Regierung habe jede Lösung der Frage, die darin bestände, das Haus in Die Wiener Allgemeine Zeitung" teilt aus angeblich maß der Rue Chabrol zu stürmen oder sich der Person des Angeschuldigten besetzt sei und ein an sich nicht dazu Befugter ihn im Notfalle aus gebendster römischer Quelle mit, Panizzardi besize außer vielen mit Gewalt zu bemächtigen, von vornherein von der Hand gewiesen fülle, dann trete die betreffende Person in den Fährbetrieb ein und echten Briefen Esterhazys auch das Original der Note über Bestehe deshalb Madagaskar, die im Bordereau angeführt wird. Die Note sei und die Erwägungen der Humanität höher als andere sei auch während der Dauer der betreffenden Arbeit als bei der zuvon Anfang bis Ende von der Hand Esterhazys, und gestellt. Infolgedeffen würden auch alle Maßregeln, die getroffen ständigen Berufsgenossenschaft versichert anzusehen. von Anfang bis Ende von der Hand Esterhazys, und feien, um Guérin an jeden Verkehr mit der Außenwelt zu verhindern, im vorliegenden Falle an sich eine Entschädigungspflicht der Binnen auf dem nämlichen Papier wie das Bordereau. Panizzardi habe das Dokument von Schwarzkoppen erhalten, der vorher eine lange es fich als notwendig erweise, aufrecht erhalten bleiben. fchiffahrts- Berufsgenossenschaft, so fönnte noch in Frage kommen, ob Stopie nach Berlin fandte. Panizzardi habe gelacht, als er hörte, Jede Zusammenrottung werde verhindert, beziehungsweise zerstreut fie nicht dadurch wieder aufgehoben worden sei, daß der Kläger einem Verbot zuwider handelte. Ein Einfluß nach dieser Richtung daß französische Generale vor dem Kriegsgericht bestritten, daß Die Gruppe der Nationalen Verteidigung" hielt eine Ver- bin sei num einem Verbot nur zuzusprechen, wenn es auch wirksam Esterhazh das Bordereau gefchrieben haben könne. Banizzardi ſei ſammlung ab, in welcher die Note der Agence Havas zur gemacht worden sei. Das jei hier aber nicht anzunehmen, die einer aber überzeugt, das Striegsgericht werde Dreyfus aus mißverstandenem Steuntnis genommen wurde. Die Gruppe beauftragte mehrere ihrer wären feinerlei durchgreifende Maßnahmen getroffen worden, die einer Solidaritätsgefühl neuerdings verurteilen. wirklichen Durchführung des Verbots hätten dienen können. Durch Mitglieder, noch einen lezten Schritt bei Guérin zu thun. Die Köln. 8tg." schreibt: Seit fast acht Lagen schon dauert sich selbst wirke ein einmaliges Verbot noch nicht. die Belagerung; sobald fich ein Vertreter der Staatsgewalt General Mercier zittert, General Roget weint und General bliden läßt, schleudert ihm Guérin die Herausforderung Je te défie Gonse so versicherte Picquart am Freitag ist außer ins Geficht, und„ Tod den Juden" brillt aus dem Kreise der Ge Wien, 18. Auguft.( Meldung des Wiener Telegr. Corresp.. ordentlich furchtsam. Picquart erklärte am Freitag: Bei seiner nossen, die in der Nachbarschaft das Kampfspiel erwarten, das Beugenaussage vor dem Kriegsgericht am 6. Januar 1895, Echo zurück. Die Rue Chabrol ist nachgerade der Wallfahrtsort Bureaus.) Der Minister des Auswärtigen Graf Goluchowski dem Tage, an welchem der deutsche Botschafter von Casimir Perier des Volfes geworden, denn der müßte tein echter Pariser sein, begiebt sich morgen zum Besuche des deutschen Staatssekretärs ein formelles Dementi der Beziehungen Deutschlands zu Dreyfus der es versäumte, fich die verbarrikadierte Antisemitenburg anzu Grafen Bülow nach dem Semmering. sehen, und wenn Guérin es aushält, könnte der Große Westen" Aarhus( Jütland), 18. Auguft.( W. T. B.) Heute nach forderte, habe General Gonse ihn vergeblich zu Hause gesucht: Ich begab mich sofort zu dem General, den ich im Zustande am Ende der ersehnte Clou der Ausstellung werden, nach dem mittag brach auf einem Holzlager in der Meilstraße Feuer aus, Um 5 Uhr heftiger Aufregung fand. Er war von dem Schritt des Botschafters man schon so lange bergeblich fucht. ,, Volt von Paris, welches sich mit ungeheuerer Heftigkeit verbreitete. unterrichtet worden und befürchtete einen Krieg. Ich muß die Sterbenden grüßen dich", so hat Guérin in seinem waren 18 Gebäude eingeäschert; das Feuer dauerte mit un die Juden natürlich verminderter Kraft fort. Die ganze Garnison ist zur Hilfeleistung hier", fügte Bicquart hinzu, bei allem Respett bemerken, daß Aufruf ans Bolt seine Landsleute Zwei Soldaten wurden durch eine umstürzende General Gonse außerordentlich furchtsam ist. Ich ausgeschlossen apostrophiert. Das flingt ganz flassisch und nach herangezogen. habe den Nachmittag mit General Gonje zugebracht, und nicht einen Cäsarismus obendrein. Die Regierung scheint diesen Narrheiten Mauer verwundet. Der Schaden wird bisher schon auf über eine Augenblick hat er mir von dem Geständnis Dreyfus' gesprochen, das gegenüber den gewiß bernünftigen Grundfaz zn vertreten, die Million Kronen geschätzt. Die Galerie der Thränen- Generäle. Lehte Machrichten und Depelchen. Verantwortlicher Redacteur: Robert Schmidt in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und berlag von Max Bading in Berlin. = Hierzu 2 Beilagen. Br. 193. 16. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 19. auguſt 1899. Interpellation über den Notstand im über den Notstand im glieder außerhalb Berline jezt keine Stellung annehmen, wenn sie Rechte sehr entschieden wahrnahm und sich nicht scheute, sowoht Spreewald. Im preußischen Abgeordnetenhause wurde am Freitag u. a. über die Interpellation Ring und Gen.: Welche Maßnahmen gedenkt die Regierung zu ergreifen, um dem durch die Ueber: schwemmung der Spree eingetretenen Notftande abzuhelfen? Die Verhandlung nahm folgenden Verlauf: Minister Frhr. v. Hammerstein erklärt sich zur sofortigen Beantwortung bereit. verhandelt. N Abg. Ring( f.) berweist auf die schweren Schädigungen der Anwohner durch die fortwährenden Spree Ueberschwemmungen; über ein bestimmtes Entwässerungsprojekt habe die Regierung sich immer noch nicht schlüssig gemacht. Neuerdings habe der Minister im Herrenhause erklärt, daß das von der Regierung ausgearbeitete Projekt nicht ausgeführt werden könne, weil es zu teuer sei. Das Projekt soll vereinfacht werden, um Kosten zu ersparen, damit sei den Interessenten natürlich wenig gedient. Namentlich müsse geprüft werden, in wieweit der Ober- Spree- Kanal zur Förderung der Uebelſtände beigetragen habe. Jedenfalls müsse, wenn etwas geschehen solle, dies schnell geschehen. Minister Freiherr v. Hammerstein: Die Regierung erkennt die Notwendigkeit an, Schußeinrichtungen zu treffen; über das Wie gehen die Meinungen auseinander. Beratungen mit den Interessenten haben ergeben, daß eine Verein fachung des zuerst entworfenen Projektes möglich ist. Inzwischen find 120 000 M. zu Baggerungsarbeiten bewilligt worden und auch sonst hat der Finanzminister in dieser Sache sein größtes Entgegenkommen bewiesen, so daß jezt eine Jnangriffnahme der Arbeiten in sicherer Aussicht steht.( Bravo!) Ein Regierungskommissar Kanal nicht erhöht worden sind. Darum Kollegen, seid mit den Berliner Kollegen solidarisch und weichenstellers Ebener, eines ruhiger ernsten Mannes und tadellosen bleibt vorläufig Berlin fern. Besonders dürfen die Verbands- Mit- Arbeiters, der aber als Vertrauernsmann seiner Kollegen deren nicht ihrer Rechte im Verband verlustig gehen wollen. in Versammlungen wie auch den Vorgesezten ins Gesicht Indem wir noch darauf hinweisen, daß auf Grund der besseren zu was fagen, nötig war. Er wurde, Konjunktur die Unternehmer schon beschlossen haben, einen Aufschlag bielen Jahren im Staatsdienste und obwohl er sich dienstlich nicht obwohl jeit von 15 Broz. für die Artikel in der Bronzewaren- und Beleuchtungs- das geringste hatte zu schulden tommen lassen, plößlich ohne AnIndustrie zu fordern, ist es wohl an der Zeit, daß endlich auch die gabe von Gründen entlassen. Die Ideen der modernen ArbeiterGiseleure dies ausmußen und ebenfalls danach streben, die Arbeits- bewegung hatten aber schon zu feste Wurzeln geschlagen unter diesen zeit durchgängig auf 9 Stunden zu verkürzen. Während in ver- Staatsarbeitern, als daß dieser Schreckschuß die beabsichtigte Wirkung fchiedenen Gravieranstalten jetzt schon eine 7/ 2-8stündige Arbeits- hätte haben können. Die Agitation nahm ihren Fortgang und jezt zeit ist, arbeiten die Ciseleure und speciell in den größeren Bronze- ist das zweite Opfer gefallen. Der Bremser Alb. Dräger, seit und Metallwaren- Fabriken immer noch 10 Stunden. 15 Jahren im Eisenbahndienste, ist unter so eigentümlichen UmDie Ortsverwaltung. boit Damit aber ist es nicht genug. Es machten innerhalb eines ständen entlassen worden, daß auch hier die Maßregelung offenkundig stunden, 33 Kollegen haben 105 mal Sonntags und 22 Kollegen nüchtern und gewissenhaft, ist seit Jehren in verschiedenen VertrauensJahres laut unserer legten Statistit 89 Ciseleure 4672 Ueber- ist. Dräger, ein ebenso untadelhafter Arbeiter wie Ebener, ruhig 67 mal nachts gearbeitet, jedoch wurde in den meisten Fällen stellungen mit großer Entschiedenheit für die Rechte seiner Kollegen tein Ausschlag für längere beziv. Nacht- und Sonntagsarbeit eingetreten und verstand es dabei doch stets, die Formen zu be bezahlt. Demnach ist es wohl hohe Beit und mit Freuden zu bewahren, die ihn unangreifbar machten. Strafverfegungen aus einer grüßen, wenn endlich einmal die Giseleure für Verkürzung der Arbeits- Abteilung in die andere konnten ihm nichts anhaben; auch dent Beit und für bessere Bezahlung im allgemeinen eintreten. rücksichtslosesten Vorgesetzten verstand er durch sein besonnenes Aufden Buzug fernzuhalten, bis die Bewegung zu unseren Gunsten be- man einen anderen Weg ein, um ihn unschädlich zu machen. Schon Wir bitten darum nochmals alle Kollegen außerhalb Berlins, treten und seine Kenntnisse Achtung abzuringen. Nunmehr schlug endet ist. vor mehreren Jahren hatte er die Schaffnerprüfung abgelehnt. Im Arbeiterblätter werden um baldigen Abdruck gebeten. Juli wurde er veranlaßt, seine Papiere zwecks Anstellung einzureichen und nach wenigen Tagen erhielt er das Anstellungsdekret als Staatsbeamter, jedoch unter gleichzeitiger Versezung An alle Bau, Erd- und gewerbliche Hilfsarbeiter der Provinzen Brandenburg und Posen. Laut Beschluß der Dresden nach Johann Georgenstadt, einem elenden BergMagdeburger Konferenz hat sich in Berlin eine Agitationstommission neste im fächsischen Vogtlande, wo für die genannten Provinzen gebildet, die die schwierige Aufgabe über: wegung der Eisenbahner auf längere Zeit unschädlich gewesen wäre. nommen hat, die Berufsgenossen zu organisieren. Wir ersuchen nun alten Vaters), die ihm die sofortige Uebersiedelung( innerhalb In Rücksicht auf besondere Familienverhältnisse( Ernährung seines die Kollegen verwandter Berufe in den Provinzen, wie Maurer, 11/2 Wochen) unmöglich machte, bat Dräger in einer Eingabe an die Bimmerer usw., vor allem aber die Kartellvorsitzenden, uns in Generaldirektion in angemessenster Form um vorläufige Zurücknahme unserem Bestreben nach Möglichkeit zu unterstützen und uns nament- der Versegung. Die Antwort der Generaldirektion war die sofortige lich Adressen vertrauenswürdiger Personen zuzuweisen. Zuſchriften Dienstentlaffung unter Bezahlung der Kündigungsfrist. erbitten Gustav Behrend, Wilmersdorf bei Berlin, Ringbahnlegt dar, daß die Ueberschwemmungsschäden durch den Oder- Spree- straße 271, rechter Seitenfl. II. Karl Krüger, Berlin O., Die Folgen dieser Maßregelung werden nicht die erwünschten sein. legt dar, daß die Ueberschwemmungsschäden durch den Ober- Spree- er Weg 50/51. Die in Betracht kommenden Partei- und Gewaltung bereits zu spät. Die sächsischen Eisenbahner werden in den Karl Krüger, Berlin O., Mit Einschüchterungsversuchen kommt die sächsische Staatsbahn- VerAuf den Antrag des Abg. Schall( t.) findet die Besprechung werkschaftsblätter werden um Abdruck gebeten. der Jnterpellation statt. Gemaßregelten einen um so unabhängigeren und darum noch entDie bevorstehende Lohnbewegung der Rollkutscher und schiedeneren Vertreter ihrer Interessen in der Oeffentlichkeit gewinnen. Abg. Frhr. v. Willisen( f.) Speditionsarbeiter richtet wieder einmal die Aufmerksamkeit auf Der Fall zeigt aber aufs neue, welche Achtung die Staatsbehörden schildert die Bedrängnis der Anwohner, denen ganz geringfügige die Arbeitsverhältnisse in diesem Beruf. Die Arbeitszeit dauert im dem gesetzlichen Koalitionsrecht der Arbeiter entgegenbringen. Entschädigungen gezahlt worden sind, die bei weitem die wirklichen Durchschnitt bei allen Berliner Speditionsfirmen für die Rollkutscher Zwei Streifprozesse wurden schon wieder vor dem Dresdener Schäden nicht decken. Es seien ja einige Interessenten vorhanden, bon 51/2 Uhr früh bis 10 Uhr abends ohne Pausen. Schöffen gericht verhandelt. In dem einen Falle hatte ein streikender bei deren Entschädigung die Regierung ja allerdings sparen könne, In der Hochsaison wird bei einzelnen Firmen, so beim Kommerzienrat Maurer in einer Baubude Arbeitswillige auf ihr unsolidarisches Ver3. B. beim Forstfistus, aber die kleinen schwerbetroffenen Besitzer übermenschlichen Leistungen wird ein Lohn von 16 bis höchstens 22 m. pro Zumpen gesprochen. Die Polizei war natürlich sofort bei der Hand. Jakob oft bis 2 auch 3 Uhr früh gearbeitet. Für dieje fast halten aufmerksam gemacht und da in etwas derber Weise von sollte man doch besser berücksichtigen. Minister Frhr. v. Hammerstein Woche bezahlt. Bekanntlich kennt man im Speditionsgewerbe das Zumpen gesprochen. Die Polizei war natürlich sofort bei der Hand. Bezahlen von Ueberstunden überhaupt nicht. Das ist, wie man jagt, hatte ein Streifender einen arbeitswilligen Verbandskollegen darauf Der Sünder muß drei Tage ins Gefängnis. Jm andern Falle erwidert, die Schäden würden in allen Fällen geprüft; außerdem fei nicht ujus. Von dem kargen Lohne wird noch 1 W. refp. 1,50 W. aufmerksam gemacht, daß er als Streitbrecher, wenn er die Arbeit ja früher wiederholt gefeßlich festgesezt worden, wie hoch die Ent- pro Woche als jogenannte Raution in Abzug gebracht. Dabei ist schädigung bemessen werden darf. der Rollkutscher gezwungen, sein Frühstück, sein Mittag, Vesper, Abend- nicht einstelle, den Ausschluß aus dem Verband zu gewärtigen habe. Abg. Schall( f.) brot in der Kneipe einzunehmen, was doppelte Ausgaben verursacht. Tage Gefängnis, weil der Streifende Kein Schimpf oder sonstiges böses Wort fiel. Trotzdem zehn mit einem Für die Familie bleiben dann 10-12, im günstigsten Falle, wenn ein paar lebel gedroht" hatte. Der Ausschluß aus dem Verband sei Groschen Trinkgeld verdient worden, 14 M. für die ganze Woche. für den Betreffenden ein lebel so deduzierte das Gericht. Ein Niemand wird bezweifeln, daß diese Summe für Berlin vollständig Uebel darf aber nicht angedroht werden. Das ist nun wieder etwa 250 Mann organisierten Nollfuticher und Speditionsarbeiter mit dem Gefeße im Zusammenhange zu stehen. Diese Zustände abzuändern, waren die bisher in der Zahl von sächsische Logit, die aber nicht den Anspruch darauf erheben kann, nicht im stande. Es beginnt sich jetzt aber auch unter der Masse der Indifferenten zu regen und scheint die eingeleitete Bewegung auch Aus der Schweiz. In Frauenfeld ist in sämtlichen die Stumpffinnigsten aufzurütteln. Schreinerwerkstätten der Zehnstundentag eingeführt worden. In Selzach( Kanton Solothurn) hat die Uhrenschalen Fabrit Kocher u. Cie. ihren sämtlichen Arbeitern gekündigt, weil sie sich eine Lohnreduktion von 1,50 Fr. per Dutzend gleich 25 bis 30 Proz. nicht gefallen lassen wollten. Also Aussperrung. und Bauanschläger einen neuen, schlechten Accordtarif aufIn Basel haben 13 größere Baugeschäfte für die Schreiner gestellt, welcher bei den Arbeitern auf starken Widerstand stößt. interhandlungen mit den Meistern sind im Gange. erörtert die Ueberschwemmungen im unteren Havel- Gebiet und hofft, daß der Minister auch dieser Gegend sein Wohlwollen nicht entziehen werde. Es sei das um so nötiger, als die Gegend durch die fortwährenden Ueberschwemmungen zu verarmen drohe. Präsident v. Kröcher macht den Redner darauf aufmerksam, daß sich die Interpellation nur auf die Spree beziehe. Abg. Schall bemerkt, daß die Spree in die Havel fließe. Bräfident v. Kröcher erwidert, daß dadurch allerdings ein getviffer Zusammenhang mit der Interpellation hergestellt werde, doch bittet er, die Verhältnisse der Havel nicht zu ausführlich zu behandeln. Abg. Schall bittet den Minister, bei der Schadensabmessung nicht zu fiskalisch zu verfahren, es sei doch bedauerlich, daß der Fiskus sich, wie es vorgekommen, verklagen und gerichtlich verurteilen lasse zur Entschädigung. Wenn man Hunderte von Millionen für neue Kanäle herzugeben bereit ist, sollte man doch mit 20 000-100 000 M. für Entschädigungen nicht Inausern.( Bravo!) Minister Frhr. v. Hammerstein bemerkt, daß ein Projekt zur Regulierung der unteren Havel ausgearbeitet sei; dies habe aber Bedenken hervorgerufen gerade vom Standpunkte der Interessen der Anlieger. Er werde feinem Projekte zustimmen, das diese Interessen nicht ausreichend berücksichtige. Abg. Goldschmidt( frs. Vp.) will die Notlage der Spree- Anwohner nicht verkennen, es scheine aber, als ob die Konservativen diese Gelegenheit benutzen wollen, um ihrem Unmut über den Mittelland- Kanal Luft zu machen; er bittet um schnelle Abhilfe- Maßregeln für die Spree- Anwohner. Abg. v. Werdeck( f.) schildert die Notlage der Spree- Anwohner; nach seiner Meinung sei eine gründliche Regulierung der Oberspree nötig, wenn nicht alle often weggeworfen sein sollen. Jedenfalls müsse mehr geschehen, als bisher, um den fortwährenden Ueberschwemmungen Einhalt zu thun. Abg. Ring( f.) M. Die Forderungen sind sehr bescheidener Natur. Verlangt wird für Bodenarbeiter ein Minimallohn von 21 M., für die Kutscher 22 M. per Woche. Eine bestimmte Arbeitszeit wird nur für die Bodenarbeiter verlangt, für die Kutscher wird nur gefordert, daß schickt werden darf. Die Vodenarbeiter verlangen für Ueberstunden nach 7 resp. 8 Uhr abends keiner derselben mehr auf die Tour ge35 Pf.; die Kutscher nach 9 Uhr abends 50 Pf. pro Stunde. Schon heute sind Anzeichen vorhanden, daß die Spediteure, sobald sie sehen, daß ihre Arbeiter sich einig sind, nachgeben werden. Ein größerer Unternehmer hat nach der legten Versammlung eigens feine Erholungsreise nach der Schweiz unterbrochen, ist nach Berlin getommen und hat seinen Arbeitern und Kutschern 2 M. pro Woche zugelegt mit der Bedingung, daß sie nicht Mitglieder des Central verbandes werden sollen. Für die Spediteure ist es angesichts ihrer guten Organisation, die jede Konkurrenz der Firmen unter sich vollständig ausschließt, ein leichtes, ihren Angestellten entgegenzukommen. Anschluß an ihren Verband sich eine mustergiltige Organisation zu Es wird Sache der Speditionsangestellten sein, durch zahlreichen schaffen, die sie aus ihrer elenden Lage befreien kami. treten. 32 Berliner Hutmacher sollten nach der von uns gestern wiedergegebenen Meldung einer hiesigen Lokalkorrespondenz nach Dänemark abgerciſt ſein, um dort an die Stelle Ausgesperrter zu mitgeteilt, daß von den organisierten Hutmachern kein einziger nach Von der Organisation der hiesigen Hutmacher wird uns Dänemark gegangen sei und auch andere dürften schwerlich fort gegangen sein, da zur Zeit hier ein solcher Mangel an Arbeitsfräften herrscht, daß der Arbeitsnachweis nicht im stande ist, offene Stellen mit hiesigen Stollegen zu besetzen. Die ganze Notiz dürfte demnach auf Erfindung beruhen. polemisiert mit dem Abgeordneten Goldschmidt, der die Spree nur von Treptow und Eierhänschen her zu kennen scheine, jedenfalls werden die Spree- Anwohner denken: Gott behüte uns vor als 5. Rate 100 Mr. abgesandt. Darunter von den Malern Rirdorfs geVom Nixdorfer Gewerkschaftskartell sind für die dänischen Arbeiter dem Abg. Goldschmidt, vor der Spree wird uns schon die Regierung fammelt: Liste Nr. 154 8,30, Nr. 162 2,60, Nr. 163 6,30, Nr. 185 9,15, schüßen. Dem Abg. Goldschmidt scheine die Schiffbarkeit der Spree Nr. 186 6,-, Nr. 190 13,30, r. 192 5,75, 9r. 194 6,90. Amerikanische wichtiger zu sein, als der Schutz der Anwohner. Redner empfiehlt Auktion nach Schluß der Verbandsversammlung d. Maler v. 15. Auguft 3,15. das große Spree- Regulierungs- Projeft zur Durchführung; die Kosten Verband der Maler 2c. Filiale Rixdorf 11,50. Gesammelt in der Tischlerei kömmten dabei nicht ausschlaggebend in Betracht kommen, wenn den Bormann, Berlin, Boffenerstraße, 4. Rate 5.- Gesammelt in der Tischlerei bedrängten Anwohnern sicher geholfen wird. Fahnkow, Berlin, Oranienstraße( außer einem) 5,- Gef, in der Tischlerei Quizow, Rirdorf, Biethenstraße 2,55. Liste Nr. 176 durch Schröder 27,05. Durch Palm Nr. 145 7,10, Nr. 177 7,05, Nr. 197 8,- Nr. 166 durch Rilke 8,25. Durch Voges Nr. 165 5,40, Nr. 167 5,15, Nr. 168 4,10, Nr. 172 6,85. Durch Nierich Nr. 164 6,70, Nr. 171 6,25, Nr. 180 5,05. Weitere Beiträge nimmit entgegen August Nierich, Nixdorf, Steinmetzstraße 85, H. II. Damit ist die Besprechung der Interpellation beendet. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Deutsches Reich. Zum Bautischlerstreik. Während des gestrigen Tages haben noch 7 Werkstätten mit 117 Kollegen die Forderungen anerkannt, so Die Holzbildhauer Breslaus find in eine allgemeine Lohndaß in 80 Werkstätten mit 1370 Kollegen die Forderungen bewilligt bewegung eingetreten auf folgende Forderungen: allgemeine Einfind. Ausständig sind noch 325 Kollegen in 40 Werkstätten. führung der Lohnarbeit in der Holzbranche, desgl. Normierung eines In Charlottenburg haben sämtliche Unternehmer bewilligt, Minimallohnes von 24 M. für Fabriken und 21 M. für Kleinmeister. außer der Firma Stiebig u. Köppchen, welche ihre Arbeiter Ebenso wird die Lohnkommission für Einführung einer einheitlichen entlassen hat und feinen der Entlassenen wieder einstellen will. Arbeitszeit von täglich 81/2 Stunden zu wirken haben." In Rixdorf arbeiten sämtliche Bautischler, mit Ausnahme der Werkstatt Kurzhan, nach den neuen Tarifen. In Köpenid stehen Die Eisenbahnerbewegung in Sachsen hat wieder ein Opfer nur noch die zwei Firmen Mühlberg und Stolle mit 14 Arbeitern gefordert. Bekanntlich haben bei den Eisenbahnern Sachsens die den neuen Forderungen ablehnend gegenüber. In Adlershof Organisationsbestrebungen einen breiten Boden gefunden, die sich nicht nur in der planmäßigen Wahl energischer Arbeitervertreter zu befinden sich fünf Mann der Firma Klingsporn im Streit. In den Versicherungseinrichtungen, sondern auch in der Veranstaltung Stegliz, Behlendorf, Lichterfelbe und Marien zahlreicher Versammlungen äußerte, in denen manch freimütiges dorf ist bis auf vier Werkstätten mit 14 Kollegen alles bewilligt. Bort über die Zustände bei Staatsbahnen gesprochen wurde. Viele Achtung, Ciseleure Deutschlands! Werte Kollegen! Seit fächsische Staatsbahnarbeiter gehören auch schon dem Verbande der einigen Tagen befinden sich die Berliner Ciseleurgehilfen in einer Eisenbahner Deutschlands an und sein Organ,„ Der Weckruf", hat Bewegung für Verkürzung der Arbeitszeit auf neun Stunden und ist in Sachsen zahlreiche Abonnenten. Auch unter den angestellten das bisher durch Umfragen in den einzelnen Werkstätten erzielte Beamten werden die Bestrebungen auf Organisierung zur Hebung Resultat ein günstiges zu nennen. Es ist darum dringend geboten, ihrer Lage immer lebhafter. Erinnert sei hierbei an die Untervorläufig den Zuzug nach Berlin in jeder Beziehung fernzuhalten. zeichnung der Achtstundenpetition an den sächsischen Landtag durch Die Geschäftslage ist augenblicklich eine günstige und die Nachfrage viele Tausende von Eisenbahneri. nach Ciseleurgehilfen start, ohne immer befriedigt werden zu können, jedoch darf bei einem eventuellen Ausstand nicht auf Buzug von außerhalb Berlins zu rechnen sein. Die Verwaltung der sächsischen Staatsbahnen steht dieser Bewegung mit der üblichen Verständnislosigkeit gegenüber und ihre einzige That war im September v. J. die Maßregelung des Hilfs" Ausland. Die Arbeitslosigkeit in Bern hat eine Reihe von Versamm lungen und Beschlußfassungen zur Folge gehabt. Eine von zweihundert einheimischen Bauarbeitern abgehaltene Bersammlung stellte die Forderung auf, daß bei jedem Arbeitsaccord den Einheimischen der Vorzug zu geben sei. Bei den Baumeistern und Behörden soll in diesem Sinne ein Feldzug eröffnet und gleichzeitig auch auf eine bessere Gesetzgebung gedrungen werden. Ferner werden die socialdemokratischen Vertreter im Stadt und Ges bei Bergebung von Arbeiten in den Verträgen festzusetzen, daß die meinderate ersucht, bei ihren Behörden Gesetzesvorschläge einzubringen, durch welche die Staats- und Gemeindebehörden verpflichtet werden, Arbeit nur nach Lohnsäßen und Arbeitsbedingungen ausgeführt werden, die zwischen den Bertretern der Arbeiterorganisationen und der Unternehmerorganisationen festgesetzt worden sind.- Der Genoffe Muller, Finanzdirektor der Stadt Bern, hat einer Abordnung Gemeinderat dahin verwenden werde, um die Inangriffnahme folvon Arbeitslosen die Zusicherung gegeben, daß er sich sofort beim gender Bauten zu betreiben: Beschleunigung des Theaterbaues, Verwendung ausschließlich einheimischer Kräfte bei den Gemeindearbeiten auf dem Spitalacker, Weisung an die Direktion der neuen Bern- Neuenburg- Linie um Berücksichtigung einheimischer Arbeitsfräfte 2c. Italiener die Situation und beschlossen folgende Resolution: In einer besonderen Versammlung besprachen auch die Die versammelten Italiener, des Unwillens, der hier gegen ste Herricht, bewußt, beschließen: die organisierten italienischen Arbeiter begrüßen die Bewegung ihrer Genossen deutscher Zunge und erflären sich bereit, mit ihnen gegen die Obstruktion italienischer Poliere den Kampf aufzunehmen." Die bürgerlichen Kreise haben, wie alle diese Vorgänge lehren, aus dem Krawall von 1893 nichts gelernt, wohl aber die Arbeiter und darum wird diesmal die Bewegung der Arbeitslosen friedlich verlaufen und werden sie Besserungen erzielen. Auf dem Kongreß der schwedischen Schuharbeiter wurde u. a. auch eine Resolution betreffend die Stimmrechtsfrage anges nommen, die in sehr energischen Worten die Einführung des allgemeinen Stimmrechts fordert. In der Lehrlingsfrage wurde eine Petition an den Reichstag angenommen, diese Frage auf gefeßlichem Wege zu regeln. Ferner wurde der Anschluß des Verbandes an die socialdemokratische Partei vom Oftober 1901 ab beschlossen, sowie eine Resolution gegen den christlichen Arbeiterverband", der„ nicht als eine Organisation für den Kampf der Arbeiterklasse um eine verbesserte sociale Stellung anerkannt werden könne". Für die dänischen ausgesperrten Arbeiter wurden 500 Kronen bewilligt. Der nächste Kongreß findet 1902 in Stockholm statt. " wurde abgehalten, um Ein Kongreß des schwedischen Glasarbeiter- Verbandes arbeiter Verband zu begründen. Es wurden Deputierte zur einen skandinavischen Glasa Entfendung nach Dänemark ernannt. Glasfabrikanten ein Cirkular gerichtet werden, das die dänische Es soll außerdem an die Arbeitszeit und Methode fordert. Unternehmer- Derbände. Die Organisation der Bauunternehmer. Der vor fast einem Jahre durch den Breslauer Beschluß begründete Deutsche Arbeitgeberbund für das Baugewerbe scheint nicht die Entwickelung zu nehmen, die mit erwartet hatte, wenigstens flagt die Baugewerks Beitung" darüber, daß der Bund nicht die Fortschritte mache, welche Lokalen. Steglit Friedenau( früh 7 Uhr): In den bekannten im Interesse der Selbständigkeit und Selbsterhaltung des deutschen Ringbahn- und Johann Sigismundstraße; sämtliche übrigen Bezirle| waren etwa 917 Personen oder 68,84 Proz.( an 279 575 Ar Baugewerbes erhofft wurden. Es dauert sehr lange, bis die nötigen im Voltsgarten, Berlinerstr. 40. Lokalverbände zu ftande kommen und das Bundesorgan sieht sich zu folgendem Klageliede veranlaßt:" Beweisen die deutschen BauArbeitgeber mun nicht bald burch die That, daß sie auf halbem Wege nicht stehen bleiben wollen, dann wäre es besser gewesen, der Bund wäre überhaupt nicht ins Leben gerufen worden." Wie das Blatt gleichzeitig hervorhebt, verlaufen jetzt sehr viele Streifs zu Un gunsten der Arbeitgeber, sowohl in Bezug auf Arbeitszeit wie auf Lohnhöhe. 0 Treptow Baumschulen weg: früh 8 Uhr bei Staffelt. Regste Beteiligung der Parteigenossen ist notwendig! " davon beitstagen) beschäftigt, auf den städtischen Riesel gütern an zusammen 229 858 Arbeitstagen etwa 754 Männer, und für die Bedürfnisse der Anstalt an 108 112 Arbeitstagen durchschnitte lich täglich etwa 348 Personen oder 26,13 Broz. Der Gesamt Arbeitsverdienst der für fremde Rechnung Be schäftigten betrug 115 257 M. oder 85 Pf. pro Kopf und Tag. Davon wurden gezahlt an Unkosten- Entschädigung für die Die Wahlen zum Provinzial- Parteitage erfolgen Dienstag, blieb vereinnahmter Arbeitsverbienst 90 560 M. oder 46 Pf. pro Aufseher 6504 M., an Ueberverdienst" an die Hauslinge 18 198 M.; den 5. September, in öffentlichen Parteiversammlungen. Näheres Kopf und Tag. Für die im Winter von den Häuslingen auf den Oestreichisch- ungarisches Petroleumkartell zur Schröpfung wird noch bekannt gegeben. Die Vorstände von Vereinen und Gewerk- Rieselgütern geleisteten 84 671 Arbeitstage wurde von der Deputation der Konsumenten. Sämtliche Fabriken, bis auf die Orsovaer und schaften werden gebeten, an diesem Tage teine Versammlungen ein- für die Verwaltung der Kanalisationswerke, außer der Unkostenund die Triester Raffinerie, haben nunmehr ihren Beitritt zum östreichisch ungarischen Betroleumfartell unterschrieben. Die Orsovaer zuberufen. Entschädigung für die Aufseher in Höhe von 4240 M., nur ein soFabrik wurde jedoch vom Kartell angekauft, während die Triester Arbeiter Bildungsschule. Morgen, Sonntag, den 20. August, genannter Ueberstunden- Verdienst von 10 Bf. pro Stopf und Tag und die zugehörige Stobnicaer Rohpetroleum- Fabrit außerhalb des Familien Ausflug nach Zehlendorf- Beelighof. Besichtigung gezahlt, im Gesamtbetrage von 8467 M. Die gesamte Gegenleistung Kartells bleiben. Das Kartell wurde für drei Jahre geschlossen. Der Charlottenburger Wasserwerke in Beelighof. Abfahrt Berlin, der Deputation für die Verwaltung der Kanalisationswerte stellte Der Preis wurde vorläufig um einen Gulden erhöht, Wannsee- Bahnhof 8 Uhr 30 Minuten. Treffpunkt Bahnhof Behlen sich demnach auf 12 707 M. oder 15,01 Pf. pro Kopf und Tag der für den Herbst ist dann eine weitere Erhöhung auf 23 bis dorf 9 Uhr. Für Nachzügler bis 8 Uhr nachmittags im Restaurant in ihrem Dienst beschäftigten Häuslinge. Razorke, Beelighof. Um zahlreiche Beteiligung der Mitglieder und deren Angehörige sowie Freunde der Schule ersucht das Komitee. J. A.: Karl Müller, Mariannenplag 9. 24 fl. geplant. Sociales. Lebhaft erörtert wird in Hausbesizerkreisen ber Streit zwischen dem Bunde und der Wirtschaftsgenossenschaft, welche Müllabfuhr, Nachtwachwesen und Miete- Einziehung verwaltet. Der Bundesvorstand hat den Mitgliedern der Wirtschaftsgenossenschaft vorgeworfen, daß sie, entgegen ihrem Versprechen, die Geschäftsverivaltung unentgeltlich und ehrenamtlich zu führen, hierfür Bezahlung genommen haben. Wenn diese Thatsache richtig ist, was Zur Sittlichkeitsfrage. Wir werden um Beröffentlichung des Folgenden gebeten: Seder, bem bas Wohl des Bolles am Herzen Die Umschulung der Kinder in den Berliner Gemeindeliegt, und hier in erster Linie die Frauen, sehen mit Spannung und schulen erfolgt seitens der Schulvorstände noch immer ohne jedwede die Wirtschaftsgenossenschaft bestreitet, so würde noch der Umstand und in Intereffe der am 4. September unter dem Vorsitze des Ministers Berücksichtigung der häuslichen Verhältnisse der Kinder, so daß es aufzuflären sein, aus welchen Gründen der Bund, der diese Verhält der Landwirtschaft und öffentlichen Arbeiten de Bruhe in im Hinblick auf die herannahenden Michaelisferien angebracht er- nisse kennen mußte, jahrelang dazu geschwiegen hat. Der Bund Brüssel tagenden internationalen Konferenz zur Bekämpfung scheint, diese Mißstände öffentlich zur Sprache zu bringen und deren verlangt jetzt das Recht, der Wirtschaftsgenossenschaft die Qualität der Syphilis entgegen. ist ein daß diese Fragen jezt öffentlich in großer Fortschritt, Abstellung ernstlich zu fordern. So mancher Familienvater, der die als„ Organ des Bundes" zu verleihen", die Wirtschaftsgenossenin einer Konferenz zur Freuden solcher rücksichtslosen Umschulungen durchzukosten Gelegenheit schaft dankt für diese„ Verleihung". Daher der Streit, der nun Verhandlung kommen, daß sie in den Beitungen be gehabt hat, weiß ein Liedchen davon zu singen. Als ein Beispiel sprochen werben. Viele werden dadurch über Dinge aufgeklärt, von für viele möge hier folgender Fall angeführt sein: Die beiden voraussichtlich in den einzelnen Vereinen sich fortseßen dürfte. denen sie bisher keine Ahnung hatten, und die zu wiffen zu ihrem Töchter eines Herrn A. G., Exercierstr. 7, wohnhaft, im Alter von und zu dem allgemeinen Wohl unbedingt nötig ist. Wir modernen 12 und 10 Jahren besuchten bis zum 1. April d. J. die 77. Gemeinde- faale. Die unter diesem Namen im vorigen Jahr in Berlin eröffnete ,, Tagesklaffe für Maschinenbauer" im städtischen GewerbeFrauen find uns unserer Pflichten unseren Kindern gegenüber wohl schule in der Schulstr. 100, von welcher die Wohnung nicht weit ent- städtische Maschinenbauschule mit einjährigem Kursus wird im Oktober bewußt und wir wiffen auch, daß diese Pflichten schon vor der Ge- fernt ist. Am 1. April wurden beide Kinder plöglich von Amts- dieses Jahres um eine Klaffe erweitert. Unterrichtsgegenstände find: burt des Kindes anfangen. Wir wissen, daß die geschlechtlichen Aus- wegen" umgeschult nach der neuen Schule in der Grünthalerstraße Mechanit, Maschinenlehre, Elektrotechnik, Technologie, Mathematik, schweifungen zu den Sünden gehören, die bis ins dritte und vierte und haben nun das zweifelhafte Bergnügen, einen halbstündigen Physik, Chemie und Maschinenzeichnen. Das ausführliche Programm Glied gerächt werden und wir find fest entschlossen, unsere Kinder Weg an manchen Tagen sogar mehrmals zur Schule machen ist Pallasstr. 15 erhältlich. babor zu bewahren, daß fie durch die Schuld des Baters zu müssen, während Kinder, die in der Nähe der Schule in der geistig und körperlich frank, fich und ihrer Umgebung zum Grünthalerstraße wohnen, nach wie vor die 77. Gemeindeschule in Fluch werden. Wir erkennen Die akuten Darmkrankheiten haben im Juli eine im Ve ber staatlich geregelten der Schulstraße besuchen. Erschwerend fällt hierbei noch ins Gewicht, gleich zum Juni sehr bedeutende Zahl von Sterbe Prostitution nicht ein geeignetes Mittel, der furchtbaren Krant- daß die stinder auf ihrem Schulwege die Gabelung an der Badstraße fallen herbeigeführt. Nach den jest bis zum 29. Juli vorliegenden heit, zu deren Bekämpfung der Kongreß sich versammelt, zu passieren müssen, welche zeitweise durch die Straßenbahn geradezu Wochenberichten des Berliner Statistischen Amts starben besonders steuern, sondern vielmehr erblicken wir in derselben Sanktionierung des Lasters durch den Staat, eine Verführung unserer die Lehrmittel der 77. Gemeindeschule, mit welchen sie versehen atarrh in der Woche 2.- 8. Juli 24, 26, 21, zusammen 71, in eine unpaffierbar gemacht wird. Auch kommt in Betracht, daß die Kinder an Diarrhoe, Brech durchfall und Magen- DarmSöhne und eine Erniedrigung bes ganzen Geschlechts. Nur wenn waren, in der Schule in der Grünthalerstraße nicht brauchen konnten, der Woche 9.- 15. Juli 29, 50, 23, zufammen 102, in der Woche die zum Kongreß versammelten Männer das Uebel an der obgleich beide Schulen in demselben Stadtviertel belegen sind. Am 16.- 22. Juli 48, 81, 33, zuſammen 157, in der Woche 28.- 29. Juli Wurzel angreifen, d. h. wenn sie Abschaffung der staatlich geregelten 17. Mai und am 10. Juni d. J. richtete Herr G. Eingaben an die 60, 123, 45, zufammen 228, in den 4 Wochen 2.- 29. Juli 156, Prostitution und die Erziehung der Jugend zur Selbstbeherrschung städtische Schulbeputation und ersuchte unter Darlegung der Verhält- 280, 122, zusammen 658 Personen( fast nur Kinder unter und zu einem mäßigen gesunden Leben verlangen, fönnen wir auf nisse um Burüdschulung seiner Kinder in die 77. Gemeindeschule. 3 wei Jahren), während in den vorhergehenden 4 Wochen erfolgreiche Arbeit des Kongresses hoffen. Von größtem Intereffe Beide Eingaben wurden abschlägig beschieden. Jetzt gedenkt 4. Juni- 1. Juli an den genannten drei Krankheiten nur 69, dürfte es sein, zu hören, was Jofephine Butler, die im Herr G. eine dritte Eingabe zu machen, um die Zurüdschuhing 66, 65, zusammen 200 Personen gestorben waren. Die meisten Sterbe Kampfe gegen die Prostitution gegangene Greifin, in einem Briefe, den die Juni Nummer fommen ungemein zahlreich vor. Es muß aber entschieden gefordert bevölkerung bewohnten Stadtteile. 8. B. starben in den vier allen helbenmütig voran seiner Kinder zu Michaelis an erlangen. Wie gesagt, derartige Fälle fälle tamen wieder auf die vorwiegend von der ArbeiterBulletin continentale" veröffentlicht, sagt: Bei dem be- werden, daß bei notwendig werdenden Umschulungen mindestens die Juliwochen an den genannten drei Krankheiten in der Oranien borstehenden Kongreß in Brüssel ist man augenscheinlich sehr vor- Wohnberhältnisse der Kinder berücksichtigt werden, und daß nicht burger Vorstadt 38, im westlichen Teil des Stralauer Viertels 43, fichtig gewesen in Bezug auf die Personen, die eingeladen worden länger ein Verfahren weiter geübt werde, welches jede ersichtliche im östlichen Teil des Stralauer Biertele 47, im östlichen Teil ber find, und in Bezug auf die Beschlüsse und Resolutionen, die gefaßt Methode vermissen läßt. Der bevorstehende Beginn des Winter- jenseitigen Luisenstadt 48, in der Königstadt 52, im westlichen Teil werden sollen. Möglich ist es, daß diefer Handlungsweise die besten semesters wird wieder vielerlei Umwälzungen und leberraschungen von Moabit 62, auf dem Wedding 70, in der Rosenthaler BorAbsichten zu Grunde liegen, aber ich gestehe, daß sie mir kein Ver- im Gefolge haben. Möge dafür Sorge getragen werden, daß sie stadt 98, dagegen z. B. in der Altstadt samt der Friedrichstadt nur trauen einflößen. Ich kann nicht fret atmen in einer Versammlung, von Eltern und Kindern nicht gar zu unangenehm empfunden drei Personen. bie so sorgfäftig gesichtet worden ist, und in einer Atmosphäre, in werden. welcher die Diskussion derartig vorbereitet worden ist. Des " Unentgeltlichkeit der Lehrmittel in der Schweiz. Für die unentgeltliche Berabfolgung von Lehrmitteln und Schreibmaterialien in sämtlichen Volksschulen hat die Stadt Zürich im Jahre 1898 die Summe bon 90 252 Fr. ausgegeben, bei 160 000 Einwohnern nicht viel mehr als 50 Cts. per Kopf der Bevölkerung. Tokales. Flugblatt- Verbreitung. " Der Oberpräsident hat nunmehr die Genehmigung zum Abbruch des Stöllnischen Rathauses erteilt. dad gierungs- und Gewerberat Dr. Sprenger als vortragender Rat in das Neuer Gewerbe Inspektor. Nachdem der bisherige ReReichsamt des Junern versezt worden ist, hat der Regierungs- und Gewerberat Hartmann, bisher in Hannover, die Dienstgeschäfte des gewerbetechnischen Rates beim Polizeipräsidium in Berlin übernommen. S Stralauer Die Wie verschieden ist das Vorgehen von dem Princip, frei, offen Die Berliner Bäckermeister find in tausend Mengsten. Sie und mutig die große Masse des Volkes anzurufen, den Fehde- gestehen notgedrungen zwar selber zu, daß etwas faul iſt im handschuh mitten in eine Versammlung hineinzuwerfen, einerlei, Berliner Bädergewerbe, sie wollen aber beileibe nicht, daß die Mißwo wir uns befinden ein Princip, dem wir immer beigestimmt, stände ans Tageslicht kommen und geben sich alle erdenkliche Mühe, und das wir stets in Anwendung gebracht haben. Und haben wir die Wahrheit zu erdrosseln. Um einer behördlichen Aufsicht zu entjemals bereut, so gehandelt zu haben? Niemals! gehen, hat der Innungsvorstand Germania" bekanntlich beschlossen, Die Wahrheit tann durch die Oeffentlichkeit, eigene Controleure" anzustellen, welche die Bädereibetriebe darauf durch das Appellieren an das Herz des Voltes nie bin kontrollieren sollen, daß alles vorschriftsmäßig, sauber und berlieren, nur gewinnen. ordentlich hergehe. Diese Controleure sollen den Reihen der Innungs- Eheschließungen, Geburten und Sterbefälle. In der Ein holländischer Kritiker des deutschen Arbeiterschuhes. Ergebnissen der Kontrollen nichts in die Oeffentlichkeit gelangen zu statt. Die Zahl der Lebendgeborenen betrug 864( 429 männliche, meist er entnommen werden, welche jedoch verpflichtet sind, von den Woche vom 23. bis 29. Juli fanden in Berlin 289 Eheschließungen Der holländische Arbeitsinspektor Herr Löben Sels weist in seinem laffen. Daß den Bäderei Arbeitern mit derartigen Kon- 435 weibliche). Totgeboren wurden 35 Kinder( 14 männliche, 21 Jahresberichte darauf hin, daß dem Berbot der deutschen Regierung, trollen wenig geholfen ist, liegt auf der Hand. Kinder unter 16 Jahren zu schwerer Arbeit anzuhalten, durch die bädergewerblichen Arbeiter haben denn auch beschlossen, auf eigene Totgeborenen 4 außerehelich geborene Kinder. Die Zahl der Die organisierten weibliche). Unter den Lebendgeborenen befanden sich 109, unter den Werkmeister in den Ziegeleien ein Schnippchen geschlagen wird, in- Sand wahrheitsgemäßes Material über die Zustände in den Bäckereien Sterbefälle betrug in der Berichtswoche 750 und betraf 416 männ dem fie die Kinder als Gesinde" angeben, in welchem Falle sie keine zu sammeln, um es der Oeffentlichkeit zu übergeben und zur Ber- liche, 334 weibliche Personen. Unter den Verstorbenen befanden sich Namen und Vornamen der Kinder mitzuteilen brauchen. Auch werden befferung ihrer Lage zu benußen. jugendlichen holländischen Arbeitern an Stelle von Kaffee jeden durchaus nicht in ihren Kram. Sie suchen daher das Vorgehen der ehelich geborene). In Krankenhäusern find 160 Personen( 88 männ Das paßt den Meistern aber 358 Kinder im ersten Lebensjahre( 265 ehelich und 98 außer Morgen zwei Schnäpse verabreicht, welche Gewohnheit sehr Bäckerei- Arbeiter zu hintertreiben und zwar durch bewußte Lügen liche demoralisierend wirte. Aeltere Arbeiter genießen in vielen Fällen und Verleumdungen. und 72 weibliche) gestorben. Auf gewaltsame Weife nur eine Nachtruhe von 3-81/ 2 Stunden. Sie erheben gegen die durch Vertrauens- endeten 17 Personen, darunter 8 durch Selbstmord. Auf bie ein zuständigen deutschen Behörden sein, solche Mißstände zu beseitigen. über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse im Bäckereigewerbe sowie Kölln- Dorotheenstadt 12; Friedrichstadt 18; Friedrich- und Schöne Es dürfte Aufgabe der männer mittels Fragebogen bewirkten statistischen Erhebungen zelnen Stadtteile verteilten sich die Sterbefälle wie folgt: Berlin-Ganz recht-- es bürfte sein. über die Reinlichkeitsverhältnisse in den Badstuben, das Schlaf- berger Vorstadt 27; Friedrich- und Tempelhofer Vorstadt( westl.) 22; stättenwesen 2c. Widerspruch und stellen die lächerlichen Be- Tempelhofer Borstadt( östl.) 35; Luisenstadt jenseits des Kanals 75; hauptungen auf, daß die Vertrauensmäimer der Gesellen in deren Luisenstadt diesseits des Stanals Versammlungen mit bereits ausgefüllten Fragebogen von Tisch zu Viertel 112; Königsviertel 54; Spandauer Viertel 30; Rosenthaler Tisch gingen, daß die Gesellen die also vorbereiteten Fragebogen Vorstadt 116; Oranienburger Vorstadt 58; Friedrich Wilhelmstadt vielfach gar nicht lesen, dieselben vielmehr notgedrungen unter- und Moabit( öftl.) 82; Moabit( westl.) 59; Wedding 68. schreiben, ohne den Inkelt zu kennen oder zu prüfen. Die Meister Eheschließungen betrugen 13,7, die Lebendgeborenen 24,8, die Totwollen sich nunmehr bei der Behörde beschweren. Ob diese ihren geborenen 1,0, die Sterbefälle 21,5 pro Mille der Bevölkerung. Slagen Verständnis entgegenbringen wird? Großfeuer auf dem fiskalischen Terrain am Hamburger Verrufserklärung gegen eine Synagoge. An das Soli Güterbahnhof. Sum zweitenmale seit Jahresfrist ist das fiskalische daritätsgefühl der Rabbiner wendet sich Herr Dr. May- Terrain am Hamburger Güterbahnhofe in der Haidestraße von einem Die Barteigenoffen, welche sich am Sonntag an der Flugblattbaum in einem Kampf mit der Synagogengemeinde zu Koblenz Großfeuer heimgesucht. Im vorigen Jahre wurden die unter Nr. 18 Berbreitung beteiligen wollen, versammeln sich an folgenden Stellen: Dort ist einem Herrn Dr. Singer nach zwölfjähriger Wirksamkeit und 19 belegene Getreidehandlung von Lüdecke u. Comp. fowie die Erster Wahlkreis( früh 7 Uhr): Mörschel, Jüdenstr. 35; das Lehramt gekündigt worden, ohne daß ernstliche und schwer- Maschinenfabrit von Hillig u. Westphal fast total eingeäfchert, Sommer, Grünstr. 21; Glaue, Strauſenſtr. 18; Stockfisch, Holzgarten mußte die Kündigung um so empfindlicher treffen, als er für eine für Eisenkonstruktion und Wellblech von E. de la Sauce wiegende Gründe für diesen Schritt vorlagen. Den Seelsorger während diesmal die angrenzende Berliner Bau- Anstalt straße 5; Sad, Französischestr. 6; Schmidt, Flensburgerstr. 24. 8 weiter Reichstags- Wahlkreis( früh 71/2 11hr): wurde die Stelle in einer für ihn verlegenden Weise aus- troffen wurde. Familie mit drei unmündigen Kindern zu sorgen hat. Außerdem u. Klos( Nr. 20) von einem zerstörenden Brande Schonheim, Gräfestr. 8; P. Müller, Gräfeſtr. 31; Ewald, geschrieben. Auf Wunsch von Amtsgenossen richtete dann Dr. Maybaum zwei getrennten, 60 Meter langen und 20 Meter breiten Die Fabrik besteht in der Haupsache aus Schönleinstr. 6; Lindemann, Moritstr. 9; 8ubeil, Linden- als Vorsitzender des Nabbiner Verbandes von Deutschland ein einstöckigen Gebänden, die sich von der Haideftraße bis hart an den ftraße 106; as, Markgrafenftr. 102; Boigt, Königgrägerstr. 39; Schreiben an den nengewählten Gemeindevorstand in Koblenz, Bahnlörper erstreden. Das an Nr. 19 angrenzende Fabrikgebäude Staumann, Blücherstr. 42; 2üdke, Boffenerstr. 10; Quandt, worin er über die Gründe der Entlassung um Auskunft bat und für war durchweg zur Kunstschmiede eingerichtet und enthielt wertvolle Belle Allianceftr. 74; Wichert, Großbeerenstr. 74; Faller, einen gütlichen Ausgleich seine Dienste anbot. Der Brief blieb un- Maschinen. Es wurden hier 300 Arbeiter beschäftigt, die jedenfalls Pallasstr. 16; Werner, Bülowstr. 59. beantwortet. Herr Dr. Mahbaum weist jetzt auf Erfahrungen vorläufig arbeitslos werden, da von dem Fabrikraum nur die nackten hin, die schon früher Rabbiner in Koblenz gemacht haben, und bittet Mauern übrig geblieben sind. Als das Feuer früh 22 Uhr von alle seine Kollegen, sich um die ausgeschriebene Stelle nicht zu be- Straßenpaffanten bemerkt wurde, hatte es bereits einen großen werben und etwa schon erfolgte Bewerbungen zurüdzuziehen: Wer Umfang angenommen. Irrtümlicherweise wurde nun auch noch unterauf Ehre und Würde des Standes hält, wird diese dringende lassen, den unweit der Brandstelle in der Haidestraße befindlichen Bitte nicht unbeachtet lassen". Man sieht, Boykott und Sperre öffentlichen Feuermelder zu ziehen. Statt deffen eilten mehrere Gollten wir noch erleben müssen, daß die Koblenzer Polizei zum und so tam es, daß die Feuerwehr zwar etwas spät, dafür aber find schließlich ein Kampfmittel auch für geistliche Arbeiter. Berfonen zu ganz entfernten Feuermeldern, jogar bis zur Fennstraße, Schuge arbeitswilliger Rabbiner einschreitet und die Dentichrift zur auch in einer Stärke von zehn Löschzügen anricte. Mit zehn Buchthausvorlage um ein neues Schauerfapitel vom Terrorismus Schlauchleitungen, die teilweise von drei Dampfsprizen geſpeiſt Streifender bereichert wird? Oder daß die Staatsanwaltschaft gegen wurden, geschah ein energischer Angriff von drei Seiten. Da jedoch die von Herrn Dr. Maybaum verübte Berrufserklärung mit dem der Schuppen bereits in seiner ganzen Ausdehnung ein einziges Charlottenburg( früh 7 Uhr): groben Unfugs- Paragraphen vorgeht, wie sie es Arbeitern gegen Feuermeer bildete, auch das Dach den Flammen immer neue Nahrung Jm 1. Bezirk bei über in ähnlichen Fällen schon zu dugenden Malen gethan? Basche, Potsdamerstr. 43, im 2. Begirt bei Leder, Bismard bot, mußte fich die Wehr darauf beschränken, den Brand zu lokali Straße 74, im 3. Begirt bei Beyer, Wallstr. 94, und Gimpel, lichkeit schon in der Streifbrecherei ein Haar findet! Heiliger Posadowsky, was soll werben, wenn selbst die Geist sieren, was nach zweistündiger Arbeit auch gelang. Der verursachte Osnabrüderstr. 4, im 4. Bezirt bei Rant, Pestalozzistraße 65, im Schaden ist sehr groß. Die Entstehungsursache des Feuers wird 5. Bezirk bei Dörre, Wallstr. 90, im 6. Begirl bei Röttger, Im städtischen Arbeitshause zu Rummelsburg waren im zurückgeführt auf weggeschüttete, aber nicht vollständig abgelöschte Leibnizstraße 3, im 7. Bezirt bei Bredlow, Ansbacherstr. 31. Berwaltungsjahre 1896/97 durchschnittlich täglich 1882 Korrigenden Kohlenrefte. Schöneberg( früh 7 Uhr): Steppuhn, Hohenstaufenstr. 83; jedoch durchschnittlich täglich nur 480 Männer und 112 Frauen in Urban hat jest neben der Pflege von Wöchnerinnen im Heim ſelbſt ( 1220 männliche, 112 weibliche) untergebracht. Davon befanden sich Geschulte Wochenpflegerinnen. Das Wöchnerinnenheim am Schilling, Kyffhäuserstr. 16; Obst, Grimewaldstr. 110; Soppe, Ser Hauptanstalt zu Nummelsburg, der übrige Teil, 790 Männer auch größere Aufmerksamkeit der Ausbildung, von Wochens Merseburgerstr. 7; Schünide, Bahnstr. 10; Grimm, Siegfriedftr. 8; aber in den häuslingsbaraden auf den städtischen Stiefelfeldern. pflegerinnen zuwenden können, die vom Heim aus in Brivats Haufer, Sedanstr. 31; Büschel, Gustowstr. 9; Moll, Sponholzstr. 84. Von den durchschnittlich 1822 Arbeitshaus Korrigenden waren häuser geschickt werden. Die Vergütung für diese Wochen Rigdorf( früh 7 Uhr): An den bekannten Stellen. nicht beschäftigt als Lazarettirante, ärztlicher Beobachtung pflegerinnen richtet sich nach den Verhältnissen der Familie, doch Unterstellte und Arrestanten durchschnittlich 67 täglich etwa werden bedürftigen Wöchnerinnen die Pflegerinnen unentgeltlich Bersonen ober 6,08 Proz. Für fremde Rechnung oder nahezu unentgeltlich gestellt. Bei dem notorischen Mangel ge Vierter Wahlkreis Osten( früh 8 Uhr): In den betannten Lokalen. Fünfter Wahlkreis( früh 7 Uhr): Wittschow, Kleine Hamburgerstr. 26/27; Gründer, Johannisstr. 9; Willner, Winsstr. 59; Snößsch, Hirtenstr. 10; Cuno, Mendelssohnstr. 8. Sechster Wahlkreis( früh 8 Uhr): Schönfeldt, Fehrbellinerstr. 9, Ede Chriſtinenstraße; 2. Brinkmann, Prinzen- Allee 21; G. Herr mann, Putbuserstr. 45; D. Bachgänger, Swinemünderstr. 96; Rosin, Schönholzer und Ruppinerstraßen Ecke; Hoppe, Aderstr. 145; H. Schulz, Schwarzkopffftr. 11; 3. Krause( früher Fr. Gleinert), Müllerstr. 7a; J. Pfarr, Putligstr. 10. Wilmersdorf Salensee( früh 7 Uhr): Ortsteil Ring babuhof bei Nudloff, Bruchsalstr. 18; Salenfee im Restaurant Ede # be Schulter Wochenpflegerinnen, die häufig selbst mit schwerem Gelde waltung der direkten Steuern bei der Regierung in Magdeburg übernicht zu haben sind, wird das Vorgehen des Wöchnerinnenheims tragen worden. dankbar begrüßt werden müssen. Gesuche um Zuweisung von Wochenpflegerinnen sind an die Oberin des Wöchnerinnenheims, Urbanstr. 38, zu richten. Verhafteter Kinderschänder. Wegen eines Verbrechens gegen ein achtjähriges Mädchen ist der Berliner Zeitung" zufolge der 26 Jahre alte Kaufmann Robert v. Busse von der Kriminalpolizet verhaftet worden. v. Busse, der Sohn eines Rittergutsbesitzers, verwaltete in dem Eckhaus Wilsnacker- und Birkenstraße ein Zweig geschäft einer Kaffee und Delikateßhandlung, in der er gelernt hatte. Am Mittwoch verging er sich an der achtjährigen Tochter eines Arbeiters, die er in sein Zimmer hinter den Laden lockte, als sie Kaffee holte. Das Kind erzählte den Vorfall weinend seinen Eltern. Diese machten sofort Anzeige und zwei Kriminalbeamte nahmen sofort den Unhold aus dem Geschäfte heraus fest. 9 Den Waldungen um München droht neuerdings die bekannte Nonnengefahr. Im Forstenrieder Park, der vor acht Jahren Der Rigdorfer Magiftrat hat, wie gemeldet wird, jetzt den ein mehr als gewöhnliches Auftreten des Ronnenfalters beobachtet. durch Nonnenfraß schwer heimgesucht wurde, wird in diesem Sommer Entwurf einer Kommission der Stadtverordneten Versammlung zu Das gleiche gilt von den Waldungen des Forstes Kasten. Von forsteinem Ortsstatut betreffend die Einschränkung der Kinderarbeit gutgeheißen und dem Regierungs- Präsidenten von Potsdam zur Gesamtlicher Seite find alle Vorkehrungen getroffen, um dem Waldnehmigung übersandt. Der Entwurf besagt, daß Kinder unter zehn schädling nach Möglichkeit zu begegnen, mobilthat used Jahren überhaupt nicht gewerblich thätig sein dürfen. Schulpflichtige Das Dorf Schwarzach an der böhmisch- bayerischen Grenze Kinder zwischen dem 10. und 11. Lebensjahre dürfen nur innerhalb ist gänzlich abgebrannt. Nur das Stationsgebäude der österreichischen der Stunden von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends zur Arbeit Bollwache ist stehen geblieben. Die Zahl der abgebrannten Häufer herangezogen werden. beträgt 22. Ebenfalls ist das Dorf Redlin bei Wolftein Zurückgehende Vororte von Berlin sind die im Kreise Nieder- gestern abgebrannt. und hohen Schönhausen. Nach dent neuen Verwaltungs- Aus Myslowin wird gemeldet: Bei der Hochzeit eines reichen Barnim belegenen Gemeinden Boghagen Rummelsburg bericht des Kreisausschusses zählte Borhagen Rummelsburg im jüdischen Bewohners von Sosnowice erkrankten nach dem Festmahl Jahre 1895 noch 17 198 Einwohner. Seitdem ist es beständig zurück- unter Vergiftungsanzeichen 38 Hochzeitsgäste. Einer verstarb, und 1896 zählte es noch 16 344, 1897 nur noch 16 281, mehrere liegen hoffnungslos darnieder. Die Ursache soll eine FleischDurch Leuchtgas betäubt wurden gestern drei Personen, die gegangen. nach der Unfallstation in der Brüderstraße gebracht wurden. Auf und im Jahre 1898 hat eine weitere Abnahme der Bevölkerung vergiftung fein. Die Abdieser Straße waren vier Gasarbeiter damit beschäftigt, ein undicht auf 16 128 Einwohner oder um 0,96 Broz. stattgefunden. gewordenes Gasrohr auszubessern, wobei zum Schuß gegen das nahme der Bevölkerung wird auf die Verlegung der Strafanstalt Auch Hohen- Schönhausen hat im ausströmende Gas sogenannte Hautblasen über die Ausflugöffnungen nach auswärts zurüdgeführt. 1947 Einwohner gezogen wurden. Eine dieser Blasen hatte sich allem Anſcheine nach Jahre 1898 15 Einwohner verloren und ist auf 19 gelockert und das Gas strömte plöglich in großer Menge aus, infolge zurückgegangen. Stralau und Blögenfee waren in den letzten Jahren deffen drei der Arbeiter betäubt zusammenbrachen. Der vierte besaß ebenfalls zurüdgegangen. Im Jahre 1898 haben sie jedoch wieder 10 noch Kraft genug, um sofort die Schließung des Hauptrohres zu veran- eine fleine Steigerung aufzuweisen. Stralau hat um 1,09 Proz. zulaffen. Die drei Verunglückten wurden nach der Unfallstation ge- genommen und zählt jest 1498 Ginwohner, Plögensee gar um bracht, wo sie sich bald so weit erholten, daß fie sich nach ihren Wohnungen begeben konnten. Tie Verzweiflungsthat an der Lutherbrüde ist jetzt vollständig aufgeflärt. Die grau, die mit ihrem Sohne ins Waffer ging, war die Ehefrau des Galanteriewarenarbeiters Naepel aus der Berliner aus de straße 42 zu Pankow. Sie war mit ihrem Manne, einem Witwer, seit 1/4 Jahren verheiratet. Gheliche Berwürfnisse gaben die Veranlassung zu dem unseligen Schritte. mus Wegen Unterschlagungen wurde Donnerstag der Bureau vorsteher F. W. Bogel verhaftet, der bei ber Lebensversicherungsgesellschaft Victoria" angestellt war. Die anvertraute Summe beläuft sich auf mehrere Tausend Mart. Bei der Verhaftung stellte sich heraus, daß V. bereits seit längerer Zeit von England aus wegen gleider Bergehen steckbrieflich verfolgt wird. Durch unvorsichtiges Umgehen mit einem Revolver ist gestern in der zehnten Abendstunde der 41 Jahre alte Arbeiter Reinhold Simon aus der Oberbergerstr. 22 schwer zu Schaden getommen. Simon, der in jener Gegend beschäftigt ist, besuchte gestern abend auf dem Grundstüd Indien in Berlin einen Bekannten, der hier einen Wächterposten bekleidet. Der Wächter zeigte ihm seinen Revolver, dieser entlub sich und eine Kugel brang bem Besucher in die Brust und verwundete ihn schwer. In Spanien verursachte ein heftiges Unwetter in berschiedenen Provinzen Ueberschwemmungen, wobei mehrere Personen unikamen. In der Arena von Leganes bei Madrid stürzte eine Tribüne ein, zwei Personen wurden getötet, 82 verlegt. Feuersbrunst in Petersburg. In der vergangenen Nacht brach in der Kronsfabrik zur Herstellung medizinischer Präparate für das Militär Feuer aus, welches an den Chemikalien reiche Nahrung Der Berliner Vorort Blankenburg wird immer mehr ein Mühe arbeiten konnte. Der Schaden wird auf mehrere Millionen Fabrikort der Militärindustrie. So errichtet jest dort neben der geschäßt. Trommelfabrik von Meißner die Militäreffektenfirma Eb. Kühne eine Drelundzwanzig Wagenladungen Bildung. Die Kaiserin große Fabrikanlage. von China leistet sich in Bildung so viel wie mur je eine höhere Zum Morde in Alt- Buchhorft. Am Freitagmorgen erschien Tochter aus der Tiergartenstraße. In allen chinesischen Zeitungen in unserer Redaktion der Eigentümer und Bau- Unternehmer Herr wird offiziell angekündigt, daß fie 23 Wagenladungen der verKarl Binn aus Alt- Buchhorst und teilte uns mit, daß die in der schiedensten europäischen Werke, ins Chinesische übersetzt, und zwar Bresse über ihn gebrachten Mitteilungen in jeder Beziehung unerke über Boltswirtschaft, Chemie, Phyfit, Staatsfunft usw., in richtig seien. Bon seiner Berbaftung fei nie die Rede gewesen, da ihren Balaft habe bringen lassen. Diese Wagenladungen europäischer er zu dem Morde selbstverständlich in keiner Beziehung stehe. Auf Wissenschaft hätten nicht weniger als 3000 Taels geloftet und die unsere Frage, ob es in Alt- Buchhorst nicht einen anderen Maurer Saiferin habe eine Anzahl Vorleser damit beauftragt, ihr täglich die seines Namens gäbe, auf den fich bie in diesen Tagen interessantesten Stellen aus diesen Büchern vorzulesen. veröffentlichte Reportermeldung beziehen könnte, erklärte Serr ginn, daß solches ausgeschlossen sei, da δα an dem kleinen Grubenexplosion. Freitag früh fand, wie aus London beOrte weder ein Maurer noch sonst jemand wohne, der seinen Namen richtet wird, in der Llest Kohlengrube bei Neath( Glamorganshire) führe. Auch die sonst in der Reportermeldung gebrachten Dar- eine Explosion statt. 18 Personen wurden getötet, 60 bestellungen über seine Person erklärte Herr Binn, der sich z. 8. von finden sich noch in der Grube in Gefahr. Berufs wegen in Charlottenburg befindet und dort Wilmersdorfer ftraße 106 bei Sieben wohnt, in jeder Beziehung für unrichtig. Herr 8im nimmt an, daß die falsche Nachricht von einer ihm feindfei, von wo aus fie bann ein Berichterstatter in die Presse gebracht lich gesinnten Seite zunächst an seinem Wohnfige verbreitet worden habe. 4,23 Broz. und hat es auf 8028 Einwohner gebracht. gebra 2019 fand. Die Size war so groß, daß die Feuerwehr nur mit vieler .ollog/ Fische in der Milch. Auf eigentümliche Weise wurde, dem Gesell." zufolge, in dem Dorfe N. bei Neuteich eine Milchfälschung Durchfeihen der von einem Befizer gelieferten Milch mehrere Kleineentdeckt. In der Molterei fanden nämlich die Käfereigehilfen beim Fische. Die sofort angestellten Nachforschungen ergaben, daß eine der mit dem Melten betrauten Mägde öfters Milch entwendet und, Vor den Augen seiner Geliebten hat sich der 25 Jahre alte Das Ankoppeln von Anhängewagen an Fahrräder ist in damit dies nicht auffalle, die fehlende Milch durch Wasser, welches Arbeiter und Händler Johann Grischkowiak aus der Dalldorferstr. 6 Friedenau verboten worden. Der Tischlermeister Bohse hatte Donnerstag auf offener Straße erschossen. G. wohnte in dem ge- an sein Zweirad einen Kindersportwagen fest angekoppelt und war sie aus dem Wassergang schöpfte, ersetzt hatte. Hierbei hat sie die nannten Hause mit der Blätterin Marie K. Da er eines verkrüppelten bann mit seinem Söhnchen die Brachtstraße hinuntergefahren. Erische mitgeſchöpft, welche nun zu Verrätern ihrer lange betriebenen Beines wegen nicht mehr arbeiten konnte, so ernährte er sich durch erhielt vom Umtsvorsteher auf Grund der Oberpräsidial- Diebstähle wurden. einen Straßenhandel mit Streichhölzern. In der legten Zeit mertte Verordnung bom 28. März 1893" ein Strafmandat in niy er, daß seine Geliebte ihre Neigung einem anderen zuwandte. Die Höhe von 3 Mark. Herr Bohse hat gegen diese StrafBlätterin machte daraus auch fein Hehl, fie wollte G. verlassen, weil festjeßung gerichtliche Entscheidung beantragt. Ferner ist dem fie angeblich seine Roheit nicht länger ertragen fonnte. Der Ver- Fahrradhändler Elsner in der Rheinstraße, der häufig einen schmähte machte ihr daher böse Auftritte. Am Mittwoch wollte er fie der neuen, eleganten, durch ein Kugelgelent mit dem Rade verder neuen, eleganten, durch ein Kugelgelent mit dem Rade ver erwürgen und sich mit Schweinfurter Grün vergiften. Nur mit Mühe bundenen, stabil gebauten Korbwagen als Anhänger bemuzte, von hielt sie ihn davon zurüid. Gestern abend gegen 9/2 Uhr traf H. dem Friedenauer Amtswachtmeister untersagt worden, diesen Wagen, die R. auf dem Hochplaze. Von der Eifersucht gepackt, zwang er sie, den man in Berlin sehr häufig im Gebrauch sieht, zu benußen. mit nach Hause zu tommen. Vor der Hausthür entwickelte sich der Man darf auf die gerichtliche Entscheidung um so mehr gespannt um Wortstreit zwischen den beiden zu einer Schlägerei. Plötzlich gab G. fein, als im Kreise Teltow eine landrätliche Verordnung besteht, die bem Mädchen eine Ohrfeige, zog dann einen Revolver aus der Tasche das Aneinanderkoppeln von Fuhrwerken verbietet und mit dem Heu und schoß sich vor ihren Augen eine Kugel unterhalb des Herzens selben Rechte auch das Anhängen von Wagen an Motorräder unter- Erbfen in ben Leib. Auf der Unfallstation in der Lindowerstraße starb der fagt werden könnte. Schwerberwundete nach kurzer Zeit. Zu dem Sittlichkeitsverbrechen gegen die Arbeiterin Lina Huhn beim Bahnhof Jungfernheide erfahren wir weiter, daß außer bem Arbeiter Heinrich Bugte aus der Potsdamerftr. 10 zu Char lottenburg, noch der Arbeiter Franz Kaercher aus der Schulstr. 10 verhaftet worden ist. Gesucht werden noch die Arbeiter Mag Gräfling, Otto Ihn und Paul Boemert. Straßensperrung. Die Schicklerstraße von der Neuen Friedrichſtraße bis zur Straße An der Stadtbahn wird behufs Asphaltierung vom 21. August ab bis auf weiteres für Fuhrwerte und Reiter gesperrt. 4 eigen Roggen Marktpreise von Berlin am 17. Auguft 1899 nach Ermittelungen des tgl. Polizeipräsidiums. D.- Ctr. 15,80 14,70 Schweinefleisch 14,70 13,70 Kalbfleisch Futter- Gerste Hafer gut mittel gering Nichtstroh + Speisebohnen †) Linsen 13,20 12,80 Sammelfleisch # 15,60 15, Butter 14,90 14,40 Gier 14,30 13,80 Karpfen 4,32 3,66 Male 6,80 3,90 Bander 40, 25,- Hechte 50, 25, Barsche 1kg 1,60 1,60 1,60 2,40 60 ind 4, 1kg 2,20 12,80 1,20 2,60 1,20 2,40 1,20 1,80 0,80 2,50 1,20 1,40 0,80 2, Produktenmartt vom 18. August. Am Weizenmarkte beschränkte Geschäft auf 70, 30, Schleie 9,- 5, Bleie Der Schutverband Berliner Radfahrer teilt bürgerlichen Kartoffeln, neue 1,60 1,20 Serebse per Schod 12, Blättern mit: Die seit Beginn dieses Jahres wegen Freigabe des Rindfleisch, Keule 1 kg do. Bauch 1,20 1, nördlichen Banketts auf der Steglig Schloßpark BehlendorfGrmittelt pro Tonne von der Centralfielle der Preuß. LandwirtBannfee Potsdamer Chauffee eingeleiteten vielfachen Ber shaftskammern- Notterungsstelle- und umgerechnet vom Polizeipräsidium handlungen haben dahin geführt, daß schon in allernächster Zeit dieſes für ben Doppel- Centner. Bankett seitens des Landrates des Kreises Teltow mit der Maßgabe bapti +) Kleinhandelspreise. wird freigegeben werden, daß es da, wo nicht Materialien darauf lagern und außerhalb von Ortschaften, durch welche die Chaussee führt, ausschließlich von Radfahrern befahren werden darf; die frei- menten. Die Lenbenz war als schwach zu bezeichnen, doch blieben bie Bretje gegebenen Strecken werden an ihrem Anfang und Ende durch große nominell unverändert, da die feften Melbungen von den nordamerikanischen Tafeln fenntlich gemacht werden, welche der Schutzverband Berliner Börsen einen Rüdgang verhinderten. Roggen lag behauptet, Hafer im LocoRadfahrer zu diesem Zwede errichten lassen wird. Dringend zu geschäft preishaltend, Lieferungspreise weichend. Kartoffelfabritate. Prima trockene Kartoffelstärke per 100 g. Feuerbericht. In der Nacht zum Freitag entstand Andreas- wünschen ist jedoch, daß diese neue, den Wünschen und Bedürfnissen Brutto intl. Gad und Mehl 19,00 M. straße 14 durch Explosion einer Petroleumlampe ein Zimmer der Radfahrer entgegenkommende Maßregel des Landrats des Für Spiritus überwog die Nachfrage, so daß Preise für Lieferung brand, der verschiedene Möbelstüde zerstörte. Mariannen- Kreises Teltow auch bei demjenigen Teil des radfahrenden 10 Pf. fich befferten. Loco bet besserem Umfaß behauptet. Spiritus loco play 12 wurden die Schaldede und Baltenlage von Feuer ergriffen, Publikums volles Verständnis finde, welches nicht immer ordnungs ohne Faß mit 70 M. Abgabe ist heute von den Kursmaklern mit 48,5 M. das aber große Ausdehnung nicht erlangte." Höchste straße 16 mäßiges und anständiges Verhalten auf dem Nade zur Nichtschnur gehandelt worden. ging ein Bosten Wäsche in Flammen auf. Nach Alexandrinen traße 81 wurde die Wehr gerufen, weil hier Matrazen Feuer gefangen hatten. Ein Alarm nach Mauerstraße 15 betraf einen Wohnungsbrand, der Gardinen und Möbel einäscherte. Aus den Nachbarorten. = Friedrichsberg Stralau. Den Barteigenoffen zur Nachricht, daß die diesjährige Lassalle- Feier von beiden Orten zusammen am Sonntag, den 27. August, in der Victoria Brauerei" in Stralau gefeiert wird. Die Genossen werden um rege Agitation für den Besuch der Feier ersucht. Näheres im Inseratenteil der Dienstag Die Vertrauenspersonen. Nummer. = Lichtenberg Friedrichsberg. Den Mitgliedern des Socialdemokratischen Wahlvereins zur Kenntnis, daß die am Dienstag fällige Beriammlung schon am Montag, den 21. August, abends 9 Uhr, in Müllers Salon, Frankfurter Chauffee 86, stattfindet.( Siehe Annonce.) Der Vorstand. auf denen zu nehmen pflegt. Berhalten -in hind Witterungsübersicht vom 18. Auguft 1899, morgens 8 hr. Stationen 01 Barometer ftand mm Wind= richtung Windstärke Wetter Mangel an Trinkwasser beim Manöver. Die„ Nat.- 8tg." schreibt: Bei dem starten Truppenverkehr, der in jedem Sommer von Berlin her nach dem Döberiger Lager stattfindet, ist ein großer Mangel an Trinkwasser fühlbar geworden. Dies hat sich besonders während der Manöverübung am legten Dienstag und Mittwoch gezeigt. Die Brunnen der hinter Spandau an der Chauffee zerstreut liegenden Geböfte waren bald erschöpft, und da es öffentliche Brunnen auf der Landstraße hinter Spandau nicht giebt, so haben die Truppen Swinembe. 7552 unter dem Durst sehr zu leiden gehabt. Da nun in jedem Sommer Hamburg nach dem Döberizer Plaz größere Truppenmassen zusammengezogen Berim werden, erscheint die Errichtung einer Anzahl öffentlicher Brunnen Biesbaden 765 München 7673 namentlich auf der am meisten benutten Heerstraße, der Hamburger Chauffee zwischen Spandau und dem Döberiger Lager, bringend en 762 NW 3bedeckt geboten. efsed Dermischtes. " 106 uliefero gestaA 75928 759 23 Temp. n. C 5°-4°. .133 Stationen Barometerstand mm Wind Bunz Windstarte Wetter 6 wolfig 13 paparanda 746 NO 2 bedeckt 5hlb. bed. 14 Betersburg 7480 2bedeckt 5hlb. beb. 14 Sort 770 NNW 3hetter 764 WNW 65lb.bed. 3 bedeckt 17 Aberdeen 5 bedeckt 14 Baris 17 Temp. n. C. 44841 5° C.= 4° R. 15 12 768 Still wolten! 16 Wetter Prognose für Sonnabend, ben 19. Auguft 1899. Zunächst noch fühl und veränderlich, mit frischen nordwestlichen Winden und leichten Regenfällen. Nachher auftlarend und etwas wärmer. Berliner Wetterbureau. R Briefkasten der Redaktion. Wir bitten, bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben ober eine Bahn anzugeben, unter der bie Antwort ertheilt werden full und beaut abonnementsquittung beizulegen. Fragen ohne solche M nicht Besondere Spiellehrer für die Volks- und Jugendspiele Die Nordpol- Expedition Wellmanns. Aus Tromsö wird foll der Magistrat von Charlottenburg für die dort seitens der vom Freitag gemelder: Das Fangschif Capella ist gestern Stadt eingerichteten Spielpläge anzustellen beabsichtigen. Bei der letzten abend von Franz Josef Land hier eingetroffen. Das Schiff hat die Etatsberatung haben die städtischen Behörden einen größeren Posten Expedition Bellmann& mitgebracht, die es auf Kap Tegethoff für die Pflege der Bolts, und Jugendspiele in den Etat eingestellt, antraf. Es verlautet, Wellmann sei bis zum 82. Grad vorgedrungen Demgemäß ist an der Spreestraße neben der dort befindlichen Volks- Ein Teilnehmer an der Expedition Namens Benzen, welcher allein wortet und schriftliche Antwort wird nicht ertheilt. schule und der Volks- Bade- Anstalt auf einem umfriedigten Grund mit einem anderen Genossen auf der Insel Wilzienland in einer ſtück ein weit ausgedehnter Spielplag angelegt worden, der mit Steinhütte überwinterte, ist gestorben. Im Februar zog sich WellDie juriftliche Sprechstunde wird Dienstags, Donnerstags und Rajenplägen, schattenspendenden Bäumen und Gerätschaften ber- mann in einer Eisspalte eine Verrentung eines Fußgelentes zu, in- Freitags abends von 6 bis 8 1hr abgehalten. fehen ist. Ferner find Wettende 100. As Attiengesellschaft ist die Maschinenfabrik Schwart die Höfe einiger Gemeindeschulen folge deren er noch an Krücken gehen muß. Die Expedition hat zu Spielpläßen hergegeben, nach Beendigung 108 Walrosse und 8 Bären gefangen, eine Spur von Andrée topff am 1. Juli 1870 gegründet worden. des Schulunterrichts ebenfalls 5. S. 72. Das betreffende Blatt erscheint Berlin, Lügomstr. 6. Volts- und Judendspiele abs wurde nicht gefunden. Das Schiff Capella" nahm die P. Ngb. Schreiben Sie an den Arbeiter Turnverein Fichte", gehalten werden sollen. Runmehr schweben einer Korrespondenz Expedition am 27. Juli auf und jegelte am 10. August ab. Am Friedenstraße 87. zufolge im Schoße der Stadtverwaltung Verhandlungen 6. August wurde die" Stella Polare" mit der Expedition des Herzogs A. H. 1. Die Kündigung kann, falls nichts anderes vereinbart ist, an über die Anstellung besonderer Spiellehrer und Lehrerinnen, da die der Abruzzen in Broejensfund auf 80 Grad 20 Minuten Breite an jedem Tag erfolgen. 2. Bei Nichteinhaltung einer 14tägigen SündigungsD. S. Wiederholen Sie eventuell Ihre Stadt infolge der vielen Unglüdsfälle, welche durch das frist ist Schadenersatz zu zahlen. C. G. 200. Anfrage. Schriftliche Antwort erteilen wir nicht. Spielen der Kinder auf den Straßen herbeigeführt getroffen. An Bord ist alles wohl. Eisenbahnunglück. Aus Chemnitz wird amtlich gemeldet: Legen Sie Beschwerde beim Landrat ein. Krankengeld. Diese Fest werden, beabsichtigt, das Jugendspielwesen so auszugestalten, daß Aufsichtsbehörde ist die Gewerbebeputation des bie Straßenspiele möglichst ihr Ende finden. Damit ist Charlotten Freitag wurde der 9 Uhr 20 Minuten vormittags nach Leipzig berfungi... 73. L. Sofern nicht eine unterbrechung der Berburg die erste Stadt, welche in dieser umfassenden Weise für das fehrende Personenzug bei der Ausfahrt in Chemnitz durch eine von Spielbedürfnis der Kinder, von denen auch die noch nicht schul- der Rifaer Linie zurückkehrende Vorspannmaschine flantiert. Hierbei tährungsfrist eingetreten ist, liegt Verjährung vor. pflichtigen die städtischen Schulpläge sollen besuchen dürfen, zu sorgen sind beide Maschinen und 8 Wagen entgleist, sowie einige Personen. S. Sie können auf Einräumung des Kellers und Schadensersatz klagen. Die Höhe des Schadens tann von uns nicht abgeschätzt werden, sie unter23. 23. 2044. leicht verlegt worden. Bis zur Beendigung der Aufräumungsarbeiten liegt richterlichem Grmessen. beschlossen hat. Der Kläger würde in wird der Personenverkehr durch Umsteigen aufrecht erhalten. Unter- hrem Fall für die Hälfte der Kosten verantwortlich sein... 13. Zum Vorsitzenden der Einkommensteuer- Veranlagungs: suchung ist im Gange. 1. Nein: der Miether kann auf Schadensersatz flagen. 2. Ja. 3. Sie Kommission für den Kreis Teltow ist Herr Regierungsrat suchung ist im Gange. Dr. Kuehne, der Vorsitzende der Veranlagungs Kommission in Ein Salzbergwerk zerstört. Aus Deffau wird berichtet: tönnen auf Ausführung der Reparatur lagen... Rigdorf. Nein. 2.2. 44. Ihre Bestrafung wegen Beleidigung wird voraussichtlich er Breslau, ernannt worden. Herr Regierungsrat Fromme, der Vier Etagen des älteren herzoglichen Salzbergwerkes Leopoldshall folgen, wenn kein Vergleich geschlossen wird. Jedoch steht es Ihnen fret, bisherige Vorfigende, ist zum Ober- Regierungsrat ernannt; auch ist find ersoffen. Die Carnalitförderung ist eingestellt. Menschen find wibertlage vor Schluß der ersten Justang zu erheben.-8ablen. 1 und 12: Ste müßten 8ahlungsbefehl beantragen oder Klage erheben. Sprechen ibm die Leitung der Finanzabteilung in Angelegenheiten der Beri nicht verunglüdt. ist 14imes 1: 2. In Südende. Ete eventuell zur Alarlegung des Sachverhalts in der Sprechstunde vor. der Mietswohnung vorgekommen ist. 4. Solchen Schein, wie Sie ihn be: an die Gewerbedeputation mit dem Antrag wenden sollten, eine Staffe M. W. Biz zum 1. Januar 1900 ja. E. S. Zu diesem Behufe müßten zeichnen, giebt es nicht. Vielleicht legen Sie ausführlicher dar, was Sie zur Rückzahlung zu verurteilen, so teilen Sie uns wohl das Resultat mit. Sie einen Vertrag auf dem Amtsgericht( Neue Friedrichstr. 13) schließen. meinen. R. Hermann. Der Ehescheidung muß ein bei dem Amts G. M. 42. Lebten die Betreffenden in Berlin oder der Provinz 2. 6. 200. Beide Urkunden sind erforderlich. A. P. 56. Das gericht vorzunehmender Sühnetermin vorangehen. Die Klage selbst muß Brandenburg, so kommt märkisches Provinzialrecht in Anwendung. Nach bricht nicht den Vertrag. Sie können nur auf Einräumung des Kellers und burch einen Anwalt angestrengt werden. Daß die Klage in Ihrem Fall märkischem Erbrecht wird, falls kein Testament vorliegt, in auf Schadenersas flagen. H. W. 12. Leider nein. Ein social Aussicht auf Erfolg hat, ist nach Ihrer Darstellung nicht anzunehmen. folgender Reihenfolge geerbt: 1. In der ersten Reihenfolge erben bemokratischer Antrag zum Unfallversicherungsgesetz, durch den die Unfall: Das Scheidungsverfahren kann ein halbes bis zwei Jahre dauern. Die Descendenten( Kinder resp. Entel, Urenkel) und der Ehegatte. 2. Falls keine bersicherung auch auf Fensterreinigungs- Institute ausgedehnt wäre, ist nicht Rosten mögen auf etwa 300 m. in erster Instanz sich in Ihrem Falle belaufen. Descendenten da sind, erben: die nächsten, dem Grade nach von der den zur Annahme gelangt. P. B. 2. Nein. A. B. Wollen Sie Ihr 6. 8. 99. 1. und 2. Die Klage ließe sich nur gegen bestimmte Mit Erblaffer überlebenden Ascendenten, vollbürtige Geschwister, Kinder ersten Geld wieder haben, so müßten Sie die Civilklage anstrengen. Fällt die glieder, nicht gegen den Verein richten. 3. Es braucht nur teilweise Rückgabe Grades vorverstorbener vollbürtiger Geschwister und der Ehegatte. 3. Sind Pfändung fruchtlos aus, so würden Sie etwa 15 Mart Kosten haben. erfolgen. Podejuch. Gegen das Verbot muß Beschwerde beim Landrat auch solche Verwandte nicht vorhanden, so erben außer dem Ehegatten Halbgeschwister und Kinder ersten Grades vorverstorbener Halbgeschwister. 4. In Das Urteil verjährt erst in frühestens 30 Jahren. Eine strafrecht eingelegt und das Verwaltungsstreitverfahren eingeschlagen werden. liche Verfolgung des Falles hätte wohl wenig Bwed. 9. 50. Nein. C. t. 32. Die Aenderung des wechselseitigen Testaments nach dem An- der vierten Klasse erben neben dem Ehegatten die entfernteren SeitenSchreier 95. Nur wenn es sich um eine Alimentenforderung handeln tritt der Erbschaft seitens des Ueberlebenden ist unzulässig, daher der Nach verwandten. 5. Sind auch solche Erben nicht vorhanden, so erbt neben Krankenkaffe. Nach dem Ehegatten der Fistus: in Züllichau, Kottbus und Krossen jedoch follte. A. Walther. 1. Ihr Pachtvertrag würde, soweit ersichtlich, auch trag hinfällig. Jedoch herrscht hierüber Streit. Demnach ist in Ihrem Falle zu entscheiden: ohne schriftlichen Vertrag gültig sein. 2. Wenn der Jahreszins unter 150 M. dem Gesetz ist leider die Staffe im Recht. Jedoch können hierüber Zweifel nur der Ehegatte. 3. A. 1000. Nein betrug: ja, sonst nein. 3. Das ist kein Grund zum Rücktritt, da es nicht in bestehen: ein Erkenntnis hierüber ist uns nicht bekannt. Wenn Sie sich zu 1.: A. B. C. Zu 2: Ja. Bu 3, 4, 5: Nein. Für den Inhalt der Juferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, 19. Auguft. Neues Opern Theater( Stroll). Die Fledermaus. Unfang 7% 11hr Lessing. Im weißen Röß'l. Anfang 712 Uhr. Neues. Kiwito. Anfang 7½ Uhr. Westen. Martha. Anfang 7% uhr Schiller. Wilhelm Tell. Anfang 72 Uhr. Central. Der Heiratsmarkt. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Germinal oder: Der Streit der Bergarbeiter. Anfang 8 Uhr. Alexanderplat. Nana. Anf. 8 Uhr. Oftend. Die Kubanerin. Anfang 8 Uhr. Luisen. Glykerion. Hierauf: Der Kammertater. Anfang 8 Uhr. Metropol. Berlin lacht! Anfang 8 Uhr. Belle Alliance. Specialitäten- Bor: stellung. Anfang 72 Uhr. Apollo. Frau Luna. SpecialitätenVorstellung. Anfang 8 Uhr. Urania Apollo- Theater. Taubenstrasse 48/49. Um 8 Uhr: Im Theater: Abends 9 Uhr: FrauLuna Luftballett ,, Grigolatis". Achtung, Maurer! Sonntag, den 20. August cr., vormittags 10 Uhr, bei Hoffmann, Alexanderstr. 27 e: Versammlung E Das Land der Fjorde. mit dem Luftballett, Grigoletto", des Vereins zur Wahrung der Interessen d. Maurer Berlins u. Umg. Invalidenstr. 57/62:* Otto Reutter* Tägl. Sternwarte. Nachmittags täglich 5-10 Uhr. Passage-Panopticum Geöffnet von 9 Uhr früh bis 10 Uhr abends. Neu! Neu! Das urkomische Neueste Der Kosmograph Aufnahme. Neu! Die Eröffnung Neu! Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genoffen Kessler über:" Revolution und Socialdemokratie". 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. 129/17 NB. Da unter dem 3. Punkt wichtige Sachen zur Sprache kommen, ist es Pflicht der Mitglieder des Dortmund Ems- Kanals u erfcheinen. am 11. August 1899 durch Se. Maj. d. Deutschen Kaiser. Garten- Konzert 7 Uhr. Anfang der Vorstellung 8 Uhr. Vorverkauf täglich im Theater und beim Künstlerdank", Unter den Bückeburger Linden 69. Bauern Palast- Theater Ensemble. Anfang der Vor: stellung 6 Uhr abends. CASTANS P Reichshallen. Stettiner Sänger. PANOPTICUM Anfang 8 Uhr. Vaffage Panoptikum. Speciali $ täten Vorstellung. Urania. Juvalibenstr. 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr: Sternwarte. Taubenstr. 48/49. Jm Theater. Das Land der Fjorde. Anfang 8 Uhr. Schiller Theater ( Wallner Theater). Morwitz- Oper. Sonnabend, abends 72 Uhr Volkstümliche Opernvorstellung bei halben Preisen: Wilhelm Tell. Sonntag, abends 72 Uhr: Bum leztenmal: Die Hugenotten. Montag, abends 72 Uhr: Bum legtenmal: Lucrezia Borgia. Hierauf: Cavalleria rusticana. Es finden nur noch 10 Opern: Vor: stellungen statt. Die sensationellen lebenden Photographien! In Lebensgrösse. Die russische ,, Mignon" Damenkapelle in moskowitischen Kostümen. Viele neue plastische Gruppen und Figuren. Prater Theater Kastanien- Allee 7/9. Täglich: Dorns Resi. Boltsstüd mit Gesang u. Tanz v. Hugo Schulz, früher Feen- Palast, Burgstraße 22. Direttion: Winkler und Fröbel. Sonnabend, 2. September: Eröffnung flm 15. August verschied nach turzem Krantenlager unjer lieber Kollege, der Schriftseter Hermann Rott im Alter von 40 Jahren. Wir verlieren in ihm einen treuen, braven Kollegen. Das Personal der Buchdruckerei Hempel& Co. Die Beerdigung findet am Sonntagnachmittag 5 Uhr, v. d. Leichenhalle des Neuen Jeru falemer Kirchhofes, Bergmann straße, aus, statt. 1977b Ter Vorstand. J. A.: G. Herforth. Verband der Möbelpolierer. Heute abend in sämtlichen Zahlstellen: Entgegennahme von Seiträgen. Montag, den 21. Auguft, abends 82 Uhr, Andreasstraße 26: Versammlung. 露 Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Sassenbach über: 147/5 Zwangs Junungen. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Am 27. August: Herrenpartie von Friedrichshagen nach RahnsDer Vorstand. dorf, Neuer Krug usw. Kistenmacher! Allen Kollegen und Freunden zur Sonnabend, den 19. August 1899, abends 8 Uhr, im Lokale des der durchweg wunderbar renovierten Nachricht, daß meine liebe Frau Kiesen- Brachträume. Grosses [ 72789* Specialitäten Programm. Vom Besten das Beste! Zum 1. Male: Helene Mertens geb. Karge( 19886 am 18. d. M., vormittags 101 Uhr, in der tgl. Frauenklinik verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag nachmittag 2 Uhr von der Leichenhalle Spree- Lottchen! bes ethfemane Friedhofs aus, statt. = Große Original Ausstattungs- Posse. 30 Chordamen hübsche tönnen fich melden vormittags von 11-12 im Bureau des Palast- Theater, Burgstraße 22. R. Ballschmieders ,, Kastanienwäldchen" Muſit von 2. Sterſten. Stoſtümſoubrette Konzertgarten u. Prachtiäle Fräul. Lucie Sarow. Gebr. Milardo, Grot. Duett. Tauma- Quartett, Gejang und Tanz. Die 3 Schönbrunns, hu moristisches Bilderbud). The 4 Flashes. Excentrics. Ballettgesellschaft Döring. Vendaro- Trio, Erercitien am Hand: Badstr. 16. Gesundbrunnen. Badstr. 16. Täglich: Gr. Promenaden Konzert. Jeden Donnerstag: Elite- Streich- Konzert. Trapez. Daniel- Truppe, Bantomime. Sonntags: Großer Ball im Konzert und Ball. Eintritt Sonntags und wochentags 30 Pf., num. Blaz 50 Bf. neuerbauten Saal. Kalbo. Empfehle meine Säle zu allen Fest lichteiten. R. Ballschmieder. Central Theater W. Noacks Theater, Ostbahn- Park Direktion: José Ferenczy. Luftspiel Ensemble( Fr.Milly Krause vom tgl. Schauspielhaus, Herr Otto Pahlau von Schiller- Theater, Herr Rich. Ewald vom Thalia- Theater als Gäfte.) Der Heiratsmarkt. Schwant in 3 Atten v. G. Otontowski. Anfang 8 Uhr. Morgen und folgende Tage: Die selbe Vorstellung. Ostend- Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstraße 132. Täglich: Die Kubanerin. Anfang 8 Uhr. Vorzugsbillets haben Gültigkeit. Im Garten: Specialitätenvorstellung. 27 Nummern. Anfang 5½ Uhr. Metropol- Theater. Behrenstr. 55/57. Grösster Saison- Erfolg!!! Berlin lacht! und das reizende Presse- Ballett. Hierzu: Neues Specialit.- Programm. U. a. Robinson Baker- Trio. Japanesen Fuhushima Truppe. Werner- AmorosCompany etc. etc. Anfang 8 Uhr. Reichshallen. Garten resp. Saal täglich: Stettiner Sänger ( Meyfel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Kirchmayer, Schneider und Schrader). Anfang wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Borher: Konzert. Entree 50 Pf., Vorverkauf für die Wochentage 40 Pf. Numeriert u. Loge 75 Pf. bis 2 M. Jeden Freitag: Neues Programm. Brunnenstraße 16. Hermann Imbs Täglich: Theater: u. Specialitäten 71 Rüdersdorfer Straße 71, Vorstellung. Die Lindenwirtin. Liederspiel in 1 Akt von D. Richter u. E. Braune. Musik von R. Thiele. u. E. Braune. Musik von R. Thiele. Das Blumenmädchen Voltsstück mit Gesang in 2 Aften vom Moriųplay. von Johann Eißner. Jm Saale: Tanzkränzchen. am Rüstriner Blaz. Täglich: Konzert, Theaterund Specialitäten- Vorstellung. Nur erstklassige Nummern. Anfang: Sonntags 4 Uhr. Entree 20 f. Anfang: Sonntags 4 Uhr. Entree 20 Bf Kinder 10 Pf. Sperrsiz Nachzahl. 20 Pf. Anfang: Wochent. 5 Uhr. Entree 10 Bf. Kinder 10 Pf. Sperrfiz Nachzahl. 10 Pf. Jeden Dienstag: Norddeutsche Sänger. Hermann Imbs, Direttor. Max Kliems Sommer- Theater Hasenheide 14-15. Artistische Leitung: Paul Milbih. Täglich: Großes Garten- Konzert. Auftreten des gesamten Schauspiel. n. Specialitäten- Personals. Nur erstklassige Kräfte. Georg Fischer( Liedersänger), Ernst Kühne( Charakter- Komiker), Fritzi Verra ( Softüm Soubrette), Charles Gilton( Equilibrist), The Original Becars ( Musikalischer Aft), Mlle. Marguerite mit ihren Rassetauben, Les Figanos Um zahlreiche Beteiligung bittet der trauernde Gatte nebst 4 Kindern. Herrn Stechert, Andreasstraße 21: Große öffentliche Versammlung. 2900 Tages Ordnung: 1. Der Streit bei Voigt, Melchiorstr. 30. 2. Abrechnung des Ver trauensmannes vom 1. und 2. Quartal. 3. Neuwahl eines Vertrauens mannes und dreier Revisoren. 4. Bericht des Delegierten zur GewerkschaftsKommission. 5. Verschiedenes. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines jeden Kollegen, 95/8 in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Vertrauensmann: Franz Splinter, Elisabeth- Ufer 43. Emil Mertens, Bauarbeiter( Nord). Verein der Maschinisten, Heizer und Berufsgen. Allen Freunden, Genossen und Be: tannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau Emma geb. Hobay im Alter von 221/2 Jahren nach schwerem eiben gestorben ist. Beerdigung Sonntag nach m. 41/2 Uhr von der Leichenhalle des Neu- Weißenseer Friedhofes. 1990b Der trauernde Ehemann: nod Bruno Schilling. Arbeiter Radfahrer- Verein " Berlin". Morgen 1/26 Uhr Tempelhofer Feld ( Steuerhaus) nach Luckenwalde. Donnerstag: Hauptversammlung in 12/9 Andreasstraße 26. Victoria- Brauerei Im Lühowstraße 111/112. Naturgarten oder Saal: Täglich Sumoristische Soiree der Norddeutschen Sänger ( Führmann, Horst, Walde). Anf. Sonntags präc. 7, wochen: tags 8 Uhr. Entree 50 Pf. Vorverf. 10 Pf. Familienbillets 3= 1 M. Sonntag und Donnerstag nach der Vorsteüung: Tanzkränzchen. Puhlmanns ( Instrumentalisten). Nenes gediegenes Familien- Programm. Vaudeville- Theater Entree: Wochentags 20 Pf. Numerierter Platz 40 Pf Anfang des Konzerts täglich 4 Uhr. In den Festsälen: Die Kaffeeküche ist geöffnet. Entree: Sonntags 25 Pf. Numerierter Plaz 50 Pf. Anfang der Vorstellung 6 Uhr. Groker Ball. Max Kliem. Schweizer- Garten Am Königsthor ( Dingbahn) An Friedrichshain. Täglich: Theater- und Specialitäten- Vorstellung. Jeden Mittwoch: Inhaber F. Lehmann, Schönh. Allee 148, Staſtan. Alle 97/99. Täglich: Konzert, Theater u. Specialitäten- Vorstellung. Amtenbrinks Tanz- Institut. Frankfurterstr. 58.[ 23432* Sonntag, 3. Sept., beginnt der erste Tanzkursus in der Saison. Empfehle Berlins und Umgegend. Sonntag, den 20. August 1899, nachmittags 5 Uhr, in Cohns Festsäten, Beuthstraße 19/20: Versammlung. Tages Ordnung: Bericht des Vergnügungskomitees von der Landpartie. Verschiedenes. Fragetasten. Der Vorstand. [ 138/13] Adtung! Vergolder. Atung! Verband der im Vergoldergewerbe beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Filiale Berlin. Montag, den 21. August, abends 8 Uhr, in den„ Arminhallen", Kommandantenstraße 20: Außerordentliche Mitgliederversammlung. Tages Ordnung: V 1. Abrechnung vom 2. Quartal. 2. Diskussion über die Anträge der Filiale München, betreffend die Einführung der Arbeitslosen- und Kranten Unterſtügung, und Verlegung des Termins der General Versammlung. ( Siehe Korrespondenzblatt vom 1. August d. J.) 3. Verschiedenes und 225/15 Der Vorstand. ragelaften. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Bflicht eines jeden, pünktlich zu erscheinen. NB. In dieser Versammlung findet die Ausgabe der Matineebillets statt. D. O. Freie Vereinigung der Civil- Berufsmusiker Berlins and Umgegend. Dienstag, den 22. Augast 1899, vormittags 11 Uhr, im Lokale des Herrn Lange, Dragonerstraße 15: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Anträge Justo( Statutenänderung). 3. Abrechnung vom Stiftungsfest. 4. Vereinsangelegenheiten und Ver schiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen bittet Der Vorstand. 50/10 Actien- Brauerei Friedrichshain früher Lipps. Am Königsthor. Sonnabend, den 19. August 1899: Gr. Sommernachts- Ball verbunden mit humoristischen Vorträgen und Gesang arrangiert vont Verband aller im Handels- u. Transportgewerbe beschäftigten Hilfsarbeiter Berlins u. Umg. auskunftsbureau u. Arbeitsnachweis: Kommandantenstr. 25. Telephon: Amt IV No. 3973. Auftreten des Humoristen Herrn Oskar Lange und des Improvisators ( Stegreifdichter) Herrn Richard Arnoldi. Die Gesangsvorträge werden von dem Gesangverein„ Süd- West"( M. d. .- S.: B.) unter Leitung des Dirigenten Herrn Schulz, die Ballmusit wird von dem 20 Mann starken Neuen Berliner Konzert Orchester" unter Leitung des Dirigenten Herrn Rudolf Tie z ausgeführt. Ende früh 6 Uhr. abends Die Festteilnehmer haben gegen Vorzeigung der Billets freien Zutritt 75/15 zum Gartentonzert, welches von 4 Uhr an stattfindet. Billets sind zu haben im Bureau, in den Zahlstellen sowie bei saintDas Komitee. lichen Vorstandsmitgliedern. Großes Familien- und Kinderfent. meinen Saal mit Theaterbühne, ſowie Anfang Eintritt für Damen 30 Pf., für Herren 50 Pf. mit Tanz. Auftreten des neuen Künstler- Ensembles. Jeden Abend von 10-11 Uhr: Der Novität. Novität! große und fleine Vereinszimmer zu Festlichkeiten und Versamuilungen. Guten[ 23442 Mittagstisch und Abendtisch. Musit Franz Jentsch, Alt- Moabit 54. Kinderwagen, Puppen, Sport, Ober- Bonze von Kiautschou. Ausstattungs- Burleste mit Gesang in 3 Bildern von J. Eisner. von Mar Schmidt. Verband der in Buchbindereien, Volksbelustigungen aller Art. Im Saale: Ball Haftens, Reitetsu. Biegenbod- Wagen, der Papier- und Leder- Galanteriewaren- Juduſtrie KottbuserSanssouci, Strasse 4a. Glänzend renoviert! Eröffnung: 22798* Sonnabend, den 26. Angust, abends 8 Uhr. Hoffmanns Norddeutsche Sänger. Darsteller: Adolf Hoffmann, Herm. Müller: Lipart, Rudolf Steinhardt, Hans Bär, Bruno Grüneberg, Georg Hirschel, Karl Leonhardt, Theodor Meusel, Emil Tesch, Paul Wolfgang. Gleichzeitig empfehle die Säle zu Festlichkeiten. Kinder Klappstühle, Triumphstühle, in beſchäft. Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. er- Holzmöbel, Stran enwagen für Er wachsene u. Kinder. Kinderbettstellen. Zahlstelle Berlin. Dienstag, den 22. August cr., abends 82 Uhr: Sämtl. Korbwaren. Versammlung Brößt.LagerBerlins. A. W. Schulz. 2002 Berun N., 95 Brunnenstr. 95. Fernspr. Amt III, 1767. Musterbuch gratis u. franto. Teilzahlg. gestattet. Fahrräder, Leilzahlung, coulante Bedingungen.[ 23000* Oranienstrasse 33, II. Verantwortlicher Redacteur: Nobert Schmidt in Berlin. Für den Inferatenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. im Lokale von Feuerstein, Alte Jakobstraße Nr. 75. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Max Schütte über: Graf Mirabeau. 2. Ver 25/3 bandsangelegenheiten und Verschiedenes. Sonnabend, 16. September, in Kellers Festsälen, Stoppenstr. 29: Gr. Ball. Gr. humoristische Soiree der Leipziger Sänger. Tanz 50 Pf. Billets 30 Pf. Billets sind im Bureau, Annenstr. 50 Die Ortsverwaltung. und sämtlichen Zahlstellen zu haben. Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin. Mr. 193. 16. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt, Sonnabend, 19. Auguf 1899. bie geld für sich behalte, so fragte er bei dem Gaste telephonisch an Bewegung begrüßen, fo' weit entfernt sind wir, die Dienstboten Wir wollen ihre BeGerichts- Beifung. bund erhielt den Bescheid, daß 10 Pf. für ihn beim Wirt deponiert focialdemokratisch organisieren zu wollen. Die oberschlesische Justiz und die polnische Socialdemokratie. feien. Der Kellner stellte darauf den Wirt zur Rede, diefer leugnete, wegung gern und freudig unterstüßen, aber wir müssen sehen, daß Wegen Beleidigung eines Richterfollegiums hatte sich gestern der tam zu einem Zerwürfnis, der Kellner verließ seine Stellung ihr Verein ein Kampfverein wird.( Bravo.) Das ist jetzt nicht der Maler und Redacteur Lesniewski, der bis vor kurzem die und erstattete Anzeige wegen Betruges, gleichzeitig dehnte er seine Fall. Einer der Leiter der jegigen Dienstboten- Bewegung übt ja Gazetta Robotniza" redigierte, vor der Ferien- Straflammer zu Anzeige dahin aus, daß der Wirt und feine Ehefrau die von den eine Tyrannei über die Mitglieder des Vereins aus, Dieser Herr verantworten. In einem Artikel des Blattes wurde Kritik an einem Gästen auf den Tellern zurückgelassenen Fleischreste wieder zu dem der Tyrannei der Herrschaften nicht nachsteht. Fleische werfen, das für später tommende Gäste bestimmt war hat die Dienstmädchen aufgefordert die heutige Versamm Urteil der dritten Strafkammer des Landgerichts zu Beuthen geübt. Die Angeklagten bestritten diefe Manipulationen und bezeichneten lung nicht zu besuchen, und er hat erklärt, daß ein ſocialdurch welches ein Kolporteur wegen Verbreitung eines focialbemo bie Anzeige als einen Rache- Aft des Kellners Wolf, den sie wegen demokratisches Mädchen dem Verein nicht angehören darf. Ich kratischen Wahlaufrufes zu neun Monaten Gefängnis verurteilt Durchstechereien mit der Köchin entlaffen hätten. Die frühere Köchin, fordere die Dienstmädchen auf, sich selber zu organisieren und darauf worden war. In dem Artikel wurde u. a. gesagt, daß die Richter Fräulein Lanzo wsti und dann noch eine dritte Zeugin, die eben zu halten, daß der Vorstand ihres Vereins nichts anderes sein darf, jedenfalls ihre Pflicht nach bestem Wissen gethan, aber doch von falls früher in der Treptauschen Küche beschäftigt gewesen war, be- als ihr ausführendes Organ, Ihr Verein muß ein energischer, ziel ihrem persönlichen Klassenstandpunkt und ihrer Klassenüberzeugung stätigten aber die von Wolf erhobenen Beschuldigungen und so gelangte bewußter Kampfverein werden.( Beifall.) Sie dürfen sich nicht aus geurteilt hätten und daß die Aufgabe gelöst werden müsie: der Gerichtshof zu der Ueberzeugung, daß wenigstens die Ehefrau des führen laffen, sondern Sie müssen selbst ihre Angelegenheiten in ganz Oberschlesien socialdemokratisch zu machen, damit gerechte Urteile gesprochen würden. Die Richter der III. Beuthener Straf Bergehens gegen das Nahrungsmittelgefes schuldig fei, wenn auch die Hand nehmen.( Bravo!) Die Rebnerin empfiehlt folgende kammer fühlten sich durch den Artikel beleidigt und stellten den dem Ehemanne nicht ausreichend nachgewiesen sei, daß er um die Resolution: efelhaften Manipulationen seiner Frau gewußt habe. Der Ehemann Die Versammlung erklärt: Strafantrag. Der Angeklagte bestritt die Absicht der Beleidigung fönne daher nur wegen des Betruges an den 10 Pfennig verurteilt und verwies auf die Thatsache, daß von dem Boiener Gericht der werden, und hier seien wegen der Geringfügigkeit des Betrages Verbreiter desselben Wahlaufrufs nur zu 100 m. und sogar der fünf Mart Geldstrafe ausreichend. Die Ehefrau dagegen Verfasser nur zu 300 M. Geldstrafe verurteilt worden sei. Der fei mit zwei Wochen Gefängnis und 800 Mart Geib Staatsanwalt erblickte in dem Artikel schwere Vorwürfe gegen die 22618 161 Win! strafe zu bestrafen. betreffenden Richter, deren Unparteilichkeit direkt angezweifelt werde, und beantragte drei Monate Gefängnis. Das Urteil lautete auf leidigten. " über 4 Wir begrüßen mit Befriedigung die neu entstandene Dienst botenbewegung als eine erste Regung des Selbstgefühls und er startenden Klassenbewußtseins dieser rechtlosen Schicht des Proletariats. In der Erkenntnis, daß die männlichen und weiblichen Dienstboten unter einem Ausnahmegesez stehen, das ihre Bürgerrechte einschränkt, sie wehrlos der Willkür ihrer Arbeitgeber preisgiebt und ihnen die Möglichkeit nimmt, mit allem Nachdruck für ihre Interessen zu kämpfen, fordern wir: 1. Abschaffung der Gesinde- Ordnung und der Dienstbücher. 2. Aufhebung des Gesetzes vom 24. April 1854. 3. Ausdehnung der obligatorischen Kranken- und Unfallversicherung auf alle Dienstboten. 4. Unterstellung der Dienstboten unter die Gewerbe- Ordnung. Wir verlangen ferner, angesichts der gesundheitswidrigen Wohnungsverhältnisse der Dienstboten den schleunigen Erlaß ortsoder landespolizeilicher Verordnungen, die Die Durchführung dieser Bestimmungen ist behördlich zu kontrollieren und wo die Wohnräume der Dienstboten diesen Anforderungen nicht entsprechen, sind die Hausbesißer und Mieter zu bestrafen und die fernere Benigung des betreffenden Raumes zu berbieten. $ Die nun folgende Diskussion nahm einen ziemlich ruhigen Ber lauf. Erhebliche Einwendungen gegen den von der Referentin vertretenen Standpunkt konnte auch der Führer der Dienstbotenbewegung, Redacteur Perlmann, nicht machen. Er drückte seine Befriedigung darüber aus, daß von socialdemokratischer Seite teine besondere Organisation der Dienstboten beabsichtigt werde, er erkannte es an, daß die Socialdemokratie die Dienstbotenbewegung unterstüße, meinte aber, es sei besser, wenn die Bewegung parteilos bleibe, damit die Herrschaften nicht an derselben Anstoß nehmen und den Dienstboten den Beitritt zum Verein verbieten. Mit dem von der Referentin erwähnten Verhalten eines Leiters des Vereins seien nicht alle Mitglieder einverstanden. sechs Wochen Gefängnis und Publikationsbefugnis für die Be silbait Derlammlungen. Eine sehr unangenehme Polizeigeschichte, die sich am Toten- Mit der Dienfibotenbewegung Sonntag des Jahres 1894 abgespielt hat, wurde jüngst vor dem beschäftigte sich am Donnerstag eine Voltsversammlung, die von Schöffengericht zu alle a. S. enthüllt. Angeklagt war der der Vertrauensperson der socialdemokratischen Frauen nach der Berliner Ressource einberufen war. Der Saal und die Gallerien Restaurateur Günther, der den Sittenbeamten Giternid Berliner Reſſource durch üble Nachrede beleidigt haben sollte. Die Sache hatte folgendes waren schon lange vor Beginn der Versammlung von einer dicht Vorspiel: Gelegentlich einer Kontrolle bemerkten die Nachtwächter gebrängten Menschenmenge gefüllt. Später wurde das Lokal, Männliche und Fengler und Augustin in der Totenfonntagsnacht des Jahres 1894, als es bollständig besetzt war, abgesperrt. weibliche Besucher waren etwa in gleicher Stärke, Dienst wie sich ein Herr mit einer Frauensperson in der Nähe eines Bretter- boten aber nur wenig vertreten. a) einen hygienisch angemessenen Minimal Luftraum feftDen Vortrag des Abends zaunes unschicklich zu schaffen machte. Die Wächter hatten von der ihre die Dienst botenbewegung, sezen; Ursachen borgesetzten Behörde Auftrag erhalten, gut aufzupaffen, damit in und Biele, hielt silly Braun. Die Referentin leitete ihre b) die Bestimmung treffen, daß diese Räume durch nach außen jener Gegend feine Unfittlichkeiten begangen würden. Sie nahmen Ausführungen ein mit einer historischen Betrachtung über die Entgehende Fenster gehörig ventiliert, mit Heizvorrichtung versehen, ben Herrn und die Dame mit nach der Polizeiwache. Dort an von innen verschließbar und von Retieraden und dergleichen in gekommen, amüsierte man sich sehr darüber, daß der fiftierte Herr tehung des Dienstbotenverhältnisses bis zu seiner heutigen Form, entsprechender Entfernung sein müssen. ein bekannter Kollege war. Der eine Wächter verlangte die fowie über den Ursprung der gegenwärtigen Gesinde Ordnungen, Feststellung des Namens seines Arrestanten, worauf der Beamte, von denen es in Deutschland 60, in der Provinz Hannover Die Rednerin zeigte unter Hinallein deren sechs giebt. der in jener Nacht allerdings nicht amtlich thätig gewesen und weis auf die einschlägigen Bestimmungen der verschiedenen Urlaub zu einer Hochzeit gehabt haben will, erklärt haben soll: Gesinde Ordnungen, daß die Lage der Dienstboten eine den Na so etwas ist mir doch noch nicht passiert, daß ich von einem heutigen Anschauungen durchaus widersprechende sei, da fie fich Nachtwächter arretiert worden bin". Er stellte die Dame", die bei Um der Ausbeutung der Dienstboten durch gewerbsmäßige der Festnahme gesagt haben soll: Na ich bin ja nun alle Reviere wenig von dem Sklaven- und Hörigkeitsverhältnis früherer Zeiten Arbeitsvermittler ein Ziel zu seßen, verlangen wir die Errichtung ziemlich durch, nun kann ich ja auch mal schauen, wie es auf der unterscheide. Insbesondere wies die Referentin darauf hin, daß die öffentlicher oder kommunaler Arbeitsnachweise, soweit die ArbeitsSelofterstraße aussieht" als seine Braut vor, womit dann die Sache preußische Gesinde- Ordnung der Herrschaft das Recht der Büchtigung bermittelung nicht von den Dienstboten Organisationen selbst in gebe. In wirkungsvoller Weise, oft von Beifall und zustimmenden vorläufig ihr Ende hatte. Längere Zeit nach jenem Vorgange Sundgebungen unterbrochen, schilderte die Rednerin die unwürdige, die Hand genommen werden kann. Die Erringung aller dieser avancierte Citernid zum Sittenbeamten, worauf er das aller Humanität hohnsprechende Behandlung, unter der der größte Teil Forderungen wird zum großen Teil von dem energischen, verGünthersche Restaurant und die darin beschäftigten Kellnerinnen zu der Dienstboten zu leiden hat. Dann warf sie die Frage auf: Was hat die einten Stampfe aller Dienstboten abhängen und in diesem Kampfe tontrollieren hatte. Eines Tages tam es zwischen Günther und sichern wir der Dienstbotenbewegung unsere Unterstügung zu. Eiternic zum Wortwechsel, worauf G. dem E. den Vorgang von der bürgerliche Gesellschaft gethan, um die Lage der Dienstboten zu verbessern? Lilly Braun schließt mit folgenden Bemerkungen: Die in Im Jahre 1893 beantragte die freifinnige Partei im Reichstage die Totenfonntagsnacht des Jahres 1894 vorwarf. Eiternid fühlte fich Gleichstellung der Dienstboten mit den gewerblichen Arbeitern. Aber der Refolution niedergelegten Forderungen find derart, daß sie jebes beleidigt und er, sowie auch die Polizeiverwaltung stellte Straf- im Jahre 1895 stimmte dieselbe Partei in der Kommission zur Be- Mädchen, auch ohne socialdemokratisch zu sein, unterschreiben kann. antrag gegen Günther. Der Wahrheitsbeweis wurde aber tvir meinen nicht, daß dadurch δας Dienst durch die Nachtwächter 2c. erbracht und Günther wurde frei ratung des Bürgerlichen Gesetzbuchs gegen die Aufhebung der Es sind Forderungen, die gegenwärtig erfüllt werden können, wird. Die Befreiung endgültig beseitigt der gesprochen. Die durch Eiternid verursachten Stoften trägt natürlich Gesinde- Ordnungen. Das Centrum hat im Plenum des Reichs- aber die Stellung tages 1896 ebenfalls gegen der Dienstboten botenelend die Staatskaffe! unter die Gewerbe- Ordnung gestimmt. 1897 nahm der Arbeiterklaffe, zu der auch die Dienstboten gehören, ist erst durch Wegen Vergeheus im Amte stand gestern der frühere Post- Reichstag eine Resolution Lenzmann an, welche die verbündeten die Aenderung der Gesellschaftsordnung zu erwarten, und die einzige hilfebote August Schwensiner vor der zweiten Straffammer des Regierungen ersucht, baldigt einen Gesezentwurf vorzulegen, Partei, die dies Ziel erreichen kann, ist die Socialdemokratie.( LebLandgerichts 1. Der Angeklagte legte ein Geständnis ab. Als er welcher das Arbeitsverhältnis der land- und forstwirtschaftlichen hafter, allseitiger Beifall.) eines Tages mit dem Sortieren von Briefen beschäftigt war, sei ihm Arbeiter, sowie der Dienstboten regelt. Der Reichstag nahm gwar ein Brief in die Hände gekommen, der versehentlich nicht geschlossen diese Resolution an, die Regierungen haben ihr aber bis jetzt noch war. Er habe den Inhalt untersucht und darin eine Anzahl Frei nicht Folge gegeben. Ueber die Nichtbeachtung dieses Reichstagsmarten gefunden. Er habe den Brief einfach verschlossen. Erst Beschlusses dürfen wir uns freilich nicht wundern. Sehen wir doch, später sei ihm der Gedanke gekommen, daß er fich daß ein viel wichtigeres Versprechen des Reichskanzlers: die Aufdie Marken hätte aneignen tönnen. Als er dann biele hebung des Verbindungsverbots für politische Vereine, bis heut unerfüllt Briefe zu bestellen erhielt, die von einem hiesigen Lotterie geblieben ist.( Beifall.) geschäft herrührten, habe er vermutet, daß dieselben außer Wenn wir jett, angesichts der Dienstbotenbewegung die bürgereinem Schreiben auch Lotterielose enthielten. Er habe etwa 20 Briefe liche Bresse betrachten, dann sehen wir, daß sie ihr mit wenig Ausunterschlagen, in denen er je ein Los fand. Drei von diesen Losen nahmen feindlich gegenüber steht. Von jener Seite ist also nichts waren mit Gewinnen von 50 M., beziv. je 15 M. gezogen. Nur in für die Dienstboten zu erwarten.( Zustimmung.) Die bürgerliche dem ersten Falle gelang dem Angeklagten das Abheben des Ge- Frauenbewegung hat bei ihrer Agitation aus Anlaß der Beratung Wes Geistes Kind der Unterstüßungsverein der Diener ist, und winnes, beim zweiten Male wurde dem Dienstmanne, welcher von des Bürgerlichen Gesetzbuches der Gefinde- Ordnung gar nicht dem Angeklagten nach dem Lotteriecomptoir gesandt worden war, gedacht. Auf dem Kongreß der bürgerlichen Frauen hat man einen daß dieser Verein in seiner jegigen Form und unter der gegenein Angestellter mitgegeben, der den Auftraggeber ver Herrn, der über die Gefinde- Ordnung sprechen wollte, nicht reden wärtigen Leitung nicht dazu angethan ist, einer zielbewußten bienen, баз wurde haften lassen sollte. Als der Angeklagte aber zwei Berlaffen, angeblich aus Mangel an Zeit. Frau Lina Morgenstern, Dienstbotenbewegung als Stütze zu sonen tommen sah, zog er es vor, sich davon zu machen. eine Führerin der bürgerlichen Frauen, forderte, da die Dienstbücher durch einige frühere Mitglieder und den gewesenen zweiten Während der Staatsavalt gegen den Angeklagten eine Gefängnis manchmal verloren gingen, daß die Zeugnisse der Dienstmädchen bei Vorsitzenden des Vereins im Laufe der Debatte dargelegt. Strafe von zwei Jahren Seantragte, plädierte der Verteidiger, der Polizei eingereicht würden, und der Berliner Hausfrauen- Verein Eine ältere Köchin befundete ihr volles Einverständnis mit den AusReferendar Dr. Fräderichs, für ein niedrigeres Strafmaß. Das soll ja in einem Flugblatt seine Mitglieder aufgefordert haben, führungen der Referentin. Im Sinne des Vortrages sprachen ferner Urteil lautete auf eine Gefängnisstrafe von einem Jahre. ihren Dienstmädchen den Besuch der Versammlungen zu verbieten, Fräulein Bien und Frau Rönsch. Mit lebhaftem Beifall nahm und dieselben eventuell zu entlassen. Im übrigen schweigen die die Versammlung die Ausführungen von Frau Wengels entgegen, Eine wiffentlich falsche eidesstattliche Versicherung, die bürgerlichen Frauen über die Dienstbotenbewegung. Nur das Organ die in temperamentvoller Weise die ängstliche, harmonieſelige Art, mit großer Frivolität abgegeben war, führte gestern den Portier der angeglich radikalen Gruppe der bürgerlichen Frauen brachte einen in der Herr Perlmann die Dienstbotenbewegung vertritt, kennFranz Marquardt vor die vierte Ferien Straffammer des zeichnete. Die Dienstmädchen wüßten jezt schon, daß sie zu den Landgerichts I. Der Angeklagte war Portier im Hause Großbeeren sehr matten Artikel über die Bewegung. Wer ist es, der für te Dienstboten eintritt und für ihre Rechte Arbeitern und nicht zu den Herrschaften gehören, und die Geister, straße 10, welches dem nicht dort wohnenden Eigentümer Grumow ge- fämpft? Bon Leitern der jetzigen Dienstbotenbewegung wurde ge- welche die Leiter der Bewegung gerufen haben, würden sie nicht wieder hört. Dem Angeklagten war bekannt, daß der Porzellanhändler jagt, die Socialdemokratie habe bisher nichts für die Dienstboten los. In ihrem Schlußwort bemerkte illy Braun: Daß der Mischke, der in dem Hause Großbeerenstraße 10 sein Geschäft betrieb, mit der Miete im Rückstande geblieben war, vom Vermieter gethan. Diese Behauptung beweist, wie gering die Kenntnisse Sturm, der sich unter den Dienstboten erhoben hat, nicht aufhöre, derjenigen find, die an der Epiße der Dienstbotenbewegung dafür werden wir sorgen.( Beifall.) Da zur Zeit ein Mangel an aber Aufschub erhalten hatte. Am Abend des 10. Mai erschien nun stehen, und in welchen Händen sich diese zur Zeit befindet.( Bei- Dienstmädchen herrsche, so hätten diese nicht nötig, ängstlich zu sein der Angeklagte bei Grunow und erzählte, daß Mischko Bor- fall.) Im socialdemokratischen Programm wird gefordert: Rechtliche und sich den Besuch der Versammlungen verbieten zu lassen. Aber bereitungen treffe, um zu rüden. Große Stiften mit Borzellan Gleichstellung der landwirtschaftlichen Arbeiter und der Dienstboten wenn sich die Socialdemokratie der Bewegung der Dienstboten nicht würden verpackt und auf Möbelwagen fortgeschafft. Er mit den gewerblichen Arbeitern und Aufhebung der Gefinde- Ordnung. annehme, habe dieselbe keine Aussicht auf Erfolg.( Großer Beifall.) habe einmal den Kutscher gefragt, went der nicht mit Die socialdemokratische Partei hat aber auch im Reichstage Die von der Referentin vorgeschlagene Resolution fand eineiner Firma versehene Wagen gehörte, aber nur die Ant- eine Reihe ens von Anträgen gestellt, die sich auf die Ver- stimmige Annahme. wort erhalten:" Ach was, hier wird" Helgoland gemacht!" Grunow forderte" den Angeklagten auf, feine Wahrnehmungen bei hältnisse der Dienstboten beziehen. Sie beantragte im Jahre 1895, baß die Gewerbegerichte auch für die Dienstboten Die Arbeitervertreter Berlins und Umgegend, welche auf einem Rechtsanwalte in Form einer eidesstattlichen Versicherung zuständig sein sollen, und ferner, daß den Dienstboten das Koalitions- Grund des Unfall-, Invaliditäts- und Altersversicherungs- und des niederzulegen. Marquardt kam dieser Aufforderung nach. Die Folge recht gewährt werde. Gerade dieser Bunft ist von größter Wichtig- Strankenversicherungs- Gesetzes gewählt find, waren für Donnerstag war, daß auf Grund dieser eidesstattlichen Versicherung ein schleuniger teit, denn solange die Dienstboten nicht das Recht der Koalition zu einer öffentlichen Versammlung einberufen, die leider mir Arrest gegen Mischte ausgebracht und sein Geschäft geschlossen wurde. haben, ist ihre Bewegung ein Messer ohne Heft und ohne Klinge. sehr schwach besucht war. Es handelte sich hierbei um die OrganiMischte, bem von dem Inhalte der eidesstattlichen Bersicherung nicht Ohne das Koalitionsrecht bleiben die Dienstboten Stlaven und Hörige, fation der Arbeitervertreter Deutschlands" sowie um die Wahl eines das geringste bekannt war, strengte die Interventionsklage an. Im wie sie es in früheren Jahrhunderten waren.( Beifall.) Die Er Vertrauensmannes". Termine mußte Marquardt einräumen, daß er sich die ganze Ge- ringung des Koalitionsrechts sollte daher eine der ersten Forderungen Simanowsky erläuterte in seinem einleitenden Referat die schichte aus den Fingern gesogen habe. Dem Kläger der Dienstbotenbewegung sein.( Buftimmung.) einzelnen Bestimmungen über die Organisation der oben benannten Mischte wurde sein Eigentum wieder freigegeben, durch Bei der Agitation, welche die socialdemokratischen Frauen aus Socialgesetze und deren im Verlauf ihres Bestehens getroffenen die Schließung seines Geschäfts hatte er aber immerhin einen Anlaß der Beratung des Bürgerlichen Gesetzbuches entfalteten, ge- Veränderungen. Wenn man auch der Arbeitervertretung in den Schaden von 600 M. erlitten. Der Angeklagte behauptete im gestrigen Termin, daß er an Gedächtnisschwäche leide, er wisse weder hörte die Abschaffung der Gefinde- Ordnung zu den selbstverständ- Berufsgenossenschaften und im Reichs- Versicherungsamt eine einflußgestrigen Termin, daß er an Gedächtnisschwäche leide, er wisse weder lichsten Forderungen. Im Reichstage ist die Socialdemokratie reiche Witwirkung zugesagt habe, so konnte man während der letzten etwas davon, was er dem Zeugen Grunow und dem Rechtsanwalt 1896 dafür eingetreten, daß die Bestimmung im Einführungsgesetz Jahre gerade wahrnehmen, daß die gewählten Arbeitervertreter mitgeteilt habe, noch tönne er einen Grund für seine Handlungs- zum B. G.-B., welche den Fortbestand der Gefinde- Ordnungen aus die eigentliche Aufgabe ihres Berufes entweder nicht voll weise angeben. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten ganz erfaßten oder dies eben nicht konnten, spricht, beseitigt werde. Unsere Partei verlangte, daß die Dienstboten der und eine Gefängnisstrafe von einem Jahre drei Monaten, der Gewerbe- Ordnung unterstellt werden. Sie beantragte, für den Fall, fie zwar auf Grund der gefeßlichen Bestimmungen gewählt, Gerichtshof erkannte auf neun Monate Gefängnis. daß die obligatorische Krankenversicherung der Dienstboten nicht an aber, wie namentlich in den Berufsgenossenschaften und beim ReichsEin nettes Gastwirts.Ehepaar stand gestern vor der ersten genommen würde, die den Herrschaften auferlegte Pflicht der Kranken- Versicherungsamt, mur äußerst selten oder gar nicht Gelegenheit Ferien- Straffammer am Landgericht II. Der Restaurateur Gottfried fürsorge von 6 Wochen auf 13 Wochen auszudehnen. Dieser Antrag haben, ihres Amtes walten zu können, wie es thatsächlich innerhalb Treptau in der Kolonnenstraße war wegen Betruges angeklagt wurde aber mit 189 gegen 25 Stimmen abgelehnt. Im Jahre 1897 der legten vier Jahre dem größten Teil der Arbeitervertreter beim und außerdem wurde er in Gemeinschaft mit seiner Ehefrau des stellten die Socialdemokraten den Antrag, die Regierung möge einen Ge- Reichs- Versicherungsamt ergangen ist. Hinzu komme noch, daß Bergehens gegen das Nahrungsmittel- Gesetz beschuldigt. Bei den feßentwurf vorlegen, welcher die Ausnahmebestimmungen für landwirt die übergroße Menge der Versicherten selbst kein Verständnis Angeklagten war im vorigen Jahre der Kellner Wolt beschäftigt. schaftliche Arbeiter und Dienstboten beseitigt und diese der Gewerbe- Ord- für die eigentlichen Aufgaben der Arbeitervertreter habe, wie Eines Tages befand sich der Hausdiener Lictau im Lokale und ming unterstellt. Aber auch dieser Antrag wurde abgelehnt und statt man es bedauerlicherweise gerade in Berlin beobachten tönne. machte eine Beche von 80 Pf. Als er gehen wollte, war der Kellner dessen die schon erwähnte Resolution Lenzmann angenommen. Das Jufolge aller dieser Umstände habe man deshalb seiner Zeit die nicht zur Stelle; der Gast zahlte daher an den Wirt und legte 10 Bf. ist die Stellung, welche einerseits die Socialdemokraten, anderer Konferenz der beim Reichs Versicherungamt bestellten Arbeiter Trinkgeld für den Kellner zu. Als letzterer wieder das Lokal betrat, händigte feits die bürgerlichen Parteien hinsichtlich der gesetzlichen Regelung vertreter nach Halle einberufen, nachdem bereits der Gewerkschaftsfongreß in Frankfurt a. M. sich mit dieser Frage befaßt hatte. Bon ihm der Wirt die 80 Bf. ein, bie 10 Bf. Trinkgeld behielt er aber zurück. der Verhältnisse der Dienstboten eingenommen haben. Der Kellner tannte den Gast sehr gut, er wußte, daß dieser stets Wenn auch die Dienstboten noch kein Koalitionsrecht haben, so den 32 Vertretern waren 25 anwesend, welche unter den obwaltenden Trinkgeld gab und da er den Wirt längst im Berdacht hatte, daß tönnte ihre Organisation doch in mancher Hinsicht eine Besserung Umständen sich dabin schlüssig wurden, in Form einer losen So freudia wir auch die Dienstb oten- Centralisation in allen Städten Deutschlands in öffentlichen dieser das in analogen Fällen für den Kellner empfangene Erint ibrer Laae durchfezen. So freudia wir auch die Dienstboten Gentralisation in " weil " Versammlungen gewählte Vertrauensmänner zu ernennen, die zur Zeit eine günstige Geschäftskonjunktur herrscht, beschloß die stark| nahmen die Berichte des Referenten mit lebhafter Zustimmung ent auf ihriftlichem Wege mit einander verständigen. besuchte Versammlung, den Unternehmern die Forderung eines gegen. In der Diskussion wurde lebhaft bedauert, daß die hiesige Der in Berlin gewählte Vertrauensmann hat die Aufgabe, eine über Stundenlohnes von 75 Pf. zu unterbreiten. Der Anspruch soll am Holzbearbeitungsfabrik die Forderungen ihrer Tischler noch nicht beganz Deutschland verbreitete lose Vertrauensmänner- Organisation zu Montag, den 21. d. M., geltend gemacht werden. Bisher beträgt der willigt hat. Der Direktor erklärte der Kommission gegenüber, daß bewerkstelligen und alle weiteren Schritte zu veranlassen. Redner Stundenlohn 70 Pf. Sodann gab das Vergnügungskomitee die Ab- er nur mit seinen eigenen Leuten verhandle. Diese Antwort wurde schließt seine interessanten Ausführungen mit dem Wunsche, daß es rechnung vom Stiftungsfest, die ein Deficit von 17,25 M. aufweist. in der Versammlung mißliebig bemerkt und einstimmig beschlossen, gelingen möge, auf diese Weise unter der gesamten Arbeiterschaft Die au Holzbearbeitungsmaschinen beschäftigten Arbeiter die Fabrik so lange mit Arbeit zu verschonen, bis dieselbe die Fordedas Interesse und Verständnis für die Wirkungen der gesamten Berlins und Umgegend hielten am 14. d. M. im Englischen Garten rungen ihrer Tischler bewilligt hat. Socialgesetzgebung zu wecken, und zugleich die Nebelstände derselben ihre regelmäßige Mitgliederversammlung ab. Paul Jahn hielt Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 20. August, vorm. 812 Uhr, zu beseitigen! In diesem Sinne möge die Versammlung entscheiden einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag über Max im oberen Saal des Englischen Gartens", Alexanderstraße 27c, und einen geeigneten Vertrauensmann wählen. Um 10 Uhr vormittags eben Stirner, der Einzige und sein Eigentum." Eine Diskussion fand Bersammlung: Freireligiöse Vorlesung. Nachdem in der Hierauf folgenden Besprechung Gutheit, nicht statt. dafelbst: Vortrag des Herrn Dr. Bruno Wille:„ Das Schicksal". Dähne und der Referent die besondere Aufgabe der Berliner Der schwache Besuch der Versammlung wurde einer scharfen Gäste, Damen und Herren, sehr willkommen. Vertrauensmänner näher gekennzeichnet hatten, wurde Dähne Kritik unterzogen, jedoch von einigen Rednern entschuldigt, da man Allgemeine Kranken: und Sterbekasse der Metallarbeiter als Vertrauensmann der Berliner Arbeitervertreter einstimmig mit der jezigen Jahreszeit zu rechnen hätte. Sodann wurden noch( Filiale Berlin 3). Sonnabend, 19. August, abends 8 Uhr, bei Berguer, einige interne Verbandsangelegenheiten erledigt. Zum Schluß wies Reichenbergerstr. 157: Mitglieder- Versammlung. Dähne sprach darauf den Wunsch aus, daß sämtliche Arbeiter der Vorsitzende auf die Besichtigung der Treptower Sternwarte hin, vertreter Berlins und Umgegend sowie alle Juteressenten und Ar- welche am Sonnabend, den 19. d. M., abends 129 Uhr stattfindet schaffen. Insbesondere sei dies der Fall für die in Aussicht stehende daß die nächste Mitgliederversammlung am 11. September im beiter bemüht sein mägen, ihm geeignetes Material zu ver- und forderte zu zahlreicher Beteiligung auf; ferner teilte er mit, Beratung der Unfall- Novelle im Reichstage. Englischen Garten", Alexanderstr. 27c, stattfindet. gewählt. Centralverband der Maurer( Bahlstelle Rabißpuzer). In der regelmäßigen Mitgliederversammlung, die am 16. August tagte, wurde das Resultat der vorgenommenen Baukontrolle bekannt gegeben. Da Treptow. " Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter ( E. S. 29, Hamburg), Filiale Berlin 4. Sonnabend, den 19. Auguſt, abends ( E.§. 29 Hamburg), Filiale Berlin 5. Mitglieder- Versammlung am Sonn-, 82 Uhr, bei Friz Wilfe, Andreasstr. 26: Mitglieder- Versammlung. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter abend, den 19. d. M., abends 9 Uhr, bei Koplin, Lothringerstr. 68. Weißensee. Am 16. August fand hier eine stark besuchte Centralverein der im Adressenwesen und verwandten Brauchen öffentliche Holzarbeiter- Versammlung statt, in welcher Fendel Beschäftigten. Sonnabend, den 19. August, abends 8 Uhr, bei Wilhelm Die Anwesenden Schmolke, Wallstr. 65: Versammlung. über die Lohnbewegung der Bautischler sprach. Hohlwein's Keglerschlösschen, Känstrasse. Nonnenbergs Restaurant Grosser schattiger Garten, Saal, Kaffeeküche, Kegelbahnen. Vereinen und Herrenpartien bestens empfohlen. Bayrisch- Bier Glas 10 Pf. Kaffeeküche täglich von 3 Uhr ab geöffnet.[ 1756L* Saatwinkel ,, Jägerhäuschen" geschütte für Vereine u. Land- Großer Saal, schattiger Garten, Berauben, partien empfohlen. große Ausspannung, Kaffeeküche, verdeckte Kegelbahnen. 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