Ar. 197. Absmiemeitts-Kedingungen: SbonnemenlS- Preis pränumerando: vierleljährl. 3,Z0 Md. monatl. l,10Ml., Ivöchenllich 28 Pfg. frei ins Haus. einzelne Nummer S Psg. Sonntags- Nummer mit illullricrier Sonntags- Beilage„Die Neue Welt" 10 Psg. Post- Abonnement: SL0 Marl pro Quartal. Singetrage» in der Post- Zeilimgs- Preisliste für 1889 unter Et. 7820. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich-Ungarn 2 Marl, sür da» übrige Ausland 3 Marl pro Monat. Stscheint läglirlz nutzet Zvonlag«. Berliner Volksblntt. 16» Jahrg. Di» Ansertions-Wedülfr beträgt sür die fechSgespallene Kolonel» zeile oder deren Raum so Psg., für politische und gewerlschastltche Vereins- und Versammlung«-Anzeigen 20 Pfg. „Kleine Anseigen" jedes Wort 5 Psg. (nur daS erste Wort fett). Inserate sür die nächste Nummer müssen bis S Uhr nachmittags in derExpsditton abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bt» 7 Uhr abends, an Sonn- und Festlagen bt« 8 Uhr vormittags gsöfsnet. Fernsprecher! Amt I. Nr. 1508, Telegramm-Adresse:.. »«ori-idemotzxqh Hxxiin"- Centraiorgan der sociatdemokratischen Partei Deutschtands. Rrdaktion: LM. 19, Beutlz-Strasze 2. Partei»enosfen l Laut Beschluß des vorjährigen Parteitages findet der diesjährige in Hannover statt. Auf Grund der Bestimmungen der§Z 7, 8 und 9 der Partei- Organisation beruft die Parteileitung den diesjährigen Parteitag auf Montag, den 9. Oktober nach Hannover in den„Ballhof", Burgstr. 9, ein. Als provisorische Tagesordnung ist festgesetzt: Montag, den 9. Oktober und die folgenden Tage: 1. K o n st i t u i e r u n g des Parteitages. Wahl des Bureaus. Festsetzung der Geschäfts- inid Tagcsordiiitiig. Wahl einer Kommission zur Prüfung der Mandate. 2. Geschäftsbericht des Vorstandes. Berichterstatter: I. Auer und A. G e r i s ch. 3. Bericht der Controleure. Berichterstatter: H. M e i st e r. 4. Bericht über die parlamentarische Thätigkeit. Berichterstatter: G. H o ch. 6. Die Zuchthausvorlage vor dem Reichstage. Berichterstatter M. S e g i tz. 6. Erörterung über Punkt 3 des Programms. Berichterstatter: F. G e y e r. 7. Die Angriffe auf die Grundanschauungen und die taktische Stellung nähme der Partei. Berichterstatter: A. Bebel. 8. Die Maifeier 1909. Berichterstatter: W. P f a n n k u ch. 9. Anträge zum Programm und zur Organisation. 19. S o n st i g e A n t r ä g e. Für Sonntag, den 8. Oktober, ist seitens der Parteigenossen Hannovers eine Empfangs- und Begrüßungsfeier vergcschcn. Die- selbe findet von nachmittags 3 Uhr ab im „Palmcngarten-KonzerthanS", Eingang Göthcstraße, statt. Die Adresse des Lokalkomitees ist: August Lohrberg, Hannover, Bnrgstr. 9. Parteigenossen! Wir fordern Euch nun auf, die erforderlichen Vorarbeiten zu treffen, insbesondere die Wahl der Delegierten und die Einreichung der Anträge rechtzeitig zu bewirken. Die Anträge müssen spätestens den 1ö. September in den Händen des Vorstandes, Adresse: I. Auer, Berlin 8W, K a tz b a ch st r. 91 sein, wenn sie entsprechend den Bestimmungen des Z 8 Absatz 2 der Partei-Organisation im„Vorwäts" veröffentlicht werden und in die gedruckte Vorlage für den Parteitag Aufnahme finden sollen. Anträge von einzelnen Parteigenossen bedürfen der Gegen- zcichuung des Vertrauensmannes, falls sie zur Veröffentlichung und Beratung gelangen sollen. Die Parteigenossen, die zum Parteitag kommen, werden ersucht, von ihrer Delegation dem Vorstand und dem Lokalkomitee recht- zeitig Mitteilung zu machen, damit dieses in Bezug auf Quartier ec. die notwendigen Vorbereitungen treffen kann. Mandatsforniulare, niit deren Versendniig am 8. September bc- gönnen wird, sind durch das Parteiburcau, Adresse I. Auer, Berlin S W., Katzbachstr. 9 I zu beziehen. Die Genossen, welche Anträge einreichen, werden darauf auf- merksam gemacht, daß etwaige, den Anträgen beigegebene Motive weder im„Vorwärts" noch in der dem Parteitag vorzulegenden ge- druckten Vorlage Aufnahme ffiiden können. Die Genossen haben das Recht, ihre Anträge auf dem Parteitage entweder persönlich zu vertreten oder durch befreundete Genossen vertreten zu lassen; außerdem empfiehlt es sich, wichtige Anträge vor dem Zusammen- tritt des Parteitages in der Presse zu erörtern. Die Motive aber in die Parteitagsvorlage aufzunehmen, verbietet sich aus räumlichen Rücksichten und der damit verknüpften unvermeidlichen Wiederholungen willen. Berlin, den 8. August 1899. Mit socialdcmokratischcm Gruß Der Parteivorstaud. Hans-Agrarier. Bereits im vergangenen Jahre beschäftigte sich der Central- verband der städtischen Hans- und Grundbesitzer-Vereine Deutsch- landS mit der Frage: Wie können wir den durch das Bürgerliche Gesetzbuch uns aifferlegtcn Pflichten ein Schnippchen schlagen und die Rechte, welche das Gesetz dem Mieter einräumt, aufheben? Die Ansicht, daß von den Hausbesitzern ein Mietsvcrtrag sür ganz Deutschland geschaffen werden müsse, der die Pflichten des Per- mieters auf die Schultern des Mieters lege, wurde dort lebhaft ver- treten. Nicht minder stark gelangte die Auffassung zur Geltung, der Vermieter müsse unter allen Umständen das Recht haben, aus x-beliebigen Ursachen heraus bei der geringsten Vertragsverletzung den Mieter aus der Wohnung zu setzen und außerdem die Miete einzuklagen. Bei Beratung des Bürgerlichen Gesetzbuchs hatten die Social- dcmolraten eine' dahingehende Tendenz der Haus- Agrarier detont Dottnerstag, den Ä4. August 1899. und deshalb zwei- Anträge vorgeschlagen. Der eine ging dahin, daß nur bei erheblichen Verletzungen der Rechte des Vermieters ein Exmissionsrccht gegeben sein solle. Dieser Antrag gelangte in der Sitzung vom 29. Juni 1896 zur Annahme und ist in das Gesetz über» gegangen. Ein weiterer Autrag ging dahin, Verträge für ungültig zu erklären, in denen der Mieter eines Grundstücks aus anderen als in dem Gesetz ausdrücklich ausgesprochenen Gründen dem Vermieter das Recht einseitiger Aufhebung des Mietvertrages oder des Rücktritts vom Mietverträge einräume» oder sich einer Konventionalstrafe in einer größeren Höhe als eines Wochcnzinses unterwirft. Dieser letztere Antrag wurde leider abgelehnt. Gegenüber der offenen Kriegserklärung der städtischen Agrarier gegen die Bestimmungen dcö Bürgerlichen Gesetzbuches� bedauerten im vergangenen Jahre selbst iiationalliberale und konservative Blätter, daß dieser social- demokratische Antrag nicht zur Annahme gelangt war. In. diesem Jahre sind die Hausagraricr abermals zusammen- gewesen. Abermals haben sie beraten, wie der Not der armen Hausbesitzer gesteuert werden könne. Einigkeit macht stark. HanS- besitzet aller Gaue, vereinigt Euch, gemeinsam ein Formular zu einem Mietvertrage zu entwerfen, war die Parole auf diesem Kon- grcsse des Centralverbandes. Die Versauinilung dcS Central- verbandes stimmte am 19. August dem Entwurf eines Mietvertrages bei, der den Mieter auf Gnade und Ungnade der Willkür des HauS- Paschas überliefern und den HauSpascha selbst von jeder Ver- pflichtung mit Ausnahme der, die Miete in Enipfang zu nehmen, befreien sollte. Als Grundlage für diesen Vertrag haben die be- kannten halSabschueidcrischen Berliner Mietverträge gedient. Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch hat der Vermieter die Pflicht, die Wohnung in ordnnngSmäßigcni Zustand zu erhalten. Diese Pflicht des Vermieters geht nach dem Vertrage auf den Mieter über. Der Mieter verzichtet in dem Vertrage ferner auf die ihm sonst nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch zustehenden Entschädigungs- Ansprüche für die Abichnnng von Afrcrmictcrn. Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch kann der Mieter, falls nichts anderes vereinbart ist, die Wohnung in ordnungsmäßiger Weise benutzen. Das Formular verbietet ihm, andere Personen als Frau. Kinder, Bedienstete und die eigenen Familienangehörigen i» die Wohnung aufzunehmen. Das Bürgerliche Gesetzbuch befreit die der Frau gehörigen Sachen von der Mithaftuuq für die Miete. Nach dem neuen Foriunlar soll nur mit Mann und Frau Vertrag geschlossen werden, dann würden also die Sachen der Frau vallstandig hasten. Nach dem Bürger- lichcn Gesetzbuch sieht es jedem frei, seine Forderungen aufzurechnen. Das Formular läßt den Mieter auf die Aufrechnung von Gegen- fordcrungcn verzichten. Demnach würde z. B. ein Schuhmacher, der solchen Vertrag unterschrieben hat, nicht berechtigt sein, 49 M., die der Hauswirt für gelieferte Schuhe schuldet, auf die Mietsschuld an- zurechnen. Und in diescrArtgehtcsindcmVertrage weiter. Unterwirft sich jemand solchem Vertrage,'so begicbt er sich sämtlicher Rechte, die das Bürgerliche Gesetz ihm einräumt, und bcgiebt sich in die Gefahr, aus allen möglichen Aiilässcn exmittiert zu werden. Allerdings haben die Herren Hausbesitzer bei ihrem Bestreben, das Gesetz durch Ver- trag umzumodeln, die Rechnung teilweise ohne den Wirt gemacht. Die Bcstinimnngen des Vertrages find teilweise ungültig,' können wenigstens in verschiedenen Fällen für ungültig erachtet werden. Der Charakter des Vertrages und seine juristische Unzulänglichkeit mag an einigen Beispielen hier klargelegt werden. Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch kann der Vermieter nur in folgenden Fällen ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist auf Exmission klagen: 1. wenn der Mieter einer Abmahnung des Verinicters un- geachtet einen vertragswidrigen Gebrauch der Sache fortsetzt, der die Rechte des Vermieters in erheblichem Maße verletzt, insbesondere einem Dritte» den ihm unbesugt übcrlassencn Gebranch beläßt oder die Wohnung durch Vernachlässigung der dem Mieter obliegenden Sorgfalt erheblich gefährdet; 2. wenn der Mieter für zwei auf einander folgende Termine mit der Entrichtung des Mietzinses oder eines Teils dcS Mietzinses im Verzuge ist. Die Kündigung ist ausgeschlossen, wenn der Mieter den Vermieter vor der Kündigung befriedigt. Ferner setzt das Bürgerliche Gesetz- buch im Z 555 noch fest,' daß wenn der Vermieter von diesen Exmissioiisgründen Gebrauch macht, er den für eine spätere Zeit entrichteten Mietzins zurückzahlen muß. Die Miete ist. falls nichts anderes verabredet ist, nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch nach Gewährung der Wohnung postninnerando zu zahlen. Der von den in Elberfeld zusammengetretenen BehausnngSräten entworfene Vertrag enthält dem entgegen folgende Bestimmungen: 1. Die Miete ist im voraus zu zahlen. 2. Wird sie nicht innerhalb drei Tagen nach Fälligkeit bezahlt, so ist der Vermieter zur Ex- Mission mit dreitägiger Kündigungsfrist berechtigt. 3. Die Nicht- beachtung der H a u S o r d nn n g gicbt nach dreimaliger Mahnung dem Vermieter das Recht zur Exmission mit dreitägiger Kündigungs- frisl. 4. Macht der Vermieter von seinem ExmissionSrecht Gebrauch, so bleibt der Mieter dem Vermieter für die ganze VertragSdaucr haftbar. Um derartig chikanösen Verträgen entgegen zu treten, ist die Bestinimnng im Gesetz getroffen, daß nur e r h e b l i ch c Vertrags- Verstöße, also z. B. nicht die Verstöße gegen die üblichen Haus- ordnungs-Paragraphen, ein Exmissionsrecht geben können. Diese Bestimmung steht also dem Exniissiousgrnnd wegen Verletzung eines Hansorduuiigs-Paragraphen zweifellos entgegen. Der Elberfclder Hauspascha-Vcrtrag ist aber noch auS anderen Gründen in vielen Fällen ungültig. Er verstößt gegen die guten Sitten. Durch die Bestimmnug, daß ein Vertrag, der gegen die guten Sitten verstößt, nichtig sein soll,(§ 168 Absatz I Bürgerliches Gesetzbuch) ist zum Ausdruck gebracht, daß Verabredungen ungültig sind, die nach allgemeiner durch die Sitte bcthätigtcr Anschauungen gegen die Regeln verstoßen, die für das Verhältnis der Menschen zu einander maßgebend sein sollen. Diese Regeln finden ihren Ausdruck in der Sitte, im Rcchtsgcfühl und schließlich im Gesetz. Sie wurzeln in den wirtschaftlichen Verhältnissen. Wandelbar in stetem Flusse wie diese sind auch Reckitsgcfühl, Sitte und Gesetz, die von ihnen ab- hängen. Hat endlich in den gewaltigen Klassenkämpfen ein dem Zuge und Ziele der Zeit entsprechender Rcchtssatz durch Gesetz Auerkeunung gefunden, so haben die„guten Sitten" in der An- erkennung dicics Rcchtssatzcs einen Ausdruck gcfnndeii. Es kann das Gesetz, ohne mit sich selbst in Widerspruch zu geraten, keinen Verträgen Rechtsschutz verleihen, tvclche gegen dieie anerkannten Rcchtssätze verstoßen, mögen sie auch diesen Verstoß durch formelle Benutzung derjenigen Bestimmungen, welche die Vertrags- freiheit schützen, herbeizuführen suchen. Der Gesetzgeber. Expedition: LW. 19, Bentlz-Steafze 3. hat im Bürgerlichen Gesetzbuch, trotz aller diesem Gesetz anhaftenden Mängel, klar zu erkennen gegeben, daß es der guten Sitte, daß es der Rechtsgemeinschaft nicht entspricht, die Vertragsfreiheit zur Unigehung der im Interesse der wirtschaftlich Schwächeren gegebenen Bestinimuugen zu mißbrauchen. Die Exinissionsllauseln des Elberfelder Vertrages enthalten aber einen solchen Mißbrauch der Vertragsfreiheit gegenüber dem wirt- schaftlich Schwächeren. Für nichtig erklärt daS Bürgerliche Gesetzbuch einen Vertrag, der gegen die guten Sitten verstößt, für nichtig einen Vertrag, der wucherisch ist. In iiiucrem Zusammenhange hiermit erklärt es die Ausübung eines Rechts für unzukässig, wenn sie nur den Zweck haben kann, einem anderen Schaden zuzufügen.(8 226.) Die Rechtsordnung und Gesetzgebung ist nicht ihrer selbst willen da, sondern zur Verwirklichung der Zwecke der menschlichen Gesellschaft. Diese weist auf gegenseitige Unterstützung an: mir im Verein mit seinen Mit- menschen vermag der Einzelne etwas, ihm werden Rechte eingeräumt, seine Rechte geschützt im Allgcnieiuintcreff'c. Wenn auch die Rechts- ordnuug»och weit davon entfernt ist, das Juteresse der Gesamtheit beimißt' als das Maßgebende zu betrachten, so will sie andererseits doch demjenigen den Rechtsschutz versagen, der sein formelles Recht lediglich zur Chikane, zur Schädigung seines Nebenmenschen benutzen will. Das thut aber der Ccntralvcrein deutscher HauSpaschas, wenn er das Uinherstchcn vor der Hausthür, das Klappern mit Pantinen, das Haften eines Kanarienvogels oder sonstige Bestimmungen einer Hausordnung mit einer Exmission beantwortet wissen will. Der Vertrag winimclt von chikanösen wucherischen, gegen die gute Sitte ver- stoßenden Vorschriften. Die Bestinminng dcS Elberfelder Vertrages, daß schon einmalige Nichtzahlung der Miete zur Ermission berechtige, erscheint um so ungerechtfertigter, als gleichzeitig Vorauszahlung vereinbart ist. Den guten Sitten im höchsten Grade widersprechend ist die Be- slimmimg, welche Zahlung des Mtetszinses für die ganze Dauer dcS Vertrages trotz der Exmission verlangt. Schon heute werden ja solche Klauseln, insbesondere in Großstädten, häufig ver- einbart; sie werden heute für gültig erachtet. Anders steht es nach den Bcstimniungcii des Bürgerlichen Gesetzbuches. Es kann dahin gestellt bleiben, ob solche Klauseln unter allen Umständen dirclt wu ch etliche sind, jedenfalls verstoßen sie gegen die guten Sitten: es ist mit diesen uiivcrcinbar. daß jemand volles Entgelt für die Benutzung einer Wohnung erhält, wiewohl die Bc- iiutzung dein Mieter entzogen ist. Juristisch hat man solche Ver- cinbarungcn als Abreden über Konventionalstrafe zu konstruieren versucht. Unangemessen hohe Konventionalstrafen soll, nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch, der Richter auch dann auf einen an- gemessenen Betrag herabsetzen, wenn solche Vereinbarung nicht ohne weiteres als wucherische oder gegen die guten Sitten verstoßende zu erachten ist. Verständige Richter werden nach all dem in vollem Umfang die anacsührten Klauseln dcS Elberfclder Vertrages in vielen Fällen für ungültig erklären. Allenfalls kann unter bestimmten Verhältnissen die Klausel sür gültig erachtet werden, nach der im Fall nicht pünktlicher Zahlung' Exmission vereinbart werden kann. Dem Richter steht es dann frei, von der auf Autrag der Social- demokraten ihni eingeräumten Befugnis Gebrauch zu machen, dem Mieter eine auacmcsseue Frist zur Näumung der Wohnung zu setzen. Ferner hätte der Richter in solchem Falle auf Antrag des Mieters icstzusctzcn, daß die Entschädigung nicht in der Summe bc- stehen soll, die für die Dauer des Vertrages zu zahlen gewesen wäre, wenn der Vertrag ausgcwohnt wäre, daß vielmehr nur ei» angcnieffeucr Betrag, etwa eiiiWodjemnietSzinS. dem aufseineni Scheine beharrenden Shylock zu zahlen sei. Es wird also in der Praxis die Suppe von den Mietern nicht so heiß gegessen werden, ivie sie ihnen von den Hausbesitzern iii Elberfeld gekocht ist. Aber wer vermag niit Sicherheit vorauszusagen, wie in solchen Fällen entschieden werden wird? Die verschiedenartigsten Ent- schciduiigcn sind möglich. Eine Rechtssicherheit ist ohne' besondere Bestimniungcn ebenso wenig wie eine Rcchtscinheit auf diesem Ge- biete zu erwarten. Eine uuendliche Reihe von Prozessen wird auf der Grundlage des Elbcrfcldcr Vertrages entstehen. In der Regel ist der Mieter der wirtschaftlich schwächere Teil. Ver- einigungen der Mieter zur gemeinsamen Wahrnehmung ihrer Rechte bestehen an vielen Orten und mögen den Rcchisschutz ihrer Mitglieder erlcichlcr». Aber gerade die wirtschaftlich Schwächsten sind nicht in der Lage, solchen Vereinen beizutreten. Durchgreifende Abhilfe gegen die Hauspascha-Geliiste der vereinten Hauspaschas Deutschlands ist nur auf dem Wege möglich, daß die Vertragsfreihcit auf diesem Gebiet durch Gesetze beschränkt und mindcstcnS soweit gegangen wird, als seiner Zeit die Svcinldeinokratcn bei Beratung dcS Bürger- lichcn Gesetzbuches beantragten. Od die bürgerlichen Parteien, deren Presse fast einstimmig das Vorgehen der Hausagraricr verdammt, geneigt sein werden, solchem Notgesetz zuzustinnnen? Ihre Tendenz geht ja sicilich auf Schutz der wirtschaftlich Starken— und zu diesen gehören die vereinigten Hans- und Grundbesitzer Deutschlands. sPolikifdje Berlin, den 23. August. AuS dem Landtag. Die Liberalen haben die Sprache wiedergefiinden. Da die Fata Morgaua der Regicrungsherrlichkeit gänzlich zerronnen ist, so hat das Jasagen fürs erste seinen Zweck verloren. Blau hat es jetzt nicht mehr nötig, auf den Unmut der Regierung so ängstlich Rück- ficht zu nehmen, wie am Tage der zweiten Lesung der Kanal- vorläge, zumal jetzt der ganze Begriff der Regierung zu einer Wesen- losen Größe zusammeiigeschrunipit ist. So haben denn auch die Liberalen heute im Abgcordnetcuhause von den Machtmitteln, die ihnen die Geschäftslage des Hauses— nicht etwa ihre eigene Stärke — bietet. Gebrauch gemacht und haben den Gesetzentwurf, betr. die GerichtSorganifatio» für Berlin und Umgebung zu Fall gebracht. Sie suchten und fanden 59 Unterschriften, die einen An- rrag auf namentliche Abstimmung unterstützten, und diese ergab natürlich— worauf es ja abgesehen war— die Bcschftlsinnfähig» keit des Hauses. Dagegen konnten sie den neuen Vorstoß der Agrarier, der in einer Resolution zum Autrag Könitz liegt, nicht verhindern. Diese Resolution bezweckt so ungefähr die Aufhebung der P a r» zellierungsfreiheit. Der Protest des Herrn Richter, tafe man eine so wichtige Materie nicht in der politisch.,» Sttnation an,chiicidcii könne. verhallte ungehort. �iiSJfüimucrt die Konservativen die voliiischc Situation? Derweilen gegenwärtigen k Die ' schreibt: die Ministcr iin Kronrate ihr Schicksal entgegeunehnlen iniissen, bc- tchlicßcn dic Konservativen frisch frei und fröhlich, was ihnen frommt. -rre KrisiZ stört sie darin nicht. Wer auch immer der kommende Mann„t ihre Wünsche muß er. schließlich doch erfüllen. Herr tHichtcr konnte gegen die Nnnahnic der Resolution. ��...�"mente. aber keine ZwangZmaßregcl vorbringen. Die. so llntcrschriftcn brachte er diesmal nicht zusammen, und eine Aiizweiflnng der Beschlußfähigkeit gicbt e« nach der famosen Ge- ichaftsordlUlNg des preußischen Abgeordnetenhauses nicht. Während so das Abgeordnetenhaus in aller Eile zwei Sitzungen absolvierte, hatte sich auch das Hans der Herren zu gesetz- gebernchcn Thatcn zusainmengcfnndcn. Eingeleitet wurde die Feier- Iichreit durch die Aufnahme eines neuen Herrn. Der fürstliche Prä- stdcnt hieß ihn willkommen, der Novize verbeugte sich nach allen Selten: es war noch ein ziemlich junger Mann; er fühlte sich offen- bar noch etwas bedrückt von all der Würde, die ihn umgab. Er er- wartete vielleicht auch so etwas wie eine große Ccrcmonie bei der„Einkleidung". Als sie ausblieb, nahm er möglichst unauffällig in einer Ecke seinen Platz. Die Regierungs- kommissare sahen aus dein ihnen angewiesenen Verschlag ctlvaS ncidlsch auf den neuen Ankömmling. Sic träumten vielleicht von dem Tag, an dem auch sie durch„Allerhöchstes Vertrauen" iu diese erlauchte Körperschaft hineingeschoben werden würden. Diese � erlauchte Körperschaft, der die Entscheidung über den Kanalkonflikt so jäh cutzogcn ist, wird in den nächsten Tagen über eine nicht minder bedeutsame Aktion sich schlüssig machen müssen, über einen kühnen Angriff auf die Socialdcmokratie. Wie der Präsident zu Vcgiuil mitteilte, hat der preußische Jnstizmiuiftcr, besorgt um die zarte Konstitution der Herren, dem Hause den Vorschlag gemacht, den„Vorwärts" wegen des neulich dort veröffentlichten AickikclS: ».Ter Tag der Herren" strafrechtlich z» verfolgen. O, das Herrenhaus braucht sich nicht jede Beleidigung gefallen zu lassen: das hat es schon einmal principiell erklärt. Die preußischen Nicbtcr haben dafür zu sorgen, daß den preußischen Herren keines von den kost- baren seltenen Haaren gekrümmt wird. Einstweilen hat die Kommission des höchsten HauscS sich darüber schlüssig zu machen, ob und wie diese große That einzuleiten ist. In der Sitzung selbst genehmigte das Haus die AuSführungs- gcsctze zum Bürgerlichen Gesetzbuch und zum Haudclsgcsetzbüch, sowie die Gebührenordnung für Rechtsanwälte und Gerichts- Vollzieher. Viel zu bemerken hatten die Herren zu all den Gesetzen zwar nicht, trotzdem saß man fünf Stunden. Die Herren hören sich so selten reden, daß sie diese Gelegenheit ausnutzen, um wenigstens möglichst gediegen Bericht zu erstatten. Es bereitet ihnen wohl auch ein großes Vergnügen, daß Leute angestellt sind, die von Amts wegen jedes ihrer Worte niederschreiben müssen. Besprochen wurden natürlich nur einige agrarische Schinerzen: Pumpgeiiosscnschaftcn ec. Eine MciuuugZverschiedeuheit rief auch»och die Geschichte mit den staatsgefährlichen Aktiengesellschaften hervor. Der Geheime Koimuerzienrat Freutzel sprach da ein sehr wahres Wort: Leute, die Aktien haben, sind nie ftaatsgefährlich! Sie zittern so sehr für ihr Geld, daß sie sich schön hüten werden, die Ialobincrmützc aufzu- setzen! Einige der hochadligcnHcrrc» runzelten bei diesen revolutionären Worten die Stirn. Nicht einmal ini preußischen Hcrrenhause ist man ganz unter sich, auch da kann man sich der Bürgerlichen nicht ganz erwehren. Trotzdem ging man um 6 Uhr in gehobener Stimmung aus einander, in dem herrlichen Bewußtsein, daß man durch die Geburt dazu auScrsehen ist, Thaten zu vollbringen, die, wie es in der Sprache dieses Hauses heißt, mancherlei Vorteile und Segen stiften werden.— Eine geheimnisvolle Konfiskation. Einem Teil unserer Leser ist, obwohl wir nicht in Oestreich leben, die Mittlvoch-Numnrcr des„Vorwärts" in sehr unvollständigem Zw stand zugegangen. In aller Frühe ist nämlich die erste Beilage konfisciert worden. Da auch in unserer Redaktion keines der gc fährlichen Blätter mehr zu finden war, waren wir zunächst darauf angewiesen, uns den Inhalt der Beilage ans dein Kopfe zu rekonstruieren, um einen Grund für die Maßnahmen der Polizei zu finden. Wir fanden nichts, so sehr Ivir grübelten. Und als eS dann uns gelang, ein Exemplar der Beilage aufzutreiben und durch eine Anfrage den Ort der That festzustellen, gerieten wir erst recht iu Verlegenheit. In einer auS Spandau datierten Notiz sollen wir eine Majcstäts bclcidigung begangen haben. Wir haben bis zur Stunde auch nicht die Spur eines solchen Vergehens gefunden, trotzdem wir uns bc- mühten, die staatsanwaltliche Art zu sehen anzueignen. Die Verlegenheit, warum das Blatt eigentlich konfisciert sei, spiegelt sich auch in den Berichte» der bürgerlichen, selbst der konsev vativcn Presse wieder. Anch sie haben anscheinend ncilgierig und eifrig gesucht und nichts gefunden. Wir geben nnchstchcnd über den Fall eine Korrespondenz wieder, die durch verschiedene Blätter läuft Beschlagnahmt worden ist heute inorgeii eine Beilage der iienesteii Nummer des„Vorwärts". Es handelte sich um eine Notiz unter der Rubrik„Aus den Vororten". Unsere Zeitungen brachten nach einer Spandauer Korrespondenz eine Mitteilung über eine Sistierung Berliner Herren in Spandau. Diese Herren besuchten, von der Unterhavel konmiend, vor der Abfahrt nach Berlin den WilhclmSgarten in der Klosterstraße zu Spandau. Einer der Herren machte über ein Kaiserbild, das dort steht, eine unpassende Bemerkung. Andere Gäste»ahmen daran Anstoß, folgten den Berlinern nach dein Bahnhof und ließen sie dort durch die Polizeiwache feststellen. Der Handwerker Sroka, der die Acußerinig gclhnn hatte, wurde nach der Feftstcllnng sofort wieder entlassen, zwei seiner Be- isieitcr, die sich der Sistierung widersetzten, mußten einige Stunden ans der Wache bleiben. Diese Mitteilung brachte der„Vorwärts" unter der Spitzinarke eines bekannten Sprichwortes, in welchem das Denunziantenwescn gegeißelt Wird. Heute morgen um 6�/» Uhr erschienen mehrere Kriminal- bcamte in deil GeschäftSräuinen des Blattes und beschlag- uahmten die Beilage, die die Notiz enthält. Den ZeiwngSfrauen, die bereits abgefertigt Ware», durchsuchten die Beamten die Körbe und Mappen und nahmen ihnen ebenfalls die Beilage des„Vor- wärtS" weg. Diese wurde bald darauf in den Kaffeehäusern»md Gast- und Schankivirtschaftcn, in denen das Blatt aiiSlicgt, von Krimiuialbcaiiiten und uniformierten Schutzmäimern beschlag- nahmt. Die obenerwähnte Spandauer Mcldimg war gleichlautend von allen Berliner Blättern gebracht worden und diese sind nicht konfis- eiert worden. Wir hatten mir den bekannten BerS von Hoffmann von Fallersleben in der Spitzinarke derart anklingen lassen, daß wir den Anfang mitteilten und das Ende punktierten. Da nicht anzunehmen, daß irgend ein Polizeibeamter de» Spruch nicht kennt und durch die Punkte irregeführt worden ist, so sucht denn auch die Presse nach einem anderen Anlaß zum Ein- schreiten ,lnd versichert, eine Lokalnotiz der„Obcrbürgcrineister aus Probe" sei die Ursache der Konfiskation. Indessen diese Notiz cuthielt ebenso wenig den Schalten einer MnjestütSbeleidignng, wie jene. Wir sind also völlig im Unklaren, w o lind wie der„Vorwärts" eine Majcstätsbcleidigung begangen hat, und mit uns die übrige Presse. Selbst die„StaatSbürger-Zeitung" gesteht: „Wir haben beide Artikel gelesen, könncil aber weder in dem einen noch tn dein andern eine» Grund zu der polizeilichen Beschlagnahme finde«." .Krcuz-Zeitung* ist derselben Meinung, indem sie Ucbcr den Grund bringen verschiedene Berichterstatter vcr- schicdene Angaben, die durchweg nicht recht einleuchtend er- scheinen, so daß wir darauf verzichten, sie wiederzugeben. Die„Berliner Zeitung" bemerkt: „Inwiefern diese Notiz oder die vom„Vorwärts" ihr gegebene Ueberschrift eine Majestätsbelcidigung enthalten soll, ist uns bis jetzt völlig schleierhaft." Und die„Volks-Z eitung' äußert:„Wir können in der Notiz beim besten Willen nichts Strafbares erblicken." Wir betrachten die Angelegenheit als einen Beitrag zur gegen- wärtigen KrisiS. Wir haben eben aiigcnblicklich keine Regierung, und da scheinen die Behörden uns den Beweis liefern zu wollen, wie schlimm es sei, wenn der Staat regierungslos ist. Wir ivünschcn deshalb, daß die KrisiS schnell beendigt und wir wieder eine Regie- rung erhalten mögen, damit liusere Leser zu der ihnen entzogencii Beilage gelangen, ehe sie zu sehr veraltet ist.— Vom Kronrat. Nachdem der Kaiser am Dienstagabend bereits den Grafen v. Bülow empfangen, den manche für den Nachfolger Hohenlohes halten, reisten am Mittwochmorgen sämtliche Minister zum Kronrat ins neue Palais. Die Sitzung dauerte migesähr drei Stunden. lieber Entscheidungen ist bisher nichts bekannt, vielleicht weil nichts bekannt zu geben ist. Ein Minister hat jeden- falls die Sitzung überlebt, der Verweser der preußischen Justiz, Schönstedt, der am Nachmittag noch als Minister im Herrenhause erschien. Möglich, daß auch die anderen Kollegen lebendig geblieben sind. Bei uns fallen die Minister plötzlich, und es trägt wahrscheinlich viel zur einstweiligen Erhaltung ihrer Kraft bei, daß ihre Demission niemanden überraschen würde. Wir befolgen den Nat des Fürsten Hohenlohe: wir geben uns keinen Illusionen hin. Es wird im Grunde alles beim alten bleiben.— Aeulj'ches Weich. Daö klagende HerrcnhanS. Nachdem das preußische Herrenhaus neulich vier schlcsische Blätter verklagt hatte, ist nunmehr bei dem hohen Hans seitens des Justiz- Ministers der Antrag eingegangen, es möchte die Genehmigung zur strafrechtlichen Verfolgung deS„Vorwärts" geben. Der Herr Justiz- minister hat daS Herrenhaus ersucht, es möge sich durch die satirische Schilberung der Herrenhaiis-Sitzimg über die Zuchthausvorlage, die der„Vorwärts" unlängst veröffentlichte, beleidigt fühlen. Die Justizverwaltung im Reich ist bisher von solcher Aiifmerk- samkeit gegenüber dem Reichstag nicht befallen worden, obwohl die reaktioiiärejmPresse an Beschimpfungen dieses Parlaments und seiner Mitglieder das Menschenmögliche geleistet hat; wir crimiern nur an die Tage der abgelehnten Bismarckchrmig, oder an die jüngste „Würdigung", ivelche die Scharfmacherpresse den Rcichstagsdebatten über die Zuchthaus- Vorlage hat angcdeihen lassen. Trotzdem hat man seitens der Regierung keine Klage gegen diese Presse gewünscht. Herr Schönstedt ist freilich selber Mitglied des Herrenhauses, das sollte ihn aber doch erst recht nicht veranlassen,„sein" Parlament zu veranlassen— wider die parlamentarischen Gepflogenheiten aller Länder— auf den Kampfplatz von gelööhnlichen Beleidigungsprozessen hinabzusteigen. Wir iinscrcrscits haben den lebhaften Wunsch, daß die Herren- Häusler sich dem Wunsch ihres ministcrielleii Kollegen anschließen Wir erhalten dadurch endlich die erwünschte Gelegenheit, zwar nicht die formale, wohl aber die moralische Gegenklage gegen die hochgeborenen Herren anziistrengcn, und eine Blütenlese Herren hänslerischer Schmähungen unserer Partei dem Gericht zu unter- breiten. Wir haben satirisch über die Herren gestichelt, diese aber haben uns wie Stallknechte beschimpft. Wir sind nicht bange, wer bei der Gegcnrcchining den kürzeren zieht.— Zum Stimni-Erlafi RcrkcS a» die Landräte behauptet die„National- Zeitung" nach Mitteilungen, welche sie für wohlbegründet hält, der Minister hätte eine ihm zilgcgangene „Weisung des Kaisers in einer ihr nichi durchaus c»t sprechenden Arr ausgeführt. Sie soll dahin gelautet haben, daß diese Beamten selbstverständlich in ihrer parlamentarischen Ab stlniinling frei scicn. daß die Beibehaltung ihrer aintlichen Stellungen aber nach einem Votinn gegen die Kanalvorlage unmöglich sein würde. Herr von der Recke dagegen soll die betr. Beamten aufgefordert haben, für die Vorlage zu stimmcn. Wir vermögen Icincii lv e s e n t l i ch e n Unterschied zwischen der angeblichen Aiiweisüng und ihrer Ausführung zu entdecken.— Tie scharfe Ucbcrwachung dcö Kaiser? im Reilbsland und bei der Kanalfeier in Westfalen wird von einzelnen Blättern auf Atteutatsgerüchte zurückgeführt. „Bei der Besichtigimg der Befestigungsanlagen bei Saulny wurdeil sämtliche Arbeiter, meistens Italiener, cnlfcrnt und bis zur Entfernung des Kaisers unter Bewachung gestellt. Diese Maßregel wurde auch bei dem Besuche m Diedenhosen durchgeführt. In Metz und auf der Höhe von St. Privat waren etiva 100 Gchcimpoliziftcil und Gendarmen anwesend. Eine Verhaftung fand statt. DaS Publikum ivurde mit ganz wenigen Ausnahmen auf ctlva 300 Meter fern gehalten, lind die Feier trug eüien ausgesprochen militärischen nnd zugleich pmißischen Charakter. Auch beim Kaiserbesnch in Westfalen wuedcn die AbsperrmigS- maßregeln an der Münastcner Brücke in einer Weise gehandhabt, daß allgemeiner Unwille entstand. Selbst mit Passicrkartcn versehene Per» onen wurden einige 100 Bieter vom Kaiscrzelt angehalten. Die„Köln. Ztg." führt diese Maßnahmen zunick ans Nachrichten, die beim Ober- bürgermeistcr in Solingen eingetroffen waren, ein A n a r ch i st sei aus Paris abgereist und habe als Reiseziel Dortmund und das bergische Land sich auserschen. Vermutlich sind diese Gerüchte— ähnlich wie bei dem Bomben- chwindcl von Alexandrien— von Elementen ausgegangen, hie ein Interesse daran hatten, daß der Kaiser nicht bei der Kanaleiniveihiing iiigcgcn sein möchte. Sollte solch AtteiitatSgcrücht nicht die ur- Ipriingliche Absage veranlaßt haben? Wir wisse» ja ans den Palästina-Neden des Frhrn. v. Mirbach, daß im vorigen Herbst wegen der Bombenmärchen der Abstecher nach Aegypten aufgegeben wurde.— Ter Kaiser über die Ereignisse in PariS. Nach einer Meldiing der Wiener„Arb.-Ztg." sagte Kaiser Wilhelm bei der Parade in Mainz zu den Generalen Perthes und Kalkstein:„Die Revolution in Paris ist in vollem Gange!"— Ohne Zuchthanögcsetz. Wegen der Unruhen in Herne sind bis jetzt gegen Streikende 15 Jahre 4 Monate und 3 Tage Gefängnis und 6 Wochen Haft verhängt worden. Dabei ist der große Krawall vom 27. Juiii, wobei die Gendarmen von der Schuß- ivaffe misgicbige» Gebrauch gemacht haben, noch nicht v e r- handelt worden. Er ivird jedenfalls vor das Schlvurgericht kommen. Das durchschnittliche Strafmaß beträgt bei den bisherigen Vcr- urteilten ca. 7 Monate. Will man noch mehr?— Die„Freisinnige Zeitnug" bestreitet die freisinnigen Auf« ordermigcil an die Regierung, gegen die rebellierenden Beamten uorzngehen. Da sie das„Berliner Tageblatt" als nicht Partei- l zugehörig abschüttelt, stellen wir dem Blatt Eugen Richters folgende Bemerkung de*„Voss. Ztg." vom 23. August zur Verfügung: „Auch von polilischen Beamten, die gar nicht Abgeordnete sind, ist iviederholt das agrarische Treiben öffentlich und lräftig unterstützt worden. Landrüte haben bei den Wahlen Flugblätter unterzeichnet, die voll der gehässigsten Ausstihrniigen über die Handelspolitik der Regierung ivaren. Erst durch die v erkehrte Politik des Ministeriums, das Verhältnis zahlreicher politischen Beamten zliiil Bund der Landivirle zu dulden oder zu über- sehen, ist dieser Bund zu einer Macht geivorden, daß er heute die konservative Partei beherrscht und dem Ministerium den Fchdehaudschuh hinwerfen kann... Heute wird, iverni es zu einem Kampf gegen die Konservativen ernstlich kommt, eine M u st e r u n g unter den Verwaltungsbeamten un- abweislich sein... Nichts wird aus die Fronde einen kräftigeren Eilidmck inachen als die Wahrnehmnng, daß ihren Vettern und Freunden, die in einträglichen Verwaltungsämtern sind, um der Polilik der Regicrmig zu dienen, der Stuhl vor die Thüre gesetzt wird, da ihre Begllnstiguiig den Zweck verfehlt hat." Genügt diese Probe"freisinnig-voltsparteilicher Journalistik?— Von den Aufgaben der Gewcrbegcrichte hat das Organ der Ilnteriichmervervände Berlins„Die Arbeiterbewegung" eine eigentümliche Meinung. Es schreibt: „Im übrigen ist die Meiimiig in Berliner Arbcitgeberkreisen eine sehr verbreitete, daß die Gewerbegerichte die Interesse!» der Unternehmer weniger b e r n ck s i ch r i g e n, a l s w ü n s ch e n s iv e r t wäre. Die letztere für Berlin unschwer zu erkennende Thaffache nützt ja auch die Socialdemokratie in ihrer Agitation gcnuajain aus." "Unseres' Wissens sollen die Gewerbegerichte wie die Gerichte überhaupt einfach Recht sprechen, nicht aber die Interessen irgend einer Gruppe berücksichtigen.— Eine RcvolutionS- Ehrung in— Sachsen. Innerhalb der grün- weißen Grenzpfähle hat ein leibhaftiger Revoluttonär ein Denkmal bekommen, sogar ein standrechtlich Erschaffener. Es handelt sich i»n Adolf v. T r ü tz s ch l e r. dem seine Vaterstadt Falkenstein in Sachsen eine Gedenttafel gewidmet hat. Trützschler ivar Abgeordneter zur Natioiialversaminlung in Frankfurt und hatte sicki im Frühjahr 1848 an den badischen Aufständen beteiligt. An das Wagnis, einen solchen Mann zu ehren, ivurde erst allmälig der ruhige Bürger gewöhnt. Zunächst versuchte der„Bogrl. Anz." durch mehrere Artikel den Mut und die Thatkraft des Toten herabzuwürdigen und ihn als einen imglücklichen Mit- gegangenen und Mitgefangenen, dem es gar nicht so ums Hcrz war, hinzustellen. Dann fand ain 14, August, dem 50jährigen Todestage Trützschlers, eine kleine Feier statt. Herr Kantor Hahn hielt eine Ansprache. Daraus wurde eine Gedenktafel gestiftet, auf der steht: Dem Schöpfer dieser Promenade, Herrn A. v. Trützschler, in dankbarer Verehrung. August 1890. Der Naturverein Falkeiistein." Vielleicht findet man ähnliche Verdienste an den Märzgefallenen zu Berlin, und es ließe sich dann endlich ein Portal mit gänzlich harmloser Inschrift ausführen.— Schulznstäiide im Einflnstgebiete deS ReichSfiskuS. In den Gemeinden Ellerbeck und Gaarden, in deren Gebiet die kaiserliche Werst liegt, herrschen nach einer Darstellung der Schleswig- Holstcinisckicn„Volkszeitung" ganz ostelbischc Zustände. Die Mehr- zahl der Einwohner dieser Gemeinden sind Werftarbeiter. Für 1055 Kinder der Gemeinde Ellerbeck sind 16 Schulklassen ein- gerichtet, in denen 12 Lehrer unterrichten. Für diese 16 Klassen stehen jedoch nur 12 Schulzimmcr zur Verfügung, so daß abwechselnd immer in einigen Klassen der Unterricht ausgesetzt werden muß, um für die anderen Klassen Raum zu schaffen; auf diese Weise fallen wöchentlich 38 Lehrstnnden für die Knaben aus. Ja, beim Auf« nahmetermin zu Ostern d. I. mußten 12 Kinder noch wegen Raummangels zurückgestellt werden. Die DurchschnittS-Schülerzahl beträgt in den einzelnen Klaffen 63—70, in einigen sogar 80 und 81. Von diesen 1055 Kindern sind 705 Kinder von Werstarbeitern. und diese 705 Kinder verursachten der Gemeinde 21000 M. mehr Lasten, als ihre Angehörigen zu den Gemeindelasten beitragen, trotzdem die Gemeindesteuer 300 Proz. der Staats- st euer beträgt. Der Fiskus mit seinen großen Grundstücken kann nicht zur Ge- nieindestciicr herangezogen werden, und deshalb fehlt es an großen Steuerzahlern. Im Marine-Etat sind zwar einige tausend Mark alsZuschuß für die beiden Gemeinden angesetzt, doch genügt das bei weitem nicht, die Gemeinde kann die Stenern nicht höber schrauben und deshalb kein»enes Schulhaus bauen. Wird die Regierung für Ab- Hilfe sorgen helfen? Splendid ist der Herr Ring. Er will nicht mir 800 Millionen für Samoa bewilligen, ivie wir gestern meldeten, sondern er honoriert sogar die bloße Ankündigung seines Willens. Das „K ö p e li i ck e r D a m p s b o o t" schreibt: „Erscheint die ganze Erklärung des Herrn Ring darauf be- reck,»et, ihm für die"voraussichtliche Neuwahl in unserem Kreise eine Brücke zu bauen, so ist die Art und Weise, wie er diese Erklärung in die Presse zu lancieren sucht, au sich schon charakteristisch. Er wünscht nämlich die Aufnahme im redaktionellen Teil gegen 6 Mark Vergütigungl Damit hat Herr Ring aber bei uns kein Glück, denn unsere Redaktion»st unabhängig gcmig, die Meinung ihre« Leserkreises nicht durch bezahlte Erklärungen des Herrn Ring trüben zu lassen." Die anderen steinen Blätter de? Kreise« scheinen den Schaden. den sie durch die Aufnahme der Ringschen Erstärung anrichteten, ans fünf Mark taxiert und demgemäß den angebotenen Schadenersatz angenommen zu haben.— Das Apothckenmouopol. Die Hauptversammlung de? beut» 'chcn Apothckcrvereiils in Danzig erklärte die vererbliche und veräußerliche Rcalkoiizession als die beste Form der Berechtigung zum Apothekenbelriebe und beschloß ferner, die Aufhebung des für Preußen erlassenen Verbots der Apothekeiiverpachtling anznstrebc». Die einzige vernünftige Lösnng der Apochckcnfrage ist natürlich die Verstaatlidjniig und nicht das erbliche Apothekenmonopol, das eine Art Pharmazeuten majorate darstellen ivürde, wenn man nicht auch die Veräußerlichkeit wünschen würde.— Spionage. Unter dem Verdacht der Spionage ist, wie die Königsberger Hartungsche Zeitung" meldet, am Montag in Pillau ein Franzose nameiis Müller aus Paris verhaftet worden. Der« selbe wurde nach Königsberg transportiert und von Kriminal« beamteii in Empfang genommen. Im Hotel wurden seine Effekten durchsticht; es iviirdc"nichts BelaftendeS gefiindeii. Müller soll für ein Pariser Blatt reisen.— Arzt und Gefangene. Die Genossin Zietz in Hamburg hatte Ivegcn llebertretiing des PrcßgcsetzeS eine dreitägige Strafe zu verbüßen. Wegen dieser drei Tage wurde sie bei der Ausiiahme ins Gefängnis auch dem Gcfängnisarztc zugeführt. Was sie mit diesem, dem Dr. med. Rösing iu Hamburg, erlebte, das schildert Frau Zietz im„Hamburger Echo" folgendermaße»: „Die erste Frage des Arztes war nach der Ursache der Be- trafung. Antwort: Wegen Ucbertrctung des Preßgesctzcs. Arzt: So, was hast Tu denn gemacht? Nachdem hierauf die Antivort erfolgt, der Arzt: Also dcsivegcn soll ich mir die Mühe mache». Dich zu untersuchen? Na, wegen der drei Tage wirst Tu Dich wohl nicht allzu sehr grämen, Du bist doch jedenfalls schon östers hier gewesen und bist es schon gewohnt. Woraus ich dem Herrn antwortete: Allerdings, Herr Doktor, ist es das erste Mal, daß ich bestraft, aber auch das erste Mal, daß ich von einem Arzte mit Du angeredet werde. Der Arzt: Also das kränkt Dich so sehr? Darüber fühlst Du Dich beleidigt? Ja, weißt Tu, das hast Tn auch gar nicht nötig, Dir gefallen zu lassen, darüber kannst Tu Dich beschivercn. Aber weißt" Tu, das kmiii Dir auch passieren, meuu Tn bei mir in die Tprcchslilude kommst, mit Du angeredet zu werden. Also mit Sie wünschen Sie angeredet zu werden? Na, dann gehen Sic mal da hinauf, aber schnell! Fix! fix! wir haben nicht lange Zeit. Als ich hinaufgeklettert war auf das Gestell, das zum Zwecke der Untersuchung aufgestellt ist, besann der Herr Doktor sich eines andern und änderte zur Wärterin, es sei schon gut, es sei nicht nölig, worauf diese mich wieder heruntersteigen hieß. Ob das dem Herrn Doktor vielleicht nicht schnell genug ging, oder ob er mich seine Autorität suhlen lassen wollte, weiß' ich nicht, als er mit dem Aufgebot seiner ganzen Luugenkraft mich anschrie: Nu aber raus! Fix? Marsch?— Rückzugsignal? Man schreibt uns aus Jena: Die Regierung des Großhcrzogtums Sachseu-Wcimar hat durch ihr Organ, die „Weimarische Zeitung" feststellen lassen,„daß gegen deii Professor Abbe in Jena ein Disciplin arverfahren weder eingeleitet, noch beabsichtigt ist". An der Glaubwürdigkeit dieser Nachricht prallt erfahrungsgemäß jeder Zweifel ab und es verdient jedenfalls Anerkennung, daß die betreffenden Ncgicrungsorgane die nach dem Auftauchen der Nachricht von einein Disciplinarverfahrcu in der„Germania" zum Aiisdrrick gebrachte Vermutung richtig gestellt haben. Es war aber die einzig mögliche Folgerung, die logischcrwcise an die Meldung in der„Germania" überhaupt geknüpft werden konnte. Es liegt nun an der„Germania", zu erklären, wie sie zu der Notiz gekommen ist; ans den Fingern läßt sich etlvas Derartiges nicht saugen. Vielleicht hat„man" noch zur rechten Zeit den Nuckzug au- getreten. Der Kampf der Regierungen gegen die Bcamtcnvcrciuc scheint, nachdem er gegenüber dem Postasststcntcn-Verband erfolgreich geblieben, auf der � ganzen Linie weitergeführt werden zu sollen. Als nächstes Angriffsobjekt ist allem Anscheine nach der über das ganze Reich ausgedehnte„Verband deutscher Militär- an Wärter und- Invaliden" ausersehen. Der vor kurzem, natürlich„im Interesse des Dienstes", erfolgten plötzlichen Versetzung des ersten Verbandsvorsitzcnden Stein von Berlin nach Glatz ist jetzt, wie man uns aus Stratzburg i. E. schreibt, eine zweite Maßregelung, und zwar in der Hauptstadt des Reichslandes, ge- folgt, wo der elsaß-lothringische Zivcigucrcin des genannten Ver- baudes seinen Sitz hat. Der erste Vorsitzende dieses Zweigvereins, Eisenbahnsckretär Mayer, ist. nachdem er seit 1871, also volle 28 Jahre, in der Verwaltung der Reichseisenbahnen in Strnßbnrg thätig gewesen, einer Mitteilung der„Straßbnrger Bürgerzcitung" zufolge auf 1. Oktober d. Js. nach Colmar verse tzr ivorden. Auch sein Vorgänger in der Vorstandschast des reichsländischen Auivärterverbandes hatte, einem Drucke von oben folgend, sein Amt niederlegen müssen. Die Maßregelung Mayers ist die erste Lcbensmlßcrung der Aera Wackerzapp, des neuen Geistes in der Generaldirektion der ReichS-Eisenbahnen, welcher der genannte Verband längst ein Dorn im Auge war. Sie folgt zeitlich unmittelbar auf die jüngst abgehaltene Generalversammlung der reichsländischen Verbandssektion, auf der u.a. der Beschluß gefaßt wurde, zur energischeren Vertretung der Interessen der Verbandsangehörigen ein eigenes Preßorgan ins Leben zu rufen. Derartig energischen Kraftbethätignngen der jungen Vereinigung scheint man nun für die Zukunft unter allen Ilmständen vorbeugen zu wollen. _ Es bleibt vorerst abzuwarten, inwieweit eS dem deutschen Militäranwärter-Vcrbande gelingen wird, die Vorstöße der Rc- gicrungen, die wohl auch anderwärts gegen ihn werden unter- nommcn werden, mit Erfolg zurückzuweisen. Die reichSländische Vcrbandsseklion beabsichtigt zunächst, einen völlig unabhängigen Mann an die Spitze des Vereins zu stellen, um die Regierung für die Zukunft der Notwendigkeit zu überheben, zur Erreichung ihrer verbandsfeindlichen Zwecke untergebene Beamte maßregeln zu müssen.— Ausland. Zur TranSvaalkrisiS. D rr Wortlaut der in London eingetroffenen Antwort Transvaals auf tcn ChamberlainscheN Vorschlag, betreffend die Einsetzung einer gemeinsamen Untersuchungskommission. Ivird erst morgen ver« vffentlicht werden. Mögen indes die Kriigerschen Zugeständnisse lauten, wie sie wollen, den Ansprüchen der englischen Minen-Jnteressenten und ihres Commis in der Regierung werden sie nicht genügen. Fanden doch schon gestern die„Times", daß ein Viertel der Sitze im Bolksraad für die Nitlanders völlig unzureichend sei, obgleich noch vor kurzem Milncr sich mit einem Fünftel bc-� gnügen wollte. Uebcrdies sei, so meinen die„Times", selbst dann, wenn Krügers Wahlrechtsvorschlag den englischen Forderungen entgegen- komme, noch immer eine Untersuchung seiner Wirkung durch eine Kommission nötig. Worauf die englischen Absichten abzielen, das hat nach einem Drahtbericht der„Voss. Ztg." Cecil Rhades im Kap-Parlament eingestanden, indem er die Meinung ausdrückte, die Transvaalfrage würde ohne Blutvergießen gelöst werden. Präsident Krüger würde noch mehr nachgeben. Wenn diese Frage gelöst sei, wäre es sicher, daß Transvaal ein englisch sprechendes Gemeinwesen werden müsse. Die Ausländer würden, da sie in ungeheurer Mehrheit seien, eine Regierung im Einklänge mit ihren An- schauungen bilden. DaS ist deutlich genug. Cecil Rhode? betrachtet demnach die Zulassung des UitlanderS selbst nur als ein Mittel, um durch sie die TranSvaal-Regierung zu majorisieren und aus der südafrikanischen Republik ein Anhängsel der Kap-Kolonie zu machen, das nach der ihm vorgespielten englischen Melodie tanzt, ja das sich sogar seiner niederdeutschen Sprache entäußert. In dem Streit zwischen England und Transvaal erweist sich die portugiesische Behörde von Mozambique immer mehr als die ge- horsame Dienerin Englands, der es in dem Bestreben, sich dessen Wohl- wollen zu sichern, sogar ans eine offene Verletzung des mit Transvattl geschlossenen Vertrages nicht ankommt. Auf die von Krüger an den Gouverneur von Lourenzo Marques gerichtete Beschwerde über die Zurückhaltung von Waffen und Munition in der Dclagoa- bai. hat dieser gcautlvortct, Portugal habe gewisse freund- schaftliche Verpflichtungen gegenüber allen Nationen, mit denen es in Frieden stehe, darunter auch Transvaal. Die britische Regierung habe die Portugiese» auf die Thatsachc aufmerksam gemacht, daß große Mengen Waffen und Munition, die nach Transvaal bestimmt waren, in letzter Zeit nach der Dclagoa- Bai importiert ivorden seien und daß für diese Sendungen keine be- friedigende Erklärung vorhanden zu sein schiene. Infolgedessen hätten die Portugiesen es für nötig gehalten, daß die in Artikel v' de» Vertrages zivischen Portugal und Transvaal vorgesehenen Garantien gebührend berücksichtigt ivürden, wenngleich die Portugiesen nicht ziveifelten, daß die Angelegenheit schließlich in befriedigender Weise geregelt werden würde. Das sind nichts als leere Redensarten, die über die feige Haltung der portugiesischen Behörden niemand hinwegtäusche» können.— Tie Pest in Portugal. In Portugal greift»ach den neuesten Nachrichten die Pest weiter um sich. In Oporto sollen vorgestern vier neue Pestfälle vorge- kommen sein. Auch in verschiedenen kleinen Ortschaften Portugals hat die Seuche Eingang gefunden. Aus Lissabon ver- lautet mit Bestimmtheit, daß dort mehrere Erkrankungen an der Pest konstatiert ivorden sind, obgleich der anierikanischc Konsul an seine Regierung ein Telegramm sandte, das die Mit- teilung von 5 Pestfällen in Lissabon tviderruft und den Gcsnndhcits- zustand der Stadt für normal erklärt. Die Isolierung von Oporto durch einen Militärkordon ist be- schlössen. Morgen wird das Dekret unterzeichnet werden. Auch Lissabon soll völlig von der Außenwelt abgesperrt werden. Die spanische Regierung hat vorläufig die Grenze nach Portugal vollständig gesperrt und militärisch besetzen lassen. In einer offiziellen Mitteilung macht das spanische Miinsterinm des Innern bekannt. daß zur Zeit gegen 10 00V Personen an den spanisch-portu- giesischen Grenzübergängen der gesnndheitspolizeilichen Be- obachtung unterworfen würden. Diese Massenflncht ans Portugal sei ungerechtfertigt und hege große Gefahren in sich durch die Menschenansammlungen in den Grenzorten. Trotz der Vorsichts- maßregeln ist dennoch die Pest bereits in Spanien eingeschleppt worden. In Barcelona, Cadix, Valencia sollen einzelne verdächtige Fälle vorliegen. Die größeren mit portugiesischen Häsen verkehrenden deutschen Dampferlinien haben ihre Verbindung mit Portugal ganz abgebrochen�, so die Hamburg- Südamerikanische Dampffchiffahrts- Gesellschaft, die de Freitas- Linie, die Levante» Linie, der Bremer Lloyd, die Ostafrika-Linie.—_ Oestreich-Ungarn. Die Vorgänge in Graslitz haben in ganz Oestreich eine un- geheure Aufregung und Erbitterung hervorgerufen, die sich überall in Protestationcn gegen das Vorgehen der böhmischen Statthalterei äußert. Um der öffentlichen Meinung Rechnung zu tragen, hat diese vorläufig den Leiter der BezirkShauptmannschast, Roth, seines Amtes enthoben. Auch in anderenböhmischen Städten haben in den letzten Tagen Unruhen stattgefunden. Jn Eger versuchten gestern Abend etwa 300Per- sonen eine Kundgebung zu veranstalten. Nachdem sie mehrere Straßen durchzogen hatten, wurden sie von der Polizei zerstreut. Am 10 Uhr herrschte wieder völlige Ruhe. Ebenso fanden, wie„Wolffs Bureau" meldet, in Saaz gestern Abend Ausschreitungen statt. Die Teil- nehmer an derselben warfen einige Fensterscheiben in der Wohnung des Bezirkshauptmanns, in der Geudarmeriekaserne und in der böhmischen Schule ein. Schließlich wurden die Ruhestörer zer- streut.— Ans Schlackcnwcrth sNord-Böhmen) wird uns vom 22. August geschrieben: Gestern abend fand hier eine Massenversammlung statt, in dem nach einem Referat von Simon Starck unter stürmischem Beifall folgende Resolution angenommen wurde: Die Montag, den 21. August, zu Schlackenwerth im Gasthause zum„Goldenen Bären" tagende Volksversammlung protestiert auf das entschiedenste gegen das verfassungsbrecherische Regierungssystem Thun- Kaizl, gegen die Oktroyicrung des Ausgleichs und die darauf eingeführten neuen Steuern und fordert die Aufhebung des Z 14. Die Versammlung spricht der verbrecherischen Rcgierungspolitik Thun-Kaizl, welche die Ermordung östreichischcr Staatsbürger zur Folge hatte, ihre tiefste Verachtung auS.— Schweiz. Zürich, 22. August.(Eig. Ver.) In Austcrsihl-Zürich wurde am Sonntag bei einer Ersatzwahl in den Großen Stadtrat unser Genosse Karl Funk mit 2809 gegen 2032 Stimmen, welche au' die beiden Kandidaten der Demokraten und Liberalen fielen, gewählt. In diesem Kreise hat die socialdemokrarische Partei die sichere Mehrheit und darum wollen ihn die bürgerlichen Parteien in zwei Kreise zerlegen, weil dessen Verwaltung zu„schwierig" sei. Die Social- demokratcn haben aber offen dieses Gebahrendargelegtund als alleinigen Grund für die Zerreißung des Kreises die parteipolitischen Motive enthüllt. Auf eine raffinierte Wahlkreis-Geometrie haben sich die bürgerlichen Parteien in der Schweiz noch immer gut verstanden, wie irgend eine monarchische Regierung. Im Kanton Solothurn besteht noch der Impfzwang, der jedoch bereits viele Gegner hat. Nun haben unsere Genossen sich der Sache bemächtigt, ein Jnitiativbcgehren für dessen Ab- schaffung aufgestellt und dafür in kurzer Zeit 2132 statt der erforder- li-steii 2000 Untersibriftcn aufgebracht. Es wird also zur Volks- abstimmung kommen. Frankreich. Kapitän Voulet. In der Pariser Presse hält die Erregung über die Vorgänge im Sudan an. Der„Matin" veröffentlicht' den vom Kapitän Voulet an den Oberftlieutenant Klobb gerichteten Brief, dessen Wortlaut gestern der Regierung per Kabel zugegangen ist. Derselbe lautet:„Was ist das für eine neue Infamie? Will man uns die Früchte unserer Arbeit zum Vorteil eines anderen ent- reißen? Lassen Sie uns unseren Weg verfolgen! Webe demjenigen, der versuchen sollte, uns Hindernisse zu bereiten! Wir haben 600 Flinten zur Verfügung, um uns Achtung zu verschaffen?"— Belgien. Die Diskussion der neuen Wahlgcsetz-Vorlage wird wahr- scheinlich am Freitag beginnen. Auf eine Anfrage der centralen Sektion erklärte die Regierung, daß nach der Annahme de» Gesetzes Neuwahlen im nächsten Mai oder Juni erfolgen würden. Eine Ver- Mehrung der Zahl der Deputierten lehne die Regierung ab, ebenso die von den Progressisten geforderte Ausdehnung dos Proportional- Systems auf die provinzialeu und kommunalen Wahlen. Angebliche Zwistigkcitcn in der Arbeiterpartei. Wie die „Kölnische Ztg." zu melden weiß, hat die Vcrtrctervcrsammluug der socialistischcn Gruppen des Wahlbezirks Charleroi, der auch alle socialistischen Abgeordneten mit Ausnahme VmidcrveldcS beiwohnten, beschlosscu, die Einführung der Verhältniswahl sd. b. der Pro- portionalwahl ohne gleiches Stimmrecht) mit allen Mitteln, ge- gcbcnenfalls durch Straßcnkundgebungen und den allgemeinen Ar- beitcransstand, zu verhindern. Die Versammlung forderte den leitenden Ausschuß der belgischen socialistischen Partei auf, eine Hauptversammlung einzuberufen, um eine Entscheidung darüber zu treffen. Der anerkannte Führer der socialistischcn Partei, Vander- velde, hat sich bekanntlich dahin geäußert, daß er an keiner Gewalt- thätigkeit, sei es auch nur an der Obstruktion in der Kammer, teil- nehmen werde. Niederlande. Unruhen in Htldersnm. Anläßlich der Untersagnng des Jahnnarkts entstanden in der Nacht zum Dienstag ernste Aus- schrcitungen. Gegen 11 Uhr abends rotteten sich Volkshaufen zu- mmmen, zogen durch die Straßen, zertrümmerten die Fenster- scheiden im Hause des Bürgermeisters, sowie in mehreren Villen und Läden und zerbrachen die Gaslaterncn. Da die Orts- Polizei nicht stark genug ivar, um die Ruhe wiederherzustellen, erbat der Bürgermeister eine Abteilung Bürgergarde. Heute ist der Belagerungszustand erklärt worden, auch sind Abteilungen Infanterie« und Kavallcrictruppen eingetroffen. Wie neuerdings gemeldet wird, dauerten auch gestern noch die Unruhen fort. Gegen 7 Uhr abends begann die Menge mit Steinen zu werfen und das Straßenpflastcr aufzureißen. Die Kavallerie griff mit gezogenem Säbel an. aber das Werfen mit Steinen dauerte fort. Nach der üb- lichcn Ausforderung schoß die Infanterie. Wie cS heißt, sollen eine Person getötet und zwei Personen verwundet sein. Nach Mitternacht herrschte vollständige Ruhe.— Schweden. RcichStagswahle». Aus Stockholm wird uns geschrieben: I n Schweden finden zur Zeit die Reichstags- wählen zur zweiten Kammer statt, und zwar nicht an einem bestimmten Tage, wie in den meisten Ländern, sondern in de» verschiedenen Bezirken nacheinander. Bei dem jämmerliche» schwedischen Wahlgesetz, dessen Reform an dem Widerstände der aus ihm hervorgegangenen Kammer scheitert, ist für die Socialdemokratie und auch für den radikalen Liberalismus wenig zu hoffen. Es haben bis jetzt in 21 Wahlkreisen Wahlen stattgefunden. Da der Partei- Standpunkt weniger wichtig ist, als wie sich hie Abgeordneten zu den drei Haupt« fragen stellen, die augenblicklich in Schweden zur Entscheidung stehen, hat der„Socialdcmocraten" eine Statistik hiernach aufgestellt. ES handelt sich um folgende Fragen: 1. Stimmrechtsreform, 2. Arbeiterfrage, 3. Ünionsfrage. Von den bisher gewählte» Abgeordneten sind IS gegen die Stimmrechtsreform, vier für einen BermittelungSvorsöblag, einer unsicher und einer für allgemeines Stimmrecht. Betreffs der Arbeiterfrage sind zwei Gesichtspunkte in Betracht zu ziehen: 1. Wer ist für Arbeiterkiiebelungs-Gesetze, wie ein solches in der vorigen Session angenommen wurde? 2. Wer ist für Arbeiter-Refowigesetze? Für Arbeiter-Knebelungsgesetze sind 11 Abgeordnete, bei zweien ist eS zweifelhaft und 8 sino dagegen! für die Arbeiter-Reformgesetze sind 9. zweifelhast 2 und dagegen 10. In der„Unionsfraa.e" muß man unterscheiden zwischen den Heißspornen, die Norwegen mit Krieg überziehen möchten, wenn es nicht auf seine Selb- ständigkcitsrechte verzichten will, und den Friedlichen, die meinen, man solle durch Verhandlungen zu einem beide Teile befriedigenden Abschluß zu kommen versuchen. Merkwürdigerweise sind bisher von der Kriegspartei nur 9 gewählt und von der Verhandlungspartei 12, von denen 2 für ausgesprochene Friedens- Politik sind. Die nächsten Tage bringen 30 neue Wahlen, erst dann wird allmählich sich ein sichereres Bild ergeben. An weiteren Wahl- resultaten, die in der obigen Aufstellung noch nicht enthalten sind, ist zu melden: Hörby ein Konservativer; der aber eine Ver- mittelungsstellung in der Wahlfrage einnimmt. Soweit unser Korrespondent. Nach den neuesten Nachrichten sind bereits 66 Wahlen von 230 entschieden. Von den letzten Wahlen sollen viele im wahlrechts-reformfreundlichen Sinne ausgefallen, d. h. Abgeordnete gewählt sein, die einer Ausdehnung des bisherigen, die unteren Volksschichten fast völlig ausschließenden Wahlrechts zu- stimmen.— Serbien. Attentatsprozeß. Der Prozeß wegen des Attentats auf König Milan wird am 30. d. M. beginnen. Im ganzen sind 43 Personen angeklagt. Die Anklage zerfällt in drei Teile und richtet sich gegen den Attentäter Knezevics selbst, gegen die intellektuellen Urheber des Attentats und gegen diejenigen, welche von dem Attentate Kenntnis hatten und den Umsturz vorbereiteten.— Finnland. Unterdrück«»«! finnischer Zeitungen. Der stellvertretende Generalgouverneur von Finnland, Schipow, hat nach einer Meldung der„Voss. Ztg." auf Vorstellung des Centralkomitces am 17. August das Erscheinen der bedeutendsten finnischen Zeitung„Päivälehti" fiir drei Monate und den in Wiborg erscheinenden„Vii Purin Lanomat" für einen Monat verboten. Die„Nya Pressen" sagt in einem kurzen Leitarsikel über dieses neue Censurverbot, der Grund dafür sei noch nicht genau bekannt.„Aber wir wissen, daß die genannten Blätter nichts enthalten haben, was in der einen oder anderen Form in den meisten Zeitungen des Landes sich wieder gefunden hätte." Am Abend des 17. August war der Chefrcdacteur der Helsingforser Zeitung„Pü'ivälehti", Herr E. Erkko, der Gegenstand einer Sympathiekundgebung. Vor seiner Wohnung erschien der gemischte Sängerchor des Vereins der Arbeiter- freunde und sang ein finnisches patriotisches Lied, worauf ein Hoch auf Erkko ausgebracht wurde, der in kurzer Rede für die Ehrung dankte und unter anderem sagte, das finnische Volk werde trotz aller Fesseln und Knebeln stets seinen Zeitungen seinen Stempel aufdrücken und deshalb zweifelten die Zeitungsmenschen auch nicht an der Zu- kunft der Presse in Finnland, so düster sie auch sei, denn trotz allem vertrauten sie doch auf die Zukunft ihres Volkes.— Asien. Neue Kämpfe auf den Philippinen. Drahtmeldnngen aus Manila besagen, daß die Feindseligkeiten an mehreren Stellen wieder eröffnet sind. Auf Luzon fand bei Las Angeles ein ziemlich ernsthaftes Gefecht statt, in welchem zwei amerikanische Offiziere ge- tötet wurden. Auf der Insel Negros konnte sich Hauptmann Cole gegen überlegene feindliche Scharen nur schwer halten. Ebenso macht der Sultan der Sulu-Jnseln große Schivierigkcitcn. Er be- hauptct, die spanische Herrschaft über die Inselgruppe sei niemals eine thatsächliche gewesen, iveshalb Spanien die Inseln auch nicht habe abtreten können.—_ In Rennes. Die Mittwoch- Sitzung des Kriegsgerichts wurde um 6Vs Uhr eröffnet. Der Contraleur Ney erklärt, Dreyfus habe mit ihm mit Vor- liebe über die Truppen-Konzeutrieruug und Mobilisierung gesprochen, aber ihn niemals um Mitteilungen ersucht. Der frühere Kamerad des Dreyfus im Gcncralstab, Major Dervieu, bestätigt die Aussage Reys über die Unterhaltungen, die Dreyfus geführt hat. Dervieu fügt hinzu. Dreyfus habe sich gerühmt, daß er zu spät in'» Bureau komme, ohne daß man dies bemerke? DreyfuS erwidert, daß er nur, während seine Frau im August und September sich in Houlgate aufhielt, am Montag später ins Bureau kam und dann um 12' Uhr mittags eintraf und- um 2 Uhr fortging. Major Dnchatelct spricht von den vertraulichen Mitteilungen des DreyfuS, über seinen Verkehr in gewissen Kreisen und überfeine Spielvcrluste. Tubrcml, Grundbesitzer bei Paris, erklärt, er habe Dreyfus bei eincni gewissen Bodson kennen gelernt, Ivo auch ein deutscher Attachs verkehrte, der, wie er bemerkte, mit Dreyfus auf freundschaftlichem Fuße stand. Bodson vertraute ihm(Dubreuil) eines Tages an, daß DreyfuS der Liebhaber seiner Frau sei. Bodson fügte hinzu, daß er dafür Beweise habe, ja daß er sogar Beweise in Händen habe, mit denen er Drcysus aus dem französischen Heere ausstoßen lassen könne. Zeuge sagt, daß er hierüber nichts Näheres habe erfahren können. Die Anwälte deS Dreyfus verlangen hierauf, daß über die Moralität deS Zeugen Erkundigungen eingezogen werden. Labori richtet an den Zeugen Dubreuil mehrere Fragen. Dieser giebt verworrene Antworten bezüglich deS von ihm erwähnten deutschen Attaches und sucht seine Gedächtnisschwäche dadurch zu er- klären. daS seit jenen Vorgängen 13 Jahre verflossen sind. Labori stellt fest, daß der von Quesuay de Beanrcpaire gesandte Zeuge keine einzige genaue Angabc mache» könne. Dreyfus versichert auf das bestimmte>te, daß er seit dem Jahre 1886 oder 1887 nicht mehr bei Bodson verkehrt und niemals dort mit dem BotschaftS-Attachä einer fremden Macht diniert habe. Er verlangt, daß man den Namen des Attache» nenne, daß man bestimmte Angaben mache und keine Klatschereien anftische. Man mnffe wissen, wer lügt und wer die Wahrheit sagt.(Ten- sation.) Der Präsident sagt dann, daß er. entsprechend dem Wunsche Laboris, dem sich Dubreuil selbst anschließt, Erkundigungen über die Moralität des Zeugen einziehen werde, Hauptmann Valdant erklärt, Major Lauth habe ihm eines Tages, als er auS dein Bureau Picquarts kam, gesagt:„Er will, ich soll bescheinigen, daß eS die Schrift von Dingsda ist; ich werde nichts bescheinigen," Zeuge erklärt weiter, er habe im Jahre 1896 mehrcremale Leblois bei Picqnart gesehen. Artilleriemajor Lcrond erzählt, er habe 1894 und 1895 bei den Schießübungen in Chalons Beziehungen zu Esterhazy gehabt. Estcrhazy]ci ihm in artilleristischen Fragen als inkompetent er- 'chicncn, und ex habe das Picqnart mitgeteilt, der ihn im Oktober 1896 über daS Gebahrcn Esterhazys bei den Schietzübungen befragt und hinzugefügt habe, Esterhazy habe keinerlei vertrauliches Schrift- stück in Händen gehabt. Zeuge erklärt schließlich, die Aeußerungen Picqnarts hätten ihn überzeugt, daß Beweise von der Schuld Esterhazys vorhanden seien. Hierauf wird, da Esterhazy nicht erschienen ist, Esterhazys Aussage vor dem Kassationshofe verlesen, in welcher die Thaffachen auf- geführt werden, die sein Erscheinen vor dem Untersuchungsrate ver- anlaßtcn. Die Sitzung wird sodann unterbrochen. Nach Wiederaufnahme der Sitzung werden auf Antrag Laboris dle drei bekannten, von Esterhazy an den Präsidenten der Republik gerichteten Briefe verlesen, in welchen Esterhazy dem Präsidenten drohte, er werde, wenn der Präsident nicht einschreite, um dem Skandal ein Ende zu machen', sich an„seinen Suzerän, den Deutschen Kaiser"(I) wenden. Ferner wird ein Artikel, über- schrieben.Duei" verlesen, der im Jahre 1897 zur Zeit der De- / »uwnation Mathieu Drehfn»' in der„Sibre Parole General Gonse wünscht dann, auf die rcrlescne Zeugenaussage Esterhazys antlvorten zu dürfen, und erklärt es für falsch, daß Ester- hazy der Mann des Gcncralstabes gewesen sei. Du Paty de Clam und Henry hätten ohne sein— des Zeugen— Wissen Beziehungen zu Estcrhazy gehabt. General Gonse erzählt, der Minister habe nicht gewollt, daß die Offiziere Lcziehnngen z» Esterhazy hätten in dein Augcnblieke, wo man wußte, daß ein Fcldzng gegen denselben beginnen sollte. Es war die Rede davon, Estcrhazy zu benachrichtigen, daß er sich beruhigen und nichts unternehmen möchte, aber der Minister wider- setzte sich dein. Gonse betrachte Estcrhazy als eine koniproinitticrcnde Persönlichkeit und bestreite, daß derselbe Instruktionen darüber er- halten habe, was er dem General Pellieux gegenüber aussagen solle. Daß Esterhazy während der gerichtlichen Untersuchung in Freiheit belassen wurde, sei auf einen Befehl des Generals Saussier zurückzuführen. Lediglich der Oberst du Paty de Clam habe den Generalstab durch seine Unklugheiten kompromittiert. General Gonse erklärt ferner, er sei überzeugt, du Paty de Clam habe im Einverständuis mit Henry gehandelt. Zeuge sagt, er stehe für Gribelin ein. Regierungsvertreter Carriire sagt in Beantwortung einer Frage Laboris, man habe es abgeschlagen, ihm Mitteilung der Unter- Ulchung Taverniers betreffend du Paty de Clam zu machen. Carriere hofft, letzterer werde in einigen Tagen erscheinen können, um auszusagen. Labori fragt Gonse, ob er für das Vorgehen du Paty de Clams, welcher aus seinem Ressort stammende Schriftstücke Estcrhazy mitteilte, einstehe.„Nie im Leben", erwidert Gonse, und stellt zu- gleich in Abrede, bei einer geheimen Zusammenkunft zugegen gewesen zu sein, in der man darüber beraten hätte, was zu Gnnsten Ester- hazys zu thun sei. Gonse fügt hinzu, er glaube nicht, durch sein Verhalten die Umtriebe du Paty de Clams ermutigt zu habe». Er habe das Bclvußtscin, seine Pflicht gethan zu haben. du Paty de Clam stände vielleicht dem„Dixi" übcrschriebenc» Artikel nicht fern. Labori deutet an, General Saussier habe deshalb Esterhazy in Freiheit bclnilen, tveil er durch den Gencralstab getäuscht worden. Oberst Gcudron sagt auf eine Frage des Präsidenten aus, er wisse nicht, ob Esterhazy zu Oberst Sandhcrr in Beziehungen stand. Boiödeffrc erklärt sodann, er erkläre formell die Aussage EsterhazyS für falsch. Er verachte diese Lügen und weise sie zurück mit der ganzen, ihnen gebührenden Verachtung.(Lebhafte Bewegung im Saale.) Alsdann wird die von der Pays vor dem Kassationshofe ab- gegebene Erklärung verlesen. Hierauf gicbt General Lcbeliu de Dionnc, Oberst der Kriegs- schule, schlechte Auskunft über Dreyfus, den er beständig zu tadeln hatte. Dreyfuö erklärt den Tadel mit Angaben der Ordunngs-Kom- Mission, welche ihm ungerechte Noten gegeben habe, weil man keine Juden in dem Geueralstabc haben wollte. Dreyfus leugnet die Reden, Ivelche man ihm hinsichtlich der Elsässcr und Lothringer zuschreibt. Der Ingenieur Lauquety hatte erklärt, er habe ihn, Drcyfns, in Brüssel im Jahre 1894 getroffen, er könne aber das Datum nicht mehr genau feststellen. Dreyfus erinnert ihn daran, daß er ihn in Brüssel im Jahre 1886 nur ein einziges Mal getroffen und in einem Restanrant gesprochen habe, und zwar war dies während der Ausstellung.„Ja," erividcrt der Zeuge. Hierauf wird die Sitzung um 11 Uhr 40 Min.' geschlossen und auf Donnerstag vertagt. den Prozeß zu einem Prozeß Rechts, des mutigen Kämpfers Mehrere Stunden hindurch nicht die Rede. Die Zeugen dessen Zeugnis sie zu erschüttern vcr- den Augen der Richter herabzusetzen. lleber die MoiitagS-Sitzung schreibt man uns ans RcnncS, 21. August: Heute früh füllt sich der Saal nur langsam. Besonders weisen die für die Jonrnalistcn reservierten Bänke große Lücken auf. Viele haben den Sonntag zu einem Ausflug nach den entzückende» Küsten der Bretagne benutzt und sind noch nicht zurückgekehrt. Die Unterhaltung dreht sich lediglich um das Wicdercrschcinc» Laboris. Ist er wiederhergestellt, wird er kommen? das ist die Frage, die von Mund zu Mund geht. Die Generale treten mit großem Geräusch in den Saal. General Nioget läßt seinen Blick herausfordernd umherschweifen und bläht sich inmitten der Offiziere auf, die ihn rings umgebe». Das Publikum beachtet nichts, sondern blickt starr nach der Bank der Verteidiger, wo man Labori zu erblicken hofft. Vergebliche Hoffnung! Labori wird heute nicht kommen. Ein leichtes Fieber stellte sich gestern Abend ein, und Dr. Reclus entschied, daß sein Kranker sich noch vierundzwanzig Stunden ausruhen müßte. Also auf morgen. WaS ivir heute hören sollen, ist ganz außergewöhnlich. Zunächst zeigt sich der Präsident des Kriegsgerichts. Oberst Jouaust, von einer erschreckenden Parteilichkeit und beweist von neuem, daß BilligkcitS- und Gerechtigkeitsgefühl bei den Militärs gänzlich uu- bekannt sind. Dann bemühen sich die Zeugen, des Oberst Picquart, des Dieners des für die Revision, zu gestalten. ist vom Prozeß Dreyfus überhaupt ereifern sich gegen Picqnnrt, suchen, Nm seinen Wert in Nnd als Oberst Picquart antwortet, verhehlt der Präsident des Kriegsgerichts durchaus nicht seinen Univillen. Er unterbricht ihn sogar, als er zu gewissen Fragen kommt, als er die Angaben, die die Generale gegen ihn vorgebracht haben, widerlegt, obwohl diese ohne jede Unterbrechung alles haben sagen dürfen. Ein General ist es, der das Feuer eröffnet: Der General Favre. Er gehört zu den siebenundzwanzig Offizieren, die schon 1394 gegen Dreyfus zeugten, und die jetzt nach einander auf den Zengcnstand treten, um den Unschuldigen niederzutreten. Sie legen ihren ganzen Haß, ihren ganzen Groll und Aerger in ihre Aussage. Und lvir wohnen diesem unwürdige» nnd verwerfliche» Schauspiel bei, wie Offiziere, die aufgerufen werden, eine vor fünf Jahren gemachte Aussage zu wiederholen, in einem Anfall närrischer Unzurechnungsfähigkeit und deutlichen UebelwollcnS ihr Gehirn zermartern, um ihre Aussage niederschmetternder und sich meineidig zu machen. Doch was gilt ihnen das Verbrechen der verletzten Menschlich- keit! Sitzen ihre Generale nicht hinter ihnen, um sie zu loben und zu ermutigen! Werden für sie nicht Tressen und Avancement ab- fallen? Mangels eines anderen Schlachtfeldes begnügen sie sich mit dem der Lüge, des Meineids, der Fäl'chung. Also der General Favre eröffnet das Feuer. Fünfundzwanzig Minuten lang ergeht er sich in den perfidesten Verdächtigungen gegen Dreyfus. Er erzählt von den Gerüchten, die nach seiner Be- hauptung zur Zeit, als Dreyfus im Ministerium war. umliefen, er spricht von Indiskretionen, und hört erst auf, als sich Demange uu- willig über seine Schamlosigkeit, von seinem Sitze erhebt und ihn fragt, warum er über dies alles nicht schon im Jahre 1894 Zeugnis abgelegt habe. Natürlich weiß der Zeuge Favre nichts zu antworten, und sein Schweigen ist das deutliche Geständnis, daß er Lügen verbreitet hat. Der Oberst d'Aboville setzt die Reche der Zeugen des Generalstabes, oder der falschen Zeugen, fort. 1894 Oberstlieutenant im KricgSnnnisterium, hatte er schön im damqligen Prozeß seinen Beitrag an Albernheiten gegen DreyfuS, den Vertreter der ihm außerordentlich verhaßten jüdischen Rasse, geliefert. Heute morgen wurde er wie Favre vorgerufen, um sein Zeugnis zu wiederholen. Er spricht von allem mit etwas Vorbehalt. Und als der Verteidiger Demange ihn nach seiner Bekundung von 1894 fragt, erklärt er ruhig, sich nicht mehr daran zu erinnern. Man liest sie ihm vor, um sein Gedächtnis aufzufrischen. Hierauf sucht er zu beweisen, daß Dreyfus sehr wohl den Satz des Borderaus: „Ich werde zum Manöver abreisen", habe schreiben können. Da Dreyfus ini Jahre 1894 kein Manöver irgend welcher Art mitmachte und mitmachen durste, erklärt der falsche Zeuge d'Aboville erschienen ist.> mit widerlicher Freundlichkeit, daß die zun, K.icgsmiinsterinm kom- »laudierten Offiziere eine Reise des Gcneralstabs— noch dazil eine fingierte Reise—» Lichte», und daß der Hauptmann Dreyfus sehr wahrscheinlich von dieser Reise sprechen wollte, als er das Bordcrean schrieb. Wie man sieht, ist das sehr einfach, und die Ankläger des Dreh- fus verwenden nicht gerade sonderliche Aufmerksamkeit ans die an- geblichen Beweise, die sie gegen ihn vorbringen. Nachdem Cochcfert, der Chef der allgemeinen SichcrheitS- abteilnng, welcher der Festnahme Drcysus' im Jahre 1894 bcilvohnte, die verschiedenen Vorgänge bei dieser Fest- nähme erzählt hat, tritt der Archivar des Nachrichten- bureauS, Gribelin, auf, der possierliche Lampenmann*) Gribelin. durch den in das erschütternde Drama zuweilen eine lustige Scene einfließt. Gribelin ist ersichtlich zu dumm, um selbst seine Aussage zu machen. Es ist irgend ein tapferer Offizier, der sie für ihn verfaßt hat, und er wiederholt sie und sagt sie auf, wie ein Kind, das bei jedem Wort in seiner Erinnerung sucht und vielleicht gar nicht be- greift— ein solcher Idiot scheint er zu sein—, wie verbrecherisch das Geschäft ist, das man ihn ausführen läßt. Doch auch er lügt, wie jedes Mitglied des GcneralstabeS, das etwas auf sich hält. Man muß Gribelin sehen, und ihn sagen hören, daß er seine Ueberzcngnng von der Schuld des Dreyfus auf zwei Reihen von Thatsachen stützt: auf seine Haltung im Moment der Verhaftung und auf sein Privatleben. Gribelin, solche Schlüsse ziehend, ist unvorstellbar. Als seine Lektion hergesagt ist und der Verteidiger Fragen an ihn richtet, verstrickt er sich in crbarmungs- würdigerivcise in die Lügen, die er soeben ausgesprochen. Köstlich äußert sich Gribelin über die Umtriebe des General- stabcs im allgemeinen und des Oberst du Paty de Clam iin besonderen, um den Verräter Esterhazy zu retten.„Wir wußten im Ministerium, sagte er, daß der Kommandant Esterhazy unter der Einwirkung der Anzeige von Mathieu DreyfuS stand, und da wir an der Unschuld des Kommandanten nicht zweifelten, so ivollten wir ihn retten." Aber du Paty de Clam benutzte falsche Bärte und blaue Brillen schon seit Beginn des Oktober, und die Anzeige des Mathieu Drcyfns ist vom 14. November datiert. Meister Demange fragt Gribelin, wie man im Ministerium von dieser Anzeige schon einen Monat, bevor sie geschah, Kenntnis haben konnte. Und Gribelin verstrickt sich in seine Lüge. Aber der Unglückliche ist noch nicht am Ende. Oberst Picquart will einige Erklärungen über die Verletzung haben, die mit seiner Korrespondenz während seiner Sendung nach dem Osten vor- genommen wurde, und die während seines Aufenthalts in Tunis fortgesetzt wurde. Man erinnert sich, daß die meisten Briefe er- brochen wurden, und daß einer— dir Fälschung Speranza—, der von einem Fälscher des Generalstabs geichrieben und an Picquart gerichtet wurde, um diesen bloßzustellen, sich im geheimen Dossier befindet. Der Oberst Picquart fragt Gribelin, ob er von seinen Vor- gesetzten den Befehl erhalten habe, seine Korrespondenz zu erbrechen. Und Gribelin antivortct mit lauter Stimme:„Nein." Wie kam es den», fragt Picquart, daß diese Briefe erbrochen nnd zurückgehalten tvurden? Sie allein schickten mir meine Korrespondenz nach, Sie allein kannten meine ans einander folgenden Adressen, Sic allein können nur diesen Punkt aufhellen. Aber Gribelin, den man doch den Lampenmann nennt, hellt keineswegs etwas vor seinem früheren Chef auf. Aber ich lasse ihn bei seinen Widersprüchen und Lügen, um zum Kommandanten L a n t h zu kommen. Dieser ist ein Offizier mit Monocle, der stets eine Reitpeitsche bei sich hat; er spricht trocken und ist mit einem Worte der Typus eines unfähigen und ein- acbildctcn Offiziers. Er dient bei der Kavallerie, und zwar den Dragonern. Es ist nur billig, daß alle Waffengattungen repräsentiert sind. Bis jetzt hat es nur Infanterie nnd Artillerie gegeben. Im Namen der Kavallerie wird Kommandant Lanth seine belastende Aussage machen. Sie ist�nicht lang. Man errät sofort, wie kleinlich und ehr- geizig diese Persönlichkeit ist, die vor die Generale hintritt und ihnen, als sie auf den Zengcnstand tritt, ein leises Zeichen macht, wie wenn sie sagen wollte:„Habt keine Furcht I Auf mich könnt ihr rechnen!" Er Iviedcrholt über DreyfnS und das Bordereau die gewöhn- lichen und hundertmal schon gesagten Albernheiten. Wie der General Favre,>vie der Schwachkopf Gribelin, so wirft auch er seinen Groll auf den Oberst Picquart. Und dieser legt ihm die flammende Frage über die Reise vor, die er mit Henry nach Basel unternommen. Bekanntlich ließ im Jahre 1896 ein Agent Namens Cuers, den man im Kriegsgericht mit dem Buchstaben R. bezeichnet, das Nach- richtenbnreau wissen, daß er schwerwiegende Enthüllungen zu machen habe und daß er unter anderem auch einen unserer Spione angeben würde. Es handelte sich um Esterhazy. Es wäre zu umständlich zu erzählen, durch welche Mittel Henry, der nicht deutsch konnte, es doch ermöglichte, daß er mit dem Kommandanten Lauth für die Reise nach Basel bestimmt wurde. Kurz, er ivar dort und schließlich wußte man. daß alle seine Bemühungen darauf gerichtet waren, den Agenten Cncrs am Sprechen zu verhindern. Henry hatte ei» großes Interesse, Esterhazy. zn retten: er rettete sich damit selbst. WaS Lanth betrifft, so versteht man seine Rolle weniger. Zweifellos ivollte er seinem Vorgesetzten Henry den Hof macheu, um Vorteil für sein Avancement daraus zu zichc». In allen Fällen sind die Erklärungen, die er giebt, erbärmlich, nnd als er vom Zcugenstand herabsteigt, hat endlich auch die Kavallerie dem Generalstab ihren Beitrag an Lügen geliefert. Der Tag wurde beschlossen vom Hauptmann Junck. Er war früher Kollege von Drcyfns im Gencralstab und einer der 27 Belastungszeugen im Prozeß von 1894. Wir hatten seit Beginn der Verhandlungen sehr viel Geschwätz gehört; aber der Hauptmann Junck ließ alle, die bisher Altwciber- klatsch vorgebracht haben, wert hinter sich. Wahrscheinlich hat er lediglich das Amt des Portiers im Kriegsministerium verivaltet; so sehr hat er uns mit den Erzählungen idiotcnhafter Gerüchte gc- martert. Den Hauptmann Junck kann man die bösartigste und verlogenste Klatschbase dieses Prozesses nennen. Dreyfus hat eines Tages, als er mit ihm in Paris zusammen war, eine Halbweltdame gegrüßt. Als Dreyfus in Maus in Garnison lag, ging er in den dortigen Civil-Klub, spielte um Geld und verlor eine beträchtliche Summe, die sein Bruder bezahlte, und so geht es weiter, wohl eine Stunde lang. Schließlich erzählt der Hauptmann Junck alles, was DreystlS im Ministerium hat erfahren können. Er macht ihm einen Bor- wurf aus seiner Kenntnis und seinem Wissen, er macht ihm eine Anklage daraus, daß er ein eifriger und tüchtiger Offizier ge- wescn ist. Und als Schlußfolgerung sagt dann dieser Hauptmann auf der Suche nach den Tressen, daß Drcyfns schuldig sein müsse. Ein Wort nur erwidert Hauptmann Dreyfus dem Hauptmann Junck.„Ich werde die vertraulichen Mitteilungen, die Sie mir über Ihr Privatleben gemacht haben, als ich mit Ihnen im Ministerium ivar, nicht heranziehen; ich habe immer reine Hände gehabt, und ich werde sie rein halten. Ich werde niemals das Handwerk treiben, zu dem Sie sich hergeben." Und nachdem er eine Untersuchung gefordert hat, um zu be- weisen, daß er niemals den Fuß in den Civilklnb von Mans ge- setzt habe, nachdem er mit vibrierender Stimnie auf die Angaben seines früheren Kollegen geantwortet hat überläßt der Hauptmann Dreyfus Picquart das Wort. Zwei Sätze nur spricht der Oberst Picquart, und er erklärt am Zeugenstand dem Präsidenten des Kriegsgericht?:„Wenn Sie den moralischen Wert des Zeugnisses des Hauptmanns Junck kennen wollen, so lesen Sie die drei Aussagen, die er über denselben Gegen- stand in den Untersuchungen Ravary, Pellieux und Tavernier gemacht hat. Keine gleicht der anderen." Mit diesen Worten wird die Sitzung aufgehoben. Im Augen« blick dieser letzten Dazwischenknnft Picqnarts, als dieser ums Wort bat, rief der Präsident Jouanst ans:„Schon tuieder!"(onoore!) Dies Wort wird hier lebhaft erörtert. Die einen setzen es ans Rechnung der Ncrvenabspannung de-Z Präsidenten nach einer sechs- stündigcn Sitzung. Die andern sehen darin ein Zeichen seiner Pai/tcüichkeit. Ich glaube, daß diese Letzteren Recht haben. Picqnart. der Zeuge der Wahrheit, ist den Generalen sichtlich unangenehm. Die Richter des Kriegsgerichts haben mir ein viel zn militaristisches Aussehen, um nicht ebenfalls durch Picqnart, dessen Wort sie fürchten, unangenehm berührt zu sein. Indessen zweifle ich stark, daß sie ihm einen Maulkorb anlegen werden. Sociales. Skandalöse Zustände herrschen in der Aktienspinnerei und Weberei in Offenbnrg. Diese Fabrik, die stets ganz anständige Dividenden zahlt, iniportiert jetzt zu Hunderten Italienerinnen, um noch höhere Dividenden herauszuschlagen. Wir entnehmen darüber dem in Karlsruhe erscheinenden„Volksfreund" folgenden Bericht: «Die jüngst gebrachte Mitteilung, daß die Italienerinnen der Spinnerei und Weberei von zwei Klosterschwestern spazieren geführt werden, entspricht den Thatsachen. Ich habe es mir angelegen sein lassen, näheres über die Beweggründe zu dieser an die Zeiten der Sklaverei erinnernde Maßregel zu erfahren, und konstatiert, daß der Transport-Spaziergang der italienischen Arbeiterinnen von Herrn Direktor Schätti selbst angeordnet wurde. Die Zustände in den Wohnungen der Jtaliencriniien spotten nämlich jeder Be- schreibnng und schon aus Gründen der guten Sitte richtet sich dieser Italienerinnen- Import von selbst. In den so- genannten Loggien der von der Aktiengesellschaft erbauten Arbciterwohnnngcn geht es nämlich schon mehr„böhmisch" als italienisch zn. Die völlig sich selbst übcrlassenen Mädchen treiben dort die unglaublichsten Dinge, deren detaillierte Beschreibunq wir uns versagen müssen. Herr Schätti hat nun zwei Klosterfrauen veranlaßt, allabendlich die Zimmer der Mädchen einer Revision auf „Mannsbilder" zn unterwerfen. Die Italienerinnen beantworteten diesen Eingriff in ihre inntmaßlichen Rechte einfach damit, daß sie die Zimmcrthürcn verschlossen. Daraufhin ließ der Fabrik- Pascha, Herr Schätti, sämtliche Schlösser nnd Riegel von de» Thüren reißen, sodaß nun die„SittlichkcitS-Kontrolle" ungehindert ihres Amtes ivaltcn konnte; aber so ganz ohne Hindernis lief die Sache auch nicht immer ab, denn mehrmals rebellierten die Italienerinnen und versuchten, die Controlcuscu zu prügeln. In dem italo-offeuburgischen Jargon, den die importierten Kinder des Südens sprechen, heißen diese Vorgänge:„Krack"(Krach).„Heut Widder Krack g'sin" erzähle» sie dann mit erläuterndem Geberoen- spiel. Vielen von ihnen ist der„Krack" schon so verleidet, daß sie sich hilfesuchend an verschiedene, teils einflußreiche Persönlichkeiten wandten, bisher ohne Erfolg. Die Möglichkeit, in die Heimat zurückzukehren, ist für diese armen, unter allen möglichen Vor- Ipicgelnngen herbeigelockten Wesen unmöglich. Sie erhalten 1,60 bis 1,86 M. Tagclohn. Verschiedene Geschäftsleute geben ihnen nichts mehr auf Kredit, weil die Italienerinnen schlecht oder gar nicht bezahlen. Dabei kommen wöchentlich neue Transporte an,.so allein in vorletzter Woche 125 Mädchen im Alter von 14—25 Jahren. Die Seelen- Verkäufer, welche die Mädchen holen, bekommen außer den Spesen 10 M. pro Kopf. Also annähernder Sklavenhandel. Am Anfang Iverden die Italienerinnen jetzt etwas gehätschelt; sie bekommen, bis sie ausgelernt haben, während einiger Wochen obengenannten Taglohn und liefern dabei in 14 Tage» zwei Stück ab, ivährend von den alten Ar- beitcrinncn das fünf- bis sechsfache verlangt wird. Kommen dann die Mädchen später in den Accord, dann sinkt der Lohn und dann sehen sie erst, wie geprellt sie sind. Wie iveit die Wut unter den Leute» gestiegen ist. mag man daraus entnehme», daß der Direktor Schätti kürzlich auf dem Fabrikhof von den Italienerinnen geprügelt wurde, sodaß man die Gendarmerie herbeiholte." Kapitalistischer Mord. Auf der Ouecksilberfabrik von Auer- dach u. Co. im Dongebiet(Südrußland), die viele Hunderte von Arbeitern beschäftigt, erreichte die OrdnungSlosigkeit und GesundheitS- gefährlichkeit ein sö hohes Maß und forderte fortgesetzt so zahlreiche Menschenopfer. daß das Etablissement auf Veranlassung einer Sanitälskommissio» polizeilich geschlossen wurde. Der auS der Erzwäschcrci entnommene Staub wies bei chemischer Analyse 0.23 Proz. Quecksilber ans, und in dieser giftigen Atmosphäre mußte» Mädchen von 10—14 Jahren arbeiten. Die Räume sind dunkel und ohne Vcntilationsvorrichtung. Einer noch größeren Gefahr waren die Arbeiter bei der Reinigung der Kondensatoren, der Ouerrauch- sänge und in der Mühle, wo der Quecksilberruß gerieben wird, ausgesetzt. Die Arbeiter mußten den Ruß einatmen und zitterten unter der Einwirkung desselben wie vom Veitstanz Befallene. •) In seinen Aussagen spielten einer Lampe eine große Rolle. die verschiedenen Stellungen Uetzke Mercheichten und Depeschen. Bremen, 23. August.(W. T. B.) Wie„BoesniannS Bureau" meldet, ist auf der Werft von Wigham Richardson u. Ko. in Newcastle on Tyne gestern ein»euer Doppelschranbeu-Passagier- und Fracht- dampfer für den„Norddeutschen Lloyd" vom Stapel gelaufen. Der Dampfer, lvelcher eine Größe von 7500 Ncgistertons hat und mit allen Verbesserungen der Neuzeit versehen ist, erhielt den Namen „Hannover" und ist für die Linie Bremen-Baltimore bestinnnt. Wien, 23. August.(B. H.) Eine Meldung der„Politischen Kor- respondenz" aus Rom bezeichnet das Gerücht, daß die Reise Pclloux nach Wien nnd Berlin bevorstehen und ans Beschleunigung der Erneuerung der Dreibund-Vcrträge abzielen solle, als absurde Erfindung. Innsbruck, 23. August.(B. H.) Der Herausgeber des Witzblattes „Der Scherer". Habermann, der wegen VerbrennenS des Hirtenbriefes des Brixcr Fürstbischofs angeklagt war, wurde freigesprochen. Budapest, 23. August.(B. H.) In BercgsrakoS ermordete der Grundbesitzer Mikila seinen Bruder, dessen Frau und zivci Kinder sowie eine'zweite Schwägerin, weil er sich bei einer Erb- schaft benachteiligt glaubte. Der Mörder wurde verhaftet. Paris, 23. August.(B. H.) Der Redaccteur der„Libre Parole". Dranlt, wurde heute verhaftet. Er hat eine ihm wegen Be- schimpfung des Gouverneurs von Algier zuerkannte 20tägige Haft abzusitzen. Drumont und ein Gcschaftssübrer der„Libre Parole" begaben sich heute zum Polizeichef, um seine Freilassung zu er- wirken, wurden aber abschlägig beschieden. Paris, 23. August.(B. H.) Gusrin hat heute wieder das Dach feines Hauses mit Petroleum begossen. Man glaubt, daß er die Absicht hat, Feuer anzulegen, um dann in dem Tumult die Flucht zu ergreifen. In der Rue Chabrol hat heute eine Buch- druckerei das Geschäft geschlossen, weil ihre Einnahmen in den letzten Tagen wegen der Absperrung nur 3 Fr. betragen hatte. Paris, 23. August./e Hektar große, von einer vierrcihigc» Piatancn-Allcc umrahmte Platz darf— anders als die Spielplätze der übrigen städli- scheu Parkanlagen— nicht nur von spielenden Schülern, sondern von jedermann betreten werden. Die Bevölkerung des Südostens hat denn auch sofort von dem lange entbehrten Platz Besitz ergriffen und an schönen Nachmittagen tummeln sich nun iviedcr viele Hunderte von Kindern und Erwachsenen auf dem weiten Rasen. Hinter Treptow, im P I ä N t e r w a l d, ist im vorigen und in diesem Jahre noch ein neuer Spielplatz angelegt worden, der erst im nächsten Frühjahr freigegeben werden soll, Eheschließungen, Geburten nnd Ttcrbcfällc. In der Woche bom 36, Juli bis 5. August fanden in Berlin 256 Eheschließungen statt. Die Zahl der Lcbendgcborenen betrug 996(524 männliche, 466 weibliche). Totgeboren ivnrden 34 Kinder<14 männliche, 26 weibliche). Unter den Lcbcndgeborcnen befanden sich 124, unter den Totgeborenen 3 außerehelich geborene Kinder.— Die Zahl der Slerbefällc betrug in der Bericktswoche 788 und betraf 413 männ- liche, 375 weibliche Personen. Unter den Verstorbenen befanden sicki 375 Kinder im ersten Lebensjahre(273 ehelich und 97 außer- ehelich geborene). In Krankenhäusern sind 196 Personen(162 mann- liche und 94 weibliche) gestorben. Auf gewaltsame Weife endeten 18 Personen, darunter 11 durch Selbstmord.— Ans die einzelnen Stadtteile verteilten sich die Sterbefälle wie folgt: Berlin- Kölln- Dorotheenstadt 16; Fricdrichstadt 16; Friedrich- und Schöne- bergcr Vorstadt 29; Friedrich- nnd Tempclhofcr Vorstadt(weftl.) 14; Tcmpelhofcr Vorstadt(östl.) 36; Luisenftadt jenseits des Kanals 96; Lniscnstadt diesseits des Kanals, Ren-Kölln 38; Stralauer Viertel 116; Königsviertel 62; Spnndaucr Viertel 24; Rosenthalcr Vorstadt 125; Oranienburger Vorstadt 66; Friedrich-Wilhclmsiadt und Moabit(östl.) 29; Moabit(wcstl.) 53: Weddiug 92.— Die Eheschließungen betrugen 14,7, die Lebendgeborenen 28,4, die Tot- geborenen 1,6, die Sterbefälle 22,6 pro Mille der Bcvölkcrnng, Mit der Herrlichkeit dcS„Wasscrgartenö", wie die mit Garten verbundene Kur- und Bade-Anftalt des Vereins der Wasser- freunde genannt wird, ist c§ nun bald zu Ende. Mit dem 36. September d. I. hören alle diese Einrichtungen auf, und da§ Terrain geht in den Besitz der R e i ch s d r u ck e r'e i über, deren Be- trieb eine Erweiterung erfährt. Polizeilicher Tierschutz. Ein außergewöhnliches Einschreiten der Polizei gegen eine Onmidusgesellschaft verursachte Montag am Rosenthalcr Thor Aufsehen. Aus Veranlassung mehrerer Schutzleute wurden eine Anzahl Omnibusse_ aus dem Berkehr gezogen. Die Neue Berliner Omnibus-Aktiengesellichaft besitzt bekanntlich ein recht mangelhaftes Pferdematerial; die Tiere werden überaustrcugt und find"nach verhältnismäßig kurzer Zeit matt. Der deutsche Tierschutz- verein hat schon wiederholt Veranlaffuug genommen, gegen die Aus- Nutzung der Tiere Stellung zu nehnien. Wie erzählt wird, soll am vergangenen Sonntag ein ermattetes Tier mehrfach gestürzt sein, Der betreffende Kutscher wäre auf dem Depot mit seinem Vor- gesetzten deswegen in Streit geraten und sofort entlassen worden. Dieser Kutscher, so heißt es weiter, habe dann der Polizei Mitteilung von dem Zustand der Omnibnspfcrde ge- macht. Thatsache ist, daß vcreits am Montag Schutzleute am Rosenthalcr Thor, der Endhaltestelle der Omnibuslinie Nixdorf- Rosenthalcr Thor, Aufstellung nahmen und mehrere Gespanne. die sich in einein bedauerlichen Zustande befanden, von der Weiter- benutznng ausschlössen. Auch gegen Abend erschienen zwei Polizei- Wachtmeister und zwei Schutzleute und revidierten die Pferde der ankommenden Personenwagen. Die Beamten veranlaßten das AnS- setzen von nicht weniger als fünf Gefährten, deren Pferde zu sehr abgetrieben waren. Natürlich verursachte das Vorgehen der Polizei bei dem Publikum großes Auffeheu, fand aber auch allseitig An- erkeunung. Es hatten sich viele hunderte von Personen an- gesammelt, die die jedesmalige Absendung des Wagens nach dem Depot mit lautem Halloh begrüßten. Ein Wachtmeister machte schließlich von der erfolgten amtlichen Aussetzung des Gefährtes Eintragungen in die Kontrollbiicher der Schasiner. Das polizeiliche Vorgehen verdient ganz gewiß Anerkennung, ist aber inkonsequent. Wir erinnern an den vor einigen Monaten passierten Fall, wo die Polizei ganz zu Unrecht der Meinung war, daß die gleich den Tieren weit über Gebühr ausgenutzten An- gestellten einer Verkehrsanstalt eines Sonntogniorgens in den Aus- stand treten würden. Damals schritt die Behörde auch ein. jedoch beileibe nicht zu Gunsten der Ausgebeuteten, sondern zu Gimstc» der Direklion, und zwar auf die bloße Annahme bin. daß diese sich von den Angestellten bedrängt fühlen könnte. Zwischen polizeilichem Tierschutz und polizeilichem Menschenschntz besteht also, was unter dem Zuchthaiiskurse ja auch ganz selbstverständlich ist, eine recht erhebliche Differenz. Die Fcncrivachc an der Fischcrbriieke wird in ihrem Grundriß gleichfalls die Vereinigung des Wagen Haus es und desPferde st alles zu einem gemeinsamen Räume aufweisen, wie sie schon seit Februar 1897 bei der Feuer- wache in der Wilmssiratze besteht und auch bei der jetzt im Umbau begriffenen Feuerwache in der Panlstraßc eingeführt wird. Die Anordnung, die den Berlinern zuerst durch ein ans der Gewerbe- Ausstellung von 1896 gezeigtes Wachmodell beka:'"t wurde, hat sich in der Wilmsstraße dauernd bewährt. L..n Alarm gelangen die Fahrer von vorn an die vor dem Fahrzeuge stehenden Pferde, während die Vesatznng von hinten an die Fahrzeuge heranströmt. Es wird damit das Kreuzen der Wege für Menschen und Tiere vermieden. Die Hoffnung, daß es dadurch gc- lingcn werde, d e n A I a r m z u beschleunigen, hat sich er- sülit. Die Alarmgcschwindigkeit ist in der Wilmsstraße auf nur 35 Sekunden, oft sogar aus nur 28 Sekunden festgestellt worden. Der Entwurf zu diesem neuen Grundriß der Berliner Feuerwachen stammt vom Branddirektor Giersberg, ist aber(ivie der neueste Bericht über die Verwaltung der Feuerwehr mitteilt) angeregt lvorden durch die in M ü n ch e n in den Feuerwachen der dortigen Freiwilligen Feuerwehr bereits seit einem Mcnschenalter bestehende ähnliche Einrichtung. Eine recht erheiternde Wirkung üben vielfach die in den A r t i st e n b l ä t t e r n cnthaltencn I n s e r a t e auf den Laien aus, da die in ihnen vorkommenden Fachansdrücke, welche dem Artisten in ihrer Kürze sofort verständlich sind, für den Nichtcingeweihten überaus komisch klingen. Eine kleine Blütenlcse wird dies l estätigen. „Ein Diener wird sofort für erstklassige Hmidc-Nummer gesucht.— Gesucht ein Mittelmann und Fänger, der anck springt, selbst auf Schulter dreht und auch werfen kann.— Ein oder zwei Altistinnen. im Tyr vierfach bewandert, können sofort eintreten.— Ein Artist, Nückwärts-Schlangenmensch, arbeitet ans Tisch, sucht Engagement.— Gesucht für England ein junger Mann, welcher auf einer Hand nnd frei Kopf steht' und wenn möglich gut Flic-Flac arbeitet.— Perfekter Obermann für sämtliche Handstände, Hand in Hand, großartiges Kopf ans Kops, auf Kopf laufend, sowie Treppen- lauf, gut komisch als August oder Kloivn, welcher etwas springt und Kcttcnarbeit. sucht Truppe beizutreten.— Suche für mein Restaurant eine Bartdame oder s ch lv a r z e K e l I u e r i n.— Ein junger Mann sucht zu seiner Weiteren Ausbildung einer komischen Nummer beizu- treten.— Ich suche einen A u g n st als Kollegen, junge Leute bevor- zugt.— Der importierte, tätowierte Häuptlingshund„Reno" aus Sumatra, weiß geschoren wie Löwe, ist wegen Mangel an Platz spottbillig zu verkaufen.— Verkaufe sofort eine schwankende K rin vi ine, 13 Meter im Durchmesser, von mir selbst gebaut." Mit dem Revolber wollte sich der Trunkenbold Scholz den Eintritt in ein Krankenhaus erzwingen. Vor einiger Zeit lvurde be- richtet, daß ein trunkener Manu Namens Scholz eine regnerische kalte Nacht nackend im Friedrichshain zugebracht hatte, in der Rausch- Vorstellung, er befände sich in seiner Wohnung in der Reichen- bcrgcrstraße. Ob ihm damals die liebevolle Ausnahme und sorg- same Behandlung im Krankcnhanse Friedrichshain so gefallen hat, oder ob es Zufall ist: genug, wenn Scholz betrunken ist, was ziemlich häusig vorkommt, so verschafft er sich Zutritt zu diesem Hoipual, Vor etwa vierzehn Tagen wurde er morgens sinnlos be- trunken und halb erstarrt ans der Veranda eines Pavillons vorgefunden. Nachdem er gebadet, behandelt und erquickt war, verließ er am nächsten Tage die Anstalr. In der vorigen Nacht ist er wiederum. wahrscheinlich durch Uebersteigen der Mauer, in die Anstalt ein- gedrungen und hat unter dein Strnuchlvcrk genächtigt. Als er erkannt wurde, sollte er diesmal zum Thore hinansgcführt werden, weil er bereits nüchtern war und die lvenigen leeren Betten für Schiverkranke freigehalten werden, Sch, aber widersetzte sich und zog schließlich einen Revolver ans der Tasche, welchen er ans die Handwerker, die aus dem Kraukeilhausterraiii beim Bau der neuen Pavillons beschäftigt sind, abfeuerte. Glücklicherweise lvurde niemand verletzt; der Unhold aber wurde— nicht sanft im Krankenwagen— sondern gewaltsam von zwei stämmigen Wärtern aus dem Kranken- Hause Friedrichshain nach dem nächsten Polizeirevier gebracht. Zu dem angebliche« Todschlag, der an einem Knaben vcr- übt worden sein soll, wird jetzt berichtet, daß der Tod nicht durch Mißhandlung herbeigeführt ist; vielinchr soll der Knabe einem Gehirnschlage erlegen sein. Der Verstorbene ist der elf- jährige Sohn Fr>v des in der Großbeerenstr. 22 wohnenden Arbeiters Taniiigel. Herr T. hatte sich am Sonntagabend mit seinen drei im Alter von 13, 11 nnd 8 Jahren stehenden Kindern nach dem Viktoria- park begeben, Ivo sich die Knaben aus dem Spielplatz umher- tummelten. Bei einen, Wcttlanf brach der 11jährige Fritz T. Plötz- lich zusammen und fiel vor den Füßen eines vorübergehenden Herrn nieder. Der Unbelanntc berührte den Knaben leicht mit ernem Regenschirm und ging lvciter. Da sich der Knabe nicht erhob, so trat der Vater hinzu, und beinerlte nunmehr, daß der Junge bc- wnßtlos war. Der kleine T. wurde nach der Unsallstaiion XVIII in der Bcllc-Allianccstraßc gebracht, wo der anwesende Arzt, Herr Dr. Cohn, den durch Gehirnschlag eiiigetretcueu Tod koustatlerte. Wer da Geld hat... Die Affair- Frank wird wahrschcin- lich ohne gerichtliches Nachspiel beigelegt werden. Herr F, der bekanntlich lein Dienstmädchen wegen einer Kleinigkeit in der icham- losesten und gröbsten Weise unßhandclte, soll dem beleidigten Mäd- che» erst 266, dann 666 M. nnd jetzt eine höhere Summe als Entschädigung für die erlittene Schmach angeboten haben. Tie Tisiot null das letzte Anerbieten annehmen»»d keinen Strafantrag stellen. Ob die Staatsanwaltschaft ohne Strafantrag gegen F. wegen Sittlichkeitsvergehens einschreiten wird, bleibt abzuwarten. In Thor» ist hiesigen Blättern zufolge gestern der Tapezierer Adolf Wank aus Friedenau wegen Verdachts des Mädchen- Handels verhaftet worden. Er habe nntcr dein Namen einer adeligen Dame brieflich mit einem Stellung suchenden jungen Mädchen aus Thorn wegen Engagcmcut als Gesellschafterin ver- handelt. Als er das Mädchen gestern in den Thorner Stadtpark bestellte, wurde er von der Polizei verhaftet. Bei einem Einbruch im Restaurant Friedrichshof an der Ecke der Koch- und Friedriltisiraße haben Diebe am Tienstagmorgen eine goldene Uhr, 166 M. barcS Geld, sowie verschiedene Flaschen Weine erbeutcr. Ein Fest im Rilmmclsbnrgcr Waisenhanse. Uns wird mitgeteilt: Dem Friedrichs-Vereiu ehem. Zöglinge des Rummelsburger Waisenhauses ist cS von der Direktion dieser An- statt gestaltet worden, am kommenden Sonntagnachmittag ein Sommerfest im Park der Rummelsburger Anstalt zu feiern. Die Knabenkapelle der Anstalt lvird konzertieren. Alle Freunde der Waisenkinder und des Vereins sind willkommen. Theater. Die heute Donnerstag stattfindende letzte Aufführung von „Tannen" in der Morwitz.Oper im S ch« l l e r- T h e a t e r bei kleinen Preisen ist gleichzeitig die vorletzte Vorstellung im freien Abonnement, deren letzte am Sonntagabend„Die lustigen Weiber" stattfindet. Freitag wird der CakluS povulärer und klaisischcr Vorstellungen bei halben Preisen mit HalevvS„Jüdin" und Sonnabend mit Webers„Freischütz" fortgesetzt. Als letzte Sonntagnachmittags-Vorstellung geht Loryings komische Oper„d"1 und Zimmermann" in Scene.— Im Apollo Theater bleibt die Operette„Frau Luna" auch noch im nächsten Monat aus dem Spielplan. Aus den Nachbarorten. Wcihenscc. Die Mitglieder des socialdeinokratischen Arbeiter- oereins werden ersucht, sich ein dein am Sonntag stattfindenden Ausflug mit Familie zahlreich zu beteiligen. Trcsipunlt: Nachmittags 2 Ühr bei R ö s k e, Mctzer- und Wvrthstraße-Ecke. Der Vorstand. In Friedrichsfclde hält der Wahlverein heute im Lokal von Bube, Priuzen-Allee, seine regelmäßige Versammlung ab. Der Vorstand. Schönebcrg. Den Mitgliedern des Arbeiter-Bildungsvereins bringen wir hiermit die uns vom Adler- Bade, Hauptstraße� gewährte Ermäßigung der Bäderprcise in Erinnerung. Badcbillct! lWaiiucubad 2. Klasse 30 P f.) werde» ausgegeben von: Genossen W o l l e r m a n n. Luilpoldstraßc 12, und sind zu haben bei Schilling. Kyffhäuserstr. 16; Obst, Gruuewaldstr. 110; Hoppe Merseburgerstr. 7; H a u s e r. Scdaustr. 32. und Weingarth Gustav Frcitagstr. 7.— Der Zutritt zum Schwimmbassin wird den Mitgliedern bei Vorzeigung des Mitgliedsbuches für 15 Pf. gewährt. Der Vorstand. I» den Armen liegen sich beide... Aus Schöneberg schrcivt mau uns: Zwei knappe Jahre sind vergangen! Slböneberg sollte und wollte Stadt werden. Was war natürlicher, als daß das unter Führung des bekannten Eingemeindungs-Müllcr stehende„un abhängige" Bürger- und FreisiuiiStum nunmehr mit Pauken und Trompeten antrat, nur den Kampf zu wage» gegen den Bürgermeister in mzs Schmock, den tränten Freund eines reaktionären LandratS. Mit fliegender Fahrie stand der bisher sturinerproble Bauiicrträgcr der„Bürgerpartei", der„ Carlisteu- Cremer", bereit, sein schwarzes Blut zu vergießen. Er lvollte seine Ehre auf dem „kommunalen Schlachlselde" opfern, feinen Gcsiunnngsgcuosscn retten, »nr den Bürgern der Gemeinde den langjährigen uncigcn- nützigen Freund und Leiter unseres Gemeinwesens, der es ja auch meisterlich verstanden, dafür Sorge zu tragen, daß die Halme der rot- angehauchten Arbeiterschaft nicht allzu üppig ins bürgerliche Kraut schössen, für die junge Stadt zu erhalten. Gesichert mit dem moderusten Kricgsiustrunieut„Geld", tobte der Kampf ivochen-, ja monatelang. Und da die Kämpfer die Elite der Bürgerschaft bildeten, so bedarf es keiner besonderen Bestöckerung, daß das, was man sich gegenseitig vorwarf, de» wirklichen Thatsacheu entsprach. Und sie machten aus. ihrem Herzen keine Mördergrube. Nur gut, daß diese Helden, in ihrer Privalstellung Hausbesitzer und Rentiers, vor kurzer Zeit eine Wirtschasts-Geuosseuschaft für„MüIT-Abfuhr gcar iudet hatten. So war es denn möglich, nach beendeter �> lacht all' den aufgehäuften Schmutz auf allgemeine Unkosten, ohne den e'geticü Geldbeutel zu sehr zu belasten, vom Kampfplatz zn beseitigen. Und wahrend man sonst in gemütlichen Familien- und Thcezirrclu, jeder Sorge bar, sich über die überhandnehmende Genußsucht der breiten Masse aufhielt, und nach alter deutscher Meise mit dem ge- liebten Nächbar noch immer euch trank, kannte und grüßte man sich jetzt kgum. Gehörte doch Freund A. den„unzuverlässigen" Un abhängigen, B. dagegen den noch weit schlimmeren„Bürgerlichen' an. Manch angefädeltes Verhältnis ging zum Acrgcr der Jugend, zum Bedauern der Mutter in die Brüche; aber was half's: man war ein ehrlicher, überzengungstrener Bürger und wollte nichts mit dieser»»sauberen Sorte von Menschen zu thun haben. Der Haß fand keine Grenzen. Ja. selbst die sonst wie die Pest gemiedenen «roten Brüder" sollten den Unabhängigen den Sieg mit erringen helfen. Ein anonymes Schreiben, in welchem dem einen „bürgerlichen" Kandidaten der plötzliche Tod eines Kollegen, eines Aesknlapjüngers. zugeschrieben wurde, sollte dazu dienen, die Wut der roten Kanaille zn entflanimcn. Doch sie dankte höflichst. Wie lautete doch der Inhalt eines zur damaligen Zeil herausgegebenen Flugblattes:„Wie jeder Stadtverordnete auf einer höheren Warte als auf de» Zinnen der Parteien stehen muß,-- muß er auch nicht das Wohl der ganzen Stadt ans dem Auge verlieren," und nian entnahm dem gemeinsamen Säckel der Stadt 700 000 Mark, um den tödlich gehaßten politischen Feind loszukaufen von der weiteren schwercu Frohn eines Stadtbchcrrschers. Jedoch: Elite schlägt sich, Elite verträgt sich! Die Stunde der Verbrüderung ist jetzt gekommen. Frohlockend rufen die Trabanten und Kulis es aus: „Es giebt nur eine einzige bürgerliche Partei in Schönebcrg!" Der Herr segne und behüte Euch! Und sie folgten dem Rufe ihres Herrn und Meisters, die Vereinigungen der Haus- und Grundbesitzer, der Handwerks- meister und Gastwirte, die Schlächter-, Barbier- und Friseur-Jnnuug, all' die unpolitischen Vereine, um Politik zu treiben, Männer aller Schattierungen, vom reinsten Demokraten bis zum Blindekuh spielendon Jiinnngsbrnder— kurz und gut— der ganze Ordmmgs- drei I Denn diesmal richtet sich der Kampf gegen die Schöne- d erger Arbeiterschaft, gegen die Soeialdemokratie! Stärkt Euch, Ihr Bundesbrüdcr! Noch eine Spanne Zeit— und der Kampf beginnt. Die socialdcmokratische Partei hat ihren Kampf in Schöncberg stets allein geführt. Auf eigene Kraft bauend, ziehen wir auch diesmal in den Kampf, unbekümmert um das Urteil und den etwaigen Erfolg der-- wieder vereinigten Brüder! A«S Nixdorf. Eine große polizeiliche Streife fand Mittwoch- morgen auf den Köllnischen Wiesen statt. Bei derselben wurden ca. 22 Personen, meist halbwüchsige Burschen, festgenommen. Zwei der Verhafteten wurden schon seit längerer Zeit von der Berliner Kriminalpolizei gesucht.— Wegen eines Gelddiebstahls, welchen er bei dem Restaurateur Blume, Hcrmannplatz 8, ausführte, wurde gestern der 19 Jahre alte Karl H e i d e m c i e r aus Straßburg verhaftet. 200 M. von dem gestohlenen Gclde hatte H. noch bei sich. ~ Ein geisteskranker Schuhmacher Behrend ans Berlin wurde in total verwahrlostem Zustande von einem hiesigen Gendarm ans dem Tempelhofer Felde betroffen und der Polizei behufs Unter- bringimg in eine Anstalt zugeführt. Eiuc Stadt von 90 000 Einwohnern und kein Hotel— eine solche Merkwürdigkeit unter den deutschen Städten bietet die junge S t a d t R i x d o r f. Sie hat nichts in ihren Mauer» auf- ziuvcisc», was irgend einem Hotel ähnlich sieht. Zwar giebt es in Rixdorf eine Gcscllcn-Hcrberge und an der Grenze der Stadt eine Unterknnftsstätte für ländliche Fuhrwerke und deren Führer, ein Hotel aber im eigentlichen Sinne des Wortes ist nirgends vorhanden. Unter- nehmnngslnstigen Hoteliers, welche daraufhin vielleicht Neigung ver- spüren, sich i» Rixdorf zn etablieren, müssen wir indessen doch die Illusion rauben, als ob Nixdorf noch ein Dorado für Leute ihres Berufes dar- stelle; denn ein starkes Bedürfnis für ein Hotel ist anscheinend in dieser Stadt wegen der unmittelbaren Nähe Berlins nicht vorhanden. Der Fremdenverkehr war bisher gleich Null und ein vor mehreren Jahren in Nixdorf gegründetes Hotel mußte im Vorjahre mangels ausreichender Inanspruchnahme durch Hotelgäste wieder «ingchcu. Im Interesse der Pflegekinder hat die Charlottenburger Armcndircktio» soeben eine Verfügung erlassen. Bei dem bis- hcrigcn Verfahren bei der Anmeldung von Pflegekindern vergehen regelmäßig einige Tage, bis die Waisenräte, Stadtärzte und Waisen- Pflegerinnen Kenntnis von der Unterbringung eines Pflegekindes er- halten. ES lvird deshalb zur Vermeidimg der daraus entstehenden Uebelstände in Zukunft jede Pflegemutter angewiesen werden, das Kind sofort nach erfolgter Ucbeniahme der Waiscnpflegerin und dem Sradiarzte des Bezirks vorzustellen. Die schriftliche Benachrichtigung darüber, daß ein Kind in Pflege gegeben ist, lvird»ach wie vor er- folgen. Anläßlich dcö Tittlich kcitSbcrbrcchcnS, das auf Charlotten- bnrgcr Gebiet an einem Mädchen begangen wurde, haben vorgestern wiederum Verhaftungen stattgefunden/ Außer de» bereits fest- genommenen Burschen wurden zwei ivcitere Beschuldigte eingeliefert. so daß sich jetzt die Zahl der in dieser Affaire Verhafteten auf fünf belauft. Friedenau. Von den noch nicht zwölf Jahre alten Schul- knaben Gebrüder Dinzel wurde bei dem Restaurateur Schissner. Rhcinstr. 14, ei» Einbruch verübt. Die Ausbeute war jedoch sehr gering, denn es fielen den jugendlichen Langfingern nur mehrere Dutzend Lampions in die Hände. Die Burschen sixd der Polizei übergeben worden. Das Huudcrttauseud Dollar- Vermächtnis, das der Stadt Spandau von einem Deutsch- Amerikaner, einem geborenen Spandaucr namens Charles Wagner, in Aussicht gestellt worden lvar, ist in Nichts zerronnen. Der Magistrat von Spandau erhielt vor etwa vier Monaten, wie wir damals meldeten, ein Schreiben ans Santa Cruz in Kalifornien, worin ein vor 40 Jahren ans Spandau ausgeivandcrtes Mitglied einer alten Spnndaner Familie der Stadt einen Teil seines Vermögens als Erbe versprach, damit das schlechte Spandauer Straßcnpflaster verbessert werden könnte. An den vermeintlichen Wohlthäter, der sich Charles Wagner nannte und dessen nähre Angaben über seine Herkunft auch mit den Thatsachcn übereinstimmten, schrieb der Magistrat darauf zurück, es wäre besser, wenn das Geld schon bei Lebzeiten des Erblassers nach Spandau geschickt würde, weil bei der Erbschaftsreguliernng später vielleicht Schwierigkeiten entstehen könnten. Dieses Schreiben des Magistrats ist jetzt als unbestellbar wieder nach Spandan zurück- gekommen. Es muß sich also im fernen Amerika irgend ein Un- berufener, der allerdings mit den Spandauer Verhältnissen wohl vertraut ist, einen schlechten Scherz erlaubt haben, als er der Stadt 100 000 Dollar versprach. Aus Pankow wird berichtet, daß die Eisenbahnbchörde sich hat bereit finden lassen, jenen gefährlichen Engpaß, den der Durch- gang der Wollankstraße, Verlängerung der Prinzcn-Allee, unter der Nordbahn bildet, zu. beseitigen, Sie will bei Gelegenheit der Legnng mehrerer neuen Eisenbahngclcise den Stratzendnrchgang bis zu einer Gesamtbrcite von ungefähr IllVs Meter erweitern. Weißenscc. Der Gemeindevertretung lagen in ihrer letzten Sitzung Schreiben des Bauvercins und der Bangcsellschaft für Mittclwohnungcn vor, ans denen ersichtlich war. daß die seiner Zeit von der Gemeinde gestellten Bedingungen zurückgewiesen worden sind. Die Bangeiellschaft für Mittclwohnungcn sollte für llcber- »ahme einer Straße durch die Gemeinde ans ihrem umfangreichen Terrain einen Morgen Land zu Gcmemdezwccken zur Verfügung stellen. Der Banverein, der zur Kassierung zweier Straßen die Ge- nchmigung der Gemeindevertretung nachsuchte, sollte sich unter solchen Umstände» ebenfalls entgegenkommend erweisen. Auf Grund der Ablehnung dieser Bedinguiige» hatte die Gemeinde- Verwaltung keine Veranlassung, die Ucbernahme oder Kassierung der Straßcnzüge zu beschließen. Die Gesuche wurden abgelehnt. Zur Deckung des Deficits von 24 373 M.. das durch das neue Lehrer- bcsoldungsgcsctz im Hanshaltsetat entstanden ist, wurde von der Rc- giernng auf Antrag eine Beihilfe von 12 000 M. gewährt. Der Rest soll durch Aufnahme einer Anleihe gedeckt werden. Für das laufende Eiatsjahr ist der Gemeinde außerdem von der Regierung eine außer- ordentliche Beihilfe von 9000 M. für Schulzwccke gewährt worden, In der Angelegenheit des Erweitenmgsbanes der Kirche in Weißem see sollten nach einer Verfügung des Kultusministers vom 9. August dieses Jahres die beiden politischen Gemeinden Weißensee und Neil» Wcißensce für die Aufbringung der fehlenden Gelder aufkommen. Die in dieser Verfügung niedergelegten Ansichten des Ministers gipfelten darin, daß dw politischen Gemeinden zur Zahlung der zum Kirchcnban fehlenden Summe verpflichtet seien, und außerdem nach märkischem Rechte auch für Unterhaltung der in Betracht kommenden Gebäude zn sorgen hätten. Die noch aufzubringende Summe in Höhe von 8000 M. sei je nach Höhe des Stcnersolls prozentual von den beiden Gemeinden zu tragen, Neu-Weißensce würde sonach 7400 M. zn gedachtem Zweck zu bewilligen haben. Nach langer und eingebender Debatte wurde das Verlangen des Ministeriums ein- stimmig zurückgewiesen. Die Gcnieiiidcvcrtretnng ließ sich hicrbki von folgenden Grundsätzen leiten: Die§8 432 und 438 dcS Provinzinlrcchtes der Kurmark Brandenburg flehen dem Verlangen des Ministeriums direkt entgegen. Nach dem Ilaren Sinn dieser Paragraphen unterliegt es keinem Zweifel, daß die Kirchen- gemeinden die Verpflichtung, das Fehlende aufzubringen» er- füllen müssen. Zur Zeit der Erbauung dieser hier in Betracht kommenden Kirche sei die Gemeinde Nen-Wcißenscc überhaupt noch nicht vorhanden gewesen. Die bürgerlichen Vertreter ließen bei Behandlung dieser Frage unzweideutig durchblicken, daß ihre ablehnende Haltung in der Hauptsache nur auf den Wunsch zurückzuführen war, für die Gemeinde Ncu-Weißcnsee eine neue Kirche zn erhalten. Zu einer principiellen Stellungnahme konnten sich die sonst immer für derartige„Kultur- anstalten" begeisterten Herren nicht aufschwingen. Ter Mörder der Witwe Ficlitz? Der Koch Thornickcr ist der Staatsanwaltschaft II vorgeführt worden wegen des Verdachts, den Mord an der Witwe Ficlitz in Alt-Buchhorst begangen zu haben._ Sociale Nr�zkspflege. Verweigerung einer freiwillig übernommene» Leistung als unbefugte Zirbeitsverweigernng. Der Tabakschneider S. war im Betriebe des Cigarrenfabrikaiiten Roihenburg anfänglich an der elektrischen Schneidemaschine beschäftigt worden. Später benutzte er freiwillig seine Hand- Schneidemaschine. Für den Ersatz des stumpfen Messers durch ein scharfes zahlte ihm der Fabrikant zehn Mark, S. wollte donn aber seine Maschine nicht mehr verwenden, weshalb er entlassen wurde. Er verklagre darauf Rothenburg beim Geiverbcgcricht und verlangte eine Lohnentschädigmig für drei Tage. Der Beklagte machte dagegen geltend, S. habe' die Arbeit verweigert. Die Kammer VI des Gerichts wies denn auch die Klage als unbegründet ab. Ter Vorsitzende Dr. Krause führte aus, daß die Entlassung des Klägers berechtigt sei, Ivcil sein Verhalten als eine unberechtigte Verweigerung der ihin obliegenden Verpflichtungen angesehen werden müsse. Er lväre ver- pflichtet gewesen, mir seiner Handmaschine weiterzuarbeiten, nachdem er sie eine Zeitlang freiwillig benutzt habe.(!?) Doch ein Betriebsunfall. Am 10. August entschied das Reichs- Versichern ngSamt in einer Ünfallfachc, welche vom 11. November 1897 datiert und 4 Termine erfordert hatte. ES handelte sich um die leidige Streitfrage, ob der Unfall sich in einem versicherungspflichtigen Betriebe ereignet habe. Der Arbeiter M. Müller in Mühihaufen i. Th. war in der Weiiihandluug des Herr» Gans als Küfer beschäftigt, im Laufe der Jahre aber auch zu allen möglichen Vorrichtungen herangezogen worden. Die eigentliche Kellerei nebst dem Comptoir befinden sich nicht im Wohn- hause des Besitzers, wohl aber ist in diesem Gebäude eine kleine Niederlage eingerichtet. In diesem Haufe ereignete sich auch der Unfall dadurch, daß Müller abends gegen 7 Uhr Breunholz vom Boden hole» wollte, dabei wohl eine Treppenstufe verfehlte und sieb durch den Fall die rechte Hand verstauchte, was nach dem Gutachten des Herrn Dr. Spiethoff daselbst eine ErwerbSbeschräiikmig von 75 Proz. zur Folge hatte. Die Speditions-, Speichcrci- und Kellcrci-Bcrufsgcnostenj'chast lehnte den Rentenanspruch ab, da polizeilich festgestellt war, daß nach der eigenen An- gäbe des Verunglückten das Holz zum Fcuermachen in Küche und Comptoir dienen sollte und der Unfall daher mit dem Betriebe der Kellerei nichts zu thun hatte. In gleichem Sinne cnt- fllied auch das Schiedsgericht, da die nachträglich aufgestellte Be- Häuptling des Müller, das Holz sollte auch zum Heizen des Kellers dienen, sich als nicht zutreffend herausgestellt haben sollte.— DaS Reichs-Versicherungsamt. vor dem Genosse Goetz den Kläger im Rekurs- verfahren vertrat, verurteilte aber die Berufsgenosfenschaft. dem Ver- nnglückten vom Beginn der 14. Woche ab eine Rente von 50 Proz. zu zahlen. Durch zeugcneidliche Vernehmung wurde festgestellt, daß dem M. sie Besorgung dcS Kellers selbständig übertragen wor. Die Frage, ob dieser Raum zur Zeit des Unfalls geheizt wurde, wußte der Arbeitgeber nicht bestimmt zu beantworten; thatsächlich waren aber Kohlen zum Heizen hincingeschafft worden. Andererseits wurde weiter festgestellt, daß ein bestimmter Auftrag von feiten der Frau zur Herbciichaffung von Feuerung für die Küche nicht vorlag. Somit mußte angenommen werden, daß das Holz zum Feuermachen in dem zum Geschäftsraum gehörenden Keller dienen sollte Vermifitzkes. Ter Postossistcnt Friedrich Müller miS Clbing, der am 8. Juli nach Unterschlaaimg von 6380 M. von dort flüchtig geworden und auf dessen Ergreifung eine Belohnung von 300 M. ausgesetzt war, ist vorgestern früh in Niddcn auf der Kurischen Nehrung ver- hastet worden. Müller, der, wie seiner Zeit niitgeteilt, verheiratet und Vater zweier Kinder ist, hatte sich seil elf Tagen in Schwarzort aufgehalten und dort unter falschem Namen einlogiert. Am Sonn- abend wurde er von einem Postbeamten aus Nuß erkannt; es lvurde alsbald Polizei und Gendarmerie zu seiner Festnahme requiriert, indessen hatte sich M. inzwischen geflüchtet und im Walde verborgen und war dann zu Fuß nach Nidden gewandert, wo er ergriffen wurde. ES wurden bei ihm noch(wie das„Mem. Dpfb." schreibt) 3694 M. vorgefunden. Gestern nachmittag erfolgte sein Transport in das Gerichtsgefängnis Memel. Der TyPhuS in Oberfchlesien. Ans K a t t o w i tz meldet man: In dem benachbarte» Bogntschlltz wurden Typhus- Erkrankungen zur Anzeige gebracht. Daraufhin begaben sich der stellvertretende Kreisphysikns Dr. Koschel aus Königshütte und der Gemeindevorsteher Kalnza nach Bogntschütz, woselbst sechs Er- kraiiknilgsfälle an Unterleibstyphus festgestellt wurden. Aus Gera wird berichtet: Dienstag brach in der Scheune des fürstlichen Rittergutes Triebes ein Großfcner ans, durch welches 13 Gebäude zerstört und 5 beschädigt wurden. Das Feuer ist durch spielende Kinder verursacht worden. Fcucrbcstattungs-Vcreiue deutscher Sprache giebt es gegen- wärtig 44. davon sind 4 erst im Jahre 1899 gegründet worden. 1898 bestanden 40 Vereine mit rund 12 400 Mitgliedern, 1897 38 Vereine mit gegen 11 200 Mitgliedern. Die größten Vereine waren 1898 der Berliner„Verein für Fenerbeftattung" mit 2105 Mitgliedern, der Züricher„Fcnerbcstattnngs- Verein" mit rund 1000, der S t n t t g gsi t e r„Verein für fakultative Feuer- bcstattnng" mit 852, der Hamburger„Verein für Feuerbestattung" mit 752,' der Wiener„Verein der Freunde der Feuerbestattung" mit 672 Mitgliedern. I» Mioctck im Kreise Lublinitz kehrte Dienstagnachmittag der Sohn des Einliegcrs Kubitz in betrunkenem Zustand von der Arbeit zurück und geriet mit seinem 70jährigen Vater in Streit. Er griff ihn an und' schlug ihn mit der Axt nieder, so daß der Tod sofort eintrat. Der Mörder wurde sofort vexhaftet. Infolge ciucs Orkans sind an der Küste von Süd- k a r o l i ii a zwei Fischerdörfer durch Flutwellen überschwemmt worden. In dem eiiicn Dorf sind 20, in dem anderen 36 Personen ertrunken. Kaiscr-GcburtstagSfcicr. Ans Lemberg wird berichtet: Bei dem militärischen Festmahle anläsflich des kaiserlichen Gcburts- tages kam es zu einem Streit zwischen zwei Offizieren, der einen P i st o I c n- Z w e i k a in p f zur Folge hatte. Hierbei wurde der Lieutenant Symig durch einen Schuß in die Brust getroffen. Er starb nach zivci Stunden. I» Kopenhagen sind Nachrichten von der schwedischen Nathorst« Expedition ans Oftgrönland eingetroffen. Die Expedition hat keine Spur von A ii d r s e gefunden. SchiffSunsälle. Der Dampfer„Merrie Jslington", der Montag in Hnll landete, hatte die Bemaiinung zivcicr gescheiterter Schiffe an Bord. In der Nordsee traf er ans de» deutschen Schoner„Industrie", der im Sinken begriffen ivar. Die acht Leute, die sich auf dem Schoner befanden', unter ihnen der Eigentümer und seine Frau, wurden von dem britischen Dampfer aufgenommen. Kurz nachher wurden die Leute eines norwegischen Schiffes, das � ebenfalls in sinkendem Zustande angetroffen wurde, durch die„Merrie Jslington" gerettet. Absturz. Man meldet dem„Pest. Lloyd" ans Jndenburg: Der Hirtenknabe Franz Spat stürzte beim E d e l iv e i ß s n ch c n an den Felswänden des hohen Veitsch in eine Tiefe von hundert Meter und blieb sofort tot, MoögnitoS tu London. AuS der englischen Hauptstadt wird berichtet: Die Mosquitos können in eine Klaffe der Wanderinselten eingereiht werden. Jedes Jahr statten sie. entweder von Westafrika oder von den näher gelegenen Küstenstrichen Amerikas kommend, London einen Besuch ab. Weiser als die Schwalben, ermüden sie sich nicht durch cinen langen Flug, sondern benutzen das Bauholz, das nach England befördert wird, zn ihrer europäischen Reise, Ans verschiedenen Teilen Londons werden Klagen über die Insektenplage laut. Blutvelgiftungen. die oft die Intervention eines Arztes not- wendig machen und sehr schnicrzhast sind, lverden durch die im- porticrtcii Tiere verursacht. 49 909 Neger verhungert. Nach telegraphischen Nachrichten der„Cbnrch Missionary Society" sollen an der Ostküste Afrikas 40 000 Leute der Hungersnot erlegen sein. Hmiderte von Leuten wurden durch die Missionsgesellschaft monatelang mit Nahrungs- Mitteln versehen, aber der allgemeine» Not konnte dadurch nicht Einhalt gethnn werden. In Ukainbani ist die Hungersnot noch immer sehr groß._ Marktpreise von Berlin am 22. August 1899 w,c!i Eriilittelimgen des tgl. Polizeiprästdimiis. D-Etr. )McIze» Moggen Fnllcr-Gerste„ Hnscr gut „ niitlel .. gering„ Richtstroh Heu„ ■jOErbsen„ 1)Spciicdohile»„ tsiünscii„ Kartoffel», neue Sliltd fleisch, Keule lieg fco. Bimch„ ) Enmttclt pro 15.80, 14,80 13,30 15,00 14,00 14,30 4,50 6,60 40,- 50,- 70,- 8,- 1,60 1,20 Tonne Selnvcmcfleisch Kalbfleisch Haiimiclsleisch Butter Eier Karpfen Aale Zander Hechte Barsche Schleie Bleie Krebse lieg 60 Stück 1 kg per Schock 1,60 1, 1,60 2,60 4,- 2,40 2,80 2,60 2,40 1,80 2,50 1,40 12,- 1- 1,- 2,- 2,20 2,- 1,20 1,20 1,20 0,80 1,20 0,80 2,- 14,80 13,80 12,80 15,— 14,40 13,80 4,16 4,20 25,- 26,- 30,- 4,- 1,20 1,- ,___________.____ von der Ceniralflclle der Preub. Laudlvirt- schgstSkaiuiuenl— NolicrungSstellc— und ulngcrechnet vom Polizeipräsidium slir den Doppel-Eentncr. t) Kleinhandelspreise. Produkten markt vom 23. August. Nordamerika meldete anfangs schwache Tendenz, die sich zuletzt ans einige Deckungen befestigte. Bei uns war im Weizen-Verkehr Realtsationslust, besonders für Septemberlicfcrnngcn vorherrschend, während Roggen auf Oktoberverkäufe bei knappem Angebot sehr fest lag. Im Preise lag Weizen ziemlich unverändert, Roggen 1 M. höher. Der günstige bayrische Saatenslandsbericht fand keine Beachtung. Laser lag ruhig, behauptet.— Der Spiritus markt zeigte schwache Tendenz und weichende Preise bei sehr stillem Geschäft. Loco 70cr ging 0,10 M. zurück. Gehandelt wurden 15 000 Liter mit 43,70. Termine waren gcfchästslos, nominell 0,20 M. weichend. Kartosfelfabrikate. Feuchte Kartoffelstärk« per 100 Kg. Brutto inkl. Sack—. Prima trockene Kartoffelstärke per 100 Kg. Brutto inkl. ack und Mehl 19,00 M. Supra trockene Kartoffelstärke— M. Kartoffel- lmehl per 100 Kg. Brutto—. Prima Kartoffelmehl 19,00 M. per 100 Kg. Städtischer Schlachtvieh markt vom 23. August. Es standen zum Verkauf: 339 Rinder, 1990 Kälber, 2134 Schake, 8225 Schweine. Bezahlt wurden für 100 Pfund oder 50 Kg. Schlachtgewicht in Mark(dezw. für 1 Psd. in Pfennigen: Für Rinder: Ochsen:-r) voll- fleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwertes, höchstens 7 Jahre alt -- M.; b) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete -- M.; o) mähig genährte junge und gut genährte ältere 55—57 M.; d) gering genährte jeden Alters 50—64 M. Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwertes-- M.; b) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere-- M.; o) gering genährte 50-53 M.— Färsen und Kühe: a) vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts-- M.; b) voll fleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts, höchstens Jahre alt,-- M; c) ältere aiisgemästete Kühe und weniger gut entwickelte jüngere-- M.; d) mäßig genährte Färsen und Kühe 50—52 M.; e) gering genährte Färsen ,nid Kühe 46-48 M.- Kälber: a) feinste Mastkälber(Vollmilchmast) und beste Saugkälber 70-72 M.; b) mittlere Mastkälber und gute Saugkälber 66—68 M.; c) geringe Saugkälber 62—64 M.; d) ältere, gering genährte Kälber(Fresser) 47-- 43 M.- Schafe:■ a) Mastlämmer uns (öligere STiiiftöniiimcI 63— 6b SU.; b) ältere M.isilniinnel SS— 02 M c) mnmg genährt c Haii»»el und Schafe(Mcraichaset b0—5ö M.; dl Holsteiner NicdcmnMchafe 20—31 fßl— Schivcine: ist!.in zahlte für IVO Pfund lebend foder 50 Kg.) mit 20 Pro;. Tara-Slbzng:-r) voltficifchige. kernige Schweine feinerer Raffe» und deirn Krcuzuiige«, höchstens IV« Jahr alt, SO— öl M., b) Käser--, c) fleischige Schweine 48—49, d) gering entwickelte 40—47; e) Sauen 42— 4t M. Berkauf und Tendcnz: Vom Niudcranftriebe blieben nur acht Silick nicht passende Ware unverkauft. Ter Kälberhandel gestallete sich ruhig. Bon den Schafen wurde ungefähr die Hälfte verkauft. Ter Schivcinemarkt verlief ruhig und fest, wird auch gerännit. Schwere sehe Ware erzielte nicht die höchsten Preise. rsttterungSiibevficht vom Sit. Zliignst lligi), morgen» 8 llhr. Stationen Swinenide Hamburg Zierlitt Wiesbaden Mönche» Wien 70b W 709 WNW 768 NW 709 Q 771 Stifl 708 NW Wetter-Prugno Ein wenig wärmer, brwegung. Keine oder s= §2 s« Wetter 3-bedeckt 3 bedeckt 2, bedeckt 1 ftlb. bed. — stvolkenl 2 wolkcnl a ss Sia ti Stationen Haparanda Petersburg Eork Äbcrdce» Paris 7ö8NNW 760ISO 770 NO 768'OstkO Wetter Lhlb.bed. thciter 2heiicr l, wolkcnl v S t» fe für DouiierStag, de» vielfach heiter, zeitweise unerhebliche Niederschläge. Berliner St. Zliignst wolkig bei schwacher Luft- W c t t e r b u r e a u. Briefkasten der Redaktion. Tie fiiristische Svre.iistiinde wird TienStagS. TounerStagS»»d «rrcitiigs abend» von00. Hat nicht im„Vorwärts" gestanden. >l Zlinbrofch. Ter Buchhandlung ist es»ickit bekannt. Nr. lVS. Eine Oper„Dicht am Bauer" gjtbt e» nicht Si« meinen vielleicht die Operette„Dichter und Bauer" von Suppe.„Majorenn" heistt „volljährig". Geld lvv. Unter den vielen WohlthätigleitZ-Vereinc» stud gerade solche sehr dünn gesät. Ein Verzeichnis iönnen Sie in unserer Redaktion einsehen. (£. S. Ja.— Berleberg 29. Legen Sie Verusnng, späterhin Rekurs ein.— 190. Das läßt sich ohne genaue K.'nnlnis des Sachverhalts, ins- besondere ohne Kenntnis des Wortlaut» des Testaments nicht sagen.— 031.(?. 1852. Es erben die Mutter und Schwester zusauimen.— E. M. 199. Nantcr. Berjährung ist noch nicht eingetreten.— S Wet- tcndc 199. Tie Ausweisung neu anziehender bestrafter Personen kann in Prcuben, fall» auS der Art der Strafe nach polizeilichem Ermessen der Gemeinde Eefahr droht, polizeilich erfolgen. Darüber, bi» zu welchem Zeit- punkt der Anziehende„neu" angezogen ist, ist von Kall zu Fall zu cnt- scheiden. Eine Frist für diese polizeiliche Befugnis vom Tage der Ver- urtcilnng ab ist im Gesetz nicht vorgesehen, gegen die Verfügung kann Beschwerde erhoben. dann da» VerwaltungSsireitversaHren anhängig gemacht werden. — F. P. 16. 1. Ja. 2. Der in der Woche erste Arbeitgeber.— B. B. Kehren Sie ans gerichtliche Anfsordernng hin nicht zurück, so kann der Ehe- mann auf Scheidung klagen.— N. 13. I. Leider ja. 2. Nnr durch Vereinbarung. Ter Anucnverband geht niöglicherweiie auf Ihr Anerbieten ein. Gezwungen werden kann er nicht.— 6>. H., Zcllestr. 2. Die Rechissragc steht so: entweder der Witwer entsagt der Erbschaft, dann muh er den Nach- last feiner Frau deren Kindern überlassen; oder er will selbst Erbe sein, dann wirft er sein am Todestage vorhanden gewesenes Vermögen mit dem Nach- last zusammen. Von dieser Masse erhalt er die Hälfte, die andere die Kinder. Zur Masse gehören natürlich auch die Schulden.— W. S. Nein. — I. H. 73, Pankow. Ja, die Frau miistte dann intervenieren.— Zl. B. Die Generalversammlung hat zu entscheiden- G. I. l. Nein. 2. Sie thun gut, dem Gericht mitzuteilen, dast Sie als Beistand Ihrer Ehe» srau erscheinen wollen, und beantragen. Sie zuzulassen. 3. Ja, das ninst aber in 3 Epcmplarcn geschehen. 4 Ja. 5. Die Widerklage müstten Sie spätestens vor Vcrknndnng de» Urteils erster Instanz erheben.— Wilhelm. (Choriuerftr. Arbeitgeber, die einen minderjährigen Arbeiter in Gewerbe- betrieben obue Arbeitsbuch bejchästigen, sind mit Geldstiase bi» zu 20 Mark eventuell 3 Tagen Hast bedroht.— Hl. Briefliche Anskunit erteilen wir nicht. — R. K. 199. 1. Ja. 2. mit dem vollendeten 2l. Lebensjahr tritt die Grostjährigkcit ein.— Gocthesir. 49. Der Sachverhalt ist folgender: In dem Prozesse Ewald, Dutzaucr und Görcki gegen den Redactenr des r:r> flosseuen offiziösen„Bolksfreundeö" Berndt erklär!? St. am 24. Januar 188- mit Bezug ans Ewald: Ich sehe diesen Herrn zum erstenmal und habe nie versucht, mit ihm zu verhandeln. Ein halbe» Jahr später am 13. Juni 188- sagte St. in einer Strafsache wider den stiedartenr Bäcker wegen Stöcker- belcidigung unter Zeugeneid ans: Eivald ist mir ganz unbekannt gewesen, ich bin niemals mit ihm vcrsönlich bekannt geworden. Die Zeugenaussage des St. war unrichtig. St. hatte mehrmals den E. gesehen. In der Tonhallen-Versammlnng 1881 hatte er die von E. au ihn gerichtete Frage, ob E. mit ihm in Bei Handlung getreten sei, der Wahrheit entsprechend verneint. Im Prozest Bäckler erklärte nun der Staatsanwalt, die Aussage St. sei zweifellos falsch. Es gebe aber falsche Eide, welche nicht strafbar sind. Dazu gehöre der St.ssche. Auch das Gericht stellte in einem Beschlust fest, daß die von St. beschworene Behauptung der Wahrheit widerspreche. Jni Urteil legte es aus diese» Eid kein Gewicht, weil die angeblichen Beleidigungen vor Ableistung deS Eides vorgefallen feien. Aus Grund anderer Thatsachen nahm es an, es sei„dem Angeklagten nicht zu verargen, wenn er an der Hand der Behauptungen und Widerspimche des Erllärens und Zurückgehens des ganzen Hin und Wider zu der Auffassung und Annahme gelangte, dast der Zeuge St. sich bewustt mit der Wahrheit in Konflikt setzte". Dies rechnete daS Gericht dem Angeklagten als mildernden Umstand an, verurteilte ihn aber wegen formaler Beleidigung zu Gefängnisstrafe.— R. V. 199. Wenn'die Tochter unter 7 Jahr ist: ja, sonst: nein.— L. R. 47. 1. Strafbarkeit liegt vor, wenn eine Verleitung vorlag. 2. Die Mutter bleibt ihrer Tochter gegenüber untcrstützungSverpflichtct, ebenso wie umgelehrt. — C. K. 76. Die Strafe wird wohl nur eine Geldstrafe gewesen sein. Weiteres als die Vollstreckung der Strafe droht ihm nicht.— M. B.. Vergoldcr. Wird das Kind vor dem 1. Januar 1900 geboren: nein, sonst ja— 1999 Friedenau. Sie können Ihr Urteil immer wieder vollstrecke» lassen. Selbstredend gilt aber die Regel: wo nichts ist, da hat ein jeder sei» Recht verloren und die durch die Pfändung erwachsenden Kosten zu tragen.— Zldlershof. 1, 2: Nein. 3: Gehört zur Entbindung. 4: Das hängt vom pflichtmästigen Ermessen der Hcbeamme im Einzelfall ab. Ja. Briefkasten der Expedition. Vergolder Zl. 91. Die Finna ist uns nicht bekannt. Alle» Freunden und Genossen deck sechsten Wahileeises zur Nachricht, dah mein lieber Manu, der Maurer Oral' flin 21. d. M. im Ärnnkcnhause FricdrichShain verstorben ist. Tic Beerdigung finde! am Freitag, den 25, d. M., nachmittag» 5 llhr, vom Kraukcnhause FriedrichShaiu aus nach dem Slädtncheu Kirchhof, Friedrichsfelde, stnlt. 20856 Die trauernde Witwe nebst Kindern, Orts- Krankettkasse der Sattler. Am 22. d. Mtö starb nach kurzem Krankenlager das Mitglied lieinriek limpeilkei lWcrkstatt von A. Loh Söhne) im'Alter von 48 Jahren am Gehirn- Ichlag. 2180 b Tie Veerdiginig findet am Freitag, den 25. d. Mi»,, nackimiltags 3 llhr, vom Krankenhaus Bethanien an» nach dem Thomas-KirckUws sRirdors) statt. _ I. A.: tK. Dilti erner. Am 22 Angnst veeschied nach langen» Leiden unser lieber ! Kollege 2092 6 Julius Kluwe im 37. Lebensjahre. Sein gerader Charakter und koliegialtschcr Sin» bewahren ihm ein ehrenvolles Andciilcn. Tic Kollege» der � Bnchdruckcrei L. Schniiiacher. Die Beerdigung findet am Freilag. den 25 August, nach »iillag» 5'/, Itijr, von der Wohnung, Graunstrahe 7, aus nach dem Begrädiiisplatz der Friedeils-Gememde in Nieder- Schöuhaiiscii statt. Dattksagttttg. Ten Parteigenosse», Freunden' und Bekniiiile» sage ich für die mir er- wiesene herzliche Teilnahme und über- ans reiche Blumen pende bei der Be- erdigung meiner nnvergevlichen Frau meinen innigsten Dank 2S50L Otto Orieben, Spandau, MM! Reiinckendorf. Achtung! Sorinlörmolirßtifchcr Mahlverem für den 3. Berliuer Reichstags-Mahlkrelg. ToiiuerStag. den A4. Angnst. abends 8V? llhr, im Märkischen Hof. Zldniiralstr. I8e: IL?""DU Tages-Orduung: I, Bernstein und daS Geiioffenschaftswefen. Referent Genosse Paul labn, 2, Diskussion. 3. Vercinsangelegenhciien, 4. Berschiedencs. 240/10 Der Vorstand. I, A.: Paul Rückert, Mariannenstr. 23. Freitag, dcu 25. Zlngiist 1899, abcndS 8'/- Uhr: Volksversammlung f»r Miimicc nnd Frn,'cn In Nilttctioi-s» Teepark. Dkaeksteaiic Nr, 1/2. T a g e S- O r d n» n g: 1. Vortrag de» Herrn liv. RntkorvKky über:„Die Entstehung und e.'.-iliing der Tiidcrtuloie sowie Bericht über den Tuberckulose-Kongreg." .. oericknedenes.— Zur Deckung der Uulosteii wird ein Eutrec von 10 Pf rrdoben. 223/0 Der Vertrantusnianu. Lodos kestsAe, so Empfehle meine Fesnäle mit Bühne, vo» 100- 1000'Per'one» fgssend, zu Zierinmmliiiigen nnd Festlichkeiten. 2280L» Ä:eniiabe»de und Sonntage im September nnd Okiober noch zu haben Sotialdemokratischer Mahlverein für den 5. Berliuer Reichstags- MalMreis. Freiing, den 25. d. 091., abends 8>/z llhr, im„.Alten Solilitzcnliansi:", Littienstrasie Nr. 5: Vevscnnmlung. T a g es- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Zlni'Iesvalil über:„Das Problem der Frnnciisragc". 2 Diskusston 3. VercinSangclegenheiten. g0p- Gäste sehr erwünscht. Zahlreichen Besuch erwartet I>er Vorstand. NB Zur lyasislle-Fcler findet am Sonntag, den 27. August, ei» Faniilic» Zlnsflug nach Johannisthal statt. Lokal: S»rattlet,«a. Friedrich- und Söviiickerstrasscn-Ecke. Treffpunkt früh 8 Uhr: Vahnhof Alexanderplaii. Für Nachzügler im vorgenannien Lokal. i24ö/10" Recht zahlreiche» Besuch erwartet vor Vorstand. Deutschkr Dolzarbkittr-Uerbani». DonnerStag, den 24. d. M.. bei Ooltn, Beuthstraste: Gr. Einsetzer-Bersammlung. Tages- Ordnung: Die Stellung des Lokalsvereins zur Lohnbewegung. Die Mitglieder des Vereins sowie die Einsetzer von Lrost Mittag stich dazu eingeladen. 109/7 Die Ortsverivaltung. Achtung, Kistenmacber! Heute, Donnerstag, den 24. d. M.» abends 8»/, Uhr: Oeffentliche Versammlung. TageS-Ordnung: Die Streiks bei Voigt und die AuSspernmg bei Stolze, Linden» straße 35. 95/11 I. A.: Gustav Wolter, Böckhstr. 39. Mml Blambeiter aditniig! Zimmerer. AM««»! Freitag, de» 25. August 1899, abends 8 Uhr: Osfksn'U. �ersammfiung der Ziullucrer vou Medrichsderg und Zlmg. im Lokal Moser. Torfstraste Nr. 2. Tages-Ordliung: 1. Welchen Wert haben die Vereiubarungeu mit den Unternehmern für »HS? Referent: N. Kuds. 2. Verschiedenes 255/2 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Ter Einberufer. low™*"". Flora-Säle, Weberstr. 17. Sonunlicndc und Monntatfe AM- frei."WM[2306C* Vor e.nsz immer 20—150 Personen— Beriammlungcn ec.:c. lokaler Richtung. Tonntag, den 27. August, nachmittags» Uhr: Geffentl. Versammlung im„Englischen Garten", Alexandcrstr. 27«. DageS- Ordnung: I. Unser Sammel- und Unterstützungswesen. 2. DiSkusston. I. Der Abstimniungsinodus der Berliner Gewerkschaftskoinmisston. 4. WaSl eines Kommlisiousmitgliedes und zweier Milglieder in die Neuner-Kommtsston. Verschiedenes. 31/1S Um rege Beteiligung bittet_ Der Vertrauensmann. PrMttiv- mlii killkallfs-keiloisellschllst für Rlidsahrtt (zu: Zeit 700 Mitglieder) liefert ihren Mitgliedern auf dem reellsten und bequemsten Wege(Ab- zahlungen) Fahrräder, Fahrrabteile, Reparaturen, Nähmaschinen, Anzüge ec. Eintrittsgeld 50 Pf. Anmeldungen nimmt die Geschäftsstelle Marstltn». ftraste 17 entgegen. 20065 Die Stelle des Geschäftsführers(Lagerhalters) ist zu besetzen. Beiverber mit Kenntnis der gahrrab-Branche und Kaution wollen fich schriftlich melden beim Vorsitzenden Rechtsanwalt 8t«lnschneidar, Kaiser Wilhelmstr. 47. JPfcnniff. fiiir da»»rate Worin mit vteAr als jj uc/; sirröen za/tlen doppelt, fCleine ßnzeig D Anzeigen in den Annahmestellen für Berlin bis 2 Uhr, für die Vororte bis 1 Uhr, in der Hauptexped ition Bcuthstr.3 bis Uhr angenommen. tste � rden lin Mk M Verkäufe. Mäbelverkauf» Oranunftrahe 73, znu'cher. Moritzplatz und Alepandrincn- strasse, in meinem vier Etagen hohen Fabrikgebäiide, grobes Möbel- Special- geschäsr für Wohniings-Eiurichtiingen. Branlleute, welche eine dauerhafte und billige Einrichinng kaufen wollen. dilie ich, ohne jeden Kanszwang mein lalvisales Lager vor Eiillans z» beuch- ttge». Verlange» Sie mein gröbles winstcrbiich gratis und franko. 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Lindeustr. 35, sind die Kollege» auSgeiverrt. Zuzug fernhalten Kommission Borllner Klstonmacder. Achtung. RiMrf! In der Bautilchlerei von Kurhahn, Mühlenstr. 0, sind die Forderungen nicht bewilligt. Zuzug fernzuhalten. TüditiZ« Terrazzo-, Mosaik- und Cement-Arbeiter werden per sofort gesucht bei Jos. Oiaima, München, 107/9* Blutenburger- strasse 130. An«ahme Stellen für„Kleine Anzeigen". var seinem Chef mit 8000 M. durchgebrannt, die er beim Bankhausc von Krause abgehoben hatte. In seinem Geständnisse spielte der Matrose Hermann Kuhn eine Hauptrolle. Hase gab an. daß Kuhn durch Erzählungen von seinen Reisen die Abenteuerlust in ihm angefacht habe. Beide seien übereingekommen, zusammen nach einem fernen Erdteil zu gehen. sobaldHase sich in den Besitz größerer Geldmittel setzen tonne. Am 27. Mai kam Hase zu seinem Freund und erzählte ihm, daß er 8000 M. abheben solle. Kuhn war sofort bereit, jetzt durchzubrennen. Er riet dem Hase, sich in der Bank nur Hundertmarkscheine geben zu lassen, da sie bei dem Wechseln von Tansendmarkschciucn lacht Verdacht erwecken könnten. Als das Geld abgehoben war, kleideten die Burschen sich um und nahmen eine Droschke, nur nach dem Stettiner Bahnhof zu fahren. Untertvcgs stürzte das Pferd. Der abergläubische Seemann betrachtete dies als ein böses Vorzeichen, er überredete seinen Begleiter zu einem anderen Plan. Sie trieben sich zwei Tage in den Vororten umher. >!nh» versuchte seinen jüngeren Genossen zum vielen Trinken zu bc- wegen, da Hase aber befürchtete, dann um den ganzen Raub be- stöhlen zu werden, nahm er nur Selterswasscr zu sich. Schließlich kamen sie dahin übcrein, daß sie auf verschiedenen Wegen nach Mailand reisen wollten, um sich dort zu treffen. Kuhn erhielt von dem unterschlagenem Gclde 1800 Mark. Hase wurde von ihm getäuscht. Kuhn traf in Mailand nicht ein und als Hase innerhalb einer kurzen Zeit allcö Geld verpraßt hatte, kehrte er nach Berlin zurück und stellte sich der Behörde. Auch Kuhn meldete sich vor einigen Wochen bei der Polizeibehörde in Bremerhafen. Er war in Amerika und Kuba gewesen und kehrte nun mittellos nach Deutschland zurück. Gestern erhielt auch er sein Urteil durch die vierte Strafkammer des Landgerichts I, es lautete auf anderthalb Jahre Gefängnis, da ihm als dem An- stlster und Verführer eine härtere Strafe gebühre. Die unrechte Instanz. Der Eigentümer H ä m e r I i n g ließ sich auf den Rat eines Freundes durch den Rechtsanwalt Leopold Meier in einem Wegcstreit vertreten. Das Rechtsmittel der Berufung reichte der Rechtsanwalt statt beim KreiSausschuß beim Bezirks- auSschuß ein. Die Berufung wurde dann als verspätet verworfen und auch der Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wurde abgelehnt. Das Ober-Ver- waltungögericht führte unter anderem aus: Aller- dingS habe das Obcrvcrwaltnngsgcricht durch Cirkularcrlaß vom 26. September 1876 im Interesse der Parteien angeordnet, daß die Prozeßschriften von den Behörden, bei welchen sie zu Unrecht ein- gereicht seien, ohne Zeitverlust der zuständigen Instanz übermittelt werden sollten. Daraus folge aber nicht, daß der Kläger das Nichtcingehen seines Rechtsmittels beim Krcisausscbuß auf einen unabwendbaren Zufall zurückführen könnte. Die Fristvcrsäumnis sei hier die Folge eines dem Gesetz widersprechenden Verfahrens des Klägers oder seines Auwaltes, so daß die Wiedereinsetzung in den vorigen Gerichtsstand unzulässig sei. Der Kläger kann jetzt höchstens den Anwalt regreßpflichtig machen. Eine rohe Handlungsweise, die sich der Pferdcbahnkutschcr August Losch zu Schulden kommen ließ, fand gestern durch Urteil der 13S. Abteilung des Schöffengerichts gebührende Ahndung. Der Angeklagte hatte am 16. Juni mit einer Flurnachbariu, einer Frau Zeitner, einen Wortstreit gehabt, wobei er der scharfen Zunge seiner Gegnerin nicht gewachsen war. Um sich zu rächen, bewaffnete er sich am folgenden Abende mit einem Ochsenziemer und wartete hinter der Thür versteckt, bis die Frau von einem Ausgange nach Hause kam. Als dies geschah, überfiel der Angeklagte die Ahnungslose und richtete sie durch Schläge mit dem Ochsenziemer dermaßen zu, daß sie ins Krankenhaus gebracht werden mutzte. Sie leidet noch heute an den Folgen der Miß- Handlung. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten eine Gefängnisstrafe von zwei Monaten, der Gerichtshof hielt diese Strafe aber für zu niedrig stmd erkannte auf drei Monate Gefängnis. AuS de» Geheimnissen der Speisefett- Fabrikation. Das Landgericht I in M ü n ch e n hat am 20. Februar den Kaufmann Karl Primbs, Inhaber der Firma David Schnell, von der Anklage des Vergehens gegen SH 10, 1 und 2 dcS Nahrungsmittel-Gesetzes, sowie Z 14, 8 des Butter-, Käse- und Schmalz- Gesetzes freigesprochen. Ein Interessent gab eines Tages Rindcrfctt zur Untersuchung, welches gefärbt war und aus der Fabrik des Angeklagten hcrrühttc. ES stellte sich heraus, daß man cL mit Oleomargarine zu thun hatte, welche von P. mit dänischer Butterfarbe gefärbt worden war. In der Hauptverhandlung gab P. an, er habe das Fett nur deshalb ge- färbt, weil die Kunden es wünschten. Nachdem ihm die Polizei das Färben untersagt hatte, habe er mit seinen Konkurrenten vereinbart, nicht mehr zu färben. Eine Zeit lang habe er dann nicht mehr gefärbt, später aber habe er es doch wieder gcthan. weil einige Konkurrenten es ebenso gemacht hatten. Sein Produkt habe er früher als raffiniertes Niercnfett verkauft. weil aber nicht nur Nierenfett darin sei, habe er es später als «raffiniertes Rinderfett" verkauft; als Butter, Schmalz oder Margarine habe er es aber niemals bezeichnet. Benutzt habe er dieses Fett allerdings auch zur Herstellung von Margarine, indem Scsamöl und mehr Farbe zugesetzt habe. Das Rinderfett war in Rollen hergestellt und so weich wie Butterschmalz, sodaß das Publikum zum Teil glaubte, es sei Butterschmalz mit Liaruntergemischt. Der Angeklagte wies durch seine Arbeiter nach, daß die Herstellung von Margarine in seinem Geschäfte durch- aus getrennt gehalten wird von der Niuderfcttfabrikation. Das Gericht erachtete das Rollcnfett des Augeklagten nicht für ein dem Butterschmalz ähnliches Produkt. Der Hauptuutcrschicd liege in der Konsistenz und dem Gefüge beider Nahrungsmittel und sei auch für die sie kaufenden Hausfrauen erkennbar. Auf die Farbe komme es dabei weniger an, da sie auch bei ungefärbten Fetten verschieden sei. Des- halb wurde auf Freisprechung erkannt.— Der Staatsanwalt hatte Revision eingelegt und vertrat die entgegengesetzte Ansicht bczüg- lich des Unterschiedes der Speisefette. Es komme nur auf das äußere Aussehen an. Die sachkundigen Hausfrauen brauche das Gesetz nicht zu schützen, es wolle vielmehr nur die n i ch t k n n d i g e n schützen. Der RcichSauivalt führte dagegen folgendes aus: Worin die Butter-.oder Echmalzähulichkeit besteht, � sagt kein Gesetz. Nur das französische Gesetz hebt hervor, daß die Farbe der Kunstsette der der Naturfette nicht ähnlich gemacht werden darf. Bei uns kommt es nur auf die Achulichkeit m der äußeren Erscheinung an. Auch im Mustcrschutz-Gcsetz ist dieser Gesichtspunkt ausschlaggebend. Das angesochtcue Urteil hat den Begriff der Achulichkeit nicht zu eng gefaßt und es hat mit Recht den Schwer- pmilt auf den Gesamteiudruck der Ware gelegt.— Das Reich gericht erkannte danach auf Verwerfung der staatsamvaltlicheu Revision._ Veefammluttsgen. In der am Sonntag, den 20. August, in den„Arminhallen" ab gehaltenen Versammlung des Centralvcrbandcs der Ziuimcrer erstattete K n ü p f e r den Bericht von den ani Freitag, den 11. August stattgehabten Verhandlungen der Achtzehner-Kommissiou. Nachdem die am Freitag zuvor von der Kommission getroffenen Bestimmungen über Lohn-, Arbeitszeit usw. von den beiderseitigen Auftraggebern gut geheißen, wurde» hier nun die Envcitcruugs- oder Aussühruugs dcstimmuiigen verhandelt und festgelegt. Lehnen sich dieselben auch eng an die schon bekannten, bei den Maurern bestehenden an, so machten sich des eigenartigen Berufes wegen Aendcrungcn und Erweiterungen notwendig, die vou unseren Vertretern gefordert wurden. So bei dem Punkte Baubuden auf Holzplätzcn oder Bauten, welche von mehreren Parten zugleich benutzt werden, wurden Verschlüsse für Handwerkzeng gefordert. Bei Auflösung des Arbeitsverhältnisses soll eine volle Srunde zuvor der betroffene Arbeiter in Kenntnis gesetzt ivcrdcn, damit er sein Werkzeug in Ordnung bringen kann. Bei schmutzigen Arbeiten sei ein Waschgcfäß aufzustellen u. a. m. Wurden auch seitens der Ilutcruchmer in diesen Punkten Schwierigkeiten gemacht, besonders seitens des Herrn Gcricke, der den Arbeitern gar nichts zugestehen ivolltc, so ivurde doch im allgemeinen die Billigkeit dieser Forde- ruugen anerkannt und sie deshalb festgelegt. Im Punkte„Fahrgeld" erklärte die Kommission der Unternehmer, daß sie erst einen Plan nach welchem Vergütung des Fahrgeldes erfolgen solle, ausarbeiten wolle. Gefordert wurde solches für Arbeitsstellen, die nicht mehr durch Stadt- und Ringbahn zu erreichen sind. Die nun von der Achtzehner- Kommission vereinbarten Bestimmungen werden in Plakalsorin gedruckt und in nächster Zeit auf den Arbeitsstellen ausgehängt werden. Die Kosten für Anfertigung tragen Arbeiter und Unternehmer zu gleichen Teilen. Es haben sich die Zimniercr nunmehr strikte an die getroffenen Vereinbarungen zu halten und alle Verstöße sofort dem Bureau zu melden. In Verbands- Angelegenheiten wurde das Vorgehen der Zimmerer bei der Firma Glasenapp von sämtlichen Rednern und der Versammlung im allgemeinen ans das ent schiedenste verurteilt. Die dorttgen Kameraden haben es unternommen, entgegen unseren Beschlüssen um die Lohn fordcruug von 62Vs Pf. die Arbeit niederzulegen, und ohne der Kommission Mitteilung zu machen, so daß diese erst durch den Untcrnchmerbund Kenntnis davon erhielt. ES wurde den de treffenden Kameraden aufgegeben, sofort die Arbeit wieder zu den vereinbarten Bedingungen aufzunehmen. ES ist nochmals die ernste Bitte an sämtliche Kameraden zu richten, den Vertrag als solchen in allen seinen Punkten aufrecht zu halten, ebenso wie es von den Unternehmern verlangt wird. Es wurde seitens des Vorsitzenden den Vcrbaudskamcradcn ans Herz gelegt, von nun ab mehr noch wie sonst aus dem Posten zu ein, sich auf den Arbeitsstellen gegenseitig zu kontrollieren, die von außerhalb hier Arbeitenden zu veranlassen, daß sie sich sofort dem örtlichen Fonds anschließen, besonders aber diejenigen Kameraden, die bisher nicht gesäet, aber doch gcerntct haben, der Organisation zuzuführen. I» einer Versammlung der streikende» Bautischler und Einsetzer, die am Mittwochnachmittag in Feuersteins Saal tagte iührte M a a ß als Vertreter der Kommission aus: Zwischen den Meistern und Gesellen mache sich hinsichtlich des von den letzteren aufgestellten Accordtarifs eine Meinungsverschiedenheit bemerkbar Dem gegenüber wolle Redner folgendes feststellen: In der gemein- gastlichen Sitzung der Gescllcnkommission mit der Jnnungs kommission habe die erstcre ausdrücklich betont, daß der betreffende Tarif nur für Arbeiten in einfachster Aussührnng gelten solle und daß es sich darum handele, diesen Tarif in den schlechtcst zahlenden Wcrkstcllcn zur Durchführung zu bringen, und daß die Gesellen sich in diesem Falle verpflichten, ein anständiges, d. h. den Regeln des Handwerks entsprechendes Stück Arbeit zu liefern. ES sei eine Ver- drchung der Thatsachen, wenn die Meister jetzt behaupten, der frag liche Tarif sei unter Zustimmung der Gesellen- Kommission als cm auch für bessere Arbeit in ganz Berlin geltender anerkannt worden. Das sei schon deswegen hinfällig, weil in vielen Werkstellen, wo bessere Arbeit angefertigt wird, schon vor der Bewegung höhere Preise wie die im Tarif aufgeführten gezahlt wurden. Wenn die Meister sich hinsichtlich ihrer Auffassung auf ihr Sitzungsprotokoll berufen, so sei das für die Gesellen nicht maßgebend. Die Kom- Mission habe nicht verlangt, daß jedem Gesellen ein Wochcnlohn von 27 M. garantiert werde, sondern sie habe die Ansicht vertreten, daß wenn die Forderung bewilligt wird, die Gesellen 27 M. verdienen, und daß ihnen dann auch eine wöchentliche Abschlagzahlung in dieser Höhe gewährt werden müsse, ES fei nicht richtig, wenn die Meister sagen, daß die Kommission mit der Streichung aller übrigen Forderungen, die neben dem Lohntarif aufgestellt sind, einverstanden waren. Den Kollegen sei demnach zu raten, daß sie unbekümmert um die Ansicht der Meister an ihren ursprünglichen Forderungen festhalten.— Was über die Zahl der Streikenden und der erfolgten Bewilligungen mitgeteilt wurde, ist bereits be kannt.— Die Diskussion drehte sich hauptsächlich um Vorgänge in den cinzclncn Werkstcllcn. Kritisiert wurde von mehreren Rednern ein Beschluß der Ccntral-Vcrtrauensmänner-Versammlung vom Montag, wonach unter Umständen davon abgesehen werden kann, daß die Meister zu den anerkannten Forderungen ihre Unterschrist geben. Man wies darauf hin, daß die Kollegen in verschiedenen Werkstcllcn nur wegen Verweigerung der Unterschrift die Arbeit niedergelegt haben. Die betreffenden würden sich eine Blöße geben, wenn sie jetzt ohne Unterschrift die Arbeit wieder aufnehmen. Darauf bemerkte M a a ß, es sei auch nach dem Beschluß der Ver- ttauensmänner Sache der einzelnen Wcrkstellcn, wie sie sich zu der Forderung der Unterschrift stellen. Nur in bestimmten Fällen solle die Ortsverwaltung in dieser Hinsicht entscheiden. In einer öffeutlichen Kistcnmachcrvcrsanrmlung, die am Dienstag in Stecherts Saal tagte, stand die Besprechung einiger Wcrkstcllenstreiks auf der Tagesordnung. Ucbcr den Streik in der Fabrik von Drechsel wurde mitgeteilt, daß derselbe, nachdem niehr- fache Verhandlungen der Kommission mit dem Fabrikanten statt- gefunden haben, beendet ist. da die Forderungen der Arbeiter bewilligt worden sind. Eine längere Aussprache rief der Stteik bei Voigt hervor. Aus dem Umstände, daß Voigt kurz vor der Saison mit Lohnabzügen vorging, schließen die Arbeiter, daß der Fabrikant sie zum Streik provozieren wollte, um ihnen zu zeigen, daß er sich mit Unterstützung anderer Fabrikanten über einen Streik selbst in der Saison Hinweghelfen könne. Thatsache sei, daß die Voigtschen Arbeiten in anderen Fabriken angefertigt werden, denn die?— 8 Streikbrecher, welche in der Voigtschen Fabrik beschäftigt sind, könnten bei weitem nicht den Bedarf derselben decken. Ferner wurde mitgeteilt, daß vor der Voigtschen Fabrik einige Schutzleute postiert sind, welche die in der Nähe der Fabrik weilenden Streikenden beobachten und schon mehrfach Sistierungen von Streikenden, die sich auf der Straße aufhielten, vorgenommen haben. Ein Beamter soll sogar versucht haben, den Streikenden den Aufenthalt in einem bestimmten Schauklokal zu untersagen. Ein Redner machte die Mitteilung, als er sich in der Nähe der Voigtschen Fabrik aufhielt, habe einer der daselbst beschäftigten Arbeitswilligen zu ihm gesagt:„Wenn Du hier nicht weg gehst, drehe ich Dir das Genick um." Das habe der Redner einem der vor der Fabrik postierten Schutzleute erzählt, um dem Beamten zu zeigen, daß nicht die Streikenden, sondern die Arbeits- willigen ihre Gegner bedrohen. Der Schutzmann habe darauf erwidert:„Ja, warum stehen Sie denn hier, gehen Sie doch weg. Sic haben ja gar kein Recht, hier zu stehen."— Nachdem dieser Redner geendet hatte, bemerkte der Vor- sitzende der Versammlung, der überwachende Beamte wolle die Nummer des betreffenden Schutzmannes wissen. Der Vor- sitzende ersuchte aber seine Kollegen, die Nummer nicht anzugeben. denn dem in Rede stehenden Beamten könnten daraus Unannehmlich- keitcn erwachsen und man möge sich nicht zum Denunzianten her- geben.— Der Voigtsche Streik wurde hierauf noch weiter besprochen und auch die Aussperrung bei Einsporn kurz behandelt. Heber die letztere ist nichts Wesentliches zu berichten. Die Liquidatiouskoinmissio» de? Fach Vereins der Tischler hielt am 18. d. M. eine Sitzung ab. Nach der Schluß- abrcchnung war ein Vermögen von 4600 M. in Wertpapieren und 269,80 M.' in barem Gclde vorhanden, welches laut Beschluß der Generalversammlung der Lokalkasse der Zahlstelle Berlin des deutschen Holzarbeitcr-Berbaudcs übergeben wurde. Der Verband der Möbclpoliercr(Filiale Osten) hielt am 21. August seine Versammlung ab. Zunächst wurde das Andenken des Kollegen S u i t n e r in der üblichen Weife geehrt. Dann sprach SasseiibaÄ über Zwangsinnungen. Hierauf wurde Burk- Hardt zum Bevollmächtigten für Osten gewählt. Nach einer Auf- fordcruug, sich recht zahlreich au der am nächsten Sonntag statt- findenden Hcrren-Partie zu beteiligen, erfolgte Schluß der Ver- sammlung.. Friedrichsberg. Nach einem''einstündigen Referat deS Rcichstags-Abgeordneten Fr. Z u b c i l über:„Kann die Socialdemo- kratie unter der preußischen Landgemeindc-Ordnung ihre Interessen in der Gemeindeverwaltung vertreten", wurde von der Versammlung des hiesigen socialdemokratischen Wahlvereins eine Resolution an- genommen, welche dem Referenten zustimmte und die Wahlvereins-. Mitglieder verpflichtete, niit allen Kräften dafür zu lvirken, daß bei den nächsten Gemcindcvcrtrcter-Wahlcn auch die Arbeiterpartei ihre Kandidaten durchbringt. Der Vorstand wurde beauftragt, die eventuellen Schritte einzuleiten. Verband deutscher Barbiere, Frisenre und Perrucke,»nacher- Gehilfen(Zweigverein Berlin). Tonnerstag, den 24. d. M., abends IG/, Uhr bei Schiller, Rosentbalerstraße 57: Versammlung. TagcSordnmig: Die Erneuerung der Fachschule für das Winter-Halbjahr. Gäste will- kommen.__ Reinickendorf. Freitag den 25. August, abcndS S>/, Uhr: Oeffentliche VollSversanunluug für Männer und Frauen. Thema: Tuberlulose-Kongreß. Für die ansgesperrte« Arbeiter TäneniarkS gingen bei der Berliner Gewerkschastskoin Mission folgende Bcilräge ein: Gesanmielt d. H. Werner, Berlin II. 45, Z5. Ges. b. Werner, Bülow- strafte 3,75. Malerwertstatt P. Lange, Winterscldstr. 8,70. Personal der „Urania", Taubenstr. 6,50. Knopsfabrtk v. Manasse, 3. Rate 8,10. Filzschuh- fabrik, Gartenstr. 34. 4,—. Bronzewarenfabrik von Thiel u. Bertling 2,50. Putzer auf Listen durch F. Schulz 23,50. Stuccatcure, Vorschuß auf Listen durch Daschütt 60,—. Geburtstagsfeier b. Rcklus Meyer, 3,—., Gesammelt d. Endcr« 15,65. Monteure, Bau Jung, Hcssischcstrafte, 10,80. Ccntralvcrein der Töpfer 200,—. Spiegelrahin.-Fabrik v. Belling u. Hirsch, 12.30. Lithographische Kunstanstalt v. Sala 7,-. Maurer(centtal) auf Listen d. W. Schulz 81,10. Tischlerei Kertschat, 3. Rate 5,50. Pianofabrik vou Nieder(darunter Ucberschuft einer Kranzspende) 23,91. Buchdruckerei M. Babing(Werkabteilung) 20,-. Bau Riemer, HagclSbergerstraße, 9.75. I. C. Pfaff(Saal l) II,-. Buchbinderei M. Bading 10,-. Betrieb Union, Elcktr. Gesellschaft 22,30. Betrieb L. Löwe 20,05. Wäsche- brauche durch StanowSky 30,-. Tischler und Maschinenarbeiter von A. H. Zictlcw 19,30. Stuccateurc durch Schulz auf Listen 29,30. Arbeitsnachweis der Büglcr, Fehrbelliuerstrafte, 8,15. Buchdruckcrei Gebr. U. 5,30. Einige Eisenbahner Berlins 10,40. Maler, Link, Vorschuß auf Listen 20,45. Arb. v. Fricdr. u. Ruft 7,25. Bildhauerei v. Hohmanu 4,—. Piauofabrik vou M. Dreher u. Co. 5,60. Bttchdruckerei vou Feyl U. Co., 3. Rate 3,40. Buchdruckcrei Billig Nachfg. 9,40. Personal d. Buchdruckercl I. Sittcnfold 5. Rate 51,55. 3„Wilde Schustergcsellcu" 1,50. Klempneret v. Puppel, amerik. Auktion 5,—. Maschinenfabrik v. I. Knappe 6,—. Tapezierer, Oraniciiftr. 39, 10,—. Möbelfabrik v. Fülle, außer 4 Polierern, 10,50. Möbelfabr. v. Witte, Königsbergerstraße, 10,75. Familie D. 3,—. Tischler v. I. C. Pfaff, Saal 4, darunter 2,75 vom Begräbnis, 12,75. Möbelfabr. v. Gangs, Äcibelstr., 10,—. Tischlerei Müller, Fruchtstr. 63, 4,82. Pcrs. JaniSzcwsky, 5. Rate 4,95. Tapezierer v. Th. Fork, Kretschmar ii. Co., 3. Rate 20,—. Ttscki fabrik v. Richter, Rüdersdorferstraße, 3. Rate 12,80. Möbelfabrik v. Echröpp u. Ritter, außer Baudsägeuarbeiter 14,45. Schuhmacher d. Burghaaeii 13,—. Tischlerei Riedel, Eisenbahnstraße, außer drei 5,25. Pusitzke u. Wolf, Tischlerei 5,—. Geselliger Verein Hoffnung 10,—. Sämtl. Arb. d. Möbelfabrik v. Hülsebeck, 5lroll u. Co., 6. Rate 46,05. A.Ncufeld.Pttnzcnstr., 2,75. Kittkarl 2,—. Ges. v. Steindruck. auSBautzen23,55. Steindruckcr und Lithographen Berlins, Filiale I 25,55. Tischlerei von Gärwer, Elisabeth-Uscr, Tischlerei Union, Martinickenselde, 29,70. Von den Drehern der Union, Huttenstraße, 90,70. Bildhauer-Werkstatt von Dinse, 3. Rate 6,—. Verband der Buchdruckern- Hilfsarüciterinnen, Zahlstelle Berlin 30,—. Graveurgehilfm von O. Fismcr 5,80. Verein der Chenligraphcn durch Sahm 75.60. GcblirtstagSfeicr zweier Kollegen auS der Jagowstraße 2,65. Tischlerei Stern, Seliger u. Ko. 6,80. Kalk, Kaiserin Angustastraße 2,50. Porzellan- Arbeiter 8,45. Schneider u. Schneiderinnen Berlins d. Stnbbe 97,20. Tischleret Böttcher, 4. u. 6. Rate 11,40. Arbeitsnachweis d. Bügler, Fehrbellinerstraße, 5,—. Schuhmacher durch Burghageu 9,85. Schuhmachcrwcrkstati Wen�l u. Sickert 10,—. Tischlerei Sicbcrt, Mauteuffelstraßc, 2,85. Tischlere-Mebr. haar, Chausseestraße, 15,—.' Tischlerei Pohl 12,95. 4 Bildhauer 2,—. Tischlerei Eberhardt, Michaclbriickc, 3. Rate 15,—. Tischlerei A. Rebs, Frucht- straßc, 5,20. Treppcugcländcrfab. v. Lüttgcus u. BruiiS 10,35. Ttschlcrei v. Rößler u. Schmidt 4. Rate 7,70. Tischlerei F. A. Treue 20,—. Tischlerei von Bosotzki u. Hartmanu 5. Rate 8,90. Tischlerei Späthc, außer einem, 3. Rate 2,80. Tischlerei ElSholz und vier Bautischler, außer einem 20.60. Tischlerei Kieöling, Waldcmarstraße, 7,90. Bilau 9,45. Lusche 8,85. Amerikan. Auktion d. d. H. Brüder bei Götz, Grünaucrsttaße, 8,60. Maschinenfabrik von Malik u. Wallow außer einem Ackerbürger 10,15. Doymaun 7,25. Dachdecker d. Pctri 25,30. Möbelfabrik von Dittmar, Molkcnmarkt, 11,—. Korkarbetter Berlins 13,60. Tischlerei Kraft, 2. Rate 6,55. Tischlerei Rietzle, Britz 8,55. Drechsler Jerufalcmerstr. 66, 2,80. Arbeiter vou Bcch- stein, Johaunisstraße, 3. Rate 41,40. Tischlerei Siemens u. HalSke, Berliner Werk 7,45. Buchdruckerei Greve 4. Rate 7,75. Stuhlfabcik Heim u. Sohn 4, Rate 12,70. Verband der Bauarbeiter Weißcnseeö 15,—. Gesammelt vom Vertrauensmann der Gewerkschaften von Wcißcnsee Meuk 70,75, Möbelfabrik v. Groschkus, Gollnowstraßc, 26,80. Organistertc Hutmacher 4. Rate 50,—. Piauofabrik von Bcchstein, Grünauerstr., 42,35, 3. Rate.) Piauofabrik v. Otto, Licgnitzcrstraßc, 5. Rate 16.65. Tischleret Schtrrmcister, Langestraße 7,60. Piauofabrik von Gicse u. Rcinicke, Dieffenbachstraße, 6,20. Tischlerei Körner, Chausseestraße, 18,85. Maschillcnbarier von Hartmo»»,. Gitschiuer- straße, 13,90. Tischlerei Equitz, Fraukfurtcrstraßc, 9. Rate 7,75. Tischlerei L.. Trapp, Gr. Frankfurterstraße, 5,—. Pianofabrik C. Sicwert 6,30. Piano- fabrik v. Knabe u. Thal 3,50, 2. Rate. Pianofab. von Herbst, Zossenerstr., 5,30. Tettner 1,60, Möbelpolierer von Seifert u. Wolf,(Frnchtstraße, 2. Rate 18 60.• Tischlerei Kruse, Königsbergerstraße, 3, Rate 9,10. Emst Krähe b,<5. d. Hamdt 5,50. Weitere Beiträge werden im Berliner GeWerks chaftsbilreau, Anncnstr. 16, I, vormittags 10-1 Uhr, nachmittags 6-3 Uhr entgegen ge. nomine«. Der Ausschuß der Berliner GewerkschaftS-Kommission. Rilt brn Juhnlt>ct Inserate tibernliiiiiit die Redaktion dein Publikui» gegenüber keinerlei Verantlnortnng. Cszenkov. Donnerstag, SlAugusl vtcurS LPern- Theater tKroll). DieFlederniauS. Anfang'V-Uhr Lcsfing. DaS alte Kind. Anfang ?'/, Ulir. MeueS. Kiwito. Anfang 7V, Uhr. Westen. Der Mikado. Ans. 7Vz Uhr. Schiller. Carmen. Anfang 7>/, Uhr. «Zentral. Der HciratSmarkt. Ansang 8 Uhr. Friedrich- WllhclinstadtischeS. Germinal oder: Der Streik der Bergarbeiter. Anfang 8 Uhr. oilrxandert'lat«. Nana. Auf. 8 Uhr. Ostend. Die llnbancrin. Anfang 8 Uhr. Luisen. Glhkerion. Hierauf: Der Kaniuierkater. Anfang 8 Uhr. Mctrovel. Berlin lacht! Ansang 8 Uhr Beilc.AIliancr. Shccialitätcn-Vor- stcNnng. Anfang 6 Uhr. Apollo. Frau Luna. Spcctalttäten- SLvrstcllung. Anfang 8 Uhr. eichShalle». Stcttiner Sänger. Anfang 3 Uhr. ipnssagc- Paiioptikm». Specialis t!Ueu-Bo> stcNnng. Urania. Anvalidenstr. M/ktS Täglich adendö von b—lv Uhr Sternwarle. Taubenstr. 48/49. Im Theater DaS Land der Fjorde. 8 Uhr. Anfang Tlijik-Äpttl (iivallncr-Thcater). M o r w 1 1 z■ O p e r. DounerStag, a b d S. 7 V, Uhr: Zum letztenmal: Carmen(gewöhnliche kleine Preise). Freitag, abends 7»/, Uhr, vet halben Preisen zum letztenmal: ldlv Jüdin, T o n n a b e n d, a b e n d s 7»/, U h r. Klaiilsohe Opern-Voratellung bei halben Preisen: ver 4' r e i» e 1» ii t z. Tonntag, nachmittags S Uhr: Letzte Nachmittags-Borstellmig bei halben Preisen: Cznr und Zinintcnuann. AbcndS 7'/, Uhr: Letzte Sonntags-Vorstellung Die lästigen Velber von Wlndsor. Eö finden nur noch 8 Opem- Vorstellungen statt. Friedrilli-Mlhelmjt.Thenttr ebau»>ks»tr. ZS,2L. Abends 8 Uhr: Zum IS. Male: Germinal oder: Der Streik der Bergarbeiter. Sensationsstiick in 8 Ansziigcn nach dem gleichnamigen Roman v. Emile Zola. Regte:Leonh.Ottomcver. 1. Bild: In Not und Elend. S.Bild: Der Schwur. 3. Bild: Beim Berg- werkSdirektor. 4. Bild: Brot! Brot! Brot! b. Bild: Am Rande des Ab- gründest. 8. Bild: DcrZusammcnsMrz. Im Friedrlch-Wllhelmst. Konzertpirk: Grosse SchönhcitS-Konknrrcns. Die schönste Dame wird prämiiert und erhält alS Geschenk eine goldene Dauienuhr. Berlin amüsiert sich! Hauptrollen: Laim Barrison, Mlle. topolair, Uvette Gnilbert, Proseffor vcngali. DaS Rätsel des IS. Jahr- Hunderts: Nuderto VInoento. Miß Darnett, Salon-Athlctin, hebt u. a. ein Piano mit dem Pianisten. Patth Frank- Truppe, Akrobaten, b Personen. Engen Milardo, der amüsante Kartkatenr ec. Außerdem 20 Spectalitäten Entrce 30 Pf. Crntvttl Thentev Direktion: Sooä F»r«noz>. Lustspiclltr,u,s vom tgl. Schauspielhaus, Herr Otto Pahlau vom Schiller-Theater, Herr kleb. Ewald vom Thalia-Theater als Gäste.) Der Heiratsmarkt. Schwank in 3 Akten v. G. Okonkowöki. Anfang 8 Uhr. Morgen und folgende Tage: Die selbe Vorstellung. Atild-Cttl Wtisi'Thtlittr. Gr. Frankfnrtcrstrafie 13X. Täglich: Die Knbanerin. Anfang 8 Uhr. Borzugsbillets haben Gültigkeit. gm Garten: Speclalltittenvoritollung. 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Serie: Goethes Faust.'VQ «phtimn I �>'e Mitglieder werden dringend ersucht, bei nblllUliy, Umschreibungen in eine andere Zahlstelle ihre neuen Karten aus der alten Zahlstelle abzuholen, da dieselben dort für sio deponiert sind und ihnen nach Begleichung event. Beitragsreste ausgehändigt worden. BTeue Mitglieder können sich täglich In allen Zahlstellen zur Aufnahme In die 5. oder 6. Abteilung melden.— Die ersten 4 Abteilungen sind geschlossen. Von honte ab gelangen die neuen Karten zur Ausgabe in den Zahlstollen.__ 230/14 Die dem Verein angehörenden Geschäftsleute werden besonders auf den Inseratenteil der Monatsschrift..Freie Volksbühne" aufmerksam gemacht. Inserate zu massigen Bedingungen werden für die nächste Nummer bis 22. August angenommen beim Schriftführer J. Cohn, N. Berlin, Haumer- strasse 53 III, oder beim Unterzeichneten. Die Zahlstelle 22 befindet sich bei Ladewig, Kommandantenstr. 65. KBgBSC* Achtung, Ordner 1 Eine Ordncr-Sitznng findet am Sonnabend, den 26. August, B'/jUhr, im Eestaurant Zubell, zur Neueiutoilung der Ordner-Kommission, statt.— Das Erscheinen aller Ordner ist erforderlich. Einige neue Ordner können eich In dieser Sitzung melden. Bcp Toratand. I. A.: 0. winkler, Eixdorf, Kirchhofetr. 46. Max Kliems Sommer-Theater llaacnlicidc 14—15. Zlrtistlschc Leitung: Paul Milbitz. ÜF Wich: ArttnMlzert. l£i Slnstretcn best gesamten Schauspiel,«. Spccialitüteu-PcrfonalS. DtlP Nur erstklassige Kräfte.-USS Georg Fischer(Liedersnngcr), Ernst Kühne(Charakter-Komiker), Frllzl Verra (Kostüm- Soiihrctte), Gharlee Gilten(Eguilibrist), The Original Becars ( Musikalischer Alt), Alls.«largnerlte mit ihren Liafictauden, Lee Flgenoe _(Jnsirnmeiitalisten)._ QBy Xenon gediegenes Familien- l'rograiiiin.'TBQ Fntrce: Wochentags 20 Pf. I Fntrco: Sonntags 25 PI. Numerierter Platz 40 Pf| Numerierter Platz 50 Pf. Anfang des Konzorte täglich 4 Uhr. Anfang der Vorstellung 6 Uhr. In den Festsäleu: MI- Grostcr Ball.-TgLfö Die Kasteeküche ist geösfnct. Max Itiiem. «»»«FKSTtvIi» Am Königsthor. Heute: Am Friedrichehain. Utites diesjähr. grosses Sommernachtsfest mit Gratis-Präsent-Verteilung. Grosse Extra-Fes(¥orsteliung und Ball. Anfang 5 Ihr. Entrce SO Pf. Passepartouls und Sommerkavtcn haben Gültigkeit. Vorzaiger dieses Aussclmlttes zahlt nur halbes Entreo. Sanssouci� Kotthnscrstr. 4a. Sonnabend, de» 26. Zlugnst ct., abends 8 Uhr: EriilftinngH-TorKtellnng Holfinannn XTorddeiitachc Siinger.1 Anfang der Vorstellung: Sonntags 7 Uhr. Wochentags 8 Uhr. Sonntagö: Numeriert. Sperrsitz 76 Pf. Entrce 60 Pf. Wochentags: Sperrsitz 60 Pf. Entrce 40 Pf., im Vorverkauf Sperrsitz 60 Pf., Entree 30 Pf. Billctö in: Vorverkauf sind zu haben in den Cigarren- gefchäftc» von Loeser u. Wolf, Kottbuscrthor, Alfred Wcgcner, Kottbuserstr. 1, Paul Juhl, Britzerstr. 24a. Wg ielW zu bMen ist höchst einfach"und hochpraltifch mir Iteieliel» Extrantarlrer Ennig-Ennenz. 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