Mnterhaltimgsblatt des Vorwärts Nr. 128. Sonntag, den 3. Juli. 1898 (Nachdruck verboten.) Mm die Fvvilzeit. Geschichtlicher Roman aus dem deutschen Bauernkriege 1325. Von Robert Schweichs l. „Ach, Ihr machet die Rechnung ohne den Vater," seufzte Frau von Menzingen bewegten Herzens.„Er muß erst ge- Wonnen werden und dazu bedarf es der Zeit. Jetzt mit ihm reden, würde alles verderben. Ihr müsset Eure Ungeduld noch zügeln. Mein Segen entgehet Euch nicht, lieber Doktor, und ich weiß, daß mein Gatte ein großes Vertrauen auf Euch hat, aber Ihr werdet einsehen, daß es ihm widerstreben muß, schon jetzt sein Jawort zu geben und Euch dadurch vor der Welt an sein Interesse zu ketten, während dieser unselige Nechtshandcl, der einen Schatten auf seine Ehre geworfen hat, noch nicht beendet ist. Das leidet sein Stolz nicht." Max mußte diesen Grund gelten lassen, wie sehr es seinem offenen Charakter widerstrebte, sein Verhältniß zu Else vor der Welt zu verschleiern. Er zog die Hand, in der nun seiner Liebe Geschick ruhte, mit Dank und Ehrfurcht an seine Lippen. Else aber umarmte die Mutter, deren Augen feucht wurden, und küßte sie zärtlich. Dann warf sie sich verschämt und verklärt in die Arme des Geliebten, der sie mit stummem Glück an sich drückte. Stephan von Menzingen störte die Liebenden nicht, deren Schifflein die Mutter einstweilen vor dem Scheitern bewahrt hatte. Der Mann, der ihn zu sprechen begehrte, hatte ihm ein Schreiben aus Kaufbeuern überbracht und war, mit einem reichlichen Botenlohn bedankt, wieder fortgeritten. Der Brief kam von dem Kanzler des Herzogs, dem Ritter und Doktor Johannes von Fuchsstein, und Herr Stephan erbrach ihn hastig. Der Inhalt war wenig erbaulich. Die Ungeduld, wieder in den Besitz seines Landes zu kommen, und hauptsächlich Geld- Mangel hätten den Herzog sein Spiel vor der Zeit anheben lassen. König Franz hätte seine Zusagen nicht ganz zu er- füllen vermocht, da er selbst des Geldes zu seinen Rüstungen wider Kaiser Karl bedürfe, und von den Juden sei nicht ein Pfund Heller zu erlangen gewesen. Herzog Ulrich sei außer stände, die geworbenen Kriegsvölker noch bis zum Beginn des Frühjahrs zu besolden und hätte befürchten müssen, daß die Schweizer abzogen und seine ganze Macht wie Schnee in der Sonne zerschmolzen wäre, wenn er jetzt nicht losschlüge. So sei er denn mit 6000 Fußknechtcn und 2CO Reitern, mit 3 großen Karthaucn, 3 Schlangen und 4 Falkonettlein von Hohentwiel aufgebrochen und zöge unmittelbar auf Württemberg, wo er sicher sei, mit offenen Armen empfangen zu werden. Auch sei noch in den letzten Tagen ein Bündniß mit dem Führer der Schwarzwaldbauern zu stände gekommen. Noch ehe der Bund auf sein könnte, würde der Herzog in Stuttgart ein- ziehen, U z er die Fastnacht zu feiern gedenke und sich auf dem Schlosse bereits ein Bett bestellt habe.„So Euch dieses Schreiben zu Händen kommt," schloß der Fuchssteiner,„bin ich bereits im Lager Sr. Gnaden, des Herzogs; von dort oder spätestens von Stuttgart aus erhaltet Ihr weitere Nach- richt." Der Empfänger warf das Schreiben mit bitterem Verdruß auf den Tisch. Alles, was das Unternehmen des Herzogs hatte unterstützen sollen, war erst im Werden begriffen, die Lunte angezündet, che noch die Mine geladen war. Fuchsstein hatte wohl Recht, das Gewebe, das er in Kaufbeuren begonnen, fallen zu lassen. Denn gelang es dem Herzog, spätestens in vierzehn Tagen in Stuttgart zu sein, dann bedurste es der überall hingesponnenen Jntriguen nicht mehr, und mißglückte das Abenteuer, dann konnte ihn das unferttge Gewebe nicht retten. Stephan von Menzingen sann in schweren Sorgen. Alle seine persönlichen Interessen wiesen ihn darauf hin, von dem in Rothenburg begonnenen Werke die Hand nicht ab- zuziehen. Wenn er es übernommen hatte, das Regiment der Geschlechter zu stürzen, so war es, um an diesen für den Un- glimpf, den er einst von ihnen erfahren hatte, Vergeltung zu üben, indem er die Sache des Herzogs förderte. Dem Beispiele des Fuchssteiners folgen, hieß der Rache entsagen und vor dem Rothe sich dcmüthigen. Das war seinem hochfahrenden Sinne ebenso unmöglich, wie seiner Ver- mögenslage. Nein, er durfte die Hände jetzt nicht in den Schooß legen. Triumphirte der Herzog, so war es immer noch Zeit für ihn, zurückzutreten; unterlag er, so hatte er an der Bürgerschaft einen Rückhalt. Mittlerweile verbreitete sich die Kunde von dem Abenteuer des Herzogs und drang auch in die Werfftatt auf dem Kapellenplatze, wo Hans Lautner an dem Modell eines Pokals bosselte, den, in Silber getrieben, die Hauptleute der sechs Wachen dem Stadthauptnmnn Albrecht von Adelsheim zu seiner Hochzeit verehren wollten. Es versprach ein sauberes Stück zu werden, mit Laubgewinden, Früchten, Masken und Figürchen geziert. Meister Ellwanger beschäftigte außer dem blonden Schwaben noch zwei Gesellen und zwei Lehr- lingc. Hans aber war von ihnen der geschickteste und fleißigste, und seit den letzten Wochen besonders gönnte er sich nicht Ruhe noch Rast. Er wollte an nichts anderes als an seine Kunst denken, aber es gelang ihm schlecht. Käthe hatte den Zauber der schönen Gabriele nicht zu brechen ver- macht. Das frische, in sich selbst sichere Wesen Käthe's that ihm so wohl wie dem Wanderer ein kühler Labetrunk an schwülem Tage. Er war ihr gut, daran kein Zweifel, und wenn er in Ohrenbach an ihrer Seite saß. ihrem Geplauder zuhörte, sie ihn aus ihren nußbraunen Augen mit inniger Zärtlichkeit anblickte, ihm die jugendlich kernigen Lippen zum Kusse bot, er ihre Gestalt an sich drückte, dann glaubte er wohl selbst, daß er sie liebte. Kehrte er aber nach Rothen- bürg zurück, athmete er wieder dieselbe Luft wie Gabriele, sah er diese gar, dann war alles weggelöscht und ver- gessen. Ach, und nicht nur dann! Geschah es doch, daß in seinen Gedanken an Küthe diese in Gabriele sich verwandelte, daß er deren Busen an seiner Brust ftihlte, ihren Mund küßte, während er Käthe liebkoste. Und vollends gestern! So verführerisch schön wie gestern in ihrem goldgelben Atlaskleide und den nackten Schultern war Gabriele ihm nie vorgekommen. Wie sollte das enden? Wie aus seiner Schuld gegen Käthe er sich lösen? Nicht zum ersten Male grübelte er darüber, ob es nicht am besten wäre, daß er Rothenburg verließ und nach Nürnberg, wohin ihn seine Kunst von Anfang an gelockt hatte, weiter wanderte? Ueber diesem Grübeln vernahm er die quakende Stimme Wilhelm Bräunlein's, eines biederen Spezereihändlers, der seinem Gevatter, Meister Ellwanger, von der Kriegsfahrt des Herzogs erzählte.„Aeh, äh, äh," schloß er seinen Bericht und schüttelte seinen spitzzulaufenden Kopf, der auf einem langen Halse saß,„nimmer was Gutes, nichts wie Unruhen. Wie sollen dabei Handel und Wandel gedeihen?" „Nu, man muß sich halt in die Zeitläufte schicken, Ge- vatter," erwiderte der Meister philosophisch.„Raufen ist'mal die Art großer Herren; es liegt ihnen im Blut." „Und wir Bürger müssen dabei die Haare lassen," quakte der Krämer.„Was wir brauchen, ist Ruhe; Ruhe, sag' ich, Gevatter!" Gifttg fuhr er fort, während das Glöcklein der Marienkapclle das Ave-Maria läutete:„Aber diesmal sollte der Schwäbische Bund an dem Friedensbrecher ein Exempel von einem Beispiel aufftellen. Und überhaupt, was unter- handeln die Obrigkeiten hier und dort mit den widerhaarigen Bauern? Ueber die Köpfe gehauen, gespießt, geviertheilt, so gehört sich's." „Um Gott, Gevatter, die Furcht macht Euch ja zu einem blutdürstigetj Tyrannen," rief der Goldschmied belustigt.„Feier- abend! Kommt in mein Stübele und löschet Euren Durst, anstatt in Fürsten- und Bauernblut, mit einem Becher Schalksberger l" Damit führte er ihn über den Hof in das Vorderhaus. Hans erinnerte sich, wie er vor sechs Jahren mit der Ahne in Böckingen bei Jäcklein Rohrbach's Wirthshaus ge- standen und die von Florian Geyer befehligten Fähnlein gen Stuttgart hatte vorüberziehen sehen, nachdem sie den Wider- stand der Herzoglichen bei Möckmühl gebrochen und Götz von Berlichingen gefangen genommen hatten. Die Ahne hatte mit wildem Gebet ihre Waffen gesegnet und ihnen zugerufen, daß sie den Herzog nicht lebend auslassen sollten. Und jetzt war er wie der da und das furchtbare Ende seines Vaters, der Tod seiner Mutter, schrieen noch immer ungesühnt gen Himmel. Es war ihm, als ob er das grinune Hohnlachen seiner Großmutter hörte. Er räumte hastig seinen Werktisch auf und sprang zu seiner Dachkammer hinauf, wo er, von dem Zwange erlöst, den ihm die Gegenwart der an- deren auferlegte, sich seinem gährenden Gefühl frei überlassen konnte. Am Sonntag vor Fastnacht, welche auf den letzten Februar fiel, ging Hans mit einem festen Entschlüsse nach Ohrenbach und Kaspar begleitete ihn. Es war noch früh und die Luft so gefänftigt, als ob das Jahr schon bis tief in den März vorgerückt wäre. Die Wintersaaten kleideten die Felder in ein helles Grün, das den düsteren Ernst der Tannenwälder auszulachen schien. Die beiden Freunde verfolgten die große Heerstraße, die manchen Bogen schlug, nur eine kurze Strecke, worauf sie den näheren Weg nahmen, der links gerade aus zum Steinbachthale und jenseits nach dem Dorfe Gatten- Hosen führte. Hans ging sinnend dahin und Kaspar ließ ihn ungestört. Er war es von ihren Spaziergängen her gewöhnt, daß Hans wenig sprach. Er pfiff und sang für sich, bis sie an den StäMeinsbrunnen kamen, bei dem sich das wild- schöne Steinnachthal vor ihnen austhat. Der Brunnen zeugte allein noch davon, daß hier einst das Dorf Obersteinbach gestanden. Der Rath hatte es einige achtzig Jahre vorher abbrechen lassen, um die Ein- Wohnerschaft der Stadt zu vermehren. Kaspar trank von dem köstlichen, durch Sandstein gucllenden Wasser.„Trink auch, Hänslein, das macht den Kopf frisch und klar," forderte er den Freund auf, indem er sich von der Brunnenröhre auf- richtete.„Was sinnirest Du so an deni schönen Tag?" Hans verspürte keinen Durst.„Ich dachte so, ob ich diesen Weg noch oft machen werde," gab er zur Antwort. »Ich glaub' halt nit." „Ja, wie meinst Du denn das? Warum nit?" fragte Kaspar erstaunt. „Komm nur l" Sie stiegen in die fülle Wildniß hinunter, durch welche die beiden Lindach- oder Lindleinseen, von denen der größere nunmehr trocken gelegt ist, zur Tauber abflössen. „In dem Thal hier bin ich manchen schönen Sonntags- morgen herumgestrichen," äußerte Hans.„Ist gar so wunder- sam einsam hier, daß nur selten einmal ein Mensch zu schauen ist und nichts zu hören, als der Wind in den Baum- Wipfeln, der Vögelein Sang und das Murmeln des Baches." „Und dann kriegtest Du Deine Pfeife her und spieltest darauf, just so, als wie ich Dich auf unserer Wanderschaft traf," fiel Kaspar ein. „Wohl auch," lächelte Hans.„Es geht einem da manches durch den Sinn, was gar nicht zu sagen ist, selbst wenn es einer wollte. Zuweilen Hab' ich es mir ausgesonnen, wie das herrlich sein müßte, wenn es auf der Welt keine Fürsten und Herren, keine Pfaffen und Junker, keine Leibeigenen und Hörigen mehr gäbe, sondern lauter freie Menschen. Was meinst Du, Kasperl, ob eine solche Zeit wohl mal kommen wird?" „Nein, das giebt's nit," versetzte dieser, ohne sich zu be- sinnen.„Denn es ist was Teuflisches im Menschen, das ihn immer dazu stößt, den Schwächeren unter die Füße zu treten. Schau, wie's unter den Meistern rumort I Wie sie das Maul voll nehmen und nach Freiheit schreien! Aber sie meinen halt nur die eigene Freiheit, und wenn sie wirklich in den Rath gelangen, nachher können wir Gesellen uns den Mund wischen." „Ich glaub's doch," sagte Hans mit einem sinnenden Aus- druck in seinen blauen Augen.„Es wird koinmen, wie es die Ahne prophezeit hat, und Du wirst es noch erleben, daß es besser wird." „Und Du nicht?" fragte Kaspar mit einem Anflug von Ungeduld. � „Ich weiß nit; wenigstens nicht in Rothenburg," ant- wortete Hans mit einem tiefen Athemzuge.„Als mir gestern der Meister meinen Wochenlohn zahlte, Hab' ich ihm aufgesagt. Meine Zeit hier ist um." Kaspar blieb wie erstarrt stehen.„Wa— as?" lallte er. „Ich kann hier nichts mehr lernen," wandte Hans vor. „Wann der Pokal fertig ist, schnür' ich mein Bündel. So lang' noch Hab' ich dem Meister zu bleiben versprochen." „Nichts mehr lernen?" wiederholte Kaspar noch wie be- täubt; dann aber brach er heftig los.„Und alle Gewalt, die an Deinen Leuten geschehen ist, die soll ungerochen bleiben, was?" „Nein, lieber Bruder," versicherte Hans.„Aber mir denkt, daß ich noch länger Geduld haben muß. Jtzt, wo von wegen dem Herzog Ulrich der Bund rüstst. ist die Gelegenheit für uns wahrlich nit gut. Aber das thut nix. Wann der Bundschuh aufgeworfen wird, ich werd' nit fehlen, wo ich dann auch sein mag, das glaube mir." „Ja, das glaub' ich Dir; aber das von wegen dem Lernen, das glaub' ich nit!" „Laß' uns weiter gehen," forderte Hans ihn auf, seinem scharfen Blicke ausweichend. „Freilich, freilich," murmelte Kaspar, indem er sich in Be- wegung setzte, und nach einer Weile fügte er vorwutfsvoll hinzu:„Daß Du mir das anthun kannst, Hänselini Jtzt ist meine ganze Sonntagsfreud' hin.— Und ich Hab' Dich alle- Wege gewarnt vor der— der—" „Sei still, ich bitt' Dich." unterbrach Hans ihn schnell. „Schon gut," murrte Kaspar. Jenseits des Baches, den sie von Stein zu Stein über- sprangen, blieb Kaspar wieder stehen.„Und Käthe?" fragte er. Die schmalen Wangen des jungen Goldschmiedes wurden dunkelroth.„Das ist's just, was mir am schwersten auf dem Herzen liegt," seufzte er. „Du darsst nicht fort," rief Kaspar mit Entschiedenheit. „Um ihretwillen darfst Du nit. Ich bitt' Dich um Gottes willen, Hänselin, thü ihr das nicht an. Sie hat Dich ja ganz in ihr Herz geschlossen. Schon am Dreikönigstag Hab' ich's gemerkt." Hans sah ihm mit einem langen, tiefen Blick in die Augen; dann sagte er leise:„Und damals hätt' ich auch merken können, daß Du—. Ich war halt blind." „Ach was, ich I" rief Kaspar ärgerlich.„Ich pass nit zu ihr und ich gönne Dir ihre Lieb' von Herzen. Meinst Du etwan, daß es nicht noch saubere Maidelin genug auf der Welt giebt? Ich kenn' schon noch manche." Er lachte. Hans ergriff und schüttelte bewegt seine Hand.„Du bist ein guter Kerl! Ich hätt' ihre Lieb' nimmer annehmen sollen. Vielleicht, wann ich sie früher gekannt hätte! Jetzt war's gefehlt." (Fortsetzung folgt.) So nnk« gspla udvver. Wie herrlich weit hat es doch das Berliner Bürgerthum in den letzten fünfzig Jahren gebracht! Im„tollen Jahre" hatte es noch der eine oder andere von ihnen gewagt, mit Einsatz seines Lebens für die Freiheit einzutreten— der Rasen im Friedrichshain deckt thatsächlich einige„Bürger"— anno 1898, als der Schandwisch der Reaktion, die„Kreuz-Ztg.", ihr Jubiläum feierte, riefen die Berliner Freisinnigen Junker und Mucker an, um zwei Arbeiterkandidaten, hinter denen lhatsächlich die Mehrheit der Bevölkerung stand, zu verdrängen. Wenn die Tobten im Fricdrichshain aufstehen könnten, sie würden sich baß verwundern, welchen Wechselbälgen sie durch ihr Handeln Nutzen gebracht. Aber nein! Und wenn sie es könnten, sie würden gar nicht einmal aufstehen. Sie müßten sich ja bis in die Haut hinein schämen. Sic gaben ihr Leben dahin, und man gönnte ihnen nicht einmal einen Stein der Er- innerung. Die Denkmalsverweigerung für die Märzgefallenen wird ein Blatt der Schande bleiben in der Geschichte Berlins. Als man damals vor dem ersten Widerstand zurückwich, überlegte man lange hin und her; endlich entschloß man sich, 6S(X) M. zu wagen, um den Bcgräbnißplatz im Friedrichshain„in einen bei den Berliner Kirch- Höfen üblichen Zustand zu versetzen". Also tZ5(X> M. schienen diesen polittschen Hosen- Hausircrn die Errungenschaften der Märztage Werth?! Und einen Kirchhof nennen sie, lvas eine Natioualstätte, eine Schädelstätte der Freiheit ist! Liegen etiva da draußen vor dem Landsberger Thor einige Dutzend Gehcimräthe und andere Baumtvollheilige? Ende Dezember vorigen Jahres wurde der „Kirchhofs-Zustand" beschlossen, heute ist ein halbes Jahr herum, aber die Gräber der Märzgefallenen zeigen noch dasselbe Aeußere wie vor Jahr und Tag. Allerdings, man hat die Sache„bereits in die Hand genommen",„in die richtigen Wege geleitet" ist sie auch schon. Sogar die Vorarbeiten sind schon erledigt. Man hat ein „ziemlich nüchternes" Portal in romanischem Stil entwerfen lassen, eine Eigangspforte mit beiderseits anschließendem„Thicrgartengittcr". Und auf einem die beiden Thorpfeilcr abschließenden Auffatze soll die Bezeichnung des Friedhofes oder der Ruhestätte der März- gefallenen angebracht worden. Von einer Umfassungsmauer hat man„Abstand genommen". Dies alles hat man gethan und dem Polizeipräsidium hat man bereits vor längerer Zeit den Entwurf eingereicht, um die„Bau- Erlaubniß" zu erhalten.„Erflossen" ist aber noch nichts.„Aengstliche Gemüther ziehen", wie bürgerliche Blätter melden,„aus dieser Verzögerung den Schluß, daß diese Er- laubnitz überhaupt nicht ertheilt oder der Entwurf zum mindesten beanstandet werden wird." Die„ängsttichen Gemüther", können die jemand anders angehören als dem Freisinn, diesem Vogel, der vorn die Drehkrankheit hat und hinten mit der Cholera behastet ist? Und klingt dieser„Schluß" nicht wie eine stille, aber desto freudigere Berlin hat einen neuen Bürgermeister. DaS Blatt des preußischen Finanzministers hat ihn willkommen geheißen und ihm gleichzeitig unter der Hand einige gute Lehren gegeben und be- sondere Verhaltungsmaßregeln empfohlen. Folgt Herr Kirschner der Stimme im Kastamenwäldchen, dann kann er ein Bürgermeister Werden, wie ihn der Dichter also gezeichnet: „Unser Bürgermeister ist ein weiser Mann, Seiner Nasenspitze sieht man das schon an. Nach oben bücken, Nach unten drücken, Ist die Parole des weltklugen Herrn." Uebrigens, man wird ja sehen, wie sich die Dinge entwickeln. Herr Bronsart von Schellendorf, den unlängst"der Mann der „Zukunft" zum Zeugen anrief, wie unbändig heutzutage in deutschen Landen gelogen wird, hatte sich seinerzeit vermessen, den„Umsturz" mit einer Feuerspritze zu bestehen. Dieser Tage wurde in Erfurt und Heilbronn bei ganz gewöhnlichen Straßenkrakehlen die Probe auf das Exempel mit Hydranten gemacht, und diese Proben, sie fielen ganz jämmerlich aus. Was als Schreckmittel dienen sollte, trug zur allgemeinen Erheiterung bei. Ja, auch bei Kriegsministern thut's Wasser allein nicht, und wenn ihre Stiefel auch noch so hoch stehen. Bei dem Krawall in Heilbronn wurde übrigens dem viel- genannten Herrn Hegclmaier ein kurioses Erlcbniß zu thcil. War da ein Schultheiß von einem benachbarten Orte am Stichwahltage nach Heil- bronn gekonimen, um schnell und ans erster Hand zu erfahren, ob sein Freund Hegclmaier gewählt sei, und um ihn dann gleich zu grawliren. Der Dorfoberste kam gerade auf den Marktplatz, ais das Militär an- rückte. Sofort sckrie die Staatsstütze:„Hoch das Militär!" Er konnte aber nicht Bah! sagen, da hatte er von den Umstehenden schon eine gesalzene Tracht Prügel weg. Jetzt wurde der Ordnungsmann auch suchtig. Er faßte seinen Stecken und schlug wie blind um sich. Dabei versetzte er auch Hegelmaier, den er hatte beglückwünschen wollen, einen Schlag auf den Kopf. Der schlägt zurück, und im Nu gleicht die Schultheißnase einer Gurke. Schutzleute trennen die Duellanten, der Schultheiß muß nach der Polizeiwache. Ter letzte deutsche Aerztetag hat sich gegen die Zulassung der Frauen zun: medizinischen Studium ausgesprochen und damit gezeigt, daß auch diesen Herren der Kochtopf über alles geht. Man hat alle möglichen Gründe, die diesen Beschluß rechtfertigen sollen, angeführt, wenn man aber genauer zusieht, so war nur einer ausschlaggebend: die Furcht vor der Konkrirrenz. Die ältesten Ladenhüter wurden wieder hervorgeholt: Zu unifassenderen Operationen sei die Frau zu schwach! die Frau menwrire, der Mann aber studire; die An- slrengungen des Studiums brächten die Frauen körperlich her- unter: das medizimsche Frauenstudium würde den Stand des Unterrichts an den Universitäten herabdrücken: man brauche nicht gelehrte und halbgelehrte, sondern geistig und körperlich kräftige Frauen, befähigt, ihren Männern zur Seite zu stehen und ihre Kinder zu erziehen; die Durchführung der Bestrebungen der Frauen- bewegung würde das Bild der deutschen Frau zerstören; die Frauen sollten überhaupt nicht studireu. Wenn man die Reden, die auf dem Aerztetag gehalten wurden, liest, hat man sehr oft das Gefühl, als wäre man im preußischen Landtage und hörte einen ostelbifchen Krautjunker gegen die Neuschule wettern. Der preußische Junker ist ein rückständiges Element und nicht zu ändern. Den deutschen Arzt hielt man für einen Mann des Fortschritts. Der Aerztetag in Wies- baden aber hat bewiesen, daß der Forlschrittsdrang sehr vieler Mit- glicdcr des Standes nur soweit geht, als es die persönlichen, materiellen Interessen gestatten. Werden die Herren noch den Muth finden. Zctcr und Mordio zu schreien, sabald der Arbeiter einige Pfennige mehr Lohn verlangt? Iii den großen Städten der llmon bestehen schon seit Jahren Milizregimeuter, in die nur die Söhne reicher und sehr reicher Leute aufgenommen werden. Die Kerlchen treiben einen un- geheuren Auswand und sind sofort dabei, wenn die Absicht auftaucht, den Widerstand streikender Arbeiter mit blauen Bohnen zu brechen. Wie zu einem Feste treten sie dann an und wie einen Sport be- treiben sie die Menschenschlächtcrei. Als der Krieg zwischen der Union und Spanien ausbrach, fühlten in New-Vorr diese Burschen das Bedürfniß, ihr Drohnendasein mit etwas Vaterlandsliebe zu vergolden. Sie thaten sich zusammen, 050„Mann" stark, und sie, die Uebcrznnpcrlichen, nannten ihr Korps„Rough riders" sRauhe Reiter). Nun waren sie unwiderstehlich und gingen nach dem Süden. Ein Thcil kam wirklich nach Kuba und stellre sich, an die Spitze des Heeres, um die ersten Lorbeeren zu pflücken. Aber die rohen Spanier schössen gleich scharf und eine ganze Anzahl der Muttersöhnchen mußten ins Gras beißen. Da fluchten die„Rougl: rickors- ganz mörderlich, so etwas war ihnen von streikenden Arbeitern daheim noch nie widerfahren. Die größte Todtenklage aber erhob sich um den gefallenen Hamilton Fish. Der war daheim in Netv-Aork das Ober- gigcrl, und alle Damen nannten ihn„Alcibiades". Wahrscheinlich hatte auch er einem schönen Hunde den Schwanz abgeschnitten.— Vlriues FouMekon -o- Zwei Gesichter. Diese Schutzleute! Das waren doch wirklich zu liebenswürdige Menschen! Die ganze Familie war entzückt. In ihrem Schlaudorf hatte man gemunkelt, daß die Schutzleute alles weniger als fteundlich und entgegenkommend wären. Und nun ivar dies schon der dritte Posten, der ihnen in freundlichster Weise Auskunft gab. Ja, er geleitete sie sogar über die Schloßbrücke und zeigte ihnen dasSchloß und dieDenkmäler, sowie die links liegenden Museen und die Nationalgallerie und was sonst noch alles an merk- würdigen und schönen Bauten im Lustgarten lag. Sie sahen sich einen Augenblick schweigend um. Das Mächtige und Schöne der Bauten erregte sie nur mit ehrfurchtsvoller Scheu, nur das Gewaltige daran imponirte ihnen. Im übrigen aber*gilig es ihnen wie allen Klein- städtern, das großarttge Leben auf den Wegen und Plätzen forderte ihre Bewunderung heraus. Auf dem großen asphalttrtcn Platz flimmerte die grelle Mittagssonne. Durch den von den Wagen auf- gewirbelten Staub eilten viele hellgekleidete junge Mädchen und viele Männer. Wie sich die hastenden Gruppen durcheinander- wanden und hinter dem Schloß oder hinter dem von der Sonne und den: Staub gebleichten Grün des Lustgartens verschwanden! Und immer wieder kamen die eilenden, erhitzten Menschen vorbei, immer wieder... „Ach, sieh' mal, Mama, der kleine Junge hier!" rief der Tertianer Heinrich. Die Familie wendete sich von dem Sttaßcn- treiben ab. Dicht an der Brücke, im Schatten eines Figurensockels, hatte sich ein barfüßiger Junge auf die Steine gekauert. Vor sich hatte er ein Stück Pappe ausgebreitet, aus dem Stöckchen lagen, die er bedächtig abzählte. Die Familie aus Schlaudorf freute sich, nun auch diese echte Großstadtgestalt zu sehen, von der sie so manches gehört hatten. Der kleine Kerl sah so drollig aus. Das war ja ein wahres Glück, daß sie ihn sahen, denn in den Straßen, in die Fremde kommen, findet man mw selten so ein Stückchen Großstadt- Elend... „Was soll denn das da? Was?!" schrie es auf einmal neben ihnen. Sie schraken zusammen. Der kleine Fliegenstockhändler raffte mit einem Griff seiirc Waare zusammen und riß aus. Ja— aber, war denn das der liebenswürdige Schutzmann, der jetzt mit so drohender Miene dem Jungen nachsah? „Nein, war das häßlich!" sagte die Mama, als sie in die kühlen Räume des Museums traten. „Ja," meinte der Papa,„sie scheinen hier zwei Gesichter zu haben. Eins für Wohlgekleidete— und das andere für die mit Flicken und Arbeitsschmütz."-- gb. Berliner Bade-Austaltcn in alter Zeit. Die älteste Berliner„Badestube" befand sich am Krögel, jenem kleinen Gäßchen, das vom Molkeumarkt nach der Spree himutter führt. Wie bei denen anderer Städte war auch ihr Vau veranlaßt durch die von den heimkehrenden Kreuzzüglern eingeschleppte Lepra, deren heftiges Austreten den Bürgern des Mittelalters doppelte Reinlichkeit gebot. Das„Badhaus" bestand aus zwei gewölbten Stuben, in denen die Geschlechter abgesondert badeten. In der zweiten Hälfte des 16. Jahr- Hunderts wurden dieselben um zwei vermehrt. Ein origineller Brauch des Mittelalters verlangte, daß bei Hochzeiten die ganze Festgesell- schaft vor der Trauung ein Bad an: Krögel nah:::. Waren die Gäste sehr zahlreich, so badete immer erst der eine Theil, während der andere sich unterdessen in den Gesellschaftsräumen vergnügte. Gegen die Mitte des 18. Jahrhunderts hatte Berlin schon dreizehn Badestuben. Davon lagen die ältesten eben am Krögel, vier am Neuen Markt, zwei auf dem Werder, drei in der Friedrichstadt und vier vor dem Spandauer Thore. Von der urcigenthnmlichen Be- stimmung dieser hygienisch so wichttgen Anstalten war indessen wenig zu merken. Die Besitzer betrieben viel mehr das Barbierhandwerk und beschäftigten sich nebenbei mit Schröpfen, Aderlassen und leichten chirurgischen Hilfeleistungen. Sie bedurften dazu einer Konzession, die sie einem Inhaber abkaufen mußten, denn sowohl die Zahl der Bade- wie der Barbierstuben war festgesetzt und durfte nicht über- schritten werden. Die Barbiere hatten als Geschäftsschild fünf, die „Bader" drei Mcssingbecken. Die Barbiere durften die ganze Wund- arzneikunde ausüben, die Bader blieben auf die oben erwähnten Fächer beichränkt. Erst 1799 erhielten auch sie die Erlaubniß, als Chirurgen zu wirken und fünf Becken auszuhängen, sie mußten dazu indessen einen Kursus in der Anatomie durchmachen und vom Ober-Medizin- Kollegium approbirt sein. Ihre Geschäfte hießen im Gegensatze zu denen' der Barbiere„Bad- und Barbierstuben". Daß neben diesen in die Mauern der Stadt gezwängten Anstalten das Flußbad gleich- falls beliebt war, bedarf kaum emcr Erwähnung, nur hatte man dazu keine eigenen Baulichkeiten. Die Landschaft lag noch frei vom Verkehr, die Einsamkeit der Ufer ersetzte die schätzende Zellenwand. Kunst. — hl. Große Berliner Kunstausstellung. Von Ludwig Dill's, des Münchener Sezesfionisten, tiefer und zarter Kunst ist gelegentlich einer Kollektivausstellung im Ausgange des Winters an dieser Stelle die Rede gewesen. Die Ausstellung zeigt eins seiner reifsten Werke(Saal 37, Nr. 181.)„ U e b e r- schwemmte Salbey-Felder in der Po-Ebene." Das Wasser hat einen schmalen Landrücken abgeschnürt, der sich in leisen Krümmungen mitten durch das Bild hineinzieht, bis hinüber zi: den Feldern, die sich im Hintergrunde unabsehbar weit und tief dehnen. Das weiche matte Blau des Salbey, der den Boden deckt, giebt den Grundton im Bilde. Vorn stehen zu beiden Seiten des Landsttcifcns hinter- einander ein paar Birken. Dichte Duustluft, wie überschwemmte Gegenden sie zeigen, schwebt überall. Sie spielt um die Birken, sie läßt alle Farben in einen feinen grauen Ton zusammen klingen, sie wehrt den Strahlen der scheidenden Soune, sodaß sie nur noch mit einem matt schimmernden gelblichen Streif die dünnen Birkenstämme umsmnnen und aufleuchten lassen.— Knlturh istoris ch es. k. Weibliche Acrztc in» Alterthum und Mittel- alter. Das; der„weibliche Arzt" nicht eine Erscheinung unserer modernen Zeit ist, beweist folgende dem„New- Dort med. Journal" entnommene Notiz: Etwa 300 v. Chr. besuchte eine junge Athencrin namens Agnodice als Mann verkleidet die medizinischen Schulen ihrer Vaterstadt gegen das damals bestehende Verbot des Frauen- studiums und erfreute sich in der Folge eines bedeutenden Zulaufes. Als ihr Geheimnitz bekannt und sie infolge dessen wegen Gesetzes- Übertretung gerichtlich belangt Ivurde, gelang es der stürmischen Agitation ihrer Mitbürgerinnen, die Verurtheiiuug zu hintertreiben und eine Aufhebun g des betreffenden Gesetzes durchzusetzen. — Im Mittelalter erwarben eine Anzahl Frauen den Doktorgrad, hauptsächlich an den maurischen Universitäten Spaniens. Trotula von Rngiero, welche im elften Jahr- hundert in Salerno praftizirtc, erfreute sich eines europäischen Rufes. Im vierzehnten Jahrhundert hcsatz Dorothea B o c ch i nicht nur den Doktortitel, sondern wirkte auch als Professor an der Universität Bolvgna. Seitdem hatten noch zwei weitere Frauen als Professoren der medizinischen Fakultät an derselben Hochschule gewirkt: Anna M a n g o l i n i als Anatom und Maria belle D o n n e als Geburtshelferin(1799). Edikten aus den Jahren 13ll und 1322 nach zu urtheilen. scheinen auch in Frankreich weibliche Chirurgen nicht selten gewesen zu sein.—. Aus dein Thierleben. — Als Beispiel für den Ortssinn des Pferdes kann nachstehender aus Agilla berichteter Vorfall dienen. Vor einigen Wochen hatte der Besitzer!?. aus A. einen zehnjährigen Fuchswallach an einen Besitzer aus der Jnstcrburger Gegend verkaust. Am letzten Donnerstag Morgen wurde er durch das anhaltende Scharren und Wiehern eines Pferdes erweckt, das er zu seinem Erstaunen als seinen kürzlich verkauften Fuchs sofort wiedererkannte. Wie sich herausgestellt hat, ist das Thier am Abend vorher seinen; neuen Herrn entlaufen, hat also den ca. 16 bis 18 Meilen weiten Weg in einer Nacht zurückgelegt.— t. B i e n e n m ö r d e r unter den Vögeln. Leider giebt es unter den Vögeln, die wir sonst zu den nützlichen rechnen müssen, solche, die eine ganz besondere Liebhaberei fiir die Verspcisung von Bienen zeigen. Eigentlich kann man es ja freilich nicht verlangen, das; ein Vogel, den wir im übrigen ob seiner Feindschaft gegen In- selten loben, wissen sollte, datz er vor der Biene Halt zu machen hat, weil sie zu den wenigen dem Menschen nützlichen Insekten ge- hört. Einige der Vögel sind wegen dieser Liebhaberei schon durch den Name» gebrandmarkt z. B. die Familie der Bienenfrcsser er unheimlichen Position die ganze Umdrehung des Rades, die mindestens fünf Mumien dauerte, mit. wobei sie aus einer Pistole Schüsse abgab.— — 14 000 Hagelschäden wurden bei den B u d a p e st e r Versicherungsanstalten infolge der letzten Gewitterstürme an- genuldet.— — Grotzcs Aufsehen erregt in Budapest die Jntensirung eines jungen Barons in einem Jrrenhause, die auf Veranlassung seiner Verwandten aus eigennützigen Mottven trotz des Protestes des Vaters anstecht erhalten wird.— — In T r o o s in Siebenbürgen wüthete ein grotzer Brand, bei dem eine Familie von fünf Personen umkam.— — Sonnabend früh wurde in S i n j(Dalnmtien) ein starkes, wellenförmiges Erdbeben verspürt, das sechs Sekunden andauerte. Viele Häuser sind beschädigt, einige eingestürzt.— — Infolge neuer skandalöser Vorfälle wurde;; am 1. Juli in Brüssel 18 Kneipen mit Mädchenbedienung polizeilich geschlossen.— t. Die grötzte Lokomotive der Welt, der„Riese" genannt, ist von der belgischen Staatseis enbahn-Verwaltung er- baut worden zur Ueberwindung einer starken Steigung auf der Bahnlinie bei Lüttich. Sie ruht auf 6 Paar Rädern und hat ein Gewicht von 2130 Zentnern. Die Vertheilung des Gewichts ist derart getroffen, datz jedes Rüderpaar gleichmätzig mit 355 Zentnern belastet ist.— c. e. Eine amüsante Annonce bringt der„Standard": „Wenn der Gentleman, der letzten Dienstag auf den; Rasen von Ascot irrthiimlicher Weise acht Banknoten von je 5 Pfund aus der Tasche eines anderen Gentleman genommen, mit dieser Summe etwas Geld verdient hat, könnte er wohl die Güte haben, das Originalkapital an„Sportsman", Expcditton des„Standard", zurück- zusenden, da dieser das Geld sehr nöthig braucht.—_ Druck und Verlag von Max Babing in Berlin. Veranlzvortljcher Nedatcenr: August Jacobey in Berlin.