Hnterhaltungsblatt des'Vorwärts Nr. 43. Mittwoch, den 1. März. 1899 (Nachdruck verboten.) Das Vlut. tZ Roman von I. I. David. I. Durch das ganze Anwesen geht ein lebendiges Wasser und erfüllt es mit starkem und heimlichem Gebrause. Durch eine Mauerlücke betritt es den umfriedeten Raum; es rauscht an einer Turbine vorbei, von der allerhand Riemenwerk aus- läuft und Maschinen in rasche und knarrende Bewegung ver- setzt. Nun überwölbt und von dunklen und wiederhallenden Kellergängen vor'm Sonnenlichte geschieden, kommt es bald tvicder ins Grüne; es scheidet, von ängstlich schmalen Stegen überbrückt, zwei Gärten, die einander so ungleich sehen wie nur irgend möglich. Denn der zunächst dem Wohnhause ist fast übersorgfältig gepflegt; mit sauber gekiesten Gängen, mit Ra- battcn, in denen altmodische, großblumige Blüthen mit nicken- den Köpfen stehen, mit wenigen, doch vornehmen Obstbäumen, mit Aprikosen und Reben, die rankend und breitblättrig das gxtheerte Holzgitter der Südwand überspinnen. Der andere aber ist ganz verwahrlost, sein Plankenzaun wollte verfallen, und nur dichtes Brombecrgcnist, das ihn allenthalben um- wucherte, bot eine Art Schutz vor lmberufenem Eindringen. Aber üppiges Gras wuchs darin, schlanke Haseln standen überhangend und fast grünschattig überwölbend nächst dem Wasser. Das zog an ihnen vorüber; es durchbricht zum andern Male eine Mauer und tritt in's Freie, um sich tvcnige Schritte davon mit dem Bache zu vereinigen, von dem man's abgetrennt. Das geschieht dem Werkkaual gegen- über, der von da ab fast gerade durch's flache Land der unfernen Stadt zuzieht; hart vor der großen Wehre, deren mächtige Quadern imSommer blankund bloß imSonnenlichteschimmernd, während int Frühjahre und im Herbste die Finthen so toll darüber hinjchießen, daß man wohl begreift, warum das Bau- werk so stark und massig gefügt worden ist. Aber nicht allein die rufende Stimme der Wasser durch- klingt das Haus. Eine seltsame Unruhe lebt unablässig darinnen. Penn ein mächtiger Anbau stößt daran: da schnurrt ein Göpel- werk, da rasseln beständig Handwägelein und Schiebekarren über Steinpflaster, da hallen die Tritte schwerer und wuchtiger Männerstiefel nach. Thüren fallen hart und lärmvoll ins Schloß, ein einiges Hin- und Widergehen ist in allen Räumen. Dazu durchzieht sämmtliche Gelasse ein eigener Geruch: der kräftige Brodem frisch gedörrten Malzes, der fade und dennoch erregende süßen Bieres, das starke Gewürz des Hopsens einigen sich darin. Das Hans ist ein Brauhaus, und der Lärm städtischer Betriebsamkeit und bäuerlichen Gciveses berühren sich in ihm so heute, wie zur Zeit, da Rupert und Salome Lohwag hier noch als Pächter saßen. Immer noch klirrt zur gesetzten Zeit das schrille Dengeln der Sensen, immer noch rasseln Pslug- schaaren über den Hof, klingt aus den Scheuneu der Dreitakt behender Flegel, manchmal ganz seltsam vom raschen Pochen lustiger Böttcherhämmer. vom Kollern der Fässer auf dem Boden beantwortet. Immer noch ziehen mächtige Pferde, vielleicht nur nicht mehr so schön wie damals, an überschweren Wagen, um dann zu Abend leicht und mit um vieles geringerer Last heimzukehren. Auch die Bauern pflegen noch in müßiger Stunde ihren Umtrunk unter den alten Nußbäumen des Hofes zu thun; der dehnt sich manchmal bis in die späte Nacht, denn es sind Deutsche; und zu Zeiten klingen immer wieder jene getragenen, alten, klagenden Weisen ins Dunkel hinaus, die Frau Salome so ungerne vernahm. Aber man kümmert sich nicht mehr so viel wie damals um das Treiben derer, die es bewohnen; man mag sie nicht, denn das Gebäude ist Herrengut und sonst ringsum freier Baucrnboden. Man liebt die Pächter noch immer nicht, denn sie gedeihen, und noch ist keiner mit leeren Säcken fort, während die Erbgcsesscnen hart kämpfen müssen und dennoch in ihrer Wirthschast mehr und mehr zurückkommen: verargt ihnen schon ihre Freizügig- keit, die dem rechten Bauer unsaßlich, der durch den Zwang der Gewohnheit noch heute so sehr ein Höriger der Scholle ist, als es seine Ahnen nur je durch den der Gesetze gewesen. Aber so feindselige und lauernde Blicke fliegen doch nicht mehr nach dem Wohnhause, das, mit seinen grünen Jalousien und durch himmelhohe Holzstöße neugierigen Augen fast ganz entzogen, das mächtige Rechteck des Hofes abschließt. Man haßt sie nicht mehr, man trinkt ihr Bier ge- dankenlos, während früher einmal jeder Schluck durch die feste Ueberzeugung eine eigene Würze gewann, es müsse mit den Lohwag's doch ein schlechtes Ende nehmen, so sehr sie auch zu- fehends an Gut und Geld vorwärts kamen. Ein rechter Nachbarnhaß braucht eigentlich gar keine Be- gründung, während es hier deren zum Uebcrdruß und gar mannigfaltige gab. Denn die Lohwag's waren nicht nur Fremde und fremd im Orte geblieben; auch ihr Bekenntniß schied sie von den Anderen. Sie waren Calviner; und man mag die eigentlich nirgends, wo sie versprengt und einsam wohnen. Auch sie besaßen jene Tüchtigkeit, die man allent- halben ihren Glanbensgenossen zuerkennt; aber nicht minder jenen selbstgenügfamen Hochmuth, der ihnen überall die Herzen entfremdet. Keiner ivußte, daß Rupert oder Salome jemals einen der Gäste gegrüßt hätten, wie sich das doch für Wirthsleute gehört; bei ihm war es wirklich Geld- stolz, während ihr das ganze Brauhaus einfach ein Gräucl war. Sic haßte das weltliche Treiben unter den Nußbäumen, und es verleidete ihr beinahe die Freude an den Ställen, an ihren Lieblingen, den wunderschönen Rindern, die darin standen, daß sie daran vorüber mußte, ivollte sie nach den Thieren sehen. Wie konnten Leute, die zumeist nicht einmal in guten Verhältnissen waren, ihr Geld so unnütz verthun? Männer singen wie die Schulbuben? Sich gar betrinken? Das ver- stand sie nicht, der Anblick war ihr widrig, und so hielt sie sich an den Nachmittagen eines Sonnabends oder eines jeden Sonntags ängstlich in ihrem Gärtchen oder in ihren Zimmern, in denen es so peinlich sauber, aber auch so trostlos nüchtern war, denen nicht das mindeste Bild, denen kein Zierrath Anmuth und rechte Wohnlichkeit lieh. Denn ein freudeloser Geist lebte in Salome wie in Rupert Lohwag; das vertrieb ihnen die Dienstleute.„Man verlernt das Lachen bei ihnen," sagte eine Magd, als sie fort war.„Und sie würden nicht einmal reden vor Stolz, rauften sie nicht immer mit einander," fügte eine Andere hinzu. Worum sie eigentlich stritten? Das wußte niemand. Aber sie thatcn's unablässig. Freilich ließ Frau Salome augenblicks die Vorhänge nieder, sobald das erste spitze Wort fiel.„Die draußen brauchen nichts zu sehen." Eine unnütze Sorge! Denn Keines von ihnen erhob die Stimme, wenn sie haderten; nur die Augen, die Hände sprachen ihre leidenschaftliche Sprache. Auch das ist gar nicht nach Bauernsinn; aber wenn dann Rupert über ein Kurzes mit flammendem Ge- sichte im Freien erschien und hastig davonstapfte, über Feld- rain und durch Furchen, häufig stehen bleibend und die Faust schüttelnd und Unverständliches in seinen wirren, grauen Bart murmelnd, dann stießen die unter den Nuß- bäumen einander an und schmunzelte Jeder, der ihm be- gegnete. Das wußte freilich niemand, wie lange und mit ver- gnüglichem Lächeln ihm Frau Salome dann nachzusehen pflegte: „Laufen muß er. ärgern muß er sich, sonst wird er mir zu dick. und der Zorn könnt' ihm dann schaden," sagte sie dann vor sich hin. Sie wußten auch nicht darum, daß er keine größere Reise machen konnte, ohne seinem Weibe irgend ein Schmuck- stück, so reich und so schwer in Edelstein und Gold und wieder so unauffällig, wie er es nur immer erstehen konnte, zum An- gedenken heimzubringen. Sie trug es nur den einen Tag; aber in ihrem Wäscheschranke reihten sich Kästchen und Kästchen, häuften sich Gold- und Silberrollen. Besah sie ihren Sparschatz, dann flog durch lange Zeit ein mllder Schimmer über ihr kluges, hartes� ernsthaftes Gesicht: „Für mein Mädel." Er aber konnte, wenn ihm im Pferde- stalle ein ungewöhnlich schönes Fohlen entgegeuwichcrte. sich nicht enthalten, ihr es vorzuführen:„Da wird mein Bub' einmal darauf sitzen," und streichelte das zierliche Geschöpf, als sähe er schon den helläugigen Knaben darauf. Denn sie wünschten sich ein Kind— nur Eines freilich, damit ihre Habe ungetheilt bliebe. Und weß Geschlechtes das sein solle. ob ein Sohn, ob ein Tochtermann, den sich Salome nach ihrem Herzen erlesen und ziehen wollte, einmal auf dem Gute gebieten werde, das sie als alte Leute zu kaufen g»- dachten, das gab Anlaß für viele und ernsthafte Streitig- keiteu. Auch dann noch, als jede Ursache dazu längst ge- schwunden war, als keine Hoffnung mehr dafür blieb. »Sie haben sich's verschrieen, denn Gottesgabe muß man nehmen, wie und so oft sie kommt", erläuterte die alte Susann, die Einzige, die es durch Jahre bei ihnen aushielt. Und die Susann war ein kluges und vielerfahrenes Weib. Wenn aber dieser Schmerz ihnen Beiden gemeinsam, wenn er selbst ein Band mehr zwischen ihnen geworden war nach jener ersten bittersten Zeit des Entsagenmüssens, da Jedes heimlich dem Andern gegrollt, weil es in ihm die Ursache so herber Enttäuschung suchte, dann hegte die Frau noch ein Sonderleid. Eine Schwester hatte sie besessen, von reicheren Gaben, um Vieles jünger, von seltener Aumuth und unendlich liebenswerth. Man hatte das Kind gehätschelt, und zumal sie war ihm mit Allem angehangen, was in ihrer Seele zu lieben vermocht. Die war verkommen; dem Eltcruhause war sie entlaufen, ohne daß man nur ahnen konnte, warum sie es that, noch wo sie war. Freilich hatte auch Niemand jemals ihrem Schicksale nachgeforscht; ihr Angedenken ward todtgeschwiegcn, und wenn irgendwie Kundschaft von ihr zugetragen wurde, dann war sie immer traurig und betrüblich und erzählte von Hunger und Herzeleid. Aber Frau Salome hatte keist Mitleiden mit ihr; sie gab viel, wenngleich nur bedacht und nie ohne weise Lehren, aber für ihre Schwester, das hatte sie sich zugeschworcn, sollte ihre Hand immer geschlossen bleiben. Keine Versuchung, ihren Eid zu brechen, trat an sie heran. Die Verlorene litt und ertrug es klaglos, daß man sie selbst bei der Erbtheilung nach dem Tode der Eltern überging— freilich über letzt- willige Verfügung. Das that Salomen fast Wohl; es war nur in der Ordnung, wenn die Sündige schon in diesem Leben ihren Lohn erhielt; aber es war schön, daß sie gegen ihr Loos nicht murrte,„Wider den Stachel nicht lockte", wie es sich für ein tapferes Weib ge- hört. Im Innersten aber war sie ihr doch noch immer zugethan, und wenn sie ihren Mann einmal aufs Höchste gereizt, wenn der sich nicht mehr zu lassen wußte vor Wuth, dann beschwor er das Angedenken der„Komödiantin". Er that's selten, denn er wußte, dann ward sein Weib blaß wie der Tod, dann flog ihr Athcm, und unsäglich leidvoll entrang sich ihr:„Sie ist doch braver wie Manche in Seide und ist stolz und calvinisch geblieben," dieser letzte, arnie Trost ihren Lippen. Tags danach litt sie, und das war der wohlfeile Triumph, seinem Weibe gegenüber einmal das letzte Wort behalten zu haben, für Rupert Lohivag am Ende doch nicht Werth... II. Und dennoch sollte ein Tag kommen, an dem an Salome's Wunde, sonst so sorglich gehütet, daß sie ihrer kaum mehr be- wüßt zu sein glaubte, gerührt wurde. Von fremder Hand ge- schah es, und so rauh lind unversehens, daß sie vor Schmerz und Scham zu vergehen meinte. Eine Verwirrte ging sie au jenem Tage umher. Nur einmal hatte sie den Brief gelesen, der ihr solches Weh brachte, und dennoch kannte sie jede der hochtrabenden und wunderlich geschnörkelteu Wendungen auswendig, in denen ein ganz Unbelannter„einer nicht genug ver- ehrlichen Frau ergebenster Diener und Theater-Direktör" ihr mittheilte, daß der wundersame Finger des höchsten Wesens das sehr schätzbare und naive Mitglied seiner vortrefflichen Künstlcrgcsellschaft, die Demoiselle Therese Wagner, mit Plötz- lichcm Winke zu sich gewunken habe, so daß ihr unmündiges Kindlcin Gabriele eine gänzliche Waise geworden sei Allerdings hätte er sich der Kleinen angenommen, könne sie wohl gar in Kinderrollcn verwenden. Aber das scheine nicht mit denen Inteutiombus der nun- mehro Seligen zu stimmen, die niemalen ein Auftreten derselben gelitten. Und so ergehe denn die Frage an sie als die Tante, ob sie sich des Waisleins erbannend annehmen, ob sie es ihm überlassen wolle, der freilich wenig für eine Erziehung mehrbcmeldeter Gabi Wagner zu thun und als mit eigenen Kindern genugsam gesegnet vermögend sei. Eine Todte war die Verschollene Salomen seit Jahren. Einer solchen grollt man nicht, man hadert nicht oft und nie lange über's Grab. Aber nun ward der Ueberlebcnden die Schande der Anderen gegenwärtig; das lebende Zeugniß davon pochte an ihre Thür, die sie so sorglich vor allem Unehrenhaften ge- hütet. Sie mußte sich des Kindes annehmen, das stand fest; es war Gottes Finger, seine Schickung, von der sie nach den Satzungen ihres Glaubens fest überzeugt war. Aber ein heißer Zorn kam ihr vor dieser Nothivendigkeit; er war unmittelbarer als je, weil ein starker Neid mit ihm in ihrer Seele aufquoll: die Unselige besaß das Glück, danach sie selber so heiß begehrt hatte. Aber konnte sie es nicht so erlangen? Konnte ihr die kleine Gabriele nicht Ersatz für Vermißtes werden? Und dennoch, was immer jetzt kani, es war nicht das Rechte: nicht die Natur allein sprach dawider, sie wußte, auch Rupert würde sich sperren. Ihn mußte sie bitten I Wie das thun? Den ganzen Vonnittag grübelte sie so. Und dennoch wußte sie sich endlich nicht anderen Rath, als indem sie— man saß gerade bei Nüssen, die den Nachtisch machten— ohne jede Einleitung anhub:„Du. Rupert, die Therese ist ge- starben." Er knackte gleichgiltig weiter.„So? Gott schenk' ihr die ewige Ruhe, wenn er sie ihr zugedacht hat. Brauchen könnt' sie's I" „Nicht wahr?" rief Salome nach.„Und Dn wirst doch als Schwager das Deinige dazu thun, daß sie's finden kann?" Rupert aß behaglich weiter.„Wüßt' uicht, was ich thun kann dazu. Oder ist sie katholisch worden? Soll ich Seelen- messen für sie lesen lassen?" „Wie Du nur sprichst," entgegnete sie gekränkt...„Gewiß nicht! Aber da ist die Gabi..." „Kenn' ich nicht! Geht mich nichts an!" „Nun, der Theres ihr Kind. Und das hat Nienianden auf der Welt, wenn nicht uns. Oder soll sie schlecht werden auch? Und weil wir so keines haben, so möcht' ich denken—" Er unterbrach sie heftig:„Ich mag kein Mädel. Das von der Komödiantin schon gar nicht." „Ucberlcg' Dir's, Rupert!" bat sie......Ich sag' Dir: es ist Schickung, daß die Gabi zu uns kommt. Sie soll besser ivcrdcn, als die Theres gewesen ist. Und Du hast das Herz, ihr die Thür zu schließen?" „Sie wird's nicht! Ich will sie nicht! Ihr taugt Alle nichts I" schrie er. (Fortsetzung folgt.) (Nachdruck vcrbvlm.) Vvrgfliivzr. Die Katastrophe, die in den letzten Tagen des vorigen Jahres einen Thcil des Dorfes Airolo am südlichen AnSgang des Gotthardt- tunnels zerstörte, wird deinnächst antzer den bereits erfolgten»atür» lichcn Nachstürzen auch noch ein künstlich herbeigeführtes Nachspiel erleben. Der Sasso Nosso, dessen gelockerte Felsmassen den drohen- den Absturz durch das Ocffnen von Spalten und die einem Bergsturz in der Regel vorangehenden Geränschc auch diesmal schon lange vorher angelündigt hatten,— ein Umstand, dessen Berücksichtigimg die geringe Zahl der Verunglückten zu verdanken ist,— will sich so leicht nicht ivicder beruhigen. Drohende Spalten liesjen bei der der Katastrophe folgenden Untersuchung sofort verinuthcn, datz dem ersten Sturz noch weitere folgen würden. Von dem nur zum Theil zerstörten Orte solle» freilich nach dem Urtheil Bergknudiger die ctiva »och zn erwartenden Felsstürze grötztentheilS durch eine feststehende Gebirgsrippe abgelenkt ivcrdeu, doch glaubt man, das-, bcr weiteren Rutschnngcii die bis jetzt verschonten Anlagen der Gotthardbahn in Gefahr kommen können. Ilm diesen üblen Aussichten zuvor- zukommen, will die Direktion der Gotthardbahn schon jetzt gemeinsam mit der Regierung von Tessin zur Sprengung der gefährlichen Stellen schreiten, um sowohl das Dorf als auch die Eisenbahn- anlagen vor späteren plötzlichen Katastrophen zn schützen. Diese Matznahmen bedeuten ebenso wie die rechtzeitige Flucht der Bewohner aus dein bedrohten Orte einen erheblichen Fort- schritt. in dem Verhalten der Gebirgsbewohner gegenüber den sie bedrohenden Gefahre». Bisher haben sich die Bc- wohner der Alpen und wahrscheinlich auch die anderer Hoch- gebirge gegenüber den zahlreichen Gefahren, die dort de» Menschen in vielen Gestalten bedrohen, fast immer durch Fatalismus und durch eine nur durch die Gewohnheit vieler Jahrhundertc zn er- klärende Gleichgiltigkeit auszeichnet. Lediglich vor den Laivinen, Ivo dieselben mit unveränderlicher Ziegelmätzigkcit ihre Züge verfolgen, hat man sich schon seit langer Zeit durch Gallericn wenigstens an den belebteren Alpenstratzcn zu schützen gesucht, dagegen steht man den Bergstürzen, den Gletschcrbrüchcn und manchen anderen voranszuseheuden Ereignissen mit einer Ruhe und an- scheinenden Thcilnahmslosigkeit gegenüber, die nun crfrcnlichcr» weise grötzerer Vorsicht und Aufmerksamkeit zu weichen scheint. Einer der besten Kenner der geologischen Verhältnisse in den Alpen, Professor Heim, schreibt über diesen Punkt:„Es ist für uns unbegreiflich, datz die Menschen dem zunehmenden, fast allen Berg- stürzen vorausgehenden Gepolter zuschauen, ohne zu fliehen. Der Sturz am Vordcrgläniisch, dessen Vorboten allerdings für alle Thal- bewohner leicht sichtbar und hörbar waren, ist der einzige mir be- kannt gewordene, wo man zeitig flüchtete. Nicht etwa, datz man die Vorboten in den anderen Fällen übersehen hätte— bei den meisten bedeutenderen Bergstürzen waren alle, zun, Theil seit Jahren, überzeugt,«daß der Berg einmal kommen werde"— sie kannten und konstatirten die Vorboten, aber ohne ihnen zu glauben und ohne sie zu würdigen." Die Bergstürze, deren Prof. Heim hier erwähnt, und bei denen zum Theil hunderte von Menschen ihr Leben verloren, diejenigen von Plurs, Goldau, Elm und viele andere machten sich meist in derselben Weise und oft schon lange Zeit vor den, Eintritt der Katastrophe für das kundige Auge und Ohr bemerkbar, Nisse in Felsen, einzelne herabfallende Felsblocke, Knistern und Krachen im Innren der Berge, zuletzt eine zunehmende llnruhe der ganzen Thierwelt, deren Mit- gliedcr, wenn sie nicht in Ställen eingeschlossen sind, sich fast immer besser als die Menschen zu retten wissen, alles das und andere Warnungszeichen haben in den meisten Fällen die Menschen nicht vermocht, rechtzeitig den Glauben an die Uncrschütterlichkeit des Bodens, auf dein, und der Berge, unter denen sie groß geworden sind, aufzugeben und sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Der gröszte Felssturz, von dem uns ge- schnebene Nachrichten»och erzählen, derjenige von Plurs im Bergcll, den auch Heiin unter den Fällen aufführt, in denen sich die An- wohner sicherlich hätten retten können, kündete sich seit zehn Jahren oder länger durch einen sich stetig erweiternden Riff am Monte Conto an, und gerade vor dem endlich erfolgenden Zusamnienbruch, im August und September 1»iacht. Die meiste» Kunstschulen im engeren Sinne gehen auf das 17. und 18. Jahrhundert zurück! die von Venedig rühmt sich eiues Ursprungs in» 13. Jahrhundert, die von Florenz ist 1563, die von Rom 1577 gegründet. Die Knustgewerbeschulen sind indessen fast alle erst»ach 1870, also erst im Nationalstaat, entstanden. Unter den Zeichen- schulen gicbt cS wieder einige ältere: die des Albergo di Vistu in Turin nennt 1580 ihr Gründungsjahr, die Zeichenschule von Vinccnza ist 1777, die von Varallo 1778 begründet worden.— Kulturgeschichtliches. b. Ein Schauerroman vom Anfang des Jahr» Hunderts. Zur älteren Jahrmarkts- Literatur in» Königreich Sachsen bringt Th. Distel in de», soeben erschienenen Heft des „Euphorion" einen Beitrag. Besonders reich war diese Literatur bald nach der Völkerschlacht bei Leipzig, llebcrall, vor allem aber auf den Dörfern und den Jahrmärkten, die der Landbcvvlkcrnng an» meisten dicnlen, wurden sie von Kolporteuren ansgcboteu. Soweit diese Schriften Romaue enthielten,»varen sie natürlich schauerlichster Art. Es kau» den Anbietern selbstverständlich dabei alles dar- auf ai», ihre Geschichten als wahr hinzustellen, und zu diesen» Zweck verlegten sie sie in ganz bestiunnte Ortschaften. Zeitungen lvaren danials so gut wie gar nicht in den Händen der Bauern, der Kalender brachte ihnen allen» einige Kunde von dem, was sich außerhalb der Dorfgemarknug zugetragen hatte. Die Regierung übte strenge Zensur und ließ sogar lvieder- holt die Bibliothek auf schädliche Bücher hin durchsuchen. Distel be- kam nun eine solche koiifiszirte Geschichte in die Hände, die zur besseren Täuschung angeblich 1817 in den» Ort, wo das Ergebniß passirt sein sollte, in Marienberg gedruckt ist. Auf sie bezieht sich eine Bekanntmachung iir der„Leipziger Zeitung" vom 17. April 1817. Der Amtshaupttnann dcS dritte» crzgcbirgischen Bezirkes, Frhr. v. Biedermann in Marienberg,»»»acht bekannt, daß die „ivahre, schauderhaft schreckliche Geschichte einer Mutter,(Ehefrau, folgt Name»nid als Wohnort Maricnberg), ivelche am 23. Februar d. I. ihr eigenes kleinstes Kind(enien Knaben von 7 Wochen) im Feuer bratetc,»im damit den Hunger der übrigen 5 Kinder(das älteste war etlva 8 Jahre alt) zu stillen, rein ans'der Luft gegriffen sei,„da in dem Dörfchen nicht das Geringste vorgefallen, welches zu der Entstehung eines dergleichen Gerüchtes auch nur einen entfern- testen Anlaß hätte geben können, auch eine Person des Namens gar- nicht cxistirt." Ii»' der mit allen Einzelheiten ausgestatteten Er- Zählung tritt dem Leser ein entsetzliches Bild entgegen. Die Hungers- noth, die damals allgemein herrschte, war den» Vertrieb sehr günstig. 499 Exemplare sind, hauptsächlich in Leipzig und llingcgend, an den Mann gebracht worden, sogar ein Nachdruck wurde von dem Buch- drucker Vater in Leipzig veranstaltet, als die Konfiskation angeordnet wurde. Verfasser war ein in der Vanmann'schcn Druckerei zu Leipzig angestellter Faktor, der mittels Schubes nach Schwarzcnberg-Sachscn gebracht worden ist.— Geographisches. — lleber das Ergebniß seiner Forschungsreisen auf Island hat der isländische Forschnngsreiscnde Dr. Th. Tho- roddsen kürzlich einen Bericht veröffentlicht. Die„Köln. Ztg." cnt- ninnnt diesen» folgendes: Im Sommer 1895 bereiste er den nord- östlichen Theil Islands, den bis dahin niemals der Fuß eines Gco- logen betreten hatte. Einen großen Theil der vulkanischen Gebiete und der Lavalvüste Odada-Hraun, die nicht ivcniger als 3640 Quadrat» Klibiknicter groß ist, wurde von ihm vermesse«. Im Sommer 1895 Untersuchte er daS Lavafeld Rehkjaheidt, auf dem sich eine Anzahl niedriger Bulkane mit großen Kraterschlünden befinden. Auch ein prägläcialer Vulkan befindet sich dort, der ausgedehnte doleritische Laven hervorgebracht hat. Unterhalb dieser Region erstreckt sich das Mündungsgebiet des Jökulsa, das 1885 von starken Erd- beben und einer großen Ueberschwemmung heimgesucht wurde, indem ein benachbarter Gletscher beim Ausbruch eines Vulkans schmolz. Damals bildeten sich im Boden Spalten, und auf flachen Sandstrecken wurde der Sand in Gestalt von 100— 200 Meter hohen Säulen emporgeworfen, an den Stellen dieser Sand-Ernptionen aber bildeten sich kreisförmige Erdstnrzlöcher, von denen das größte 140 Bieter im Umfange maß. Auf der nördlichen Halbinsel Islands entdeckte Thoroddsen eine Kraterreihe, von der große Lavaströmc in zwei Armen ausgeflossen sind. Da? grönländische Treibeis liegt dort oft mehrere'Monate lang dicht an der Küste und bringt Schnee und Kälte mit sich, auch kommen mit dein Treibeis oft Bären. Die wenigen Bewohner treiben etwas Schafzucht und Vogel- fang, aber auf das fischreiche Meer können sie sich in ihren kleinen Booten nur selten hinauswagen wegen der Brandung. Früher gewährten ihnen der Seehnndfang und das Treibholz beträchtliche Einnahmen, doch haben dieselben in neuerer Zeit beträchtlich ab- genommen. Die Bewohner der Landschaft Fljot, welche der Reisende besuchte, betrieben dagegen bis vor Kurzem in offenen Booten den Haifisckifang. Zu 10—12 Mann lagen sie dieserhalb oft Wochen- lang in Frost und Kälte auf dem stürmischen Polarmeere, meist im Dunkeln, ohne anderes Obdach als den Schutz nasser Segel, mit wenigen meist gefrorenen Nahrungsmitteln. So erduldeten diese Leute oft mehr Beschwerden und Gefahren als ein Polarfahrer, nur zu dem Zweck, ihren armen Angehörigen etwas Nahrung zu schaffen. Im Herbst 1890 wurde das südliche Tiefland von Island durch Erd- beben verheert, und Thoroddsen besuchte im nächsten Sommer diese Gegenden. Der Boden wies unzählige Spalten auf. Stein- schlage waren zu Hunderten von den Bergen gekommen, warme Quellen hatten sich verändert, viel Vieh war verletzt worden, auch hatten drei Menschen den Tod gcftmden. lieber 100 Gehöfte wurden fast ganz zerstört, und nur der Banart der niedrigen Holzhäuser ist eS zu danken, daß nicht mehr Menschenleben zu Grunde gingen. Der Berg Skardsfall wurde an der Oberfläche wie abgeschält, das Erdreich lag in dicken Stücken rings umher und ein Augenzeuge bc- richtete, der Berg habe sich während des Erdbebens geschüttelt wie ein Pudel, der ans dem Wasser gekommen. Der große Gehsir ist durch das Erdbeben in lebhaftere Thätigkcit versetzt tvorden, er springt seitdem täglich und höher als früher, dagegen hat der Strokkur seine Thätigkcit gänzlich eingestellt. Im Sommer 1898 hatte Thoroddsen nur noch einen kleinen Thcil Islands zu unter- suchen und damit die ganze Insel planmäßig durchforscht, nachdem er seine Forschungen auf derselben 1831 begonnen hatte.— Nus dein Thierlcben. — Der S t a a r ist ein Allerwcllsvogel, ein Zigeuner, der überall zu finden ist und sich überall häuslich einzurichten versteht. Er kommt schon, wie cS Heuer der Fall war, Mitte Februar auS dem Süden zu uns. Sckmee und Kälte, die noch im März und April oft schlechtes Wetter schaffen, können seinem unverwüstlichen Humor nichts anhaben. Er pfeift und jubilirt, sobald ein Sonnenstrahl sich blicken läßt. Sein Gesang ist ein Gemisch von Tönen, das aus Pfeifen, Jauchzen. Schnarren und anderen unbestimmbaren Lauten besteht. Ganz besonders auffallend ist ein langgedehntes, pfeifendes „Hooid". das manchen Spaziergänger zum Umschauen zwingt, in der Meinung, ein Freund habe ihm aus der Ferne gepfiffen. De» Wachtelschlag, das Hundegcbell, die Anfänge eines Volksliedes lernh er mit Leichtigkeit, vergißt sie aber auch lvicdcr in der gleichen Weise. Wer ihn im Käfig hält, muß deshalb fleißig mit ihm nienioliren. Der alte Staar lernt in der Gefangenschaft selten etwas. Die widersinnige Meinung, man müsse ihm' erst die Zunge lösen(nebenbei gesagt eine nutzlose und abscheuliche Thicrquälerei) hat Vielen, die in den Besitz eines Staarcs kamen, jede andere Bedingung zur Dressur vergessen lassen. Vorerst gehört, wie der„Praktische Wegweiser", Würzburg, schreibt, ein junges Staarenmännchen, welches halbgeivachsen' dem Neste entnommen wurde, zum Abrichten und dann jene endlose Liehe, Geduld und Aufopferung, die nur einem geborenen Naturfreunde eigen ist. Der junge Staar wird mit in Milch eingeweichter Semmel, Mehlwürmern, Ameisenpuppen, zerstückelten Rcgcnwürmern u. s. w. gefüttert. Wer den Raum hat, lasse den Pflegling möglichst frei herum vagabondiren und gebe ihm Gelegenheit zum Baden. Zur Rist- und Herbstzeit ist der Staar freilich ein sehr unsicherer Kantonist. Ich hatte einen jungen Staaren so abgerichtet, daß er den Wachtelschlag täuschend nachahmte. Im Herbst entfloh er, und im Februar des folgenden Jahres erklang eines Tages das„pickwerwick" des Flüchtlings vom Hause, womit er uns seine Ankunft meldete. Von der Rückkehr in die Gefangenschaft wollte er aber nichts mehr wissen.— Meteorologisches. is. Die Voraussage von Gewittern durch die Photographie. Die Hertz'schen Wellen, die Träger der so schnell berühmt gewordenen Telegraphie ohne Draht, scheinen auch auf die photographische Platte eine deutlich nachweisbare Wirkung auszuüben. Diese Frage war Gegenstand eines Vortrages, mit dem F. H. Glew in der letzten Sitzrmg der photographischen Gesellschaft ein nicht geringes Aussehen erregte. Der Forscher zeigte zunächst, daß die photographische Platte auf Grund jener Erkennwiß zum frühzeitigen Nachweis von Gewittern benutzt werden könnte. Die Dauer einer elettrischen Entladung in der Atmosphäre ist durchaus nicht so kurz, wie man bisher immer geglaubt hat; diente doch der Blitz geradezu als Bezeichnung für eine ungewöhnlich Plötz- liche und schnell vorübergehende Erscheinung. Zunächst nun besteht der Blitz in Wirklichkeit nicht aus einem zusammen- hängenden elektrischen Strome, sondern aus einer großen Zahl von Funken, die in derselben Bahn schnell aufeinander folgen. Außerdem aber ist diese elekttische Entladung der Ursprung für elektrische Wellen, die von der Blitzbahn nach allen Seiten hin in die Atmosphäre hinausgehen; wenn man nun einen besonders eingerichteten Cohärer, wie er auch bei der Telegraphie ohne Draht benutzt wird, in einer geeigneten Abänderung vor der photographischen Platte anbringt, so ivird die Gegenwart elektrischer Wellen in der Luft, die von einem noch sehr weit entfernten Gewitter herrühren können, durch Veränderungen der photographischen Platte angezeigt. Glew spricht bereits die Erwartung ans, daß es durch die von ihm erfundene Anordnung des Apparates gelingen werde, auch mittels künstlich erzeugter elektrischer Wellen Photographien zu erhalten.— Humoristisches. — Vom Serenissimus. Präsident eines Wohl« thätigkeits-Vereins:„... Und in der That waren wir in der Lage, vergangenes Jahr über hundert Familien Obdach zu geben." Serenissimus:„Hm ja, freut mich sehr, sehr schön von Ihnen I" Präsident:„Freilich hätten wir ein so schönes Resultat nie erzielt, wenn nicht Ew. Durchlaucht selbst als einer der ersten »nscrm Verein etwas gespendet und so allen Bürgern ein herrliches Beispiel gegeben hätten." Serenissimus: s„Hin ja, freut mich sehr, sehr schön von m i r."—(„Siinplicissimus.") — Aus der Schule. Lehrer:„Wer kann nur ein Wort sagen, das mit„o" endigt?" Fritz:„Kasino!" Lehrer:„Gut!... Aber wie kommst Du gerade auf Kasino Fritz:„Weil st mein' Vater gestern dort �ausgeworfen haben I"— Notizen. —„Bus ch und R e i ch e n b a ch der vom hiesigen R e- sidenz-Thcater erworbene Schwank von H. Lee und W. M e y e r- F ö r st e r, erzielte am Jrving-Place-Thcater in N e w- V o r k einen durchschlagende» Erfolg.— — Adolf L' A r r o n g e hat dem Sohne Albert L o rtz i n g'S mitgethcilt, daß er alle Vortheile, die aus den Aufführungen der Oper„Regina" nach der von ihm besorgten textlichen Umarbeitung erwüchsen, ausschließlich den Erben des Koinponisten überlasse.— Mag sehr angenehm für Lortzing Sohn sein, einen Ablaß für seine Sünde aber erwirbt sich L'Arronge dadurch nicht.— — In dem Trarbacher Wettstreit uin das beste Mosellied erhielten zwei Melodien zu dem preisgekrönten Gedicht„Mein Moselland", die eine von den: Musiklehrcr Simon Aren in Würzburg, die andere von G u st a V Blasser in Wien, als gkeichwerthig jede die Hälfte des Preises— je 500 Flaschen feiner Moselweine.— 1. Eine bemerkenSwerthe Versteigerung von Gemälden moderner Meister hat in R e iv- A o r k statt- gefunden. Zu beachten ist besonders die Thatsachc, daß die Bilder, obwohl es sich um die berühmtesten Namen handelte, kaum mehr als die Hälfte dessen erzielten, was sie dein bisherigen Besitzer im Laufe der letzten 20 Jahre gekostet hatten. Für 09 Gemälde betrug der Gesammterlös, wie die„Kunstchronik' mitthcilt, 89 550 Dollars; auf jedes Bild kommen also ca. 1500 Dollars. Immerhin waren die acht höchsten Preise folgende: Fortnny„Arabische Phan- tasten" 30 800 M.; Diaz„Herbst im Walde von Fontainebleau" 30 400 M.: Corots„Morgeuzwiclicht" 20 000 M.; Dupro„Heranziehendes Gewitter" 19 000 M.; Corots„An der Seine" 14 000 M.; Rouffeau„Ebene zu Mendon" 13 000 M.; Dnprö„Am ftühen Morgen" 12 400 M.; Millct„Säemann" 12 000 M.— t. Der Komet Chase, der im vorigen Jahre entdeckt Ivurde» nimmt jetzt außerordentlich schnell an Helligkeit ab, so daß sein Glanz nur noch etwa drei Viertel von demjenigen zur Zeit seiner Entdeckung beträgt. Die Astronomen zweifeln nicht mehr daran, daß der Hinmlclskörpcr eine parabolische Bahn besitzt, und dem- zufolge wird er, nachdem er jetzt bald der menschlichen Beob« achtung entschwunden sein wird, niemals ivieder in die Erduähe zurückkehren.— — Für das Jahr 1901 ist in Bnffalo eine panameri- kanische Ausstellung geplant, die die Entlvickelung der Ivest« lichen Hemisphäre zur Darstellung bringen soll.— . Verantwortlicher Nedalteur: August Jacobe» in Berlin. Druck mrd Verlas von Max Baviug m Berlin.