Anterhaltungsblatt des Vorwärts Nr. 130. Donnerstag, den 6. Juli. 1899 14] Es lebe die Kunst! Roman bon C. Biebig. ( Nachbrud verboten.) fam einer mit raschen Schritten. Er schien fie neugierig anzusehen. Sonst war sie nicht ängstlich, aber heut die Stnie waren ihr schwach, die Füße wie Bleiflumpen. Noch taumelnd, gang benommen, umtoft vom Wetter, stand fie " Ich werde sofort Ihr Buch lesen, wenn es erscheint, da. Ihr weißes Kleid hing wie ein schmutziger Lappen es wird mich sehr interessieren." Er rückte kaum merklich um ihre Füße; der Kranz an ihrem Arın hatte näher.„ Das Geschickt hat Sie zu verschwenderisch bedacht fich gelöst, die Lilien fielen in den Kot. Sie starrte den eilig Näherkommenden an. so viel Liebreiz, dazu noch Talent!" Mit einem Zusammenzucken entriß sie ihm ihre Hand ein greller Blitzstrahl zuckte sie hatte sein Gesicht deutlich gesehen. Er lächelte.„ Ein scheußliches Gewitter", sagte er in gleichgültigem Ton. Und dann wieder flüsternd:" Ich bin dem heutigen Abend sehr dankbar, obgleich ich nicht schlafen werde; die ganze Nacht nicht." Er machte eine Pause, dann flüsterte er noch leiser:" Ich habe zu denken, viel zu denken!" Seht fuhr fie zusammen. Der Herr zog ben Hut. Haben Sie sich verlegt? Jch hörte Sie rufen, ich sah Sie aus dem Wagen springen." Seine Stimme flang angenehm, fein Benehmen war höf lich und ruhig. Was sollte der Fremde wohl von ihr denken?! Sie nahm sich zusammen und neigte den Stopf. Ich danke." Sie wollte recht ruhig antworten, aber sie hörte selbst, wie ihre Stimme schwankte. Ich habe mir nichts gethan." Sie zitterte am ganzen Leibe und hatte ein unerträgliches Gefühl der Scham. Während sie ihr nasses Kleid aufraffte, riß ihr ein Windstoß den Regenmantel weit auseinander. Man sah ihre ganze weiße Gestalt. Was sollte sie sagen? Sie schwieg beharrlich. Ihr Herz flopfte, mur das eine dachte sie: Wäre die Fahrt zu Eude! Ihre Blicke fuchten das Dunkel zu durchbohren. Mit einem Zipfel ihres Mantels wischte sie über die Scheibe- da,„ Darf ich Ihnen behilflich sein?" Er half ihr den Mantel draußen Lichter, matt den Regenschleier durchdringend. Man zusammenfassen. Sie werden sich erkälten!" war aus dem Tiergarten heraus. Erst aus dem Tier- Danke, danke!" Sie wandte sich ab und wollte weiter garten? Ein Angstgefühl überkam sieum Gotteswillen eilen. Nur wenige Schritte bis zur Ede tam sie, da blies noch so lange zu fahren! Unerträglich langsam rumpelte der ihr der Wind mit aller Heftigkeit entgegen und verfing Wagen. sich in ihren Kleidern. Donner und Blitz hatten nachAuf! Das Fenster auf! Sie erstickte sonst. Ungefchickt gelassen, aber der Regen goß nieder mit wolfenbruchmühte sie sich, das Fenster herunterzulassen. ähnlicher Gewalt; die Straße stand unter Wasser. Rein Wagen, kein Mensch zu sehen. Vom Kanal her tönte ein dumpfes Braufen und man hörte das Plätschern des Regens auf den Blättern der Kastanien. Gestatten Sie." Er beugte sich über sie und drückte sie dabei fast an seine Brust. ,, Lassen Sie nur nein laffen Sie zu- ich will nicht!" Sie lehnte sich ganz hintenüber, ihr Gesicht glühte, und doch fühlte sie einen Eisstrom zum Herzen dringen. Seine unruhige heiße Hand lag auf ihrer Schulter und brannte durch alles durch; ihr war, als fasse jemand ihren nackten Hals. Eifenlohr atmete rasch, sie hörte seinen Atem. Verlassen Sie sich nur auf mich, liebes Rind," lispelte er. Sie werden etwas erreichen!" Seine heiße Hand glitt hin und her; jetzt lag sie ihr im Genick. " Ich schreibe Ihnen eine Vorrede! Ich-" Ihr Herz stand still. Sie wagte nicht Atem zu holen. " Ich bin Ihr Freund!" Ihr Stopf jaß wie in einer Klammer. " Ihr bester Freund!" Seine Lippen näherten sich den ihren, die heiße Berührung Elisabeth fühlte sich ganz hilflos; Zorn und ein klägliches Gefühl der eigenen Erniedrigung trieben ihr Thränen in die Augen. Sie sah nichts mehr. ,, Sie können jest nicht allein gehen, so spät in der Nacht, bei diesem Wetter," sagte wieder die angenehme Stimme. Jch heiße Ebel, Wilhelm Ebel. Gestatten Sie, ich werde Sie begleiten. Wohin darf ich Sie bringen?" O bitte nach der Lüßowstraße." Sie waren gerade bei einer Laterne und sie wagte einen raschen Blick auf ihn zu werfen. Was hatte er für ein uettes Gesicht! Das Better hatte ihn zwar arg zugerichtet, seine Hutkrempe war die reine Dachtrause; der Sturm hatte ihm die Haare in die Stirn gefegt, das Wasser floß an den Strähnen nieder. Seine Augen blickten sie mit einem gütigen Ausdrud an. Was müssen Sie von mir denken!" sagte sie rasch. Sie schon fühlte sie wußte nicht, wie sie ihre Situation erklären sollte. Halten Sie sich an mir fest- bitte- jcht kommt die Brücke, da ist es doppelt schlimm!" Aussteigen! Ich will aussteigen!" schrie sie laut. Ihre zitternde Hand fand den Griff, sie stieß mit aller Kraft gegen die Thür. Was fällt Ihnen denn ein?" Er faßte sie um die Taille.„ Seien Sie nicht kindisch! Ich bin Ihr Freund!" ,, Lassen Sie mich!" Sie weinte fast und rüttelte an dem Griff, verzweifelt in Angst und Zorn. Die Thür sprang auf - er wollte sie wieder zuziehen Elisabeth stieß ihn zurück. Halt, Kutscher!" Zum Donuerivetter, voran Kutscher!" Nein!" dub Der Wagen fuhr weiter ein Sprung fie ftrauchelte, fie raffte sich wieder auf- jeht stand sie auf dem Pflaster. Sie fühlte wieder den Boden unter den Füßen; der Negen schlug ihr ins Gesicht. Sie hatte versucht, allein weiter zu kommen, nun war sie doch froh, seinen Arm nehnen zu können. Halb be wußtlos stützte sie sich auf ihn; sie war schwach wie ein Kind. Ein Gefühl der Erleichterung überfam fie, war sie doch nicht mehr allein; sie faßte ein plötzliches Zutrauen. Er führte sie sorgsam und sagte: Treten Sie hierhin und dann dorthin!" Zwischen feuchenden Atemzügen bei angestrengtem Gang stieß sie heraus:" Ich komme von einem Fest es sollte mich jemand nach Hause bringen- ich- ich Der ganze Zorn packte sie wieder, sie biß die Zähne auf die Unterlippe. " Ich komme auch von einem Fest"- er schien ihre Aufregung nicht zu beachten-„ bon Kroll". Er machte Miene, ihr nachzuspringen. Halt, Sutscher!" ch auch!" Sie sah ihn voll an. Wie merkivürdig!" Der Wagen hielt, der Stutscher grinste vom Bod. Nanu?"„ Pardon!" Er faßte plöglich an seinen Hut und blieb Fahren Sie, Stutscher!" Elisabeth krachte den Schlag einen Augenblick stehen. Jekt erkenne ich Sie! Jch habe Sind Sie zu. Ich danke Ihnen, Herr Eisenlohr! Zufahren, Stutscher!" Sie heut abend auf der Bühne gesehen. Ein unglaublich verblüfftes Gesicht starrte sie hinter sind Sie nicht" er zögerte nun doch wieder der Scheibe an; der große Mann war sehr flein in diesem nicht Fräulein Reinharz?" Augenblick. Da stand sie, allein auf der nächtlichen Straße. Mitten in Pfüßen; der Regen goß. Der Wind riß ihr das Tuch vom Haar, zerrie es ihr in den Raden, faßte ihren Regenmantel und blähte ihn auf wie ein dunkles Segel. Sie war taub gegen den Donner, sie sah nicht das Vligen aber jekt, die Straße herauf, gerade auf sie zu, „ find Sie Jaivohl!" Sie uidte. Sie nickte. Wie gut, daß ich Sie getroffen habe!" Wie erlöst atmete sie auf. Ach, ich bin Ihnen so dankbar!" Sie preßte in der Erregung seinen Armi. Was hätte ich wohl machen sollen, wenn Sie nicht gefoummen wären? Ich danke Ihnen vielmals!" Ihre Stimine flang innig. Er fragte mit feinem Wort, wie sie in diese merkwürdige 518 1 Lage gekommen, als wäre es etwas ganz Natürliches, daß auf dem Apparat der Centralstelle wesentlich verschiedene( der junge Damen spät nach Mitternacht allein auf der Straße Morseschrift ähnliche) Schriftzeichen erzeugt werden, und diese laffen umherirren. erkennen, von welchem Punkte aus die Meldung erfolgte. Werden Der Regen goß weiter; sie kamen mühsam, Schritt bor verteilt und auf offener Straße oder in besonders gekennzeichneten derartige Feuermelder in genügender Anzahl über das ganze Gebiet Schritt, voran. Niemand auf der breiten Straße. Jeder Häusern aufgestellt, so ist Jedermann in der Lage, die Feuerwehr hatte sich geflüchtet. Keine Pferdebahn mehr. Die Rinnſteine feines Reviers in fürzester. Frist zu alarmieren, ihr beim Eintreffen Flüsse. Die Häuser an der Straßenseite lagen ausgestorben, an der Meldestation genauere Auskunft zu geben und sie erfordertein Licht schimmerte hinter den endlosen Fensterreihen. Die lichen Falles selbst bis zur Brandstätte zu begleiten. Restaurants hatten die Thüren geschlossen und ihre Rollläden Ein auf diesem Princip beruhender Apparat hat sich in Berlin waren heruntergelassen. All das Leben der Großstadt schien erstorben in dieser ungeheueren, nicht endenwollenden Sintflut. Sie waren die einzigen auf der Welt. Sie drückte sich näher an ihn. Er beugte sich vor, um sie vor dem Wind zu schützen. Noch nie in seinem Leben hatte er jemanden beschützt; es war ihm ein schönes Gefühl, diesen Mädchenarm in dem seinen halten zu dürfen. Es war ihm nicht falt, obgleich der dünne Sommeranzug wie eine Haut an seinem Leibe klebte und das Wasser in seinen Stiefeln bei jedem Schritt quatschte. Er fühlte ihr Vertrauen, ohne daß sie davon sprach; das machte ihn warm. " Sie haben mir heute sehr gut gefallen," sagte er leise, fast schüchtern.„ Am allerbesten." Er sah nicht, daß sie rot wurde. Die scheue Bewunderung, die aus seinem Ton herausklang, that ihr wohl. Nach dem Erlebnis der letzten Stunde hatte sie ein heißes Verlangen, sich wieder vor sich selber erhoben zu sehen; dieser hier stellte fie hoch, das fühlte sie ganz genau. Lag es im Ton seiner Stimme, in der Art, wie er von ihr Abschied nahm? Sie waren endlich angelangt, das schützende Haus hatte fich geöffnet; er wagte nicht, ihre Hand zu nehmen, sondern stand draußen im Regen und machte eine respektvolle Verbeugung. Da gab sie ihm die Hand. Ich danke Ihnen, ich werde Sie nicht vergessen!" ( Fortsetzung folgt.) wins 216 Bud di prepind og Feuermelder. ( Nachdruck verboten.) Wenn es die Aufgabe der Feuerwehr oder Rettungsmannschaft ist, bei einem Brande den bedrängten Personen schleunige Hilfe zu bringen und wenigstens den besten Teil ihrer Habe den Flammen zu entreißen, so ist es auch Pflicht eines jeden Bürgers, der Behörde möglichst schnell von dem Ausbruch eines Feuers Kunde zu geben. Dies ist aber nur möglich, wenn die Gemeindeverwaltungen durch Beschaffung geeigneter Melde- Apparate jedermann in den Stand fegen, seine Nachricht der Löschmannschaft auf dem kürzesten Wege zu übermitteln. Alle größeren Städte mit wohlorganisierter Feuerwehr besigen heute selbstthätige Telegraphen, welche die Mannschaft in der Regel schon wenige Minuten nach Ausbruch des Brandes zur Stelle rufen. In diesen Städten sind jetzt Brände von größerem Umfange, wenn man die Ausdehnung des Gebietes in Betracht zieht, weit seltener als in Kleinstädten und auf dem Lande. und anderen Großstädten gut bewährt. Sobald die Auslösung des Mechanismus bewirkt ist, tritt das Kontakträdchen in Thätigkeit, bis nach einigen Umdrehungen das Uhrwerk wieder selbständig gesperrt auch eine Tastvorrichtung, welche den des Telegraphierens fundigen wird. Auf dem Boden des kastenartigen Apparates befindet sich oft Beamten oder Feuerwehrleuten auch eine beliebige Nachricht nach der Centralstelle zu senden gestattet. Durch Anwendung von Ruhestrom ist eine beständige Kontrolle für die elektrische Betriebsfähigkeit aller Meldestellen geschaffen, indem jede Störung der Leitung in der Centralstelle sofort wahrgenommen wird. Um den Mißbrauch dieser Feuermelder zu erschweren denn ausgesetzt ist der Apparat mit einer Glasscheibe verschlossen, da er jedem zugänglich, ist er willkürlichen Eingriffen besonders welche erforderlichen Falles zertrümmert werden muß. Troßdem verzeichnet in Berlin die Statistik der Feuerwehr noch jährlich an 10-20 mutwilliger Falschmeldungen. Nichtsdestoweniger hat es sich doch als zweckmäßig erwiesen, die Apparate, jedermann zugänglich, auf dem Straßenterrain anzuordnen, da sich als bester Schutz der felben doch der Gemeinfinn der Bürger erwiesen hat. Aus diesem Grunde hat man auch in Amerika derartige Feuermelder, nicht wie bei Oeffnung ein am Meldepunkt angeordnetes Läutewerk in Bebei uns verschlossen, sondern mit kleinen Thüren versehen, welche wegung setzen. Dies bewirkt, daß die Straßenpassanten auf den Meldenden aufmerksam gemacht werden und ihn so lange festhalten, bis die Feuerwehr zur Stelle ist. " 0 Ein gleichfalls sehr verbreiteter Feuermelder von C. u. E. Fein gestattet, unter Verwendung eines gleich einfachen Mechanismus, die Feuerwehr auch von der Art des Brandes zu unterrichten. Die Scheibe eines Uhrwerks ist hier mit den Bezeichnungen Groß", Mittel" und" Klein Feuer" versehen, und der Meldende hat nur eine Kurbel zu drehen und auf eine dieser Bezeichnungen einzustellen, um der Centralstelle gleichzeitig Ort und Art des Brandes mits zuteilen. In diesem Falle können also von jeder Station aus drei verschiedenartige Schriftzeichen auf dem Morse- Apparat erzeugt werden, wodurch eine größere Aufmerksamkeit des Beamten beansprucht wird. Viele Fachleute bestreiten aber, daß der größte Teil des Publikums über Art und Umfang eines Brandes zutreffend zu urteilen vermag, und deshalb wollen sie die Meldung von Privatleuten auf eine rein mechanische Thätigkeit beschränkt wissen. Derartige Alarmapparate können nicht mit vollem Recht als automatische Feuermelder" bezeichnet werden, da der Telegraph doch thatsächlich durch eine Person in Thätigkeit gesetzt wird, die zunächst felbft von dem Ausbruch des Feuers unterrichtet sein muß. Einen wahrhaft automatischen Feuermelder, oder sagen wir das Ideal eines solchen, wird man also in einem Apparat sehen müssen, welcher völlig selbstthätig von dem Ereignis Kunde giebt, auch wenn bis zum Zeitpunkt der Meldung kein lebendes Wesen davon unterrichtet ist. Es giebt eine ganze Reihe derartiger mehr oder minder vollkommener mechanischer Vorrichtungen, welche vorzüglich in abgeschlossenen, schwer zugänglichen oder von Menschen selten betretenen Räumen angeordnet werden, in welchen durch Brandstiftung, Selbstentzündung gewisser feuergefährlicher Stoffe oder durch Fahr lässigkeit vorübergehend in diesen Räumen beschäftigter Personen ein Brand entstehen kann. In diesem Falle kommt es aber weniger darauf an, unmittelbar die Rettungsmannschaft zu alarmieren, als vielmehr den Eigentümer oder die Bewohner des Hauses, bezw. einen zur Bewachung desselben angestellten Aufseher von dem Ausbruch des Feuers zu unterrichten. Auch auf Schiffen, welche nicht selten durch Selbstentzündung der Kohlenvorräte auf offenem Meere ein Raub der Flammen werden, finden derartige Vorrichtungen Anwendung. Bei gänzlich isoliert stehenden unbewachten Gebäuden ist man natürlich genötigt, einen Mechanismus zu schaffen, welcher ferner wohnenden Personen die Kunde auf telegraphischem Wege übermittelt. Noch vor einem Jahrzehnt bediente man sich in vielen Großstädten zur Meldung eines Feuers gewöhnlicher Telegraphen vorrichtungen, sogenannter Zeigertelegraphen, die in Polizei- oder Gemeindebureaus aufgestellt waren. Der Beamte telegraphierte da ganz fachlich, daß an dem und dem Punkte ein Feuer ausgebrochen sei, und welche Ausdehnung dasselbe bis zum Zeitpunkt der Meldung angenommen. Der Leser wird sich vorstellen können, daß der Meldende nicht immer in der Lage war, eine genaue Ortsbezeichnung zu geben, so daß Mißverständnisse nicht ausbleiben konnten. So langte die Feuerwehr nach längerer Rundreise häufig erst dann an der Brandstätte an, wenn alles ein Raub der Flammen geworden. In den letzten Jahren ist man nun zu einem anderen System übergegangen, das jedermann, selbst einem Kinde, durch Handhabung eines ganz einfachen Mechanismus Feuer zu melden gestattet, und zwar derart, daß Irrtümer fast ganz ausgeschlossen sind. Zur Erreichung dieses Zweckes sind die Meldestationen wie die Feuerwache in einen elektrischen Stromkreis eingeschaltet und die Meldeapparate derart eingerichtet, daß beim Ziehen eines Handgriffes oder Niederdrücken eines Hebels der Strom unterbrochen wird. Jede Unterbrechung erzeugt aber ein Morse- Schriftzeichen auf dem Schreibapparat der Feuerwache, und dieses Zeichen wird auf dem Papierstreifen so lange wiederholt, bis der Apparat außer Thätigkeit tritt. In jedem Feuermelder ist nun ein Messingrädchen eingeschaltet, welches am Rande mit verschiedenen Ausschnitten versehen ist und mit einer Kontaktfeder derart in Berührung steht, daß jedesmal bei Noch einfacher ist eine Vorrichtung, welche in jedem mit einer Umdrehung des Rädchens der Strom wiederholt geöffnet und wieder elektrischen Glockenleitung versehenen Hause unter Anwendung der geschlossen wird. Diese Ausschnitte des Stromunterbrechers sind bescheidensten Mittel ausgeführt werden kann. In die den bes aber an den einzelnen Meldepunkten verschieden groß, bezw. auch treffenden Raum durchschneidende Stromleitung wird eine Kontaktin ungleichen Abständen von einander angeordnet, so daß je feder eingeschaltet, welche durch einen an der Decke entlang genach Bewegung des Hebels der einen oder anderen Station| führten Wachsfaden derart festgehalten wird, daß in normalem 8 Alle die Angaben sind keineswegs so kompliziert, wie fich der Leser wohl vorstellen mag. Eine einfache Vorrichtung dieser Art beruht z. B. darauf, daß ein in eine elektrische Leitung eingesetzter, aus einer Metalllegierung bestehender Pfropfen in normalem Zustande den Strom unterbricht, bei einem gewissen Temperaturgrade aber schmilzt und dadurch eine Kontaktfeder auslöst, welche den Stromschluß und das Ertönen einer Alarmglocke bewirkt. Natürlich können auch mehrere Alarmapparate gleichzeitig in Thätig feit gesezt und in größeren Entfernungen von dem gefährdeten Punkt angeordnet werden. 519 stande der Strom unterbrochen ist. Sobald der Faden aber auch| Stügen aufrecht gehalten wird. Die Wachtel, die von der langen nur an einer einzigen Stelle durchgebrannt ist, muß die Kontakt Reise ermüdet ankommt, setzt sich in das Schilfrohr, das ihr ja die feder zurückschnellen, den Strom schließen und die Alarmglocke er- Illusion eines Getreide- oder Maisfeldes bietet, flüchtet sich auftönen lassen. gescheucht in den künstlichen Busch und gerät von da in das Netz, in Ein anderer von Tunnard u. Keny erfundener Feuermelder be- dem sie von dem aufpassenden Wächter gegriffen wird. Andere steht aus einem Thermometer, in dessen Quecksilberbehälter ein mit werfen auch ein Netz auf den Busch, auf dem sich der Vogel niedereinem Pol der Leitung verbundener Platindraht eingeschmolzen ist; setzt, oder es kommen zwei Fänger von beiden Seiten des Busches ein zweiter an dem anderen Pol befestigter Draht ist in die Queck- und werfen zusammen ein Netz über den Vogel. Die Ausfuhr der filberröhre eingeschmolzen und in dieser bis zu dem Punkte geführt, Wachteln, die auf diese Weise gefangen werden, erhebt sich bis zu an welchem die Quecksilbersäule den kritischen Higegrad erreicht. So- einer Million Stück im Jahre. Der Verkaufspreis beträgt beim bald nun das steigende Quecksilber dieses Drahtende berührt, ist der Einzelverkauf in den Städten am Anfang der Fangzeit 50 Centimes Strom geschlossen und so die Alarmglocke in Thätigkeit gefegt. Es pro Stück und fällt, wenn diese ihren Höhepunkt erreicht hat, auf kann aber an die Stromleitung eventuell auch ein Meldetableau 20 Centimes. angeschloffen werden, so daß z. B. der Portier eines Hauses oder Woher der Name der Stadt Paris stammt, darüber der Kapitän eines Schiffes sofort erkennen kann, welcher Punkt ge- giebt der„ Intermédiaire des Chercheurs" folgenden Aufschluß: Der fährdet ist. Auf Schiffen finden derartige Thermometer- Apparate alte Name der Stadt war bekanntlich Lutetia, welche Bezeichmung hauptsächlich zur Messung der Temperatur in den Kohlenbunkern von dem keltischen Worte„ Loutouhezi" herstammt, welches etwa mit Anwendung, um eine rechtzeitige Lüftung oder Kühlung bewirken zu Wohnung in Mitte von Wässern" zu übersetzen wäre. Eine einfache aber sehr sinnreiche Vorrichtung, welche an sprünglich bewohnten die Lutetier nur die Insel, auf welcher jetzt die Notredame- Kirche steht. Als sie sich dann ausbreiteten und auch der Decke der Räume angeordnet wird, tritt gleichfalls infolge die gegenüberliegenden Ufer der Seine zu bewohnen anfingen, nannte Ausdehnung eines Körpers bei Temperaturerhöhung in Funktion, man diejenigen, welche die neuen Stadtteile bewohnten," Parifii", doch ist es in diesem Falle ein gasförmiger- die Luft. Eine Halbfugel aus Meffingblech ist an der Hohlseite durch eine leicht von dem feltischen Worte„ Pas- ri", Leute, die den Fluß passieren. Der Name" Paris" wäre also aus diesem keltischen„ Bas- ri" entbewegliche Membrane verschlossen, über welcher sich, 1-2 Millimeter entfernt, die Spize eines Kontaktstiftes befindet. Wird nun die Luft standen und würde soviel bedeuten wie„ Stadt der Pariser"," Stadt in der Halbkugel infolge Erwärmung bis zu einem gewissen Grade der den Fluß Ueberschreitenden".ausgedehnt, so wölbt sich die Membrane nach oben, berührt den Litterarisches. Kontaktstift und schließt hierdurch den Strom, der nun das Ertönen einer Alarmglocke bewirkt oder ein Tableau in Thätigkeit setzt. Natür- Die litterarischen Bildungsverhältnisse in lich kann der Strom bei Anwendung eines jeden Systems unter Rußland beleuchtet ein kleiner Artikel" Was man in Rußland Umständen auch dazu dienen, eine Feuerwache von der gefährlichen lieft" von M. Geßner in den Grenzboten". In Rußland Temperatur oder dem Ausbruch des Brandes zu unterrichten, doch kommen auf eine Million Einwohner nur etwa 10 Beitungen, noch wird dies im allgemeinen wohl nur geschehen, soweit öffentliche weniger als in dem kleinen Bulgarien. Die Auflagen auch der Gebäude in Frage kommen. größten Blätter übersteigen kaum 10 000 Exemplare. Die wenigen tönnen. " Ur= Wenn derartige automatische Feuermelder bisher mur in be- Beitschriften sind allerdings zum teil weit reichhaltiger als die schränktem Maße Anwendung gefunden haben, so liegt das Haupt- unsrigen, sind aber schon mehr zu den Büchern zu rechnen, an sächlich daran, daß sie als sehr zuverlässig nicht bezeichnet werden denen Rußland auch sehr arm ist. Die russischen Verleger drucken tönnen; unter Umständen vermag der Brand schon eine große Aus- am liebsten alte bewährte Sachen. So erschienen z. B. in dem dehnung anzunehmen, ohne daß die Temperatur den Stromschluß Jahre, in dem Puschkins Werke verlagsfrei wurden, über 160 ver Von neuen Autoren werden vorzugsweise herbeiführt. Bei derartigen empfindlichen Apparaten sind natürlich schiedene Ausgaben! gedruckt, weil schon die kleinsten, faum sichtbaren Verlegungen geeignet, das Ausländer- namentlich Bola und Jules Verne Funktionieren des Mechanismus zu verhindern. Auch können leicht da kein Honorar gezahlt zu werden braucht. Buchhandlungen zählte Luftströmungen oder sonstige atmosphärische Einflüsse bewirken, daß man in dem ganzen ungeheuren Reiche vor furzem circa 1300; davon gerade der Apparat eine verhältnismäßig niedere Temperatur bewahrt, tamen auf das ganze asiatische Rußland 64 und auf Petersburg und während in einer Entfernung von wenigen Metern bereits alles in Moskau zusammen 450. Dabei sind diese Buchhandlungen" vielFlammen steht. Andererseits darf man die kritische Temperatur, fach nur Papierläden. Boltsbibliotheken gab es in den achtziger welcher die Apparate konstruktiv angepaßt werden, nicht zu niedrig Jahren 600, während die kleine Schweiz und Schweden deren je wählen, da lokale Temperaturerhöhungen nicht selten vorkommen, ohne 2000 befizen. Indessen ist anzuerkennen, daß sich ein starker Bug ( Litt. Echo".) daß schon eine Feuersgefahr vorliegt. Aber selbst bei Beachtung dieses des Fortschritts auch hier bemerkbar macht. Punktes tritt sehr häufig durch irgend welche äußeren Einwirkungen, 3. B. durch Erschütterung oder Nachgeben eines Mechanismus, Stromschluß ein, so daß nicht selten blinder Feuerlärm entsteht. Das sind die Bedenken, welche gegen Anwendung völlig automatischer Feuermelder noch geltend gemacht werden, doch liegt keine Veranlassung vor, dieselben überhaupt zu verwerfen. Sie haben in vielen Fällen die vortrefflichsten Dienste geleistet, und das gab den Mechanikern Veranlassung, immer wieder die Vervollkommnung der artiger Vorrichtungen anzustreben. Fred Hood. 2560 Kleines Feuilleton. Musik. " 1 Es sieht derzeit fast so aus, als sollte zur Konzertflut des Berliner Winters als Seitenstück eine Opernflut des Berliner Sommers fommen. In dieser Woche, abgesehen von Gastspielen, allein vier Neu- Aufführungen: bei der Moriiz- Oper im SchillerTheater zwei für sie erste Aufführungen( Trompeter" und„ Nürnberger Puppe") bei der Heinrich- Oper im Westen eine Neueinstudierung( Goldenes Kreuz") und eine überhaupt erste Vorführung, die„ Bersunkene Glocke". Nur im Neuen Operntheater( Kroll) flattert noch immer täglich die Fledermaus". Einstweilen hörten wir am Dienstag bei Morwitz den, Trompeter von Sättingen", Neßlers romantische Oper nach Scheffels bekannter Dichtung, jenes Hohelied des Schmachtens, das allein wohl alle Schmachtfezzen von„ der Blume, die an Baches Rand" bis herauf zu„ Stell auf den Tisch" und zu„ Long long ago" aufwiegt. Obwohl das Stück nicht eben wie sonst solche Stücke durch glänzende Rollen entschädigt, konnte man doch an zwei besonderen schauspielerischen Leistungen seine Freude haben: an dem" Freiherrn" Adolf Carlhofs, der auch ziemlich gut fang, und an der Gräfin" Frida Hawliczets; letztere spielte wieder, wenngleich ihre Kunst sich vorläufig nicht sehr weit zu spannen scheint, mit einer staunenswerten Vornehmheit und ihr ohne einen Versuch des Vordrängens Natürlichkeit und pantomimisches Begleitungsspiel inmitten der träge dastehenden Im übrigen sei Unbeschäftigten, war ein ganz eigener Genuß. Fanta genannt, der den Werner" mit einer Joseph hübschen Stimme ſang; Marie von Tergows" Maria" war ein etwas gar blasses Spiel und ein um so schneidigerer Gesang; Georg hölte gab den Conradin" sympathisch, freilich mehr mit schauspielerischer Mache; Felig Steinbed sorgte in zwei Nebenrollen für utt. " 1 Der Wachtelfang in Aegypten. Der Durchzug der Wachteln über die Küsten des Nildeltas von Port Said bis Alexandria bietet den Eingeborenen die Gelegenheit zu einem sehr ergiebigen Fang, der diese Tiere allmählich vollständig auszurotten droht. Der Durch zug fällt in jenen Gegenden auf die Zeit von Anfang September bis Mitte Oftober. Die Wachteln kommen vereinzelt oder in kleinen Gruppen von zwei bis sechs bei Tagesanbruch vom Meere an und lassen sich sofort ermattet auf den Dünen nieder; dies ist die GeTegenheit, bei der die Jagd veranstaltet wird. Ein Bericht des französischen Konsuls in Port Said giebt eine genaue Beschreibung der von den Arabern angewandten Fangmethoden. Vor der Ankunft der Wachteln werden an den günstigen Orten feine Neze senkrecht bis zu einer Höhe von 5 Metern an Stangen aufgespannt. Die Fangneke bestehen aus zwei Stücken, einem Netz von sehr breiten und ziemlich losen Maschen, das nach der Seeseite gewendet ist, und einem zweiten nach innen zu mit engeren Maschen, die so gefaltet sind, daß fie Taschen bilden. Das erste Netz ist bestimmt, die Nachschrift. Soeben geht uns ein geheimes Aftenstück zu. Heftigkeit des Stoßes abzuschwächen, wenn der Bogel sich in vollem Fluge auf die Vorrichtung niederläßt, deren Farbe völlig mit der Danach ist der Spielplan der Neuen Königlichen" bei Kroll bereits des Dünensandes übereinstimmt. Auf flachen Küsten greifen die für die nächsten zehn Jahre entworfen. Es soll dort in jedem Araber zu einem ganz anderen Mittel. Sie pflanzen von 5 zu Sommer täglich„ Die Fledermaus" gegeben werden. Für den Fall, 5 Metern Reihen von trockenem Schilfrohr und garnieren dieses daß die heimischen Kräfte dazu nicht ausreichen, ist bereits mit mit Blättern so, daß ein derart bepflanzter Ort den Anblick eines einigen Provinzbühnen die nötige Verabredung getroffen. Maisfeldes bietet. An dem Fuße jedes Schilfrohres stellen sie einen Krautbusch auf, in dessen Mitte eine Höhlung ge lassen wird; die vom Meere abgekehrte Deffnung wird mit-Ein sehr interessantes Beispiel, wie weitherzig man im einem Netz geschlossen, das von kleinen in die Erde gegrabenen Mittelalter und zur Zeit des Humanismus besonders in Italien " Kulturgeschichtliches. SZ. 520 Humoristisches. Hebertrumpft. Karl:„ Mein Vater hat ein schönes Vierglas mit Musit!" Moris( Sohn eines Kommerzieurats): Das ist gar nichts I Der meine hat' ne feuerfeste Stasse mit Musit!" war, wenn es sich um die Erwerbung feltener und wert eine Silbe, nicht einen Buchstaben, und zweiten? Festehen die voller Handschriften handelte, teilt B. Robert- Würzburg chinesischen Eilbenzeichen aus zwei bis fünfundzwanzig Strichen, so in der Zeitschr. f. Bücherfr." aus dem neuerschienenen vierten daß der chinesische Schreiber überhaupt viel langsamer vorwärts Bande der Deutsch. Altertumst." von Karl Müllenhoff mit, fommt als wir. Zu dem Hauptvorteil, die viertausend Beichen nicht die jetzt aus dem Nachlasse des verstorbenen Germanisten von erlernen zu brauchen, fommt nun aber noch die Sauberkeit und Prof. Rüdiger herausgegeben wird. Das Kloster Corvey war Gleichmäßigkeit der Schrift, durch welche das Lesen ganz bedeutend von je her durch handschriftliche Echäze berühmt. Hier befand erleichtert wird. sich neben der einzigen Handschrift von Tacitus„ Germania" und anderen Schäßen auch eine Handschrift der ersten Bücher des Hauptwvertes des Tacitus, der„ Amalen". Sie befindet sich heute in Floreng,- Entrüstung. Alte Jungfer( findet einen Knopf wo sie eine Zierde der Vibliothek bildet. Ihrer Echrift nach stammt fie in der Suppe):„ Ein Knopf! Das ist sicher wieder so ein abscheuwahrscheinlich ans dem 10. Jahrhundert. Wie hat nun die Handschrift licher Junggeselle, der Hotelloch!" diesen Weg zurückgelegt? Die ersten Bücher der Annalen erlebten ihren ersten Drud im Jahre 1515, wo sie von Philippus Bewaldus herausgegeben wurden. Dieser erwähut in der Vorrede die Handschrift und fügt mit einiger Bellemnung hinzu, daß diese Beute in den Wäldern Germaniens mit vielen Kosten erjagt sei". Viel offener hatte sich schon vorher ein vornehmer Florentiner, Francesco Coderini, über ihre Herkunft ausgesprochen. Er erzählt einfach, daß dieser Coder 1508 in Corvey gestohlen und nach Rom gebracht worden sei. Ain 1. Dezember 1517 schreibt Papst Leo X an den Erzbischof Albert von Mainz: Die viel begehrten fünf ersten Bücher der Kaisergeschichte des Cornelius Tacitus find gestohlen worden und durch viele Hände endlich in die meinen gelangt Da dieser Brief nur abschriftlich vorlag, so hat es natürlich nicht an Leuten gefehlt, die ihn für eine Fälschung erklärten. Da fand sich plöglich in den sechziger Jahren dieses Jahrhunderts das Original. Vom Rüden einer alien Lutherbibel abgelöst, befindet es sich heute in der königlichen Bibliothek zu Berlin.-Medizinisches. 109 10 " - Nobel Kommerzienrat( der ein Schloß gekauft, an feinen ebenfalls hochherrschaftlich" wohnenden Freund schreibend): Beste Grüße von Palast zu Balaft." ( Megg. Hum. BI.") " Notizen. 91 -Einer neuen Berliner Theater- Bereinigung Deutschle Boltsbühne" hat Baul Heyse sein Drama Elfriede" für die Aufführung im kommenden Winter zur Verfügung gestellt.Ein Denkmal Hans v. Bülows wurde au seinem Grabe auf dem Chlsdorfer Friedhofe bei Hamburg enthüllt. Hildebrand hat es aus Tiroler Porphyr gearbeitet; in den schön geformten Stein ist das Reliefporträt Bülows eingelassen. Unterhalb des Bronzereliefs steht in einer Nische bie line, in der die Asche Bülows aufbewahrt wird. Das Opernhaus wird im nächsten Spiejahr Siegfried Wagners Väreuhäuter" als eine der ersten Rovitäten bringen; eine neue Oper von Eugen d'Albert ist the ebenfalls aufgenommen. Für das Schauspielhaus find außer Enft v. Wildenbruchs„ Die Töchter des Erasmus", Wilhelm tie. Auf eine neue Art der Gewinnung batterien Wolters Tragische Konflikte und Franz b. Königsbrun tötender Stoffe wird durch Emmerich u. Loew in der Zeit- Schaups Freilicht" neuerdings angenommen: Die Komödie schrift für Hygiene" verwiesen. Wie man weiß, besteht die heutige Gevatter Tod" von Eberhard König, das Schauspiel Bekämpfung ansteckender Krankheiten in erster Linie in der Gr Caub" von Walter Boem und das Drama Fremdling wimmung von Serum oder Heilblut ans folchen Tieren, die durch von May Pezold. Einige flassische Stüde sollen in neuer Einallmählich gesteigerte Impfung gegen die betreffende Strankheit wider studierung herausgebracht werden. ftantsfähig gemacht worden sind. Dieses Verfahren ist aber doch recht umständlich und langwierig; es vergehen Wochen darüber, bis das betreffende Tier die Impfzeit überstanden hat und wirksames Heilblut zu liefern vermag. Emmerich u. Locw haben es um in einzelnen Fällen verstanden, aus der Batterienbrut direkt einen Stoff auszuscheiden, der selbst bakterientötende Eigenschaften besitzt. Die beiden Forscher erhielten zunächst aus den Kulturen des Bacillus pyoceaneus cine chemische Verbindung, die sich als ein wirkjames Mittel gegen Milzbrand erwies. Wenn dieser Batteriensaft auf Tiere geimpft wurde, die vorher mit einer tödlichen Dosis von Milzbrandfeimen angesteckt waren, so wurde die Wirkung der letteren völlig In Dresden ist der Landschaftsmaler Paul aufgehoben und die Tiere blieben gefund. llud nicht nur dies gelang, sondem es war auch möglich, die Tiere vorher gegen eine Anstedung mit Milzbrand widerstandsfräftig zu machen, wenn man sie mit jenem Bakterienjafte impfte. Das fragliche Enzym hat auch eine zerstörende Wirkung gegenüber den Bacillen des Typhus, der Diphtherie und der Best gezeigt. Merkwürdigerweise ist eine Wirkung unter Ausschluß der Luft am stärksten. Die uitliche Wirkung wurde auch nicht im geringsten beeinträchtigt, wenn der Stoff 1½ Stunden lang einer Hige von 98/2 Grab ausgefekt worden war. lol) ldininis Man Technisches. Jacoby im 56. Lebensjahre gestorben. - Der französische Chirurg Dohen führte in Riel vor einer geladenen Gesellschaft Operationenimsinematographen vor. Er hat durch einen besonders foustruierten Apparat Operationen aller Art, die er ausführte, aufnehmen lassen, um sie im Hörsaal den Studierendeu beffer darstellen zu tounen. Das Verfahren hat sich durchaus bewährt. Jede Phase der Operation vom ersten Schnitte bis zum Anlegen des Verbandes stand mit überraschender Deutlichkeit vor den Angen der Teilnehmer. " Der im Fort d'Estrées, beim Kap Mafifou, stehende Artillerie- Eine chinesische Schreibmaschine. Wenn die leutnant Chardin hat nach einer Melding der Voii. Ztg." in der chinesische Sprache schon mündlich mugemein schwierig zu erlernen dortigen Umgebung die Neste einer Basilika des vierten oder Der Boden dieses Gebäudes ist mit ist, auch abgesehen von ihren zahlreichen Dialekten, so erfordert die fünften Jahrhunderts entdeckt. Aneignung der chinesischen Schrift eine noch viel größere Arbeit, und Mosaiten belegt, deren Darstellungen von Inschriften begleitet sind. Europäer, welche in China schreiben lernen, gehören zu den größten Etwa humbert Flachmueter dieses Mojaikbodens wurden bis jetzt bloßSeltenheiten. Bekanntlich ist das Chinesische eine Silbenschrift und gelegt. Die Basilika gehörte zu einer großen Stadt. Bis jetzt sind hat daher für jede einzelne Silbe ein besonderes Zeichen, deren es in Algier und Tunis die Reste von mehr als hundert, teilweise schr über fünfzigtausend giebt. Vollkommen beherrscht werden diese in- großen und prächtigen Städten entbedt worden, die alle tief im deffen nur von den eingeborenen Epecialgelehrten, während unr Sande begraben liegen. fünftausend im gewöhnlichen Gebrauch sind, und viertausend für Eine Anzahl gut erhaltener menschlicher Stelette in beinahe alle Zwede genügen. Immerhin war es ein fühnes Unter- voller Ritterrüstung auf Pferden ist fürzlich auf der Insel nehmen, für diese gewaltige Zahl von verschiedenen Charakteren Gothland( Ostsee) in einer Tiefe von neun Metern aufgefunden eine Schreibmaschine zu lonstruieren, eine Aufgabe, welche der worden Nach dem„ B. 2." nimmt man an, daß die Funde aus amerikanische Missionar D. 8. Sheffield vom Tung cho College in bean 9. Jahrhundert herrühren.Tientsien glücklich gelöst hat. Die Maschine enthält, wie die Technische Rundschau" mitteilt, unten an einer großen freisrnuden Scheibe t. Die nächste Bersammlung des Juternationalen die viertausend chinesischen Zeichen und genau darüber, auf der Meteorologischen Komitees ist auf den 20. August d. J. oberen Seite, deren llebertragung in englischer Schrift, und zwar nach St. Petersburg einberufen worden. find sie in alphabetischer Reihenfolge angeordnet, so daß nach der englischen Aussprache auch das chinesische Zeichen gefunden wird. Seifenspiritus ist nach Meinung des Chirurgen Mit der linken Hand wird die Scheibe gedreht, bis die Reihe, in Milulez das beste Mittel, die Haut zu desinfizieren. Es der das gewünschte Beichen enthalten ist, am richtigen Ort steht, erjeszt zugleich den reinen Alkohol, mit dem der Arzt die Hände, und und dann wird das Papier auf einer Schlittenvorrichtung fo weit das Sublimat, mit dem der Arzt seine Hände und die Haut des vorwärts oder rüdwärts verschoben, bis der am Schlitten befestigte, Patienten vor der Operation abwäscht. Ju Millinodet aber über der Scheibe laufende Zeiger auf dem Bridgen- Amerikanische Papierindustrie. einsteht. Mittels einer fleinen Kurbel wird das Zeichen dann ge- wird jekt von der New Great Northern Paper Company" eine druckt. Der Mechanismus ist sehr einfach, aber er weicht vollkommen Fabrit gebant, die pro Tag 300 Tommen Zeitungspapier produzieren von demjenigen unserer Schreibmaschinen ab. Freilich geht das soll. Den Reford in der Papierfabrikation hält gegenwärtig eine unSchreiben auch mit dieser Maschine langsam, aber nicht so langjam, gehenre Maschine in der Fabrik von Rumford- Falls( Maine), die als es den Anschein hat, denn erstens schreibt man mit jedem Druckt allein 50 Tonnen Papier an einem Tage produziert. Verantwortlicher Redacteur: Angnft Jaesbey in Berlin. Drud und Berlag vou Maz bading in Berlir.