Anterhaltungsblatt des Vorwärts Nr. 202. 11] Hanna. Sonntag, den 15. Oktober. ( Nachdruck verboten.) Roman von Peter Egge. Autorisierte Uebersehung aus dem Norwegischen von Adele Neustädter. Es war an einem Sommertage, ein Jahr, nachdem er sich verheiratet hatte. Hanna und er waren auf dem Wege zur Stadt. Unten am Hügel blieb er stehen und streichelte und liebfoste einen kleinen, schönen, schmutzigen Knaben, der dort lag und in der Erde wühlte. Hanna war einige Schritte Langfam vorausgegangen. Sie wartete darauf, daß er ein Ende machte. ,, Welch' ein füßer Junge!" Ja," sagte sie ohne das Kind weiter zu beachten. Wie ihn das abgestoßen hatte! Daß sie, eine finderlose Frau, sich nicht freute, wenn sie solch ein schönes Kind sah! Daß sie so gleichgültig daran vorübergehen konnte. Mußte sie nicht etwas für ihre Mutterliebe finden, wenn sie mit ihm plauderte. Aber so war sie nun einmal! Ihre Zärtlichkeit und Freude und ihre Trauer waren etwas linkisch. Und er, der sich an dem Kinde so gefreut, daß er insgeheim daran gedacht hatte, es mit der Zeit einmal anzunehmen, falls Hanna kein Kind bekomme! Holthe ging tiefer in den Wald. hr erstes Sind trug an einer solchen Gefühllosigkeit schuld. Sie hatte nie die Freude seines Besizes verspürt, nur den Schmerz. Auch die Scham. Sie hatte wohl keinen Grund gehabt, warm und weich zu werden, wenn sie ein schönes Kind auf dem Wege herumwühlen sah. Die Mutterliebe hatte wohl damals wie ein erstarrtes Metall in ihr geruht... Aber jetzt nicht mehr... jeht nicht. Er begriff, empfand es... so sicher.. Das Herz wurde ihm schwer. Er legte die Hand auf die Augen, um die Thränen zurückzuhalten und blieb stehen. Er erinnerte sich an die Abende im letzten halben Jahre, nachdem sie sich gelegt hatten. Das Halbdunkel und das Gefühl, cinander so nahe zu sein, hatte sie gegenseitig ver1899 Es war ganz still im Zimmer, und von draußen drang fein Laut zu ihnen herein. Die Herren saßen stumm, jeder rauchte aus einer langen Pfeife, griff hin und wieder nach dem Punschglase, trant ohne anzustoßen und ohne etwas zu fagen. Die Damen nippten Likör. Hjelm war beim vierten Glase. Seine Wangen hatten eine erhitzte, rote Farbe angenommen, und er strich nervös mit der Hand über seinen furzgeschnittenen Vollbart, der am Stinn in einer kleinen Spize auslief. Aus seinem rechten Mundwinkel blies er Rauchwolfen, und blickte starr in die Karten. Holthe, der beim zweiten Glase saß, vergaß oftmals zu rauchen, bis er plötzlich bemerkte, daß die Pfeife nahe dem Erlöschen war. Dann blies er los, bis er Oberdampf hatte. Vergaß dann aber wieder, weiter zu rauchen. Donnerwetter, haben wir aber gewonnen, gnädige Frau," rief Hjelm Hanna zu, und sammelte den letzten Stich. Dann nahm er den Bleistift und rechnete. Die andern tranken einander zu. Er machte einen dicken Strich unter die Rechnung, steckte den Bleistift durch das Papier und leerte das Glas. Martha!" rief er laut dem Dienstmädchen. " „ Aber Alfred!" sagte seine stille Frau vorwurfsvoll, sah Holthe und Hanna an und lächelte, als wolle sie sagen: " Sie müssen ihn wirklich entschuldigen... Sie wissen er ist nun einmal nicht anders." ja, Das ältliche Dienstmädchen kam herein. " Mehr warmes Wasser. So warm wie möglich", sagte Sjelm und reichte ihr den Strug. Es ist halb elf, Alfred," sagte seine Frau und sah auf die Uhr. " Nur noch eine Runde, Gunda. Nur noch eine." Holthe lächelte die Frau beruhigend an und mischte die Karten. Es war feste Gewohnheit geworden, daß die beiden Familien an den Samstagabenden zusammen waren. Einmal bei Hjelm, das andere Mal bei Holthe. Anfangs Hatte Holthe einen schwachen Widerstand versucht. Aber Hjelms Lärmen war solch gutmütiger Art, daß er bald nachgab. Zudem hatte die Frau Hanna bald für sich gewonnen. traulicher gemacht. Sie hatten froh und eifrig von dem Er begann die Samstagabende zu lieben, obgleich Kommenden gesprochen. Ihre Augen leuchteten bor Glück, Sjelm mit seinem Wortschwall langweilig genug werden und die Stimme zitterte voller Erwartung. Onein, er irrte fonnte, wenn es auf Mitternacht ging, falls man dann nicht sich nicht. Sie war glücklich. Was auch von alter Erbitterung Whist spielte. führen: und traurigen Erinnerungen noch in ihr geruht hatte, der Er hatte sofort versucht, Holthe in die Politik einzuherrliche Junge, der jetzt gekommen war, hatte es vernichtet. Er blieb lange stehen, und er gewann Ruhe. Zuletzt lächelte er, daß er sich derart ereifern konnte. Er wandte sich heimwärts. Es war wohl spät. Er wusch Gesicht und Hände im Arbeitszimmer, ehe er zu Hanna ging. Wie geht es Dir?" ,, Danke, sehr gut." Sie wandte sich dahin, wo der Knabe lag und lächelte: " Jeßt wacht er!" Dann zog sie die Decke fort, nahm ihn auf und reichte ihn Holthe. " Da hast Du ihn." Er zog den Knaben vorsichtig an sich und fah ihm in die großen blauen, glänzenden Augen. So blieb er eine Weile figen. Da hörte er, daß man dort im Bette leise lachte. Er sah sie verwundert an. " Du bist so ungeschickt", sagte sie. Er beugte sich tiefer über das Gesicht des Knabenfühlte, daß seine Augen feucht wurden Zweites Buch. I. D " Siehst Du, wir brauchen solche Leute, wie Dich. Du bist reich, hast Hof und Boden. Du hast Bildung europäische. Kurz gesagt, Du würdest eine durchgreifende Wirkung erzielen." Aber da war er auf den zähesten Widerstand gestoßen. Er konnte ihn nicht einmal überreden, sich stimmberechtigt zu machen. Ich will feiner politischen Partei helfen, die alte Gesellschaftshofe zusammenzufliden. Sie ist so abgenußt, daß wir einer neuen bedürfen... Martha brachte rauchendes Wasser im Kruge herein. den Arm. Während sie es auf den Tisch stellte, griff Hjelm ihr über Wo haben Sie sich diese häßliche Narbe geholt?" Er zeigte auf ihre rechte Handfläche, " Martha lächelte geniert. ,, Ach, das ist schon lange her." Lange her? Aber woher haben Sie denn die Narbe?" er und küßte ihn leise. " " Womit haben Sie es denn furiert?" Ein Samstagabend im März, vier und ein halbes Jahr später. Auf Lovwall saßen in der Wohnstube vier Menschen am Spieltische: Holthe und Hanna und Rechtsanwalt Hjelm mit Frau. Die Hängelampe hing gerade über ihnen und schloß alle vier in ihr Licht ein, das der Lampenschirm so scharf begrenzte, daß der umliegende Raum im Halbdunkel lag. Sie spielten Whist. " Ich schnitt mich mit einem Messer." Ich legte Pflaster und dann Grüße auf." Was?" schrie Hjelm aufgebracht. Und Grüße? Gott straf mich, so was habe ich nie gehört! Warum legten Sie nicht lieber Pflaster auf die Grüße!" Er ließ sie ärgerlich los. Die Anderen lachten. Martha war etwas verdrießlich und ging hinaus. aus. Frau Hjelm nickte Hanna zu, als wollte sie sagen: Wenn er es so macht, ist er eigentlich doch amüsant. ,, Bei unserm Volt sieht es mit der Aufklärung traurig Sie gehen hier zur Schule vom siebenten bis zum 806 bierzehnten, fünfzehnten Jahre; aber trotzdem find fie fo fommen wollte, fei es, daß sie besonders überwacht wurde, man bewissend, daß sie Grüße auf Pflaster legen, wenn sie sich gleitete sie mud verließ sie erst, als sie die furzen Formalitäten, die schneiden.. mit der Uebergabe ihres Kindes an das Findelhaus verknüpft waveń, hatte. " Melde doch endlich!" sagte Holthe, und verwahre den Rest, bis Du Deinen Vortrag hältst... Hanna spiele aus!" Aber ich versichere Dir, hättest Du meine medizinischen Kenntnisse, so hättest Du Dich über eine so grenzenlofe, Uu wissenheit ärgern müssen, wenn es sich darnm handelt, seinen eignen Körper zu pflegen." Das thue ich trosdem, mein lieber Mediziner." lachten alle, aber allmählich fesselte sie das Spiel, und wurde still. Sie es Martha trat ein, um nach dem Kamin zu sehen. Man hörte die Schritte kaum auf dem Fußteppich. Martha", rief Hjelm, wollen Sie ein Buch von mir haben.. über Störperpflege... feicht und verständlich. Danke, wenn der Herr Rechtsanwalt so gut sein wollen!" ja?" Gut? Nein, keineswegs. Ich thue es nicht, weil ich gut bin." Er warf eine Karte auf den Tisch, und Hanna sagte Aber Sielm!" fcharf: • " Verzeihung, gnädige Frau!.. Aber nur aus Interesse für Sie und Ihresgleichen, Martha. Sollten Sie sich einmal unavohl fühlen, so wenden Sie sich getrost an mich. Ich bin anch Arzt." Wieder spielten sie eine Zeitlang schweigend. leber Hjelm furierte in der Stadt eine Geschichte, daß einmal cine fräntliche und schlecht gekleidete Frau in fein Bureau gekommen fei. Sie war befangen und blieb mit dem Korbe' am Arnt an der Thüre stehen. Hjelm musterte fic. Er glaubte wohl, sie sei eine Bettlerin, und er gab aus Brincip nie. Dagegen hielt er jedem Bettler einen kleinen Vortrag über das Demoralisierende des Betteins. id Er frug:„ Was wollen Sie?" „ O, es ist eine wichtige Sache." 910 " So? Wollen Sie auch prozessieren? Das sollten lieber sein lassen, wenn es irgend geht." Sie " Ich habe gehört, Sie fcien so tüchtig im Kurieren der Leute, und mir ist mein Hals so steif geworden." " Was fagen Sie?!" Hjelm sprang entzückt auf, stellte den Korb auf den Boden und zog die Frau durchs Zimmer aus Fenster. Sie erhielt Sustruktionen, die sie unbedingt befolgen mußte, falls sie überhaupt gesund werden wollte. Als die Frau den Korb nahm und gehen wollte, erhielt sie eine Krone. Sie müssen wirklich wegen ihres Halses wiederkommen, falls es nicht besser würde.. 11 Als man eine Weile gespielt hatte, sagte Hjelm plöglich Gunda, denke daran, daß Martha das Buch bekommt, ich ihr versprochen habe." " Ja," sagte sie, und blickte ihn über die Karten an. den Augen lag Bewunderung. ( Fortjegung folgt.) das ( Nachdruck verboten.) In The Ausgehkay. Nach dem Französischen des v. Deseaves von Eduard Fuchs. Florentine war nach Paris gekommen und gab gleich darauf in der Maternité einem Kinde das Leben Mls sie jener Hans verließ. war ihr Entschluß gefaßt. Mit ihrem unehelichen Kinde nach Hause zurückzukehren, daran war nicht zu denken. Der Gedanke an die Frau, mit der sich ihr Vater wiederverheiratet hatte, ertötete in ihr jede Hoffnung auf Nachsicht und Schutz. Ihr Verführer hatte sich, um ganz sicher der Verantwortlichkeit zu entgehen, aus dem Staube gemacht; er war verschwunden: Um ihr Elend voll zu machen, durfte sie nicht einmal auf einen fofortigen Verdienst rechnen, denn das einzige, den Dienst einer Ane, fonnte sie nicht versehen: sie konnte nicht nähren. Sie fühlte sich so schwach, so elend, so entfräftet, ihre Gesundheit war so schwankend, daß es schien, als ob das kleine Mädchen, das sie geboren, jetzt schon eine Waise wäre. Es war nur die Frage, ob die öffentliche Wohlthätigkeit sich ihrer etwas früher oder etwas später zu erbarmen hätte. Ihre erste Pflicht als einer hilflosen Mutter war es daher, ihrem Kinde den Schutz zu sichern, den die Gefellschaft denen zu reichen geruht, die sie zum Opfer gefordert hat. erfällt he and fie Jetzt stand sie auf dem Trottoir allein, ohne Kind, das Gesicht mit heißen Thränen überströmt. Ein Tramwaywagen stieß sie an, sie hatte Qust, sich unter seine Räder zu werfen. Wer hinderte sie daran? Vielleicht ein Passant, der sich dann höflichst entschuldigte, sie gestoßen zu haben. Sie wiederholte sich die lentent Antworten des Beamten, die er ihr auf die dringenden Fragen gegeben: Also nicht wahr, wenn, ich wieder ganz hergestellt bin, und wenn es mir meine Hilfsmittel erlauben werden, mein Kind wieder an mich zu nehmen, dann wird man es mir wiedergeben, nicht, wahr?" od „ Aber ja!" Und wird es gut versorgt sein? Wohin wird man es in Pflege geben?" 196 „ Darüber weiß ich nichts und wenn ich es wissen würde, so wäre es mir doch verboten, es Ihnen zu sagen." „ Aber man wird mir doch wenigstens Nachrichten von ihm gebeir Ja, alle drei Monate, Avenue Victoria. Sie müssen nur dies zu Ihrem Ausweis vorzeigen." Und damit übergab er ihr ein fleines Stüd Karton, das einer Eisenbahn- Fahrkarte ähnlich sah. Darauf stand eine Nummer. Drei Frauen waren vor ihr in dem Weg zum Schalter, der durch eine eiserne Barriere vorgezeichnet war; wie bei den Bahn büfen bot er immer nur für eine Person Naum. Aber sie hatten nicht lange zu warten. Ein Beamter nahm den ersten die Nummer ab, blätterte in einem vor ihm aufgeschlagenen Register und verab schiedete die Fragenden mit dem einzigen Worte:„ Am Leben". Danke!" Sie gaben sich damit zufrieden und gingen fort. Bor Floventine ftand jetzt nur noch ein Mädchen mit lofen Haaren; sie war in Qumpen gehüllt und die Füßje staken in aus getretenen Schuhen. Sie hielt schüchtern ihre Starte hin und ihr demütiger Blid folgte dem Beamten beim Nachschlagen. Nach einigem Enchen erhob der Beamte den Kopf und sagte:„ Gestorben." als hoffte sie noch auf was? Ob er sich nicht doch getäuscht hätte? Das Mädchen blieb wie zerschmettert mit offenem Munde stehen, Oder fonnte sie nicht wenigstens den Namen der Krankheit erfahren, dem das Kind zum Opfer gefallen war? Den Ort feiner Grabstätte? Oder vielleicht ein nichtssagendes Wort des Trostes.. Aber der Beamte machte nur eine mitleidige Handbewegung, wie wenn die Gewohnheit, die stete Wiederholung derselben Scene ihn zurückbattung aurieten und das Mädchen, willig wie ein Lasttier, frug zu allen Bürden, die das Leben ihr aufgeladen, schluchzend mum auch diese Laft von dannen sat sie hierher kam, hoffte sie, einen weniger lakonischen Bescheid zu Die Reihe war jetzt au Florentine. Da es das erstemal war, bekommen. Aber der erafle Beamte, der eher einem Automaten glich, schien nur die zwei Worte:„ Am Leben“ und„ Gestorben“ zu tennen; er fagte das erste und schwieg. Florentine zögerte:" Sie wissen gewiß, daß es nicht frank ist?" Stifle. stip jud frau wenden!" „ Aber sagen Sie mir doch, wohin ich schreiben muß, um es zu erfahren. Es ist mir ja gleich, ich werde mich direkt an die KostDer Beamte merfte, daß er es mit einem Neuling zu thun hatte und antwortete endlich. um sie zu instruieren und sie sich vom Halse zu schaffen:„ Es ist uns verboten, nähere Auskünfte zu erteilen. Daraus würden zu viel Reklamationen nud Mißbräuche ent ftehen. Wir dürfen der Mutter nur sagen, ob ihr Kind tot ist, oder ob es noch lebt. Ihr Kind lebt. Das ist doch die Hauptsache." Als sie sich entfernte, fiel ihr ein: Ein Irrtum ist bei dieser Buchführung am Ende auch und wenn sie auch noch so gentaur geführt wird te im Geiste die Rollen um: ihr Sind war gestorben und das der anderen Fran lebte... sie weinte über die gute Nachricht, wie Sie Unbekannte über die schlechte geweint hatte... des Monats. Mit welchen Herzklopfen näherte sie sich jedesmal Alle Vierteljahre kam sie wieder, immer in den ersten Tagen dem Schalter, zeigte ihre Nummer und forschte begierig in dem undurchdringlichen Gesicht des über das Register gebeugten Beamten, als ob sie daraus das Wort, nach dem sie sich schute, zuerst era fennen würde. Beamten mur mit all der Freude ihres übervollen Herzens. Und " Am Leben!" Sie fragte jetzt nichts mehr und dankte dem doch war gerade dieser Beamte wohl am wenigsten beteiligt! Aber da sie nicht den Leuten ihren Dank ausdrüden konnte, denen die öffentliche Wohlthätigkeit ihr anvertraut hatte, so verteilte Florentine ihren Dant an alle, quch an die, die es am wenigsten odlod nis dum didngth verdienten. Dies waren die Marten und die Freuden des einzigen Ausgeh tages, den fie fich von ihrer Dienstherrschaft erbat. Was hätte sie auch ohne Familie, ohne Freunde und ohne Geld mit ihrer freien Zeit machen sollen? Die bürgerliche Moral dentet freilich für alle beide auch eine andere Lösung an die Seine oder das Kohlenbecken in einem Hotel garni. Auch Florentine dachte daran auf der kurzen Weberfahrt von der Nue de la Santé nach der Rue, Denfert- Rocherean. Aber sei es, daß man im allgemeinen diesen verzweifelten Entschlüssen zuvorsfie Sie zog es vor, die Gelegenheiten zu Geldausgaben zu ver meiden, mit von ihrem Lohn fleine Ersparnisse zu machen; fonnte so 11111 so früher ihre Pflichten als Mutter 807 auf sich nehmen. Aber was sie in zwei Jahren zurück Legen konnte จัด ร waren fanm fechzig Frants, Sie war nicht start; die schwere Arbeit entfräftete fie; wiederholt hatte sie ins Spital geheir miiiffen. Ihre Füße waren geschwollen, ihr Unter leib glühte wie Fener, ihr Hals war entzündet, ihr Atem rasselte. Als sie das Spital verlassen, wurde es ihr sehr schwer, eine neue Stelle zu finden. Ihr Aussehen deutete auf die ungenügende Er holung hin und ließ einen baldigen Rückfall befürchten., Wenn man fie in den Dienst nahm, war es zur Probe; man behielt sie einen Monat und schickte sie dann wieder fort. Die Stellenvermittlungsbureaur intereffierten sich nicht mehr für sie, fie reservierten ihr nur noch Bläge in berüchtigten Häusern, wo man die Dienstmädchen schindet, Häufer, die eher einem Zuchthause gleichen, und wo alle Dienstboten fofort hentend wieder davonlaufen. Endlich wurde sie von ihren Qualen, erlöst. In einer Haushaltung von zwei alten privatisierenden Lenten fand sie einen Platz. Hier ruhte fie sich aus und atmete wieder auf; der Dienst war leicht, der Lohn anständig. Es war ein Haushalt mit uur ffeinen Sorgen. Das schwache Tick- tack der Pendeluhr verursachte den einzigen Lärmt. Es war der rettende Hafen für sie. Hier arbeitete Florentine, um ihr Töchterchen wiederzuerhalten. ich auch... erlebt habe... inuner weinen, Sindchen, weinen Ach, Du mein Leben!" Die Mädchen ließen sie endlich frei. Sie ging betrübt und den Kopf schüttelnd hinaus, Die Mädchen tochten in ihren Kesseln Graupen und das Fleisch, das sie zur Feier des Einzugs in die Wohnung gekauft hatten. Als das Effen fertig war und sie es in fleine Blechnäpfe verteilt hatten, weckten sie die Schlafenden. Der eine sagte:„ Warum habt Ihr denn nichts vor das Fenster gehängt?" Er war ein großer Manit, der lebhaft aus den fleinen grauen Augen blickte, durch eine kurze, scharfe Nase ausgezeichnet war vor den andern, deren Gesicht nur die weichen, rundlichen Linien der Slaven zeigte. Eins der Mädchen 30g sofort seinen Rock aus und breitete ihn vor das Fenster. Eine Widerrede erlaubte sich keiner. 08 Sie saßen mun still um den Herd, auf die Erde gekauert oder auf einer Rifte hockend, und aßen ihr Mittag. Da fam plötzlich die Dziura hereingestürzt:„ Ach mein Leben! Der Herr Kommissar! Ach. Mehr fonnte sie nicht sagen. Sinter ihr kam ein Polizeifonuiffar in Uniform mit zwei Schußlenten herein.„ Na ja, da Hente werde ich nach ihr sehen, sagte sie an den Erfundigungs- haben wir sie ja mal wieder! Da fizzt das mun und schnauft tagen. Die Madame bewilligte ihr gern den Ausgehtag, musomehr, ganz gemütlich sieben Mann hoch!... In diesem kleinen, als Florentine versprach, rechtzeitig genug zurückzukommen, um das dumpfen Loch... Sieben Menschen, und natürlich' n paar FrauenDiner noch bereiten zu können. Sie hielt Wort. Um fiinf Uhr zimmer... Ihr seid wohl Unbeständige?.. Na ja, dacht' ich's stand sie wieder hinter ihrem Herd. Aber bei Tisch fragte Madame doch ach was, das wußte ich, als ich Euch durchs Fenster neugierig ihrer Gatten: Hast Du das verstörte Gesicht von Florentine sab verhängt das nächstens besser. Das hat uu feine nicht bemerkt? Ich hab sie überrascht, wie sie den Kopf in ihrer beständige Arbeit und haust dann so rum. Das geht aber nicht, Schürze verbarg. Sie muß Widerwärtigkeiten gehabt haben..." das erlauben wir nicht.. Das könnte Euch so passen, daß wir Ihr Soldat wird ihr eine Scene gemacht haben," sagte der das noch gut heißen, das Herunzichen?... Ja, schafft Euch doch Herr, ein fleiner wohlgenährter Greis, dessen Scherze noch aus dem beständige Arbeit 1" zweiten Kaiserreich datierten. 112 „ Oder, noch wahrscheinlicher, ihr Sergeant ist nicht zum Nendezbous gekommen," erwiderte die gnädige Frau. So lautete der ewig gleiche und unerschöpfliche Unterhaltungsstoff jener Leute, die sich zurückgezogen hatten und sich langweilten. Sie beobachteten die Auswärterin heimlich und brummten vor sich hin, wie Fliegen, die durch die Wärme gereizt sind. Bei der etwas verfalzenen Suppe fagte der Herr boshaft: Man könnte wirklich glauben, daß sie hinein geweint hat!" Madame stimmte mit ihm überein, ja sie that es ihm sogar noch zuvor, indem sie sagte: " Du hast recht, hente abend, schmecken alle Blatten Thränen." Kleines Feuilleton. Ja nach -o- Die Nubeständigen.( Nachdend verboten.) Sie stellten ihre kleinen Kisten in die Ecken, machten die Niemen auf und Holten ihre wenigen Wäsche und Geschirrstücke hervor. Einige legten sich auf Decken, die sie auf die zertretene, ffaubige Diele ausgebreitet hatten. Andere machten sich am Herd zu schaffen im Schein der offenen Grubenlampen, die sie an Nägeln an der Wand auf gehängt. Sie lachten und scherzten, voll Frende, endlich Bis jetzt hatte keiner dem Kommissar widersprochen. Sie suchten nur in Haft und Eile, mit einer gewissen Ergebenheit und Gleichgültigkeit, ihren Kram zusammen. Aengstlich schienen mur die Mädchen zu sein. Als aber der Kommissar sagte, sie sollten sich beständige Arbeit suchen, trat der mit der scharfen Nase vor ihn hin und sagte mit gerunzelter Slivn: Finden wir beständige Arbeit? Finden wir?" Der Kommissar fonnte nicht gleich antworten. Die Frage kam ihm zu unerwartet. „ Schickt uns nicht heute die Grube fort und holt uns morgen nicht eine andere? Schickt uns die nicht auch bald wieder fort, fo daß wir dann an der Chaussee arbeiten müssen? Und schickt uns der Chausseewärter nicht auch wieder fort, so daß wir wieder in eine Hütte oder Grube müssen, die viele Meilen weit fort liegt?" " Der Kommissar wußte darauf nur zu antworten: Baden Sie, paden Sie; ich fann mich nicht so lange mit Euch aufhalten." Der Mann fah ibu ruhig an, in feinen Augen lag Traurigkeit und Zorn. Dann framte er sein Geschirr in seine Kiste. Hageres Weib die Kellertreppe herunter. Nein, die Dziura! Was ste Ehe die Unbeständigen hinausgingen, fam ein fchwarzgefleidetes, mir alles macht. Solche Menschen in meinent Hause!" wissen doch, daß ich nicht allein die Miete zahlen kami... „ Ach, meine Frau Gorczik!" meinte die Alte unterthänig,„ Sie haben ja gesehen, wie die Leute kamen." Und Sie einmal wieder einen heizbaren Raum zu haben. Fast den ganzen Sommier hatten fie in verfallenen Luftschächten und zwischen Schlacken muß Nichts hab ich gesehen; Dziura, Du Alte. Dein Gedächtnis „ Hören Sie Herr Kommissar! Was man sich alles sagen lassen bergen genächtigt. Und auch, als schon die ersten Herbstregen nieder- Nichts ricfelten, konnten sie noch kein feftes, ficheres Unterkommen finden. Wer wollte auch die schmutzigen Arbeiter ohne Möbel aufnehmen? Eine richtige Wohnung hätten sie nicht bekommen. llud als Schlafleute fanden sie auch keine Aufnahme, da alle Familien schon mehr junge Leute beherbergten, als die Polizei erlauben wollte. Schrumpft zufammen, wie das Laub im Herbst, Dziura!" Ach, meine Frau Gorczit, verzeihen Sie aber Ihr Herr Bruder hat die Leute hergeschickt," sprach die Alte noch schüchterner. sich nach der Kellertreppe wandte, wo ein Mann im „ Hörst Du, Kontuy, hörst Du?" schrie die Wirtiu auf, indem Schatten stand. sie Das tann ja gar nicht stimmen, denn ich muß ja die Leute " Ach was, das ist nur ein Mißverständniß!" sagte der verlegen, entlassen der Schladenberg ist ja schon glatt gemacht. Sie haben je auch keine Kündigung es sind ja nur Tagarbeiter, nur Unbeständige." Nun hatten sie doch noch vor Winteranfang eine Wohnung ge= funden! Und vor lanter Uebermint tanzten die beiden Mädchen des Trupps über die drei am Boden schnarchenden jungen Männer hins weg zu den Tönen der beiden Mundharmonikas, die von den am Herd lehrenden Burschen gespielt wurden. Die Schlafenden wachten wohl auf von dem Lärm und den Tritten, schimpften aber nicht, fondern drehten sich nur auf die andere Seite, rückten auch ihr Kopf- innegehalten. Das eine der Mädchen wimmerte, als es hörte, daß Die Arbeiter hatten währene Sieses Gespräche mit dem Baden tiffen, ein Wäschebündel oder eine Rifte zurecht Schnarchten aber weiter zufrieden, in einem gefchloffenen Rann schlafen zu können. ie wieder entlassen seien. Der Mann mit der scharfen Nase warf Die Mädchen tanzten und lärnten weiter, als die alte Dziura, der Wirtin einen verächtlichen Blick zu. Dann fagte er mit er vor der sie die Küche gemietet hatten, hereinkam und bat, sie möchten ungener Ruhe: doch nicht so laut sein. Wenn auch der Herr Kontny, der Obersteiger, fie an seine Schwester, die Besitzerin des Hauses geschickt hätte, so dürften sie doch nicht vergessen, daß es schlechte Menschen auf der Erde giebt, die dem Armen nicht einmal das Dach über dem Kopfe gönnten, die ihn sogar um das Himmelslicht beneiden, Kindchen, Kindchen! Seid ruhig, seid rubig! The wißt nicht, wie die Gorczit, die Schwester des Herrn Obersteigers, ist. Ach, Du mein liebes Leben, was follt Ihr machen, wenn Ihr wieder hinaus müßt ins Wetter? Ach, Du mein Leben, Du mein Leben!" nun doch nach einem andern Ort." Kommt schon- hier ist doch nur Falschheit. Kommt, wir müssen - Ueber die Verbreitung der Hopfenkultur bringt der Globus" folgende Angaben: Verbindet man die Mittelpunkte der jenigen Länder und Gebiete, in welchen bis jetzt der Hopfenbau notorisch mit Erfolg betrieben wurde, durch eine Linie, so erhält man eine Kurve, welche, in Nordamerika beginnend, von den Staaten Michigan und New York nach dem Südwesten Englands zur Graffchaft Hereford führt. Von dort erstreckt sich die Linie mit Unterbrechung nach der Südwestecke Englands durch Sent, tritt von da fast direkt östlich nach Belgien ein, geht Halt lachend, halb weinend, mühsam nach Luft ringend, ließ im Bogen südöstlich durch Lothringen und Elsaß, um mit sich die Dziura mitschleifen:„ Ei, Du mein liebes Leben, mein der Biegung Hagenau, Rottenburg, Spalt nach Böhmen über Leben... soll ich auf meinen wodligen Senochen noch Saaz aufzusteigen, mit Unterbrechungen durch Schlesien in das tanzen? Ei, mein Leben, Ihr werdet sehen. es nimmt fein gutes. Ende.. Nach Lachen fommt immer Weinen Hört auf mich... Kindchen Fcy_bin cine... alte Frau.... Es ist... immer so gewesen, so viel. Sie wollte die Thür ihrer Kammer wieder zuziehen. Da faßten die Mädchen fie um die Hüfte und rissen sie mit herum. Gebiet von Reutomischt überzutreten und ihr Ende in der Gegend von Allenstein in Ostpreußen zu finden. Nimmt man noch die Altmart und Steiermart, wie einige lleine unbedeutende Hopfenbauinseln hinzu, so ist dies das gesamte Gebiet dieser Kulturen. Man 808 fam also sagen: in Europa reichen die Anbangrenzen des Hopfens| nun in den letzten Jahren an deutschen Bühnen Neueinstudierungen zwischen den 46. und 60. Grad nördl. Breite; im Osten Amerikas Mozartscher Opern entgegengewirkt; München dürfte hier vorans ist die Hopfenzucht auf dem Areal zwischen dem 36. und 45. Grade gegangen sein. U. a. hielt man dabei darauf, daß neben den zwei vorhanden, im Westen reicht er vom 38. bis 55. Grade nördlicher seither alleinherrschend gewordenen Gesangsformen in der Oper: Breite. Die Gesamt- Hopfenproduktion der Erde stellt sich im großen dem Melodienstück und dem vom Orchester begleiteten melodiösen Durchschnitt gegenwärtig auf 2 Millionen Centner. Deutschland er- Recitativ, auch die damalige dritte Form: das bloß vom Klavier zeugt und verbraucht davon am meisten; es bringt allein 30,2 Proz. begleitete, dem Sprechtonfall nähere, das sogenannte Seccohervor und konsumiert 23,3 Proz. Amerika und Australien Tommen Recitativ, wieder in seine Rechte eingesetzt werde. Die ihm am nächsten mit 25,8 und 25,8 Proz. Für England stellen sich dadurch herbeigeführten Abstufungen im Verlauf eines Opern die Zahlen auf 24,0 und 31,2 Proz. Erwähnenswert ist ferner nur werkes geben diesem eine ganz besonders tünstlerische noch Destreich mit 9,6 und 7,8 Proz. Was die Geschichte des Hopfen Ausgeglichenheit. Wie sehr sich die Fürsorge für einen solchen baues betrifft, so stammen die ersten Angaben über den Hopfen Vorzug gerade bei Mozart lohnt, war am Donnerstag in mehrals Kulturpflanze aus der Zeit der Karolinger. Aufschluß über fachem Sinn zu merken bei einer neueinstudierten Aufführung der die Zeit, um welche die Hopfenbiere in Deutschland allgemein tomischen Oper Cosi fan tutte" im alten Opernhaus, in wurden, giebt eine Urkunde, in welcher Kaiser Karl IV. im Jahre der Bearbeitung von H. Levi, die altes Unrecht wieder gut macht. 1364 dem Bischof von Lüttich und Utrecht auf seine Klagen wider Kapellmeister Strauß und das Orchester wurden der Mozartschen die feit 30 bis 40 Jahren üblich gewordenen neuen Biere mit Hopfen für jedes eingeführte Faß Hopfenbier zur Entschädigung einen Groschen einzuheben gestattet. Obgleich der Hopfenbau im allgemeinen im Laufe der Zeit vorwärts gegangen ist, so möge doch noch erwähnt werden, daß derselbe aus manchen Gebieten, wo er früher blühte, später wieder verschwunden ist. Theater. Psychologisches. SZ. Mufit in erfreulichster Weise gerecht; jene Recitation begleitete der Dirigent, wie es Sitte war, an einem jener Zeit entsprechenden Klavier, meisterlich auch darin. Im übrigen zeigte die Aufführung wieder das Glück, das unsere Oper genießt: durch einige hervor ragende Kräfte vor dem Niveau geschützt zu sein, das sich hier sonst zeigen könnte. Die drei Sängerinnen Herzog, Rothauser und GradI wirkten so sehr im Geiste dieses allerliebsten Rococoſtückes und so einheitlich, so ausgeglichen in Das Schaffen des Schauspielers. Unter diesem fich und miteinander, daß dadurch allein fchon ein Titel hat Ferdinand Gregori, den unsere Leser als Mit- günstiger Eindruck sicher war. Von den drei Sängern glied des Schiller- Theaters kennen, bei Dümmler in Berlin ein sehr enüpfer, Hoffmann und Grüning ivar beides Bankenswertes Buch erscheinen lassen. Die Schauspielkunst ist die etwas weniger zu sagen, von dem letztgenannten auch deswegen, jenige Kunst, über die heute am meisten geschrieben und am weil seine Stimme schon für sich nicht recht ausgeglichen erschien. wenigsten gesagt wird. Ergreift nun ein darstellender Künstler das Abgesehen davon kam das, was vielleicht den Hauptvorzug dieses, Wort, hat man unter allen Umständen einen Sachverständigen vor sich, vorläufig gänzlich ungealterten Werkes ausmacht: die ideale musiSer da auch anregend wirken kann, wo man ihm nicht zuzu- kalische Ausgestaltung des Dialogs und des Zusammenspiels, im stimmen vermag. An Gregori ist vor allem die Wärme ganzen sehr gut zur Geltung. Die Intimität, die in dem Werke und Wucht sympathisch, mit der er sich gegen alle Verlogenheit in steckt, die in seiner Wiedergabe enthalten sein soll, und die diesmal der Kunst wendet. In einer Zeit, wo der nichtigste Theaterklatsch auch thatsächlich in beträchtlichem Maß zum Vorschein fam, muß die Spalten der Bresse füllt, wo hunderte von Schauspielern sich von allerdings immer unter der räumlichen Größe unseres Opernhauses eben diesem nichtigen Gerede gefangen nehmen lassen, ist es sehr er- leiden. Ein Theatergebäude wie das selber noch ins Rococo zurüc freulich, einen Darsteller zu finden, der seine Kunst wie ein ernster reichende Münchener Residenztheater thäte hier not, auch wenn ein Mann, nicht wie ein eitler Tanzlehrer betreibt. In dem ersten Teil solches ganz wohl als Schöpfung unserer Zeit mur eben der des Buches, der rein theoretische Ausführungen enthält, rechnet er künstlerischen, nicht der geschäftlichen und gesellschaftlichen Mächte mit großer Entschiedenheit die Schauspielkunst zu den produktiven unserer Zeit angelegt sein könnte. Minsten. Das thue ich auch, nur daß Gregoris Begründung unserer gemeinsamen Behauptung die theoretische Schärfe vermissen läßt. Er meint, nur wer selbständig einen im Drama niedergelegten Charakter durchzuempfinden usw. vermag, ist Künstler." Damit setzt gk. Die Macht der Einbildung. Der Psychologe er aber den zu beweisenden Punkt stillschweigend voraus. Ob und Slosson berichtet in der Psychological Review" über ein seltenes inwieweit der Schauspieler dem Dichter selbständig gegenüber Experiment, das beweist, welche Rolle die Suggestion im Urteil einer stehen kann, das eben ist die Frage, auf die es ankommt, größeren Anzahl von Menschen spielen kann. Das Experiment ivenn man wissen will, ob die darstellende Kunſt eine wurde in der Universität von Wyoming gemacht. Ich hatte produzierende oder nur eine reproduzierende sei. Wie gefagt: erzählt Sloffon- eine mit destilliertem Wasser gefüllte ich bejahe sie, wenn mir der Raum auch leider nicht ge- Flasche, die sorgfältig in Baumwolle verpackt und in einer Nach einigen anderen Experimenten stattet, meine Begründung der verfehlten Gregoris entgegen Stifte eingeschlossen war. zufegen. Was er über das Stadium der unmittelbaren Empfinding, im Laufe eines populärwissenschaftlichen Vortrages erklärte der Reflexion und der Verschmelzung beider sagt, ist gut und richtig. ich, daß ich mir über die Schnelligkeit, mit der sich ein Geruch in Mir hat vor allem seine Stellung zum Stil des Detailrealismus der Atmosphäre des Saales verbreiten würde, klar zu werden Freude bereitet. Er ist natürlich weit entfernt, die Bedeutung und wünschte, und ich bat die Anwesenden, die Hand zu erheben, sobald die Verdienste dieser Richtung zu lenguen; aber er sicht in fie einen Geruch gewahr würden. Ich packte dann die Flasche aus ihr nicht die Vollendung.„ Es ist ohne weiteres klar, daß die und goß das Wasser auf die Baumvolle, während ich den Kopf modernen Stücke vie alt die Phantasie des Zuschauers so dabei wegdrehte; dann nahm ich eine Uhr mit Sekundenzeiger und auch an die des Schauspielers und an feine Technik erwartete das Resultat. Ich erklärte, daß ich absolut sicher wäre, recht geringe Anforderungen stellen, daß also für die niemand im Auditorium hätte jemals schon den Geruch dieser chemischen Schauspieler in dieser Richtung keine gedeibliche Fortentwicklung Mischung kennen gelernt, die ich auf die Baumwolle gegossen hatte, möglich ist. Ihre Phantasie wird nicht mehr gepflegt..., weil der und ich sprach die Hoffnung aus, daß, wenn auch der Geruch start mit der Novelle liebäugelude Dramatifer, der jede Kleinste Wahrheit und merkwürdig sein sollte, er jedenfalls niemand unangenehm be feiner kleinen Welt registriert, dem Darsteller soviel Material an die rühren würde. Nach Ablauf von 15 Sekunden erhoben die meisten Hand giebt, daß nenes hinzuzuthun überflüssig wird. Wie anders der Anwesenden, die in den vordersten Reihen saßen, die Hand, und Shakespeare und Goethe, die mit Parenthesen fargen im Vertrauen nach 40 Sekunden hatte der Geruch" sich bis in den hintersten Teil auf die tiefe, weite Wahrheit ihrer Werke." Mit diesen des Saales verbreitet. Drei Viertel ungefähr des Auditoriums erWorten hat Gregori allerdings recht, wie er auch recht hat, flärte zu diesem Zeitpunkt, den Geruch zu empfinden. Wahrscheinlich wenn er mal wieder den zeitgemäßen Beweis bringt, daß eine ge- wäre noch eine größere Zahl der Anwesenden der Suggestion zum Tungene Hamlet- Aufführung immer mehr bedeute, als selbst die vor Opfer gefallen, wenn ich nicht genötigt gewesen wäre, das Experiment trefflichste Wiedergabe von Halbe's" Jugend." Sehr starke und zu unterbrechen, weil einige der Zuhörer in den vordersten Reihen eben darum sehr erfrischende Worte findet er gegen die gewissenlosen infolge des strengen Geruches"- aufingen, sich übel zu befinden Birtitofen, gegen den Schund von dramatischen Lehrern, der den und den Saal verlassen wollten". jungen Schauspielern für teures Geld ihr Talent verdirbt, gegen den Hervorruf und gegen manches andere, an dem die Bühne krankt, Im zweiten Teil der Arbeit bietet Gregori sozusagen eine praktische Probe auf seine theoretischen Ansichten, indem er die Bühnen S' Gewissenhaft. Aber, Herr Professor, g'rab fan S darstellung der Hamlet- Rolle in allen Stadien und Einzelheiten be von an' Berg abg'stürzt und glücklich mit heiler Haut davon'komma, schreibt. Ich kann nur sagen, daß ich in der Grundauffassung des und jetzt wollen S' schon wieder' nauftrageln!" Hamlet mit ihm übereinstimme, daß ich aber manche Auffassungen und Auslegungen im Detail zurüdweisen müßte. Ein Streit, der zu einer Entscheidung führte, läßt sich an dieser Stelle natürlich nicht ausfechten. Zusammenfassend sei das anregende und warmherzige E. S. Buch aufs beste empfohlen. Musik. " Humoristisches. " Ja will nur messen, wie hoch ich' ritergefallen bin!" Kinder, streitet doch nicht fortwährend! Ich und Papa streiten uns ja auch Euch nicht Wahrheitsliebend. immer!" Aus einem Roman. Mutter: So, nun sind Sie wieder In unserer Zeit der Pflege Beethovens und Moderner ist Gefahr Sie selbst", fagte er und beachtete sie mit ungeheucheltem Wohl vorhanden, daß der allermeisterhaftefte Beherrscher des mufitalischen gefallen durch seine goldene Brille, die neben ihm auf dem Klanges und Ausdrucs, Mozart, zurückgesetzt werde. Dem haben Tische lag. ( Flieg. BI.") Berantwortlicher Redacteur: Heinrich Wenker in Groß- Lichterfelde. Drud und Verlag von May Bading in-Berlin.