Mnlerhaltungsblatt des orwärts S'tr. 239. DoimerSwg, den 7. Dezeinber. 1899 (TaittiuvucT ocrOoten.) Eheleuke Skvouhal. , 10] Erzählmig vou M. A. S i in ü c e k. Deutsch von Franta Hüjck. Der schneidende Wind brachte mit einem Male von* der Fabrik den Alang einer schrillen Glocke, durchdringend und weit hörbar. Ein gerade voriibergehendcS Mädchen begann schnell zu laufen, gleich hinter ihr rief irgend ei« halbwüchsiger Bursche, das; sie ans ihir warten möchte, und schon begann auch er zu laufen. Dann wurde es wieder still. Nur aus den »inliegenden Hütten hörte man noch ab und zu cineil Hund bellen, Gänse schnattern oder de» Hahn Kühen. Doch das dauerte nicht lauge. Von der entgegengesetzten Seite vernahm man bald Schritte. Da ging ein Mann, da ein Weib, dort ein Kind. Alle eilten sie nach überftandener Schicht ihrem Heim zu. Bald wurden es schon viele, und der Strom der Heimkehrenden ivurde chichter und lauter. Aus dem Haufen vernahm man erregtes Plaudern, halb im Zorn/ halb jammernd, und wiederholt wurde Stybliks Name ausgesprochen. Die Frau hatte den Aschenmann gekannt, hatte jedoch keine Ahnung davon, was sich mit ihm zugetragen hatte lind warum man so erregt vou ihm sprach: „Aber solch ein Tod, das ist doch entsetzlich!" hörte sie jetzt ganz deutlich einen Mann sagen, der mit seinem Weibe vorüberging. Der Atem stockte ihr und fieberhaft horchte sie, was die Frau darauf antworten würde.„Möglicherweise war er vorher schon erstickt, bevor er verbraunte." hörte sie diese sagen. Nun konnte sie nicht läuger an sich halten. Sie trat auS dem Schatten hervor, erreichte die Frau, und sie am Aerinel festhaltend, fragte sie mit zitternder Stimme, der man die Aufregung und Ermüdung der letzten Nacht an- hörte: „Wer?" Verwundert blieb das Weib stehen und erkannte nun die Fragerin. „I— schaut daher, die Strouhal!" sprach sie, anstatt zu antlvorten.„Da seid Ihr ja wieder gekommen?" „Wer ist verbrannt?" srug die Frau deS Obcrheizerö wieder. Die Stimme wollte ihr versagen. „Styblik. Wistt Ihr denu das noch nicht?" „Wo iit er verbrannt?" „Im Aschenhaus." „Und... sonst... sonst ist nichts geschehen?" „Nein. Es ist au dein eiueu Unglück genug." Erleichtert atmete die Frau auf. Gleich aber begaim sie sich nach den näheren Umständen zn erkundigen, vielleicht ans nngeborener weiblicher Neugierde, vielleicht auch, um etwas vou Strouhal zu erfahren. Zum Erzählen sind alle Fronen schnell bereit, besonders wenn es sich um einen interessanten Fall handelt, der dem Zlchörcr noch nicht bekannt ist. Darum erzählten die beiden von dem schrecklichen Ende des.Schblik mit gründlichen Einzelheiten, was sie jedoch nicht hinderte, die nachkommenden Bekannten herbeizurufen:„Da schaut her, die Strouhal ist gekommen!" Bald hatte sich um sie herum ein Häuflein vou Frauen angesammelt, die alle durcheinander sprachen nnd die sich vordrängenden Milder zurückstießen, bis mit einem Male alle verstummten. Aus dein Hansen rief eine Mäimerstimme:„Eure Frau ist wieder- gekommeu. Oberheizer!" Die Weiber machten Platz, die 5li>ider schmiegten sich an die Mütter. Mit raschem Schritt trat der Oberhcizer näher und blieb einen Moment vor ihr stehen. Dann schlug er den Arm um seül Weib lind zog es au seine Brust. Sie legte die Arme um seinen Hals, imd den Kopf an seiner Brust bergend, begann sie zu schluchzen. Mit einer Hand nach dem nächsten Llindc fassend, mit der anderen die Frau haltend, führte Strouhal alle in sein Hans. Bald darauf erschien auch Licht hinter den bisher dunkel gebliebenen Fenstern. Nur langsam zcrstrentcu sich die draußen Gebliebeilen. Stniiiin und verwundert blickten sie Strouhal und der heim- lkehrendeu Frau nach. Alle hatten sie ein anderes Willkommen crivartct, waren auf Zank und Schinipfen gefaßt, nun ging alles glatt vorüber, und nur ein paar Thräneu wnrden ver- gosseil............ �,Laß es gut sein", meinte einer von den Männern. „Sobald sie allein sind, wird er ihr den Standpunkt schon klar inachen!" Sie blieben noch stehen nnd lauschten mit verhaltenem Atem, damit ihnen ja kein Wort entginge, aber in dem Hause, aus dem jetzt das Licht freundlich strahlte. blieb alles ruhig. Gern hätten sie einen Blick ins Innere geworfen, aber die weißen Vorhänge, die die unteren Fenster verhüllten, wehrten jeden Einblick... Endlich mußten sie doch gehen. Alle froren sie an Häudeil und Füßen, uild nachdem die Männer, denen die Geduld früher ausgegangen war, abgezogen, mußten sich auch die Frauen, wenn auch nur mit schwerem Herzen, entschließen, ihnen zu folgen.. Die Neugierde, über Stronhals Angelegenheiten etwas Näheres zu erfahren, war unter den Leuten so groß, daß man die schauerliche Begebenheit mit Styblik beinahe vergessen hatte. Aber es nützte alles nichts, auch die letzten mußten endlich ihres Weges gehen, wobei sie über nichts anderes sprachen als über die Eheleute Strouhal. Die Frau und die Kinder führend betrat Strouhal als erster die Wohnstube. Er ergriff die schwieligen Hände der Frau lind blickte ihr in die thränendeu Augen und in das schmorzvcrzogene Gesicht. Auch seine Augen wurden feucht, als er begann:„Das ist brav von Dir. daß Du gekommen bist. Ich wollte heute zu Dir und wollte Dich abholen: so ist mir der Weg erspart worden." Bei diesen Worten rollte ihm eine Thräne in den Bart.„Aber setze Dich doch, Du bist ja zu Hause, bist müde, So einen weiten Weg mit den Kindern und nachts! Warum hast Du nicht gewartet, bis es Tag wurde? Konntest Du niemand l'ekoinmen, der Dich heimgefahren hätte?..." lliid so folgte eine Frage auf die andere,»vährcnd die Frau schluchzte Und' nichts hervorzubringen vermochte, als die durch Thräneu halb erstickten Worte:„Verzeihe mir l... Sei mir nicht»lehr böse... Jage mich nicht fort von Dirk" Strouhal wandte sich nun an die Kinder und das Kleinste ans deii Schoß nehmend, erfuhr er von den kleinen Plauder- taschcn mehr, als ihm die beschämte Fran zu sagen vermocht Hütte. Sie alle begannen zu erzählen, verschwiegen nichts, schilderten alle Einzelheiten ihres Heimweges, dann ihr Leben in Truchlin, und wie sie es dort— schlecht hatten. Sie beklagten sich über die Czerinaks und erzählten von der Mutter, wie sie ininier geweint, und ihnen schließlich auf ihr Bitten versprochen halte, sie wieder zurück, nach Hause zum Vater führen zu wollen. Und da wären sie gerne gelaufen durch Nacht und Schnee,' und hätten sich gar nicht gefürchtet, nild was es jetzt für große Freude wäre, daß sie nun da Ware», zu Hanset „Und jetzt bleiben wir immer bei Dir, Vater, und gehen nicht mehr fort," bemerkte Bartscha. „Und Du Mutterl?" fragt» Strouhal zärtlich, und legte den Arm um sein Weib. „Auch ich bleibe immer bei Dir," sprach sie leise und als sie in seine guten Augen sah, begann sie aufs neue heftig zu weinen. Strouhal zog sie näher an sich und strich ihr weich mit den Fingern die unter dein Kopftuch hervorquellenden Haare von der Stirne zurück. Dieser rührende Augenblick gegenseitige» Zusaimnenfließcns zweier unverdorbener Seelen in Liebe und Glück wurde jedoch bald durch eine� prosaische Bemerkung unterbrochen. Manechen, das sich noch am meisten an die Mutter hielt, zerrte plötzlich energisch an deren Rocke und sagte Plötzlich mit ihrem lieben Stimmchen:„Ich habe Hunger!"> J Man begann, sich nach etwas Genießbarem umzusehen. Brot und kaltes Fleisch war da und befriedigte wohl die Kinder, aber die Erwachsenen fühlten ein Bedürfnis nach effvas Warnten. Die Frau ging hinaus, holte ein Bündel Kleinholz und wandte nun, um mich ihrer inneren Bewegung Herr zn werden, ihre ausschließliche Sorge dem Ofen zu. in dem bald ein Feuer lustig prasselte. Das war für alle in diesem Augenblick auch die schönste Musik. Die Kinder drängten sich an den Ofen, und selbst Strouhal stellte seinen Stuhl dicht heran. Die Uhr schlnx sieben. Mit ivohligem Behagen beobachtete Strouhal sei» Weib. Wie flink es sich davorihmdrehte, undwieihre — 954— Wangen vor innerer Erregung zu glühen begannen, während die immer lebhafter dreiublickenden Augen von einem zum andern schweiften I Jetzt trat die Frau an den Schrank, ent- nahm demselben mehrere Teller und Löffel und stellte sie auf den einfachen Tisch zwischen dem Ofen und den Fenstern. Bald stand auch eine große Suppenschüssel in der Mitte, der ein angenehmer Dust entstieg. Eine Bank wurde an den Tisch geschoben, an die sie die Kinder setzte, die älteren nebeneinander, während sie Mariechen neben sich behielt. Dicht an ihrer Seite nahm auch Strouhal Platz, und sein Gesicht strahlte in Glück und Behagen. Den Kindern leuchtete die Freude aus den Augen. Das Bewußtsein, zu sein, wo sie sich satt essen und spielen konnten, ohne die ewig un- freundlichen Mienen und Scheltworte fremder Menschen be- fürchten zu müssen, erfüllte sie mit. Jubel. Wie ganz anders war der Vater zu ihnen, so gütig und freundlich I Strouhal schien durch die Nachtarbeit keineswegs ermüdet zu sein. Dafür Hatto seine Frau gerötete Augen und unter ihnen dunkle Ringe. Trotzdem kräuselten sich ihre noch etwas blassen Lippen jeden Augenblick zu einem glücklichen Lächeln. Wie lange hatte sie nicht so glücklich gelächelt! Selbst die Amsel begann in ihrem Käfig am Fenster lustig zu pfeifen, als wollte auch sie ihre Freude an den Tag legen, daß die ganze Familie wieder einmal nach langer Trennung bei- fammen war. X. Nachdem Strouhal gegessen, legte er seinen Arm um den Nacken der Frau und vertiefte sich in den Anblick ihres Gesichts. „Wie müde und nbernächtigt Du anssiehft," sprach er weich.„Geh' und lege Dich ein wenig nieder, auch die Kinder sollten noch schlafen gehen." „Bartscha und Tonik werden mir helfen müssen. Es muß gründlich ausgeräumt werden, die Fenster sind voll Staub, der Tisch, der Fußboden, alles niuß gescheuert werden," erwiderte die Frau und stand auf. „Das hat aber noch Zeit, morgen ist auch noch ein Tag. Wirst doch Dich und die Kinder nicht schon heute wieder plagen wollen?" „Es muß aber heute noch geschehen!" „Aber warum denn?" „Weil ich der Rehak versprochen habe, ihr morgen bei der Wäsche helfen zu wollen." antwortete die Frau verlegen. „Ja, bedarf sie denn der Hilse?" „Sie meinte nur so." „Also, warum versprichst Du so etwas?" bemerkte Strouhal verdrießlich. „Warum sollte ich ihr nicht gefällig sein?" „Nun, es wird sich doch aus übermorgen verschieben lassen." „Es geht nicht!" «Wir können es wenigstens versuchen. Warte, ich will sie fragen!" Und Strouhal schickte sich an, hinaus zu gehen. „Ich bitte Dich, bleibe hier und gehe nicht—" hielt ihn erregt die Frau zurück. „Und warum nicht?" „Weil es nicht geht!" „Ich will ihr nur sagen, daß Du morgen nicht kommen kannst." „Sage nichts. Ich kann ihr das doch nicht abschlagen. „Dann thue ich es." Strouhal griff wieder nach der Thürklinke. „Nein, ich bitte Dich, ich will nicht, daß Du hin gehst. „Aber waruni?" „Es ist alles umsonst. Ich muß morgen hingehen." „Nein, Du gehst nicht hin!" „Dir kann es doch gleich sein. Du sollst dadurch nicht verkürzt werden", sprach die Frau, durch das Verbot des Mannes gereizt.„Du wirst mir doch nicht zumuten wollen, daß ich meine Kinder von Dir allein ernähren lasse!" Strouhal blickte die Frau durchdringend an und ging, ohne weiter ein Wort zu sprechen, hinaus. Er ging direkt nach dem Nachbarhaus, wo Rehaks wohnten. In den Augen der Frau, die ihm nachblickte, zuckte etwas wie Trotz und Unnachgiebigkeit auf. Schweigend und eilig begann sie aufzuräumen. Die Kinder sahen ihr wortlos zu, der Vogel hielt inne in seinem Pfeifen. Nach einer Weile kehrte Strouhal zurück. Er schlug die Thür hinter sich etwas heftiger zu und trat mit unterdrücktem Unwillen an die Frau heran: „Nun sei aber doch so gut, und lasse es jetzt. Gehe doch schlafen, und die Kinder auch." „Tu weißt es ja, daß ich nicht kann. Die Rehak wird es Dir doch gesagt haben." Jetzt konnte Strouhal nicht mehr an sich halten. Er be- gann laut und heftig zu sprechen, wobei er schnell durch die Stube hin und her schritt, während seine Hand im Barte wühlte. „Ja, sie sagte niir, daß Dn morgen mit ihr ins Schloß willst, um dort waschen zu helfen, daß Du Dich wieder zur Arbeit verdingen willst." Auf die letzten Worte legte er einen besonderen Nach- druck.„Du gehst aber nirgends hin!" sagte er kurz. „Und warum soll ich nicht gehen? Ich versäume hier ja nichts!" „Weil ich— hörst Du?— weil ich nicht will, daß niein Weib sich als Taglöhnerin verdingt." Wieder sprach er die letzten Worte mit Nachdruck. lForrietznng folgt.) » dein durch eine große Lampe hell erleuchteten und mit buntem Papier lustig geschmückten Dreifuß des Mannes die leckersten in Zucker und Fett fchwim,ne>idei» Sachen ans. Der Abend naht heran. Schon sind die Handiverksbiiden und die meisten Geschäfte geschlossen. Der Mnesin läßt seine Ansforderuiig zum Gebet von der Höhe des Minaret erichalle»». Für den Moslem ist die Zeit der Arbeit und des Gelderwerbs vorbei. Die Frommen knien mtf der Stekke nieder zum Abendgebet oder gehen in die nächste Mcsdschid, uin dasselbe dort zu verrichten. Dann füllen sich die Cafes und Buden der Motakcbi- Ver- käufer. Die Hannale, die Pferdetreiber, die stehenden und ambulanten Verkaufer, die den ganzen Tag bis über die Knöchel im Schmutze watend verbracht habe», fitzen behaglich bei Kaffee und Cigarerle zusammen, plaudern oder lauschen einem Zeitungsvorlcser oder Erzähler, der ihnen von seltsamen Dingen und Leuten erzählt. von Sultanen, geraubten Priuzessiuueu und mutigen Helden. Das Erzählen von Märchen findet namentlich während der Nainasanzeit statt, weint nach dem zwölfstündigen Fasten der Sonnentiutergaug die hungrigen Moslinis zum Jftar-Mahle und sodann zu Tanz, Spiel und gemeinsamer Ergötznng versammelt. Die Straffen versinken jetzt in Dunkel. Nur in Gakata unten entzünden sich die Laternen an den Ense Cbnntants(ober Ense Scheita» d. h. Tenfels-Cafo) nnd an noch schlimmeren Orten der Ausschweifung; während oben in Pera Theater, Tingeltangel und Spielhöllen ihre Gäste anziehen. Der müde Mann der Gasse streckt sich auf sein Lager, um in der Frühe sein Tagewerk wieder zu beginnen. Nur noch ein Rtif ertönt dranffen. Das ist der Salcpvcrkänfer, dessen warmes Getränk als Panacce für alle Erkältungen nnd Beschwerden der kalten Jahreszeit angesehen wird. Sein lang gezogener Ruf: Sa-a-le-ep ist noch bis spät in die Nacht biuein vernehmbar und vermischt sich mit dem dumpfen Ton des Stabe-?, mit dem der Bcktschi oder Nachtwächter ans das Straffen- Pflaster stampft. Der Regen hat aufgehört und die Sterne blinken am Himmel. In der Ferne sieht mau die Palastfronten an den Ufern des Bosporus im Glänze einer Illumination strahlen. Morgen ist die Leilet-nl regaib, die Nacht der Wünsche,' ein hohes Fest des Islam. Was Ivnnschcn sich die müden Seelen der Männer der Arbeit auf ihrem Lager, das ihnen auf dem Fußboden irgend eines dunklen, inieltenerjullten Loches von Zinimer bereitet ist? Ich fürchte,- ihre Wunsche hallen sich in zu bescheidenen Grenzen, als daß das intcr- nationale Proletariat schon i» ihnen Mitkämpfer erblicken dürfte. Aber muß es denn ewig so bleiben?— Meines LeuMekon. Icg. Ei«» Maler ohne Arme.„Wenn Raphael ohne Anne ge- boren wäre, so wäre er doch der große Maler geivorden,"— daß man gegen diesen viclumstrittenen Satz nicht praktische Gründe ins Feld führen kann, beweist der Fall eines belgischen Künstlers Charles Frantzois Fcln, von dem eine englische Monatsschrift folgende Thnt- fachen mitteilt: Felu wurde am 2ö. Juni 1830 in Waermaede bei Courtrai in Nordflandcrn ohne Arme geboren. Seine außerordent- lich geschmeidigen Beine und Füße ersetzten ihm aber bald die fehlenden Glieder. Eine seiner frühesten Erinnerungen ist es. wie er im Garten sitzt und seine Mutter ihn lehrt, mit seinen kleinen Zehen die glänzenden Blumen zu greifen, die er so gern hatte. Bald lernte er. sie selbst zu pflücken, und da er diese Art des Unterrichts stetig fortsetzte, wurden ieine Fiiffe bald biegsam nnd branchbar. Fcln hat dann studiert und wollte eine Stellung als Beamter in Gent bekleiden. Da verschiedene Um- stände dies aber verhinderten, wandte er sich der Kunst zu, die ihn immer angezogen hatte, nnd im Alter von 2ä Jahren begann er, in Antivcrpen sich der Malerei zu widmen. Mit seinen Füßen hat er mehrere Hundert der Mcisterivcrke, die dort zu finden sind, kopiert, und Proben seiner Kunst, Originalwcrke wie Kopien, sind. in der ganzen Welt zerstreut, besonders in Ainerika. Wenn'man diese Gemälde.betrachtet,, kann man sich kaum vorstellen, daß sie mit dem Ftiß und nicht mit der Hand gemalt sind, so sicher ist die Zeichnimg. so fest der Strich. Der Maler trägt ans de» Füßen Socken, die HalbhaNdschnhen ähnlich sind nnd die Zehen frei nnd unbedeckt lassen; ein Paar Pantoffeln stehen immer neben ihm. Bciin Malen lehnt er sich etwas zurück, damit er den Fuß zur Höhe der Staffelei erheben kann. Er öffnet den Malkasten, mischt die Farben ohne Schwierigkeit und arbeitet mit einer derartigen Leichtig- leit, daß mau bei dem ungewöhnlichen Anblick merkwiirdigeyveisc aar nicht betroffen ist. Die Palette hält er mit der großen Zehe des linken FuffeS, die er wie einen Daumen durch die Oeffnung steckt. Mit dem andern Fuße handhabt er den Pinsel mit erstaun- lichcr'Geschicklichkeit, und trägt die Farben schnell und sicher auf. Gauz sonderbar sieht es auS, wenn er sein Taschentuch mit der größten Eleganz aus der Rocktasche zieht und den Kopf beugt, um es ohne jede Mühe zu gebrauchen. Ebenio bedient er sich beim Essen der Messer nnd Gabeln und schneidet sich alles allein vor. Noch erstaunlicher ist es. daß er sein eigenes Trinkglas handhabt. Bis zu den letzten Jahren hat er sich immer selbst rasiert, und zlvar ohne sich je zu verletzen. Treppen hinaufzusteigen wird ihm dagegen schon schwerer, er muß sich dabei an der Wand stützen. Sein größter Aerger ist es, daß er über die Knopflöcher nicht Herr werden kann.... Felu hat sympathische, kluge Züge. Er hat ein regeS Interesse für Litteratnr, und neben zahlreichen Versen hat er auch selbst verschiedene Lustspiele ge- dichtet, von denen eines mit Erfolg in Antwerpen aufgeführt wurde. Jni Jahre 1874 kam er nach London, Ivo er in der Nationalgalerie und im Kcnsington-Muscum kopierte. Durch seine besondere Stellung und sein Alter— er ist jetzt fast 70 Jahre alt— ist Felu fast eine historische Figur in Antlverpen gelvorden. Man kann ihn oft im Museum a.veiten sehen.— — Von seinen Wanderungen in Island erzählte der Amerikaner H a n s o n in der letzten Sitzung der„Gesellschaft für Erdkunde". Wäbrcnd sonst die Reisen in Island zu Pferde gemacht werden, ist der Vortragende zu Fuß gewandert und hat auch die vielen reißenden Flüsse, so weit nicht schon Brücken, Fähren u. dergl. vorhanden waren, durchwatet— ein Beginnen, das keineswegs ohne Gefahr ist. Eine eigentümliche Vorrichtung zum Ucberschreiten breiterer nnd tieferer Flüsse ist die sogenannte Klane, ein Systeni von straff über den Fluß gespannten Tauen, an denen mittels eines Haspels ein großer, starker Kaste» über den Fluß gezogen Ivird. In diesem Kasten sitzt der Reisende. Pferde müssen das Wasser dann durchschlvimme» und werden dabei von der reißenden Strömung meist sehr weit stromab ge- trieben. In jüngster Zeit modernisiert sich das Land rasch. Die neueren Häuser machen einen schmucken Eindruck. Sie sind gewöhn- lich mit Wellblech gedeckt, während das typische alte isländische Bauernhaus ein Dach aus Steinen, Erde und Grasplaggcn hat. Auf diesem Dache wächst das Gras meist so üppig und das Dach ist von außen so leicht bestcigbar, daß man nicht selten Pferde oder Schafe darauf weiden sieht. Diese alten Bauernhäuser pflegen fünf Jnnenrämne zu haben; davon sind zwei gedielt, das Familicnzimmer nnd das Fremden- zimmer. Bei aller Einfachbeit findet man doch schon einzelne Gegenstände des Komsorts, namentlich zuweilen ein Har- monium. Geheizt wird aber nicht. Die Tracht der Leute ist sauber nnd nett, sehr bübsch ist namentlich die Festtracht der Frauen. Die Wegeverhällnisse bessern sich neuerdings auch: während biS vor kurzem Überhaupt noch leine künstlichen Wege vorhanden lvaren, vielmehr der Verkehr sich einfach in den von den Pferden ans- getreteiun Pfaden bewegte, wird jetzt eine Landstraffe nach der andern angelegt. Die Güterbeförderung erfolgt einstweilen noch ans Pferde». Schwere Gegenstände müssen im Winter über den Schnee geschleift werden. Die Bewirtschastung des Bodens ist ziemlich unbequem. In der Natur ist nirgends eine platte Grasnarbe vorhanden, sondern daS Gras wächst in einzelnen starken Büscheln(Bülten, Plaggen). Will der Bauer nun eine Wiese anlegen, so plaggt er diese Büschel ab, ebnet den Boden und besäet ihn. Der Vortragende zeigte mit Hilfe des Skioptikons die ge- walligen Henvorrüte ans den Bauernhöfen, ebenso typische Land- schaflen, Wasserfälle und dergleichen aus dem Innern, namentlich auch das Lavafeld von 187ö'. das wegen seiner Rauheit und Zer- klüflnng. sowie wegen der scharfen Gcsteiuswände mir sehr schivc» zu überschreiten ist.— b. TaS LichtbediirfniS der Weltstadt. Vor 200 Jahren war ein Bedürfnis nach Licht nur in ganz geringem Maße vorhanden; für den Hausbcdai'f benutzte man einfache Oellampen, und eine öffentliche Beleuchtung gab eS kaum. Diese begann 1680 mit einem churfllrstlichcn Edikt, das den Einwohnern Berlins befahl,„eine Laterne, darinnen ein brennend Licht steckt, ans jedem dritten Haus herauszuhängen, also daß die Lampen von den liebdc» Nachbarn abwechselnd besorgt wurden". Mit diese» spärlichen Anfängen ver- gleiche man den heutigen Zustand. Berlin verbraucht gegenwärtig pro Jahr 120 Millionen Kilogramm Petroleum, 150 Millionen Kubikmeter Leuchtgas; außerdem brennen 300000 elektrische Glüh» lainpeii, 10 000 elektrische Bogenlampen. Ilnd diese Entwicklung steigt andauernd sehr rasch; man könnte als Motto unserer Zeit geradezu„Mehr Licht" bezeichnen. Wir leben im Zeichen des Lichtes so gut>vie int Zeichen deö Verkehrs.— Theater. Schiller-Theater.„Die Richter in Schauspiel in 4 Aufzügen nach Konrad Ferdinand Meyer von Roman Woeruer.— Alle Merkmale der Dramatisierung waren in schönem Verein bei einander. Der Gang der Handlung war durch Er- zählungen erschwert, in denen der Autor dem verehrten Publica auseinandersetzen mußte, ivieso, warum imd zu ivelchem Ende. Die Fabel, die sich in der epischen Form behaglich breiten durfte, ivnrde in der dramatischen dunkel und schiver verständlich, ivenigstenS wurde sie es stellenweise. Die ivuchtigeir dramatischen Scenen sprangen hier und da unverniittelt ans dem Rahmen des Ganzen heraus. Kurz: Die.Dramatisiernng" schaute dem Stück aus jeder Sceüe heraus. Roman Woeruer hat eine„Bearbeitung" geliefert, die nicht anders ist, als Bearbeitungen im allgemeinen zu sein pflegen. Immerhin merkt man. daß das Original der Arbeit von Konrad Ferdinand Meyer ist. Der Cbarakler der Richterin verrät Wncht und Sinn für Größe. Auch im Dialog nnd in der Fabel spürt man die Darstellungskraft und die Phantasie des Dichters. Ganz ist die Poesie der Novelle nicht verflogen. In Haniburg ist das Stück kürzlich mit Pauken nnd Trompeten durchgefallen. Daß es im Schiller- Theater schließlich doch einen Achtungserfolg errang, ist ein Verdienst der Tarstellnng. Es enthält beispiclsiveise eine Traninscene, d. h. eine Scene, in der eine Traningcstalt der Heldin erscheint. Sicht man sich hier einem schlewten oder auch nur einem mittelmäßigen Schau» spicler gegenüber, kippt die Sache sofort ins Komische um. Mit G r e g o r i war die Scene eine der stimmiingsvollsten des ganzen Stücks. Allerdings war die Stimmung lyrischer Art und so begreife ich schr wohl, baii dein Publikum mibccf Sfcucn besser flL'fickcit, grnu W i c ck e ivnr als„Richlcriii" ttlAt c�auz in ihrem eificutliche« Giemen t. Sie lvar eine gute Schmispieleriu— natürlich. Aber sie hatte eine Ausgabe zu lösen, die zu lösen ihr nicbt gegeben ist. Ich will damit nicht sagen. dah sie ein zu weiches Gemüt habe. um herbe und grosze Gesralteu zu schaffen, keineswegs. Ihre Hedda ist eine sehr feine Leistung und General Gablers Tochter ist geradezn die Negation des Gemütvollen. Ihr Plah ist aber nicht da, Ivo monumentale Grösse erfordert wird; sie gehört in die m o d e rn e Kunst, wo sie durch intelligentes Spiel ein geistig belebtes Bild zeichnen kann. Der Größe ist sie gewachsen, aber der komplieierte» Größe des Modernen. nicht der heroischen. Schließlich seien noch Gwald Bach, Frl. Meyer, Frl. Wulf, P a t e g g und Thnrner genannt. Auf eine ausführliche Wiedergabe der Handlung verzichten wir, um nnsern Lesern die Lektüre von Kourad Ferdinand Meyer zu empfehlen. In aller Kürze nur sei angedeutet, daß die„Richterin' einen ungeliebten Manu durch Gift getötet hat. Das 5iiiid, dem sie als Witwe das Leben giebt, hat ihren Jugendgeliebten zum Vater. Nun will eS das Schicksal, daß sich zivischen diesem Kind und ihrem Stiefsohn eine sinnliche Neigung entwickelt. Um beide von der furchtbaren Schuld der Blutschande zu befreien, bekennt sie öffentlich ihre Verbrechen und tötet sich selbst durch Gift..E. L. AuS dem Tierleben. er. I n st i n k t o d e r kl e b e r l e g n n g? Eine Leserin schreibt unS: Ich wohne am Swnde der Hasenheide, meine hintereu Fenster gehen nach dem Park der„Neuen Welt" und dem Turnplatz hinaus. In der Hoffnung, mir einige Bögel an das Fenster zu gewöhnen, streute ich schon Anfang November Vogelfutter, ivie mein Staar eS übrig ließ, auf daö Fensterbrett hinaus. Thatsächlich fanden sich denn zu meiner größten Freude auch sehr bald drei Kohl- Meisen ein. Sie kamen zuerst sehr schüchtern. wurde» aber bald so vertraut, daß sie auch auf dem Fensterbrett sitzen bleiben, wenn jemand dahinter steht. Da ich wußte, daß die Meisen gern Speck, Butter und andere fettige Stoffe essen, nagelte ich eine Bogel- stange an die Mauer und hängte an Bindfaden geknüpfte Speck- stückchen oder mit Butter bestrichenes Brot daran. Meine Absicht war. zu erreichen, daß die Meise swie ich das in anderen Gqrteu- Wohnungen schon erlebt hatte) sich an den Speck und das Brot hängen sollte, um im Schaukeln davon zu fressen. Die Meisen erspähten den Leckerbissen sehr bald, hängten sich aber zu meinem Erstaunen nicht daran, sondern voll- führten vielmelir folgendes Experiment, und zwar alle drei: der Vogel kommt, setzt sich auf die Stange, bückt sich so weit er kann»ach Dorn und zieht den. Bindfaden zu sich herauf, krallt daS hochgeholte Ende mit dem Fuß fest, bückt sich ivieder, holt eüi weiteres Stück und hält eS wieder fest, bis der Speck oder das Brot oben ist und mein Meiserich schnabulieren kann. Woher wisset! die Vogel, daß der Bindfaden ein Gegenstand ist, den man stückweise in die' Höhe ziehen kann? Wer oder ivaS hat sie das ganze Experi- ineut gelehrt. daS doch entschieden ein gewisses Nachdenken voraus- setzt?— Physikalisches. — Auf die Anregung des Vorsitzenden deS deutschen nautische» Vereins sind von Kiel aus durch die Firma Sieinens u. HalSke Versuche mit der drahtlosen Telegraphie gemacht. Sartori berichtet über die Ergebnisse dieser Versuche folgendes: Die Versuche haben stattgefunden zwischen dem nach Korsör fahrenden Postdampfer„Prinz Sigismund" nud einer in Laboe am Eingange des Kieler Hafens errichteten Landstation. Die Einrichtungen auf dem Dampfer waren die folgenden: Am Bug des Schiffes war ein 4 Millimeter stracker Bronzedraht angebracht, der vermittelst isolierender Blöcke über die Nkasteu zum hintere» Teile des Schiffes an einen Isolator geführt wurde. Ungefähr in der Milte der Länge diele? Drahtes war zwischen den Mafien ein 14 Meter langes. 1 Meter breites Netz, ans S Eenliinenter großen Maschen bestehend, zu einem Cylinder aufgerollt und isoliert aufgehängt. Der Jndultor, die Funlenstrecke, der Empfänger und die sonstigen Zubehörteile waren in einem Verschlag oben auf der 5tajiite angeordnet, während der zugehörige chemische Unterbrecher an Schnüre» hängend in einer Kabine untergebracht war. In Laboe wurde zum Zwecke der Versuche ein Mast aufgerichtet von 3v Meter Höhe. Die Apparate hatten in dem Zimmer eines neben- stehenden Hauses Aufnahme gefunden, die Erdleitung war direkt nach dem Waffer geführt. Für die Ver suche wurde auf dem Dampser keinerlei Rücksichi genommen., so. daß auch in den Srahl- Wanten keine Aenderungen, keine Isolatoren oder sonstiges an- gebracht ivurde. Die hier unten angegebenen Entfernungen sind wahrscheinlich mir annähernd richtig, da diele sicv mir nach der Fahrzeit der Scheffer berechnen ließen. Am ersten Tage der Versuche wurden Zeichen empfangen auf etwa 30 Kilameter Entferimag. das Schiff war lNeb'er der Zeichen. die Station � iii Ladoe Empfänger. Beim AnSwechfeln einiger Teile blieben die Zeichen zuweilen»uS, auf 20 Kilometer kamen sie aber sicher ein. An verschiedene» Tagen wärest anch die Entfernungen verschieden, höchstens ivären 45 Kilometer erreicht, wobei das Schiff Empfänger war mid die Station in Laboe der Geber. Die geringsten Entfernungen waren 20.Kilometer. als Mittel sind 30 Kilometer festgestellt ivorden. Die größte znver- Versmwsnluver Aedacttur: Paul John in Berlik lässigste Entfernung wurde dann erreicht, wenn der Geber am Lande und der Empfänger der Zeichen auf dem Schiffe war. Die beste Wirtuug wurde bei der mittleren Entsermuig von 30 Kilometer erreicht, da dann die Apparate gut und eralr arbeiteten. WitterungSverhält- nisie hatten im allgemeinen keinen Einfluß auf die Zeichen, die Apparate arbeitete» gleich gut bei Regen wie bei Sonnenschein. Dagegen bat der Rauch des Schiffes gelegentlich einen allerdings indirekten schädlichen Einfluß gezeigt, indem er die Isolatoren schwärzte und sie leitend machte, dieses Ivurde dann durch Abreiben mit Oel verhütet. Bemerkenswert war noch, daß auf dem Schiffe die Slahlivanten die Wirknitg insoweit beeinträchtigen, als in diese» durch das Gebernetz eine IuduktioiiSiviriuug hervorgerufen ivird, tvorlMter die Wirkung der Funken leidet. Z)er Induktor gab offen 30 Gentimeter Funken mit den nötigen Ver- bindungeii, an der Funkeiistrecke dagegen nur zwei Eentimeter. ivährend unter normalen Verhältnissen die Flinken wenigstens 10 Eentimeter lang sein»lüssen. Im allgemeinen haben die Ver- suche vollauf bewiesen, daß telegraphische Verbindungen mit der drahtlosen Telegraphie selbst unter diesen ungünstigeli Verhältniffen auf geioisic Entfeniiingen mit Sicherheit zu uiiterhalten sind, sowohl von Schiff zu Schiff, als von Land zu Schiff und umgekehrt. Bei größeren Enfferiuuigeii von über 30 Kilometer werden die Verhätt- nisse schtvieriger, wenn auf dem Schiff keinerlei Aenderungen oder sonstige Aiiordiiiiiigen vorgenommeil werden, wie es bei diesen Ver- suchen der Fall nuir. Unter de» vorhandenen Verhältniffen wirkte zum Teil die Luftelektricität recht störend.— HumoriMscheS. — 2? oii der Schmiere. Direktor:„Müller! Müllerl Wemi Sie mir noch ein einziges Mal die KriegSfahne von der „Jungfrau von Orleans" als S ch n» p f t n ch benutzen, iverde ick Ihnen fünfzig Pfennig von der Mouatsgage abziehen!"— — Ihre Beschäftigung. A.:„Wie geht'S deim jetzt der Frau Baronin?" B.:„Oh, die fährt entiveder Rad oder aus der Haut!"— — Specialität.»Warum behalten Sie diese» Schlingel von Coinptoiristen?" »Der Kerl mahnt großartig!"—(„Megg. hum. Bl") Notiz««. — Die erste Matinee der ueubegründeten Berliner„ S e c e s- s i o n s b ü h n e" findet am 10. Dezember statt. Zur Aufführung gelangen„Der Besiegte" von Wilhelm v. Sch o lz nnd„Ter Kailtiuer- säuger" von Frank W e d e k i n d.— — Der Delegierten tag der Genossenschaft deutscher B ü h n e u a n g e h v r i g e r ist gestern hier in Berlin zusanluieilgetreteli. Die Pensionsaustalt zählt jetzt 3355 Mitglieder, tR> mehr als im Vorjahre. Sie hatte eine IahreZeiimahme von 412 753 mid eine'Ausgabe von 293 799 M. Die Zahl der Peiisio- näre ist von 900 auf 983, die der Rentner von 227 auf 235 gestiegen. Daö Vermögen der Anstalt ist von 5 370 333 auf 5 495 343 M. ge- wachsen.— — Richard W r e d e Null eine I o n r n a l i st e n- H o ch- schule in Berlin ins Leben rufen. Die Eröffnung soll schon am 4. Jaimar 1900 stattfinden.— — Mqx Lieben» an»S Gemälde„Manu!» den Dünen" wurde von der KönigSberger städtische» Kunstgalerie aiige- kauft.— — Die Zeitschrift„ P a»" bleibt bestehe». Die Gesellschaft „Pan" hat sich zwar aufgelöst, das kostspielige Ikilternehmeii wird aber von einem Privatmann weiter gehalten. Dr. Cäsar Flaischlen bleibt Redaetenr.— — Vom Januar ab erscheint im Verlage von Karl Winter in Heidelberg balbmonatlich eine„Zeitschrift für hochdeutsche M» u d a r t e n", herausgegeben von den Professoren Philipp Lenz in Baden-Baden und Otto Heilig in Kenzingeu.— c. Eine neue Oper von R i>» S l y- K o r s a k o w ist in Moskau mit Erfolg zum erstenmal aufgeführt lvorden. Der Titel ist„Die Zarenbraut". Das Libretto ist dem Drama von Mey eut- nommen. Der Koiiipouist ist in diesem Werk zu de« Traditionen der allen russischeu Musik zurückgekehrt.— — Eine englische Zeitung hat cin Preisausschreiben für daS. V e r z e i ch n i S der hundert besten Bücher ans der gegenwärtig vorliegenden K i n d e r l i t t e r a t u r veranstaltet. Der Preis beträgt 200 M.— — Eine alte Sitte im E m§ l a n d e ist das sogenanute A d v e n t S b l a s c n. Die Halbmonatsschrift.Niedersachsen" schreibt darüber folgendes: Die Sitte besteht darin, daß allabendlich bei Enitlitt der Dunkelheit ans Hörnern geblasen Ivird;»lamentlich auf den» Lande verninunt man diese? Hornblasen von allen Richtinigen in den verschiedensten Tonarten. Dieses Adveutsblasen beginnt iiiit deili eisten Adveiitssoinitage und dauert in der AdventSzelt fort bis zum Morgen des ersten WeihnachtStageS. Die Sitte stammt ans dem 17. Jahrhundert.— . Dnnt uu» lltenae von Max Badtng nr Berlin,-.i—..;-i