Nnlerhaltungsblatt de Nr. 244. D onttcrswg. den 14. Dezcillbcr. 1899 �''.' lNachd'ruck verboten.) Elpe. 8� Von Alexander L. Kielland. Aus dem Norwegischen von Leo Bloch. SNitten in einem ausgezeichneten Allcgro spirituoso, in welchem die Flöte des Oekonomen die Triller und Läufe hernnterschnalzte. so daß eS ein Vergnügen>var. wurde an die Thür geklopft. Der Mann mit den vielen Gesichtern verschwand in einer Sekunde unter Lenepuvpes Stuhl und Else sah mit Erstaunen. dasz ihr Kavalier und der Blechschmied sich mit einem Male daran gemächt hatten, Karten zu spielen— mit Karten, welche vom Dach heruntergefallen sein mußten— ja, sie zankten sogar sehr heftig um den Treff-Buben. „Aber Jörgen I wie Du nur trommelst!" rief Schirrineister ärgerlich, denn nach jedem Schluck wurde.Jörgen Tambour eifriger; er erinnerte sich der stolzen Zeit, als er für das Bürgerkorps trommelte oder in den Straßen Alarm schlug, wenn ein Feuer war. „Still!" kommandierte Lenepnppe, als es wieder klopfte. Das Trio verstummte—„wer klopft?*' fragte die Wirtin in trotzigem Tone. Eine Stimme antwortete von draußen. „Mach auf", antwortete Lenepnppe beruhigt!„cS ist bloß Fräulein Falbe." Der Blechschmied schob den Niegel zurück, drehte den Schlüssel um und öffnete. Fräulein Falbe blieb auf der Thürschivelle stehen und tauschte einen Blick mit Leuepuppe, der nicht gerade sehr freundlich>var: darauf sagte sie ruhig und ohne die andern anzusehen:„Komm Else! Du sollst nicht hier sein." Else erhob sich beschämt und folgte! eS war keiner in der Bände, der zu mucksen wagte. Als sie au Fräulein Falbes Thür waren, faßte sie Floh um den Leib und sagte:„Liebe Else! versprich mir, daß Tu nie mehr da hinauf gehen Ivirst. Nun bist Dir ein erwachsenes Mädchen; Du mußt doch ver- stehen, daß es sich für Dich nicht schickt, unter diesen häßlichen Menschen zu fein." Else wurde rot wie Blut und versprach mit Thränen, daß sie nie mehr zu der Bande hinaufgehen würde. Und als sie unten in ihrer kleinen Kammer allein war, wiederholte sie ihr Versprechen, ivährcud sie sich auskleidete. Fräulein Falbe hatte recht; es waren gewiß häßliche Menschen— die da oben auf dem Boden. Da tvar es besser, auf Madam Späckboms Patienten aufzupassen oder am Abend bei Fräulein Falbe zu sitzen und zu lesen. Aber ehe sie zu Bett ging, mußte sie noch sirach ihren Nosen am Fenster sehen. Denn Floh liebte die Rosen. Sie pflegte alle Blumen von Madam Späckbom s und Madam hatte an allen ihren Fenstern Blumen: aber die Rosen pflegte Else doch am besten und, wenn sie.blühen sollten, bekam sie die Erlaubnis, sie in ihre eigene Kammer zn nehmen, denn dahin kam die Morgeusoune. Drei. vier lvareu halb anfgcsprnngen. und sie atmete den feinen, jungen Dnft ein, tvähreud sie sich über sie beugte Und mit diesem Duft von ihren Rosen kameit die Bilder von allen möglichen wunderbare« Dingen: gepichte Damen uild Herren, Licht, Musik, Wagen nnd schimmernde Rosse und lvicder Musik, toelche sie lange fortklingen hörte. Und als sie ins Bett kroch, dachte sie nicht an Madam Späckboms. Patienten oder Fräulein Falbes. stille Stnbe, sonder» sie schlief in Rosen nnd. Musik und Träumen von weißem Atlas mit Schwan nur die Schultern. Sie war sieb geh» Jahre alt... Das Leben in der Arche ging mit einer gewissen Ziegel uüißigkeit seinen- bunten Weg. Madam Späckbom führte ihren stillen Krieg mit Doktor©eichen; Fräulein Falbe ar beitete mit ihrer Schule und mit dem Bruder, und die Bande tneb oben ihr geheimnisvolles Leben. Eine lauge Zeit hielt Floh sich davon zurück, auf den Boden zn gehen, bis sie eines Tages den alteir Schirrmeister spielen hörte. Sie bekam solche Lust zu sehen, ob er allein wäre— dabei konnte doch nichts Schlimmes sein. Er Ivar nicht allein, aber da sie einmal gekommen war, blieb>fie trotzdem oben. Und nach und nach wurde alles wieder wie vorher; unr daß sie jetzt.alles that, um ihre Besuche vor Fräulein Falbe geheim zu. halten. Das war Madam Späckboms Arche, und in all diesem' wuchs Flöh ans.''.) „Ja— aber wir müssen bedenken— meine Damen und Herren! daß eS hier nicht bloß gilt, der bedrängten Mensch-, heit in ihrer Allgemeinheit zu Hilfe zu kommen, sondern daß wir es uns zur Aufgabe gemacht haben, innerhalb eineS be- limmten Umkreises zu wirken. Wie ich mich darum gleich- zeitig aus vollem Herzen den von Herrn Konsul With hervorgehobenen Gesichtspunkten anschließen kann, muß ich doch daran festhalten, daß»vir nicht über unsere eigene Grenze hinausgehen können. Es ist schon möglich, daß die Not und— was uns hier besonders angeht— die Sittenverderbnis unter den jungen Mädchen, daß die ebenso groß, ja vielleicht noch größer in der St. Paul-Gemeinde sein kann, als hier in der St. Peter-Gemeinde. Aber ich glaube doch, daß, soll unsere Arbeit wirklich sichtbare Früchte zum Segen tragen, so müssen wir uns in der von Gott selbst an- gewiesenen Beschränkung halten, und das ist. meine ich, unsere eigene Gemeinde." „Ach— wie recht der Klaplan doch damit hat." sagte Frau Beutzen fröhlich;„das ist ganz wie früher, loa ich immer meine bestimmten Armen bekam. Alles, was ich gab, was wir austeilten, das verschwand spurlos, und es wurden bloß mehr nnd mehr, die kamen und bettelten. Aber jetzt lasse ich bloß das Mädchen antworten:„wir haben unsere bestimmten". So weiß Man, daß kein Unwürdiger etwas be« kommt, und dann sieht man doch die unsichtbaren Früchte— nein— gesegneten Früchte—; wie war es doch, was der Kaplan sagte? eS war so wahr und so schön." „Sichtbare Früchte zum Segen," sagte der Kaplan be- scheiden errötend. „Ja, so war es," sagte Frau Beutzen und wiederholte die Worte halblaut, um sie zu behalten. „Ich für mein Teil glaube nun nicht einmal, daß cs recht ist, planlos zu gehen und zu helfen," sagte die junge Frau des neuen PolizeimeifterS und senkte bescheiden ihre hübschen Augen. Der Kaplan verneigte sich anerkennend gegen die Frau und machte darauf aufmerksam, daß cs auch in der Schrift hieße: cs sei nicht recht, den Kindern das Brot zn nehmen und cs vor die kleinen Hunde zn werfen. Daran knüpfte er einige Bemerkungen, in denen er weiter auseinandersetzte, daß der Verein für gefallene Weiber— den zu gründen man hier versammelt war— seine Wirksamkeit streng in den Grenzen der St. Peter-Gemeinde halten sollte.;- Großhändler With hatte im Grunde nicht das mindeste dagegen'einzuwenden. Er'hätte einige allgemeine Worte ins Blaue hinein gesagt, um doch etwas zu sagen. Nun mußte er da erklären, daß es bloß seine Meinung gewesen wäre— so in großen Zügen— hm!— eine Andeutung zu geben, was nach feiner— hm I Meinung gethan werden sollte gegen» über diesem— hm!— diesem socialen llebel. Der Kaplan machte ihm ein Kompliment für die wert» wollen Beiträge, welche der Konsul zur Beleuchtung der Sache gegeben hatte, worauf man die Diskussion über diesen Punkt als abgeschlossen betrachtete und den vom Kaplan vor» geschlagenen Namen:„Verein für gefallene Weiber der St. Peter-Gemeinde" annahm. Konsul With glättete seinen schwarzen Knebelbart und schielte ans seine Uhr. Seine Frau hatte ihn gezwungen, an dieser Versammlung teilzunehmen, in welcher sich außer ihm kein- anderer Herr als der Kaplan befand: Im übrigen war es eine Auswahl der allerfemsten Damen der Stadt, welche zu diesem Anlaß infolge der Einladung des Kaplans zusammen- getreten waren. Konsul With war initgenommen, weil man unter den Stiftern einen der besten und reichsten Namen der Stadt wünschte. Boshafte Leute wollten zwar finden, daß der Konsul sich gerade in einem derartigen Verein etwas wunderbar ans- nähme; denn er hatte in Wirkkichkeit nicht den besten Ruf. Einige fanden eine Entschuldigung für ihn in dein Um- stand, das; Konsul Wiih beinah gethan hatte, was nach Kierke- gaard Luther hätte thun sollen: sich nnt einem Plättbrett verheiratet. Denn Frau With war sicherlich so ziemlich das flachste, was man mit Augen sehen konnte. Andere fanden, daß sie es nicht besser verdiente, wenn sie so albern war, sich einzubilden, daß der hübsche Otto With sie aus einem andern Grund genommen hätte, als wegen des alten Schiffers Randulfs Geld. Aber der Konsul selbst war so geschmeidig und glatt, so liebenswürdig und leutselig, daß die Gerüchte an ihm ab- glitten. Die, welche ihn genau kannten, lachten über ihn: er war nun einmal unverbesserlich; aber die nieisten meinten, er wäre nicht so schlimm, wie man sagte. Inzwischen ging die Verhandlung weiter; die vorbereitenden Arbeiten wurden besprochen und unter die Anwesenden verteilt. Das war indessen nicht ohne Schwierigkeit, und der Kaplan mußte äußerst vorsichtig sein, unl zwischen all diesen Damen zu manövrieren, ohne irgendwo anzustoßen. Besonders konnte er merken, daß mehrere Damen nach den» Posten des Vereinssekretärs strebten. Und das war zum Teil des Kaplans eigene Schuld; denn er hatte halb scherzend ausgemalt, wie interessant und verantwortungsvoll es wäre, ein großes, dickes Protokoll mit Rubriken von roter und blauer Tinte zu führen. In dieses dicke Protokoll schien sich speciell die Frau Polizeimeisteritt verliebt zu haben, und als der Sekretärpostcn zur Sprache kam, ließ sie ihre hübschen Augen mit einer ver- schämten Bitte auf dem Kaplan ruhen. Aber es gab andere, die dieser Auszeichnung würdiger sein mochten. Zuerst war da nun Frau With, in deren elegantem Salon die Versammlung stattfand, und von welcher man den größten Beitrag erwartete. Aber der Kaplan hatte schlan geplant, sich mit ihr abzufinden, indem er ihren Mann, den Konsul, zum Vorsitzenden des Vereins machte. Dann war die reiche Frau Fanny Garman aus Sands- gaard da. Sie sah zwar so aus, als ob sie sich bloß lang- weilte und sich um nichts kümmerte; aber es konnte doch sein, daß sie ein Uebergehen übel ausnehmen würde; man konnte das nie wissen. Und dann war es auch eine große Frage, ob er diesen Sckretärposten nicht am besten der Frau seines PfarrerS anbieten sollte. Pastor Martens hatte im Namen seiner Frau die Einladung an dem Verein teilzunehmen angenommen. Aber er hatte allerdings hinzugefügt:„daß, obgleich seine Lena sich mit Leib und Seele für die Sache interessierte, sie leider so kränklich wäre, daß sie sich meistens wie eine stille Frau in dem warmen Gehege ihres Hauses hielte." Sie war in der Sitzung auch nicht anwesend. Der Kaplan sing an unruhig zu werden; er war der- hältnismäßig neu in der Gemeinde; und die Gründung dieses Vereins für gefallene Weiber der St. Peter-Gemeinde sollte eigentlich sein großes Entree werden. Nun fühlte er schon Schwierigkeiten; dieser Sekretärposten— was sollte er doch damit machen? Aber wie er so dasaß und sich in all' diesen Bedenken wand, wurde an die Thür geklopft und Fräulein Falbe trat ein. Nach einem flüchtigen Gruß zu Frau With fing sie kurz und nachdrücklich, an die versanimelte Gesellschaft gewandt, an:„Ich habe gehört, daß hier ein Verein zur Rettung junger Mädchen gegründet wird, und da ich dachte, daß es eine große Nachfrage um Plätze geben könnte, wollte ich mich be- eilen, ein junges Mädchen zu empfehlen, das in hohem Grade nötig hat, aus seiner Umgebung gerettet zu werden. Sie kennen sie gewiß auch, Frau Beutzen!— es ist die kleine Else bei Madam Späckbom." Frau Beutzen schüttelte sich und bürstete einen Faden von ihrem Rock;— ja, gewiß kannte sie die; alle Welt kannte ja das kleine, durchtriebene Ding; aber sie müßte doch wirklich gestehen, daß— Auch mehrere von den andern Damen murmelten und flüsterten untereinander; aber Konsul With war so unvorsichtig, zu rufen:„Ah!— Sie meinen Floh, Fräulein Falbe I— ein niedliches— hm, hm 1" Es half nichts, daß er hustete; das„Plättbrett" warf ihm einen Blick zu, und Frau Garman lachte unverhohlen hinter ihrem großen Fächer. Aber Fräulein Falbe setzte ihre Empfehlung fort, indem sie alle Versuchungen des Lebens in der Arche schilderte. «Daß Fräulein Falbe es aushalten kann, in solch einem Haus zu leben!" sagte das„Plättbrett" ins Blaue hinein. lFortsetzung folgt.) Aus vcm Mufeuin füv Völkerkunde. (Die Baeßlersche Sammlung peruanischer Altertümer.) (Schluß.) Ans der anderen Seite des großen LängsschraickS finden wir Hans- und Arbeitsgeräte der verschiedensten Art, darunter eine Anzahl Brouzemeißel, ferner Halsketten ans Perlen und Metallplättchen, Sticknadcln, gefärbte Vicunawolle, Weber- gerate, Sännuckgegenstände, Holzschnitzarbeiten, teilweise mit eingelegter Pcrlnnlttcrverzicnlng, Waffen»siv. In der linksseitigen Abteilung des Schrankcs, oben an den Börtern hängen mehrere un- scheinbare Schnüre, die wahrscheinlich von den nieisten Besuchern für zusammcngcknotete Bindfäden gehalten werden. In Wirklichkeit sind es weit wichtigere Zeugen der altperuanischen Kultur, nämlich Qnipus(sprich Khi-pns) oder Schriftschnüre. Die Altpcninner hatten keine Bilderschrift, wie die Azteken in Mexiko oder die MayaS in Unkatan; statt ihrer benutzten sie Knotenschnüre, d.h. längere oder kürzere Stränge, von denen fransenartig Fäden hcrabhingcn. In diese Fäden nun wurden die verschiedenartigsten Knoten geschlagen, die je nach ihrer Form, ihrem Abstand voneinander und der Farbe der Fäden besondere Bedeutungen hatten. Meist dienten diese Schriftschnüre nur zur Uebermittlniig von Nachrichten im inneren VenvaltungS- dienst, zur Aufzeichnung der Stencrnbgnbcn oder wichtiger geschicht- lichcr Ereignisse. Der einfache Mau» verstand Ivenig oder nichts von der Knotenschrift; sie ivar eine Kunst der Höherstehenden, vor allein der Priester und Gelehrten. In Cuzco, dem Sitz des Herrscher- stannnes der Jnkas, gab es besondere Angestellte, ivelchc in schwic- rigcren Fällen die eingegangenen Qnipus zu enträtseli» und in ihren Archiven aufzubewahren hatten; sie wurden Qnipucamayoc(sprich khipu-ka-majoch) genannt. Während bei so vielen wilden Böllcrschaften auf die Herstellung von Waffen die größte Sorgfalt verwendet>vird. und deshalb dieser Teil der Technik nicist zuerst einen künstlerische» Charakter annimmt, waren die Waffen der Peruaner durchweg schmuck- und zierlos. Wer die im Längsschrank ausgestellten oder an der Wand befestigten Spieße und Keulen nnt denen der Iveit niedriger stehenden Südscc- Völker vergleicht, wird über die primitive Einfachheit der alt- peruanischen Waffen erstaunen. Die meisten Khetschnastännne des Hochlandes und noch mehr die Dnnkastämme des Küstenlandes waren eben friedliebende Völkerschaften, die ain liebsten ihrer täglichen Arbeit nachgingen und nur ungern, wenn sie gezwungen wurden, in den Krieg zogen. Doch auch die. Ackergeräte der Peruaner sind äußerst einfach, obgleich die Bodcnknllnr an der nörd- lichcn Küste in höchster Blüte stand, großartige Bcwäfferungsanlngen durchgeführt waren und verschiedene Düngmigsmethoden angewendet wurden. De» Pflug kannte keiner der peruanischen Stämme. In den südlichen Gegenden wurden meist zugespitzte Pfähle, die unten mit einem Querholz zum Niederdrücken versehen waren, zum Auf- reißen des Bodens benutzt; in de» nördlichen Teilen des Reiches dagegen bediente man sich halbschnnfelartiger Spate». Lampa gc- nannt. Einige Exemplare dieses letzteren Geräts enthält auch die Baeßlersche Sammlung. Gleich neben den Waffen und Ackergeräten steht im Saal V ein Glaskasten, dessen Inhalt von den meisten Beschauern, wie Verfasser dieses wahrnahm, mit fragenden Blicken betrachtet wird. Der Kasten enthält die Mumie eines Pinna(Silbcrlöwcii), eingehüllt in ein kostbares Fedcrkleid und niit Bcinspangcn versiert. Wahrschein- lich ist es der Körper eines Totcm-Ticrcs. Wie schon vorhin er- wähnt, hatten viele Geschlechter Wappcmicrc,»ach denen sie häufig ihre Geschlechterbezirke oder die von ihnen bewohnten Stadt- quartiere benannten, und welchen sie nicht selten eine gewisse Verehrung zollten, da der Sage»ach ihre Geschlechts- und Ahnen- gottheilen die Gestalt dieser Tiere auznn'ehmen pflegten. Ein solches von einem Geschlecht verehrte Totem- Thier wird wahrscheinlich mich der Pinna gewesen sein, dessen lleberreste mm das Berliner Museum so pietätslos den profane» Blicke» prcisgiebt. Neben dem Glaskasten stehen noch drei iveitcre Dappelschränke, teils mit Thongcfäßen, Gold- imd Silberarbeitcn ans dem niittlercu Küstengebiet Penis, aus Chancay und Pachacamac(sprich Pätscha- kä-mach), soivie ans Cnzco, teils mit Erzengiiisseii der altperuanischcn Textilindustrie. Die Gesäße ans Chancay sind sofort erlcnnilich; sie sind, eben so wie die im Schrank 10tl(erster Stock, Saal V) ansgestellten, schon seit längererZeit im Besitz dcsMnsenmS befindlichen Stücke, aus weißem Thon gefertigt und mit brauner Farbe bemalt. Ein sehr schönes Produkt der altpernanischcn Töpfcrkunst ist die große Vase aus Cnzco im Mittclschrank; sie rivalisiert in der Ansfiihrmig mit de» besten Exemplaren der Centenosckcn Sammlung. Fraglich bleibt allerdings, ob diese Stücke, wenn sie auch in der Umgegend von Cnzco aufgesinide» ivnrdcn, dort angefertigt sind. Es ist durch- aus nicht unwahrscheinlich, daß es sich um besondere ausgewählte Erzeugnisse ans anderen Gegenden handelt, die nach Cuzco als Tribut geliefert wurden. Außerordentlich reich ist die Baeßlersche Sammkinig an gobelin- artige» Stoffen, meist ans feiner Vicnnaivolle hergestellt mit ein- geiv'cbten oder anfgeslicktcn Dessins. Leider koniinen viele Dessins bei den beschränkten Ramnverhältnisscn nicht zur Geltnng. Auch mehrere ziemlich gut erhaltene Teile von mit Papageieiifcdern besetzten Ponchos(kurze hemdartige Ucberivürfe mit einer Oeffnung zum Durchstecke» des Kopfes) sind vorhanden. Einige der besseren ftnfc auf Gesteck-» ausgespannt am Eingang zum Parterresaal IV. Sie finden besonders bei den Damen lebhaftes Interesse. Erwähnt sei noch, daß es eine» besonderen Webcrstand in Peru ebenso tvenig gab, wie eigentliche Gold- und Silbcrschniiede, Töpfer, Holzschnitzer usw. Alle Bewohner»nt Ausnahme der mächtigeren Häuptlinge, der Priester, der Verwaltungsfunktionär« sc. waren Ackerbauer oder Viehzüchter, oft beides.zugleich. Das Handwerks- gcwerbe wurde nebenbei ausgeübt, wenn die Landarbeit es gestattete, doch hatten n>it der Zeit sich in den verschiedenen Stämmen und Geschlechtcrverbäudcn auch verschiedene Grade der technischen Fertigkeit herausgebildet. Dieser Stamm fabrizierte besonders schöne Thougefäße. jener lieferte hervorragendesSilber- oder Bronzearbeiten. Frauen und Kinder mußten fleißig bei der Arbeit helfen. Ilntcr den vielen Etappen, die im endlosen Streben nach immer höheren Zielen das Menschengeschlecht durchwandern mußte, um zu jener Entwicklung zu gelangen, welche die heutigen weft- europäischen Rationen erreicht haben, veranschaulicht uns die alte Kultur Perus unter den Jukas unzweifelhaft einige der bedeutungsvollsten und interessantesten Stufen. Wer sich für die Vorgeschichte Amerikas oder überhaupt für Socialgc- schichte interessiert, sollte deshalb die Besichtigung der reichen Baeßlerschcn Sammlung nicht versäume». Vergleiche zwischen ihr und dem älteren Bestand des Museums an peruanischen Altertümern iverdc» sich schon vou selbst aufdrängen und mit dem Eindringen in jene alte untergegangene Kulturwelt steigt auch das Interesse für sie.— II. C. Kleines Äenillekon- gk. Pariser Bildcrfabrike». Bei einen» Pariser Kunsthändler wurde vor kurzen» eine reich gerahmte Fedcrskizze angehalten, die eine Episode aus der Schlacht von Champigny darstellte und .A. cko... gezeichnet Iva»'. Man erkannte darin eine Fälschung nach Arbeiten des Schlachtenmalers Alphonse de Neuville. Die Skizze war ans 15 000 Fr. geschützt worden. Die Frechheit der Fälscher ans künstlerischem Gebiet kennt keine Grenzen, und es giebt uuler ihnen Leute von Ivirtlich bedeutendem Talent. Ein Mit- arbcitcr der„.Aiinales politiques et litteraires" lernte einen solchen Pariser Maler kennen, der sich damit brüstcte, daß er für einen Händler„alte Bilder" malte. Er suchte den Main» in seinem Atelier aus und war überrascht; er sah Nachahmungen von Kneip- scene» von Teniers auf den Staffeleien, die eine geradezu ivunder- bare Achnlichkeit mit den authentischen Gemälden dieses Meisters hatten.„Aber", sagte er zu dem Fälscher,„Sie haben ja ein großes Talent. Warmn lassen Sie sich darauf ein, den Antlverpener Meister zu plagiieren. Sie ivürden doch auch mit eigenen Bildern Erfolg haben".—„Bah 1* antwortete der Mann,„ich mache mir keine Illusionen. Ich habe n»cin Lebelang TcnicrS gemacht, und ich werde dabei bleiben..." Und im weiteren Verlauf des Gesprächs machte er folgende interessante Eröffnungen:„Paris wimmelt von Fabrikanten von Bildern, die mit berühmte» Namen gezeichnet sind. Sie haben ganze Werkstätten, beschäftigen zahlreiche Künstler und licferit, je nach den Aufträgen, Meisterwerke aller Schulen. Die Maler, die ihr Leben damit verbringen, falsche TcnicrS oder falsche Mnrillos herzustellen, haben alle in ihrer Kunst Schiff- brnch gelitten... Das Lebe» ist hart für die, die sich von ihrer Malerei ernähren wollen. Und wenn sie dann des Kampfes müde geworden sind, dann verinieten sie ihren Pinsel einem Fabrikanten von Meisterwerken. Der schuldige Teil ist der Meister, der uns zi» diesem Fälschergeschäft anstellt: Wissen Sie, Ivos er mir für einen TcnicrS zahlt, den für einige Tausend an Engländer oder Amerikaner verkauft? Fünf Louisdor l Ich mache deren zwei im Monat fertig, sind also zehn LouiSdor, von denen ich leben soll! Und mir geht cS eigentlich»och gut.... Ich»miß selbst sagen, mit den Teniers gelingt es mir so ziemlich. Sie tvisseu vielleicht nicht, daß in unserer... Korporation jeder Künstler seine Specialität hat. Dieser fälscht nur da Vincis, jener Mnrillos, ei» dritter zeichnet seine Bilder mit dem Namen eines modernen Malers, dessen Werke bei den Kunsthändlern hohen KurS habe». Das ist eine ausgedehnte Industrie, mit eine»» komplicierten Rädertverk..."— — Knallgas in Danipfkcsscln. Einen höchst merkivürdigen und bisher noch nicht beobachteten Unfall hatte Dr. Mecke in Stettin Gelegenheit aufzuklären. Auf einen» in» Bau begriffenen Kriegsschiff explodierte vor einiger Zeit ein Tanipfchlindcr. Der schlvere'Deckcl desselben von etiva 1,2 Meter Dnrchniesser wurde einporgeschleudert, die zahlreichen dicke» Schrauben, mit denen er befestigt war, tvurden glatt durchgebrochen. Ein Mann, der auf dem Deckel lag und arbeitete, Ivnrdc von diesen» an die obere Wand des Maschinenraumes gedrückt und getötet. Tic Explosion war um so merkwürdiger, als der Cykindcr vollständig kalt ivar und mit einen» Dampfkessel des Schiffes, der mehrere Stunden vorher angeheizt, aber ebenfalls schon erkaltet Ivar, nicht in direkter Verbindung stand. Mit der Untersuchung des Vorfalles wurde Mecke betraut, und dieser stellte»»ach der„Tech». Rundschau" folgendes fest: Die Maschine des Schiffes tvurde von sacht) Bellevillckesseln getrieben; diese bestehen aus einer größeren Anzahl von eisernen Röhren, die durch abnehmbare Berbindungs- Stücke zu neben einander liegende», zickznckförmig anssteigenden tohrelementen verbunden sind. Die Untersuchung von Röhren, die � noch nicht benutzt waren, ergab, daß dieselben ge- »näß einer amtlichen Vorschrift, außcn verzinkt waren; in alle Röhren war aber in das Innere mehr ober wenige« Zink eingedrungen, welches stellemveise eine»» ziemlich dicken Belag bildete. Wie experimentell uachgeiviesen werden konnte, hatte sich durch Wechsellvirknng von Eisen, Zink und Wasser Wasserstoff gebildet, welches mit der in» Wasser enthaltenen Luft Knallgas er- gab. Lose eingebrachtes Zink cnttvickelte keinen Wasserstoff, sondern nur au» Eise»» fcstgeschinolzcues. Man ivird vor der Jnbetriebsetzmig verzinkter Röhrenkessel auf diesen Uiilstmid Bedacht nehmen müssen. Es ist außerdeu» darauf hinzuweisen, daß man häufig Zinkstreifen »nit Absicht in den Kessel und besonders in den Vonvärnier britigt, um die Korrosion durch da? lusthaltigc Wasser zu vcnneidcn. ES scheint nach den» oben Mitgeteilten nicht rätlich zu sein, die Zink- bleche etwa anzulöten, da alsdann die Bildung von Wasserstoff er- möglicht wird.— — Von» Tiinplontiinucl. Der„Franks. Ztg." wird geschrieben*. Seit den» Beginne des Simplondurchstiches ist jetzt ein Jahr ver- flössen. Im ganzen sind bis Ende November 3ö74 Meter durch- schlagen und zwar von Norden her 2148 Meter, von Süden her 1420 Meter. Im abgelaufenen Monat Roveinbcr trat zun» ersten Male der Fall ein, daß das Monatsergebnis des Stolleutricbes ans der Südseite dasjenige auf der Nordseite übertraf, indem der Stolle» von Brieg her nur um 128 Meter, der von Jselle her um 144 Meter Ivnchs. Diese Thatsache findet ihre Erklärung in den» eine Woche eiiqcn uiid ihre großen Umschla�tncher von den Hiiften»eliiuen. Diese Tücher iverden nüt aiisgestreckteu Annen ansgeoreitet mid flnUem dann n>ie lnnile Flaggen der Beifall spendenden Menge zu. Der Tanz'erinnerte mich sofort a» die in Europa bekannte» Serpcntintäuze. Dieser Tour folgt dann gewöhnlich ein langsamer Tanz unter de» üblichen Glieder- Verrenkungen.— Medizinisches. —-Die Art der V c rw u n düngen. die britische Soldaten im gegeinvürtigen Kriege erlitten, wird in ciuciu Brief an das Londoner inedizinifche Fachblatt„LancctV der vom 15. November aus dein Spital von Wyiiverg fKapkolouic) datiert ist, deS' nähere». crvrttrt:'..Die»seiften Verlvnndungcn sind' durch Kugeln von' Mansergcwehrcn veranlaßt, aber cS kamen auch einige Bertv'üudnugen von Martini-Henry-Kilgelu vor und der Unterschied ist ganz ausfallend. Die Vcrwüudungcn durch Mansergeivehre sind nicht so schlverer Art; die zerstörende Wirkung der Kugeln ist viel geringer, als bei den Martini- Henry- Kugeln. Sehr schlvicrig ivar cS in vielen Fällen, die EmtriitSstclle der Kugel' von der AuStrittsstelle zu tnitcrschciden. da fast in allen Fällen beide Oeffnnngcn gleich groß waren. Natürlich ist hier nur von Wunden von fleischlicher Natur die Rede, bei denen die Kugel muSknlvse Teile durchdrungen hat. Wo die Kugel durch Knochen drang, da war die AnSgangSstelle viel größer und man konnte ohne Schlvicrigkcit den Weg. den die Kugel genommen hatte, so weit Eintritts- und AnSgangSstelle in Betracht kniiien. bestimmen. Ileberraschend ist es, wie rasch und leicht die Wmiden heilen. In einer großen Anzahl von Fällen mar schon ei» gewöhnlicher Feldverband volllonime» genügend, um voll- ständige Heilung herbeizuführen. Während bei den Martini-Henry- oder Reniington- Gewehren die Wunde so groß ist, daß sie einer ziemlich breiten Lanzette Eintritt gestattet, zeigt sich bei de» Mauser- kugeln infolge deS tlciuen Kalibers der Gewehre eine so genüge Zerstörung der Gewebe, daß die Wunde sich gleich nach Eindringen des Geschosses wieder schließt, so daß eigentlich schon von dein Augen- blick an die Heilung beginnt, die in fast allen Fällen so aseptisch ist, wie man es nur wünschen kann. Einige Fälle von Verwundungen durch Boniben kamen vor, die ernsterer Art warm Zerstörnug zarter Gewebe und Knochenzersplitternngen sind die Hanplnierlmale dieser Wunden."-- SluS de»» Tierlebeu. — Der Gehörsinn der R in eisen. Obwohl LandoiS schon vor viele» Jahren an den Hintcrleibsringen gewisser Ainciseti cigenliiinliche Reibleisten zur Hcrvorbringung voil Geräuschen ans- gesunde» und Lubbock au den Beinen anderer daS Vorhaudcnscin gcivisscr Orgaue»achgelviescu hat. die er als GehöNverkzeuge deutete, hat doch durch die Versuche verschiedener Beobachter nicht sestgestellt lvcrdcn könne», daß Simcisc» durch laute»ud schrille Töue im geringsten l>eeiliflnßt Ivordcu wäre». Ein nuicrikaiiischer Forscher, Le Roy D. Wcld, teilt mm in der«Science" eine Anzahl von Versuchen mit. die er an vier Amciscuarte» der Gattungen Lasiiis. Fovmica, Crcmastogastcr nud Aphocnogastcr angestellt hat und deren Ergebiiis die Empfänglichkeit Ivenigstens dieser Arten gegen Tonschwingiingcii schlagend beiveist. Die Töue wurden ans verschiedene Weise hervorgebracht, z. B. durch scharfe? Anblasen von Pfeifen oder kleinen Flaschen, oder dadurch, daß ein dicht über der Ameise hängendes Stück Pappe mit einer Stiunngabel berührt imirde. Der Beobachter trug dabei Sorge, daß der Schall sich nur durch die Luft, nicht etwa durch feste Körper svrlpflaii'ztc, und daß beim Pfeifen die Anicise nicht angeblasen ivnrde. Die Tiere bezeugtei« augenblicklich die Wahrnchnning deS Schalles durch plöhliche Bewegungen der Fühler, des Kopfes oder des Hinter- lcibeS: sie bewegte». sich sogar in cinigcn Fällen in der Nichtnng, von der dcr Sck'all herkäui. Wen» Weld über einem mit einer Glasplatte bedeckte» Neste üonFormica niüdiventrls schrille Töne hervorbrachte, legte die ganze Kolonie stets durch rasche Bclveguilgcn nach allen Nichtnngei» unverleinibare Anzeichen von Niifregniig und llu- nihe au den Tag. AiiS diesen Beobachtungen geht hervor, daß die Ameisen oder Ivenigstens einige Arten von ihnen, im stände sind. Schwingungen wahrznnchmcn, die durch die Luft übertragen und von dem menschliche» Ohre als Schall bcrnoinme» werden. Auf »vclche Weise diese Wahrnehmung geschieht, das»visscn wir noch nicht.— («Tügl. Lt.") Technisches. — Hirn holzfilter. I» der lehten Sihmig der Polytechnischen Gesellschaft, hielt, wie wir einen» Bericht der„Boss. Ztg." eninchnren, Bergingen ienc Funke cinen Vortrag über„ClaaßenS Patent-Hiriiholz- silter niid dessen vielseitige Berwciidungsarten", den er mit praktische». Borfnhrnngeu verband. Eine gute Filtration des durch Bcjmeiignngc» oder schädliche Keime vcrnnreiuiglcn .Trinkwassers steht in sanitärer Beziehung in erster Linie, litt« 'zähl ige Filtcrarien sind erfintden»nid ivieder vcrivorfen worden, iveil sie den Vedingungen nicht genügten. bis diese Frage durch daS Claaßetiscbe FUter in ebenso einfacher als praktischer Weise gelöst erscheint. DaS Claaßcnsche Filter fleht von jeder Vcrivendnng eines künstlicven und wiederhol! ernencrnngSbedürfiigen Filtrationsuiatcrials ab, und vcrivcndet anöschlicßlich eine Hirnholz- platte, die in gußeisernen» oder metallene»» Gehäuse Inst- nud wasserdicht cnigeseht ist. Diese Hirnholzplatte läßt Wasser und li>el«inwortt«ver Revacteitr: 9*1*1 gvhn i» Berlii 6 andere Flüssigkeiten sehr leicht durch, hält ober bei gewöhnlichem WasscrleitinigSdruck sämtliche mechanischen Beimengungen zurück. Eine solche Filierplatte ist, da die Bermireinignugei»»»icht in die Platte eindringen, sondern sich ans deren Oberfläche abictze», von fast unbegrenzter Dauer lind deshalb in, Gebrauche sehr billig. Ebenso ist ihre Neinigung äußerst leicht und bequem, da ein- fachcs Ablvaschen genügt, um sie ivieder in Gebrauch zu »ebineii. Es sind doshalb diese Filter in» Hänsbalt in' erster Reihe alS SanitätS- WasscrleitniigShähNe zu empfehlen, deren Zu- säminenfetzniig so ist, daß sie leicht an Stelle irgend eines vor- handeneii geivöhnlichen LeitnngshahneS in die Wasserleitniig ein- geschraubt iverdcn können. Außer den geivöhnlichen Bcriinrcinignngcn, >vie Lehm, Sand sc., lverden die alich im Leitnngswasicr öfters n»f- Ireteiiben Eisen-»nid Bleioxyde wirksam auf dem Filter zurück- gehalten. Die Hirnholz- Filter könne» auch zirr Neinignng von Kesselspeiscwassor, Abwässer vo» Fabriken». dcrgl. mehr eine gute und ansgedehnto Verwendung finden. Auch als Oelrciniger sind die� Claaßensche» Patcntflltcr verwendbar, jedoch führt inan bei diesen Apparaten das Oel vorher zur Vorreinigung durch eine Schicht von gewaschenem Eoaks. Das Oel bedarf zum Hindurch- treten durch die Hirnholzplatte nur eines geringen Druckes, der da. Ivo Vacnnmbctricb nicht vorhanden ist,'schon durch ein gelvöhnlickieS Standrohr oder eine kleine Handpnmpe erzielt wird. Sehr dick- flüssiges und schmnhigeS Oel bringt man besser warn» in den Apparat. Der Redner verbreitet sich zum Schluß noch eingehend über einige besondere Konstrnkliousarten des Filters zur Anwendung im große»! so nl-Z Filterkästen zum Reinigen von Abwässern für Cellnlosc»nid Papierfabriken, zum_ Eindicken breiiger Substanzen, für Pressen, und zur Eutstanbnng von Räumeil in verschiedensten Betrieben. An den Vortrag knüpfte sich eine Besprechung. Es wurde dabei von dem Vortragenden noch bemerkt, daß sich für Filterplatten als Holzart am besten nusere nordischen Bäume eigne», wie die Pappel, Linde. Erle, Weiß- und Rotbuche; der Apfel- und der Birnbaum»nd die viel schneller wachsenden italienischen Hölzer sind nicht verwendbar, weil die Kraft der Faser»nd die Dichtigkeit zu gering ist; die Platten trocknen znsamme». daß man Erbsen dnrehwcrfen kann; man verwendet deshalb beim Jnstrinncnteiibau zu Näsoiumzbodcn auch nur in» Norden gewachsene Hölzer.— Humoristisches. — Galant. Junge Dichterin:«Mich hat die Muse geküßt." Herr:„Hält' ich an deren Stelle auch gcthan."— — Bestrafte Neugier. G n st sziiin Piccolo):«Nun. Kleiner, was lhnst Tu dem» mit den vielen Trinkgeldern, die Du kriegst?" Piccolo:«Die darf ich gar»ncht behalten, die muß ich alle dem Kellner abgeben, und bei Ihnen muß ich noch süuf Pscunige zulegen, weil der Kellner mir nicht glauben will, daß Sic nur f ii u f Pfennige geben."— — D l» r ch s ch a u t. Er:«Ich sag' Dir Weib, Du bist mir Lnkt." Sie:„Da möchtest Du wohl einen Luftwechsel haben, nicht wahr liebeS Männchen V!"—(„Megg. hmi». 831.") Notizen. — Da? Ballelt« Asch e>»k> r ö de l" von I o h an» Strauß wird»ach dem„93. B. C." erst in» Ottober 1900 auf der Wiener Hosopern bühnc erscheinen; seine Premiere wird es jedoch wahr- jcheinlich schon früher auf einer rcichsdentsche» Bühne etlebcn. Man beabsichtigt auch, das Werk, mit eincin eigenen Ensemble während der Weltäusstellnug in Paräs aufzusühreii.— — Die Münchcner„Littttarische Gesellschaft" bereitet eine Ans- sührung von Kleists„ A», p h i t r i o>»"»nid eine» Heine- Abend mit Kainz als Reeitator vor.— c. In Paris giebt es 7gl konzessionierte Konzertsäle, von denen IM täglich Vorstellungen veranstalten, anßcrdem in de» Vor- orten 70 Etablissernents dieser Art. Die Zahl der eigentliche» Theater beträgt 07.— — Der Komponist E r n st T i e s l e r ist in» Alter von 05 Jahren auf Schloß Roetel»» plötzlich verschiede». Für die Hinter- bliebene» veranstaltet der«Verein zur Förderung der Kunst" in de» ersten Tagen des Januar einen Liederabend in» Konzertsaal der Hochschule für Musik.— — Den» Kanton Bern ist eine Erbschaft.zugefallen, die für eine Stiftung zur Erteilung vo» Stipendien a» Schweizer Stirdent i nnen der Med'iziu, Pharniacic oder Chemie verwendet werden solle. ES ist dies die erste Stiftimg für Studeutiunc» in Etwopa.— — Eine Gest ein Ss a in u» l.U n g für Blinde hat ein russischer Forstman» zusainnlcngestellt. die eine wesentliche Bereicherung der Lehrmittel für Blinde bildet. Bei der Feststellung der Steine durch die Blinden spielt nicht nur der Tastsinn, der bei Blinde» geivöhnlich sehr fein m'.Sgcbildet ist, sondern auch der Ge- ruchsstnu eine wesentliche Rolle.»lainentlich bei den Thon- und Lehninrteu.'Bei vielen Gesteinen ist auch der Kältegrad ein charak- tcristischcS Merkmal, das zur Feststell» mg der Steine führt.— . Drillt uu» Aerla,»»u«tt»x B«»in«»u Berlin.