Nr. 216. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags Nummer mit illuftrierter SonntagsBeilage ,, Die Neue Welt" 10 Bfg. BoftAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Boft BeitungsPreisliste für 1899 unter Mr. 7890. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 16. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rotonets zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in berExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, nr. 1508, Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. 4 wie Nach dem Justizmord. Paris, 18. September. Freitag, den 15. September 1899. . Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. die persönliche Seite der Dreyfusfrage nunmehr als erledigt angedrohten Konflikt auszuweichen, schon jetzt den Ausgang zu betrachten ist. Bisher spielten im Stampfe nebst allgemeinen auch nimmt, den wir damals voraussagten, als der Freisinn von individuelle Motive des Mitleids mit. Nach Nennes ist Dreyfus als einer Niederlage der Regierung fabelte, während in Wahrheit Die ersten stürmischen Eindrücke, die Gehirn und Herz schier Person moralisch endgültig rehabilitiert und physisch wird er under Reichstag der Dupierte war. Schon in der nächsten lähmten und für welche die Menschensprache keine adäquaten Worte zweifelhaft jeder weiteren Bein durch die Begnadigung entzogen Session sollen die 7000 Mann nachgefordert werden. Gerade finden könnte, find nun einem ruhigeren Gemütszustand gewichen. werden. Damit erhebt sich der Kampf zu einem reinen Allgemein- in dieser Frage ist zwar Herr Lieber nicht gebunden, denn Die Bedeutung einer moralischen Generalschlacht, wie der Dreyfus- interesse, zu einer reinen Kraftprobe zwischen Recht und prätorianischer er hatte sich doppelsinnig in der zweiten Lesung bereit erklärt, Prozeß, kann am wenigsten von den Kämpfenden selbst unmittelbar Gewalt, zwischen Demokratie und Militarismus, zwischen Demokratie bei einem späteren Anlaß" wieder über die 7000 M. zu vernach der Entscheidung mit sicherem Urteil abgewogen werden. Und und Kleritalismus. handeln, obwohl der spätere Anlaß nicht gerade als doch hängt diese Bedeutung zum großen Teil von dem Bewußtsein Die Aenderung der Situation in Bezug auf den eigentlichen nächste Session gemeint sein sollte. Indessen δας der Kämpfenden ab, von der Tragweite, die sie selber ihrem Sieg Rechtstampf wird am zutreffendsten von einer revisionistischen zweideutige Spiel, das der Herr auch bei dieser oder ihrer Niederlage beimessen. Schriftstellerin in die Worte gekleidet:" Jezt fordern Gelegenheit getrieben, würde in der That zu unangenehmen Wie steht es nun mit dem relativ ruhigeren und daher sichereren wir die Gerechtigkeit nicht mehr für Dreyfus, Auseinandersetzungen führen, wenn die Heeresverwaltung es Urteil der Kämpfenden von hüben und drüben? sondern für uns.. Es ist unsere eigene Schmach, wirklich wagen sollte, die 7000 Mann schon im Herbst einIm Lager der Generalstäbler, der Chauvinisten, Antisemiten die wir abzuwaschen haben werden. So lange nicht das infame zufordern. und der nicht verkappten Klerikal- Monarchisten klingt der Sieges- Urteil in Fezen zerrissen ist, an dessen Spize man zu schreiben ge- Der Weggang Liebers schafft für den Herbst bis zu einem jubel in recht bescheidenen Schlußtönen aus. Da die Frechheit wagt hat:" Im Namen des französischen Boltes",... gewissen Grade eine veränderte parlamentarische Situation. dieser Barteien niemals eine Spur von Ermüdung zeigte, da die bleiben alle Franzosen persönlich entehrt vor der civilisierten Welt Wenn auch Lieber nicht persönlich, sondern im Namen seiner unermüdliche Frechheit ihr wirksamstes Kampfmittel ist, so muß und vor der Geschichte." Partei sprach, als er sich gegen die Zuchthausvorlage feierlich ihre Bescheidenheit nach einem so eklatanten„ National- Auf dem Gebiet der allgemein politischen Konsequenzen des engagierte, indem er als Vorbedingung die vollständige siege", nach einem so herrlichen französischen Siege" Justizmordes wird die erste Probe aufs Exempel in der Koalitionsfreiheit für alle deutschen Bürger mit Einschluß die Generalstäbler den schmachvollen Justizmord nächsten Herbstsession des Parlaments stattfinden. Selbstverständ- der Landarbeiter forderte, so ist es natürlich moralisch leichter benannt haben in anderen Verhältnissen wurzeln. Und lich gilt es zuerst der Militärjustiz. Während ein 1893 für eine Partei umzufallen, als für den Wortführer, der sich noch weniger sind es find es verspätete Gewissensbisse nach dem eingebrachter socialistischer Antrag auf Abschaffung der Militär derart gebunden hat. Wir haben wiederholt darauf hingewiesen, vollendeten Berbrechen, die den Jubel gedämpft haben. Im Stampfe justiz in Friedenszeiten sang- und flanglos begraben wurde, hat daß ein Teil der Centrumspresse entschieden für die Zuchthausgegen Dreyfus haben sie jedes, aber auch jedes Gefühl, das den jetzt der gleiche, von mehreren Seiten eingebrachte Antrag vorlage agitiert. In jedem Falle ist die China- Reise sehr Kulturmenschen von dem Wilden unterscheidet, gänzlich verlernt. Den in dieser oder jener Form große Aussichten, angenommen zu werden. berdächtig. Tanz um den Stalp( Schädelhaut) des erlegten Feindes fezzen fie Am Abend des Justizmordes hat ein gut bürger- Für das Centrum würde es sich wenn Lieber mit dem bielmehr mit wilder Grausamkeit fort. So spie Rochefort noch licher Abgeordneter telegraphisch dem Kammerpräsidenten einen Gepäck seiner Versprechungen flüchtet dann um eine vergestern die Worte aus, Dreyfus würde sich mit Vergnügen einer Antrag auf vollständige Abschaffung der Militärjustiz angekündigt. hängnisvolle Wendung handeln, von der seine fernere nochmaligen Degradation unterziehen, wenn man ihm dafür zum und in der revisionistischen Presse agitieren vormals militärfromme Eristenz abhängt. Es kann sich aus dem Kuhhandelsumpf, Diner eine faftige Schafsteule, garniert mit bretonischen Bohnen, Journalisten für die gleiche Forderung. in den es als regierende Partei geraten ist, befreien, indem verspräche... Nach alledem ist es klar, daß die Stellung des Ministeriums es wieder an die mehr demokratischen Ueberlieferungen anDie Bescheidenheit der Frechen erklärt sich aus dem schmerzenden durch den Justizmord mindestens nicht erschüttert, vielleicht sogar knüpft, oder es wird in ihm versinken, wenn es den feudalen Bewußtsein, daß der Justizmord zumindest ein nugloses Ber- befestigt wurde. Das Geschrei der Generalstäbler nach der sofortigen und kapitalistischen Tendenzen in der Partei noch mehr Konbrechen ist. Sie hatten auf eine einstimmige Verurteilung gehofft. Einberufung des Parlaments ist von neuem wirkungslos verhallt. zessionen macht. auf die einfache Wiederholung des Justizmordes von 1894. Das Der staatsmännische Anführer der Justizmord- Parteien, Meline, Die Haltung zur Zuchthausvorlage wird über die Zukunft hätte die übergroße Vollsmaffe im Glauben an die Schuld des hat von neuem vorsichtig abgewunten. Er will bis Ende Oktober, des Centrums entscheiden. Verräters", die Unfehlbarkeit der Militärjustiz und die engelhafte b. h. bis zum gewöhnlichen Datum der Herbstsession warten". Die Reinheit der Fälscher und der Meineidigen endgültig bestärkt. Damit Früchte sind dem Fuchs zu sauer. hätten die Reaktionsparteien, die ihr Glück auf den Justizmord von Desto dringender ist die Pflicht der Regierung, all' die in der 1894 gefegt, einen entscheidenden Sieg von großer politischer Kompetenz der Exekutivgewalt stehenden Konsequenzen aus den wurde niemand von den Konservativen so mißachtend be Bei den Kanaldebatten im preußischen Abgeordnetenhause Tragweite errungen. Anstatt dessen haben zwei Militärrichter, Prozeßverhandlungen und dem Justizmord von Rennes zu ziehen. handelt, als der preußische Landwirtschaftsminister Herr zwei leibhaftige Offiziere, die selbst von Rochefort und Drumont Es heißt, die Regierung müsse vorerst das Urteil des militärischen v. Hammerstein. Während er seine schönsten Gründe nicht als bestochene Agenten des Verratssyndikats" verleumdet Appellgerichts abwarten, ehe sie einschreiten könne. Sonst aber soll für den Kanal entwickelte, konstituierten die Agrarier ein werden können, Dreyfus freigesprochen und die Mehrheit des Militär- über die Notwendigkeit des Einschreitens innerhalb des Ministeriums Brivatparlament, in dem es so lebhaft herging, daß Herr gerichts hat ihm sogar mildernde Umstände" augebilligt und das vollkommene Einstimmigkeit herrschen. Strafmaß auf die Hälfte des zulässigen Maximums der betreffenden Strafart herabgesezt! Es giebt nun gewiß unheilbar verblödete nationalen öffentlichen Meinung gewiß zur Lösung Zum Schluß noch die Bemerkung, daß die Macht der inter- b. Hammerstein, der in vertrauten Streifen unter dem Namen Herr v. Null gewürdigt wird, trotz allen aufgewandten Elemente, insbesondere unter den Pariser Kleinbürgern die ber Strise im Sinne des Rechts und der Civilisation beitragen fam. Schweißes sich nicht verständlich machen konnte. trotz alledem in ihrem Glauben an Rochefort und Drumont nicht aber unter der Bedingung, daß sie sich ebenfalls im Rahnten des wähnte Versöhnungsrede zu halten, indem er wie auch früher Das hinderte Herrn v. Hammerstein nicht, die schon erwankend gemacht werden. So zahlreich aber diese Elemente Rechts und der Civilisation bewegt. Mit anderen Worten: die inter- schon zwischen Staatshilfe und Manchestertum wohlwollend fein mögen, fie tönnen höchstens nur den Einzelverkauf der nationale Oeffentlichkeit darf nicht gegen die französische Nation, pendelte und die Viehzucht als besonders förderlich feierte. Generalstabs Zeitungen auf der sondern Hammersteins Sammelrede. helfen; zu einer offensiven politischen Aktion auf Grund sie in eine antifranzösische Bewegung aus, dann sinkt sie auf Am Schlusse kamen dann die bereits mitgeteilten Säge: bon der des Justizmordes von Rennes, einer Aktion, die Reaktionsparteien so sehnsüchtig geschwärmt hatten, reichen sie nicht aus, weder quantitativ noch qualitativ. das gleiche Niveau mit den französischen Generalstäblern. Politische Neberlicht. Die Justizmord- Politiker beschränken sich nun in grimmiger Bescheidenheit darauf, aus ihrem Nationalsieg" einige defensive Vorteile ziehen zu wollen. Sie möchten dem Justizmord zu Ehren die Verfolgung der Staatsstreichler vor dem Staatsgerichtshof eingestellt sehen. Und sie sind sogar des bereit, die vollständige Begnadigung von Dreyfus mit in den Kauf zu nehmen, wenn zugleich Dérouléde und Konforten der verdienten Strafe entzogen werden. Die direkte und indirekte Zustimmung mehrerer angesehener" -man verzeihe das Wort- Generalstabsorgane zur Begnadigung von Dreyfus durch den Präsidenten der Republik ist der deutlichste Beweis für den politischen Katzenjammer der„ Nationalsieger". Berlin, den 14. September. Die Flucht nach China. Centrums nach Stiautschou bemerkt die, Post": Ueber die Beweggründe der plöglichen Reise des Führers „ Warum geht er gerade jezt? Sollte es mit der unerquicklichen Situation zusammenhängen, die das Centrum im Reichstage erwartet und ebenso im Landtage? Der Kampf um die Arbeiterschutz- Vorlage beginnt aufs neue, und das Centrum muß ernstlich Farbe bekennen; 7000 Mann, die im Vorjahre gestrichen wurden und auf die für diesmal Hoffnung gelassen war, möchte die Regierung bewilligt haben. Hier ist die Annahme für das Centrum ebenjo tiglich, wie die Ablehnung. Es hat in jedem Falle schwere Vorwürfe zu ge= wärtigen, entweder von der Regierung oder von den militärscheuen Herren auf der Linken, entweder muß seine nationale Gesinnung Abbruch leiden, oder es muß den Vorwurf einstecken, feine vorjährige Streichung der 7000 Mann sei ein auf Täuschung berechnetes Scheinmanöver gewesen. 11nd mun die Stanal vorlage im Abgeordnetenhause und die noch unerledigte Gemeindewahlreform! Da Dr. Lieber angesichts so vieler schwieriger Aufgaben reist, so muß das mit Recht Anlaß zur Vermutung von " diplomatischen" Beweggründen geben. Wenn Centrumsblätter die Hoffnung aussprechen, er möge bis zu den Reichstags- Verhandlungen zurück sein, so ist das nichts als Hohn; denn der reiselustige Pilger wird dann noch kaum die Hinreise beendet haben." Dagegen verharrt das revisionistische Lager in seiner offen fiven Politik aus denselben Gründen, welche die Generalſtäbler zur Bescheidenheit gezwungen haben. Ich spreche freilich nur von den Kerntruppen der Revisionisten, denn die sehr verspätet und sehr zaghaft in den Kampf eingegriffenen Hilfstruppen möchten bereits Frieden schließen. Sie sehnen sich nach„ Beschwichtigung" natürlich im Namen der höheren" Interessen des Vaterlandes und der herannahenden Weltausstellung. Bezeichnend ist namentlich die Frontänderung des„ Temps", der sich drei Tage nach dem Justizmord zu einem allseitigen Beschwichtigungsapostel umgehäutet hat. Das Organ des linken Flügels der Bourgeoisie ver schweigt aber einen der wesentlichsten Gründe seiner Mauserung. Es ist ihm bange geworden nicht nur um den Erfolg der Weltausstellung, sondern auch ob der schlimmen Konsequenzen des feigen, Die Ausführungen der" Post" besagen mit anderen sich selbst brandmarkenden Justizmordes für die Militärjustiz und den Worten: Herr Lieber nimmt als parlamentarischer Bankrottierer Militarismus im allgemeinen. Die liberale Bourgeoisie ist eben nur Reißaus. Er hat so viel versprochen, so viel„ Borbedingungen" für einige kleinliche Flickreförmichen zu haben, die am gemeinschädlichen gefordert, daß er seine belastete Person rechtzeitig in Sicher Wesen des Militarismus nichts ändern würden. Abgesehen vom Heit bringt. Das landwirtschaftliche Gewerbe aber jolle und müsse lohnend bleiben, sonst müsse Deutschland zu Grunde gehen. Die Landwirtschaft sei der festeste Grundstein des Staates, das sei nicht nur seine Ansicht, sondern auch die Ansicht des die 2 ganzen Minifteriums, insbesondere aber auch die des Kaisers. Darum werde der Landwirtschaft stets Staatshilfe gewährt werden, wo solche notwendig ist, aber Staatshilfe an unrechter Stelle gegeben, trage dazu bei, daß die eigene Thatkraft erlahme, so lange fich aber die Landwirtschaft selber helfen könne, solle sie es thun, erst wenn die eigene Straft erlahmt sei, solle der Staat helfend eintreten." Es ist klar, daß so verbindliche Worte die rebellierenden unter nicht versöhnen, sondern aufreizen und in ihrem Straftbewußtsein steigern. Und die" Deutsche Tages3eitung" äußert denn auch gar trozige Worte zu den wohlwollenden Wendungen des Herrn Ministers: Wir haben dazu nur zweierlei zu bemerken. Gewiß ist die Viehzucht für die Landwirtschaft außerordentlich wichtig, aber sie ist nur eine ihrer Tragfäulen; die andere bleibt der Körnerbau. Wenn sich alle Landwirte ausschließlich auf die Vichzucht legen wollten, so würde sie sehr bald nicht mehr lohnen. Das weiß auch der Herr Landwirtschaftsminister. Daß die Landwirtschaft sich gegen den übermächtigen Wettbewerb des Auslandes nicht allein helfen kann, so daß die Staatshilfe eininnerhalb treten muß, darüber ist man der Landwirtschaft, jedenfalls auch einschließlich des Herrn Landwirtschaftsministers, fast allgemein einig. Wenn die maßgebenden Stellen überzeugt sind, daß Deutschland zu Grunde gehen müsse, wenn das landwirtschaftliche Gewerbe nicht lohnend bleibe, so dürfen wir wohl hoffen, daß diese Ueberzeugungen fich in wirksame, kraftvolle Thaten umwandeln. Diese sind seither vermißt worden." " Die Deutsche Tageszeitung" hat ganz recht, daß sie wirksame traftvolle Thaten seitens der Regierung vermißt. Sie schäßt also weder die fürchterliche Drohung mit der Wiederkehr der Kanalvorlage noch die Verhängung von Wartegeldferien für ein paar Landräte als wirksame, kraftvolle Klasseninteresse der gesamten Bourgeoisie an der unveränderten Der innere Zwiespalt im Centrum wird dadurch offenbar. Aufrechterhaltung ihres wichtigsten Herrschaftsmittels, fürchtet die Es ist über keine Frage einig. Wir wissen bereits, daß ein Thaten. gute liberale Bourgeoisie den etwaigen Widerstand der Prätorianer anderer Führer des Centrums für die Zuchthausvorlage eintritt. gegen gründliche antimilitaristische Reformen. Andererseits ist der Marinismus und Militarismus der Doch keine Beschwichtigungs- Predigten tönnen verhindern, daß Lieber, Demokraten" den Anhängern der alten Tradition ver sowohl die eigentliche Dreyfus- Affaire wie die Affaire des haßt. Auch in der Kanalvorlage waren die Kuhhändler die Militarismus und des mit ihm verbündeten arg Blamierten. Bündlertruh. Obschon der preußischen Regierung nichts ferner liegt, als unter Abschwörung ihres ureigenen Wesens dem Junkertum ernsthaft entgegen zu treten, so hat doch bereits der & leritalismus auf der Tagesordnung der franzöfifchen Politik Es ist interessant, daß die Abstrichsposse, die das Centrum gelinde Versuch des Ministeriums, dem agrarischen Joch ein nach wie vor, mehr denn je bleiben. Mehr denn je, weil gelegentlich der lekten Militärvorlage in Scene sekte, um dem wenig zu entrinnen, eine lebhafte Opposition bei den Agrariern entstehen lassen. Selbstverständlich ist diese Opposition| wie man sieht, nicht; aber die Regierung Thun hat nie eine ebenso wenig eine ernste, wie der Kampf der andere Politik gekannt, als eben die, für den unmittelbarsten Regierung ein ernster ist. Sie brauchen einander, Augenblick freie Luft zu bekommen. Da man aber schließlich die Regierung und die Junker. Sie werden sich nach dem die Regierung nicht versteden tann, so wird der so jetzigen Schmoll- und Groll- Intermezzo um so freundschaftlicher finnreich ersonnene Plan wohl sehr rasch zu Schanden werden. die Hand drücken. Die Chancen, daß die Konferenz überhaupt zu stande kommen " Gine obtener Eine wohl nicht beabsichtigte wirtung haben die Tegten Maßnahmen der Regierung gezeitigt. Obwohl in der jezigen gelt das Juteresse der Landwirte am politischen Leben " daalus alt dodge 25m aid Stut pinsat than Diese Wahrnehmung sollte den nationalgesinnten Bevölkerungselementen nicht nur Schleswig- Holsteins, sondern ganz Deutschlands zu denken geben und ihnen den Blick schärfen für die un geheure Summe patriotischer Spannkraft, welche in Massen einftiveilen latent, schlummernd vorhanden ist, aber nur cines Anstoßes, z. B. in der Richtung der FlottenDie Ostelbischen verstehen es auch nicht übel, alle wird, sind wirklich sehr gering. Herr v. Fuchs hat zwar auch bernehrung, bedarf, um sich alsbald in lebendige Kraft umRegister zu ziehen, um die ein wenig widerspänstige Neden Radikalnationalen, diesem und die unpatriotische, undeutsche Agitation der roten Tuch für für alle Socialdemokratie auf den Sand zu sehen!", gierung niederzuzwingen. Heute fündet die Deutsche Lages- Patrioten", eine Einladung zukommen lassen, und den Ab- Schweinburg wird von Krupp bezahlt, der an der Flottenzeitung" an der Spize ihres Blattes, wie die Maßnahmen geordneten Wolf, den er noch bor sechs Tagen als eine vermehrung geschäftlich interessiert ist. Daß er zur höheren Ehre der Regierung gegen den Bund doch nur dazu dienten, die catilinarische Gristenz" angeflegelt hatte, miteingeladen. der Flottenvorlage den durch das Buchthausgesetz bedrohten Massen, bisher Regierungstreuen zu verlegen und dem Bündlertum Wenn aber auch die Radikalen und die Socialdemokraten den vaterlandelosen Gesellen, sogar eine ungeheure Summe patrioBuzug zu schaffen: tischer Spannfchft verleiht, wird aus dem Ueberschwang geschäftlichen tommen follten, bleiben werden sie sicher nicht lange, jeden- tischer Spannkraft verleiht, wird aus dem Ueberschwang geschäftlichen falls nicht so lange, als es Herr Thun und seine Komplicen Anreißertums begreiflich. brauchen. Abgeblikt. Vom süddeutschen Gewerbebund in München wurde den nicht allzu rege ist, und obwohl der Bund der Landwirte besten Gedanken durch eine unfähige Regierung tompromittiert gelidt, in welcher der letztere gebeten wird, dem Gedanken, welcher Man sieht an dieser Konferenz sehr deutlich, wie die in Gewerbevereinen die Petition an den Reichstag zunirgends Versammlungen abhält, die ihn neue Anhänger zu werden. Der Plan nämlich, durch eine freie Beratung aller Bei der Uebersendung ist die Bitte ausgesprochen, sich derselben anbem fogen. Zuchthausgesetz zu Grunde liegt, Gefeßesform zu geben. führen Bunten, me en fiber zogut tengerti. könnten, mehren sich spontanen Beitrittserklärungen zum in in den lezten Tagen ganz erheblich Die meisten Landwirte und Gewerbetreibenden, die ihren Beitritt festzulegen, schiene an sich natürlich ganz bernünftig; wäre zuschließen. Aus Wolfenbüttel berichtet der Braunschweiger Boltsfr.", daß bber bortige dieſes anmelden, begründen es damit, daß sie zwar bisher aus die Verbitterung des Volkes nicht so weit vorgeschritten und gelehnt und die Meinung ausgesprochen hat, daß man mit den feten, es aber jest für ihre unabweisbare flicht mißtrauen, so tönnte eine solche Sonferenz immerhin ein bener Maler( 8wangs- Innung war jene Aufforderung des äußerlichen und innerlichen Gründen dem Bunde ferngeblieben würde ein Mann da sein, dem die Parteien nicht boriveg vorhandenen Gefeßen vollständig austame. es Aehnliches berichtet die Sächs. Arbeiter- 8tg." Auch der Dres erachten müßten, beizutreten, damit der Bund seine Thätigkeit zu annehmbares Resultat zeitigen. et" Gal. Herbeer teg Gunsten der Landwirtschaft und des Mittelstandes trotz der Beam 24. September zusammentreten soll, ist das vorweg Meister lehnte jedoch mit Entrüstung das Anfinnen ab und einer Bei der Konferenz, die Münchener Handwerkerverbandes sugegangen. Ein großer Teil der Inter den Beitretenden find, und das ist besonders intereſſant, ausgeschloſſeit. Die gescheite Regierung Thun stellt von ihnen kennzeichnete mit einigen träftigen Worten den famoſen – ziemlich viele, besonders aus Schlejien, die offen erklären, daß sich die Sache denn doch zu simpel vor. Nach Gesezentwurf, wie es ihm gebührt. Es sei überhaupt eine Schande, fie früher freifinnig gewesen, jezt aber durch das Vorgehen der dem fie durch ihre Thaten die Opposition aufs daß über eine derartige Petition debattiert werde. Es tam zur AbRegierung und durch die Haltung der freisinnigen tiefste erregt, feit givet Monaten ein wahres Schreckens- ftimmung und fiche mit 86 gegea 29 Stimmen wurde die UnterBartei belehrt seien. Endlich verdient auch hervorgehoben zu regiment inauguriert hat, nachdem sie die Verfassung gezeichnung der Betition abgelehnt. Man kann sich die langen werden, daß eine ziemliche Anzahl von Staatsbeamten a. D. dem brochen, die politischen Freiheiten ersticht hat, nach den Gesichter der alten Inningszöpfe worstellen. Wohl bekomms ben Bunde in jüngster Zeit beigetreten find. Einer dieser Beamten be- Schüssen von Graslih und den strafgerichtlichen Verfolgungen Bolenbekämpfung. Aus Bojen wird geschrieben: Det Scharfmachern! albino schilorom ranis prade gründet feinen Beitritt damit, daß er es für seine Pflicht halte, die sonder Zahl nach all dem wünscht und erwartet die Regie Redacteur der hiesigen polnischen Wochenschrift Praca", Dr. Kafimir Bestrebungen des Bundes int Juteresse des Standes zu unterstützen, der diejenigen Elemente in sich vereinige, welche unserm Serricher rung, daß die Parteien einander in die Arme fallen und ein Ratowski, ist ausgewiesen worden. Ratowski, ein russischer hause, unserm Heere und den Beamten hauptsächlich dazu bereinig volt von Brüdern sein werden! Ob sich die Völker in Staatsangehöriger, erhielt die Aufforderung, drei Tage nach holfen hätten. Preußen zum großen Staate zu machen. Ein Destreich überhaupt noch verständigen können, ist zweifelhaft; Empfang der ihm zugestellten Ausweisung Bosen und Preußen zu anderer schreibt, daß er sich dem Bunde jetzt um so lieber an daß sie es nicht auf Kommando und sicherlich nicht dem verlassen. Der Ausgewiesene war wiederholt Borsigender des Ber fchliche, als es den aktiven Beamten verwehrt werden folle, Grafen Thun zu Liebe thun werden, ist jedoch ganz sicher. liner polifch- akademischen Vereins. Seit dem März d. J. redigierte mit ben staatserhaltenden Landwirten zu Die neue Konferenz wird also nur eine neue Blamage sein. er die Posener Praca Eigentliche Ursache der Ausweisung soll sammenzugehen und ihrer Interessenvertretung anzugehören, and but apual* wedouround rotinuingdo rial aid feine Stellungnahme zur Kanalfrage sein. Einige dieser Beaniteu a. D. stellen sich dem Bundesvorstande In dem Einladungsschreiben, das der Präsident des Abgeordneten Landwirtschaftliche Genossenschaften. In Breslau tagt mit That, Wort und Schrift zur Verfügung. Vielleicht darf au- hauses gestein ausgeididt hat, heißt es gut gegenwärtig ber 15. Bereinstag des Allgemeinen Verbandes der hangsweise auch erwähnt werden, daß die Umsäge Seru enn scharfe Gegensäge den Kampf in einer Weise angefacht beutichen landwirtschaftlichen Genossenschaften. In seiner Begrüßungs technischen Abteilung des guides der Landwirte bon Tag zu Tag wachsen. Viele Auftraggeber schreiben, daß sie ihre haben, daß die parlamentarische Arbeit ins Stocken geriet, muß rede bezeichnete der Regierungsvertreter die Umwandlung der tünd Aufträge früher anderen Vermittelungsstellen gegeben, aber jetzt der ruhig denkende Politiker danach bestrebt sein, Mittel und Wege der ruhig denkende Politiker danach bestrebt sein, Mittel und Wege baren ländlichen Privathypotheken in untündbare Anstalts. dem Bunde zugewieſen hätten, weil sie es fiir ure Pflicht hielten, zu suchen, diesen Zustand wieder zu beseitigen und durch Herbeiführung hypotheten als ein wichtiges Ziel der Zukunft und betonte auch ihm auch dadurch mehr Mittel zu verschaffen in seinem guten gegenseitigen Gedankenaustausches der Gegner ihre Verständigung die Wichtigkeit der Ginigheit der Landwirte für die Erund gerechten Kampfe." logisk zu bewerkstelligen. Auf neutralem Boden, von den zum Leiter und reichung gemeinsamer wirtschaftlicher Biele. Die Deutsche Tageszeitung schneidet gern auf. Aber laben, tönnen sich die Gegner, ohne sich etwas zu Organisationen scheint also nicht in Borbereitung. Siter des Parlaments gewählten Präsidenten des Hauses geEin Buchthausgesey gegen den Kerrorismus landwirtschaftlicher Tidale ählten Bräbenten Safes ge wenn man auch einen Teil ihrer Freudennotiz als Renommage vergeben, begegnen und den Versuch machen, die Gegen Denverſten Vortrag, über die geschichtliche Entwidelung erkennt, so ist doch deutlich, daß die Bindler sich bei dem fäge soweit auszugleichen, daß eine geregelte Arbeit des Parla des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens Kleinen Ausnahmegesez, das gegen sie geübt wird, ganz wohl ments, die alle Bölter unserer Monarchie herbeisehnen, ernstlich in Shlesien, hielt der Verbandsdirektor Pfarrer BoIff aus fühlen. Vielleicht lernen sie bei der Gelegenheit begreifen, zu erwarten stünde. Hohenfriedberg. Verbandsdirekter Rittergutsbefizer Blehn sprach daß ungerechte Behandlung ft e t& verbitternd wirft. Vielleicht In erster Reihe wäre daher die Aufgabe zu lösen, jene Form darüber, wie Probuftiogenossenschaften( insbesondere mindert diese Erkenntnis auch ihre zärtliche Neigung zu Uus lichen Lösung zu finden, in welcher die Sprachenfrage einer gebeth Moltereigenoffenfchaften) sich gegen die schädlichen Folgen des bie gebeth- gerrigenten die Es folgte nahmegeseten gegen die Arbeiter.sbedarf feines Beweises, daß die friedliche Lösung des eine Beratung über die neuen Erfahrungen über Bau, Einrichtung Treffend ist der Stich gegen den Biberalismus, der sich im Verlauf der Kanalkrisis und besonders in dermaßen vor nur auf dem Wege gegenseitiger AnSprachenstreites und eine solche schwebt allen Parteien gleicher und Betrieb der genossenschaftlichen Kornhäuser. Berichterstatter war der Generalsekretär Dr. Rabe aus Halle. 8ur Beit bestehen im Frage der Beamtenmaßregelungen allerdings so junkerlich näherung und unter vorurteilsloser, Bedachtnahme auf die ganzen, 38 Getreideverkaufs- Genossenschaften im Deutschen teiche. gezeigt hat, daß es kein Wunder ist, wenn bisherige Liberale beiderseitigen Rechte erzielt werden kann. Bu diesem Zivede sollen Er beantragte u. a. folgende Säge: feinen Grund mehr sehen, von der Bündlerorganisation fern Verhandlungen auf neutralem, friedlither Arbeit gewidmetem Die genossenschaftliche Verwertung des Getreides durch Er zu su bleiben. vodil driul appliadam big gaming si Boden geführt werden, zu welchen ich mit diesem Schreiben den richtung von Stornhäusern erscheint zur Erlangung eines gefunben ersten Anstoß geben will. Abjazes und einer gefunden Preisbildung der Körner Die Eingeladenen werden aufgefordert, am 24. September un frichte erftrebenswert; es empfieht sich, unter geeigneten erhält 11 1ht vormittags im Bureau des Präsidenten zu erscheinen. Sereniffen mit dem genossenschaftlichen Getreideverlauf auch ben Gin unb v. Fuchs behält sich vor, im passenden Zeitpunkt auch an die Re- Verkauf landwirtschaftlicher Bedarfsartitel an gierung mit dem Ersuchen heranzutreten, dieser Aition die geeignete die Mitglieder zu verbinden; bie Beleibung des Getreides Mithilfe zu gewähren. dat nunditud nach Möglichkeit zu erleichtern; da die allgemeine Errichtung der in den Kornhaus- Genossenschaften in Form der Lombarddarlehen ist tiche Unterstützung zur Errichtung weiterer Rorn häuser in Form verzinslicher und amortifierbarer Darlehen auch Kornhäuser auch im Staatsintereffe egt, so erscheint eine staatir bie Butunft wünschenswert and Die Anträge wurden angenommen. zonol mdi tode für Zur Nachwahl im 8. fächsischen Reichstage- Wahlkreiſe. Die Agitation wird nunmehr, turz vor dem Wahltage, von allen beteiligten Parteien in äußerst rühriger Weise betrieben. Jeben Tag Die legte euglische Note hatte nicht einen so drohenden Charakter finden Versammlungen statt. Am thätigsten sind unsere Genoffen. Das also war des Pudels Kern: Eine neue Konferenz wie es nach der ersten furgen Meldung schien. Auch die Erteilung Unsere Versammlungen bleiben in der Bauptfache auf die Sonne Und zwar eine, die wirklich lachen macht! Seit ein paar einer Antwort binnen 48 Stunden ist nicht verlangt worden. Die tage beschränkt, da sie fast durchweg unter freiem Wochen ist in dem Sumpfe der östreichischen Bolitik eine große Regierung von Transvaal hat, wie aus Pretoria gemeldet wird. Simmel stattfinden müssen. Wir haben nur fünf Lokale Bewegung wahrzunehmen. Der Staiser empfängt unausgesetzt den ersten Entwurf einer Antwort auf die Depesche im ganzen Streise, wozu nun jezt furz vor der Wahl no ein Politiker von einem gewissen Ansehen. Nach Herrn Chamberlains fertig gestellt. Die Antwort wird von den beiden großes ca. 1500 Personen fassend im Industriebezirk Mügeln, v. Chlumecky war Dr. Kathrein, der Obmann der katholischen Raads, welche sich am Donnerstagnachmittag in geheimer Sigung der wahrscheinlich ausschlaggebend für die Wahl sein wird, gekommen. Volkspartei, und Dr. v. Fuchs, der Präsident des Abgeordneten bersammelten, in Gegenwart der Mitglieder des Ausführenden Rates Nächsten Sonntag werden wir, wenn das Wetter günstig ist, über hauses zur Audienz beschieden worden in Erwägung gezogen. Es heißt, in der Frage des Schiedsgerichts 20 Versammlungen abhalten, und auch die gegnerischen Bersammlungen ungarische Ministerpräsident war bereits zweimal in zu einer gemeinsammen Konferenz bereit. Man glaubt, es feits beschidt. Die Wahlzeitung" wurde bereits in 4 Nummern( etwa Wien, und fonferiert" fast täglich handle fich zur Zeit hauptsächlich nur um die Frage der fünfjährigen 125 000 Eremplare) verbreitet. Die Stimmung ist für uns durchweg mit einem andern Politiker der Majorität. All das deutet ansässigkeit behufs Erlangung des Wahlrechts. Man nimmt an, günftig, was durch das ungeschickte Vorgehen der Gegner in Ber darauf hin, daß die Regierung den bringenden Wunsch hat, daß die endgültige Antwort Transvaals nicht vor Freitag er fammlungen, Flugblättern ac. gefördert wird. Sehr wichtig ist, daß das östreichische Parlament aus seiner mitleiderregenden Be- folgen wird. ad med nothing con wir diesmal in einer Reihe von Bezitten des ausgedehnten Wahlwegungslosigkeit zu reißen. Der Wunsch ist nur allzu bedes Oranje- Freistaats wurden benachrichtigt, fich für eine bringen tomten. Wir hoffen, ben Streis im ersten Wahlgange gu Wunsch ist nur allzu beus lömfontein wird gemeldet: Die Mitglieder des Raads freises Versammlungen abhalten konnten, wohin wir bisher niemals greiflich; aber entstanden ist er sicherlich nur aus der schleunige Einberufung des Naads zu einer außerordentlichen Sigung erobern. Die Wahl findet am nächsten Montag statt. entſtanden t Angst vor der Möglichkeit, die Delegationswahlen könnten im bereitzuhalten. Eine Versammlung von Burghers des Oranje- Frei Abgeordnetenhause vereitelt werden. Wir haben das schon staats bejchloß, im Falle eines Ausbruchs von Feindseligkeiten mit auseinandergesetzt: Mit der Verhinderung dieser Wahlen Transvaal Schulter an Schulter zu stehen. Injust stürzt das fünftlich gefügte Gebäude des Dualismus dad inilishd frachend zusammen, und dann ist es mit der i Der deutsche Botschafter in London, Graf Hazfelst, hatte Fiftion der östreichischen" Großmacht" definitiv aus. am Mittwoch eine Unterredung mit Lord Salisbury, welche den Deshalb die plötzliche Sorge um das östreichische Schuß der zahlreichen in Südafrika ansässigen deutschen Reichs Barlament, das man zwei Jahre lang beharrlich ignoriert angehörigen und ihres Eigentums für den Fall eines Strieges hatte, dem man mit dem verfassungswidrigen Ausgleich das aujus mis ist* 000 and betraf. THE berichtet: Aus Breslau wird der„ Bosi. 8tg." berichtet: Die Mitglieder des Wohlauerkreistages beabsichtigen Die Mitglieder des Wohla u er at Brochem wiederden zur Verfügung gestellten I situat mau dioni zuwählen, und der Regierung zur Bestätigung vorzuschlagen. Es ist öfter vorgekommen, besonders in Sachsen, daß Gemeindebeamten, denen die Behörde wegen socialdemo kratischer Gesinnung die Bestätigung versagte, von neuem, Wien, 18. September. Die Neue Freie Bresse meldet: In der kratischer Gesinnung die Bestätigung versagte, von neuem, deutschen Fortschritts- und deutschen Volkspartei besteht die Absicht, zuweilen drei- und mehreremale gewählt und der Regierung die vom Bräsidenten Fuchs einberufene Konferenz zu beichident, aber vorgeschlagen wurden. Es ergößt uns, an den Bündlern jede Verhandlung über die Sprachenfrage abzulehnen, folange die gelehrige Schüler zu finden. ind i dontma Sprachenverordnungen nicht aufgeh oben find. glan olla jost Eine neue Konferenz.bin wasthiy posing Unit 3 10 st- Wien, 13. September. han diths mug Die Situation in Südafrika. 196 Herr v. Szell, der sei ein gewisses Ginvernehmet, in der Frage die Regierung sei werden und wurden, soweit notwendig, von Diskussionsrednern unsererdigidol Deutsches Reich.nized 24 zu statt.orial Zur Erfahwahl im neunten badischen Reichstags- Wahl freise( Durlach Pforzheim- Gernsbach Ettlingen) treffen bereits, wie man uns aus Baden schreibt, die bürgerlichen Parteien ihre Bore bereitungen, ohne daß noch der Name irgend eines Kandidaten genannt wird, dem die Nachfolge des unglücklichen Agst er gfter Das Organ der konservativen Partei be gedacht würde. ist ein wirkungsvolles Recept, den Wahlkreis der Socialdemokratie zu entreißen; es lautet: Susammenschluß der nationalliberalen, tonservativen und centrumtlichen OrdnungsRückgrat gebrochen hat. In der Politik entscheidet aber niet sidd brüder zur Unterſtügung einer rechtsliberalen oder protestantischmals bas Wollen, sondern nur das Können, und da bie orthodoyen Kandidatur, an welcher auch das Centrum seinen Geschmack Arrangeuce der Konferenz nichts anderes mitbringen als den finden tönnte. Und ein Regierungsrat befreundet sich in der etwas berüchtigt gewordenen guten Willen", so ist das Kriegsminister v. Gofler ist zum General der Jn- liberalen Straßburger Post" schon einigermaßen mit diesem fanterie befördert worden. Diese Rangehrung wird dem Herrn Gedanken, obgleich ihm das Opfer der Nationalliberalen, Fiasto der Konferenz schon entschieden, bevor es noch sicher Kriegsminister ein Ansporn sein, weitere Militärborlagen auf eine fulturfämpferische Kandidatur zu verzichten, wie ist, ob sie überhaupt zusammentreten wird. mit Eifer zu vertreten. ind i af ein Parteiselbstmord erscheint. Eine Enttäuschung erfahren aber netenhauses einberufen, und zwar werden alle Parteien des Manöver in Süddeutschland hat der Kaiser in einem Schreiben Dritten stellen sollte. Die Konferenz wird von dem Präsidenten des AbgeordnEin wertvolles 3ngeständnis. Nach Schluß der großen die Kartellbrüder jetzt schon von jener Seite, welche zum Bunde den Der Führer des badischen Centrums, Hauses, also diesmal auch die Socialdemokraten, geladen; die an den Großherzog von Baden den Truppen höchstes Lob gespendet, Geistl. Nat Wader, erklärt im„ Bad. Beob.", daß nur ein Centrums. Einladungsschreiben sind gestern bereits verschickt worden. Die ihren vortrefflichen Zustand betont. Es ist damit wiederum feſt einen eigenen Kandidaten verzichtet. Denn bei der Reichstagswahl mann in Betracht kommen kann, wenn der Rationalliberalismus auf Sache schaut einer bummen List verdammt ähnlich; die gestellt, daß die zweijährige Dienstzeit zur Ausbildung 1898 erzielte im ersten Wahlgang die zugkräftige Kandidatur des Opposition, die sich mit der Staatsstreich Regierung des Soldaten vollständig hinreicht. Wenn berücksichtigt wird, daß so nationalliberalen Frant 7272 Stimmen( einschließlich eines Teils auch nicht in einen Redewechsel geschweige denn in treffliche Ergebnisse erzielt wurden, troz mannigfacher, für die ber konservativen Bartei); dies find nur 31 Broz. der abgegebenen Boten. Mehr als ein Viertel der Stinanen besaß damals die " Burschen, Wacht-, Paradedienst ze. 1131 Verhandlungen einlassen könnte, soll durch den Waffenausbildung unnötiger Dienſtleiſtung der Beweis geliefert, pay der Soldaten „ neutralen" Präsidenten in die Konferenz förmlich ge- daß nicht nur die zweijährige Dienstzeit gefeglich festgelegt nationalliberale Bartei für fich allein nicht, das Centrum fühlt sich Iockt werden. Der Regierung ist es nämlich nicht um werden muß, sondern weiter bedeutend zu verkürzen ist. dirts, bie 27 Broz. der Stimmen, die es 1884 erhielt, die zur start genug, angesichts der fonfessionellen Zusammensetzung des Be das Ergebnis der Verhandlungen zu thun, sondern ihr ist noch ein Mittel gegen die Socialdemokratie. das Zustandekommen der Konferenz Selbstzweck. Offenbar Herr äußersten Grenze von 30 Proz. zu erhöhen. Dagegen haben die Nationalmerkt man, daß die Existenz einer Konferenz auf die Lage demokratie erfunden. Im Anschluß an den Parteitag der schleswig- Bader fagt nun: Es steht fest, daß die socialdemokratische Partei die Schweinburg hat wieder ein unfehlbares Mittel gegen die Social- liberalen nur mit einem Sinten ihrer Stimmenzahl zu rechnen. Herr im Parlamente mildernd einwirken könnte, und es dann ge holsteinischen Socialdemokratie und an die Bemerkung, daß die stärkste im Bezirke ist und in nächster Zeit keine Rückschritte machen lingen tann, während der milderen und auf die Konferenz Stellung der Socialdentofratie zur Marinevorlage mit Schuld an wird. gerichteten Stimmung die ominösen Delegationswahlen durch dem Berlust des Kieler Mandats trüge, gaben die Berl. POL Nach dem von der nationalliberalen Fraktion der II. badischen zupeitschen. Einen besonderen großen Zug hat diese Politit, na chr." folgenden Sat: Rammer in der Wahlrechtsfrage neuerdings gemachten Vorschlag: .ein Abgeordneter gilt auch bann schon al« geivählt,»venn tr auch nur die relative Stimmenmehrheit erlangt hat", mühten nach Wackers Ansicht die Nattoualliberalen konsequenterwcise sagen, Der Bezirk Durlach-Eiillngen-Gcnisbach-Pforzhetm gehört den Socral- demokr-atcn. Wenn sie dies nicht wollten, dürften sie den anderen bürgerlichen Parteien keine Vorschriften machen. Diese Absage der Centrumsleitnng an die nationalliberal- kon« lervative Bourgeoisie mit dem Hohne, dah den Nationalliberalen nur die Wahl eines CentrumSmannes übrig bleibt, wenn der Socialdcinokrat besiegt werden soll, lag in'der Lust; wir de- finden uns in Baden im Zeichen der Landtagswahl, wo der geist- liche blat Wacker seine Katholiken zur Vernichtung des NationallibcralisnmS austuft. Die Situation begünstigt somit wegen der Feindseligkeiten im bürgerlichen Lager die Chancen der social- demokratischen Partei. Die Genossen deS IX, badischen Wahlkreises bezw. die badische Landesorganisation müßten nun allen Ernstes daran gehen, einen geeigneten Kandidaten zu proklamieren. Die Agitation könnte praktischerweise mit der erregten Zeit der Kannner- Wahlen verknüpft werden. Wir müssen den Kreis der Partei er- halten, wenn wir aufpassen.— Der Stadtrat von Karlsruhe forderte die Arbeitgeber auf, den bei ihnen beschäftigten Persotien, die sich ain 3. d. M. beim Empfang deS Kaisers beteiligen wollen, soweit thunlich, während der erforderlichen Zeit frei zu geben. Jnfolgcdeiscn ließ nlaii in der VahnhofswerkstÜtte eine Liste cirkulieren, worin sich alle Arbeiter cinzetchiien muhten, die willig waren, am vorigen Freitag einen Blauen zu machen. So bietet man durch Verhinderung ArbcitSIustiger„Freiwillige" auf zum Hurrarufen und erspart dem Staate den Arbeitslohn.— Darmstadt, 14. Septeniber. Das Urteil des V e r w a l t u n g s- g e r i ch t S h o f e s gegen Qberschnlrat Dettwriler lautet auf erneu gerichtlichen Verweis sowie LlX> M. Geldstrafe, außerdem hat der Angeklagte zivci Drittel der Kosten zu tragen. Demselben wurden wesentliche M i l d e r u n g s g r ü n d e zuerkannt. Der Vertreter der Negierungibehörde hatte D i e n st e u t l a s s u u g■ unter Z u- e r k e n» u n g der Pension beantragt. Schulrat Dettweiler war angeschuldigt, seinem Sohne mit Hilfe eines anderen Lehrers die Schularbeiten vorher mitgeteilt zu haben. Laudarbcttcr-Hökigkett. Ein Landarbeiter in Johannstorf in Mecklcnburg-Schtverin erhielt folgenden Strafbefehl des„ritterschaftlichen" Polizei-AmtS: »Der Tagelöhner H. Beuße zu Johannstorf hat am 2. August abends und am 3. August morgens die Arbeit niedergelegt und mehrmals ausdrücklich verweigert, auch die ihm aufgetragene Ar- beit augetreten.Z Der Antrag auf Strafe ist von dem Gutspächter Eckermaun- ohaunstorf am S. August dicscS Jahres gestellt. Es wird des- alb hiermit... auf Grund der§ 1 und 2 der Verordnung vom 3. August 1892 betr. Bestrafung von Dienstvergehen eine... Geldstrafe von 3 M., an deren Stelle für den Fall, daß sie nicht beigetrieben werden kann, eine Haftstrafe von zwei Tagen tritt, festgesetzt... Kosten l.öv Vi. fallen dem Angeklagten zur Last." Die Veschwerdeschrift. die Beuße darauf an das Ministerium richtete, ist so charakteristisch stir die Zustände auf dem Laude, daß wir sie hier wörtlich(nach dem Lübecker„BokkSboten") wiedergeben wollen; »Am 2. August war ich an der Damvfdrcschmafchine als Tage- löhner mit beschäftigt, Ivo ich meinen Verdienst etwas höher bringe, als bei gewöhnlichem Tagelobn. Herr Eckermann ju».> Johannstorf hat ausdrücklich in Gegenwart von 3— 8 Zeugen er- klärt, daß keine Ausnahme im Arbeitsverhältnis gemacht würde. Da nun die Ernte-Arbetten in dieser furchtbaren Hitze Überaus anstrengend sind und den Körper total ermatten, insbesondere, wenn man. wie hier überall Sitte, von morgens S Uhr bis abends SVa und 9 Uhr, fortwährend anstrengend schafft, so war ich Mich am 2. August, wie schon erwähnt, 8 Minuten nach 8 Uhr müde und ♦mißte die Arbeit einstellen, auch war die Sonne bereits untergegangen. Da nun aber Eckermänn dolbenannte Handlung als ein Dienst- vergehen ansteht, lo hat er mich mit drei Tagen Erbsemnähen, d. h Alleinarbelt auf einem großen Schlag, bestraft, wo er selbst zu mir sagte, er wolle mich mit dem Erbsenmähe» bestrafen. Ich ivollte dieses Erbsemnähen nicht gleich annehmen, 1. weil ich glaubte, daß um V Uhr Feierabend ist, und 2. weil ich durch dieses Allcinarveitcn geschädigt werde in meinem Verdienst; habe aber hellte schon drei Tage auein Erbsen gemäht. Da hat nun Herr Eckermann ausdrücklich versprochen, keine Ausnahmen machen zu wollen, dieses Ver- sprechen aber 1. dadurch nicht gehalten, daß wir so spät abends arbeiten mußten und 2. mich von meinem Verdienst weg zur Straf- arbeit, Allein-Erbsenmähen, geschickt. Gestern, am 7. d. M., erhielt ich nun noch diese in Anlage befindliche Strafverfügung, da ich doch schon, wie gesagt, heute die letzte Strasarbeit abmache. Ich erhebe gegen dieses Verfahren onsdrücklich Beschwerde und bitte. Mir t» Geneigtheit berichten zu wollen, wie lange wir deS Abends für den karg bemessenen Tagclohn von durchschmttlich 2 M. von morgens bis abends ungewiß arbeiten müssen? Ich meine doch, wenn wir bis 3 Uhr in dieser furchtbaren Hitze schaffen, ist es gerade genug; mehr kann nach jedeS Sachverständigen Gutachten ein Mensch nicht leisten." Die Veschiverde wurde als unbegründet verworfen. Die be- stehenden Vorschriften geben der Polizei und dem Gutsbesitzer recht. Wer will sich dann aber noch wundern, daß die Agrarier über .Leutenot" zu klagen haben? Ausrand. DreyfuS und Rußland. Einige bürgerliche Blätter tischen noch immer den Unflnn auf, Dreyfus könnte au Rußland Verrat geübt haben. DaS„Berliner Tageblatt' weiß über die Entstehung' dieses letzten antisemitischen Ausflusses einiges mitzuteilen. Der Name des russischen Militar- Attachäs Baron FredertckS wird citiert und dabei so gcthan, als hätte dieser eine besondere Rolle in der Dreyfussach« gespielt. Die Wahrheit ist weit einfacher. Fredecicks hat Dreyfus nicht anders gekannt als auS dem Mordprozesse Wladomirow. FrcderickS war befreundet mit der Familie Wladomirow, deren Sohn jener juuge Wladomirow war, welcher eine junge Dame tötete, die ihn nicht hatte erhören wollen. DreyfuS hatte in der Familie des ermordeten jungen Mädchens verkehrt und trat al» B e l a st u n g» z e n g e Im Prozesse gegen den jungen Wladimirow auf. Baron Freoericks suchte Wladomi'roiv zu retten. Wladomirow wurde aber verurteilt. Dreyfus hatte sich sehr absprechend über seinen Charakter geäußert. Seitdem haßte Fredericks Dreyfus. Als die Verhaftung DrcvfuS' in der Zeitung stand, traf FrcderickS den General Mcmer auf der Straße und rief ihm zu: „Da haben Sie ja eine nette Kanaille verhaftet I" Mcrcier hat das weiter erzählt, und man hat aus Fredericks Worten ge- schlössen, daß er etwas von Drcyfns'Spionagebczsehiingen gewußt habe. Diese Geschichte mit Fredericks ist das einzige Moment, wo Rußland in der Affaire Dreyfu« eine Rolle spielt. «» „Kurare* veröffentlicht einen Brief des Professor« Andrade von der Universität Mw ntpe liier, der an den I u st i z m i n i st e r gerichtet ist und in dem er mitteilt, daß er im Besitze eines Schriftstückes sei, welches die Unschnld DreyfuS' beweise. Er fordert, da dies eine neue Thatfache sei. die Revision des Prozesses, und behauptet, er habe daS Schrift- stück dem Präsidenten Jouo ust angeboten, derselbe habe abermckt für nötig befunden, ihm zu antworten. Der Professor schließt seinen Brief mit der Bekräftigung, das Kriegsgericht von RenneS habe sich auf eine grobe Weise täuschen lassen.„Ich schwöre, daß Dreyfus unschuldig ist, und erkläre mich bereit, dies vor der Jusiizkammer auf Grund unwiderleglicher Beweise darzulegen."„Aurore" bemerkt, daß daS Schriftstück ein Brief eines schweizer Obersten fei und vom September 1896 datiert sei........ Der.GauloiS" glaubt nicht, daß der RevisionSrat in der DreyfuS-AngeleSenheit vor dem t. Oktober die Entstheiduim treffen könne; wenn eine Nichtigkeitserklärung erfolgen sollte, so würde die Angelegenheit vor da« Kriegsgericht in Nantes oder Ronen kommen. Dem.Journal' zufolge wird sich Mmter zur Kur nach Evian begeben; er soll, wie daS Blatt wissen will, erklärt haben, er glaube nicht daS letzte Wort in der DrtyfuS» Angelegenheit gesprochen zu haben; binnen kurzem werde er daS Schweigen brechen müssen. Die Pest. Oporto, 14. September. Am Dienstag ist ein TodeSfav, am Mittwoch eine Erkrankung an der Pest vorgekommen. Der Eisenbahn- verkehr wird wieder aufgenommen. Die hier weilenden ausländischen Aerzte erklären sich gegen die militärische Absperrung der Stadt al« eine unnütze Maßregel. Petersburg» 14. September. Der»Regierungsbot«" schreibt: In Ergänzung ihrer früheren Mitteilungen über die in. Samara vorgekommenen Erkrankungen infektiöse» Charakters macht die Anti« E e st k o m m i s s i o n bekannt, aus den letzten dem Prinzen von ldenburg vorgelegten Berichten sei ersichtlich, daß die zweifelhafte Krankheit ausschließlich unter der Arbeiterb evölkerung vor- gekommen sei und sich nach de» ausgeführten pathologisch- anatomischen und bakteriologischen Untersuchungen als eine schwere durch Komplikationen verstärkte Malaria erwiesen, mit der Beule n pe st jedoch nichts gemein habe. Die Quarantäne sei daher aufgehoben und Samara als seuchenfrei anzusehen.— Schweiz. Bern, IL. Septeniber.v ärter ebenso 18 Stunden arbeiten, die letzteren erhalten für die Stunde 25 Pfg. und müssen das Essen während der Arbeitszeit stehend einnehmen.(Lachen.) Wenn Sie in dieser Lage wäven, wiirden Sie Schmerz darüber empfinden; das Eintrittsverbot des Inspektors spricht für die Wahrheit auch dieser Be- Häuptling. Mindestens müßle jeder Stadtverordneter zugelassen iverden. Daß das Essen stehend eingenommen iverden mutz, ist nur von mehreren Rieselwärtern mitgeteilt; es soll ihnen bei Strafe so- fortiger Entlassung verboten sein, sich auch nur wenige Minuten zn fetzen. Solche Zustände sind doch menschenunwürdig.(Zuruf: Wir glauben nicht daran!) Ja, wir sind doch dazu da. solche Behaup- tungen aufzuklären. Wie steht es mit der Sonntagsruhe, wie lang ist die Arbeitszeit der einzelnen Kategorien? Auf alle diese Fragen muß der Magistrat Auskunft geben. Bezüglich der Wohnungsverhälltnisse ist auch nicht aufgeklärt worden, wie- viel Luftraum auf jeden Arbeiter entfällt. Ueber die Lohnverhältnisse sollen wir ja noch genauere Auskunft erhalten. Uns sind Lohnsätze von 43, 44, 40 M. monatlich genannt ivorden, ja ein Satz von 1,25 M., was selbst hinter Ost- und West-Sternberg zurück- bleibt, wo 1,60 M. pro Tag und höheres Deputat als von Berlin gezahlt werden. Es müssen wenigstens 3 M. für die tägliche Arbeits- zeit gezahlt werden; es ist unwürdig, sich darauf zu beziehen, daß auch andere Leute schlecht bezahlen. 3M. ist als Minimum der Entlohnung keine übertriebene Forderung. Einige unserer Verwaltungsbeamte» scheinen im Pimkte der mangelhaften Entlohnung den Verhältnissen im Osten nacheifern zu wollen; das darf nicht sein. Aus Malchow ist mir hinterbracht worden, daß auch wegen ihrer politi- schen Gesinnung Maßregelungen der Arbeiter eintreten konnten; einem Wirte ist anheimgestellt worden, sein Lokal zu Arbeiterversammlungen nicht her zugeben. Die Mißstände, wie sie auf den Nieselgütern be stehen, dürfen nicht ferner geduldet Iverden und ihre Abstellung darf nicht bis zur Etatsberatung hinausgeschoben werden.(Beifall und Zischen.) Stadtrat