著 gabime dit is duifgistik ala, 51 and Nr. 220. si og Abonnements Bedingungen: Abonnements-Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags Nummer mit illuftrierter Sonntags Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Poft Beitungs Preisliste für 1899 unter Mr. 7820. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. побить and Vorwärts Erscheint täglich außer Montage.bito y 35 dmore in to dismissdrodist Elljusid ma Berliner Dolksblatt. 16. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für bte nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Bernsprechter: Hmt I, nr. 1508, Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Ein Ritualjustizmord? Jindal mods Wien, 18. September, Am Sonnabend ist vor den Geschworenen in Kuttenberg, einem böhmischen Landstädtchen, ein Prozeß beendigt worden, dessen Aufbau und Führung ganz außerordentlich an die Herenprozesse des Mittelalters erinnerte. Die Anklage lautete wohl auf Meuchelmord, den ein 23 jähriger Bursche an einem 19 jährigen Mädchen verübt haben sollte; in Wahrheit wurde aber über nichts anderes verhandelt, als über die entsetzliche Frage, ob das Mädchen von drei Juden abgeschlachtet worden sei, um ihr das Blut abzuzapfen, das heißt, ob ein„ Ritualmord" verübt worden ist! Und die Geschworenen haben, um es gleich zu sagen, die Schuldfrage so bejaht. einstimmig natürlich, daß aus ihrem Votum unzweideutig hervor geht, daß sie an das verruchte Märchen glauben und ibre Ueberzeugung ausdrüden wollen, daß heurige Opfer jenes Mordes wäre deshalb gefallen, weil die Juden zu rituellen Zweden Christenblut brauchen. Der Antisemitismus in Oestreich fann blicken; seine ekelhafte Agitation hat endlich allen Entsetzlichkeiten des auf einen großen Erfolg zurückMittelalters zu neuem Glauben verholfen. Als ein Denkmal östreichischer Unkultur verdient der Prozeß, daß man auch außerhalb dieses verrotteten Boltes ihn kennen lerne. mun Mittwoch, den 20. September 1899. materiellen Gründen anerkennt Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. als zweiten Ankläger durch- Fräßdorf( Soc.) 11 450, Loge( Refp.) 10 495, Strohzusetzen. Dieser nun es war, für die czechische Demokratie bach( freif.) 1814 Stimmen. Aus einigen kleinen OrtDr. Bara!- hielt im Gerichtssaale eine Rede; die von fanatischem Biffern. ganz bezeichnend, der czechisch radikale Landtagsabgeordnete schaften, die für Loze günstig sein dürften, fehlen noch die Blutrausch nur triefte. Ganz offen sprach er aus, die christliche Nach dem vorliegenden Ergebnis hat die antisemitische Jungfrau wäre von den Juden mur getötet worden, um ihr das Reformpartei einen Verlust von 623 Stimmen seit dem Vor Blut abzuzapfen; in der Synagoge sei dieser Mord beschlossen jahre. Der Freisinn gewann 1162, der Socialdemokrat worden, den Gottes Vorsehung ans Tageslicht gebracht habe. Und 1443 Stimmen. unter dem Jauchzen der fanatischen Menge sprachen dann die Geschworenen ihr Schuldig aus. Man hat das Gefühl, daß man sich selbst erniedrigt, wenn man gegen dieses Wiederaufleben des dunkelsten Mittelalters polemisiert. So weit heruntergebracht hat aber die verblödende Agitation des Antisemitismus die kleinbürgerlichen Massen der östreichischen Völker, daß dieser unwissende Janhagel nun fest davon überzeugt ist, die Juden nähren sich von Christenblut! Es ist eine wahre Renaissance des Aberglaubens, aber man würde den Oestreichern Unrecht thun, wenn man sagen wollte, daß sie sich dieses grotesken Stumpffinnes Bild, das dieses unglückliche Land auf allen Gebieten zeitigt. schämen. Im Gegenteil, er fügt sich harmonisch in das traurige Politische Ueberlicht. Bod Berlin, den 19. September. Von der Sammlung". Der Vertreter eines Gesetzes zum Schuße der Arbeitswilligen" verlor troß der Zunahme der Wahlberechtigten über 600 Stimmen, die Feinde des Zuchthausgesetzes gewannen zusammen 2605 Stimmen! * Die Entwickelung der Parteien im Wahlkreise Pirna- Sebnis bietet ein sehr interessantes Bild. Die socialdemokratische Partei hat sich im 8. sächsischen ReichstagsWahlkreise schon 1871, als das erste Mal zum deutschen Reichstage gewählt wurde, und seither inmer an den Wahlen beteiligt. Bis zum Jahre 1887 wollte es nicht recht vorwärts gehen. Wir erzielten bei der Wahl 1887 nicht viel mehr Stimmen, als 13 Jahre vorher, 1874. Sechzehn Jahre war der Wahlkreis eine Hochburg des Liberalismus; auch die Arbeiterschaft leistete dem Liberalismus bis 1887 zahlreiche Heeresfolge. Von da ab wendet sich die ArbeiterAm 30. März dieses Jahres wurde in PoIna, einem größeren schaft von den immer mehr und mehr sich dem Voltsgeist entfremdenden Dorfe in Böhmen, ein Mädchen vermißt und nach dreitägigem s liberalen Wortführern ab. Das Bürgertum geht immer mehr in das reaktionäre Lager über, und die Vertretung der allgemeinen Suchen im benachbarten Walde tot aufgefunden. Der Verdacht freiheitlichen, und der besondern Arbeiterinteressen wird von der Tenkte fich sofort gegen einen übel beleumbeten und beschäftigungslosen Burschen, Die ministerielle Berl. Korrespondenz" hat den emporwachsenden politischen Organisation der Arbeiter, der Social von dem es bekannt war, daß Mädchen nachgestellt hatte. Er wurde verhaftet, leugnete jedoch Landwirte bereits wieder eingestellt und hetzt wieder friedlich politische er dem Kampf gegen die beamteten Kanalfeinde und den Bund der demokratie, übernommen wird. Bis Mitte der 80er Jahre gab es im Kreise eine ausgesprochene beharrlich, an der That irgendwie beteiligt gewesen zu sein. Mit gegen die Polen. Die nächsten Monate wird's dann regel überhaupt noch nicht. ausgenommen eine einzige örtliche Organisation Ausnahme feines schlechten Rufes konnte fein weiteres Verdachtsmäßig gegen den Umsturz gehen und die fürchterlich an ein Ein guter, alter Stamm- ziemlich von Genossen besorgte, so gut es unter dent moment gefunden werden und der rätselhafte Mord wäre wie viele gegriffenen Agrarier können sich also in Muße von den Socialistengesetz eben ging, einzig und allein bout ben andere Unthaten unaufgeklärt geblieben, wenn sich nicht die Anti- offiziösen Zintensprigen säubern. zwei Städten Birna und Sebniz aus die Agitation im Kreise. Im semiten wie auf Kommando der Sache bemächtigt hätten. Der verDagegen halten es die Schweinburg- Miquelschen Berl. Jahre 1886 wurde unter unsäglichen Mühen und Erschwernissen dächtige Hillner, so heißt der Bursche, ist nämlich ein Jude, und Pol. Nachr." für geboten, den lustigen Strieg noch ein der„ Volksbildungs- Verein" in Pirna gegründet, welcher als Grundaus dem ursprünglichen Verdachte, es läge ein Lustmord vor, wurde Weilchen fortzusetzen. Sie riet den Siegern unentwegt, fich In Birna hat sich im Laufe der Jahre neben der politischen auch die lage für die heute bestehende sehr gute Streisorganisation gedient hat. im Handumdrehen ein Ritualmord" gestaltet. Das Wiener anti- zu unterwerfen: semitische Hauptblatt schichte nach Polna einen Redacteur, der dort gewerkschaftliche Bewegung rapid entwickelt. Die feit 1888 ganz Der einsichtige weiter blidende Landwirt wird sich von diesem energisch und systematisch betriebene Organisation des Proletariats ein eigenes„ Rechtskomitee" fonftituierte, Bengen" vernahm, Eingaben Irrlichte( nämlich der Meinung, der Kanal werde die Landwirt- findet ihren Ausdruck in den seit der Zeit sprunghaft steigenden machte, furz ein förmliches antisemitisches Untersuchungsgericht schaft schädigen) umjomehr abwenden, wenn er sieht, daß es zu Wahlziffern. 1887, als der verstorbene Dresdener Parteigenosse etablierte. Mit was für Mitteln da gearbeitet wurde, davon nur ein Bei gleich auf Wege führt, deren Verfolgung einen gerade vom Stand Jakob Peters im Streise kandidierte, erhielt die Socialdemo spiel. Der saubere Journalist" erzählte in feinem Blatte, er habe den punkte der wirksamen Wahrung der Interessen der Landwirtschaft tratie mur 1711 Stimmen; 1890 tandidierte Genosse Wurm 16jährigen Bruder des Verhafteten betrunken gemacht und von ihm besonders bedenklichen Gegensatz zwischen dieser und der Industrie und erzielte bereits 3922 Stimmen. 1898 schoß im östlichen dann ganz schauderhafte Geständnisse" erfahren. hervorzurufen geeignet ist und thatsächlich auch bereits einen ge- Sachsen der Antisemitismus empor, er zog gleicherweise konservative Schon dieser Cynismus war verblüffend; in der Verhandlung tam jedoch heraus, wissen Widerstreit zwischen beiden großen Zweigen der und freisinnige Stimmen an sich, aber die Socialdemokratie wuchs heimischen Produktion zur Freude der gemeinsamen Gegner zugleich auf 7989 Stimmen und gelangte zum erstenmale in die daß der Knabe über seinen Bruder kein Wort gesprochen hatte! jedes Schutzes der schaffenden Arbeit hervorgerufen hat. Je näher Stichwahl, in der sie 9728 Stimmen gegen 12 439 Stimmen der Als dem Journalisten" dieser Widerspruch zwischen seinem Bericht der Zeitpunkt heranrückt, zu dem an die Revision unserer Handels- Neform" partei aufbrachte. Am 16. Juni 1898 erzielten wir und den Thatsachen vorgehalten wurde, meinte er: Man müsse doch beziehungen zum Auslande und zwar vornehmlich zu den Zwecken 10 007 Stimmen gegen 11 118 antisemitische. Bei der jezigen Wahl ertennen, daß sein Bericht nur eine Frozzelei gewesen sei! Nach wirksameren Schußes der landwirtschaftlichen Produktion heranzuin der Zeit der Dresdner Zuchthausurteile und des Reichs= dieser Probe von Gewissenlosigkeit kann man sich vorstellen, treten ist, umso wichtiger ist die von dem Fürsten Bismarck mit Zuchthauskurses ist die Socialdemokratie zur stärksten wie es in Polna bei der Fabrikation von Zengen vor sich ging! dem Programm des Schutzes der nationalen Arbeit inaugurierte Bartei im Streise geworden und die bevorstehende Stich Es fanden sich auch feste Waffenbrüderschaft zwischen Industrie und Landwirtschaft... bie nötigen Sachverständigen" zwei Dorfärzte die unter den pathetischten Redens arten die Behauptung aufstellten, die Leiche sei völlig" blutleer" aufgefunden worden. Als ob das bei einem Leichnam, der aus einem Dußend Wunden blutend drei Tage lang im Walde liegt, etwas Auffälliges wäre! Hilsner wurde also angeklagt, die Agnes Hruza vorsätzlich ermordet zu haben, und am vorigen Montag begann der Prozeß, der am Sonnabend mit der Verurteilung des Angeklagten zum Tode durch den Strang endigte. Es ist natürlich nicht ausgeschlossen, daß der verkommene Bursche den Mord that sächlich vollbracht hat, aber auf geringere Indicien hin ist wohl noch nie ein Mensch zum Tode verurteilt worden. Das einzige, was gegen ihn vorgebracht wurde, war die Möglichkeit, daß er um die kritische Zeit in dem Walde gewesen sei, wo die Mordthat vollbracht wurde der betreffende Zeuge, der sich erst nach Monaten gemeldet hatte, will ihn im Walde auf 600 Schritte an dem Die Bündler werden diesen demütigen Sammelbrief Gange erkannt haben! und daß eine alte Hose von ihm Blutflede aufwies, wobei bemerkt werden muß, daß das und verwerten, daß sie sich wild empören über die Drohung" natürlich mit großem Behagen dahin agitatorisch verstehen Gutachten des Prager chemischen Sachverständigen dahin ging, der Regierung, bei den Handelsvertrags- Verhandlungen die bei drei Untersuchungsarten wäre das Vorhandensein von Blut- Interessen der Landwirtschaft ohne den Kanal nicht so energisch 1871 20149 6942flecken nicht festzustellen gewesen, erst bei der vierten sei dies ge- zu vertreten, wie es geschehen wäre, wenn der Kanal be- 1874 21970 9427 lungen! Im Grunde genommen haben die Geschworenen den Anwilligt worden. geklagten nur deshalb schuldig gesprochen, weil er ein Jude ist und weil es ihnen als kein zu großes Unglück erscheint, wenn ein Jude Zwecke aus, und wissen doch sehr wohl, daß es gar kein nd Sie nüßen schalthaft die Kriegsbegeisterung für ihre 1878 23718 11224 3241 unschuldigerweise hingerichtet werden würde! " " " Bon nicht zu unterschätzendem Gewinne für die Landwirtschaft wahl ist im höchsten Maße aussichtsreich. wird die Aufgabe des Widerstandes gegen den Rhein- Elbe- Kanal Unsere Parteifreunde in den herrlichen Gebieten des sächsischen auch noch deshalb sein, weil damit zugleich der Widerstreit Sandsteingebirges haben sich trefflich bewährt. Möge die nächste zwischen einem Teile der Landwirtschaft und und legte Etappe des Wahlkampfes den Sieg über die unsaubere der Regierung beseitigt und ein volles Parteizugehörigkeit des gewählten Abgeordneten ist aus den fettgedruckten Zahlen ersichtlich.) trauens Verhältnis zwischen beiden wieder her- Gegnerschaft des antisemitisch- reaktionären Klüngels vollenden! gestellt wird. Denn wenn die Regierung auch wegen agrarischer Widerstände gegen den Rhein- Elbe- Kanal in ihrer Fürsorge Nachstehend geben wir eine zahlenmäßige Uebersicht über die für die Landwirtschaft nicht erlahmen wird, so liegt es doch auf Entwidlung der Parteien im Streise. der Hand, daß die Ueberwindung der großen Schwierigkeiten,( Die welche eine den Interessen und Wünschen der Landwirtschaft entsprechende Revision unserer Handelsverträge zweifellos bietet, sehr erleichtert wird, wenn Regierung und Landwirtschaft auf der ganzen Linie Hand in Hand gehen, während es als eine wesentliche Bermehrung der Schwierigkeiten anzusehen ist, wenn zwischen beiden in einer so wichtigen Frage, wie der Kanalvorlage, ein Gegensatz besteht." Aber die kriminalistische Seite des Prozesses ist noch das geringste Strieg ist. Sonderbare an dieser Mordaffaire. Ein offenkundiger Standal war nämlich das Gerichtsverfahren selbst. Um den„ Ritualmord" " Die Nachwahl in Pirna. " Jahr der Wahl*) Von den abgegebenen Von 100 abgegebenen gültigen Stimmen erhielten: Stimmen erhielten: Wahlberechtigte Abgebene gültige Stimmen Deutschkons. 1877 23422 10441 8647 23718 88784016 1881 26174 11637 4548 1884 24166 12050 24166 16338 1887 25071 19485 18902630120505 1893 1898 26301 21408 27358 20879 1139 27358 22157 30442 21789 6575 157 7749 1596 6050 715 94,7 2,8 82,2 16,9 4123 694 7983 35,0 45,2 28,9 58,0 6,8 46,5 7,8 71,1 6522 562 39,1 Freif. 5925 3882 2227 6992 9346 11920 5847 1711 9411 7169 3922 10809 10599 3993 7989 7805 5,4 9728 12429 652 10007 11118 56,0 4,8 Frs. 49,2 32,2 18,5 42,857,2 61,2 30,0 8,8 45,935,0 19,1 50,5 49,5 IITTI1 11111 18,9 38,387,4 43,9 56,1 8,0,45,951,0 zu beweisen", konstruieren sich die Antisemiten den Vorgang in Der heiße Wahlkampf im Wahlkreise der sächsischen ganz willkürlicher Weise. Danach wären die Schläge mit den Steinen Schweiz ist mit der Hauptwahl am Montag nicht beendet. und die Drosselung mit einem Stride an dem unglücklichen Opfer Eine Stichwahl wird endgültig entscheiden zwischen der Socialmur vollführt worden, um das arme Mädchen zu betäuben; in demokratie und der Reaktion, die dort unter der Führung welchem Zustand hätten aber die Thäter das Christenmädchen ge- der miferabelſten aller Parteibildungen marschiert. schlachtet und ihm das Blut bis auf den legten Blutstropfen ab- Doch schon die Hauptwahl bedeutet einen großen Erfolg gezapft! Obwohl für diese abscheuliche Erfindung auch nicht der der Socialdemokratie. Unsere Stimmenzahl hat sich seit der*) Befinden sich bei einer Jahreszahl Klammern, so giebt die geringste Anhaltspunkt vorlag denn die noch beschuldigten Juden Wahl im vorigen Jahre sehr bedeutend vermehrt, die erste Reihe die Daten der Hauptwahlen, die zweite die der Stich fonuten ihr Alibi in unzweideutigster Weise darthun-, eignete sich Stimmenzahl der Antisemiten, der sogenannten deutsch- socialen wahlen an. der Staatsanwalt diese Darstellung an, und der Angeklagte Reformpartei, ist herabgegangen. Der Freifinn, der 1898 wurde nicht des Mordes, sondern ausdrüdlich der Mitschuld am nur als Bähltandidatur den Abg. Fischbeck aufstellte, suchte Morde, der Mitschuld an ganz unbekannter That mit ganz diesmal durch die Kandidatur eines einheimischen und im unbekannten Thäfern verurteilt! Was der Staatsanwalt mur Streise bekannten Fabrikanten, sowie durch sehr lebhafte verstohlen auszudrücken wagte, das schrie jedoch der Ver- Agitation wieder in ernsthafte Konkurrenz mit den beiden treter der Mutter ganz frech hinaus. Unter dem Vor- anderen Parteien zu treten, doch der Erfolg war überaus wande nämlich, die Erschlagene hätte einst für ihre mäßig. sorgen fönnen, wußten die Antisemiten einen Ver Nach einem Wolff- Telegramm vom Dienstagabend ist das Militärjustiz von den Qualen des Strafvollzuges, unter der„ Privatbeteiligten" die das Gesetz nur bei Ergebnis folgendes: Mutter treter Begnadigt. Aus Paris wird telegraphiert: Der Ministerrat hat die Begnadigung Dreyfus' im Prinzip beschlossen, dieselbe wird in einigen Tagen zur Ausführung ges langen. Dreyfus hat seinen Revisionsantrag zurückgezogen. Die Begnadigung befreit das Opfer der französischen denen der Störper des Mannes völlig zerrüttet wurde, so daß ihm die Aerzle nur kurze Lebenszeit gewähren. Die Be- gnadigung bedeutet eine Absage der Regierung gegen das Ürreil von Renne s. Hatten die Kriegsrichter, o'bschon sie durch Zubilligung„mildernder Umstände" ihren Zweifel an der Schuld Dreyfus' bekundeten, das Verbrechen der Ver- urteilung des Unschuldigen begangen, so bedeutet die Be- gnadigung nicht dinen Straferlaß aus Mitleid, sondern eine Erklärung, daß der Verurteilte keine Strafe ver- dient. Ter Verräter würde ebensowenig Begnadigung erwarten können, als ihm„mildernde Umstände" zukommen. Wird er begnadigt, so ist er als schuldlos anerkannt. Wenn Dreyfus den Nevisionsantrag zurückgezogen hat, so dürfte dies nur geschehen sein in der Hoffnungslosigkeit, bei deni militärischen Revisionsgericht, das nur über Form- fehler im Prozeßverfahren zu urteilen hat, Recht zu finden. Der Kampf um die Wiederherstellung der Ehre, um die Anerkennung der Unschuld durch die Justiz kann darum nicht endigen. Mit der Beseitigung der körperlichen Leiden ist die auf dem Unschuldigen lastende Schmach der Verurteilung als Landesverräter nicht ausgelöscht. Und das erregte Gewissen der französischen Nation wird nicht zur Ruhe kommen. ehe denn das begangene Unrecht gesühnt ist. Wie es heißt, wird Dreyfus alsbald nach endgültig erfolgter Begnadigung mit seiner Frau nach England übersiedeln; kein Zweifel, daß die Kämpfer ums Recht, die Jaurös, die Zola und Labori den Kampf unentwegt fortführen werden, nicht nur den Kampf für die Unschuld des Dreyfus, sondern vor allem den noch tveit schwereren und bedeutsameren Kampf gegen das System des Militarismus und der Militärjustiz. den Beamten zu stärken, als sich selbst als Mittelglied ein- zuschieben und oadurch die Entfernung zwischen beiden Teilen zu vergröbern." Dieser Beinerknng gegenüber, die ganz im Stile des neulich veröffentlichten Erlasses des verflossenen Ministers für Socialreform, Herrn von Berlepsch, gehalten ist, beschränken wir nnS auf die Er klärung, daß im Jahre 18SS, und nur auf diese« bezieht sich der r>W»r-. Am gleichen Tage, da die Nachricht von der Begnadigung Dreyfus' kommt, wird der Tod eines der Männer gemeldet, die in jener großen Affaire eine hervorragende und ruhmvolle Rolle spielte. Senator S ch e u r e r- K e st n e r ist am Dienstag nach kurzer Krankheit verstorben.— � st � Deutsches ZWch. Für die Bcschirknng der Pariser Weltansstelluug sind starke und hohe Einflüsse geltend gemacht worden. Wie eine Korrespondenz berichtet, habe man an höherer Stelle zwar die loyalen Gründe der Ausstellungsgegner anerkannt, nichtsdestoweniger aber gefunden, daß in diesem Falle die wirtschaftlichen Interessen Deutsch lands in erster Linie berücksichtigt werden müßten. Infolgedessen hat sich das deutsche Kommissariat für die Weltausstellung vor etwa acht Tagen veranlaßt gesehen, ein Rundschreiben an die gegnerische Gruppe der Aussteller zu richten. In dem Rundschreiben wird, im Gegensatz zu der in der Knanalfrage befolgten Regierungstaktik, betont, daß eS sich nicht um eine politische, sondern um eine rein wirtschaftliche Frage� handle. Infolge dieses Cirkulars hat der größte Teil der betreffenden Aussteller ihre Absage zurückgezogen. Die Bemühungen, die man heute von amtlicher Seite für die Weltausstellung aufwendet, stechen sehr vorteilhaft von dem behörd lichen Boykott ab, der 1889 über Paris verhängt wurde. Damals wurde die Weltausstellung nicht nur nicht unterstützt, sondern über die deutschen Künstler, die auf eigene Faust in Paris ausstellten� brach eine so große„patriotische" Entrüstung ans, daß Reinhold Begas ein von ihm ausgestelltes Werk heimlich wieder zurück ziehen ließ. 1839 war also die Beschickung der Pariser WeltanSstellung noch nicht eine rein wirtschaftliche Frage. Die Aussperrung vom Hof.„Die nächste politische Konsequenz aus der Verbannung der Hofwürdenträger vom Hoflager ist, so schreibt die«Freis. Ztg.", baß man künftig Personen, die in irgend welcher Beziehung zum Hofe stehen, insbesondere Kammerherreu, weder in das Abgeordnete n Haus noch in den Reichstag wählt. Sollten die Konservative» anderer Ansicht sein, so muß es Aufgabe der Liberalen sein, darauf hinzuweise», wie sehr es nach den maßgebenden Gepflogenheiten solchen Hofwürden- trägern erschwert wird, eine selbständige politische Haltung gerade in wichtigeren politischen Fragen zur Geltung zu bringen." Die Sehnsucht nach der Socialdemokratie. Das Organ der Zechenjnnker, die„Rhein.-Wcstf. Ztg." fährt fort, die socialdemo- kratische Hilfe zur Rettung der Kanalvorlage zn erflehen. Auf einer Stuttgarter Parteiversammlung war angeregt worden, die Kanalsiage auf die Tagesordnung des Hannoverschen Partei- tages zu setzen; der Antrag wurde abgelehnt, weil der Parteitag schon ohnedies fast überlastet ist. Die„Rhcin.-Westf. Ztg." wittert dahinter eine schlimme Jntrigue.„Die socialdemokratische Leitung hat es zu verhindern gewußt, daß man den Partei- tag wegen einer Kundgebung für den Kanal in Anspruch nehme.... Die Zielbewußten erkannten es allen Ernstes als ihres Amtes, dem Gcsamtvorstand und dem Parteitag eine Verlegenheit zu ersparen, und glaubten gewiß sehr ernsthaft zu ver- fahren, indem sie irgend einen Gegenantrag vorschoben, daiyit der Parteitag keinesfalls genötigt wäre, den Genossen darzulegen, warum man sich mit solchen praktischen Jnteressenfragen deS Tages nicht befassen will." Warum eS dem Parteitag eine Verlegenheit bereiten soll, die jämmerliche Zerfahrenheit unserer Verhältnisse, die politische Ohn- macht der Bourgeoisie, die Unfähigkeit der Regierung, die Allein- Herrschaft des Junkertums gebührend zu geißeln, das wird ivohl die „Rhelnisch-Westfälische Zeitung" selbst nicht wissen. Aber das Blatt könnte uns auf eine ernstere Probe hinsichtlich unserer Kanal- sreundschast stellen. ES braucht bloß in seinen Kreisen dafür zu sorgen, daß das LandtagS-Wahlrecht geändert wird, damit wir parlamentarisch für die Vorlage eintreten können.— Gleiche Prüder. Die„Kons. Korresp.", da» offizielle Organ der konservativen Partei, schreibt im Sperrdrucke: „Es wird auch in offiziösen Preßorganen versucht, zwischen der konservativen Partei und dem Bunde der Land- wirte Zerwürfnisse herbeizuführen. Demgegenüber ist fest- zustellen, daß von feiten des Bundes der Landwirte nichts geschehen ist, was einem konservativen, königstreuen Manne verbieten oder ihn verhindern könnte, dem Bunoe der Landwirte als Mitglied anzugehören.— Ferner mutz ausdrücklich darauf hingewiesen werden, daß die Bedenken in der konservativen Partei gegenüber dem Projekt des Rhein-EIbe-KanalS schon lange, bevor der Bund der Landwirte ins Leben getreten war. sich geltend gemacht haben, daß es also unrichtig ist, wenn die Sache so dargestellt wird, als sei der Bund der eigentliche Träger der„Kanalopposition". Wenn sich die Regierung nun nicht unterwirst! Die„Deutsche Tageszeitung" hat bisher immer noch keine Zeit gefunden, das Datum anzugeben, wann die Polizei die Mit- gliederlisten des Bundes der Landwirte eingefordert hat. ES liegt ihr also nichts daran, die Anklage agitatorffcher Finten- Politik zu entkräften.— Die Zuverlässigkeit der preußischen Gewerbeberlchte. Die„ R h e i n i s ch e Z e i t u n g" schreibt: In den Jahresberichten der preußischen Regierungs- und Ge- Werberäte für daS Jahr 1898 bemerkt der RegierungS- und Gewerbe« rat Goebel-Köln: „Die Bcschwerdekommissionen der Gewerkschaftskartelle haben durch unkritische Aufnahme unberechtigter Klagen und durch Auf- banschen von Kleinigkeiten mehr geschadet als genutzt. Sie hatten Wohl auch weniger die Absicht, das Vertrauen der Arbeiter zu Bericht, unsererseits nicht einmal mehr de such gemacht worden ist, wegen Abstellung unb übermittelter Beschwerden bei einem der Herren Gewerbe- Inspektoren des Regierungsbezirks Köln vorsrellig zu werden. Ebenso wenig sind, wie wir festgestellt haben, seitens der in Mülheim am Rhein und Bonn bestehenden Kartellkommisstonen derartige Schritte gethan worden. Im Aufsichtsbezirk Köln bestehen aber weiter keine Kartellkommissiouen. Wir müssen deshalb die oben citierte Aeußerung des Herrn ÄewerberatS als jeder thalsächlichen Grundlage entbehrend bezeichnen. Köln, den 15. September 1899. Die Kartelllommisston der Gewerkschaften Kölns Die Redaktion unsere» rheinischen Partetblattcs fügt hinzu, daß in den Berichten der preußischen Gelverberäte au» den letzten drei Jahren, also von 1395, 1896 und 1397, unter Köln die Beschwerde- iommissionen der Kartelle aar nicht erwähnt stnd. Herr Göbel kann sich also mich nicht einmal auf frühere Erfahrungen berufen. E» scheint, daß Herrn Göbel daran liegt, den Kölner Fabrikanten in Erinnerung zu bringen, daß er nicht die Pfade seines Vorgänger? zu wandeln ge- neigt ist. der es nicht verschmähte, mit de» Arbeiterorganisationen zu nnkerhaiideln. dafür allerdings mich den Staub der rheinischen Metropole von seinen Füßen schütteln mußt». Weil die Angaben des Herrn Göbel über die Gewerkschastskartelle jeder thatsächlichen Grundlage entbehren, so verdient die Unterschlebnng unlauterer Motive, die Herr Göbel in obigem Satze sich den Gewerkschaft»« kartellen gegenüber erlaubt, eine um so schärfere Zurückweisung.— Er bleibt! Eine Freudenkunde durchballt die a»ifatmende Welt Herr Lieber geht n i ch t n a ch O st a I i« n. Er hat da» jetzt selber erklärt. Sein von der„Köln. VolkSztg." eben noch beteuerter schlechter Gesundheitsziistaiid hat sich also schneller gebessert, als selbst mittels eines Gebetswunders zn geschehen pflegt. Dagegen hat eS sehr lange gedauert, bis er sich entschlossen hat, die zuerst von der „Frankfurter Zeitung" verkündete Ehinareise aufzugeben. Vermutlich hat der Zättliche-Verwandten-Artikel der„Köln. Volksztg." dazu bei getragen, den renommierten Knhhändler zum Bleiben zu veranlassen. Minister der Salbung. Mit sehr frommen Reden haben fich der frühere Kultusminister Bosse von seinen Beamten und der neue Kultusminister S t u d t von seinen Westfalen verabschiedet. Die Kultur wird also fortgesetzt im Zeichen der Salbung stehen. Der Kurs bleibt der alte.— Kirche nud Kaiser. Im Bauernberein zu Tuntenhausen hat der Ccntrumler Schädler folgendes geredet: „Vor wenigen Tagen hat der deutsche Kaiser in Straß- bürg gesagt: In den heutigen bewegte» Zeiten, wo der Geist des Unglaubens durch die Lande zieht/ sei der einzige Halt und der alleinige Schutz, den die Kirche habe, die kaiserliche Hand und das Wappenschild des deutschen Reiches." Wir ehren die entschieden christliche Gesinnung des deutschen Kaisers, wie wir auch mit Dank mieriennen, was er den Katholiken Deutschlands zur Freude gethan mit der Erwerbung der Dorniition in Jerusalem. Aber, meine Herren, das täuscht nnS nicht hinweg über die nackten Thatsachen, und bei aller Verehrung legen wir Verwahrung ein gegenüber dem Worte, daß die karserliche Hand und das Wappenschild de» Deutschen Reiches der einzige Halt und der alleinige Schutz sei, den die Kirche hat. Die Kirche, als von Gott gegründet, steht nicht unter anderer Hand und unter anderem Schutz sBravo I), und die Kirche, die auf fast 2000 Jahre zurückblickt, sie darf ruhig sein, wie sie ruhig war gegenüber Reichen von einem tausendjährigen Bestand, auch gegenüber einem Reich und einem Wappenschild von 26 Jahren." Zünftler und Zuchthaus. Der in Würzburg abgehaltene 16. allgemeine bayrische H a u d w e r k e r t a g hat in einer Resolution alle bayrischen nud deutschen Handwerker- korporationcn und Handwcrlömeisler aufgefordert, die Petition für die Z u ch t h a u S v o r l a g c zu uutcritützeu. Wenn das dem Handiveri nicht aufhilft, dann ist der.goldene Boden" endgültig verloren. Gegen die Partrijustiz veröffentlicht der ReichtgerichtSrat a.®. t e n g l e i n in den„Deutschen Stimm«»" einen Artikel, in dein er ausführt, parteipolitische Einieiligieiten müssen von der Justiz fenigehalten und Elemente ausgeschieden werden, die sich jenen Parieibestrebungen allzusehr hingeben. Also wendet sich Stenglein gegen Auffaffungen. wie sie von dem sächsischen Ober-LandcSgericht vertreten werden? Mit Nichten! Denn an diesem Stenglein wächst dieses Knöspleiu: „Nicht zum wenigsten aber muß Sorge getragen werden, daß nicht auch socialdemokratische Elemente in den R i ch t e r st a n d eindringen. Nur zu sehr ist es bereits Gewohnheit geworden, die alles unterwühlende, alle Ideale mit Hohn begeifernde, allem Be- stehenden seindselige Partei, die keine Grundlage des Staates als be- rechtigt anerkennt, als eine gleichberechtigt« Partei an« zusehen und zu behandeln, und damit ihren An- schaumigen eine Geltung z u z u g e st e h e n. welche die An- Hänger der bestehenden nie zugestehen sollten. Wer den Krieg erklärt, muß eS sich gefallen lassen, als Feind behandelt z» werden. Vor allein aber videant contmles, ne quid res publica detrirnenti oapiat(die Regierung möge sehen, daß der Staat keinen Schaden nehme), indem die socialdemokratische Richtung in die Lage kommt, an den Grundpfeilern der Staatsordnung, an der Justiz zu rütteln". Herr Stenglein erkennt also das Fundament des Rechts in der Rechts ungl et chh ei t..oder der Rechts a u fh e b u n g. Unter parteipolitischen" Einseitigkeiten scheint er lediglich die.socialdemo- kratische" Anschauung zu verstehen, daß vor dem Gesetze alle gleich 'eien.— Zum Gerichtsstand der Presse. Bor einiger Zeit hatte das Anitsgcricht Günzenhausen>Bayern) sich in der Priuatklageiache des dortigen Renlschul-Rektors Fick gegen de» Redacteur des.Nürnb. Anzeiger", Klein, wegen Beleidigung al« unzuständig erklärt, da der alleinige rechtmäßige Gerichtsort Nürnberg, der Er- ch e i n u n g s o r t dcö„Niirnb. Anz." sei. Der tlägerische RechtS- anlvalt hat gegen dieses Abweisurteil Beschwerde an das Landgericht erhoben, das jedoch unter», 6. dieses Monats die Be- 'chwerde als unbegründet verworfen und den Privat- kläger in die durch die Beschwerdeführnng veranlaßten Kosten ein- 'chließlich der dem Privatbetlagten erwachsenen notwendigen Aus« lagen verurteilt hat. In seinen Gründen schließt sich das land« gerichtliche AbiveisnngSnrteil ganz denen des Amtsgerichts an und bemerkt noch, daß diese RechtSanschauung im Anschluß an v. Schwarz«, ReichSprrßgesetz III. Aufl. S. 146, al» die herrschende be- zeichnet werden darf, und daß sie auch im Gegensatz zur reichsgerichtlichen Rechtsprechung— in der Praxis mehrnnd mehr zur Geltung komme. Nicht begnadigt. Die Nachricht, die Frau de» früheren Oberförsters Gcrlach sei infolge von Begnadigung ans dem Zuchthaus Hassenbera entlassen worden, bestätigt sich n t ch t. Eine Begnadigung ist bisher nicht erfolgt. Frau Gerlach hat, wie er- innerlich, ihr Dienstmädchen zu Tode geprügelt.— A»S Hcffcn, 17. September. jEig. 93er.) Am Sonnabend ist in L i ch sOberheffen) der als Großgrundbesttzer bekannt Fürst Hermann zu Solms-Hohensolms-Llch infolge eines Schlaganfalls im Alter von 61 Jahren gestorben. Der Fürst besaß— nach den Angaben des amtlichen Organs i» Gießen— nicht weniger al» 220 Quadrat- kilometer Grund und Boden, das sind 22 000 Hektar, oder, nach der in Hessen üblichen Bezeichnung: 88 000 Morgen Land. Al» Großgrundbesitzer war der Fürst von Sich, dem im übrigen nach« gesagt wird, daß er ein recht umgänglicher Herr war. den Klein- oauern wie ein Dorn im Fleische. Zu den in der Zweiten hessischen Kammer noch nicht erledigten Sachen gehören auch die „Vorstellungen von Kleinarundbesitzerii von Lich um gesetzliche Maß- nahmen gegen die Ausdehnung des fürstlich Solms-Hohensolnis- Lichschcn Wäldes in dortiger Feldgcinarkung". Der Fürst von Lich war erbliches Mitglied de» preußischen Herrenhauses uno.geborenes" Mitglied der ersten hessischen Kammer.— Erhebungen über die Rentabilität der landwirtschaftlichen Betriebe will der hessische Landwirtschaftsrat veranstalten. Ins- gesamt sollen in 19 Gemeinden deS Großherzogtums je 2 bis 3 verschiedene große Güter, die als typisch gelten können, auf ihre Rentabilität untersucht werden. Zur Untersuchung sollen angeblich unparteiische Sachverständige beauftragt werden. Ob die der Land- tvirtschast«rot zur Verfügung hat?— Die Blättermeldung, daß Prof. Schiller noch nachträglich mit einem Orden bedacht sei, ist natürlich unwahr. Der Orden ist in Wirklichkeit eine wilde Ente.— Die„leidende Gesundheit". Au» Baden wird uns ge- schrieben: Es ist ein öffentliches Geheimn», daß für unsere Re- gierungen die.leidende Gesundheit' deS öfteren als Vorwand dienen muß, wenn es gilt, staatliche Beamte, die sich in ihrem dienstlichen verhalten irgend eine Verfehlung haben zu Schulden kommen lassen, auf möglichst mmnffäMge Weise von ihrer Stellung zu entfernen. Im badischen.Musterländle" haben erst die allerjüngste« Tage einige derartige Fälle gebracht, in denen bei Männern in hohen Beamten- und LebenSstelluiiaeu die Zurruhesetzung ohne weiteren Zusatz„wegen leidender Gesundheit� ausgesprochen wurde, ob- wohl die öffentliche Meinung genau wußte, daß bei diesen Maß- regeln der Regierung wohl ganz andere Gründe maßgebend waren. Gegen diese' UnWahrhaftigkeit, die fich in einem der- artigen Verfahren der obersten Staatsbehörden kundgiebt, fühlt sich jetzt selbst die nationalliberale, rcgierungssronime„Straßburger Post" veranlaßt, Front zu machen. In einer au? höheren Beamten- kreisen stammenden Karlsruher Korrespondenz de» genannten Blattes heißt e» mit Beziehung auf zwei in den letzten Tagen erfolgte Zurruhesetzungen von höheren badischen Beamten, die auch wieder, obwohl kenigesund und im besten ManneSalter stehend, ihrer leidenden Gesundheit" zum Opfer gefallen sein sollen, wie folgt: .... Völlig ferne liegt es uns, hier zum Nachteil der Be- teiligten ein Urteil zu fällen; sie sind ja von einem herben Geschick betroffen, auch wenn ein eigenes Verschulden dabei die Unterlage bildet. Aber vom Standpunkt der staatlichen und moralischen Autorität darf doch wohl' die Ansicht hier Raum finden, daß man damit der öffentlichen Kritik— der stummen vielleicht noch mehr als der lauten— eine Handhab« giebt, wie sie für gewisse an dem Unterbau unseres Gesellschafts- leben» rüttelnde Agitatoren nicht besser gedacht werden kann. Ein Strafverfahren liegt nicht vor: e» handelt sich um Ziirrnhesetzimgen mit Bewilligung von Ruhegehalt. Wird dieser Beschluß schlecht und recht ausgesprochen, so fehlen die Anhalts- punkte vollständig, an die sich jebt in sehr besonnenen Kreisen eine Kritik knüpft, die man sicherlich nicht ohne weiteres wird zurückweisen wollen." Also auch hier wieder ist e» die Angst vor den„an dem Unter« bau unseres Staates rüttelnden Agitatoren", die das fromme Regierungsblatt zum Auftreten gegen offenkundige Mißbräuche veranlaßt. Wir quittieren über diese Ancrkemmng eines neuen ehrenvollen Erfolges miserer.umstürzlerischen" Thätigkcil mit Freuden.—_ RechtSzustände in Elsaß-Lothringen. Ans Straßburg i. E. wird uns geschrieben: Nachdem, wie einer Zeit mitgeteilt, die Strafkammer de» Landgericht» Metz in der Strafsache gegen den Steinhauer Matz wegen Vergehens gegen da» BereiuSgefrtz ei» freisprechende» Urteil gefällt uns rntschreven hatte, daß der von Matz gegründete Filialverei» de» Eentralvcrbaude» der Maurer und verwandten BerufSgenosicn Deutschland» gefetz" .lich erlaubt sei, ohne daß die VerwaltungSbehorbe um Erteilung der Genehmigung angerufen zu werden brauchte, durfte man gespannt darauf sein, welchen Bescheid das Ministerium für Elsaß-Lothringen auf die Be- schwerde erteilen würde, mit der die Holzarbeiter de» unweit Straßburg gelegenen Industrie- Orte» Schtltigheim bei ihm vorstellig geworden waren, nachdem durch Berstlgung de» unter- elsässischen Bezirkspräsidium» ihnen die Genehmigung zur Gründniig eines Zweigvcrein» des deutschen Holzarbeiter- Verbandes versagt lvorden war. Di« Entscheidung des Mi- nistcriumS ist nunmehr eingetroffen und lautet kurz und bündig dahin: Auf die Eingabe vom 21. Juli d. I. eröffne ich Ihnen, daß die Prüfung des Antrages auf Genehmigung eine» Zweigverein» des deutschen Holzarbeiter-Verbande» in Schilttgheim mir keinen Anlaß gegeben hat. eine Abänderung der Entscheidung de» Herrn Bezirkspriisidenten Hierselbst vom 17. Juni d. I. eintreten zu lassen. Mimstmum für Elsaß-Lothringen, Abteilung des Innern. (gez.) Puttkamer. Der Rechtszustand, der sich für die gewerkschaftliche Arbeiter- bewegung Elsaß-LothringcnS aus diesem KavinettSstücke Puttkamerscher RcgierungSweishcit ergiebt, ist ein ganz ungeheuerlicher. In Metz eittscheidet ein Gericht, daß es für die Arbeiterschaft bei Gründung unpolitischer gewerkschaftlicher Vereinigungen der bisher stet» ver- langten Genehmigung durch die Verwaltungsbehörden gar nicht bedürfe, weil durch den£ 152 der Reichsgewerbeordnung alle eiitgeacnstchcnden Bcstinunuiigeii der französischen Gesetzgebung aufgehoben worden seien; in Straßburg verweigert die oberste Regierungsbehörde einem derartigen, vor Bekanntwerden der Metzer Gerichtsentscheidung eingereichten GenchmigungSgefuch ihre Zuftim- mnng, obwohl da« Urteil der Metzer Richter und feine Begründung ihr inzwischen zweifellos zur«enntnt» gekommen find. Den Schiltigheimer Holzarbeiteni bleibt also nicht» anderes übrig, al« ihren Verein ohne polizeiliche Genehmigung ins Leben zu rufen und. darin abzuwarten, ob es die Staatsanwaltschaft zu Straß- bürg für geboten erachtet, gleich ihrer Mctzer Kollegin das Strafverfahren gegen die Sünder einzuleiten und ich und dem Ministerium Puttkamer dann vor dem Landgericht der Reichslandshanptstadt eine eklatante Niederlage zu holen. Denn daß dt« Straßburger Richter in der vorliegenden Frage«inen anderen Standpunkt einnchnien und damit konstatieren sollten, daß, was in Metz erlaubt, in Schiltigheim verboten sei. da» alten tvir für absolut ausgeschloffe». Auf alle Fälle aber stellt der wiespalt zwischen Justiz und Exekutive, wie er in dem Metzer ierichtSurtcil einer- und der miiiislcriellcn Verfügung andererseits zum Ausdruck kommt, den RechtSznständen im Lande ver.wieder- zewonnenen Brüder" ein Zeugnis an«, wie eS blamabler kaum ge- »acht werden kann._ Ehronik der MajestätSbeletdigung». Prozesse. Die Strafkammer deS Landgerichts Straßburg t. E. ver- urteilte den Ackerer Leo Meyer aus Düttlenheim wegen MojestätS- beleidignng unter Annahnie mildernder Umstände zu einer Gesängnis- träfe von zwei Monaten. Der Verurteilte war bei der dies- jährigen Feier von Kaisers Geburtstag mit einem Zechgenossen in Streik geraten, in dcffcu Verlauf der stark betrunkene Mann auch der Person des Kaisers Erwähnung that. Diese seine Aeußerungen wurden von anwesenden Ohren- zeugen zur Anzeige gebracht, worauf die Staatsanwalt- schaft das Strafverfahren einleitete. Meyer hatte fich daraufhin zunächst der Verfolgung durch die Flucht entzogen, stellte sich aber End« Juli d. I. sreiwillig den Behörden. Der Arbeiter Vinreiil Grabaveryk aus Gnesen wurde am 18. d. M. von der Strafkamer zu Gnese» mit vierMonatenGefängni» wegen Majestätsbeleidigung bestraft In Görlitz wurde wegen Majestätsbeleidigung die 45 Jahre alte Eisenbahnarbeiterfrau Marie Dorn aus Ruhland zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Anfang Juni d. .......—-....—•' die eine» Abends, züchtigte die Angeklagte ihren Sohn, weil J-. dieser nicht den Befehlen der Mutter gehorchen wollte. Als die Mutter nun nochmals ihren schreienden Jungen schlug, suchte der Grubenarbeiter Handrack sie von ihrem Vorhaben abzubringen, indem er ihr sagte: ..Hauen Sie doch den Jungen nicht so, der Kaiser braucht Sol- baten!" Hierauf hat die Dorn mit Worten erwidert, die eine Majestätsbcleidigung involvieren. Ausland. Transvaal. Londoner Finanzkreise rechnen bestimmt mit Krieg. Die dreisjig wichtigsten südafrikanischen Minenpapiere haben im Vergleich zu den Kursen vom 1. Juni um 45 Millionen Pfund Sterling an Wert verloren. Es wird aber angenommen, daß die englische Re- gierung die Kriegserklärung noch längere Zeit hinaus- ziehen will, um die Rüstungen zu vollenden und größere Truppen- Massen in Südafrika zu versammeln. Es fragt sich, ob Transvaal abwarten wird, oder ob es in der Ueberzeugung, daß der Krieg un- venneidlich, selbst losschlagen wird. Bereits haben die Boeren bedeutende Truppenmassen und Vorrat an der Grenze von Natal zu- sammengczogen.— Kapstadt, 19. September."Hier laufen andauernd Gerüchte um, daß die Regierung der Südafrikanischen Republik gestern dem britischen Agenten in Pretoria eine zweite Depesche übergeben habe, welche einen versöhnlichen Charakter trage. Es ist indessen nicht möglich, eine Bestätigung dieser Gerüchte zu erlangen. In gewissen Kreisen ist man jedocfi der Ansicht, daß die Haltung Trans- vaals Anzeichen vo nM achgiebigkeit verrate, wahrscheinlich infolge des Einflusses des Oranje-Frcistaates. Hochverratsprozcß w Serbien. Nachdem der Staatsanwalt am Montag seine Anklagerede beendet hatte, begannen die Plaidoyers der Verteidiger. Der Verteidiger des Attentäters Knezewitsch stellt fest, daß letzterer auf A ii st i f t e n gehandelt habe, ein Werkzeug gewesen sei und seinen Kopf für Geld aufs Spiel gesetzt habe. Er ersucht, Kneze- witsch nicht zum Tode, sondern zu lebenslänglicher Zwangs- arbeit zu verurteilen. Der Advokat M o st i ts ch verteidigt zunächst die radikale Partei und erklärt, dieselbe sei n i e ni a l s a n t i d y n a st i s ch gewesen; er plädiert sodann für Nicolitsch und führt aus, es wäre eine Sünde, Nicolitsch Teilhaberschaft an dem Attentat zuzu- schreiben; gegen ihn liege nur eine verdächtige Aussage Knezewitschs vor. Der Schlüssel der Verschwörung liege bei Angielitsch, der sich durch seinen Selbstmord schuldig bekannt habe. Sodann plädiert Mostitsch für Protitsch und erklärt, dessen Antrag auf Steuer- verlveigerung sei erfolglos geblieben; schließlich spricht Mostitsch für S t a n o j e w i t s ch und giebt der Hoffnung Ausdruck, daß seine drei Klienten nicht verurteilt werden würden, da die Anklage nicht gcnitgeud bewiesen sei. Der crteidiger Spartalh plädiert für Kovazewitsch und R a i t o w i t s ch und erklärt, eS sei kein Beivcis erbracht, daß Kovazewitsch in das Attentat oder in den Hochverrat verwickelt ge- Wesen sei, ebenso wenig dafür, daß Raikowitsch an dem Komplott teilgenommen habe. Der Verteidiger erhofft milde Strafen.* Der Verteidiger D i m it s ch führte aus. es sei gegen den An- geklagten und die Radikalen kein Beweis erbracht. Die Idee, König Milan zu ermorden, sei in Cetinje entstanden und sodann in Bukarest weiter erörtert worden. Man habe gehofft, mit Hilfe von Karageorgewitsch die Könige Milan und Alexander zu beseitigen. Dies sei das Geheimnis der Reise des Knezewitsch nach Bukarest. Der Verteidiger verlangt Freispruch für Dimitsch. Der Verteidiger von P a s i t s ch führt aus, das die Aufforderung zur Sreuerverweigernng enthaltende Protokoll beweise, daß in dieser Hinsicht keinerlei Beschluß gefaßt wurde. EtwaS, was lediglich Mittel im politischen Kampf sei, dürfe nicht strafbar sein. Weder Pasitsch noch die radikale Partei seien für die Agitationen im Auslande verantwortlich. Der Ver- teidiger verlangt Freisprechung aller Angeklagten mit Ausnahme von Knezewitsch. In der DienstagS-Sitzung plädieren die Verteidiger Tau- schnnowitsch' für dessen Freisprechung, da er sich weder antidhnastischer Handlungen noch des Hochverrates schuldig gemacht habe. Die ihm zugeschriebene Broschüre rühre von Balugditsch her. seine Aphorismen seien Uebersetzungcn aus einem Geschichtswcrke Rankes. Die Aeußerung:«Milan sei ein außerordentlicher Mensch", müsse in einem dem Könige Milan günstige» Sinne ge- deutet werden. Frankreich. PariS, 19. Septbr. Die Blätter der Revisionisten und fortschrittlichen Republikaner gegen der Meinung Ausdruck, man könne, nachdem die Anklageschrift des Oberstaatsanwalts vor dem Staatsgerichtshof verlesen, unmöglich das Vorhandensein eines Komplotts in Abrede stellen; sie beglückwünschen Waldeck-Rousscau dazu, daß er sich der Aufgabe, die Republik zu schützen, bewußt gewesen sei. Die antirevistonistischen und antiministeriellen Organe sind der Ansicht, daß die Anklageschrift nichts Neues vorgebracht habe und keine Beweise enthalte. Im«Figaro" äußert Cornoly, daß eine Anzahl Einzelheiten, welche der Oberstaatsanwalt hervor- gehoben habe, durch Dokumente bekräftigt sei. Von den übrigen seien diejenigen unwahrscheinlich, welche die Mbnarchisten so darstellten, als ob sie zum Arbeiter- aus st and anreizten. Die Blätter sind der Ansicht, die Unter« suchung der Kommission des Staatsgerichtshofcs werde 4—6 Wochen und die öffentliche Verhandlung einen Monat dauern. Präsident Loubet, der heute die Bauplätze der Welt- a n S st e l l u n g besuchte, fordert« in seiner Ansprache die ver« schiedenen Leiter der Arbeiten auf, den größten Eifer an den Tag zu legen, damit Frankreich im Jahre 1000 seinen Gästen zeige, daß die Ration stark, arbeitsam und einig bleibt und die vor« tiverachenden Zwistigkeiten sie nicht hindern, ihre Mission zu Gunsten deS Fortschritts und deS Friedens zu erfüllen.— Spanien. In den baskischen Provinze» erhebt der KarliSmuS sein Haupt. Karlisten sind in Spanien die Anhänger der alten sogenannt legitimen GotteSgnadcn-Mouarchie, welche die jetzige Monarchie als „revolutionär" betrachtet, und seit zwei Menscheiialtern— seit den över Jahren— gewaltsam revolutionäre Putschpolitik treibt. Die Karlisten sind nebenbei auch außerordentlich fromm, so daß wir jetzt in Spanien das interessante, jedoch für uns Deutsche gewiß nicht verwunderliche Schauspiel einer revolutionären U m st u r z b e w e g u n g haben, die von den Ordnungsparteie» xar excolloucö: den Königstreuen und Pfaffen in Scene gesetzt wird.— Madrid, 19. September. S il v e la hat sich dahin geäußert, die Karlisten hätten infolge der unter ihnen herrschen Meinungs- Verschiedenheiten auf jede Unternehmung gegen die Regierung verzichtet.— Amerika. Washington» 19. September. China hat durch seinen Ge- sandten lebhaften Protest gegen den Befehl des Generals Otis erhoben, durch welchen die Chinesen von den Philippinen aus- geschloffen werden. Dem Vernehme» nach wird in dem Protest erklärt, das Vorgehen des Generals sei völkerrechtswidrig, es ver« stoße gegen die bestehenden Verträge und mißachte völlig die so lange bewahrte Freundschaft zwischen China und den Vereinigten Staaten. Präsident Mac Kinlcy wendet der Angelegenheit ernste Aufmerksamkeit zu, da der Charakter des Protestes ihr üher die in Betracht kommenden militärischen Fragen hinaus einen inter« nationalen Anstrich giebt.— Caracas, 13. September. Die Lage ist heute für die Regie- rnug günstiger. Die Regierungstruppen haben Puerto Cabello wieder genommen und konzentrieren sich dort und in La Victoria.— Sekte und Gesamtpartei. In der„Leipziger Volks-Zeitung" befaßt sich Genossin Luxemburg am Schluß einer Artikelserie über den bevorstehenden Parteitag auch mit Vorschlägen an den«Vorwärts". Nachdem sie die Gefahren, die der Partei vom«Opportunismus" drohen, ge- schildert und die Abstoßung aller des.Opportunismus" Verdächtigen — es zählen dazu u. a. Auer, Bernstein, Schippe!, Vollmar usw.— verlangt hat, erhebt sie auch folgende Forderung: Wir halten für notwendig «daß der Parteitag die gesamte Parteipresse, darunter in erster Linie das Centralorgan, verpflichtet, zu jeder taktischen Frage, die in der Parteipraxis auftaucht, sich nicht nur referierend zu verhalten, sondern auch klar und deutlich Stellung zu nehmen. Der.Vorwärts" insbesondere als Centralorgan müßte als seine Pflicht und Schuldigkeit erachten, im Sinne der Gesamt- Partei und nicht im Sinne der opportunistischen Opposition zu wirken, wie er dies bis jetzt, wenn auch verstohlen, bei jeder Ge- legenheit gethan." Die Pflicht, zu jeder auftauchenden taktischen Frage Stellung zu nehmen, erkennt der„Vorwärts" durchaus an, wenn er diese Fragen allerdings auch oft ganz anders behandeln zu müssen glaubt, als es der Genossin Luxemburg gefällt. Wenn aher die Genossin Luxemburg unter„Stellungnahme des «Vorwärts" zu jeder auftauchenden parteitaktischen Frage versteht, daß der«Vorwärts" bei Meinungsdifferenzen in der Partei sofort die eine oder die andere Auffassung als uusocialdemokratisch zu ächten habe, so mutet sie damit dem„Vorwärts" ein sehr u n d e m o- k r a t i s ch e s Handeln zu: nämlich die Vergewaltigung derer, die anders denken als die Redaktion des„Vorwärts". Außerdem sind allerdings die besonderen Schwierigkelten des CentralorganS zu berücksichtigen, welchem von der Partei die Aufgabe gestellt ist, das, waS die Partei einigt, zu vertreten. Wir glauben aber, dieser Aufgabe nicht allzu unglücklich gedient zu haben, denn, wie uns Genossin L. vorwirft, den Opportunismus verstohlen geschützt zu haben, so wirst man uns von anderer Seite vor, ungerecht gegen die mit Bernstein sympathisierenden Parteigenoffen verfahren zu sein. Uebrigcns schlägt der zweite L.'sche Satz, der„Vorwärts" habe im Sinne der opportunistischen Opposition gehandelt, ihren ersten Satz. Das hindert aber nicht, daß dieser zweite Satz völlig un- richtig ist, mag man auch den Begriff des Opportunismus, mit dem Genossin Luxemburg Politik treibt, ohne je seine Bedeutung klarzustellen, auffassen wie man will. Hätte der«Vorwärts"«im Sinne der Gesamtpartei", wie Genossin Luxemburg eS versteht, gewirkt so hätte er nicht nur die bayrischen Kompromißschließer, nicht nur Auer, Heine, Schippe! und andere«Freunde deS Militarismus", sondern auch beispielsweise die Anhänger der Agrarprogrammidecn wie Bebel und Liebknecht, und der Beteiligung an den Landwgs- Wahlen wie Kautsky, Parvus und Zetkin als Nicht-mehr-Social- demokraten behandeln müssen. Die«Gesamtpartei" wäre dann so ungefähr auf die einzig wahre Revolutionärin Genossin Luxemburg reduciert worden. Genossin Luxemburg selbst wird uns beipflichten, daß dann überhaupt� nicht mehr im Ernst von einer„Gesamtpartei" die Rede sein könnte, sondern nur noch von einer Sekte. Nebenbei: es ist erheiternd, Genossin Luxemburg gerade in demjenigen Partei- Organ die Rettung der Principien und Taktik üben zu sehen, das— gerade nach Luxemburgscher Anschauung— schon längst dem OrkuS der Parteigegner. schaft hätte überantwortet werden müssen. Denn dies Organ hat nicht nur die Todsünde deS Verleugnens der«Verelendungs« theorie", nicht nur daS Verbrechen Vollmarscher Agrarpolitik und glühender Begeisterungsartikel für bürgerliche Socialreformer wie Herkner und Sombart— was alle» nur gar kurze Zeit zurück« liegt!— begangen, sondern es hat wirkliche Versündigungen gegen die elementaren Erfordernisse der Parteitaktik— man gedenke der Nichtachtung der Parteibeschlüsse bei den sächsischen Landtags- wählen— auf dem Gewissen. Man darf Sorge tragen, daß in diesem Blatte nicht ebenso schnell einmal wieder die opportunistische Flöte ertönt, wie es zum revolutionären Brnnimbaß übergegangen ist. Der Vorivurf der Genossin Luxemburg, opportlmistisch gelvirkt zu haben, trifft uns nicht. Es ist uns leicht, ihn als Ausfluß krank- hafter Lust an scheinradikalem Gebahren zu verzeihen. Der„Vor- wärtS" ist in allen Parteifragen treu zum Parteiprogramm ge- standen, er hat stets die Grundprineipien der Socialdemokratie, den Klassenkampf und das ideale Ziel einer bewußt organisierten socia- listischen Produktionsordnung, durchaus gewahrt. Freilich daran hat er niemals Geschmack empsiinden, bei jeder Meinungsverschiedeuheit innerhalb der Partei durch künstliche Deutungen und nervöse Ueber- treibungen bald diesen bald jene» Parteigenossen zum Verräter an den Parteigrundsätzen zu stempeln. Erörterungen und Anträge zum Parteitage. Zwei Versanimluiigen in Hamburg beschäftigten sich mit den die Partei zur Zeit beivegcnden Fragen der Taktik. In der einen Versammlung trat Genosse Adler als Referent den Ansichten Schippels in der Milizfrage und ebenso den Bernsteinschen An- schauungen entgegen, während Genosse Lehne Bernsteins Buch als ein verdienstvolles Werk bezeichnet« und ihni in der ÄenossenschaftS- ftage beitrat.— Beschlüsse wurden nicht gefaßt. In der zweiten Versammlung referierte Genosse F r o h m e, der Bernstein in Schutz nahm, indem er sich auf den Standpunkt stellte, daß zwar über verschiedene Ausführungen Bernsteins zu streiten sei, man aber nicht sagen dürfe, daß Bernstein die Partei in ein bürgerlich-demokratisches Fahrwasser lenken wolle. Ihm traten die Genossen Grünwaldt, Frau Zieh und Stalten entgegen. Stalten trat zwar auch für unbeschränkte Freikeit der Dis- kussion ein, bezeichnete es aber als unbestreitbar, daß Bernstein den Versuch mache, die theoretiscken Grundlagen des.Socialisnnis umzustoßen und zwar mit der Absicht, der Partei eine andere Taktik zu empfehlen. Im allgemeinen habe sich die Taktik der Partei bewährt. Soweit die Möglichkeit dazu gegeben sei und nicht an unserer rückständigen Gesetzgebung eine Grenz« finde, iverde die Socialdemokratie auch die praktische Arbeit noch intensiver zu ge- stalten suchen, zu einer fteundlickeren Stellung zum Militarismus und zur Kolonialpolitik werde sie sich aber nicht entschließen. Die bewährte Taktik dürfe nicht aufgegeben, der wissenschaftlichen For- schung müsse aber die Bahn freigehalten werden. Eine Parteiversainmlung in Königsberg nahm nach einem Referate des Genossen Haas« folgende von diesem vorgeschlagene Resolution an: Die Angriffe gegen die Grundanschauungen und die Taktik der Partei sind verfehlt und deshalb znrückzuweisei«. Die Freiheit der Kritik ist jedem Parteigenossen unbedingt zu wahren. In diesem Sinne hat der Delegierte Königsbergs auf dem Parteitage in Hannover seine Stimnie abzugeben. In einer Versammlung in Nürnberg referierte Genosse W i e m e r:„Bernstein hat sich von unseren Grundprineipien nicht entfernt und das Recht der freien Forschung mutz gewahrt bleiben. Schon verschiedentlich ist unser Parteiprogramm der wissenschaftlichen Forschung und der Notwendigkeit gemäß geändert worden. Deshalb dürfen unsere Delegierten nicht in die Verurteilung de« Genoffen Bernstein einstimmen. Wenn Bernstein verlangt, daß erst die nächst- liegenden Ziele erfochten werden sollen, so sagt er nur, was praktische Agitatoren schon lange thun. Unser erstes Ziel mutz sein, die Bildung und Lebenshaltung der Masse zu heben, damit, wenn uns die Macht zufällt, wir auch sähig sind, sie im Sinne unseres Programms aus- nützen."— Genosse Dr. Südeknm kann in der Bemstein-Frage den Standpunkt Wiemers, der in Bernsteins Darlegungen keine An- griffe auf Theorie und Praxis unserer Partei finden zu tönnen glaubt, nicht teilen. So entschieden er Bernstein in vielen Punkten entgegentreten müsse, wünsche er, gerade>vie Wiemer, doch nicht ein großes Ketzergericht mit formalem Ausschluß. Gegen den Militarismus müssen wir in schärfster Oppositionsstellung bleiben; gegen den specifisch militaristischen Geist im deutschen Bürgertum müsse die Kritik energischer vorgehen. Die Genossen des 22. sächsischen ReichstagS-Wahl- kreis es nahmen in einer Versammlung in R e ich enb a ch i. V. eine Resolution an, in der es heißt:' „Die von einzelnen Genossen herbeigeführten theoretischen Er- örtermigen können für die Partei nicht schädigend wirken, im Gegen- teil ist' die fteieste Meinungsäußerung in der socialdcmokratischen Partei eine Notivendigkeit. Die Partei hat, auf dem Boden des Klassenkampfes stehend, weiter ihr Endziel im Auge zu behalten, die politische Situation zu Gunsten der Arbeiterklasse auszunützen, an allen praktischen Aufgaben auf den Gebieten des politischen Lebens mitzulvirken, selbstverständlich ohne Verleugnung unserer principiellen Grundsätze. Die Parteiversammlung erkennt die Zugehörigkeit des Genossen Bernstein zur Partei nach wie vor an. Bezüglich des Militarismus wünscht die Versammlung, daß der Parteitag an Punkt 3 unseres Programms festhält." Eine von den Mylauer Genossen eingebrachte Resoltion, welche sich sehr scharf gegen Bernstein und die Landtagswahl-Taktik der bayrischen Gesandten wandte, war vorher abgelehnt worden. In Oschatz(Sachsen) beschloß die Parteiversammlung: „Die Versammlung hält Ivohl eine cheoretische Auseinander- setzung über das Wesen des SocialismuS für sehr ersprießlich, soweit sie den Boden des Klassenkampfes nicht verläßt. Durch die Bernstein- Taktik wird aber der Boden des Klassenkampfes verlassen. Dadurch würde den Arbeitern das vollständige Interesse an der ganzen Arbeiterbewegung genommen.",.«,. In W e r d a u(Sachsen) erklärte der Delegierte des 18. s ä ch s i- s ch e n W a h l k r e i s e s. daß er zwar gegen die Aeuderrnigsvorschläge Bernsteins, aber auch gegen dessen Ausschluß aus der Partei. Die Parteiversammlung in Stuttgart erklärt als ihre An- ficht, daß Bernstein sich in seiner Schrift von dem grundsätzlichen Boden, auf dem die Socialdemokratie steht, entfernt hat. Sie weist seine Kritik unserer Grundsätze und die von ihm empfohlene Taktik aufs schärfste zurück. Die Socialdemokratie muß an ihrem Charakter als revolutionäre Kampfespartei festhalten und damit auch an ihrer erprobten Taktik. Im Juteresse eines geschlossenen Auftretens des kämpfenden Proletariats erwartet die Versammlung von dem Parteitag in Hannover, daß er die Stellung der Partei zu den von Bernstein angeschnittenen Fragen klar präcisiert. Ferner wurde ein Autrag des Genossen Keil angenommen: Der Parteitag möge beschließen, auf die Tagesordnung deS nächst- jährigen Parteitages die Frage der Verkchrspolitik zu stellen und dazu einen geeigneten Referenten bestellen.*) Endlich wurde ein Antrag Ulrichs angenommen: Der Parteitag möge beschließen:„Die Parteipresse möge mehr als seither das Proletariat auf die Schäden des übermäßigen Alkoholgenusses auf- merksam machen." In Karlsruhe erklärte sich die Parteiversammluug ganz ent- schieden gegen irgend welche Beschlüsse des Parteitages in Hannover in der sogenaimlen Bernstein- Frage, welche geeignet wären, die Freiheit der Wissenschaft in Frage zu stellen. Sie sieht in den real- politischen Vorschlägen Bernsteins keinen Grund, um Bernstein als nicht zur Partei gehörig zu betrachten und spricht die Hoffnung aus, daß besonders die Diskussion über den 7. Punkt der Tages- ordnung des Parteitages der Würde der Partei entsprechen werde. Die Genosse» in D a r m st a d t nahmen eine vom Genossen Bremer vorgeschlagene Resolution an des Inhalt?: «Unser Parteiprogramm ist kein auS ewig feststehenden Wahr« heften bestehendes Dogma, es ist vielmehr den jeiveiligen Ver- ändernugen, die sich aus der gesellschaftlichen Entwicklung und der besseren Erkenntnis der Parteigenossen ergeben, unter- worfen. DaS Parteiprogramm soll zwar für jeden Genossen heilig und bindend sein, eS fordert aber insofern keine blinde Unterwürfigkeit, daß dadurch jede Kritik an demselben niistatthaft ist. Der wissenschaftliche Streu in der Partei, wie er durch die Anschauungen des Genossen Bernstein veranlaßt wurde, kann des- halb auch für die Partei nicht nachteilig sein. Wenn nun auch eine allgemeine Revision des Programms im Sinne der Bern- steinscheu Anschauungen zur Zeit nicht ftir spruchreif zu erachten ist und die Richtigkeit der letzteren an vielen Stellen bezweifelt werden kann, so ist aber doch nianches Wahre darin enthalten, was die Parteigenossen zum Nachdenken veranlassen muß, und ist deshalb exaktes, vorurteilsfreies Prüfen überall zu empfehlen.— Die Versammlung ist der Meinung, daß dieser wissenschaftliche Meinungsaustausch nicht durch Majoritätsbeschlüsse, sei es in zu- stimmendem oder ablehnendem Sinne, beigelegt werden kann, eS ist vielmehr dafür Sorge zu tragen, daß diese Auseinandersetzungen vorerst fortgeführt und pro und kontra in populärer Weite den Parteigenossen durch die Parteipresse und in Versammlungen zu- gänglich gemacht werden." In einer Parteiversammlunq der Wahlkreise Beuthen-Tar- n o w i tz und K a t t o w i tz- Z a b r z e, die am 17. d. M. in Bielschowitz bei Zabrze abgehalten wurde, sprach Genosse Winter aus Benthe» über den Parteitag. Unter Zustimmung der Versamm- lung betonte er, daß weder die wissenschaftlichen Grundlagen unserer Bewegung in wichtigen Punkten verbesserungsbedürftig seien, noch ein Anlaß vorliege, unsere praktische Politik nach den Vorschlägen gewisser Opportunisten in der Partei zu ändern. Zwar könne und tollte der Parteitag keine Beschlüsse über den Wert und die Geltung gewisser theoretischer Sätze des SocialismnS fassen, die neuerdings von Parteigenossen angefochten worden seien; umso klarer aber müsse er zu der opportunistischen Taktik Stellung nehmen, die der Partei von in- und ausländische» Genossen vorgeschlagen worden sei. Auf der KreiSkonferenz für den Wahlkreis Reich j. L. am Sonntag wurde ein allgemeiner erfreulicher Fortschritt der Partei im ganzen Fürstentum konstatiert. Nicht bloß sind bei den Land- tags-Wahlen die Stimmenzahlen wesentlich gestiegen und neue Mandate erobert tvorden, auch in den Gemeindeverwaltungen nimmt die Partei eine achtunggebietende Stellung ein. Bei der letzten Gemeinderatsiuahl wurden in der Stadt Gera S Mandate gewonnen. Die Durchschnirts-Stimmenzahl ist hier von 1250 im Jahre 1895 auf 2011 im Jahre 1398 gestiegen. Die Gegner erhielten 1398 im Durchschnitt 2044 Stimmen. Aehnlich günstig liegen die Verhältnisse in den Vororten. In Debschwitz sind sämtliche Gemeinderats-Mandate in den Händen der Partei. In Unterm haus sitzen unter 2ö Gemeinderäten 9 Parteigenossen. In Pforten wurden bei der letzten Wahl nur Soeialdeniokraten gewählt, in Zwötzen 4, in Langenberg in den letzten drei Jahren 12. Auch in L e u m n i tz, Tinz, Frankesnthal, Dürre nebersdorf und Rubitz sitzen eine Anzahl Parteigenossen in den Gemeinderäten. Die Einnahmen des Kreises beliefen sich im letzten Jahre auf 4088 M. und die Ausgaben auf 3387 M. DaS Parteiblatt „Reußische Tribüne" hatte eine Einnahme von 36 930 M. und eine Ausgabe von 35 687 M. Strafen erntete sie nur drei: Geldstrafen von zusaminen 215 M. Beschwerden über Redaktion und Expedition sind bei der Preßkommission nicht eingegangen. Zum Parteitag in Hannover wurde Genosse W. Leven als Delegierter gewählt. Der Parteitag beschloß, noch einen weiblichen Delegierten zu entsenden, da sich die socialdemokratischen Frauen Geras erboten haben, die Mittel für die Delegation aufzubringen. Seitens der Frauen wurde Frau Jhrer-Berlm als Delegierte in ") Damit ist die Notiz richtig gestellt, daß Genosse Keil die Frage des Mittelland-Kauals auf dem Parteitage beraten zu sehen wünschte. Er meint nur, daß gelegentlich der Behandlung der VerkehrSpolitik auch die Kanalangelegenheit mit behandelt werden kann. nommen werden. orschlag gebracht, der Parteitag lehnte denselben aber mit großer p Die Fragebogen sollen möglichst in allen Schlächtereien wahr- 1 Angelegenheit gegenüber nicht bald einem einmütigen Vorgehen gegen Mehrheit ab. Die Frauen beharren auf ihrem Vorschlag und wollen heitsgetreu ausgefüllt und schleunigst zurückgegeben werden. Die- den schmachvollen Handel Plaz macht. in einer Frauenversammlung zu der ablehnenden Haltung des selben sind zu haben und wieder abzugeben im Verbandslokal Er macht eine Anzahl Vorschläge, wie diesem Treiben entParteitags Stellung nehmen. Rosenthalerstr. 57; für Rigdorf bei Mercier, Steinmetzstr. 55; ferner gegengetreten werden könne, die darauf hinauslaufen, daß die In einer später abzuhaltenden Parteiversammlung soll zu den bei allen bekannten Vorstandsmitgliedern. An allen diesen Stellen werden Bevölkerung auf das Bestehen wohlorganisierter internationaler aufmerksam gemacht werde, welche jugendliche, den Parteitag in Hannover beschäftigenden Fragen Stellung ge- auch Mitglieder für den Verband aufgenommen. Am 1. Oktober Banden weibliche Geschöpfe An= findet bei Cohn, Beuthstraße, eine große öffentliche Versammlung harmlose durch vielversprechende Zum Schluß hielt Genosse Leven einen mit großem Beifall für Meister und Gesellen statt, welche sich mit der Forderung: noncen ins Garn locken und sodann ins Verderben stürzen; auf aufgenommenen Vortrag über" Socialdemokratie und Gemeinde- Abschaffung der Entlassung an den Sonntagen, beschäftigen wird. daß ein internationaler Ueberwachungsdienst namentlich politik." Durch Annahme einer Resolution stimmte der Parteitag Die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe ist noch immer eine Bahnhöfen und Schiffsstationen eingerichtet werde, zu dem auch den grundsätzlichen Ausführungen des Referenten zu und beauftragte fehr mangelhafte. Gind auch in manchen Aleinstädten die dies- Frauen herangezogen werden; daß überall in größeren Städten die demnächst stattfindende Konferenz der socialdemokratischen bezüglichen Bestimmungen für die Gehilfen noch ungünstiger, als ueberwachung und um den Opfern der Händler Hilfe zu leisten und Vereine gebildet werden, die sich national organisieren zur Gemeindevertreter für Neuß i. 2., ein diesen Grundsäßen ent- die in Berlin bestehenden, so erscheint es doch unbedingt geboten, daß die Staaten einheitliche Maßregeln zur Bestrafung und Aussprechendes Kommunal- Wahlprogramm festzuseßen. daß den besonderen Verhältnissen der Großstadt Rechnung getragen Landtagswahlen in Braunschweig. Der braunschweigische und eine weitere Einschränkung der Sonntagsarbeit für das kauf- lieferung der Händler und gegenseitige Rechtshilfe gegen sie verLandesparteitag beschloß am Sonntag einstimmig die Beteili- männische Personal vorgenommen werde. Einen neuen Vorstoß Schließlich wurde ein Antrag einstimmig angenommen, der begung an den diesjährigen Landtagswahlen. Bisher nach dieser Richtung hat, wie bereits mitgeteilt, vor kurzem die socialbeteiligten sich die Parteigenossen nicht an diesen Wahlen. Die demokratische Fraktion der Berliner Stadtverordneten- Versammlung sagt, daß die internationale kriminaliſtiſche Vereinigung sich in der Frage Wahlen sind indirekte Klassenwahlen. gemacht. Der Antrag ging dahin, für Berlin ein Ortsstatut zu erlassen, des Mädchenhandels auf die Seite des Londoner Frauenschutz- Konburch welches die Beschäftigung aller handelsgewerblichen Gehilfen und gresses stellt, den Regierungen anempfiehlt, in dieser Frage auf Arbeiter in den Engrosgeschäften( Banten, Fabriken, Speditions- völkerrechtlichem Wege eine Konvention zu schaffen und die Gesetzgeschäften) an Sonn- und Festtagen gänzlich verboten sein soll. Für gebung und Verwaltung einheitlich zu gestalten. die Detailgeschäfte sollte eine Geschäftszeit von nur 3 Stunden erlaubt sein, mit der Maßgabe, daß die Beschäftigung vormittags um 10 Uhr beendet sein muß. Totenliste der Partei. In Hamburg, starb am Sonntag vormittag der 64 Jahre alte Parteigenosse Heinrich Niemann. Das " Hamburger Echo" schreibt über ihn: Den meisten im nördlichen, Belagerungsgebiet unter dem Socialistengeſetz thätigen Parteimitgliedern dürfte Hein Petroleum, so war der nom de guerre des Alten, bekannt geworden sein, aber nicht allzu viele werden wissen, daß er längere Zeit hin durch einen äußerst schwierigen und gefährlichen Boften inne hatte; er besorgte den Transport des Socialdemotrat" für die rote Feldpost. Wenn Hein Petroleum in roten Hausschuhen auf der Straße dahinschlenderte, so wußten die Eingeweihten, daß es Arbeit gab, daß wieder eine Ladung der gefährlichen Ware eingetroffen sei und verteilt und versendet werden müsse. Mit einer Gelassenheit und Seelenruhe, wie man sie bei wenigen einbaren. Lehte Nachrichten und Depeschen. Die Berliner Handelsgehilfen find in die Agitation zur Unter- Frankfurt a. M., 19. September.( B. H.) Die Frankfurter stützung dieser Forderungen eingetreten; sie halten heute abend( siehe Beitung" meldet aus Amsterdam: Die Königin eröffnete heute Vereinstalender) eineVersammlung ab, in der der Reichstags- Abgeordnete beide Kammern mit einer Thronrede, die zulegt hinweist auf die Pfannkuch spricht. Das„ Handlungsgehilfenblatt" bemerkt zu den Friedenskonferenz, auf welcher wichtige Verträge von internationaler Sie betont dann das oben bezeichneten Anträgen:„ Jeder denkende Gehilfe wird sich für Bedeutung zu stande gekommen seien. verpflichtet erachten, in der Agitation für völlige Sonntagsruhe stets friedliche Verhältnis Hollands zu allen Mächten und drückt die auf dem Blaze zu sein und die Propaganda für diesen Antrag zu Hoffnung daß die Beschlüsse der alle Großmächte fördern. Bolle Sonntagsruhe"," gefeglicher Acht- Konferenz anerkennen werden. In den Kolonien herrsche Nuhe. Zum 2 der aus, Wort, ja irgend ein Zufall konnte die Entdeckung des Transports beitszeit" find unsere nächsten Forderungen an Kommune, luß zählt die Throurede die Gesetzesvorschläge auf, die den wurde Deutsches Reich. Der Stadtrat Winkler sich in Leiche des seit Sonntag vermißten Stadtrats hatte Küchwalde gefunden. im Man fand bei der der Nähe eines Spielplatzes erhängt. alt die Seinen Leiche einen Brief, welcher Abschiedsworte enthielt. Man weiß noch nicht, aus welchen Gründen Winkler Hand an sich gelegt hat; wie man amimnit, hat er die traurige That in einem Anfall von Geistesstörung infolge Ueberanstrengung ausgeführt. vorgelegt werden follen. herbeiführen und dann waren etliche Jahre Gefängnis dem Regierung und Parlament. In diesem Kampfe werden Chemnik, 19. September.( B. H.) Heute nachmittag wurde Ertappten sicher. Doch Hein Petroleum tam immer durch, wir nicht erlahmen und besser unsere Pflichten gegen die Gehilfen- die und mit schmunzelndem Behagen oft im Kreise schaft erfüllen, als die angeblichen Hunderttausende, welche in den von Vertrauten diese oder jene neue Heitere Geschichte er- Harmonievereinen stecken sollen." zählt, z. B. von der schottischen Karre und ihrer wertvollen Ladung, die bereits auf einer Polizeiwache war und wieder herausgeholt wurde, ohne daß die Hochwohllöbliche eine Ahnung davon hatte, welch' guten Fang sie hätte machen können. Ein gefunder Humor war unserem Genossen Niemann eigen und half ihm über alle Unannehmlichkeiten des Lebens hinweg. Jetzt ist sein einfaches Proletarierleben einfach und doch reich an mutigen Thaten und treuer Pflichterfüllung zu Ende. Aber vergessen wollen wir den Braven nicht, der in schwierigster Zeit auf schwierigen Posten fich freiwillig stellte. Ehre seinem Andenken! Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Die Bäckergesellen von Halle sind in eine Bewegung zur Erringung besserer Arbeitsbedingungen eingetreten. Ihre Forderungen lauten: 1. Beköftigung und Wohnung wird den Gesellen nicht mehr vom Meister resp. Arbeitgeber gestellt. 2. Als Entschädigung hierfür ist jedem Gesellen ein wöchentlicher Lohnzuschlag von 10 M. zu verabfolgen. 3. Für Gesellen, deren Lohn dann nicht mindestens 18 M. beträgt, ist derselbe auf 18 M. zu erhöhen. 4. Beginn und Ende der Arbeitszeit bleibt unter Einhaltung der zwölfftündigen Arbeitsschicht, inklusive einer Stunde Essenspause in bisheriger Weise bestehen. Nach der Bundesratsverordnung erlaubte Ueberstunden find mit 40 Pf. zu vergüten. 5. Jedem Gesellen ist in der Woche ein freier Tag zu gewähren. 6. Der Arbeitgeber verpflichtet fich, nur Mitglieder des Verbandes der Bäcker und Berufsgenossen Deutschlands zu beschäftigen. Der Arbeitsnachweis des Verbandes befindet sich Gr. Märkerstr. 20, II. Die Forderungen find vor läufig nur denjenigen Bäckermeistern unterbreitet worden, welche Lieferanten der Konsumvereine sind. Die Gesellen glauben, daß die Lieferanten der Konsumvereine in erster Linie verpflichtet wären, die Forderungen anzuerkennen, wie aber auch andrerseits die Konsumvereine darauf zu achten hätten, daß die Ware nur dort entnommen würde, wo geregelte Verhältnisse beständen. = Sociales. Der Unterricht schwachbegabter Kinder. eine Wien, 19. September.( B. H.) Wie in parlamentarischen Streifen verlautet, ist das Herrenhaus- Mitglied Alfred Lichtenstein als Nachfolger des Grafen Thun in Aussicht genommen. Wien, 19. Sept.( W. T. B.) Im Verlaufe der außerordente lichen Generalversammlung der Oestreichisch- Ungarischen Bank wurden identische Noten der beiden Finanzminister an die BankLeitung verlesen, in welchen von dem vom Generalrate gemachten Vorbehalte ohne Einwendung Kenntnis genommen wird, daß die Bant, falls die auf Grund des§ 14 erlassene Verordnung betreffend die Privilegiumsverlängerung Gesezestraft verlöre, Anspruch auf Rückerstattung pro rata temporis bezüglich der erfolgten Abschreibung von der Achtzigmillionen- Schuld erheben werde und berechtigt sein solle, ohne Weiteres in Liquidation zu treten. Ferner wurde eine Note des Tschernichischen Finanzministers verlesen, in welcher der Anschauung des Generalrates beigepflichtet wird, daß mit dem Zeit punkte der aus obigem Grunde eventuell eintretenden Liqui bation der Bant auch Staates die Restschuld des die Bank in Höhe von 30 Millionen zur Zahlung fällig wurde. Endlich wurden identische Noten der beiden Finanzminister mit einer Erklärung betreffend die Rückwährung der sogenannten Reziproerhaltung der Zollgemeinsamkeit jegt nur bis Ende 1907 firiert aitätsklauseln verlesen. Darin wird betont, wenn auch die Aufrechtwerden könne, so seien doch die beiderseitigen Regierungen auf richtig und energisch bestrebt, schon von 1903 ab ein neues Zollund Handelsbündnis zwischen den beiden Reichsteilen zu errichten, wodurch voraussichtlich die Gemeinsamkeit des Bollgebiets auch über 1907 hinaus gesichert werde. == etwas an Die zur Hilfe Zur Lohnbewegung der Puker Berlins und Umgegend. Die Lohnbewegung der Buzer nimmt, wie in der starkbesuchten Versammlung, die Montag bei Keller tagte, von der Lohukommission berichtet wurde, einen außerordentlich günstigen Verlauf. Die Unternehmer, die vordem den Arbeitern recht prozig gegenüber auftraten und durch ihr schroffes, ablehnendes Verhalten den Ausbruch des Streits veranlaßten, fangen nun an, recht kleinlaut zu werden. Sie haben nicht erwartet, daß die Puzer so einmütig und energisch vorgehen würden, wie es geschehen ist. Hätten die Unternehmer bei den von den Puzern angebahnten Verhandlungen nur einigermaßen Sämtliche Arbeiter und Arbeiterinnen der Schuhfabrik Entgegenkommen gezeigt, so wäre wahrscheinlich der Ausstand ver von Heymann in Basing München haben wegen Lohn mieden worden. Kündigung abzuhalten. Bisher haben 59 Unternehmer, darunter 11 Mitglieder des Ar- Buzug von Schuharbeitern ist abgigung läuft am 28. d. Wits. ab; beitgeberbundes, die aufgestellten Forderungen bewilligt. Auf 62 Bauten arbeiten bereits ca. 500 Buzer zu den neuen Bedingungen. Zur Zeit find 562 Ausständige zur Kontrolle bei der Kommission gemeldet. Die Zahl der Ausständigen ist jedoch größer, weil viele auf die Unterstügung verzichten beziehungsweise abgereist sind. Zu den Innsbruck, 19. Septbr.( B. H.) Ein Personenzug entgleiste alten Bedingungen sind noch 102 Personen beschäftigt, darunter Auf dem brandenburgischen Städtetage, der am 18. und aber in der Mehrzahl solche, die bei ruhigen Zeiten nicht 19. d. M. in Potsdam tagte, hielt Stadtschulrat Dr. Neusert aus bei der Einfahrtstation Kematen, wobei ein Passagier getötet und als Buzer arbeiten und folgedessen den Ausständigen taum Charlottenburg einen Vortrag über die Fortschritte der Schulen für vier verwundet wurden. Budapest, 19. September.( W. Z. B.) Bei Preßburg ist einen Schaden zufügen können. Bekanntlich hat der Bund der Bau-, fchwachbegabte Kinder. Donau Wasserstand der gefunten. Maurer- und Zimmermeister beschlossen, die Forderungen der Buzzer Ein großes Hemmnis für die Volksschulen seien die schwach der wurden ftritte abzulehnen. Verschiedene Mitglieder des Bundes, und sogar sinnigen oder schwachbegabten Kinder. Diese, die mit den normal Magazine der Schiffahrts Gesellschaft der Südbahn Bedrohlich ist die Lage in der Vorstandsmitglieder, haben die Arbeit einem sogenannten Buger- veranlagten Kindern nicht Schritt halten können und daher das Ziel von den Fluten weggerissen. meister mit dem Auftrag, die Forderungen zu bewilligen, der Schule beeinträchtigen, müssen in eigens für schwachsinnige aber Raaber Ufergegend. In dem Orte Györsziget fand ein Dammübergeben, weil sie glaubten, daß sie dadurch die Arbeit noch bildungsfähige Kinder eingerichteten Hilfsschulen unterrichtet bruch statt, welcher mit äußerster Kraftanstrengung verstopft wurde. fertiggestellt bekommen. Von den Puzern ist aber in allen werden. In allen größeren Städten von über 25 000 Ein- Die Ortschaft Reyfalu ist von Wasser umschlossen. Die Ortschaft diesen Fällen die Arbeit verweigert worden, da nach dem wohnern seien mehrstufige Hilfsschulen einzurichten, in welchen die Szuegg steht unter Wasser. Ueberallhin wurden Boote gefaßten Beschluß nur die Unterschrift des Bauherrn oder Maurer- schwachsinnigen Kinder ihrem geistigen und körperlichen Leiſtung entfendet. Bei Goenyoe ist trotz des energischen Eingreifens der Bevölkerung der Damm durchbrochent meisters anerkannt werden soll. Wohl oder übel werden auch die Zustande angemessene Unterweisung empfangen. Die Hilfs des Militärs und Bundesmitglieder gezwungen sein, die Forderungen zu bewilligen, schulen müffen selbständige öffentliche Anstalten sein; eine worden; die Wassermassen ergießen sich gegen die Ortschuft Szentivan. Paris, 19. September.( B. S.) Die Untersuchungskommission zumal die Arbeit immer mehr zu drängen beginnt und eine auch nur räumliche Verbindung mit einer Boltsschule oder mit einer große Zahl von Bauten in nächster Zeit fertig gestellt sein Idioten- bezw. Frrenanstalt sei zu vermeiden. Alle Kinder, welche wegen in der Komplott Affaire hat heute ihre erste Sigung abgehalten. muß. Aus diesem Grunde ist zu erwarten, daß schon im mangelnder Begabung in zwei Jahren das Klassenziel der untersten Sie galt der summarischen Uebersicht der Angelegenheit und der ErLaufe dieser Woche wieder von mehreren Unternehmern die auf- Volksschulklasse nicht erreichen, seien einer Untersuchung behufs nennung der beisigenden Richter. Der Senator Berenger hatte eine gestellten Bedingungen bewilligt werden. Jedenfalls wird die Aufnahme in die Hilfsschule zu unterwerfen. Es ſeien gesetzliche lange Unterredung mit dem Generalprokurator. Er wird vorläufig Situation für die Ausständigen von Tag zu Tag günstiger und es liegt Bestimmungen nötig, welche die Ueberweisung schwachsinniger sich mit der gesamten Untersuchung befassen und erst nach Ende demzufolge tein Grund vor, daß die Arbeit auf einem Bau auf Kinder in die Hilfsschule auch gegen den Willen der Eltern ermög genommen wird, bevor die Forderungen anerkannt worden sind. lichen. Es sei wünschenswert, daß schwachsinnige Kinder 1 oder der Untersuchung die Ansicht der übrigen Untersuchungskommissare Die zu den neuen Bedingungen arbeitenden Puzzer sind verpflichtet, 2 Jahre über das schulpflichtige Alter hinaus in der Hilfsschule entgegennehmen. pro Tag eine Mart an den Streitfonds abzuführen. Die Auszahlung bleiben. Für die aus der Schule entlassenen seien Fortbildungskurse der Streikunterstüßung erfolgt am Donnerstag im Centralbureau. einzurichten. Bei der Aufnahme in die Hilfsschule sowie bei der Achtung, Marmor- und Granitarbeiter Berlins! Bei Entlassung aus derselben sei ein psychiatrisch gebildeter Arzt zu zuziehen. Dieser solle auch sonst dem Leiter der Hilfsschule als folgenden Firmen haben die Kollegen wegen Nicht bewiligung Berater zur Seite stehen und den Gesundheitszustand jedes Kindes des vereinbarten Tarifs die Arbeit niedergelegt: int, Berg- alljährlich mehrmals prüfen. Paris, 19. September.( W. T. B.) Der Hauptmann Voulet Die Klassenfrequenz dürfe in ein- erklärte in seinem Brief an den Oberstleutnant Klobb, daß er den mannstraße 102( 22 Mann), Pritsching, Friedrichsberg, Gürtelstraße 36( 3 Mann), M. Z'a che, Waßmannstr. 32a( 5 Mann). Es ſtufigen Hilfsschulen nicht über 12, bei drei- und mehrstufigen nicht Befehl über seine Expedition behalten und daß er klobb als Feind über 20, bezw. 25 hinausgehen. Eine Tremnung der Kinder nach behandeln würde. Seine um ihre Meinung befragten Leute hätten wird aufgefordert, den Zuzug nach genannten Bläzen fernzuhalten. Geschlecht und Konfession sei nicht erforderlich. Pädagogische Vor- seinen Entschluß gebilligt und er werde eher alles aufs Spiel segen, Die Lohntommission. bereitungskurse für Lehrer an Hilfsschulen seien ein dringendes Be- als seinen Platz einem Intriganten von der Art Klobbs abtreten. Zur Lohnbewegung der Posamentiere wird mitgeteilt, daß dürfnis. Paris, 19. September.( B. H.) Die Begnadigung Dreyfus folgende Firmen noch nicht bewilligt haben: Mehrere Redner äußerten sich in zustimmendem Sinne. Der Bünger, Wendel u. Co.. H. Plüschte, E. Gustedt, Köstermann Berichterstatter hatte mehrere seinen Ausführungen entsprechende ist nicht nur heute beschlossen, sondern auch bereits unterzeichnet u. Barinzanski, Sachs u. Schwarz, W. u. G. Keßler, A. Sinsel, Leitfäße aufgestellt, diese gelangten schließlich mit der Maßgabe zur worden. Die Form der Begnadigung, wie sie veröffentlicht worden Hoffmann u. Weiland, Wagler, Neiß u. Burmeister, F. Hoppe, Annahme, daß der Städtetag empfiehlt: In allen Städten, ist, hat nur den Zweck gehabt, etwaige Sundgebungen in Paris und B. Hoppe, Eisner u. Hausig, Przygode, Bolmar, Brehmer, H. Schmidt, wo es ausführbar, sind mehrstufige Hilfsschulen einzurichten, Rennes zu verhüten. Im Einvernehmen mit der Familie sind An Ebel Nachfolger. Die Lohntommission. in welchen die schwachsinnigen Kinder eine ihrem geistigen und ordnungen getroffen, daß Dreyfus in dieser Nacht aus dem Geleber die Zustände in den Schlächterei- Betrieben werden törperlichen Zustande angemessene Unterweisung empfangen. fängnis gebracht werden kann. seitens des Verbandes der Schlächtergesellen Berlins und Umgegend Erhebungen vorgenommen. Zu diesem Zwecke werden von der Organisation Fragebogen ausgegeben, in denen Auskunft über die Art und Beschaffenheit der Arbeitsräume und über die Lage, Einrichtung und Beschaffenheit der Schlafräume verlangt wird. Außer geld zu zahlen. dem find Fragen über den Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit, über die Höhe der Löhne, über über das Kündigungs- Die Bekämpfung des Mädchenhandels wurde auf dem verhältnis und über die vorhandenen Schutzvorrichtungen internationalen Kriminalistentongresse behandelt. Der Staatsanwalt enthalten. Ferner wird gefragt: ob verheiratet oder nicht, ob Dr. Gruber in Budapest erklärte, der Handel mit den siebenEppausen eingeführt sind, wie die Sonntagsruhe gehandhabt bürgischen Mädchen sei bereits derart entartet, daß heutzutage Seelenwird, und wieviel Lehrlinge beschäftigt sind. Auch alle sonstigen händler die jungen Mädchen zu Hunderten ohne Pässe übers GeUebelstände oder auch nüzlichen Einrichtungen, die etwa vorhanden birge auf Schleichwegen mit fich führen und was bedenklich und find, sollen auf dem Fragebogen angegeben werden. Wie in der höchst betrübend ist meistens mit Wissen und Einwilligung der Versammlung, die der Verband am Sonntag abhielt, und in der Eltern. Im benachbarten Rumänien, den Donau- Fürstentümern und J. Rein recht eingehend über den Wert der reichsstatistischen Er- ganz besonders dem Orient find diese Mädchen ein begehrter hebungen referierte, mitgeteilt wurde, soll das Ergebnis der aus- Handelsartikel geworden. Neuerdings greift dieser Handel sehr begefüllten Fragebogen der Reichskommission für Arbeiterstatistik denklich auch nach Deutschland hinüber. Wir besigen wohlorganisierte unterbreitet werben, um diese auf die Mißstände in den Schlächterei- Kupplerbanden in England, Frankreich, Aegypten, Rußland und betrieben aufmerksam zu machen. Man hofft, daß die Kommission namentlich Galizien, die mit Bläßen wie Berlin, Hamburg, Leipzig dann Veranlassung nehmen wird, ebenfalls Erhebungen über und München in ständiger Verbindung stehen. Meist handelt es sich die Lohn- und Arbeitsverhältnisse wie bei den Bäckern, Müllern, dabei um deutsche Mädchen, die nach dem Auslande verschachert Gastwirtsgehilfen 2c. zu veranstalten. Die Folge würde angesichts werden. Die Zustände in Ungarn grenzen nach den Ausführungen der geradezu skandalösen und unhaltbaren Zustände, die in diesem des Redners hart an die bekannten Schilderungen der Londoner Berufe vorherrschen, zweifellos die sein, daß auch für das Schlächter- Pall Mall Gazette", er befürchtet, daß es aber auch anderen Ländern gewerbe eine gesetzliche Regelung der Arbeitsverhältnisse eintritt. so ergehen wird, wenn der Indifferentismus der Gesellschaft dieser Berantwortlicher Redacteur: Robert Schmidt in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin " Dieselbe Versammlung beschloß überdies auf Antrag des Spandauer Oberbürgermeisters Koze, den Krankenkassen zu empfehlen, auch bei selbst verschuldeten Krankheiten KrantenParis, 19. Septbr.( W. T. B.) Staatsgerichtshof. Die Untersuchungs- Kommission wählte zum Präsidenten Berenger, zu Beifizern Chovet, Cordelet und Cazot. Präsident und Beisiger begannen mit Prüfung der Aften. Brüffel, 19. September.( B. H.) In der heutigen Kammers fitung forderte der Socialist Smeet wiederum den Namensaufruf, um über feinen Antrag, betr. Vertagung der Regierungsvorlage, abstimmen zu lassen. Als der Namensaufruf begann, zog sich die gefamte Linte zurück, und da nur 70 Abgeordnete gezählt wurden, mußte die Sigung aufgehoben werden. London, 19. Sept.( Meldung ( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Minister Chamberlain steht in lebhaftem Depeschenverkehr mit dem Gouverneur der Kapkolonie Milner, der an den Präsidenten des Orange- Freistaats Steijer wichtige Anfragen gerichtet hat. Madrid, 19. September.( 2. T. V.) Der Prozeß wegen der Uebergabe von Cavite hat heute begonnen. Die Auflages schrift wurde verlesen. Die Anklage beantragt für Admiral Montojo lebenslängliches Gefängnis und Verlust des Amtes. Die Verteidigung wird morgen mit dem Plaidoyer beginnen. Oporto, 19. Sept.( W. T.B.) Gestern wurde hier ein neuer Bestfall festgestellt. Aus Hamburg sind die beiden Aerzte Franz und Kumpel hier eingetroffen. Konstantinopel. 19. September.( B. H.) Auf dem Schiffe Constantia" explodierte im hiesigen Hafen der Kessel, wobei der Kapitän und vier Mann der Besatzung getötet wurden. Kapstadt, 19. Septbr.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) 1200 Mann sind von hier nach Kimberley abgeschickt worden. Hierzu 2 Beilagen und Unterhaltungsblatt. Nr. 220. 16. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwo, 20. September 1899. " Zur Zuchthausvorlage. " " = " diese Stimme der Opposition in die Paläste und in die Hütten werfen" und sie insgesamt als Schwächlinge oder bringt Volksfeinde hinstellen". Das Blatt citiert aus unserer " Das Centrum gab Erklärungen ab, die nicht Fisch und Betrachtung über das„ Berliner Schulelend"( in Nr. 215 vom nicht Fleisch waren. Seine Redner fangen Loblieder auf die 14. September) eine Frage, die wir so formuliert wissen wollten: Bemerkenswerte Erörterungen über die parlamentarische Be- Koalitionsfreiheit und beteuerten, daß es in unserer Situation auf Wird sich nicht endlich einmal ein freisinniger Stadtverordneter Handlung der Buchthausvorlage veröffentlicht ein ungenannter eine Verstärkung der Koalitionsfreiheit ankomme, daß ohne eine Wähler" in der Berliner Wochenschrift Gegenwart". Wir folche von neuen Zwangsgesezen überhaupt keine Rede sein könne. finden, der Jutereffe genug für unsere Gemeindeschule besitzt, um stimmen dem Verfasser nicht in allen Buntten zu, vieles aber, was Aus diesen Aeußerungen fonnte man sich herausnehmen, was man mit Entschiedenheit auf Besserung unserer Schulzustände Es bemerkt dazu,„ das es die Neue er sagt, verdient Aufmerksamkeit. wollte. Es konnte heißen, das Centrum werde die Vorlage ab- zu bringen?" Der Wähler" leugnet, daß die Niederlage, welche die Regierung lehnen; es fonnte aber auch heißen, das Centrum behalte sich seine Linke war, durch deren Anträge die Schulnot wiederholt zum im Reichstag durch die Ablehnung der Kommissionsberatung über Stellungnahme vor, sobald sich die Möglichkeit zeige, auch toalitions- Gegenstande scharfer Kritik in der Stadtverordneten- Versammlung die Zuchthausvorlage erlitten habe, so groß und so endgültig gewesen günstige Bestimmungen hineinzuarbeiten. Bon seiten der ent- gemacht worden ist, und daß die bürgerlich demokratischen Stadt sei, wie sie es verdient habe. schiedenen Opposition wurde kein Versuch gemacht, den Fuchs aus berordneten Perls und May Schulz es an träftigen Worten gegen Wenn in der zweiten Beratung fein einziger Paragraph an feinem Loche zu loden... Ja selbst auf das gewöhnlichste Mittel über dem Stadtschulrat und dem Stadtbaurat nicht haben fehlen genommen wird, so ist die Vorlage gefallen; anderenfalls muß eine parlamentarischer Festlegung, auf die namentliche Abstimmung, über dem Stadtschulrat und dem Stadtbaurat nicht haben fehlen britte Beratung stattfinden und am Schluß derselben abgestimmt wurde verzichtet. So konnte es kommen, daß die Nationalliberalen lassen", und wirft uns dann Unterdrückung der Thatsachen" und werden. Wollte die Opposition der Regierung eine Niederlage nicht geschloffen gegen die Kommiffionsberatung stinumten, sondern krasse Entstellung der Vorgänge" vor. Dieser Vorwurf hat uns, offen gestanden, überrascht. Wir bereiten, so mußte sie also verlangen, daß die zweite und daß, wie es in den Korrespondenzen heißt, einige" Nationalliberale dritte Lesung sofort vorgenommen werden.( Das mit den Konservativen gingen, ohne daß hierüber amtlich etwas glaubten im Gegenteil in dem Artikel über das Berliner Schulelend ist von socialdemokratischer Seite auch verlangt worden. Redaktion tonstatiert wäre..." den Verdiensten der linksliberalen Stadtverordneten vollkommen ger des Vorwärts".)- In diesem speciellen Falle hatte die Opposition Der Verfasser macht des weiteren auch der Socialdemokratie recht geworden zu ſein. Was wir darüber gesagt haben, ist aller ein Mittel in der Hand, die sofortige Bornahme zu erzwingen. den Vorwurf, daß sie die Miniſterſtürzerei nicht energisch genug dings keine begeisterte Lobpreisung, das ist wahr; aber es ist doch Die Regierung wollte den Reichstag bis zum 14. November ber- betreibe. Einmal ist unter ihnen einer gewesen, der in jungen tagen. Eine so lange Vertagung ist nur zulässig mit der Zu Jahren diese Quintessenz aller Politik richtig erkannt und in die weifellos eine Anerkennung, wenigstens war es so beabsichtigt. stimmung des Reichstages selbst. Hier konnte die Opposition Worte gebracht hat: Was wir wollen? Sie herunter und wir Wenn wir dabei die Verdienste auch der Neuen Linten" einsetzen. Sie fonnte fagen, die Buftimmung zur Vertagung hinauf!" Aber dieser eine Umsturzmann ist aus ihren Reihen aus der Stadtverordneten Versammlung auf ein nur machen wir abhängig von der vorherigen Absolvierung der Zucht geschieden, und er ist heute Finanzminister und Vicepräsident des bescheidenes Maß zurückführen mußten, so ist das eben hausvorlage. Wenn über Sieg oder Niederlage entschieden werden preußischen Staatsministeriums." nicht unsere Schuld. foll, so muß eine Schlacht geschlagen werden. Der parla Was die zukünftige parlamentarische Behandlung der In der von der„ Berl. 8tg." wiedergegebenen Forni sehen nun mentarische Feldzug muß dann durchaus unter dem Gesichts- Zuchthausvorlage aubetrifft, so vermutet der Wähler", daß man freilich unsere Ausführungen wirklich wie eine böswillige Ver punkte eingerichtet werden, daß eine Abstimmung von ent- den Ausweg suchen werde, wie von konservativer Seite schon an- tleinerung freisinniger Verdienste aus. Im„ Vorwärts" war nämlich scheidender Bedeutung erfolgt. Es giebt teine andere Möglich gedeutet worden, auf den eigentlichen Zuchthausparagraphen zu ver- in der oben citierten Frage das Wort„ Entschiedenheit" teit, parlamentarische Schlachten zu schlagen, als mit entscheidenden zichten. Dieser Ausweg müsse der Regierung also abgeschnitten Abstimmungen. Die Frage der Kommissionsberatung war teinte der werden. Wohl ist es möglich, daß der konservative Flügel des durch Sperrbrud hervorgehoben, die Berl. 8tg." giebt es aber artige. Wohl aber wäre die Bertagungsfrage es gewesen. Bei einer Centrums nach Opferung der Zuchthausbestimmung eine Brüde ohne Sperrdruck wieder, so daß der Sinn des Sazzes ein anderer Abstimmung darüber, ob erst der Vertagungsantrag oder erst die findet, auf die er treten und seine Partei nach sich ziehen kann. wird. Der„ Berl. 8tg." ist auch das Versehen passiert, den folgenden zweite und dritte Lesung der Zuchthausvorlage auf die Tages- Nicht bloß möglich, sondern so gut wie sicher ist es, daß die Minister von uns hinzugefügten Satz nicht mitzucitieren:„ Unter den sich ordnung gesetzt werden solle, hätte sich gezeigt, ob das Centrum an einem solchen Verlauf ihre Freude hätten. Die Mittel, um freifinnig nennenden Stadtverordneten ist nur ein ganz geringer fest ist. Wäre es gelungen, die Situation so auszunuzen, daß das den Ministern diese Preisgebung der Zuchthausstrafe unmöglich Teil bereit, für eine Förderung des Gemeindeschulwesens einzutreten, Centrum sich moralisch genötigt geſehen hätte, feine Zue zu machen, liegen auf der Hand. So ſehr auch die erwähnung des und auch die thun das mit einer solchen 2auheit, daß man stimmung zur Vertagung zu verweigern, so lange, bis die Monarchen in den parlamentarischen Debatten zu Unrecht eingeengt ihnen sofort anmertt, wie wenig fie mit dem Herzen Zuchthausvorlage definitiv begraben war, so wäre das eine worden ist: die Oeynhauser Rede des Kaisers ist nun einmal freiNiederlage der Regierung gewesen. Begnügte man sich mit der be- gegeben... Daß.. der Kaiser Zuchthausstrafen angekündigt hat, daß dabei sind". Hätte die„ Berliner Zeitung" unsere Ausführungen deutungslosen Abstimmung über Kommissionsberatung, so war es das Gefeß, wenn es nicht die Zuchthausstrafe enthält, nicht das an- in der notwendigen Vollständigkeit wiedergegeben, so würde ihren teine Niederlage. gekündigte Gesez ist, daß die Minister, wenn sie das Gesez ohne Lesern sofort klar geworden sein, daß der uns von ihr gemachte Es ist nicht schwer, sich das überlegene Lächeln vorzustellen, Buchthausstrafe aus dem Reichstage hervorbringen, gerade das um- Vorwurf des„ Totschweigens der Wirksamkeit entschieden freisinniger mit dem der geliegte Parlamentarier diese Beilen lesen wird. Er erreicht gelaffen haben, was die Ankündigung des Staisers enthielt, Stadtverordneter" völlig unberechtigt ist. sagt sich diese Tattit hätte unfehlbar zur Niederlage der Opposition das sind Dinge, die in der bevorstehenden Beratung mit der ganzen Der Zwed besagten" Totschweigens" ist nach Ansicht der geführt. Denn darauf wäre das Centrum niemals eingegangen. Energie gesagt werden müssen..." Der Erfolg wäre nur der gewesen, daß bei der Abstimmung über Als zweiten Zielpunkt der parlamentarischen Behandlung be-" Berliner Zeitung" der, uns zu Wahlziveden ummerklich eine Als zweiten Zielpunkt der parlamentarischen Behandlung be-" freisinnige Stadtverordneten- Mehrheit" zurechtdie Bertagung die Opposition in der entschiedenen Minderheit blieb und zeichnet der Verfasser, das Centrum zum Farbebekennen zu das Centrum nach der Regierungsseite gedrängt worden wäre. Dies zwingen," Das Centrum muß heraus mit der Sprache, ob es die zudeſtillieren". Unter diesem Sammelnamen" tönne man dann mag bielleicht richtig sein. Allein wenn es richtig ist, so beweist Borlage wegen des Mangels an allgemeinen Koalitionsformen ab- auch die entschieden freisinnigen Elemente ber es eben, daß die Opposition nicht einen Sieg erfochten hat, sondern lehnen oder ob es dieje Reformen in die Vorlage hineinarbeiten Stadtberordneten Versammlung für die Haltung dem Kampf aus dem Wege gegangen ist."" Der große Grund- will. Ist das erstere der Fall, so müssen Centrum und Opposition der größeren 8ahl der freisinnigen Stadtver= faz unseres parlamentarischen Lebens, daß mit Schluß der Session in zweiter Lesung sofort sämtliche Paragraphen zu Fall bringen, so ordneten" verantwortlich machen. Ja, das kann man alle Vorlagen erledigt sind, ist eines der wenigen Machtmittel, bas daß es dann nach der Geschäftsordnung einer dritten Lesung nicht nicht nur, das muß man sogar! Die Berliner Freifinnigen, die die Parlamente im Wettstreit mit den Regierungen haben. Eine Re- mehr bedarf. Ift( was beinahe wahrscheinlicher) das letztere der Fall, entschiedeneren" Elemente und die( um mit der„ Berl. Ztg." zu gierung, die ihre Vorlagen nicht will verfallen lassen, wäre genötigt, so muß die Opposition sich sehr überlegen, ob sie nicht besser(?? Red.) reden)„ anderen liberalen" Stadtverordneten, gehören thatsächlich den Reichstag sozusagen als permanente Boltsvertretung neben sich daran handele, den Scheinerfolg der Kommissionsablehnung zu dulden. Eben um der Volksvertretung dieses Machtmittel zu lieber dranzugeben und im Laufe der zweiten Lesung die Kommissions- 3 usammen, denn sie halten zusammen laffen, verbietet Artikel 26 der Reichsverfassung eine Bertagung über beratung zu bewilligen, nur weil eine Kommissionsberatung gehenden Unterschieden". Um das zu erkennen und zu zeigen, bedarf 30 Tage hinaus ohne Zustimmung des Reichstages selbst. Mit der die Möglichkeit giebt, das Centrum zu stellen. Dann aber heißt es, es gar keines unmerklichen Zurechtdeſtillierens". Versagung dieser Zustimmung hat der Reichstag es in der Hand, aus der Not eine Tugend zu machen und die Kommissionsberatung Auch die Berl. 8tg." ist mitverantwortlich für entweder die Regierung zum Schluß und damit zum Aufgeben aller so zu gestalten, daß der Regierung die Lust verdas, was die größere Zahl der freisinnigen ihrer Vorlagen zu nötigen, oder zur einstweiligen Permanenz des geht, noch einmal mit einer solchen Vorlage zu Stadtverordneten" gesündigt haben. Wenn das Blatt Reichstages. Die mit letterer bewirkte Machtstärkung ist desto kommen und sein Anhang vor die Frage gestellt werden, ob sie bei den größer, da der Reichstag ohne Zustimmung der Regierung sich auf„ Der Verlauf der Reichstagssession wird zu einem erheb- Stadtverordnetenwahlen einen socialdemokratischen Kandidaten oder beliebige Beiträume vertagen, weil ihn niemand hindern tann, seine lichen Teile davon abhängen, was vorher geschicht. Die Gizungen anzusetzen, wie er es für gut hält. Ein Parlament, das preußischen Konservativen haben mit ihrer Herrenhaus- Debatte einen anderen liberalen" Mann unterstützen sollen, dann werden sie für den anderen biefes Machtmittel aus den Händen giebt, arbeitet an der Ber- den Weg gewiesen. Der Schwerpunkt ist in die Landes- sich nicht einen Augenblick befinnen, minderung des eigenen Einflusses. So leichten Herzens hat parlamente zu verlegen. Vom Bundesratstische aus ist amtlich er- liberalen" Mann einzutreten. Die tiefgehenden Unterwohl noch niemals ein Parlament sich darüber hinweggesezt, flärt worden, daß die Zuchthausvorlage im Bundesrat einstimmig schiede" werden nachdrücklich nur betont, so lange die Kandidatens wie das unserige. Als am 22. Juni der Antrag auf Zu- angenommen worden sei. Wird dies den Regierungen von Bayern, frage noch unentschieden ist. Wenn es zur Wahl kommit, dann stimmung zur Bertagung vorlag, hat sich nicht einmal jemand zum Württemberg, Baden, Hessen durchgehen? In empfiehlt auch die„ Berliner Zeitung" die anderen liberalen" Wort gemeldet, und ohne Debatte tonstatierte der Präsident die Württemberg ist die Demokratie noch immer der Mehrheit Männer in ein und derselben Neihe mit den entschiedenen einstimmige Annahme. Statt daß die Regierung, wie die Verfassung näher als irgend eine andere Partei. Sie verlangt in ihrem Elementen" als die ,, liberalen Kandidaten". Das ist ihr es will, um eine solche Zustimmung zu bitten hätte, ist es bei uns Programm( und das mit vollem Recht) stetige Kontrolle so weit gekommen, daß um kleiner und unbedeutender Dinge willen der Abstimmungen der württembergischen im gutes Recht und soll ihr nicht verdacht werden, aber man möge Regierung der Reichstag die Bertagung wie ein ihm gebotenes Geschenk(?) Bundesrat". In Bayern hat das Centrum seine Mehr- es dann auch der Berliner Arbeiterbebölferung nicht betrachtet, und die verfassungsmäßige Zustimmung ist eine leere heit mit Hilfe der Socialdemokratie errungen. Wird die verdenken, daß sie alle liberalen Kandidaten" verwirft. Wenn Form geworden für die Annahme des Geschenkes. Genügt freilich Socialdemokratie nichts thun, um hier ihre Bundesgenossen wir die Freisinnigen, wie die„ Berl. 8tg." sagt, sämtlich in einen hätte jener regelrecht organisierte parlamentarische Abstimmungs in die Notwendigkeit zu bringen, der eigenen Regierung wegen der Topf werfen", so halten wir uns dazu deshalb berechtigt, weil sie Feldzug, auch wenn er möglich gewesen wäre, nicht. Denn auch Bundesrats- Abstimmung über die Zuchthausvorlage den Text zu im entscheidenden Augenblick der Wahl trotz aller Eifersüchtelei, die solche Abstimmungen, die eine Vorlage zu Fall bringen, sollten lesen? Aber die Landtage sind auch nur eine Handhabe unter vielen. vorhergegangen ist, schließlich doch wieder sämtlich unter einer im parlamentarischen Leben nicht Zweck, sondern nur Mittel zum Die Hauptsache ist, daß überall, wo noch Sinn für bürgerliche Decke stecken. Sie gehören wirklich alle in einen Topf! Zweck sein. Wenn, wie es bei uns der Fall ist, Regierungen Bor- Freiheit vorhanden ist, die aus der Zuchthausvorlage drohende lagen bringen, die die Billigung des Parlaments nicht finden, und Gefahr vor Augen gestellt wird. In Vereinen und Versammlungen, Möge Berlins werkthätige Bevölkerung bei den Wahlen zeigen, daß sie nichts zu riskieren haben als die Ablehnung, so wird es das in der Presse und bei jeder sich darbietenden Gelegenheit im öffent- sie das erkannt hat! Parlament niemals zu Einfluß bringen. Eine parlamentarische lichen Leben muß darauf hingewiesen werden, daß diese Gefahr für Opposition hat einer derartig ungeheuerlichen Vorlage die persönliche Freiheit besteht und nicht beseitigt ist." gegenüber, wie das Zuchthausgesetz es ist, nur ein Ziel ins Auge zu faffen: den Sturz ihrer Urheber. Unter unseren Verhältnissen ist die Opposition nicht dafür verantwortlich zu machen, daß sie dieses Ziel erreicht, wohl aber dafür, daß sie es anstrebt. Charakterisiert Kommunales. " " " = " " trotz allen„ tief= " Die Straßenbahnlinie Dönhoffplay- Gloganerstraße beab sichtigt die Große Berliner Straßenbahn bereits am 1. Oktober bis zur Sencsebeckstraße zu verlängern. Von dem genannten Tage ab soll auf der ganzen Strecke der elektrische Betrieb bei einer Wagenfolge von 10 Minuten in Straft treten. Wie die Große Berliner fich ausdehnt. In der gestein " werden die viertägigen Verhandlungen über die Zuchthausvorlage in In der gestrigen Sigung der städtischen Straßenerster Linie dadurch, daß aus dem ganzen Haufe niemand(?) gewagt reinigungs- Deputation wurde in Anregung gebracht, stattgefundenen Eigzung des Aufsichtsrates der Großen Berliner hat, den Miniſtern ins Gesicht zu sagen, daß sie mit dieser Vorlage dem Unfuge des Herumwerfens von Papierresten in den städtischen Straßenbahn" wurde beschlossen, einer auf den 12. Oktober d. J. ihre Unfähigkeit zu regieren bewiesen haben. In feinem Parlamente Barts, auf den Plägen und in den Straßen zu steuern. Die De- einzuberufenden außerordentlichen Generalversammlung die Ausgabe der Welt wäre es wohl möglich geweien, daß eine Regierung eine putation will beim Magistrat den Antrag einbringen, er möge an von neuen Aktien der Gesellschaft im Gesamtbetrage von solche Vorlage einbringt, ohne daß die Opposition den Versuch gemacht die städtische Schuldeputation eine Aufforderung ergeben laffen, an 22 875 000 M. vorzuschlagen, welche den Aktionären der Großen hätte, das ganze Regime vor dem Lande zu charakterisieren. die ihr unterstehenden Schulen einen Erlaß zu richten, daß die Berliner Straßenbahn" bezw. der„ Neuen Berliner Pferdebahn" im " „ Der Einwand, daß bei uns das Parlament teinen Minister Lehrer auf die Schuljugend nach dieser Richtung belehrend ein- Berhältnis von 2 alten Aftien zu einer neuen Attie zum Kurse von stürzen könne, trifft hier in keiner Weise zu. Denn es handelt sich wirken und das Publikum auffordern, das Seine zu thun, um 120 Proz. anzubieten sind. Die neuen Aktien nehmen vom nicht darum, den Minister zu stürzen, sondern den Sturz zu ver: Berlin seinen Nuf, die reinlichste Stadt der Welt zu sein, zu Jahre 1901 ab an der Dividende teil und genießen bis dahin von Tage der Einzahlungen ab Bauzinsen in Höhe von 4 Proz. per Kein Mensch in ganz Deutschland glaubt, daß die Minister, die erhalten. fuchen augenblicklich an der Spige stehen, etwa die fähigsten Menschen bunatate feien, die man dafür finden tönnte; ein febr großer Teil glaubt, dar si Tokales, riay daß es ganz besonders unfähige find; die Wähler der Opposition annum. Die Stadt Berlin hatte am Schlusse des Etatsjahres 1898 eine Schuldenlast von 273 572 133,25 M. An derselben waren beteiligt: die Gaswerke mit 21 947 325,90., die Wasserwerke mit 50 320 547,13 M., die Kanalisationswerte mit 91 176 787,57 M., Vichmarkt und Schlachthof mit 15 213 023,18 M., die Markthallen mit 26 147 344,78 M.; auf den Stadthaushalt im engeren Sinne entfallen daher 68 767 154,69 M. 1 sind samt und sonders der Ueberzeugung, daß diese Männer aus Ein wackerer Parteigenosse, der Restaurateur Julius den Ministerien heraus und andere an ihre Stelle müssen. Die Raumann aus der Blücherstraße 42 ist gestern vom Tode hinwegAbgeordneten haben die Verpflichtung, dieser Ueberzeugung Aus- gerafft worden. Naumann ist in schlimmen und besseren Tagen ein druck zu geben, und dieser Verpflichtung tönnen sie sich nicht mit treuer und rastloser Vorkämpfer der Socialdemokratie gewesen. Schon dem Einwand der Aussichtslosigkeit entziehen. unter dem Socialistengesez verdiente er sich seine Sporen und blieb Erweiterung des Fernsprechverkehrs. Der Fernsprechver Stein einziger( 3) Redner regte die Frage an, wer denn eigent- bis zu seinem plöglich erfolgten Lebensende mit Eifer für die Sache lich die geute jmo, die dem deutschen Bolte unaufhörlich mit der des Proletariats thätig. Vor allem betrauern die Barteigenossen tehr mit Bartenstein( Ostpreußen), Finkenbeerd, Fürstenberg( Oder), artigen Zwangsgesehen kommen: mit großem und kleinem Socialisten- des zweiten Wahlkreises in dem Toten einen opferwilligen und Köstriß, Obernigt, Parchim, Preußisch- Eylau, Quakenbrück, Ragnit, gefeß, mit Vereinsvorlagen, mit unsinnigen Verschärfungen des zuverlässigen Freund. Sein Andenken wird in Ehren gehalten Regenwalde, Schwedt, Steinkirche und Wallendorf( Sachsen- Meiningen) Strafgesetzbuches, mit Zuchthausvorlagen ze. Sind das denn Leute, ist eröffnet worden. Die Gebühr für ein gewöhnliches Gespräch bis Die öffent die irgend ein Recht haben, zu verlangen, daß, wenn sie mit den Der Wahlverein für den 3. Berliner Neichstags- Wahl- zur Dauer von drei Minuten beträgt je eine Mart. vorhandenen Zwangsmitteln nicht austommen, man diese Zwangs kreis hält heute abend 8/2 Uhr im Meßpalast, Alexandrinenstr. 110, lichen Fernsprechstellen in Halensee und Lichtenberg bei Berlin werden mittel vermehren müsse? Liegt nicht vielmehr die umgekehrte 1 Treppe, im großen Saal eine Versammlung ab, in der Gen. Richard in demselben Umfange wie die Stadt- Fernsprecheinrichtungen in den Forderung nahe, daß, wenn sie nicht im stande sind, mit Fischer über Beitfragen und Klassenkampf" referieren wird. Rege Vororten Wilmersdorf und Friedrichsberg zum Verkehr auf den Verden Gesezen zu regieren, fie dies gefälligst anderen überlassen Beteiligung erwartet bindungsleitungen des Reichs- Telegraphengebietes zugelassen. mögen, die fähiger sind als fie? Ist es nicht unaufhörlich derselbe Den Tod im Wasser suchte gestern morgen ein unbekannter fleine Kreis von ostelbischen Adligen und ihren Anhängen, der die Unlauteren Wettbewerb bei den Stadtverordneten- Wahlen Mann, der von der Fennbrücke in den Schiffahrtskanal sprang. höchsten Aemter im Staate bejezt, und der gar nicht mehr auf den Gedanken kommt, daß, wenn er nicht weiter regieren kann, er anderen wirft die Berliner Zeitung" dem Vorwärts" vor. Es sei Schiffer holten ihn jedoch wieder heraus und ein Schutzmann des Blaz zu machen hat? Bringt eine Regierung eine derartige un- unrecht, daß wir die Freisinnigen, obwohl wir über die 58. Reviers brachte ihn in ein Krankenhaus. Der Baukier Arendt versuchte sich gestern durch Selbst= erhörte Vorlage ein, so muß dies als Bantrottertlärung Scheidegrenzen der Fraktionen im Noten Hause sehr genau untervor dem Lande so laut und so deutlich dargethan werden, daß richtet seien, au Wahlzwecken fämtlich in einen Topflmord seiner Verhaftung zu entziehen. " Der Vorstand. 133 Arendt gilt als Hals Aus den Nachbarorten. 21 Jahre alte abschneider und soll beim Zusammenbruch der Rheinisch- Westfälischen herunterfallende Kasten traf den jungen Mann an einer Schulter Bant, bei der Bewucherung des entmündigten Cirkusdirektors Renz, sowie bei der bedenklichen Gründung des Fuhr- und Transport- Braun im Klubhause, Hauptstraße 5/6, in einer Bolts Hier starb er noch am selben Abend. In der Töpferei von Krüger in und einem Bein. Der Berunglückte wurde mit schweren Verlegungen Schöneberg. Donnerstagabend 8 Uhr spricht Frau 2ilh durch die Rettungsgesellschaft in das Elisabeth- Krankenhaus gebracht. geschäfts Weimanns Volfsgarten eine höchst fragwürdige Rolle ge spielt haben. Er wird in mehreren Fällen des gewohnheits- und versammlung über die Stellung der Frau in der Arbeiter der Berlinerstraße zu Bankow versagte gestern nachmittag der Fahrgewerbsmäßigen Wuchers beschuldigt. In andern Fällen, die zum bewegung. Zahlreichen Besuch, namentlich der Frauen, erwartet Teil aus dem vorigen, zum Teil aus dem laufenden Jahre datieren, bin iddo gwall dop Die Vertrauensperson. ſtuhl. Während dieser im dritten Stodwerk stand, wollte der aus der Schönhauser Allee 135 wird er des vollendeten und des versuchten Betruges beschuldigt. Da si Steglik. Die Parteigenossen werden darauf aufmerksam ge- an der Windevorrichtung im zweiten Stod etwas in Ordnung bringen. bei der Höhe der zu erwartenden Strafe Fluchtverdacht und außer macht, daß am Sonntag ein Flugblatt verteilt wird. Die Partei- Da riß das Seil und der Fahrstuhl fiel Meyer auf den Kopf und außer- macht, dem Kollisionsgefahr vorlag, so beschloß der Untersuchungsrichter genoffen wollen fich in folgenden Lokalen einfinden: 1. Bezirk: verlegte ihn schwer. Ein Koppscher Rettungswagen brachte den Verbeim Landgericht I, Arendt in Untersuchungshaft zu nehmen. Mitchellhase, Ahornstr. 15a. 2. Bezirk: Gärtner, Schloßstr. 9. unglüdten nach der Charitee. der Vollziehung des Haftbefehls war gestern Striminalfommissar 8. Bezirk: Shimrod, Düppelstr. 7. 4. Bezirk: Neumannut Ein entseglicher Ung lücksfall hat sich gestern vormittag auf Zillmann beauftragt. Dieser nahm nachmittags um 12/2 Uhr in Bost 5. Bezirk: Gley, Marlsteinstr. 1.jid me! 39 st dem Artillerie Schießplaz zu Jüterbog zugetragen. den Räumen in der Kronenstraße zunächst eine Haussuchung vorin Friedrichsfelde ist die nächste Versammlung des focial- Durch Blindgänger wurde der Kanonier Fehling von der 2. Lehrund beschlagnahmte einige Bücher. Als er dann Arendt die VerHaftung ankündigte, ergriff diefer ein von ihm auf dem Schreibtische demokratischen Wahlvereins am Donnerstagabend 81/2 Uhr bei tompagnie der Fußartillerie- Schießschule schwer verletzt. Er hat den liegendes Radiermesser und versuchte, sich durch einen Stich in das Schulz. Genosse cha II spricht über Syphilis und Prostitution. Verlust beider Augen zu beklagen und erlitt eine schwere SchädelHerz zu töten. Das Messer drang auch ziemlich tief in die linte Der zweite Staffierer Karl Schulz nimmt jederzeit Beiträge ent verlegung sowie eine Berreißung der linken Hand. Brustseite ein, scheint aber das Herz boch nicht oder wenigstens nicht gegen; die Generalversammlung tagt am 8. Oktober, nachmittags Aus Spandau wird berichtet: In Holland ist der seit zwei schwer getroffen zu haben. Arendt vergoß viel Blut und brach zu 4 Uhr, bei Schulz. d and munol a shot 68 Monaten aus Spandau verschwundene Brauereibesiger Avianus aufsammen. Kommissar Zillmann ließ sofort aus der Nachbarschaft Nixdorf. Zu der heutigen Sigung der Stadtverordneten sind getaucht. In dem über sein Vermögen ausgebrochenen Konturs stehen mehrere Aerzte holen, die dem Berlegten einen Notverband anlegten, auf Antrag der socialdemokratischen Frattion folgende den Passiven im Betrage von 70 000 m. nur ca. 600 M. Attiva und brachte diesen dann als Polizeigefangenen nach der Charité Gegenstände auf die Tagesordnung gesezt worden: 1. Eine Anfrage gegenüber, so daß nicht einmal die rückständigen Arbeitslöhne und Durch einen Sturz vom Dache ist gestern vormittag um in ber Sermannstraße für Anwohner, Bajjanten 2c., ent ein Drittel ihrer bevorrechtigten Forderungen. an den Magistrat, was berselbe gegen die aus der Pflasterungsweise Steuern voll beglichen werden können. Die Arbeiter erhalten etwa 9 Uhr der 15 Jahre alte Klempnerlehrling Franz Stramm, beffen standenen Schäden zu thun gedenkt. 2. Ein Antrag auf Anstellung Selbstmordversuch eines Liebespaares. Im Walde bei Eltern in der Müllerstraße 36 wohnen, auf dem Grundstück Teltower- bon Sulärzten. 3. Ein Antrag auf Einführung obligatorischer Schlachtensee versuchten sich gestern zwei junge Leute mittels Repi straße 39 tödlich verunglückt. Der Lehrling sollte vormittags seinem unentgeltlicher Desinfektion bei ansteckenden Krankheiten. Meister Oheim aus der Teltowerstraße 83, bei dem er auch wohnte, Schöneberg. Die Stadtverordneten- Versammlung vom 18. Sep: Batetfahrt- Gesellschaft aus Schöneberg und um seine Braut, die volvers zu erschießen. Es handelt sich um den Briefträger K. der bei Ausbesserungsarbeiten auf dem Dache des Hauses 39 helfen. Ohne Wissen des Meisters ging er schon früher als dieser weg und tember beschäftigte fich mit der Bewilligung von 452,26 M. für Näherin S., die hier in Berlin in der Pallisadenstraße wohnt. Beide machte sich allein auf dem schrägen Biegelbache zu schaffen, ohne daß provisorische Pflasterung eines Teils der Geßlerstraße, da fich verlegten sich nur leicht und fonnten das Strantenhaus in Nowawes er mit der Sicherheitsleine angebunden war. Jufolge der Glätte, zwei der dabei in Betracht kommenden Adjacenten weigerten, für aufsuchen. Ueber die Ursache zur That machte das Baar keine die der Regen hervorrief, rutschte er ab und stürzte in den Hof bieſe Koften aufzukommen. Der frühere Gemeindevorstand Angaben. er die Urf hinab. Schon nach zehn Minuten erlag er seinen schredlichen Ber- hatte unterlassen, diesen Betrag vor Beginn der Pflasterung auf die legungen. Die Leiche wurde beschlagnahmt und in das Schauhaus übrigen Anlieger zu verteilen; auch der Versuch des jezigen od pruunids and gebracht. Magistrats, die Kosten von den früheren Eigentümern der Grund. Gerichts- Beitung. " d stüde einzuziehen, ist ohne Erfolg geblieben. ift ohne Erfolg geblieben. Vom Stadt ddiau m Eine Bergiftung infolge Genuffes verdorbener Milch hat verordneten Grig wird empfohlen, den Eingang der in Betracht Unter der Anklage des versuchten Mordes stand gestern sich die Gattin des Ingenieurs St. aus der Friedrichstadt unter Um- tommenden Edgrundstücke einfach zu z um auern, um so die jetzigen der Korbmachergehilfe Robert Johann Scheerer vor dem Sch: vurſtänden zugezogen, die auffällig erscheinen. Die Milch war Frau R. Befizer zur Beitragsleistung zu zwingen. Nach lebhafter Debatte gericht des Landgerichts I. Der Sachverhalt war ein höchst einfacher. bei Gelegenheit eines Ausflugs in einem Restaurant in der Nähe wurde beschlossen, daß die Kosten der Pflasterung aus den Der 44 Jahre alte Angeklagte ist verheiratet und hat 4 Stinder. des Kaiser Wilhelm- Turmes vorgesezt worden; fie wies einen deut- städtischen Mitteln gebedt werden sollen. Recht eingehend Seit den legten 3 Jahren lebte er von seiner Familie getrennt. Im lichen Stadavergeschmack auf; hinterher stellte sich heraus, daß die der beschäftigte man sich mit der Abänderung des mit der Großen Frühjahre 1897 levnte er die damals 25jährige Fabrikarbeiterin Dame berabfolgte Milch vorher zur Konservierung von Fleisch ver- Berliner Straßenbahn" geschlossenen Wertrages. Diese Ab- Olga Retsch in einer Vereinsfestlichkeit kennen und verliebte wendet worden war, und daß dieses Fleiſch ſelbſt infolge zu langer änderung geht dahin, daß statt der Vertragslinie Bietenstraße von sich in fie. Er näherte fich ihr und machte ihr Heirats= Aufbewahrung verdorben war. Frau N. ist, obgleich sie nur einen Bülow bis Winterfeldtstraße und Winterfeldtstraße die Errichtung versprechungen, wobei wobei er versicherte, daß er nie verheiratet Schluck des fragwürdigen Getränts zu sich genommen hatte, schwer einer Linie Bülowstraße von 8iethenstraße bis gewesen sei. Das Mädchen verhielt sich zunächst ablehnend, ließ erkrankt, doch befindet sie sich auf dem Wege der Befferung. Der Nollendorfplay und Maaßenstraße von Mollen- ich aber schließlich herbei, feine Werbung anzunehmen. behandelnde Arzt, Professor Dr. Rosenberg, stellte deutliche Berdorf play bis Winterfelbtplay" erfolgt. Die Fortsegung Verhältnis hielt sich in den Grenzen des Anstandes, denn die Retsch giftungserscheinungen fest. od murros dieser Linie soll dann statt durch die Gleditsstraße durch die war charakterfest und außerdem von einem unbestimmten Mißtrauen Zur Säbelaffaire Tuttas- Böttrich. Der Heizer Tuttas, der, Golgstraße, fazienstraße und Belzigerstraße gehen. gegen den Angeklagten erfüllt. Im Oktober 1897 machte der AnMagistrates wie unsere Leser wiffen, von dem Oberleutnant Böttrich gelegentlich während der Magistrat es für richtig hält, daß im Intereffe des Ber- geklagte ihr das Anerbieten, fie folle eine Wohnung mieten; er wolle eines Rencontres in der Bülowstraße durch Säbelstiche derartig ver- tehrs diefe Aenderung vorgenommen wird, glaubt ein Teil der Stadt- zu ihr ziehen, sich mit ihr verloben und sie nach einigen Monaten Sie hatte inzwischen letzt worden ist, daß er wochenlang im Elisabeth- Krankenhause verordneten darin eine Schädigung finanzieller Art zu erblicken, da heiraten. Die Netsch lehnte dies ab. hat zubringen müssen, hat, wie die„ Berl. 8tg." hört, numehr durch durch Mitbenutzung des Geleises der westlichen Vorortbahn die ver- ihrem Schwager von dem Verhältnisse Mitteilung gemacht seinen Rechtsbeistand, Rechtsanwalt Rosenthal, beim Landgericht I tragliche Abgabe wegfällt. Nachdem der Stadtrat B1autenstein und dieser fand sich veranlaßt, Erkundigungen über den hierselbst gegen den Offizier eine Schadensersatzklage anbringen diese Bedenken zerstreut hat, beschließt die Versammlung, daß unter Angeklagten einzuziehen. Es wurde ihm mitgeteilt, daß laffen. Die Militärbehörde hat sich in der Angelegenheit bekanntlich entsprechender Abänderung des mit der Großen Berliner Straßen Scheerer verheiratet jei, sich aber um feine Familie nicht fümmere. dahin geäußert, daß dem Oberlieutenant Böttrich keine Schuld an bahn geschlossenen Vertrages die Linie Bülowstraße von Biethen. Er sei zwar ein tüchtiger Arbeiter, aber liederlich und zum Trunk dem Rencontre beizumessen sei, daß er sich vielmehr durchaus straße bis Nollendorf- Platz und Maaßenstraße von Nollendorf- Platz geneigt. Nun erklärte die Netsch dem Angeklagten, daß fie jede Betorrett" benommen habe, und daß alle Schuld dem Heizer die Bewilligung von 630 Mzur Verbesserung der Angeklagte sie etwa ein Jahr lang auf Schritt und Tritt. Sie bis Winterfeldt- Plaz gebaut wird. bis Winterfeldt- Plaz gebaut wird. Ohne größere Debatte erfolgt ziehung zu ihm abbrechen müsse. Von dieser Beit an verfolgte der M. Tuttas beizumeffen sei. Es bleibt nunmehr abzuivarten, wie das Heizungs- und Lüftungsanlagen im Stadtver fomite schließlich nicht allein von der Arbeitsstelle nach ihrer Civilgericht den Fall beurteilen wird. ordneten Sizungsfaa Irish d A Wohnung gehen. Im Februar dieses Jahres sandie ihr der AnStraßensperrungen. Die Belforterstraße von der Weißenquis rod stung mi da odumped odi geflagte eine Postkarte des unflätigsten Inhalts zu. Die Retsch burger- bis zur Diedenhofenerstraße und von der Straßburgerstraße Für den Verkauf und die Behandlung von Kuhmilch in zeigte ihn wegen Beleidigung an, worauf Scheerer zu einer burger- bis zur Diedenhofenerstraße und von der Straßburgerstraße Schöneberg hat jegt der dortige Polizeidirektor eine neue Geldstrafe von 10 Mart verurteilt wurde. Bei der näc.en bis zur Prenzlauer Allee wird behufs Umpflastering, die erstere Verordnung erlassen. Sie bestimmt, daß, wer in Schöneberg ge- Begegnung auf der Straße bearbeitete der Angeklagte das Mädche Strecke vom 20., die lettere vom 27. ab bis auf weiteres für FuhrStrecke vom 20., die lettere vom 27. ab bis auf weiteres für Fuhr- werbsmäßig Milch einführen und verkaufen, oder wer Milchkühe zum mit einem Gummischlauch. Dies wurde am 18. Mai durch Urteil werke und Reiter gesperrt. Ferner tritt für die Auguſtabrücke zur Verlegung von Straßenbahngeleisen Sperrung ein. Wegen Um- Bwecke des Erwerbs halten will. dies der Polizeidirektion unter Au- des Schöffengerichts mit einer Gefängnisstrafe von zehn Tagen pflasterung wird vom 21. ab die Mödernstraße von der Hagelsberger- gabe der regelmäßigen Bezugsquelle bezw. der Zahl der Milchlühe geahndet. Am folgenden Tage faufte der Angeklagte einen Ste bis zur Kreuzbergstraße gesperrt. vorher anzuzeigen hat. Die Besizer von Milchtühen in volver, den er vom Verkäufer mit sechs scharfen Patronen laden Schöneberg müssen sich jederzeit die Besichtigung und ließ. Als die Netsch am Abend des 16. Mai ihre in der MelchiorVon den Mördern des Bildhauers Luigi Valentini hat Untersuchung ihres Biehstandes durch den beamteten Tierarzt oder straße gelegene Arbeitsstelle verließ, sah sie, daß der Angeklagte ihr bie Polizei man könnte fast sagen selbstverständlich bis jetzt feine Vertretung gefallen lassen. Wer in Schöneberg seine Milch auf der Straße auflauerte. der Straße auflauerte. Ihr ahnte nichts Gutes, noch keine Spur entdeckt. Nach der Voss. Ztg." hütet sich die wirtschaft als" Sanitätsmolferei" oder als unter tierärztlicher" fie ging aber ruhig ihres Wegs nach der JannowigKriminalpolizei, an deren Spiße der fürzlich beförderte Polizei- bezw. ärztlicher Kontrolle resp. Aufsicht stehend", als ärztlich brücke zu um die Stadtbahn zu benutzen. Sie hatte direktor v. Meerscheidt- Hüllessem steht, mit großer Gewissenhaftigkeit, empfohlen"," Milchkur- Anstalt" oder mit ähnlichen Namen bezeichnen bereits die Treppe, die zum Bahnsteig führt, erreicht, als plößlich der Presse etwas von dem Gange der Ermittelungen mitzuteilen. will, hat dies ebenfalls der Polizeidirektion anzuzeigen. Die Ver- der Angeklagte, der ihr gefolgt war, vor sie sprang, den Revolver Die Boff. 8tg." macht der Polizei daraus einen Vorwurf. Unseres ordnung tritt am 15. Oktober 1899 in Straft. zog, ihn in einer Entfernung von zwei Schritten gegen ihren Kopf Erachtens mit Unrecht, denn wahrscheinlich wird, nach den Miß-, richtete und abdrückte. Der Schuß versagte, weil der Revolver erfolgen bei früheren Blutthaten zu rechnen, die Sache so liegen, Reinickendorf. In der letzten Sigung der Gemeindevertretung mangelhaft war. Die Nächstſtehenden hörten das Knacken des Hahnes daß die Polizei der Presse auch beim besten Willen nichts zu sagen gab der Vorsitzende Kenutuis vom Stande der Kanalisations- und dabei die Worte des Angeklagten:„ Ich bin auch noch da". weiß. Erklärlicherweise beschäftigt der Raubmord die Oeffentlichkeit anlagen und bemerkte, daß die Kläranlage, falls eine Ent- Bevor er noch einmal abdrücken konnte, war er um den Oberkörper in hohem Grade. Der Thatort, der von der Polizei nicht mehr ge- wässerung nach dem Tegeler See gestattet würde, in der Teich- oder gepadt. Der Revolver wurde ihm entwunden. Der Angeklagte ließ sperrt worden ist, wird ununterbrochen von vielen Menschen besucht, Holländerſtraße vorteilhafter angebracht werden könnte. Es würde fich ruhig zur Wache führen. die dabei ihr Erstaunen zu erkennen geben, daß die Dertlichkeit nicht damit ein 30 Pferdekräfte starker Elektromotor, welcher ca. 7000 M. Die Geschworenen sprachen ihn schuldig der versuchten im geringsten mit dem von einigen hiesigen Zeitungen gebrachten jährlich Betriebskosten erfordere, erspart werden. Außerdem bemerkte ötung unter Bubilligung von mildernden Umständen. Blan übereinstimmt. Auch die Angaben einzelner Blätter, daß der Borsigende, daß die Kanalisation notwendigerweise die Der Antrag des Staatsanwalts lautete auf drei Jahre Valentini mit der Chefrau des Kolonialwaren- Händlers. Befestigung der Grabensohle des Seegrabens, der den Gefängnis, das Urteil des Gerichtshofes dem Antrage entaus der Wilhelmstraße in innigem Verkehr gestanden und Reinickendorfer mit dem Tegeler See verbindet, erforderlich sprechend. iii natu sich der Ehemann deshalb erschossen habe, bestätigen fich nicht. mache. Die Gemeindevertretung beschloß, die Angelegenheit der Wegen eines groben Vertrauensbruches wurde gestern der 2. hat sich vor fünf Jahren die Pulsadern geöffnet, weil Sanalisationskommission zur Prüfung zu überweisen. Bezüglich des seine Frau fich mit einem Schauspieler St. eingelaffen hatte. au errichtenden Wasser wees teilte der Vorsigende mit, daß Kaufmann Kuno b. Hollwebe vor der zweiten Straffammer Der AngeValentini war wohl empfänglich für die weiblichen Seize, aber er fich der Ingenieur bei der Berechnung der Rohrlängen in den des Landgerichts I zur Verantwortung gezogen. war feit 1892 Leiter der hiesigen Filiale des lebte höchst einfach und war sehr thätig in seinem Geschäft. In der Straßen geirrt habe und daß sich die often des Nohrnezes flagte Deutscher Handlungsgehilfen in legten Zeit hatte er Stuckarbeiten für den Dom und das Zentral- um 240 000 m. erhöhen. Die Gemeindevertretung nahm mit Verbandes Er hatte die vollständige selbständige Führung Hotel auszuführen. Für diese erhielt er vor einige Wochen 1000 m. dem Ausdruck lebhaften Bedauerns von dieser fatalen Botschaft Kenntnis. eipaig ausgezahlt. Das Geld muß aber nicht ausgereicht haben, denn es zum zweiten Gegenstand der Tagesordnung bemerkt der Vorsigende, der Geschäfte des großen Verbandes für den Bezirt Berlin, die Einist festgestellt worden, daß er sich noch am Freitag 150 m. von daß der Polizeipräsident von Berlin am 1. Januar 1900 einen zahlungen und Auszahlungen lagen dem unter ihm stehenden Staffierer einen Bekannten zur Lohnzahlung geliehen hat, was darauf schließen Strimin alwachtmeister und zwei Kriminalschuylente in Seins ob. Der Angeklagte hatte die von leyterem geführte unreine läßt, daß V. teine größere Summe bei sich gehabt haben und die Reinickendorf zu stationieren beabsichtige und die erforderlichen Stasse ins Reine zu übertragen und in gewiffen Beiträumen Abe Beute der Mörder nur gering gewesen sein kann. Die Bernehmung Gleichzeitig misse von diesem Zeitpunkte ab ein regulärer Nacht- Heins unterschrieben werden mußten. Diese Abrechnungen waren Diensträume gegen eine angemessene Entschädigung beanspruche. rechnungen nach Leipzig zu schicken, die von ihm und dem Staffierer der Arbeiter und Arbeiterinnen des Valentini hat kein Ergebnis bienst eingeführt werden, der von örtlichen Polizeidienern mit äußerlich durchaus richtig. Bei einer unvermutet am 28. De gehabt, auch die Siftierung mehrerer Personen, die verdächtig übernommen werden tönnte. Weiter würde es sich fragen, ob der zember 1898 durch den aus Leipzig gekommenen Direktor Bernhard worden waren, find erfolglos gewesen. Viel besprochen wird, aum vorgenommenen Stassenrevision stellte es sich sich heraus, daß daß der Sohn des Hausverwalters Wolff am letzten Sonnabend Polizeidiener, der Nachtdienst gehabt habe, am Tage Nach einer längeren Dis- ca. 7000 M. an der Kasse fehlten, von Hollwede hat dieses auf der Treppe des Borderhauses Wilhelmstr. 118 einen Zettel Dienst verwendet werden solle. fand, auf den folgende Worte geschrieben waren: Wer diesen Bettel fusion wurde befchloffen, der Kriminalpolizei die erforderlichen seit Jahren bestehende und stets größer gewordene Manto findet, hebt einen Schah und ist morgen eine Leiche." Bemerkenswert Räume gegen Entschädigung von 300 m. jährlich zur Verfügung dadurch zu verdecken gesucht, daß er erfolgte Einzahlungen erst als ist übrigens, daß der Raubmord an dem Verwalter Karl Haseloff, zu stellen und die Polizeidiener, welche in ihrer Nachtruhe in der päter eingegangen nach Leipzig aufgab. Der Bücherrevisor der am 1. Januar d. 3. auf dem Grundstück des Dr. Elfan, Tegeler- Wachtstube wohl kaum gestört werden dürften(?), auch für den Doerd hat festgestellt, daß ein Fehlbetrag von 6647 M. vorhanden straße 15, ermordet wurde, mit der Ermordung des Valentini eine Tagesdienst zu verwenden. Bei Beschlußfassung über die erforder- war. Der Angeklagte bestritt seine Schuld und behauptete, daß er große Aehnlichkeit hatte. Ju der Tegelerstr. 15 wurde von zwei liche Abänderung der Polizei- Verordnung, betreffend die Be- wiederholt vom Kassierer Borschüsse sich habe geben laffen und die Männern ein Einbruch verübt, deren Beschreibung auch auf die häftigung von Kindern in gewerblichen Benicht zutreffenden Angaben über die Kaffeneingänge nur aus dem beiden Männer paßt, die Valentini ermordet haben. In der Tegeler- trieben bemerkte der Vorsitzende, daß die Gemeinde Bertretung Grunde gemacht habe, damit man in Leipzig nicht sehen sollte, straße wurde auch ein Stemmeisen von den Mördern benut, die sich schon im Jahre 1896 bereits mit der Verordnung be- daß hier ein großer Stajsenbestand vorhanden sein mußte, damit dem Hausverwalter die tödliche Wunde an der Schläfe und schäftigt habe und daß die neueste Verfügung des Ste- der wegen seiner Größe vorschriftsmäßig nach Leipzig hätte überam rechten Auge beibrachten. Hafeloff schoß auf die Einbrecher und gierungs- Präsidenten erheblich weitere Einschränkung forbere. geführt werden müssen. Da die Direktion in Leipzig der Ansicht ist, Nach einer längeren Debatte beschloß die Gemeindevertretung, daß daß die Unregelmäßigkeiten des Angeklagten nicht ohn: Wissen und soll nach den Blutspuren im Schnee auch den einen getroffen haben. tinder vor dem neunten Lebensjahre überhaupt nicht zu gewerb- Willen des Kaffierers hätten vor sich gehen können, so hat sie die Die geraubte Uhr ist noch nicht zum Vorschein gekommen. Ob das Bifferblatt die Aufschrift Luigi Valentini noch enthält, ist zweifelhaft; lichen Arbeiten herangezogen werden dürfen und daß für sie im vom Staffierer gestellte Bürgschaft in Anspruch genommen, der lettere denn man hat ermittelt, daß der Name mit einem Stifte geschrieben Alter von über neun Jahren im Winter in der Zeit von 9 Uhr hat dagegen den Klageweg beschritten und der Civilstreit ist bis zur ist und leicht, etwa mit einem naffen Finger, wieder abgewischt abends bis morgens 7 Uhr, und im Sommer von 10 Uhr abends Erledigung dieses Strafverfahrens ausgefekt worden. Der als Zeuge bis morgens 6 ühr die Beschäftigung verboten ist. Zum Schluß bernommene Staffierer Heins bestritt nachdrücklichst, irgendwelche wurde noch mitgeteilt, daß die Kosten der am 1. Dezember 1900 Stenntnis von den Unregelmäßigkeiten in der Geschäftsführung, Ein eigenartiger Unfall stieß gestern Abend einem Heuwagen stattfindenden Boltszählung sich pro Kopf der Bevölkerung auf die der ihm vorgefeßte Angeklagte begangen haben soll, gehabt zu bes Rittergutes Dahlem zu. Die Schloßbrücke in Charlottenburg ist 6 Bf. stellen würden. Die Gemeindevertretung bewilligte hierzu die haben. Die umfangreiche Beweisaufnahme brachte den Staatsschon ziemlich schlecht, die eine Klappe schließt nicht mehr recht. erforderlichen Mittel. anwalt zu der vollen Ueberzeugung von der Schuld des Angeklagten. Gegen diese fuhr der Heuwagen an und der Kutscher sowie zwei fatining amigui als Schuldbeweise 30g der Staatsanwalt u. a. den Umstand heran, Frauen, die oben auf dem Heu saßen, flogen über das Geländer Zwei schwere Fahrstuhl- Unfälle werden aus den letzten Tagen daß der Angeklagte die Aerzte des Verbandes veranlaßt hatte, ihre der Brücke hinweg in die Spree. Alle drei wurden durch Schiffer gemeldet. Auf einem Reubau in der Geisbergstraße zu Charlotten- Honorarrechnungen vorzubatieren, daß er eine etwas ungewöhnliche gerettet. burg war am Sonnabend der Aufzug, mit dem die Baumaterialien Geschäfts- und Buchführung eingeführt und in einem Briefe an in die oberen Stockiverte hinaufgewunden werden, schadhaft ge- die Direktion ein gewisses Schuldbekenntnis abgelegt und beiden Förderschalen unten im Erdgeschoß auszulaffen, während die ein Jahr Gefängnis und drei Jahre Ehrverlust. Nechtsandere oben schwebte. Diese tam nun plöglich mit dem Stalttaften anwalt Leonh. Friedmann erachtete die Schuld des Angeklagten beladen heruntergesaust und fiel dem Schloffer auf den Kopf. Der nicht für zweifellos erwiefen, machte eine Reihe juristischer Bedenken werden kann. Theater. Im Schiller Theater foll Tolstois Romöbie Die worden. Der 28 Jahre alte Schloffer Helglien war dabei, eine der um Gnade gebeten hatte. Der Staatsanwalt beantragte Macht der Finsternis" in nächster Beit aufgeführt werden. Jun Ostend Theater wird ein Stück„ Der Weltuntergang" vorbereitet. geltend und trat event. für eine mildere Strafe ein. Der GerichtsHof, der den Kassierer von jeder Verschuldung lossprach, hielt die Schuld des Angeklagten für erwiesen, trat jedoch dem Verteidiger dahin bei, daß die mangelhafte Kontrolle dem Angeklagten mildernd anzurechnen sei und erkannte auf neun Monate Gefängnis unter Anrechnung der vollen Untersuchungshaft von sechs Monaten. Der Angeklagte wurde aus der Haft entlassen. Vermischtes. a. S. ge verlautet jedoch nichts davon, daß der Prinz und die Prinzessin irgend welche Verlegungen erlitten hätten. Vom Hochwasser. Aus den Ueberschwemmungsgebieten liegen Drahtnachrichten vor, nach denen das Hochwasser der Elbe einen zerstört worden. Der Schaden ist bedeutend. d entered In Noworoffijek ist durch ein Feuer der Getreide- Elevator bedrohlichen Charakter annimmt. So bas meldet: Das Elbhochwasser bedroht die Wittenberger Elbaue. Die Sturme heimgesucht worden. Die Schiffahrt und die Fischerei er Die Küfte von Neufundland ist von einem verheerenden anliegenden Ortschaften stellen eine Dammwache. Bei Bitter Eine das Schlafftellenwesen betreffende Entscheidung des feld hat das Hochwasser sämtliche Muldenniederungen überschwemmt. litten ungeheuren Schaden. Nach den bisherigen Meldungen sind 26 Personen umgekommen. Oberverwaltungsgerichts erklärt eine Polizeiverordnung In 3 widau hat sich beim Zurückgehen des Hochwassers der für rechts ungültig, die folgendes bejagt:" Die Ortspolizei Mulde ergeben, daß mehrere Schächte größeren Wasserzufluß er- Das gelbe Fieber. Aus New York meldet der Telegraph vom behörde ist befugt, das Halten von Kost- und Quartiergängern ganz halten haben, jedoch kein Schacht völlig ersoffen ist In Dienstag: In Key west find in den letzten 48 Stunden 54 neue zu untersagen oder zu beschränken, wenn Thatsachen vorliegen, Budapest steigt die Donau rapid. Die unteren Quais Erkrankungen und 3 Todesfälle am gelben Fieber vorgekommen. welche die fittliche Unzuverlässigkeit des Rost- und Quartiergebers stehen unter Waffer, mehrere Keller sind überschwemmt. Aus 45 Ge- Weiter wird eine neue Erkrankung aus New Orleans gemeldet. darthun." Das Gewerbe des Kost- und Quartiergebens so heißt meinden wurde Militär requiriert, so heißt meinden wurde Militär requiriert, besonders gefährdet find es nach der Deutschen Juristenzeitung" in der Entscheidung des Raab, Komorn und Preßburg. Die Elisabeth- Jusel bei Komorn steht Marktpreise von Berlin am 18. September 1899 Oberverwaltungsgerichts ist nach der Reichsgewerbe- Ordnung ganz unter Wasser. In Preßburg ist bereits die innere Stadt nach Ermittelungen des tgl. Polizeipräsidiums. nicht mehr konzessionspflichtig. Auch gehört es nicht zu denjenigen überschwemmt. 12 Gemeinden, die an der Waag liegen, find Weizen D.- Ctr. 15,40 14,40| Schweinefleisch 1kg 1,60 1,10 Gewerben, deren Betrieb untersagt werden kann. Es gilt dafür der überschwemmt. Viele schon heimgeführte Saaten sind vernichtet. In Roggen 15,30 13,80 albfleisch im§ 1 der Reichsgewerbe Ordnung ausgesprochene Grund- Siebenbürgen ist die Hochwassergefahr groß, es herrscht da Gutter- Gerfte faz der Gewerbefreiheit somit unbeschränkt. Die Folge hier- felbft anhaltendes Regenwetter. Aus Safer gut Geichen hen wird berichtet:| von ist, daß durch Polizeiverordnungen zwar die Art der Aus- Zum beften der durch Hochwasser Geschädigten wird Professor übung des Gewerbes geregelt, nicht aber die Zulassung zum Fritiof Nansen und der Leiter der deutschen TiefseeGewerbebetrieb von gewissen Eigenschaften des Kost- und Quartier- Expedition, Professor Chun, öffentliche Vorträge halten, die am gebers in einer Weise abhängig gemacht werden darf, welche die Freitag und Sonntag stattfinden werden. Der Schnellzug Ver- Erbsen Polizeibehörde berechtigt, wegen Mangels dieser Eigenschaften den fehr zwischen München und Salzburg wurde heute wieder auf- Speiſebohnen burg wurde heute wieder tweiteren Gewerbebetrieb ganz zu untersagen. Im anderen Falle genommen. Linsen würde das Konzessionswesen, welches für das Kost- und Quartiergeben nicht gelten sollte, auf einem Umwege wieder eingeführt werden können und es möglich sein, diesen Gewerbebetrieb troß seiner gefeglichen Freigabe mehr zu beschränken, als es der konzessions pflichtige Gastwirtschaftsbetrieb ist. Aufgehoben wurde am Montag vom Reichsgericht das Urteil des Landgerichts Bochum vont 29. April, durch welches der Barteigenosse Redacteur Otto Hué wegen Beleidigung zu 500 M. Geldstrafe verurteilt worden ist. Die Aufhebung erfolgte aus einem rein prozessualen Grunde, nämlich weil die Urteils formel nicht in das Protokoll der Hauptverhandlung aufgenommen worden war. Derlammlungen. * 15,20 14,60 Butter 1,60 1, 13,60 12,50 Gammelfleisch 1,60 1" 2,60 2, and mittel gering Nichtstroh 14,50 13,90 Gier 160 Stüd 4,50$ 2,80 13,80 13,30 Karpfen 1 kg 2,20 1,20 3,82 350 Aale 2,80 1,20 " 6,30 2,60 0,90 " 40, " 2,20 1, 50,- 25, 1,80 0,80 DP 70, 7, Kartoffeln, neue 25, 3,70 8ander Hechte Barsche 30, Schleie 20511 5, Bleie nachmittag ein mecklenburgisches Fischer boot mit fünf Insassen. chuf der be suchen Dömiş und Broda tenterte Montong Rindfleisch, Stelle, 1 kg 1,20 1,20 Strebje Drei Personen ertranken, zwei retteten sich. Die Ruhrkrankheit tritt in den Gemeinden Bruckhausen und Maryloh bei Oberhausen epidemisch auf. Die Häuser, in denen Strante liegen, sind mit schwarzen Tafeln gekennzeichnet. Die Schulferien sind auf Veranlassung des Landrats verlängert worden. Aus Junsbruck wird vom b vom Dienstag berichtet: In Kematen bei girl entgleiste von dem aus dem oberen Junthale kommenden Personenzug der vorlegte Wagen und stürzte um. Ein Reisender, welcher aus dem Wagen heraussprang, wurde getötet, bier Reisende wurden verlegt. Der Getötete soll ein Schweizer Viehhändler sein. Er war " 2,50 1,20 1,40 0,80 per Schod 12,2, Bauch *) Ermittelt pro Tonne von der Centralstelle der Preuß. Landwirts schaftskammern- Notierungsstelle und umgerechnet vom Polizeipräsidium für den Doppel- Centner.+) Kleinhandelspreise. Berstimmend wirften die matten amerikanischen Berichte, zumal diese durch Produktenmarkt vom 19. Sept. 1899. Die Tendenz, war schwächer. erhebliche Zunahme der sichtbaren Weizenvorräte um über 3 Millionen Bushels veranlaßt wurden. Weizen mußte daher hier etwa 1/2 bis 3/4 M. nachgeben. Im Anschluß hieran und infolge von größeren Gewinnrealiſas tionen ging Roggen um etwa 1 M. zurück. Safer gab infolge stärkerer Angebote pom zulande und bidligerer nunmehr rentierender amerikaniſcher Angebote etwa 1 M. nach. Mais behauptet. Rüböl war zu 20 Pf. Höheren Breisen gefragt. Am Spiritusmarkt herrschte heute geringe Kauflust, sodaß die ge handelten 15 000 Liter 70er 2ocomare zu 10 Pf. niedrigeren Preisen untergebracht wurden. Termine gaben 20 bis 30 Pf. nach. Kartoffelfabrikate. Feuchte Kartoffelstärfe per 100 kg. brutto intl. Sad 11, M. Prima trockene startoffelstärke per 100 g. brutto infl. Sack und Mehl 20,75 M., Prima Kartoffelmehl per 100 g. 20,75 M. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Montag, Dienstag und Freitag abends von 6 bis 8 Uhr statt. 12. G. 100. Das Petroleum. ilterungsübersicht vom 19. September 1899, morgenz 8 Uhr. In heutiger Stadtverordneten- Sizung wurde die Eingemeindung der Vororte Giebichenstein und Trotha beschlossen. Der Beschluß mit der Landgemeinde Cröllwitz wurde wegen des ge forderten Neubaues einer Kirche ausgefeßt, und die Eingemeindung des Vorortes Diemiz soll ein Großgrundbesitzer durch seinen Einfluß Stationen verhindert haben. Ju der Textilarbeiter- Versammlung, die am Sonntag im Ans Halle a. S. wird uns vom 18. September berichtet: Lokal„ Königsbank" tagte, berichtete Stoke über den Stand der AIs ein guter Patriot, der drei Kaisern gedient habe, stellte Lohnbewegung der Teppichweber. Redner verlas die Antwort der sich in heutiger Straffammer- Sigung der wegen GewaltthätigkeitsHerren N. Baader und Benjamin u. Co., die dahin geht, Bergehen angeklagte Arbeiter May Habesmann vor. daß sie keine der gestellten Forderungen bewilligen könnten, so lange angetrunken und glaubte mit dem Hinweise, daß er drei Kaisern geit dem Hinweiſe, daß er einer sofort zu fie mit der Konkurrenz der Firma Feibisch zu rechnen hätten. Ferner dient habe, zu imponieren. Als er darauf hin zu teilte der Redner mit, daß er vom Gewerbegericht zum Montag, verbüßenden Haftstrafe von 24 Stunden verurteilt wurde, erklärte den 18. d. Wits., eine Einladung betreffs der Angelegenheit er wiederholt:„ Herr Präsident, ich bin doch nicht Dreyfus", worauf der Firma Feibisch erhalten habe, und fordert derselbe die Strafe auf dreimal 24 Stunden erhöht und seine sofortige die Arbeiter und Arbeiterinnen der Firmen Benjamin u. Co. und Abführung beschlossen wurde. Baader auf, mit dem Ausstande so lange zu warten, bis er den Bescheid Gewerbegerichts beibringen werde, und soll dieses am Mittwoch, en 20. d. Mts. cr., im oben benannten Lokal, abends 8 Uhr, geschehen. Nach einer lebhaften Diskussion wurde folgende Resolution angenommen: Die Versammlung beschließt: Zu den Fabrikanten Benjamin u. Co. und Baader die Fachkommission zu fel.Sen, um zu versuchen, von denselben Zugeständnisse zu erhalten." Ueber einen Eisenbahn- Unfall wird aus London berichtet: Eine öffentliche Tischlerversammlung, einberufen von den Nach einem Telegramm aus Perth hat auf dem dortigen Bahn- Swinemde. 748 S Anhängern des Fachvereins, tagte am 12. September bei Stechert, hofe heute früh ein 3 von hinten ut ben haltenden ſchottischen Züge stattgefunden. Ein Hamburg Andreasstraße. Kater sprach über" Die Organisation der Tischler einlaufender Zug fuhr und ihre Gegner". Redner legt die Entwicklung der Gewerkschaften Expreßzug hinein. Der am Ende des Expreßzuges befindliche Gepäckwünchen 7613 vor und während des Socialistengesezes dar; zum Schluß kommt wagen hob den vor ihm haltenden Salonwagen in die Höhe. In Wien er auf die Streitfragen bezüglich der Organisationsform zu sprechen. dem Salonwagen befanden sich Prinz und Prinzessin von Hohenlohe- Wetter Prognose für Mittwoch, den 20. September 1899. Von ihm sowohl als den nachfolgenden Rednern werden Einwände Langenburg, welche auf der Reise nach Balmoral waren zu einem gegen die Centralverbände vorgebracht, die unsern Lesern genügend Besuche der Königin. Die eine Hälfte des Salonwagens, welche zur bei bekannt sind. Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Aufbewahrung des Gepäcks diente, wurde völlig zertrümmert. Es Thalia- Theater. Heute und folgende Tage Für den Juhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Tel. Amt IVa 6440. Dresdenerstr. 72/73. Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, 20. September Opernhaus. Lohengrin. Anfang 72 Uhr. Schauspielhaus. Auf Strafurlaub. Anfang 72 Uhr. Deutsches. Kollege Crampton. Anfang 7 Uhr. Der Plazmajor. Prachtvolle neue Ausstattung! Thomas, Thielscher, Helmerding, Junkermann. Jm 2. Aft: Gr. Mutostop: Terzett. Anfang 72 Uhr. Ende 102 Uhr. Vor der Vorstellung Konzert im Tunnel. Urania Apollo- Theater. Taubenstrasse 48/49. Im Theater abends 8 Uhr Der Sieg des Menschen über die Natur. Invalidenstr. 57/62: Central- Theater Tägl. Sternwarte. Direktion: José Ferenczy. Lessing. Die Beche. Die ſittliche Die Geisha Forderung. Die Lore. Liebes: oder: Eine japanische Theehausträume. Anfang 7/2 Uhr. geschichte. Nachmittags 5-10 Uhr. Berliner. Dolly. Anfang 7 Uhr. 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September, nachmittags 22 Uhr: Statt jeder besonderen Anzeige! Am 18. d. Mts., 612 Uhr abends entschlief nach zweitägigem Kranten: lager an Herzlähmung unser innig geliebter Mann, Vater, Schwiegervater und Großvater, der Restaurateur Ferdinand Grande. Beerdigung findet vom Trauerhause, Lausitzerstr. 50, am Donnerstag, den 21. d. Mts., 12 Uhr nachmittags, [ 2691 Die trauernden Hinterbliebenen. im Schiller- Theater, Wallner- Theaterstr. 35: tatt. Maria Stuart. Trauerspiel in 5 Aufzügen von Fr. v. Schiller. Billets a 75 Pf. inkl. Garderobe sind in folgenden Zahlstellen zu haben: S. Herm. Bobsier, Kommandantenstr. 62, Konsum Genossenschaft Befreiung", Stalizerftr. 6; N. E. Schmidt, Tresdomstr. 22; NO. W. Schrolle, Landwehrstr. 3; NW. Herm. Becker, Goßfomstystr. 9; SO. Th. Stampehl. = Am Donnerstag, den 21. September er., abends 8 Uhr, in Cohns Festfälen, Mariannenstr. 26; außerdem bei Adolph Löhr, Aderfir. 38, II. Beuthstraße Nr. 21-22: Große öffentliche Versammlung der Maurer Berlins u. Imgegend. Tages Ordnung: Verein socialdemokratischer " 150/14 Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere gute Mutter Marie Jacobs geb. Wunsch den 18. September, nachmittags 22 Uhr sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet am 21. d. M., nachmittags 5 Uhr von der Halle der Dantes- Gemeinde aus statt. 2685b Der trauernde Gatte H. Jacobs nebst Kindern. Gaft- und Schankwirte Berlins Tobes- Anzeige. und Umgegend. Am Sonntag, den 17. September, Freitag, den 22. d. M., nachmittags 5 Uhr, beim Kollegen starb nach halbjährigem Leiden unser 3ubeil, Lindenstraße Nr. 106: 1. Bericht über eingelaufene Einwendungen zur letzten Abrechnung. 2. Die gegenwärtigen Streits im Baugewerbe Berlins und Umgegend und das Verhalten der Maurer. 3. Situationsbericht und Verschiedenes. Kollegen, da es doch so oft und viel vorgekommen ist und noch fortwährend vorkommen wird, daß wir durch die Streits anderer verwandter Berufe in Mitleidenschaft gezogen werden, ist es notwendig, auch Beschlüsse zu schaffen, nach denen die Lohnkommission sowie die Kollegen zu arbeiten haben, auch weil in dieser Versammlung über die fernere Beisteuer zum Streitfonds Beschluß gefaßt werden soll, ist es dringend geboten, diese Verschiedenes. sammlung möglichst gut zu besuchen. 191/11 Die Lohukommission. J. A.: Fritz Kater. Socialdemokratischer Wahlverein für Teltow- Beeskow- Storkow- Charlottenburg Donnerstag, den 21. d. M., abends 8 Uhr, im Saale der Brauerei 99 Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. VerBu zahlreichem Besuch ladet ein Der Vorstand. J. A.: Ferdinand Ewald. Deutsch. Metallarbeiter- Verband Thiels Festsäle Verwaltungsstelle Berlin. Gambrinus", Wallstr. 94: Donnerstag, den 21. September, abends 8½½ Uhr, in den Oeffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Vereinsangelegen Heiten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. 250/9 Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Heute, Mittwoch, abends 81/2 Uhr, im Lokal des Herrn Cohn, Beuthstraße Nr. 20-21: Vertrauensmänner- Versammlung für sämtliche Bezirke und Branchen. Tages- Ordnung: 1. Anträge betreffend Unterstützung bei Streits. 2. Die Lohnbewegung in verschiedenen Branchen der Holzindustrie. 3. Werkstattstreits und Diffe Jede Werkstatt muß vertreten sein. renzen. 121/13 Die Ortsverwaltung. Direkter Verkauf an das Privatpublikum! Möbeltischlerei für 25032* Wohnungs- Einrichtungen, sowie einzelne Möbel zu Fabrikpreisen. G. A. Noack, Tischlermeister, Berlin, Luisen- Ufer 22, Ede Dresdenerstrasse, am Oranienplatz. Garantie für dauerhafte und gute Arbeit. Jedes Wort: Kataloge franko! 5 Pfennig. Nur das erste Wort fett. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. 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September 1899, abends 8½ Uhr: Grosse Versammlung aller im Handels Gewerbe thätigen Personen in der Berliner Ressource, Kommandantenstr. 57. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Pfannkuch:" Der gesetz liche Ladenschini. 2. Vortrag des Kollegen August Hintze:" Die Berliner Stadtverordneten und die Sonntagsruhe. 3. Diskussion. Sämtliche Stadtverordnete sind brieflich eingeladen worden. Der Vertrauensmann 26815 der Berliner Handlungsgehilfen und Gehilfinnen. Möbel auf Teilzahl. Oranienstr. 181. Kleine Anzeigen. A Muschelspinden 27, Muschelbetten 18. Wunderschöne Baneel, Taschen: und Stoffsofas. Vollständige Wohnungs- Einrichtungen spottbillig. Ale Arten Küchenmöbel. Hirschowitz, Oranienstraße 194, Eingang Mari annenstraße. 1628* Bäckereifiliale, gutgehend, ver: käuflich. Fidicinstraße 44. 26576 Möbelfabrik. Oranienstraße 173, Gutgehendes Restaurant billig zu nahe Oranienplatz. Billigster Einkauf verkaufen. 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September gestellten Lohntarif festzuhalten, der Einladung aber Folge zu leisten, feine Monatsversammlung ab. Genosse Völker sprach über Die Jfolierer und Rohrumhüller waren am Montagabend mit allen gegen zwei Stimmen zur Annahme. Sodann Wissen und Moral" und erledigte sich seiner Aufgabe in vortreff wieder vollzählig versammelt, um über die weiteren Schritte im wurden Habermann, Julte und Bedmann als Delegierte licher Weise. Zu Verschiedenem wurde zu reger Agitation für die Verlauf der Lohnbewegung zu beraten. Bedauerlicherweise haben zu diesen Verhandlungen gewählt. Es erfolgte noch eine längere nächste Versammlung aufgefordert. fich innerhalb der letzten Woche zwei Streifbrecher von den ältesten Besprechung über Lohn- und Arbeitsverhältnisse, wobei, wie schon in Arbeitern gefunden, die von den Unternehmern eingeschüchtert, sich früheren Bersammlungen, wieder betont wurde, wie bont Achtung! Heute abend 812 Uhr findet in der Berliner Ressource" wieder zu Arbeiten in der Provinz verwenden ließen. Im übrigen einigen Unternehmern und deren Angestellten von den Arbeitern eine öffentliche Versammlung statt, in welcher der Reichstags- Abist eine Veränderung in den bisherigen Verhältnissen nicht ein- verlangt wird, die ihnen übertragenen Arbeiten in betrügerischer geordnete Pfannkuch über den gesetzlichen Ladenschluß getreten, da weder die Unternehmer, noch die sonst ein Weise minderwertig und fehlerhaft auszuführen, während man und August Singe über die Berliner Stadtverordneten mütig im Ausstand verharrenden Arbeiter fich zu irgend von der Kundschaft bezw. den Bauherren sich alle diese Arbeiten und die Sonntagsruhe referieren werden. Bei der außerordentlichen welchen gegenseitigen Zugeständnissen bereit zeigten Dagegen als tadellos und gut zu hohen Preisen bezahlen läßt! Seater Wichtigkeit dieser Tagesordnung ist es Ehrenpflicht der im Handelsgewerbe war an die Lohntommission eine Einladung vom Gewerbe- schildert die legten Vorgänge innerhalb der Berliner Gewerkschafts- thätigen Personen, ihr Interesse durch zahlreichen Besuch der Versammlung gericht ergangen, sich zu einer Verhandlung vor dem Einigungs- fommission und die Gründung des„ Gewerkschaftskartells" der Lokal- an bekunden. Der Vertrauensmann der Berliner Handlungsamt am 20. September einfinden zu wollen. Aus der Ein- organisierten, und fordert zur Beschichung desselben auf. Dem wird gehilfen und Gehilfinnen. ladung war nicht ersichtlich, ob die Anregung dazu seitens der Unter- zugestimmt und als Delegierter uber gewählt. Am Freitag rehmer oder vom Gewerbegericht gegeben war. Es entstand soll über die eventuellen Verhandlungen vor dem Einigungsamt be darüber eine äußerst lebhafte Besprechung, ob man der richtet werden. Gegründet 1879. Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. 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Kellermann, Sedos Prinzenstr.97, parterre, Eingang vom Flur.(* Trinkt vom Fass!: Goldklares Weissbier 5 aus der Weißbier- Brauerei Friedrichstadt“ 24802* Julius Borsdorf, Neue Königstraße 31/32. Es ist das beste Weißbier und wird stets ahne Wasserzusak verkauft! 88030 173 263 794 801 60 952 89006[ 300] 75 211 17 329 466 98 517 608 91 858 00016 184 242 421 534 89 617 718 91034 259 76 336 424 45 50 536 863 904 92217 97 715 26 29 92 369 93144 493 546 70 701 10 811 60 914[ 200] 94123 256 90 321 539 618 799 823 95006 19 171 216 87 439 541 885 96062 80 93 179 444 534 57 683 754 858 56 1925 43 59 97010 92 95 130 316 48 560[ 300] 67 757 911 98262 322 87 416 551 67 99 602 3 94 768 865 99062 168 580 643 92 755 69 97 838 962 69 100216 55 327 532 617 52 61 865 932[ 200] 10102 9 43[ 200] 46 88 95 136 41 241 74[ 200] 442 95[ 300] 656 998 102042 53 144 215 33 725 103072 323 470 571 87 634 46 803 40 104070 343 405 711 42 866 99 945 105019 102 220 470 782 920 84 106041 113 629 741 943 66 107045 179 95 202 99 617 768 868 83 [ 1000] 905 108016 90 142 54 318 564 624 787 98 826 89 930 109220 53 407 846 937 110292 99 328 632 748 856 950 111089 192 474 592 93 629 716 21 73 846 86 934 112038 127 217 54 99 410 545 626 712 820 118104 211 45 99 303 10 410 45 510 61 75 626 32 788 42 807 27 914 98 114110 402 34 170012 142 323 30 56 422 58 516 80 751 819 920 171021 65 93 142 292 430 64 70 502 62 728 63 958 172190 226 92 632 98 764( 200) 821 989 173020 137 55 205 447 91 708 44 982 174237 339( 200) 527 95 686 42 49 730 32 867 981 91 175011 68 119 502[ 300] 762 813 935 95 176313 67 403 47 870 177211 370 592 [ 300] 776 994 178395 400 86 769 801 35 43 967 78 179007 30 162 276 99 309 78 711 180000 349 506 18 665 778 895 96 181250 807 25 62 82 421 71 515( 800) 58 646 744 55 810 27( 200) 182147 324 87 400 52 511 628 812 41 48 997 188047 102 35 249 308 517 693 873 78 987 184013 127 223 322 72 419 39 611 89 705 92 804 929 85 185021 61 91 [ 200] 176 210 14 889 48 685 763 908 73 186047( 200) 95 271 852 420 87 42 81 517 96 670 740 41 818 962 187076[ 200] 182 281 380[ 1000) 524 724 864 960 188031 61 115 59 400 7 15 582 788 882 988 56 60 180004 116 27 66 225 328 411 62 805 47 190185 265 307 58 707 20 46 84 980[ 800] 191006 111 54 58 279 92 411 65 88 512 14 86 93 618 64 824 55 60 964 192021 97[ 300] 99 123 81 211 28 392 403 59 522 629 64 702 81 867 950 193176 95 207 329 407121 23 84 512( 200) 81 846 941 194263 67 485 531 737 954 195020 34 79 216 458 96 583 792 904 25 196083 127 209 43( 50001-81 429 43 520 657 978 197248 427 65 1 835 918 22 93. 19 8000 184 220 68 390 458 81 517 44 58 88 727 199155 403 12 72 535 40 92 619[ 300] 47 54 879[ 200] 980 200077 105 79 648 700 812 201022 141 62[ 1000] 207 20 48 63 354 59 97 446 86 520 26 89 657 97 708 88 62 851 927 39 202160 68 271 324 25 409 71 560 626 842 203041 66 185 447 570 90 661 719 50 204177 89 213[ 300] 354 477 84( 300) 567 660 68 704 73[ 45000) 820 205002 323[ 300] 28[ 200] 400 13 586 96 608 774 79 [ 200] 980 206003 99[ 500] 394 667 75 728 866 904 207075 265 305 33[ 500) 624 59( 200) 929 36 208050 121 263 334 80 83 850 200147 421 44 520 48 635 75 746 841 84 99 210163 321 416 24 518 711 38 41 70 846 69 211084 [ 200] 220 31 40 70 365 460 580 98 627 895 908 212157 854 972 213051 62 132 367 78 407 64 631 73 214047 112 81 306 47 583 658 805 61 215080 150[ 200] 428 535 75 648 53 73 77 922 216025 90 167 211 60 69 426 38 98( 200] 522 40 691 747 217042 123 218 500 4 612 19 846 958 94 218217 332 70 550 672( 500) 930 210015 17 70 332 400 68 617 82 86 862 985 220050 194 253 65 300 31 77 468 523 697 786[ 200] 56 850 95 914 221025 99 124 58 215 40 378 589 642 222025 127 39 253 361 406 11 13 28 576 607 702 97 821 223060 92 103 20 32 398 489 540 640 80 81 86 807 27 57 953 224307 507 661 912 225028 95 182 38 40 48 200 78 464 78 601 Berichtigungen. In der Liste vom 16. September nach mittags lies 78515 ftatt 78510, 152 589 ftatt 142 589, 209215 ftatt 209 214. Die Biebung der vierten Klaffe ber 201. Königli Breußischen Klaffenlotterie beginnt am 20. Oftober 1899. erfrfiuen sichseitmehrdennfiOJahren eittBS Weltrufesuitd werden genau nach der t stets geheim gehaltenen Urih d'sGeü.SsriitafirjthsS'felMampe bereitet wn r lERLirffW V-t-7sn»n?>«s»Zt Vernulwortlicher Redacteur: Robert Schmidt in Berlin, nur den JnseratuUeil verantwortlich: Tb. Glocke in Berlin. Druck und Verlas von Mar Babing in Berlia. genannt, sind seit 60 Jahren in den meisten Berliner Familien bekannte Der kräftige Geschmack und das wundervolle Aroma haben Mampes bittere Tropfen zn einem beliebten und unentbehrlichen Haustrunk gemacht. Die natürliche, aromatische Zittere von Dr. Mampes bitteren Tropfen wirkt kelekend und verdannngskefördernd. Dr. Mampes bittere Tropfen kommen nur in den oben abgebildeten Original-Flaschen zum Verkauf. Man achte darauf, daß Mampe nur MS diesen Flaschen verschänkk wird. Dr. Mampes bittere Tropfen sind in den meisten Restaurationen, Delikateß- und Colonialwaren-Geschäften zu haben. �—uz Preis:' pro% Flasche Mk. 1,75, pro% Flasche Mk. 1,- Die von dem Geheimelt Samkaksrai Dr. Carl Mantpe erfundenen bitteren Tropfen, im Volksnmnd kurzweg