Anterhaltungsblatt des Vorwärts Nr. 139. 79] Auferstehung. Freitag, den 20. Juli. ( Nachdrud verboten.) Roman von Leo Tolstoj. Der General war nicht wohl und empfing nicht. Nechljudow bat trotzdem den Lakaien, feine Karte zu übergeben, und der Lakai kehrte mit der günstigen Antwort zurück: Ich soll bitten." Der Flur, der Lakai, eine Ordonnanz, die Treppe, der Saal mit glänzend gebohntem Parkett alles das war ähnlich wie in Petersburg, nur etwas schmußiger und impofanter. Nechljudow wurde in das Arbeitszimmer geführt. Der General, ein aufgedunsener, vollblütiger Mensch mit einer Kartosselnase und vorstehenden Knoten, kahlem Schädel und Säckchen unter den Augen, saß im tartarischen seidnen Schlafrock da und trank mit einer Cigarette in der Hand Thee aus einem Glase in silbernem Einsatz. ,, Guten Tag, mein Freund. Entschuldigen Sie, daß ich Sie im Schlafrock empfange, immer besser als gar nicht," sagte er und schlug den Schlafrock um seinen dicken, hinten faltig gerunzelten Hals zusammen. Ich bin nicht ganz wohl und gehe nicht aus. Was führt Sie denn in unsre weltferne Gegend?" „ Ich habe eine Sträflingsabteilung begleitet, in der eine mir nahestehende Perfon ist," sagte Nechljudow, und bin nun gekommen, Euer Excellenz teils wegen dieser Person und dann noch in einer andern Angelegenheit zu bitten." Der General zog fich zufammen, schlürfte Thee, löschte die Zigarette an einem Malachitaschbecher aus und hörte ernst zu, ohne die schmalen, schwvinimenden, glänzenden Augen von Nech Ijudow abzuwenden. Er unterbrach ihn muur, um zu fragen, ob er nicht rauchen wolle. Der General gehörte zu jenem Schlage gelehrter Militärs, die eine friedliche Vereinigung von liberalem und humanem Wesen mit ihrem Beruf für möglich halten. Aber als Mensch, der von Natur gut und verständig war, fühlte er sehr bald die Unmöglichkeit solcher friedlichen Vereinigung, und um nicht den inneren Widerspruch zu sehen, in dent er sich beständig befand, ergab er sich immer mehr und mehr der so stark verbreiteten Gewohnheit. viel Wein zu trinken. Er war ganz von Wein durchtränkt. Er brauchte mur irgend eine Flüssigkeit zu trinken, um einen Rausch zu empfinden. Weintrinken war aber für ihn ein solches Bedürfnis, daß er ohne dasselbe nicht leben konnte. Nur morgens, gerade zu der Zeit, wo Nechljudow ihn traf, war er cincin vernünftigen Menschen ähnlich und konnte verstehen. was man zu ihm fagte, und mehr oder weniger glücklich durch die That ein Sprichwort bewahrheiten, das er gern gebrauchte: Betrunken und doch verständig, trägt zwei Seelen invendig." Die höchsten Behörden kannten sein Lafter, aber er war trotzdem gebildeter als andre obgleich er in seiner Bildung auf dem Fleck stehen blieb, wo ihn seine Trunkenheit erwischte war fühit, geschickt und repräsentierte und verstand auch im trunkenen Zustande sich taktvoll zu benehmen. Deswegen war er ernannt worden und wurde auch auf dem Posten gehalten, den er bekleidete. Zweiundzwanzigstes Kapitel. Nechljudow erzählte dem General, daß die Person, die ihn interessierte, ein Weib sei, daß sie unschuldig verurteilt wäre und daß ihretivegen eine Bittschrift allerhöchsten Orts eingereicht worden sei. So- o? Nun und?" sagte der General. Man hat mir in Petersburg versprochen, ich sollte Nach richt über das Schicksal dieser Frau nicht später als diesen Monat und hierher erhalten..." Ohne die Augen von Nechljudow abzuwenden, streckte der General die Hand mit den turzen Fingern nach dem Tisch aus, flingelte und fuhr fort, schweigend zuzuhören, indem er mit der Cigarette qualmte und besonders laut hustete. So möchte ich wohl bitten, wenn es möglich ist, dieses Weib so lange hier zu behalten, bis die Antwort auf das eingereichte Gnadengesuch eintrifft.." Ein Diener, ein Bursche in Uniform, trat ein. 1900 " Frag, ob Anna Wassiljer na aufgestanden ist," sagte der General zu dem Burschen ,, und bring' noch Thee. Sonst noch etwas?" wandte sich der General an Nechljudow. Meine zweite Bitte," fuhr Nechljudow fort,„ betrifft einen politischen Gefangenen, der in derselben Abteilung marschiert." So, so!" sagte der General, bedeutungsvoll mit dem Stopf nickend. ..Er ist schwer frank ein Sterbender. Und man wird ihn wahrscheinlich hier im Krankenhaus zurücklassen. Da möchte eine von den weiblichen politischen Gefangenen bei ihm bleiben." Ist sie ihm fremd?" 090 " Ja, aber sie ist bereit, ihn zu heiraten, wenn nur das ihr die Möglichkeit verschafft, bei ihm zu bleiben." Der General schaute mit seinen glänzenden Augen unverwandt geradeaus und schwieg, offenbar im Wunsche, seinen Nachbar durch den Blick in Verwirrung zu bringen; dabei rauchte er fortwährend. Als Nechljudow geendet hatte, nahm der General ein Buch vont Tisch und fand bald, indem er geschwind die Finger beleckte, mit denen er die Seiten umblätterte, den Artikel über die Ehe und las ihn durch. In dat ,, Wozu ist sie verurteilt?" fragte er, die Augen von dem Buch erhebend. Sie zu Zwangsarbeit." 1 Nun, so kann die Lage des Verurteilten infolge seiner Ehe feine Besserung erfahren." „ Ja, aber " ,, Erlauben Sie. Selbst wenn ein Freier sie heiratete, müßte sie trotz alledem genau so ihre Strafe abbüßen. Hier ist die Frage: wer erträgt die schiverere Strafe- er oder sie?" Sie sind beide zu Zwangsarbeit verurteilt." " " ,, Nun, dann sind sie quitt", sagte der General lachend. Was ihm geschicht, geschieht auch ihr. Ihn kann man wegen feiner Krankheit hier lassen," fuhr er fort; und natürlich wird alles gethan, was zur Erleichterung seines Loses möglich iſt; aber sie fann, auch wenn sie ihn heiraten würde, nicht hier bleiben.. " Frau Generalin trinken Staffee," meldete der Diener. Der General nickte mit dem Kopf und fuhr fort: Uebrigens denke ich noch nach. Wie sind ihre Namen? Schreiben Sie sie hier auf." Nechljudow schrieb die Namen auf. „ Auch das kann ich nicht," sagte der General zu Nechljudow, auf seine Bitte, den Kranken sehen zu dürfen. Ich habe natürlich keinen Argwohn gegen Sie," sagte er, aber Sie interessieren sich für diese und andre, und Sie besigen Geld. Hier bei uns ist aber alles käuflich. Wie kann ich einen Menschen fünftausend Werft weit beaufsichtigen? Er ist da Selbstherrscher. Gerade so wie ich hier," und er lachte. Sie haben sogar mit politischen Gefangenen gesprochen, haben Geld gegeben, und dann hat man Sie eingelassen?" fragte er lächelnd. Ist es so?" " Ja, das ist wahr." " Ich verstehe, daß Sie so handeln mußten. Sie wünschten einen politischen Gefangenen zu sehen. Er thut Ihnen leid. Der Aufseher aber oder Eskortesoldat nimmt Geld, weil er acht Groschen Sold erhält und Familie hat da fann er gar nicht anders als nehnien. Ich an seiner und an Ihrer Stelle würde genau so handeln, wie Sie und er. Auf meiner Stelle aber erlaube ich mir nicht, auch nur ein wenig vom Buchstaben des Gesetzes abzuweichen, gerade. weil ich ein Mensch bin und mich von Mitleid hinreißen lassen kanu. Ich bin aber ein Vollstrecker; man hat mir unter bestimmten Bedingungen Vertrauen geschenkt, und ich muß dieses Vertrauen rechtfertigen. Nun, also diese Frage wäre erledigt. Jekt, mein Herr, erzählen Sie mir, was man bei Ihnen in der Residenz macht?" Und der General begann zu fragen und zu erzählen, offenbar in dem ziviefachen Wunsch, Neuigkeiten zu erfahren und feine ganze Bedeutendheit und seine Humanität zu zeigen. Dreiundzwanzigstes Rapitel. Nun, also die Sache ist so: bei went wohnen Sie? Bei Düthoff? Nim, da ist's auch häßlich. Kommen Sie zur 551 Mittagessen," sagte der General, als er Nechlindow entließ, ,, um fünf Uhr. Sie sprechen englisch?" C " Jawohl." Nun, das ist schön. Sehen Sie, da ist ein Engländer angekommen, ein Reisender. Er studiert die Deportation und die Gefängnisse in Sibirien. Also der wird bei uns zu Mittag essen, und Sie kommen auch. Wir essen um fünf, und meine Frau verlangt Pünktlichkeit. Ich werde Ihnen dann auch Antwort geben, wie man mit dem Weibe verfährt und ebenso bezüglich des Kranken. Vielleicht ist es möglich, jemand bei ihm zu lassen." Nachdem Nechljudow sich von dem General verabschiedet, fuhr er in besonders erregter, unternehmender Stimmung zur Post. Das Postamt war ein niedriges Zimmer mit einem Gewölbe; hinter einem Pult saßen die Beamten und gaben den sich drängenden Leuten die Postfachen heraus. Ein Beamter, der den Kopf auf die Seite geneigt hatte, stampfte mit einem Stempel unaufhörlich auf geschickt herangeschobene Couverts. Nechljudow ließ man nicht lange warten, nachdem man seinen Namen erfahren; er erhielt sofort eine ziemlich große Korrespondenz. Nach Empfang seiner Briefe trat Rechljudow zu einer hölzernen Bank, auf der ein Soldat, der auf etwas wartete, mit einem Buche saß, und setzte sich neben ihn, indem er die erhaltenen Briefe durchsah. Unter ihnen war ein eingeschriebener Brief ein schönes Couvert mit sorgfam geprägtem Siegel aus hellrotem Siegellack. Er erbrach das Couvert, und als er einen Brief von Seljonin mit irgend einem amtlichen Papier erblickte, fühlte er, daß ihm das Blut ins Gesicht strömte und sich sein Herz zusammenzog. Das war die Entscheidung in Katjuschas Angelegenheit. Wie war diese Ent scheidung? Wirklich eine Ablehnung? Nechljudow durchflog eiligst das mit feinen, schwer entzifferbaren, festen, gezackten Zügen Geschriebene und atmete froh auf. Die Entscheidung war günstig. Revolution und Reaktion in England. Von Victor Hugo.*) Niemals war eine Lage flarer und entschiedener als die von 1660. Niemals war dem Gutgesinnten sein Verhalten deutlicher vorgezeichnet. England war Cromwell los. Unter der Republik waren viele Unregelmäßigkeiten vorgekommen. Man hatte das englische Uebers gewicht geschaffen; man hatte mit Hilfe des dreißigjährigen Krieges Deutschland gemeistert, mit Hilfe der Fronde Frankreich gedemütigt, mit Hilfe des Herzogs von Braganz Spanien verkleinert. Man hatte das Festland erzittern gemacht, den Frieden vorges schrieben, den Krieg beschlossen, die englische Fahne auf allen Höhen aufgepflanzt; ein einziges Regiment Cromwells, die„ Eisenschienen", hatte für den Schrecken Europas die Wucht einer Armee; Cromwell sagte:" Ich will, daß man vor der englischen Republik Ehrfurcht habe, wie vor der römischen"; es gab nichts Unantastbares mehr; das Wort war frei, die Presse war frei; man sagte auf offener Straße was man wollte; das Gleichgewicht der Throne war zerstört; die ganze monarchische Ordnung Europas, zu welcher die Stuarts gehört hatten, war umgestürzt worden. Endlich hatte man diese gehässige Regierung vom Halfe, und England erhielt Berzeihung. Der nachsichtige Karl II. hatte die Erklärung von Breda er faffen. Er hatte England huldreich bewilligt, eine Epoche zu vergessen, wo der Sohn eines Brauers von Huntingdon Ludwig dem Sechzehnten den Fuß auf den Nacken sezte. England war renig und atmete auf. Der Jubel war, wie gesagt, vollständig, und der Galgen der Königsmörder vermehrte noch die allgemeine Frende. Eine Nes ftauration ist ein Lächeln; aber ein wenig Hochgericht steht ihm gut, und das öffentliche Gewissen muß befriedigt werden. Der Geist der Unbotmäßigkeit war gewichen; das Königtum begründete sich aufs neue. Ein guter Unterthan sein, war von mun ab der einzige Ehre geiz. Man war von den Thorheiten der Politik zurückgekommen, man verunglimpfte die Revolution, man spottete über die Republik und über jene sonderbaren Reiten, in denen man stets hochtönende Wörter wie Recht, Freiheit, Fortschritt im Munde führte, man lachte über solchen Schwulst. Die Rückfehr zur Verniuftigkeit war wunders bar; England hatte geträumt. Welches Glück, daß man diese Ver irrungen hinter sich hatte. Gab es etwas Unsinnigeres? Was sollte daraus werden, wenn der erste beste recht hatte? Stann man sich's denken, daß alle Leute herrschen sollen? Daß ein Stadtivesen von den Bürgern geleitet werden soll? Die Bürger find ein Gespann, und ein Gespann ist der Rutscher nicht. Abstimmen heißt in den Wind reden. Sollen die Staaten in der Luft schweben wie die Wolken? Mit der Unordnung errichtet man die Ordnung nicht. Wenn Chaos Baumeister ist, wird das Gebäude ein Vabel verden. Und was ist übrigens diese sogenannte Freiheit für ein Tyrann! Ich will mich amüsieren und nicht re= gieren. Abstimmen ist mir langweilig; tanzen will ich. Gewiß, es ist großmütig von diesem König, daß er sich unsertwegeit solche Mühe giebt. Und dann ist er darin aufgewachsen; er tennt's. Es ist seine Sache. Was geht Krieg, Frieden, Gesetzgebung, Finanzen Der Inhalt des Papiers selbst war folgender: Kanzlei die Böller an? Ohne Zweifel muß das Bolt bezahlen, ohne Zweifel muß es dienen; aber daran muß es sich genügen laffen. Es hat Seiner Kaiserlichen Majestät zur Annahme von Gnadengefuchen auch seinen Anteil an der Politit; aus ihm gehen die beiden Mächte an den Allerhöchsten Namen. Die und die Prozeßverhandlung des Staats hervor, das Heer und das Budget. Steuerpflichtig sein Die und die Abteilung, das und das Datum, Jahr. Auf und Soldat sein, ist das noch nicht genug? Was braucht es mehr; Geheiß des Chefs der Kanzlei Seiner Kaiserlichen Majestät es ist der militärische Arm, es ist der finanzielle Arm. Eine prächtige zur Annahme von Gnadengesuchen an den Allerhöchsten Namen Rolle. Man regiert anstatt feiner; dieje Dienstleistung muß es doch wird hiermit der Kleinbürgerin Jekaterina Maslowa fund belohnen. Steuern und Civilliste sind ein Gehalt, das die Völker Das Volk giebt sein Blut und gethan, daß Seine Kaiserliche Majestät nach Höchstihr gehal- zahlen und die Fürsten verdienen. tenem Allerunterthänigstem Vortrage in gnädigem Willfahren ein wunderlicher Gedanke; ein Führer thut ihm Not. Da das Volk fein Geld, wofür man es leitet. Sich selbst leiten wollen, was für der Bifte der Maslowa Allerhöchst zu befehlen geruht wissend ist, so ist es blind. Hat der Blinde nicht einen Hund? haben, ihre Zwangsarbeit in Ansiedelung in einem nicht sehr nur ist das für das Wolf ein Löwe, der König, welcher der Hund entfernten Teil Sibiriens umzuändern." zit fein geruht. Welche Güte! Aber warum ist das Volk umvissend? weil es unwissend sein muß. Die Unwissenheit ist die Wächterin der Tugend. Wo keine Aussichten sind, da ist kein Ehrgeiz. wiffende lebt in einer niglichen Nacht, die, weil sie den Blick unterliest, denkt, wer denkt, räfonniert. Nicht räjonnieren ist Pflicht. Es drückt, auch die Begierden unterdrückt. Daher die Unschuld. ist auch ein Glück. Diese Wahrheiten sind unumstößlich. Auf ihnen beruht die Gesellschaft. Sieber Freund!" schrieb Seljonin. Uusre legte Uuter haltung hat in mir einen starken Eindruck hinterlassen. Du hattest recht in Bezug auf die Maslowa. Ich habe den Prozeß aufmerksam durchgesehen und gefunden, daß eine empörende ungerechtigkeit an ihr verübt ist. Gutmachen konnte man das nur in der Kommission für Gnadengefuche, an die Du Dich auch gewandt hast. Es glückte mir, die Ent scheidung der Sache dort zu erwirken, und hier schicke ich Dir eine Abschrift der Begnadigung an die Adresse, die mir die Gräfin Jekaterina Iwanowna gegeben hat. Das Originial ist an den Ort geschickt, wo sie während der Gerichtsverhand- Ein Fürst, der alle Arbeit übernimmt, ist eine Vorsehung. lung inhaftiert war und wird wahrscheinlich sofort an die Sibirische Hauptverwaltung gesandt. Ich drücke Dir freund schaftlich die Hand. Dein Seljonin." dilla Wer Diese Nachricht war eine freudige und wichtige: es war alles eingetroffen, was Nechljudow für Katjuscha und für sich selbst wünschen konnte. Allerdings stellte diese Aenderung ihrer Lage eine neue Komplikation in dem Verhältnis zu ihr dar. So lange sie Zwangsarbeiterin blieb, war die Ehe, die er ihr anbot, eine fiftive und hatte nur insofern Bedeutung, als sie ihre Lage erleichterte. Jekt stand aber ihrem Zufammenleben an einem Ort nichts mehr im Wege. Und darauf war Nechljudownicht vorbereitet. Außerdem So waren denn die gesunden gesellschaftlichen Grundsätze in ihr Verhältnis zu Simonson? Was bedeuteten ihre gestrigen England wiederhergestellt. So war die Nation wieder zu Ehren geWorte? Und wenn sie nun einwilligte, sich mit Simonson zu Zu derfelben Zeit fehrte man zur schönen Litteratur bereinigen, war das gut oder schlecht? Er konnte auf feine Weise mit diesen Gedanken zurechtkommen und begann jetzt nicht weiter darüber nachzudenken. Alles das wird sich später entscheiden", dachte er, jetzt ist es nötig, sie so schnell wie *) Aus dem Noman, Der Sohn des Rebellen", der möglich zu sehen, ihr die frohe Neuigkeit mitzuteilen und sie in Freiheit zu setzen." Er glaubte, die Kopie, die er in lachende Man") mit den Illustrationen der franzöfifchen Original zur Zeit( in neuer Bearbeitung des Victor Hugoschen Romans„ Der Händen hätte, wäre hierfür genügend. Und er trat aus dem ausgabe in der vom Verlag der Buchhandlung Vorwärts Bostamt heraus und hieß den Kutscher nach dem Gefängnis herausgegebenen Nomanbibliothek In freien Stunden" fehren. ( Fortsegung folgt.) Terscheint. " tonimen. auriid. England erhob sich von der Schmach und der Ausschweifung der Bergangenheit. Es ist ein großes Glück für die Nationen, von der " 555 Monarchie zur Ordnung im Staat und zum guten Geschmack in der Berlin ein Rennen statt, und zwar auf dem Manöver-( Tempelhofen) Litteratur zurückgeführt zu werden. Feld. Dann wird erst im Jahr 1830 die„ Luftbarkeit" des Pferde Das Glück Englands unter Karl II. war mehr denn Glück, es rennens wieder erwähnt, nachdem 1828 der mit Korporationsrechten war ein Rausch. Eine Restauration ist ein altes nachgedunkeltes ausgestattete Verein für Pferdezucht und-Dressur" ins Leben ges Gemälde, das man neu firnißt; die ganze Vergangenheit kommt treten war. Die Mitglieder bestanden größtenteils aus Gutswieder zu Tage. Die guten alten Sitten zogen wieder ein, die besigern, Militärs und Civilbeamten oder solchen Privatpersonen, hübschen Frauen herrschten und regierten. Evelyn hat eine Anmer- die mit der Neigung für diesen Zweig inländischer Kultur zugleich, tung darüber; mau lieft in seinem Tagebuch:„ Unzucht, Entweihung, die Mittel verbanden, thätig für ihn wirken zu zu können. Berachtung Gottes. Ich habe eines Sonntagabends den König mit An dieser Lustbarkeit", dieser die sich den beiden Hauptfesten feinen Freudenmädchen, der Portsmouth, der Cleveland, der Mazarin des Stralauer Fischzugs und des Schützenplatzes anschloß, nahmen und zwei bis drei andren in dem Speisesaal gesehen; sie waren fast alle Personen teil, die bei jenem Hauptzweck ein Juteresse hatten". alle ganz nackt." Man merkt dieser Schilderung die schlechte Laine Dabei wurden, wie es weiter heißt, alle Gebräuche beobachtet, die an; aber Evelyn war auch ein mürrischer, mit lebhafter Schwärmerei bei solchen Festlichkeiten herkömmlich find jedenfalls noch mit behafteter Puritaner. Er wußte das nügliche Beispiel nicht zu Ausschluß der heutigen Buchmacher". Anfänglich befand sich der würdigen, welches die Könige durch solche große babylonische Luft Rennplag auf dem Terrain des Ritterguts Lichterfelde. Von dort barkeiten geben, die übrigens den Lugus nähren. Er verstand die wurde er 1835 nach dem zwischen der Chaussee und der Potsdamer Nüglichkeit der Laster nicht. Als Regel gilt: Rottet die Laster nicht Eisenbahn sich ausbreitenden Teile des Tempelhofer Feldes verlegt; aus, wenn ihr reizende Frauen haben wollt. Oder Ihr gleicht jenen die Vereinsrennen wurden jährlich zur Wollmarktzeit, im Juni, ver Dummköpfen, welche die Raupen zerstören, trotzdem fie für Schmetter anstaltet. Nach den Entstehen der Anhalter Bahn im Jahre 1840 linge schwärmen. fanden die Rennen bis zum Jahre 1867 auf dem östlichen Teile. des Feldes statt;" Bauern- Rennen"( zu Fuß) schloffen sich ihnen an. 1867 erfolgte die Auflösung des Vereins, dessen Mitglieder in den„ Unionsklub" übertraten. Darauf wurden die Rennen nach Hoppegarten verlegt. " Jakob II. hatte den löblichen Ehrgeiz, ein wirksamer König zu sein; in seinen Augen war die Regierung Karls II ein bloßer Entwurf zur Restauration. Er wollte eine vollständigere Rückkehr zur Ordnung. Er hatte im Jahre 1600 beklagt, daß man sich beschränkt hatte, nur zehn Königsmörder aufzuhängen. Er war ein wirk- Die kluge ,, Lora". Nach dem„ Tierfreund" berichtet die licher Wiederhersteller der Autorität. Er kräftigte die ernſten Grund- Frankfurter Beitung": Frau Fodroczy, von Fodrovec in Graz fäge; er ließ jene Gerechtigkeit herrschen, die wahre, die fich über befigt einen Papagei, den sie selbst abgerichtet hat, so daß er aller empfindsamen Wortschwall erhebt und sich vor allen Dingen die liebst spricht und sogar die Arie: Ach, ich hab' fie ja nur auf die Interessen der Gesellschaft zu Herzen nimmt. An solcher be- Schulter gefüßt", mit Klavierbegleitung singt. Der Papagei dürfte schüßenden Strenge erkennt man den Vater des Staats. Er ver- beiläufig 6 bis 7 Jahre alt gewesen sein, als er in den Besitz seiner traute den Arm der Gerechtigkeit einem Jefferies und ihr Schwert Herrin gelangte. Es ist eine Rotbug- Amazone, die aus Südamerika einem Kirke an. Kirte statuierte ein Erempel über das audre. stammt. Anfangs war das Tier besonders unbändig und Dieser nüßliche Oberst ließ denselben Mann, einen Republikaner, sehr böse. Nur durch ausdauernde Geduld und liebevolle, dreimal hinter einander aufhängen und wieder vom Galgen ab- Behandlung wurde es schließlich zahm. Allein erst nach zwei nehmen, und fragte jedesmal:„ Schwörst Du die Republik ab?" Da der Jahren gelang es, den Papagei zum Sprechen zu bringen; dann Berbrecher immer nein sagte, wurde er zuletzt ernstlich erdrosselt. lehrte ihn seine Besizerin, Lieder auf Befehl zu fingen und auf " Ich habe ihn viermal erhängt," sagte Kirke befriedigt. Die wieder Fragen passende Antworten zu geben. Dies dauerte ungefähr drei beginnenden Todesstrafen sind ein starkes Zeichen von Kraft in den Jahre. Jest folgt Lora" aufs Wort, spricht, singt und giebt herrschenden Gewalten. Lady Lyle, trotzdem sie ihren Sohn in den auf die gestellten Fragen sogleich Antwort, so oft und zu welcher Krieg gegen Monmouth ausgesandt hatte, wurde hingerichtet, weil Stunde es auch sei. Merkwürdig ist es, daß der Papagei unanf fie zivci Rebellen bei sich verborgen hatte. Ein andrer Rebell, der gefordert niemals spricht. Hier einige Fragen und Antworten" so anständig gewesen war, auszusagen, daß eine Wiedertäuferin ihm bes klugen Tieres:" Was sagt man, wenn jemand seinen NamensZuflucht gewährt hatte, wurde begnadigt, und die Frau wurde tag feiert?"" Ich gratuliere."„ Soll Mania ausgehen?" lebendig verbrannt. Adieu, Mama."" Will Lorchen etwas zum Essen haben?" Bitte, bitte, Stück Zucker haben." Nun wollen wir mal singen:„ Alle meine Enten schwimmen auf der See, Kopf im Wasser, Schwanz in die Höh'1"„ Höre' mal! Nun kommt Papa"." Mama frant"( weint). Leo, Leo, geh'' raus!"( pfeift dem Hund). Auf Anklopfen:„ Wer ist da?" Mama, wer ist da?"- Großpapa, Kutu, Kutu, Emma, Margareta, Frida, Ida"." Dora, bring' Kaffee' rein!" Wollen wir noch mals fingen?"" Ja, ja, will Mama mitsingen?"" Frisch auf, frisch auf, wohl über die Berge, wohl durch das tiefe Thal!" Ringel, Ringel, Rosen, Aprikosen, Rosen und Vergißmeinnicht, kleine Kinder setzen sich". Tüdelüdelü, morgen kommit die Tante, bringt mir einen Sad voll tüdelüdelü, und ich sage danke". Der Papagei wurde im Jahre 1898 in Graz ausgestellt und bekam damals bei der Tierschutz- Ausstellung zur großen Freude seiner Besizerin den ersten Preis. Kirke machte ein andres Mal einer Stadt dadurch begreiflich, daß er ihre republikanische Neigung kannte, daß er neunzehn Bürger er hängte. Gewiß eine sehr gerechtfertigte Vergeltung, wenn man bedenkt, daß man unter Cromwell den steinernen Heiligen in den Kirchen Nasen und Ohren abschnitt. Jakob II., welcher Jefferies und Kirke zu wählen verstanden hatte, war ein von wahrer Religion getränkter Fürst; er kafteite sich durch die Häßlichkeit feiner Konkubinen; er hörte den Pater la Colombière, jenen Prediger, der fast ebenso falbungsvoll, aber feuriger war, als der Bater Cheminais, und der den Ruhm hatte, in der ersten Hälfte seines Lebens der geistliche Nat Jakobs 11. gewesen zu sein, und in der zweiten Marie Alacoque begeisterte. Dank dieser starken religiösen Speise konnte Jakob II. später mit Würde die Verbanning ertragen und in seiner Zurückgezogenheit in Saint- Germain das Beispiel eines dem Unglück überlegenen Königs geben, der mit Ruhe Kröpfe heilte und mit Jejuiten verkehrte. Kleines Feuilleton. " = " " Physiologisches. " - Experimenteller Nachweis der Blutsver wandtschaft. Ein Mitarbeiter der Täglichen Rundschau" schreibt: Bekanntlich ist das Blut der einen Tierart, wenn man es in den Blutkreislauf eines nicht verwandten Tieres bringt, für ck. Aus der Geschichte der Berliner Pferderennen. Einer letzteres ein Gift. Nach der Einführung fremden Blutes erfranken Zusammenstellung dessen, was sich über die Geschichte der Berliner die Tiere unter Fiebererscheinungen und gehen in zahlreichen Pferderennen beibringen läßt, die F. Meyer unlängst im„ Bär" ge- Fällen zu Grunde. Das eingesprigte Blut wird in den geben, entnehmen wir folgendes: Bereits zur Zeit des Kurfürsten Adern des andern Tieres vollständig aufgelöst; ein ergiebiger Johann Cicero fanden neben Jagden und Turnieren bei Hofe, an Austausch des Blutes ist nur möglich zwischen Vertretern denen die Bürger als Zuschauer sich ergözten, auch die nachweis- ganz nahe verwandter Arten. Wird durch entsprechende Anordnung baren ersten Pferderennen statt. So erließ der damals in Arneburg ein Blutaustausch z. B. zwischen Katze und Kaninchen ermöglicht, so ( in der Altmark) weilende Kurfürst am Dienstag nach Jubilate gehen beide in wenigen Minuten zu Grunde, während eine Kaze ( 22. April) 1494 eine Verordnung an den Rat von Berlin und Kölln, mit einer andern und ein Kaninchen mit einem andern durch Gefäßdie in der llebertragung wörtlich lautet:„ Lieben Getreuen. verbindung ohne gegenseitigen Schaden ihr Blut vermischen können. Euer Schreyben haben wir vormerkt, und ist unsre Meinung, Die Schlußfolgerung daraus ist also, daß innerhalb derselben Tierdaß die Ausschreiben alt die von Leipzig und anderswo familie das Blut physiologisch und chemisch nicht merkbar von denen zu Berlin und Kölln geschehen; doch daß die von verschieden ist, daß dagegen die einzelnen Unterordnungen eine Berlin das Rennen der Pferde zu Berlin halten." In der Folge wird ergiebige Blutmischung nicht mehr gestatten, die zwischen Gliedern erst wieder aus der Zeit des primkliebenden Kurfürsten verschiedener Gattungen noch viel weniger möglich ist. Weder löfte Joachims II., an dessen Hoflager glänzende Feste einander jagten, Mäuseserum Rattenblutkörperchen noch Rattenblutferum Mäusebluts ausführlicher von Wettrennen berichtet; fie fanden alljährlich am förperchen auf; Hase und Kaninchen können eine ergiebige gegenFrohnleichnamstage statt, und sowohl Edelleute wie Bürger traten feitige Blutmischung veriragen. Also getrennte Familien, ge= als Preisbewerber auf. Der erste, der auf dem Pferd das Ziel er- fondertes Blut: Hund, Fuchs, Wolf gestatten ergiebigsten Blutreichte, erhielt als Preis einen mit bunten Bändern und Blumen austausch, nicht aber Blut von Hund und Kaze; die zoologische festlich geschmidten Ochsen, der zweite ein Schwert; der dritte aber Familie bildet die Grenze der gleichartigen Blutarten. Beim bekam unter großem Jubel der Zuschauer ein Schwein. Auch Menschen kann das Blut feiner Tierart das Menschenblut vers Fremden war es gestattet, an den Wettrennen als Mitwirkende sich zu treten, wie die Ueberleitungsversuche nach Verblutung, Kohlenoxydbeteiligen, und oftmals sollen Polen auf ihren flinken Pferden, zum vergiftung usw. ergeben haben. Menschliches Blutferum löst großen Verdruß der Berliner, den Sieg davon getragen haben. Bis zum die roten Blutkörperchen aller Tiere auf, vom Aal Jahr 1791 liegen keine weiteren Nachrichten vor. An einem Juli- angefangen bis zu den niederen Affen. Aber wie ist es mit den Vormittag jenes Jahrs fand gelegentlich der Vermählung des menschenähnlichen, fogenannten anthropomorphen Affen? Unter diesen Herzogs von York mit der Prinzessin Friederike von Preußen in finden wir so nahe Blutsverwandtschaft mit dem Menschen, daß die 556 1 Aus dem Tierleben. Blutarten sich gegenfeitig nicht mehr zerstören, fonderit als gleich- wird Holzdextrin gebildet, welches nach dem Verdünnen mit Wasser artig angesehen werden können. Die Blutscheiben des Orang- Utang und nach längerem Stochen in Dextrose( Traubenzucker) umgewandelt und des Gibbon verhalten sich im menschlichen Blutserum nicht wird. Man hat die verschiedensten Variationen dieser Reaktion auanders als als die menschlichen Blutscheiben. Ein Schimpanse, zuwenden versucht, um Holzfaser in Form der Sägespäne zu inHem 25 Kubifcentimeter fajerfreien menschlichen Bluts in vertieren( in Traubenzucker unzuwandeln) und die invertierte Lösung in den Kreislauf zugeleitet worden waren, zeigte hernach Alkohol überzuführen. Führt man die Inversion der Holzfafer bei feine Erscheinungen, die darauf schließen darauf schließen ließen, daß ein Abwesenheit von verdünnter Schwefelsäure aus, so entstehen Neben Teil des eingeführten Bluts in seinen Adern aufgelöst worden produkte, welche nicht allein die technische Reinigung des Zuckers wäre. Wenn die gegebenen Verhältnisse bisher auch nur eine be- verhindern, sondern auch seine Vergärung ganz erheblich verzögern schränkte Anzahl von Versuchen gestatteten diese hochstehenden oder unmöglich machen. Classen hat min gefunden, daß man bei Affen sind bei uns sehr seltene Tiere so geht doch daraus hervor, Anwendung einer Schwefelsäure von der Konzentration der Käufe daß kein andres Tier mit seinem Blut dem Menschen so nahe steht, lichen Kammersäure die Ueberführung der Sägespäne in Zucker wie die anthropomorphen Affen. Es besteht danach also thatsächlich leicht und rasch mit guter Ausbeute unter besonderen Verruchs cine physiologische Blutsverwandtschaft zwischen beiden. Und die bedingungen erzielen kann. Vermengt man 1 Gewichtsteil halbtrockener ganze Reihe dieser Blutprüfungen zeigt, daß die chemische oder Sägeipäne, die etwa 15 Proz. Wasser enthalten, mit etwa 3/4 Gewichtsphysiologische Aehnlichkeit des Bluts parallel läuft mit der Aehnlich teilen Schwefelsäure, so entsteht eine mehr oder weniger grün gefärbte teit in der Gestaltung. Masse, in welcher sich durch Ausziehen mit Wasser von gewöhnlicher Temperatur Zucker nicht nachweisen läßt. Nebt man aber auf diese mit Schwefelsäure vermischten Holzspäne einen Druck aus, welcher Die wirtschaftliche Bedeutung von Jufetten mittels einer hydraulischen Presse hervorgebracht wird, so vollzieht wanderungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten sich eine chemische Neaktion, was sich darin zeigt, daß Wärme auf hat Leopold Krüger im Auftrage des entomologischen Vereins tritt und daß die grüne Masse sofort in ein dunkles, scheinbar verzu Stettin zum Gegenstand einer Untersuchung gemacht, deren Er- kohltes Produkt übergeht. Zieht man dieses Produkt mit Wasser von gebnisse von allgemeinent Jnteresse sind. Viele Jujetten, führt er gewöhnlicher Temperatur aus, so erhält man eine sehr starke Zuckernach der„ Köln. Volksztg." aus, sind ohne Zweifel von alters her reaktion. Messende Untersuchungen haben ergeben, daß durch die erwähnte beiden Ländern gemeinfam, andre durch Menschen und Gegenstände Druckwirkung bereits die größte Menge der Holzfafer in Dextrose von dem einen in das andre Land übertragen worden. Aengstlichen übergeführt wird, und daß die gepreßte Waffe außer Dextroie Gemütern mag es zur Beruhigung dienei, daß die Vereinigten Staaten noch Produkte enthält, welche zwischen Dextrin und Dertrose bei diesem Tausch am schlechtesten weggekommen sind. Denn während stehen. Nach Hinzufügen von 4 Teilen Wasser auf 1 Teil des urman sich bei uns meist vergeblich nach Schädlingen umsieht, die, sprünglich angewendeten Materials genügt ein etwa halbstündiges von dort herübergekommen, sich hier acclimatisiert haben, sind zahl- Stochen im offenen Gefäß, um die vollständige Neberführung in reiche, aus Deutschland und Mitteleuropa eingewanderte Insekten| Dextrose zu bewirken. Läßt man eine verdinintere Säure auf Sägein den Vereinigten Staaten zu einer solchen Plage herangewachsen, späne unter denselben Bedingungen einwirken, so vollzieht sich eine daß der Kampf des Menschen zu ihrer Bertilgung sich als ohu ähnliche Reaktion wie beschrieben, jedoch ist die Ausbeute an mächtig erwiesen hat. Zur Erklärung dieser Erscheinung haben die Dextrofe geringer. Die Löfung ist frei von denjenigen Bersetzungs Entomologen mancherlei Gründe vorgebracht. Reley meint allen produkten, welche die Gärung Hemmmen. Hierdurch unterscheidet sie Ernstes, die Fauna und Flora Amerikas, einer älteren Periode sich wesentlich von denjenigen, welche nach dem bisherigen Ver angehörend als die der alten Welt, hätten den für die Neuzeit fahren erhalten werden. Thatsächlich vergärt der nach Classens besser ausgerüsteten und entwidelten enropäischen Eindringlingen Berfahren erhaltene Zucker in derselben Zeit wie der reinste Trauben ebensowenig widerstehen können wie die rote Staffe der weißen. zucker des Handels. Mehr den gegebenen Verhältnissen Rechnung tragend, führen andre die größere Schädlichkeit der eingeführten Insekten auf günstigere Lebensbedingungen, die sie in Amerika finden, auf das Fehlen der Parafiten, die sie in Europa im Schach halten, auf die in größerem Maßstabe betriebene Bewirtschaftung, die ihre recht Gute Reparatur. Lieutenant:„ Ist mein Rad nur zeitige Entdeckung und Bekämpfung hindert, und andre Ursachen gründlich gereinigt und waren Sie auch vorsichtig beim Auseinanderzurück. Ohne die Berechtigung der angeführten Gründe zu bestreiten, sieht der Verfasser die tiefer liegende Ursache, worauf auch deutsche nehmen, daß kein Teil verloren ging? und amerikanische Entomologen vereinzelt hingewiesen haben, ledig lich in den flimatischen Verhältnissen und der Bodenbeschaffenheit, die für die Entwicklung der Insekten in Amerika thatsächlich bedeutend günstiger find als in Europa, wie an der Hand statistischer Tabellen dargethan wird. Aus den Abschnitten über die Schädlinge, die nach der gewöhnlichen Amiahme als Gaftgefchenke Amerikas gelten, mögen noch einige Behauptungen hier folgen. Die San José Schildlaus hat in Amerika ungeheuren Schaden angerichtet und ist seit den siebziger Jahren wiederholt in Stettin und Hamburg auf eingeführtem Obst, dagegen nie bis jetzt auf in Deutschland gezogenem Obst oder Obstbäumen festgestellt worden. Gegen ein schädliches Auftreten des Inselts sei Deutschland durch feiu Klima gesichert. hus gleicher Ursache drohe niis vom Colo radotäfer( Kartoffeltäfer), der in Amerika ein Schrecken der Landwirte geworden ist, nicht die bisweilen in düstern Farben aus gemalte Gefahr. Sei seine Schädlichkeit schon in Amerika auf ge= wisse klimatische Grenzen beschränkt, so werde er bei uns, wo er außer in der Sommerzeit schwer fortkomme, durch das viel günstigere Klima derart in Schranken gehalten, daß er nie großen Schaden anrichten könne. Die Reblaus ist zweifellos schädlich, und da ist die Frage nach ihrer Herkunft von geringem Belang. Erich Schlaitiers Hinrich Lorusen" zur Aufführung Vielleicht war sie schon längst bei uns heimisch und hat sich erst und erzielte damit einen Erfolg, der sich nur zum Schluß etwas durch unrichtige Rebenkultur, Beibehaltung tragmüder Sorten, falsche abschwächte. Die Darsteller wurden sehr beifällig ausgezeichnet, Düngung usw. zu einem gefährlichen Insekt entwickelt. Ziemlich um namentlich der Träger der Titelrolle, Herr Gregori. dieselbe Zeit, wo in Amerika die Gallenlaus entdeckt wurde, trat Hier die Wurzellaus auf. Jene wird auch heute fast ausschließlich historisches Schauspiel in fünf Akten geschrieben, welches„ Die - Emile Bergerat hat für die Comédie Française ein auf amerikanischen, diese vorwiegend auf europäischen Reben ge- ompadour" betitelt ist. funden. Nach Würdigung des gesamten Materials kommt Verfasser mit andern Forschern zu dem Schluß, daß der europäische Weinbau durch Anwendung amerikanischer Reben auch mit der Reblaus erfolgreich betrieben und daß die Phylloxera in Nord- und Mitteldeutschland wegen des fälteren Klimas nie so gefährlich werden könne als in den günstiger gelegenen Mittelmeerländerit.Aus dem Gebiete der Chemie. Humoristisches. Nach der Trauung. Er:"... Da wären wir also einstweilen Mann und Frau!" als ein halbes Dugend Stücke übrig geblieben. Bursche: Gewiß, Herr Lieutenant! Es find mir sogar mehr Beitgemäße Variation. Legt auf den Tisch die Bibel und die Weden, Den Koran auch heut ist ein Weihetag, Und laßt uns wieder miteinander reden, Wie einst im Haag! Das Gelbe Meer" ist„ rot" gefärbt vom Vlute, Bald ist die Stadt ein großer Sarkophag, Und einig ist uns wiederum zu Mute, Wie einst im Haag! Stürmt Tos! Laßt speien die Haubitzen! Die Schwarzbezopften fälle Schlag auf Schlag! Danu laßt uns einig bei einander fiyen, Wie einst im Haag! Notizen. ( Jugend") Die Berliner Secessionsbühne brachte in Wien Münchener Oper, Herr Anton Fuchs, zu Teylaffs NachDie frühere Nachricht, daß der bisherige Regisseur der folger an der Berliner Hofoper bestimmt sei, wird nun wieder dementiert. Die Stadtverordneten in Leipzig haben in ihrer legten, Sigung es abgelehnt, einen Beitrag von 5000 M. für Errichtung eines Denkmals für Johann Sebastian Bach an der Johannisfirche, zu gewähren. u. Balmin als Nahrung& fett. Genaue chemische Untersuchungen ergaben, daß 95 bis 97 Proz. des genossenen Palmins auch verdant werden, ein Verhältnis, welches dem bei Butter gefundenen etwa gleichkommt. Traubenzuder aus Holz. Eine bedeutsame Er findung hat nach der Technischen Rundschau" der Chemiker Profeffor . Claffen in Aachen gemacht. Bekanntlich kann man Cellulose, im besondren aber die als Sagemcht sehr billig zu habende Holzfafer, durch Behandlung mit Schwefelsäure in Traubenzuder um wandeln. Die Holzfajer ist in fonzentrierter Schwefelsäure unter Die nächste Nummer des Unterhaltungsblatts erscheint am Bildung von Holzschwefelsäure löslich, beim Erwärmen dieser Lösung Sonntag, den 22. Juli. Berantwortlicher Redacteur: Hugo Poetich in Berlin. Drud und erlag von Mag Bading in Berlin.