Zl»terhaltii»gsbsatt des vorwärts Nr. 167. Donnerstag, den 30. August. 1360 tNachdruck verboten.) 2») Die Fanfaee. Nomaii von Frih Mnuthner. Johanna laZ den Brief lächelnd zu Ende. „Du hast unrecht gethan, Mama." sagte sie,„Achim in eine so unvorteilhafte Stellung zu mir zu bringen. Ich will auch ganz gelvisz nicht iiber ihn lachen, aber ich bitte Dich: gebt mich endlich auf. Ich verliere täglich eine gute Arbeits- stunde, die niir niemand von Euch ersetzen kann." Die Kriegsrätin wußte nicht mehr, was sie thun sollte. Sie beschied Herrn von Herne noch selbigen Vormittags zu zu sich und sprach niit ihm fast ganz offen. Ihrer Tochter ge- dachte sie als einer Unglücklichen, welche zu ihrem Glück ge- zwnngen werden müßte. Haffners Vorschläge, diesen Zwang auszuüben, zeichneten sich nicht durch starke Verfchiedcnartigkeit aus. Bald wollte er Achim noch großmütiger als bisher unterstützen und dadurch die Dankbarkeit der Schwester für sich anrufen, bald schlug er vor, daß die verwitwete Kriegsrätin selbst sich glänzend kleide und einrichte; Johanna sollte durch die nächste Be- rührung mit Sammet und Seide in ihrer weiblichen Eitelkeit aufgestört werden. Und eitdlich kam er ans den Einfall, den er für neu und gut hielt, das widerspenstige Mädchen selbst mit kostbaren Geschenken zu überhäufen, vielleicht ohne sich als den Geber zil verraten, es so an den Ueberfluß zu ge- wähnen und dadurch zu unterwerfen. Die Kriegsrätin. die in ihrem schwarzen Seidenkleide vorsichtig dasaß, schüttelte stolz den Kopf. Johanna wäre zu klug. um ge- täuscht zu werden, und würde von dem abgewiesenen Werber niemals ein Geschenk annehmeir und auch sie selbst müsse für die gute Slbsicht danken. Sie kleide sich ja gottlob immer noch staudesgemäß, und darüber hinauszugehen sei nicht Haveuowsche Art. Und mit beleidigter Würde zog sie langsam die Schultern empor inrd zitterte dabei vor jedem Knacken der Seide. Daun sank sie wieder bescheiden zusammen und stimmte Herrn von Haffucr zu. wenn er nun doch bei Achim sein Glück versuchen wollte. Herr von Haffner hatte von Aufaug an nicht darauf gerechnet. Johanna als Liebhaber zu gewinnen. Ihr Wider- streben kränkte ihn darum nicht allzu sehr, während es seinen Eigensinn nur noch steigerte. Er suchte überall nach Bundes- genossen, und seine Gedanken führten ihn immer zuni alten Mctttnann und zu Frau Piterscn zurück, welche ja beide das gleiche Interesse hatten, Ziichard unwiderruflich von Johanna zu trennen. Angenehm war es nicht, sich unt seiner Liebes- angelegeuhcit dem Spotte der klugen Menschen auszusetzen, aber Metttnann und Leontine waren in dieser Frage gewiß nicht zum Lachen ausgelegt. ES gab ani Mittag desselben Tages die letzte Jahres- sitznng der großen Fanfare, der internationalen Aktiengesellschaft für Reklame. Roch der Sitzung blieb man natürlich bei- samnlen. Fast alle großen Akttenbcsitzcr waren auch an der „Neuen Oper" beteiligt und hier war eine Strönmng gegen die Mcttmanns fühlbar. Haffucr sprach zweimal für Richards Vater; als er ihn dann nach Hause geleitete, brachte er nach einer kleinen Vorbereitung entschlossen sein Anliegen vor. Er habe bei der Beratung fast mehr gesagt, als er verantworten konnte. Es sei ivirklich stark, wie Mettmann die ganze Macht der Gesellschaft für seine Zeittnig ausbeute und jetzt sogar rücksichtslos für die Oper seines Sohnes bc- nütze. Er sei kein Spielverderber, aber er sei gewohnt, ans seinen Vorteil zu sehen. Und kurz und gut: er wolle die beiden Metttnann, Vater und Sohn, in ihren verschiedenartigen Bemühungen weiter unterstützen, wenn seine Absichten aus Fräulein von Havenow dadurch gesördert würden, sonst nicht. Gottlieb Mcttmaun hatte in der Versammlung der Fanfare sofort gefühlt, daß Haffner ihm demonstrativ zu Hilfe kam und daß ihm diese Hilfe in seiner Lage sehr er- wünscht sein mußte. Das Widerstreben gegen die Rncksichts- losigkeit, mit welcher die Zeitungen für Richards Oper günstig gestimmt wurden, war ja nur ein kleines Zeichen der Auflehnung gegen den verwegenen Mmrn gewesen, der allen Gewiim der Aktiengesellschaft Fanfare in die Kassen seiner „kleinen" Fanfare hineinleitcn zu wollen schien und der trotz der flauen Gerüchte, die um Fata Morgana umzugehen begannen, dennoch an den Gedanken festhielt, daß das neue. fast vottkoninien eingerichtete Opernhaus mit diesem Werk er- öffnet werden müßte. Nun verstand es sich für den Verleger von selbst, daß er dem zuverlässigen Haffner mit Rat und That seinen Dank beivies; und da Haffners Ziele fast mit den seinigcn zusammen- trafen, da auch er Richard um jeden Preis von Johanna trennen wollte, nahm er sich der Sache mit einem Feuer an, welches den bedächtigen Freier beinahe erschreckte. Aber da half kein Sträuben. Wenn Gottlieb Mettmann eine Ge- schichte rasch zu Ende führen wollte, riß er jeden mit. Jetzt führte er Herrn Haffner geradewegs zu Leontine, trotz- dem es Essenszeit war, erzählte ihr die Sachlage ganz so brutal, wie er sie soeben erfahren hatte und sie ans andern Beobachtungen mutmaßte. „Hier konimcn wir mit sanften Mitteln nicht durch!* sagte er endlich.„Hier müffcn Sic selbst handeln, schönste Frau!" Leontine hatte nach der ersten Begrüßung'die Herren stumm angehört. Nun blickte sie niit freundlicher lieber- legenheit ans Haffner. der in der Haltung eines vor dem Souffleurkasten festgenagelten Schauspielers neben ihr saß, und auf Mettmann, der sich zwischen den leichten Möbeln eine Gasse gebahnt hatte und darin ans und nieder ging. „Ich weiß nicht." sagte sie endlich mit weicher Stimme. „wie die Herren von Herzensangelegenheiten so häßlich reden können. Indessen, Ihr Vertrauen ehrt mich, und ich will es zu verdienen suchen. Es giebt also, wie ich aus allem ersehe, hier ein ehemaliges Liebespaar, Herr Mettmann junior und Fräulein Johanna von Havenow-Trienitz, welches die Treue länger halten will, als die Liebe gedauert hat." „Sehr gut." flüsterte Haffner, der nicht verstand, was Leonttne wollte, dem aber nach Mettmanns Roheit dieser Zart- sinn wohlthat. Leontine dankte lächelnd und fuhr fort: „Wenn wtt recht berichtet find, so möchte Herr Richard Mettmann gern einer andren Frau seine nicht ganz hoffnungs- lose Neigung gestehen, hält sich aber Wohl durch irgend ein Wort an dieses hübsche adelige Fräulein gebunden. Ebenso ist Fräulein von Havenow-Trienitz entschlossen, einem in jeder Hinsicht stattlichen Manne die Hand zu reichen."— Haffner verbeugte sich— wartet aber darauf, daß Richard Mettmann ihr durch die symbolische Handlung seiner eignen Verlobung ihr Wort zurückgiebt. So liegt die Sache. Nicht wahr, meine Herren? Ich ändere doch nichts an den Verhältnissen?" Haffner applaudierte vor Vergnügen. Mettmann lachte laut auf und rief: „Wenn ich nur zwanzig Jahre jünger wäre, ich würde mich mit meinem eignen Sohne schlagen!" Leontine lächelte nicht einmal. Ernsthaft sprach sie weiter: „Es ist nun Menschenpflicht für uns alle, außerdem aber für jeden einzelnen von uns eine besonders heilige Pflicht, die jungen Leute in dem Bestreben zu unterstützen, endlich auscinanderzukommen. Es ist ja ein Jammer, wie sie sich quälen, um alter romanttscher Erinnerungen willen. Wir ver- dienen uns ihren Dank, wenn wir sie kräftig und freundlich auseinanderreißen. Ich will den Herren gern meine weichere weibliche Hand leihen, wenn wir erst darüber einig sind, durch welches Mittel wir die Unglücklichen am schnellsten vor einander retten." Wie ein Meister seinen Gesellen die rohe Arbeit über- läßt, so lehnte Frau Leontine sich jetzt zurück und erwartete die Vorschläge ihrer Verbündeten. Haffner war nicht er- findungsreicher als vorhin bei der Geheimen Kriegsrätin. Richard Mettmann sollte sich nur erst öffentlich mit der andren Dame verloben, dann würde Fräulein Johanna schon andre Saiten anszichen. „Und Richard wartet darauf, daß Fräulein Johanna ihn zuerst freigiebr." rief Leontine ärgerlich.„So kommen wir nicht weiter." Gottlieb Mettmann wollte eigentlich mit Geld darein- schlagen; er glaubte, mit seinen nagelneuen Banknoten seinen eignen Sohn bestechen zu können. Doch die Worte Lcontinens brachten ihn auf neue Gedanken, die er hitzig zu gestalten suchte. Wenn man jedem der jungen Leute von der voll- zogenen Verlobung dcS andern Teils Mitteilung machte? Tann würde ein jedes frei, und vielleicht schon am nächsten Tag würde die kleine Lüge zur Wahrheit. Hafsner fand den Einfall grogartig, seines Freundes ganz würdig. Frau Lcontine jedoch wollte von so gefährlichen Fälschungen, von solchen Thcatcrstreichen nichts hören; sie versagte geradezu ihre Mitwirkung. Nach ihrer Meinung war das Unglück des Mädchens, dag sie nämlich ein Maler- rnodcll gcivordcn sei, gar noch nicht genügend zum Guten gewendet worden. Den jungen Mann freilich habe die Entdeckung schon beinahe vollständig geheilt, aber das Mädchen scheine gar nichts von der Schande zu ahnen, in der sie lebe; und doch werde sie ihren kliigcn und wohlwollenden Verwandten eher gehorchen müssen, wenn öffentlich über ihr Gc werbe gesprochen wurde. Wozu habe man denn die Zeitungen zur Vdrsiignng, wenn man sich ihrer nicht zu einem so menschensrcnndlicheii Zwecke bedienen wollte? Mettinann blickte überrascht bald auf Hafsner, bald ans Lcontine. Sic wußten ja doch beide, daß der Verdacht gegen Johanna unbegründet war. Und langsam sagte er so bc- sckeidcn, als wollte er sich'von der Freundin gern belehren lassen: „Ich halte dieses Mittel für noch gefährlicher. Es ist ja nur die reine Wahrheit, aber ich möchte das arme Kind nicht unnötig kränken und reizen. Llnch dürste Herr Hafsner von- Herne Bedenken tragen, sich seinen künstigcn Besitz schlecht machen zu lassen." Haffner nickte so heftig mit dem Kopf, daß sein Haar wirklich wie eine Pcrrncke sich zu lüften schien, aber Iran Leontine ließ ihn nicht zu Worte kommen. Sie rief: „Von Herne ist ein Philosoph, der keine Arbeit vcr- achtet, besonders wenn er weiß, daß das Mädchen den Malern gar nicht gelverbsmäßig gedient hat. Er achtet eine Yon Havcnolv Trienitz wegen ihrer Armut nicht geringer, denn er wurzelt selbst im einfachen Bürgerstande. Nicht, Herne?" Als Haffner wieder nur beistimmen konnte, wandte sie fich mit überlegenem Lächeln an Mettmann und sagte: «Und ans Richard wird eine solche geschickte Veröffentlichung entscheidend wirken. Er sieht seinem Vater nicht ähnlich, er mag das Gerede der Leute nicht. Ich stehe dafür ein, daß er Johanna dann frei giebt und Herne nicht weiter stören ivird." Mettmann fing ihren Blick auf und verstand, waS dieser sagen lvollte: Was geht uns Haffner an, wenn>vir nur bei Richard unfrei» Willen erreichen! Die Herren sagten zu dem Plan Leontinens nicht ausdrücklich Ja, aber sie beratschlagte!» schon über die Form, in welcher eine solche Veröffentlichung möglich war. Mettmann dachte an ein beschimpfendes Inserat, welches von der „Fanfare" umsonst aufgenommen werden sollte. Haffner »vidersetzte sich entschieden der Absicht, seine baldige Braut zu beleidigen; ein bißchen necken mochte nian sie immerhin, aber allzu nahe dürfe ihrer Ehre niemand treten. Frau Lcontine unterbrach die Streitenden mit ihrem unschuldigen, sreund- lichei» Lachen. „Ter letzte Ihrer Reporter wäre nicht so plump," ries sie.„So etwas muß Filigranarbeit sein. Ucberlassen Sie das mir. Schicken Sie nur den kleinen Herrn Pinkus zu nur, der hat mir gefallen. Er wird am besten verstehen, meine guten Absichten auszuführen. Er ist ein so gutmütiger Mensch. Ich bin doch sicher, daß der Herr Chefredacteur den Namen seiner neuen Mitarbeiterin nicht erfährt und ans ihrem Aufsatz nichts herausstreicht?" Mettinann beruhigte sie mit vergnügtem Lächeln. „Bode sitzt noch für ein paar Wochen fest in Plötzensce und wird hoffentlich so mürbe herauskommen, daß er auch künftighin ein verträglicher Mensch bleiben wird." Der geräuschlose Diener trat ein und meldete den Grasen. der mit seinen leichten jugendlichen und doch' so langsamen Schritten ihm aus den» Fuß folgte. Haffncr und Mettmann waren erstaunt, den alten Herrn bei Leoniinen als einen so stattlichen, geschmeidigen Kavalier zu erblicken. Nur sein langes blasses. Gesicht kvnüte ihn auch im Lampenlichte des Salons leidend erscheinen lassen; aber auch daS mochte der spitze graue Vollbart verschulden. Leontine war nicht eben erfreut, daß der Graf, der sie zu dieser Stunde fast täglich besuchte, gerade diese von ihren sonstigen Freunden kennen lernte. In dem vornehmen Nizza hatte sie dadurch seine Be- kanntschaft gemacht, daß sie ihm(sehr gegen den Willen des leidenden Piterscn) ihre zugfteie Villa überließ und sich mit einer andern begnügte: als' vornehme Millionärin wünschte sie die Beziehungen fortzusetzen. Nur zögernd stellte sie die Herren vor. Graf Tricnitz verneigte sich höflich, wartete dann jedoch die Entfernung der Fremden wie etwas Selbstverständliches ab. Leontine gab den» Grafen das Recht, sich bei ihr seine Gesellschaft zu wählen; sie verabschiedete die Freunde schnell und herzlich, rief aber dem Verleger noch cinbringlich nach: „Vergessen Sie nicht, mir Herrn Pinkus zu schicken!" Als sie allein waren, ließ der Gras Kopf und Brust etwas sinken, schloß müde die Augen, setzte sich mit drei leichten. aber deutlich abgemessenci» Bewegungen in seinem Lehnstnhle zurccht. streckte die Beine taktmäßig von sich und legte die Hände in den �.choß. Lcontine ließ den kranken Mann ge- währen; jie durste die Zeichen seiner Schtväche niemals be- merken. Endlich hob er wieder die Augenlider und sagte mit seinem unveränderlich gütigen Lächeln: „Heißt wirklich jemand Pinkus?" lFortsetziing folgt.) tNackSlUlt vcrbolc».) Die Pflaume. Festgestellt sei zunächst, dos; die Ruhung des Pslaluueubauiucs wie die uiisrcr heimischen Obslbänme überhaupt in das grauest« Altertum hinaufgeht. Das Vorkonnncn von Pflanmenkerncn in den Kiichenabfällcn der Schweizer Pfahlbauten bildet allerdings keinen inntzgeblichen Belag dafür, da diese Bauten mir wenig über den Beginn der christlichen Zeitrechnung zurückreichen, und andrerseits ist die Angabe, die Kultur des Bamnes sei zuerst zur Zeit Alexanders des Großen, also im 4. Jahrhundert v. Chr., ans Syrien nach Griechenland verpflanzt ivorden, kaum mehr als eine bloße Mut- maßung. Einen unumftößlichen Beweis siir das Alter der Pflauincn- banmnutznng aber bietet uns der Name der Frucht. Das althoch- deutsche Phrtkma, ans dem das mittelhochdeutsche Pbrüma oder PHCnnes das nciihochdcutsche Pflaume und das niederdeutsche Plüine hervorgingen, stammt nämlich geradenwegs von» lateinischen Pnnia und dieses wieder vom gricchisckcn Prcrnmuon oder Pinnon der ältesten Bezeichnung für die Frucht in der Sprache der Hellenen. Diese griechische Bezeichnung aber lehnt sich an die Sanskriilvnrzcl pni-ür oder plus, siir„brennen" an, ans der im Sanskrit die Ausdrücke psuslrta. für verbrannt, pnishva die Sonne und phislia die Verbrennung gebildet sind. Eine Bestätigung dieser Ab- lcitung bieten die lateinischen Wörter pnuia die glühende Kohle(die erloschene heißt cardo) und pvuina der Reif, denn der letztere erhielt seinen Namen,„weit er gleich dem Feuer die Früchte und Sprosse» versengt". Welche Beziehung besteht nun aber zivischen dem Pflamneiibanm und den, Fcner?. mit andren Worten: wie ist der Name des Baumes zu deuten? lieber diesen Punlt macht Isidor von Sevilla(gest.(iMi) zun» Worte Coccyinela, einer spccicll griechischen Bezeichnung für den Daniascencr Pflanmenbauin, die interessante Bcmerlnng:„Der Kukliksapfelbanm, den die Lateiner der Farbe wegen Feuerbanm nennen, wird von andern ivegeu der Menge der Früchte als Frnchtträgcr bezeichnet." Dieser Angabe zufolge ist also der Name von der ro!- braunen Farbe des Pflainnenbainnholzes hergenommen, die be- kannttich, im Verein mit der Härte und der Politursähigkcit, dies Holz zu einem gesuchten Artikel für Tischler..Drechsler und andre Holzarbeiter macht. Auf den ersten Blick erscheint diese Erklärung völlig treffend und ausreichend, bei näherer Neberlegung jedoch Ivird man sich der Einsicht nicht verschließen, daß der Vergleich der Farbe des Pflainilenbaumholzes mit dein Feuer oder der Rotglut zu gesucht und nimatürlich ist, als daß er sich dem einfachen Natur- menschen hätte aufdrängen können. Und faßt nian daneben ins Auge, daß die Prunusarten, wie namentlich der Schlehdorn, bei ihrer weiten Verbeitung und ihrem massenhaften Vorkommen von jeher ein treffliches Feuerungsmaterial abgegeben haben, soivie daß in dem gälischen Worte poys und dem uijchcii preas für„Gestränch" dieselbe Sanskritwurzel prnstr(brennen) wie im griechischen Prounon und im deutschen Pflaume steckt, so wird mau sicher der Meinung beipflichten, daß die Bezeichnung„Pflaume" sich nicht ans die Farbe des Holzes, sondern vielmehr auf dessen Verwendbarkeit als FencrnngSmatcrial bezieht. Danach war also der Pflaumenbainn in der Urzeit einer der vornehmsten Brennholzlicscranten der großen arischen Vvlkerfaiuilie und trägt davon noch heute den Namen. Ueber die Vcrivendnng der Frucht und die Aufnahme des Banins unter die gehegten Obstbämne liegen gleichfalls keine direkten Zeugnisse vor. Aus der Klage des PlininS über die „endlose Menge Pflaiiinensortc»" läßt sich jedoch mit Sicherheit ans ein hohes Alter der Kultur des Baumes schließen, da unter den damaligen Verhältnissen— Plinins lebte im t. Jahrhundert n. Chr. — die Zusammeichringuitg der verschiedenen Arten und die Er- zengnng neuer Sorten nngcmein lange Zeiträume in Anspruch nahm. Iii Italien wurden damals bereits an Lv Sorten gezogen, darunter namentlich auch schon die Damascciie, die nach der Hauptstadt ihres Heimatlmides, dem syrische» Dainasciis. den Namen inig nnd mit der heutigen blauen Damasccne, der Damas violet der Franzosen mit ovalrunder, nüttelgroßer, rosig angehauchter Frucht, identisch gewesen sein dürfte. Da- neben aber gab es auch bereits schwarze, oiiyxfarbene, bunt- gefleckte, purpurrote, Ivacksgelbe und noch eine ganze Anzahl andrer Sorten, deren Menge nnd Verschiedenheit, wie Pliuins betont, eine richtige Klassifikation unmöglich machte. In der That ist es erst in der Neuzeit gelungen, die zahllosen Spielarten ans drei Urtypcn, die ganze Familie also so zu sagen aus drei Hauptlimen zurückzuführen, als deren Repräsentanten die asiatische Zwetsche, die südcnropäische Krieche und die mitteleuropäische Schlehe gelten. Als Nebenlinien, weil schon aus einer Kreuzung hervorgegangen, sind die Daniascenen, die Reineclauden und die Mirabellen zu betrachten. Aus der Kreuzung dieser sechs Linien oder Arten sind all die nnzähligen Pflamnensorteu hervorgegangen, die sich jetzt in unser» Gärten und Pflanzung«» finden. Für Deutschland und das ganze östliche Europa ist die Zwetsche oder Zwetschke von überwiegender Bedeutung. Sie ist die bevorzugte Pflaume unsrer Haus- und Bauerngärten, unsrer Wochen- märlte und Obstgelvölbe und vor,' allem der Grundstoff des mit Wallnüsscn und Hollundcrbcercn gewürzten Pflaumenmuses. Eine noch größere Rolle spielt sie im Südosten Europas, in de» Donau- staatcn und dem ungrischen Grenzgebiet, Ivo der Baum namentlich südlich der Donau ausgedehnte Wälder bildet, die Frucht aber vier bis sechs Wochen jährlich das hauptsächlichste Volksnahrnngsnnttel abgicbt und überdies das Material zur Bereitung des Pflaumen- branutweins, des berühmten Sliwowitz, liefert. Der Zwcischcn- bäum ist aber keineswegs an der Donau zu Hanse, sondern er stammt aus Rnatolien und vom Kaukasus, wie die neueren For- schlingen ergeben habe» und der Name bestätigt. DnS Wort „Zwetsche" oder„Zwetschke", daS in Westdeutschland und in den Reichs- landen die absonderliche Form„Quetsche" angenommen hat, ist näm- lich seiner Schreibweise zum Trotz keineswegs slävischen Ursprungs, da es mit Ausnahme des Czechischcn in keiner slävischen Sprach« vorkommt. Es stammt vielmehr, so seltsam das im ersten Augen- blick erscheinen mag, guS dem Griechisch der Byzantiner, die die längliche, dunkctblcme, �väubereifte Frucht des Zwetschgenbaums als Provmon sebastikon oder kurzweg Sebastikon bezeichneten. DieS Scbastikon aber, das wörtlich mit„vcrehrnngsU'ürdig" zu übersetze» wäre und ein Prädikat des byzantinischen Adels war etwalwie unser „Hochwohlgeboren", so daß die Frucht dadurch als„Herreupflamne" bezeichnet ward, wurde im Muudc der Slavcn, insbesondere der Böhmen, zu Lsu-estka. verstümmelt nnd ging in dieser Form ins Deutschc über, wo es von neuem allerlei mundartliche Umgestaltungen erfuhr, bis die Form„Zwetsche" seststrhcud vorherrschend wurde. Erwähnt wird die Zwetsche zuerst im 14. Jahrhundert und zwar als Handelsartikel, der aus Ungarn nach Deutschland eingeführt wurde. Um diese Zeit wnrde auch der Baum nach Böhmen verpflanzt, und von dort gelangte er zugleich mit dem Namen nach Deutschland, wo er, wie erwähnt, seitdem zum vorzüglichsten Repräsentanten der Familie geworden ist. Was für Deutschland die Zwetsche, das nnd noch mehr ist für Frankreich die Damasccne, die sich von.jener durch die mehr rundliche Gestalt und die vorherrschend rote oder doch rötliche Farbe unterscheidet: doch kommen auch schwarze Sorten vor, wie z. B. die September-Damasccue. Wie bereits erwähnt, stammt die Damasccne aus Syrien, war aber schon zur Zeit des Plinius in Italien eingebürgert und kam von daher frühzeitig nach Gallien, wo sie namentlich im Süden Fuß faßte und mit der Zeit zu einem bedeutende» Handelsartikel wurde. Nanieut- lich hatte die Touraine jahrhundertelang nahezu das Monopol für den Handel mit gedörrten Pflaumen, nnd die„Große Damasccne von Tour?" war über de» Bereich des Kontingents hinaus bekannt nnd berühmt. Mit der gewaltigen Entwicklung der Verkehrsmittel im IS. Jahrhundert jedoch ist dies Privilegium hinfällig geworden, so daß die meisten„Backpflaumen von TourS" jetzt nicht mehr aus der Touraine, sondern ans Sannmr an der Loire nnd Chatellerault an der Vicnne kommen, und an die Stelle der „Großen Damascene" ist die birnförmige, rötliche„Agener Pflaume" getreten, für die neben Age» die Qrte Marmande, Touueins und ElairaS die Stapelorte abgeben. In der Provence hat sich gleich- zeitig das Städtchen Digne an der Blvonne zum Emporium für den Backpslaumcnhandel aufgeschwungen, bringt jedoch ausschließlich die„weiße Rcbhuhnpflaume" auf den Markt. Die„Brignoler Pflaume" dagegen hat ihren alten Ruf behauptet und liefert mit den beiden vorgenmmten Sorten und»eben der gelben Katharinen- pflaume und der dunkelblauen, etwas hökerigen Montforter das meiste Material zu de» sogenannten Prünellen. Nicht zu übersehen ist übrigens, daß bis in daS 18. Jahrhundert hinein alle gedörrte» schwarzen nnd blauen Pflaumen ohne Unterschied„DamaSccncn" ge- iiannt werde». Der Damasccne am nächsten steht die Krieche, ein dornen- bewehrter Baum mit runder, schwarzblauer Frucht, der sich in ganz Europa findet. Schon der Name aber, sowie die weiteren Bezeich- «umgcn„Haferschlehe" und„welsche Schiehe" lassen erraten, daß nur der Süden des Kontinents seine Heimat ist, und daß er sich erst ziemlich spät nach dem Norden verbreitet hat. Seine Verwandtschast mit der Damascene ist so augenfällig, daß manche ihn einfach für verwilderte Form derselben ansehen, wogegen jedoch das Borkommen von Kricchciikcrncn in den Pfahlbauten spricht, während Damascene- kerne völlig darin fehlen. Die Krieche ist gleich der Schlehe im rohen Zustand kaum genießbar, und ehedem galt sie überdies für so gesundheitsschädlich, daß ihr Einbringen auf den Markt wiederholt verboten wurde. Eine Edelpflaumc in des Worts bester Bedeutung ist dagegen die Reineclaude, die in der ersten Hälfte des 16. Jahrunderts in Frankreich zum Vorschein kam und nach der Königin Claude benannt wurde. Die Reineclaude ist wahrscheinlich aus einer Krenzung zlvischen Zwetsche und Damascene hervorgegangen und gehört neben der Italienischen Zwetsche, der Herrenpflaunie(prune/« Kopeke. Voraussichtlich ivird der Ausbau dieser Leitung bis zum Fabrikationscentriiin Baku niit der Zeit er- folstcn � bis zur Station Agtastla, östlich von Tislis, ist er bereits beschlossen.— Geographisches. — E i n wandernder See. S v e n H e d i n hat aus seiner Reise durch daS östliche Tnrkcstan, Tibet und die Mongolei unter andrem auch den unter dem Nomen„L o b- N o r" bekannten, am südwestlichen Rande der Wüste Gobi gelegenen großen Schilssee besucht. Dieser rund 8M Meter über dem Meeresspiegel liegende und eine beträchtliche LängenanSdehming besitzende See wird durch zwei Flüsse, den Torim und den Tscherlschendnrja, gespeist- da er ober leinen Abflnst besitzt, mnst er ansschliestlich durch Berdnnstmig sich entleeren. Sein W>isser, welches in Anbetracht dieses Ilmstandes salzig sein sollte»nd nach den Angaben früherer Besucher auch wirklich salzigen Geschmack besäst, erwies sich nichtsdefioivcniger gegenwärtig als frisch und trinkbar, woraus Sven Hedin den Schlnst zog, dost der See i» seiner jetzigen Gestalt noch nicht lange bestehen könne. In der Thot fand der genannte Forschnngsreisendc bald weiterhin, das; auch die Loge der Scenfcr gegenüber den Anf- Ilahincn früherer Reisender beträchtliche Bcrändernngen erlitten hatte. Er sah sich deshalb vcranlastt, eine neue Anfnahme»nd eine genaue Dnrchsorschnnst des gairzen in Betracht koinincnden Gebiets durch zusnhrcu. Es zeigte sich hierbei, dost der den früheren Besuchern bekannte See in der That völlig verschwunden ist. Sein ans- getrocknetes Bett war mit Muscheln und andren Organisinen de- streut, die in seinem Wasser gelebt halten: ferner hotte sich rings mn das alte Becken herum ein System von uenen See» gebildet. Sven Hedin ist nach alledcin der Ansicht/ dost der Lob-Nor nicht, wie ctiva daS tote Meer oder der Balkasch- See, ein permanenter See ist. sondern dost er infolge der beständig vor sich gehenden An- füllnng seines Beckens durch Wüstensand fortlvährend seinen Ort zu lindern gezwungen ist.— � s.M. Allg. Z.") Physikalisches. b. Ein Apparat für stereoskopische Röntgen- h i l d e r. Wenn wir einen Gegenstand mit dem rechten Auge be- trachten, so wird auf der Netzhaut des AngcS von ihm ein'etwas andres Bild entworfen, als wenn wir ihn mit dem linken Auge be- trachten. Für gewöhnlich sehen wir mit beiden Augen und die Bilder in uiisren Augen verschmelzen für unser Bewnsttsci» als von einem Gegenstaude herrührend. Wen» wir nun dafür sorgen, dost jedes Auge ein besonderes Bild eines Objekts erblickt, die in ihrem Aussehen so verfertigt sind. tvie die verschiedenen Bilder, die die Augen auch sonst von eine m Gegenstande erhalten, oder die sich in bestimmter Weise ergänzen, so verschmelzen die beiden Bilder für unser Bewnsttsci» ebenfalls als von einem Gegenstände herrührend, der dann körperlich gesehen wird. Hierauf beruhe» die sogcnamiten Stereoskope. Apparate für körperliches Sehen. Bon einer Säulenhalle z. B. iverden zwei Photographien von etivaS verschiedene» Standpunkten ausgenommen, der Apparat ist so eingerichtet, dost jedes Auge eines der Bilder zu sehen bekommt, und sofort sehen»vir die Säulenhalle in dem Apparat räumlich vor nnS. Oder dem einen Auge wird daS Bild eines Schaukelpferdes, dem andern an dazu gehöriger Stelle das eines Knaben geboten, und wir sehe» den Knnbcn auf dem Pferde sitzen. Ettvas ganz Analoges soll fiir Röntgenbilder ein Jnstrnmru! leisten, welches die Allgemeine Elektricitals-Gesellschast in Paris ansgcstcllt hat. Von zivei in einem gewissen horizontalen Abstand befiudliche» Röntgenröhren iverden ans einem davor befind- lichen Fluorcscenz- Schirm zivei verschiedene Schattenbilder eines Gegenstands erzengt. Vor den Augen rotiert um die horizontal liegende Längsachse eine Röhre, die in der Ent- fermnig der beiden Augen durchbohrt ist, jedoch in zwei senkrecht nach einander stehenden Richtungen, so dost immer mir für ein Auge der Durchblick frei ist. Auch die beide» Röntgenbilder entstehen ab- Ivechselnd, da die beiden Röntgenröhren abwechselnd aufblitzen. Das Jnstrnment ist nmi so eingerichtet, dost daS für jedes Auge bestimmte Bild gerode dann entsteht, lvenn für das Auge der Durchblick frei ist. Die rasch anscinonder folgenden Eindrücke verschmelzen im Auge zu einem dauernden Eindruck, und die beiden verschiedenen Bilder rufen den Eindruck des körperlichen Sehens hervor. Technisches. �— D i e Arbeiten am S i m p I o» t u n»« l sind bis jetzt rüstig vorwärts geschritten. Während des Monats Juli ist man mit dem Doppcltunnel von Norden her mn ca. 500 und von Süden her um ca. 400 Meter vorgedrungen. Die Differenz in der Arbeits- lcistmig rührt von der Verschiedenheit des zu durchbohrenden Gc- steius her: der Gneis auf der Südseite von Jselle crschivert die Arbeit mehr als der Kalkstein auf der Nordfeite bei Brieg. Die Ge« samtläiige des Simploiitunileks wird ca. 19 srilomcter betragen, davon sind bis' jetzt etwa 5V2 Kilometer fertiggestellt. Die mit dem Bau der Simplonbahn betrauten Ingenieure sind in der letzten Zeit nicht wenig beunruhigt worden durch die beständig zunehniende Tempe- ratur in den Tnnncls. Bei der Durchbohrung des Gotthard hat die Temperatur der Felsen 30,8 Grad Celsius nicht über- schritten und diejenige der Lust im Tunnel ist über jenes Maximum nur wciiig hinausgegangen, da niemals 32 Grad erreicht Ivnrden. Beim Simplontnimel aber hat die Temperatur der Felsen auf der Seite von Brieg 27 Grad betragen und ist gestiegen ans 33.5 am jenseitigen Abhang von Jselle. Eine kürzlich im südlichen Tunnel aufgefmideiie Quelle war lauwarm und hatte 33 Grad. Was die Wärme der Luft in den imterirgischen Baustellen betrifft, so hat sie auf beiden Seiten jetzt schon 30 Grad erreicht. Auf der Südseite, wo ständig eine Ventilationspnmpe in Funktion ist, machen sich diese 30 Grad fühlbar bei Explosion der Minen und während der Schutt hinweg« geschafft wird. Auf der Seite von Brieg dagegen hat sich die Arbeit bisher fast immer bei einer Temperatur von 30 Grad voll- zogen. Die demnächst erfolgende Anfstellniig eines sehr kräftig ivirkcudeii Ventilationsopparal's, dessen Eintreffen sich wegen seiner Verwcndnng bei militärische» Studien etlvaS verzögerte, dürfte aber auch hier den sich unangenehm fühlbar machenden Miststand be- fettigen. In Brieg wie bei Jselle wird man bald in den Stand gesetzt sein, dem Tunnel II in jeder Sekunde 20—25 Kubikmeter frische Lust zuführen zu können. Bis jetzt hat also die nntcrirdische Wärme keineswegs ein Hindenns bei der Durchbohrung des Berges gebildet. Wird das aber auch der Fall sein, wen» man mit dem Tnnnel bis tief in das Innere des Gebirges vorgedrungen sein wird, Ivo man auf eine Wärme des Felsens von 42 Grad rechnet? Während der vorbereitenden Studien im Jahre 1894 wurde diese Frage bejaht, und unter dieser Voraussetzung hat man den Simplon- tnnnel in Angriff genommen. In ihrem Bericht vom 19. Juli 1394 haben die vom Bundesrat befragten Sachverständigen es als möglich. ja gewiß bezeichnet, dast die Temperatur in den TmmelS 25 Grad nicht übersteigen werde: aberihreAnnahme basierte aufeincrBcdingnng, die-sich bis jetzt keineswegs erfüllt hat. In der sicheren Voraussicht, dast die in die Tnnnels eingepumpte tyist sich bedeutend erhitzen würde, lvenn sie i» Berührung mit den warmen Felsen käme, Häven sie für diesen Fall die Herabminderimg der Temperatur durch Berieselung mittels kalten Wassers vorgesehen. Man hielt für ans- gemacht, dast die Temperatur dieses Waffers 12 Grad nicht über- schreiten würde; aber leider erwärmt sich das Wasser rasch, schon während es in den Tunnel eingeführt wird. In Jselle hat eS 20 Grad am Ende des TmmelS I und 24,6 im Tnnnel II. Am e»t- gegengesetztcn Ende des BergeS hat dieses auch bei der Bohrung ver- wendete Wasser ebenfalls 24 Grad. Man wird also damit rechne» müssen, dast die Erwärmung des Wassers mit der Zunahme der Luft- temperatnr gleichen Schritt hält. Das ist eine neue Schwierigkeit. welche bei ÄnSfühnnig des Simploiumternehmeus zu nberivindeii sein Ivird.— HmnoristischeS. — P r ö tz ch e n. K o m m e r z i e» r a t S- Töchterchen: „Gelt, Mama, arme Leute könne» keine goldene Hochzeit feiern?"— — Einlenchteud. Empört über eine» vcnneinllich nn- verdienten Tadel von feiten der vorgesetzten Behörde nustcrt sich ein Subalternbeamter zu seinem Chef hierüber:„Das tonnte ich jn doch nicht riechen!"— tvormif dieser kühl erwiderte:»Desivegen bekommen Sie eben eine— Nase!"— — Metamorphose: Im Hexameter nennt er die Braut nur innncr sein„Mäuschen". Im Pentameter ist still tvie»ein Mäuschen" der Mann!— („Mcggeud. hnm. 9)1.") Notizsn. — Friedrich Nietzsches litterar ischcr Nachlast besteht aus 51 Heften mit Arbeiten philosophischen, 64 mit Ent- würfen nnd Niederschriften allgemeinen Inhalts, 16 Drnckmannskripte». 157 Heften verschiedenen Formats und mehreren Dutzend Mappen mit einzeliicii Blättern.— — Elise Stein ert-Pank ist für die SeccssionSbiihne engagiert und wird als Igraine in Maetcrlinks„Tod des TintägileS" zum erstenmal auftreten.— — Im Opcrnhansc Ivird„Der Barbier von Bagdad" als erste Novität der Saison in Scene gehen: das Stück war bereits für die vorige Spielzeit in Aussicht genommen.— — Den Rn bin st ein-Preis von 5000 Fr. für Komponisten hat Alexander Goedicke anS Moskau, den für Pianisten Emile B o s q n e t ans Brüssel davongetragen. Bosqnet wird in Berlin zum erstenmal auftreten.— — E i n M a r m o r st a u d b i l d Apollo? mit gut er- haltenem Kopf ist in der Nähe von Athen aufgefunden worden.— Verantwortlicher Redacteur: Wilhelm Schröder in Wilmersdorf. Druck und Verlag von Max Babing i» Berlin.