Unterhaltung Matt de Nr. 213 Freitag, den 9. NoDember 1900 vie Blunieuthal und sein„Weißes Rößl". Aber es ist auch nicht gut genug, daß ich»nich trösten könnte, dreißig Jahre nach deinem Tod wirst du bei Ncklmn er- scheinen und dann gelvürdigt werden. Diesen Trost hatten wenigstens die Großen. Das heißt, wir Kleinen meinen das, denn in Wahrheit>var das»vohl nicht zum»venigsten ihre Größe, daß sie auch daran nicht dachten. Das thi«n doch nur »vir Kleinen." Nach kurzer Pause meinte er:„Sehen Sie, ich bin noch nicht mal dazu gekommen, hier die Wirtshäuser anz»»sehen. obgleich ich ganz gut tveiß, daß ich das»miß, um einen»virk- lichen Einblick in die hiesigen Verhältnisse zu erlangen. Aber ich thu's doch nicht. Ich mag garuicht. Warum? Höchst ei»»- fach, weil ich Sie dahin»licht gnt nritnehmen kann." Magda errötete. Lag darin nicht ein Geständnis: daß er sie wirklich gnt leiden konnte? „So was hätte Hebbel nie gctha»»!" sagte er und lachte sofort über dies komische Diktuu».„Auch eine Frau»vie Sic hätte ihn schlverlich dahin gebracht, daß er darüber seuie Knust und die Verpflichtungen ihr gegenüber vergessen hätte." „Sie übertreiben, Sie scheu zu schwarz I" „Ganz nild gar»licht II Es ist alles sogar noch viel sämmerlicher, als ich's ausspreche. So vor zehn Jahren, da meinte ich auch noch, ein Litterat, ein Dichter, das sei Wunder »vas mich noch heutzutage. Haha, auch davon bin ich längst kuriert. Uusre Litterateu sind keinesfalls mehr Wuilder»vas. ES»var wohl eine ineincr schmerzlichsten Erkenntnisse, als ich einsehen nmßte, daß heutzutage dichten ein Beruf ist, wie irgend ein andrer. Eil» Dichter von heute betreibt sein Hand- werk— nur ganz wenige Ausnahmen giebt's—»vie irgend ein andrer Mensch; und im Grunde ist's ganz egal, ob ich die Jugend lehre. Recht spreche, Beine abschneide. Bäume pflanze, Predigten halte, Rekruten excrciere, Stiefel flicke oder dichte. Ein Unterschied ist freilich. Daß es nämlich immer noch verhältnismäßig viel Lehrer, Juristen, Schuster »ind dergleichen giebt, die in ihrem Beruf»vas leisten. In meinem Beruf ist das viel seltener." Wie fest ihr Arm in dem seinen lag. Wie teililehmend ihr Herz pochte! »Wie einer Talent hat zur Mathematik, so hat einer heilt- zutage Talent zum dichten. Nur daß der letztere sich noch mehr darauf einbildet, obgleich die Mathematiker gerade darin auch schon was leisten. Im übrigen können sie alle beide außer in der Mathematik und in» Dichten die größten Hohlköpfe sein. Scham» Sie mir so ungläubig. Frau Magda, es ist doch so l Ich hab's mich lanße nicht glauben wollen. Ein Dichter muß doch ctlvas Höheres sein, als ein andrer Mensch, nicht»vahr? Damit ist's Essig, sag' ich Ihnen, der ich mit hundert Dichtern verkehrt habe. Schafsköpfe, komplette Esel sind nur zu viele unter ihnen, soivie das Gespräch über Litteratur- klatsch, Verse schmieden, Romane schreiben, Novellen fabrizieren hinausgeht." „Das glaube ich nicht!" „Das glaub' ich Ihnen. Ich weiß es aber. Ich gestehe offen, daß ich geheult habe.»vaS nicht zu meinen Eigenheiten gehört, als ich's wußte, wissen mußte. Wo ist denn ein Vates. ein Prophet»inter ihnen? Nennen Sie mir ihn doch I?" Magda schmieg. „Wenn ein Zuckerbäcker eine genießbare Torte macht, ist das auch eine Kunst. Wenn ein Dichter von heute ein ge- meßbares Gedicht macht, ist das ebenfalls eine Kunst. Vielleicht wenigstens, obgleich es der Zuckerbäcker schwerer hat. Leider aber sind beides sehr vergängliche,»mzulängliche Künste. Man verzehrt sie. die Torte»vie das moderne Dichterwerk, und greift dann,»veil man nur hungriger geivorden ist, zurück zu Brot und Fleisch, Schiller und Goethe, Kleist und Hebbel." Wie leid es ihr that! „In allem ist's immer»vie hier im Augenblick." Er deutete nach oben.„Unter Wolken l Keine Sonne l... O Sonne!!" Wie sie sich aber zngleich freute, daß er so offen zu ihr sprach, so vertraulick». Sie beschloß. Gleiches mit Gleichem zu vergelten, ihm null auch ihre Nöte zu klagen. Aber als sie gerade anheben »vollte, pfiff es hinter ihnen so schrill und durchdringend, daß beide heftig zilsammenschraken. „Aha, Otto. Den hatt' ich glücklich wieder'mal ver- gessen." Magda zog hastig ihren Ann aus dem Schäfers, als würde sie bei einem Unrecht ertappt. Sie gingen auch noch ruhig ein paar Schritte»vciter, ohne sich umzusehen, als hätten sie gar nichts gehört. Dabei traten sie innncr»nehr von einander fort. Erst, als sie fast den ganzen Weg zwischen sich hatten, sahen sie sich um. Jawohl, da kam er, und zwar mit dem Jagd»vagen. Otto kutschierte selbst. Hoch aufgerichtet stand er auf dem Bock, die Zügel locker, pfiff die Pferde an zu tollem Rennen und jodelte dmin wieder in den kahlen Wald. So braust das Leben durch das Reich des Todes. Wie es den Hügel hinan ging I Wie sich die Pferde des tollen Jagens freuten! Otto konnte sie nicht sofort zum Stehen bringen und raste an den beiden vorbei. Fast neidisch folgten ihm Schäfers Blicke. Wie der Kerl strotzte vor Gesundheit! Otto hatte seine Jagdjoppe an, die seiner Gestalt nur vorteilhaft war. Auf dem kräf» tigen, dichten, dunklen Haar, keck in den Nacken den grünen Jügerhut. Wie seine Augen blitzten l Ein ander Material als das, aus dem ich zusammengestöpselt bin, dachte Schäfer. „Schnell, schnell I" rief Otto, als die Tiere endlich standen. „Daß mir die Pferde»licht kalt»Verden!" Als die beiden im offenen Wagen saßen, dicke Pelze über den Kuieen, meinte er:„Jetzt»vollen»vir gemächlich traben lassen, wie sich's für Euch beide schickt. Daß Ihr»uir»ncht noch aus dem Leim geht!" Nein, diese freche, unangenehme Art! „Gut, daß ich Euch noch eingeholt habe, denn auf dem Forsthatls fehlt es sicher nicht an Gesellschaft aus dem Städtchen. Die Leutchen würden nicht übel Augen machen. »venn sie Euch so ohne mich daherspazieren sehen l Das gönn' ich ihnen nicht." .Magda erschrak. Daran hatte sie gm�zicht gedacht. Aber gewiß hatte Otto recht. Solchen Tag lMen sich diese Leute auch nicht entgehen. Mein Gott, sie hatte wahrhaftig diese Menschen in diesen Tagen ganz vergessen.— In» Forsthans befanden sich in der That schon die Frau Oberförster, Frau Aliltsrichter Blau, Frau Doktor Schreiber mit ihrem Fieuchen, Frau Realschul-Direktor Walter und ihr HihilieSchen, sowie Obersörstcrs Bettchcn. Auch die Männer wurden erwartet. Sie hatten der- sprachen nachzukommen, sobald cS der Dienst erlaube. Während Fienchen. Bettchen und Lieschen sich im Tannen- Wäldchen ergingen, das nach Norden zu das Forsthaus schützte, da es allen Winden ausgesetzt auf der kahlen Spitze eines kleines Berges lag. waren die Damen im eifrigen Gespräch über Amtsrichter Roth. Es sollte ihm vor? kurzem ein Malheur passiert sein, wurde überall im Städtchen gemunkelt. Ein junges Mädchen, das als Zeugin veruomnien wurde, hatte ihm gar zu gut ge- fallen. Er sollte es mit auf sein Amtszimmer genommen haben unter dem Vorgeben, er müsse das Mädchen noch ganz specicll auf die Heiligkeit des Eides aufmerksam machen. Da habe er denn einen Angriss auf des Mädchens Tugend gemacht, den diese aber siegreich abgeschlagen. So wurde wenigstens allgemein erzählt. Die Damen hatten die ersten Nachrichten von ihren Dienst- boten, die furchtbare Einzelheiten zu berichten wußten. Der Vater des Mädchens sollte die Sache bei der Staats- anwaltschaft angezeigt haben. Roth hätte vor dem Vater auf den Knien gelegen und ihm zehntausend Mark geboten, wenn er schweige. Kurz, es war nicht nur eine unsittliche, sondern auch eine höchst dramatische Erzählung. die die Dienstboten ihren Herriuneir in die gespitzten Ohren raunten. Man paßte daraufhin sehr auf. wie der Amtsrichter Bla» sich seinem Kollegen gegenüber verhalten würde, denn man wußte, daß Blau sehr„sittlich" war. Die eine Dame hatte nun zwar gesehen, daß Blau den Amtsrichter Roth gestern auf der Straße nur höchst förinlich gegrüßt, ohne mit ihm zu reden, was ja entschieden für die Wahrheit der Dienstboten-Erzähluugen sprach. Aber die Frau Oberförster versicherte, sie habe die beiden ebenfalls gestern höchst eifrig und vertraut im Gespräch mit einander benierkt. Der so„förmliche" Gruß konnte also gerade so gut auf einen Zu- fall beruhen. Die Damen hatten sich zwar hinter ihre Männer gesteckt, aber die lachten sie aus. Doch man weiß ja, wie in solchen Fällen die Männer immer znsanimenhalteu. Ihr Lachen bewies auch nichts. Im„Tagblati" erschienen zwei lange Artikel über Ver- leuniden und böses Nachreden. Wie unrecht das sei und wie gefährlich zugleich, da sich der Verleumder der gerichtlichen Verfolgung aussetze, wenn inan ihn erwische. Der Besitzer der Zeitung wußte also auch um das Gerücht, doch schien er es nicht für berechtigt zu halten. Aber auch das bewies nichts, denn der Amtsrichter Roth und der Zeitlingsbesitzer waren gute Freunde. Es war wirklich empörend, daß man"nicht hinter die Wahrheit kommen konnte. Schließlich sagte die Frau Ober- förstcr:„Ich meine, man denkt von seinem Nebenmenschcn das Gute, so lange es irgend geht, so lauge das Gegenteil nicht betoiesen ist." Aber selbstverständlich, beeilten sich die andren zu ver- sichern. Man spräche überhaupt nur deshalb über die An- gelegcnheit, um durch gegenseitige Aussprache wenn möglich dahin zu gelangen, daß man solch ekelhaften Gerüchten mit aller Energie entgegentreten könne. Im Ernst dächte gar nieniand daran, dem Amtsrichter Roth derlei zuzn- trauen. „Und wenn auch," erklärte Frau Walter resolut.„Die Hauptsache ist, daß nichts publik wird. Mag er thun, was er will; solange es nicht publik wird, bleibt er ein anständiger Mensch in den Augen jedes Gebildeten." Auf das gebildet legte Frau Walter großen Nachdruck. Frau Amtsrichter Blau lächelte spöttisch. Metzgcrstöchter- Bildung, dachte sie, schwieg aber still, da die andren Damen Frau Walter beifällig zunickten. Dem Thema war im Augen- blick offenbar keine interessante Seite abzugcivinnen. Man hatte zwar gehofft, Frau Anitsrichter Blau würde etwas sagen und wüßte mehr. Sie war aber nicht aus ihrem Schweigen herauszubringen. Einige deuteten das im stillen zu Gunsten des Amts- rühters, andre abc� dachten, sie schweigt nur der Kollegschaft wegen. Diese hasten recht, denn Frau Blau wußte in der That, daß dem Kollegen ihres Manns derlei passiert, aber die Sache war unterdrückt worden, damit also erledigt. Nun hatte ihrer Meinung nach niemand mehr das Recht, noch weiter darüber zu reden. Daß das im Grunde auch Metzgers- töchter-Moral war, kam ihr nicht in den Sinn. Nun kam Frau Amtsrichter Roth in Begleitung der Frau Cheniiker Weber. Gott sei Dank I Sie schien nichts zu wissen I von den Gerüchten, die durch die Stadt schwirrten. Das sah man ihr gleich an. Man war ganz'besonders freundlich zu der schönen Frau, als hätte man ihr �ein Unrecht abzubitten. Sie wußte wirklich nichts und war sehr erfreut über die große Liebenswürdigkeit, mit der sie aufgenommen wurde. „Wissen Sie denn auch schon das Neueste?" Hub Frau Walter an, als die Damen wieder saßen. Die Damen schüttelten verneinend und'erwartungsvoll zugleich den Kopf. „Was meine Katharina ist, die hat mir ganz sonderbare Sachen erzählt von Direktors und Frau Magda." „Ach, was Sie sagen? l" „Jawohl, sehr merkwürdige Sachen. Meine Kathanna weiß nämlich bei Direktors gut Bescheid. Denn warum? Bei Direktors dient ein Mädchen, das aus demselben Dorf ist wie meine Katharina. Die hat erzählt, daß Direktors schon seit acht Tagen Besuch haben...." iFimsetzmia folgt.) Klus drL ittttMnlifchvn Tvocho. lieber die Vorherrschaft des Klaviers in»»srer Moden,« Musik ist mit Aecht und freilich auch ohne ivesentliclien Erfolg viel geklagt lvorden. Unter den Gründe» dieser Klagen steht wohl obenan der von dem seelenlosen n»d»ach dein Anschlag kaum mehr selbständig zu beherrschenden Ton des Klaviers. Dieser Mangel fällt natürlich am ehesten dann ans, wenn das Klavier im Berein mit Slreich- instrumenten oder niit der menschlichen Stimme benützt wird. Trog» dem beruht ein beträchtlicher Teil seiner Berwendinig und Beliebtheit in der Begleitung zniii Gesang. Seit das begleitete Sololicd aus seinem frühereu Dunkel, mit dein es fast lediglich in der Dilettanleiiivcll lebte, heraustrat an die künstlerische Leffenr- lichkeit und hier vollwcitig wurde, d. i. seit dem Wirken Schuberts, ist denn auch das Klavier sein ständiger Begleiter. Nur vcrhältnisinätzig selten lvird jetzt die seelenvollere und zur Menschetistinune passendere Begleitung durch Streich- oder Blas- iiistrnmente oder durch volle? Orchester gewählt, und ivenig vermögen die Rufe der Mnsikfrcniide»ach einer bevorzugten Pflege dieser Art von Tonkuust, die doch im 18. Jahrhundert toenigstcns in der Forin der Cantate» ziemlich beliebt war. Ni» jo erfreulicher konnte» wir sein, als nus die letzte Woche doch ei» oder das andre neuere Beispiel von solcher Art brac�lr. Im Mittelpunkt stand hier eine iK..e Komposition von Felix Draeseke, ausgeführt durch de» Berliner L ehrer-Gesang- verein unter Professor Felix Schmidt, betitelt:„Columbns, Cäntate für Soli, Männerchor und Orchester"(vp. k>2). Professor Draeieke, Lehrer theoretischer Fächer am Konservatorinm iir Dresden, nimmt in nnsrer sMusikpflege wohl»icvt den Rang ein, der ihm nach mancher Kennernreiuwig gebüvrr. Er stand in den SlZer und 60er Jahren lebhaft in der ne>' n ischen Reform- bewegung, gilt aber seit längerem au ein eher der Klassiker» Nach- strebender. Sein„Colninbiis" ist getragen durch einen voni Koin- ponisten selbst gedichteten Text, der, ohne nach evoaS specifnch Modernem zu streben, doch gut niid namentlich klangvoll gemacht ist. ColnmbnS ersehnt ans seinem Schfff die endliche Entdeckinig von Land; die Seeleute sind erst niedergedrückt, dann nnivillig und end- lich so empört, dag sie den Führer fesscl» und ihn ertränie» wallen. Da ertönt die Schiffspfeife und allinälig deutlicher der Ans„Land!" und»ach allgemeinem Schtveigen verivandelt sich die Meuterei in Huldigung. Den ivechselvollen Momente» dieser ganzen Begebenheit schließt sich nun die Musik i» charakteristischer, aber keineswegs modern naturalistischer Weise an; reich an Gehalt, verzichtet sie doch auf ge- wohntcs Melodieuwerk und geht einen gut epischen Gang weiter bis zum Schlußgesaiig, der doch ivohl nicht über eine unbedelitende Musikkonvention hinauskonnnt. Solostimmen sind hier zwei: neben ColnmbnS fein Sohn Diego, dessen Bedeutung in der gesamten Schöpfung allerdings mehr die einer Ueberflüffigkcit als einer Un- entbehrlichkeit ist. Fürchtete der Komponist, ohne Frauenstimme ermattend zu wirken i? Herr Arthur van Eweyk, jetzt jeden- falls einer der ersten Oratoriensänger, sang den Colnnibus und Frl. Gertrud Runge de» Diego. Daß die Gesamtleistung sehr an- erkennenSivert war, bedarf bei diesen Konzerten— deren Plätze so begehrt sind, daß ich lange vorher nur mehr einen letzten Sitz erringen konnte— gar nickt erst einer Erivähnung. Weniger Größe und mehr sreundlichen Reiz enthielt eine andre Sang- und Orchesterkomposition:„Thauioetter, für Männerchor und Orchester" von Otto Taubmann lGedicht von Th. Hone« richter). Sie strebt nach darstellender Kraft, erhebt sich jedoch in der programmmusikalischen>schilderu»g nicht loeit über das Maß von DarstellnngS- Charakteristik, das sich etwa schon beim alten Dittersdorf findet. Gegen Ende nimmt die Komposition eine gewisse Mächtigkeit an. die aber den Eindruck macht, als stehe sie nicht im rechten Verhältnis zu dem uns dargebotenen künstleri- scheu Gehalt. Doch jedenfalls würde sich das öftere Vorführen auch dieses Werls' entschieden lohnen. Lm selben Konzert fang ® t. Ludwig SB ü 1 1 u e r einige Lieder. Zu dem über ihn längst gefestigten Urteil, daß er einen ergreifende» Vortrag habe, jedoch nicht singeir könne, kam uns hier noch der Eindruck hinzu, das; Dr. Wülliicr in seinem Vortrag durch ei» Weniger ein Mehr er- reichen würde. In Schuberts„An die Lehcr" gab es so viel Hein»,»»gm und Spannungen des Gesangsvortrags nnd dem- entsprechend— bei dem Klavierbegleiter Professor D r. H. R e i- m NN»— des Rlaviervorrrags der Veglcitung, das; es fast peinlich wirkte. Und der Ton des Sängers ist nun gar— vielleicht trotz Lernens noch mehr als früher— von so unschönem Klang, da« Herrn Cweyks echtere Süngerslinnne daraufhin geradezu eine Erholung war. Allerdings ist von diesen, Mast einer Klangschonhcit ebenfalls noch weit bis zu einer solchen Höhe von Wohlklang, wie sich der Sängerin Lilli Lehmann eignet. Diese vollendete Schönheit des Tons, diese Gleichmästigkeit, mit der sowohl die verschiedenen Vokale als auch die verschiedenen Höhenlagen das ihrige bekommen, diese Gleichheit des Fortspinncns der Töne: das alles ist so muster- hast, dast man diese oft gegebene Kritik gern noch mchrnlals gicbt. Dast hinter jener vollkommenen Vokalisicrung, wie überhaupt bei Sängern älterer Nichtnng, die Vollkounnenheit der Konsonanten- ausspräche etwas zurücksteht, dürfte kau», viel zu besagen haben. In, Vor, rag wirkt Frau Lehmann vor allen, durch die kraftsparende Ruhe, mir der sie sozusagen über dem Gesungenen steht, und dann durch die Lieblichkeit, mit der sie heitere Miniatur- stückchen ganz einzig herausbringt. Allein wo es darauf ankommt, ans ernsteren und tieferen Werken— wie etwa ans Brnhms.Liebestreu l" und„Wie bist Du meine Königin" auch nur cinigcrmasten herauszuholen, was es da zu schöpfen giebt: dort reicht diese vornehme Ruhr iveitaus nicht zu. Nur dast, was die Sängerin abgesehen davon bietet, sie immer noch zu einer aller- erste» und einzigen Künstlerpcrsönlichkcit macht. Verdienstvoll ist auch ihr Vorbringen von manchen weniger laudlänfigen Liedern, so kam diesmal'mehrercs Stimmungsvolle von A. Vnngert zu Gc- hör. llusrcr eingangs erwähnten Abneigung gegen Klavier zur Gc- sangsbcglcitung gab das neuliche Lehmann-Konzert insofern keine besondere Nahrung, als hier die BegleitnngSknust Professor Nein- hold L' Hermanns zn dem Besten gehörte, lvas man in solchen Konzerten findet. Schliestlich gereicht der Sängerin auch die leichtere Zngänglichkcit ihrer„populären" Konzerte' zur Ehre. Achnlich steht es mit dem Chklns von Klavicr-Kammennusik-Abendcn der Professoren Barth, W i r t h, Hausmann. Auch sie haben vor kurzen, in gelvohnter und bekannter Weise begonnen, gediegen durch die Reproduktion und gediegen— nur allzu sicher gediegen— durch ihr bewährtes klassisches Repertoire, das anscheinend lein Wagemut ruit weniger Bekanntem erfrischt. lieber ein Singakademie-, ober doch nicht singakadcmischcs Konzert, zu dem ich durch jenen Lehrcrgesang-Abcnd verhindert war, hörte ich von vcrlästlicher Seite nur gutes. Der Barytonist Max St o t b e n b ü ch e r soll sich in jedem Sinn, ganz besonders durch eine gute Aussprache, erfolgreich bewährt haben. Ebenso gntcS sei über die mit ihn, konzertierende Violinistin Laura Helbling zu sagen. Am meisten Anklang fand sie durch den Vortrag von »Hcjre Kati" I. H u b a h S, der in Pest als berühmter Violinvirluos und angesehener Komponist wirkt. Eine sehr interessanic, an sich nicht neue aber doch vielen noch unbekannte Vorführung fand neulich in den„Populären Phil- harmonischen Konzerten" statt, über deren Nachteile und Vorzüge Ivohl schon genug gesagt ist; die viele» musikalischen. Bekanntschaften, die sie ermöglichen, sind ihnen jedenfalls zum Verdienst anzurechnen. Also cS kam Paul Ertels „Maria Stuart"(nach Schiller), sinfonische Dichtung für grostcs Orchester, op. I. Sic bekennt sich ausdrücklich als„uaturalistischen Prindpien huldigend" und ist jedenfalls innerhalb dieser Richtung mit Ehren zu Nennen. Die charakteristische Darstellung des An- fchwcllenS einer Partie durch die mnfikalische Form einer Fuge vcr- dient wohl eigens vermerkt zu werden. In, selben Konzert kam aucb R» b e r t B u ck zur Geltung, übrigens der dritte Berliner Mnsikreferent, den wir in dieser Woche als Komponisten wiederfanden. Seine„Z>v e i Gesänge für eine mittlere Stimme und Orchester," op. 13, von Frl. T i l l y K o e u e n mit längst bekannter Tüchtigkeit gesungen, stehen schon durch das Erweitimi der Begleitung— längere Einleitung— über gewöhnlichem Gesangswerk. Auch sie sind eine verdienstliche Arbeit; das stark Pathetische, das ihnen eigen ist, ntnh nun schon einmal in unsrer Zeit milder be- urteilt werden, als es vielleicht in einer andren der Fall sein lvürde. BZ. Kleines Lenillekon. — Den deutschen Stromlanf der Weichsel schilderte au, Montag im Hörsaale der Urania, Taubcnstraste. Herr Direktor Franz Görke. Vorzügliche Projektionsbilder illnslnerten diesen Vortrag, der uns das Leben und Treiben auf dem Strome und an seinen Ufern lebendig vor Augen führte. Der Zauber der Romantik, der die westdeutschen Strhme uniwittert, fehlt der Weichsel, dem unbekanntesten der deutschen Ströme, fast gänzlich. Durch flache Niederungen, die nur in, Culmerland durch niedrige Höhenzüge unterbrochen werden, ivälzt der Weichselstrom sein gelbgraues Wasser. Weidengestrüpp umsäumt seine Ufer, die in regelmäßigen Abständen die schmalen Landzungen der Vnhncnbauten weit in den Strom hinausschieben; schwerfällige Weichselkähne mit Riesensegeln und groste, ungefüge Flöße, die nicht mit Rudern, son- dern mit Baumstämmen vorwärtsbewegt und gesteuert werden, geben dem Strom ein charakteristisches Bild. Galizische oder pol- nische Flissaken, durchweg arme, gutmütige Leute, bedienen die Kähne und Flöße; chre schwermütigen Weisen durchziehen, meistens von den Klängen einer Harmonika begleitet, die abendliche Stille des Stromgebiets. Doch auch die Romantik in, Sinne der westdeutschen Stromgebiete kommt wenigstens stellenweise an den Weichselnfcrn zu ihren. Recht. Eine alte Kultur, die der dcntsche Ritterorden, der im 13. Jahrhundert den Sitz des Hochmeisters von Venedig nach Marienburg verlegte, aus Italien brachte, spricht noch heute in Ruinen zu uns. Dieser Kontrast, der in den stolzen mittel- alterliche» Prachtbauten der Städte, Kapellen und Burgen mit dem wehmütigen Ernst der Landschaft, die schon lebhaft an russisches Stcppenland erinnert, liegt, giebt dem ganzen Weichsel- lande sein charakteristisches Gepräge. Zwischen diesen Burgen und im Mittelalter einst mächtigen Handelsstädten stoßen wir oft auf die primitivsten menschlichen Wohnnng«»: auf die Erdhütten. Diese Hütten bestehen zur Hälfte in einein etwa 1 Meter tiefen Loche, über welches maulwurfshügelartig Rasenstücke aufgetürmt sind; eine niedere Ocffnnng vertritt zugleich die Stelle der Thür, des Fensters und des Rauchabzugs. In diesen Erd- Hütten Hansen die Flissaken, wenn sie keine Beschäftigung ans dem Stron, haben.— Von der russischen Grenze aus haben wir nusre Fahrt begonnen. Thor», Cnlin, Graudeuz, Marienburg, Dirschau und Danzig gleiten an uns vorüber. Wir lernen das Strastenlcben der einzelnen Städte kennen, bewundern die architektonischen Kunstwerke der Kirchen und die gewaltigen, mittel- alterliche» Profaubauten der Rathäuser und namentlich des Artus- Hofs, der jetzigen Börse der Stadt Danzig. Vier geivaltige Brücken, die zu den größten in Deutschland gehören, spaimcn sich bei Thor», Fordon, Graudenz und Dirschau über den Strom. Auch das Wcichscldelta mit seinen landschastliche» Reize», das lebhaft an die Niederlande eriuncrt, betreten wir von veiscknedencn Punkten aus und staunen über die ungeheure Frucht- barkeit dieses Landstrichs.— Von Thor» bis Weichselmünde zieht sich der dcntsche Stromlanf der Weichsel; die Landstriche, die diesen Stromlanf umsäume», gehören zu den unbekanntesten Deutschlands, obwohl gerade hier vor noch kann, drei Jahrhunderten eine Kultur blühte, die mit der der Rhcingegend wetteifern konnte.— Ein indisches Loblied auf de» Knoblauch ist aus dem Bower Manuskript, auf Birkeublätter geschrieben und ans dem S. Jahrhundert n. Chr. stammend, jüngst an das Tageslicht gezogen und von Aschosf erläutert worden. Der Knoblauch entstand nach diesem wnndersaincn Liede ans den Blutstropfen, die zur Erde fielen, als der heilige Janardana dem uektarttinkenden Hern, der Asnras den Kopf abschlug. Deshalb meiden ihn die Brahmanen, nnd daher hat er seinen starken Geruch. Sei» Fest fällt in die kalte Jahreszeit, in den März»ich April. Dam, werden die Giebel der Häuser, die Thürcn nnd Fenster mit Knoblauchgewinden geschmückt und Knoblauchkränze auf das Haupt gesetzt. Der Grundgedanke des Festes ist die Erkenntlichkeit der Menschen, denen Brahina ein so wohlthäligcs Arzneimittel geschenkt hat. Die Art, wie er in jenen entlegene» Zeiten verordnet wurde, ist seltsam. Man nahm zunächst ein Bad, dann opferte man Brahma und be», Fenergott, wartete einen unter eine», günstigen Sternzeiche» stehenden Tag ab. seihte den frischen Knoblauchsast' durch und trank ihn. während mit mächtigen Palmblattfächern Luft zugefächelt Ivurde. Wenn Ohnmacht eintrat, wurde der Knoblnuchsafttrinkcr mit Wasser besprengt und mit Sandelholzsalbe gesalbt. Der Knoblauch Ivurde auch in Butter, süßen Früchten, geröstetem Mehl, Haferschleim, Bohnenbrühe oder mit Zinunet und Salz genommen. Man glaubte an die Heilkraft des Tranks in fast allen Frille», z. B. bei galliger oder schleimiger Konstitution, schlechte», Appetit, gestörter Verdauung, belegter Stimme, Husten, Asthma, Magerkeit, Schwindsucht nnd Rheumatismus. Wer ihn regelmäßig nimmt, bekomnit eine Stimme so hell wie Flöten- oder Tambourinklang, eine Gesichtsfarbe so klar wie geschmolzenes Feingold, eine glatte Stirn, einen starken Geist, und er wird nicht vor dem 100. Lebensjahre sterben.— Volkskunde. — Eine Sitte aus der Drnidenzeit. Ueber einen eigentümlichen Gebrauch, der sich an die großen Stcindenkmäler der Vorzeit, die Dolmen, in Frankreich und England knüpft, hat neuer- dings I. Dcuiker in der Pariser anthropologische» Gesellschaft be- richtet. I» dem Walde von Tric, an der Grenze des Departements Oiie und Eure, drei Kilometer von Gisors, befindet sich ei» über zwei Meter hoher Dolmen oder„Druidenaltar", der aus vier Steinen gebildet ist. Drei davon stehen senkrecht, so dast sie drei Seiten eines vorne ostenen Raums einschließen; der vierte, viel größere, bedecktste. DasMatcrialästRalkstein. DerdieRückwand bildende Stein zeigt nun ein Loch von etwa drei Decimctern Breite, durch das noch'vor einem Jahrhundert die Bewohner der Umgegend kranke oder schwache Kinder hindurchreichten oder hindurchgehen ließen, in der festen Meinung, daß sie dadurch gekräftigt oder gesund gemacht würden. Auch sollen die neugebornen Kinder auf die Deckplatte des „Altars" gelegt worden sein. Der Aberglaube ist noch in der Gegend bekannt, aber man scheint keine Bedeutung mehr darauf zu legen. Eine 1801 von der Pariser philomatischen Gesellschaft vcröffentllchte Schrift bezeichnet es als unwahrscheinlich, daß jener Gebrauch erst nach der Einfiihnm.q des Christeniliins iis>si, i, g ist ein»euer russischer Bericht erschienen, auS dem die„Times" die bc»,erke»sive,tcs!cu Angaben wiedergeben. Es scheint danach, daß sich der goldhaltige Boden in Sibirien über ei» tveiteS Gebiet ausdehnt. J», besonderen nimmt er eine Zone ein. die sich in nordöstlicher Richtung von de» Gehänge» der Berglette innerhalb der Steppen von Tnrkestan bis»ach dem OchotSlischen Meer erstreckt und in der Länge fast 7000. in der Breite nahezu 050 Kilometer mißt. Bei dieser ungeheuren Ausdehnung des für den Goldbcrgbau in Frage kommenden Lands ist vorläufig nur eine oberflächliche Untersuchung möglich gewesen, die noch besonders durch die Ilnwegsamkeit deS Gebiets erschwert wurde, indem die sibirischen Urwälder dieser Zone eigentlich mir im Winter durchquert lverbeu kömieii, lvenn Schnee»ud Eis die Flüsse und Moräste bedecken. Der sibirische Goldbergbn» geht in seinen ersten Ansänge» anf etlva die Mitte des 19. Jahrhimderts zurück, wein, die Bearbeitung der erste» Goldader» in, Ural hinzugerechnet Ivird. Vor etlva 20 Jahren tvnrden dam, zunächst goldhaltige Quarzriffe in dem Gc- biet des Jenissci- Stroms und i» Transbaikalien entdeckt, vor fünf Jahre» erst weitere Goldlager in de», Gouvernement Tomsk. Im Jahre 1871 wurde das erste Gold in der Provinz des Annir-Flnsses gewonnen. Die Amur- Bergbau- Gesellschaft zog ans ihren Gold- selber» im Jahre 1897 79t Pfund und die Argnn- Gesellschaft ans den ihrigen, die besonders in de», Gebiet des Qnellstroms Argn» gelegen find, 2145 Pfund. Bor vier Jahren hat dam, die russische Regierung eine sorgfältig zusanimengesetzte Expedition»ach dem östlichsten Sibirien entsandt, um das Küstengebiet am Ochotskische» Meere anf Gold untersnchei, zu lassen. Es wurden in der That reiche Lager in, Schwei,»»- landboden gefunden,»nd die Rnssisch-Chiiiesische Bank begann alsdann mit der Einfuhr moderner Maschine»»nd mit der Heran- zichnng erfahrener Bergleute ans Kalifornien, nm die Ansbentnng der neuen Goldschätze in Angriff zn nehmen. Während die gold- Halligen Sckiichicn Kaliforniens»nd Kanadas von verhältnismäßig hohe», Alter sind, gehört die Bildimg des goldführende» Schwenim- landbodcns in Sibirien einer recht jugendlichen Zeit der Erdgeschichte an. Er liegt in Thälcrn von gewöhnlich geringem Gefälle und von simlpfiger Beschaffenheit. Ter Abbau ivird weiter dadurch erschwert, daß die goldführende Schicht durch eine andre unproduktive Bodenloge bedeckt ist. Außer Gold werden i» diesen sibirischen Sande» noch ScbwefelkieS»nd die damit meist verbundene» Mineralien wie Magnetcisenslcin, Thoncisenstein»stv. gefunden. An verschiedenen Plätzen hat man auch Knpser, Blei. Wismnth, Granat, Tunnalin und andre verwertbare Mineralstosse entdeckt. Die Sande sind nicht frei von organischen Resten, nnter denen die Skelette des Mannnnih voriviege». Auch menschliche lleberbleibsel find darin gefunden Ivorde», sowohl ei» Schädel als auch alte Fcner- plätze und Steine niit Zeichnnngen. Viele der Goldfelder liegen in einem Boden, der fortdauernd gefroren bleibt und im Sommer mir bis zn sehr geringer Tiefe anstaut. Jedenfalls also ivird der Berg- bau hier mit ganz eigentümlichen Verhältnissen zu rechnen haben. Leichter Ivird die Bearbeitung vielleicht noch im Gebirge sein. z. B. nn Altai, Ivo Gänge von Blei, Silber und Kupfer bekannt sind und in de» ans der MÜndfchmei nordöstlich nach Sibirien sich erslreckendeii Bergmasseu.— Himnoristiiches. — Der kürzeste Weg. Sie:„Wollen tvir nnsre Verlobung unsren Freunden telegraphieren oder tclephonieren?" E r:„Wir ivvlle» sie einer Dame mitteile— („Jugend".) — Galgenhumor. S ch m i« r en d i r e k t o r:„Sie sind ein Schafskopf!" Schauspieler:„Wen» ich jetzt nicht sofort fünfzig Pfennig Vorschuß erhalte, verklage ich sie!"— — Blasiert.„Wie hast Du Dich anf Deiner Hochzeitsreise unterhalten?" „Fad— ich mach' nie mehr eine!"— Notizen. — Otto Ludwigs Jngcndweri„Hanns Frei" wird nach mnnnchr einem halben Jahrbnndert in einer Bearbeitung im Dresdner H o f t h e a l e r noch vor Weihimchten seine Erstauf- fiihrmig erleben.— —„ G' r a d a T o d s ü» d tv e r t" heißt die nächste Novität der T e g c r u s e e' r, die an,»ächstei, Sounabend im Belle- alliauce-Theater vor der geladene» Presse aufgeführt werde» wird.— — Die Oper„DaS Mädchen herz", ein Werk des junge« JtalienccS Creszcnzo Buongiorno. wird im Februar zum ersten»»,! a», Kasseler Hoftheater in Scene gehen.— — Das erste große O r ch e st e r k o» z c r t der Wagner- Vereine findet n», 3. Dezember in der„Philharmonie" statt. Zinn erstemnal werden«. a. Gesäuge mit Orchester.von Richard Strauß und„Barbarossas Erwachen" von S. Hausegger aufgeführt iverden.— — Eine Ausstellung»euer Arbeiten Otto EckinannS: Tcppiche, Tapeten, Mövelstoffe, Schriftproben usw., ivird heute im Lichlhofc des K u n st g e w e r b e-> M u s e u in S eröffnet.— — Bei Keller n. Reiner wird in diesen, Monat der „M ä r k i s ch e K ü n st l e r b u» den sieben Schüler Eugen BrachtS bilden, seine zweite Ausstellung veranstalten.— — Bor haltige Ste in kohle. Während man schon früher in der Asche mancher Sieinkohlen einen gelviffen Vanndingehalt iiachgewiesen hat, andre Kohlen sich sogar als goldhaltig erwiesen haben, hat, wie der„Prometheus" der belgischen Zeitschrist „L'Jndnstrie" vom 9. September entnimmt, in jüngster Zeit Pro- fcffor Mayen? v» in der Kohle ans dem Schachte Ferrouillat zu Saint-Etienne einen merklichen Borgehalt»achgetviese».—___ Die nächste Nummer des UnterhaltungsblattS erscheint am Sonntag, de» 11. November._ Vercuitwortlichcr Redatteur: Heinrich Böevter in Grod-Lichterjelde. Dnick und Verlag von Max Badiug in Berlin.