Nnterhaltungsblatt des Hvrwüris Nr. 219. Freitag, den 8. November. 1901 (Nachdruck verboten.) 8] CvcM. Noinan von Bret Harte. IV. Die Wckkehr des Fräulein Crcssida Mc Kinstry nach Andiauerbrunn und zu ihren unterbrochenen Studien war ein Ereignis, von dem man nicht nur in der Schule 5totiz nahm. Selbst das aufgehobene Verlöbnis erschien nach dem all- gmeinen Dafürhalten geringfügig gegenüber der Wieder- aufnähme des Schulbesuchs. Einige boshafte ältere Mit- fchivestern, die natürlich als solche von dem Schießgewehr Mc Kinstrys nichts zu fürchten hatten, meinten, das Seminar in Sacramento habe sie zurückgewiesen, die Mehrzahl aber war stolz auf ihre Rückkehr und sah dieselbe in gewissem Maße als ein Komplinient gegen die Schulverhälmisse in Jndianerbrunn an. Mit einer Breite und Beredsamkeit, welche in rührendem Gegensatze zu seiner Größe und der Qualität von Druck und Papier standen, stellte der „Stern von Tulrumnc" es als möglich hin, daß„in Jndianerbrunn ein„Hain des Academus" emporwachse, unter dessen Zweigen künftige Gelehrte und Staats- mänuer ihren Gedanken nachhingen", und behandelte die isache in einer Weise, welche dem Lehrer im höchsten Grade unangenehm war. Denn eine Zeitlang wurde der Pfad zwischen dem Ranch Mc Kinstrys und dem Schulhause von jungen Leuten umlagert, für welche die frei gewordene Cressida, nachdem sie die gefährliche Anfsicht der Davis and Mc Kinstrys losgeworden, ein Gegenstand begieriger Bewuude- rung geworden war. Das junge Mädchen selbst, welches, un- geachtet des dadurch dem Lehrer bereiteten Aergers, mit bewußter Absichtlichkcit abwechselnd alle ihre neuen Kleider trug, womit sie ihre Verehrer nicht wenig reizte, wagte es doch nicht, diese bis in die Nähe des Schulplatzcs mitzubringen. Es fiel dem Lehrer auf, daß Jndianerbrunn sich um seine eignen Beziehungen zu der ländlichen Zauberin gar nicht zu kümmern schien; die jungen Leute waren offenbar nicht eifersüchtig auf ihn, und keine Matrone fand etwas Un- paffendes dann, daß ein junges Mädchen von Cressys Alter und Antecedenzien dem Unterricht eines jungen Mannes an- vertraut wurde, der kauin älter war als sie. Ungeachtet der Haltung, welche Herr Ford ihr gegenüber annahm, berührte ihn dieses versteckte Kompliment gegen die bei ihm voraus- gesetzten klösterlichen Neigungen fast ebenso unangenehm wie die übertriebenen Lobreden des„Stern". Er mußte sich ge- wisse eigne Thorheitcn ins Gedächwis zurückrufen, um sich klar zu werden, daß er nicht der Asketiker war, für welchen man ihn hielt. In Verfolg seines Mc Kinstry gegebenen Versprechens hatte er einige Lehrbücher angeschafft, welche für Crcssy passender waren, ohne ihr jedoch unter den Schulkindern eine Ausnahmestellung zu geben. Nach einigen Wochen gab er ihr dann die Aufsicht über die kleineren Mädchen, iudcm er gewisse Funktionen Rupert Filgen abnahm, welcher dem ver- achteten und„dummen" Geschlecht gegenüber mit mehr Härte seines Amtes waltete, als nötig war. Cressy hatte sich diesem wie ihren neuen Arbeiten mit gutmütiger Gleichgültigkeit unterzogen und zeigte zuweilen mit erstaunlicher und er- schreckender Offenheit, daß sie von dem abstrakte» oder moralischen Zwecke alles dessen keine Ahnung habe.„Zu was ist das gut?" fragte sie dann wohl und sah den Lehrer Plötz- lich an. Herr Ford, in Verwirrung gebracht durch ihren Blick, der früher oder später immer gewisserinaßen um Ent- schuldigung zu bitten schien für das gänzlich ungehörige Be- trachten seines Gesichts, gab ihr dann gewöhnlich eine ein- gehende Antwort. Wenn aber der Gegenstand ihre eignen Neigungen berührte, war sie eifrig bei der Arbeit. Eine vor- übergehende Vorliebe für Botanik wurde durch einen kleinen Norfall wachgerufen. Der Lehrer, welcher diese Wissenschaft für etwas hielt, mit dem sich Damen sehr ivohl beschäftigen könnten, berührte den Gegenstand einmal in der Pause und erhielt die gewöhnliche Antwort.„Denken Sie doch einmal," fuhr er init einiger List fort,„jemand sende Ihnen anonym Blumen." „Ihr Schatz!" meinte Hans Filgen mit heiserer Stimme und dreister Stirn. Ohne den Einwurf und den Rippenstoß zu beachten, mit welchem Rupert seinen Bruder dafür rcgaliert hatte, fuhr der Lehrer fort: „Und wenn Sie nicht herausfinden, wer der Absender ist, so würden Sie doch wenigstens wissen wollen, wie sie heißen und wo sie wachsen." „Wenn sie hier'rum wachsen, können wir's ihr sagen," rief ein Chor kleiner Stimmen. Der Lehrer zögerte. Er fühlte, daß er auf ein bedenk- liches Gebiet geraten sei. Er war umringt von einem Dutzend kleiner scharfer Augen, vor denen die Natur kein Geheimnis zu verbergen vermochte— Augen, welche der frühesten Blumen harren und wissen, wann sie hervorsprießen, kleinen Fingern, welche nie die Blätter eines Buches berührt hatten, aber wußten, wie man die erste Anemone von der Hülle befreit, oder die in entlegenen Höhlen nach der schüchternen Hagerose gesucht hatten, führerlosen kleinen Füßen, welche instinktiv den Weg nach den südlichen Geländen mit ihren Mariposas gefunden, oder, ohne zu irren, am Fluß Wasserlinien auf- gesucht hatten. Neberzeugt, daß er darin nicht mit ihnen gleichen Schritt halten könne, ging er darüber hinweg. „Angenommen, daß eine dieser Blumen," fuhr er fort, „nicht gleich den andern ist, daß Stengel und Blätter statt grün und weich, weiß und zähe wären wie Wolle, als sollten sie zum Schutz gegen Kälte dienen, wäre es nicht hübsch, wenn man gleich wüßte, daß sie nur im Schnee gedeiht und daß man bis über die Schncelinie empor- steigen müßte, um sie zu pflücken?" Die unschöne Einführung eines Blumenfremdlings gefiel den Kindern nicht und sie schwiegen still. Daraufhin ließ Crcssy die Botanik gelten. Eine Woche danach legte sie eine unscheinbare Pflanze mit einem Stengel gleich grobem Wollengarn dem Lehrer auf das Pult.„Es ist nichts dran zu sehen, nicht wahr?" sagte sie. „Ich hätt''ne bessere mit der Scher' aus einem alten Jackett von mir ausschneiden können." „Haben Sie sie hier gefunden?" fragte der Lehrer über- rascht. „Masters hat suchen müssen, wie er auf dem Berg war. Ich Hab' sie ihm beschrieben. Ich dachte wahrhaftig nicht, daß er so viel Gripps haben würde, das Richtige zu bringen. Aber er hat's doch fertig gebracht." Obgleich die Botanik nach diesem einem andren über- tragene» Versuch langsam an Interesse einbüßte, trug sie doch dazu bei, daß Cressy immer mit frischen Blumen versorgt war, und indem ihr freundlicher Einfluß sich auf ihre Freunde und Bekannten ausdehnte, wurde Botanik allmählich mit Gartenbau verwechselt, führte dazu, daß ein paar Gärten angelegt wurden, und wurde in der Schule als eine stillschweigende Konzession angesehen. Beeren, Aepfel und Nüsse mitzubringen. Im Lesen und Schreiben machte Cressy tüchtige Fortschritte und ihre grammatikalischen Fehler wurden merklich geringer, wenn sie auch gewisse charakteristische Ausdrücke und ihre halb musikalische Intonation beibehielt. Das trat besonders beim lauten Lesen zu Tage, dem dadurch ein eigner Reiz gegeben wurde, welcher ihrer gewöhnlichen nachlässigen Redeweise fehlte. Selbst das Lesebuch mit seinen eindrucksvollen, für kleine Leser sorgfältig ausgewählten Stücken aus englischen Klassikern blieb für Cressy nicht länger etwas Unverständliches. Gelassen hatte sie die Schwierigkeiten der Aussprache niit Hilfe eines instinktiven Gefühls für Wohlklang, wenn nicht gar Verständnisses, überwunden. Mit geschlossenen Augen erkannte der Lehrer seine Schülerin kaum wieder. Ob sie das Gelesene verstand oder nicht, mochte er nicht fragen i ohne Zweifel wußte sie hier wie in andren Dingen, was sie anzog. Rupert Filgen, der mit Gefühl, wenn auch nicht immer korrekt las, und im Fluge vier bis fünf Silben„nahm", um in dem Graben einer rhetorischen Pause auszuruhen, sprach allein verächtlich über ihre Art. Oktavia Dean, die zwischen ihrer hoffnungslosen Neigung für den schönen, aber unzugänglichen Jungen und ihrer Seelenfrenndschaft für das größere kleider- reiche Mädchen hin und her schwankte, studierte des Lehrers Gesicht mit ängstlicher Sorge. Es bedarf nicht eines besonderen Hervorhcbens, daß Hiram Mc Kinstry, soweit ihm Grenzstreit und Viehtreiben Zeit ließen, mit diesen neuesten Fortschritten seiner Tochter sehr zufrieden war. Er gab dem Lehrer zu verstehen, daß ihr 874— Lesen eine Errungenschaft sei, welche auch zu Hause geübt werden und zu dem Gleichmut führen könne, welcher ihm so sehr fehlte. Auch ging das Gerücht, daß Cressys Vorlesen ihn eines Abends daran gehindert habe, einem von den Hender- sons eins„aufzubrennen". In den Augen der Oeffentlichkeit fiel dem Lehrer von Cressys Erfolgen ein Anteil zu. Obgleich aber Frau Mc Kinstry ihre tolerante Gutmütigkeit ihm gegenüber nicht wesentlich änderte, merkte er mit Bedauern, daß sie die Studien ihrer Tochter und ihres Mannes Interesse für dieselben als eine Schwäche ansehe, welche im Laufe der Zeit seine mörderischen Absichten aufhalten und Auge und Hand unsicher machen könnte. Und als Mc Kinstry sich in den Schulvorstand wählen ließ und dadurch genötigt war, mit gewissen Ansiedlern aus dm Osten in Verkehr zu treten, die auch bei der Ver- waltung beteiligt waren, war die Möglichkeit einer Verminde- rung der Schärfe der zwischen den Jankees und ihnen gezogenen Grenzlinie ihr Anlaß zu ernsten Zweifeln an Harry physischer Kraft. Wenn Onkel Bens Fortschritte geringer waren, so waren sie doch nicht weniger befriedigend. Ohne Phantasie und Schwärmerei hielt er sich mit schwerfälliger Beharrlichkeit daran. Wenn der leicht erregbare Rupert Filgen gegen die hartnäckige Langsamkeit seines Schülers nichts auszurichten vermochte, ließ sich der Lehrer selbst, bewogen durch Onkel Bens triefende Stirn und zusammengezogene Brauen, dazu herbei, ihm den Nachmittag über die Geheimnisse vor ihm zu enthüllen, ihm für seine schwere Hand etwas vorzuschreiben oder wie bei Kindern diese über das Papier zu führen. (Fortsetzung folgt.) (Nachdruck verboten.» Vis Für die Fortleitung elektrischer Energie werde» bekanntlich Kabel von entsprechendem Leitnngsverinvgcn benutzt. Die gewaltigen Fort- schritte der Elektrotechnik' in den letzten Jahren und die dadurch hervorgerufene umfangreiche Verweiidnng der elektrischen Energie haben zu Anlagen verschiedener Art Veranlassung gegeben und den Bedarf an elektrischen Lcitungsmaterialien ganz gewaltig gesteigert. Die Herstellnug der elektrischen Leitungskavcl hat sich dadurch zu einem besondren Fabrikationszweige der elektrotechnischen Industrie entwickelt. Eine moderne Kabelfabrik sucht man möglichst in der Weise anzulegen, daß für die Zufuhr der Rohmaterialien und für die Äbfuhr der Fabrikate vorhandene Wassertvege und Eisenbahnlinien benutzt iverden können. Man errichtet daher Kabelwerke meist dort. Ivo in der Nähe eine Eisenbahnstation und ein schiffbarer Wasseriveg vorhanden ist. Mit der Station wird dann die Fabrik durch ein Anschluhgeleis verbunden, während die Ent- »ahme der auf dem Wasserivege mit den Schiffen und Dampfern herbeigeschafften Materialien durch geeignete Krahn- und Transport- anlagen bewirkt ivird. Die Anordnung der Fabrik selbst geschieht zweckmäßig in der Weise, daß sie als Hallen- und Etagenban in der Form ausgeführt Ivird, dag ein zusammenhängender, überdachter Raum entsteht. Diese Ausführungsforni ist für eine Kabelfabrik darum besonders zweckmäßig, weil'sich bei derselben der Transport von halbfertigen Kabeln über freie, dem Wind und Wetter aus- gesetzte Hofräume nicht nötig macht, während die Erweiterung eines solchen Werkes bei zunehmendem Kabelbedarf keinerlei Schivicrigkeiten bereitet. Die Fabrikation der großen schweren Kabel nimmt naturgemäß in einer solchen Fabrik den größten Raum ein. Die eigentliche Her- stellnng der Kabel beginnt nun damit, daß man ans den geeigneten Metallen die Drähte' anfertigt. Da Kupfer ein ganz vorzüglicher Leiter für Elektricität ist. so werden die meisten Drähte ans Kupfer hergestellt. Allerdings hat in neuerer Zeit auch Alnmininm, das die Elektricität weniger gut leitet wie Kupfer, diesen Mangel aber durch sein geringes Gewicht ansgleicht, für elektrische Leitungszivecke Ver- Wendung gefunden, znnial dieses Leichtmetall bedeutend im Preise hcrabgcgaiigen ist, während Kupfer infolge des riesigen Verbrauchs namentlich sllr elektrotechnische Zwecke wesentlich teurer geworden ist. Man sucht im Kabelwerk möglichst elektrolytisch reines Kupfer zu verarbeiten, da dieses als vorzüglicher Leiter dem elektrischen Strom nur geringen Widerstand entgegensetzt. Das Kupfer, welches meist als Barren von S5 Centimetcr Länge und quadratischem Querschnitt von g Centhnetern Durchmesser zur Verarbeitung gelangt, geht in das Kupferwalzwerk, um vier, nachdem es erwärmt worden ist, die Walzen zu passieren. Die Anordnung der Walzenstraßen ist so getroffen, daß sich die mit Ans- sparnngcn von abnehmender Größe versehenen Walzen in einer ge- wissen Entfernung gegenüber stehen. Der glühende Kupferbarrcn wird nun zu der' Walze niit der größten Aussparung gebracht. Die Arbeiter halten den Barren mit Zange» gegen die kalibrierte Walze, die denselben hindnrchreißt und dadurch eine bedeutende Aus- streckung in der Längsrichtung bewirkt. Sowie das Kupfer nach dieser ersten Streckung auf der andern Walzenseite herausgetreten ist, packen es die Zangen der Arbeiter von neuem. um es an die nächst kleine Kalibrierung ii bringen; der Prozeß des Dnrchzwängcns wiederholt ich also, und damit wird auch die Verlängerung des Materials eine größere. Die Einrichtung ist nun so getroffen, daß das glühende Kupfer immer hin und her durch die sich gegenüberstehenden Walzen geschickt wird. Da die Hohlräume(also die Kalibrierung) der Walzen immer kleiner werden, so wird das hindurchgepreßte Kupfermaterjal immer mehr und mehr in der Längsrichtung gestreckt. Bei Be- Nutzung einer Dreifach-Walzenstraße ist man so in der Lage, in der Zeit von 3 Minuten aus einem Knpfcrbarren von der erwähnten Größe einen nniden Draht von 6 Millimeter Durchmesser und nn- gefähr 260 Meter Länge auszuwalzen. Zu dieser Arbeit ist die Be- thätigung der Walzen durch eine Kraftquelle von etwa 600 Pferde- stärken erforderlich. Die Knpferbarren brauchen nur zu Beginn des Walzprozcsses glühend gemacht zu werden, da sie durch das so'rtgesetzle Durchpressen durch die Walzen infolge der auftretenden Reibung immer wieder genügend erwärmt werden. Der Anblick, den die Thätigkeit in einem solchen Walzwerke bietet, ist ein ungemein anziehender: gleich glühenden Schlangen laufen die Kupferstreifen, von geschickten Arbeitern aufmerksam bedient, durch die Walzenstraßen des Raumes hin und her. Der so hergestellte Walzdraht kommt nnnmehr in eine andre Abteilung, woselbst er auf Ziehbänken dünner gezogen wird; diese Bänke sind so eingerichtet, daß man Drähte von verschiedenem Querschnitt gewinnen kann. Will man ganz besonders dünne Drähte fabrizieren, so schickt man die in dieser Ziehabtcilung bis zu etwa 2 Millimeter Durchmesser hergestellten Drähte in die Feinzieherei; hier sind die Zieheisen mit entsprechend gebohrten Diamanten ver- sehen. Diese Ziehmaschinen weisen mehrere Diamanten von im Kaliber abnehmender Größe auf. Man schickt nun den Draht durch die imnier kleiner werdenden Löcher der Diamanten und gewinnt so Drähte bis herab zu 0,05 Millimeter Durchmesser. Die Änwendnng der Diamanten hat den Vorteil, daß auch bei den dünnsten Drähten die Gleichmäßigkeit des Durchmessers gesichert ist. Außer den Drähten von kreisrundem Quciffchnitt werden auch solche von ver- schiedcncn eckigen Profilen fabriziert. Neben den Knpferdrähten stellt man in einem Kabelwerk auch Messing- und Bronzedrähte für elektrische Lcistnngszwecke her. Da die großen starken Kabel für Kraftübertragimgszwccke oft bis zu Betriebsspannungen von 20 000 Volt benötigt werden, so muß bei der Fabrikation auf eine gute Isolation Bedacht genommen werden. Die Kabel werden daher, bevor sie die Produklionsstclle verlassen, einer Prüfung der Isolation unterworfen, wobei die Spannung auf das Doppelte der für sie in Aussicht genommenen Betriebsspannungen gebracht wird. Die auf besondere Spulen(sogenannte Bobinen) gewickelten Drähte werden auf de» Kabellitz-Maschinen zunächst zur Kabelseele vereinigt und dann mit einem isolierenden Faserstoff, zu dem meist die aus Ostindien stammende Bastfaser Inte gewählt wird, um- spönnen. Die von der Kabellitz-Maschine fertiggestellte» Seile werden in einen Raum gebracht, woselbst sie, nachdem man der Jute durch Trocknung in geheizten Vaknum-Trockenschränken die Fenchtig- keit vollständig entzogen hat. in Gefäße gelegt werden, die mit ge- schmolzeuen harzigen Jsoliermaterialien gefüllt sind. Haben die Kabel in diesen Gefäßen unter Vakuum eine genügende Durch- tränkung der Jute-Umfpinnung zwecks Isolation erfahren, so werden sie in die sogenannte Bleipresse gebracht, um hier eine nahtlose Blcimnntel-llmprcssnng zu erhalten. Werden Warinblcipresscn zu diesem Zweck benutzt, so erwärmt man das Blei soweit, daß es plastisch ist; nian kann auch Kaltbleiprcssen anwenden, wenn man den Bleiniantel unter bedeutend gesteigertem Druck aus den starre» Bleimaterialien pressen will. Nnnmehr handelt es sich um die Feststellung, ob dieser Blei- mantel genügend dicht ist. um jedes Eindringen von Feuchtigkeit ec. bei der späteren Verwendung zu verhüten. Man bringt daher die Kabel in Bassins»nid nimmt eine sorgfältige Prüfung der Mäntel auf Leistungsfähigkeit und Isolation vor. Für manche Zwecke können die Kabel schon in dieser Form ohne Iveitercs verwendet werden; meistenteils werden sie aber noch niit einer Armatur aus Eiscndrähten oder ans Eisenbäiidern versehen. Nachdem zu diesem Zweck der Bleiniantel noch mit Jute umwickelt ist, wird die Armatur auf der Arniiermaschine um die Kabel ge- wickelt. Immer dann, wenn man diese Leitungsscile gegen mechanische Verletzungen möglichst schützen will, wendet man die Armierung ans Eisenband an; soll dagegen durch die Unispinnung eine niöglichst weitgehende Verstärkung der Kabel zur Aufnahme von Zugkräften, wie solche z. B. bei in Bergwerken verlegten Kabeln austreten, herbeigeführt werden, so findet die Drahtarniatur Ver- Wendling. Kabel, die in Flüssen zc. verlegt werden, erhalten meist beide Armierungen, da sie sonst durch treibende Schiffsanker leicht besckädigt werden würden. Für Starkstromzwecke können die Kabel als umsponnene und nmklöppelte Drähte in mannigfachen Ausführungsformcn fabriziert werden. Man benutzt als Isolierstoffe dann Seide und Baumwolle. Spinn- und Klöppelmaschineu finden zur Verarbeitung dieser Isolier- Materialien Berwciidung; die Klöppelmaschinen arbeiten wie mecha- nische Strickvorrichtungen, indem sie schlauchförmige Mäntel nm die Kupferleitungen herstellen. Müssen die Kabel sehr beweglich, aber auch gegen mechanische Beschädigungen durch Armierungen gut ge- schützt sein, so werden sie auf den Klöppelmaschinen mit feinem Stohldraht umspouueir Für manche Zwecke wieder hat es sich als vorteilhaft erwiesen, die Drähte der Kabelseele statt mit Inte durch einen Ueberzug aus Gummi zu isolieren. Kabel, die in feuchten oder nassen Räumen Verwendung finden solle», werden durch Verwendung von mehrfachen Unihüllnngeu ans Gummi, Guttapercha oder vulkanisiertem Kautschnk entsprechend gegen das Eindringen der Feuchtigkeit geschützt. Anschlnßkabel, wie solche z. B. für elektrische Tischlampen vielfach Verwendung finden, erhalten nieist eine isolierende Umspinnung ans Seide. Die Herstellung der Kabel für überseeische Telegraphenzwecke ähnelt der Fabrikation der Starkstromleitungen am meisten. Wen» man bedenkt, das; überseeische Leitungen oft bis zu einer Länge von 6000 Kilometer» verlegt werden müssen, so ist es»ahcliegeud, dafi man im Interesse möglichst geringen Geivichtes die schlveren Blei- mäntel vermeidet. Diese Kabel werde» daher meist durch mehrfache Guttapcrcha-Uinhüllungen isoliert und dann noch mit Jutefädeir um- spönnen. Die an den Küsten verlegten Teile dieser Kabel weisen Stahlband- Armierungen auf, während das für das Meer bestinimte grosse Kabeltcil Armierung aus Stahldraht erhält. In letzter Zeit hat man begonnen, die bisher oberirdisch ver- legten, nicht isolierten Telephondrähte durch geeignete Kabel zu ersetzen. Diese Kabel bestehen meist aus vielen Äderpaarc», so daß oft bis zu 2ö0 in einer Leitung vereinigt sind. Die Isolierung jeder Kupferader erfolgt durch Papier, das möglichst lose umwickelt ivird. DaS zu Scheiben aufgewickelte Papier wird von der Spinumaschinc zu den Drahtisolieruugen mechanisch verarbeitet. Durch die lose Aufwicklung erhält man zwischen dem Papier und dem Kupfer Luft- schichten, die für tclephonische Zwecke nach den gemachten Erfahrungen äußerst günstig sind. Sotveil die Tclephonkavcl direkt im Erdreich verlegt werden sollen, schützt man sie durch UmPressen von Blei- Mänteln und auch wohl durch Armierungen von Eisen. Die namentlich sür Schivnchstromzwecke benntzlc» Wachsdrähte, bestehen aus blankem Kupferdraht, der von 2 Lage» bunter Baum- wolle, von welchen die äußere gewachst ist, nmsponucn wird. Während die bisher erwähnten Jsolicrmaterialcn für die Kabelfabrikation seit langer Zeit große Bedeutung gehabt haben, ist vor kurzem die interessante und für die elektrotechnische Industrie sehr wichtige Entdeckung gemacht worden, daß durch die richtige Ver- Wendung von Mennige und Leinöl ein Jsoliermatcrial von großem Werte und bedeutender Dauerhaftigkeit für elektrische Leitnngszwecke gewonnen wird.— P. M. G r e m p e. Von Augufie Menoiv bringt der Krmstsalon von Paul Cassircr eine größere Sammlung von Gemälden, die in Berlin zum erstenmal elnen Ueberblick über das Schaffen dieses Künstlers gewähren. In der letzten Sccessions- ansstellnng erregte sein Bildnis einer Dame in ganzer Figur das höchste Interesse. Man bcivunderte die Feinheit der Farbengebung, di» in einer vornehmen graugrünen Toiircihc durchgeführt war. die Zartheit in der Behandlung der Fleischtöne nicht weniger als die lebensvolle Charakteristik. Es ivar eine der frühen Arbeiten Rciioirs, während die jetzige Ausstellung neben solchen ans derselben Zeit auch einige enthält, die jüngeren Datums sind. Man steht überrascht, wenn inan die ersten mit de» letzten vergleicht. In einer so kurzen Spanne Zeit— höchstens zwei Jahrzehnten— hat sich eine erstaun- liche Entwicklung vollzogen. Renoir steht neben den größten der modernen französischen Maler des neunzehnten Jahrhunderts, neben Manct, Monet, Degas und Cesannc. Sie alle zeigen in ihren Anfängen eine gewisse Gleichförmigkeit in der Auffassung, in der Technik und in der Farbengebung. Aber mit fortschreitender Entwicklung differenziert sich ihre Art, wenn auch die Tendenz in rein malerischer Beziehung bei allen die gleiche ist. Man denke an Mancts.Frühstück ini Walde" zurück, das früher einmal an derselben Stelle gezeigt wurde, und setze es in Vergleich zu einer seiner späteren Land- schaftcn; man stelle MonctS frühe Landschastcn seinen letzten gegenüber oder mau vergleiche in der jetzigen Ausstellung die.Dame mit Strauß" aus dem Jahre 1866 mir der.Fran mit der Katze" von 1880: es ist immer derselbe Gang der Eirtwickluirg. Die ganze Farbcnanschaunng ist lichter geworden; der kühle, graugrüne Grundton hat einem weichen Platz gemacht, i» dem ein frisches Blau doniinicrt. Das konsequente Freilicht- stndium hat diese Aufstellung der Farben zur Folge gehabt und vor allem eine bessere Erkenntnis der transparenten blauen Schattentöne gebracht. Dagegen hat die Behandlung der Farben einen andern Charakter angenommen, der auf eine reinere malerische Wirkung ab- zielt.�Der feste Pinselstrich in den ältere» Bildern, der eine scharf umriffene Zeichnung ergab, erscheint aufgelöst in eine Fülle leichter Tupfen, die zlvar die Konturen verwischt, dafür aber um so besser gestattet,- allen Feinheiten der malerischen Modellierung der Körper- flächen in Licht und Schatten nachzugehen. Hier stellt sich die Aufgabe freilich für den Fignrcnmalcr Renoir etwas anders als etwa für den Landschafter Monet. Dem letzteren kommt alles darauf an, die Wirkung der Luft im flimmernden Sonnenlicht in der freien Natur festzuhalten, und es gelingt ihm mit seinem lockeren Farbenanftrag, der die Töne oft ungemischt nebeneinander ans die Malflächc setzt, den Eindruck der vibrierenden Luft im Bilde hervorzurufen; indem er so gleich- sam den leeren Raum füllt, für unser Empfinden nicht leer erscheinen läßt, dringt er auf einem neuen Wege zu dem Ziele vor, ini Bilde eine machtvolle Raumgestaltung zu geben, das die' frühere Land- schastsmalerei mehr durch lineare Komposition anstrebte. Renoir dagegen, der vor allem ans der Nähe gesehene Figuren malt, wendet seine ganze Kunst daran, die Modellierung der Körper innerhalb der Konturen bis zu ihren letzten Feinheiten herauszuarbeiten; sein Pinsel fährt leicht, wie streichelnd, über jede Rundung, jede Hebung und Senkung der Fläche, bäum den Reiz des darüber hinhuschcudcir Lichts in das Bild und erreicht so eine Lebendigkeit, die immer von neuem überrascht. So erscheint das erwähnte ältere Bild der Dame mit Strauß noch flächig gegenüber dem späteren Bilde der Frau mit der Katze, das mit fast greifbarer Körperlichkeit aus dem Nahmen hervorzutreten scheint. Renoir» künstlerische Individualität hebt sich deutlich von den andren genannten Künstlern ab. Mit Manet wird man ihn nicht vergleichen können. Er ist nicht das umfassende Genie, das alles in den Bereich seiner Kunst zieht und überall neue künstlerische Eni- dccknngen macht. Renoirs Farbe hat nicht dieselbe herbe Kraft und den Reichtum, sie hält sich in bescheideneren Grenzen. Aber sie schmeichelt sich ein, sie ist von einer köstlichen Lieblich- keit und doch wieder von einer Brillanz, namentlich in den älteren Bildern, die besonders in Stillleben leuchtende Einzcltönc zu prangenden Farbenbouquells zusammenfaßt. Diese Qualitäten haben Renoir zum Maler der Grazie eleganter Damen wie einfacher Französinnen werden lassen. Keiner unter den Modernen hat wie er das Bezaubernde dieser Frauen, das schimmernd« Weiß eines Armes, eines HalseS, eines Busens, die zarte Modellierung eines schönen Franengesichts, aber auch den prickelnden Reiz der Farbe» eines Kleides ans reichen Stoffen, der feinen Spitzenschleicr, des gleißenden Geschmeides zu malen gewußt. Es ist nicht gesagt, daß bei einer so schnell fortschreitenden Eni« wicklimg die späteren Werke auch immer diejenigen sein müffen, die den Beschauer am meisten fesseln. Der Maler kann sehr Ivohl sein eigentümliches Vermögen in einfacheren Formen klarer und an- ziehender zum Ausdruck gebracht haben. Auch bei Renoir ist man geneigt, den älteren Werken de» Vorzug zn geben; ivie schon da» zweite Bild, das; in der Secession ausgestellt war, zeigte, wird er in späteren Bildern oft verschwommen in der Zeichnung und unklar in der Farbe. Die jetzige Ausstellung bietet in der Hauptsache nur jene älteren Arbeiten, wahre Prachtstücke. Neben der„Dame mit Strauß" zieht besonders das brillante Bild.In der Loge" die Augen auf sich: eine Dame in glänzendem schwarz und weiß gestreiften Kleide sieht voll ans dem Bilde heraus, während ei» Herr hinter ihr durch das Opernglas die Znschanerreihen mustert. Träumerisch blickt die Schöne geradeaus, ein leises Lächeln schivcbt um den feinen Mund. Ein Farbenjuwel ist auch die jugendliche Balletteuse, von einer süßen Drolcrie in der ungeschickten Haltung das Bildnis eincS kleinen Mädchens, das aus großen fragenden Äugen in die Welt schaut. Vor den späteren Bildern, dem„jungen Mädchen im Lehnstuhl" und der«Frau mit der Katze" steht man vor allem frappiert durch die Lebendigkeit, mit der die Körper fast plastisch heraustreten. Ein andres Gebiet, auf dem Renoir sich mit Vorliebe bewegt, ist das Stillleben. Selbst seine Landschaften gehören eigentlich hierher. Be- zeichnend ist schon die Art. wie er den Ausschnitt wählt: nicht in iveite Räume sieht man, sondern in stille, kleine Winkel, auf ein Stück mit Gräsern, Blumen und Büschen bedeckte» Erdbodens, kaum daß der Himmel in einer Ecke in das Bild hineinschaut. Und hier stellt er dar, Ivie über dieses Blätter- und Blütenmecr mildes Sonnen- licht spielt und er faßt die verschiedenen Nuancen des Grün und die Farben der Blumen zu einer feinen Harmonie zusammen. Den- selben Farbenreiz haben seine Stilllcben im engeren Sinne, die er nicht nur in selbständigen Bildern, sondern, ivie in dem großen „Frühstück in Bougival" die Früchte und Speisen ans dem Tisch, auch als Teile eines größeren Ganzen anbringt.——dl. Kleines Feuillekon» — Die Hautfarbe der neugeborenen Ncgcrkindcr. Schiller- Tietz veröffentlicht in der«Deutsch. Rdsch. f. Gcogr. u. Statist." v auf das Pro- gramm ihres vorgestrigen Abends zwei Quintette von Gernsheim setzte. Das eine der beiden Quintette ist eines für Streicher allein, das andere eines für Streicher und Klavier; jenes, so viel wir ivissen, sein einziges Streichquintett und seit langem bekannt(op. 9), dieses(op. 83) sein drittes oder viertes Klavierquintett. Für diese komplizierten Kammenunsikformen, zumal für die letztgenannte, schreibt jetzt in der Regel nur, Ivcr etlvas Ordentliches zn bieten hat. Deshalb und Ivegen der damit zusammenhängenden Spärlichkcit dieses Zweige? ist wohl jede Bereicherung desselben zunächst«villkommen zn heißen. Gernsheim bedeutet,«vie«vir schon merken ließen, keinen Fortschritt in dein meist verstandenen Sinne des Wortes. Er pflegt,«vie cS noch immer Verantwortlicher Nedacteur: Carl Leid in Berlin. 'manche berechtigtermaßen thnn, die von Mendelssohn und Schumann zu uns herüberreichende Art und Weise so iveiter,«vie eS eben ein gut begabter und auf der Höhe der Tradition stehender Tonmeister vermag. Das wohl beste an diesem Epigonenzng sind die voll« saftigen, breit und«veit geballten, von« Flotten bis zuin Stürmischen gehenden Melodien; dazu konimt dann noch eine geivisse Brillanz in der Verarbeitung, auf Grund eines meist lnnständlichen und rbctori» schen Fignremverkes. ohne hervorragend reiche Besonderheiten in Harmonien und Rhythmik— und endlich ein unablässiges Streben nach Wohlklang. So prächtig«vie Volkniann und Julius Zellner bat«vohl kaum einer diese Weise gehandhabr. Unser Gernsheim soll nun ztvar nicht auf die Höhe der Genannte» gestellt«Verden; die angedeuteten Vorzüge und Schivächen jener Weise treten jedoch auch bei ihm deutlich hervor. Durch seine voll ausladenden, von Derbheit und auch von besonderer Charakteristik fernen Melodien gelvährt er uns eine Abivcchslung gegenüber dem schiverer Lastenden einer moderneren Mnsik; durch das üppige Figurenwerk macht er seine Werke zu Vortragsstückeu. die den nach größeren technischen Aufgaben strebenden Musikern leicht sympathisch «verden; und durch eine anmutige, an Scherz reiche Heiterkeit macht er sich dem Publikum lieb. In der starken Wirkung des„.AIsAreUo rnolto grazioso o sernpre scherzando" seines H-raoll- Klavier« Quintetts hat sich all dies Sympathische sozusagen verdichtet.— sz. öinnoctftiirties. — Der Ganzgroße.„Du, wen hat der PodbielLki«vohl gemeint, der mehr thnn und weiliger reden sollte?" „Einen ganz Große il." „Du!...«veil meiiiste dcun?" „Den langen Möller."— — Ehe-Politik.„So sind siel Als unsre Männer um uns «varben,«varen sie die.Herren R i t t e r g u t s b e s i tz e r', und heute,«venu«vir ein neues Kleid verlangen, sind sie die ,not- leidenden Landivirte".— — Der Kranke. Die Brauen düster znsaillmengezogen, Das Haupt voll Kummer nach vorn gebogen» Die Augen stier zu Boden gerichtet— Was fehlt nur dem Menschen?— Was fehlt ihm?-- Er dichtet.— („Jugend".) Notizen. k.©in ,. Dostojewski-Museum"«vird demnächst in Moskau eröffnet«verden. Es wird»uter audrcm alle Manuskripte des Dichters, die Ausgaben seiner Werke in allen Sprachen, die voll« ständige Bildersanunlung des Dichters, eine Sammlung seiner Möbel» darunter seinen Arbeitstisch uslv. enthalten.— c. Der Pariser Stadtrat hat eine für die geistige Er« ziehung und Unterhaltung der Pariser Bevölkerung bedeutungsvolle Initiative ergriffen. Vom 14. November ab werden im Festsaale des Rathauses alle Donnerstage von 6 bis 6 Uhr öffentlich und ganz frei Vorträge gehalten«verden,«vobei Künstler von «ubventioniertei« Theater» Prosadichtungen und Gedichte berühmter Dichter vortrage». An dem ersten Nachmittag«verden Bruchstücke von Werken der„Dichter des uemizehilte« Jahrhunderts, eine ge« sprochene Anthologie", von Künstler«« des OdsonS zum Vortrag gelangen.— — Protest gegen B j ö r n f o n s Drama„Paul Lange und Tora Parsberg. Die Fanrilie des früheren norlvegischen Ministers Sverdrup und die chemaligeii Kollegen beabsichiigen,«vie ein Berliner Blatt meldet, gegen die Schilderung, die Björuson in seinem Drama von Sverdrup gegeben, einen geharnischten Protest zu veröffentlichen.— — Hans Hubers„Böcklin-Sinfo nie"«vird in einem der nächsten Philharmonischen Konzerte unter Arthur Nikisch's Leitung zum erstenmal in Berlin aufgeführt«verde».— — Wilhelm K i e n z e I s neue Oper„H e i l m a r"«vird Mitte Dezember in« Oper»hause in Scene gehe». Hoffmann «vird den Heilmar, Ida Hiedler die«veibliche Hauptrolle singen.— — K l i n g e r soll als Bedingung für sein Kommen nach Wien folgende Forderungen gestellt haben: 40 OOO Kronen Gehalt, ei» Bildhauer- und ein Maler-Atelier. solvie sechs Monate Urlaub.— Die Angelegenheit ist noch in der Schlvebe.— — M a k a r t S„Fünf Sinne" und ein Decke i«gcn«älde des Meisters sind vom östreichischen Unterrichtsministerium für die zn errichte«, de staatliche K n n st g a l e r i e in Wien, in der ein eignes M a k a r t- Z i n» m e r eingerichtet«verden soll, angekauft Ivorden.— — Preise von 500 Mark, 400 Mark» n d 300 Mark schreibt der B e r e i n Ornament(im Auftrage der Firma Engel« Hardt n. Kacbrich zu Elberfeld) für Entivürfe zur Decken- und Wand« malerei aus. Die Entivürfe sollen 44X64 Centimeter groß gezeichnet sein,«vclche in halber Größe durch Lichtdruck vervielfältigt«verde» können,«vorauf seitens der Autoren Rücksicht zu nehmen i>t.— Die nächste Nummer des Unterhaltungsblattes erscheint am Sonntag, den 10. November. Druck und Verlag von Max Badiug in Berlin.