Nnterhaltungsblatt des vorwärts 34. Dienstag, den 18 Februar. 1902 «Nackdruck verboten.! 341 jfomtft Govvjeivtn. Nomcm von Maxim Gork i. Deutsch von Klara Brauner „Was hat er gethan?" fragte Ljuba, die gierig den Worten des Alten lauschte. „Wer weiß es? Er kann sich jetzt wohl selbst nicht ver- stehen... wenn er klüger geworden ist... Und er ist wohl klug geworden... er hat keinen dumuien Vater... und hat auih nicht wenig durchgemacht... Man verwöhnt sie, die Nihi- listen! Man sollte sie mir überlassen... Ich würde für sie schon eine Arbeit finden... In die Wüste mit ihnen I Marsch in irgend eine öde Gegend!... Ztun, Ihr Philosophen, richtet Euch hier das Leben nach Wunsch ein! Nun. fangt nur an I Und als Aufseher würde ich feste Bauern anstellen... Also, Ihr lieben Leutchen, man hat Euch aufgepäppelt und gefüttert und gelehrt— was habt Ihr gelernt? Zahlt die Schuld zurück... Ja, ich würde nicht einen Groschen sür sie ans- geben und würde doch den ganzen Saft aus ihnen heraus- pressen— gebt ihn nur Herl Man darf keinen Menschen geringschätzen, es ist zu wenig, ihn ins Gefängnis zu stecken I Du hast das Gesetz überschritten und lebst dann wie ein Herr. Nein, arbeite nur ein wenig... Von einem einzigen Samen keimt eine ganze Aehre auf, man kann also nicht zulassen, daß ein Mensch verloren geht, ohne Nutzen zu bringen! Ein spar- sanier Tischler siudet in seiner Arbeit für jeden Span einen Platz, so niuß auch jeder Mensch nützlich verwendet werden und muß ganz, bis ans sein letztes Aederchen, verbraucht werden. Jeder Schund hat seinen Platz ini Leben, und der Mensch hat immer einen Wert... Ach, es ist schlimm, wenn die Kraft ohne Verstand lebt, es ist auch schlimm, wenn der Ver- stand ohne Kraft ist. Zum Beispiel der Fourka... Sieh mal, wer kommt.,." Als Ljuba sich rnnwandte, sah sie Jefim, den Kapitän des„Jernlat", ans dem Gartenweg daherkomnren, er hatte seine Mütze ehrerbietig gezogen und verneigte sich vor ihr. Sein Gesicht war verzweifelt und schuldbewußt,»ind er sah ganz zerknirscht ans. Jakow Tarassowitsch erkannte ihn und fragte voller Unruhe: „Woher des Weges? Was ist geschehe»?" „Ich komme zu Ihnen," sagte Jefim und bsieö mit einer tiefen Verbeugung vor dem Tisch stehen. „Das sehe ich, daß Du zu ririr kommst. Um was handelt es sich? Wo ist das Dampfschiff?" „Das Dampfschiff ist dort!" Jefim zeigte mit der Hand irgend wohin in die Lust und trat schwer voir einem Fuß auf den andern. „Wo, zum Kuknck? Erzähle zusammenhängend— was ist geschehen?" schrie der Alte mit zorniger Stimme. „ES ist ein Unglück geschehen. Jakow.. „Ist das Schiff gescheitert?" „Rein. Gott hat das verhütet." „Seid Ihr verbrannt? Nun, sprüh rasch!" Jefim zog viel Lust m die Brust ein und sagte langsam: „Die Barke Nummer neun ist nntergegangen... man hat sie zerschlagen. Einem Arbeiter ist das Rückgrat ge- brachen... und ein andrer fehlt ganz, er ist wohl ertrunken. Dann sind fünf Menschen verwundet, aber nicht schwer... einige sind trotzdem arbeitsunfähig geworden." „So— o ist's l" sagte Majakin gedehnt und maß den Kapitän drohend mit den Augen.„Nun, Jefininschka, ich werde Dir dafür schon die Haut abziehen..." „Es ist nicht meine Schuld." sagte Jefim schnell. „Nicht Deine Schuld?" schrie der Alte, am ganzen Leibe zitternd.„Wessen sonst?" „Der Herr selbst..." „Fomka? Und Du... wo warst Du?" „Ich habe in der Luke gelegen..." „So, Du hast dort gelegen?" „Ich war festgebunden..." „Wa— as?" quietschte der Alte mit dünner Stimme ans. „Erlauben Sie. daß ich der Reihe nach erzähle. Der Herr ivar also betrunken und schrie:„Fort mit Dir I Ich werde selbst kommandieren!" Ich sage draus:„Ich darf nicht! Ich bin ja der Kapitän!"„Bindet ihn!" sirgt der Herr dann. Man band mich und ließ mich in die Luke zu den Matrosen hinab.... Da der Herr betrunken war, wollte er einen Spaß machen. Uns entgegen kam eine Karawane... es waren sechs leere Barken, die vom„Tschernogorjez" gezogen wurden. Foma Jgnatjitsch versperrte ihnen den Weg. Sie haben gepfiffen, mehr als einmal; man muß die Wahrheit sagen... sie haben gepfiffen!" „Nun?" „Sie konnten es nicht mehr abwenden... die zwei vorderen sind auf uns geprallt... wie sie gegen das Bord unsrer neunten Barke rannten, da war's ans mit uns... Auch sie sind beschädigt... doch uns ist es viel schlechter er- gangen.. Majakin erhob sich vom Sessel und lachte ein zitterndes, boshaftes Lachen. Jefim seufzte, zuckte die Achseln und sagte: „Der Herr hat einen gar zu heftigen Charakter. Wenn er nüchtern ist, schweigt er meistens und geht nachdenklich herum, wenn der Herr aber seine Sprungfedern mit Wein anfeuchtet, dann schnellen sie in die Höhe. Dann ist er nicht mehr Herr über sich und über das Geschäft, sondern ein grimmiger Feind— verzeihen Sie! Und ich möchte fort, Jakow Tarassowitsch! Ich bin eS nicht gewohnt, ohne Herrn zu sein, ich kann ohne einen Herrn nicht auskommen.. „Schweig!" sagte Majakin streng.«Wo ist Foma?" „Dort am Platz... Gleich nachdem es geschehen ist, ist der Herr zu sich gekommen und hat gleich Arbestcr holen lasten... Sie werden die Barke heben... haben wohl schon damit angefangen..." „Ist er allein dort?" fragte Majakin und senkte den Kopf. „Nicht... ganz.. erwiderte Jefim leise und schielte zu Ljuba hinüber. „Nun?" „Es ist eine Dame dort... so eine schwarze." „So." „Diese Frau scheint nicht ganz bei Sinnen zu sein," sagte Jefim seufzend.„Sie singt innner... sie singt sehr schön... es ist sehr versührerisch." „Ich habe nicht nach ihr gefragt!" schrie Majakin zornig. Die Furchen in seinem Gesicht verzerrten sich krankhaft, und es schien Ljuba, als ob der Vater gleich weinen würde. „Beruhigen Sie sich, Vater!" bat sie freundlich.„Der Schaden ist vielleicht nicht groß." „Nicht groß?" rief Jakow Tarassowitsch laut aus.„Was verstehst Du, Du Närrin! Ist denn die Barke zu Grunde gegangen? Ach Du! Ein Mensch ist untergegangen! Das ist es. Ich brauche ihn aber. Ich brauche ihn, ihr stumpf- sinnigen Teufel!" Der Alte schüttelte zornig den Kops und ging mit raschen Schritten über den Gartenweg dem Hause zu. Foma befand sich unterdessen vierhundert Werft von seinem Paten entfernt in einer Baucrnhütte am Ufer der Wolga. Er war soeben aufgewacht, lag«ms dem Boden in der Mitte der Hütte ans einem Lager von frischem Hen und schaute mit finsteren Augen durch das Fenster auf den Hinunel, der mit grauen, flockigen Wolken bedeckt ivar. Der Wind riß an ihnen und jagte sie umher! Sie zogen schwer und traurig wie eine große Herde über den Himmel, überholten einander, schmolzen in eine einzige Masse zu- sammen, zerrissen wieder in Stücke, senkten sich in lautloser Verwirrung tief auf die Erde herab und stiegen in die Höhe, indem sie einander verschlangen. Fonia blickte sie lange an. ohne den vom Rausch schweren Kopf zu bewegen, und begann endlich zu suhlen, daß auch in seiner Brust lautlose Wolken dahinglitten, sein Herz mit feuchter Kälte anwehten und es beengten. In der Bewegung der Wolken am Himmel lag etwas Kraftloses und Aengst- lichcs, und dasselbe fühlte auch er in sich... Ohne zu denken, stellte er sich alles vor, was er in den letzten Monaten erlebt hatte. Ihm ivar. als sei er in einen trüben, heißen Strom ge- fallen, und als hätten ihn jetzt dunkle Wellen erfaßt, die diesen Wolken am Himmel ähnlich sahen; sie hatten ihn erfaßt und trugen ihn irgendwohin, wie der Wind die Wolken. In dem Dunkel und dem Lärm, die ihn umgaben, sah er ivic im Nebel, daß mit ihm zugleich noch andre Menschen dahin eilten... heule andre als gestern, jeden Tag neue, doch i: alle sahen sich ähnlich und waren gleich jämmerlich und widerlich. Betrunken, laut und gierig drehten sie sich wie in einem Windhauch um ihn, hielten für sein Geld Orgien, beschimpften ihn, schlugen sich, schrieen und weinten sogar manchmal. Und er schlug sie. Er erinnerte sich, dag er eines Tages jemand ins Gesicht geschlagen, jemand den Rock vom Leibe gerissen und ihn ins Wasser geworfen, und daß ihm jemand mit nassen, kalten Lippen, ekelhaft wie Frösche, die Hände geküßt hatte. Er küßte sie und bat weinend, ihn nicht totzuschlagen... In seiner Erinnerung huschten der- schiedene Gesichter vorüber. Töne und Worte erklangen darin... Eine Frau in einer gelben, auf der Bnist auf- geknöpften Seidenjacke sang mit lauter, schluchzender Stimme: „Loht inis leben, so lange es geht... Und dann braucht kein Gras mehr zu wachsen!" ... Alle diese Menschen sind von derselben dunkeln Welle erfaßt wie er und werden, verwildert und vertiert, wie sie sind, von ihr dahingetrieben. Sie alle fürchten sich wohl ebenso wie er, vorwärts zu blicken, dorthin, wohin sie die tobende, starke Welle trägt. Sie ertränken ihre Angst im Wein und stürmen mit der Strömung vorwärts, sie zappeln, brüllen, thun etwas Unsinniges, treiben Possen, lärmen und lärmen und sind niemals froh. Auch er hatte das alles gethan, während er sich unter ihnen bewegte... Und es schien ihm jetzt, daß er das alles aus Angst vor sich selbst gethan habe, um diesen Lebensabschnitt schneller hinter sich zu haben, oder um nicht daran zu denken, was später sein werde... In dem wirren Gewühl der Orgien, in der Menschen- menge, die von der Ausschweifung erfaßt, von wilden Leiden- schaften zerrüttet und von dem Bestreben, sich zu vergessen, halb wahnsinnig war, blieb nur Sascha stets ruhig und gleich- müßig. Sie betrank sich nicht, sie sprach mit den Leuten stets mit einer festen, gebieterischen Stimme, und alle ihre Be- wegungen waren sicher, als würde sie von diesem Strom nicht erfaßt, sondern beherrsche selbst seinen stürmischen Lauf. Sie erschien Foma als die klügste unter allen, die ihn umgaben, und als diejenige, die am gierigsten nach Lärm und Vergnügungen verlangte; sie' kommandierte alle, dachte sich immer etwas Neues aus und sprach mit allen Menschen gleich: sie hatte für den Kutscher, den Kellner und den Matrosen denselben Ton und dieselbeil Worte wie für ihre Freundinnen und für Foma. Sie war schöner und jünger als Palagcja, doch ihre Liebkosungen waren still und kalt. oma hatte das Gefühl, daß sie tief in ihrem Herzen etwas chreckliches vor allen verberge, daß sie niemals jemand lieben könne und sich nie ganz mitteilen würde. Dieses Verborgene in ihr zog ihn an und regte in ihm das Gcsühl einer äugst- lichen Neugier und eines heftigen, gespannten Interesses für ihre ruhige, kalte Seele, die dunkel wie ihre Angen war. Eines Tages hatte Foma zu ihr gesagt: Wir haben eigentlich nicht wenig Geld zusanimen vor- putzt." Sie blickte ihn an und fragte: „Wozu soll man das Geld denn aufheben?" „Wozu, wirklich?" dachte Foma und war erstaunt, daß sie so einfach urteilte. „Wer bist Du denn?" fragte er sie ein andres Mal. „Hast Du vergessen, wie ich heiße?" „Wieso denn?" „Was brauchst Dn also noch zu wissen?" „Ich frage nach Deiner Herkunft. „Ach so I Ich bin eine Kleinbürgerin aus dem Jaros- lawer Gouvernement, aus Uglitsch... Ich war Harfen- spielerin... Wie ist's, werde ich Dir denn lieber sein, wenn Du weißt, wer ich bin?" „Weiß ich's denn?" fragte Foma lächelnd. „Genügt Dir das nicht?" Ich werde nichts mehr sagen... Wozu auch? Alle haben die gleiche Abstamnning, die Menschen und das Vieh... Und was kann man von sich sagen... wozu? Alle diese Gespräche haben keinen Sinn... Wir wollen lieber darüber nachdenken, wie wir heute den Tag verbringen sollen." » An diesem Tage fuhren sie mit einem Musikorchester auf einem Dampfschiff spazieren. tranken Champagner und be- tranken sich alle furchtbar. Sascha sang ein ganz besonderes, seltsam trauriges Lied, und Foma weinte wie ein Kind, von dem Gesang gerührt. Dann tanzte er mit ihr den Nationaltanz, sprang schwitzend und müde, wie er war. über Bord und wäre fast ertrunken. 1-. Als er sich jetzt an alles das und vieles andre erinnerte, schämte er sich und war mit Sascha unzufrieden. Er blickte auf ihre schlanke Gestalt, hörte ihre gleichmäßigen Atemzüge und fühlte, daß er diese Frau nicht liebte, und daß er sie incht brauchte. In seinem schweren Kopf keimten leise graue. langgezogene Gedanken auf. Ihm war, als ob alles, was er in dieser Zeit erlebt hatte, sich in ihm in einen schweren, feuchten Knäuel zusamniengeivickelt habe, und jetzt dieser Knäuel in seiner Brust herum rolle, sich langsam entwirre und er selbst mit den dünnen, grauen Fäden festgebunden werde. .Was geht mit mir vor?' dachte er..Jetzt führe ich ein ausschweifendes Leben— warum denn? Ich weiß nicht zu leben... ich verstehe mich nicht... Wer bin ich denn?' Diese Frage verblüffte ihn, er verweilte dabei und der- suchte darauf zu kommen, warunt er nicht so fest und sicher leben konnte wie andre Menschen. Er schämte sich bei diesem Gedanken und wurde unruhig, er wälzte sich auf dem Heu herum und stieß Sascha gereizt mit dem Ellbogen. „Vorsichtig I" sagte sie im Schlaf. „Ist schon gut... bist wohl keine vornehme Dame l" nturmelte Foma. „Wast hast Du?" „Nichts." Sie wandte ihm den Rücken zu, gähnte behaglich und sagte träge: „Mir hat geträumt, ich wäre wieder eine Harfenspielerin. Ich singe Solo, und mir gegenüber steht ein großer schmutziger Hund, fletscht die Zähne und wartet, bis ich aufhöre. Und ich fürchte mich vor ihm, ich weiß, daß er mich fressen wird, so- bald ich zu singen aufhöre... und ich singe und singe immer ... und auf einmal bleibt mir die Stimme aus. Es ist furchtbar. Und er knirscht mit den Zähnen... O Gott, er- barme Dich I Was bedeutet das?" �Fortsetzung folgt.) Kleines F'enillekon. c. Liebeölicdcr der alten Aegyptcr. Jahrhimdcrlelong lebten die alten Aegyptcr in der allgemeinen Vorstellung als ein Voll, das steif und cibivcchölnngSloS fein Dasein verbrachte, ivescntlich mit dein Nachdenken über den Tod und tiefe religiöse und philosophische Fragen beschäftigt. Als man vor etiva fünfzig Jahren in einem PapyruS ein Märchen fand, glaubte man eS durchaus als eine im Volkstone berichtete Göttermythe deuten zu müssen. Dann aber mehrten sich die Funde, die belviesen, daß die alten Aegypter neben der religiösen Litteratur auch eine reiche Unterhalinngslitteratur bc- sahen, in der sich ihr Empfinbtmgslebcit deutlich spiegelte und sie als Menschen von Fleisch und Blut, mit allgemein mensch- lichen Interessen, Gefühlen, Wünschen und Schmerzen er- scheiiien. Prosessor Alfred Wiedemann schildert in einer soeben erschienenen kleinen Schrift«Tie Unterhaltniigslitteratur der alten Aegypter", die in der Sammlung„Der alte Orient" von der Vorder- asiatischen Gesellschaft herausgegeben ist, diesen interessanten Zweig der altägyptischen Litteratur, ihre Volkslieder, Fabeln, Neiseabenteuer. Geister- und Zaubergeschichten. Sagen und Märchen. Besonders reizvoll sind aber die Licbcslicdcr, von denen einige hübsche Proben mitgeteilt lverdeN. Drei ans der Zeit um lLOO v. Chr. stammende Sainmlungen von Liebcsliedcrn sind bisher aufgefunden ivorden. Die umfassendste steht in einem Londoner Papyrus, der daneben Sagen und Märchen enthält: kleinere ergeben ein Turiner Papyrus und eine Vvn Sptegclberg in ihrem Werte erkannte Scherbe des Museums zu Gizeh. Manche Anklänge an Motive, die auch bei andren Völkern in den Liebesliedcrn bekannt sind, finden sich da wieder. So erinnert das folgende an Hero lind Leander:„Die Liebkosungen der Geliebten sind auf jenem Fluhufer, ein Fluharm ist dazwischeii, ein Nrokodil steht aus der Sandbank. Ich aber steige in das Wasser und neige mich nieder in die Flut. Mein Mut ist groh in dem Gewässer, die Wogen sind wie Land für meine Fähe. Die Liebe zu ihr giebt mir die Kraft. Ach I Sie gab mir einen Zauber für die Geiväffer." In. einem andren schwärmt ein Liebender:«Küsse ich sie und sind ihre Lippen offen, so bin ich begeistert auch ohne Bier. Wenn die Zeit gekommen ist, das Lager zu bereiten, oh. Diener, so sage ich Dir: Lege feines Linnen zwischen ihre Glieder, ein Lager für sie aus königlicher Leinewand, gieb acht auf das verzierte weihe Linnen, das besprengt ist mit dem feinsten Oel". An den Liebhaber in allen Gestalten wird man erinnert durch folgendes: „Oh, wäre ich doch ihre Negerin, die ihr auf dem Fuhe folgt. Ach I Dann sähe ich mir zur Freude die Gestalten aller ihrer Glieder." Sehr drastisch im Ausdruck- seiner unbesiegbaren Liebe ist ein midres Liedchen:«Ist nicht mein Herz wohlgeneigt Deiner Liebe?... Nicht werde ich mich svon der Liebe) trennen lassen und wenn man mich prügelte... bis zum Syrerland mit Stöcken und Knüppeln, bis Nubien mit Palmruten, bis zum Hochlande mit Gerten, bis zum Tieflande mit Zweigen. Nicht werde lich hören auf ihren Rat. mein Verlangen aufzugehen." In andren Liedern spricht auch die Schöne:„Du Schöner! Mein Herz steht danach, die Speisen für Dich zu bereiten als Deine Hausherrin, mein Arm sollte ruhen auf Deinem Ann. Wenn Du abwendetest Deine Liebkosungen, dann würde mein Herz sagen in meinem Innern, in meinem Flehen Mir fehlt mein großer(Freund) in dieser Nacht, und so bin ich ivie ein Mensch, der im Grabe weilt. Denn, bist Du mir nicht Gesund- heit und Leben? Dein Nahen giebt Wonne über Dein Wohlsein meinem Herzen, das Dich suchte." Oder:„Die Stinime der Taube. ruft, sie spricht: Die Erde ist hell, wo ist mein Weg? Du Vogel,' Du rufest mich I Aber ich, ich fand meinen Geliebten auf seinem Ruhelager. Mein Herz ist glücklich über alle Maßen, und jeder von uns spricht:„Nicht werde ich nnch