Nr. 240. Abonnements- Bedingungen: Abonnements-Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Gonntags: Nummer mit illustrierter SonntagsBeilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PoftAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- Zeitungs Preisliste für 1899 unter Mr. 7820. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 16. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 fg. ..Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Erpcdition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Hmt I, r. 1508, Telegramm- Adresse: ,, Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Freitag, den 13. Oktober 1899. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3, Deutsches Reich. " zutvirken, und schließlich noch Petitionen, welche ihn ersuchen, den Der Krieg in Südafrika. Boeren Beistand zu leisten. Es heißt, der Präsident beabsichtige nicht, in irgend einer Richtung Schritte zu thun, und werde auch Die offiziöse ,, Berliner Korrespondenz" wendet sich in einem Dem ,, Daily Telegraph" wird aus Ladysmith, 11. Oktober, feine Vermittelung nicht anbieten, so lange er nicht davon ver- längeren Artifel gegen unsere Notiz" Vom Ministerium der Un gemeldet:" Der Krieg hat begonnen. Die Boeren sind in ständigt werde, daß beide Teile ſeine Bermittelung annehmen glücksfälle". Doch so lang die geheimrätliche Erwiderung ausgefallen Natal eingerückt und haben die Engländer verjagt. mehr vermieden werden könnten, so würden seine Bemühungen scheinen, so inhaltslos ist die Antwort. Die„ Berl. Korrespondenz" würden. Wenn indessen, wie er nicht hoffe, die Feindseligkeiten nicht ist und so geärgert ihre Verfasser durch unsere Mitteilungen erBürger des Oranje- Freistaates belegten in Harrysmith darauf gerichtet sein, die amerikanischen Interessen zu erklärt die Mitteilung, die einen Eisenbahnzug mit Beschlag und nahmen die Engländer schützen. die Mitteilung, die wir einem Hamburger Blatte entnommen hatten und die von diesem Blatte auch mir vermutungsgefangen. Die Oranjestaats- Truppen greifen jett London, 12. Oktober.( W. T. B.) Nach einer amtlichen Beweise ausgesprochen war, daß die im vorigen Jahre mehr eindie Stadt Ladysmith an. Es entspinnt sich ein heißer Kampf, fanntmachung hat der Konsul der Vereinigten Staaten in Pretoria gestellten Beamten thunlichst wieder zurückgezogen werden sollten, da die Stadt von den Engländern noch verteidigt wird. Von mit Genehmigung seiner Regierung den Schutz der britischen In- für unrichtig. Gegen keine der Meldungen des Vorwärts" aber allen Ecken rücken die Boeren über die Grenze und belegen teressen in Transvaal übernommen. weiß die B. K." etwas Stiahhaltiges zu sagen. Hatten wir aus alles mit Beschlag. Mafeking, 12. Oftober.( Meldung des„ Reuterschen Bureaus".) geführt, daß die vom Eisenbahn- Ministeriumt gelobten wirtschaftDie Londoner Blätter melden, daß die Boeren gwed, Defensivstellungen einzunehmen. Jetzt sind die Truppen des der Arbeitszeit der Unterbeamten und Arbeiter erzielt feien, Die Bewegungen der britischen Truppen vor der Stadt hatten den lichen Erfolge" der Verwaltung jedenfalls auch durch Erhöhung Mittwochabend sofort nach Ablauf der in dem Obersten Baden- Powell so verteilt, daß sie einen Angriff zurüd- so antwortet uns das amtliche Organ, die Revisionsthätigkeit, welche Ultimatum gesezten Frist Laings Net beweisen können. Es sind indessen bisher keine Anzeichen von einem die Ersparnisse herbeigeführt hat, liege vorzugsweise" auf dem segten. Sie rüden jetzt in großen Massen in Natal ein Aumarsch der Boeren vorhanden. Gebiete des Inventarien- und Materialienwesens und der Bahnund besetzen die Ingogo- Höhen. London, 12. Oktober.( W. T. B.) Die Depesche Chamberlains unterhaltung. Die„ B. K." sucht auf ein Gebiet abzulenken, das Doch auch die Engländer bleiben nicht gänzlich unthätig. an Sir Milner, in der die Antwort auf das Ultimatum wir gar nicht berührt hatten, offenbar weil es ihr unmöglich Wie dem„ Reuterschen Bureau" aus Mafeting in Britisch Transvaals erteilt wird, lautet, wie folgt: die Regierung ist, die Thatsache der Erhöhung der Dienst Betschuana- Land, westlich von Transvaal, berichtet wird, ist Ihrer Majestät erhielt mit großem Bedauern die peremptorischen brückt sich die„ V. K." um die famosen Erlasse der Stieler Verkehrs3eit, die uns aus Altona gemeldet wurde, abzuleugnen. Ebenso eine beträchtliche englische Streitmacht heute Vor- Forderungen der Regierung der Südafrikanischen Republik, die Erlaſſe mittag mit schweren Geschüßen und Sanitätskolonnen aus der in Ihrem Telegramm vom 9. d. Mts. übermittelt sind. Theilen unsere Veröffentlichung. Sie bestätigt damit auch in dieser Beziehung Stadt in der Richtung nach der Grenze zu abgerückt. Sie der Regierung der Südafrikanischen Republik als Antwort mit, Es ist eine reizvolle Methode des offiziösen Organs, alle daß die Bedingungen derartig sind, daß die Regierung Ihrer wichtigen Momente eines gegen seinen Auftraggeber gerichteten Majestät es für unmöglich erachtet, über dieselben zu diskutieren. Angriffs zu unterschlagen. Größere Entscheidungsschlachten sind indessen für die nächste Zeit schwerlich zu erwarten. Die Aktion dürfte sich bielmehr in eine Anzahl von kleinen Plänkeleien auflösen, in der England sogar vielleicht einstweilen die Defensive innehalten wird, bis es in seiner Mobilisierung weit genug vorgeschritten ist, um mit Nachdruck auftreten zu können. Es ist anzunehmen, daß zunächst den Boeren einzelne kleine Handstreiche glücken werden. Politische Uebersicht. Berlin, den 12. Oftober. Eine Rede Miquels. Der Herr Vice Präsident des = Staatseine Bergarbeiter Troft. Wie die Nachr. vom Evang. Trostbunde" mitteilen, hat der Kaiser für den Evangelischen Trostbund ein Gedenkblatt für Bergarbeiter entworfen. Das Gedenkblatt soll nach der Bestimmung des Kaisers unter der entsprechenden Weglassung auch beim Tode von Fabrikarbeitern als ein Trost und Erinnerungsblatt für die Hinter Die Boeren hoffen freilich, daß man im Ausland für sie bliebenen dienen. Der Evangelische Trostbund hat beschlossen, Partei ergreifen wird. Und in der That giebt es auch bei ministeriums, Dr. v. Miquel, hat sich, vielleicht infolge das Gedenlblatt für Bergleute unentgeltlich eingerahint überall da uns in Deutschland einige Streise, die eine Art nationaler liche Unpäßlichkeit, ebenso plöglich wieder erholt und ist seinem arbeiter ihr Leben eingebüßt haben. Doch sollen immer erst die der boshaften Glossen respektloser Blätter über seine plöß zu vergeben, wo in Bergwerksunfällen evangelische BergBegeisterung für die stammverwandten Brüder" entfachen möchten. Aber die Tage der kaiserlichen Depesche an Ohm Kollegen, dem Frhrn. v. Hammerstein, nach Hannover Zechenbefizer gebeten werden, in diesen Fällen den Hinterbliebenen Krüger sind vorüber und es werden bereits jetzt einige offiziöse neuen fierärztlichen Hochschule leider versäumt hat, so tam blatt zu füiften. Das Gedentblatt für Bergarbeiter enthält an nachgereift. Wenn er auch die feierliche Einweihung der ihrer verunglückten Arbeiter das von dem Kaiser entworfene GedentKaltwasserstrahlen auf jene alldeutschen Schwarmgeister ge- er doch noch zu dem Fest mah!, das nachmittags richtet. Die Kölnische Zeitung" meldet, Deutschland werde stattfand, zur rechten bei den Feindseligkeiten in Südafrika alles aufbieten, die Zeit und dort hielt über Rede Neutralität strikte durchzuführen, fordert jedoch die Entwicklung Hannovers feit 1866, Bildung einer aus Ausländern bestehenden Polizei- worin er dem Provinz- Patriotismus in ausgiebigstem Maße truppe, die sich von jeder Beteiligung an den Grenz- huldigte und den Segen der preußischen Herrschaft für Hanereignissen fernzuhalten und nur das fremde Eigentum zu schüßen habe. Die deutschen Interessen, so sagt das Blatt, find von Jahr zu Jahr gewachsen. Heute ist der Besitz von Transvaalschen Wertpapieren in französischen und deutschen Händen nach der Annahme von Sachverständigen weit größer als die in englischem Besize befindlichen. Dieser beträchtliche Vermögensbesitz werde durch den Ausbruch des Krieges schwer geschädigt. Die Regierung von Transvaal werde gewiß alles aufbieten, Zerstörungen zu verhindern; indessen sei es sehr fraglich, ob sie nach dem Ausbruch des Krieges dazu noch die erforderliche Gewalt habe. die nover in begeisterten Tönen pries: oberen Rande zwei Psalmsprüche:„ Die Erde ist des Herrn und was darinnen ist“ und„ Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir". Unten steht folgender Vers:„ Tief ist das Grab, doch tiefer das Erbarment; es führt Glückauf, ich ruh in Gottes Armen." Die Familien der Arbeiter dürften eine gründliche Reform des angeschlagen als fromme Psalmsprüche! Arbeiterschutzes und der Gruben- und Fabritinspektionen noch höher „ Sehen Sie nun auf die 34 Jahre rückwärts. Was ist aus dieser Provinz geworden? Blicken Sie zurück auf die großen In der Sitzung des Bundesrats vom 12. Oktober wurden Fortschritte der Landwirtschaft, auf die gewaltige die Ausführungsbestimmungen zum Gesetz betreffend das Flaggen. Entwicklung der Städte, auf ihr Wachstum und ihren recht der Kauffarteischiffe und der Entwurf eines Wohlstand, blicken Sie auf die Entwicklung der Industrie Arzneibuches für das Deutsche Reich den zuständigen Ausund des Handels! Ueberall haben wir die Fortschritte schüssen überwiesen. Dem Ausschußantrage v. 11. d. Mts., gemacht, die der Gejantstaat macht, überall ist der preußische betreffend die Zulassung spanischer Verschnittweine Staat mit Fürsorge und ohne Schen vor Geldopfern() für diese und Moste zum Vertragszollsaße und den Ausschußberichten Provinz eingetreten. Es ist uns ähnlich ergangen, wie den übrigen über die Vorlagen betreffend die Erstattung des Bolls für damals einverleibten Staaten. Gehen Sie nach Schleswig- Holstein, vernichtetes Fleisch und für polierte Celluloid. nach Hessen- Nassan, nach Frankfurt, so werden Sie überall platten wurde die Zustimmung erteilt. Fortschritt, Blüte, raft finden." Für die gemaßregelten Landräte müssen in den nächsten Wochen Nachfolger durch die Kreistage präsentiert werden. Die Regierung ist zwar an diese Bräsentation nicht gebunden, doch wird Haltung der Konservativen in den betreffenden Streifen. Der fone die Präsentation einen interessanten Rückschluß gestatten auf die fervative Großgrundbesiz beherrscht ja fast überall in diesen Streisen die Mehrheit des Kreistages. Und er wird sich absolut nicht „ Wir hängen am Alten, auch wir Niedersachsen begeistern uns genieren. seine Leute wieder vorzubringen. Er weiß ja mit nicht leicht für eine Veränderung. Ich finde es natürlich, daß viele anderen kann die Regierung nicht regieren. Im Kreise Schweidnih Menschen noch gern der alten Zeiten gemütvoll gedenken. Das soll man beabsichtigen, als Nachfolger für den zur Disposition ge Neue ist gekommen ungerufen, unsere Berhältnisse in Hannover waren stellten Herrn v. Bodenhausen den Kreisvorsitzenden im im ganzen gut geordnet. Wir müssen, wenn wir gerecht sein wollen, Bunde der Landwirte, Dr. jur. v. Palombini, zu präsens ist, wenn das ältere tieren. Er hat allerdings Sehr viel versprechen sich die Boeren von den Vereinigten Ein glänzendes Bild, in der That! Aber das Seherauge Staaten. Präsident Krüger richtete ein Telegramm an die des greifen Sängers erblickt auch dunkle Flecken. Die Zeitung" World", in welchem er seinen amerikanischen Welfen, die sich den ruhnreichen Hohenzollern nicht unter Freunden aufrichtig für die Transvaal bewiesenen werfen und dem der Civilisation weit vorausmarschierenden Sympathien dankt. Der britische diplomatische Agent ſei Preußentum nicht acclimatisieren wollen, trüben die herrliche zurückberufen und der Ausbruch des Krieges sei sicher. Die Gesamtstimmung: beiden Republiken seien entschlossen, daß, falls sie in Englands Besitz übergehen sollten, ein Preis dafür bezahlt werden würde, über den die Menschlichkeit betroffen sein würde. Indeß hätten die beiden Republiker die volle Zuversicht, daß die Sonne der Freiheit über Südafrika aufgehen werde, wie sie seiner Zeit über Nordamerita aufgegangen sei. wird charakt cifiert durch das New Yorker Journal", daß die Boeren für Barbaren erklärt, die der Civilisation weichen müten wie die Indianer. bas Alte denti, aber das Mite ist Geidigte, es war, aber mit pro forma, unt, der Regierung eine goldene Bride au did wird und soll niemals wiederkommen. Es wäre der bauen. Bewohnerschaft in dieser Provinz im höchsten Grade verderblich, könnte auch nur erreicht werden auf den Ruinen Deutschlands. ,, Die socialdemokratischen Alluren des französischen Man kann die rückwärts liegenden Ereignisse bedauern, ich verstehe Ministerpräsidenten" erfüllen Herrn Schweinburg mit tiefem es, aber unrichtig und schädlich ist das für die fünftige Entwicklung; Unwillen. Man scheint ernsthaft damit zu rechnen, daß die frans vorwärts sollen wir blicken, nicht rüdwärts. zösische Regierung mit den Arbeitermassen zu regieren ge Und man denke, welch ein entsittlichendes Beispiel Eine Wenn aber Ohm Krüger meint, die Union werde sich durch Erinnerungen an ihre Kinderjahre in ihrem praktischen Handeln beeinflussen lassen, so werden ihm die Thatsachen belehren, daß sentimentale Empfindsamkeiten in diesem Zeitalter, realpolitischer" Brutalitäten keine Rolle spielen. Mögen in New York einige Meetings abgehalten werden, die das Vorgehen Englands beklagen, Meine Herren, den Spuren seines Großvaters folgend, denkt. die wahre Sachlage hat unser Kaiser bei den verschiedensten Gelegenheiten seine damit das wilde Frankreich den Kulturstaaten giebt! Fürsorge dieser Provinz bekundet. Hat er doch noch neuerdings- Regierung, die sich der Arbeiterinteressen annimmt, die die ich möchte sagen in sinniger und pietätvoller Weise den Ruhmes- socialdemokratischen Organisationen offiziell anerkennt, und unter der franz der althannoverschen Regimenter an die preußischen Fahnen trotzdem die bekannten heiligsten Güter der Nation nicht dem Scheiter geheftet und dem großen Ganzen vereint. Diese tapferen Helden Haufen überliefert werden das könnte in der That zu bedenklichen fahen wir 1870/71 auf französischer Erde unter deutscher Führung Analogien reizen. Die Angst unserer Staatserhaltenden, die sich als Glieder einer großen deutschen Armee, welche die Freiheit jetzt gerade krampfhaft bemühen, die in Hannover versammelten und Unabhängigkeit gegen fremde Angriffe verteidigte in dem Socialdemokraten als Räuber und Mörder hinzustellen, die auf den Stampfe, in welchem aus dem Schlachtengetümmel das Deutsche günstigen Moment lauern die Angst ist sehr begreiflich. Reich hervorging, die langersehnte Einheit. Lassen wir uns von diesem Gedanken vor allem leiten. Ich bin überzeugt, dieses Land wird diesem Gedanken zugänglich sein und immer zugänglicher Es ist icher, daß die nächsten Tage allerhand SympathieKundgebungen für die Boeren aus den verschiedensten Ländern bringen werden. Aber ebenso sicher ist, daß sie sehr bald bertummen werden vor den realen Interessen. Nur die ette, für die kämpfenden Boeren höchst bedeutsame Frage bleibt: Wie wird Rußland die günstige Gelegenheit ausnüßen den englischen Nebenbuhler, wenn er in Südafrika gefesselt it, zu schädigen? werden." Düsseldorf, 11. Oktober.( Eig. Ber.) Das Ermittelungs. berfahren wurde eingeleitet gegen den Redacteur der„ Niederrheinischen Voltstribüne", Wessel, wegen mehrerer in den Herr von Miquel wird sicher mit den heroischen Tönen, legten Monaten im genannten Blatte veröffentlichter Ministerial Erlasse betreffend Kriegsveteranen, die Berlepsch- Zeit und die Zucht Kaptadt, 11. Oktober.( Meldung des„ Reuterschen Bureaus".) die er da angeschlagen, das Ohr finden, das er sucht, und hausvorlage. Wessel hat dem Beamten erklärt, daß er es als Chren Wie das Blatt„ Argus" meldet, werden heute Abend alle verfügbaren die vielleicht trotz der Zedliz- Opferung etwas getrübte fache betrachte, das Redaktionsgeheimnis genau so zu wahren, wie Truppen des Kapstädter Bezirks nach dem wichtigen Eisenbahnknoten- Freundschaft wieder herstellen. der höchste Staatebeamte sein Dienstgeheimnis. Als ihm erwidert punkt D Aar abgesandt. Wie wäre es, wenn Herr v. Miquel, da er doch schon einmal wurde, ein gewisser Jemander wurde unserm Genossen ge Lordon, 12. Oktober. In Regierungstreisen verlautet, daß in Hannover weilt, auch einen Sprung zu dem Ballhof nannt habe sich selber als den Ueberbringer der Erlasse schon be jämtliche Staaten England vollſte Neutralität im bevorstehenden hinüber machte, um mit seinen dort versammelten älteren tannt, antwortete W., daß er selbstredend auch jetzt noch Schweigen Kriege zugesichert hätten. Washington, 12. Oktober. Nach einer amtlichen Mitteilung sind Parteigenossen freundschaftliche Grüße auszutauschen? Diese beobachte. W. erklärte, in der ganzen Angelegenheit überhaupt stumm dem räjidenten McKinley zahlreiche Petitionen zugegangen, welche werden sicher nichts gegen die Parole einzuwenden haben, die wie ein Fisch bleiben zu wollen.ihn in seine Vermittlung in den Streitigkeiten zwischen England und er da ausgegeben: Vorwärts sollen wir bliden, Transvaal ersuchen, ebenso auch Betitionen, welche ihn auffordern, nicht rückwärts! bei abstellung der Klagen der Uitlanders mit England zusammenDie Augsburger Krawalle werden nun bald die Gerichte beschäftigen. Wie in bayrischen Blättern mitgeteilt wird. ist hierfür eine außerordentliche Schwurgerichts- Seffion anberaumt. Die Dauer der Verhandlung wird auf acht Tage geschäßt. Angeklagt werden] werden. der Sicherheitsmaßregeln Angesichts des foeben ausgebrochenen Krieges und der Art, jein Recht der Kontrolle bezüglich eva 40 Berjouen. Die Anklage richtet sich auf and friedens wie die englische Regierung die gutgemeinte Dentschrift des Berner eingeräumt werde. Die Auflagen wurden nach Ansicht des Dort nicht bewiefen. Die Revision, die bruch, Widerstand gegen die Staats gewalt, bei Friedens- Ausschusses kaltlächelnd ignoriert hat, gehört selbst bei welt- munder Landgerichts einigen auf Körperverlegung 2c. Im Falle der Verurteilung abgewandten Jiar Athenern eine übergroße Portion Naivetät dazu, Block gegen das Urteil eingelegt hatte, ist nun am 9. Oftober vom ist die Mindeststrafe ein Jahr Zuchthaus. Bei mildernden Umum von der schwerwiegenden Bedeutung" der Konferenz für die Reichsgericht verworfen worden! Block wird also demnächst ein ständen kann die Strafe auf sechs Monate Gefängnis herabgesezt rechtliche Sicherung des Friedens" zu reden und von der weiteren preußisches Gefängnis aufsuchen müssen. Am 17. Oktober verhandelt Thätigkeit auf Grundlage der Konferenzbeschlüsse" etwas zu er das Dortmunder Landgericht abermals gegen ihn wegen der omiMan wird sich erinnern, daß die Krawalle in der offensichtlichen hoffen. nöjen Verbreitung züchtiger Schriften". Parteinahme der Behörden für die Unternehmer während des Bauarbeiterstreits zwar ihre Ursache hatten, daß sich aber nur wenige der organisierten Arbeiter daran beteiligt haben. Das allgemeine Urteil auch bürgerlicher Blätter ging ferner dahin, daß die Polizei durch ihr taktloses Vorgehen im wesentlichen die Unruhen verschuldet hat. Ausland. Oestreich Ungarn. " Wien, 12. Oftober. Die Wiener Zeitung" meldet: Der Kaiser ernannte für die Dauer der nächsten Session des Reichsrates den Fürsten Alfred Windischgräz zum Präsidenten, den Fürsten Start Auersperg und dem Grafen Ernst Hovos Sprinzenstein zu Vizepräsidenten des Herren hauses. fürdinial Rußland. Zur Unterdrückung Finlands. Türkei. Parteitag der deutschen Socialdemokratie. ( Schluß aus der 2. Beilage.) München, 11. Oftober.( Eig. Ber.) Landtag. Einen mächtigen Denn das, was Bebel gethan hat uns gegenüber, das Wunschzettel hat die Centrumsfraktion dem Landtage unter: erklärte Kautsky gestern als Idiotismus, und wir alle fingen an breitet. Die Herren, die ja über die Mehrheit in der Abgeordneten Taut zu lachen, daß so etwas kommen konnte.( Burufe Bebels.) tammer verfügen, verlangen von der Regierung: 1. Die Vorlage Das Präsidium dieses merkwürdigen Parlaments wird nämlich. Es ist so, aber man wird mir nachher haarscharf beweisen, daß von Gesezentivürfen betreffend die Revision von Grund- und Haus wie sich das bei einer so erlauchten Störperschaft von selbst versteht, das nicht richtig ist, daß das ganz was andres ist.( Heiterkeit.) steuern und des Gesetzes über den Steuernachlaß, die Errichtung nicht etwa gewählt, sondern ernannt. Jedwede Wahl erinnert eben Daran bin ich gewöhnt. Aber wenn bei solchen Vorgängen, wo nur einer staatlich geleiteten Mobiliar- Braudversicherungs- Anstalt, die zu sehr an eine plebejijche Demokratie. eine Augen- und Ohrentäuschung denkbar ist, über solche Dinge MißEntschädigung aus Staatsmitteln für bei Maule und Klauenseuche verständnisse so leicht möglich sind, dann sollte man sich auch nicht so gefallene oder getötete Tiere, die Neberbürdung der Kosten für bitter darüber beklagen, went Bernstein Mißverständnisse begegnet Anstaltsverpflegung von Irren oder Kretinen auf die Kreis find. Gewiß kommen Mißverständnisse vor; sie sind unvermeidlich, um so tajien, die Bildung von Rentengütern für landwirtschaftlichen Mittel- und Kleinbesiz, die Schaffung einer Central- russischen handen ist, Mißverständnisse zu erzengen.( Sehr wahr. Und noch Der finländische Senat hat dieser Tage den Antrag des unvermeidlicher, wenn der Stampf sich so zufpigt, wie jest, und man Lasse für gewerbliche Genossenschaften; 2. die Festsetzung einheitlicher russischen Generalgouverneurs, der die Maßregelung mehrerer nicht immer die Garantie hat, daß nicht eine gewisse Absicht vorGemeinden bezweckt, die beschlossen hatten, den ausländischen Ge- handen ist, Mißverständnisse zu erzengen.( Sehr wahr). Und noch Normen für die amtlichen Preisnotierungen beim Verkauf von Gelehrten für ihre Beteiligung an der zu Gunsten Finlands abgesandten eins, was ich mehr bedauert habe; schon bei der Liebknechtſchen treide und Schlachtvieh, die Förderung der Wiederaufforstung ab- Deputation zu bauten, abgelehnt. Rede in Pieschen, wo der„ Dresdener Arbeiter Zeitung" das geschwendeter Waldungen besonders an Bergabhängen, die In- Deputation zu danken, abgelehnt.on Dem englischen Vicekonsul Wolff find ferner, wie bereits Mißverständnis passiert ist, das genaue Gegenteil von dem augriffnahme der Vorarbeiten für ein Straßengeset nebst ent- bekannt, aus Beranlassung seiner Amtsentse yung seitens der verstehen, was Liebknecht gesagt hat. Denn entweder hat der sprechender Ausscheidung der Straßenzüge und Regelung der UnterRedakteur der Sächsischen Arbeiter- Zeitung" Liebknecht mißverstanden, Das letztere iſt haltungskosten, einen rascheren Ausbau des Lokalbahnnetzes; 3. eine Finländer begeisterte Ovationen zu Teil geworden. Diese sollen oder aber Liebknecht wußte nicht, was er gesagt. nun Einwirkung der bayrischen Bevollmächtigten auf den Bundesrat, daß für die letteren auf Geheiß des russischen Generalgouverneurs nicht möglich. Liebknecht hat nun gesagt, er ist mißverstanden, und ein gerichtliches Nachspiel erhalten. eine Abänderung des des landwirtschaftlichen Unfallversicherungsdie Redaktion der Sächsischen Arbeiterzeitung" schweigt.( Sört! Gesetzes, das die Entschädigung fleinerer Unfälle ausschließt, fahren. Besondere Erbitterung weiter Kreise in Bezug hierauf erregte abficht misverstanden hat, und das ist ein Streich gegen Bernstein, Auch die Presse muß fortgesetzte Maßregelungen er hört!) Und da bleibt allerdings der schwere Vorwurf, daß sie mit erreicht, und daß weitere Erleichterungen für die land= wirtschaftlichen Kleinbrennereien herbeigeführt werden; 4. eine Blattes Matti Meitoläinen". Dies Verbot ist auf immer erfolgt wie er unmobler, illoyaler in dem ganzen Stampfe nicht dagewesen ist. Die Redaktion darf nicht schweigen gegen den dem Wertverhältnisse höhung der Tarife für Mehl durch die deutschen EisenbahnVorwurf, daß sie hier mißverstanden hat.( Lebhafte Zustimmung.) Verwaltungen. Und nun noch ein kurzes Wort zu Bebel. Genosse Bebel, Du hast Ein Teil dieser Anträge ist von den Abgg. Dr. Jäger und Konstantinopel, 12. Oktober. Durch ein Frade des Sultans den Genossen Bernstein in Deiner Abrechnung schließlich in einer Das ist Unrecht! Dr. Pichler bereits in der vorigen Session eingebracht worden. Die wird die Vorlage sanktioniert, welche von der im Yildiz- Palais zur Weise behandelt, daß ich mir sagte: Plenarberatung wird voraussichtlich noch lebhafte Debatten hervor Prüfung der armenischen Beschwerden eingesezten Kommission Du hast ihn geradezu als einen Ignoranten, einen Nichtsrufen, ihre eigentliche Erledigung aber werden diese frommen unterbreitet worden war. Hiernach werden die gegen die Armenier wiffer hingestellt, Du hast wiederholt von ihm gesprochen, Wünsche zweifellos in einem Wirtschaftsausschusse finden. getroffenen außerordentlichen Polizeimaßregeln auf und der Mann weiß nicht einmal, daß wir Zeiten gehabt haben, wo In der heutigen Sizung begründete der große Jäger aus der gehoben, beziv. mir auf Verdächtige beschränkt. Ferner das Bauernlegen gang und gäbe war!" Und nun ziehen sie die KonPfalz" die einzelnen Teile dieser Anträge. werden die während der armenischen Wirren zerstörten Kirchen, fequenz! Der Mann, der zehn Jahre lang an verantwortungsreichster Namens der socialdemokratischen Fraktion erklärte Klöster und Schulen unter staatlicher Beihilfe neu aufgebaut Stelle im Auslande unser Centralorgan redigierte, der Mann, der Genosse Scherm zwar die Bereitwilligkeit zur Mitarbeit in der oder in Stand gesezt und die rückständigen Bezüge von armeni- mit als die hervorragendste Persönlichkeit in der parteigenössischen Kommission, versäumte jedoch nicht, zugleich auch auf den einschen Staatsbeamten und Arbeitern bezahlt, welche während wissenschaftlichen Schriftstellerei bis in die neueste Beit gegolten hat, seitig agrarischen Charakter dieses wirtschaftlichen der Massakres getötet oder ausgewiesen worden sind. Außerdent der Mann, der von Engels zur Herausgabe seines wissenschaftlichen Programms hinzuweisen. Er betonte insbesondere, daß noch eine wird die Erlaubnis zur Errichtung eines armenischen Waisenhauses Nachlasses, erwählt worden ist, der wird als ein Mann hingestellt, Reihe von Maßnahmen fehlen, die auf die Förderung der Interessen in Jedikule bei Konstantinopel erteilt. 54 verurteilte Armenier der nicht einmal die Kenntnisse eines gewöhnlichen Boltsschullehrers der Arbeiter Bezug haben und bemerkte, daß seine Fraktions- werden begnadigt und 24 bisher nicht vollzogene Todesurteile bejigt.( Widerspruch Bebels.) Jawohl! Und das ist ebenso übergenossen nicht ermangeln werden, zu geeigneter Zeit die nötigen An- in lebenslängliche Sterkerstrafen umgewandelt. Wie verlautet, ist trieben. Daß Du das nicht glaubst, weiß ich.( Bebel: Habe ich nicht regungen auch nach dieser Richtung hin zu geben. Er wolle mur aber der Patriarch mit diesen Zugeständnissen an die Armenier gesagt.) Das hast Du gesagt! Die Versammlung ist Zeuge. Und m hoffen, daß das Centrum in der gleichen Weise wie für Land- nicht ganz zufrieden und wartet die offizielle Mitteilung über die- frage ich: was müssen da unsere Gegner sagen, wenn sie hören, daß wirtschaft und Gewerbe auch für die Arbeiter sorgen möge. selben ab, um erst dann eventuell die Demission zurückzuziehen. der Main, der an der Stelle in der Partei gestanden hat, auch nicht die einfachsten Vorgänge in der deutschen Geschichte kannte. Müssen Serbien. sie nicht mit innerer Notwendigkeit dazu kommen, den bekannten Entschiedenheit gegen die Bildung einer gewerblichen Centraltasje, Um die Verdienste Milans, denen neulich vor der serbischen Ausspruch auf uns anzuwenden, der sonst auf die Zigeuner an gegen jede Abänderung des landwirtschaftlichen Unfallversicherungs- Wolfsvertretung" so begeisterte Anerkennung zu teil wurde, ins gewendet wird, den ich hier aber nicht wiederhollen will? Wir brauchen mit Bernstein Gesetzes zum Nachteile der Arbeiter, sowie gegen eine Erhöhung rechte Licht zu jezen, giebt eine Berliner Zeitung folgende Zahlen Das sollten wir uns abgewöhnen. der Mehltarife aus. Wenn etwas Gutes aus den Ausschußberatungen wieder: Seit dem Attentat vom 6. Juli 1899 wurden, soweit es nicht einverstanden zu sein, und Bernstein mag selbst jezt berherauskommt, so schloß Redner seine treffenden Darlegungen, dam bekannt geworden, 876 Personen( im Innern des Landes schiedenes aus seiner Schrift im ſtillen zurüidgenommen haben. toird niemand mehr erfreut sein als wir. soll es ihrer noch mehr geben) verhaftet, 281 Per- Ich habe eine 20 Seiten lange Erklärung von ihm in der Tasche, In seinen weiteren Ausführungen kritisierte unser Genosse einzelne Punkte des Centrumsantrages und sprach sich mit großer Die Minister v. Riedel, v. Crailsheim und v. Feilizich jonen( darunter 12 serbische Staatsangehörige) aus dem die er mir zugesandt hat, sie hier zu verlesen. Ich will sie nicht gaben die Erklärung ab, daß die Regierung gerne bereit fei, zum Lande verwiesen, mehr als 200 Personen flüchteten verlesen, weil er es in mein Ermessen gelegt hat und ich Sie nicht Wohle des ganzen Landes sich an den Arbeiten des Ausschusses zu aus dem Lande, etwa 20 Personen wurden vollkommen vermißt, langweilen will.( Oho!) Jawohl, eine 20 Seiten lange Vorlesung beteiligen, doch ließen sie auch sehr deutlich durchblicken, daß kaum 71 Personen verloren ihre staatlichen Anstellungen, Pensionen, ist eine langweilige Prozedur. Ich bin der Meinung, daß wir den alle Wünsche erfüllt werden könnten. Der Minister des Innern Lieferungen usw., zusammen bei 950 Personen. An Menschen Kampf durchführen sollen, aber mit Mitteln, wie sie unter Loyalen machte noch die interessante Konstatierung, daß zwei Drittel der leben gingen infolgedessen bisher vier zu Grunde( einschließlich Stämpfern üblich sind.( Beifall.) Und zum Schluß ich stimme für die Bebelsche Resolution. Ich hätte es in ihrer ursprüng Renten aus der landwirtschaftlichen Unfallversicherung den Unter- Senczevitsch Hinrichtung), zwei wurden wahnsinnig, 64 zu zu nehmern zu Gute kommen. sammen 411 Jahren( zu weit überwiegendem Teile wegen Beleidigung lichen Fassung gethan; fie gefällt mir viel besser, nachdem Milans) schweren oder einfachen Kerker oder Haft verurteilt, der Antrag Stolten angenommen ist. Ich stimme nicht deshalb 52 sollen noch der Aburteilung harren, 56 wurden freigelaffen und für sie, weil sie gegen Bernstein gerichtet ist, sondern weil stehen meist unter Polizeikontrolie oder gar in Haushaft, während sie ebenso gut auch von Bernstein acceptiert werden kann.( Heiterdie übrigen ganz willkürlich im Sterker gehalten werden. keit und lebhafter Beifall.) Und das bestätigt mir kein andrer als Bernstein selber, der mir schrieb, als ich ihm den Inhalt der ursprünglichen Resolution mitteilte: Lieber Freund Auer, mit dem nötigen, bei solchen Dingen üblichen Körnchen Salz stimme auch ich für die Resolution."( Heiterkeit. Stürmischer Beifall.) Karlsruhe, 11. Okt. Der„ Südd. Reichskorresp." zufolge find bom Ministerium des Innern die Wahlmännerwahlen zum badischen Landtage auf den 4. November, die Abgeordnetenwahlen auf den 16. November anberaumt. Amerika. Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozesse. New York, 12. Oktober. Ueber Kingston ist hier eine Reihe Aus Beuthen( Oberschlesien) meldet uns eine Privatdepesche: von Meldungen aus La Guayra vom 7. d. M. eingegangen, welche Der Disponent und Geschäftsführer des polnischen Blattes die Revolution in Venezuela als einen gewaltigen Erfolg „ Katholik" Robert Gaida und Maurermeister Kasimir Liersch wurden schildern. Präsident Andrade und die höchsten Staatsbeamten sollen von der hiesigen Straffammer wegen Majestätsbeleidigung zu vier bereits Vorkehrungen getroffen haben, das Land verlassen zu können. bezw. sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Fast alle Einzelstaaten und Städte mit Ausnahme von Caracas und La Guayra stehen auf feiten der Revolution und die Scharen der Aufständischen wachsen täglich. Am Sonnabend haben die letzteren Victoria erreicht und sofort den Angriff begonnen. Leicht zufriedengestellt Partei- Machrichten. Nach Auer sprechen noch ta utsty, Tauscher Stuttgart und Vollmar. Dann wurde fast einstimmig der Schluß der Debatte beschlossen. Es folgte eine Flut von persönlichen Bemerfungen, in denen Kautsky, Liebknecht, Bettin, Luxemburg, Auer, Bollmar, Eichhorn, Ledebour, David, Stadthagen das Wort ergriffen. Schluß der Sigung 8 Uhr. erscheint das Münchener Komitee für Rundgebungen zur Friedenstonferenz. Dasselbe zeigt sich durch die doch Unter Zurückziehung des Antrages 9 stellen wir folgenden Antrag: mehr als platonischen Ergebnisse" des Haager Diplomaten72. Der zweite Teil des§ 17a des Organisationsstatuts fränzchens dermaßen erbaut, daß es bereits jetzt seine Mission als erledigt betrachtet und friedensseligen Auges in eine heitere Der nationale Kongreß der franzöfifchen Socialdemokratie( Einwände der Preßtommiffion sind dem Parteivorstande zur ErZukunft blickt. Es erläßt an seine Getreuen folgende Erklärung: wird, wie ein Mitglied des Verständigungs- Ausschiffes( Comité ledigung zu unterbreiten. Von Anstellungen und Entlassungen im Die Friedenstonferenz im Haag hat trotz aller d'Entente) uns mitteilt, ant 3. Dezember d. J. zusammentreten. Personal der Redaktion und Expedition ist der Preißkommission vor Schwierigkeiten und Anfeindungen zu Ergebnissen geführt, Die fünf in dem Verständigungs- Ausschuß vertretenen Fraktionen der Entscheidung Mitteilung zu machen und ihre Ansicht einzuholen) die für die Weiterbildung des Völkerrechts und für die fünftige und Gruppen haben sich sowohl über die Art der Vertretung auf ist durch folgenden Bafsus zu ersetzen: rechtliche Sicherung des Friedens von schwerwiegenber dem Kongreß, als über die principiell programmatischen Vorbe Bedeutung find; sie hat aber zugleich in ihren Beschlüssen, dingungen der Beteiligung geeinigt; und da dies der schwierigste die überall auf neue Konferenzen, auf weitere Studien und auf Teil der Verständigung war, so dürfen wir hoffen, daß die Verspäter abzuschließende Verträge verweisen, der Zukunft weit größere ständigung zur Vereinigung führen, und der bevorstehende nationale Kongreß für die französische Socialdemokratie das Aufgaben gestellt. Es handelt sich jetzt vor allem darum, die bedeutsamste werden wird, was der Einigungskongreß des Jahres 1875 für die Schöpfung der Konferenz, die Institution für schieds- deutsche Socialdemokratie geworden ist. gerichtliche Entscheidung internationaler Streitigkeiten, zu pflegen und auszubauen; es handelt sich weiter um die von der Kon" Die Preßkommission entscheidet in Gemeinschaft mit dem Parteivorstande über alle Angelegenheiten des ParteiOrgans, insbesondere über Anstellungen ind Entlassungen im Personal der Redaktion und Expedition. Heber etwaige Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Parteivorstand und der Preßkommission entscheiden die Controleure, der Parteivorstand und die Preßkommission in der Art zu gleichen Nechten, daß jedes dieser drei Organe eine Stimme hat." A. Hoffmann. W. Hinz. C. Hauschild. Koblenzer. Wagner. Ad. Thiele. Täterow. Breslauer. Fiante. Singer. W. Liebknecht. Sellin. Neiwand. Bubeil. Ewald. Schubert. Rud. Millarg. Biedermann. Hoppe. Menzel C. Hoffmann. Carl Hoffmann. G. Blume. Lily Braun Fr. Bunte. Gustav Schmidt. Frau Wengels. Aug. Schmut. A. Leopoldt. Robert Krause. Schumann. Chr. Esser. Scholant. Bettin. Feldmann. Heinrich Mahnke. W. Metzger. Albert Schmidt. A. Trautewein. C. Schäfer. Stadthagen. H. Rieke. Schippel. Antrick. Klees. Blos. Dreesbach. Baudert. Stäppler. Beus. Diep. H. Koenen. Kaden. Kunex. Ledebour. Kazenstein. Theodor Meßner. H. Meister. W. Stolle. wad mad. Frohme. Lesche. Förster. Polizeiliches, Gerichtliches usiv. Polizeiftunde und Versammlungsrecht. Die sogenannte ferenz verlangte Durchführung wichtiger Kulturforderungen an Polizeistunde, welche die Schantfonzession des Wirtes regelt, wird das internationale Kriegsrecht; es handelt sich endlich in vielen Städten von seiten der Polizeiverwaltungen dazu miß darum, dem von der Konferenz als Frage praktischer Politit aus braucht, das Versammlungsrecht zu beschränken. Das ist bisher auch drücklich anerkannten, schwierigen Problem, wie der verderblichen in Magdeburg vielfach geschehen. Versammlungen wurden von Steigerung der Rüstungen Einhalt zu thun sei, in vorsichtiger, den unteren Polizei- Organen, welche die Versammlungen überwachen, aber unabläffiger Arbeit mit praktischen Vorschlägen näher zu treten. zur Beit der eintretenden Bolizeistunde kurzerhand geschlossen. Dabei wird, wie bei der Vorbereitung der Konferenz, den Diesem Schicksal verfiel im August d. J. auch eine Kutscherversamme Kräften der öffentlichen Meinung, ber populären lung. Auf eine Beschwerde des Einberufers derselben ist nun vom Agitation und der wissenschaftlichen Arbeit eine ebenso wichtige Magdeburger Polizeipräsidium ausdrücklich zugegeben worden, Rolle zufallen, wie der Thätigkeit zünftiger Staatsmänner. Das Münchener Komitee für Kundgebungen zur Friedens. daß der betreffende Beamte inforrett gehandelt habe und daß Ver konferenz, das nur zu einem fachlich und zeitlich begrenzten Zwed fammlungen an die Polizeistunde nicht gebunden sind. zusammengetreten ist, erachtet es nicht für seine Sache, bei Der Redacteur der ,, Fränk. Tagespost", Genoffel Georg Zu Punkt 7 der Tagesordnung( 8uchthausvo lage). Lösung dieser Aufgaben weiter mitzuwirken. Indem aber das Gärtner in Nürnberg, stand am Mittwoch vor dem dortigen Komitee sich jetzt auflöst, vertraut es darauf, daß die bestehenden Schöffengericht wegen Beleidigung durch die Presse. Der„ Be- 71. Der Parteivorstand wird ersucht, für die bal ge HerausGesellschaften, die verwandte und zum Teil weitergehende Biele leidigte", Goldschlägermeister Lutz, hatte einen Lehrjungen durch gabe einer kurzeit, möglichst billigen Broschüre zu for it, die zur verfolgen, sich auf den durch die Konferenzbeschlüsse gegebenen Fauftschläge derart mißhandelt, daß der Arzt noch 5 Tage später Agitation unter den Frauen weiteste Verbreitung finde soll. Im realen Boden praktischer Arbeit stellen werden, und empfiehlt des- blutunterlaufene Striemen und Beulen am Körper des Mißhandelten wesentlichen soll sie, unter Hinweis auf die Zuchthausv.rlage, die halb seinen Mitgliedern und allen, die seine Sympathie tonstatierte. Die Tagespost" hatte das als Roheit bezeichnet. Das Frauen über die ihnen drohende weitere Beeinträchtigung ihrer geErklärung für die Biele der Friedenstonferenz" unterzeichnet Gericht erachtete den Wahrheitsbeweis als nicht erbracht und ver- ringen Rechte auftlären und sie auffordern, nicht nur frtig gegen haben, fich ben bestehenden Organisationen anzuschließen urteilte Gärtner zu 50 M. Geldstrafe, da Luz das ihm zustehende ste zu protestieren, sondern auch mit allem Nachdrud 1 die Erweiterung des Vereins- und Versammlungsrechtes einzutren, ( insbesondere der Deutschen Friedensgesellschaft" und hier Büchtigungsrecht nicht überschritten habe.(!) Lily Braun. Clara Zetkin. Louise Zieg. Mary Weels. in München der Münchener Friedensvereinigung), oder-Vier Monate Gefängnis wird Genosse Blod, Redacteur Resolution. anderen Gesellschaften, bie auf Grundlage der Konferenz- der Sächs. Arb.- 8tg.", demnächst abzubrummen haben. Es handelt beschlüsse für die Weiterbildung des Bölterrechts sich um die Strafe, die sich Block noch aus seiner Thätigkeit an der wirken wollen, und in diesen Organisationen im Sinne der Rhein- Westf. Arbeiterztg." zu Dortmund zugezogen hat. Er hatte Jdeen, von denen unsere Bewegung getragen war, weiter thätig dort bekanntlich anläßlich eines Grubenunglücs Anklagen gegen die Verwaltung einer Beche erhoben und gefordert, daß den Bergleuten zu sein. " Der Parteitag erklärt: Das stehende Heerwesen ist nach seiner ganzen Entwicklig und Organisation das vornehmste Machtmittel zur Aufrechterhalt und Befestigung der Klassenherrschaft; eine Hauptstüße für alle Colts und arbeiterfeindlichen Bestrebungen; eine Einrichtung, die nur durch| Aussicht genommenen Plägen für die Aufstellung der Kandelaber- könnte ja ruhig eine Stunde später anfangen. Wenn man sie in die schweren, stets wachsenden und ungerecht verteilten Opfer an Uhren seitens der Versammlung nicht ausgesprochen ist. Charlottenburg bis 8 1hr ausgedehnt hat, so mag das für dort Gut und Blut möglich ist, welche die herrschende Gesellschaft be- Die vorhandenen 10 Schultreise sollen zum 1. Oftober genügen, aber die Berliner Verhältnisse liegen viel böser, wie ja sonders den arbeitenden Klassen auferlegt. 1900 anderweitig abgegrenzt und um zwei vermehrt werden. schon bei der Beratung unseres früheren Antrages Vogtherr ausDazu ist die Schaffung von zwei weiteren Schulinspektorstellen geführt hat. Im Interesse der ruhigen Abwickelung des Wahlaktes erforderlich. ist diese Verlängerung notwendig. Die Versammlung giebt ohne Debatte ihre Zustimmung. Stadtrat Bohm: Der Magistrat hat thatsächlich die AntDie Stadtvv. Vogtherr und Genossen beantragen: ordnungen, die schon getroffen waren, einer Aenderung interDen Magistrat zu ersuchen, mit ihr über die Ueberziehen müssen. Es ist beabsichtigt, die Wahlen nicht in Abstimmungsnahme des öffentlichen Anschlagwesens in bezirken, sondern in jedem Wahlbezirk vor einem Wahlvorstand städtische Regie nach Ablauf des mit der Firma Naud und und in einem Wahllofal stattfinden zu lassen. Man hat sich nach Hartmann geschlossenen Bachtvertrages" in gemischter Deputation anderen, größeren Lokalen umsehen müssen. Jeder in Aussicht ge= zu beraten. nommene Saal faßt mehrere hundert Personen. Es werden ver Das Bestreben der Partei muß deshalb darauf gerichtet sein, das Heerivejen von Grund aus umzugestalten, so daß die Wehrkraft der Nation aus einem Mittel der Unterdrückung nach innen und steter Beunruhigung nach außen zu einem Mittel der Sicherung der Volksrechte und Freiheiten und der Verteidigung gegen fremde Angriffe wird. Zu diesem Zweck verlangt die Partei eine auf demokratischer Grundlage aufgebaute Organisation der Landes- und Voltsverteidigung, die Kastenwesen und Gegensätze zwischen Volk und Herr unmöglich macht, jeden wehrfähigen Mann zum Waffendienst verpflichtet und seine Ausbildung zum brauchbaren Wehrmann durch eine entsprechende Jugenderziehung herbeiführt. Von diesen Gesichtspunkten ausgehend, betrachtet es der Parteitag als selbstverständlich, den Buntt 3 des Parteiprogramms unverändert aufrecht zu erhalten, und fordert von den parlamentarischen Vertretern der Partei, auch fünftig keinerlei Mittel für das bestehende Militärsystem zu bewilligen und jede Gelegenheit zur Propagierung der in Bunft 3 des Parteiprogramms aufgestellten Forderungen zu benutzen. Kommunales. Stadtverordneten Versammlung. 29. Sigung vom Donnerstag, den 12. Oktober, nachmittags 5 Uhr. Stadtv. Vogtherr: Binnen Jahresfrist wird der Magistrat schiedene Wahltische aufgestellt, zur Unterstützung des Wahlvorstandes uns eine Vorlage wegen der weiteren Handhabung des öffentlichen gewandte Beamte bestellt werden. Dadurch wird eine schnelle Anschlagivesens bringen müssen. Wir kommen mit unserm Antrage Abfertigung der Wähler ermöglicht. Besondere Beamte sollen andeswegen schon jetzt, weil auch vor neun Jahren die Angelegenheit wesend sein für diejenigen Wähler, welche ihre Legitimation etiva eine sehr eingehende und zeitraubende Verhandlung erfordert hat. vergessen oder verlegt haben, um sie zurecht zu weisen. Die VorDamals wurde die Pachtsumme auf 255 000 M. festgesetzt, während schläge des Antrages hat der Magistrat noch nicht in Erwägung sie vorher mur 50 000 m. betrug und nach dem Magistratsantrag gezogen. Die praktischen Schwierigkeiten, welche das Wahlgeschäft auch nur auf 100 000 m. erhöht werden sollte. Aber damals hatte für den Sonntag vielleicht unmöglich machen, liegen in der Lokalder Magistrat die Vorlage nur 2 Monate vor dem Ablauf des und in der Personalfrage. Unbefoldete Kommunalbeamte werden Vertrages gemacht, und es wurde eine wiederholte provisorische sich nicht genügend finden, die sich den ganzen Sonntag darum Verlängerung desselben nötig, weil sich die Verhandlungen mit der verschlagen würden, und diese werden nach dem bisherigen Princip Firma Nauck u. Hartmann wohl ein Jahr lang hinzogen. Aus vorzugsweise an diese Ehrenstellen zu sehen sein. Was die diesem Grunde regen wir die Angelegenheit schon jetzt an, damit Lotalfrage betrifft, so find die Turnhallen bei den Wahlvollauf Zeit vorhanden ist. Der Verlauf der Sache hat ja damals zu vorstehern sehr unbeliebt. Heute verfahren wir ja so, daß in einem Beschlusse geführt, den Magistrat aufzufordern, derartige Vorlagen jedem einzelnen Falle mit dem Wahlvorsteher das Lokal vereinbart wenigstens sechs Monate vor Ablauf der betreffenden Berträge zu wird. Die großen Bergnügungslokale, die wir für Montag gemietet Der Stadtv. Baumgarten hat sein Mandat niedergelegt. machen. Unser Antrag selbst stüßt sich in erster Linie auf eine Reihe haben, würden wir Sonntag nicht bekommen. Die Vorbereitungen zur Auläßlich des Vorschlages des Magistrats, den in der städtischen von Klagen, welche gegen den Betrieb der Anschlagsäulen erhoben Wahl, die 6 Wochen erfordern, haben wir schon einmal vor acht Tagen Verwaltung beschäftigten Stau 3 listen nach 10 bezw. 15 Jahren werden. Es sind wiederholt Plakate zurückgewiesen worden, es ist über den Haufen werfen müssen; soll das noch einmal geschehen, so ununterbrochener Beschäftigung Altersvergütigungen zu gewähren, eine engherzige Censur an deren Inhalt geübt worden, welche wir bringen wir die Sache in ordentlicher Weise überhaupt nicht mehr zustande. hat in dem niedergesetzten Ausschuß die Frage, ob diese Angestellten der Firma nicht zugestehen können und die in der Bevölkerung Eine längere Hinausschiebung des Wahltermins ist unstatthaft. Die nach ihrem Antrag als Beamte anzuerkennen seien, eine aus- großen Unwillen erregt hat. Im Vertrage ist vorgesehen, daß Verlängerung der Wahlzeit bis 10 Uhr halte ich nicht für praktisch, giebige Erörterung gefunden. Die Bemühungen der socialdemo- Plakate, deren Inhalt gegen die Geseze verstößt, zurückgewiefen die Zeit von 9 bis 7 genügt; wenn die Arbeiter bis 7 Uhr im kratischen Mitglieder im Sinne dieses Antrages waren umsonst; die werden müssen. Das ist selbstverständlich, aber die Firma leitet daraus die Lokal erschienen sind, kommen sie auch noch zur Wahl. Der Wahlgroße Mehrheit hielt daran fest, daß die Thätigkeit der Kanzlisten Berechtigung her, Plakate auszuschließen, in welchen z. B. Firmen vorstand besteht doch auch nur aus Menschen. eine rein mechanische sei, daß ihnen jedes Kriterium fehle, genannt werden im Zusammenhang mit dem Worte Streit", Es geht ein Antrag ein, die Wahlzeit von 10 bis 8 Uhr festwelches auf die Beamteneigenschaft schließen lasse, und daß Plakate, welche einen Vortrag über Eugen Nichters Spar- Agnes an- zusetzen. man unter diejen Umständen auch einer Klage der Kanzlisten fündigten, die Besprechung der Verhältnisse in den Werkstätten des Stadtv. Hugo Sachs: Die Ausdehnung der Wahlzeit bis auf Anstellung im städtischen Dienste ruhig entgegensehen könne. Offiziervereins ankündigten, Einladungen zu Versammlungen, in 10 Uhr bebingt eine 18 stündige Arbeitszeit für die Wahlvorsteher. Ueber die Notwendigkeit der Verbesserung der Lage der Kanzlisten welchen die Sünden der liberalen Stadtverordneten Wo bleibt da der Normalarbeitstag? Für die alte freiwar man indes einig und sieht nur den jezigen Zeitpunkt, wo das besprochen werden sollten( Große Seiterkeit), Blafate, welche ein finnige Forderung der Wahl am Sonntag werden neue Kommunalbeamtengeseh noch nicht in Straft getreten ist, als Anschreiben von Emile Zola auf einem Theaterzettel enthielten, wir stimmen, an diesem Tage haben thatsächlich die Anhänger nicht geeignet an; da sich andererseits die Kanzlisten darauf berufen Plakate, ausgehend bon einem Stomitee zur Bekämpfung aller Parteien die beffere Gelegenheit, ihr Interesse an der Wahl haben, daß z. B. in Breslau, Frankfurt, Hannover, Magdeburg, der Hochbahn, weil in dem Wortlaut von Verunstaltung mit ihren sonstigen Geschäften in Einklang zu bringen. Die Gegen Posen die Anstellung der Kanzlisten auf Lebenszeit erfolge, wünscht des Straßenbildes die Rede war. Nach anderer Richtung ist die ausführungen des Stadtrate Bohm haben mich nicht überzeugt. man die Einholung bezüglicher Informationen. Denmach schlägt der Firma nicht so zimperlich, den Liberalen und Antisemiten wird eine Es werden ja allerdings erst Erfahrungen abzuwarten sein sowohl Ausschuß einstimmig folgende Resolution vor: viel geringere Aufmerksamkeit geschenkt. Es fällt mir natürlich nicht nach der persönlichen Seite hin, wie hinsichtlich der Lokalfrage. Die Versammlung ersucht den Magistrat: 1. im Laufe des ein, diesen ihr Recht irgendwie zu beschränken, aber das Anschlag- Unter der alleinigen Aegide der socialdemokratischen Genoffen werden nächsten Jahres, unter Berücksichtigung des am 1. April 1900 in wesen muß für alle Zeile der Bevölkerung, für die Wahrnehmung wir freilich die Wahl nicht vor sich gehen laffen. Straft tretenden Kommunalbeamtengefeßes, ihr eine Vorlage über aller Interessen gleichmäßig dienstbar sein. Trotz des lex Heinze die in Frage stehende Materie zu machen; Windes, der heute weht, stand da an den Säulen zu lesen:„ Herren brauchen keine Hosen mehr zu tragen" und darunter in fleinster Schrift: zum Preise von über 8 W."( Heiterkeit.) Diese Aeußerlich feiten sind keineswegs zu übersehen. Schon 1898 hat Stadtrat Boigt versprochen, daß der Magistrat Schritte thun werde, diesem Unfug zu steuern; aber das scheint nicht geschehen oder wirkungslos gewesen zu sein. Gewiß ist die Viertel Million ein schönes Stück Geld, aber diese Summe und die Steigerung dieser Bachtsumme überhaupt zeigt auch, welche Bedeutung dieses Anschlagswesen für unser geschäftliches Leben gewonnen hat. Die Ueberschüsse rühren nicht her aus dem geschäftlichen Gewinn der Unternehmer, sondern aus den Taschen derer, die auf die Säulen angewiesen sind. Liegt die Die Ausschußanträge gelangen darauf sämtlich zur Annahme. Sache aber so, so gehört der Betrieb entweder in städtische Hände Die Vorentwürfe zu den drei Gemeinde Schulhaus oder er ist freizugeben, nicht aber darf er auf einem Umwege Ueberbauten, Waldemarstr. 77, Waldenserstr. 25/26 und in der Rigaer- schüsse für die Stadt liefern. Dieses Institut hat hervorragend Straße fowie der spezielle Entwurf für die Doppelschule in der öffentliche und allgemeine Interessen zu vertreten; da dürfen UeberWiclefstraße sind von dem niedergesezten Ausschusse einstimmig ge- fchiffe nicht gemacht werden. Hier bedarf es auch keiner Expronehmigt worden. priation. Die städtische Regie würde auch eine bessere Verteilung der Säulen über die einzelnen Stadtbezirke herbeiführen. Durch Annahme unseres Antrages bindet sich die Versammlung übrigens noch in feiner Weise. 2. in den genannten Städten Informationen einzuziehen über die dort bei Anstellung von Kanglisten geltenden Bestimmungen. Ueber die eigentliche Magistratsvorlage ist dann der Ausschuß erheblich hinausgegangen, indem er schon nach 5 Jahren eine monatliche Zulage von 10 M., nach 10 Jahren 15, nach 15 Jahren 20 M. als weiteren Verdienst gewähren will, und zwar schon vom 1. Oktober d. J. ab( statt vom 1. April 1900). Stadtv. Spinola hält für angezeigt, daß wenigstens einem Teil der Kanzlisten Beamteneigenschaft beigelegt werde, und weist darauf hin, daß diese keineswegs lediglich mechanische Arbeiten in der Verwaltung zu erledigen haben. Stadtv. Friedemann: Nach der Entscheidung des OberVerwaltungsgerichts ist überhaupt für die Wähler die physische Möglichkeit, ihr Wahlrecht auszuüben, nicht mehr vorhanden. Da muß doch also in erster Linie der Sonntag als Wahltag ins Auge gefaßt werden. Geht das aus zureichenden Gründen nicht, so muß die Wahlzeit verlängert werden, sonst erfolgt thatsächlich eine Beraubung vieler Wähler um ihr Wahlrecht. Stadtv. Spinola bedauert das Erkenntnis des Ober- Verivale tungsgerichts und ist für eine Wahlzeit von 10-8 Uhr. Stadtv. Bu chow befürwortet den entsprechenden von ihm gestellten Antrag, der ein genügendes Entgegenkommen gegen die Arbeiter bedeute. Stadtv. Rosenow: Wir haben ja schon vorigesmal für den Sonntag gestimmt und thun das auch heute. Eventuell sind wir für Ausdehnung der Wahlzeit bis 8 Uhr; bis 10 Uhr sie auszudehnen, liegt kein hinreichender Grund vor, Damit schließt die Debatte. Im Schlußwort bemerkt Stadtv. Bruns: In der Praxis sieht sich die Sache doch anders an, als es hier dargestellt wurde. Die Wahlvorsteher machen ganz ruhig eine 2-3ftündige Mittagspause. Das Zwedmäßigste ist und bleibt die Wahl am Sonntag. Wenn Herr Sachs heute davon spricht, daß man principiell auf unserem Antrag stehe, so habe ich doch vor 8 Tagen sehr vermißt, daß er für diese principielle liberale Forderung" eintrat.( Sehr gut!) Vom Normalarbeitstag ist doch hier bei einem solchen Ausnahmefall nicht gut zu reden. Wenn sich feine anderen Herren zu Wahlvorstehern finden, find meine Parteigenoffen allerdings bereit, die Leitung des Wahlgeschäfts zu übernehmen. Mit der Ausdehnung der Wahlzeit bis 8 Uhr ist nicht geholfen. In einer Reihe von Bezirken haben wir derartige Stadtv. Vogtherr konstatiert, daß der erstattete Bericht nicht die ganzen Ausschußverhandlungen wiedergiebt. Diese wichtige Frage, wie die Befriedigung des Bedürfnisses an Schulen und Schulräumen, sei in dem jezigen Augenblick, wo die Oeffent Etadiv. Spinola ist unbedingt gegen die Uebernahme in lichkeit von Klagen über die ungenügende Befriedigung dieses städtische Regie, man dürfe nicht der Parole:„ Alles für den Staat, Bedürfnisses wimmelt, der eingehenden Erörterung im Ausschusse alles durch den Staat" Folge geben. Das Reklamewesen habe einen ganz besonders würdig gewesen. Der Stadtbaurat habe auf das ungeheuren Umfang angenommen. Die Stadt könne nicht die VerBuvorkommendste und in durchaus befriedigender Weise über den antwortung für den Inhalt jedes Platats übernehmen, damit würde Stand der Bauten Auskunft gegeben; es habe sich daraus eine Dis- sie sich unter polizeiliche Aufsicht stellen.( Lebhafter Beifall.) fussion entwickelt, aber auf Initiative des Vorsitzenden Neichnow sei Stadtv. Cassel: Wir sind auch für Ablehnung. Das städtische nicht allein dem Baurat das fernere Eingehen auf diese Frage durch Anschlagswesen ist jedenfalls nicht geeignet, von der Stadt überWortverweigerung benommen worden, sondern auch der Beschluß nommen zu werden. Die Censur, welche die Bächter üben, haben Lokale gar nicht, welche so große Wählermassen faffen können; wir gefaßt worden, von diesem Teil der Beratungen nichts zu berichten. auch wir mißfällig empfunden, aber dagegen giebt der Vertrag dem werden da zweifellos zu Üngültigkeitserklärungen kommen. Man ( Hört, hört!) Ein solches Vorgehen sei doch höchst merkwürdig. Magistrat das Recht der Konventionalstrafen bis zu tausend Mart; tönnte ja morgens die Wahl ruhig erst um 11 ühr beginnen lassen, Man müsse sehr bedauern, daß von diesen wichtigen Erörterungen man sollte nur eifriger gegen solche unberechtigten Censuren Ein- vormittags ist die Beteiligung sehr gering. Wenn wir den ganzen und von den Erklärungen des Stadtbaurats auf solche Weise nichts spruch und Beschwerden beim Magistrat erheben. Kollege Vogtherr Sonntag zur Verfügung hätten, würden die Turnhallen für den in die Oeffentlichkeit gelange. will nicht etwa deshalb die städtische Regie, um der Stadt größeren Wahtatt genügen, und wir brauchten die Vergnügungslokale, die Nußen zuzuführen, denn es sollen ja teine Ueberschüsse heraus- ohnehin dem ernsten Charakter der Wahl kaum Rechnung tragen, gewirtschaftet werden: wir würden also den jezigen Ueberschuß auch überhaupt nicht. noch verlieren. Auf Kosten der Steuerzahler den Benutzern der Litfaß- Persönlich bemerkt, Stadtv. Hugo Sachs, er habe schon 1891 fäulen Erleichterungen zu gewähren, dazu haben wir doch nicht die geringste für den Sonntag als Wahltag gestimmt. Veranlassung. Auf diesem Wege können wir also dem Antragsteller Ueber den ersten Teil des Antrags, die Wahl am Sonntag nicht folgen. Aber allerdings soll man die Sache nicht liegen lassen; stattfinden zu lassen, erfolgt namentliche Abstimmung, welche ich erwarte, daß der Magistrat uns sehr bald mit einer Vorlage die Annahme mit 49 gegen 26 Stimmen ergiebt. Der zweite über die zukünftige Gestaltung des Anschlagwesens fommt, wir Teil wird nach kurzer Geschäftsordnungsdebatte zurückgezogen.d würden sonst unsererseits die Initiative zu ergreifen haben. Die Anfrage der Stadtv. Wallach und Genossen: Die Versammlung beschließt ohne jede weitere Bemerkung nach dem Antrage des Ausschusses. Im Thiergarten soll, nachdem das Projekt für die elektrische Beleuchtung der Sieges- Allee ausgearbeitet ist, einem Antrage der Versammlung entsprechend auch für die elektrische Be leuchtung der übrigen Hauptwege Sorge getragen werden. Die Bellevue- Allee, die Große Quer- Allee, die Belten- Allee und der Ahornsteig sollen insgesamt 92 Bogenlampen erhalten. Die jährlichen Betriebskosten find auf 38 660 m. berechnet( wogegen 4717 m. für die 99 vorhandenen Betroleumlampen in Wegfall kommen), die Anlagekosten auf 43 346 m. 50 der Lampen sollen die ganze Nacht bremen. = Stadtv. Friedemann findet, daß die Annahme des Antrages Was ist der Grund, daß die Mieterin Frl. Horn, Neue noch keine präjudizielle Stellungnahme bedeutet, und empfiehlt die EinRoßstr. 13, im Widerspruch mit den Angaben des Magistratssetzung der beantragten gemischten Deputation. Dem absolut vertreters in der Ausschußßigung vom 28. März d. J. nicht rechtHierzu liegt ein Antrag Dinse vor, mit der Ausführung der negierenden Standpunkt Spinolas tönne er sich nicht anschließen; zeitig zum 1. April a. c. gefündigt worden ist? Anlagen erst zu beginnen, wenn die Erlaubnis zur Verlegung einer am wenigsten aber biete das Auschlagswesen der städtischen Stegie führt schließlich noch zu einer erregten Debatte, in welcher der Straßenbahn mit Accumulatorenbetrieb durch die Bellevue Allee irgend welche Schwierigkeiten. Stadtv. Dr. Langerhans dem Magistratsvertreter Stadtrat erteilt ist. Der Antragsteller bemerkt, daß die Vorlage nicht Nach einem furzen Schlußwort des Antragstellers, der Voigt direkt den Vorwurf macht, daß im Ausschuß Erklärungen bloß wegen dieser schon lange schwebenden Frage, sondern auch sich besonders gegen die Ausführungen des Stadtverordneten Caffel abgegeben seien, die sich nachher als nicht wahr erwiesen hätten, wegen des Kostenpunktes und wegen des Mitbestimmungsrechtes wendet, wird zur Abstimmung geschritten. Der Antrag wird abwodurch dann der Stadt durch die Verzögerung des Abrisses des des Finanzministers in einem Ausschuß gründlich vorberaten werden gelehnt. Grundstückes Nachteile erwachsen seien. Der Bürgermeister müffe. Von den Stadtverordneten Borgmann und Genossen ist Kirschner sucht das Verfahren des Magistrats zu rechtfertigen folgender Antrag eingebracht: und nimmt feinen Kollegen gegen die erfolgten Angriffe in Schutz. Stadtv. Dr. Langerhans bleibt dabei, daß er es unerhört finden müsse, daß ein Magistratskommissar etwas ausgesprochen habe in einem Ausschusse, was nicht wahr war. Schluß 1/210 Uhr. Stadtv. Jacobi und Stadtrat Ramslau protestieren gegen diesen Versuch einer Berquidung der Beleuchtungs- mit der Straßenbahnfrage. Dem Berichte über den Entwurf zu einer Polizeiverordnung betreffend die gewerbliche Beschäftigung foulpflichtiger inder, ist noch hinzuzufügen, daß die städtische Schul- Deputation dem Abänderungsvorschlage des fönigl. Polizeipräsidiums, daß die Beschäftigung der Kinder über 7 Uhr abends nicht ausgedehnt werden darf, zugestimmt hat. Den Magistrat zu ersuchen, die diesjährigen Ergänzungswahlen zur Stadtverordneten- Versammlung in der III, AbDie Vorlage geht an einen Ausschuß von 15 Mitgliedern. teilung am Sonntag, 5. November, vornehmen zu lassen Die Versammlung hat bekanntlich in den letzten Jahren wieder ober eventuell bie Wahlzeit am Montag, holt namentlich auf Betreiben des Stadtv. Dr. Schwalbe den Magistrat 6. November, bis 10 Uhr abends auszudehnen. um eine Vorlage wegen Errichtung öffentlicher Uhren Der Vorsteher macht darauf aufmerksam, daß seit der Be und gleichzeitige Regelung der Verhältnisse der Urania- Uhren ersucht. schlußfaffung über den analogen Antrag sich die Verhältnisse für die Da die Aufhebung des Vertrages mit Herrn Gronbach an dessen Wahl in der britten Abteilung durch bas belannte Ober- Verwaltungshohen Abfindungsforderungen gescheitert sei, so beabsichtige der Ma- gerichts- Erkenntnis total verändert haben. Darum habe er sofort gistrat, durch die Gesellschaft Normal- Beit" 17 Standelaber- Uhren den neuen Antrag auf die Tagesordnung gefeßt. im Laufe der nächsten drei Jahre aufstellen zu lassen. Eine Vorlage Stadtv. Bruns nimmt für die Antragsteller das Wort. Die werde gemacht werden, sobald die eingeleiteten Verhandlungen ab- Entscheidung des Gerichts mag dem Wortlaut des Gesetzes ent geschlossen sind. sprechen, aber fie paßt sich nicht dem praktischen Leben an. Jest soll also in jedem Wahlbezirk nur in einem Lokale gewählt werden. Das giebt uns zu den größten Befürchtungen Anlaß. Bei der vorigen Wahl war in einer Turnhalle in der Forsterstraße der Andrang so groß, daß die ordnungsmäßige Bollführung der Wahl in Gefahr war, Stadtrat Voigt: Der Magistrat will das Verhältnishmit Cron- und da handelte es sich blos um 2 Stadtbezirke. Auf jenes Lotal tamen bach nicht ändern, bis 1911 der Vertrag abläuft. Der Magiftrat hat 5000 Wähler; jezt würden in den meisten 7000 Wähler vorhanden ferner beschlossen, 17 Kandelaber- Uhren aufzustellen, es ist aber über sein. Der Magistrat soll ja beabsichtigen, in den einzelnen Wahldas Modell noch keine Entscheidung getroffen. Das sind doch positive lokalen verschiedene Tische aufzustellen; aber damit würde die Mitteilungen. Schwierigkeit nicht behoben. Das Wählen in der Mittagstunde wird Auf Antrag des Stadtv. Mommsen, der ebenfalls die un- zudem noch dadurch erschwert, daß die zurückzulegenden Wege für glaubliche Verschleppung der Angelegenheit rügt, wird mit großer bie zur Verfügung stehende Beit viel zu weit sind. Der Sonntag Die Parteigenoffen des ersten Wahlkreises veranstalten am Mehrheit beschlossen, die Buschrift des Magistrats zur Kenntnis zu wäre jedenfalls der beste Ausweg; wenn der Magistrat befürchten Sonntag einen Ausflug nach Treptow, wo durch das Riefernrohr nehmen und den Magistrat abermals um eine schleunige Vorlage zu sollte, daß nicht genügend Wahlvorsteher aufzutreiben find, so der Mond beobachtet werden soll. Der Vortrag beginnt präcise Vor der Beschlußfaffung giebt noch auf Ersuchen des bieten wir uns dafür an und werden pünktlich zur Stelle 5 Uhr; Treffpunkt 8 Uhr im Restaurant Karpfenteich. Nach dem Stadtv. Rosenow Bürgermeister Kirschner die Erklärung ab, daß sein. Geht dies nicht, dann sollte doch am Montag Vortrage gemütliches Beisammensein im selben Lokal. Bahlreichen mit der Kenntnisnahme eine Zustimmung zu den vom Magistrat in die Wahlzeit bis 10 Uhr abends ausgedehnt werden. Man Besuch erwartet der Borstand. Stadtv. Rosenow beantragt Ausschußberatung. Stadtvv. Schwalbe und Hugo Sachs bemängeln die Dürftigkeit der magistratlichen Mitteilung in dieser leidigen Sache und das Dunkel, das über dem Cronbachschen Vertrage liegt. ersuchen. In der gestrigen unter Vorfiz des Stadtrats Friedel stattgehabten Sigung der Gewerbe- Deputation wurde das Statut der neuen städtischen allgemeinen Betriebstrantentasse mit unwesentlichen Alenderungen angenommen. Ein Antrag, zum Besuch der Weltausstellung in Paris für Handwerter und Arbeiter aus städtischen Mitteln einen Betrag von 50-100 000 m. zu bewilligen, wurde ab. gelehnt. Vielleicht aus Furcht, daß auch dies ein Sprung in den focialdemokratischen Zukunftsstaat gewesen wäre. Tokales. Der Stadtverordneten-Versammlung Teigen gestern zwei Anträge unserer Genossen vor. Der eine betraf die Frage, ob das öffentliche Anschlagswesen Berlins nach dem zum 1. April iSOl bevorstehenden Ablauf des von der Stadt mit der Firma Namk u. Hartmann abgeschlossenen Vertrages in städtische Regie zu übernehmen sei, der andere forderte, wie der vor 8 Tagen abgelehnte Antrag, die Verlegung der Stadtverordneten- Wahlen dritter Abteilung auf den Sonntag mit dem Znsatze, daß, falls der Montag als Wahltag beibehalten werden solle, die Wahl- zeit bis 10 Uhr abends auszudehnen sei. Für die U e b e r n a h m e des Anschlagswesens kann sich die freisinnige Mehrheit der Versammlung immer noch so wenig erwärmen, daß sie nicht einmal, wie es der Antrag unserer Genossen zunächst mir fordert, mit dem Magistrat in einer gemischten Deputation über diese Frage beraten Ivill. Was gegen die von unserem Genossen Vogth'err nachgewiesene Notwendigkeit und Möglichkeit der Uebernahme vor- gebracht wurde, das waren die alten abgebrauchten Redens- arten, die man von jener Seite allemal dann zu hören bekommt, wenn in irgend einem Antrage unserer Genossen auch nur das geringste vom„Konnminal-SoeialiSinus" gewittert wird. Der Antrag wurde mit einer beträchtlichen Mehrheit ab- gelehnt. Die Debatte über den anderen, die Stadtverordneten- Wahlen betreffenden Antrag, der durch die bekannte Entscheidung des Ober-Verwaltungsgerichts von neuem notwendig wurde, nahm einen eigentümlichen Ausgang. Wenn man die Einwendungen der Gegner in einen Satz zusammenfassen will, so wäre dies„der Weisheit letzter Schluß", daß die Wahlen nicht für die Wähler, sondern für die Wahlvorsteher da sind, daß also zu allererst auf die letzteren Rücksicht genommen werden muß. Diesen armen Leuten soll der Sonntag nicht ge- nommen werden, sie sollen auch nicht über den achtstündigen Normal- arbeitstag svon dem die Stadtverordneten-Versammlung, sobald es fickj um städtische Arbeiter handelt, bekanntlich nichts'wissen will) belastet werden. Sie würden ferner, falls am Sonntag kein Wirt sein Lokal für die Massen hergeben wolle, vielleicht gar in den ihnen so unsympathischen städtischen Turnhallen sitzen müssen, wo es so entsetzlich zieht, und am Ende würden sie dann überhaupt nicht mit- machen wollen. . Auch von feiten der„Neuen Linken wurde warm für die Wahl- Vorsteher eingetreten. Auf die Bemerkung des den Autrag be- gründenden Genossen Bruns, daß dann die Arbeiterschaft sich zur Verfügung stellen würde, erwiderte Herr Hugo Sachs entrüstet, ob man denn der Stadt zumuten wolle, die Wahlen„unter der Aegide der soeialdemokratischen Genossen" vorzunehmen. Daß die Wahlen unter der Aegide erprobter freisinniger Spießbürger vorgenommen werden, scheint ihm eine weniger empörende Zumutung zn sein. Der Antrag, die Wahlen am Sonntag vornehmen zu lasten, wurde schließlich mit einer unerwartet großen Mehr- heit ang e n o nun e n, nachdem sich ein Teil der Freisinnigen plötzlich darauf besonnen hatte, daß die Vornahme der Wahlen an einem Sonntag„eine alte freisinnige For- derung" sei, und trotz allen dagegen gemachten Einwendungen dafür gestimmt hatte. Der Beschluß bedarf nun frei- lich erst der Zustimmung des Magistrats— er bedeutet ja nur ein au den Magistrat gerichtetes Ersuchen— von diesem ist aber nach den Erklärungen, die er durch seinen Vertreter in der Versammlung abgeben ließ, kaum zu erwarten, daß auch e r den Sonntag be- wrlligt.� Die Freunde einer gegen die Wähler der dritten Abteilung zu verübenden W a h l r e ch t s s ch m ä l e r u n g dürfen also noch hoffen. Möchten sie aber die Rechnung ohlie die— Wähler gemacht haben! Im Harmlosen-Prozest kam es am DonnerStagmorgen wieder zn einem heftigen Zu- s a m m e n st o ß mit dem Kriminalkommissar von M a n t e u f f e l. Der Kammerdiener des Herrn von Kröcher erzählte, daß Manteuffel ein erstes Protokoll mit ihm aufgenommen und daß er. der Kammerdiener, es bei der Vorlesung für nicht richtig erklärt habe, worauf es beiseite gelegt oder zerrissen worden sei. Hier sprang der Kriminalkommissar hervor und schrie mit Stentorstimme: „Das ist eine komplette Unwahrheit!" Der Herr Kriminalkommissar wurde wegen dieses Angriffs ans einen vereidigten Zeugen jedoch nicht rektifiziert und der Kammer- diener Mayer bekam keine rechte Gelegenheit mehr, die Angelegenheit im Zusammenhange darzustellen. Er erklärte aber noch, er habe bestimmt nicht gesagt, im Koffer des Herrn v. Kröcher habe sich ein Roulette befunden, während Herr v. Manteuffel eine solche Be- hauptung ins Protokoll aufgenommen hat. Der Widerspruch wurde nicht aufgeklärt. Und noch einmal kam die„Erforschnngsmethode" des Herrn Kriminalkommissars zur Sprache, als ein Brief verlesen wurde, den er an einen abwesenden Herrn gerichtet hat, um von diesem Mit- teilungen zu erhalten. Er wünscht in diesem Briefe die Namen solcher Herren zu erfahren, die Zeugen auffälligen Spielerglücks der Angeklagten gewesen sind, und motiviert diesen Wunsch mit einer zarten Rücksicht gegen die betreffenden Herren. Er wolle nach Möglichkeit verhüten, daß dieselben in die Affaire hineingezogen würden. Natürlich versäumt Herr v. Manteuffel auch nicht, sich dem Herren Kameraden schriftlich als gewesener aktiver Offizier vorzustellen, und als solcher um Unterstützung zu bitten. Ein den Angeklagten weniger günstiger Zeuge trat vormittags in der Person eines Herrn stuck, weck. v. Janta auf, der allerdings dem Angeklagten v. Kayser nicht ganz grün sein soll. Er behauptet, daß sich Kayser einmal am Morgen nach einer Jeu-Nacht in auffälliger Weise beim Zusammenzählen der Punkte geirrt und infolgedessen gewonnen habe. Es entstand dabei eine im Gerichtssaal gewiß seltene Scene. Um nämlich fest- zustellen, ob der Zeuge in die Karten habe hinein sehen können, wie er! behauptet, nehmen die Angeklagten v. Kayser, v. Kröcher, sowie Graf Reventlow und der Zeuge Janta am Zeugentische Platz, und mit den auf dem Tische des Kollegiums reichlich verhandenen Karten wird die Situation von damals vorgeführt. Es gewinnt dabei zur großen Heiterkeit aller Anwesenden den Anschein, als solle coraw publico und collegio ein regelrechtes Jeu von statten gehen. Ungetrübte Freude auf allen Seiten erregte auch die Ver- nehmung eines von irgend einer westindischen Insel stammenden dunkelgelben und sehr drolligen Jünglings mit krausen Haaren, der hier die technische Hochschule besucht und im Jagdgebiet der Harmlosen stark „angeschossen" worden ist. Dabei will es der günstige Zufall, daß der Sohn der heißen Zone mit zweien der Angeklagten überhaupt nicht gespielt, von Herrn v. Kayser jedoch etwas gewonnen hat. Die weitschichtigen Verhandlungen des Harmlosen-Prozesses neigen sich nun endlich dem Schluß entgegen. Der Präsident teilte mit, daß er am Sonnabend mit den Zeugenvernehmungen fertig zu werden hoffe. Am Montag werden die Verhandlungen ausgesetzt. Man kann danach annehmen, daß am Dienstag die Plaidoyers be- ginnen werden._ Liberalismus und Wohnungsfrage. Mangel an Verständnis für die Aufgaben der kommunalen Soeial- Politik wirft das„Berl. Tagebl." im Hinblick auf die Stadtverord- netenwahlen der städtischen Verwaltung vor. Das liberale Blatt meint: Eine städtische Selbstverwaltung im modernen Sinne kann aber eines Tropfens soeialpolitischen Oeles nicht entbehren. Weniger als manche deutschen oder preußischen Städte hat Berlin zur Lösung per täglich dringlicher werdenden Wohnungsfrage beigetragen. Hier sind nicht einmal die allerersten vor- Verantwortlicher Redaeteur: Heinrich Wetzter in Arob-Lichterfelde. Für de bereitenden Versuche, wie beispielsweise in Frankfurt a. M. oder in Stuttgart, gemacht worden. Dies Urteil ist leider mir zu richtig. Ueberaus spaßhast macht es sich da trotz des ernsten Themas, daß ein ebenfalls liberales Blatt, nämlich die„Voss. Ztg." zur selben Morgenstunde, wo das „Verl. Tagebl." erschienen, gerade in Bezug auf die Arbeiter- Wohnungssrage alles in rosenroter Beleuchtnng erstrahlen läßt: Da heißt es unentwegt in einem Artikel, der sich gegen die„social- demokratische Behauptung" von der Verelendung der Massen richtet: „Man sagt, ein großer Teil der Erhöhungen der Löhne und Gehälter werde dadurch vorweggenommen, daß die Wohnungen erheblich teurer geworden find. Das ist richtig. Aber die Wohnungen sind heute auch erheblich besser. Dem Arbeiter wird in dem erhöhten Lohne die Möglichkeit geboten, die bessere Wohnung, die ihm heute zugänglich ist. zu bezahlen. Freilich rauben ihm die Verhältnisse die Möglichkeit, sich mit der schlechteren Wohnung, die er sriiher inne hatte, zu begnügen, denn diese schlechtere Wohnung existiert heute nicht mehr." Die„Voss. Ztg." hat von den grauenerregenden Berichten der Ar b e i t e r- S a n i t ät s k o m m i s s i o n anscheinend nie etwas vernommen. Sie hat auch gewiß nichts von den traurigen Verhält- nissen der soeial zum Teil noch gar nicht einmal auf niedrigster Stufe stehenden H a n s i n d u st r i e gehört, sie weiß offenbar nichts davon, daß nach dem„Statistischen Jahrbuch der Stadt Berlin" 1895 von den 29 732 von Hnnsindustriellen reff). Heimarbeitern bewohnten Wohnungen 1849 ans nur einem Raum bestanden und 6612 aus nur zwei Räumen. Ferner wird ihr unbekannt sein, daß nach derselben amtlichen Quelle 1895 fast die Hälfte aller bewohnten Wohnungen Berlins, nämlich 292 943 nur ein heizbares Zinnner aufweisen konnten. Man mag auch auf liberaler Seite über die„Verelendungs- theorie" und das, was von unseren Gegnern dafür gehalten wird, denken wie man will, aber gerade die Wohuungsverhältniste als Beweis gegen diese Theorie ins Feld zu führen, das ist vor allein in einem Berliner Blatt eine Geschmacklosigkeit! Wie kann auch ein anderes, als ein jeder Wohnungsreforin feindliches Verhalten in einer Körperschaft Platz greifen, die zum überwiegenden Teil aus Hausbesitzern, also ans den uatür- lichen Gegnern solcher Reform besteht? Gerade in Bezug auf die Wohnungsfrage würde die Arbeiterschaft höchst thöricht handeln, wenn sie vom Wohlwollen und der Einsicht der herrschenden Klassen irgend etwas erwarten wollte. Hier läßt sich die liberale Mehrheit mir wider Willen vorwärts drängen, wenn möglich stjv iele Vertreter der Arbeiterschaft ihr im Nacken sitzenl „Falsche Sechser" sind in den letzten Tagen hier wiederholt im Verkehr angehalten worden. Ein schlauer Kopf hat heraus- gefunden, daß man kupfernen Pfennigstücken durch Polieren mit einem Putzpulver den nickelartigen Glanz von Fünfpfennigstücken geben kann, und hat derartige fälsche Sechser anscheinend massenhaft in den Verkehr gebracht. Seit längerer Zeit wurden auf dem Bahnhof Moabit die in dem Bahnhof haltenden Güterzüge b e st o h l e n. Die Diebe rissen die Stückgutwagen auf und suchten die dem Anschein nach wert- vollsten Stücke heraus. Fast allnächtlich wurden Kolli gefunden, die entweder zu schwer zum Wegschaffen gewesen waren, oder die nicht weggeschaft werden konnten, weil die Spitzbuben bei der Arbeit gestört wurden, das ganze Stationspersoual war bereits in Verdacht gekommen, da man mit Recht annahm, daß der Dieb eine mit den Verhältnissen des Betriebes genau vertraute Person sein müsse. Wiederholt ivar der Dieb in der Nacht gesehen und verfolgt worden, ohne daß eS gelungen wäre, ihn zu ergreifen. Gestern nacht nun versuchte er wiederum den Wagen 3939 des Hamburger Güterzuges zu berauben, wurde aber dabei vom Fahrpersonal über- rascht und festgenommen. Es stellte sich heraus, daß der Räuber ein früher aus dem Bahnhof Moabit beschäftigter Rangierer Namens Haack ist, der bereits wegen Eisenbahnraub mit Gefängnis vor- bestraft ist. Bei seiner Festnahme setzte er den Beamten ver- zweifelten Widerstand entgegen. Räch Unterschlagung von 1400 Mark ist der 23 Jahre alte Buchhalter Richard Birtner flüchtig geworden. Birkner war bei einem Berlagsbnchhändler in der Uhlandstraße zu Wilmersdorf angestellt und besaß seit Jahren das vollste Vertrauen seines Chefs. Der junge Mann ist durch ein„Verhältnis" auf Abwege geraten. Er verließ seine Eltern und bezog mit einer Tingeltangelsängeriii in der Elsasserstr. 15 eine gemeinsame Wohnung. Das' Liebesverhältnis kostete ihn mehr, als er einnahm, und so unterschlug er seinem Prinzipal die vorhin angegebene Summe und machte sich unbekannt wohin auf die Strümpfe. Ein„schwerer Junge" wurde gestern morgen bei der „Arbeit" abgefaßt. Um S'/ä Uhr hörte die Schneiderin L. in der Hohenzollenistr. 18 ein verdächtiges Geräusch an der Thür ihrer Wohnung. Sie rief um Hilfe, und die Hausgenossen, die herbei- eilten, nahmen einen fremden Menschen fest, der soeben versucht hatte, mit Diebeswerkzeug die Thür zu öffnen. Auf die Revierwache gebracht, weigerte sich der Einbrecker hartnäckig, seinen Namen zu nennen. Dazu hatte er auch allen Grund, aber es half ihm doch nichts. Die Kriminalpolizei, der er zugeführt wurde, erkannte in ihm nach einer Photographie des Verbrecheralbums und Maß- angaben nach Bertillon einen 32 Jahre alten Verbrecher Namens Becherle, der wiederholt vorbestraft ist, zuletzt am 11. September 1893 wegen schweren Diebstahls und Körperverletzung mit sechs Jahren Zuchthans. Der Mann hat sich demnach nicht lange der Freiheit erfreut. Eiuc Eiubrecherbandc hat in der Nacht zum Donnerstag da" Warenhans von Goldstein an der Ecke der Brunnen- und Stralsunder- straße heimgesucht. Die Diebe stahlen 399 M. an Geld sowie ver- schiedene Waren. Feuerbericht. Vormittags 7 Uhr erfolgte eine Alarmiernng nach R i t t e r st r a st e 63, wo mehrere auf dem Hofe lagernde Farbenfässer in Flammen aufgingen. Längere Arbeit verursachte der Wehr ein Brand. der früh 2 Uhr R i g a e r st r a ß e 118 zum AuSbrucki kam und die Schaldeckc, sowie das' Zwischengebälk ergriffen hatte. Letzteres mußte größtenteils freigelegt werden, um das glimmende Feuer vollständig ablöschen zn können. Mittwochabend 9 Uhr entstand Oranienburger st raße 26 ein Zimmerbrand, bei dessen Ablöschnng sich der Wohnimgsinhaber Brandwunden zuzog, die von den Samaritern der Feuerwehr verbunden wurden. Zur selben Zeit war Beusselstraße 63 ebenfalls ein Zimmer- brand und Chaussee st raße 9 ein Küchenbrand zu beseitigen. Zl»S de» Nnchbnrorte». Ter Arbeiterbildungövcrci» in Friedrichshagc» hält am Sonnabendabend 8V2 Uhr im Restaurant Max Lerche lRundteil) eine Versammlung ab. Schriftsteller Wilh. Bölsche spricht über das Thema: Urmensch und Eiszeit. Gäste sind willkoimnen. Der Vorstand. Erkner. Am Sonnabendabend SVa Uhr findet im Kurbaus Wartenberg eine Versammlung des Arbeiterbildungsvereins statt. Tagesordnung: Vortrag ze. Die Generalversammlung des Arbeiter-Bildungsvereins von Ober-Schöne Iveide und Umgegend findet Sonnabend, abends 8'/s Uhr, im Restaurant Haferland statt. Tagesordnung: Neuwahl des Vorstandes. In der Nacht zu gestern ist in Charlottenburg eine größere Ruhestörung vorgekommen, worüber die„Neue Zeit" berichtet: Gegen �212 Uhr nachts verursachten etwa zwanzig halb- wüchsige Burschen in der Spandauerstraße durch lautes Johlen und Herumbalgen auf dem Straßendamm Lärm. Ein Schutz- mann forderte die Burschen zur Ruhe auf. wurde aber verhöhnt. Ein zweiter Schutzmann kam ihm zn Hilfe und nun schritten beide Beamte zur Festnahme der Rädelsführer. Diese setzten ihrer Ab- führung zur Polizeiwache thätlichen Widerstand entgegen und mußten Inseratenteil verantwortlich: Xh. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von von den Schutzleuten gefesselt werden. Jetzt traten die übrigen Burschen und auch ein Teil der Passanten, die gegen die Beamten Partei nahmen, den Schntzlenten entgegen und versuchten die Gefangenen zu befreien. Von allen Seiten bedrängt und auch von den Rowdies mit Messern bedroht, mußten die Be- amten von ihren Waffen Gebranch machen. Dann bahnten sie sich einen Weg nach dem Straßenbahnhof, wo einige Beamte und auch ein llnteroffizier vom Elisabeth-Regiment ihnen zn Hilfe kamen. Von der Polizeiwache wurde Verstärkung herbeigerufen, die auch bald eintraf. Dann wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen, der größte Teil der Ruhestörer ist jedoch entkommen. Der Schaffner Schöneberg erhielt von einem der Burschen einen Messerstich in den Arm und mußte sich in ärztliche Behandlnng be- geben. Mehrere Rowdies haben erhebliche Verletzungen davon- getragen, die zu ihrer Ermittlung führen dürften. Gevuszls-Teilung« Wegen Beleidigniig des früheren Kommerzieurats Nathan Herzberg zu Köthen ist gestern der Redaeteur der„S t a a t s- bürger-Zeitung" Johannes Wilberg vom Schöffengerichts zn 59 M. Geldstrafe verurteilt worden. Wilberg hatte den Privatkläger aus Anlaß des llinstandes, daß diesem der Kommerzienratstitel vom Herzog von Anhalt wieder entzogen worden ist, mit verschiedenen antisemitischen Kosenamen belegt. Der Staatsanwalt gegen Zola. Der Zolasche Roman „Nana" unterlag gestern einer eingehenden Prüfung seitens der neunten Strafkammer des Landgerichts I. Die Anklagebehörde hat dies Werk des berühmten Ronianziers als unsittlich■ befunden und deshalb die Beschlagnahnie desselben beantragt. Staatsanwalt Eger hatte eine ganze Anzahl Stellen ans dem Roman herausgesucht, die als unsittlich zu erachten seien. Im Interesse der Ordnung und der guten Sitte beantragte er die Verhandlung unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfinden zu lassen, der Gerichtshof war aber nicht der Ansicht, daß eine Gefährdung der guten Sitte zu befürchten sei, und verhandelte deshalb bei offenen Thüren. Nach Verlesung der betreffenden Kapitel hielt der Staatsanwalt seinen Antrag auf Beschlagnahme aufrecht. Der Gerichtshof folgte diesem Antrage nicht, sondern ver- fügte die Freigabe der bereits beschlagnahmten Exemplare. Wie der Vorsitzende. Landgerichts-Direktor Hoppe ausführte, könnte man wohl die beanstandeten Stellen für unsittlich halten. Es sei aber anzuerkennen, daß der Verfasser nicht die Absicht gehabt habe, auf die Lesenden einen sinnlichen Reiz auszuüben, sondern daß er durch seine Erzählung abschreckend habe wirken wollen. Dadurch werde dem Roman der Charakter des Unsittlichen genommen. GemsMMÄsilUszes» Verlin und Umgegend. Znr Lohnbewegung der Metallarbeiter. Die Former und Berufsgenossen, die gestern eine gut besuchte Versammlung im„Luisenstädtischen Konzerthaus" abhielten. beschlossen, daß in den Werkstellen, in denen die aufgestellten Forderungen bewilligt sind oder werden, die sogenannte Streikarbeit angefertigt werden kann. Ausgenommen davon ist die Fabrikarbeit. In allen Fällen, in welchen eine Arbeits» einstellung bevorsteht, ist vorher die Zustimmung der Organisation einzuholen. Mit diesem Beschluß soll dem Plan der Unternehmer, die Former und Gießereiarbeiter zum allgemeinen Ausstand zu zwingen, entgegengetreten werden und denjenigen Gießereibesitzern, welche die Forderungen bewilligt, soll damit Gelegenheit zu einer Verständigung mit den Arbeitern gegeben werden. Der Ausstand der Posamentierer Berlins dauert unver« ändert fort. Nicht bewilligt haben folgende Firmen: Reiß u. Burmeister. Köstermann 11. Zarinzanski. Przygode. Wagler. Eisner u. Haussig. Sinsel. Biinger. Hoffmann u. Weiland. Wendel u. Ko. Gustedt. Keßler. Hoppe, Grünerweg. Vollmer. Ebel Nachf. Schmidt.— Obige Firmen sind streng zu meiden. Tapezierer? Die Werkstatt der Firma Töpke, Charlottenstr. 13, bleibt nach wie vor gesperrt. Zuzug ist fernzuhalten. Die Agitationskommission. Deutsches Reich. Der Streik der Lüncbnrger Bau-Arbeiter ist nach 19 wöchentlicher Dauer beendet. Ihre Forderung, 39 Pfennig Stundenlohn, haben sie durchgedrückt, nur konnten sie nicht er- reichen, daß die Meister eine schriftliche Erklärung abgaben. Die Bäckergesellen von Wiesbaden und Biebrich sind in eine Bewegimg eingetreten. Ihre Forderungen sind sehr be« scheidene und hat ein Teil der Meister und die Brotfabriken bereit? bewilligt; viele Meister fürchten sich vor der Innung, den Geselle» entgegenzukommen. Schul; den Arbeitswilligen. Die Strafkammer zu Frank« f u r t a. M. verurteilte einen Zimmerer zn 6 M 0 n a t e n G e- f ä n g 11 i s, weil er einen Arbeitswilligen öffentlich beleidigt und bedroht hatte. Der Verurteilte hatte allerdings scharfe Ausdrücke gebraucht und sogar von Totschlagen gesprochen, es ist aber zweifellos, daß weder der Verurteilte die Drohung ernst gemeint, noch, daß der Bedrohte sie ernst aufgefaßt habe. In den Kreisen der Bauarbeiter wird bekanntlich nicht jedes Wort auf die Gold- »vage gelegt. Der Streik der Schnhmachcr bei der Firma H e y m a n n in P a s i n g- M ü n ch e n dauert seit drei Wochen unverändert fort. Die Agitati'onskommission hat es bereits versucht, mit dem Unter- nehmer in Unterhandlung zn treten; dieser lehnt es jedoch ab. Streikbrecher haben sich noch nicht gefunden, die Fabrik steht voll- kommen still. Zuzug ist streng fernzuhalten. Briefe und Geld- sendnngen sind zn richten an das Streikkomitee Pasing- München, Gasthaus zur Storchenburg. Zum Leipziger Formerstrcik. In Penig wurde am letzten Sonnabend der Bevollmächtigte des Deutschen Metallarbeiter-Äer- bandes von der Direktion der dortigen Maschinenfabrik ohne jede Angabe von Gründen, plötzlich entlassen. Der Mann war seit fünf Jahren im Betriebe beschäftigt. Man geht wohl nicht fehl, wenn man diese plötzliche Entlassung als Maßregelung ansieht, die in Verbindung mit dem Formerstreik bei dieser Firma zu bringen ist. Die Former allerorts werden gebeten, darauf acht zu geben, wenn Pen ige r Modelle ankomn.en, da die Firma beabsichtigt, ans- wärts Guß anfertigen zu lassen. Wie mitgeteilt wird, sollen schon Peniger Modelle nach Magdeburg gegangen sein. Die Arbeiterpresse wird um Nachdruck gebeten. Tvhko Machvichkett und Depeschen. Wien, 12. Oktober.(B. H.) Am 17. d. M. soll die Aufhebimg der Sprachenverordnung amtlich veröffentlicht werden. Der ehemalige Minister Dr. v. Bilinski hat ein Reichs-Sprachengesetz ausgearbeitet. Die Bestimniungen dieses Gesetzes sollen in allen Ländern, die im Reichsrat vertreten sind, Geltung haben. Paris, 12. Oktober.