* Mnterhaltmigsblatt des Donvärts Nr. 206. Mittwoch, den 22. Oktober. 1902 Rachdruck Verbote». l2] Der Qnfecntclcb. Ronmn von Gertrud Franke-Schicvelbein. Frau Professor Schulz ksattc fortwährend den Kopf gereckt und nach Bekannten gespäht. Alle Augenblicke nickte sie dein oder jenem zu. Sie ging ganz auf in der Geselligkeit. md es war ihr höchster Stolz, mit den„feinsten Familien" u verkehren. „Ach, da ist ja der Tvktor!" rief sie auf einmal und »nkle auch schon mit der Hand und mit ihren braunen, oketten Augen.„Ich wollt heut' gerade zu ihm schicken— wegen Lillis Husten." Ehe Lene noch recht begriff, sah sie sich Doktor Meinhold gegenüber. seiner jugendlich rosigen Korpulenz, mit den tiefen Schmissen auf Wange und Kinn, dem goldenen Kneifer mit breitem Bande auf der kleinen Nase, stand er harmlos freundlich vor den Damen und begrüstte sie mit der fieges- gewissen Sicherheit des ehemaligen Korpsstudenten. Er bot durchaus kemen furchtbaren Anblick. Im Gegen- teil. Ein leiser Hauch des Komischen hing ihm an. DaZ Wohlgefällige. Heitere, Blonde, und sein ernster Beruf bildeten einen starken Gegensatz. Aber Lene Volkmar durchliefs wie ein Schwcrtschlag. Durch und durch gings ihr: der, gerade der! Doktor Meinhold wurde sofort von Frau Professor Schulz ganz mit Beschlag belegt. Sie kokettierte mit ihm. nie mit jedem jungen Mann, der in ihre Nähe kam. Und er niachte ihr— aus Geschäftsrücksichten— stark den Hpf. Einein jungen Arzt muß jedes Mittel recht fein, in der guten Gesellschaft festen Fuß zu fassen. Lillis Husten mußte wohl nicht bedenklich sein, nach der Heiterkeit zu schließen, mit der die Mama davon sprach. Lene war ganz beiseite getreten. Wenn er sie doch nicht sähe! Am liebsten hätte sie sich verkrochen. Aber sie ntußte stillhalten. Kornelie hatte sich ihrer erinnert und sprach mit ihr. Lene antwortete, aber wie in einein Traum. Mit all ihren Siniwn war sie bei dem wohlbehäbigen blonden Mann. der ihr Schicksal in seiner Hand hielt. Und im nächsten Augenblick hatte sich'? erfüllt, durch ein paar harmlos freundliche, gut, gemeinte Worte. Alles war so traumhaft, so. als erlebe sie's nicht selber. „Wie geht's dem Kleinen?" hatte Doktor Meinhöld sie init der Vertraulichkeit des Frauenarztes gefragt, der ja auch halb und halb Beichtvater in jungen Ehen ist. Lene hatte ein lautloses:„Recht gut!" gestammelt. Er war gegangen. Und um sie her standen die Frauen und starrten auf sie, ungläubig, zlvcifelnd— entfetzt— ganz fassungslos. Und sie blickte nicht auf. Sie wußte, all diese wohl- frisierten, eleganten, sanften Damen waren ihre Richterinnen. ilnd sie sprachen— gesellschaftlich— das Todesurteil über sie. Endlich tönte eine eisige Stiinnw in das furchtbare Schweigen hinein.„Sie haben Familie?" fragte Kornelie. Es summte Lene durck den Kopf. Sie hatten das Kind ja für ein angenommenes ausgeben wollen. Sie wollte die Lüge hervorstammeln. Aber die Zunge gehorchte ihr nicht. Und fast wider Willen sagte sie„ja". Und wieder starrte sie auf den Wcttlauf der Knaben, ans den immer höher schwellenden Jubel, den brennenden, auf's äußerste gespannten Eifer— und wußte noch immer nicht recht, was mit ihr geschehen war. Die Zeit stand still. Ihr Leben stand still. Es war auf einem Wendepunkt angelangt. Schroff und jäh, schwarz, grundlos gähnte die Zukunft sie an. Und sinnlos vor Entsetzen starrte sie hinein. Ein Zufall, ein elender Zufall!— Nein, Notwendigkeit! Nach unerschütterlichen Gesetzen hatte sich ihr Schicksal voll- zogen. Ein Wunder wär's gewesen, wenn das nicht gekommen wär, was heut gekommen war. Sie erkannte, welche Selbsttäuschung, welcher Wahnwitz ihre Hoffnung gewesen war. daß sie der Entdeckung entrinnen könnten. Tic Wahrheit kommt doch einmal ans Licht, früher oder später. Das ging ihr alles dumpf und schleppend durch den Kopf, während sie der spielenden Jugend zusah. Wo bin ich denn? dachte sie manchmal. Sie war in sich selber gar nicht mehr zu Hause, llnd daß sie hier draußen zwischen all den fremden Menschen stand, kam ihr so seltsam vor, so ungewohnt, so verwunderlich. Nach einer Weile sah sie sich scheu nach den„Kolleginnen'� um. Sie waren fort. Lene stand ganz verlassen. Da ginz sie mit milden Füßen, schwer und langsam, tiefer in den Wald hinein. Die Sonne war im Untergehen, und durch die Stämme fiel ihre rote Glut und kroch an ihnen empor und leuchtete auf den braunen, trockenen Nadeln des Bodens, daß es Lenen war, als ginge sie durch ein Blut- meer. Und immer satter lohte die Röte auf, als stände die Welt in Flammen. Auf einmal aber, in einem Augenblick, war alles Farbige wie lveggelöscht. Graue Schatten umfingen sie. Die Sonne war untergegangen. Ein Frösteln überfiel sie. Sie dachte an ihr Kind, das wohl schoil nach ihr schrie. Aber ihr graute vor ihrem Zu- Hause. Wenn Richard scholl da war! Wenn sie alles er- zählen mußte! Ter Weg war weit. Sie fand sich auch so schwer zu- recht jetzt im Tilnkeln. Als sie im Reul anlangte, war's ganz finster geworden. „Jessas!" schrie die Steigenberg auf, als sie Lene er- blickte,„Jessas!'s Bübel hat sich die Kehl nach Ihne aus- gekrischn, gnä' Frau! Jetzt suckelt sich's an seinem Fäustl in Schlaf!" „Ist mein Mann schon da?" „Vor ner halbe Stund sind der Herr Doktor kumuie und habbe sich ganz närrisch g'hatt, daß de gnädige Frau»och nit heim sind. Wo habbe Se denn bloß so lang g'steckt?" Lene niurmelte eine Antwort. Tann stieg sie langsam die schmale Treppe hinauf. „Lene?" rief Richard erleichtert hinab. „Ja," anüvortete sie tonlos: Er hatte die Lampe in der Haud und leuchtete ihr unruhig entgegen. „Mein Gott, Lene, ich habe mich schon geängstigt. Wo bliebst Du denn nur?" Dann tauchte ihr Gesickst in dem Lichtkreis des Lämpchens auf.„Gilten Abend," sagte sie leise, aus alter, gedankeil- loser Gewohnheit. Ja, einen guten Abend mußte sie ihm bereiten! Er erschrak nach dem ersten Blick, den er auf ihr Ge- ficht warf. Mit waukendcii Knien giilg er ins Zimmer und stellte die Lampe auf den Tisch. Dann drehte er sich zu ihr um, mit fragenden, ahnenden Augen. Sie nickte, und er verstand sie. Totenblaß starrte er sie an. Aber er hatte nicht den Mut, sie zn fragen, wie es zugegangen sei. Da kam ein Mitleid über sie, so groß und überwältigend, als wolle es ihr das Herz zerbrechen. Sie liebte ihn. wie fie ihn noch nie geliebt, llnd diese Schmerzensstunde war gesätkigt von bittersüßem Glück. Sie warf sich an seine Brust. „Richard!" rief sie,„wir haben u il s ja noch! Was wollen sie uns denn thun!" •,» Als Richard am nächsten Morgeil in die Schule kam, fand er die ganze Kollcgenschaft in eifrigem Gespräch bei ein- ander. Sie verstummten bei seinem Näherkommen, und Schulz fing so recht abrupt von dem gestrigen Fest an. Rober, der mit dem Rücken gegen den Eingang ge- standeil hatte, merkte wohl am plötzlichen Wechsel der Unter- Haltung, daß etwas geschehen sei. Heftig wendete er den Kopf. Als er Richard erblickte, lief ihm eine fahle Röte über den gelichteten Schädel. Aus feinen langgeschlitzten, vorstehenden Augen schoß ein Blick voll Wut und Verachtung. Er drehte ihm ostentativ den Rücken, ging in seine Klasse und schloß dl« Thür mit lautem Knall hinter sich. Richard trat mit möglichster Unbefangenheit in den Kreis. Ruhig beteiligte er sich an deni Gespräch, das sich gezwungen weiterschleppte. „Sie sind ja so früh gegangen," sagte Horstmann liebens- würdig.„Wir haben noch eine ganze Weile gekneipt."� „Junger Ehemann!" lachte Bittrich, einen schnodderigen, großspurigen Ton anschlagend.„Die Frau hat wohl nicht länger Urlaub gegeben, he?" Richard schluckte gewaltsam die Zurücktveisung hinunter, die ihm auf der Zunge schwebte. Er that, als habe er Bittrichs Bemerkung überhört.„Ich war ja nie ein Freund von langen Kneipereien," wandte er sich an Horstmann. „Na, da werden Sie sich unter dem Einfluß des Ewig» weiblichen wohl jetzt ganz zum Tugendbold entwickeln," lachte Bittrich, steckte die Hände in die Hosentaschen, drehte sich auf dem Hacken herum und ging, leise die Melodie„Ach, ich Hab' sie ja nur auf die Schulter geküßt" pfeifend, langsam davon. Richard Volkmars Körper durchlief ein Zittern. Eine mordsüchlige Wut packte ihn. daß es ihm rot vor den Augen wurde und er die Zähne zusammenbiß wie ein blutdürstiges wildes Tier. Wie von weitem hörte er Horstmanns verständige Stimme, der eine Fachangclegenheit mit Schulz verhandelte. Sacht kam ihm die Besinnung wieder. Er wurde wieder Mensch. Er konnte denken, überlegen, zuletzt mitsprechen. Seine Selbstbeherrschung setzte ihn selber in Erstaunen, gab ihm neuen Mut. Es ist die erste Ueberraschung, dachte er. Sie werden sich daran gewöhnen. Seine Jungen lauschten heute wie in der Kirche, mit großen, glänzenden Augen, glühenden Wangen. So fort- reißend, so die jungen Seelen packend bis in die innersten Tiefen, hatte er noch nie geredet. Da trat der Pedell ins Klaffenzimmer und überbrachte Richard die Botschaft des Direktors, daß er ihn nachmittags um drei Uhr in seinem Zimmer erwarte. „Gut," sagte Richard ruhig,„ich konime." Um die bestimmte Zeit stand er vor dem Gestrengen. Dieser erhob sich nicht bei seinem Eintritt. Mit finsterem Gesicht, ohne ihm einen Stuhl zu bieten, schrie er ihn an:„Das sind ja schöne Sachen, die ich von Ihnen erfahren habe!" Richard war sehr blaß. Aber gelassen sagte er:„Ich bcdaure ttcf, daß ich mir eine Unregelmäßigkeit— eine lieber- eilung—" Seine Stimme zitterte leicht. „Unregelmäßigkeit? Uebereilung?" fuhr Urban los, wie ein bissiger Hund, der zuschnappen will.„Herr! Für derartige Dinge habe ich andre Vokabeln!. Verstehen Sie mich?" Der„Angeklagte" blickte einen Augenblick vor sich hin auf den Boden. Dann sagte er bescheiden, fast bittend: „Herr Direktor— ich will mich nicht entschuldigen—, aber die Versuchung— sie war groß für einen Menschen, der so lange gewartet hat auf Familicnglück... so oft enttäuscht wurde in seinen Hoffnungen— so ein Narr des Schicksals schien.... Ich— ich bin ihr erlegen. Und habe ein ge- liebtes Weib mit hineingerissen ins Unglück—" „Geliebtes Weib?" knurrte Urban, unter den buschigen Brauen hervor giftige Blicke werfend.„Nette Person. die Sie da einschmuggeln wollten in unsrcn Damenkreis. Meine Tochter ist außer sich!" Aus Richards Gesicht war jeder Blutsttopfen gewichen, Seine Stimme hatte einen seltsam drohenden Klang, als er, einen Schritt nähertretend, sagte:„Meine Frau bitte ich ganz aus dem Spiele zu lassen. Herr Direktor. I ch bin der Schuldige." „Wollen Sie mir etwa Vorschriften machen?" murrte der Direktor. Aber er wußte genau, daß er nicht zu weit gehen durfte. Er konnte diesen Menschen gebrauchen. Sein Ehrgeiz war größer als seine moralische Entrüstung. Er hätte die unangenehme Geschichte am liebsten totgeschwiegen, um dem Ruf der Anstalt nicht zu schaden und den vorzüglichen Päda- gogen sich zu erhalten. „Wollen Sie sich auch noch auf die Hinterfüße setzen?" fuhr er mit grimmigem Lachen fort. „Verzeihen Sie, Herr Direktor, warum bin ich hier?" „Das fragen Sie noch? Ten Standpunkt wollt ich Ihnen erst mal klar machen. Ein Erzieher der Jugend— das wissen Sie wohl noch gar nicht?— soll allen voran- leuchten an Selbstbeherrschung, Tugend, Sittlichkeit!" l Fortsetzung folgt.). (Nachdruck verboten.) Präparierte pflanzen. Wer hätte nicht schon gewünscht, den Blumen, diesen holdesten, aber ach so vergänglichen Gebilden der Natur längere Dauer zu verleihen! In wunderbarer Pracht öffnet sich die Rose dem Licht der Sonne, um schon nach kurzer Frist welk am Stengel zu hängen — oft genügt schon ein kurzer Sommettag, um ihrem Leben ein Ende zu mache». Doch vergebens bemüht sich der Mensch, Florens Kinder ihre zarte Frische und ihren Dnft zu erhalten— im günstigsten Fall gelingt es ihm Farbe und Form zu konservieren: was er damit schafft, find indesien nichts als starre Abbilder ihrer einstigen Schön- heit, leblose Gegenstände zur Dekoratton unsrer Wohmüigeu oder zum Schutuck eines teuren Grabes. Tie Pietät gegen die Verstorbenen war es denn auch zuerst, die den Menschen den Gedanken eingab. Pflanzen zu präparieren. In den ägyptische» Königsgräbern der verschiedensten Dynastien hat man seltsame Gewinde gefunden, deren Beschaffenheit man sich an- sänglich nicht zu erkläre» vermochte. Sie fügten sich aus schiimtzig bräunlichen, lederartigen BläNchen zusammen, die fest ausgerollt waren. Nachdem man sie im Wasser aufgeweicht und auseinander- gerollt hatte, stellte es sich heraus, daß es Kränze aus LottiSblumen — und Blättern waren. Viele derselben werden in Mnsecii und Sammlungen aufbewahrt. Diese Lotusgewinde sind jedoch so ziem- lich das einzige, was uns von präparierten Pflanzen aus alter Zeit erhalten geblieben ist. Für wissenschaftliche und Untenüchtszwecke sind Wohl inmicr schon Blumen und Blätter gepreßt und getrocknet worden, doch haben Staub, Feuchtigkeit und andre widrige Einflüffe sie einesteils zerstört, während sie andcrntcils wegen der Roheit des dabei angewendeten Verfahrens kein Interesse für uns bieten. Versuche, den Pflanzen ihr schönes Aussehen zu bewahren, sind eigentlich erst in unsrer Reuzeil gemacht, und wenn man von den schlecht gefärbten Schilfblüten absieht, die man zu Vasenbouquets bcuntzte, so datieren sie, streng genonmic», höchstens vier Decennien zurück. Die ersten Resultate auf diesen: Gebiet stellten rot und blau gebeizte Astern dar. Man steckte sie mit den Stengeln, um ihre Form nicht zu schädigen, im Drahtgcstelle, aus denen die Köpfe heranSragten und trocknete sie im mäßig wannen Ofen. Schließiicki wurde» sie mit karminroter und blauer Beize gefärbt. Da die Blumen urspriingliw verschiedene Farben hatten, so erzielte man mir Hilfe der beiden Beizen die mannigfaltigsten Nuancen. Diese Astern vereinigte man mit künstlichem Laub und getrockneten Schilsblütcn zu allerhand Delvralionsbindercien. Sehr bald wurde» sie jedoch durch Eichenblätter ergänzt, die man mit der Bürste ans- schlug und preßte. Da sie indessen rasch ihre grüne Farbe ein- büßten, verfiel man darauf, diese Eichenblätter wie auch andres Laub und Gräser mit Schwefel und Chlor zu bleichen; anstatt daß man das Chlorophyll mit der Bürste ausschlug, vernichtete man es durch Einwirkung von Säuren. Natürlich ließen sich nur starkrippigc, den Chemikalien einigermaßen Widerstand bietende Pflanzen derartig behandeln, immerhin aber erschienen die großen weißen Sträuße— Skclettbouquets nannte man sie— die daraus verfertigt wurde», unbeschreiblich schön. An Naturgcbilde erinnerten sie fteiUch absolut nicht, was ihrem Reize aber keinen Abbruch that. Am besten lassen sie sich mit unendlich feinen Elfenbeinschnitzereien vergleichen. Heute ist diese Technik leider gänzlich vergessen. Die Skelettbonanets wurden durch die viel weniger schönen Makartstränße abgelöst. Einzelne geschmackvolle Stücke entstanden ja auch in dieser Branche, und zumal aus einfarbigem dunklem Hintergrunde machten die fein abgetönten, grau und bräunlich bis ins Weiße schattierten Bindereien sich oft sehr inalerisch, leider aber verloren sie durch die Konkurrenz, welche sich des neuen und beliebten Hmidelsartikels bemächtigte, sehr rasch ihre ursprüngliche Distinklion. Um sie möglichst billig liesern zu kvmten, band man jedes beliebige Gras, grob gefärbt mit vergoldeten und vrrsilbcrtcn Mohicköpfen und sonstigen Samenkapseln, Tannenzapfen und Erlen wahllos zusamnien und brachte sie waggonweise auf den Markt. Damit war die Rolle dieser Bindereien in der Gunst des Publikums ausgespielt, mid aus lleberdrnß an der bunten Ware Ivandte man sich den Arrangements ans ungefärbtem Material zu. Sträuße aus getrockneten Beerenzweigen, Schilfblüten, Silberdistel und so weiter waren das Vornehmste. Zuerst wand man noch broncierte Zweige dazwischen, doch wurde der Geschmack stetig puristischer, so daß man in kurzem nur noch Nnturzweige verwertete. Viele dieser Bindereien sind entzückend, so steht man aus Gärtnerci-Ausstelliingeu Festons aus Lorbeer, Eimen- und Jlcxlaub, gettockneten Vogelbeerzweigen, reifen Maiskolben, Nüssen, Bnchencckern, Eicheln, Erlen und Berberitzen, die, durch einen farblosen Lacküberzng vor dem Ein- schrumpfen geschützt, noch nach Jahren einen prächtigen Eindruck machen. Sie sind meist zu«Supraporten wie zur Dekoration von Speisezimmern bestimmt. Ebenso erscheinen Grablränze ans herbst- lich braunen, gleichfalls lackiertem Laub sehr wirkungsvoll. Nicht minder eignen sich Koniferenzweige mit Früchten, die durch Be- spritzen mit Alaun- und Salpelerlösungen einen krystallartigen Ueber- zug erhalte» haben, zu verschiedentlichstell Bindezwecken. Inzwischen war man im Präparieren der Pflanzen so weit gekommen, daß man es mit mehr oder minderem Erfolg oersuchte, ihnen ihr natürliches Aussehen zu erhalten. Die vorher geschilderten Methoden hat-cn im