Hlnterhaltungsblatt des vorwärts Nr. 203. Freitag, den 24. Oktober. 1902 Nachdviuf verboten. 141 Der ünkeiiteicb, Roman von Gertrud Franke-Schicvelbein. Lenc hatte ja ihr Kind. Was hätte sie nach der üblen Nachrede, den? herbstlichen Düster und Moder, nach ihrem jämmerlichen Einkommen und der erbärmlichen Wohnung gefragt iin Mutterglück, das ihrem stillen Üeben Licht und Wärme gab, wenn mtht die verzehrende Sorge um ihren Mann über ihr gehangen hatte wie die niedrige Decke einer Felsenhöhle! Ihr tvar's oft, als führe ihr Weg sie unter der Erde, im Dunkeln, drirch tiefe, unbekannte Gänge. Eine Angst überkam sie zuweilen— wohin? Und dann einmal ein. ferner blasser Schiinmer— ein Ausweg? Himmelslicht? Sonne?— Sie durfte e-ne Weile den vom Bücken schmerzenden Rücken aufrichten, tiefer ahnen, die Glieder recken. Aber bald merkte sie's: der Weg ftchrte noch nicht bergauf. Ja, es war, als wollte er sich ganz in Nacht und Tiefe verlieren. Und nur das kleine Grubenlicht an ihrer Brust, das wärmte sie, führte sie, half ihr, die nächsten Schritte zu finden. Hellmut war da draußen in der gesunden Luft prächtig gediehen. Die Sonne hatte ihn goldbraun gefärbt, das schwarzhaarige Köpfchen niit den geheimnisvoll tiefen, schwarzen Augen, die festen, strammen Glieder, den kleinen, mit Fettwulsien gepolsterten Hals. Eine solche Lebenskraft, so ein Jauchzen in Daseinswonne sprühte aus diesen? winzige?? Menschenkinde, daß es seine traurige Mutter oft zun? hellen Lachen reizte. „Mei?? Zigerinerchen," nannte sie ihn oft ui?d bedeckte seine braunen Häi?dchen, sei?? schivarzes Haar, die roünirch- leuchteten Wangen mit Küssen des Mitleids u??d der Zärt- lichkeit. Alles, was Lene brauchte, ihre Pflichten und ihre Freride??, lag zwischen ihre?? vier Wäi?dei?. An die Welt da draußen dachte sie nur???it Grauen. Die eine i?>?vergeßliche Berührung lnit der Gesellschaft blieb ihr wie eine offene W>?nde ii? der Seele. Von dorther, aus dein großen ll??kenteich, von all den guten, satten, harmlosen, behaglichen Leutche??, die sich gar nichts Böses dabei dachten, kain ihr Unglück. Keii?er Menschenseele hatte sie je ivas zu leide gethan. Keine??? brachte es de?? geringsten N??tzei?, wen?? er sie ver- »richtete, ihr karges bißchen Glück untergrub. Keiner lvolltc das Böse, und jeder Einzelne rväre voll sittlicher Entrüstung arifgcfahre??, wenn?nan ihm Vorgelvorfen hätte, daß er???it- arbeite a?n Ruin eines Nebenme??schen. Und doch tvar's nicht anders. In aller Frerindlichkeit, Ehrbarkeit und 5kor- rektheit geschah's. Nie sah sie Richard ohne Sorge mis dem Hause gehen. Sie wußte ja, daß seiner iinrner wieder Unerfreuliches wartete, daß er allerlei Aerger und Denrütigungen hinunterschlucken inußte. Zwar verschwieg er ihr das meiste. Aber seine ungleiche Stin?in??i?g, die unberechenbare Einpfiudlichkeit, die Gereizt- heit,?nit der er ihr oft begegnete ll??d sich über die la??tei? Lebe>?sä?lßel'????gei? des Kleinen beschtverte, das alles verriet ihr, daß seine Seele anfing, aus dem Gleichge?vicht zu koinmen. Ii? seiner Sache war noch nichts geschehen. Er gab ruhig sei??en Unterricht,?vo möglich noch gewissenhafter und eifriger. Ihm tvar's, als müsse er????? die junge?? Seelei? kämpfen?nit de?? in der Luft uinherschwirrenden Gerüchten, die sie ihm streitig machen tvolltc??. Noch hielten sie z?? ih???. Die Klasse blieb a??f ihrer Höhe. Sie hatte bei der Michaelis- Prüfung die besten Fortschritte gezeigt. Ter Direktor hatte den„Fall Volkinar" der Ober-Sch??l- behördc gei??eldct. Aber da gerade allerlei Dringendes vor- lag,?i?id der Provii?zial-Sch?ilrat sich cbci? a?if einer längeren Dienstreise befai?d, ging die Sache ihren lai?gsamen, geinäch- lichei? Gang. In allen Bureaus blieb sie tvochenlang liegen, und der Nove???ber kam heran« ohne daß das Geringste ver- lautet wäre. Für Richard war diese Zeit der Ungewißheit ein Hange?? zwischen Hiininel?l??d Hölle. Die Kollegen waren zurückhaltend, vorsichtig, vo?? kühler Fre????dlichkeit. Rober hatte, nachdem der erste Entrüstungs- stürm sich bei ihin gelegt, sei?? allzu schroffes Vorgehen durch lauwarn?e Liebenswürdigkeit auszugleichen gesucht. Aber Richard Volkmar blieb für sich, einsilbig, reizbar. Und so ließen sie ihn links liegen. Mai?chi??al lvollte sich oi??e leise Hoff??ung regen: Herr- gott! Ich bin ja doch ein brauchbarer Kerl! Das wisseil sie ja.. Aber wie, wen?? sie mich?naßregel>?, abstrafen w?e e???e>r Bcngel, der Aepfel gestohlen hat? Einen Man?? u:n eines Fehlers willen— eines Fehlers, der i?i??r?er kleiner w?lrde i>? seinen Augen, je lvichftger die Leute ihn nahmen— eine Mücke, aus der sie eii?cn Elefanten machte??— darum ihn zur Rede stellen, abkanzeln, moralische Prügel diktieren? Sie mochten ja das Recht?l??d die Macht haben, und in gute??? Gla?tbei? handeln. Aber was wußte?? sie vo?>? ii?ei?sch- lichen Herzen, die würdige??, in aintlicher U>?fehlbarkeit er- starrten Herren? Sie hatten???>?? doch de?? Entschluß gefaßt, das Kii?d taufei? zu lassen. Er hatte es Kornelien eininal versprochen, und Lenc selber drang darauf. Es ivar ihr ein schmerzlicher Gedai?ke, es außerhalb der Kirche zu lvissen wie seine Eltern. A??ch leitete sie die Ertväg??ng, daß sie klug thäten, der Ge- sellschaft nicht??och mehr Grund zur Unzufriede??heit z:? geben. Eines Tages nach der Schule inachte Richard sich auf den Weg zum Pastor. Er wollte diesen selber sprechen, ihi? bitten, die heilige Ha??dl????g in der Sakristei vorzunehme??. Nerigierige Zilscharier konnte?? sie nicht brauchen. Ler?e ivartete?»??r??hig arrf sein Heii??ko?ninei?. Der frühe ?lbe?ld brach herein, der Reul lag in scht?,cigendein Düster. Denn die Bele??chtu??g sparte sich die Stadt hier dra??ße??. Der Kleine ging???it de?? Zähnen uin. Er fuhr sich?nit den Fingern in den Mund, dessen Gauinen geschlvollen ivar. Oft warf er sich arrfschreiend hintenüber und ballte die Faust- che??, drrnkelrot vor Schmerz. Le??e schleppte ih?? hi???l??d her. Sie tanzte, lachte, trällerte,»nachte ih??? allerlei Kunststückchen vor. Ui?d dabei lag ihr das Herz schiver tvie ein Stein in der Br?lst. Sie brachte den Atem so ql?alvoll mühsam hervo?: und brauchte doch so viel,????? das Kind z?? zerstreuen. Es wurde schon Abendbrotzeit,????d der Tisch stand ge- deckt. Da hörte sie endlich seinen Schritt auf der Treppe. Sie war wie erlöst. Glücklich eilte sie ih??? ei?tgegen, das Kii?d auf ehiem Ann, die Lampe in der Rechten. Abe?: als sie ih?n öffnete u??d der helle Schein auf sei?? Gesicht fiel. sah sie, daß ihin ettvas begegnet sein?i???ßte. So finster und verstört hatte sie ihn noch??ie gesehen. Sie wagte nicht zu fragen, sondern nötigte ihn??ur freundlich, zuzulangen.„Du warst ja so lange fort, mußt ja hungrig sein." Er sehte sich, zog den Ring von der Serviette und warf dann beides arif den Tisch. „Ich kann??icht esse??!" stieß er hera??s. „Versuch's doch, Richard," bat sie. Aber er a??twortetc nicht, lehnte sich in de?? Stuhl zurück?l??d starrte in die Lampe. Sie hatte unaufhörlich ruit dein Kinde zu th??n. das sich inüdc????d aufgeregt umherwarf,»vnninerte und jeden Augenblick etwas ai?dres verlangte. Was stellte sie alles an, daß es Richard nicht stören sollte. Vergebens. Sein Wiin?neri??vl?rde allmählich z??in la?ite?? Geschrei, das ii? der kleii?en,??icdrigen Stube d?irchdri??gend schallte. Richard schien eS nicht zu hören. So gai?z war er von seinen Gedanken erfüllt. Ein düsteres Brüten zog set??e >?iedrige Stiri??inter dein zerwühlten Haar in tiefe Falte??. Er sah zuin Fürchte?? finster aus. Le>?e ging durchs Ziinmer, das schwere Ki>?d auf den Armen sch>vei?kend, mit leiser Stiii?i??e ein Schlaflied su?n?nend. U??d dabei ließ sie kein Auge vo?? ihrem Mann. Mit ihren heiße??, liebende??, sorge??vollen Blicken lvollte sie in seine Seele dringen, erraten, was ihi? so verstörte. Und allinählich tauchte eine Ahnung in ihr auf, vor der fie ganz erstarrte. So teiwastinslos war er, so stumm, so kalt, als hätte sie etwas verschuldet. Als hätte unter allen An- feiiidmigen, die aus sie, das Weib, geschleudert wurden, seine Liebe einen Stoß bekommen. Bereute er das Opfer, das er ihr gebracht hatte? Sah er's auch schon, wie all die klugen, vernünftigen, korrekten Leute, als eine Dummheit an, daß er ihr sein Wort gehalten und seincin ttinde einen ehrlichen Namen gegeben hatte? Wär's denn ein Wunder? Was hatte ihm die selbstlose Erfüllung seiner sittlichen Pflicht, seiner Menschenpflicht, ein- getragen? Hätte er sie verkommen lassen, sie vielleicht mit ein paar Groschen für den Unterhalt des Kindes abgefunden — die Sache wäre ganz in der Ordnung gewesen. Er hätte wie ein„Ehrenmann" gehandelt. Die tugcndstolze Kornelie, die ihn liebte— immer mehr war sie davon überzeugt— Kornette Urban hätte ihm die kleine„Unregelmäßigkeit" ver- geben und ihn geheiratet. Alles wäre ihm erspart gebliebes», Angst, Sorge. Demütigung— vielleicht Schande! Und jetzt? Wie, wenn es das wäre, was hinter seiner düsteren Stirn gärte? Wenn es sich auch zwischen s i e drängte, das Schauerliche, Unfaßbare— der dunkle Unkengesang, der über dem große» Wasser schwebte, der überall war und nirgends— ein Nichts, und doch nicht umzubringen, nicht zu packen, nicht zu vernichten! Nein, sie ertrug es nicht länger, so stumm vor der ver- schlossenen Pforte seiner Seele zu stehen. Sie brachte das Kind zu Bett, und so tveh es mir that, ließ sie es in der dunklen Stube mit den ersten Schmerzen, die sein junges Leben ihm brachte, allein. Als sie wieder ins Wohnzimmer kam, war er aufge- standen, hatte sich an den Schreibtisch gesetzt und mit dem Konngieren der Hefte begonnen. Auch einen Brocken Brot hatte er gegessen. Sic fühlte sich etwas beruhigt. Wenn er arbeiten konnte, war das Schlimmste überwunden. Sie setzte sich in feine Nähe, um von dem Lichtschein der Lampe etwas abzubekommen, und nahm ihre Flickarbeit vor. „Du siehst ja nichts," sagte er nach einer Weile und schob ihr die Lampe näher. Dankbar blickte sie auf, in seine Augen, die niit rätsel- haften: Ausdruck auf ihr ruhten. Wieder packte sie der entsetzliche Gedanke, daß heute etwas Fremdes zwischen sie getreten sei. Aber jetzt, da er zum zweitenmal kam, sah sie ihm schon gefaßter ins Gesicht. Nein, so leichten Kaufs sollten sie ihr ihren Mann nicht abspenstig machen. Wie eine Löwin wollte sie um ihn kämpfen! Mit der ganzen Welt nahm sie's auf! „Richard," sagte sie nihig und herzlich,„hast Du die Taute bestellt?" Er warf die Feder hin, die er wieder zur Hand genommen hatte. Das ganze Ungestüm seiner Natur brach aus ihm her- vor. Er stieß ein wildes Hohngelächter aus.„Jawohl I Alles besorgt! Morgen über acht Tage! Das heißt, wenn wir bis dahin die nötigen Zeugen auftreiben können!" (Fortsetzung folgt. � (Nachdruck verboten.) Älie Letten geicbmieäet werden» Wir wollen uns hier mit den eisernen Ketten beschäftigen, welche als Last-, Förder-, Anker- und Trcibkettcn in der umfassendsten Weise zur Verwendung kommen. Je nach Einrichtung der Ketten unter- scheidet man folgende Arten: Glieder- o d e r S ch a k e n k e t t c n. Sie bestehen aus ovalen Gliedern von zähem geschmiedeten Rund- eisen. Tic Rundeiscnstäbe werden zu den erforderlichen Längen ge- schnitten, dann wird jedes Stück ll-sörmig gebogen, und in den letzten Kettenring eingeschoben; hierauf lverden die Endigungen übereinander gelegt und durch Schweihungcn verbunden. Bei diesem Verfahren können naturgemäß die einzelnen Kettenglieder nicht die gleiche Länge erhalten, so daß eine zuverlässige gleichmäßige Wirkung der Ketten- gliedcr nicht zu erwarten ist. Uni diesem Uebclstande zu begegnen, hal man die sogenannten kalibrierten oder adjustierten Ketten, bei denen jedes Glied durch Nachschmieden oder Einschlagen in Gesenke die richtige Baulänge erhalten. Tie gleiche Teilung ist vor allen Tingcn dann erforderlich, wenn sie sich in ein verzahntes Kettenrad einlegen sollen, obwohl für diesen Zweck auch die Walzkcttcn geeigneter sind, von welchen weiter unten die Rede ist. Tie geschweißten Ketten sollen am wenigsten der Abnutzung ausgesetzt sein, wenn die Ring- ketten derartig in einander gefügt werden, daß sich je die Schweiß- stellen zweier Glieder, beziv. die Biegungsstellcn zweier Glieder, berühren. Ta man aber eine volikonimen sichere und tadellose Schweißung nicht herstellen kann, so bildet die Schweißstelle jedes Ringes die schwächste Stelle. Man kann solchen Ketten nicht voll vertrauen, selbst wenn sie mit vielfacher Sicherheit berechnet werden. Es leuchtet also ein, daß ungeschwcißte Ringkettcn von homogenem Ciscn weit zuverlässiger sind und daß man ihre Tragfähigkeit weit genauer berechnen kann. Solche Kelten werden durch Walzwerke erzeugt und nach ihrem Erfinder, Tirektor�O.Matte, allgemein als Klattcsche Walzketten bezeichnet' pj s Die Klattcschen W a l z k e t t e nTjaben vor den Schweiß- ketten, abgesehen von der größeren Sicherheit, den Vorzug, daß sie nicht nur aus Schweißeiseu sondern auch aus Stahl gefertigt werden können. Es leuchtet also ein. daß die Walzkctte zum Lieben einer bestimmten Last viel schwächer und leichter gefertigt werden kamt als die Schweißkeltc. Daraus ergirbi sich wieder, daß die gewalzte Kette nicht nur sicher, korrekter und leichter, sondern auch wohlfeiler aus- fallen muß, so daß kaum noch Veranlassung vorliegt, geschweißte Ketten zu verwenden. Schon im Jähre k88!1 wurden in Paris aus Stahlstäben von kreuzförmigem Ouerschnrt gewalzte Ketten ausgestellt, welche»ach einem Patent des Obermeisters Ourh in Cherbonrg gefertigt waren. Ferner giebt es ein auch in Teutschland patentiertes Verfahren des Engländers Hippolyte Rongicr in Birmingham zur Herstellung von Kcrten ohne Schweißung ans KreuzeiMl Aber diese Verfahren sind beide viel zu umständlich und es ist Klartes Verdienst unter Zugrundelegung des Krcuzstabes als erster ei» durchaus rationelles Walzverfahren angewandt zu haben. Durch den Krcuzstab war im Grunde schon die Anwendung eines Vicrwalzensystems gcgeoen. Wenn wir die Glieder einer Kette mit 1. 2. 3. 4. usw. bezeichnen und die Kette horizontal straff spannen, so sehen wir, daß die Ketten- glicder 1. 3. 5. 7. usw. vertikal zur Erde gerichtet sind, während die Ringe 2. 4. G. usw. horizontal liegen. Jetzt denke man sich einen Kreuzstab in dieselbe Richtung gelegt wie die Kette, und wir sehen nun, daß derselbe einen senkrechten und einen wagercchten Steg hat, welche sich schneiden. Wenn also aus einem Stabe von kreuzförmigem Querschnitt eine Kette gewalzt werden soll, so müssen die senkrechten Kettenglieder 1. 3. 5. 7. usw. aus dem senkrechten Steg entstehen. die»moer.'chten Kettenglieder aus dem wagcrcwtcn Steg. Man denke sich nun oben und unten, rechts und links Räder auf die Stege einwirken, welche ringsum auf dem Radkrgnz lauter Vertiefungen enthalten, welche einem halben Kcttcnring entsprechen. Indem nun die Räder durch Maschinenkraft in Bewegung gefetzt werden und auf den glühenden Eiscnstab drücken, wirken sie auf jeden Steg wie von zwei Seiten kommende Slempel und bilden so einen Ring neben dem andern in richtiger Anordnung aus. Die Räder müssen natürlich sehr korrekt zusammenarbeite», und um dies zu erreichen, sind an ihren Stirnflächen beiderseitig gezahnte Kegelräder befestigt, so daß stets die Zähne eines vertikalen Kegelrades in die Zähne eines horizontalen Kegelrades eingreifen; die vier Walzenräder stehen also in so festem Connex miteinander, daß keines schneller laufen kann als ihn: zukommt. Ich habe nun aber das Walzwerk noch nicht ganz richtig erklärt — in guter Absicht, um eine Erklärung leichter verständlich zu inachen. Doch muß ich mich jetzt korrigieren. Die Vertiefungen der Walzen- räder entsprechen nämlich nicht je einem halben Kettenglied, sondern je zwei Viertel kettcnglicdern. und sie laufen auch nicht über die Stege des Stabes, sondern in den rechtswinkligen Räumen zwischen den Stegen— immer wechselnd rechts und links das Viertel eines Kettengliedes prägend. Ich glaube, daß das Prmcip nun verstand- lich ist. Aus dem Walzlocrk kommt aber die Kette noch mast m fertigem Zustande; die Glieder hängen noch durch blcchartige Verbindungen zusammen. Nachdem diese in einem Stanzwcrk entfernt sind, werden die Kettcnstäbe bis zur Rotglut erwärmt; dann gehen sie in ein Streck- Walzwerk,>vo noch die zwischen den Ringen stehenden Vcrbindungs- zapfen fortgenommen und die Kettenglieder endgültig ausgewalzt lverden. Das Walzen geht im allgemeinen sehr schnell von statten; bei Ketten von 2G Millimeter Smrke werden in jeder Sekunde 4 Meter gewalzt. Im übrigen hängt die Länge der Kette natürlich von der Länge des Stabes ab. so daß häufig mehrere Ketten aneinander ge- süat werden müssen, um die erforderliche Länge zn erhalten. Zu diesem Zwecke werden nach einem Klatteschen Verfahren Verbindungs- glicder ans Stahldraht mit Blechumhüllung von einer entsprechenden Zugfestigkeit(bis zu 24» Kilogramm) hergestellt. Von de» Glicder- oder Schakenkctien sind die kurzgliedrigen oder englischen Ketten an: meisten zum Anflvickcln auf Trommeln oder Rollen geeignet und werden de�huld mit Vorliebe für Hebe- Maschinen verwendet; dagegen dienen die langgliedrigcn oder deutschen Ketten häufiger als Förderkcttcn bei Kettenbahnen und als Haltcketteii für Seezeichen. Als Ankerketten verwendet man gern sogenannte Stegkcticn, das sind solche, welche in jedem Ringe»och einen gußeisernen Steg enthalten, welcher zur Versteifung deS Ringes dient. Dieser Steg verhindert, daß beim kräftigen Anziehen der Kate d>' Ringe in die Länge gezogen werden, wie auch die lchtige Knotenbildung infolge Jneinandcrschiebens mehrerer Ringe. Die Amcr- oder Schiffskcttcn kommen in Längen von 25 Metern zur Anwendung, und man braucht für einen Anker 7 bis 9 Längen. Nach Ts. Schwarz(Lexikon der gesamten Technik) erhält die normale Ankerkctte folgende Gestaltung: Etwa 6 Meter vom Anker ciltfcrnt und in der Mitte der letzten Kettenlänge ist ei» Wirbel eingeschaltet, um die Törns aus der Kette ausdrehe» zu tönncn. Die runden Enden ibrer Glieder weisen nach vorne, damit die Wirbel daö Aus« rutschen der Kette aus der Klüse nicht behindern. Die Ketten- enden werden durch Schäkel verbunden und erhalten die Endschaken der Kette für den Durchgang der Schäkel keine Stege. Alle Anker- ketten müssen auf Festigkeit geprüft wecdcn. Tie Bruchbelastung muß mindeflenZ 27 Kilogramm pro Cimfcrafcctitmtcfer bei 8 bis 10 Prozent Tchmmg der Schake betrage». Kalibrierte oder Gelenk- ketten kommen an Bord der Schiffe nur für maschinelle Einrichtungen — Steuerapparate— in Anwendung. Als Last- und als Treibkcttc wird in ninfassendster Weise die Gallcsche Laschen- oder Gelenkkette verlvendet; sie besteht ans zwei Reihen plattenförniigcr Laschen, welche durch chlindrische Gelcnkbolzcn derart verbunden sind, daß bewegliche quadratische Kettenglieder entstehen. Da die Gelenke sämtlich genau parallel angeordnet sind, läßt sich diese Kette nicht seitwärts aus der Richtung, in ivelchcr sie geführt wird, ablenken. Diese Konstruktion hat den Borzug, daß die Ketten durch llcbereiuanderlegen mehrerer Eisenlaschen beliebig stark gemacht werden können. Es werden sehr starke Krankctten dieser Art verwendet. Die Gleichmäßigkeit der Gliederteilung gestattet es, die Ketten über kleine Daumenräder mit wenigen Zähnen zu legen, wodurch der Hebelarm der Laß gering wird. Bon den Werken, welche derartige Ketten liefern, sind übersichtliche Tabellen aufgestellt, aus welchen man ohne weiteres entnehmen kann, von welcher Stärke diese Ketten für bestimmte Delricblasten sein müssen, wie viel und wie starke Laschenplärcen sie enthalten, wie groß die Oeffnungcn der Gliöder sind, wie viel die Ketten pro Meter wiegen, was sie kosten usw. Als Treibketteu mit fortwährender Be- Ivegung der Gelenke für Geschwiudigkcitcn bis zu ca. 12 Metern in der Sekunde sind, nach Sindncr, am meisten Kette» mit dem über den Bolzen und dadurch vergrößerte Anlägeslächen geeignet. Der Bolzen wird bei diesen Ketten mit dem einen, die Büchsen mit dem folgenden Plattcnpaar fest verbunden. Eine andre bekannte Form, welche vielfach für Elevatoren und Fördcrwcrke verwendet wird, bildet die zerlegbare Ewartsche Treib kette. Sic besteht ans rechteckigen Gliedern von schmied- barem Guß. An jedem Glicde sipt eine hakenförmige Leiste, welche in das nächste Kettenglied eingreift, aber so gestaltet ist, daß jedes Kettenglied durch Neigung desselben gegen seinen Borgänger aus- geschaltet werden kann; so läßt sich die ganze Trcibkette ohne Schwierigkeit auseinandernehmen und leicht transportieren, während sie in angespanntem Zustande sehr fest und sicher ist. Tie Ketten- glieder werden nach Erfordern mit geeigneten Ansätzen zur Be- fcstigung von Bechern, Tragbrcttcrn. Kasten usw. versehen. Hier sei sogleich die ans gußeisernen Gliedern bestehende G a st o n- kette erwähnt, welche gleichfalls als Förderkette dient. Bei dieser Kette greift immer ein breiter flacher Gußeisenring mit zwei seit- lichen Endzapfen in zwei entsprechende Nachbarringc ein. Dir Glieder sind mit gußeisernen Lappen versehen, an welche die Förder- gcfäße angeschraubt werden können. Die gußeiserne Gray- Kette entspricht im Prineip der Galleschcn Gelenkkette; es werden stets zwei gegossene Glieder durch einen Bolzen verbunden. Das Bestreben, Ketten ohne Schwcißung herzustellen, hat auch den Amerikaner Braun zur Erfindung der g e k n o t e t e n Ketten geführt. Die Bezeichnung ist nicht ganz zutreffend, da der ver- wendete Draht bczw. die Rundcisenstäbe thatsächlich nicht geknotet find; es sind nur die einzelnen Glieder der Kette so ineinander ge- fchlungcn. daß sie sckeiubar in regelmäßigen Abständen Knoten bilde». Diese Verbindung ist allerdings so sicher, daß sie sich auch bei der größten Belastung nicht lösen kann. Während bei der gc- schlveißten Kette die Verbindungsstelle den schwächsten Teil bildet, bildet in diesem Falle die Verbindungsstelle< Knoten) den stärksten Teil der Kette. Bemerkenswert ist auch, daß der Knoten in der Mitte jedes Gliedes liegt, wodurch der Kette die größtmögliche Be- weglichkeit gegeben ist. Anfangs waren diese Ketten viel zu kost- svielig, weil sie durch Handarbeit hergestellt wurden. Dann wurden Maschinen in den Dienst dieser Industrie gestellt und schließlich wurden dieselben in so hohem Maße vervollkommnet, daß sie den Draht selbst vom Haspel abwickeln, ihn nach Erfordcrn�in Stücke schneiden und diese regelrecht miteinander verbinden. Solch eine Maschine fertigt in der Minute etwa 4S Kettenglieder und liefert in der Regel 80 bis 90 Meter Kette pro Stunde, bei Anwendung von einer halben Pferdekraft. Die geknoteten Ketten werden mit Borliebe für landwirtschaftliche Zwecke verwendet und es hat sich gezeigt, daß die Ketten dieser Art zu 2 bis 7 Millimeter Draht- stärke allen bezüglichen Ansprüchen genügen. Mit den gewalzten Ketten können und wollen die geknoteten nicht in den Wettbewerb treten. Sie sind zwar billiger als diese, aber sie können wegen der Länge ihrer Glieder nicht so gut über Rollen geführt werden, ohne eine wesentliche Formveränderung zu erleiden.— _ Fred H o o d. Kleines feuilleton» er. Tie Binkertschr. Durch die Dorsstraße strich der Oktober- wind, ein feiner Wind, kann, zu spüren und doch einschneidend bis ins Mark. Er kam vom Wasser her und brachte Feuchtigkeit und Kühle mit herauf. Die gelben Blätter stelen, lautlos segelten sie durch die Luft und deckten Weg und Steg: ein goldener Regen. Auf dem Fahrdamm blinkten Rcgcnlacheu. Bor ihrem niedrigen armseligen Ziegcldachhaus stand die Binkertsche und fegte die Gaste, sie stand mitten in dem schwarzen Matsch, den Wagenräder und Pferdehuse aus Regenwasser und Straßenstaub zusammengerührt hatten. Es focht stc aber nicht an. Sie harte den Rock hochgeschürzt, daß er mn die Hüften in einen» dicken Wulst abstand, ihre dünnen Stöckerbeine staken in großen Holzpantinen, um den Kopf hatte sie«ine Strickkapotte gezogen; unter den roten Wolltroddeln der Kapotte sah das faltige Gesicht mit dem zahnlosen Mund wie ein richtiges Hcxcugcsicht heraus. Sie fegte sehr einsig, den Blick fest auf den Boden geheftet, als suchte sie da etwas. Hin und wieder bückte sie sich auch und nahm etwas auf, etwas Holz, Windbruch arrs den Bäumen, verwitterte schmutzignasse kstiicke; was man eben so aus einem Sftaßeudamin findet und— liegen läßt. Die Binkertsche ließ nichts liegen. Sie pflückte die welken Blätter von den abgerissenen Zweigen und bückte fich nach dem kleinsten Stückchen, selbst wenn sie es auS dem Straßenschnmtz hcrausgraben mußte. Es kam alles ans einen Haufen neben dem Straßenbrunnen. Es war schon ziemlich hoch, dieses Häufchen, Die Binkertsche legte die Hand an den Mund und rief nach dein Hause: „Do,— Leite, hol' mal rill!" Ei« blondes Mädclcheu sprang hcrmis und raffte das Holz- Häufchen zusammen, „Drag's in de Küche," sagte die Binkertsche,«lcg's auf'n Herd, bat es drocknet." „Kaffeeholz," meinte eine Frau, die vorüberging und nun stehen blieb.„Die Binkert karrt ein für'n Winter." „Allemal," sagte die Binkertsche und lachte; und dabei erschien ihr hexenhafteS Gesicht noch hexenhastcr, „Dann kann man wohl immer reicher werden", neckte die andre.„Hm ja... und Sonntags nach Kirche'n seidenes Kleid tragen." „lind sich iic feine Villa bauen", mischte sich ein Mann iu die llnterhaltüug, Die Binkertsche ging auf den Spott nicht ein, sie hielt sich di. Seite:„Dct verfluchre Reihen, nn fängt's schon wieder an." „'s wird auch kalt", der Mann rieb sich die Hände r„Ra, Frau Binkert. wat steh'n Se denn aber auch in dem Matsch? Det haben Se doch weiß Jott nich nötig. Ueberhaupt Sie in Ihre olle nasse Höhle", er warf einen bezeichnenden Blick ans das Häuschen.„Wenn ick S i e wäre, bliebe ich da nich mehr drin, denn wohnte ich selber in meine Villa und hielt mir eenen zum Sftaßesegen," „Denn kann Se ja keen Holz rapcn", sagte die Frau,„denn wird ihrs Kaffecwasser zu teuer." „Und Sie könntens wirklich, Frau Binkert", flihr der Mann fort, „die deire Miete aus de Villa un erst wieder sechzigdausend Mark für die Baustelle. Sagen Se mal, wieviel Nullen hat'n's Jeld schon?" Die Binkertsche ließ nur ein unverständliches Brummen hören. „Det legt se' alles auf de hohe Kante," lachte die Frau,„se is noch immer nich reich jcmig, Adjes Biukerten! Sei'n Se man nich so fleißig." Sie schwenkte ihren Korb und ging weiter. Die Binkertsche begann von neuem zu fegen. Der Mann hatte sich an den Zaun gelehnt und die Hände fröstelnd in die Tasche ge- steckt. Ein Weilchen sah er ihr zu, dann sagte er:„Na Frau Binkert, wie is et denn?" „Wat denn?" Sic hielt iime. „Ich meine mit dct Stubenstreichen. Ihre Villa drüben— Sie sagten doch, in die Wohnung, wo die Berliner ii Ersten einziehen, kann ick morjen anfangen?" „Nee, lassen Se man, ick mach's alleene." „Ach ucc, Frau Binkerten, ich denke, ich..." „Ich inach"s uJIivjipi" iänie öie Binkertsche.„Streichen lasten? Fällr mir mcy irr, oer rotro nur zu ac:rr.* „Ich mach» doch für sechs Mark," jamnielte der Mann,„die drei jroßen Stuben für sechs Mark, na Frau Binkert, dett is doch jcschcnkt, dett könnten Se mich armes Luder doch verdienen lassen." „Nee," sagte die Binkertsche,„wenn ich'ö alleene mache lost's janischt und Zeit Hab' ich." „Ich ninch'S Ihnen auch für fünfe," in das Gesicht des Mannes trat ein leises Rot.„Jott, nee, Frau Binkerten, bloß des Jnrnn'n paar Mark verdient,— und wo mau im so schon keene Arbeit hat, und denn noch die Frau mit's klcene Kind. Lassen Se's mir man machen." „Nee." „Sie iöimcn's ja gar nich." der Mann versuchte noch iimncr zn überrede»,„nee, Fron Binkert, det versteh'n Sie jar nich." „Wat versteh' ich nich?" Die Binkertsche stemmte sich auf ihren Stallbescn,„'n Topp Farbe und'n Pinsel und denn rüber über die Dielen, eenmal rauf, eenmal runter, det seht haste nich jesch'n I" „Und wenn Se nu nachher Ihr Reißen noch Voller kriegen?" Der Mann gab seinen letzten Trumpf aus. Aber die Binkertsche wandte sich ab und sagte im Ton tieffter Verachttnig:„Denn koof ick mir fori» Sechser Boomöl zum In» reiben, dett sind noch lange keene fünf Marl."— cc. Wie laufen die Sechsfüßer? Die Bewegung der Füße beim Gehen der Zwei- und Vierfüßer ist bekannt; bei den ersteren wird stets ein Fuß vor den andren gesetzt, bei den letzteren werden die Füße kreuzweise vorgesetzt, also gleichzeitig rechter Borderfuß und linker Hinterfuß u. s. s. Es kommen zwar auch Abweichungen von dieser Regel vor, vor allem ist beim Hüpfen und Springen die Bewegung eine andre; wenn aber der Körper in einer möglichst gleichmäßigen Lage gestützt und erhalten werden soll, so kommen nur die oben genannten Arten des Gehens und Laufens in Bettacht. Zwar gehen Pferde und Maultiere zuweilen auch so, daß immer nur die Füße einer Seite bewegt werden iPaßgang), aber man sieht leicht, daß dabei der Körper hin und her geworfen wird. Wie setzen nun aber die Se/,g Uhr und wird mehr oder weniger cistig bis 1'ä12 Uhr fortgesetzt. Um diese Zeit kocht der Mann einen Imbiß und zieht dann seinen schwitzenden Gefährten aus der durcki Kerzenscbein erhellten Dunkelheit des Sckacdtcs ans TagcS- licht empor. Nack der Mahlzeit wird bis um 4 Uhr gearbeitet, doch dann mutz der Opalgräber sein Tageiverk einstellen. Andernfalls wird er von seinen ungehaltenen Nachbarn mit Gewalt dazu ge- zwungen. Es ist merkwürdig, wie die verschiedenen Menschen- raffen auf den Feldern sich manche Thättgkeitsgebiete speciell zu eigen machen. Die Chinesen sind hauptsächlich unter den Kanfleuten vertreten. Die Kameltreiber sind alle Afghanen, aber die Ochfeittreibcr erlennt man an ihrer poetischen Ausdrucks- weise sofort als echte Söhne Indiens. Die Trinkhalleubesitzer sind gewöhnlich Engländer oder Schotten, der Glückliche ist gewöhnlich ein Ire und die Juwelenkäufer sind alle entweder Deutsche oder Juden. Die letzteren ziehen sich vom Geschäft zurück, nachdem sie einigemal die Tour von Sydney oder Melbourne nach White Cliffs gemacht haben und nach dieser Thatsache zu schließen, ist eS augeujcheiulich, daß sie gut dabei wegkommen.— Humoristisches. — Ihr F u t u r u m. Lehrer:„Wie heißt das Futurum von„Ich liebe?" Die löjähr. Jennie:„Ich heirate."— — Ein gereizter Löwe. München er Bier- p h i l i st e r:„Jetzt schau' i dem faden Kerl dv drüben scho' a g'schlagcne SKnid' zua, wie er an so aner Halb'» r u in druckt. Jetzt laß' i eahm no fünf Minuten Zeit— n a ch e r k r i a g t er aber a W a t s ch' n. der Preiß, der drecket e."— („Jugend.") Notizen. — Maeterlinks„ M o n n a V a n n a" brachte dem Deutschen Theater in den ersten zehn„ausverkauften" Auf- führnngen 41 600 Mark ein.— — Das Sarah Bernhardt-Gastspiel im Schau- s p i e l h a u s e ist verlängert worden. ES findet noch am 1. November im Opernbause eine Mattnee statt, bei der„Phädra" mit der Musik von Massenet unter Leitung von Eduard Colonnc in Scene geht. Am Abend desselben Tages wird im Schanspielhause eine Wiederholung von„Fedora" und am 2. November eine solche von der„Kameliendame" gegeben werden.— — Emil Sauer wird am 3. November im zweiten Modernen Konzert des Berliner Ton künstlet- O ch e st e r s sein eignes zweites Klavier- Konzert zum Vorttag bringen.— — Das Konzert des Wagner-Vcrcins, das am 17. November in der Philharmonie stattfindet, wird Gesänge mit Orchester des Dirigenten Siegmund v. Hausegger bringen. Ferner gelangen zur Aufstihrung: Liszt„Danre-Simonie" mit Chor und „Tmmhäuier" 3. Akt 2. Hälfte, in welcher Dr. Wüllner den Tannhäuser und Baptist Hoffmann de» Wolfram singen werden. Die Aus- führung der Chöre haben der Lehrerinueu-Gesangvcrein und ein Männerchor übernommen.— — Regierungs-Baumeister Dr. Ludwig Borchardt wird am Abend des 23. Oktober in der Singakademie � vor der deutschen Orientgesellschast über die Erforschung d e r P y r a m i d e n, mit besonderer Berücksichtigung des diesjährigen Ausgrabungen bei Abusir, sprechen.— — Im Pantheon zu Paris ist am Dienstag der Foucault- schePendel-Versuch vor einem größeren Publikum wieder- holt worden. — Dem Verein deutscher Maschinen- Ingenieure zu Berlin ist ein jährlicher Staatspreis von 1700 Mark für die beste Lösung der in jedem Jahre auszuschreibenden Beuth- Aufgabe verliehen worden. Der Preis soll für eine bauwissenschast- lichc Studienreise verwandt werden.— Die nächste Nummer des Unterhaltungsblattcs erscheint am Sonntag, den 26. Oktober.__ — Druck und Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Vettagsanlwlt Paul Singer sc Co., Berlin LW.