Nnterhaltungsblatt des vorwärts Nr. 93. Freitag, den 15. Mai. 1903 (Nachdeuck verboten-) st] Vas Geld. Roman von Emile Zola. Diese Grobheit brachte die Baronin derart archer Fassimg. daß sie ohne jegliche Einleitung ihm ihre Nachricht hinwarf: „Wie war's, wenn man Ihnen bewiese, daß die Geld- inittel der Universelle mfolge der bedeutenden Ltänfe erschöpft sind, und daß sie zur Fortsetzung des Feldznges Gcfälligteits- accepte im Auslande zu diskontieren gezwungen ist?" Der Jude unterdrückte ein freudiges Aufzucken. Sein Auge blieb tot: mit der nämlichen brummigen Stimme entgegnete er: „Das ist nicht wahr!" „Wieso nicht wahr? Ick hab's ja mit eignen Ohren ge- hört, mit eignen Augen gesehen." Um ihn zu überzeugen, erzählte sie ihm, daß sie Accepte von Strohmännern in Händen gehabt habe. Sie nannte die- selben und bezeichnete auch die Bankhäuser, die in Wien, Frankfurt und Berlin die Wechsel diskontiert hätten. Seine Geschäftsfreunde könnten ihm Auskunft geben, dann würde er einsehen, daß sie ihm kein auS der Luft gegriffenes Gerede hinterbrachte. Ebenso versicherte sie. die Gesellschaft habe lediglich zum Zwecke der Anfrechterhaltnng der Hausse ans eigne Rechnung gekauft, und dies habe bereits zweihundert Millionen verschlungen. Gundermann hörte mit seiner finsteren Miene zu und legte schon seinen niorgigen Feldzug mit solcher Raschheit' im Kopfe zurecht, daß er binnen weniger Sekunden seine Auf- träge erteilt und de» jeweiligen Betrag bestimmt hatte. Nun- mehr war er des Sieges gewiß. Er wußte wohl, aus welcher unreinlichen Ouelle ihm diese?kachricht kam, und war voll Ver- achtung für diesen Genußmenschen Saccard, der in seiner Dummheit so weit ging, daß er sich einem Frauenzimmer an- vertraute und sich verraten ließ. Als sie ausgeredet hatte, hob er das gesenkte Haupt empor und heftete seine dicken, glanzlosen Augen auf sie. „Nun, waS soll nur denn daran liegen? Was soll alles, was Sie mir da erzählen?" Ueber diese unbefangene Ruhe war die Baronin völlig verblüfft: „Aber ich denke mir, Ihre Stellung in der Baisse...?" „Ich? Woher wissen Sie denn, daß ich Baisse spiele? Ich gehe ja nie auf die Börse, ich spekuliere nicht: das ist mir alles gleichgültig." Seine Stimme klang so unschuldig, daß die erschütterte und betroffene Baronin ihm schließlich geglaubt hätte, wenn sie nicht die allzu höhnische Naivetät hindurchgehört hätte. Offenbar trieb er in seiner völligen Gleichgültigkeit des für jede Sinncnlust abgestorbenen Mannes Scherz mit ihr. „Also, liebe Freundin, da ich sehr beschäftigt bin, wenn Sie mir nichts Interessanteres zu sagen haben..." Er wies sie also zur Thüre hinaus. Da empörte sie sich endlich. „Ich habe Ihnen Vertrauen geschenkt," sprach sie wütend, „und habe zuerst gesprochen... Das ist ein förinlicher Hinter- halt. Sie hatten mir versprochen, wenn ich Ihnen nützlich wäre, auch Ihrerseits mir nützlich zu sein, mir einen Rat..." Er erhob sich und fiel ihr ins Wort. Dieser Mensch, der sonst nie eine Miene verzog, schlug jetzt eine leichte Lache an. so großen Spaß fand er an diesem rohen Beschwindeln einer jungen und hübschen Frau. „Einen Rat? Ten will ich Ihnen nicht vorenthalten. liebe Freundin... Merken Sic sich's wohl: spielen Sie nicht, spielen Sie n i e. Ihre Schönheit würde darunter leiden, denn es ist sehr häßlich, wenn eine Frau spielt." Sobald sie, ganz außer sich, hinausgegangen war, schloß er sich mit seinen beiden Söhnen und seinein Schwiegersohn ein. verteilte die Rollen, schickte sofort zu Jacoby und zu andren Börsenmaklern, um den großen Schlag des folgenden Tages vorzubereiten. Sein Plan war einfach: er wollte thun, was die Klugheit ihm wegen seiner Unkenntnis der wirklichen Lage der Universelle bis jetzt verboten hatte, nämlich durch ungeheure Verkäufe den Markt überfluten, da er jetzt wußte, daß die Gesellschaft ihre Geldmittel erschöpft habe und die Kurse nicht mehr stützen könne. Die gewaltige Reserve seiner Milliarde wollte er ins Gefecht führen, wie ein Feldherr, der durch seine Spione den schwachen Punkt des Feindes erfahren hat und den entscheidenden Schlag führen will. Die Logik mußte siegen, da jede Aktie, die über ihren wirklichen Wert steigt, sicherein Untergang geweiht ist. Am gleichen Tage suchte Saccard, der die nahende Gr- fahr witterte, gegen fünf Uhr Daigremont ans. Er war fieberhaft erregt und empfand die höchst dringende Not- wendigkeit den Baissiers einen Schlag zu versetzen, wenn er nicht von ihnen endgiiltig besiegt werden wollte. Sein Riesen- plan lies; ihm keine Ruhe, jenes iingeheure Heer von sechs- hundert Millionen, das zur Eroberung der Welt noch ans- gebracht werden mußte. Mit gewohnter Liebenswürdigkeit empfing ihn Daigre- mont in seiner füstlichen Wohnung, von seinen wertvollen Gemälden und allem strahlenden Prunk umgeben, den an jedem Stichtage die Börsendifferenzen bestreiten mußten, ohne daß man sich klar war, was eigentlich hinter dieser be- stechenden Dekoration zu suchen wäre, die unter der steten Drohung stand, durch eine Laune des Börsengliicks weggeweht zu werden. Bis jetzt hatte er treu zur Universelle ge- halten und zu verkaufen sich geweigert, indenr er»»beschränktes Vertrauen zur Schau trug, stolz auf dieses Auftreten als nobler Haussespieler�daS ihm nebenbei auch bedeutenden Getoinn einbrachte. Selbst nach der ungiinstigen Lignidation vom fünfzehnten hatte er nicht gemuckst, sondern er sprach überall seine Ueberzeugung aus, daß die Aktien wieder steigen würden, wobei er jedoch lauernde Blicke um sich warf, um beim ersten verdächtigen Anzeichen zum Feinde überzugehen. Saccards Bestich, seine ungewöhnliche Thatkraft, dieser großartige Ge- danke, alles vom Markte wegzuraffen, machten tiefen Ein- druck auf ihn und erregten seine aufrichtige Bewunderung. Der Plan war zwar»vahnwitzig, aber sind die großen Kriegs- und Börsenmänner nicht häufig einfach verblendete Thoren. die der Erfolg krönt? Er gab das ausdrückliche Versprechen, schoir bei der morgigen Börse zu Hilfe zu eilen. Obwohl schon stark engagiert, versprach er bei Delarocgue, seinem Makler. weitere Engagements einzugehen, außerdem noch seine Be- kannten aufzusuchen und so ihm eine Art Konsortium als Ver- stärkuiig heranzubringen. Diese neue, sofort verfügbare Heerschar konnte man nach seiner Schätzung auf etwa hundert Millionen beziffern. Dieses wiirde genügen. Strahlend und siegesgewiß setzte Saccard auf der Stelle den Schlachtenvlan mit einer großen, dem Vorbilde der her- vorragendsten Feldherren entlehnten Schwenkung von seltener Kühnheit fest. Zuerst beim Börsenanfang ein bloßes Schar- miitzeln, lim die Baissiers zu reizen und vertrauensselig zu machen: dann, nach ihrem ersten Erfolg, nach dein Weichen der Kurse, das Eingreifen Daigremonts lind seiner Freunde mit dem schweren Geschütz, das Auftauchen der vielen un- erwarteten Millionen wie hinter einer Bodeiierhöhung, um die Baissiers von hinten zu fassen und über den Haufen zn rennen. Das niußte ein Morden, ein förmliches Gemetzel geben. Mit Händedruck und siegesfrohem Lachen gingen beide Männer auseinander. Eine Stnn de später bekan, Daigremont, der auswärts speisen wollte lind sich gerade anzog, einen zweiten Besuch. denjenigen der Baronin Sandorff. In ihrer Ratlosigkeit war. ihr der glückliche Einfall gekommen, mit Daigremont zu sprechen. Eine Zeitlang hatte man ihr nachgesagt, sie stehe in vertraulichen Beziehnngen zu ihm: thatsächlich aber herrschte zwischen beiden nur ein sehr freies, kameradschaftliches Ber- hältnis, beide waren zu katzenschlan und durchschallten einander zu sehr, um sich zu den, Schwindel einer Liaison zu versteigen. Sie erzählte ihm ihre Angst, ihren Schritt bei Gunderniann und die Antwort desselben, gab aber lügnerische Gründe für ihren verräterischen Abfall. Daigremont lachte liild machte sich dei, Spaß, sie noch mehr zu erschrecken, indem er sich den Anschein gab, iil seinem Glauben zu wanken und anzunehmen, daß Gundermann bei seiner Versicherung, er sei nicht mehr bei der Kontermine, nicht gelogen habe.„Weiß man denn je etwas Sicheres?" fragte er.„Die Börse ist ein förmlicher Wald, ein Wald, durch dessen dunkle Nacht jedermann blind- lings tappt. Hat man in dieser Dunkelheit die Unvorsichtig. teit, auf alles Unsinnige und Widersprechende zu hören, was 378— aufgebracht wird, so rennt man sich ganz bestimmt die Nase an." „Demnach soll ich nicht verkaufen?" fragte sie angstvoll. „Verkaufen? Wozu? Das wäre'inal eine Thorheit. Morgen kommen w i r wieder auf, die Universelle steigt wieder auf dreitausendcinhundert. Halten Sie aus, was auch ge schehen mag; mit dem letzten Kurs sollen Sie zufrieden sein!... Mehr darf ich Ihnen nicht sagen." Die Baronin war fort, Daigremont ließ sich endlich an kleiden, als die Klingel einen dritten Besuch ankündete. Diesen war er fest entschlossen abzuweisen. Als nian ihm jedoch Telarocques Karte brachte, befahl er sofort, ihn hereinzulassen, und da der Makler in seiner großen Erregung zu sprechen zögerte, schickte er seinen Ticner fort und knüpfte vor seinem hohen Spiegel sich selbst die weiße Binde um. „Mein Bester, die Sache liegt so." begann Delarocgue mit der Vertraulichkeit eines Klubgenossen.„Ich darf mich aus Ihre Freundschaft verlassen, nicht wahr? Tie Sache ist nämlich ziemlich heikel... Denken Sie sich, mein Schwager Jacoby hat soeben die Liebenswürdigkeit gehabt, mir von einem im Gang befindlichen Coup Kenntnis zu geben. An der morgigen Börse sind Gundermann und die andren ent schlössen, die Universelle in die Luft zu sprengen. Sic wollen ihren ganzen Vorrat auf den Markt werfen... Jacoby hat schon die Orders in Händen und hat sich beeilt.. „Teufel!" zischte Daigremont, der blaß geworden war. „Sie begreifen, ich bin bei der Hausse sehr stark engagiert, etwa fünfzehn Millionen, genug, um Arm und Bein zu brechen... Da habe ich nun einen Wagen genommen und gehe jetzt bei meinen besten Kunden herum. Es ist zwar nicht korrekt, aber die Absicht ist gut..." „Teufel!" wiederholte der andre. „Kurz, bester Freund, da Sie ohne Deckung spielen, wollte ich Sie um Deckung bitten, oder um Zurücknahme Ihrer Orders." Daigremont schrie laut auf: „Zurückgenommen, mein Bester, zurückgenommen!.. Nein, fürwahr, in zusammenstürzenden Häusern bleibe ich nicht, das ist überflüssiger Heldenmut!... Kaufen Sie nicht, verkaufen Sie!... Ich habe für fast drei Millionen Uni verselle bei Ihnen, verkaufen Sie, verkaufen Sie alles mit einander!" Und als Telarocque mit den Worten forteilte, er müsse noch andre Kunden besuchen, ergriff er seine beiden Hände und drückte sie kräftig: „Besten Tank, nie will ich's Ihnen vergessen; verkaufen Sie, verkaufen Sie alles!" Sobald er wieder allein war, rief er seinen Diener zurück. um sich Bart und H�ar ordnen zu lassen. O, welche Schule! Tiesmal hätte er sich beinahe wie ein Knabe übertölpeln lassen. So geht'S eben, wenn man mit einem Verrückten sich einläßt! Abends ging bei der kleinen Achttihrbörse die Panik los. Diese Börse fand damals auf dem Gehweg des Boulevards des Italiens statt, beim Eingang zur Opernpassage. Nur die Coulisse fand sich ein und arbeitete inmitten eines verdächtigen Schwarmes von Agenten, Kommissionären und anrüchigen Spekulanten. Fliegende Händler gingen ab und zu, Straßen- bummler kracken auf allen Vieren durch die hin und her stampfenden Gruppen, um Cigarrenstummeln aufzulesen. Dieses hartnäckige Gedränge versperrte wie eine Herde das Boulevard und wurde von der Flut der Spaziergänger fort- gespült und auseinandergesprengt, um sich immer wieder zu- sammenzuschließen. An diesem Abend standen nahezu zwei- tausend Personen so umher, wegen der Milde des bedeckten, dunstigen Himmels, der nach einer schrecklichen Kälte jetzt Regen ankündigte. Der Markt war sehr belebt, von allen Seiten wurde Universelle ausgeboten, die Kurse sanken rasch. Bald waren Gerüchte im Umlauf und wuchs die beginnende Angst. Was ging eigentlich vor? Halblaut nannte man sich die vermutlichen Verkäufer, je nach dem auftraggebenden Kommissionär oder dem ausführenden Coulissier. Da die Großen so verkauften, so war sicherlich etwas Ernstes im Werk. So geriet zwischen acht und zehn Uhr alles durcheinander; alle schlauen Spieler widerriefen ihre Aufträge, und solche, die Käufer waren, hatten sogar noch Zeit, Verkaufsaufträge zu geben. Mit fieberhaftem Unbehagen ging man wie am Vor- abend einer großen Schlacht zu Bett. Am folgenden Tage herrschte scheußliches Wetter. Es hatte die ganze Nacht geregnet, ein leichter, eiskalter Regen überflutete die Stadt, die das Tauwetter zu einer Kloake gelb- tichen, flüssigen Kotes umgewandelt hatte. Schon um halb ein Uhr ging's in der Börse unter diesem herabrieselnden Regen sehr laut zu. Unter die Säulenhalle und in den Saal hatte sich eine ungeheure Menge geflüchtet; bald war der letztere durch die tropfenden Schirme in einen großen Sumpf kotigen Wassers umgewandelt. Die schmierigen Wände schwitzten, vom Glasdach fiel nur ein trübes, rötliches Licht voll verzwciflungs- voller Schwernmt herab. Während die umlaufenden schlimmen Gerüchte und allerlei merkwürdige Geschichten die Köpfe verwirrten, suchten schon am Eingang alle Blicke nach Saccard und forschten alle sein Gesicht aus. Er stand am gewohnten Pfeiler auf seinem Posten; seine Miene war die der gewöhnlichen Tage, der Tage voll Siegesfreude, mit dem Ausdruck heiteren Mutes und un» bedingter Zuversicht. Er wußte, daß an der kleinen Abend» börse die Universelle um dreihundert Frank gesunken war, er witterte eine fiirchtbare Gefahr und machte sich auf einen wütenden Angriff der Baissiers gefaßt, aber sein Schlachten» plan schien ihm unfehlbar, die Schwenkung Daigremonts, das unvorhergesehene Anrücken eines frischen Heeres von Millionen mußte alles niederwerfen und ihm wieder einmal den Sieg sichern. Er selbst war jetzt ganz mittellos. Tie Kassen der Universelle waren leer, die letzten Centimes hatte er zusammen- gescharrt. Trotzdem verlor er den Mut nicht; bei Mazaud hatte er prolongiert und diesen durch die vertrauliche Mit- teiluug vom Eingreifen des Konsortiums Daigremonts der- maßen bethört, daß der Makler ohne Deckung noch für mehrere Millionen Kaufaufträge angenommen hatte; die zwischen beiden vereinbarte Taktik bestand darin, die Kurse bei Er- öffnung der Börse nicht allzu stark sinken zu lassen, sie zu stützen und bis zum Eintreffen des Dcrstärkungsheeres bloß zu scharmützeln. (Fortsetzung folgt.) l�atunvilftnfcKaftlLcKe Geber lieht» Bon C u r t G r o t t e w i tz. Als uni das Jahr 1840 sich die Anschauung Bahn brach, daß alle Lcbeivcsen ausgebaut seien aus kleinen cleinentaren Teilchen. den Zellen, da erhielt die Wissenschast die stärkste Anregung, sich mit dein Bau und dem Wesen der Zelle zu beschästigen. Trotz deS großen EsferS, der seit jener Zeit auf diesen Gegenstand verwandt worden ist, hat doch die Fortchung in dem Hauptpunkte, nämlich i» der Frage, aus loas die Zelle bestehe, noch keinen wirklichen Fortschritt gemacht. Weder die genauere chemische Zusammensetzung, noch der Mechanismus der LcbcnSäußerungen, die in der Zelle vor sich gehen, hat bisher ergründet werden können. Ins Anfang meinte man. daß ähnlich wie bei den Zellen in den Waben der Bienen— daher stammt ja der Name Zelle,— so auch bei den organischen Elementarteilchen die Wandungen die Haupt- fache seien, während der Inhalt mir aus einem wechselnden Sast bestehe. Inzwischen ist jedoch wenigstens so viel sichergestellt worden, daß die Zelle in» wesentlichen nichts andres ist als zähflüssiger Lebensstoff, das Protoplasma. Die Wandung, die Zellmembran, ist ein sekundärer Bestandteil. der fehlen oder erst nachträglich sich bilden kann. Nun hat es sich aber in letzter Zeit hauptsächlich um die Untersuchung ge» handelt, ob das Protoplasma eüic gleichförmige Masse sei, od in ihn» besondere Teile eine höhere Stellung einnehmen, besonders auch ob Protoplasma oder Kernsubstanz der ivcsentlichere Bestandteil der Zelle seien.-. Währeitd neuerdings die angesehensten Forscher der Meinung lind, daß Protoplasma wie Kern zum Leben der Zelle dnrckaus not- wendig sind, also beide zusannnen die unentbehrlichen Bestandteile der Zelle bilden, fehlt doch noch der sichere Nachweis, daß der Kern in allen Zellen vorhanden ist. Besonders ist bei den Bacillen der Kern noch nicht in solcher Deutlichkeit wahrgenommen worden. daß jeder Zweifel an der Existenz eines solchen zurück- gewiesen werden konnte. Jüngst hat Fritz Schaudinn im „Archiv für Protistcnkunde" lBand I Seite 306) einen interessanten Beitrag zu dieser Frage geliefert. Bütschli war der Meinung ge» wesen, daß fast die ganze Zelle der Batterien aus Kernsubstanz bestehe und daß nur iir der Nindcnschicht eine einzige Menge Proto» plasma vorhanden sei. Nun entdeckte Schaudinn im Darm der Küchenschabe einen Bacillus, der wegen seiner verhältnismäßig bc- deutenden Größe für Untersuchungen schwieriger Art besonders geeignet erschien. In diesem Bütschli-Bacillus. wie er zu Ehren deS großen ZellcnforscherS genannt wurde, sah Schaudinn eine reiche Menge kleiner Körnchen, die zur Zeit der Sporenbildung das Proto- Plasma durchsetzten. Diese Körnchen ordnen sich nach einiger Zeit zu einem Bande an, das sich in Schlangenlinien von einem Pol zrun andern zieht. SchließlichabertretendieKörnchcn in den beiden Polen zu je einem großen Kernhaufen zusammen, sie bilden die beiden Sporen, die später keimen und zu neuen Bacillen aufwachse»». In diesen neuen Bacillen ist zunächst leine Sonderung in Protoplasma und — 3 Kernsubstanz zu erkennen. Diese tritt vielmehr erst wieder bei der Sporenbildmig auf. Die Sporen, die sich in dem Bütschli-BacilluS bilden, sind ohne Zweifel ganz analog den großen Kernen, die sich in vielen Zellen finden. Aber auch die Körnchen, die erst später zu einem Kernhaufe» zusaminentreten, repräsentieren die Kernsubstanz, sie lassen sich, wie da-Z immer bei de» letzteren der Fall ist, durch ver- schiedcne Mittel sehr intensiv färben. Wenn sie aber für gewöhnlich indem Bacillus nicht fichtbar gemacht werden können, so liegt das sicher daran, daß sie, in ganz kleine Körpcrchen aufgelöst, regellos im Proto- plaSma verteilt sind. Wenn man nun auch die Verhältnisse, die bei dem Bütschli-Bacillus obwalten, nicht verallgemeinern darf, so fallen sie doch zu Gunsten der Annahme ins Gewicht, daß im Protoplasma der Zelle immer auch Kernsubstanz vorhanden sein müsse. Obwohl die Zelle einen sehr einfachen und niederen Elementar- organismus darstellt, so setzt sie doch der Erforschung ihres Wesens, ihrer chennschen Zusammensetzung wie ihrer Lebenserscheinungen dieselbe Schwierigkeit entgegen wie die mehrzelligen Wesen. Ihre innere Natur ist bei aller Einfachheit ebenso unerklärlich wie die der höheren Tiere. Sie ist immer noch ein sehr lomplizierter Körper. Solch eine Zelle, die ein vollständiges In- dividuuin bildet, ein Urtierchen oder eine einzellige Pflanze, ist eben ein ganz selbständiges Wesen, bei dein schließlich genau dieselben LebeiiScrscheinungen zuin Ausdruck kommen, wie bei den höheren Organismen. Was nützt es, daß ihre Bewegungen zum Beispiel sehr priinitiv sind, die Ursache der Bewegung ist uns bisher ebenso ver« schlössen geblieben wie bei den komplizierten Flugbcwegungen der Schwalbe oder den eleganten Schwimmlünsten des Delphins. Viel- leicht würden über diese tieferen Fragen eher solche Zellen Auffchluß geben, die, dem Gewebe eines höheren Tieres oder einer Pflanze angehörend, nur eine sehr einfache Thättg- teil zu verrichten haben und deshalb auch einen durchsichttgeren Bau und vermutlich auch eine einfachere Natur besitzen. In neuester Zeit hat G. Haberlandt den Versuch geinacht, Zellen, die einem Pflanzengewebe angehören, isoliert zu kultivieren. Daß dies über- Haupt gelang, ist zugleich ein Beweis dafür, daß jede Zelle, auch wenn sie im Innern von pflanzlichen und tierischen Geweben einen Teil eines Zellenstaates bildet, doch eine gewisse Selbständigkeit bc- wahrt. Haberlandt gelang es, wie er in einer Abhandlung in den „Sitzungsberichten der Wiener Akademie"uc» an einen Baum. Inzwischen suchten wir Obdach in dem benachbarten„llfertcmpcl". Da das ganze Steingcbäude aber vom Regen durchweicht war, bauten meine Leute für sich eine Palmblatthütte, und ich ließ mich mit meinem wichtigen Gepäck in dem später entdeckten„Labyrinth" nieder, dessen Decken trocken waren, und dessen große Steinbänle sich gut zum Schlafen und Ausbreiten meiner Sachen eigneten. Wegen der Jaguare war es ziemlich gefährlich, die Nächte allein in der ein- samen Ruine zu verbringen; aber zum Glück entgingen wir allen Zusammenstößen mit diesen sehr gefürchtcten Tieren." In drei Monaten tüchtiger Arbeit förderte Dr. Maler die über- wachsene Stadt zu Tage, die aus einer Reihe Terrassen besteht. die übereinander von der Wasserseite aufsteigen. Hätte Dr. Maler seine Forschungen nicht jetzt gemacht so wäre» viele der bedeutendsten begrabenen Schätze der alten Maya-Civilisation in wenigen Jahren fast unwiederbringlich verloren gewesen; den» der Usumatsintla spült langsam die alte Stadt hinweg. Hier und da tauchen alte Stein- tafeln oder die ganze Front eines Palastes in den Strom. Der Forscher hat Photographien davon aufgenommen; das war nicht so leicht, da die meisten Ruinen dicht überwachsen waren und nicht im ganzen photographicrt werden konnten. Alle Arten reich dc.oricrter Bauten erscheinen in dieser großen Terrasscnstadt ZjaxchUa». Der Unterbau eines Wasserturmes steht mitten im Strome; Altäre und Einfriedigungen sind fast überall verstreut, und um die Tempel sind zahlreiche Steinstclen oder große aufrechte Steintafeln, die auf beiden Seiten ausgemeißelt sind. Gewöhnlich stellt eine Seite den alten Gott Ketsaltoatl, die besondere Gottheit der Stadt, die andre einen menschlichen Helden dar. Einige Stelen waren sehr gut er- halten, andre aber haben sehr unter dem Klima gelitten; eine der interessantesten ist infolge der Arbeit von Holzfällern sehr beschädigt, die vor Jahren einen riesigen Baum fällten, der eine Ecke abschlug und die ganze Steintafcl in eine schiefe Stellung brachte, so daß sie jederzeit umfallen und dabei einen schönen ireisrimden Altar davor zerschlagen lann. Die Oberbalken, die Maler photographiert hat. zeigen sehr reichen Slulpturenschmuck, meist in Basrelief. Ein für die Mayakunst typisches Relief zeigt eine vornehme Frau, die einen als Helm zuberesteten Jaguarkopf dem Opferpriester darbietet. Die Frau trägt eine Art Schuhe, ihr langes Kleid zeigt ein Muster. auf dem Kopf trägt sie einen mit Blume» geschmückte» Hut, die chrg-Wige sind sehr dcutlicl, und sang, und eine Linie kleiner Puittlc begrenzt ihre Wangen und endigt in einer Schnörkel- Verzierung Ter Kopsputz des Priesters ist reick mit schöngcschnitzten Blumen verziert und zeigt oben ein grotesics Gesicht, während nach hinten ein Fcderbusch herabfällt. In der rechten Hand hält er ein Opsrriresser und die linse liegt auf dem Kopf des Jaguars. DaS Bild des Gottes Ketsalloatt kommt öfter unter den Ruinen der Stadt vor. Eine Riesenfigur, die ihn darstellt, zeigt ihn mit ge- kreuzten Beinen sitzend. Er ähnelt den orientalischen Tarstellungen des stizend.n Buddha. Die r'lngen stehen schief, wie bei den Chinesen. Die allen religiösen Riten dcS GottcS scheinen nicht ganz ver- schlvunden zu sein: denn die Holzfäller in diesen Wäldern behaupten, das; zu bestimmte» Jahreszeiten wandernde Jndiancrstämme nach Aarchilan lommen, Weihrauch vor dein Bilde Ketsalkoatls ver- brennen und seltsame Täi'�e ausführen.— Astronomisches. — Völliges Verschwinden der verfinsterten Mondscheibe. Diese merkwürdige und überaus seltene Er- scheinung hat sich in der Nacht vom 1l. zum 12. April fast überall gezeigt, wo die Witterung erlaubte, die damals stattfindende Mond- sinsternis zu beobachten. Auch die am 3. August 1887 auf dem Observatorium der„Kölnischen Zeitimg" zuerst wahrgenommene Verlängerung des Erdschattens über die Mondscheibe hinaus in den freien Himmelsraum hat sich wieder gezeigt und ist auf der Bonner Sternwarte gesehen worden. Im nordwestlichen Deutschland gc- stattet? die Bewölkung nur an einzelnen Orten eine mehr oder weniger kurze Beobachtung des verfinsterten Mondes, und hier zeigte sich der Erdschatten sehr dunkel und am Rande bleigrau. Ein Be« obachter in Wiesbaden stellte das völlige llnsichtbarwerden der verfinsterten Mondscheibe fest, während diese sonst in düsterem Kupfer- rot leuchtend sichtbar bleibt. In Frankreich war der Himmel bis nach Mitternacht meist Ivolkrnlos, aber weniger heiter als gewöhn- lich. Einige zu Paris ans dem Eiffelturm stationierte Beobachter konnten während der ersten Hälfte der Finsternis den im Schatten der Erde befindlichen Teil des Mondes nicht wahrnehmen. In Bordeaux war um die Mitte der Finsternis nur ei» schwacher röt- licher Schimmer sichtbar: in Madrid verschwand der verfinsterte Mond völlig und kein? Spur von Rot konnte wahrgeiwnimen werden. Der Beobachter in Algier war erstaunt über die Schwärze des Erdschattens. In Banoinie, wo der Himmel sehr heiter war, verschwand gleichwohl der verfinsterte Teil des Mondes vollständig, ebenso in Montpellier. In Marseille konnten nur einzelne Punkte der Mond- scheibc wahrgenommen werden. Dcmiiig in Bristol war von der tiefen Schwärze des Erdschattens ans dem Monde überrascht. Auch die Beobachter in Rutzland konnten diese Thatsache feststellen, und zu Orel war der verfinsterte Mond im Fernrohr völlig unsichtbar. Durch diese und andre Beobachtungen ist festgestellt, dah bei der Mondfinsternis in der Nacht vom 1l. bis 12. April der Erdschatten ungewöhnlich dunkel war, so dah nicht nur die sonst bei SNondfinster- nisten austretende ticfrote Färbung der Mondscheibe fast völlig aus- blieb, sondern sogar der verfinstert« Teil des Mondes unsichtbar wurde. Elwas Aehnliches ist früher nur 1(>42. 17li1 und 1816 eingetreten, aber damals bei totalen Mondfinsternissen, während die April-Finsternis des gegenwärtigen Jahres nicht total war. Dir Ursache der Erscheinung kann nur in unsrcr Erdatmosphäre zu suchen sein, und zwar in einer sehr dichten Bewölkung derselben oder in Stanbmassen, die die höheren Regionen derselben außergewöhnlich undurchsichtig machten. Der Astronom Backhouse schreibt die Er- scheinung direkt der Anhäufung vulkanischer Rauch- oder Staub- uiassen in»nsrcr Atmosphäre zu und denkt dabei an die vulkanischen Vorgänge des vergangenen Jahres. Daß lcdtere höchst fein verteilte Auswurfsprodukte bis in sehr hohe Lustregionen emporgeschleuderk haben, ist durch die starken roten Färbungen des Abendhimmcls hin- reichend erwiesen. Auch ist merkwürdig, daß die oben erwähnte Sichtbarkeit d.! Erdschattens außerhalb der Mondscheibe im Jahre 1687 zusammenfiel mit dem Auftreten von Lichterscheinungen (leuchtenden Nachtwolken) in den höchsten Luftrcgioncn, deren ür- fache in dem Emporschleuder» von Staub- und Gasmassen durch den Krakatan-Ausbrnch gesucht wird. Sonach ist es in der That ivahrscheiiilich. daß die abnormen Erscheinungen während der letzten Mondsinsternis dadurch hervorgerufen tvurden, daß in den höheren Luftrcgioiien sehr fein verteilte Materie vorhanden war, die dort gewöhnlich nicht anzutreffen ist.—(„Kölnische Zeitung".). Technisches.. — H o ch f e lt e r f e st e K a l k s a n d st e i» e. Die„Technische Rundschau" schreibt: Die bisher bekannten, als Ofenfutter benutzten sogenannten Dinassteine bestanden aus quarzigen, körnigen Rohstoffen and zwar nur aus solchen, welche beim Brennen eine möglichst geringe Ausdehnung aufweisen. Sand zur Herstellung von Dinas- steinen zu benutzen, war nicht möglich, weil er zu große Mengen an Bindemitteln brauchte, wenn der Stein die erforderliche mechanische Festigkeit bekommen sollte, und weil sich infolgedessen seine Feuer- festigkeit um ein beträchtliches verminderte..Kürzlich wurde nun eine Erfindung von I. Horak patentiert, die sich darauf gründet, daß geeigneter Quarzsand zu DinaSsteinen in der Weise verarbeitet werden kann, daß er vor dem Brennen mit Aetzkalk gemischt und verformt, einer Härtimg durch gespannten Dampf unterworfen, also zu Kalklaiidziegeln verarbeitet wird. Der Vorteil dieser Herstellungsart Veranlwortlicher Redakteur: tkarl Leid in Settin.— Druck und Verlag: gegenüber dem alten Verfahren besteht darin, daß die Steine nicht wie früher langsam getrocknet und als äußerst empfindliche Form- linge eingesetzt und gebrannt lverden müssen, sondern daß sie durch das HärtungSvcrfahren zu einer steinharten Masse, welche schon zum größten Teil aus Kallsilikat besteht, umgebildet werden, bevor sie in geeignete Oese» eingesetzt und dem Brennen unterworfen wird. Des weiteren sind aber die für die Bindefähigkeit zu machenden Zusätze so gering, daß die Feuerfestigkeit des Ouarzsandes nicht beeinträchtigt wird. Durch den Brennprozeß erfolgt dann in den höheren Temperaturen endgültig die Verkittung der einzelnen Sandkörner und das Endergebnis ist ein gut klingender hochfeuerfester„Silikatstein", welcher auch bei wiederholtem Brennen keine nennenswerte Ausdehnung aufweist. Die Feuerfestigkeit dieser Silikatsteine geht nach den Attesten der Mechanisch-technifchen Versuchs- anstatt zu Charlottenbnrg sowie des Chemischen Laboratoriums für Tonindustrie von Professor H. Seher und E. Cramer zu Berlin bis zu Segerkegel 33 bis 34 je nach der Güte des Rohmaterials, weist also ans einen Schmelzpunkt, der dem des Platins gleichkommt. Der Wert dieses Silikatmaterials liegt aber nicht allein in dem Grade der Schwerschmclzbarkeit, sondern auch in der beim Gebrauch zu- nehmenden Härte und darin, daß der Stein ganz wenig Hitze nach außen hin abgiebt. Gleichzeitig sind die Silikatsteine besonders des- halb billig, weil sie eine ganz erheblich größere Dauerhaftigkeit be- sitzen als die besten Chamottcsteine.— Humoristisches. — Ein Wortspiel. Ein Menschen- und ein Tierarzt sind in Streit gekoinrnen und ersterer ruft verächtlich aus:„Sie sind ja doch nur der Doktor vom Vieh l" und wütend entgegnet der andre:„Und Sie sind ein Vieh von einem Doktor!' — Das Urteil.(Nachbarin zu andren):„Denkens Sahna, mei Tochter krieagt a Kind von unser'm Mctsherrn." „No, does is noet so schlimm!" „Ja, wann'S nur loa Lutherischer waer." „O mei, o mei, d o e S ü n d I"— — Neue Bezeichnung.„Weißt Du: ich k ii s s' für mein Leben gern. Am liebsten mächt' ich die ganze Welt küssen," sagte eine Münchnerin zu ihrer Freundin. „Da bist Du ja das reinste Omnibusserll' rief letztere.— („Jugend.") Notizen. — In Berlin wurde eine Gesellschaft zur Förde- rung der Wissenschaft des Judentums begründet. deren Zweck die Herausgabe von Schriften über diese Wissenschaft und die Gewährung von JahrcSstipendien an jüdische Gelehrte sowie Schaffung oder Unterstützung von Lehrstühlen an höheren wissen- schastlichen Lehranstalten ist. In der letzten Sitzung des Ausschusses wurde die Herausgabe eines groß angelegten Grundrisses der Wissen- schast des Judentums beschlosie».— Im Wiesbadener Residenz-Theater erzielte „Der Hochtourist", Schwank von Kurt K r a a tz und Max Real, einen Heiterkeitserfolg.— -»Sven Langes Schauspiel„Die st i l l e n Stuben' machte bei der Erstaufführung im Wiener Burg-Theater keinen Eindruck.— — Maeterlincks neues Drama„I o y z e l l e" wird nächste Woche in Paris seine Uraufführung erleben.— — Wagners„Parsifal" wurde trotz des Ein- spruches der Wagnerschen Erben in New Aork durch Direktor Conried aufgeführt.— — Der Berliner Maler Ludwig v. H o f m a n n hat, nach dem„B. T." einen Ruf nach Weimar erhalten und wird ihm Folge leisten.— — I» dem Wettbewerb für cin Künstlerhaus in Zürich erhielt den ersten Preis Architekt I H a l l e r(Karlsruhe); zwei zweite Preise wurden I. Paulsen(Zürich) und E. Heina» (Basel) zuerkannt: der dritte Preis fiel auf I. Kunkler und I. E. Friffchi, beide aus Zürich.— — Der größte Diamant befindet sich, wie„Handelsblad" mitteilt, gegenwärtig in Amsterdam, wo er geschliffen wird. Es ist der„Excelsior", der im Jahre 1893 in der„Jagersfontein"-Mine in Südafrika gcftinden wurde. Der Stein hat die Größe eines Hühner- eies: sein Rohgewicht bettägt 970 Karat, also fast doppelt soviel. als das Rohgewicht des berühmten Kohinoor, der vor dem Schliff noch nicht 500 Karat gewogen haben soll. Die Größe des kostbaren Steines ist der Grund, daß man sich bis jetzt nicht ttaute, ihn zu schleifen. Nun hat sich ein Syndikat gebildet, das den Schliff aus- führen� laffen will, die hiermit betraute Firma hat zu den» Zweck ein besonderes Zimmer eingerichtet und neue Maschine» herstellen lassen, die dreimal so groß sind, als die im Gebrauch befindlichen.— Die nächste Numincr des UnterhaltuiigSblattes erscheint am Sonntag, den 17. Mai. Sorwärls Buchdruckerei und Verlagsanslalt Paul Singer& Co., Berlin SW