WnlerhalllmgsHlatt des Nr. 162. Donnerstag, den 20. August. 1903 (Nnchdruck verboten.) U] Die Hcbenbacher. Roman von Anton v. Perfall. Im Hause tappte der Großvater ruhelos umher. Die Böllerschüsse von Seehamm her, welche auch sein schlechtes Ge- hör durchdrangen, scheuchten ihn immer wieder auf. Er fragte Wurgl nach Unzähligem. Trotz seines Unmutes über das Fest, welches in seinen Augen nur ein Triumph des Lehner gegen fein Haus war, guälte ihn greisenhafte Neugierde. Das war ihre einzige Gesellschaft an so einem Tag, der schwerhörige, eigensinnige Greis. Sie stürzte sich in die Ar- beit, sie schloß die Feilster und warf keinen Blick mehr hinaus. Es wäre das gar nicht notwendig gewesen, denn all der Festeslärm, das Knattern der Gewehre vom Schießstand her, das Pfeifen der ersten Lokomotive, das brausende Hochrufen der Menge übertönten die Worte Urbans:„Herrgott, in Dein' schwarzseid'nen G'wand, in dem blauen Brusttuach, das Du am vorigen Sonntag ang'habt, Deine feine Schuacherl, weiß ausg'naht." Unaufhörlich wiederholte sie diese Worte, selbst der Schnalzer fehlte nicht, der ihr durch Mark und Bein ging. Plötzlich ging sie in ihre Kammer, holte den seidenen Rock aus dem Kasten, den violett schillernden Spenzer, die weiß ausgenähten Stiefelchen, das blaue Brusttuch und breitete alles fein säuberlich auf dem Bette aus. Sie strich die knisternden Falten des Nockes zurccht, sie schlug das Brusttuch um, besah sich im Spiegel, und fühlte wieder gewisse Blicke darüber schweifen. Sie zog die Stiefel- chen an und wunderte sich selbst, wie vortrefflich sie ihr paßten, wie klein sie deil Fuß machten. Dann warf sie wieder hastig alles durch einander und floh zur Kammer hinaus in den Stall, in die Tenne, zwecklos herumräumend. So kam der Mittag. Das ganze Gesinde war ausgeflogen. der Großvater der einzige Genosse beim Essen. Er erzählte seine alten, langatmigen Geschichten, öffnete längst vermoderte Gräber, während Burgl den verlockenden Tönen neuen, frischen Lebens lauschte, welche in die Stube hereindrangen. Eine beklemmende Hitze vermehrte ihre Unruhe. Plötzlich stand sie auf, sie wollte sich in die Kammer begeben. Dort suchte sie Kühlung im Zugwind des geöffneten Fensters. Die mono- tonen Orgelmclodieu von der Fesuviese herüber versenkten sie in einen wohligen Halbschlnmmer, in eine süße Willenlosigkeit. Durch die halbgeschlossciwu Lider schillerte die schwarze und blaue Seide auf dem Bette, das wache Träumen begann. Steht ihr denn das Gewand wirkli so gut? Es knisterte und flimmerte in der Seide. Ein kriegerischer Marsch ertönte, der Veteranenvereiv wohl— Hurraschreie— da warf sie den Seidenrock über, schlüpfte in dieStiefelchen, schnürte das Mieder, legte das blaue Tuch um und trat vor den Spiegel an der Wand, sich von allen Seiten besehend. Und wenn der Flori nochmal so alt wär', sie war doch noch eine schöne Frau. Sie braucht grad drum aug'schaut z' werd'n, das is für a Frau, was für die Bleamcln's Begieß'n, sie verwelk'n ohne dein— und da is do no z' fruah dazua. Sie übte jetzt zum erstenmale strenge Kritik an ihrer Er- scheinung, sie war ihr nicht mehr so gleickgiltig wie bisher. In einer Viertelstunde stand sie fertig in der Kammer, knisternd und blitzend in Seide und Geschmeide. „So, jetzt kannst di wieder ausziehn." Sie nestelte an den 'Häkchen der Taille, doch der schwellende Körper gab nicht nach. „Grad auf a Stund! Was wär' denn dabei? Der Lorenz kommt uet vor Nacht wieder von der Alm! Wahrschein- lich erst den andern Tag. Grad der Alt! Aber sie wollte doch noch einen Gang machen, wohin denn nur? Heiliger Gott, die Lehnerin! Sit. hatte ganz ihr Versprechen vergessen, sie heim- zusuchen. „A Sterbende in dem G'wand— in den weiß ausgenahten Stieferln, in dem schwarzseidenen Rock, den? blauen Tüchl." Sie hörte deutlich den wohlgefälligen Schnalzer Urbans, des Mannes der Sterbenden, und etwas wie Scham packte sie. „A was, sa milaß man's uet nehma! I hab's amal versprach'», und dem Vater gegenüber is a Entschuldigung, stimmt ja alles!" Nochmals rückte sie das Hiitl zurccht, schürzte den Rock vor dem Spiegel, daß die schneeweißen Strümpfe hervor- blitzten, dann verließ sie hastig das Gemach. Der Großvater saß schon wieder auf der Hausban? mitten in der glühenden Sonne. Sie hielt sich in gehöriger Entfernung von ihm, er durfte ihren sonntägigen Anzug nicht erkennen. „Geh grad zur Lehnerin auf a Stund." „Zu wem?" „Zur Lehnerin! Am Sterben is, und ihr Mann uet dohoam den ganz'n Tag. Das is do was Hart's." „Für'n Urban? Da kannst Dein Mitleid d'rspar'n, der wart' ja grad drauf, daß bald dahin geht mit ihr— uacha kommt an andre, die'n wieder a bißl aufricht', den Herrn Bürgernicistcr." „Sag nur glei, er hat s' unibracht," erwiderte Burgl vcr- drosscn. Der Alte zuckte mit den Achseln.„Wünsch' und Thuan sau uet so weit ausanand, als man oft glaubt, da drob'n g'wiß uet." Er zeigte init dem Finger gen Himmel. Burgl hatte ein peinliches Gefühl bei diesen Worten. Sie ging ohne Autwort dem Nachbarhofe zu. „Was do die Achcnbacher für harte Leut sind. Haß, nix als Haß, bis übers Grab hinaus!" Sie that sich etwas zu gute darauf, anders zu sein, noch nie war ihr so mildthätig um das Herz wie in diesem Augenblick. Als sie die Thür öffnete, wich sie zurück vor der häßlichen Krankenlust, welche ihr entgegendrang. Die Lehnerin saß zusanimengekauert auf dem Bett. Das Sonnenlicht umspielte das fahle, spitze Antlitz, dem es keinen Ton des Lebens mehr verleihen konnte. Ein heftiger Husten- anfall erschütterte die leidcnsvolle Gestalt und verhinderte sie, den Eintritt der Nachbarin zu bemerken. „Arme Eens!" sagte Burgl, in der jetzt wirklich warmes Mitleid sich regte. Tie kranke Frau stützte sich auf die beiden Hände und sah mit niattcm Erstaunen auf den unerwarteten Besuch, dann ließ sie einen wehmütigen Blick über die prächtige Erscheinung Burgks schweifen. „Wie kommst Du denn da'rein, Burgk?" „Dein Mann hat nü bitt', i soll Di heimsuch'n. Dein Zustand geht ihm recht z' Herz'n." Die Kranke nickte inüde init dem Kopfe.„Ja, ja, er hat seine Plag' mit mir, mein Gott, so an Mann— aber"— sie legte mühsam atmend die Hand auf die wunde Brust—„er wird bald erlöst sein— und dann— Er is ja no in die best'» Jahr'. Grad d' Resl Hab' schon schreib'» lass'n drum— o, mein Gott!" Sie flocht in höchster Scelenangst die durchsichtigen Finger zusamnien. „Du bist ja selber Muatt'r, Burgl:— wenn halt eine kam' ins Haus, die recht hart wär mit ihr— der Urban is so viel schwach. Auf die halt' er viel, ja wohl. Des Alt', was da zwischen Euch— schon lang vergesst n— verzieh». Wennst ihm ins G'wissen reden thätst, i weiß g'wiß— aber das darfst ja nett— na, na, das gäb' nur neuen Unfricd über mein Grab." Burgk wischte sich den Schweiß von der Stirn. Wie eins Eentnerlast drückte die Seide, das blitzende Geschmeide. Die Kranke legte sich ermattet zur Seite. Auf einmal lächelte sie.„I bin ganz ruhig, der Resl fehlt nix— der Flori is ja da— er wird's scho uet leiden, der Flori." Sie schloß die Augen. „Dem Flori sein Sach wird's am wenigsten fem, a juug's Madl z' b'schütz'n, die ihn weiter nix angeht," ent- geguete jetzt mit rücksichtsloser Schärfe Burgk, ohne auf das schmerzliche Zusammenzucken der Kranken zu achten.„Aber r will mi gern fürs Resl verwenden, Wenns so weit kommen sollt', was i uet glaub'." „Warum glaubst Tu's uet. Burgl?" Eine schwache Hoff- nung leuchtete aus dem Antlitz der krankeil Frau.„Daß er mi net vergess'n könnt'." �„ Burgl verbarg mühsam ein spöttisches Lächeln.„DaS grad uet, d' Mannsbild'r san amal net so g'wachs'n. aber— „Abwart'n wird er, ganz schön stad abwart'»," füllte p.'» lich die Stimme des Lenz die Pause, welche Burgl machte. S.; wandte sich erschreckt um. Lenz war von der Seite eingetreten, ein Bild des Erbarmens, das Gesicht grün und blau, das rechte Auge entzündet und angeschwollen. „Saub'r beiauand bin i, net wahr?" wcmdte er sich zur Burgl.„Ja, Dein Mann versteht si auf d' Arbeit." „Mein Mann? Der Lorenz?" fragte Burgl erstaunt. „No, i Hab' halt den Flori b'suchs auf der Alm. Das hat ihm nur halbet paßt. O, das macht nix, o na! Brauchst tan Angst z' hab'n, für mi mag i imt'm Gericht nix z'schaff'n hab'n. Mach inein Strich schon selb'r unt'r d' Rechnung, daß 's langt. Was'rauskommt, kommt'raus!" „Was meinst denn nüt dem Abwart'n, Lenz?" fragte jEens, ohne die Augen zu öffnen. „No, halt abwart'n." Burgl wich dem stechenden Blick des Menschen aus, der auf ihr ruhte. „In dein Alter überlegt nm sich's g'nau, wia's gehn könnt, was z'hab'n is, was z'hab'n fein könnt, wenn ma—" Burgl sprang jäh auf.„Was der Mensch z'samm' schwätzt! Vor all'm lebst ja no selb'r," sagte sie, zur Kranken gewandt,„und kannst no länger leb'n als alle, die z'hab'n sind und sein könnt'n, samt Deine Schmerz'n. All's schon dag'wes'n. So a müaßiges G'schwätz!" Sie trat an das Bett.«Und jetzt Psüa Di Gott, Cens, Tu hast ja eh' G'sell- schuft." Die Kranke ergriff ihre Hand.„Glaubst wirkli, daß i no werd'n könnt'?" Neue Lebenshoffnung flackerte in den matten Zügen auf. Burgks Blick blieb an dem Spiegel über dem Bette haften, welcher vorn übergeneigt ihre ganze Gestalt wiedergab, samt dem Bette und seiner Inwohnerin. Strotzendes Leben dicht neben dem Tod. Sie versäumte die Antwort darüber. Die Kranke folgte ihrem Blick und legte schaudernd rasch die Hände vor das Antlitz. Burgl schämte sich. Ihre übertriebene verspätete Ver- siel, erung klang wie Hohn in den Ohren der Cens, und sie lächelte nur resigniert. Burgl ging gegen die Thür. „Geht's auf'n Festplatz, Bäuerin?" bemerkte Lenz, ihren Staat betrachtend.„O, i verrat' Di g'wiß net, da wird er schaun, der Urban." Er strich mit der Hand den seidenen Rock hinab.„Der versteht si schon besser drauf als Tei Wolf." Burgl hätte in den Boden sinken mögen vor diesem Men- scheu, der in ihr Innerstes blickte. Unter der Thür? kehrte sie sich noch einmal gegen die Kranke. Tie saß ausrecht und heftete einen sonderbaren Blick aus sie, in dessen geisterhaftem Glanz sie ein Geheimnis las, das Burgl in die tiefsten Tiefen ihrer Seele gebannt glaubte. Sic floh davor in das Freie. Noch einmal überlegte sie, ob es nicht besser wäre, daheim zu bleiben. Tie Laune war ihr ja doch wieder verdorben. Was ist denn da Unrechtes dabei, die Komödie mitanschauen? Weiter wollte sie ja nichts. Gluthitze lag über den schattenlosen Wiesen, im Westen ballten sich massige, grellleuchtende Wolken. Sie ging immer rascher, der immer näher tönende Lärm zog sie an, die flatternden Fahnen, die lustige Lebenswoge, die ihr entgegeubrandete. Das Getümmel zwischen den Buden nahm sie auf. Das Geschrei der Ausrufer, die buntbemalten Lappen, die sich drehenden Caroussels und schwingenden Schaukeln, das Gedränge, in dem sie kaum ihr kostbares Kleid retten konnte, dazu die Hitze, der Staub betäubten sie förmlich. Da hatte sie nichts zu schaffen. So wenig sie auch in ihrem Leben gesellen, sie teilte nicht die Neugierde des gaffen- den Volkes um sie her, in welchem nur selten die frischen Farben der Landestracht auftauchten. Mit Geringschätzung schweifte ihr Blick über die Köpfe hinweg. Ein schrilles Glockenzeichen ertönte. Die Menschenmenge schwankte einen Augenblick unter Gelächter und Geschrei hin und her. dann wälzte sie sich nach dieser Richtung Tie Caroussels blieben stehen, die heiseren Stimmen der Ausrufer versttimmten, die Vorführung des Preisviehes begann, wie Burgel auf ihre Frage erklärt wurde. Sie mußte sich wohl oder übel mitdrängen lassen zur Haupttribüne, auf welcher die Preisrichter, die Honoratioren und Begünstigten saßen. Sie wurde bis an das Seil vor- geschoben, welches vor der Tribüne zur Abhaltung der drängenden Masse gezogen war, fest eingekeilt, jeder freien Mewegung beraubt. lFortsetzung folgt. s (Nachdruck verboten.) Cfnlefalpctcr* Die gewaltigen Mengen Salpeter, die von der Industrie und der Landwirtschaft jahraus, jahrein verbraucht werden, liefert seit mehreren Decennien zum größten Teil Südamerika. Hier finden sich die Salpeterlagcr zwischen dem 18. bis 27. Grade südlicher Breite. Diese Ablagerungen wurden bereits im Jahre 1821 von Mariano de Nevero entdeckt, doch begann man mit der Ausbeutung dieser wichtigen Naturschätze erst zehn Jahre später. Auf einer Strecke von etwa 2400 englischen Meilen erstrecken sich die Salpeter- Ablagerungen längs der Küste von Peru, Bolivia und Chile. Sie liegen in der Costa Seca oder trockenen Küste, also dem Landstriche Südamerikas, der sich durch Mangel an Regen und durch sonstige Wasserarmut auszeichnet. Das Hauptgewinnungsgebiet ist die Provinz Tarapaca, die früher zu Peru, aber seit dem Kriege des Jahres 1880 zu Chile gehört. In den südamerikanischen Ablagerungen trifft man den Salpeter in Forni des Minerals an, das den Rohsalpctcr liefert und meist mit der spanischen Bezeichnung„Caliche" belegt wird. Nur in Aus- nahmefällen treten die Calichelager zu Tage! meist sind sie mit einer Schicht von einem halben bis drei Meter Mächtigkeit bedeckt. Diese Schicht setzt sich zusammen aus der oberen Decke aus gipshaltigem Sande und aus einer dann folgenden Mischung von Kies, Thon, Feldspat-Porphyr- und Grüusteintrümmern, die in eine Decke mit Gehalt au Chlornatrium, Chlormagnesium und Sulfaten übergeht. Unter dieser Schicht, die mit dem Namen„Cougelo" bezeichnet wird und schon einige Prozent Salpeter ausweist, findet sich dann der Rohsalpeter, der auf einer Ablagerung von Thon liegt. Neben diesen normalen Ablagerungsverhältnissen kommen gelegentlich auch andre Lagerungen in Betracht, die namentlich im südlichen Gewinnungsbezirk auf Lösungen durch Wasser, und späterer Verdunstung der Lösung in tiefer belegenen Landstrichen zurückzuführen sind. Die Ablagerungen des Nohsalpeters haben sich wahrscheinlich in der Weise gebildet, daß stickstoffhaltige organische Substanzen ver- west sind. Nach Nöllcr dürfte sich dieser Vorgang so in der Natur abgespielt haben, daß im Ocean herumschwimmende Wiesen aus Seepflanzeu durch vulkanische Kräfte über die Wasseroberfläche ge- hoben wurden. Dann trat zunächst die Verdunstung des in den Tangwiesen enthaltenen Seewassers ein; bei der Verwesung ciitstauden dann die für die Salpctergewinnung in Betracht kommenden Ablagerungen. Für die Richtigkeit dieser Theorie dürste der Umstand sprechen, daß man aus diesen Ablagerungen auch Jod gewinnt; wir wissen nämlich, daß die Secpflanzen jodhaltig zu sein pflegen. Die Theorie, welche die Salpeterlager auf Verwitterung von Tierexkrenienten zurückzuführen sucht, verliert mehr und mehr an Boden. Im Rohmaterial schwankt der Gehalt an salpetersaurem Natron zwischen 17 bis 30 Proz. bei der schlechtesten Qualität, steigt bei der nuttlercn bis auf 40 Proz. und erreicht mit meist S0 Proz. die beste Sorte. Bei dem größten Gehalt hat der Caliche eine schöne weiße Farbe, bei dem geringwertigen Material machen sich die erdigen Bestandteile durch eine graue Farbe bemerkbar. Die Gcwinuuugsarbeiten beginnen mit der Beseitigung der Deckgebirge durch Sprengung. Zu diesem Zweck wird ein kurzer Schacht bis an das Gestein getrieben und dann das zur Sprengung benutzte Schießpulver entzündet. Da man sich bei jeder Sprengung die Aufgabe stellt, das Terrain auf möglichst große Ausdehnung hin auszubrechen, so wählt man das langsam ivirkeude Schießpulver und hat dadurch den Erfolg, daß in ivcitcm Umkreise das Deckgebirge ausgebrochen und damit zugleich das Rohmaterial gelöst wird. Im Tagebau in offenen Fördergräbcn geht nach der Forträumuug des wertlosen Dcckgcstcins die eigentliche Gewinnung des Rohmaterials vor sich. Ter Caliche wird von den Arbeitern mit Hilfe geeigneter Stahlkeile weiter losgelöst und zerkleinert, um dann auf Transport- mittel geladen zu werden. Sind die Calichc-Blöcke für eine Zer- kleinerung von Hand zu groß, dann ivird zum Dynamit die Zuflucht genommen. Mit den Transportmitteln, die meistens aus großen zwei- rädrigen, von Maultieren gezogenen Karren bestehen, da nur an wenigen Stelleu infolge der Tcrrainschwierigkeiten die Möglichkeit eines rationellen Trausportes mittels Bahnen vorhanden ist, wird das Rohmaterial in die Fabriken befördert. Die zweirädrigen Karren führen die Bezeichnung„Karrcttcn", während die Salpeter- sabriken„Officinas" heißen. Das von den Karretten zur Fabrik beförderte Gestein wird mit Hilfe von Centesimalwagen gewogen und dann den Brechmaschinen zur Zerkleinerung übergeben. Das Rohmaterial, welches so bis zu der Größe von Chaussccsteincu zerkleinert worden ist, gelangt mit Hilfe zweckmäßig gestalteter Wagen auf Geleisen über die Oeffnung von Kesseln; in diese geschieht die Entleerung mit Hilfe der an den trichterartigcu Ausflüssen der Wagen vorgesehenen Thüren. Die Kessel sind nüt Wasser gefüllt und werden geheizt, wozu jetzt Dampf verwendet wird. Alle löslichen Bestandteile der Caliche werden so gelöst. Ist die Lösung gesättigt, dann hat sie ein speci- sisches Gelvicht von 1,55, die erlangte Teniperatur beträgt etwa 120 Grad Celsius. Von den Kochkesseln läßt man die Lauge nun- mehr in Pfannen aus Schnüedeeisen zur Krystallisierung laufen. Nach einer Abkühlung von vier Tagen ist der Salpeter auskrystallisiert; nunmehr läßt man die Mutterlauge ablaufen und zwölf Stunden lang abtropfen� Mer noch ist das so gewonnene Material noch nicht trocken genug, weshalb man es auf Trockenbühnen schaufelt, um es noch weitere vier Tage abtropfen zu lassen, zu welchem Zweck die mit Eisenblech belegte Bühne schräg angeordnet ist. Von hier aus wird der Salpeter in die Vorratsräume gebracht, aus deren cementiertem Boden noch 14 Tage lang die letzte Austrocknung vor sich geht. Zum Schlich wird der in dieser Weise erhaltene Salpeter in Säcke von etwa 4L Kilo Inhalt gebracht und ist so zum Versand fertig. Die abgelassene Mutterlauge wird immer wieder verwendet. Man pumpt sie mit Hilfe von Dampfpumpen, nachdem man zuvor den Gehalt an Jod gewonnen hat, wieder in die Kochkessel und jetzt wiederholt sich der eben geschilderte Gewinnungsvorgang. Die Gewinnung des Salpeters in den Officinas geschieht vollständig im Freien: dieses ist nur möglich, weil in dieser Gegend Regenfälle fast gar nicht vorkommen. Da sich bekanntlich Salpeter in Wasser schnell löst und auch Feuchtigkeit stark aufnimnrt, so kann man diese eigenartige Gcwinnungsmethode im Freien unbedenklich nur auf Grund des herrschenden Regen- mangels betreiben. Die zum Betriebe der Dampfmaschinen gebrauchten Wasser- mengen müssen meist nieilenweit mit Rohrleitungen herangepumpt werden; ebenso müssen die als Heizmaterial gebrauchten Kohlen:c. von der Küste zu den Fabrikatiousstätten transportiert werden. Der in dieser Weise erhaltene Salpeter hat schmutzig graue Farbe; er findet hauptsächlich als Düngungsmittel Verwendung. Dieser Handelssalpeter enthält durchschnittlich 95 Proz. salpetersaures Natron neben etwa 2 Proz. Kochsalz und etwas über 2 Proz. Feuchtigkeit. Für die chemische Industrie wird der raffinierte Sal- peter dadurch gewonnen, daß man die warme Mutterlauge, bevor sie in die Krystallisicrpfannen läuft, noch 39 Minuten in ein Klär- bassin bringt. In diesem Behälter wird die Lösimg weiter init Dampf geheizt, wobei sich mechanische Verunreinigungen und ein Teil des Kochsalzes absetzen. Dieses nunnichr erhaltene Erzeugnis hat eine schöne weiszc Farbe; es enthält meist über 9(5 Proz. salpetersaures Natron und nur ein Prozent Kochsalz. Da die Salpeterfabriken sehr hoch liegen, so bietet der Transport zu den Hafenanlagen keine großen Schwierigkeiten..Meist verwendet man hierzu die sogenannten Bremsberge, die ans zwei nebeneinander liegenden Geleisen bestehen. Auf der einen Schienenstraße gleiten die beladcneu Wagen abwärts, während auf der andren Schienen- anlage gleichzeitig die leeren Wagen wieder nach oben befördert werden. Zu diesem Zweck sind beide Wagenzüge über eine Rollen- anordnung mittelst Seil mit einander verbunden, so daß also das Gewicht des nach unten rollenden Zuges die Kraft zum Aufzug der nach oben zu transportierenden Wagen liefert. Die in dieser ein- fachen Weise nach oben beförderten Wagen werden gewöhnlich gleich zur Hinaufschaffung der benötigten Materialien, wie Kohlen zc., verwandt. Die Verladung des Salpeters in die Transportschiffe geschieht heutzutage mit Hilfe von in den Hafen gebauten Brücken. Wenn diese Transportform natürlich sehr rationell gegenüber der früheren primitiven Verladung zu nennen ist. so hat fie doch dem Hafen den malerischen Anblick der ursprünglichen Verladungsart geraubt. Bevor nämlich die modernen Anlagen bestanden, wurden die Salpetcrsäcke in der Weise an die Salpeterschiffe gebracht, daß man sie mit Hilfe höchst origineller Fahrzeuge hinüberruderte. Diese Fahrzeuge bestanden aus Seehundsfellcn, die so abgezogen waren, daß man nur eine Oeffnung zuzubinden brauchte, um einen luft- und wasserdichten Sack zu haben. Die so erhaltenen, aufgeblasenen Seehundsfelle wurden durch Bretter mit einander verbunden und auf das dann erhaltene Plateau die Salpetersäcke gebracht, um auf diesen merkwürdigen Kähnen zu den Schiffen gerudert zu werde». Als weiteres Transportmittel ist noch die sogenannte Salpeter- bahn zu erwähnen, die von dem Hafcnplatz Vguigue, den, Haupt- ausfuhrort des Natronsalpeters, nach La Nona geht. Diese in großer Höhe errichtete Bahnanlage ist durch geeignete Vorrichtungen gegen das Verwehen der Gcleisanlagen durch die Sandmassen, loelchc schon durch leichten Wind stark verweht werden, geschützt. Der Aufenthalt in der Gegend der Salpetergewinnung ist erklärlicherweise kein angenehmer, da in dieser trostlosen Wüste in- folge des Wassermangels keinerlei Vegetation anzutreffen ist. Die Ergiebigkeit der Salpcterlagcr Südamerikas wird meist auf nur noch fünstlndzwanzig Jahre veranschlagt und nur sehr wenige Kenner der Verhältnisse nehmen eine vierzigjährige Gewimmngszeit an. Da also in absehbarer Zeit dieses wichttge Vorkommen von Salpeter für die Weltprodnktion erschöpft sein dürfte und da kaum anzunehmen ist, daß noch eine ähnliche Ablagerung auf der Erde angetroffen wird, so dürfte man sicher bald dazu übergehen, auch die geringwertigen Rohmaterialien von nur siebzehn bis dreißig Prozent, die bisher nicht ausgenutzt Ivurden, für die Salpeter- gewinnung zu verarbeiten.— P. M. Gremp e. Kleines fcuilleton. — Der diensteifrige Konstabler. Die verschärften neuen Vor- schriften für den Automobilverkehr in England haben zwar noch nicht Rechtskraft erlangt, aber schon hat der englische Humor herausgefunden, wo ihre schwache Seite ist. So persistiert, wie das»Neue Wiener Tageblatt" mitteilt, das osfizielle Organ des englischen Automobilklubs an einem Beispiele, wie in Zukunft der Mororsahrer ganz und gar von der Laune der Gemeinderichter ab» hängen werde: Richter:„Um was handelt es sich?" K o n st a b l e r:„Ich arretierte den Angeklagten und zwar aus folgenden drei Gründen: 1. Er wollte mit seinen: Motor-Zweirade aus jenem Wege fahren, der nur für Fußgänger bestimmt ist; 2. er hatte die Absicht, im Finstern ohne Lampe zu fahren; 3. er wollte ein schnelleres Tempo einhalten, als das Gesetz zuläßt." Richter:„Hat der Angeklagte sich geweigert, Namen und Adresse anzugeben?" K o n st a b l e r:„Nein, Euer Ehren, ich fragte nicht danach, sondern arretierte ihn gleich." Richter:„Recht so, ganz in der Ordnung. Fuhr er auf dem Fußwege?" Konstabler:„Nein, Euer Ehren, aber er hätte vielleicht die Absicht gehabt, es zu thun." Richter:„Ganz richttg. Fuhr er schneller, als es die Vor» schrift erlaubt?" K o n st a b l e r:„Nein, Euer Ehren, aber ich habe allen Grund, anzunehmen, daß er es hätte thun können. Wie ich höre, sind diese Maschinen so furchtbar schnell." Richter:„Sehr wohl, ganz in der Ordnung. Da es aber schon am Morgen lvar, sahen sie nicht, ob er im Finstern ohne Laterne gefahren ist." K o n st a b l e r:„Gewiß nicht, Euer Ehren, aber er hatte keine Laterne, und da er ja möglicherweise noch spät abends unterwegs sein konnte, so war sicher anzunehmen, daß er das Gesetz ver» letzen werde." Richter:„Ohne Frage.- schmack desselben annehmen, vielmehr gießt man dasselbe sofort 1-1 das Faß. Um die Gärung zu verhindern und dem Honigivasser zugleich das Aussehen und den Geschmack des Malagas zu verleihen, fügt man Alkohol hinzu, in welchem mau halbe unreife Walnüsse mit ihren Schalen hat macerieren lassen. Ein Liter dieses Nutz-Alkohols kommt auf je fünf Liter Honigwasser. Der Alkohol wird die Unreinheiten ausscheiden und»ach Verlauf einiger Tage wird man abklären können. Die Flüssigkeit ist inehrcre Monate im Faß zu belassen und dann auf Flaichen zu füllen. Mau konnte den Blumenstand durch Backpflaumen ersetzen, welche man vier bis fünf Stunden in dem Honigwasser kochen läßt. Diese Backpflaumen, welche dem Getränk die Farbe und den Geschmack des Malaga mit- teilen, würden aber auch die Verwendung der Nüsse und Nujzschalen überflüssig machen. Gewöhnlichen Alkobol von 90 Grad würde man an Stelle des Nußalkohols in dem erwähnten Verhältnis von einem Liter auf je fünf Liter Honigwafler zusetzen.— Medizinisches. — Die Schlamm krankheit ist in milder Form im UcberschwemmungSgebiet der Provinz Posen aufgetreten. Das ist nicht verwunderlich, meint der.Hamburgische Korrespondent". Die Schlammkrankheit ist wiederholt nach lleberschwemmungen beobachtet worden. Die erste einschlägige Beobachtung stammt aus dem Jahre 1882 und rührt von dein damaligen Kreisphysikus Dr. Kornfeld in Grottkau her. Dessen Mitteilung wurde aber nicht viel beachtet. Größere Aufmerksamkeit schenkte man der Schlammkrankheit zuerst 1890/91. Damals wurden die älteren Kornfeldschen Beobachtungen wieder in Erinnerung gebracht. Die ersten Meldungen über das Auftreten der Schlammkrankheit kamen im Sommer 1890 au? den Kreisen Brieg und Ohlan. 1391 folgten Meldungen aus acht Kreisen des Regierungsbezirks Oppeln. Befallen lvaren die Bewohner in den Niederungen, besonders im Stromgebiet der Oder. Schließlich kamen Fälle von Schlammkrankheit in den Kreisen Glogau und Goldberg vor. Von der Schlammkrankheit werden immer viele Personen zugleich befallen. Die Krankheit setzt plötzlich und mit schweren Erscheinungen ein. Die Befallenen zeigen hohes Fieber, haben starken Kopf- und Rücken- schmerz, zeitweilig ist das Bewußtsein benommen, die Magen- und Darmtbätigkeit leidet schwer. Dieser schwere Zustand dauert etwa 48 Stunden. Dann tritt nach einer starken Schweiß- entwicklnng ein schneller Rückgang der bedrohlichen Erscheinung ein. Die Genesung nimmt eine Woche in Anspruch. Eine Ucbertragnng des Schlammficbers von Person zu Person findet nicht statt. In die Entstehung der Schlammkrankheit gewähren einige Beobachtungen einen Einblick. Die von der Schlammkrnnkheit Befallenen waren immer Personen, die an den Flußufern im Wasser oder am Wasser beschäftigt gewesen waren, Landarbeiter und Drainage-Arbeiter u. a. Beteiligt waren auch Kinder, die au den Flußufern gespielt hatten. Auch das Heer hatte unter der Schlammkrankheit zu leiden. Es er- krankten daran Mannschaften, die zu Erdarbeiten abgeschickt worden waren. Ans alledem ergab sich eine Beziehung zivischen der Er- krankung und der Ileberschivemmung der Flüsse. Insbesondere kommt das Arbeiten im Schlamm der Ueberschtvemmungsgebiete der Flüsse in Betracht. Man stellt sich vor, daß die Krankheitserreger im Schlamm enthalten sind und daß Erd- und Flußarbeitcr beim Hantieren im Schlamm Gelegenheit haben, den Erreger der Schlamm- krankheit in ihren Körper zu bringen. Unter der Voraussetzung, daß der Erreger der Schlammkrankheit ein Kleinlebewesen ist, ist anzunehmen, daß es sich sehr schnell entwickelt, hingegen nur eine kurze Lebensdauer hat und dann vollkommen zu Grunde geht. Denn Rückfälle an Schlammfiebcr sind nicht beobachtet worden. Auch das spricht für die Annahme, daß Todes- fälle an Schlaminficber nicht verzeichnet find. Die Erkrankung schließt mit einem einmaligen, meist sehr schweren, aber gutartig ausgehenden Anfall ab. Was man bisher Sicheres von der Schlammkrankheit weiß, bezieht sich nur ans ihren Verlauf und ihre klinischen Erscheinungen und den Mangel der Anstcckungsfähigkeit. Die höchste medizinisch-wissenschaftliche Behörde in Preußen, die wissenschaftliche Deputatton für das Medizinalwescn, hat, was hierüber zu sagen ist. in einem Gutachten festgelegt. Es heißt dort, daß die Schlaminkrankheit sich von den bekannteren bei uns vorkommenden Volksseuchen unterscheide: sie ist eine eigen- artige Krankheit, die in Bezug auf den Fieberbeginn der Lungen- entzündnug, in Bezug auf die Entfieberung dem Danntyphns gleiche, auch mit dem Flecktyphus mancherlei Berührungspunkte habe, aber sich von diesem durch die Kürze des Verlaufs, langsame Ent- fiebcrung und fehlende Ansteckiingsfähigkeit unterscheide. Es ist dringend zu wünschen, daß das neuerliche Auftreten der Schlamm- krankheit dazu benutzt wird, die Krankheit genauer zu studieren; insbesondere würde es sich um Forschungen über den Erreger der Schlammkrankheit handeln. Hier liegt eine lohnende Aufgabe für das Justittit für Infektionskrankheiten vor. Was die Abwehr der Schlammkrankheit angeht, so wäre darauf hinzuwirken, daß die Anwohner der Flüsse iin Ueberschwenmumgs- gebiet dazu angehalten werden, sich so viel wie möglich vor der Verunreinigung zu hüten und das Trinken von verdächtigem Wasser streng zu vermeiden. Es wäre angebracht, daß nach dem Muster der Tuberkulose- und Typhus-Merkblätter ein Merkblatt Über die Schlammkrankheit angefertigt und im Ueberschwemmungsgebiet ver- teilt würde.— Technisches. — Blasenfreier Stahlguß. Die Anwesenheit von Blasen im Stahlguß ist die häufigste Veranlassung zu späteren Brüchen des Materials, auch im ausgewalzten Zustande. Sie rühren hauptsächlich von der Anwesenheit von Kohleuoxhd, Wasserstoff und Sttckstoff her. die sich im Augenblick der Erstarrung aus dem Metall abscheiden. Diesen Uebelstand hat man dadurch vermindert, daß man im Augenblick des Gusses eine geringe Menge Aluminium dem Metallbad zugesetzt hat. Dieses Metall zersetzt außer dem Kaltbrüchigkeit verursachenden Eisenoxydul das Kohlen» oxyd und entfernt hierdurch das eine der drei schädlichen Gase. Es wirkt aber nicht auf den Wasserstoff und den Sttckstoff ein. Ein dem Etablissement Ponlene Frvres und Maurice Meslans in Paris erteiltes Patent beruht nun darauf, daß die Erdalkalimetalle. besonders Calcium, sich in beliebig wechselbarem Verhältnis mit Aluminium vereinigen laffen, derart, daß z. B. bei einer Aluminium- Calciumlegierung die Wirkung des Calciunis zu der des Aluminiums hinzukommt, um den Wasserstoff und den Stickstoff an sich zu binden und somit ans dein Metall zu entfernen, so daß auf diesem Wege ein völlig gasfreier Guß zu erzielen iväre. Ob nicht ein wenn auch geringer Gehalt von Calcium im Eisen die Neigung zum Rosten verstärkt, nmß die Zukunft lehren.— („Technische Rundschau.") Humoristisches. — H ö ch st e Schändlichkeit.„Wie kommt denn Ihre Frau dazu, Sie zum Rauchen aufzufordern? das thun doch sonst Frauen nicht!" »Sie weiß, ich kann es nicht vertragen!"— — Abgekürzter R e n n st i l.„Der berühmte Automobil- fahrer Baron von der Stanken hat gestern auf einer Distanzfahrt zwischen Brüssel und Bordeaux den Weltrekord und das Genick gebrochen."— — Häusliche Fürsorge. Mieter:„Sie, Herr Huber, da müssen neue Fenster rein, wenn der Wind geht, zieht's darin, daß einem die Haare um den Kopf rumfliegcnl" Hauswirt:„Na. da lassen'S Ernia mal die Haar' schneiden!"—(„Lustige Blätter.") Notizen. — Das Wiener Karl-Theater bringt in der fälligen Saison folgende Operctten-Novitäten:„Der Mameluk" von Schytter, „Das Veilchenmädchen" von Hellmesbcrger.„Das Marklkind" von Stall,„Die lustigen Nibelungen" von Oskar Strauß und„Der Göttergatte" von Lehar.— c. Eine Expedition zur Untersuchung der Schlafkrankheit wird von der Livcrpoolcr Schule für Tropcn- medizin im nächsten Monat nach den Kongo-Staaten ab- geschickt. Die Expedition wird das Vorkommen und die Verteilung des Trypanosoma-Parasiten, der die Schlafkrankheit verursacht, die Träger dieses Parasiten und seine Beziehung zur Schlafkrankheit untersuchen. Da die Untersuchung die Prüfung des Blutes wilder Tiere nötig macht, wird der Kongofreistaat Veranstaltungen treffen, daß die Expedition an Jagden auf großes Wild teilnimmt.— — Ein G e s ch ä f t ch e n. Die letzte Nummer der„Deutschen Bühnengenossenschast" enthält folgendes Inserat:„Welcher Regisseur oder Schauspieler ist im stände, ein soeben neu erschienenes, leicht aufführbares, wirksames Schauspiel an größerer Bühne in diesem Jahre zur Aufführung zu bringen, gegen eine VeriuittelungSgebühr von 75—100 Mark?"— Büchereinlauf. — E m a n u e l v. Bodman:„Reue Lieder". München. Albert Laugen.— — HaiisOstwald:„Lieder aus dem Rinnstein". Leipzig und Berlin. Karl Henckell u. Co.— — Max Grad:„Der Mantel der Maria". Novellen Berlin. Egon Fleische! u. Co. Pr. 3,50 M.— — Richard O' M o n r o h: ,S o l d a t e n l i e b e". Novellen. Budapest. G. Grimm.— — Gustav Landauer:„M acht und Mächte". Novellen. Berlin. Egon Fleische! u. Co. Pr. 3 M.— — H. A. Ravel:„Dirne n". Novellen. Charlottcuburg. Verlag Coutinent. Pr. 2 M.— — Georg v. Ompteda:„Nerve n". Novellen. Berlin. Egon Fleische! u. Co. Pr. 5 M.— — W. Sieroszeivski:„Sibirische Erzählungen". München. Dr. I. Marchlewski u. Co. Pr. 2 M.— — Helene Böhlau:„Die K r y st a l l k u g e l". Eine alt- weimarische Geschichte. Berlin. Egon Fleische! u. Co. Pr. 2 M.— — Dr. Alfred Christlieb Kalischer„Die Macht Beethovens". Eine Erzählung. Berlin. Selbstverlag des Ver» fassers.— — Alfred Bock:„Kantor Schildköters HauS". Roman. Berlin. Egon Fleische!». Co. Pr. 2 M.— — Georg W a s n e r:„Walter Eichstädt". Roman. Berlin. Egon Fleische! u. Co. Pr. 3 M.— Verantwortl. Redakteur: Carl Leid in Berlin. — Druck und Verlag: Vorwärts Buchdruckcrei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.