Ur. 252. Abonnements• Bedingungen: Abonnements- Preis pränumerando: vierteljährl. 3,30 Mb, monatt. l.lOMb, wöchentlich 28 Pfg. frei inS HauS. Einzelne Nummer s Plg, Sonntags- Nummer mit«llulirtcrier Sonntags- Beilage„Tie Neue Welt" 10 Psg, Pvst- Slbomiement: 3L0 Marl pro Quartal, Eingelragen in der Post-ZeitungS- Preisliste für lsoo unter Nr. 7U2<>. Unter Kreuzband für Teutschland und Oesterreich-Ungarn S Marl, für da» übrige Ausland 3 Marl pro Monat. Erscheint vigllch«uger Wonlag«. Devlinev VolksblÄtt. 16. Jahrg. Die Inserttons- Gebühr beträgt für die sschSgefpallens Kolonsl- »eile oder deren Raum SO Pfg., für polMfch« und gewerlfchaftltche Vereins- und Versammlung«-Anzeigen 20 Pfg. „Kleine Anfrtgeu" jedeS Wort 5 Pfg. (nur das erste Wort fett). Inserate für die nächst« Nummer müssen btS 1 Uhr nachmittags in derExpedilion abgegeben werden. Tie Expedition ist an Wochen- lagen biS 7 Uhr abends, an Sonn- und Festlagen bt»s Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher:«mt l, Nr. 1202, Telegramm-Adress«: „Sorialdrmokral Serlin» C�ntrawrgan der so cialdemokratisctsen Partei Deutschtands. Redaktion: SW. 19, Beutlz-Strasze 2. Wunderbare Klänge, die in Preußen ganz besonders seltsam klingen, tönen aus der bayrischen Abgeordnetenkammer. Waren neulich alle Parteien einig in der Verurteilung der bayrischen Regierung wegen ihrer Zustimmung zur Zuchthausvorlage, so erscheint jetzt dieselbe Einheit in der Befürwortung des — allgcuieincu, gleichen, direkten und geheimen Wahl rechts für die Landtagswahlen. Während sich bei uns in Preußen die herrschende Sippe das Hirn zergrübelt,' um ein müheloses und erfolgreiches Mittel zur Beseitigung des Rcichstags-Wahlrechts zu ersinnen, erklärt sich die gesamte Volksvertretung Bayerns für die Einführung dieses verhaßten Wahlrechts auch für den Landtag. Ja, die Parteien veranstalteten ein wahrhaftes Wettlaufen, um ihre Liebe zu diesem allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrecht möglichst ausdrucksvoll und energisch zu beteuern. Die bayrische Abgeordnetenkammer begann am Mittwoch die Beratung des socialdemokratischen Antrags betr. Ab äilderung des Landtagswahl-Gesetzes. Wir lassen einen Aus zug der Verhandlungen folgen: Abg. Segih(®oc.): Unser Antrag entspricht»och immer nicht dem, was mir von einem Wahlgesetz verlangen, denn es fehlt die Herabsetzung der Altersgrenze aus das zwanzigste Lebensjahr, das Frauenwahlrecht und der Proporz. So wie die Dinge jetzt liegen, kann es aber unmöglich fortgehen, indem bcini heutigen Wahlgesetz noch innncr die Bevölkeruiigszifser von 187S zu Grunde gelegt wird. Das sind Dinge, die dem bayrischen Volke die Ausübung des Wahlrechts verleiden. Außer in Preußen und Sachsen findet man nur noch in der Türkei, China, Japan und den hnlbcivilisicrten englischen Staaten schlechtere Wahlgesetze wie das bayrische. Dadurch, daß die Ccntrumspartei jetzt die Zweidrittel-Majorität besitzt, steht ein Hindernis nicht mehr im Wege und es wäre auch höchst sonderbar, wenn der kranke Znstand des Königs uns zwingen sollte, vielleicht gar ein halbes Jahr- hundert lang uns noch mit dem bisherigen Wahlgesetz z» be- scheiden. Abg. Dr. Schädlcr tunisten gegenüber der Socialdcmokratie— wenn freilich auch nur mit Worten, deren Schönheit nichts kostet und zu nichts verpflichtet. Das gilt namentlich von den liberalen Herren. Der Verdacht liegt nahe, daß die bürgerlichen Parteien Bayerns gerade deshalb so eifrig für die Verbesserung des Wahlrechts eintreten, weil sie der Meinung sind, die hübschen vollfrcundlichen Worte würden ihnen nichts schaden, sintemalen die Regierung ja doch dafür nicht zu haben sei; sie begeisterten sich für die Erweiterung der Volksrechte, weil sie überzeugt seien, von der Regierung mit ihren heißen Wünschen nicht erhört zu werden. Uni diesen Verdacht zu entkräften, giebt es nur ein Mttel: die bayrische Kammer muß von unver kindlichen Worten zu zwingenden und beweisenden Thaten schreiten. Sie muß, wenn es nötig ist, die Anerkennung ihrer Forderungen von der Regierung mit allen möglichen und taug lichen Mitteln ertrotzen, falls die Regierung sich ihnen wider setzt. Die Frage des Wahlrechts ist wichtig genug, daß das bayrische Abgeordnetenhaus es auf einen Konflikt ankommen läßt, um die Regierung nötigenfalls zu zwingen. Nur wenn den netten Reden ernste Handlungen, die die Konsequenz aus den feierlichen Beteuerungen ziehen, folgen, wird man den Versicherungen der bürgerlichen Parteien, wenigstens in dieser einen Frage des Wahlrechts einigen Glauben schenken.—_ Nolikische MvbevlrchS» Berlin, den 26. Oktober. Die deutsche Wcltmacht-Flotte rückt näher. Die Schweinburg- Miqnclschcn„Berliner Politischen Nachrichten" melden: „Bekanntlich hat sich der Staatssekretär des Reichs-Marinc Amtes zum Reichskanzler nach Baden-Badcn begeben. Mehrfach wird in den Zeitungen diese Reise mit äußeren, politischen Ereignissen in Verbindung gebracht. Wir sind in der Lage, dies. Kombinationen als irrige bezeichnen zu können. Es handelt sich bei dieser Reise des Kontcr-Admirals Tirpitz lediglich um inucrc Angelegenheiten. Danach muß man annehmen, daß in der That neben der Zucht- Haus- und Kanalvorlage die neuen Flottcnpläne den überreichlichen Konfliktsstoff vermehren werden. Die„ P o st", die eben noch so erfolgreich für die Verschleppung und dann die Ablehnniig der Kanal- vorläge, gewirkt hat, drängt jetzt mit all dem Ungestüm, der ihrem Geldgeber und Flottenlicfcranten eigentümlich ist, auf rasche Eni scheidnug. lind es scheint, als ob der Hanptförderer Herr v. Miguel ist, der den Wunsch hat, die Thätigkcit seines Prcßagentcn Zedlitz in der Kanalfrage vergessen zu machen. Anders als dem Tage von Dortmund bictcr sich die„Po st" noch der Hamburger Rede den Wünschen des Kaisers an: „Ein Hinausschieben der Entscheidung über die Flottenfrage erscheint uns um so weniger angebracht, als diejenigen Elemente, welche ihre vornehmste Aufgabe darin erblicken, gegen alle im Interesse unserer nationalen Wehrkraft gebotenen Forderungen im Volke Stimmung zu niachen, ja doch schon mit ihrer Arbeit bc- gönnen haben und von neuem vor den„uferlosen Flottcnplänen sowie mit sonstigen thörichten Schlagwortcn das Volk gruselig zu machen suchen. Je länger sie ihre verhetzende Thätigkeit fortsetzen können, um so angenehmer ist es ihnen. Dagegen müssen die Argumente für die Notwendigkeit einer Verstärkung der Flotte noch vor Ablauf der für den Flottenplan in Aussicht ge- nommencn Frist beim Hinausschieben des entscheidenden Zeit Punktes um ein volles Jahr entschieden an durchschlagender Kraft verlieren." Im Interesse unserer nationalen Wehrkraft sollte ja auch— nach der Versicherung aller militärischen Sachverständigen— der Mittellandkanal liegen und gleichwohl hat sich die„Post" gegen ihn erfolgreich gesträubt. Also mit dem thörichten Schlagwort von der nationalen Wehrkraft, mit dem man das Volk gruselig zu machen lucht, sollte man künftig nicht mehr anwenden; man lacht die Konservativen einfach aus. Mit ganz ungewöhnlicher Schärfe widersetzen sich dagegen die Agrarier auch diesen Plänen. Die„Deutsche Tageszeitung" hält es ür„schlechterdings unmöglich, daß der Reichskanzler und der Staatssekretär Tirpitz neue Flottcnfordcrungen innerhalb der Geltungsdauer des Flottengcsctzcs vertreten könnten", weil beide sich ür die Aufrechterhaltung des Flottcnplanes dem Reichstag gegen- über gebunden hätten. Die„Deutsche Tageszeitung" verfolgt mit solchen Ausführungen zugleich das kleine Ncbengcschäft, den ihr un- angenehmen Fürsten Hohenlohe fortzugraulcn. Jedenfalls haben wir danüt zu rechnen, daß der Winter im Zeichen des Zuchthauses im Innern und der Wcltmachtflotte im Aeußern stehen wird.—_ Ein Sonnenblick für die sächsische Justiz strahlt aus den: Urteil des Breslau er Landgerichts, über das uns ein Privat-Telegramm berichtet: „Die hiesige Strafkammer verhandelte heute gegen den vcr- antwortlichcn Redactenr der„Volkswacht", Paul L o c b e, wegen Beleidigung dcS Dresdener Obcrlandcögcrichts. Den in- krimiuicrten Artikel hatte die„Volkswacht" aus dem„Vorwärts" entnommen. In der heutige» Verhandlung beantragte der Vcr- Expedition: LW. 19. Veuth-Skrahe 3. leidiger die Verlesung des freisprechenden Berliner Urteils. Der Gerichtshof lehnte den Antrag ab. Der Staatsanwalt beantragte sechs Monate Gefängnis. Loebe wurde zu zwei Monaten Gc- fäugniö verurteilt. Es handelt sich um jenen Artikel des„Vorwärts", der die Verurteilung der Löbtauer Bauarbeiter besprach und die Rechtsprechung des Dresdener Ober- Landcsgerichtshofcs mit den Worten charakterisierte: „Und wohlbekannt ist die Spruchpraxis des höchsten sächsischen Gerichtshofes, der oft ohne Umschweife die Angehörigen der Arbeiterpartei als mindern Rechts erklärt hat denn andere Staatsbürger." Das Berliner Landgericht hat den verantwortlichen Re- dacteur des„Vorwärts" freigesprochen. Das Breslauer Gericht ist zu einer Verurteilung gelangt. Die abweichende Be- urtcilung des gleichen Thatbestandes läßt sich erst würdigen, wenn Mitteilungen. vorliegen über die Urteilsgründe der Breslauer Richter. Die Berliner Landrichter kamen bekanntlich zu der Entscheidung, daß der Beweis für die Wahrheit der gegen das sächsische Ober-Landcsgericht gerichteten Behauptung erbracht worden sei. Ilnd thatsächlich war das Beweismaterial, das die Ver- tcidigung beibrachte, geradezu erdrückend. An einer langen Reihenfolge von Urteilen des Ober-Landesgerichts wurde dar- gelegt, daß für die Socialdemokratic in Sachsen die Be- thätigung der politischen Rechte in mannigfacher Hinsicht ein- geschränkt worden ist. Auf das Breslauer Urteil kommen wir zurück.— Jeulsches Reich. Peitschenhiebe. Im Frühjahr dieses Jahres verließ eines der Opfer deS Essener McineidSprozcsscs, der Bergarbeiter G r ä f, das Zuchthans zu Werden. Bald darauf erfuhr man, daß dieser— nach der Meinung weiter Kreise— unschuldig verurteilte Mann im Zuchthaus g e- peitscht worden war. Durch die socialdcmokralische Presse gellte ein Aufschrei der Empörung über diese Behandlung. Die That- fachen selbst blieben unwidersprochen, mußten also als buchstäblich wahr gelten. Die Gerichte aber musterten die Artikel, ob nicht etwas Strafbares in ihnen zu entdecken sei; denn nicht überall gilt die Auffassung des jetzigen Berliner Oberstaatsanwalts, daß es die vornehmste Aufgabe der Presse sei, Mißstände aufzudecken. Zwei Staatsanwaltschaften gingen denn auch klagbar vor: Die in Dortmund— gegen den inzwischen nach Brasilien aus- gewanderten Genossen Gräf ist ein Steckbrief in dieser Sache erlassen worden— und die in H a l b e r st a d t. Die Verhandlung in Halbcrstndt fand am letzten Sonnabend vor dem Landgericht gegen den damaligen verantwortlichen Redactenr unseres dortigen Partciblattcs, Berka», statt. Als Zeuge war der Direktor des Zuchthauses zu Werden erschienen. Dieser bestätigte olles, was in dem Artikel über de» Vollzug der Prügelstrafe an Gräf gesagt ist. Es sei richtig, daß die 20 Hiebe in größeren Pausen(drei in einer Minute) aus- geteilt worden seien, daß der Aufseher, der die ersten acht Hiebe ausgeteilt habe, nicht kraftvoll genug geschlagen habe — das fei gar nichts gewesen, nieinte der Herr Direktor— und daß deshalb der Oberausseher den Rest der Strafe vollstreckt habe. Unwahr aber sei die Behauptung des Artikels, daß Gräf wegen Nickitleistung seines Arbeitspensums mit Arrest bestraft sei. Die Arrcststrafcn habe er vielmehr wegen seines renitenten Bc- nehmenS erhalten, wegen der ungenügenden Arbeitsleistiina sei er nur mit zwei Nächten B e t l e n t z i c h u n g bestraft. Die ungenügende Arbeitsleistung sei nicht auf seine Kränklichkeit zurück- zuführe» gewesen, sondern auf seine Renitenz, denn er habe später bedeutend mehr geleistet. Der Staatsanwalt beantragte gegen Bcrkau nicht weniger als 8 Monate Gefängnis. Der Verteidiger Rechtsanwalt Pulvermann wies nach, daß Satz für Satz des Artikels durchaus erwiesen sei bis auf jenen ganz nebensächlichen Punkt der Bcttentziehung statt des Arrestes. Es sei sehr wohl möglich, daß dem Gräf seine spätere Krankheit, Rippenfellentzündung schon damals in den Gliedern gelegen habe und er deshalb sei» Pensum nicht habe leisten können; die erste Zeit der Hast fei docb bekanntlich körperlich am schwersten zu ertragen. Die scharfen Schlußsätze des Artikels richteten sich ausdrücklich nur gegen die Znchthaus-Ordnung, könnten also für die Zuchthansverwallung nicht beleidigend sein. Der Gerichtshof erkannte gegen Berkau auf 5 Monate Gefängnis wegen Beleidigung der Zuchthausverwaltung. Das Gericht stellte fest, der Passus von den Arreststrafen enthalte die beleidigende Behauptung, daß die Verwaltung wohl gewußt hätte, daß Gräf nur wegen Kränklichkeit sein Pensum nicht habe fertigstellen können, ihn aber dennoch bestraft hätte. Abgesehen davon, daß die erwähnte„Feststellung" nur auf dem Wege der Interpretation zu stände gekommen ist, wird jene vom Berliner Oberstaatsanwalt der Presse zugewiesene Aufgabe durch eine Rechtspraxis unmöglich, die sich an einen unrichtigen I-Punkt strafend klammert, wenn auch sonst alle Behauptungen und Ausführungen richtig sind. Es ist ganz selbstverständlich und gar nicht zu vermeiden, daß sich in Zeitungsberichte kleine Unrichtig- leiten leicht einschleichen. Wie will man von einem einzelnen Zcitungsredactcnr verlangen, daß jedes Wort in einem von ihm aufgenommenen Artikel den Thatsachcn entspreche, wenn die Regierung 'clbst mit dem ganzen Aufgebot ihres Bcamtenapparats bei wichtigen gesetzgeberischen Aktionen eine Sammlung von Irrtümern und Vcr- drehnngen zu stände zu bringen vermag, wie die Denkschrift zur Zuchthnusvorlage! Im übrigen steht also nun fest, wenn auch die Feststellung einem Redactenr drei Monate kostet, daß in der That im Zuchthaus zu Werden die Peitschenhiebe auf einen Mann niedcrgcsanst sind, der— nach der Uebcrzcugung der Oeffentlichkeit— das schuldlose Opfer eines der verhängnisvollsten und betrübcndsten Prozesse unserer Zeit ist.—_ Wilhelm II.»uid Nilolnus II. sollen am 4. November in � oisbniil Klsammcntrcffcn. Einzelne Blätter kniipfcn an diesen Besuch die llblichcit5inn»cttießcrcien über»vichtigc Entscheidungen zur «Weltlage"— Ter Erhorsam der Offiziere. Im Braunschweiger S p i c l e r p r o z e K erklärte einer der Angeklagten, dnh er seit Jahren die Wettrennen besuche, um am Totalisator die Einsätze für Offiziere zu besorgen, denen der Zutritt zum T o t a I i- s a t o r Vorbote» ist. Die Kaliinettdordcr. welche der Kaiser nach dem hannoverschen Spiclerprozes; im April 1804 erlies;, untersagte den Offizieren die Benutzung der Wcttmaschine. Auch ein Beispiel für die„allprcnßische DiSciplin" der Offiziere!— Heimarbeit in der Cigarren-Jndustrie. Dem„Hamb. Korr." zufolge hat die Konnnission des RcichSamtS deS Innern, die die Hnuptbczrrke der C i g a r r e n- H a u s i n d u st r i e in Baden und Westfalen lMinden-Herford) besucht hat, von dem Not stände der Heimarbeiter einen derartigen Eindruck gewonnen, dag ihr die gesetzliche Regelung der Cigarrcn-HanSindnstrte ge- boten erscheint.— DrcSdcn, 26. Oktober.(Privat- Depesche deS„Vorwärts".) Heute wurde vor der Strafkanuncr des Landgerichts die Berufmrg in dem Bclcidigungsprozcß der Bcamtcn-Rcdactcnrc deS„Dresdener Iounal" gegen den Rcdactcur der„Sachs. Arbeitcr-Ztg." verhandelt. Die Berusnng tvnrde verworfen, cS bleibt bei der Strafe von zwei Monaten Gefängnis und der Bcamtengnalität der Amtsblatt- Nedacteure.— Ein sorialdcmokratischcr Pfarrer. Ans Göppingen, 24. Oktbr., wird uitS berichtet: In einer zahlreich besuchten Versammlung er- stattete gestcrnabend Genosse T a u s ch c r Bericht über den Parteitag in Hannover. Nach ihm sprach Pfarrer B l u m h a r d t aus Voll über die gegen ihn gerichteten Angriffe der bürgerlichen Presse wegen seiner neulichen Sympathie-Erklärung für den SocialiSinuZ. Er bc- gründete es, ivie er als Vertreter der Lehren Christi zum SocialiSmuS kommen mutzte und wie er in der Socialdemokratie die Partei er- blickt, welche allein im stände ist, eine bessere, gerechtere Gesellschaftsordnung herbeizuführen. Er bekannte sich offen als Mitkämpfer der Socialdemokratie und schlotz seine Rede mit den Worten:„Ich werde zu Euch stchen als einer, der das Klassenbewutztsein stärken will, damit eine Besserung komme. Wir müssen das Ziel der fociali st i scheu Ge- s e l l s ch a f t im Auge haben. DaS ist recht vor Gott und den Menschen!" Pfarrer Blumhardt, der nicht mehr im Amt ist, sondern das Bad Boll besitzt und leitet, ist ein wohlhabender Mann in den sechziger Jahren, der unerschrocken für seine Anschaunngeit eintritt und gestützt auf unseren Programmsatz, daß uns Religion Privatsache ist, Schulter an Schulter den Kampf gegen die AuSbe»tu»g, den Militarismus und die Ungcrechtiglcit aufnehmen will. Die Scharfmacher werden hauptsächlich bedauern, daß der Pfarrer nicht mehr im Amte und nnabhängig ist. Wie könnte man sonst so herrlich wegen seiner Preisgabe des bürgerlichen Klassen- interesscs an dem Manne, der mit seinem Christentum Ernst macht, Rache nchincn.— Ter Reform der Porsoucntarife im deutschen Eisenbahn- verkehr bildete den Gegenstand der Tagesordnung einer Versammlung des süddeutschen Eisenbahnreformvercins, die kürzlich in Karls- ruhe stattfand. In einer einstimmig votierten Resolution sprach sich die Verffninnilung gegen die Grundlagen einer ftiddeutsÄcn E i f e n b a h u g e m e i in ch a f t anS, wie sie gelegentlich der Wer- Handlungen des wiirttcmbcraischni Landtages voii dem Minister v. Mitlwacht skizzirt worden find. Nach den Mittnachtschon Vorfchtägen sollen alle Rückfayrkartcn, Fahrscheinbüchcr, die badisckien Kilometerhrffte wie die württembergiichen Landeskarten in Wegfall kommen und statt dessen das Kilometer 8. Wngenllasse(über SvProz. allcrReisendcn fahren 8. Klasse) mit 2,3 bis 2,ü Pf. berechnet werden, wozu bei Benntznng von Schnellzügen»och ein Zuschlag von 6.65 Pf. pro Kilometer käme. Für Baden, wo 1060 Kilometer 3. Klaffe gegenwärtig 24 M. kosten und ein TchiicllzngSznschlag dabei nicht erhöben wird, würden diese Tarifsätze eine Verteuerung bon etwa 25 Proz. glcichkonnnen, ein Rückschritt, den mitzumachen umsowenigcr Beranlasjimg vorliegt, als der Landtag angesichts der mit dem 1606 Kilomcterh est erzielten günstigen Erfolge die Herabsetzung deS Preises für 1060 Kilometer von 24 auf 20 M., sowie die Ausgabe von halben Heften mit 560 Kilometer zu 10 M. einstinnnig befürwortet und die Regierung sich bereit erklärt hat, ans dem eingeschlagenen Wege durchgreifender Tnrifermätzignngen fortzuschreiten. Durch Preisgabe ihrer Kilomctcrhcflc niid LandeSkm-ten würden Baden und Württemberg zudem ihre Eisenbahn- Selbständig- keit aufgeben, wie schon die württcmbergischcn Landstände einmütig erklärt haben. Eine süddeutsche Genicinschaft bätte nur dann Zweck und Bedentmig, wenn dieselbe auf den Tarifsätzen von 2, 4 und 6 Pf. pro Kilvnictcr für 3.. 2. und 1. Wagcnklaffe aufgebaut wäre unter Wegfall des Zuschlages bei Beiintzung von Schnellzügen. Selbstberftändlich darf dabei kein Staat sich des Rechtes begeben, innerhalb seiner Lnndctgrenzen Einrichttingcn wie das badische Kilometerheft und die würtcnrbcrgiscke Landeskarle einzuführen. Würde die Gemeinschaft auf der vom Minister v. Mitt- nacht skizzierten Grundlage errichtet, so wäre nach Ansicht der oben erwähnten Resolution deS Rcformvcrcnis die Bornisifizicrnng sämtlicher deutscher Bahnen in kürzester Zeit die unabwcndbnrc Folge.—_ Anö Kamern» Die„Kölnische VolkSzeitnng" meldet nntcrm heutigen Tatmn:„Wie der Misfionsslation in Limburg an der Lahn aus Kamerun gemeldet wird, wurden die Missionsstationen Kribi und Bnamba der Pallolincr MissionSgescllschaft von Bnlnncgcrn. wie bc- fürchtet wird, zerstört und ausgeraubt. Die Missionare flohen, einer ist verwundet." Die Redaktion deS„Wolsfschen Bureaus" bemerkt dazu: An hiesiger amtlicher Stelle ist über vorstehende Meldung nichts b e- könnt.— Ausland. Ein nationalistischer Finanzskandak. P a r t S. 25. Oktober. Die französischen VatcrlandSretter sind min um eine Sibmach reicher. Sie, die tugendhaften Geitzelcr der„jüdisch-kosmopolilischen" Finanzränber, die berufenen Sauberer des Vaterlandes von der losniopolitischen Hoibfiuanz. sind ans einem ganz vulgären G r ü n d n n g S s ch w i n d e l ertappt worden. ES handelt oder vielmehr cS hat sich gehandelt um die Gründling eines„Nationalen Syndikats für l a n d>v i r t s ch a f t» l i cb e n K r e d i t An der Spitze der„nationalen" und agrarischen Gründung standen mehrere Säulen der nntioiinltsiischen Parteien: Herr P 5 r i v i e r, ein pcnsiviiierter Gerickitspräsident. der noch kurz vor seinem Abschied den Vcrsailler Zola-Prozctz nach dem Herzen des GcneralstnbcS geleitet hatte, der antisemitische Ab- geordnete Graf de P o n t b r i a n d. der k l e r i k a I- m o n a r- ch i st i s ch e Senator Graf de B l o i S. einige andere hochadlige Freunde vom Thron, Altar und Generalstab, zwei agrarische Schleppenträger deS Obcragrariers M e l i n e, die Abgeordneten Georges G r a u x und R o f e und die f l a m m e n d- ch a u v i- n i st t f ch e n Abgeordneten de M e h y und C a st e l i n, welch' letztere übrigens noch rechtzeitig daS Briindernest in diskreter Weife verlassen haben. In der Presse waren eS insbesondere das vcrbrcitctftc Gcneralstabs-Vlatt„Lc Petit Journal" pananiistischen An- gcdeiikens und die antisemitische„ L i b r e Parole", welche sich in der Panama-Affaire ein Tngcndpatent erworben, die für die „nationale" Gründung Reklame machten. Natürlich bezweckte da§ „nationale Syndikat" lauter das Wohl des Bruders Bauer und da- neben noch der Subskribenten, denen ein Zins von 4 Proz.„garan- ticrt" wurde. Das Syndikat verlangte vom patriotischen Publikum ein Kapital von mir 40 Millionen Franks. Alles ging bereits wie am Schnürchen. Ein Banlier, NamcnS Bonlaine, übernahm die Emission gegen die bescheidene Kommission von 15 Proz., macht 6 Millionen Franks. Der Generalrat des Syndikats wurde nicht mir eniaiint. sondern er begann schon auch die Bauern- rettnng mit der— AnSzahlnng des ersten Monatsgehalts an seine Mitglieder. Ferner wurde» 15 000 Fr. für die mündliche Agitation zu Gunsten deS Syndikats votiert, wobei als agrarisch-patriotische Agitatoren u. a. der k l e r i k a l- ni o n a r ch i st i s ch e Senator Lc Provost de Lannay und der ebensolche Abgeordnete Abbs Lemire in Aussicht genommen wurden. Und was die ge- druckte Agitation betrifft, so wurden dasür bereits Zrhutanscnde anSgcgebcii... Also alles klappte herrlich. Die Subskription wurde am 12. Oktober eröffnet, um am 24. des gleichen Monats geschlossen zu werden... Da, vier Tage darauf wurde sie plötzlich unterbrochen, eingestellt. Nicht etwa deshalb, weil das verlangte Kapital bereits gezeichnet war, sondern weil— das ist eben der Haken... Man weist noch nicht recht, was eigentlich den frühzeitigen Krach vcr- nrsacht hat. Jedenfalls hat sich das Kapital sehr mistlranisch gegen- über der neuen Gründung gezeigt, nachdem cS sich herausgestellt hatte, dost das unter der Leitung eines erfahrenen Richters ins Leben gerufene Syndikat in seinen Statuten die gröbsten Verstöße gegen die bezüglichen Gesetze begangen hat. Wer soll min für die vom Bankier Bonlaine gemachten GriindnngsaiiSgabcn aufkominen? Und wer soll die auf den Leim gegangenen Gimpel von Subskribenten eutschndigeii? Einige von diesen verklagten den Bankier und letzterer verklagte seinerseits den Generalrat des Syndikats mit dem Ehren-Premier-Vorsitzeiiden am Appellhof zu Paris, Perivicr, au der Spitze. Der Prozeß wurde gestern vom Handelsgericht um zwei Wochen vertagt. Ans den Verhandlungen wirb' man dann wohl das Nähere über den GriinduiigSschwindel erfahren. Der Krach hat politische Bcdeutniig nitlit nur wegen der be- teiligten Persönlichkeiten, sondern auch deshalb, weil die Gründling im Falle des Erfolges der klerikal-nationalistischen Rcaition großen Vorschub geleistet hätte. Ohnehin versügen bereits die klerikal- agrarischen Parteien über einen großen Einfluß auf die Bauern- schaft vermittelst eines nmfasscndcn Netzes bon allerlei„landwirt- schaftlichen Syndikaten", in denen natürlich die Großgrundbesitzer daS große Wort führen. Das verkrachte„Nationale Syndikat" hätte das politische Gängeln der Bauernschaft auf nationaler Stufenleiter organisiert. I a u r 5 S erinnert in der„Petite Röpublignc" mit Recht daran, daß Meline in den Kammerdebatten über die Ernencning dcö Monopols der Baiigne de France den socialistischen Antrag auf Eimichtuug einer centralen staatlichen Land» wirtschaftsbank bekämpft und vereitelt hatte. Meline, damals Minister- Präsident, führte das Argument ins Feld, der landwirtschaftliche Kredit lasse sich nicht gut vom Centrnm ans organisieren, die regionalen lokalen Kreditinstitnte wären am besten im stände, die Zahlungsfähigkeit der Kreditnehmer richtig zu beurteilen u. f. f. Zwei Jahre darauf aber fetzen nun Mclincs eigene politische Freunde gerade eine centrale landwirtschaftliche Baiikgrüiidung ins Werk I... Man begreift jetzt am besten, warum eine landwirtschaftliche Staats- dank dem Agrarier Meline nicht in den Kram paßte, der von jeher den„Baucrnschntz" zu reaktionären partcipolitiichcn Zwecken auSzu- schlachten verstanden hat.— bestreich-Ungarn. Abgeordnetenhaus. (Schluß der Mittwochsitzung.) Die Vorkaue, betreffend Auf- Hebung deS ZcilnngöstcmpclS, wurde auf Antrag des Ab- geordneten Ruß ohne erste Lesung dem PreßckuSs ch n ß über- iviesen.— *«• # Sitzung vom Donnerstag. Socialdcmokrat B e r n c r und Genossen beantragen die Einfetzung eines Ausschusses zur llntcrsnchnug der blutigen Vorgänge in Mähren, besonders in Hollcschnn und Wsetin. Sie fragen ferner an, welche Maßnahmen die Regierung ergriffen habe, um weiterem Blutvergießen vor- zubengeii und' verlangen die dringliche Behandlung ihres Antrages. Das Hans geht sodann zur Tagesordnung über und setzt die Debatte über die Rcgicrnngscrkkärniig fort. Der Abgeordnete Kramarsch nimmt das Wort, worauf die ganze Linke den Saal verläßt. Krainarsch führt ans, durch die Anfhcbinig der Sprachcnvcrordnungcn sei an dem czcchischcn Volke eine. schwere Sünde begangen worden. Der Systcmwechscl habe das Vertrauen des czcchischen Volkes zerstört. Was es für den Augenblick verloren habe, werde es wieder erhalten müssen. Der Systcmwechscl bedeute die Sanktionierung der Gewaltthätigkeiten der Obstruktion. Da? cz'echisckie Volk nehme den Kampf unverzagt auf und werde ihn rücksichtslos zu Ende führen.(Beifall derCzcchcn.) Die Linke erscheint wieder im Saale, dann spricht der Kroate Vtankini. Derselbe führt ans. seine Partei werde die JUegicrung mit allen vcr« fasjniigsmäßigeii Mitteln vckümpfcn. Zacck(Czeche) grcisl die Rc- gicriing auf das heftigste an und erklärt, der Syfteiuwechsel bedeute die Sankttonierung der Revolution im Parin« m e n t e, welches weder oben noch unten Respekt genieße. Die Vorgänge in Böhmen und Mähren, da? Blut, das dort geflossen, falle ans jene zurück, welche die Revolution im Parlainente ins Werk gesetzt hätten.—_ Brünn, 25. Oktober. Ucbcr die gestrigen Unruhen in Wsetin wird deS weiteten gcmclder: EineZ ans 600—800 Personell, die zu- meist den untersten Vollsschichtcu angehören, zilsaininengesetzte Menge zog abends johlend und schreiend durch die Straßen, schlug die Fenster au Häusern, die Israeliten gehören, ein. und drang in ciiizclne Hänscr, zerstörte den Hansrat und eröffnete dann gegen ein Privathaus ein Steinboinbardement. Die Gen- d a r in e r i e, die vorging, wurde verhöhnt und mit Steinwürfen empfangen, wobei ein Gendarm am Kopfe verletzt wurde. Nunmehr gab die Gendarmerie eine Salve ab, wobei, wie bereits gemeldet, S Personen getötet, il schwer und 15 leicht verletzt wurden. Trotzdem sammelte sich die Menge immer wieder und bewarf die Gendarmerie neuerdings mit Steinen: auch drei Schüsse wurden auf dieselbe abgegeben, ohne jedoch zu treffen. Erst nachdem der Bezirkshauptmann mit militari- scher Hilfe ankam, zerstreute sich die Menge. Zwei Personen wurden verhaftet. Brünn. 26. Oktober. Die von hier nach Wsetin abgesandte Mllitärabteiliing ist dort eingetroffen. In Wsetin und R o z» a n herrscht Ruhe. Ans Olmütz ist vorsichtshalber eine Kompagnie Infanterie nach Leipnik abgesandt. Schweiz. Zürich» 24. Oktober.(Eig. Ber.) Am Sonntag haben ver- schicdene socialdcmokratische und bürgerliche Wäbler- Ver- sammlungen in Sachen der RationalratS-Wahlen statt- gefunden. Eine socialdeniokratische Versammlung des Winter- t h U r e r Wahlkreises beschloß, statt der bisherigen vier bürgerlichen Vertreter, worunter der freisinnige Partcipayst Forvcr, die Anf- stellnng einer Kandidatenliste von zwei Socialdcmokrnten, einem der bisherigen und einem Bancrnbündlcr. Die zwei Socialdcmo- traten sind Rcdactcnr Mcttier in Zürich und Advolar Heinrich Eckierrer in St. Gallen, der eine bisherige Gcrichtsprüstdent Kündig in Pfäfsikon, welcher im Nationalrat dem socialistischen Klub angehörte und der letzte ist der Banernbiindführcr Schund in Vollikon. Im Kanton Basclland wurde statt de§ bisherigen Landwirts Meyer, der wegen Krankheit eine Wiederwahl ablehnte, der bekannte Genosse Stephan Gschwind als Kandidat aufgestellt. Meyer, ein sehr tüchtiger Mann, war ebenfalls von den Arbeitern und den Bauern gemeinsam gewählt worden. In Basel haben unsere Genoffen die Änfstcllnng einer socialdemokralischen Zwcicrliste beschlossen; Kandidaten sind die Genössen Wnllschlcgcr und Kunstmaler Schncizer. In Genf haben nun die Radikalen doch den Socialdemokratcn Triquet auf ihre Liste genonimen und dürfte so seine Wahl gesichelt sein. In Burgdorf (Kanton Bern) ist Genosse Paul Brandt in Biel als Kandidat auf- gestellt worden. Bis jetzt kandidieren in 12 von den 52 Kreisen 23 Socialdemokratcn. Im Züricher Wehlkreise haben die Demo- kraten und die Liberalen den Genossen Vegelsnnger auf ihre Lifte genommen. Eine Wiederwahl haben nur 13 bisherige National- röte abgelehnt. Es wäre zu wünschen, daß cS der Socialdemokratie gelänge, eincni ivcitcrcn Dutzend der Herren die parlamentarischen Mühseligkeiten abznpchnicn. Frankreich. Paris, 26. Oktober. Dr. Calmctte hielt gestern Abend einen Vortrag über die Pest und über die Erfahrungen, welche die französischen Aerzte in Portugal gesammelt haben. Er erklärte, daß dank den Forschnngen des JnftltntZ Pastcur die Einschleppuiig der Pest nicht zu b e fn r ch t c n nud daß ebensowenig der Erfolg der Pariser Weltaiissielliiiig durch die Pest bedroht sei. In St. Flonr bei Clcrmont wurde der Privatsekretär von May Negis. Felix F a b r e, welcher beschuldigt ist, einen Mordversuch begangen zu haben, verhaftet. Italien. Nom, 25. Oktober. Wie die„Ageiizia Stefani" mitteilt, haben die Minister für Ackerbau, der Nnswärligen Angelegenheiten und der Finanzen heute eine ständige Kommission eingesetzt, deren Ans- gäbe es sein soll, alles, waS das WtrtschaftS- nnd Zollregime Italiens im Hinblick ans den Ablauf der Handels-Vcr- träge nnd die Handelspolitik derjenigen Staaten betrifft, welche die'aiisgcdchntestcn HandclSbcziehnngen mit Italien haben, einer cingcyendcn Prüfung zu unterziehen.— Niistland. Serbische Flüchtlinge. Ans Petersburg wird der „Int. Korr." gemeldet: Die slavische Wohlthätigkeils-Gescllschaft hat einen sehr bcdcntcndcn Betrag(man spricht von 400 000 bis 500000 Rubel) für die„Opfer der Milanscheu Politik" ausgesetzt. Die Zahl der nach Rußland geflüchteten Serben beziffert sich auf mehrere Hundert und man darf sich daraus gefaßt machen, daß von dieser Seite sehr bald ernste Schritte gegen die jetzige Regierung in Serbien eingeleitet werden.— Pa uf u i" iiijf Zum Parteitage. Eine Parteiversammlung in Lüneburg er- klärte sich durch Annahme einer Resolution mit den Beschlüssen deS Parteitages einverstanden. In einigen sonst noch gemeldeten Versammlungen wurden keine Beschlüsse gefaßt, aber auch keine Einwände gegen die Beschlüsse des Parteitages erhoben. In einer gemeinschaftlichen Versammlung der Parteigenossen Hamburgs wurden die Einnahmen und Ausgaben für die letzte ReichSta'gswnhl für alle drei Wahlkreise verrechnet. Es wurden ein- gciiomnien 40 633 M. und ausgegeben mit Einschluß der Ausgaben für Schleswig-Holstein, Mecklenburg und einige hannöversche Kreise 31 728 tvi. Der Rest von 9200 M. wird dem' Hanptvorstande über- wiesen. Wir werden um Ausnahme der folgenden Erklärung ersucht: In Nummer 246 deS„Vorwärts" vom 20. Oktober findet sich mitcr der Rubrik„Partcinachrichtcn, Polizeiliches, Gerichtliches" die Notiz von der Verurteilung des Geuosicu Haeniscki-DreSden zu zwei Monaten Gefängnis wegen eines Artikels, in dem meine polizeiliche Sisiicriing nnd Photographicnmg gerügt war. In der Notiz findet sich die Wendling, paß ich micki„als Anarchistin geberdet" habe. Ich lege Gewicht darauf, zu erklären, daß ich mich nicht nur als Anarchistiii gel) erdete, sondern es damals auch wirklich w a r. Mit soc. Gniß Fanny I m l e. Daraus scheint hervorzugehen, daß Fräulein Jinle jetzt nicht mehr Anarchistin ist. Pvlixeikillie«, Gcrichilichcs nstv. — Das Kammcrgcricht hat erst letzthin entschieden, daß eine Vcrsannnlnng nicht deswegen vorzeitig beendet zu werden braucht, weil für das Schanklolal, in dem sie tagt, die Polizeistunde ein« gctrcicn ist. Die Polizcistjmdc gelte lediglich für den Schnnkbetricb. In Stettin versuchte eine Parteiversammlung, gestützt auf dieses GcrichtSerlennlnis, über die Polizeistunde hinaus zu tagen. Der iiderwnckiciidc Beamte löste aber die Versaminlnng unbekümmert ans. So schnell kommt bei uns ein GerichtSerkenntniS nicht zur Anerkenining. — Urbcr die Nnölegiing deS VcrcinSgcsctzcS ist in Anhakt die Polizeibehörde seit langem anderer Meinung ivie daS Publikum. Während alle mit einfachen! Laicnverstande begabten Leute meinen, nach dem bestchenden Gesetze dürften Frauen an öffentlichen Ver- saminliingen tcililehuicn. bestreitet das die Polizei und löst konsequent alle Versanmiklingen auf, an denen Frauen teiluchnien. Vor einigen Tagen hat nun auch, wie bereits mitgeteilt, daS Schöffengericht in Harzgerod« den Standpunkt jedermanns für richtig erklärt. Die Polizeiverwaltnng in Deffan erklärt jedoch, das Urteil«incS Schöffengerichts könnte sie in ihrer Nnffassiing nicht beeinflussen; sie betrachte die Teilnahme von Frauen an öffentlichen Versammlungen nach wie vor als ungesetzlich. Sic wird sich nicht eher fügen, als bis„der Gesetzgeber" eine authentische Interpretation gegeben habe, GemeMMaf tli-ches. Berlin und Ilingcgcnd. Ein Verfahren vor dem EinignngSamt deS Berliner Gewcrbcgcrichtö hat ani Donnerstag wegen einer Lohnforderung der Weistgerber flattgefniiden. Und zwar' handelt es sich hier in- sofern um eine ganz neue Erscheinung, als zum erstenmal seit Bestehen des Berliner Gcwerbegerichts sich Unternehmer nnd Arbeiter vor daS Eiingimgsanit begeben haben, ohne daß ein Streik voransacgangcii ist. Die Arbeiter waren vor einigen Tagen mit ihren Forderungen an die Unternehmer herangetreten und diese sind mit der Lohnkommisston der Arbeiter übereingekommen, es nicht zu Arbeitscinftellimgcn kommen zu lassen, sondern sofort vor dem EinignngSamt zu verhandeln. Der Vorgang ist sicherlich für Unter- nehmer' nnd Arbeiter anderer Branchen deachtcnS- mid nach- ahmenswcrt. Die Verhandlungen vor dem EinignngSamt fanden unter dem Vorsitz deS Gcwcrbcrichtcrs v. Schulz statt und dauerten von vor- mittags 10 Uhr bis abends 8 Uhr. Vertreter der Arbeiter waren B c i ß w e n g c r, Brinkmann nnd Strauß. Für die Unter- nehmcr waren die Herren Meyer, Eyck und Herzberger er- schienen. Beißwengcr begründete zuerst die Forderungen ber Arbeiter, die in einer Erhöhung des Wochcnlohnes der Gerber von 24 M. auf 27 M., für die im Aceord arbeitenden Zurichter in einer Erhöhung um 15 Proz. der jetzt gezahlten Preise nnd in Einführnng der nelin» stüiidiaen. Arbeitszeit bestanden. Herr Herzberger legte dar, daß die Branche außerordentlich schwer gegen die Konkurrenz der Provinz und deS Auslandes zu kämpfen habe, daß viele Fabriken sich mir mühsam aufrecht erhalten und die Forderungen in voller Höhe nicht bewilligt werden tvnncn. Die Verhandlungen wogten dann den ganzen Tag hin nnd her. Schließlich wnedc aus Vorschlag des Gcwerbegerichts der folgende Vergleich geschlossen und bciderseiks anerkannt. 1. Den in der nassen Werkstatt am sogen. Baum beschäftigten Arbeitern wird an Stelle des bisher gezahlten Wochcnlohnes von 24 M.<— pro Stunde 40 Pf.) ein Wochenlohn bon 25,50 M. (--- pro Stunde 42'/« Pf.) bewilligt. 2. Dir ZuriKter crhalicn cincn Stücklohn- Zuschlag von A> Pf für alle dicjcnigcn Fclle, fiir wclchc bisher ein Lohnsatz bis 7.50 M. inkl. pro Hundert gezahlt wird. Ein Lohn- Zuschlag von 60 Pf. wird gewährt für Felle, deren Bearbeitung bisher mit mehr als 7,50 M. pro hundert Stück entgolten ist. Für Schmaschcn wird ein Zuschlag von 15 Pf. pro hundert Stück zu dein bisher gezahlten Lohn bewilligt. 3. Die bisherige Arbeitszeit bleibt unverändert. 4. Alle in diesem Vergleich getroffenen Abreden haben Gültig- kcit bis zum 1. Oktober 1L01. Der Vertrag gilt von Jahr zu Jahr als verlängert, sobald die Kündigung desselben bis zum 1. September ISOI rcsp. zum 1. September der folgenden Jahre weder von den Arbeitgebern noch den Arbeitnehmern erfolgt. Es soll den Parteien freistehen, innerhalb drei Monaten vor Ablauf des Vertrages über Acndcrungcn der Arbeitsbedingungen zu verhandeln. Arbeitgeber sowohl ivie Arbeitnehmer licr- pflichten sich_ ausdrücklich, falls keine neue Vereinbarung bis zum Ablauf des Vertrages zu stände konimt, beiderseits unr- gehend das Einigungsaml deS Gewcrbcgcrichts zur Beilegung der Differenzen anzrirufc». Bis zur Entscheidung des EinigungsamtL darf weder eine AnSsperrnng noch ein Ausstand stattfinden. Die Parteien verpflichten sich, überhaupt bei allen zukünftigen Streitig- keitdn, besonders aus diesem Vertrage, daS Einianngsamt zur Ächlichtnng anzurufen. Dieser Vertrag tritt mit Montag, den 80. Oktober d. I., in Kraft. Zur Lohnbewegung der Berliner Töpfer. Durch da? ein- mutige Zusammenhalten der Berliner Töpfer waren die Arbeitgeber auch gezwungen, mit denselben in Verhandlung zu treten. Bis jetzt leider ohne Erfolg. Am Montag hatten die Arbeitgeber Vcrsmnm- lnng, in dieser wurde ihrer Lohukonmrisfion freie Hand gelassen. mit den Geselle» cincn ehrlichen Friede» herbeizuführen. Am Ticnötagnachmittag traten beide Koinmisstoncu vor dem Gewerbe- gericht zusammen. Tie Forderung der Gesellen, 8 Proz. Zuschlag zu dem .icu'if deS Jahres 1896 cdann wäre ungefähr der Preis erreicht, den wir nn Jahre 1886 erzielt haben) wurde rundweg abgelehnt und in eine Beratung der anderen Positionen gar nichr erst eingetreten. Die Arbeitgeber erklärten, erst in einer Versammlung mit ihren Kollegen darüber beraten zu wollen, ehe sie hierauf eingehen könnten; sobald dicS geschehen, würden sie die Kommission der Gesellen hiervon be- nachrichtigcn. Der Streik steht also auf seinem alten Punkt. Die Gesellen halten� noch ebenso fest wie zu Anfang, trotzdem der Generalstreik die 3. Woche anhält. Sonnabcndvormittag ist bei Keller, Koppcnstr. 29, Versammlung und wird es dort wohl an- gebracht sein, über eine andere Taktik in unserm Streik zu beraten, um die Hartnäckigkeit der Unternehmer zu brechen. Die Trppichwcdcr von G. F e i b i s ch streiken bereits die nennte Woche und will Herr Fcibisch noch nicht kapitulieren, trotzdem er nicht iveitz, wo er die Ware für seine Kunden hernehmen soll. Herr Feibisch sucht jetzt den Mut der Streikenden dadurch zu schwächen, dafi er Leute aller Branchen wie Maler, Kellner und andere mehr nn die Webstühle stellt, um damit zu prahlen, die Fabrik sei voll. Die Streikenden wissen aber ganz genau, daß solche Elemente dem Feibisch bloß schaden und den Ausständigen nutzen koiiiien, denn dadurch wird der Geldbeutel des Fcibisch noch etwas mehr in Anspruch genommen. Von den Streikenden hat sich noch nicht ein einziger zum Streikbrecher verivendcn lassen und sind alle der festen Hoffnung, wenn die auswärtigen Kollegen den Zuzug von Webern nach Berlin fernhalten, so wird der Sieg den Ans- ständigen gewiß sein. Das S t r e i k o m i t e e. I, A.: R. B u t l e- mann. A n d r e a S st r. 20, bei Wille. Achtung, Metallarbeiter Berlins! Wie aus dem Bericht der Sonnabendnummer des„Vorwärts" schon bekannt, befinden sich ca. 260 Arbeiter der Motorfahrzeug« und Motorenfabrik von» A I t- mann u. K o m p., Marienfelde- Berlin im Ausstand.— Die Gründe der Arbeitsniederlegung sind folgende: In dem Betriebe existieren Kontrolluhren, welche von den dort beschäftigten Arbeitern zur Regelung der Kontrolle beim Ein- und Ausgange aus der Fabrik gestochen werden müssen. Es wird nun seitens des Betriebs- ingeuicurS Balz erklärt, 5 Kollegen hätten diese Uhren nicht gestochen, trotzdem dieselben behaupten, daß sie der Kontrolle nachgekommen seien. Er fühlte sich daher veranlaßt, über die betreffenden Kollegen die kleine Strafe von 7,20 M. zu verhänge», oder ivcim sie sich diese Strafe nicht gefallen lassen wollten, die sofortige Ent- lassung, trotzdem nichts von Strafen in der unterschriebenen Arbeits- Verordnung enthalten ist. Hierbei sei noch bemerkt, daß der bc- treffende Ingenieur nach Belieben die Strafen verhängte, indem er drei der Betreffenden die Strafe ganz erließ, aber zwei nach seiner Meinung bestrafen müßte. Trotz niehrfachcr Verhandlungen mit der Arbeiterkommission ließ sich der„Herr des Hauses", wie er sich selbst nannte, zu nichts herbei, sondern entließ vielmehr den Obmann des Arbeiterausschufse». Auf Grund dieser Borgänge legten 280 Mann die Arbeit nieder. Wir ersuchen deshalb alle Schlosser, Dreher, Hobler, Fraiser, Bohrer, Stoßer und Schmiede, den Zuzug streng fernzuhalten. Der nähere Bericht erfolgt in einer demnächst stattfindenden öffentlichen Versammlung. DaS Streikkomitee. Rizdorf. Bei der hier am 25. Oktober stattgefundencn Wahl deS GesellenauSschufleS zur Zwangsinmnig der Tilchler wurden die vom Deutschen Holzarbeiter-Verband aufgestellten Kandidaten ein- stimmig gewählt. DcutscheS Reich. Fn Barmen haben fast sämtliche Arbeiter(112 Mann) der Danipfkrssel-Fabrik Silber u. Jammart die Arbeit gekündigt. Es handelt sich hauptsächlich um Lohnforderungen. Es wird gebeten, den Zuzug von Kesselschmieden, Schniiedcn. Schlossern, Formern und Hilfsarbeitern fernzuhalten. Die arbeitcrfrenndliche Presse wird um Abdruck ersucht. Der letzte Angeklagte ans dem jüngsten Streik im Nnhrrcbicr wurde, wie gemeldet wird, gcstcru in Bochum wegen Nötigung zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt» während der Staatsauwalt nur 5 Monate beantragt hatte. Ausland. Unternchmer-TerroriSinns in der Schweiz. Der Ausrüstcr- verband in St. Gallen hat gedruckte Entlassungszeugnisse eingeführt, die verschiedene Rubriken enthalten, so über die„Höhe des Lohnes", „Grund der Entlassung" usw. Durch erstcre Rubrik will man offenbar einen möglichst miserablen„Normallohn" einführen. Die andere Rubrik charakierisiert das Zeugnis ohne weiteres als eine Art schwarzer Liste. So verfahren die Kapitalisten Hegen ihre proletarischen Mit-- cidgenosscn, mit denen sie bei den Schützenfesten ein„einzig Volk von Brüdern" sein wollen. Die Präger Bäckerei-Arbeiter haben folgende Fordenmgen aufgestellt: Zehnstündige Arbeitszeit nebst Ruhepausen, Minimallohn von 10 fl. für jüngere Arbeiter und von löst, für ältere. Sonntags- ruhe, Anerkennung der Werlstättcn-VertrauenSmänncr, Freigabe des 1. Mai. doppelte Bezahlung der Uebcrstunden. Bei Nichtbcwilligung soll der Ausstand proklamiert werden. Der X. Kongreß deö dänischen Tischler-VcrbandeS. An- wcfend waren 73 Delegierte für 41 Provinzial-Verbände, eine Anzahl, wie sie noch nie zugegen gewesen ist: der Kongreß ist aber auch ein a n ß e r o rd e nt li ch e r, iveil man über die Sommer- ercigniffe und die jetzt durch Schiedsgericht erfolgte Entscheidung be« raten ivollte. Es sind auch je ein Vertreter der Norwegischen, schwedischen und deutschen(Lcipart) Tischler- Verbände anwesend. Die Hauptfrage war, wie der vor der Aussperrung ausgeschiedene Bautischler-Verband, der den Vergleich nicht anerkennen ivollte, wiedergewonnen werden könnte. Man beschloß, daß eine Generalversammlung der„Vereinigten Fachverbände" berufen werden solle behufs entsprechender Aendernng der Statuten, andernfalls der Tischlcrverband auch ausscheiden würde. Bei der Frage deS internationalen Zusammenschlusses aller H o lz ar b e i ter legte der d e u t l ch e D e p u t i e r t e die Verhältnisse des Deutschen HwlzarbeitcrverbandeS dar. Auch der schwedische Vertreter legte die LrganisationSverhältnisse seines Landes in diesem Fach dar: der Verband ist 20 Jahre alt, hat 115 Lokalverbände mit 7600 Mitgliedern. Der deutsche Vertreter erklärte, daß vorläufig ein inter- nationaler Verband noch wenig Aussicht habe, da nur 25 Proz. der Fachgenossen in Deutschland selbst organisiert sind. Eine ähnliche Kundgebung gab der schwedische Vertreter, der für eine s k a n d i- n a v i s ch c Zusammcnschlietznng plädierte, weil in diesen drei Ländern die Arbeitsverhältnisse ähnlicher sind. Der norwegische Verband zählt nur 1000 Mitglieder. Es wird über die Frage der internationalen Zusammenschließung schließlich eine Resolution angenommen, daß man mit den Holz- arbetter-Verbanden in Schweden, Norwegen und Deutschland über eine solche Organisation zur gegenseitigen Unterstützung in großen Streiks oder Aussperrungen verhandeln solle. Sollte kein Verband zu stände kommen, so wird der Wunsch ausgesprochen, daß die Holz« arbeitcr-Vcrbände sich in Notfällen freiwillig gegenseitig unterstützen sollten. Von dem kgl. Regierungspräsidenten in Düsseldorf erhalten wir unter Hinweis auf den Z 11 des Prcßgcsetzes folgende Berichtigung: Die Nr. 224 des„Vorwärts" vom 24. September d. I. enthält eine Nachricht aus Köln über die in Mülheim a. Rhein erfolgte Auf- lösnng einer von dem Hirscki-Dunckerschen Gewcrkverein einberufenen Protcstversanimlung gegen die Vorlage des Gesetzentwurfs betreffend den Schutz der Arbeitswilligen. Am Schlüsse dieser Nachricht heißt es:„Es sei noch mitgeteilt, daß der Polizei- kommissar Krüppel, der die ungesetzliche Auf- lösung vornahm, heute Gewerbe- Inspektor in E s s e n a. d. R n h r i st. DaS i st auch ein Beitrag ur Kennzeichnung der preußischen Gewerbe- n s p e k t i o n." Diese Notiz ist unrichtig. Der jetzige Gewerbe-Jnspektor in Essen a. d. Ruhr ist seit 1. Oktober 1897 mit der Verwaltung der königlichen Gewerbe- Inspektion Essen beauftragt; derselbe heißt nicht Krüppel und ist niemals Polizcikommissar gewesen. Der in der Notiz genannte Polizeikommissar Krüppel ist gegen- wärtig Polizcikommissar bei der Polizeivcrwaltnng in Essen und befindet sich als solcher, auch soweit er in gewerblichen Angelegen- licitc» beschäftigt ist, in einer Stellung, welche zu dem staatlichen Gcwcrbc-Jiispcktionsdicnste nicht in Beziehung steht. I. B.: Hamann. VevscunnUnugern Genosse Adolf Hoffmann sendet uns zu seinem in der gestrigen Stummer wicdergegebcnen Bericht über feine Rede un vierten Wahlkreis folgende Ergänzung und Richtigstellung: 1.„Ich habe nicht getagt: Wer sich über Bebels Ton be- klage, habe unrecht: seine Ausführungen hätten, so beispielsweise in Bezug auf die Kirche, ruhig noch schärfer sein können, sondern: Bebel selbst habe gemeint', daß unsere KampfcSweisc der heutigen Gesellschaft gegenüber nicht milder, sondern so auch beispielsweise der Kirche gegenüber ruhig noch schärfer sein könne. 2. Mit Bezug auf die Aucrsche Rede habe ich gesagt:„Wenn nian den Partcitagöbericht darüber im„Vorwärts" lese, wo es heiße; „Heiterkeit",„große Heiterkeit",„stürmische Heiterkeit" und so in einem fort, so müsse man glauben, eine Rede deS Alexander Bier- Meyer vor sich zu haben, oder einer Clownvorstellung beizuwohnen, daS Mißfallen, welches ein großer Teil deS Parteitags während der Rede Auers durch Unruhe, Zffchen:c. ausdrückte, ist mit keiner Silbe envähnt. 3. Habe ich den Ausdruck„spintisieren" überhaupt nicht ge- braucht, das zu viel in den theoretischen Silbenstcchereicn aber in keiner Weise auf KautSky bezogen, der nach meiner Ueberzcugnng nur das gcthan hat, was zur Abwehr der Bernsteinschen Theorien notwendig war. 4. Habe ich weder bedauert, im Falle Schippe! nicht zu Worte gekommen zu sein, noch gesagt, ich hätte Schippe! noch ganz anders heruntergemacht. Das letzte Wort ist von mir überhaupt nicht gebraucht. Ich habe dem Genossen Peters auf seinen Wunsch, die Berliner Delegierten hätten das Wort er« greifen und Schippe! gegen Bebel verteidigen sollen, erklärt: Ich hatte mich allerdings zum Worte gemeldet und im letzten Augenblick auf dasselbe verzichtet zu Gunsten des Gen. KautSky um diesen als persönlich Beteiligten zu Worte kommen zu lassen, was leider nicht geglückt sei, das eine aber könnte ich dem Gc- Nossen Peters versichern, wäre ich zii Worte gekommen, so wäre ich nach meiner besten Ueberzcugnng nicht in der Lage gewesen, den Gen. Schippel zu verteidigen,' sondern ich bin überzeugt davon, daß derselbe sehr ichlecht dabei fortgekonimcn wäre, da ich ganz auf dem Standpunkt Bebel stände." Die Stadtvcrordnetcnwahlc» und die städtischen Arbeiter lautete das Thema einer stark besuchten Versamnilnug der städtischen Arbeiter, die am Mittwoch in Stecherts Saal tagte. Der Referent Bruno Pörsch leitete seinen Vortrag ein mit dem Hinweis darauf, daß die städtischen Arbeiter ein doppeltes Interesse an den Kommunalwahlen haben. Einmal als Bürger und Wähler, dann aber auch als Arbeiter, deren Arbeitgeber die Stadtverordneten gewisser« maßen seien, denn cS hänge doch wesentlich von der Stadtverordneten- Versammlung ab, wie sich dle Lage der städtischen Arbeiter gestalte. Gegenwärtig seien die städtischen Betriebe nichts weniger als Mnsteransta'lten. Die Berhältnisse der höheren und mittleren Be- amten seien ja zusriedenstellende. dagegen ließen die Lohn- und Arbeitsbedingungen der städtischen Arbeiter viel zu wünschen übrig, ja sie kämen in vielen Fällen nicht einmal den Verhältnissen in Privatbetrieben gleich. Unter anderem kam der Redner auch auf de» Jahresbericht des Direktors des Schlacht- und Viehhofes zu sprechen und meinte, dieser Bericht enthalte in bctrcss der Arbcitslöbne unrichtige Angaben. Es sei nicht wahr, daß die jüngsten Arbeiter einen Mindest- lohn von 2,75 M. erhalten, sie bekämen nur 2,25 M., und Arbeiter, die mit 3,50 M. eingestellt werden, gebe cS überhaupt nicht auf dem Viehhof. Der Redner ging des näheren auf die einschlägigen Ver- hältnisse ein und führte an der Hand eines reichen Thatiachon- Materials den Nachweis, baß das Aufrücken der Arbeiter in eine höhere Lohnklasie oft von der Gunst der betreffenden Beamten abhänge, daß Arbeiter-Ausfchüsie in den meisten städtischen Betrieben nicht vorhanden seien, und daß, wo solche bestehen, sie gar nicht in Funktion treten. Der Redner wies weiter darauf hin, daß den städti- sehen Arbeitern daS Petitionsrecht geschmälert werde, und vomKoali- tionSrcchr könne man sagen, es sei durch den Magistrat zwar anerkannt, aber wer Gebrauch davon mache, der werde von den Beamten gemaßregelt. Es vergehe fast kein Tag, wo nicht seitens eines Betriebsleiters oder sonstige» Beamten Verstöße gegen das Koalitionsrccht der städtischen Arbeiter vorkommen,' ja sogar chwarze Listen seien in manchen Betrieben eingeführt. Nur wenige städtische Beamte gebe es. welche die Rechte der Arbeiter anerkennen. Der Redner erinnerte daran, daß die städtischen Arbeiter schon zu verschiedenen Malen ihre Klagen und Beschwerden in Versammlungen vorgebracht haben, zu denen auch die Stadt- verordneten eingeladen worden sind. Von den liberalen Stadt- verordneten sei aber keiner erschienen. DaS beweise anfs beut- lichste, daß die Angehörigen jener Partei von den Interessen der lädtischenArbciter nichts wissen wollen. Dasselbe gelte von den liberalen Zeitungen. Auch diese kümmerten sich im gegenwärtigen Wahlkampf nicht im mindesten i»n die Verhältnisse der städtischen Arbeiter. Iii den Sitzmigen der Stadtvcrordiieten-Versammlung habe ma» bisher lesehen, daß jedesmal, ivenn ein socialdemokratischer Stadtverordneter ür die Interessen der städtischen Arbeiter eintrat, die liberalen Ver- trctcr mit abfälligen und unwilligen Bemerkungen antworteten. Da seither nur die socialdemokratischcn Stadtverordneten für die Wünsche der tädtischcn Arbeiter eingetreten stnd und deren Rechte wahrgenommen haben, so sei es selbstverständlich, daß die städtischen Arbeiter, obwohl ihre gewcrlschastlichcn Bestrebungen mit der Politik nichts zu thun haben, bei den Stadtverordncicnwahlen nur für die socialdcmokratischen Kandidaten eintreten. Die zweistündiaen Ausführungen des Referenten ivnrden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. In der nun folgenden Diskussion nahm auch der Stadtverordnete Stadth'agen das Wort. Er führte auS, daß die Mißstände. unter denen die städtischen Arbeiter, wie die Arbeiter überhaupt leiden. ein Bestandteil der bürgerlichen Gesellschaftsordnung feien, er wies dann auf die Ziele der Socialdemokratie hin und ersuchte die An- wesenden, die Gelegenheit der bevorstehenden Wahl zu benutzen, um neue Anhänger für die Socialdemokratie zu werben. Auch diese Rede fand großen Beifall. Die Versammlung nahm eine im Sinne des Referats gehaltene Resolution an. Nach Erledigung dieses Punktes ivnrden Pörsch und Herrmann als GewcrkschaftSdelegierte und David als deren Stellvertreter gewählt. Die schwarzfahrenden Droschkenbesitzer und-Kutscher be- rieten Mittwochnncht in zahlreich besuchter Versammlung� in den Arminhallcn wiederum über die Frage der Droschken-Halteplätze und einer Abänderung des Tarifs. Namens der Kommission berichtete Filhrhcrr Diebel über die am 25. v. M. stattgehabte Audienz beim Polizeipräsidenten v. Windheim, welchem die Herren Kroll, Gle inich und Diebel die beschlossene Petition überreichten. Dem Berichte zufolge hat der Polizeipräsident eine wohlwollende Untersuchung aller in der Petition angeführten Bcschwerdepunkte zugesagt, von einer Verbilligung des Tarifs aber entschieden abgeraten, wohl aber. einen Ausgleich mit dem Tarif der Taxametcrdroschken in manchen Punkten nahegelegt. Ein Erfolg sei allerdings bisher nicht zu ver- zeichnen und heiße cS daher, abzuwarten, waS geschehen werde. In der Hauptsache drehte sich die Diskussion um die Frage einer Ber« billignng des Tarifs. Angesichts der übermächtigen Konkurrenz hielt es' die Kommission für' angebracht, einige Abänderungen des Tarifs in Vorschlag zu bringen, insbesondere eine Gleichstellung der Nachtzeit mit derjenigen' der Tapametcrdroschken. Von einer Verbilligung des Tarifs wollte indessen die Versammlung absolut nichts ivtsscn. auch von einer Abänderung der Nachtzeit versprach sich die Versammlung nichts und wurde allgemein befürwortet, alles beim alten zn belassen und an dem bestehenden Tarife unentwegt festznhaltc». Die Versammlung beschloß denn auch einstimmig. keinerlei Vcrändermigcn an dem bestehenden Tarife eintreten zn lassen. Die unter„Verschiedenes" verhandelten Angelegenheiten entbehrten des öffentlichen Interesses. Die Väckcr-Juiiiing„Germania" hielt am Montag«ine Quartalsversammlung ab. Der Verlauf derselben zeigte recht beut- lich, daß der Einfluß, den der GeselleiiauSschnß in denjenigen An- gelcgenhciten, wo ihm das Jnmmgsgesetz ein Mitbestimmungsrecht zngestcht, ans die Beschlüsse der Jimnng ausüben kann, gleich Null ist. Zuerst hatten die Meister unter sich getagt, alS dann die� Angelegenheit beraten werden sollte, in welcher der GesellenauSschnß mitzureden hat, sagte Obermeister B e r n a r d zn seinen Zunft- genossen etwa folgendes: Wir werden jetzt den GcsellenauSschuß hcreinrnfe». Die Gesellen sind ja vom socialdcmokratischen Gtst in- fizierr, sie werden jedenfalls viel reden, ich rate Ihnen, meine Herren Kollegen, lassen Sie die Gesellen reden so viel sie wollen, aber stimmen Sie nicht für deren Anträge. sondern nehmen Sie unsere Vorschläge an. Nach dieser Einleitmig begann die ge- mcinsame Beratung eines Regulativs für das Sprechwesen lArbcitsiiachwciS). Eine lebhafte Debatte entspamr sich darüber, ob dein Verlangen der Meister gemäß die Vermittlungsgebühr von 1 Mark beziehungLiveise 0,75 oder 0.50 Mark erst beim Antritt der Arbeit erhoben, oder ob sie in Form eines Einschreibe�eldes, wie der Gesellonansschuß beantragte, bei der Eintragung in die Liste des Sprechlneisters(Arbeitsvermittlers der Innung) erlegt werden solle. Der GesellenanSschuß begründete seinen Antrag mit dem Hinweis darauf, daß ein Geselle nach längerer Arbeitslosigkeit oft nicht in der Lage sei. die VcrmittclungSgcbühr zu bezahlen, und daß er dann die sehnlichst erivartete Arbeitsstelle nicht erhalten könne. Thatsächlich sei cS schon vorgekommen, daß Gesellen, die nicht bc- zahlen konnten, vom Sprechmeister zurückgewiesen wurden, oder daß ihnen als Pfand für das Sprechgeld die llbr abgenommen worden sei. Die Meister wandten gegen den Ainrag der Gesellen ein, die Erhebung eines Einschreibcgcldes berechtige den Gesellen, die Znweisimg einer Ar- beitsstelle durch die Jimnng zu verlangen, und darauf könnte die Jnming nicht ciiigcbcii. Die Gcsellciivörtreter meinten dagegen, die Innung sei in der Lage, dein jetzt bestehenden Unwesen der Arbeits- vcrmittlmig durch Kommissionäre ein Ende zu»nachen. indem die Innung ihre Mitglieder verpflichte, mir vom Sprcchmeistcr die Gesellen zu beziehe». Hiergegen sträubte sich jedoch � der „freibcitlichc Sinn" einiger Jmiungsnioister. Dieselben meinten nämlich, ein Vorgehen' gegen die Komuiissionäre käme einer Beschränkniig der Gcwcrbesreihcit gleich. Der Antrag des Gesellen- ausschusses wurde natürlich abgelehnt. Ebenso erging es einigen Anträgen, die der GescNciiansschnß zur Prllfnngsordiiung gestellt batte. Der erste dieser Anträge verlangte die Mitwirkung deS GesellenansschusicS bei der prartischc» Prüfung der AuSgelernten, während der zweite Antrag forderte, daß ei» Lehrling, der die Gesellenprüfung nicht besteht, für die Zeit des Nachlernens von seinem Lehrmeister mit mindestens 5 M. pro Woche entschädigt wird. Altgeselle Schneider begründete diese» Antrag, indem er geltend machte, daß es in den meisten Fällen Schuld des Meisters sei, wenn der Lehrling nichts lernt. Der vorliegende Antrag werde die Wirkung haben, daß die Meister sich die genügende AuSbüdnng der Lehrlinge angelegen sein lassen würden. Die Prüfungsordnung wurde schließlich ohne die Anträge der Gesellen lind gegen de» ausdrücklichen Widerspruch der letzteren angenommen.' Nachdem die Tagcsordnnng erledigt war, beantragte Altgeselle Schneider, cS sollten zu der von den Meister» gebildeten Kommisston zur Kontrolle der Werkstätten auch einige Gesellen hinzugezogen werden, da es dann leichter sein werde, bestehende Mißstände aufzudecken. Die befragten Gesellen würden doch, ivenn Kollegen von ihnen der Kommission angehören, sich eher getrauen,, Mißstände anzugeben, als wenn sie nur von. Meistern befragt werde». Die Jnnnng„Concordia" habe den Gesellen ein solches Recht eingeräumt und sie habe damit gute Erfahrnngeli gemacht. Oberineistcr Bernard bemerkte dazu, an der Einrichtung der genannten Konnnission könne in diesem Jahre nichts mehr geändert werden, später ließe sich vielleicht über eine Mit- »virtung der Gesellen reden. Die Versammlung ging ohne weiteres über Schneiders Antrag hinweg»nd darf man danach ivohl erivarten, daß er auch später von den Jnmmgsmeistern nicht berücksichtigt werden wird, wenn man sich vielleicht auch herbeilassen sollte, darüber zn reden. Geredet ivnrde übrigens auch über die vorher- gehenden Anträge der Gesellen gemig, jedoch scheinen sich die Meister über das Schicksal, welches sie den Gescllenanträgen bestimmt haben, von vornherein klar z» sein. Die Art, wie man über alle ehiigcnnaßcn bedeutende Anträge des GesellenansschusscS hinweg- geht, läßt erkennen, daß die JiinnngSmcistcr die Vertreter der Gesellen- schaft. die ja mm mal laiit Gesetz bei der Erledigung gewisser Dinge Hinzligezogen werden müssen, als»nbequeine Eindringlinge betrachtet, die man zwar anhört, ohne sich durch ihre Gründe im mindesten beeinflussen zu lassen. Bezeichnete es doch der Obermeister Bernard als eine Unverfrorenheit, als der Altgeselle Hctschold die Geschäftsführung deS Obermeisters eine nach parlamentarischem Brauch nicht korrekte nannte. Die Kritik seiner GeschäflSführung seitens deS Altgesellen lasse ihn ganz kalt, so meinte der Herr Ober- Meister mit überlegenem Lächeln. Die Herren JnnnnczSmeister sind eben noch weit entfernt, die Gesellen thatsächlich als gleichberechtigten Faktor in denjenigen Angelegenheiten, wo ihnen ein Recht der Mit- bestimmung zusteht, anzilsehcn. Die Bäckerei-Arbcitcr waren am 17. d. M. bei Rieft ver» sammelt. H ä tz s ch o l d referierte über:„Die Streikbcivcgung der deutschen Bäckerci-Arbeiter und wann iverdeu die Berliner Kollegen cincil Vorstoß wagen." Nachdem Redner die Erfolge der Würz- bnrgcr»»d Münchener Bäckergesellen beleuchtet, kommt er zu dem Schluß, daß auch in Berlin ein Erfolg zu erzielen sei, wenn inir die Gehilfen zusammenhalten würde».' In den nächsten Versamm- lungen würden auch mir solche Kollege» Zutritt erhalten, die mit ordnungsmäßigen Streikkarten versehen sind. Er empfahl dann folgende Resolution: Angesickits der im verflossenen Sommer nur mäßigen Fort- schritte unserer Lohnbewegung� die, wenn auch in der Natur unseres Bernfes liegend, doch geeignet sind, abstumpfend ans die große Masse unserer opferwilligen Kollegen zu wirke», verpflichtet und ermächtigt die heutige Versammlung die Lohnkommission: 1, Unsere Forderunge» vom 13. Dezember 1893 voll und ganz aufrecht zu halten. Die Versammlung verpflichtet sich ihrerseits, die Lohnkommission auf das thatkrästigste zu unterstützen. um unserer Bewegung im kommenden Winter zum Abschluß zu verhelfen, der nur ein glänzender Sieg der Arbeiterschasl seien kann und seien wird. 2. Eine schärfere Kontrolle der Strcikkartcn der arbeitenden sowie arbeitslosen Kollegen in die Wege zu leiten. 3. Das Material unserer Statistik in Brochürenform sämtlichen Reichs-, Staats- und Kommnnalbehörden, Volksvertretern und den Vertretern der Wissenschaft zn unterbreiten, solvie der Bevölkerung Berlins zu gegebener Zeit diese Statistik zur Beurteilung vorzulegen. Diese Resolution fand einstimmige Annahme. Sodann berichtete Schneider über den G e s c l l e n a u s s ch u ß. In der kurzen Zeit seiner Thätigkcit— seit Juli des Jahres— sei es nicht möglich, ein vollständiges Bild seiner Wirksamkeit zu geben. Derselbe sei aber bemüht, soweit es in seiner Macht liegt, auf allen Gebieten des Jnnungs- Wesens praktische Neuerungen ciiizuführcn. Ferner sei es wünschenswert, das bei der im nächsten Monat stattfindenden Neuwahl des Aus schusses nur organisierte Kollegen gcivählt würden. Nachdem von K a st i n g noch ein Fall von Bäckcrei-Kontrollcn durch die Bc- ouftragten der Innung erwähnt wurde, wurde betont, daß diese Kontrollen bedeutungslos sind, wenn den Arbeitern die Mithilfe versagt bleibt. Den Wiesbadener Kollegen wurden öl) M. als erste Rate zur Unterstützung bewilligt. Gleichzeitig wurde die Lohn- tommission ermächtigt, weitere Mittel nach Maßgabe und Bedan dorthin zu senden. Zimmerer. Am Sonntag tagte in den Arminhallen die General- Versammlung des Centralverbandcs der Zimmerer, der Zahlstellen Berlins und der der Umgegend, die zum Zivecke der Abrechnung für das III. Quartal einberufen wurde. Der Kassierer K u b e verlas zuerst den Abschluß der Lokalkasse, welche eine Einnahme von 7299,26 M. aufwies inkl. des Bestandes vom II. Quartal von 1793,66 M. An Ausgabe war, nebst 500 M. Unterstützung an die Ausgesperrten in. Dänemark, 599 M. an die streikenden Steinmetzen und dem der Hauptkasse überwiesenen Betrage von 4146,69 M., 5919,73 M, zu verzeichne», so daß ei» Bestand von 1384,54 M. verbleibt. Der örtliche Fonds ergab vom 11. Juli bis 13. Oktober an Einnahme 4924,15 M., hierzu Bestand vom 2. Quartal von 9268.43 M., in Snnmia 14 192,58 M. Die Ausgabe betrug, inkl. 3999 M.. welche dem Streikfonds überwiesen, 4669,58 M. Nach dem Bericht der Revisoren wurde sder Kassierer entlastet. An Mitgliedern innren in bcr Zahlstelle Berlin im 3. Quartal 1795, davon sind zugereist 129, neu eingetreten 197, nach 8 9 des Statuts gestrichen 35 und aus- getreten beziv. abgereist 83 Mitglieder, so daß am Schluß des Quartals die Mitglicderzahl 1582 ist. Zühleke erstattete die Ab- rcchnnng vom 16. Stiftungsfest, welches eine Einnahme von 438,99 M., an Ausgabe 419,59 M. aufwies. Der Ucbcrschuß 19,31 M. wurde dem örtlichen Fonds überwiesen. Hierauf wurde unseren Toten, den Kameraden Räum mm und Riegcr die übliche Ehre erwiesen, wonach der Genosse Markwaldt seinen interessanten Vortrag über:„Litterarische Ströniungen" mit Poesicproben gemischt zum Gehör brachte. Eine größere Diskussion cnt- fachte Petereit mit seinem Kapitel über die Schinderei in unserem Berns. � Er verlangt, daß dieser in den Versannnlimgen energisch zu Leibe gerückt werde. Es wurde jedoch von fast allen anderen Rednern als kein bchandelnswertcs Objekt ,für Vcrsammlnngen bezeichnet. Soweit ist es noch nicht und auch schwer durchführbar, für unser Gewerbe Tarife aufzustellen. Gicbt nian sich Mühe, die Ursachen der sogenanntcn Schinderei zu ergründen, so waren es in erster Linie die ungleichnläßigcnLöhnc, die eine solchäfördertcn. Da diese nun geregelt, wird es auch damit allmählich besser werden; daß sie ganz verschwindet, ist jedes einzelnen Aufgabe.— Knüpfe r macht dann auf den Umtausch der Sammclkartcn auf- »nerksam. Jedes Mitglied erhält die neue Karte sofort nächste Woche durch seinen Zahlstellenkassierer ausgehändigt. Den Kontrollstempcl auf dieser erhält es jedoch erst nach Abstempelung der alten Karte. Die im Stcinsetzergcwcrbc beschäftigten Rammer hielten am Mittwochabend im Lokale Bergstraße 12 eine öffentliche Vcr- fannnlung ab, welche niigcwöhnlich stark besucht war. Genosse K n o I I hielt einen mit lebhaftem Beifall anfgcnonnnencn Vortrag über die Frage:„Was hat die günstige Konjunktur den Arbeiter» des Stenn etzcrgcwcrbes gebracht An der Hand eines reichhaltigen statistischen Materials führt Redner den Nachweis, daß sich die Lage der Arbeiter im allgemeinen in den letzten fünf Jahren nicht gc- hoben hat. Was spccicll die Berliner Rammer anbetrifft, so seien dieselben bisher überhaupt leer ausgegangen, da sich die� hiesigen JnnungS- Meister immer auf den Standpunkt gestellt hätten, daß sie mit Rammcrn und Hilfsarbeitern nicht zu unterhandeln hätten. Redner giebt dem Wunsche Ausdruck, daß die infolge des Stcinsetzcrstrciks neu entfachte Vclvcgung der Rammer diesmal nachhaltiger sein möge, als das bisher leider der Fall gewesen ist. In der Diskussion wurde von einigen Rednern das nnsolidarische Verhalten eines Theiles der Steinsetzer beklagt. Einstimmig beschloß sodann die Versammlung, für das nächste Jahr mit Lohnforderungen an die Unternehmer heranzutreten. Es soll gefordert werden: Neunstündige Arbeitszeit, 59 Pfennige Stunden- lohn; Uebcrstundcn und Nacht- und Sonntagsarbeit sollen analog den Lohnverhältnissen der Steinsetzer mit 25 beziv. 59 Proz. Aufschlag bezahlt werden. In Konsequenz vor- stehenden Beschlusses wurde weiter beschlossen, sofort einen Streik- fonds zu gründen und die Sammlnugc» zu demselben am 5. No- vcmbcr beginnen zn lassen. Es erhält jeder Rammer eine Streik- fondskartc, in welche jede Woche, so lange die Arbeit anhält, eine Marke zu 59 Pf. einzukleben ist. In den folgenden Wochen sollen die Streikfondsbeitrüge Sonnabends aus der Baustelle kassiert und stets am selben Abend noch im Lokale Bergstraße 12 abgerechnet werden. Zur Ausarbeitung des Lohntarifs soivie zur Ansführnng der übrigen Beschlüsse wählte die Versammlung eine aus fünf Mit- gliedern bestehende Lohnkonnnission. Tic Vcrgoldcr tagten am 21. d. M. in den Arminhallcn. ES sollte das Resultat der jetzige» Lohnbewegung bekannt gegeben werden. Ein Schreiben von der Vergolderinnung an die Kommission teilt mit. daß die Bersainmlnng sämtlicher selbständiger Vergolder in Berlin sich über die Bewilligung der Lohnforderung seitens der Gc- Hilfen nicht einig geworden ist, und es jedem Meister nach freiem Ermessen überläßt, zn handeln. Vis zum 21. d. M. haben von circa 35 Firmen nur 6 bewilligt. Ausgeschlossen von einer Durchführung der Lohnforderung haben sich die Kollegen der Firma Zickendrath, Firma Karl Röhlich und Firnia Davidsohn vormals Königsberger. Der Verband der Fabrik- und Land-HilfSarbeiter hielt am 19. Oktober seine Generalversammlung ab. Nach dem Kassenbericht war im dritten Quartal eine Einnahme von 467,53 M.. eine Aus- gäbe von 239,43 M. vorhanden. Dem Kassierer wird Dcchargc er- teilt. Die Neuwahl der Ortsvcrivaltung crgiebt: Funk erster,' Rühle zweiter', Frese dritter Bevollmächtigter.' Zu Revisoren werden gc- ivählt: Vogt, Sonncnburg und Wolter. Unter„Vcrbandsangclcgcn- bciten" wurde beschlossen, zu der am 12. November in Potsdam stattfindenden Konferenz einen Delegierten zu entsenden, und wurde hierzu Kollege Funk gewählt. Alsdann wurde beschlossen, die Mit- gliederversammlnngen für das nächste Quartal jeden zweiten Sonntag im Monat stattfinden zn lassen. Weistensce. In der am 23. Oktober er. im„Prälaten" statt- gehabte» öffentlichen Parteivcrsammlung gab Genosse Hanfschild den Bericht über seine Thätigkcit als Vertrauensmann und wurde, nachdem Decharge erteilt war, Genosse Tanbman», da Hanff'child ab- lehnte, zun, Vertrauensmann gewählt. Zu Revisoren wurden Häuf- schild. Eschbach, Rich. Kirchner gewählt. Die Wahl der Lokal- kominissiön ergab als Resultar die Genosicn Ggrtz. Röske und Gcils- darf. Nn» gab der Delegierte vom Parteitag, Genosse Hanfschild, seinen Bericht und stellte Taubmann folgende Resolution zur Annahme: Die am 23. Oktober im„Prälaten" ab- gehaltene Parteiversammlnng erklärt sich mit dem Bericht des Delegierten einverstanden und die Anwesenden verpflichten sich, die Beschlüsse dcS Parteitages hochzuhalten." In der Diskussion bc- mängclt Genosse Gcrstcnbcrger einzelne Entschließungen des Partei- tagcs. Nach Annahme der Resolution Taubinann schloß der Vor- sitzende um 12Et Uhr init einem Hoch auf die Socialdemokratie die bedauerlicherweise schwach besuchte Versammlung. In Nowatves tagte am 18. Oktober eine Volksversammlung, in der Genosse K o tz k e- Berlin referierte. Sodann sprach Elias- Berlin über den Streik der Teppichweber bei Feibisch. In der Diskussion wurde die Handlungsweise der Arbeitswilligen von Nowawes, welche in die Feibischsche Fabrik eingetreten sind, sehr getadelt. Eentralverein der im Zldrcssenwesen und verwandten Branchen Beschäftigten. Sonnabend, de» 28. Oktober, abends 3 Uhr, bei Kernchen, Wallstr. b?: Versaiumlung. Die englische Niickwävtsbewegnng. Die englische Presse zeigt eine recht gedrückte Stimmung, lieber die Ereignisse der letzten Tage werden keine klaren Nachrichten ge- geben, aber was durchsickert, zeigt genugsam, daß es den Engländern in Natal keineslvcgs geheuer ist. Die spärlichen Nachrichten, die über Pretoria einlaufen, dürften der Wahrheit weit näher kommen, als die englischen Rnhinredigkciten. Ei» Bericht Jonberts. Ueber die Kämpfe, die den Rückzug der Engländer von Glencoe und Dnndee veranlaßten, meldete der Oberioinmandiercnde der Boeren-Armee, General Joubert, nach Pretoria am 25. d. M.: Kommandant Cronje hatte mit dem Konimando von Winburg am Dienstag ein Treffen mit englischen Truppen, welche von Elaiids- laagte kamen, zn bestehen. Der Kampf begann um 9 Uhr morgens und dauerte sieben Stunden, 3 Boeren wurden verwundet, 6 getötet, die gesamte englische Truppe um acht zog sich auf Ladysmith. Ein anderer amtlicher Bericht aus Pretoria besagt, das Kom- mando von Johannesburg und das holländische Freiivilligcncorps hätten einen harten Kampf mit einer überlegenen englischen Streit- macht bei ElandSlaagtc gehabt, die Schlacht habe 12 Stunden ge- dauert, 199 Boeren seici! tot oder verwundet, 299 Boeren würden vermißt. Eine englische Bcrichtignilg. Die Londoner Abendblätter veröffentlichen eine Depesche ans Glencoe vom 23. Oktober, in welcher es heißt: Nach deni Siege der Engländer am letzten Freitag glaubten die Engländer. daß der Feind sie während einiger Tage nicht beunruhigen würde, sie haben sich indessen völlig getäuscht. Als die Truppen voni Schlachtfeldc zurückkehrten, stellte sich heraus, daß die Meldung, es feie» dem Feinde alle Kanonen abgenommen worden, unrichtig war; es ivar dem Feinde gelungen. die Kanonen fortzuschaffen, bevor;die Engländer den Hügel in Sturm nahmen. Als die Engländer mit den Boeren Fühlung gewannen, hielt nur»och ein Teil der Scharfschützen der Boeren das Terrain besetzt, die übrigen Truppen der Boeren waren schon im vollen Rückzüge. Die Vereinigung DnleS mit White. Ueber das Treffen, das General White bei seinem Vorstoß von Ladysmith behufs Vereinigung mit General Aule den Boeren lieferte, wird aus Kapstadt gemeldet: Die Boeren hatten zwei englische Meilen südlich vom Modderspruit eine Batterie aufgestellt; sie beschossen die britische Vorhut auf weite Entfernung mit Jnfantcriefeucr und verwandten ihre Artillerie gegen die britische mit b e m e r k e n S iv c r t c r Sicherheit. Das Gefecht. das sich auf dem Gelände der Rietfontcin-Farm abspielte, dauerte 6 Stunden. Die Boeren wurden von den Hügeln vertrieben; die Engländer kehrten nachts nach L a d y s m i t h zurück. Man glaubt, daß die Boeren schwere Verluste erlitten haben. London, 26. Oktober.(Meldung des„Reuterschen Bureaus.) Eine Depesche des Generals White ans Ladysmith von heute mittag besagt: Die Kolonne des Generals Aule ist nach einem sehr schwierigen Marsch im strömenden Regen hier soeben angekommen. Die Truppen sind, wenn auch sehr er- »lüdet, doch in ausgezeichneter Verfassung und bedürfen nur der Ruhe. Sie wurden vom Feinde nicht beunruhigt. London, 26. Oktober.(W. T. B.) Nach Meldungen ans Lady- smith vom 23. d. M. sind dort starke Verstärkungen, Infanterie und Artillerie, aus Pictermaritzburg eingetroffen. Tie Boeren solle» in grosser Zahl wieder bei Elaudölaagte stehen, ein mehrere tauicnd Mann starkes Korps der Freistaat-Boeren steht bei Besters. — In Kapstadt ist heute eine Depesche ans Pretoria eingegangen, dcrzufolge zwischen den Boeren und den Truppen des Obersten Plniner bei Rhodes Drift südlich von Tuli in Rhodesien ein Gefecht tattgefunden hat, bei dein die Boeren 6 Tote hatten. Vier Boeren wurden gefangen genommen. Boeren bereits im Znlnland. Ans Durban wird gemeldet, es sei eine authentische Nachricht in Melmoth im Znlnland eingetroffen, ivonach ein starkes Boercnkommando auf Blelmoth zu marschiert. Alle Einwohiier haben sich sofort nach dem Fort Maxwell begeben. Ein Angriff wird erwartet. Bombardement von Mafcking. Meldung des„Reuterschen Burcans": Von den Truppen des Generals Cronje wurde Dicnstagvormittag das Bombardement auf Mafeking eröffnet. Den Franc» und Kindern ivurde die notwendige Zeit geivährt, die Stadt zu verlassen. Äm Mittwoch wurde das Bonibardcment fortgesetzt, mehrere Häuser stehen in Flammen. Das englische Parlament. London, 26. Oktober.(W. T. B.) Unterhans. Ashmead Bartlett ersucht um Aufklärung bezüglich der Bevölkerung des Swasi- Landes und fragt, ob derselben das britische Protektorat angeboten und ihre alten Rechte wiedergegeben werden würden. Chambcrlain crividert, der britische Konsul' im Swasi-Lande habe am 14. d. M. einen Posten verlassen. Er habe Anweisung gehabt, vorher noch dem Oberhänptling anzuraten, seine Leute ruhig zn halten und sich nicht in den Krieg zn mischen, der nur die Weißen angehe. Es verlaute, daß auch die Regierung von Transvaal ihre Beamten aus Sivasi-Land zurückgezogen habe. Was die zweite Frage Bartletts betreffe, so sei er zur Zeit nicht in der Lage, sich darüber zu äußern. Der Untcrstaatssckreiär des Krieges, Wyndham, giebt sodann die Erklärung ab. daß im Kriege keine Hohlspitzengeschosse Verivendung fänden. Im weiteren Fortgange der Debatte bemerkt Balfonr, der Schiedsspruch in der Delagoa- Frage sei noch nicht gefällt, werde aber binnen kurzer Zeit erwartet. Wyndham erklärt hierauf, die Meldung von dem Tode des Generals Symons sei den, General White von dem General Joubert zugegangen, diese Thatsache sei eine Bestätigung der An- »ahme, daß General Dule seine Verwundeten in Dnndee habe zurücklassen müssen. In Mafeking sei am 2l. d. M. alles in bester Ord- nnng gewesen. Was die Meldung anlange, daß Jnfanterie-Ofsiziere in FeiiideShand gefallen seien, so sei ihm nichts davon bekannt. Man nehme an, daß sie zur berittenen Infanterie gehörten. Es feie» in Natal reiche Vorräte an Medikamenten für die ganze britische Truppen- macht vorhanden, wenn aber die Engländer niöglichenveise»och für große Masse» verwundeter Boeren zu sorgen bäticn, dann könnten die Vorräte zu sehr in Anspruch genommen werden. Für diesen Fall eicn Vorkehrungen zu treffen und das geschehe bereits, so weit cS möglich sei. Am 23. d. M. seien drei Aerzte der Boeren mit einem Assistenten nach Ladysmith gekommen und die verwundeten Boeren feien in der holländischen Kir.ve ihrer Pflege überwiesen worden. Tie Aerzte hätten für die Einrichtungen, ivclche für die Bequemlich- keit und die Pflege der Verwundeten getroffen waren, und die vor- zufinden sie nicht erwartet hatten, ihren Dank und ihre Befriediginig geäußert. Die internationale Lage. Zwar liegen keine bestimmte» Anzeichen dafür vor, daß eine baldige Zukunft schwere internationale Verwicklungen bringen werde. Doch erscheint die Lage recht gespannt. Allerlei Kombinationen werden für möglich gehalten. Rußlands asiatische Wünsche in Afghanistan, Pcrsien, Frankreichs Rachegelüst für Faschoda, die deutschen Ministerreisen uslv. geben Anlaß zu der Vermutung, daß jeder Tag die internationale Welt vor große Ereignisse stellen könnte. Dazu kommen besonders die englischen F l o tt e chb e w e g u n g e n. Hierüber sagt der Londoner „Daily Telegraph": Im Zweifel über die politische Zukunft wird daS Kanalgeschwadcr«ach Gibraltar gesandt und das mittelländische Geschwader bei Malta konzentriert, um die Meerengen zu beherrschen. Ferner werde eine Reserve- flotte für alle Eventualitäten bereit gestellt. Das ist die Politik der Admiralität. Sie wurde bei der Faschodakrise befolgt und alles deutet darauf hin, daß sie in wenigen Tagen wieder er- sichtlich werden wird. Zweifellos stecken hinter den stillen aber umfangreichen Flottenrüstungen politische Belvegungen, die nicht direkt mit Transvaal verknüpft sind.— Letzte Meldungen. London, 26. Oktober.(B. H.) Die Blätter besprechen sämtlich die jetzige Lage in Natal nach dem gestrigen Treffen bei Rietfontein: „Daily News" sagt, dieser Krieg gestalte'sich nicht zu einem mili- tärischen Spaziergange, wie man es bisher glaubte. Die Vcr- tcidignng der Natalkolonic werde England noch heftige Kämpfe kosten.— „Daily Tel." berichtet, die Zahl der Boeren unter dem Befehle Jonberts belaufe sich auf 15—16 999 Mann. Die Boeren des Oranjestaatcs verfügen über eine ähnliche Streitmacht, während die englischen Truppen sich nur auf 12 999 Mann beziffern. Es sei daher begreif- lich, daß General White darauf bedacht sei, die Bocrcnkolonnen einzeln anzugreifen, so oft sich ihni dazu Gelegenheit bietet.—„Daily Graphic" sagt, die Lage habe sich gebessert, seitdem die Generale White und Dnle ihre Truppen vereinigt haben. PariS, 26. Oktober. Ministcrial-Erlatz vom 14. Februar d. I. aufgestellten Grundsätzen alle Härten vermieden werden. Gegebenenfalls, nämlich wenn die beteiligten Lehrkräfte bei Versetzungen nicht die nötige Anzahl jüdischer Kinder ans der nächst niederen Klasse empfangen, sollen dieselben die versetzten Kinder ihrer Klasse ousnahniswetse noch das nächste Jahr weiter führen dürfen. 2. Bezüglich der neu anzustellenden jüdische» Lehrkräfte ist vcr- cinbmt: a) ES sollen die beiden bereits bcschästigtcn Lehrerinnen Fräulein David und Fräulein Ranft mit Rücksicht auf ihre längere Dienstzeit ansnahmsivcise zur Anstellung gelangen, sobald ihnen»lindcstcilS wöcheiitlich 8 ReligionSstundc» übertragen sind und mit der Maßgabe, daß diese Stunden bei geeigneter Gelegenheit ans 12 erhöht werden. d) Die Anstellung nenet jüdischer Lehrkräfte und die Uebertragung eines Ordinariats an dieselben soll auch in Zukunft nicht aus geschlvfse» sein»nier der Bedingung, daß die ministeriellen Forderungen der beiden mehrcrwähntcn Erlasse»nchgelvicsencr Maßen erfüllt werden. Die Schul-Dcvutation ivird schließlich ermächtigt, die Petition der jüdischen Lehrerinnen und des L e h r e r i n n e»- V e r e i n s zu beantworlc» und letztere»i be ni ertlich zu niachcn, daß er sich nicht mit Angelegenheiten zu befassen h a r, die Sacke der A n f s i ck t s b e h ö r d e sind.(I) Der Magistrat hat das Protokoll über diese bereits am 28. März fiattgchobtcn Verhandlungen i» einem vom 2v. Juni datierten Schreiben des Proviiizial-Schnl-Kollcginms mit dem Er suche» um Zustimmung bczlv. Vollziehung zugesagt erhalten und am 5. September vollzogen zurückgereicht. In seinem Vegleit schreiben erklärt der Magistrat': „Wir verkennen nicht, daß in der praktischen Behandlung der Frage Erleichterungen eingetreten sind, können aber unsere Bc- fürchlnng nicht verschweige», daß trotz derselben der Eintritt von Härten gegen jüdische Lehrer und Lehrerinnen nicht immer zu vermeiden sein wird, und müsseil schließlich aussprechen, daß wir on der Anffassiiüg, welche wir in unserem Bericht an den Herrn llnterrichtsniinistcr voni 6. März 1896 eingehend dargelegt haben, glauben festhalten zu müssen und daher von dem Streben nicht ablassen können, daß nach iveitcrrr Bewährung der jüdtscken Lehrkräfte die ihnen jetzt»och auferlegten Beschränkungen beseitigt werden." Die Beratung dieses Gegenstandes ist seit der Wiederaufnahme der Sitzungen»ach den Sommcrfericn wiederholt vertagt worden. Sie steht als erster Gegenstand auf der heutigeu Tagesordnung. Doz» haben die Stadtvv. Gcrstenberg, Cassel und Genosse» beamragt, die Magistralsvorlage zur Kenntnis zu ttchmen.� sich mit der Stelluugiiahme des Magistrats einverstanden zu erklären u>,d die brstunmte Erwartung auszusprechen, daß der Magistrat mit alle» gesetzlichen Mittel» de» simultanen Charakter unserer Gcnicindeschnlen und nach dem Grundsatz der Gleichberechtigung die Interesse» aller Lehrkräfte, mithin auch der jüdischen, wahre» wird. Referent Stadlv. Hernies legt dar, daß die früheren AnSschiiß- bcschlüsse zum Teil durch die Thatsachen überholt sind. Da» Ziel müsse bleibe» die Erhaltung dcS SinniltanschnlcharaktcrS und die Gleichberechtigung aller Lehrkräfte. Wenn auch in letzterem Punkte nichts erreicht sei. so habe nian doch in den konkreten Fragen wert- volle Zugeständnisse erlangt. Nach Lage� der Sache«nipstehlt der Referent die Annahme der Resolution Cassel. Stadtv. Dr. Preuß: Ich bin mit dem Referenten überzeugt, daß die Mehrheit de« Ausschusses diese Resolution aiigenommc» hätte, wenn er nochmals mit der Frage befaßt worden wäre. Weiter geht aber meine Uebereinstimmung niit ihm nicht. Aus dieser Reso- lution und aus dem frühereu AuSschußantrage spricht gleichmäßig der Gedanke! Befiehl du deine Wege und was dein Herze tränkt, der allertreusten Pflege— de» Magistrates, der uns lenkt(Oho l). Das Protokoll vom 28. März steht tu unversöhnlichem Widerspruch mit dem paritätischen Charakter unserer Volksschulen, den Ausschuß und Magistrat erhalten wissen wollen. Ans den von ihm gehegten Bedenken hätte der Magistrat gerade die Folgerung ziehen müssen, daS Protokoll nicht zu unterzeichnen, und der Ausicknß hätte aus denselben Gründen die Unterzeichnung mißbilligen müssen. Noch am 1. Dezember 1898 schien eS, als ob wir in der Rechtsausfassimg alle durchaus einig ivären. Ist denn seitdem Irgend etwa» an der Rechtsfrage zweifelhaft geworden? Man umgeht jetzt diese Frage mit dem Hinweis, dah eS sich hier gar nicht um eine RechiS-, sondern um ein« Machtfrage handle. Aber die ganze Macht städtischer Selbstberivaltung wurzelt doch lediglich in dem Rrchtsboden, und gegen diese» richtet sich das Protokoll vom 28. März, welches schon im Eingang besagt, daß die Staats- koininissarien den Erlaß des Knltnsininisters selbst als der Diskussion entzogen bezeichneten. Das Ziel der Regierung ist, ans den jüdischen Lehrerinnen Religionslehrerinnen zu machen, und der Magistrat läßt sich bereits auf dies Gebiet hinüberdrängen. Auch sonst ivimmelt das im Protokoll Vereinbarte von Zweideutigkelten, von .vorübergehend",.auSiiahinSweise" u. f. w., so daß zuletzt nur noch die Willkür der Behörde oberstes Gesetz bleibt. Entweder kommen wir zu wanderndell jüdischen Lchrrriuncn oder zur konfessionellen Volksschule, und waS letzteres für die städtischen Finanzen bedeutet. brauche ich wohl bloß anzudeuten. Vor diesem unerfreulichen kait accornpli stehen wir nicht ohne die Mitschuld der Mehrheit dieser Ver- sammlung. �Widerspruch.) Man hätte sich auf kein Kompromiß einlassen von dem NccktSstaiidpnnktc niemals abgehen sollen. Die Zweifel. die man an diesem letztereil erheben zu können glaubt, sind baktlos. Die klaren Versasstmgsbestiinmmigc» sind durch den Erlaß verletzt. Daß Artikel 24 bis zum Erlaß eines Untcrricktsgesetzcs suspendiert ist. haben drei�KultuSminister, v. Bethmanu-Hollweg, Falk und Bosse selbst anerkannt. Die Regierung will jetzt zwischen der parttätischen und der konfessionellen Schule cm drittes, ei» Zwittcrding einschieben Man hätte eS dann sehr leicht, mit dem Hinweise daräuf. daß die Tiinnitanschulcn sich nicht bewährt haben, zur konfessionellen Schule zurückzukchrcit. Läßt man die Dinge jetzt gehen, so erklärt man sich damit einverstanden, daß der rechtliche Charakter unserer Schulen jeden Augenblick durch den KultnSniinistcr geändert werden kann. „Se. Exccllrnz Hat'S gegeben, Sc. Exccllenz hat's genommen, der Name Tr. Excel! enz' sei gelobet l'(Ilnnihr.) Noch heute halten wir die rechtlichen und verfassungsmäßigen Er wägnngtgrstnde aufrecht, von welchen wir ain 14. Febniar anSgingen. wir kommen nnr zu der durch die That fachen gegebenen anderen Konklilfion:.Die Venannnlnng erblickt in den Bestimmungen des Protokolls weder eine Wahrung des paritätische» Charakters unserer Volisschnle noch eine Garantie gegen künftige Verletzungen der Lehrfreihett; sie nimmt daher nur mit Bebancr» von der Vorlage Kenntnis." Stadtv. P r e tz e l:' Es erübrigt sich, auf diese Darlegungen einzugehen, da lvir vor einem tait äccompli stehcil. Ich habe in der Sache erreicht, was ich erreichen konnte.(Unruhe.) Jawohl! Der Magistrat hat sich der jüdischen Lehrerinnen ja sehr angenommen, auch die Festigkeit des Provinzial- Schnllolle�inms ist sich nicht immer gleich geblieben. Nach den jetzt abgcschlofienen Lerhandlungeil ist es sehr tvohl niöglich, daß jüdische Lehrcriinicn ein Ordinariat haben in einer Schule, Ivo kein einziges jüdisches Kind vor- banden ist. Der Magistrat ist aber selbst damit noch nicht zufrieden Wir haben noch acht Lehrer, welche, obwohl im Dienste der Stadt ergraut, noch nicht angestellt sind, weil sie das anstellnngSfähige Alter von 35 Jahren schon etwas überschritten hatten, sogar solche. die schon 34 Jahre Lehrer sind und noch heute als alte Männer jeden Augenblick ohne Pension cutlassen werden können.(Zuruf des Stadtv. S p j» o l a: Sind das jüdische Lehrer?) Nein, wen» es solche wären, dann wären sie längst angestellt I(Lebhafter Widerspruch und Lärm.) Der Magistrat sollie unS im Juteresse dieser Lehrer schleunigst eine Vorlage machen. Stadtv. Cassel: Es ist doch nur als Hohn aufzufassen, wenn der Vorredner von einem besonderen Wohlwollen des Magistrats für die jüdiscken Lehrerinnen spricht(Zustimniung). Warum hat Herr Pretzcl nicht bei den Lehrergehalts-Berhundlungen entsprechende An irögc für die erwähnten Lehrer gestellt? Herr Prctzel lebt noch t» der' Wcltauscknuuug. daß wir cincu konfessionellen Staat haben Wir leben nicht mehr in einem solchen. Die Angriffe, welche die Mitglieder jüdischer Konfession als Mitbürger zweiter Klaffe, als eine Gefahr für den Staat hinstellen, weisen wir entrüstet zurück. Wo sind übrigens die Herren geblieben. die im Jahre 1884 mit ihm in diese Versammlung eintraten? Alle bis auf ihn sind sie verschwunden; die Bcvölkenuig teilt also keines wcgS seine Anschauungen. Heute wagen die Herren sich der Bürgerschaft mir noch als„Unparteiische" zu empfehlen. Wir wolle» die Simultauschule ganz ebenso wie Dr. Preuß. Von einer„Geiiehmigimg" dcS Protokolls durch den Magistrat kann man nicht reden i der Magistrat erkennt eS al» richtig abgefaßt an, spricht aber keineswegs sein materielles Einverständnis ans. Wir glauben, den Änderungen der Gleichberechtigung und der Simultan schule mehr zu nützen, wenn wir nach außen hin keinen Zwiespalt mit dem Magistrat in die Erscheinung treten laßen. Wir lassen uns keineswegs durch den Magistrat oder den Minister gängeln; aber Herr Preuß kann uns keinen praktikablen Weg zeigen, auf dem im Punkte der Aiistellimg mehr zu erreichen wäre. Bürgermeister K i r s ch u e r: In den Verhandlungen dcS Ab geordnctcnhnuscs vom 21. Januar d. I. sind vom Kultus- in i n i st e r Bosse Aeußcrungcn gcthan worden, die einer Richtige stellniig bedürfen. An die Schuldcputation sind Beschwerden von christlichen Eltern, daß ihre Kinder von jüdischen Lchrcrinncn unter richtet würden, obwohl kein jüdisches Kind in der Klaffe sei, nicht gelangt. Es muß bedauert werden, daß die betreffenden an das Probinzial- Schnlkollcgium gerichteten Beschwerden nicht der Schuldepntation mitgeteilt worden sind, sonst würde sich ergeben habe». daß diese Beschwerden u n b e- g r ü n d e t waren(Hört!). Es steht fest, daß es keine Klaffe gegeben hat. die von einer jüdischen Lehrerin durch die sämtlichen Jahrgänge hinaufgeführt worden wäre. Die Worte, mit welchen der Minister ferner seinen Erlaß damals als einen ganz milden charakterisierte, stehen e b c n f a l l's mit den Thatsachen in Wider- s p r n ch. Da? Provinzial-Schnkkolleginm hat einfach die anderwcite Lesetzmig von 0 bcziehnngs weise 80 Ordinariaten bis znm 1. Oktober verlangt. 6 jüdische Lehrkräfte an der Spitze von 6 einzeln in der Verfügung anfgefiihrtm Klassen mußten ohne weiteres entfernt werden. 2 ließen sich anderweit nnterbringcn, 4 fielen einfach inö Freie. Das Tadelsvotnm des Herrn Prctzel muß sich der Magistrat gefallen lassen. Seine Wcltaiischanmig und dir des Magistrats sind einander diametral entgegengesetzt. Der Magistrat will den tonfessioneNen Frieden pflegen von dem Standpunkte der Glcichbcrcchttgung aller Konfessionen an» j sBravo!) auch die Schulvcrivaltnng hat die Pflicht, diese Gcsliimma schon in dir jugendlichen Gemüter hlneinznpflanzen; Herr Pretzcl dagegen sucht überall die konfessionalcn Unterschiede hervorzuheben. Durch den Erlaß von 1875 haben wir thatjächlich einen großen Fortschritt nach der Simultauschule hin gemacht. Wir halten an dieser Ecruuacnschaft fest und haben das auch in unscrn Berichten an den Minister erklärt. Da der Minister aber einen Bescheid darauf über- Haupt nicht geben zu wollen erklärte, haben wir unsererseits die Priucipicnfrage nicht wieder aufgerollt. Mit den Protokoll- vereinbar»»»«! sind wenigstens einige Zugeständnisse erlangt worden. Der Magistrat hat aber hierbei wiederum bestimmt erklärt, daß er von seinem principiellen Standpunkt nicht abgeht: solange auf diesem Gebiete nicht mehr zu erreichen ist, wird er nach den darin niedergelegten Gesichtspunkten verfahren. Das ist das momentan einzig Erreichbare. Für sein Verhalten verdiente also der Magistrat den Dank der Versammlung, nicht aber einen Angriff von einer in der Tendenz ganz mit ihm einverstandenen Seite. Der Unterschied liegt bloß in der Beurteilung der unS zu Gebote stehen- den Mittel. Wir können nicht den heroischen Standpunkt des Herrn Preuß teilen, daß wir einfach die volle Anerkennung der paritätischen Schule fordern, wo wir doch nicht die Mai�t haben, diese Forderung durchzusetzen. Weigern wir uns, die verfügten Anordnungen auszuführen, dann würde die Behörde ohne unsere Mitwirkung die Schulangelegcnhciten regeln und wir hätten dann blost noch zu bezahlen. Die städtische Gcmeindeschnlverwaltuiig ist aber eme der großartigsten Schöpfungen der Selbstverwaltung. Wer einen Weg betreten will, der jene' Eventualität herbeiführen könnte, vergeht sich an dem Gedanken der Selbstverwaltung(Bravo!). Deshalb kann ich zur Annahme von Resolutionen, welche den !iasstven Widerstand empfehlen, nicht raten. Der Magistrat seiner» eits wird niemals diesen Weg gehen.(Beifall.) Stadtv. Gerstenberg protestiert gegen die Unterstellung, daß die Mehrheit der Versammlung„mitschuldig" sei an dem status quo, meint ferner. daß die vom Stadtv. Preuß gebrauchten Citate hätten wegfallen können und empfiehlt seinen Antrag zur Annahme. Stadtv. Schwalbe ist auch der Meinung, daß solche Citate leicht verletzend wirken und einen dem beabsichtigten entgegen- ? �setzte» Effekt haben können. Wie ihm Herr Preuß erklärt habe, ei es diesem absolut nicht in den Sinn gekonmien, irgendwen damit verletzen zu wollen. Nach Ablehnung des Antrages Preuß wird der Antrag Cassel in namentlicher Abstimmimg mit 70 gegen 17 Stimincii an- g e n o m m e n. Der Entscheidung der Frage, ob für Berlin von der reichsgcsctz- lichen Befugnis der Gemeinden zur Ausdehnung der Kranken- verficht rungspflicht auf die H a u s i n d n st r i e l l e n Gebrauch zu machen sei, will der Magistrat, wie belaimt, angesichts des Widerspruchs, welche» die von der Geivcrbcdeputation ans- gearbeiteten Lrl«statuts-Entwürse bei den Beteiligten gefunden, erst nach zlvci Jahren wieder näher treten. Der von' der Versammlung niedergesetzte Ausschuß hat nach längerer Debatte sich mit 7 gegen 1 Stimme dafür entschieden, der Versammlung zu empfehlen: den Magistrat zu ersuchen, mit ihr in gemischter Deputation über den baldigen Erlaß eines Ortsstatuts betr. die Ausdehnung der Krankenversicherung ans die Haus- industriellen zu beraten. Ohne Debatte wird demgemäß beschlossen. Aus den Magsstratsbe'richten über die Bauabnahme mehrerer Brücken ist ersichtlich, daß die Banansckläge durchweg zu hoch gewesen sind. An der.Weidendammer Brücke sind(Anschlag 1 077 000 M.) 219 600, an der Schönebergcrstraßcn-Brücke(Anschlag 406 000 M.) 110 000, an der Potsdamer Brücke(Anschlag 980 600 M.) 153 000 M. erspart worden. Stadtv. I a c o b i weist auf diese hohen Anschläge mit dem Bemerken hin. daß die jetzige Verwaltung dafür keine«schuld treffe. richtet aber auch an den jetzigen Chef des Tiefbaues die Bitte, bei den Veranschlagungen die äußerste Sorgfalt walten zu lassen. Schluß 3 Uhr. Im Zur Stadtverordnetenwahl. fünften Reichstags- Wahlkreise finden am Montag, den 6. November» vormittags von S bis abends H Uhr, im ZV. Konummal- Wahlbezirk Neuwahlen der dritten Abteilung zur StadtverorVnetcil-Vcrsaminlnng statt. Die Wählerlisten liegen schon jetzt zu jedermanns Einsicht öffentlich im Lokale von Lange, Dragonerstr. 15, auö. Zur Orientierung der Wähler veröffent- lichen wir hiermit das für den Wahlkreis in Betracht kommende Wahltablcau. Um die Wähler am Wahltage vor Zeitverlust zu bewahren machen wir darauf aufmerksam, daß das Wahlrecht in dem Bezirk auszuüben ist, wo der Wähler bei Rufftellung der Wählerlisten, also im Anfang Mai d. I., seine Wohnung iime hatte. Der Wähler ivählt in seinem Wahllokal an dem Tisch, an welchem die Farbe des ausgehängten Plakats mit der Farbe seiner ihm vom Magistrat zugesandten Einladung nbereiustimmt. Sollte einem Wähler keine Einladung vom Magistrat zugesandt sein, so kann er, sofern er in die Wählerliste eingetragen ist, von den im Wahllokal von nachmittags 5 Uhr anivesenden zwei Magistratsbeamten eine solche ausgestellt erhalten. Jedoch muß sich jeder Wähler mit ausreichender Legitimation— Steuerzettel, MietS- kontrakt— verschen. Zum SV. Wahlbezirk gehören folgende Straßen und Häuser: Acker- straße 1—26, 144—174, Am Zwtnigrahen, An der Stadtbahn 41-51, Arttllericstr. 4— IS, 19-34, Augusistr. 3-49, 54—88, Kleine Allgusl- slraße 1-14», Bcrgstr. 1-29, 65-80, Elsnfferstr. 11-15, 68-97. tÄipsstr. 1—33, Hackcscher Morlt 1—5, Große Hamburgerstr. 1— 41, Kl. Hamburgerstraßr, Invalidenstr. 158, Joachiuistraße, Koppenplatz, Krausnick- straße, Linienstr. 76—89, 93—106, 160—202, Monbijouplatz 1—12, Neue Promenade 1—8, Neue Schönhanscrstr. 2—20, Oranienburgerstr. 1—39, 64—92, Gr. Prastdentcnstraße, Kl. Pröstdentenstr. 1—5, Rosenthalerstr. 2o bis 63, Sophlenstr. 1—35 Spandaucr Brücke 4—9, Stadtbahnbogen 132—147, Urbcrsahrlgosse, Weinmetsterstr. 1 und 2a, ZIegelstr. 14—23. Wahllokal: Snal des HandwerkervereinS, Sophienstraß«. Kandidat: Vcrlngsduchhändler Johann Sassenbach. UokÄises« Den Partrigcuossc» und-Genossinnen deS zweiten Wahl- kreifeS die Milt-ilnng. daß am Sonntag, den 29. d. M., vormittags 7l/a Uhr, eine Flugblatt-Verteilung stattfindet. Alle, die gewillt sind, mitzuhelfen, werden ersucht, sich in folgenden Lokalen cinzufindeii: Pinzcr, Schützenstr. 18/19: Satz, Markgrafenstr. 192; Voigt. Königgrätzerstr. 39; Siebcrt, Großbeerenstr. 64; Quand. Bclle-ANianccftr. 74: Kcßncr, Hagelsbergerstr. 23; Faller. Pallas- straße 16; Werner, Bülowstr. 69. Das Wahlkomitee. Achtung! Heute abend 8Vl Uhr findet in dem Lokale deS Herrn Köhler, Teltowerstr. 33, eine Koinmnnalwählcr-Versammlung Ür die Bezirke 3, 6 und 7 statt, in der Genosse Karl Lankow (Kandidat des 7. Bezirks) referieren wird. AuS der Etadtverordneteil-Verfanimlung. Die Angelegenheit der Ordinariate jüdischer Lehr» kräfte an den Gemeindeschulen hat gestern noch ein« nial— nun znm letztenmal— die Stadtverordnetcn-Versamntlung beschäftigt. Da die Sache bis auf weiteres so hingenommen iverden muh, wie sie jetzt„geregelt" worden ist, so blieb nur noch übrig, sich darüber zu unterhalten, ob der Magistrat dabei der Regierung gegenüber weiter zurück- gewichen ist, als er zurückweichen mußte, oder nicht. Diese Frage beschäftigte die Versammlung volle zwei Stunden hindurch. Bürgermeister K i r s ch n e r meinte, der Magistrat habe sich dabei sehr energisch gezeigt. Zum Belveise dessen berief er ich auf die Ansicht des Stadtv. Prctzel, nach dessen Behauptung die Regierung vor dem mutigen Magistrat zu weit zurückgewichen wäre. Die Mehrheit der Versammlung erklärte sich schlieszlich in einer Resolution mit der Haltung des Magistrats einverstanden,»m nach anbei« hin den Eindruck zu vermeiden, als seien die beiden Gemeindebehörden in einer so wichtigen Frage uneinig: sie sprach aber zugleich die Erivartnng aus, daß der paritätische Charakter der Volks schrile gewahrt bleiben werde. Die Berliner Stndtvcrordncten-Vcrsammlmig hat sich da- mit in der Rolle einer— wenn mau so sagen darf— Verteidigerin der RcligionSfreiheit versucht. Sie hat aber bei früheren Gelegen- heitcn iviederholt gezeigt, daß sie dem Standpunkte dcS Herrn Prctzcl, den» die ch r i st l i ch e Erziehung der Jugend auch in der Schule so ganz autzcrordeutlich am Herzen liegt, im Grunde genommen gar nicht so fern steht, wie sie glaubt oder thut. Sie ist vollkommen damit einverstanden, daß der Schuljugend, wenn nicht das u n- verfälschte Christentum, so doch überhaupt die Religion erhalten bleibe, und sie würde sich gegen den Versuch, den Rcligions- Unterricht vollständig a»S der Schule zu entfernen und— wie billig— der Äirche zu überlassen, selbst dann mit der Entschieden- heit wehren, wenn das unter den heutige» Verhältnissen überhaupt denkbar oder möglich wäre. Die Volksbibliothek(Alexaudrineustr. 26), deren Eröffnung wir in der gestrige» Nummer anzeigten, war am ersten Tag sehr gut besucht, jedoch ohne das von mancher Seite befürchtete Ge- .dränge. Die Zahl der Bnchcntlciher betrug etliche zwanzig— iveit gröber war natürlich die Zahl der Leser. Das sonst ziemlich ver- .wickelte Geschäft der BüchcrauSgabe vollzog sich, dank der durch den Jiidikator ermöglichten Vereinfachung, in glattester Weise. Wohl- thiiend war den Entleihern das ihnen entgegengebrachte Ver- trauen. Die Volksbibliothek appelliert an das Ehrgefühl der Arbeiter, und dieser Appell ist nicht uinsonst. Schreiber dicfcs er- kündigte sich vor einiger Zeit bei der Verivaltnng der Volks- bibliothek in Edinburgh sSchottland),— wo die Einrichtnnaen und LegitimationSbedinguiigen ähnliche sind.— nach den Verlusten ausgeliehener Bücher. Die Antwort war:«Die Verluste sind ganz minimal, so d a b s i e g a r nicht i u§ G e w i ch t .falle n". Unter de» Arbeitern herrscht eben zum Glück noch nicht daS„höhere Ehrgcsühl", daS über die geineine plebejische Moral und Sitte himvcgsetzt, imd das wir soeben im Harnilosenprozeb kennen zu lernen so schön Gelegenheit hatten. Die Volksbibliothek, die von der ganzen Presse sehr sympathisch besprochen wird, hat beiläufig in ihrer Lesehalle nicht blob 25 Zeitungen und Zeitschriften aufliegen, sondern 350, darunter Berliner allein über 100. Fernstchtigkcit. In der bekannter», aben zu Berlin er- .scheinenden„Krenz-Zeitnng" lesen»vir heute: „Geradezu deprimierend ist die Wahnlehmung, wie wenig unsere K riminalpolizei ihrer Aufgabe gewachsen ist. Ein imnitteil der Stadt begangener Mord ist nun der fünfte Fall binnen weniger Jahre, dessen Urheberschaft nicht aufgehellt worden ist. Also schreibt die, wie gesagt, in Berlin erscheinende„Kreuz- Zeitung" von— Z ü r i ch.— Der Gutöbczirk mit der Zuknnftsmauer. In dieser gestern von uns erwähnten Scnsationsafsäre schreibt die„Freis. Ztg." u. a.: „Das Schloh ivird, so sonderbar cS klingt, seit mehr als 30 Jahren als ein besonderer Gutsbczirk behandelt. Nach Einführung der Gcmeinde-Ordnung von 1850 hielt man es für selbstverständlich, daß das Schlofi zum Weichbild von Berlin gehört. Als aber mit der Städte- Ordnung von 1853 alte V e r h a l t n i s s e nach Mög- l'chkcit reaktiviert wurden, entstand auch hier der Anspruch, das Schloh als einen eigenen Gutsbczirk zu behandeln. Zeitweilig wurde derselbe Anspruch auch für das Schloh Monbijou ■ erhoben, aber später wieder fallen gelassen. Thalsächlich hat diese Bchanbluiig des Schlosses als eines eigenen Gntsbczirkes die Folge, daß alle Personen, welche im Schlosse Wohnung haben, zahlreiche Hofbcdienstete iind namentlich auch ehemalige , Hofbedicnstcte, von Berliner K o m m u n a l st e u e r n ganz- lich befreit sind. Auf der anderen Seite gcnichen die �Schloßbewohncr alle Vorteile der Berliner Kominunalciurichtnngcn in Bezug auf Beleuchtung, Wasserleitung und Kalialbauten. Schulbesuch und dergl. mehr. Bereits im Jahre 1873 hat der Ab- geordnete Richter als Stadtverordneter in Berlin auf Beseitignng dieses widerspruchsvollen Verhältnisses gedrungen. Der damalige Oberbürgerineister Hobrccht aber hielt es nicht für geraten, an diese Dinge zu rühren. Das Hofmarschallamt ist übrigens nicht in der Lage, auch nur innerhalb der Grenzen des Gutsbezirkcs beliebige .bauliche Veränderungen vorzunehmen, weil die gegenwärtigen baulichen Verhältnisse die Voraussetzungen sind der Ilebercinkommen, die in Bezug auf die Versorgung des Schlosses mit Gas und Wasser und in Bezug auf die Kanalisation getroffen sind. Seltsam ist an dem ganzen Verhältnis, dah in keinem iienercn Gesetze des Schlosses als eines Gntsbezirkes Erwähnung geschieht. Dieser .Gntsbezirk unterscheidet sich von allen andern Gntsbczirtcn PrenhenS dadurch, dah er keinem Kreisverband und keinem Provinzialverband angehört, überhaupt keine kommunale Alifsichtsinstanz hat und auch ii, verwaltnngsrechtlicher Beziehung einer übergeordneten Jnstnnz entbehrt." Zur TenkmalSverstiimineliing in der SicgcSallcc. Von den Steinbildhauern, die in der angeblichen Anzapfung des Pro- fessorS Meyer als vermeintliche Deiikmalszertrümmerer verdächtigr wurden, geht uns eine Erklärung zu, in der diese Unterstellung im Namen der organisierten Angehörigen des Berufs mit aller Ent- schiedenheit zurückgewiesen wird. In der Zuschrift heitzt es: „Man mutz zur Entschuldigung des Herrn Profesioiä wohl annehmen. daß er mit deutschen Steinbildhauern noch nie in Berührung gekommen ist und sich von, Wesen eines solchen Kunsthandwerkers eine gar merkwürdige Vorstellung macht. Denn sonst würde er wohl nicht seine Beleidigungen iü die Welt gc- schleudert haben. Aber auch nnsere italieniichcn Kollegen, die neuer- dings, Zeitungsberichten zulolge, der That verdächtigt werden, müssen »vir mit aller Entschiedenheit in Schutz nehme, i. Es scheint, dast auch hier auf gewisser Seite ein Bedürfnis vorliegt, die Arbeiter verschiedener Nationalitäten zu verhetzen. Was»och die angebliche Minderbefähigung der deutschen Steinbildhaner betrifft, so sei bemerkt, daß, wie auch von italienischer Seite an- erkannt wird, die Deutschen in der Behandlung des Marmors ihren südländischen Kollegen durchaus nicht nachstehe». Die Furcht vor der Konkurrenz lebt nur in der Einbildung gewisser Künstler." So die Zuschrift deS Vertrauensmannes der Berliner Steinbildhauer. Einen merkwürdigen Fingerzeig giebt folgende ZcituiigSmeldnng: Was die Schandthat anbetrifft, so ist Bildhauer Boese nach genauer Untersuchung der beschädigten Stellen zu der Ansicht gekommen, dafi die Verstümmelungen nicht durch einen Hammer, sondern durch Stocks chläge verursacht worden sind. Da? oorpas ckelieti waren dann wohl Stöcke mit eiserner Zwinge, 'Nnd es bestärkt sich die Meinung, dast die Roheit von halbbezechten Burschen ausgeführt worden ist. Ans Grund der Anhaltspunkte, die schon erwähnt wurden, setzt die Polizei ihre Nachforschungen in einen, bestinimtcn Kreise fort. Zu dieser bezeichnenden Meldung bemerkt die„Germania": „Vielleicht versteht die„Deutsche Tagesztg." den Hin- weis BocseS auf die.Stockschläge". Sie versuchte nämlich die Un- that den Arbeitern auf den Leib z» schneiden. Es könnte sich das Prophezeien in diesem Falle bitler rächen. Arbeiter wagen be- kanntlich keine Spazier st öcke mit eisernen H ä mm e r n nndZivingeii. wohl aberStu Kenten ei nerge wissen Hochs ch n I c. Die allgemeine Fama wird auch ihr wohlzu Ohren g e I o m in e n sein." Das',.Kl. Journal" meldet, daß„man sogar soweit gehe, die Thätcr in akademischen Kreisen zn suchen". Auch folgende Mitteilung der„Possischen Zeitung" läßt auf den Stand der Dcnkmalszerslörcr gewisse Schlüsse zu: „Wie niis noch berichtet' wird, ist von städtischen Laternen- anzündcrn gemeldet worden, daß in der Nacht vom Sonntag zum Montag, ii, der die Bcschädignngc» an den Denkmälern ,n der Siegcsallce verübt wurden, fast sämtliche Laternen der'Charlottenburger Chaussee sowie der angrenzenden nach dem Krollschen Lokale führenden Wege von unberufenen Personen aus- gelöscht Ivaren." In welchen Kreisen wird der„Ulk" des Laternen- auslöschens wohl am eifrigsten kultiviert? An der Rückseite der Denkmäler soll Stacheldraht an- gebracht iverden. Bildhancr Boese hat dem Geh. Rat Spitta bereits erklärt, dah er nicht in der Lage sei, die Schäden„sofort zu beseitige n". Der Künstler und nicht minder wohl auch Prof. Unger Ivünscht dringend eine Neuh erste llung der Büsten, da die Flickarbeit immer sichtbar bleiben werde. Der Obcrpräsidcnt von Berlin, Herr v. Bethmann-Hollweg, hat sein Erscheinen in der heutigen Sitzung des Magistrats in Ans- ficht gestellt. Herr Kirschner will diese feierliche Sitzung mit dem bekannten Kirchengesang„Harre meine Seele" eröffnen. Allgcnicine Volks- Kraiirenkasse 2' Uhr fertig sein. Aber es wurde zwei Uhr und später, ohne dah Leisdorf zurückkehrte. Auch in seine Wohnung war er nicht gegangen. Zunächst dachte man daran, dah ihm ein Unfall zugestoszeii sein könnte. Man fragte daher in allen Krankenhäusern und andere» Anstalten an, aber nirgends wclr der Knssenbote aufgcnommci, worden. Die Nachforschungen nach anderer Richtung ergaben nun, dah Leisdorf zwar alles Geld— 15 000 M. — was er einziehen sollte, auch wirklich abgehoben, dagegen nichts eingezahlt hatte. Man zweifelte nun nicht daran, dah er mit diesem das Weite gesucht hatte. Sofort wurden die Revier- und die Kriminalpolizei benachrichtigt. Depeschen gingen „och vorgestern abend nach allen Seestädten ab, da man vermutet, dah der ungetreue Kassenbote den Weg über das Wasser zu nehmen versuchen wird. Auch auf den hiesigen Bahnhöfen wurde besonders auf den Flüchtigen gefahndet. Die" geschädigte Fabrik setzt auf die Ergreifung des Durchbrenners eine Belohnung von 300 M. ans. Diese wird bei Wiederherbeischaffnng deS unterschlageiien Geldes »och erhöht werden, je nach der Höhe der herbeigeschafften Summe. Leisdorf ist verheiratet und läht seine Frau, mit der er in ge- ordneten Verhältnissen und glücklicher Ehe lebte, mit drei Kindern im Stiche. Die Flucht dcS ungetreuen Kassenboten Gustav Leisdorf hat nach den neuesten Ermittelungen eine merklviirdige Vorgeschichte. Leisdorf nnterhiclt vor seiner Verheiratung mit sci»er jetzigen Frau Beziehungen zu einen, Mädchen, das darauf rechnete, dah er es heiraten werde. Von seiner damaligen Geliebten hatte er zn einer Zeit, als er„och Gärtner war, eine Uhr bekommen, weil er selbst keine besah. Da nun ans der Heirat nichts wurde, so verlangte das Mädchen die Uhr zurück. Leisdorf hat sie jedoch versetzt, besitzt aber auch den Pfandschein nicht mehr. Jnfolgcdcssc» wurde er von seiner ehemaligen Geliebten wegen Unter- schlagung angezeigt. Seiner Frau gegenüber stellte Leisdorf diese Beschuldigung als Racheakt dar. Schon im August dieses Jahres versprach er ihr jedoch, die Angelegenheit regeln zn wollen, um Weiterungen zu vermeiden. Daraufhin war von einer Anzeige zunächst Abstand geuommen worden. Leisdorf kümmerte sich aber um die Sache nicht weiter und hielt sein Versprechen nicht. Seit der Zeit war er öfter betrunken»ud änherte dann wiederholt in Schank- wirtschaften, wenn es doch»och z» einer Anzeige kommen sollte, so werde er schon wissen, was er thue. Sonnabend sollte die Gcrichsverhandlung in der Unterschlagnngs- i stattfinde». Die leere Geldtasche fand man in einer Bedürfnis- anstalt am Lustgarten. Große iilufrcgnng rief gestern, Donnerstagabend, um 6'/« Uhr ein Unfall auf de», D 0 m b a u hervor. Acht Arbeiter waren dabei, die grohe, 43 Centner schwere Bronzefignr dc§ segnenden Christus auf ihren Standort, eine Nische in der Hauptfront unter- halb de§ grohen vergoldeten romanischen Kreuzes zu schaffen. Sie hatten die Figur bereits emporgewnnden und mit dem Sockel auf die in der Höhe von etwa fünf Stockwerken gelegene Nische geschoben, 0 dah sie in schräger Lage teils stand, teils am Tauwcrk gehalten wurde. Da rih plötzlich' das obere T a u w e r k, und die schwere Figur fiel kopfüber in die Tiefe zurück, indem sie ie Brctterlage nnd mehrere Gcrüstricgcl durchschlug. Im Sturze überschlug sie sich, so dah sie mit dem schweren Sockelende zuerst unten ankam. Hier fiel sie auf einen grohen Sandhaufen, in den sie sich ziemlich tief eingrub. Da man vermutete, dah mehrere Arbeiter verunglückt seien, so erging sofort an Feuerwehr und Polizei der Lärmruf:„Unfall auf dem Dombau!" Beide erschienen auf diesen Ruf. den die ständige Feuerwehrwache des DombanplatzeS ergehen lieh, alsbald mit einein grohen Aufgebot, von der Polizei Schntzmannschaften zu Pferde und zu Fuh, ,»„ den ganzen Platz abzusperren. Glücklicherweise stellte sich bald heraus, dah niemand verunglückt war. Die Arbeiter hatten sich alle gerettet, indem sie beiseite sprangen, und waren nnvcrsebrt davongekommen. Die Wehr und die Polizei konnten daher auch bald wieder abrücken. Ihr Er- scheinen mit jo starkem Aufgebot hatte aber eine grohe Aufregung hervorgerufen, so dah fortwährend neue Menschciiansammlnngen stattfanden. Nach Verlauf von einer Stunde hatte sich jedoch auch die Aufregung wieder gelegt nnd der Platz sein altes Aussehen an- genommen. Die Christusfignr wurde alsbald aus dem Sandhaufen wieder ausgegraben. Es stellte sich heraus, dah sie, trotz der Höhe des Sturzes, verhältnihmähig nur wenig Schaden genommen hat. Brüche haben nur die Arme' erlitten, die übrigen Teile lediglich Eibbculnngcn. Der Schaden wird in kurzer Zeit wieder gut gc- macht sein.' Arbciterjubilänm. Der Posamcntier Tenert. ein Veteran der Arbeit, ist jetzt seit 25 Jahren in der OrdenZband-Fabrik von Steldt in der Schnndstrahe 31 beschäftigt. Aus Anlah dieser Thatsache ver- anstaltcte der Chef eine Jubiläumsfeier und bedachte den Jubilar mit eine», Ehrengeschenk von 350 M. Seine Kollegen überreichten ihm einen Teppich.— Die Art, wie der Fabrikant der langjährigen Dienste seines alten Arbeiters gedachte, verdient volle Anerkennung in einer Zeit, wo ältere Arbeiter für gewöhnlich sang- nnd klanglos „abgeschoben" werden. Gcldbriefträgcr Schwarz verhaftet? Der von der hiesigen Staatsanwaltschaft I wegen Unterschlagung von 13 527,37 M. Post- kasscngclder» steckbrieflich verfolgte, seit dem 10. September d. I. flüchtige Gcldbriefträgcr Hugo Hermann Schwarz soll nach einer Meldung ans Zell an' der Mosel dort erkannt und verhastet worden sein. Nähere Einzelheiten fehlen noch. Ein Spaziergang ans dem Wasser. Der hiesige Fischer- meister Grotzmann ist, wie eine Lokalkorrespondenz meldet, auf dem Wasser nach Hamburg gewandert. Er benutzte dazu ein Paar von ihm erfundene und angefertigte Wasserschuhe, die eine Länge von je 4 Meter und ein Gewicht von 15 Kilogramm haben nnd ans ge- wöhnlichcn, Zinkblech in Gestalt von lüftdicht verschlossenen Röhren hergestellt sind. Diese Wasserschnhe ermöglichten es ihm. von Berlin aus über die Spree, Havel nnd Elbe fast trockenen Fntzcs nach Haniburg zu gelangen. Zur Vorwärtsbewegung bediente sich G. eines Doppelrndcrs, das er gleichzeitig zum Regulieren seines Gleich- geivichtS benutzte. Gestern früh wnrde in Schncidemiihl ans dem Berliner Schnellzuge heraus die jugendliche Verkäuferin eines Berliner Konfektionsgeschäftes verhaftet. Als der Zug in den Bahnhof eingelaufen war, wurden die weiblichen Reisende» durch Bahnbcamte scharf gemustert, worauf eine höchst elegant gekleidete Dame die Aufforderung erhielt, ihr Gepäck zn öffnen. Zögernd folgte sie diesem Wunsche und mußte es geschehen lassen, daß die Beamten aus dem Koffer zum Teil recht wertvolle Danientoiletten und kost- bare Seide- nnd Sammetrester zu Tage förderten. Nach Beschlag- nahmnng dcS Koffers mit Inhalt wnrde dessen Eigentümerin, die eine Fahrkarte Bcrlin-Brombcrg gelöst hatte, in Haft abgeführt. Die Festnahme war auf Veranlassung der betreffenden Berliner Firma erfolgt. Ei» Einbruch eigener Art ist vor einigen Tagen bei dem Restanrateur Brehm,, g in der Skalitzerstr. 75 verübt worden. Brehning, der hier seit dem 1. Oktober wohnte, besaß ein jetzt tz'/s Jahre altes Reh, das er früher mit der Flasche großgezogen hatte. Das zahme Tier hatte mit zwei Tauben zusannnen seinen Aufenthalt im Stalle des Hauses. In diesem brachen nachts Spitzbuben ein, schnitten dem Reh und den Tauben die Köpfe ab nnd nahmen die getöteten Tiere als Beute mit. Nur die Köpfe ließen sie liegen. Die Kriminal- Polizei hat die Einbrecher noch nicht ermittelt. Ans de» Siachbnrorten. Britz. Heute abend hält der Volksbildungs-Vercin seine regel- mäßige Mitgliederversammlung bei Dorn ab. Tagesordnung: Idealismus gegen MaterjalismuS. Schmargendorf. Die Parteigenossen Iverden auf die am Sonnabend im, 71/2 Uhr abends bei Baicr stattfindende Partei- Versammlung aufmerksam gemacht. Genosse F r ä 1, k e l spricht über ..Kompromißfragen". Außerdem Wahl der Vertrauensmänner, der Revisoren nnd der Lokalkommission. Der Kampf der Polizei gegen daS Strcikpostcnstehcn führte Donnerstagmittag zn einem Reukontre zwischen einem Gendarmen und zwei Arbeitern in Lichtenberg. Dort streiken die Arbeiter der I n d n st r i e- A k t i e n g e s e l l s ch a f t Lichten- berg. In der Dorfstraße standen vor einer Schenke etwa sechs Streikende, die sich über eine soeben stattgefnndcne Verhandlung eines der Beteiligten mit de», Direktor der Fabrik unter- hielten. I», Laufe der Unterhaltung kam der Gemeindc- diener nnd ein Gendarm hinzu und forderten die beiden die Arbeiter auf, fortzugehen. Der Weisung kam man nach und nachdem die Ausständigen ein Stück Weges gegangen waren, trennte sich der Arbeiter Kl. von den übrigen, um bald darauf mit dem Leiter des Streiks, den Arbeiter L., zusammenzutreffen. Beide sprachen über Streikangelcgenhciten, als bald darauf der Gcnreindc- diener mit dem Gendarm wieder auf sie zukam und auch diese zwei zum Fortgehen aufforderte. Infolge einer kurzen Auseinander- setznng hierüber gab der Gendarm dem Kl. einen Stoß, worauf dieser sich umwandte, um sich gegen solche Behandlung zu ver- wahren. Der Wortwechsel brachte den Polizeibcamtcn so in Erregung, daß er seinen Säbel zog nnd auf Kl. mit der flachen Klinge losschlug. Ein Hieb durchstach den Mantel nnd brachte dem Kl. am Arm eine Fleischwundc bei. die nach ärzt- lichen, Befunde etwa 2 Ccntimeter lang nnd 1 Ccntimeter tief war. KL ist dadurch zunächst arbeitsunfähig geworden. Herr L., der während dieses sich rasch abspielenden Vorganges nebenher gegangen war. wnrde von dem Gendarm erst nnt der Hand ins Gesicht und dann mit der flachen Klinge auf die Hand und in die Seite gc- schlagen. Die Verletzten werden die Hilfe der Staatsanwaltschaft in An- sprnch nehmen. Schönebcrg. Die Große Berliner Straßenbahn ist jetzt dem Beschlüsse der Stadtverordneten- Versammlung beigetreten. durch welche» die Anlegung einer E n d h a l t e st e l l e in der E i s e n a ch e r- st r a ß e unter der Bedingung genehmigt worden war, daß die Linie Vinctaplatz— Manstcinstraße durch die Bahnstraße und dann entweder durch die Kolonnenstraße bis zum Militär-Bahnhof oder die Haupt- straße bis zur Eiseuacherstraße durchgeführt wird. Die Hauptstraße tu Schöncberg soll nach einem Projekt dcS Stadtverordneton Baumeister Kutznitzky in der Weise geändert werden, daß durch den nördlichen Teil der Dorfaue eine Straße für den Wagcnvcrkehr gelegt wird. Der rege Verkehr in der Straße soll diese Aenderung sehr wünschenswert erscheinen lassen. Charlottcnburg. Auf eine von der Schuldepntation befür- wortete Petition der Gemeindcschnldiener hin beschloß die Stadt- verordneten-Versammlung. als angemessene Remuneration für die Reinigung an Schulen mit Ceiitralhciznng 15 M., an Schulen mit Ofenheizung 17,50 M. für jede Mehrklasse(Klassen über 8) für das Jahr zu bewilligen. Eine weitere Vorlage betraf die Remuneration für die Bearbeitung der Staats- steuer-Beranlagung. ES sollen hierfür für das laufende Jahr 2332,50 M. aus dem Dispositionsfonds bewilligt werden. Vor Eintritt in die Beratung zog der Erste Bürgermeister Schuft ehr ns im Auftrage des Magistrats die Vorlage vorläufig zurück, da die Beamten eines anderen Bureaus gleichfalls um Gewährung einer Remuneration eingekommen seien;'der Magistrat niüsse erst Stellung zu diesem Gesuche nehmen, von der Stellnngnahme hierzu hänge aber auch das Geschick der zur Beratung stehenden Vorlage ab. Auf Grund dieser Erkläning wurde die Sache vertagt. Ucbcr amtliche Viclschrribcrci macht dcr„Anzeiger für die Gemeindeb." drastische Angaben. U. a. wird mitgeteilt:„Die Gc- ineindebchörde eines Berliner Vorortes wurde um zwangsweise Einziehung von 1 M. 67 Pf. rückständiger Steuer ersucht. Sie er- Icdigte dies Ersuchen oder vielmehr sie sandte eS schließlich unerledigt zurück. nachdem sie es folgendermaßen bearbeitet hatte: 1. Eingangs- I. Nr. St. 6142-6. Äug. 1899. 2. Zahluugs- Auf- .forderuug, 3. Zustclluugs- Bescheinigung, 4. Neue J.-Zir. St. 633ö, 6. Verfügung nach drei Tagen. 6. Wieder vorgelegt unter neuer Nr. 6518. 7. Mahnzcttcl. 8. Zustellungsbcschcinigung, 9. Neue I.- Nr. 6891, 16. Verfügung nach drei Tagen, 11. Wieder vorgelegt unter neuer I.-Nr. 6927, 12. Pfändungs- bcfchl, 13. Anzeige des Vollziehungsbeamten, daß der Steuer- schuldner inzwischen verzogen sei, 14.' Neue J.-N. 7026, 15. Zurück- sendung des Ersuchens au die Ausgangsbehörde. 8. 9. 1899.— Zu bedauern find die armen Opfer, die diese Schrcibkosten nachträglich bezahlen müssen. Rciuickcudorf. Gegen die Errichtung des Berliner Müll- b er b re nn un g s- O fe n s hatte die Gemeindevertretung von Ncinickeudorf beim Landrat Beschwerde erhoben. Der Landrät hielt den Ofen in sanitärer Beziehung nicht für bedenklich und gab dem Gcmciiidcvorstaudc anheiin, für den Fall, daß schlimmere Unzuträg- lichkcitcn eintreten sollten, au den Kreisansschuß zu appellieren. Das Statut aus Errichtung eines Gewcrbcgerichts, das in einer aus 8 Arbeitgebern und 13 Arbeitnehmern bestehenden Kom- Mission gebilligt Ivorden ist, soll auf Beschluß der Ge- meindevertrctung weiter in einer Kommission ausgearbeitet werden. Ferner wurde beschlossen, die Almosen und Armenpflege- gelber nach Berliner Muster auszuzahlen. Im weiteren teilte der Vorsitzende mit, daß die Regierung die Anstellung von Schul- ä r z t e n für notwendig erachte. Er glaube, daß die Augcnlrankheit in dcr 2. Gcmcindeschule bei weitem nicht so großen Ümfang an- genommen hätte, wenn den Schulen Aerzte beigeordnet worden wären. Nach längere Debatte wurde beschlossen, den Vorsitzenden zu beauftragen, sich mit den Acrzten in Verbindung zu setzen und demnächst dcr Gemeindevertretung darüber Bericht zu erstatten Riiuberromantik. Aus Köpenick wird gemeldet: Verhastet worden ist eine Baude jugendlicher Räuber, welche in der hiesigen Gegend zahlreiche Diebstähle verübte und ein freies Räuberlebcn führte. Es sind dies Burschen im Alter bis zu 16 Jahren, welche mit Waffen ausgerüstet waren und mit diesen selbst Menschen be- drohten. In ihrem Schlupfwinkel wurden dieselben von Gendarmen überrascht und festgenommen. Dcr kürzlich in der Valentinischen Mordsachc in Rummels bürg verhaftete Arbeiter scheint in dieser Sache als verdächtig nicht mehr angeschen werden zu können. Er bleibt aber in Haft, weil er anderer Vergehen beschuldigt ist. Fräulein Nadga v. Wladimirow, die kaum l7jährigc Russin, die sich am Sonntag, 25. Juni d. I., auf der Strecke Steglitz— Gr.- Lichtcrfclde von einem Wannseebahnzug überfahren ließ, wodurch sie beide Füße einbüßte, ist jetzt aus dem Elisabeth- Kraukenhausc zu Berlin entlassen und nach einer Diakonissenaiistalt im Badcnjchcn, in deren Nähe sie eine von ihrem Onkel bewobute Villa besitzt, ge bracht worden, um dort noch einige Zeit als Wiedergcncscude zuzu- bringen. Dcr Hcilungsprozeß hat sich so günstig gesinltct, daß die junge Dame nach dem Urteil erster ärztlicher Autoritäten ohne Znhifc nähme von Krücken auf künstlichen(Gummi-) Füßen sich wird be wegen können. Zlns Lichtcrfclde wird berichtet: Ihren vier Wochen alten Sohn lebend im Saude verscharrt zu haben, ist die Säjährjge unverehelichte Minna Deutscher aus Pretzsch in Sachsen geständig. Man hatte die kleine Leiche dieser Tage in den sogcnauntcn„Sand- knien" im Vorort Lankwitz aufgeliinden und' Verdacht auf die genannte Person geworfen, welche sich vordem obdachlos in dcr l ortigen Gegend umhergetrieben und seit dcr Auffindung dcr Leiche bei ihrer in Gr.-Lichtcrfelde wohnenden Schwester Aufenthalt ge- nommen hatte. Dort erfolgte vorgestern nachmittag die Verhaftung dcr unnatürlichen Mutter durch einen in Lankwitz stationierten Gendarmen. Aus Anlaß des großen BraudcS in dcr Entcnbergstraßc in Charlotten bürg haben Mitglieder der dortigen Stadl» verordneten-Versamnilung den Antrag eingebracht, für die städtische Feuerwehr eine Dampffeucrspritze zu beschäffen, wie sie Charlotten- dura noch immer nicht besitzt. Bei dem Brande in dcr Gutcnberg- straße konnte man erst des Feuers Herr werden, als die Dampf- fcucrspritze aus Berlin eingetroffen war. Die Schöuebergcr Stadtvcrordnetcnwahlc», die auf den 3., 9. und 19. November angesetzt worden sind, werden diesmal, wie jetzt als sicher gelten kann, von den bürgerlichen Parteien in voller Einigkeit vollzogen werden, so daß in den drei Wahlbezirken, wo socialdcniokratische Kandidaten aufgestellt werden sollten, diese überall nur einem Kandidaten dcr bürgerlichen Parteien, dcr„IIn- abhängigen" und dcr.Bürgerpartei", gegenüberstehen werden. Ilni so mehr erwächst unseren Parteigenossen die Pflicht, durch eine intensive Agitation den Ausfall der Wahlen möglichst günstig. gestalten. zu GoviMs-Seikung. TaS Lied von der ausländischen Vichscuchcn-Gcfahr wird von unseren Agrariern bekanntlich immer als Schlachtgesang an- gestimmt, wenn cS gilt, sich unangenehmer Konkurrenz zu erwehren und die Flcischpreise nach Möglichkeit in die Höhe zu schrauben. Da ist es nun erhebend zu sehen, wie der agrarische Patriotismus, verkörpert in einem königlich preußischen A m t s v o r st c h e r ans einwandfreiem, ostclbischeu Juukergcblüt, auf sesine Weise dcr einheimischen Seuchcngefahr zu Leibe rückt. Am Donnerstag spielte sich vor der dritten Strafkammcr am Berliner Landgericht II folgender Strafprozeß ab: Auf dem Gute des Anitsvorstehers von Bredow in Wölsickendorf im Kreise N i e d e r- B a r n i in war unter dem Riudviehbestaude die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. In seiner Eigenschaft alsAmtsvorftehcr ver- hängte Herr v. B. über die Gemarkung seines eigenen Gutes auf Grund des Viehscuchcngesetzes die Sperre. Nun hatte er aber iu eiueni Stalle 14 Stück Rindvieh stehe», die noch nicht erkrankt waren. Der z» Rate gezogene Tierarzt Bolle erklärte diese Tiere für„unverdächtig", und nun verkaufte sie dcr Amtsvorsteher an den EngroS-Schlächtet- meistcr Julius M e t s ch k e aus Schmachtenhagen bei Oranien- bürg und erteilte— wieder in seiner Eigenschaft als Amtsvorstcher— die Erlaubnis, daß das Vieh nach Schmachtenhagen verladen werde. Auf dein Transport bcnicrkte aber dcr Käufer, daß die Tiere trotz des Gutachtens des Tierarztes augcnkrank waren. Er brachte dieselben nun nicht nach Schmachtenhagen, sondern nach Reinickeudorf und begann dort mit dem Schlachten. Sckion das Fleisch der ersten vier Rinder ivurde auf der llntersuchuugsstation in der Centralmarkthalle als seuchenkrank erkrankt und beschlagnahmt. In dcr Zwischenzeit hatte sich aber in Reinickendorf die Seuche auf nichrcre Gehöfte verbreitet. Die Ortspolizci suchte nach dem Seuchenherde, der nun durch die Beschlagnahme des Fleisches ent« deckt wurde. Metschke wurde nun wegen Bruchs dcr Viehsperre unter Anklage gestellt und vom Schöffengericht in Oranienburg zu der gesetzlich niedrigsten Strafe von einem Tage Gefängnis verurteilt. Gegen dieses Urteil legte der Angeklagte Bernstmg ein und suchte dieselbe damit zu begründen, daß er lediglich im all- gemeinen Interesse handelte, wenn er insofern von der amtlichen Erlaubnis abwich, daß er das Vieh nach Reinickendorf statt nach Schmachtenhagen brachte, denn dort stand ihm außerhalb der Ort- schaft ein isoliert liegendes Schlachthaus zur Verfügung, was in Schmachtenhagen nicht dcr Fall war. Der Sachverständige, Krcistierarzt Professor Dr. E g g e l i n g. bekundete. daß dem Angeklagten darin beizutreten sei, daß die Verbreitnngs- gesahr in Rcinickendorf geringer war, als in Schmachtenhagen. Er durfte aber aus dem Rahmen dcr amtlichen Erlaubnis nicht heraustreten. Er mußte das Vieh nach Schmachtenhagen bringen und wenn er es schon nach einem anderen Orte brachte, dann mußte er dies sofort der Polizei melden, damit diese die nötigen Sicher- heitsvorkchrungen treffen konnte. Die Ortspolizei von Wölsickendorf habe dagegen direkt ungesetzlich gehandelt. Der Tierarzt durfte die Tiere nicht als u n- verdächtig bezeichnen, denn Vieh, welches in nächster Nähe von seuchenkranken Tieren gestanden hat, ist stets verdächtig. Er habe die noch lebenden Tiere iu Reinickendorf untersucht und sämtlich seuchcnkrank befunden. Dieselben können daher auch in Wölsickendorf nicht mehr unverdächtig gewesen sein. Unverdächtige Tiere dürfen aus inficiertcn Orten zwar fortgebracht werden, doch nur zum Zwecke des sofortigen SchlachtenS nach Orten mit öffentlichen Schlachthäusern, die unter polizeilicher Kontrolle stehen, was weder auf Reinickeudorf, noch auf Schmachtenhagen zutreffe. Auch durfte der Anitsvorsteher nicht in seiner eigenen Sache eine anitliche Entscheidung treffen, er durfte die Erlaubnis zum Transport der Thicre nicht erteilen, er hätte dies seinem Stellvertreter überlassen müssen. Nach diesem Gutachten erkannte der Gerichtshof auf Verwerfung dcr Berufung mit der Begründung, daß der Angeklagte sehr zufrieden sein könne, daß für ihn die Sache so überaus günstig abgelaufen sei, denn auf den vorliegenden Fall seien die schwereren Vorschriften des Viehseuchengesetzes anznlvcuden, nach denen der Bruch dcr Sperrmahrcgeln,' sofeni dadurch die Verbreitung der Seuche herbei geführt worden sei, mindestens mit einemMonat Gefängnis bestraft werden müsse. Aus dieses Strafmaß würde der Gerichtshof haben erkennen müssen, wenn auch die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt haben würde. lliis soll mm verlangen, wie der biedere Amtsvorstcher v. Bredow in dieser Sache angefaßt wird. Eine ganze Schar kleiner Mädchen war zu gestern vor das hiesige Schöffengericht geladen, um Zeugnis gegen den Arbeiter Enkelkirch abzulegen, der sich auf die Beschuldigung der Erregung öffentliche» Aergernisses zu verantworten hatte. Der nicht mehr ganz jugendliche, verheiratete Augeklagte hat den Humboldthain dadurch unsicher gemacht, daß er auf den dort angelegten Spielplätzen für Kinder erschien und sich den kleinen Mädchen in einer unanständigen Anordnung seiner Kleider zeigte. Da dcr Augeklagte schon einmal wegen des gleichen Vergehens vorbestraft ist, so waren Zweifel an seiner geistigen Gesundheit aufgetaucht, die zu seiner Bcobnchtnng in der Charits Veranlassimg gaben. Das Gutachten des Professors Köppcu ging dahin, daß der Augeklagte zwar geistig minderwertig aber doch nicht geisteskrank sei. Dcr Gerichtshof verurteilte den Angeklagten mit Rücksicht ans dieses Gutachten nur zu drei Monaten Gefängnis. Durch eine nuglaubliche Thorhcit hat der Bankbuchhaltcr Paul I g l e r, der gcsicrn vor dcr IV. Strafkammer stand, selbst die Anfhebuiig eines ihn freisprechenden Urteils veranlaßt. Der An- geklagte ist seiner Zeit Kassierer in der Filiale eines hiesigen Bank- iustituts gewesen und hat ziigcstandcucrmaßen es verstanden, ein in seiner Kasse vorhandenes großes Manko durch schlaue Schiebungen zu verdecken, indem er dafür sorgte, daß bei dcr Revision dcr baren Kasse diese in bester Ordnung war und bei der Revision dcr Couponskasse auch bei dieser keine Mängel vorgefunden wurden. Er hatte es eben verstanden, in geschickter Weise der einen Kasse durch die andere im Bedarfsfälle ans- zuhclsen. Endlich kam er aber in arge Bedrängnis und da riß er sich aus der Notlage, indem er einen Check zweimal verbuchte. Er stand seiner Zeit unter der Anklage des Diebstahls und der Unter- schlaguug vor dcr vierten Strafkammer, wurde aber freigesprochen, weil der Gerichtshof damals nicht übersehe» koniitc, wie der von dem Bücherrevisor K r u i e buchmäßig festgestellte Fehlbetrag ent- standen sein konnte und dem Angeklagten nicht widerlegen konnte, daß ein anderer Dritter ebenso gut Zugang zur Kasse gehabt und den Fehlbetrag habe verschulden können. Dcr Angeklagte hat den GlückSzufall, bei dcr ganzen Sachlage freigesprochen zu werden, offenbar nicht fassen können und selbst dafür gesorgt, daß seine Be- strasnng schließlich ausgesprochen werden mußte. Bald nach seiner Frei- jprechung richrete er an seinen Vorgesetzten ein Schreiben, in welchem er mit dem Ausdruck des Bedauerns über die Vorkoinnniisjc eine ganz genaue Angabe über die Methode, durch die der Fehlbetrag verschleiert worden ivar, verband und selbst erst das Augenmerk aus die doppelte Vcrbuchmig des Checks richtete. Die Folge dieses Schreibens war das Wiederaufnahmeverfahren zu Ungunsten des Angeklagten. Dieser blieb dabei, eine Veruntreuung seinerseits zu bestreiten. Er erklärte den ihn belastenden Brief dahin, daß er durch eine Pflichtveruachlässigung indirekt den von ihm selbst nicht verursachten Fehlbetrag verschuldet habe und dcr Ansicht gewesen sei, durch ein llebernchmen aller Verantwortlichkeit sich den Weg zur Wiederanstellung zu ebnen oder doch ein günstiges Attest für sein ferneres Fortkommen erlangen zu können. Der Gcrichtshcs glaubte ihm nicht, daß jemand, dcr sich unschuldig fühle, ein solch' schweres Vergehen auf sich nehmen würde, er glaubte dies um so weniger, als alle vom Angeklagten in dem Schreiben ausgeführten Momente thatsächlich zutrafen. Der Angeklagte wurde daher zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Auf die von den Rechtsanwälten Dr. I v e r s I und T u ch o l s k i eingelegte Revision hob das Reichsgericht das Erkenntnis aus sorinalcn Gründen ans und so hatte sich gestern die Strafkamnicr nochmals mit dieser etwas ver wickelten Strafsache zu beschäftigen. Die Verhandlung endete abcrnials mit der Verurteilung dcS Angeklagten zu sechs Monaten Gefängnis. Droguist und Polizei- Ageuti». Die Polizei-Agentin Menge überbrachte eines Tages dem Droguisten Heuscher ein ärzt- licheS Rezept und verlangte die Herstellung dcr vorgeschriebenen Mischung. Heuscher kam ihrem Verlangen nach und erhielt dafür später eine Anklage wegen unbefugter Ausübung des Apotheker- gewerbes. Er machte dagegen geltend, daß er die Mischung nicht als Heilmittel verkauft habe. Er habe gewußt, daß Frau Menge eine Polizei-Agentin wäre und daß sie ihn nur habe überführen wollen. Der Angeklagte wurde jedoch zu einer Geldstrafe verurteilt. Das Kammergericht hob dann das Urteil des Landgerichts auf, worauf letzteres den Angeklagten abermals verurteilte. Auf seine neuerliche Revision hat' ihn nun jetzt das Kammcrgericht frei- gesprochen, indem es ausführte: Die Anfertigung einer Mischung auf Grund eines ärztlichen Rezeptes sei nicht in allen Fällen den Apotheken, vorbehalten, sondern nur so weit, als eS sich um Heilmittel handele, oder aber, wenn die Bestandteile dcr Mischung dem Verzeichnis B der kaiserlichen Verordnung vom 27. Januar 1391 angehören. Das sei hier nicht der Fall, und wenn der Vorderrichtcr feststelle, daß der Angeklagte die Frau Menge als Agentin thatsächlich gekannt habe, dann sei' nicht anzunehmen, daß H. ein Heilmittel verlauft habe. Er müsse deshalb frei- gesprochen werden. Die verhinderte GcschästSrevision. Der Fabrikant Kieselich, der iu seinem Betriebe pharmaceutische Präparate herstellt, hatte dem Chemiker Dr. Lebbin und dem Apotheker Reiche, die im Auf- trage des hiesigen Polizeipräsidenten eine Revision vornehmen wollten, den Zutritt zu seinen Räumen verweigert. Er erhielt darauf eine Verfügung, worin er aufgefordert wurde, den beiden Herren in Zukunft den Zutritt zu gestatten, widrigen- älls eine Strafe gegen ihn festgesetzt werden würde. Die Verfügung focht Kieselich im LZerwaltungSstreit- Verfahren an. Er bestritt der Polizei überhaupt das Recht zu Revisionen in einem Betriebe; daneben führte er aus, daß er spcciell die beiden genannten Herren nicht in seinen Betrieb hineinzulassen brauche. weil sie nicht lebenslänglich angestellte Beamte seien und deshalb vielleicht einmal seine Berufsgenossen und Konkurrenten werden könnten. Er dürfe sich vor allen Nachahniungen seiner FabrikationS- cinrichtungen sckützcn.— Der Bezirksausschuß wies aber die Klage ab und das Ober-Verwaltungsgericht bestätigte seine Entscheidung mit folgender Begründung. In dcr Fabrik des Klägers würden Gifte verarbeitet. Die Fabrikation von Giften sei aber an eine Erlaubnis geknüpft. Das gebe aber der Polizei das Recht zu Revisionen seines Betriebes, sowohl nach dcr Richtung hin, ob den Bedingungen gemäß verfahren werde, unter denen das Verarbeiten von Giften gestattet sei, als auch nach der Richtung hin, ob nicht konzessiv ns widrig Gifte ver- arbeitet würden. Der Kläger müsse auch die Herren Dr. Lebbin und Apotheker Reiche in seinen Betrieb hineinlassen, denn sie seien vereidigt und als Organe des Polizeipräsidiums an- zusehen. Die„uneheliche" Schwiegermutter des früheren Rechts- anwalts Dr. Fritz Fried mann, Frau Merten, die Mutter jenes Fräuleins Merten, mit ivclcher Dr. Friedmann in die Fremde zog, wurde gestern von der dritten Strafkammer wegen Verbrechens wider keimendes Leben unter Zubilligung mildernder Umstänge zn sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Frau Merten hatte nach bekannten Mustern Inserate erlassen, in denen sie ihre Hilfe in diskreten Angelegenheiten anbot. Da die Angeklagte wegen dieses Delikts noch nicht vorbestraft war, so erkannte der Ge- richtshof ans das Strafminimum. Im Prauuschweiger Spiclerprozeff erklärten serner die Angeklagten Cronhcim und Tischaucr. sie seien 1898 beim Erscheinen der Polizei nicht aus Harzburg geflüchtet, sondern hätten noch die Nacht mit dem Kriminal- W a ch t m e i st e r Beckmann- Berlin gekneipt.— Kriminalkommissar v. Manteuffel-Berlin bekundete, die Angeklagten ständen größtenteils in dem Rufe, gewcrbs- mähige Spieler oder auch Buchmacher zu sein. Das Urteil lautete gegen den Angeklagten Simon wegen Buch- machens ans einen Monat Gefängnis. Die übrigen An- geklagten wurden freigesprochen. Vevmisäjkes« Rettung Schiffbrüchiger. Aus Bremen wird gemeldet: Die Rettungsstation Nidden telegraphiert: Am 26. Oktober wurden von dem hier gestrandeten nissischen Dampfer„Abel", Kapitän Horst, elf Personen durch das Rettungsboot dcr Station gerettet. Durch ei» grosicö Feuer in Neuenbürg(Westprenßen) sind gestern fünf Grundstücke in der Klostcrstraße zerstört worden, darunter die 699 Jahre alte evangelische Kirche. Die Pest in Brasilien. Telegramme des„Secolo" melden aus Santos, daß die Pestkonimission bei 29 Fällen Vorhandensein von Pcstbacillcn feststellte. Der Direktor des Hospitals ist gleich- falls pestkrank. Die Isolierung wird aufs strengste durchgeführt. Marktpreise von Berlin am 25. Oktober 1899 mirfi Ermilteliingen de« kgl. PolizeiprästdiiuiiS. ')Weizcii D.-Ctr. )Roggcii ffultcr-Gerste„ Hafer gut „ mittel ..«eriiig Richtstiuh„ He» iOErticii„ liSpeifebohnen Winsen„ llartossel», neue Riiidsleisch, Keule 1 kg do. Bauch„ ) ermittelt pro 15,30 15,20 14,30 15,20 14,50 13,80 4,66 6,80 40,- 50,- 70,- 1,60 1,20 To»»« Schwcüieslejsch Kalbfleisch Haniinetfleisch Butter Eier Karpfen Aale Zander Hechte Barsche Schleie Bleie Krebse 1kg 60 Stück 1kg per Schock 1,60 1,80 1,60 2,80 4,80 2,20 2,80 2,60 1,80 1,80 2,80 1,40 12, 1,10 ],- 1,- 2,- 2,80 1,20 1,20 I,- 1,- 0,80 1,20 0,80 2,50 14,50 14,- 12,80 14,60 13,90 13,20 4,16 4,20 25,- 25,— 30,— 4,— 1,20 1- vou der Ccutralflelle der Preufl. Landwirt« schastslauiiucru- Notieiiwgsstellc- und umgerechnet vom Polizcipräsidniiu für den Doppel-Ceutucr. f) Kleiiihaudelspreise. P r o d u k t e u m a r k t vom 26. Oltober. Die Nachfrage für Brot- getrcide war etwas reger und die Preisbewegung im allgemeiiicu fest. Ob- wohl gestern einige Posten KansaSweizcn zu bifligeren Preisen nach hier verschlosjeir worden sind, tonnte Weizen sein letztes Niveau gut behaupten; und für Dezemberlieferuiigen überwog das Angebot. Roggen zog am Früh- markt, besonders per Oktober, 0,50 M. an, ging jedoch mittags fast ans gestrige Preise znrtick. Hafer war wenig verändert, Rüböl bei fortgesetzter Kaustust weiter 0,10 M. anziehend.— Am Spicitnsimuft trat nach der Ictzitägigcn scharfe Hausse ein leichter Rückschlag ein. 70er wurde mit 46 (— 0,80) bezahlt; esselttve Noveiiiberliefcrung mit 45 M. gehandelt. Termine blieben ninfatzlos._ Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Montag. Dienstag und Freitag von v— ti Uhr abendS statt. V. P. Eine solche Tabelle können wir Ihnen nicht überlassen. (r. 9{. Nichten Sie die Beschwerde an den Vorsteher des Postamtes, wo Sie die Karten aufgegeben haben. ZI. T, 1. und 2. London. 61. Cv. 10. Es würde Unterschlagung für vorliegend erachtet werden können. Alö Strafe sür Unterschlagung ist Gcsängnis von 1 Tage bis zu 3 Jahren und bei inildemden Umständen Geldstrafe von 3— 900 M. angedroht. 2 Sprechen Sie mit der Klage in dcr Sprechstunde vor.— Ludert. 1. Beim Stempeldistributcur 2. Innerhalb 14 Tagen nach Ab- ichliist des Vertrages muß dcr Vertrag zur Vermcidiing der, Kontravcntions- strafe gestempelt sein, 3. Es lömite nur mit beiderseitiger Einwilligung der alte Vertrag vernichtet und ein neuer angefertigt werden, 4. Etwa 6 Mark. 5. Beide. 6. Marx: DaS Kapital, Lohnarbeit, E n g e I S: Anti-Dühring. K a u t ö k p: Erläuterung zum Erfurter Programm. Sämtliche Bücher erhalten Sie w dcr Bnchhaiidluiig Vorwärts, Beuthstraste 2. 7. New. — Müller 8. 1. Ja. 2. Gar nicht. 3. Ja. 4. Die Pfandstücke müssen lostculoS znrückgcschastt werden. Die Ehefrau soll schleunigst Jnterventions- Nage erheben und den Antrag ans ciiistweilige Einstellung der ZwangS- Vollstreckung und Zurückschaffung der Sachen stellen.— Bericht de» DorstaudcS� 2. Kassenbericht vom letzten Quartal und Jahresbericht 3. Bericht bcS Bibliothekars. 4. Neuwahl de» BorstandeS, der Beisitzer, der Hilfspersonen, der Revisoren, der Bcltragsanimler und des Biblioihckars. S. Verciiisailgelkgeilyritm. 8/<> Mitgliedsbuch legitimiert. Neu« Mitglieder werden in der Verfainm- lung aufgenommen. Der Borstand. Acht,,» -W» war«chtuna! Mußkmstrumtntkö-Arllkltn. IKm Montag, den 30. Oktober» abends S1� Uhr, im Lokal deö Herr» Granmann, Ranuynstr. 27: Oeffentliche Versammlung. Tagesordnung! 1. Vortrag deS Genossen Fr. Kater über:„Der Nutzen der Ge- werlschaftS-Kartelle". 2. DiSlusilon über den Bcschlnb der letzten össentlichen Berfa, ninluna. 3. Beschinhfnfsung über einheitliches Sammeln zum Streik- und General, ond». 4. Gewerkschaftliches. 143/1 Die Kollegen werden ersucht, recht zahlreich zu erscheine». Der Bertrauensma»»: d..ireiult, Urbanstr. 65, III «onnabend, den 28. Oktober, abends 8>/e Uhr, im Lokal des Herrn Feuerstein, Sllte Jakobstr.?!r. 73: WM" Oeffentliche Posameutier- Versammlung. Tage»-Ordnung: 1. Der SchiedSgcrichtsbcschluh»nd die Magregelungen. 2. Da» Ber- halten der Firma Köslcrinann u. ZnrinzanSli, und wie stelle» sich die Kollegen hierzu. 3.'Regelung der Unterstützung. 4. Borschlag der Lohnlommission. Lrrschiedenes. 1»z/12 Um recht zahlreiche» und pünktliche» Erscheinen wird gebeten. __ Die Lohiikoinmisslo». Achtung, Kunnrdeiter lolinlev Michkunig. Sonntag, den 29. Oktober, nachmittags 3 Uhr: OeffenN. Vevsonnnluzrg im Englischen Garte», Rlexanderstr. 37 o. T a g e O r d n n n g: 1. Unsere wirtschaftliche Lage in, Baitgewcrbe. 2. Diskussion. 3. Ber- schicdcncS 3t/Z<1 In dieser Versammlung werden die gedruckten Lohntarise anSgegcbc». Ersuche die Kollegen zahlreich zu erscheinen. vor Vseteauonzmann. Aiiitmig? TW. Allituns! Am Sonnabend, de» 28. Oktober, vormittags 9 Uhr, bei Keller, Koppcustrasse Nr. 29: Gr. öffentliche Versammlung der Töpfer Berlins und Unlgeg. TageS-Ordnung: vl« Vorlianellanx mit nnaeren Arbeitgebern nnd weitere Stcllnngimlime hlerasu. 104/2 Die Lohnkonimission. Achtung! Fachverein der Masikinstrumenlen-Arbeiter und Beruttgenotien Berlin* und Umgegend. Den Kollegen von Rlxdorf znr Nachricht, das, die Zahlstelle verlegt worden ist und zwar nach der Jügerftrasie NN im Lokal de» Herr» Bde.[143/2]_ Der Vorstund. Aelitnu�, Btiaauschliiger! Am Freitag, de« 27. Oktober, abend» 71/i Uhr» im Lokal de» Herr» BuSke, Grenadirrstr. SS: Oofkenkl. VorfkttNtltlung. TageS-Ordnung: Unsere Lohnfragt und Verschiedenes. 33/13 VI« fjohnkommlnslon. v N Ludwig Engel. Herrenbekleidnng?! II®egc. 1898. StllllHCiljtr. 66. f Um meine Kundschaft zu vergrSgern, itcsere irb: » Fttt.WiIIteWlttotS ilt. 18,00, t| I 20,00, 22,00 bis 42 M. Nut gute Qualitüte» in allen Farben, cchtfarbigcm Sammctkragcn, wannes, weiche» Futter. Atktlljt �OWtll R. 5,66, 7,00-18 M. Mufftaschen, bis oben zun, Knöpsei� für die Arbeit, Straße und Hans. SSintfrloieit 3,66, 5,00-12 m. sepe Näharv-tt. haltbare Taschen, in solide», prattischcn Muster»» fiertw Hmeilllnztze 18,66, 22,00 dt» 38 M.. in den neuesten Mustern, Cheviot. Kammgar» und Streichgar», kariert und cinsarbig.[29431!* m-if) 3)1. nach Maß tc|lle gjjone, rfiir$1! nach Maß g<.„este Muster. !« h1s«kerki.>t»ii nach Maß nach Maß Hose e praktische solide Muster. n CkMlllOlMlKtüwsstdttMlljliiiliitt Verwaltniigsstelle Berl in. Sonnabend, de» 88. Oktober er., abend» 8>/, Nhr, im Slestanrant Alte Jakobstrasje Nr. 75 lfriihrr Feeierateln); TageS-Ordnung: 1. Kaffen» und Koiitrollbericht. 2. Nachwahl zum Vorstand. 3. Die Einrichtung betreffend Wahl von DertranenSiculc» tu de» Werlstiiben bc- huss Eiukassteren von Beiträgen rc. 4 BerschiedencS. 2ö/lS ES ivird nm recht zahlreiches Erscheinen gebeten. Quittungsbiich legitimiert. Die OrtSvcrwaltnng. Ansertigang nach Maß iniler meiner persSnlichen Leitung, ncnestc Fapoiis, nur beste Zutuaten bei billigsten Preisen. WM" Nur unter Garantie für gute» Sitz."VW Wer auf hlttig»tv Art eine kriiftlffo Sappe Jiaben will, verwende zum Würzen der Suppen, wovon we- niec Tropften eeuttgen.— Zu haben in Original- Fläschchen von 35 Pf. an bei Frnn® Krunemark, *s"W., Beusselstrasse 44o. Filiale: W., Siemonsätrnsso 5. Original-Fläschchen zu 65 Pfg. werden zu 45 Pfg. und die zu M. 1.10 zn 70 Pf. mit Mairzri nachgefüllt. :i8gsaagMB>MiriiiMiwwi>iM»nii> vnserm Freund und Kamerad Angilüt ,4.>><1 e r» genannt der Asnls zu seinem hcuttgcn Wicgenseste ein dreimal donnerndes Hoch! 4Z0b Ctiitral-Kraiiktil- u. Sterbe- h\\t ber Tischler u. anderer gewerblicher Arbeiter. Ortsverwaltnng Berlin B. Am Montag, den 30. Oktober, abends 8 Uhr, im Mlirktschc» Hof, Adintralstr. 18e, 181/12 Mitglitber-Bersaiiliillüilg. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom dritten Quartal 1899. 2. Verschiedene Kassen- An- gelegenheiten. DaS Mitgliedsbuch legitimiert. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Tie Ortsverwaltnnd. Ce»tral-KraM-». Sterbe- lasse ber Tischler n. anderer gewerblicher Al beiter. Oertliche Verwaltung Berlin F. Montag, den 30. d., abcudS 8-/z Uhr, bei Hrn. tieunumn, Brunnenstr. 150: Mglttber-Kchmlililg. TageS-Ordnung: 1. Abrechnung vom 3. Quartal er. 3. Wahl eines Beitragsammler». 3. Verschiedene Kassen- Angelegen- heiten. 183/9 Die Ortsvcrwaltnng. Krankenkassen- Vorstände. Am Freitag, den 27. Oktober er., abends 8»/, Uhr, findet tm Saale der Rewouroe, Kounnandantenstr. 57, ein« der Versammlung Vorstünde statt. Tages-Ordnung. Bericht der Nenncr-Kommtsston über die Berltner NriMngs-Gcsellschaft. 415b Tie Sieuilcr-Ltoiilmission, Todes-Zluzeige. Alle» Freunden»nd Bekannten die traurige Nachricht, daß meine innigst geliebte Fron z»gu5te Vestpfain geb. Hetzlaff am 24. Oltobcr plötzlich nm Herzschlag gestorben ist. Tie Beerdigung findet am Sonntag- nachmittag' 3 Uhr von der Leichenhalle Golgatha Barfnßftraße(Mllllerstraße) anö statt. 416b Der tiesbetrübte Gatte Ode. Westpfahl, Dreher, Gartcnstr. 79a, SS".": Kränze C. Jürgens Bonqnet- und Kranzbinderci Nottduseritr. 3. Vaeiortdorslr.i Tgl sürDamen und Herren. Vollständig neu eingerichtet. 3 Tampsb..,M. Wannenb.öOPf. 7 St. 3 M. Loh-Tanuinbad Odsrlottondurg BorIInor»tr.t0S. Alhtffilg, Vereinet Saal frei! miz* Sonnabende stirIanuaru Februar. Englischer Garten,Alexanderstr.27o. Uchtnua I Meine Vereiuszimmer, II Uj! II Iiis! 30— 80 Personen fassend, find noch zu vergeben. 29041,* F.�immermnnn,Wrbcrst.lVv. 5? Anker-Briquetts anerkannt vorzügliche Qualität sind zu haben bei Fllebr. Daniel<£ Ko. Berlin W., Letpzigerstr. 89. Verfalgt wirb bet Zweck von mir, beste Waren auch im einzelnen zu wirklichen Engeos- preisen zu verkaufen, wovon jeder sich teicht überzeugt z. B. durch meinen (leine Essenzenware), nur wohlbeköminlicher, reiner Jamaica-Berschnttt, Vi Fl.(V« Liter) inkl. von 99 Pfg., und Vi sth inkl. von 50 Pf. an, ferner nlten Sord- liiinsei', pro Liter 50 Ps. sc.:c. Jgnatz Sello, Weinliandlnng n. LlkBrfabr., 110. Brnttnettftr. 110, neben dem Straßenbahn-Depot. Filiale: Kakanirn-Allee 37. Arbeiter- Beiufskieidung für jedeö Gewcrk passend.[2302?* «ZrOsstes Inger. Whx fstUI" Beste«tznnlltUten. Keu! Arbeiter-Seliutaliose Meu! jede Gefahr im Maschinenbetrieb ausgeschlossen, empfiehlt F. Jahrstedt. Wranyeislr. 40/41. Zähne 2 MP0Jall|,eßapantie' uaiitnmm �Ima�t �«lf.�m Leipzlgerstr. 180. Vallkonim. Stliaierz!. y;l;hnf.icltcn 1 itark. Spfechet. 9-7 Uhr,[b n aushaltungen empfiehlt uim ScIbetlOllen: WachholtiernialzbierlJ'10 ,'25 Kaiserweissbicp 0,85 frei Hnns._ Deutsches Brauhaus, W., DcniieM'itzMtraHse 19. Fernsprecher Amt VI, No. 2603. Chttvloktenbnvq. M. Schmcrbcrg[2295t!* Wllmeredo rfer»tr»s»e 127, Uhrmacher«nd Goldarbetter. Großes Lager von Fbre» «nd voldwnrei» zu Suß. bill. Preisen. Optteche Artikel. Ohrlöcher wcrd. schmerzlos gestochen. 8 »phastoffe auch NM" Neste"MI kn Mip». Damast, Ertepe» Phantasie. Gobelin»nd Plüsch spoltblllig![2420L* Frolie» Itennco! 941 in allen Qnaliläten Nff"... Lssllsttltosst ZU Fabrikpreisen. tistil resöle. Neri!» 8., Oranienstr. Nr. 158. Die weltbekannte"WM Bettfedern-Fabrik GuftavLusllg.BcrlinG., Prinz»i. \ ftraß« 46, velicndet gegen Nachnahme ! qarant neue Netlsevirn d. Psd. Sl> Pf.. «Inesisch« palSdaunen d.Pfd. SM.26, i teflirt baldiaune» d. Psd. M. 1,75. ,,r,n,Iich« Pannen d. Psd. M. 2«. —«an»lese» D»»»e« genüge» ! S tili Psunt)um grasten Lterte» Verpackung frei. Prclst». Proben gratig. Viele Anerlennunggschr. I ClMllottkiilmrg. Empfehle allen Freunden und Partei- genossen mein neues Lokal Bismarck- strafte 54. Vereinsziinmer, 120 Personen fassend.' 26770* H. Wer« Icke, fpöher„Bismapckshöhe". Jedes Wort: Pfennig. _ Nhr äo.i erst» fTort fett. Worte mit mehr ata /S JSuehstaian gähien doppelt. fCleine /Lnzeigen. Anzeigen in den Annahmestellen für Berlin bis 8 Vhr, für die Vororte bis I Uhr» in der Haupt Expedition Beuthstr.3 bis 4- Uhr anffenommen._ hste 2 rden Hn Mk Mk Verkäufe. Möbel. bar und Teilzahlung, biiliast. Fraiilsnrrcr Allee 110, I, Eck- KönigSbergerstraffe. 137Ä* Damenuiäntcl. JadcitS, wirklich billig, verlausl Ztranz, Alexander- strabe 15. 20111* WinterpaletotS, Anzüge, glegn- latvre», Nemoiuoiruhre», Operngläser spottbillig. Psandicihe Neander- straffe 6._ 117/2* Bettsackrohr. Zruhirohr, Bambus. C. H. itraoier, jetzt WaN straffe U!. Betten, Giepp decken, Tischdecken, Gardinen, Portieren, Tcppiche, Bett- Vorleger spottbillig. Pfandleihe Reanderstraffe 6._ Nahmaschiiicu ohne Anzahlung. Bestellung Postkarte. W an drei, Lvrying- straffe 16.[fOir Ärdtegrne Schuhwaren, preiswert, Tochleohagcn, Ltibbenerstraffe 20._ Kleidersptnd. Wäleliespind, Bett stellen, Matratzen, Spiegclspindchen, Spiegel, Schlagregulator. Näh- Maschine, Betten, Teppich vertaust sofort fpottbtltig Watdemarstrafie 27, vorn I. s 1 19/ 1 Gardiiienhau»(b) Große Frank furterftraß« 9, Eingang Hausstur. Teppich, prachtvoller. Mauerhoff, Große Frantfurterstraße S.__[faS* Angeschmutzte Damenhemden mit ! chdscher Handstickerei, Netsemnster, onst tadellos, von 1,10 an. Ebenso Damciihosen mit eleganten Stickereien von 1,30. Handstickerei- Wäschcfabrtl Donig, Alexanderstraße 30, Border- haus I._[23011 PSaldvögel, als Stieglitze. Zeisige, Hänflinge, Bnchfinlen, Rotkehlchen. Meilen kauft man jetzt am billigsten Brückenstraße 1.[118/6* Berka, ise sofort, bedeutend billiger als wie zum Frühjahr ein« s-schisffge amerikanische Schaukel,»och wie neu, auch zwei Standplätze für nächslcu Sommer. Restaurant Swineinünder- strabe 91.__[4176 Schjcicrsische, junge, verlaust sterwie», Lintenstraß« 50, HI.[1-98 Halbrrnner nnd Davwnrad, fast neue Wasch inen, kmnkl/eitShalber spott- billig vrrkäufiich. Tchnhman», Walde- inarstraße 27, vorn I.[119/2 Gl» gangbares Nrilchgeichäft ist wegen Krankheil billig zu verkaufen bei Pstügcr, Relchenvergerstraße 127. Kanaricnhltbne»nd Weibchen billig zu verlausen bei Ewald, Schon- icinstraße 6. 213K* Vennischle Anzeigen. Elektrotechnik. Bestbewährte nnd meistbesuchte Ubnidknrse. Winter- semester<5 Monate) beginnt». No> vember. Anmeldung täglich. Jackson, Alte Jakobstrabe 24. 245b Mektra, Prinzenstraße 53. Nener AbelldkursuS und Praktikum für Elektromoitteure 1. November.[ZiSK* Backosenvail, sowie Fenerungs- Anlagen und Reparaturen werden ausgrjührt. Carl Schmidt, Maurer, So ranersiraße 9. 113h Polstermöbel werden. zu billigste» Preisen gearbeitet sowie neu ans- gepolstert. Tapezicrernietster Lazarus. Anklauicrftraße 20. 23751» Glcktrotechnik. Neuer Abendkursus zur Ausbildung von Man- teuren ,e. beginnt Donnerstag, 2. No- vember. Prospecte gratis. Keine Dilwte. Fachschule für SIektrotechnik und Maschinenbau, 54 Prinzen- strahe 54, im Haus« von Selmar Hahnes Buchhandlung. 212L.* Privat- MitlagStisch von 12—3 Portion 35 Pf. Oranienstraße 178, I. Damen separale Zimmer.[234K* Bcreiuszimmer zu 50 Personen zu vergeben Pfesserberger Ausschank, Hrückciisirafie 2. 3.18b» Schichinrdelter. jturse für Ächicht- arbeiter zur Ausbildung zu Elektro- Monteuren. Erste Woche abend«, zweite Woche am Tage. Beginn Donnerötag, 2. Rvveaidcr. Wegen zahlreicher Boniietdungen erbitten zu allen Kurien Anmeldungen sofort. Fachschule sür Elektroterlsuit und Ma> schinenba», 54 Prinzcnsttaffe 54, im Hause von Selmar Hahnes Buch- haiiditmg.?i3X* "BcrotiiSzIinmer Slmeonstrnße L3[ Mick.__________ f845ft* UlcRelbnhit. Vereins, Zimmer, mehrere Tage zn vergeben Wrangcl- straffe 22. Winkel.____ 42»b ' Bereitisziinmer mehrere Tage zu vergeben Eisenbahnstraße 6, Lwg«. Vermietungen. ZLlN»»»?. Klein möblierte» Zimmer gesucht. Näbe Schlestsch« Bahnhos. Preis 15 Mark Bogel, Kopvci, strabe 83. Borderzimmer, leeres, Görkitzer- ftraße 52, linker Aufgang IV.[774 �rdeitsmarkt. Stellenangsbot«. Tüchtiger Ballieret ans Goldtetsten gesucht Liegnitzerstrahe 15. flOO* Klavierspieler veriangtReftaurant Charlvttenbnrg, Bismarckstraße 34.[* 'Mehrere gendle Prtsmeiischltis« für London verlangt,«eiche, welche genau vertragt sind mit der Massensadrilatlon aniaurr Prismen für vriSinattsche Dovvclfernroyre erbalten den Votzug. Kenntnis der englische» Sprach« nicht erfordertich. Anerbiete« von nur ersten Kräften nebst Gehaltsanipiiichen bitte» zu richte» an Bvs» litniUed 3, North Side Glaphara Commons, 8VV., London.[23311* Olesncht tüchtige Kuniiichloffer auf dauernde Ardett bei hohem Lohn. Emil Map ch Herrinami, Homburg. ««sucht tüchtige Geidschrankbaner ans banernde Arbeit bei hohem Lohn. Emi! Man h Henmnnii, Hamburg. Messer-Eiiiktttcr wird verlangt Henntger u. Co., Alte Jaiobstraße 196. WMnrbtgntachrr rmd Lousburich« verlangt Stallschreiderstraß« 18. 427b "F«rdtgmacher»erlängt Löoiff, DtcfieilbaNn'traße 38. 4219 Durchnätzor. geübten, sucht Schuft- fabril Rethold Graes, MnrtuSstraße 50, v>inc» Fardigmaciier verlangt E. Beer, Prinz Handjerhstraße 73, Ripdors. Anopntzer auf Leder und Filz- schuhe sucht Sckmhsabrtk Reinhold Graes, Martuöstraffc 50. 42Sb «oldleisten. Grundierer, hoher Lohn, verlangt Hieischer, Kraut- straße 52. 4506 Mädchen zur Schneideret verlangt Greeg. RttierAmße 113.. 423t Tüchtige Maschine»< Nähertnnc» verdienen aus Wyeetcr-Wilson 15—18 Mari wöchentlich bei dauernder Be- schnftignng. Hahn u. Co., Rolen- straffe 18._ 77/12* Ein« ikunstslovferin verlangt Stein 48, Quergeböude hochpar- metzstrafic terre rechts. 244X* (NeÜbte Arbeite rilmcn ans Schürzen aller Genres finden dauernde und lohnend« Belchäfiignng bei Albert Sah», Kommandantrnsiraffe 76. 419b Trieoitatlten. Arbeiterinnen vcr- langt Jnlins Josli, Jägerstraffe 47/48. Karton- Arbeiterinnen verlangt Leop. Stet», 30 Neue Köntgstraffc 30. Im ArbcitSmarkt durch besondere» Druck hervorgehobene Anzeigen kosten 40 Pf. pro Zelle. TUcIiükc Vcrsllbercr, Vcr- goldcr iiiiiI Bclegcr erhalten banernde Brichästtgung in der Norrköping Otnldlislefabrtk Z9Z3L*[ Nortköping lScbwcdeN). Wer tetnEArbelt hat, versuche „Saifon-Artikel" treiben. Michaelis. Zomdorferstr. 8. Achtullg. DolstirdeNer! In der Banttichierei von l). hanil, Gitschinepstp, 91 haben die Tischler wegen Disserenzeil die Arbelt niedergelegt. Zuzug seniznhnlten! Die OrtSverwaltiing ZlAjülg! Holzarbeiter; In der BauMckleret von li. pnncffal, Nnlnnonee», Röllcstr. 130, haben die Tischler wegen Nichtzahlung. der ver- ctnbarten Tarifpreise die Arvett niedergelegt. 277/7 Ole Orttverwaltung Welwensee. I. A.; C. Renne. Bevollmächtigter, Prenzlauer Chaussee 17, II. Attnahme-Ttelle» fiir„Klciite Aiizeigen". Bsten: üiobert WengrlS. Fritchtstr. 30, H. L. Bogel Wwe.. Kappcnstr. 83. Ehr. Schultz. Blnmcnstr. 14. �knrdoieteni I. Renk. Barnimstr. 42. IVorden: W.«aftmann. Grünthalerstr 65. Karl MarS. KastanIeii-ANee 95.96. (fmU Stolzenbiirg, Wieienstr. 14. L. Techand. Ruheplatzstr. 24. H. Bogel. Deinmiiierstr. 32. Ä. Tietz. Jiwalideustr. 124. Xord Heesten: Karl Anders, Salzwedeterstr. S. HUdivesten: F. Ohnesorge, Bergmannstr. 23.H II H. Schröder, Kreuzbergstr. 15. Kikden: F. Gntschmidt. Kottbnier Damm B HHilosteu: Fritz Thiel, Skaiitzerstt. 35. W.«eiche, Wrangelstr. 58. Martin»tescha.«dalbertstr. 24. Oentmil»: P. Horsch, Gipsstr. 27. A. Tietz.«reilestr. 23. OI>nrIottenl>»rgi «ust. Schar»b erg. SchiNerflr. 941. Frleske»»»: H. Beritsee. Kirchsir. 15. Friedrlolsnbergi Anton Kopp. Friedrich Karlstr. 4. l'ankon': Kitinmrrt, Kaiser Friedrich[tt. 15. Bixdnrl': C. Osterma»». Erckstr. 6. E. Retzerau. Hermannftr. 50. Betiitnekerg: Wilh.Bäiimler.APostciPaultiSftr.lZ, tzVeluzens-ee: Heinrich Bachman». Lchderstr. 1. FnliuS Schillert, Köiiigchansier 39a. Rod. Licbschtvager. Gnstav-Adols» straße 16. Verantwortlicher Redacteur: Robert Schmidt in Berti». Für den Inseratenteil verantwortlich: Tb. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin. gr. 252. i6. Mrps. Z. Keilllge des LomMs" Kerliver Wsdllltt. M-s. 27. o«tt l8S9. Unser Programm für die Stadtverordnetenwahlen. VI. Schon mehrfach muhte im Verlaufe der bisherigen Betrachtungen auf Erscheinungen hingewiesen werden, die zeigen, daß mich von unseren städtischen Behörden— wie im allgemeinen von den berrschcnden Klassen— die„Armen" nicht als gleichberechtigte Menschen anerkannt, sondern dag sie wie Wesen einer ticfcrstchcnden Art behandelt werden.„Leider begegnet man," sagt H c r k n e r, „in der Litteratnr der Armcnverlvaltnng nur selten der Auffassung, dag die Armen nicht nur als Objekte, sondern auch als Subjekte anzusehen sind, deren Urteil über die Art und Weise der ihnen gewährten öffentlichen Unterstützung ebenfalls einzuholen wäre. Derjenige, der eine Unterstützung aus offen t- lichen Biitteln in der Form der Arnien pflege erhält, gilt bei uns, praktisch betrachtet, immer noch als rechtlos." Die Rechtlosigkeit geht so iveit, dag dem Annen sogar das Grundrecht— der Anspruch ans eine menschenwürdige E x i st e n z— vorenthalten wird. Denn ein»it c n s ch e n Iv ü r d i g e s Dasein g e st a t t e n die von der Stadt gewährten„Alnrosen"— schon der Name ist bezeich itendl— den Empfängern, nicht. Die monatlichen„Almosenportionen" schwanke» zwischen 3 und über 3i) M,, die böhcrcn Sätze bilden dabei die Ausnahme, denn der Durchschnitt liegt(nach dem Bericht für 1897/93) bei 13,8ö M. M i t durchschnittlich e t iv a 4 ö P f e n n i g müssen also die A l m o s e n e m p s ä n g e r ihren Bedarf an Wohnung, Kost, Kleidung usw. decken! Dabei kann nicht etwa das als Entschlildigung dieser unzureichenden Sätze angeführt werden, daß die meisten Almoseiienipsängcr noch teilweise erwerbsfähig waren, also nur eines Zuschusses bedürfen. Nach dem VcrwnlNmgSbericht für 1897/98 waren als Ursachen der Hilfsbcdürftigkeit aiizuschcu: HohcS Alter(über 63 Jahre) bei 39,33 Proz. Andauernde Krankheit oder Siechtum bei 36,51 Proz. Nicht zureichende, bezw. mangelnde Erwcrbsfähigkeit bei 4,16 Proz. der Unterstützten. Allenfalls bei der letzte» Gruppe— also bei dem 24. Teil der Unterstützten— kann davon die Rede sein, dah eine geringere Unter- stützung zulässig war. Allerdings mühte auch bicr gefragt werden, wer denn eigentlich heutzutage«nicht zureichend bezw. mangelhaft Erwerbsfähige" beschäftigt, da doch so viele Vollerwcrbsiähige ar- beitslos umherlausen. Bei den ersten Gruppen ist jcdensalls eine derartige Ansetzuug der Unterstützungssätze unstatthaft, da„hohes Alter" ebenso wie«andauernde Krankheit oder Siechtum" eine Pflege erforderlich machen, die über das Dnrchschnittsmag hinausgeht; liier mühten also höhere, nicht niedrigere Sätze Platz greifen. Auch die„ P s l e g e g e l d e r" für die der offenen Armenpflege anhcinigesallenen Kinder müssen als durchaus unzureichend bezeichnet werden. Dieselben schwanken zwischen 3 und über 10 M.. der Durchschnitt beträgt 6,40 M. pro Monat oder 21 Pfcnutg pro Tag, das hciht, etwa so viel, als allein von dem einen H an pt n nhrungs mittel der kleinen Kinder, der Kuhmilch, der Tagesbedarf— ein Liter— l o st e t. Es kann der Arnieiidircktion nicht zweifelhaft sein, dah ein solcher Satz für eine ausreichende Pflege der Kinder durchaus ungenügend ist. Kostet doch in den städtischen Waisenhäusern die B e I ö st i g u n g, ollciii etwa 80 Pf. pro Kopf und Tag, und dabei findet hier, der Beziig der Nahrungsmittel im gröhten Mahstabe und 1 daher zu billigsten Preisen statt. Unter diesen Umständen ist es be» daucrlich, dah die Armendircklion die Zahl der aus der Pflege Ans- geschiedenen nur im allgemeinen mitteilt, und nicht die Zahl der durch TodAusgeschiedenen besonders anführt. Eine solche Mitteilung würde wohl fraglos eine geradezu mörderische Wirkung dieser„Pflege"-Gcldsätze enthüllen. Die Gemeinde ist gesetzlich verpflichtet, den„Armen" das zum Unterhalt notwendige zu gewähren; sie genügt unseres Erachtens bei derartigen Unterstützungssätzen dieser Verpflichtung nicht, sondern sie bewirkt damit lediglich, dah an Stelle des plötzlichen Aufsehen erregenden Hungertodes ein allmähliches, unauffälliges Hinsiechen, ein lang- sames Verhungern tritt. Die Forderung im Absatz 4 unseres Programms: „Arnien- und Waisen pflege mit ausreichenden Unterstützungssätze n", stellt also auch für die Haupt- und Residenzstadt Berlin noch einen frommen Wunsch dar, welcher der Ersüllnng harrt. Es wird dann weiter in diesem Absatz gefordert: „Errichtung von Asylen und Wärmehallen ohne polizeiliche Kontrolle." Nun, städtische Asyle ohne polizeiliche Kotrolle sind bisher auch nicht zu erreichen gewesen, trotzdem hier seit Jahr- zehnten ein privates Institut dieser Art besteht, ohne dah bisher dadurch Staat und Gesellschaft in ihrem Bestände gefährdet wurden. Diese günstigen Erfahrungen des„Asyls für Obdachlose" konnten die niahgebenden Kreise nicht dazu bestiinincn, die VerwaltungSgrnndsätze dieses Instituts auf daS„Städtische Obdach" anzuwenden. Man fährt vielmehr fort, die Obdachlosen als halbe Verbrecher zu behandeln, denen man ihr Vergehen eben— die Obdachlosigkeit— wohl ein paar Mal durchgehen läht, die man aber schliehlich doch dafür be- straft, wenn sie imnier wieder rückfällig werden. Eine Wärmehalle wurde ans das Betreiben unserer Vcr- trcter im Roten Hause schlietzlich bewilligt, zuvor hatte jedoch noch ein Mitglied der liberalen Mehrheit die günstige Gelegenheit benutzt, um sein socialpolitisches Verständnis in hellstem Lichte strahlen zu lassen. Er warf nämlich die Frage auf, für wen denn eigentlich die Wärme halle eingerichtet werden sollte! Wir übergehen zunächst den fünften Absatz unseres Programms, welcher von den Gemeindesteuern handelt, und wenden uns gleich zu dein folgenden, welcher fordert: „Bclcuchtnngs-, Verkehrs-, Kraftcrzcugnngs- sowie sonstige, für die Gemeinde notwendige Betriebe sind der Privatausbcutung zu entziehen und auf eigene Rechnung der Gemeinden zu errichten und zu betreiben, auch sind andere Gemcindearbcitcn(Bau, Pflaster usw.), so weit angängig, in Gcmeindc-Rcgie auszuführen." Die Betrachtung, welche wir an diese Forderungen zu knüpfen haben, wird uns die städtischen Behörden aus einmal in einem ganz neuen Lichte zeigen. Bisher fanden wir dieselben sparsam bis zum lsebermatz. ja bisweilen ging diese Sparsamkeit so weit, dag wir uns fast versucht fühlten, eine andere Bezeichnung dafür zu wählen. Jetzt sehen wir plötzlich, datz Magistrat und Stadtverordnete, wenn sie ivollcn, auch sehr freigebig sein können. Sic verschenken geradezu Millionen, welche der Stadt von Rechts wegen zukomme n. Merkwürdig bleibt dabei nur eins: es ivaren h n n g c r n d e S ch u l k i n d e r, arme Kranke und s o n st i g e Hilfsbedürftige, welche die Sparsamkeit der Stadt zu kosten bekamen, während es reiche Kapitalisten beziehungsweise kapitalistische Gesellschaften sind, denen die Stadt die Sonne ihrer Huld strahlen l ä jz t. Alljährlich ziehen die Straßenbahn- Gesellschaften, die Berliner Eleltricitätswerke. die englische Gesellschaft usw. Millionen- gewinne ans den ihnen g e>v ä h r t e n— recht- lichen oder thatsächlichcn— Monopolen. Trotzdem sich auch die liberale Bürgerschaft immer mehr dagegen empört. daß sämtliche Einwohner auch fernerhin einer' kleinen Zahl von Kapitalisten abgabepflichtig sein sollen, sind alle ans Aenderung dieses Verhältnisses gerichteten Bemühungen unserer Genossen an dem Widerstande des Magistrats und des überwiegenden Teiles der „liberalen" Stadtverordneten-Mehrheit gescheitert. Noch in frischer Erinnerung sind die Verhandlungen über den neuen Vertrag mit den„Berliner Elektricitätswerlen".„Die Aktie hat gesiegt", so faßte der„Vorwärts" damals das Ergebnis dieses langen, von unfern Genossen mit der größten Hartnäckigkeit geführten Kampfes zusammen. Bezeichnend war dabei, daß durch die BegrllndNng ihrer Abstimmung die Herren Liberalen sich selb st das traurigste Armutszeugnis ausstellte», das man sich denken kann; sie fürchteten angeblich, daß die Ge- m ei n de weniger vorteilhaft wirtschaften ivürde als die Privatgesellschaft, und daß demzufolge an Stelle des erhofften Gelvinnes sich ein Verlust ergeben würde. Dieselbe» Leute also, welche so stolz sind auf ihre„Selbstverwaltung", welche gerade durch ihre Thäsigkeit auf diesem Gebiete zu beweisen glauben, daß ihre Partei auch im stände wäre, den Staat zu regieren— die trauen sich nach ihrem eigenen Geständnis nicht einmal die Fähigkeit zu, ein konkurrenzloses industrielles Unternehmen dieser Art mit Gewinn zu verwalten. Und bei diesem offenkundigen Mangel an Mut und Selbstvertrauen glaubt man, den Junkern imponieren zu können, denen es doch wahrlich an Selbstvertranen nie gefehlt hat, sondern die stets be- wiesen haben, daß sie vor keiner Aufgabe von vornherein zurück« schrecken. Der Jnnker, der als Lieutenant zum Schauspielintendanten ernannt, der General, der in das Reichs-Postamt berufen wird, sie leisten beide ohne Zaudern der Bernfnng in den neuen, ihnen bis dahin gänzlich fremden Wirkungskreis Folge; aber die liberale» Bourgeois befällt schon blasse Furcht bei dem Gedanken, daß sie ei» umfangreiches geschäftliches Unternehmen leiten sollen! Daß auch nur bei einem Teile der Mehrheit ein solcher Mangel a» Selbstvertranen vorhanden und für die Entscheidung maßgebend war. das wäre an sich unglaublich, wenn nicht andere Erfahrungen dafür sprächen. Eine ganz ähnliche Erscheinung zeigt sich aber zum Beispiel bei der Besetzung wichtiger Posten im Magistrat. Bis vor nicht allzulanger Zeit war es geradezu die Regel, daß man bei der Wahl für Posten nicht etwa zunächst in den Reihen der liberale»� Selbsiverwaltnngsbcamten Umschau hielt, sondern in erster Liniei zusah, ob nicht etwa irgendwo ein konservativer Regierungsrat auf- zutreiben wäre. So kommt es denn, daß seit Jahren der Magistrat der„freisinnigen" Stadt Berlin eine ausgesprochen konservative Mehrheit aufweist.�> Bon diesem Standpiinkt aus muß man es nur als folgerichtig bezeichnen, wenn die Stadtverwaltung es auch ablehnt,„andere G e m e i n d e- A r b e i te n(Bau, P f l a st e r u s m.). so weit- angängig, in Gemeinde- Regie auszuführe n." Häufig genug haben unsere Genossen dies, entsprechend unserm Programm, gefordert, ober stets vergebens. Die«Selbstverwaltung" läßt sich auch in dieser Beziehung von der konservativen Regierung, insbesondere von der vielgeschmähtcn Militärverwaltung beschämen, welche längst den größten Teil ihres regelmäßigen Bedarfs— a» Geschützen. Gewehren. Munition, Uniform. Konserven usw.— in eigenen Fabriken herstellt, und so von der Privatindustrie im wesent- lichen unabhängig ist. E. � nma— i.wmiiHJm Aiir den Inhalt der Juscraic itbcrnliiiiiit die Ncdattio» dem Vublikiin« gegenüber keinerlei Zieranllixirtiina. Elzrntcr. Freitag, 27. Oktober. Opernhaus. Der Wildschütz. Anfang 7«/, Uhr. SrhaiispielhanS. Divorpons. Vorher: 1807. Anfang?>/, Uhr. Deutsches. Der Meister von Palmyra. Anfang 7>/z Uhr. Lcssing. Ais ich wiederkam... Anfang 7»/, Uhr. Berliner. StaatSgeheiinniffe. An- fang 7«/, Uhr. Schiller. Der Richter von Zalamea Anfang 8 Uhr. Neues. Ein unbeschriebenes Blatt. Ansang 7i/, Uhr. Westen. Die Perlenfischer. Anfang 7Vj Uhr. Thalia. Der Platzuiajor. Ansang 7>/, Uhr. Residenz. Iagdfreudcn. Vorher: Faniilieii-Souper. Ans. 7Vj Uhr. Luisen. Molly Carrs. Anfang 8 Uhr. Central. Die Gelfha. Anfang 7-/, Uhr. Carl Weist. Weltuntergang. Anf. 8 Uhr. Bictoria. Es ist erreicht. Hierauf: Die weihe Henne. Anfang 71/2 Uhr. Friedrich- Wilhcliuftädtischcs. Ein gesunder Junge. Anfang 8 Uhr. Belle-Aliiaucc. Gastspiel der fcan- zösischcn Gesellschaft„La Rou- lottc". Anfang 8 Uhr. Mctropol. Rund um Berlin. Im Reiche der Seccssion! Ansang 8 Uhr. Apollo. Frau Lima. Specialitäten- Vorslellnng. Anfang 7l/z Uhr. Nelchshallen. Stettiner Sänger. Ansang 3 Uhr. Palast. Spieclottchcn. Spcciali- täten-Vorstelliing. Anf. 8-/2 Uhr. Passage> Panoplltum. Speclall« tntcii-Vorslclliing. Urania. Juvalideustr. 57/62. Täglich abcndS von ö— lv Uhr: Elermvarte. Tnubenstr. 48/4». Im Theater: Der Sieg des Menschen über die Natur. Ansang 8 Uhr. Nietilpl-flisslei'. Behrenstr. 65/57. Direktion: Itlcfaard Schnlz. SWerÄMter sWallner- Theater). Freitag, abends 8 Uhr: Der Iticliter von Xnlaiuea. Schauspiel M 3 Ausz. von Caidcron de la Barca, bearbeitet von Adolf Wilbrandt. S 0 n u a b e u d, a b c u d s 8 U h r: l>lc OroHsstadtlaft. So nntag, nachmittags 3 Uhr: Viel Lttnuen um nichts. Sonntag, abcndS S Uhr: Der Bichter von Zalamea. (085"" Sensationeller Erfolg! Täglich von 9m Uhr ab: Mund unrVrrlin. Berliner Lokalrcvne in 2 Akicn von Julius Freund. Musik von JulinS Eiuödöbofcr. 1. Bild: An der Chansonnctiencckc. 2. Bild: Im. AuSstellnngSpark. Ter Harmloscnprozcst in Moabit Zum Schluß: Im Reiche der Seccssion. WW SpecinIitäten-Progranim.UZ Anfang 8 Uhr. Ende gegen 11 Uhr. Sonntag, den 29. Oktober, nach- mittags 3 Uhr: Pronieiinden Specialitäten-Borftelinng. 12 erst- klassige Numinern u. Ballett. Parkett- Sitzplätze und l. Rangsive 1 M. Bailonlogcn u. Terrasse 2M. Enirce 50 Pf. Anfang 3 Uhr. Ende gegen 6 Uhr. zritk'ich-Wilhtlmst.TsMer Chausseestr. 35/26. Abends 8 Uhr: Abends 8 Uhr: Zum 3. Male: Ein gesunder Junge oder: Onkel Cohn. Schwank in 4 Akten von Rcifflingen. Regie: Max Samst. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Morgen, nachmittags 4 Uhr, zu _ kleinen Preisen: ZM�ltzroße Kinder-Vorsteliung"?0L «Tic Puppenfee." Zauberniärchen tu 5 Akten von G, Zimmermann. Preise d. Plätze zur Kiilder-Borstellnng: Galerie 19 Pf. 2. Rang u. 2, Rang Sperrsitz 29 Pf. II. Parkett 39 Ps. I. Rang u.I. Rangball. 39 Pf. I.Parkett 49 Pf. Fauteuil u. Tribüne 59 Pf. I.Rang-Loge lZ9Pf. Parkett-Loge75Pj. Orchester- u. Frcmden-Loge 1 M. Sonntagnachuiittag 4 Uhr: Volks- Vorsiellung: Preeiosa. Schauspiel in 4 Ausz. von Pius Alexander Wolfs. Urania Tnnbciisti-assc 48/4!». Im Theater abends 8 Uhr: „Der Sieg des Menschen über die Natur". Invnlidenstr. 57/02: Tägl. Sternwarte. Nachmiltags 6—10 Uhr. 'Passaue-Theater/"" Anfang des Konxerts 6 Uhr, der Vorstellnng 7 Uhr, Passage- Panoptlcum. .Ncn! Anatomisch. Museum. G KCnurphahn(Seeforelle) pro Pfnnd 25—30 Pfg. BratlSundern pro Pfnnd 20- 25 Pfg. Rotzungen pro Pfnnd 35 Pfg. sowie: Schellfisch, Cabliau, Seelachs, Seehecht, See-Aal, Heilbutt, Scholle, Steinbutt, Seezunge etc. ferner: gcrilncüerte nnd marinierte SeefiSChC, ebenfalls billig, empfiehlt die Deutsche Oampffischerei- Gesellschaft„Nordsee". [Jm| CarlWeiss-Theatep Gr. Frankfurterstraste 132. Zum 21. Male: Der Meltnntergang. Großes Ausstattungsstück mit Gelang in 3 Akten(15 Bildern) von Dir. Carl Weib und Jos. Dill. Ansang 8 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonnabend, nachmittags V/t Uhr: i. Schüler- Vorstellung: Faust. Tragödie von Goethe. Preise der Plätze: Galerie 19 Ps. 2. Parkett und 2. Rang 29 Pf. l. Parkett v. d. 17. Reihe u. 1. Rang 39 Pf. 1. Parkett 59 Ps. Log- 69 Psi CASTANS PANOPTICÜM 165. Friedrichstrasse 165. Uc„ I Die heulenden(J0„| «CU! und tanzenden"CU! I>erwisclie Inns Ober-Aegypten! Ohm Krüger* Oreyfus Mercier» Zola. Apollo-Theater. Abends 9 Uhr: FpanLnua mit Cäcilie Carola in der Titelrolle. Ferner: The Gothams das berüiiinte amorlkan, komische Vokal-Konzert. Otto Reutter Chavita— Yumata Tlero— Karra» Truppe— Blossoms— Lee Durands Francis Gerard „Crrigolatls" etc. etc. etc. Anfang der Vorstellung y/s Uhr. Vorverkauf täglich imTheater und beim„KUnstl erdenk", Unter den Linden 69. Sccllsch-Kochbücher erhalten Kllnfer umsonst. [2944L*( Eoutpnl D lzoutov Direktion: lose Ferencz>. Dir G v i s h a. Anfang Vj8 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonntagnachmittag 3 Uhr zu halben Preisen: Die Fledermaus von Johann Straub._ Cirkus Itnsch. Freitag, den 27. Oktober, abends 7Vj Uhr: Huinoristischcr Abend. Charivari van 199 Clowns. Gigerl- Clown Daniels als Zauberer. Frtrse Permanö, Nachtigallen- Imitatoren. Clown läleko mit seiner ballspielendcn Dogge und seinem singenden Pferd. »lss Lala Lee, Schnlreiicrin. Olym- pyche Spiele. Ein römisches Vier- gespann eine 39 Fuß hohe Kaskade hiuaiifjagend und durch das Wasser- basstn fahrend. Sturz aus der Höhe der Cirinskuppel ins Waffer. Unsere Marine. Die Seelöwe». Morgen, abends 7i/z Uhr: Groftcr Gala-Abcnd. Victupis-I'hestep C. Alexanderstr. 40. Fernsp. VII 1711. Direkt.: V. Bauaenwein u. C.Emmerich. Ansang 8 Uhr. Anfang 8 Uhr. Novität! Novität! gafT- E S i st erreicht."WS BurleSke von Benno Jacobson. Musik vo» Franz Wagner. Hierauf zum 47. Mal: Die weisse Nenne. Vaudeville in 3 Akten. Musik _ von B. Roger._ W. Hoacks Theater, Briilineustraße 16. Tilli. Lustspiel in 4 Akten v. Francis Stahl. AM- Morgen, Sonnabend, wegen Pnvatfestlichkeit keine Vorstellung. Tiialia-Theater. Tel. AmtlVa 6440. Dresdenerstr. 72/73. Der Platzmajor. Thomas, Thlclscher, Helmerding, Junkermann. Im 2. Akt: Gr. Akntoskop. Terzett. Anfang 7i/, Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonnabend: Zum 3�» Male: Der Flatzmajor. Alcazar-Theater Vuri<'(ö I. Ranges Dresdenerstr. 62-63. Annenstr. 42-43. Ailstrete» m\ absolut erstklasjigeu Sottialitäteu Anfälig: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 6 Uhr, Entree: Wochentags 29 Ps. Soiintagö 39 Pf. 2368L"j Die Dirrkttoli: Richard Winkle r. Sanssonci Kottbuscrstr. 4 a. Täglich außer Sonnabends MmsiiiK Norddeutsche Sänger. Anfang wochentags 8 Uhr. Sonntags O'/s Uhr. Hente zum 4. Male; DieAhmilMen. JPanorama Leipzigerstrasse 81. Der 118/10» Oeutsch-FranzösisciieKricg Serie I, la, Ib. Die Erstttnuang der Spicherer Höhen dargestellt in zwei Momenten mit ca. 40 OOO Figuren. Täglich geöffnet von 10 Uhr morgens bis 10 Uhr abends. Eintritt 50 Pf.— Donnerstag 1 M. Besitzer und Direktor Architekt JH. J. 8 o u n e r. Maehrs Theater Oranlenstr. 24. Rostil ans sein Südtu. Auöstattuiigs-BurleSke. Das grostartige Oktober- Programm. Elsa blosser, Kostüm- Soubrette. »str. Pauly, Contorsionist. Mstr. Döbbrick, Champion-Haiidstandkülistl. Franziska Held, Svnbrctte, Gustav Eulenburg, Humorist, Anfang 8 Uhr. Sonntags C Uhr. Vorzugskarten an Wochentage» gültig. Tort mit den Warzen! TOeitt W»ri«lstist beizt nicht u.. schmerzt nicht, mir» aber wunderbar, wie aus I-lgen- der Anertinnilng zn.ersehin.Ist, Zu beziehen pro Stuit«u Pfg., Porto 10 Pfg, von Paul Koch, Neuenrade Nr. 41 U/z i.W. Einziger Lieferant tn Deutfchlanb. Preislisten über Neuhellen gratis und stank», Freiwillige Anerkennung. Gladbach, Lii. S. 1899. Geehrter Herr Paul ttach! Ich danke Ihnen recht schön für Ihren wunderbare« Warzenstift. Ich habe ein- Warze 21 Jahre gehabt und feildem ich den Stift ge- braucht habe Ist die Warze lieg. Bchlungloott Dom. D-Unsched Palast-Theater DV" ftlihcr Fc�n- Valnst, Burniirasie SS. Bürli» ninüsiert sich über das ürvszc erstklassige ' Oktober-Programm. Berlin lacht Thrüiic» zum S7. Male über die zwerchfellerschütternde Aus- slattuligs�Gesaiigö-Burleske Susmine im Dade. Berlin stiuint uin 10 Nyr über die phänomenalen Mcistcrturncr am sechs-- fachen Lnftrcck Ky?" Idrt'l"NE Anfang 7Vz Uhr- Sonntags 6 Uhr. Kgsscneröfiniing 1 Stunde vorAnsang. Billet-Borverkniif von», v. 11—1 NHr. Sonnnbcnd nach der Vorstellung GescllschaftSnbrnd mit Tanz. MDWAWKsL W- m Nctchshallr». Stettincr Sänger. iMc»srl. Pietro, Britto». Stcidl. Krone, K t r ch n, a y c r, Tchneidrr und Schräder). Heut zum Schlich: Ei» Quartett- Abend. Ensemble von Meysel. — Nusaug prüelsc 8 Uhr.— Tageskasse 11 bis 1 Uhr. Ein von den ersten medicinischen Autoritäten aufs Wärmste empfohlenes Nährmittel, das bCcbslen Nährwert und leichteste Verdaulichkeit mit billigem Preise vereinigt, ist dar pm (Siebold's IWilcheiweiss) Für Magen- und Darmlranke, blutarme und schwächliche Personen, ganz besonders aber für Lungenleidende bildet das Plasmon ein Nähr- und Kräftigungsmittel erster Ordnung. Die leichte Löslicbkeit und vollkommene Geschmack- und Geruchfreiheit ermöglicht den Zusatz des Plasmon zu jeder Speise; dabei stellt sich das Eiweiss in Form des Plasmon um etwa die Hälfte Bchatzmsrke. billiger als in der Form des Fleisches. Siebold's Nahrungsmiitel-Gesellschaft a b.H. Berlin W., Köthenerstr. II. KohSensäure liefert am billigsten Seltcrwasscr-Fnbrlk von August Xocke. _ Kotibnsier Daimii 108. Mnybach-L'fcr-Eckc. 451B Feste Preise! Oscar Arnold Hut-Engrosgeschäfl. Dresdenerstr. 116,°?£;t£T Cinzelverkauffah/erfraierWaare in grosser Auswahl: ßerrfiihU;»*, weirh ron Mk. 1.25—4.— do. steif von Jlk. 2.00—4.— do. ff Kanrfllz von Mk. 5.00—7— fylinderhöte von ilk. 4.00—11.— Okapeaiix claqaes von Mk. 8.00—12.— Klnderliute von Mk. 1.00—2.— Confirm.nndeiihlite von Mk. 1.25—5.— I a Velatirliüte(Scldenplüscli) Mk. 7.50 Hprren-MUtzea von Mk. 0 85— 2.50 Kinder Kützen von Mk. 0 80-8.50 Felz-Müt zeii von Mk. 1.50— 8.— l'olz-.V.nffrii von Mk. 1.50-80.— Pc'z-Itaretles von Mk. 125-10— i'elz-Krajren n. Colliers v. Mk. 1.60—10.- Se/ir vortheilhafte Bezugsquelle für T Vicdcrvcrl'ä ufer!"S3 Bitte obipe Firma zu beachten, da ich keine Zweiggeschäfte habe. D entsche Schoh-F abrik & vorm. G. Markus Erfurt-Jlversgehofe« Renommirtes Fabrikat. Beste Zuthaten. Wir empfehlen: Horrou-�UTatlekol, gewalkt. Speeialität... 7 M. „„„ ohne Naht, Spiegel 8,SV M. ,, ,, Besah u. Kiiopfverzieriing 3,0», A.SV, ».so,«,so, 7,S0 bis äs M. „ A.�vnN'ouGttvrvl, Besatz, v,S0, 7,S0, 8,S« bis „ 8c!iniir-, Xag-. Hann-, KcIIncrschahe in den verschiedensten DeistnS und Preislagen. ATboltMcItube. reell, solid, kräftig, 4, SO biS 0,S0 M. ldioliat'tlitlol'«). Ikvitxttvrot. vai»«-o-Z?ne«tIeroI L.«0. 3.»0. 4,S0. S.S« biS 14 M. Knüpf- u.!4clinüristicrcl,c(ceaiit, mit Besatz U. Kappe, von 5, SO M. an. Sclinürscliiibe....... von 3,50 M. an. „ Hauisscliulie........ von 3,00 M. an. Knaben-, MUdcben- it. Kfndcr- Stiefel u. Schabe, äugerst solid gearbeitet, zu aueckinlt schr biililleu Pttiseil. Hallsiebnbe in den geschmackvollsten Mustern von L.SO M. an. Grüble Anstvahl in<»lii»iinl-, l'iien-, Keine-». FlI�- «elinlien, sowie F-uitolfein in allen Preislagen. Die MlUiHrdse uicedeil dou her Ubrik aus auf die EoHlcu aufgesteiiixtlt, hatzer jeiie Utberliarteilllug uuSgcslHlosie«. �78«. Tcrkaafastcllcn: Danlin SW., Belle- Alliance- Scriiil strabc 102. Köln a. MH., Eigclstci» SS. Frankfnrt a. M.. Ltebfrauen« bcrg 2g. Zeil 67. München. Sendlingerstrabe 10. „ Dachailcrstrcche 83. . LandSbergerstrabe 7. „ Humboldstr. 22. , Ämalienstr. 28. , W.. SchtNstrabe 12 Stettin, Nemchlägcrftrabe 14. .Hannover, KkageSUiar't 7a. Hambiirg» Steht st raste 16. Margarclenstr. ö. Breuicn, Faiileiistrab« 75. Tüiieldorf, Schadowstrabe 57. Mödel Reelle Arbeit und Polsterwaren. Ganze Sinrichtrmgr» zu dilligen Preisen. s2437L» O'l-anr! Tatxnncr, Brunneustratze ISS. B.ZitUiiiisid. t.ülüssc 201. Kstl.PfcuIz. Lotterie. stikdmig vom 20. fllobcr tKM, vormittagit Hut die Sewimit öder USl» Hl.uf fiuJ den dnrchendes Hluwniim in Pariiilhete drlgcfügt.'* tObne«Sru'ihr.I 2 33<14 19 522 13000] 03 SOI 52 57 1110 338 9t 619 612 SO« 209 326 8> 414 53[3'»01 633 700 1 3 t 800 36 56 {3000) 97 3027 36 t 533 630 53 83 712 17»3 4651 89 238 UOO] 890 747[3i)001 73 847 922 74 83 r.OÖ2 120 513 20 910 1500] «3 C65Ü 801 808 7324 446 04 70 77 818 8018 257 359 73 685 893[300] 970 4»I47 96 417 80 99 649 724 842 1500] »3 904 79 93 / 10027 51 04 261(300] 428[500] 551 633 737 11169 004 14 50 720 67 12034 197 250 83 543 735 832 60 91 930 3 3391 549 95 622 26 734 996 1 4165 77 80{300J 88 265 425 15001 632 42[300] 917 31 1B078 80 262 356 482 563[500] 917 1«001 237 344 93 617 732 60[500] 933 08[3001 17304 53 418 94 628 786(500] 902 70 93 1*101 208 807[3001 64*53 603 710 830 1Ü164 277 430 500 653 814 910 07 -'»173 225 485 97 624 781 828 43 59 943»1339(5001 «09 98 82* 2:4243 77 95 524(3000] 730 821 23439 513 618 857 67 2434 t 75 467 90 94 532 613 22 54 63[500] 96 839 25012 170 249 63 323 99 541 909 48 2(1123 236 303 79 434 749 27062 76 165 261[1000] 429 80 680 619 30 908 971 67 2 8087 184 359 440 57 603 98[300] 731 79 2 9207 24*05 73 580 61» 37 734 855 74 953 »0053 55 66 289 303 440 58(3001 82 520 606 31135 49 255 513 752 815 969 8 2090 165[ 30001 214 379[300] 402 {500] 79 82 673 978 8 8097 444 071 759 956 69 3 4009 315 {300] 98 472 935 39 38200 50 335 422 38(SOOOJ 43 591 760 835 75 89 30066 73 178 351 61 405 12 572 69 737 87289 *83 02 633 41[HO«)»92 38054 80 67 264 92 393 66* 7« 85 650 916[300] 23 5* 39081 224 33 706 810 967 40424 552 68 602 13 77[3000] 709 29 860 991 41089 £30 70 370 507 703[S0O] 695»00 42011 99 243 82[300] «69 86 761 871 43013 18 74 141 461 82 618 903 4 4005 154 210 597 814 730 99 810 78[300] 40433 48«0 521 70 88 901 4(1051 55 92 157 347 96 752 70 71 815 88 940<9 47025 10» 224 313 412 747 1300) 842 70 414018 127 313 470 97 500 94 866 842»30 62 70 49042»7[800] 151 601 705 28 35 821[500] 88 59061 222 489 09 821 6* 61089 229[1000]«6 302 452 54 531 706 945 60 68067 22» 838 400 660 628 820[300] 984 93 63131 63 222 390[3000] 418[3000] 27 61 529 650 [3000] 912 42 74 99 6 4011 1300] 15 817 411 597 718 801 »30 6 5038 44 63 172 96 537 53 741 901 94 6(4015 121 323 61*19 93 525[500] 676 891 9*6 67079 HO 15 37 372 90 525 751 860 934 86 68033 49 346[3000] 59»«93 833 58 983 614065[300] 84 113 288 94*17 51 504 25 745 328 410304 529 028 30 937«1143 281 854 955«2099 180 873 417 616 730»ö[500] 988[300]«14072 883 910 43«*080 2« 20 70 337 39 61 420 635 83 750 845 980«5317 437 540 63 730 907[300] 22 96««092 107 67 80 92 249 321[1000] 63 400 519 652[300] 798 607 31 932«7042 114 460 91 593 621 801 2«14157[1000] 288 311 632 93 702 83«91«14001 *2 399 435 701 845 84 965 70435 507 31 607 71065 117 33[300]»8 258 97 887 631 718 49 994 7 2021 55 107 252 300 646 57[500] 63 712 15 41 63 853 73258 427 92 570 914 97 74143 316*57 91 664«73[500] 771[3000] 879»12 52 7 6051 327[600] 41 *28 54*(1000) 63[300] 68 707 12 15[300] 816[3000] 67 »1»** 7(1067 180 91 273 317*81»2[300] 675 634(300) 783 »57 77045(30001 51 302 601 43 720 61 847 982 86 78937 156 217 47 58 407[300] 523 679 730 826 78 714078 122 36 £01 305 10 50 553 696 705 51 807 76(300) 89 80015 208 564 718 93«05 958 81 070 84 231 401 64« «2108 700 83068 64 160 201 434[300] 610 718 32 922 84 «4020 84 44* 505 629 85101[500] 303 95 471 774»79»0242 817[.500] 89 424 52««37 764 816 5« 87242 310 415 88072 HO 205 546 49 742 91 932 81404*[3000] 82 137 338 61 646«34 798«34 61 9» 440321 475 78 577 645 742 90 991»HIO(1000) 67 73 805 29 000 72 982 0 2270 83 354 59 06 432 40 97 023 92 767 968»3000«52 721 85 939 75 91»*021 44 64[1000] 991»5073 81 232 37 90 494 515[500] 43 603 843»«031 133 258 71 544[500] 695 795»7088, 137 270 398 427 72 621 627 43 771 82 974 08159 213 88 1 655 827»0203 28 <20 36 53 532 007(3000) 11 67 703 89 965 100084[1000] 225 332 67 85 86 459 707 907 101059 168 237[ 3000] 5*[1000] 331 439 91 529 674 78[300] 807 913 102049 134 290 513 805 930 77[3000] 103UO 253 431 32 80 600 78 104217 20 35[300] 672 883 998 105004 40 6t! 90 235 311 95 457 90 583 639 831 10C112 488 80 83 720 [500] 62 1 0 7025 74 188 263 426 85 623 58 80 800 3 47 »31 108222 590 835 100013 101[800] 42 281 301 31 87 485 510 669 11O010 269 87 451 573 735 75 810 111178 246[3001 435 589(10001 733 81»14 21 1114190 205 433 5« 86 832[300] 118131 377 618 73 84 655 80» 13 11*001 71 1*5 288»3 66» 637 813 1X5038 17« 76 301 35 603*0 J05 815 76 1 4«237[3000) 330 412 513[1000] 985 1 17123 325 408 531 «79 775 875[ 300] 9» 118301 541«12 13 795 878 11»1*5 [30»)] 80 404 512 632 899 900 13 48 92 120065 150 52 426[300] 670 819 1 31051 58 99 133 57 219 23 548 647 723 840[3000] 69[3000] 12209» 19» 35» 467 080 830[3000]«92 1 230H 65 105[1000] 05 566 895 789 1300176£20 71 368 580 84 748 811[300] 960»>1050 51 104 85 230 43 812 44 710 76 81 835 980[500]«020.56 180 221 394 532 52 70 723 903 30 303099 234 448 65[300] 533 638 83 20*014 172 311 417 205031[300] 49 212 806 87 427 513 20(1053 114 230 395 576«98 787 879 207404 5 76 508 739 930 72 208017 55 165 74 222 66 366 636 7» 900 200163 201 511 680 897 21 0030 160 223 309[300] 41 731 83 823 920 211326 500 75 77[1000] 83 600 755 69 90 97 212061 104 10[500] 17 6»[300] 273 00 419 540 623 706[500] 43[500] 973[1000] 213305 97 604 11 33 811 9.9 214021 152 89 253[300] 535 740 75 813 215154 391 474«75 709 815»24 47 53 94»*«0)3 42 100 30[300] 236 378 441 533 85 91 037 49 60 76» 930»5 217023[1000] 83 283 605 60 900 218015 39 52 77 146 83 278 781»77 21U104 360 610 779 861 22 0214 70 93 327 98 99[3000] 492 541 72 644 704 7 81 221001 89 96 255 385 454 69 600 709 806 222161 205 327 578 645 59 79 714 2» 22-1084 196 233 04 466 78 679 796 958 2X4146 208 604 97 632[1000]**[300) 80* 220085»9 15* 25*<47 Im«ewixnrade derbtleben: i•(oiim»n sooooom, 1 m-00 000 Mk.,» JB 150 000 Mt. 2 100000 MI. 2 Ii 7SOOO Mk., I ju 80000 SRI, l zu*0000 Mk. 6 J« 80000«t, IS ,, 15000 Mk,*1 iU 10000 Mt. 7* II 6000 SRL, low t* 3000 Mk, 1115|B tooo SRI, IStO ,, 600 Mt 6.Zieh»]iad.4.Klllsse20I.Kttl.Preilß.Lotterit. Ziehnna vom 26. Ottoder lss»,»achmittaa«. »lue die ffiouiitne übet£21» Morl find ttn vinichndea »(Ummern in Nlammirn»«zriüzl. (Odue«ewödr.l 110 263 450 5» 70» 63 80 831 1000 193[1000] 281 380*13 «74«0» 7» 741 830 2237 375 77 420 86 506 6i3 761 834 130OUJ :!158 95 316[3000] 463 519[300] 33 54 699 710 76»25 957 S) 4185 233 99 327 70 981[8000] 93 5004 107 285 343[1000] 621 812 988«116 327[500] 55» 93 762 7231 804 8014 27 63 123 428 95 676 757 930»170 244 60[300] 307 418 576 728 863 10030 113 81[500] 297 311[300] 404 500 6)8 717 813 11097 132 72 230 53» 098[300] 720[300] 80 99 837 53 87 922 12968 113 373*53 88 793 811 85[3000] 1B124 60 417 25 08 96 855[1000] 14033 196 222[300] 76 325 438 540[1000] 666 717 934 99 1 5088 33) 48 683 780 897 1 0009 13000) 165 269 89 401 502 38 713 1 7032 97 262 395 458[300] 535 965 1B019 199 406 31 86 1 0475 Üül 55[8000] 67 76 741 66 989 20425 39 635 33 82 97 732 917 88*1013 42 234 312[300] 690 866 221.« 212 310 686 927 22025 104 96[500] 557 79 «91 940 83 2*164 260 348 423 540 54 803 17 86[3001 950 23011[500] 42 71 76[3000] 207 62 457 97 510 931 20096 <47 464 504 617 714[3000] 41 304 43 900 63 27112 22 95 247 355 451 998 28025 61 84 337 441 577 715 25 860»Li 2O015 69 SS 675 731 63 ::O024 72 76 85 183 314 518 675[500] 821 25 47 66 74 31059 169 78 230 379 770 91 97 823 32013[500] 212 302 [1000] 434 70[500] 710 29 829 3 3001 30 257 420 73 558 TO 79 839 34088 112 211 849 402 36 743 860 33024 66 158 55« 639 69 733 974 3 0079 158 77 601 86 728 48 813 3 703» 231 [500] 498 636 713 91 824 92 933 82 3 8023 230[3000] 506 [1000] 52 761 829 3»019 51 124 66 218 70[1000] 858 536*1 677 826 972 73[300] 40194 311 40 80 417 62 501 608[300] 923 74 41358 498 £9 91 593 618 75[300] 713 810 71 42172 417 21 63 700 17 980 43034 HO 56 201 2 010 723 943 57[3000] 79 44043[500] 108 92 255 368 578 041 92[500] 724 69 75 836 90 43021 44 106 24 91 227 319 8» 819 978*«)35 II« 56 423 535 742 887 983 47+29 53 84 519 43 50 71 709 874 989[300] 48200 [300] 467 651 69 704 72 90 804 91 40101 8 75 205 68 93 311 581 602 786[500] 93 875 933[3000] «0096 189 472 75 505 663«1117 217 47 442 97 511 43 92 642 74 815 96 976 8 2040 96 99 141 265[3000] 73 357 93 *92[KOOO] 586 713 874»:1179 337 492 583 35 672 89 798 £52 54005 325 459 673 717 89 828 53105 373 603 67 798 869 906 3 0025 184 492 685 733 833 65 959 57196 248 353 811 50 970 50073 179 882 487 500 680[300] 882 937 39002 36[500] 43[560] 163 214 51 314 31 64 411 685 770 930 66 «0210 860 528 57 000«43«1609 20 22 230 780 811 «2053 114 05 561 749 808 917 86 82 97«32.50 363 404 95 549 73 610 47 711 93 814 910 39«*112 21 321 500[300] 30[300] 795 823 48[500] 921«5195 247 76 331 313[300] 983««087 193 44 49 82*40 09 782 871 99 951«7003 183 218 85 815 27 67 433 507 611 44 714 80 8-13«0011 289 361 403 80 34(300) 520 671 819 975«»067 273 S7 331 68 430 55 681[500] 645 £22 987 70181 204 68 412 696 723 983 71183 225 85 310 507 50 64 757 8* 99 810 03 9)0[300] 72096 114 84 302 493 583 774 72132 252 455[3000] 675 758 61 810 15 31 73 7 4063 227 300 [300] 460 552 735 816 939 7 6011 61 134 41 263 311 67 üJ2 741 64 75 894 954 92 7 0001 19[500] 82 252 322 89 64 79 604 SO 762 811 77119 367*59 811 34 7 8259 349[300] 90 91 *47 775 70186 229 60[300] 478 57* 90 6*5 780 856 91* 80013 133 78 456 568 76 697 771 817 55 91 925 93 81249 873[3000] 89 506 33 33[3000] 670 773 885 975[3600] 82187 *09 37 648 722 959 S3034 171 229 54 414 53[300] 92 532 633 94 705 895 986 8 4005 266 96 321 28*31 828 915 8 5055 [8000] 192 233 43 334*3 582 733 35[3000] 67 860 932 65 ««338 64 557[300] 842 99 933 8 7027 195 309 39 490 636 943 88045*7 223 60[300] 77 406 81 814[3060] 999 S»033 165 237 311 428 62 95 99 698 851 65 95 906 31 57 65[1000] »0001[1000] 17 30 113 39 365[300] 457 581 620 42 985 88 »1022«2 221 635 9:17«2695 96 209 435 504 25 52 731»N012 66[300] 140 204 434 90»9 563 664 87 725 45[500] 54[1000] 96 853 74 931 61»4121 335 511 53 80[3000] 825[800] 76 86 912 31»«496[300] 772 79 825[1000] 36»«000[SoOOl 88[300] 114 28 88 424 42 75 908»7009 106 26 94 217 91(500) «29 92«36 72[600] 930»*196[500] 325 411 90[3000] 061 [500] 68«06»»093 258*03 51 602 90 741 10O136 370 90*72 622 867 905 26 101090 180 265 308 683«28[3000] 95* 102210[3000] 327 400 61[300] 747 103011 81[500] 98 161 236 310 43*16 539 60(300) 75 810 *3 62 64 55 922 10*175 312 425 508 602 25 719 856 105047 {1000] 51 218*11 86 582[30009 681 877 957 1»«029 4« 128 1300] 46 300 15 19 492[3000] 533 643 47 78 814 94 1O7101 69 331 409[1000] 540 782 842 954 97 108014 208*3 837*01 U» 837 939 100017 668 69 7*»17«69 98 »10196 223 521<5 6*[«00) 721 51«35« 7« lUOa 144 90 480 532 55 700 834 999 113150 212 62 318 81 96 Sil 743 85 855 60 IHWSO 72 215 634 98 707 867 114003 189 431[1000] 86 514 642 65[500] 724 115091 125 294 302» 36 488 512 CO«25 725 78 825 35 901 26 51 11(1030 120 32» 56 461 806 11 60 92»[300] 74 117015 447[1000] 96 586 686 88 732[3000] 810 118103[3000] 85 286 409 669 705 910 U 110327 802 16 120232[1000) 40 317 20 486[3000] 652[500] 773 065 972 1 2 1040 270 77 492 504 80 93 817[3006 J 97 930 1 22033 40 060 85 814 43 911 51[300] 123008[500] 174[3000] 233 318 83 467 95 514[3000] 53(500) 79 637 844 927 34 87 124043 212 347 403 014 75 800[300] 10 125031 69 353 75 86 514 68, 707 21 12(1003 72 Ii» 2+4 85 452 62 769 838 80 985 1 27003 405 39 1 2*142 200 520 722 823 121)075 198 418 28 541 971 130021 83 257 499[500] 711 914 31 131115 58 22» 330 451 89>36 678 712 20 814 1 32088 271 301 521 643 60 85* 983 138020 572 600[1000] 840 134109 212 65 371 1300]*14 [10 ODO] 30 44 587 635 735 135005 109 12 71 337 506 611 »15 77 180292 137182 433 70 514 616 783 85 188077 181 228 408 868[300] 72 130004 120 341 519[300] 26 807 15 19 [360] 802 36 69 140139 201 314 428 71 90[500] 506 12 709 U 75 868 92» 29 1 4 1458 526 33[500] 84 676(500) 78 710 942 142108 223 50 73 91 429 746 822 90) 46 88 143017 101 529 81 654 8» 833 97 924 46 82 85 1*4035 301 67 741 88[3000] 14500« 15 33 301 451[300] 74 99 547 97 879 973 14(1157 514 79 832 14 7037 83 412[ 500] 933 50 1 4*0.55 90 261 42)[5000] 57» [500] 813 40 87 946 14»681 309 29 626 824[1000] 960 150125 71 276 460[3000] 82 528 43 51 615(1000) 058 6» 913 33 161033 120 78 256 310 63[500] 480[1000] 512 33 656 59 87 863 81 920 162029 32 64 90 108 249 039 744(1000» 800 43 75 909 95 16303S 74 75[300] 100 18 72 375 449[10091 528 640[300] 44[500] 750 972 99 164059 108 58 231 30» 1500] 28 428 522 53[300] 725 97 922 35 1 65018 50 112 90 240 377 552 637 728[500] 876 80 996 16U070 108[500] 287 891 92 965 157229 69 331 473 528 909 15[ 500] 30 158009 198 449 516 66 607 1 5U033 105 68 234 306 30 455 612 728 1«0164 220 45 359 62 495 580 1(1101« 65 77 297 15 SIS 41 730[300] 904 47[10 ÜOO] 162000 250 68 400 714.56 821 74 951 76 1(13017 110[300] 420 72 928 10406» 150 263 422 53 94 537 57 724 951 1«5107 73 380 700 13 89 80» 916 98 l(i«ü02 117 77 306 18 636 826 33 49 93 1(17026 52 216 315 437 47 721 35 886 87 93 910 1«S005 21 70 154 236 355 014 39 877 900 1«»087 83[300] 102 330 414 28 170136 387 982 98 171038 99 340 648 716 803 947 17200« 109 300 55 419 69 558 618[3000] 92 95 890 906 35 173172 209 79 314 81 430 872[300] 88 174(12 96 514(3000)«9 666 954 62 1 73097 100 363 47 83 403 33 77 90 794 830 983 17«6S3 833 069 177004 226 353 504 22 48 714 81 8(8 17*217 78 319 458 80 751 097 17» 150 302 762 939 1*0079 317 50[1600] 652 904 42 1*1198 333 418 24 36 *3 021 Jl 57 721[3000] 892 917 1*2069 187 269 327 679[SOOJ 898 963 ISÖOoS 173 2)7 320 472 519 653 75 769 87 839 981 184092 333 75 77' 401 506 695 774 77 853 82 84 1*3010 12» 531 72 793 1*«128 31 207 361 471 553 691 700 855 90(1 187129 83 308 38[500] 48 555[1000] 742 1 8*050(3000) 172 285 501 66 613 879 89 917 21 43 1S»H5 49 698 679 800 923 32[500] 57 1OOI05 325 59 408[1000] CO 661 974 82 1»1015 226 96 391 551 022 53 71[3000] 99 836 917 1»2H2[3000] 290 330 38 80 93[500] 561 662 791 813 1»3179 9t 331 99 406[3)101 14 42 98 638 760[30))] 88 1 971 98 1»H73 265 93»59 92 643 [300] 91 984 1»5074 89 214 3 13 481 552 676 97 710 962 9* 3 0 0008 33 114 51 221 319 484 547 624 911 66 98 1»T050 176 82[3000] 273 708 111*016 393 455 75 620 90 85»(1000) I» 18UI06 81 362 431 531[300] 87 716 31 41 8S3 200004[300] 108 51 449 20 1232 83 377 740 2O2028 8* [500] 127 258 337 491 770 20350)1 754 823[500] 909 40 73 204161[500] 523 821 59 902 Ol 205-261 375 84 662 94 728 71 84 86 884(300) 03 999 20«138 254 329 76 533 604 73 82 771 207257[500] 323 525 658 70 726 20*260 369*26 518 91 606 63 83 720 200002 102 9 78[3000] 282 328*21 [300] 531 611 09 750 815 39 955 07 21 0148 475 96 562 73 604 79[500] 750 889 927 47 21123, *5 352 507 693 801 2 4 2(27 511 789[300] 97[3000] 872 905 [300] 97 213014[300] 177[500] 261 321 797 2 14031 52 166*62 513 714 829 939 215027 266[300] 87 501[500] 23 731(500) 210016 116 33 263 302 401 743 938[1000]»4 2 17068 259 84 328 42*19 526 88 98 785 93 886»1*138 84 [5000] 525 11000) 27[1000] 813 210017 194 214 86 310 63 609 68[500] 901 22O063 315 53 436 710 26 46 50 829[500] 41 221116 [3000] 310 17 39 421 90 633 70 741 97 899 900 75 222657 163 212 344 72 505[300] 704 873 223277 396 785 89 881[500) 921 22*111 31 48 302 27 93 577 679 821 33 68[1000) 993 [1000] 225009 171 283[500] 90 362 471 Om«leMinurabe verblieben: 1 Gewinn z» 500000 Mk, 1 zu 260000 Ml, 2 ,» 150000 Mt.» ,» 400000 Mk, 2„ 75000 MI, 4>» 50000 Mt, I zu*0000 Mt.« ,o 36000 Mk, 46 zu 45000 Mt. 39 zu 40000 Mt, 74 zu 5000 Mt, 18» zu 5000 Mt, 10»* zu 1000 Mt, 436*„ MO Mt Verantwortlicher Redacteur: Robert Schmidt in Berlin. Kür den Inseratenteil verantwortlich: Tb. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mar Badina in Berlin.